Berliner Zeitung 19.10.2019

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Die Kraft der Ruine: Wassoll aus dem Tacheles werden? – Berlin Seiten 10 und 11

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Sonnabend/Sonntag,19./20. Oktober 2019

Nr.243 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

Im Magazin:

Völlig schwerelos

Astronautin Cristoforetti erzählt, wie das ist

Seiten 2und 3

Hufeland, EckeBötzow

Lea Streisands neuer Roman imVorabdruck

Seiten 4und 5

Oh, du mein Fersensporn

Gutsch beendet seine Fußballkarriere

Seite 10

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Bußgeld gegen

Impfverweigerer

Auf dem Rückzug

Ami go home –sohieß es lange, wenn sich die USA als Weltpolizist aufspielten.

Heute gehen Amerikas Soldaten freiwillig. Donald Trump will es so. Seiten 2und 3

AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

Fast ein Auto –

Kettcar ade

Panorama Seite 32

Berlin Seite 9

Am Tag drei kommt der

Durchbruch –nach insgesamt

16 Stunden Koalitionsausschuss

und diversen

Unterbrechungen. Auch wenn

man kaum noch dran geglaubt hat:

Dierot-rot-grüne Regierung hat sich

am Freitagabend auf einen Mietendeckel-Kompromiss

geeinigt –neun

Monate nachdem der Mietendeckel,

mit dem Berlin bundesweit Neuland

betritt, zum ersten Mal als diffuse

Idee von der SPD vorgeschlagen

wurde. Vorausgegangen war ein

Streit, den die Koalition wohl zum

ersten Mal soweit an die Grenzen

brachte, dass ein Scheitern des Gesetzesvorhabens

wohl auch ein

Scheitern von R2G bedeutet hätte.

Doch dazu kam es nicht.

Um 19.35 Uhr traten am Freitagabend

der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD), die Landesvorsitzende

der Linkspartei, Katina

Schubert, und der Landesvorsitzende

der Grünen, Werner Graf, vor

die Presse und verkündeten, dass

man sich geeinigt habe.

Für fünf Jahre sollen in Berlin die

Mieten eingefroren werden. Ab 2022

wird zudem die Möglichkeit eines

Inflationsausgleichs von 1,3 Prozent

geschaffen, den Vermieter auf die

Miete umsetzen dürfen. Modernisierungsmaßnahmen

dürfen ohne Genehmigung

nur in Höhe von einem

Euro pro Quadratmeter umgelegt

werden. „Uns ist wichtig, dass wir

keine Schönheitsmodernisierungen

fördern wollen, sondern dass die

Umlage nur für Modernisierungen

im Rahmen vonBarrierefreiheit oder

für Klima- und Umweltmaßnahmen

gilt“, so Müller.

Auch Absenkungen von Wuchermieten

sollen möglich sein – und

zwar, wenn die Bestandsmiete um

mehr als 20 Prozent über den Vergleichsmieten

liegt. Es soll sich dabei

am Mietspiegel von 2013 orientiert

werden. Auch die Lage der Wohnung

wird dabei berücksichtigt. Die Möglichkeit

der Absenkung besteht neun

Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes,was

laut Plan Anfang 2020 der

Fall sein soll. Am Dienstag muss der

Entwurf imSenat beschlossen werden,

danach geht er ins Parlament.

Es sei in Ordnung, dass man sich

diese Zeit genommen habe, sagte

Michael Müller.Jede Partei habe sich

gut beraten lassen. Man betrete mit

diesem Gesetz rechtliches Neuland.

Im Januar sei die Idee entstanden,

bei dieser schwierigen Rechtslage sei

die Umsetzung „nun atemberaubend

schnell gegangen“, erklärte der

Regierungschef.„Viele andereStädte

in Deutschland reden darüber. Das,

was wir bisher gemacht haben, war

gut und richtig, aber wir wollen darüber

hinausgehen.“ Insgesamt sei

das Paket nun ein rechtssicherer

Kompromiss zwischen den drei Parteien,

der die Mieter unterstütze.

Gleichzeitig bleibe das Ziel erhalten,

mehr Wohnungen zu bauen.

Die Linken-Politikerin Schubert

sagte, man sei froh, dass man sich

auf „ein völlig neues Gesetz“einigen

Deckel

drauf

Die rot-rot-grüne Regierung hat sich am

Freitagabend auf einen Mietendeckel

geeinigt –und auf eine Mietensenkung.

Berlin betritt damit bundesweit Neuland.

Ein Scheitern ist jedoch noch immer möglich

–vor demBundesverfassungsgericht

VonMelanie Reinsch

„Viele andereStädte in Deutschland reden darüber.

Das, was wir bisher gemacht haben, war gut und

richtig, aber wir wollen darüber hinausgehen.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister

konnte,welches es so noch nie gegeben

habe. „Der Druck ist hoch“,

sagte sie. Aber auf dieses Gesetz

könnten sich Mieter und Vermieter

verlassen. „Wir werden mit diesem

Gesetz Geschichte schreiben“, betonte

auch der Grüne Werner Graf.

Seiner Partei sei es besonders wichtig

gewesen, die energetische Sanierung

voranzutreiben. Auch bestand

man auf die Möglichkeit, den Inflationsausgleich

umsetzen zu können.

Zwei Mal musste der Koalitionsausschuss

in den letzten sieben Tagen

wegen verhärteter Fronten vertagt

werden. Zuletzt am Donnerstag

nach sechs Stunden Beratung, obwohl

die Mitglieder zuvor beteuert

hatten, dass man ohne Einigung das

Rote Rathaus nicht verlassen wolle.

Die Lösung sei zum Greifen nah,

hieß es Donnerstagabend dann,

aber man müsse noch mal rechnen.

Doch auch an Tagdreitagte man bis

in die Abendstunden hinein. Immer

wieder gingen die Parteien auseinander,

man beriet sich, pausierte,

rollte Themen wieder auf.

Dabeiwaren sich die Koalitionäre

längst darüber einig, dass man die

Mieten –Neubauten ausgenommen

– für fünf Jahren eindämmen will.

Rund 1,5 Millionen Wohnungen, die

vor 2014 gebaut wurden, betrifft

diese Regelung. Streit gab es aber im

Detail. Immerhin muss das Gesetz

vordem Gerichtstandhalten.

Nunist er da,der Kompromiss.Je

nach Lesart und Interpretation hat

sich die SPD auf ihreKoalitionspartner

zubewegt –oder ist eben eingeknickt.

So wollten die Sozialdemokraten

eigentlich nur einen „harten“

Mietendeckel, der die Mieten für

fünf Jahre einfrieren soll –und zwar

nur den. Ohne Inflationsausgleich

für Vermieter und ohne die Möglichkeit,

Mieten absenken zu lassen.

Nun soll esab2022 mit dem Inflationsausgleich

einen „atmenden“ Deckel

geben.

Die Sozialdemokraten befürchteten,

dass vorallem dasAbsenken von

Mieten ein Risiko vor dem Bundesverfassungsgericht

darstellen

könnte. Immerhin haben die Unionsfraktionen

im Bundestag und

auch die FDP und CDU im Abgeordnetenhaus

Klagen angedroht.

Scheitert der Mietendeckel vor

Gericht, kann das für die Koalition

verheerend sein, weil siedamit nicht

nur an Glaubwürdigkeit verliert,

sondernihnen damit auch stümperhafte

Arbeit attestiert würde. Auch

wenn ein Urteil womöglich nicht im

nächsten Jahr zu erwarten wäre.

Müller betonte: „Bei juristischem

Neuland kann man sich nie sicher

sein.“ Einig war man sich zwar, dass

man Wuchermieten einen Riegel

vorschieben muss, aber wo die

Grenze ist,war langeein Streitpunkt.

Die SPD wollte sich am Mietspiegel

2019 orientieren, die Grünen und

Linkenandem von2013. So spaltete

sich dieDebatte auch an diesen Zahlen,

die letztlich auch die Bemessungsgrundlage

für ein Absenken

derMieten darstellt.

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24 Jahren in Kooperation mit der Verti Versicherung AG (Rheinstr. 7A, 14513 Teltow) ·Abb. zeigt Sonderausstattungen

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2* Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Report

Ami,

come home

1994 –Proben für die letzte Militärparade der Westalliierten.

Nach 49 Jahren ziehen die USA sämtliche Truppen aus Berlin ab.

US-Präsident Donald Trump holt seine

Truppen nach Hause. Diese geopolitische

Wende wird die Welt verändern

VonHolger Schmale

1975 –US-Diplomaten, Militärsund Zivilisten werden vom Dach der

umzingelten Botschaft in Saigon gerettet.

DPA/HUBERT VAN ES; DPA/WOLFGANG KUMM

Auf der einen Seite der Landstraße

fahren amerikanische Panzerwagen

und Transporter, Banner mit

den Stars and Stripes flattern im

Wind. Ihnen kommen Lastwagen und Pickups

entgegen, sie sind mit Flaggen in den syrischen

Farben geschmückt. Es sind sehr

symbolische Bilder, die dieser Nachrichtenfilm

vor wenigen Tagen aus dem Norden Syriens

gezeigt hat: Dieeinen ziehen ab,die anderen

rücken vor. Es sind Bilder einer geopolitischen

Wende, die der Mann im Weißen

Haus mit seinem Befehl zum Abzug der US-

Truppen eingeleitet hat.

„Ami go home“, das war eine über viele

Jahrzehnte fast in aller Welt beliebte Parole,

wenn die USA sich irgendwo wieder einmal

als Weltpolizist aufspielten. Nun ist es eine

Parole, die Donald Trump sich zu eigen

macht und seinen Truppen zuruft: Ami,

come home! Die Begründung liefert erper

Twitter:„Mirist egal, werSyrien hilft, die Kurden

zu beschützen, ob Russland, China oder

Napoleon Bonaparte. Hoffentlich machen

sie es gut. Wirsind 7000 Meilen weit weg.“

7000 MEILEN WEIT WEG, das ist jetzt die

neue strategische Doktrin der USA. Wir sind

uns selbst genug, bedeutet sie, lasst die anderen

jenseits der großen Meere doch ihre

langweiligen Kriege allein führen, was haben

wir damit zu tun.

Man kann das als Gerede eines verantwortungslosen

Schwätzers abtun. Doch dieser

Mann ist Oberbefehlshaber der mächtigsten

Streitkräfte der Welt und politischer

Führer des dazugehörigen Landes. Und so

entsetzt der Aufschrei in den westlichen

Hauptstädten und im Kongress in Washington

auch war –wieder einmal zeigt Donald

Trump,dass ihm vieles gleichgültig ist, nicht

aber die Gefolgschaft seiner Anhänger. Ihnen

hatte er im Wahlkampf versprochen, die

amerikanischen Soldaten aus den fernen

Kriegen zurückzuholen. Dassetzt er nun um.

Über die Folgen mag er freilich selbst am

meisten staunen.

Trump führt sein Land zurück in eine

Rolle, die es vor genau einhundert Jahren

schon einmal hatte. Im November 1919

lehnte der republikanisch beherrschte Kongress

den vom demokratischen Präsidenten

Woodrow Wilson mit ausgehandelten Vertrag

vonVersailles und damit auch den Beitritt

zum Völkerbund ab. Damit verabschiedeten

sich die USA für fast 20 Jahre aus der

Weltpolitik, begannen aber, ihre weltweiten

Wirtschaftsinteressen umso aggressiver zu

verfolgen. „Die amerikanische Politik war in

den Zwanzigerjahren mithin nicht bereit, international

die konstruktiveRolle zu spielen,

die dem Land gemäß seiner ökonomischen

und militärischen Potenz zukam“, stellt der

Amerikanist Horst Dippel in seiner „Geschichte

der USA“ fest. Es klingt wie ein Urteil

über die Vereinigten Staaten der Ära Donald

Trump.

Nunsteckt in dem Appell an die USA, eine

Rolle als international wirkende Ordnungsmacht

wahrzunehmen, und in der Parole

„Ami go home“ ein offenkundiger Widerspruch.

Es ist ein Widerspruch, der die Weltmacht

USA, die sie spätestens mit dem Ende

des ZweitenWeltkriegs wurden, seit jeher begleitet.

Dabei ist die positivste Erzählung

noch jene, die sich mit diesem Krieg verbindet.

Wenn es nach der Logik Trumps gegangen

wäre –immerhin liegen zwischen Washington

und Berlin auch noch gut 4000

Meilen –hätten sich die USA daran gar nicht

beteiligt. So aber wurden sie mit der Sowjetunion

die entscheidende Kraft, die Hitlers

Deutschland in die Knie zwang. Und die

dann den zunächst wenig begeistertenWestdeutschen

den Wegineine liberale Demokratie

wiesen, die sich bis heute als insgesamt

doch sehr lebenstüchtig und lebenswert

erwiesen hat.

In der Bundesrepublik ist den USA ein

Kunststück gelungen wie wohl keiner Besatzungsmacht

zuvor:dass aus den SiegernVerbündete

und in mancher Hinsicht sogar

Freunde wurden. Dabei spielte die Bedrohung

des Kalten Krieges hier, ander Nahtstelle

der verfeindeten Systeme und ihrer Militärblöcke,

natürlich eine entscheidende

Rolle.InBerlin (West) hat die Luftbrücke den

Wandel von der misstrauisch beäugten Siegermacht

zur gern gesehenen Schutzmacht

schon früh beschleunigt. Wann wären einstige

Besatzer so wehmütig verabschiedet

worden wie 1994 die letzten Soldaten der

amerikanischen Berlin Brigade?

Das war 25 Jahre nachdem auch durch

West-Berliner Straßen die Parole „Ami go

home“ schallte: während der großen Demonstrationen

gegen den Vietnamkrieg. Da

zeigten die USA ihre andere, die hässliche

Seite der Weltmacht, die mit allen Mitteln ihren

hegemonialen Interessen nachging. Dabei

drehte es sich wie stets darum, den Ein-

Der Angriff auf den

Irak hat die ganze

Region in Brand

gesetzt und

den Terrorismus des

sogenannten

Islamischen Staats

überhaupt erst

entstehen lassen.

Wenn Trump nun die

US-Truppen aus

Nordsyrien abzieht,

ist es die Flucht

vor dieser

Verantwortung der

Vereinigten Staaten.

Sie haben die

verheerenden Kriege

erst entfacht

und verweigern nun

die Hilfe beim

Löschen und beim

Schützen der Opfer.

flussbereich der kommunistischen Mächte

Sowjetunion und China zu begrenzen, den

Zugang zu Rohstoffen zu sichern und überhaupt

dafür zu sorgen, dass die US-amerikanischen

Interessen politischer und ökonomischer

Natur möglichst überall auf der Welt

zur Geltung kamen. Dazu waren in Washington

alle Mittel parat: Stellvertreterkriege in

Afrika, Umstürze linksverdächtiger Regierungen

in Lateinamerika, direktes militärisches

Eingreifen wie in Vietnam.

DerVietnamkrieg war dann ein in vielerlei

Hinsicht prägendes Ereignis für die Vereinigten

Staaten. Erstmals verloren die USA einen

Krieg, das Land glitt Mitte der Siebzigerjahre

in eine kollektiveDepression. DieBilder von

der Evakuierung der letzten US-Diplomaten,

Militärs und Zivilisten aus der umzingelten

Botschaft in Saigon mithilfe vonHubschraubern

vom Dach des Gebäudes gruben sich

als Zeichen der Schmach in das kollektive

Gedächtnis der USA ein. Es waren an die

60 000 tote US-Soldaten zu beklagen (sowie

1,1 Millionen nordvietnamesische Soldaten

und zwei Millionen vietnamesische Zivilisten);

und im öffentlichen Straßenbild der

USA waren die unzähligen Kriegsversehrten

nicht zu übersehen. Eine ständige Mahnung

an einen Krieg fern der Heimat, der den

Amerikanern nichts als Leid eingebracht

hatte.Eine echte Debatte über den Sinn solcher

Krieg kam dennoch nicht in Gang. Noch

ordneten sich solche Auseinandersetzungen

in die große Systemkonkurrenz mit dem

Kommunismus ein, dem sich dieVereinigten

Staaten in diesem Fall geschlagen geben

mussten.

Daraus aber wollten die wenigsten Amerikaner

den Schluss ziehen, solches Engagement

künftig sein zu lassen. Im Gegenteil.

Denn gleichzeitig brachte die Auseinandersetzung

mit diesem Krieg die stärksten Seiten

der amerikanischen Demokratie zu Tage.

Unabhängige Medien, die der Regierung

Täuschung der Bürger über die Vorbereitung,

die Ziele und die Erfolge des Krieges

nachwiesen. Eine unabhängige Justiz, die die

Veröffentlichung der „Pentagon Papers“

durch die NewYorkTimes und die Washington

Post gegen den erbitterten Widerstand

der Regierung von Präsident Richard Nixon

durchsetzte. Ineinem Grundsatzurteil legte

der Oberste Gerichtshof fest, dass das Geheimhaltungsinteresse

des Staates an von

Whistleblowern gelieferten geheimen Regierungsdokumenten

im Zweifelsfall hinter

dem Interesse der Öffentlichkeit und der

Pressefreiheit zurückstehen müsse.

EinUrteil, das heute so aktuell und wichtig

ist wie damals.Gerade versucht die Regierung

mit allen Mitteln, den Whistleblower

zum Schweigen zu bringen, der die Öffentlichkeit

über das Ansinnen Trumps informiert

hat, den ukrainischen Präsidenten im

Wahlkampf zu instrumentalisieren. Und

schließlich gab es damals eine breite Bürgerbewegung,

die mit ihren Protesten letztlich

die Regierung zum Friedensschluss in Vietnam

und schließlich Nixon zum Rücktritt

zwang. Es zeigte sich eine militärisch geschlagene,politisch

und moralisch am Ende

aber überlegene Gesellschaft. Um gerade

diese Werte –Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat

–zuverteidigen, sei der Kampf gegen

den Kommunismus im Zweifel auch mit

Waffen und an jedem Ort der Welt erforderlich,

so lautete die übergeordnete Lesart am

Ende der Vietnam-Tragödie.

AM ENDE DER ACHTZIGERJAHRE hatte sich

der Kampf gegen den Kommunismus dann

sozusagen vonselbst erledigt. DieMauer fiel,

die Sowjetunion gab sich selber auf und die

Systemkonkurrenz war beendet. Der Sieger

hieß Kapitalismus und seine Führungsmacht

USA. Es folgten wilde Neunzigerjahre,

in denen der Neoliberalismus nahezu alle

Schranken einriss, die westliche Staaten

eben um der Systemkonkurrenz willen errichtet

hatten. Sozialstandards wurden

ebenso geschliffen wie die Regulierung von

Banken und Finanzmärkten, der Staat wurde

zurückgedrängt, der Marktsollte seine Kräfte

ungezügelt entfalten und seine Überlegenheit

zeigen können.

Das fiel zusammen mit der Ausbreitung

des Internets und der ersten digitalen Revolution.

Plötzlich erlangten die USA, die ökonomisch

schon vonJapan abgehängt zu werden

drohten, neue Dominanz. Microsoft,

Apple, Google übernahmen die technologische

und kulturelle Herrschaft der digitalen

Welt. DasMilitärische spielte in den Neunzigerjahren

kaum noch eine Rolle, überall

wurde abgerüstet, das Wort von der Friedensdividende

war in aller Munde. Ein lächelnder,

weltoffener Bill Clinton führte die

USA trotz des von hysterischen Republikanern

gegen ihn betriebenen Amtsenthebungsverfahrens

durch ihr glücklichstes

Jahrzehnt seit langem.


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 3 *

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Report

Oktober 2019 –Die in Syrien stationierten US-Truppen verlassen Syrien. Mit dem

Rückzug erfüllt Präsident Donald Trump ein Wahlkampfversprechen.

AP/J. SCOTT APPLEWHITE; AFP/DELIL SOULEIMAN

2003 –Präsident George W. Bush verkündet an Bord des Flugzeugträgers„USS

Abraham Lincoln“ das Ende der Kampfhandlungen im Irak.

Doch dann kam der 11. September 2001,

und mit einem Schlag war alles anders. Die

Anschläge der islamistischen Terroristen in

NewYorkund Washington trafen die USA im

wahrsten Sinne des Wortes ins Herz. Bis zu

diesem Zeitpunkt war die Vorstellung, dass

die USA auf ihrem eigenen Territorium angegriffen

und ihre Bürger mitten im eigenen

Land verletzt und getötet werden könnten,

für die meisten Amerikaner undenkbar gewesen.

Die Anschläge hinterließen ein zutiefst

verstörtes Land, dem das Mitgefühl

und die Unterstützung der westlichen Welt

gehörten. Bundeskanzler Gerhard Schröder

versicherte den Amerikanern vor dem Bundestag

die „unbedingte Solidarität“ der

Deutschen, die Nato löste erstmals in ihrer

Geschichte den Bündnisfall aus und die Vereinten

Nationen billigten unverzüglich Strafmaßnahmen

gegen das Terrornetzwerk Al-

Kaida und die Taliban, die sich Afghanistan

unterworfen hatten.

US-Präsident George W. Bush aber verkündete

den „Krieg gegen den Terrorismus“,

der vorallem Krieg in Afghanistan bedeutete,

eine bis heute währende Tragödie.Der unerfahrene

Bush war umgeben von einer

Gruppe beinharter Ideologen, den Neokonservativen.

Dazu zählten Vizepräsident Dick

Cheney, Verteidigungsminister Donald

Rumsfeld und dessen Stellvertreter PaulWolfowitz.

Ihnen war mit dem Zusammenbruch

der Sowjetunion der strategische Gegner abhandengekommen.

Nun ersetzten sie den

Feind Kommunismus durch den Feind Terrorismus.Sie

nutzten den 11. September,um

ihrer Doktrin der amerikanischen Hegemonie

in der Welt eine neue Grundlage zu verschaffen.

Dazu gehörte der Anspruch, präventive

Militärschläge zu führen, egal, was

das Völkerrecht oder die Vereinten Nationen

dazu sagten.

Sie setzten Irak als nächstes Ziel auf die

Agenda. Sturz des Diktators Saddam Hussein,

Installation einer den USA zugeneigten

Regierung, freier Zugang zu den Ölfeldern,

das war das Programm. Es wurde verborgen

hinter der Behauptung, Saddam Hussein unterstütze

den internationalen Terrorismus

und horte chemische Massenvernichtungswaffen.

Es ist dies der Moment in der jüngeren

Geschichte, indem die USA von Opfern

des Terrorismus zu Tätern wurden. Außenminister

Colin Powell wurde von Bush und

seinen Leuten genötigt, vor den Vereinten

Nationen mit gefälschten Karten und Dokumenten

die angebliche Lagerung chemischer

Waffen im Irak zu beweisen, die überhaupt

nicht existierten. Fake News von ganz

oben.

Es ist diese Missachtung internationaler

Organisationen, diese ruchlose Artvon Interessenpolitik,

an die Donald Trump heute

anknüpft. Anders als Bush &Co. gibt er sich

freilich nicht einmal mehr die Mühe, seine

Lügen zu tarnen. Damals hat der Verfall der

Achtung ur-amerikanischer Werte–einer offenen

Gesellschaft, des Respekts vorVerfassung

und Gesetzen, dem Rechtsstaat insgesamt

–auf der höchsten Ebene der amerikanischen

Politik vielleicht nicht begonnen,

wie der Fall Nixonschon gezeigt hat. Aber sie

hat doch eine neue Qualität gewonnen, weil

sie nun Auswirkungen weit über die USA

hinaus zeigte.

DerAngriff auf den Irak hat die ganzeRegion

in Brand gesetzt und den Terrorismus

des sogenannten Islamischen Staats überhaupt

erst entstehen lassen. Wenn Trump

nun die US-Truppen aus Nordsyrien abzieht,

ist es die Flucht vordieserVerantwortung der

Vereinigten Staaten. Sie haben die verheerenden

Kriege,die Trump so langweilen, erst

entfacht und verweigern nun die Hilfe beim

Löschen und beim Schützen der Opfer.„Ami

go home“ ist in dieser Lage vielleicht die

freudige Parole des syrischen Diktators und

des russischen Präsidenten, deren Soldaten

das vonden USA hinterlasseneVakuum samt

ihren bestens ausgestatteten Stellungen

dankbar gefüllt haben. Verantwortungsvolle

Politik hätte das Gegenteil bedeutet.

ZU DEN VERHEERUNGEN GEHÖRT dabei auch

die Zerstörung des Bildes der USA als Führungsmacht

einer dem Frieden, der Demokratie

und der Menschenrechte verpflichteten

westlichen Welt. Der „American Wayof

Life“ übte über Jahrzehnte eine strahlende

Anziehungskraft auf entrechtete und unterprivilegierte

Menschen auf dem ganzen Globus

aus. Diese Strahlkraft ist so gut wie erloschen.

Kriegsverbrechen im Irak, wie die Folterungen

im Gefängnis von Abu Ghraib, die

Folterungen von Terrorverdächtigen in Geheimgefängnissen

der CIA oder nun der Verratanden

kurdischen KämpferninSyrien, haben

jegliches Vertrauen in die moralische Integrität

dieser Supermacht zerstört.

Sicher,Donald Trump folgt keiner Ideologie,

wie die Neokonservativen Anfang des

DER US-TÜRKEI-DEAL

Vereinbarung: US-Vizepräsident MikePence hat mit

dem türkischen Präsidenten RecepTayyipErdogan

am Donnerstag eineWaffenruhe in Nordsyrien ausgehandelt.Die

Türkeikündigtean, ihre Militäroffensive

fürfünfTage auszusetzen, damit diekurdischenVolksverteidigungseinheiten

(YPG) ihre Kämpfer aus einer

geplanten „Sicherheitszone“ entlang der türkischen

Grenzeabziehen. Am Freitag griffen türkische Luftwaffe

und Artillerieaber weiter an, dabei sollen sieben

Zivilistengetötetwordensein.

Waffenruhe: Vereinbart wurde, die türkische Offensive

in Nordsyrien zunächstfür eine Dauer von120

Stunden oderfünf Tagenauszusetzen. Dies soll den

YPG-KämpfernZeitgeben,aus der vonder Türkei gewollten

Pufferzone abzuziehen, ihre schwerenWaffen

abzugeben und ihre Befestigungsanlagen zu zerstören.Sobald

derYPG-Abzugabgeschlossen ist, will die

Türkei ihren Militäreinsatzvollständig beenden.

Sicherheitszone: Im August hatten die Türkeiund die

USA die Schaffung einer 30 Kilometer tiefen „Sicherheitszone“

auf einer Längevon 480 Kilometern zwischen

Manbidsch und der irakischenGrenze vereinbart.

Laut der Türkeibetrifft die jetzigeVereinbarung

ebendieses Gebiet. Pence äußertesich nicht zu der

Länge. Die vonderYPG dominierten SyrischenDemokratischen

Kräfte (SDF) erklärten, es gehe nur um die

120Kilometerzwischen Rasal-Ain und TalAbjad.

Kontrolle: Laut der Vereinbarung soll die Sicherheitszone

„vorwiegend vonden türkischen Streitkräften

durchgesetzt werden“. Laut Pence sagte die

Türkei zu, dass ihre Präsenz dortzeitlich begrenzt

sein werde und keine Zivilisten vertrieben würden.

Abzug: DieSDF sagten die Einhaltung der fünftägigen

Waffenruhe zu.Die Vereinbarung,sowie sie vonder

Türkeiinterpretiertwird, verlangtaber hohe Opfervon

den Kurden. Sie zwingt dieYPG zumAbzug aus wichtigenStädten

und erlaubtder Türkei, Teile der angestammten

kurdischen Kerngebiete zu besetzen.

Regierung in Damaskus: Am Sonntaghatte Damaskus

auf Bitteder kurdischen Selbstverwaltung erstmals

seit sieben JahrenwiederTruppeninden Norden

geschickt, um die syrische Grenze zu verteidigen.

Eine türkisch kontrollierte Zone wird Machthaber Bascharal-Assad

kaum akzeptieren.

neuen Jahrtausends, erfolgt wohl nur seinem

ganz persönlichenWahnwitz. Aber dennoch

kann man seine Parole von America

First sehr wohl als Fortsetzung des hegemonialen

Anspruchs der Cheneys und Rumsfeldsverstehen.

Es ist die gleiche Hybris,der

Anspruch auf eine dominierende Rolle der

USA, der sich alle anderen unterzuordnen

haben.

Trump verfolgt dieses Ziel nicht militärisch,

sondern mit ökonomischen Mitteln.

George Soros, Investor, Milliardär und Philanthrop,

hat beide Varianten in seinem

schon 2003 erschienen Buch „Die Vorherrschaft

der USA –eine Seifenblase“ als primitive

Spielart des Sozialdarwinismus beschrieben:

„Ich nenne sie primitiv, weil sie

die Bedeutung der Kooperation im Kampf

ums Dasein ignoriert und den Schwerpunkt

allein auf die Konkurrenz legt. (…) Im wirtschaftlichen

Bereich tritt der Sozialdarwinismus

in Gestalt des Marktfundamentalismus

auf, in der internationalen Politik führt er

zum Streben nach Vorherrschaftder USA.“

DIE PRÄSIDENTSCHAFT DONALD TRUMPS ist

auch deshalb eine besonders tragische

Phase der amerikanischen Politik, weil sie

die Bemühungen und ersten Erfolge seines

Vorgängers Barack Obama zunichtemacht,

die moralische und faktische Autorität der

USA in den internationalen Beziehungen

wiederherzustellen.

Tragisch ist freilich auch die Rolle der Europäer.

Inder Auseinandersetzung um den

Irakkrieg konnten Frankreichs Präsident

Jacques Chirac und Deutschlands Kanzler

GerhardSchröder eine starke Gegenposition

zum Vorgehen der USA aufbauen. Siebewiesen

Mut und Führungskraft, obwohl sie Widerspruch

aus Großbritannien und Osteuropa

erhielten.Wenn heute immer argumentiert

wird, die Europäer seien so schwach,

weil sie stets den kleinsten gemeinsamen

Nenner aller 28 Mitgliedsstaaten der EU suchen

müssten, so zeigt ein Blick zurück auf

jene Zeit: Dasstimmt nicht.

Es ist vorallem die Zögerlichkeit der heutigen

Bundesregierung, die ein starkes gemeinsames

Auftreten Deutschlands und

Frankreichs verhindert, dem sich wie 2003

zahlreiche andere europäische Staaten,

wenn auch nicht alle, anschließen würden.

Während damals der deutsche Außenminister

Joschka Fischer eine kräftige Stimme

in der transatlantischen Debatte hatte,sind

von seinem heutigen Nachfolger Heiko

Maas, wenn überhaupt, nur verdruckste

Formeln zu hören, die hauptsächlich Besorgnis

ausdrücken: über die Lage in der

Ukraine, in Syrien, im Nahen Osten, in

Hongkong. Sorgen äußern und nicht handeln,

das ist keine Politik. Dass die Europäische

Union sich in diesen stürmischen Zeiten

monatelang mit ihrem Innenleben und

dazu dem Brexit beschäftigt und als außenpolitische

Kraft völlig ausfällt, ist ein zusätzliches

Trauerspiel. Umso wichtiger wäre

entschlossene Führung aus den starken

Mitgliedsländern,dader früher übliche hilfesuchende

Blick nach Washington keinerlei

Hilfe mehr verspricht.

Immerhin, es mag sein, dass Donald

Trump mit seiner einsamen Entscheidung,

die US-Soldaten aus Nordsyrien abzuziehen,

nun doch einen kritischen Punkt erreicht

hat, an dem auch die Republikaner nicht

mehr bereit sind, ihm zu folgen. Im Kongress

bilden sich überparteiliche Koalitionen, um

den außenpolitischen und strategischen

Schaden, den dieser Präsident seinem Land

zufügt, zu begrenzen. Noch haben die USA

nach Zeiten der Krise immer die Kraft gefunden,

ihr politisches System, ihreKoordinaten

wieder in Ordnung zu bringen. Freilich war

es noch nie so erschüttertwie jetzt.

Die USA sind heute eine Supermacht auf

dem Rückzug, die in der internationalen Politik

Russland immer mehr das Feld überlässt

und sich der wirtschaftlichen Stärke Chinas

immer weniger zu erwehren weiß. Nicht eines

seiner vollmundig verkündeten außenpolitischen

Zielehat Trump erreicht: die Abrüstung

Nordkoreas, eine Annäherung an

Russland, eine Friedenslösung für den Nahen

Osten, Handelsfrieden mit China. Die

Vereinigten Staaten fallen damit in allen Bereichen

als die Ordnungsmacht aus, die sie

lange auch waren: ein den Grundsätzen von

internationaler Zusammenarbeit, Rechtsstaatlichkeit

und Verlässlichkeit verpflichteter

Partner.China und Russland aber können

derweil recht ungestört ihre ganz eigenen

globalen Interessen verfolgen. Da muss niemand

mehr rufen: „Ami go home.“

Holger Schmale

hat die heiteren Jahre der Ära Clinton

in den USA verbracht.


4** Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Bundestag stimmt für

höheres Wohngeld

DasWohngeld für Haushalte mit geringem

Einkommen soll zum Jahreswechsel

steigen. Dasbeschloss der

Bundestag am Freitag mit den Stimmen

vonUnion und SPD in Berlin.

Linke,Grüne und FDP enthielten

sich. DerBundesrat muss noch zustimmen.

MitWohngeld werden einkommensschwache

Haushalte mit

Geld knapp über Hartz-IV-Niveau

unterstützt. Drei Viertel der Empfänger

bekamen 2017 weniger als 200

Euro im Monat Wohngeld. Laut Innenministerium

sollen rund 660 000

Haushalte vonder Reformprofitieren,

darunter 180 000 Haushalte,die

derzeit kein Wohngeld erhalten. Bedürftige

Zwei-Personen-Haushalte,

die derzeit im Schnitt 145 Euro

Wohngeld im Monat bekommen,

sollen demnach künftig 190 Euro erhalten.

(dpa)

Karlsruhe stärkt Grundrecht

auf Resozialisierung

DasBundesverfassungsgericht hat

das Recht vonlangjährig inhaftierten

Gefangenen auf begleitete Ausgänge

gestärkt. DieKarlsruher Richter

gaben mit drei am Freitag veröffentlichten

Beschlüssen Verfassungsbeschwerden

vonHäftlingen

statt, denen solche sogenannten

Ausführungen verwehrtworden

waren. DieBetroffenen sitzen seit

mehr als 7beziehungsweise 12 und

14 Jahren in Haft. DieOberlandesgerichte

seien in ihren Entscheidungen

davon ausgegangen, dass

die beaufsichtigten Ausgänge nur

dann in Betracht kommen, wenn

bei den Gefangenen wegen der Haft

konkrete Einschränkungen der Lebenstüchtigkeit

drohen. Damit hätten

sie aber den Sinn des grundrechtlichen

Gebots verfehlt, einem

Verlust der Lebenstüchtigkeit der

Gefangenen entgegenzuwirken und

diese zu festigen. (Az. 2BvR

1165/19, 2BvR 681/19 und 2BvR

650/19) (dpa)

KenLoach sieht im Brexit

ein Ablenkungsmanöver

Trauer und Wut

Der rechtsextreme Anschlag lässt Halle nicht zur Ruhe kommen. Seehofer will das Waffenrecht verschärfen

Kerzenlichter flackern zwischen

welken Blumen,

Herbstlaub hat sich zwischen

dem Meer aus Mitleidsbekundungen

und Fotos der

Opfer angesammelt. Auch neun Tage

nach dem rechtsextremen Terroranschlag

von Halle halten immer wieder

Menschen vor den Gedenkorten

in der Stadt inne –legen frische Blumen

neben alte Sträuße.

Für die Opfer sind diese Orte

wichtig, um sich über das Erlebte

auszutauschen, berichtet etwa Anwohner

Andreas Splett. Er hat am

Tag des rechtsextremen Terroranschlags

Stephan B. gefilmt, wie er auf

die Polizei geschossen hat. „Ich bin

krankgeschrieben und kann nicht

mehr schlafen“, erzählt er.

Am 9. Oktober hatte der Attentäter

schwer bewaffnet erst versucht,

in eine Synagoge einzudringen. Als

sein Plan misslang, erschoss er auf

der Straße eine 40 Jahrealte Frau und

kurz darauf einen 20-jährigen Mann

in einem Döner-Imbiss.

Auch die Mitarbeiter des Geschäfts

stehen noch unter Schock:

„Ismet, der ist noch okay, der ist

stark. Aber der Jüngere, der leidet

immer noch darunter“, sagt der Betreiber

der Imbissbude, Izzet Cagac,

mit Blick auf seinen Mitarbeiter Ismet

und seinen jüngeren Bruder.„So

was darfnie wieder passieren.“

Am Freitag hatten Sachsen-Anhalts

Ministerpräsident Reiner Haseloff

(CDU) und der Opferbeauftragte

der Bundesregierung Egbert

Franke (SPD) den Dönerladen besucht.

Beide haben dem Besitzer

und seinen Mitarbeitern Unterstützung

zugesichert, sagte Cagac.

Aber auch die Zivilgesellschaft

steht an der Seite der Opfer.„Daswar

wirklich Wahnsinn“, sagt Max Privorozki,

der Vorsitzende der jüdischen

Gemeinde in Halle.Insbesonderesei

ihm eine Lichterkette im Gedächtnis

geblieben. Voreiner Woche

hatten Hunderte Menschen vor der

Synagoge einen symbolischen

Schutzschild vor dem Gotteshaus

gebildet, während im Inneren eine

Sabbat-Feier stattfand.

In die Trauer und Bestürzung

mischt sich bei einigen aber auch

Izzet Cagac, Betreiber des Kiez-DönersinHalle, vor Kerzen und Blumen.

KAMPF GEGEN RECHTSEXTREMISMUS

78 Prozent der Befragten im neuen ZDF-„Politbarometer“

sindder Ansicht,dass gegen

rechtsextreme Ansichten und Gruppierungen

bei uns zu wenig getanwird. Darin stimmen

Anhängeraller Parteien mehrheitlich überein.

DPA/JAN WOITAS

UnterAfD-Anhängern sinddagegen 55 Prozent

der Meinung, es werde genug getan. Für

72 Prozent allerBefragten trifft der Vorwurf zu,

dieAfD habe durch ihre PositionenundAussagenMitschuld

an rechtsextremer Gewalt.

Wut: „Die rechte Propaganda, dass

,ja keine Juden zu Schaden gekommen

sind‘ ist ein Schlag mit dreckigen

braunen Händen ins Gesicht aller

Betroffenen“, sagt Splett.

Am Freitagnachmittag war zudem

eine Trauerfeier für den getöteten

20-Jährigen in Merseburg geplant.

Neun Tage nach dem Terroranschlag

wollten Angehörige und

Freunde Abschied nehmen.

Drohungen gegen Habeck

Unter dem Eindruck des Terroranschlags

haben sich die Innenminister

von Bund und Ländern dafür ausgesprochen,

dasWaffenrecht nach Halle

noch einmal zu verschärfen. Sie erklärten

am Freitag nach einer Sonderkonferenz

in Berlin ihre Unterstützung

für entsprechende Pläne der

Bundesregierung, die am Mittwoch

im Kabinett verabschiedet werden

könnten. Danach soll künftig vor jeder

Erteilung einer Waffenerlaubnis

immer erst beim Verfassungsschutz

geprüft worden, ob der Antragsteller

dort als Extremist bekannt ist. Ist das

der Fall, erhält er keine Waffenbesitzkarte.

Bundesinnenminister Horst

Seehofer (CSU) sagte,dass„Waffen in

den Händen der Extremisten nichts

zu suchen haben“.

Nach Spiegel-Informationen suchen

Ermittler des Bundeskriminalamts

weiterhin nach drei Personen,

die offenbar tatenlos im Internet mit

ansahen, wieStephan B. vorder Synagoge

in Halle mehrere Sprengsätze

zündete und später zwei Menschen

erschoss. Mittels einer Helmkamera

hatte der Attentäter seine Mordelive

übertragen. Die digitalen Spuren

führten zu IP-Adressen in den USA

und der Schweiz.

In Thüringen hat es nach Drohungen

gegen Grünen-Chef Robert

Habeck im Landtagswahlkampf bei

zwei Beschuldigten Durchsuchungen

gegeben. Am Freitag wurde die

Wohnung eines polizeibekannten

Rechtsextremen im Saale-Orla-Kreis

wegen des Vorwurfs des illegalen

Schusswaffenbesitzes durchsucht.

Ein 27-Jähriger aus Nordthüringen.

soll in einem sozialen Netzwerk zu

schweren Straftaten gegen Habeck

aufgerufen haben. (dpa, AFP)

Der

neue

Söder

Bayerns Ministerpräsident

korrigiert das CSU-Image

VonDaniela Vates, München

Esgibt eine Lücke bei der CSU. Sie

ist erst mal nicht zu sehen, aber

sie ist präsent. Bundesinnenminister

Horst Seehofer ist nicht gekommen

zum CSU-Parteitag. Bis vor kurzem

waren das seine Veranstaltungen,

Seehofer war CSU-Chef und bayerischer

Ministerpräsident. Andere

ehemalige sind gekommen: Theo

Waigel zum Beispiel, Edmund Stoiber

redet auf Markus Söder ein. Der

spartsich dadurch ein Foto mit Andreas

Scheuer,dem mit der Pkw-Maut

schlingernden Verkehrsminister.

Söder ist der Neue, ein Stoiber-

Vertrauter.Erhat Seehofer abserviert.

Jetzt ist er der Chef der Partei und der

Regierung. „Aufbruch Bayern. Zukunft

Deutschland“, steht auf einer

riesigen Wand hinter der Bühne. Es

kann also endlich losgehen in diesem

Bayern, findet die CSU, die dort seit

Jahrzehnten regiert.

Voreinem Jahr sei die CSU in einer

Existenzkrise gewesen, sagt Söder in

seiner Rede als Erstes.„EinJahr später

sind wir wieder so in Schuss, dass

manche uns mehr zutrauen, als nur

in Bayern erfolgreich zu sein.“ Der

Absturz bei der Landtagswahl vor einem

Jahr ist damit nicht mehr Söders

Absturz, obwohl er damals schon Ministerpräsident

war.Esist die Niederlage

des Phantoms.

Söder wird mit 91,3 Prozent als

CSU-Chef wiedergewählt, und es ist

ein neuer Söder. Seit der Landtagswahl

hat sich der 52-Jährige einen

anderen Tonübergestreift. „Zusammenführen

statt zu spalten“, darum

Der britische Regisseur KenLoach wurde

für seine Filme mehrfach geehrt. GETTY

DerBrexit bestimmt derzeit die

Schlagzeilen –aus Sicht des sozial

engagierten britischen Regisseurs

KenLoach lenkt er allerdings von

viel schwerwiegenderen Problemen

ab.Der angestrebte EU-Austritt

Großbritanniens sei „eine Ablenkung“,

denn „die großen Probleme,

die wir während unserer Zeit in der

Europäischen Union hatten, werden

immer noch da sein, wenn wir

diese verlassen“, sagte der 83-jährige

Filmemacher am Donnerstagabend

beim Filmfestival Lumièrein

Lyon. „Und wenn BorisJohnson

Premierminister bleibt, werden die

Probleme noch gewichtiger“, fügte

Loach hinzu. (AFP)

Mehr als 60 Tote bei

Anschlag in Afghanistan

Beieinem Anschlag in einer Moschee

in der ostafghanischen Provinz

Nangarhar sind mindestens 62

Menschen getötet und mindestens

weitere36verwundet worden. Das

teilte der Sprecher des Provinzgouverneurs,Attaullah

Chogiani, am

Freitag mit. (dpa)

Liebe Anja,

beim Lesen Deines Briefs habe

ich geweint. Ich weiß nicht genau,

worüber: Über den Abschied von

unseren Briefen, über die Erkenntnis,

dass ich zu optimistisch bin,

über die Getöteten in Halle,über den

schwankenden Boden unter den Füßen,

über die Wurzellosigkeit meiner

Kinder,darüber,wie leicht das Leben

sich vonGrund auf ändernkann.

So vieles schwirrt mir durch den

Kopf. Auch ich schreibe Dir ständig

im Geist. Jedes Erlebnis kristallisiert

sich für den Augenblick, in dem ich

es für Dich aufzeichne. Diese Woche

wollte ich Dir von meinem Besuch

bei dem Künstler Dov Or-Ner im

Kibbuz Hatzor erzählen, fühlte mich

glücklich, einem so außergewöhnlichen

Menschen begegnet zu sein –

93 Jahrealt, Holocaustüberlebender,

Witwer.Ein Geistesmensch, voll Humor

und Tiefgang. Er hört nicht

mehr gut und geht langsam durch

sein Atelier,fährtaber noch mit dem

Fahrrad im Kibbuz umher und bereitet

die Ausstellung vor, die er Ende

des Monats zeigen wird. Ich rate Dir

wärmstens,nach Hatzor zu fahren.

Ich wollte Dir auch von Jom Kippur

schreiben, den ich so herbeigesehnt

hatte. Nach einer anstrengenden

Zeit freute ich mich auf den ruhigen

Familientreff mit Schwerpunkt

auf dem Guten in derWelt. Am

Vorabend des Jom Kippur gingen

meine Mutter und ich auf den Militärfriedhof,

um das Grab von Yossi,

dem Bruder meiner Mutter,zubesuchen.

Meine Großmutter tut das jeden

Freitag und Feiertagsvorabend

und gewiss vorJom Kippur,denn Yossi

ist im Jom-Kippur-Krieg gefallen.

Dieses Jahr geht es ihr nicht so gut,

und die Beine wollen nicht recht.

Daher gingen meine Mutter und ich

auch in ihrem Namen hin.

Der Friedhof war fast leer und

überraschend schön: voll mit Blumensträußen,

Bäumen und endlosen

Feldernweißer Steine.Einer „gefallen

im Alter von 19Jahren“, einer

mit 22, 25, 20, 35. Am Nachbargrab

stand eine Mutter oder Schwester

und säuberte es wie wir das unsere,

legte Blumen darauf wie wir,wischte

sich eine Träne ab und ging. Meine

Mutter verbietet sich das Weinen.

Aber es war tröstlich zu wissen, dass

wir uns von Generation zu Genera-

Berlin –Tel Aviv

Yossis

letztes Haus

Yael Nachshon

tion weiter um den 22-jährigen Yossi

kümmern. Großmutter sagt, das sei

nun sein Haus,und man müsse es so

schön und sauber halten wie unseres.

Zurück bei ihr spielten die Kinder

auf dem Hof, und sie erwartete uns

auf der Terrasse,umzuhören, ob wir

die richtigen Blumen gekauft und

auch nicht vergessen hatten, eine

Seelenkerze zu entzünden. In dem

Moment dachte ich zum ersten Mal

seit unserer Übersiedlung nach Berlin,

dass ich gernnach Israel zurückkehren

würde –und in ein und demselben

Atemzug, dass ich nicht

möchte, dass meine Söhne zum

Wehrdienst gehen. Ich saß meiner

Großmutter gegenüber, die uns immer

bestürmt, zurückzukommen,

und sie sagte: „Sie sollen nicht zurückkehren

und nicht zum Militär

gehen. Wir haben genug hingegeben.“

Den Jom Kippur selbst verbrachten

wir alle gemeinsam: Aharon und

ich, die Kinder, meine Eltern und

meine Großmutter. Wir saßen unterm

Baum im Hof, spielten Karten,

und natürlich fuhren wir mit den

Fahrrädernanden Strand. DasMeer

war besonders schön: sauber, klar

und ruhig. Das Wetter war traumhaft,

der Tagperfekt.

Als Aharon mir vondem Anschlag

auf die Synagoge in Halle erzählte,

wollte –nach dem ersten Schock– etwas

in mir die Nachricht nicht reinlassen.

Ichlas keine Berichte undbemühte

mich redlich, die Sache zu

verdrängen. Aber die Angst, vor allem

wegen meiner Exponiertheit in

der Zeitung, meinem Kultursalon

und Dovs bevorstehender Ausstellung,

die Angst fand alle Ritzen und

sickerte ein.

Ich habe Angst, schwarz auf weiß

niederzuschreiben, wovor ich mich

fürchte. Aber Du wirst verstehen.

Undich verstehe.Und das ist traurig.

Ich habe jetzt schon Sehnsucht

nach unseren Briefen, noch vor ihremEnde.

DeineYael

Übersetzung: Ruth Achlama

Buchpremiere:AnjaReichund Yael Nachshon lesen

am 27.11. und 28.11. um 20 Uhr im Pfefferberg-Theater.

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Markus Söder wurde mit 91 Prozent der

Stimmen wiedergewählt. GETTY IMAGES EUROPA

gehe es, hat er der Süddeutschen

Zeitung gesagt. Vorder Wahl hat er

im Streit von CDU und CSU um die

Flüchtlingspolitik fleißig mitgemacht,

er war keiner der Zartesten.

Nun sagt Söder, man habe auf die

Menschen „negativ und zum Teil sogar

aggressiv“ gewirkt. Er klingt fast

etwas verwundert. „Uns fehlte der

Optimismus“, sagt Söder. Kern des

Streits mit der CDU war unter anderem,

dass die CSU Angela Merkels

Optimismus blauäugig nannte.

Migrantenund Frauen im Blick

Nun steht im Entwurf für die Parteireform,

die an diesem Sonnabend

beschlossen werden soll:„Die Zugezogenen

und Neubürger schätzen

Bayern als erfolgreiches und lebenswertes

Land, sie sind leistungsbereit

und wertkonservativ –gerade auch

Personen mit Migrationshintergrund.“

Sie will man nun als CSU-

Mitgliederhaben. UndFrauen obendrein,

der CSU gehen die Mitglieder

aus und langsam auch die Wähler.

Aber es geht beider CSUauchum

Holz-Jojos und Bambus-Kugelschreiber.

Die hat die Partei seit neuestem

als Werbematerial. Söder hat sich das

Klimathema geschnappt, die Grünen

haben schließlich gerade die positivste

Ausstrahlung. „Bayernist heute

anders als vor 25Jahren“, sagt er.„Es

wird nicht reichen, nur zu wünschen,

dass wir wieder in den alten Zeiten

wären.“ Diealten Zeiten –inder CSU

sind das die von Franz Josef Strauß

und Edmund Stoibermühelos errungenen

absoluten Mehrheiten.


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 5 *

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Politik

Starke Sachsen, schwache Berliner

Der IQB-Bildungstrend zeigt: Wiegut Neuntklässler in naturwissenschaftlichen Fächern abschneiden, hängt auch von Herkunft und Wohnort ab

VonTobias Peter

Wie gut sind Deutschlands

Neuntklässler in

Mathe,was können sie

in den Naturwissenschaften?

Die Kultusministerkonferenz

hat das im IQB-Bildungstrend

testen lassen – mit ernüchternden

Resultaten. Die Minister haben prüfen

lassen, ob die Schüler die vonden

Ländern gemeinsam abgesteckten

Ziele in Mathematik und in den naturwissenschaftlichen

FächernBiologie,Chemie

und Physik erreichen.

Schneiden die Schüler beim Kompetenztest

besser ab als noch vor einigen

Jahren?

Nein. DieErgebnisse für das Erreichen

der Bildungsstandards in den

genannten Fächern sind in Deutschland

insgesamt imVergleich zum Jahr

2012 stabil geblieben. Auch innerhalb

der meisten Bundesländer ist das so.

In einigen ostdeutschen Ländern,

darunter Brandenburg, sind die Ergebnisse

allerdings spürbar schlechter

geworden. Nennenswerte positive

Entwicklungen gibt es kaum. DieKultusminister

verweisen allerdings darauf,

das Ergebnis sei angesichts der

zunehmenden Heterogenität der

Schüler als Erfolg zu werten.

Wie schneiden die deutschen Schüler

in Mathe ab?

Die gute Nachricht: Ende der

neunten Klasse erreichen bereits 45

Prozent der Schüler den Regelstandard

für einen Mittleren Schulabschluss,den

es ja erst nach der zehnten

Klasse gibt. Dieschlechte: 24 Prozent

gelingt es zu diesem Zeitpunkt

nicht, den Mindeststandardfür einen

solchen Abschluss zu erfüllen. Dieser

Wert hat sich seit dem Jahr 2012 kaum

verändert. Allerdings fallen in die Mathestichprobe

auch Ergebnisse von

Hauptschülern, die gar keine Mittlere

Reife anstreben.

Bildungsniveau von Neuntklässlern

Kompetenzen im Fach Mathematik 2018 Optimalstandard Mindestens Regelstandard Unter Mindeststandard Schüler mit Migrationshintergrund

3,2%

1,8%

43,2% 28,9% 47,1% 12,1% 49,9%

Keine

44,7% 9,4%

Daten

46,5%

22,5%

BADEN-WÜRTT.

40,8%

23,5%

6,2%

55,2%

BAYERN

2,9%

41,6%

17,2%

27,6%

Läuft es in den Naturwissenschaften

besser?

In Biologie, Chemie und Physik

sind die Werte deutlich besser als in

Mathe.Beim Biologiefachwissen zum

Beispiel erreichen Ende der neunten

Klasse bundesweit fast 71 Prozent der

Schüler den Regelstandard für den

Mittleren Abschluss,nur fünf Prozent

verfehlen den Mindeststandard. Anders

als in Mathe handelt es sich in

diesem Fall aber allein um Testergebnisse

von Schülern, die eine Mittlere

Reife auch tatsächlich anstreben.

Welche Länder schneiden besonders

gut, welche besondersschlecht ab?

Es ist ein altbekanntes Bild: Bayern

und Sachsen schneiden durchgängig

überdurchschnittlich gut ab.

2,9%

3,4%

38,4%

33,9%

BERLIN

40,5%

27,2%

2,1%

41,6%

24,2%

BRANDENBURG

2,2%

36,8%

31,2%

1,8%

6,5%

28,6%

BREMEN

NIEDERSACHSEN NORDRH.-WESTF. RHEINLAND-PFALZ SAARLAND SACHSEN SACHSEN-ANHALT SCHLESW.-HOLST. THÜRINGEN

56,6%

40,6%

14,0%

3,4%

3,3%

42,8%

42,7%

28,8%

HAMBURG

24,9%

2,6%

3,1%

41,9%

HESSEN

40,2%

28,8%

28,5%

1,5%

3,6%

38,5%

46,8%

29,0%

MECK.-VORPOMM.

33,5% 38,7% 33,8% 33,0%

11,6% 12,7% 22,3% 10,1%

Studie: Das Institut zur Qualitätsentwicklung

im Bildungswesen

in Berlin hat

knapp 45 000 Schüler der

neunten Klasse an mehr als

1400 Schulen in Deutschland

getestet.

MATHE UND NATURWISSENSCHAFTEN

Methode: Jeweils fast zwei

Drittel der Schülerinnen und

Schüler bearbeiteten Aufgaben

in Mathematik und in

den naturwissenschaftlichen

FächernBiologie, Chemie

und Physik.

Ergebnis: In Berlin wurden in

den untersuchten Fächern

undKompetenzbereichen

Regelstandards seltener erreichtoder

übertroffen und

Mindeststandards häufiger

verfehlt als deutschlandweit.

19,5%

BLZ/GALANTY; QUELLE: IQB 2019

Auch Thüringen liegt an vielen

Stellen mit vorn.Deutlich unter dem

Bundesschnitt befinden sich die

Stadtstaaten Bremen, Berlin und

Hamburg, deren Schülerschaft allerdings

bekanntermaßen auch besonders

divers ist. Auch Hessen und

Schleswig-Holstein sowie –mit Ausnahmen

–Nordrhein-Westfalen und

das Saarland liegen unter dem

Durchschnitt. Niedersachsen hat

mittlere Ergebnisse. Das Gleiche gilt

in den Naturwissenschaften auch für

Mecklenburg-Vorpommern.

Wie groß ist der Unterschied zwischen

Spitzenreiternund Schlusslichtern?

„Je nach Fach und Kompetenzbereich

entsprechen die Differenzen

zwischen den höchsten und den

niedrigsten Kompetenzmittelwerten,

die in den Ländern erreicht werden,

in etwa eineinhalb bis zweieinhalb

Schuljahren Lernzeit“, schreiben die

Wissenschaftler. Ein beruflich bedingter

Umzug der Elterninein anderes

Bundesland kann für Kinder also

zu einer großen Schulkrise werden.

Was meinen Forscher und Politiker,

wenn sie von „zunehmender Heterogenität

der Schülerschaft“ sprechen?

Sie beziehen sich dabei insbesonderedarauf,

dass der Anteil der Schüler

mit Migrationshintergrund zugenommen

hat. Seit dem Jahr 2012 hat

er sich in Deutschland um sieben

Prozentpunkte erhöht und lag im Jahr

2018 bei etwa 34 Prozent. Im Schnitt

schneiden diese Schüler schlechter

ab als andereGleichaltrige –die Integration

ins Bildungssystem ist also

noch nicht optimal gelungen. Dieser

Befund bleibt übrigens auch dann

weitgehend bestehen, wenn man Jugendliche

mit Fluchthintergrund aus

der Analyse herausnimmt. Auch die

zunehmende Inklusion führt dazu,

dass die Schülerschaft an Regelschulen

vielfältiger ist.

Wie starkist Bildungserfolg an die soziale

Herkunft gekoppelt?

DieKopplung zwischen den Kompetenzen

der Neuntklässler unddem

sozioökonomischen Status ihrer Familien

ist substanziell. Daranhat sich

seit 2012 wenig verändert. Allerdings

gibt es Unterschiede zwischen den

Ländern: In Berlin ist die Kopplung

besonders eng, in Brandenburgist sie

besonders gering ausgeprägt.

Gibt es Unterschiede bei den Ergebnissen

von Jungen und Mädchen?

Jungen haben immer noch die

besseren Ergebnisse in Mathe –sie

sind aber schlechter geworden. In

Biologie und Chemie sowie im Kompetenzbereich

Erkenntnisgewinnung

in Physik sind dieMädchen besser.

Generalstreik

legt Katalonien

lahm

Protest gegen lange Haft

der Separatistenführer

Die Proteste in Katalonien gegen

die langjährigen Haftstrafen für

prominente Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung

haben am Freitag

einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Tausende Menschen beteiligten

sich an einem Generalstreik, der

den Verkehr in der Region teilweise

lahmlegte.

Der frühere katalanische Regionalpräsident

Carles Puigdemont

stellte sich derweil in Belgien der Polizei.

Demonstrationszüge mit jeweils

Tausenden Menschen, die Unabhängigkeitsfahnen

schwenkten

und Transparente mit sich trugen,

zogen bereits am Nachmittag durch

die Stadt. In der katalanischen

Hauptstadt waren die Auswirkungen

der Proteste gegen die langjährigen

Haftstrafen der spanischen Justiz gegen

neun Anführer der Unabhängigkeitsbewegung

fast überall spürbar:

57 Flüge mussten nach offiziellen

Angaben am Boden bleiben. Die

Oper in Barcelona sagte die für den

Abend geplante Vorstellung ab, die

weltberühmte Gaudí-Kathedrale Sagrada

Familia wurde für Besucher

geschlossen und auf dem bekannten

Boquería-Markt in Barcelonas Altstadt

waren nur wenige Verkaufsstände

geöffnet.

Auch ein Werk des Autobauers

Seat in Martorell blieb geschlossen.

Dem Verkehrsministerium zufolge

blockierten Demonstranten unter

anderem die Autobahn AP7 bei La

Jonquera inbeiden Richtungen sowie

die Nationalstraße N-II in der

Nähe der Grenze. (AFP)

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IhremSehen nicht100% zufrieden?

Die alteoder neue Brille garantieren auch keinen

guten klaren Blick? Sie sehen„verschwommen“,

Sie fühlen sich geblendet (z.B.: beim

Autofahren), Sie haben das Gefühl nur noch

in die Nähe sehen zu können und das Bild was

Sie sehen ist„unscharf“?

Einer der Gründe kann ein Grauer Star sein. Jede/n

kann es betreffen! Und? WiesiehtIhre

Augenlinse aus?

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der Vergangenheit angehören. Dazu

gehört auch, die Anzeichen z.B. von einem

Grauen Star oder Grünen Star oder anderen

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lassen schon im Frühstadium einen

Grauen Star erkennen. Es lohnt sich auf jeden

Fall eine zweiteMeinungeinzuholen.

Der Graue Star –medizinisch „Katarakt“ –

gilt weltweit als Hauptursache für schlechtes

Sehen. Vor allem die ältere Generation ist

betroffen, denn in rund 90% aller Fälle tritt

das Krankheitsbild im fortgeschrittenen Al-

ter auf. Man spricht dann von Alterskatarakt.

Die Krankheit äußert sich durch einen grauen

Schleier, der das Sehen beeinträchtigt. Aber

auch viele jüngere Menschen trifft esmittlerweile.Keine

Altersklasse ist davonverschont.

Wasverstehtman aber eigentlich unterdem

Grauen Star?

Beim Grauen Star handelt es sich um die

Trübung der Augenlinse. Esgibt verschiedene

Ursachen für die Linsentrübung.Alle Ursachen

führen zu einer Stoffwechselstörung der Augenlinse,

inderen Folge idR. bestimmte Substanzen

nichtmehr abtransportiertwerden und

sich in der Linse einlagern.

Der Graue Star kann in allen Altersgruppen

auftreten: selten als angeborener Star, vereinzelt

im Jugend- und gelegentlich im Erwachsenenalter

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6* Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

19.7.19

19.7.19

▼ 12633,60 (–0,17 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

19.7.19

Stand der Daten: 18.10.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

18.10.19

▼ 59,33 (–0,87 %)

18.10.19

▲ 1,1144 (+0,28 %)

Quelle

18.10.19

aus DAXund MDAX vom18.10.zum Vortag

Software 26,59 +3,22 WWWWWW

Osram Licht NA 40,15 +3,03 WWWWWW

Siltronic NA 76,64 +1,56 WWW

Allianz vNA 218,10 +1,28 WWW

Münch. Rück vNA 247,90

+1,14 WWW

Healthineers 37,14 +1,05 WWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom18.10.zum Vortag

Wirecard 111,65 WWWWWWWWWWW –6,29

Nemetschek 46,78 WWWWWWW –3,78

Fresenius 43,37 WWWWW –2,53

Zalando 41,53 WWWWW –2,47

Hugo Boss NA 36,35 WWWWW –2,34

DeliveryHero 42,55 WWWW –2,18

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 18.10. ±% z. 17.10.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,26

3630/2909 3579,41

CAC 40(FR) – 0,65

5737/4556 5636,25

S&P UK(UK) – 0,45

1562/1323 1444,58

RTS (RU) +0,13

1414/1033 1355,27

IBEX (ES) –0,11

9588/8286 9329,80

Dow Jones (US) –0,75

27399/21713 26824,02

Bovespa (BR) –0,06

106650/82783104954,10

Nikkei (JP) +0,18

22699/18949 22492,68

Hang Seng (HK) –0,47

30280/24541 26709,07

Stx Singap. 20 (SG) –0,35

1657/1350 1550,38

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PlanetHome

089/76774188 0,36 0,55 0,62

MKIB Online

030/6408810 0,40 0,55 0,62

BBBank

0721/1410 0,63 0,59 0,95

ING

069/50500109 0,80 0,78 1,10

Deutsche Bank

069/91010000 0,96 0,78 1,12

Postbank

0228/55002010 1,33 0,99 1,30

Commerzbank

069/98660966 1,01 1,00 1,29

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,68 0,64 1,06

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,55 0,81 1,30

Berliner Volksbank

030/30363300 0,87 0,91 1,27

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,88 0,93 1,23

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,86 0,96 1,36

Mittelwert von 95 Banken 0,69 0,76 1,04

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Wie sich die Reformauf den einzelnen Mieterauswirkt, ist noch unklar.

Großstädter könnten die Verlierer sein

Der Bundestag hatnach monatelangen Verhandlungendie Reform der Grundsteuer beschlossen

Von Theresa Münch und Andreas Hoenig

Eswar einelangeHängepartie.Nun

aber kommt dieReform

der Grundsteuer, die

am Freitag vom Bundestag

verabschiedet wurde. Das ist vor allem

für die Kommunen eine gute

Nachricht. Denn es geht um mehr als

14 Milliarden Euro pro Jahr. Aber

welche Auswirkungen hat die neue

Grundsteuer für dieBürger?

Wasist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine Steuer

auf den Besitz von Grundstücken

und Gebäuden. Anders als die

Grunderwerbssteuer zahlt man sie

jedes Jahr –Eigentümer wie Mieter,

denn Vermieter können sie über die

Nebenkostenabrechnung umlegen.

Bei den meisten Wohnungseigentümern

geht es um einige Hundert

Euro im Jahr,Besitzer vonMietshäusernmüssen

dagegen oftvierstellige

Beträge berappen.

Für dieKommunenist die Grundsteuer

eine der größten Einnahmequellen.

Sie deckt 15 Prozent der

Steuereinnahmen, aus denen dann

Straßen, Schwimmbäder, Theater

undanderesbezahlt werden.

Wie wird die Grundsteuer derzeit berechnet?

Wie viel man zahlt, ist abhängig

vomWohnort, demGrundstück und

dem Gebäude darauf. Das letzte

Von Frank-Thomas Wenzel

Der Abgasskandal ist noch längst

nicht vorbei. Auf Deutschlands

Straßen sind noch immer Dieselfahrzeuge

in großer Zahl unterwegs, die

erheblich mehr giftiges Stickoxid als

erlaubt in die Luft blasen. Das geht

aus Tests des Kraftfahrt-Bundesamtes

(KBA) hervor. Bei zwei von drei

überprüften Fahrzeugen wurden die

Grenzwerte überschritten – häufig

um ein Vielfaches.

DasKBA hatte 2015 mit der sogenannten

Marktüberwachung begonnen,

um herauszufinden, wie hoch

die Emissionen von Stickoxid (NO x )

von Dieselmotoren im realen Fahrbetrieb

sind. Dafür wurden über

mehrereJahreverteilt viele verschiedene

Fahrzeuge stichprobenartig

ausgewählt und mehrfach bei unterschiedlichen

Wetterbedingungen

Wort jedoch haben die Kommunen,

denn sie legen Hebesätze fest, die

enorm viel ausmachen. Diese Faktoren

liegen in den rund 11 000 deutschen

Gemeinden derzeit zwischen

null und 995 Prozent. Für gleich bewertete

Häuser können so in der

einenKommune100, in deranderen

rund 1000 Euro Grundsteuer im Jahr

fällig werden.

Warummuss das geändertwerden?

Den Wert der Immobilie berechnen

die Finanzämter bisher auf

Grundlage veralteter Zahlen –von

1935 in Ostdeutschland und von

1964 in Westdeutschland. Das Bundesverfassungsgericht

hat deswegen

eine Neuregelung bis Ende des Jahres

verlangt. 2025 soll die neu berechneteGrundsteuer

erstmals fällig

werden. Die lange Umsetzungszeit

istlaut Städtetag notwendig, weil alle

rund 35 Millionen Grundstücke in

Deutschland neu bewertet werden

müssen.

Wiesoll die Steuer künftig berechnet

werden?

Das wird vom Bundesland abhängen,indem

man wohnt.FinanzministerOlaf

Scholz (SPD) willgenerell

regeln, dass derWertdes Bodens

und die durchschnittliche Miete bei

der Berechnung eine Rolle spielen.

Viele Länderwollenzwar das Scholz-

Modell umsetzen. Vor allem auf

Druck der CSU aber gibt es nuneine

Zwei von drei Autos über dem Grenzwert

Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht die Ergebnisse seinerStickoxidtests aufder Straße

getestet. Der Rundfunk Berlin Brandenburg

(RBB) hat nun die Herausgabe

der Testergebnisse unter Berufung

auf das Umweltinformationsgesetz

mit juristischen Mitteln erzwungen.

Die KBA-Überprüfungen zeigen,

dass von den Grenzwertüberschreitungen

fast alle namhaften Marken

betroffen sind. Der höchste NO x -

Wert wurde bei einem älteren VW

Touareg ermittelt, der zwischen 2010

und 2014 verkauft wurde.Erkam bei

einem Fahrtest bei winterlichen

Außentemperaturen auf einen Ausstoß

von mehr als 3000 Milligramm

NO x pro Kilometer. Für dieses SUV

gilt noch die Abgasnorm Euro 5,die

180 Milligramm erlaubt. Dieser Wert

wurde vonkeinem der zwölf getesteten

Autos,für die dieser Standardgilt,

erreicht. Darunter sind unter anderemmehrerePkw

vonMercedes und

Länderöffnungsklausel –es könnte

also einen „Flickenteppich“ geben.

Bayern zum Beispiel will allein die

Größe des Grundstücks zur Berechnungheranziehen.

Egal, für welches Modell sich ein

Bundesland entscheidet: Das letzte

Wort haben weiter die Kommunen

mit ihrenHebesätzen. Denn dieHöhe

der Belastung hängtentscheidend

davon ab, welchen Hebesatz die Gemeinden

festlegen. Aufgrund von

Wertsteigerungen der Grundstücke

in denvergangenenJahren musslaut

Steuerzahlerbund damit gerechnet

werden,dass die Bemessungsgrundlage

deutlich steigt –weil indie Bewertung

Bodenrichtwerte und Nettokaltmieten

eingehen.

Deshalbmüssten die Gemeinden

ihre Hebesätze entsprechend senken,

um eine „strukturelle Mehrbelastung“

der Bürger zu vermeiden.

Wermuss dannmehr zahlen –und wer

weniger?

Daskannman nicht vorhersagen.

Scholz sagt: „Die gute Nachricht für

die Steuerzahler ist, dass sie insgesamt

nicht höher belastet werden.“

Wahrscheinlich ist aber, dass einige

mehrals bisher und andereweniger

zahlen müssen. Genaueresist wegen

der Hebesätze offen. Die Bundesregierung

appelliert andie Kommunen,

diese Faktoren so zu senken,

dasssie am Ende nicht mehreinnehmen

–die meisten Bürger also am

BMW. Wohlgemerkt haben all diese

Fahrzeuge bei den offiziellen Abgastests

auf Prüfständen die vorgegebenen

Werteeingehalten.

Auffällig an den Testergebnissen

ist indes auch, dass neue Modelle,die

den strengsten und aktuellen Abgasstandards

(Euro 6c und Euro 6d-

Temp) unterliegen, auch im realen

Fahrbetriebunterden80Milligramm

bleiben. Am saubersten sind der Toyota

Yaris (ein Milligramm), der VW

Up (vier Milligramm) sowie der VW

T-Roc(sechs Milligramm).

Die Marktüberwachung wurde

kurznach Bekanntwerden der systematischen

Manipulationen bei

Volkswagen im September 2015 institutionalisiert.ErsteErgebnissewurden

im Frühjahr 2016 mit dem Bericht

der „Untersuchungskommission

Volkswagen“ publik gemacht.

Danach testeten die KBA-Experten

FOTO: JENS KALAENE/DPA

Ende nicht mehr zahlen. Vorschreiben

kann sie das zwar nicht. Die

Städte bekennen sich aber ausdrücklich

zu einer „aufkommensneutralen“Reform.

Welche Folgen hat die Reform für

Mieter?

RalphHenger,Immobilienexperte

beim Institut derdeutschen Wirtschaft

inKöln, sagt, Verlierer könnten

Menschen inGroßstädten sein,

die derzeit günstig zur Miete wohnten

–weil die Mieteninguten Lagen

stark gestiegen seien und zur Berechnung

der Grundsteuerdie dann

höheren Durchschnittsmieten herangezogen

werden soll. Dies lasse

sich nicht vollständig damit kompensieren,

dass die sogenannte

Steuermesszahl gesenkt werden soll.

Berlins Finanzsenator Matthias

Kollatz(SPD) erneuerte dasVersprechen

der Aufkommensneutralität:

„Das Land Berlin wird nach der Reformnicht

mehr an Grundsteuervolumen

vereinnahmen als bisher“,

sagteerder Berliner Zeitung.Das gelinge,

indem der Bund die Messzahl

auf etwa ein Zehntel senkt. Gleichzeitig

werde der Hebesatz inBerlin

von derzeit 810 Prozent auf künftig

600 Prozent oder weniger reduziert

werden. Kollatz erwartet aber „relativ

übersichtliche Korrekturen“. Pro

Wohnung und Jahr handle es sich

„voraussichtlich um zweistellige

Summen“. (BLZ, dpa)

zwar weiter, regelmäßige Berichte

darüber wurden allerdings nicht veröffentlicht.

Zugleich hat das KBA

aber zahlreiche Rückrufaktion auf

den Weggebracht. Erst kürzlich für

Hunderttausende Mercedes-Fahrzeuge

mit einem Euro-5-Dieselmotor.

Mercedes will gegen den Rückrufbescheid

vor Gericht Widerspruch

einlegen, weil die Stuttgarter

die Abgasreinigung für rechtmäßig

halten. Dahinter steckt ein juristischer

Streit um eine Grauzone in den

EU-Bestimmungen. Viele Autobauer

arbeiten mit sogenannten Thermofenstern:

Bei bestimmten Temperaturen

wirddie Abgasreinigung abgeschaltet.

Hersteller berufen sich dabei

auf einen Passus im Regelwerk,

der dies zeitweise erlaubt, um den

Motor vorSchäden zu schützen. Unklar

ist, wie „zeitweise“ zu verstehen

ist.

Handelskrieg mit

den USA setzt China zu

Chinas Wirtschaftswachstum ist überraschend

starkauf den niedrigsten

Stand seit fast drei Jahrzehnten gefallen.

Im dritten Quartal legte die zweitgrößte

Volkswirtschaft nur noch um

6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

zu, teilte das Statistikamt

in Peking mit. Als Ursachen nannten

Experten den Handelskrieg der USA

mit China, die Verunsicherung vonInvestoren

und die chinesischen Bemühungen,

gegen die wachsende Verschuldung

anzugehen. „Fast alle

Wachstumstreiber zeigen nach unten“,

sagte Liu Shengjun, Vizepräsident der

China Europe Business School. Das

Wachstum für die drei Quartale zusammen

liegt mit 6,2 Prozent jedoch

noch im unteren Bereich der Zielvorgabe

der Regierung für das Gesamtjahr

von„6,0 bis 6,5 Prozent“. (dpa)

Deutsche Industrie wünscht

sich Weltraumbahnhof

Diedeutsche Industrie wünscht sich

einen eigenen Weltraumbahnhof in

Deutschland. Beiseinem „Weltraumkongress“

forderte der Bundesverband

der Deutschen Industrie

(BDI) die Bundesregierung dazu auf,

die entsprechenden Voraussetzungen

zu schaffen. Mitdem Bahnhof

könnten kleine Trägerraketen auch

vonDeutschland aus gestartet werden.

DieForderung ist Teil der „Berliner

Weltraumerklärung“ des BDI.

Darinforderte der Verband erneut

eine Erhöhung des nationalen

Raumfahrtbudgets analog zu Frankreich

–von 285 Millionen auf

726 Millionen Euro. (dpa)

Lohnzuschlag für

Gebäudereiniger

Gebäudereiniger aufeinem Glasdachbei

derArbeit.

FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA

Nach sieben Verhandlungsrunden

und etlichen Warnstreiks steht der

Rahmentarifvertrag für die rund

650000 Gebäudereiniger in

Deutschland. DieIGBauen-Agrar-

Umwelt einigte sich mit den Arbeitgebernunter

anderem auf höhere

Lohnzuschläge und mehr Urlaub.

Diezentrale Forderung nach einem

Weihnachtsgeld wurde hingegen auf

die Gehaltsverhandlungen im kommenden

Jahr vertagt. Für die Industriereiniger

wurde ein pauschaler Zuschlag

von75Centpro Stunde vereinbart.

(dpa)

GDL fordert Entlassung

von Bahnvorstand Huber

In der AffäreumBeraterverträge

beider Deutschen Bahn fordert

die Gewerkschaft DeutscherLokomotivführer

(GDL),das VorstandsmitgliedBertholdHuber

abzuberufen.Dieser

habeBeraterverträge

wissentlich am Aufsichtsrat vorbei

geschlossen, sagte GDL-Chef

Claus Weselsky,der aucheinen

grundlegenden Umbaudes Staatskonzerns

und einen Untersuchungsausschuss

des Bundestags

forderte. Hintergrund isteine AuseinandersetzungimBahn-Aufsichtsrat.Das

GDL-Mitglied Mario

Reiß soll ausgeschlossen werden,

weil er angeblich ein internes

Papier an einen Journalistenweitergegeben

habe.Weselsky widersprach

dem. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 7

·························································································································································································································································································

Eine Stadt –ein Land –viele Meinungen

Manche religiösen Bräuche

strapazieren die Toleranz

Solange religiöse Riten die Gesellschaft

weder behindern noch belästigen

unddie Gesetzedes Landes nicht

verletzen, sind diese Privatsache. Es

ist aber auch in einer offenen Gesellschaft

nicht hinzunehmen, dass diese

auf alle religiösen Bräuche Rücksicht

zunehmen hat. Vermummung

durch Schleier,Berücksichtigung von

nicht landesüblichen Feiertagen,

Verletzung der Menschenrechte wie

Beschneidung oder Zwangsehe –all

dies zerstört eine Demokratie, und

die Toleranz der Menschen gegen

Andersgläubigewirdüberstrapaziert.

Renate Quente

Die Krücke behalten und

andere nicht missionieren

Glauben istein Krückstock, ohne den

viele nicht durchs Leben kommen,

ohne hinzufallen. Solange sie nicht

versuchen, andere zumissionieren,

sollen sie ihreKrücke doch benutzen.

Martina Khamphasith

Religion ist die Grundlage

für humanes Handeln

Das jüdisch-christliche Erbe hat immer

wie ein Sauerteig inder Gesellschaft

gewirkt, ob es explizit oder nur

implizit politisch war. (...) Meine Antwort

auf Ihre Frage ist, dass Deutschland,

wiejedes andereLand, Religion

brauchtund derenWirkung natürlich

auch diskutieren und gegebenenfalls

begrenzen muss., weil Religion für

viele Menschenzuihrem Wesenskern

gehört und die Grundlage für humanes

Handeln bildet.

Georg Wagener-Lohse

Eine Frage

des Respekts

Wie viel Religion braucht Deutschland? Das schrieben die Leser zur Debattenfrage in dieser Woche

Der Glaube ist längst nicht nur Privatsache.

Öffentliche Diskussionen um

die Rolle der Frau in derkatholischenKirche

oder um dasTragenvon Kopftüchern

in Schulen zeigen, dass viele politische

Fragen mit der Religion verbunden sind.

Unsere Experten habendieseinihren Beiträgen

in dieser Woche aufgegriffen.

Andrea Voß-Frick, Mit-Initiatorin der

Bewegung Maria 2.0, sprach sich dafür

aus, damitzubeginnen, die Kirche Schritt

für Schrittvon untenzuverändern. Aufdie

„Kirchenherren“ will sie nicht warten.

Die Journalistin und Podcasterin Merve

Kayikci erklärte,sie wolle ihreReligiosität

nicht verstecken müssen. Tatsächlich

verbringe sie aber mehr Zeit damit, ihren

moslemischen Glauben zu erklären, als

ihnzuleben.

Die Studentin Anastassia Pletoukhina

warb für einen sensiblen und respektvollen

Umgang miteinander. Als in Halle der

Anschlag auf die Synagoge verübt wurde,

befand sie sichgerade in dem Gotteshaus.

DerAbteilungsleiter Bildungbeim Humanistischen

Verband Berlin-Brandenburg,

Matthias Krahe, plädierte dafür,

Atheisten an gesellschaftlichen Gremien

zu beteiligen, wo sie heute oft noch fehlen.

Die PfarrerinMaria Beyer erinnerte an

die Rolle der Kirche in der Wende 1989

und plädierte dafür, imGespräch zubleiben

und Veränderungen gewaltfrei herbeizuführen.

(mec)

Reden Sie mit!

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de;

Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung.de/meinungsfreiheit

GETTYIMAGHES/VERA KEVRESAN/EYEEM

Krieg aufgrund einer Doktrin

ist unfassbar

Die Kirche hat noch nie etwas hervorgebracht,

was die Menschheit

weiter bringt, und da schließe ich

ausdrücklich den Frieden mit ein.

Eine Doktrin zu vertreten und deshalb

Krieg zu führen, ist im aufgeklärten

21 Jahrhundert schlichtweg

unfassbar.

Marko Büchsel

Eine friedliche Atmosphäre

in der Gesellschaft schaffen

Der richtige Glaube ist, ein sauberes

Herz zu haben und infolgedessen in

der Gesellschaft eine friedliche Atmosphärezuschaffen.

Gutes Verhalten

aufzuzeigen. Anderen gegenüber

Respekt zuzeigen, egal an was sie

glauben. Ichbin auch fürdas Neutralitätsgesetz,

das jedoch nicht konsequent

durchgesetzt wird und daher

zu Irritationen führt.

Hafsa Özkan

Politik und Glaube sind

keine öffentlichen Themen

Glaube oder Nichtglaube ist in

Deutschland Privatsache. Dazu

gehört esauch, sich in der Öffentlichkeit

und im sozialen Umgang

nicht mit Symbolen seines Glaubens

zu produzieren. Politik und Glaube

sindbei einer guten Erziehung keine

öffentlichen Gesprächs- und

Darstellungsthemen. Das hat mit

Toleranz nichts zu tun. Privat gehört

in die eigenen vier Wände, und da

hat es zu bleiben. Im öffentlichen

Leben ist man gehalten neutral zu

sein.

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8 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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·

Meinung

CSU

AUSLESE

Der kleine König

erfindet sich neu

Mutmacher

„Neues Frankfurt“

Daniela Vates

über die Zukunftspläne vonMarkus

Söder

Eines ist sicher: Markus Söder wird

nicht der nächste Bundeskanzler.Der

CSU-Chef kokettiert zwar mit einer Kandidatur.

Das hilft dem Ego und auch der

eigenen Machtfestigung:Wenn der eigene

Chef für kanzlerabel gehalten wird,

schnurrt eine Partei, nicht nur die CSU.

Für Söder aber kommt die nächste Bundestagswahl

zu früh. Er ist gerade mal ein

Jahr Ministerpräsident, ein kleiner König

mit gut gefüllter Finanzschatulle.Warum

sollte er das eintauschen für einen vergleichsweise

ungemütlichen Job im

Bund? Es ist ja auch gar nicht sicher,ober

den bekommen würde. Zwei Mal hat es

bisher CSU-Kanzlerkandidaten gegeben,

beide sind gescheitert.

Auch wenn Söder sich nun als Erfinder

des Kompromisses schlechthin inszeniert

–eswirddauern, bis er sein Image als karriereorientierter

Fiesling los ist und damit

bundesweit ansatzweise Chancen auf Erfolg

hätte. Söder erfindet sich also neu

und seine Partei gleich mit: Die Frauenquote

ist plötzlich allerdringendste Chefsache,

zumindest solange keine von ihnen

eine Chefin werden will.

Und Söder hat den Klimaschutz ganz

oben auf die Agenda gesetzt, nicht früher,

aber im Ergebnis schneller als die Schwesterpartei

CDU. Die Grünen sind erfolgreich,

daran will Söder teilhaben, also

übernimmt er ihreThemen, in bester Angela-Merkel-Manier.

Eine Weile lang hat

sich die CSU auch als Kopie der AfD versucht.

Söder gehörte zu denen, die sich in

sprachlicher Brutalität verloren und damit

dazu beitrugen, Aggressivität und Ausgrenzung

politisch salonfähig zu machen.

Es ist ihm anzurechnen, dass er diesenWeg

verlassen hat, statt weiter nach einer konservativen

Revolution zu suchen. Wie verlässlich

er dabei ist, ist allerdings unklar.

Mesut Özil

VomSpielfeld

gegangen

Harry Nutt

verlangt auch vonFußballspielern

politische Verantwortung.

Ineiner Hinsicht kann man Mesut Özil

und dessen aktuelle Äußerungen auf einem

amerikanischen Sportportal verstehen.

In die Kritik am Foto mit dem türkischen

Präsidenten Erdogan hat sich früh

auch eine hässliche rassistische Tendenz

gemischt. Die gellenden Pfiffe gegen die

Spieler Özil und Gündogan vor der WM

2018 waren zweifellos keine Reaktion auf

sportliche Leistungen. Dass Özil nun den

mangelnden Rückhalt seiner Mitspieler

in jener Phase beklagt, ist ebenfalls nachvollziehbar.

Eine beherzte Verteidigung

durch die Mitspieler blieb öffentlich jedenfalls

aus.Der DFB tat sich schwer,eine

Haltung zu den Vorgängen zu gewinnen.

Die Affäre schwelte über Wochen und

blieb als Belastung steinschwer im Gepäck

der betroffenen Spieler und der gesamten

Mannschaft.

Nicht folgen sollte man Özil jedoch bei

seinen verklärenden Erläuterungen zum

gemeinsamen Foto mit Erdogan. Es sei lediglich

darum gegangen, dem Oberhaupt

eines Staates Respekt zu erweisen. Dasist,

mit Verlaub, nachgeplapperter Unsinn.

Özil hat dem türkischen Präsidenten keineswegs

nur Respekt, sondern vor allem

einen propagandistischen Dienst erwiesen.

Er nimmt eine naiveSpontaneität für

sich in Anspruch, die für einen erfahrenen

Weltklassesportler, zudessen Geschäftsfeld

auch der professionelle Umgang mit

Bildmedien gehört, nicht gelten kann.

Mesut Özil ist von vielen Beratern umgeben,

sie kennen denWert und dieWirkung

der Marke Özil. Sie haben sich entschieden,

eine politische Rolle zu spielen, und

werden nun hinnehmen müssen, auch

entsprechend bewertet zu werden. Den

schön übersichtlich begrenzten Fußballplatz

jedenfalls hat Mesut Özil verlassen.

Alles ist bereitet.

Der Mordanschlag von Halle hat

durch seine brutale Begehungsweise,

seine antisemitische und

rassistische Zielsetzung sowie

die zufällige Auswahl der Opfer schockiert.

Der Anschlag muss als Teil eines wiedererwachten

rechten Terrors verstanden werden.

Eines Terrors,zudessen Protagonisten organisierte

Gruppen und Zellen ebenso zählen

wie fanatisierte Einzeltäter oder frustrierte

Wirrköpfe.Sie alle wollen mit ihren Anschlägen

und Attentaten gegen Minderheiten einen

Rassenkrieg provozieren mit dem Ziel,

die Bundesrepublik in eine geschlossene,

ethnisch homogene Gesellschaft weißer

Deutscher umzuwandeln. In diesem Ziel

wissen sie sich einig mit den Rechtspopulisten

und völkischen Nationalfaschisten der

AfD,die wie der Thüringer Landeschef Björn

Höcke vom „Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch“

fabulieren. Damit propagiert

die AfD einen entsprechenden „Volkswillen“,

der auf wachsendenWiderhall in der

Bevölkerung stößt und von Rechtsterroristen

vollstreckt wird.

Der rassistische Terror gehört damit

längst zu den politischen Kampfwerkzeugen

einer rechten Einheitsfront, die inzwischen

von den Parlamentariern der AfD bis zu den

Terrorzellen vonCombat 18, Nordkreuz und

dem sogenannten Staatsstreichorchester

reicht. Er schließt –als Fortsetzung der NSU-

Mordserie –die Brand- und Sprengstoffanschläge

auf Flüchtlingsheime ebenso ein wie

den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten

Walter Lübcke Anfang Juni, das Attentat

auf einen zufällig ausgewählten Asylbewerber

im hessischenWächtersbach Ende

Juli und den Hallenser Anschlag von vor

zehn Tagen. Denn Terrorismus ist vorallem –

wie es der Jurist und Soziologe Peter Wald-

Das Mädchen steht im Flur und schaut

mich an:„Ich ein Baby“, sagt es.„Du bist

kein Baby mehr, dubist fast drei Jahre alt“,

sage ich. Ihre Unterlippe zittert. „Ich ein

Baby“, wiederholt das Mädchen. Siemöchte

ihren Mucki haben, ich habe ihr gesagt, dass

nur Babys Nuckel benutzen. Also ist sie ein

Baby.Ein Baby,das sprechen kann. „Muuuuuckiiiii“,

fleht sie und blinkert mit den Augen.

Ich gebe ihr den Nuckel, ausnahmsweise,

den sie sonst nur noch zum Schlafen

benutzt. Ichwill ihreHose anziehen, sie reißt

die Hose aus meiner Hand und dreht sich

weg. „Ich alleine,nein, Mama“, sagt sie.

Wir gehen raus, ich muss zur Apotheke,

das Mädchen möchte auf den Spielplatz, zur

Babyschaukel. Als sie merkt, dass wir in die

falsche Richtung gehen, ruft sie: „Bielplatz“

und springt aus dem Buggy.Ich erläutereihr,

dass wir erst in die Apotheke gehen. Wirstehen

an der Kreuzung, sie wirft sich flach auf

die Straße, direkt auf das Kopfsteinpflaster.

Sie legt sich auf die Seite, ihren linken Arm

unter den Kopf, um sich abzupolstern. Sie

schreit nicht, sie liegt da in stillem Protest.

Ich stehe daneben, ich kenne das schon. Als

ich noch keine Kinder hatte, habe ich gedacht,

was sind das nur für Mütter, die ihre

Kinder so wenig im Griff haben. Jetzt weiß

ich es. Ich bin so eine Mutter. Esregt mich

nicht mehr auf, es macht mich nur müde.

Ich habe gelesen, dass es für diese Phase

einen Namen gibt: Threenager, eine Verbindung

aus „three“, englisch für drei, und Teenager.Sie

kommt nach den „terrible twos“, der

Rechter Terror

Späte

Einsicht

Andreas Förster

meint, dass der Staat seineAnkündigung,gegen rechtsextreme

Gewalt konsequenter vorzugehen, nun zügig umsetzen muss.

mann definiert – eine „Kommunikationsstrategie“,

bei der die Gewalt „als ein Mittel,

eine Art Signal eingesetzt (wird), um einer

Vielzahl vonMenschen etwas mitzuteilen“.

Beirechtsterroristischen Anschlägen sind

Bekennerschreiben unüblich und auch

nicht notwendig, wie man schon beim NSU

sah. Handeln statt Worte, lautet die Devise,

weshalb die Botschaft der Taten vonden Gesinnungsfreunden

stets verstanden wird.

Auch deshalb, weil der Terror ein konstitutives

Moment der rechtsextremen Szene ist,

die Gewalt ein fester Bestandteil ihrer Weltanschauung.

Das heißt, es gibt –anders als

im linksterroristischen Bereich – keine

grundsätzlichen Diskussionen über die Legitimität

vonGewalt und bewaffnetem Kampf.

KOLUMNE

Threenagers

und andere

Rebellen

Sabine Rennefanz

Trotzphase und noch vor der Wackelzahnpubertät.

Noch so ein neuesWort.

Ein Kehrauto kommt vorbei, eines dieser

kleinen, der Fahrer sieht das auf dem Boden

liegende Mädchen und lacht. „Hey, Kleine,

steh mal auf“, ruft er aus dem Fenster.Meine

Tochter hebt den Kopf, steht auf und klopft

sich die Blätter ab.„Guck mal, ein Müllauto“,

sagt sie zu mir und stapft zur Apotheke.

„Komm, Mama.“ Wie so oft hat mich ein

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Der Rechtsterror der letzten Jahre kann

aber zu einer gefährlichen Normalisierung

führen. Gewaltforscher wie der Bielefelder

Wissenschaftler Wilhelm Heitmeyer warnen

bereits davor, dass durch die zunehmende

Zahl von Übergriffen und Drohungen, etwa

gegen Migranten und Politiker, eine Art negativer

„Gewöhnungseffekt“ entstehe, aus

dem heraus sich ein stimulierendes Erfolgserlebnis

für die Rechtsextremen entwickelt.

Als Folge davon können sich menschenfeindliche

Haltungen in der Gesellschaft

festsetzen –nicht nur am extremen Rand.

Trotz der in den vergangenen Jahren gestiegenen

Zahlen von militanten Rechtsextremisten

und der vonihnen begangenen Gewaltdelikte

haben Politik und Sicherheitsbehörden

hierzulande die Gefahr des braunen

Terrors lange Zeit nicht wahrhaben wollen.

Nach dem Mord an Walter Lübcke und dem

Anschlag von Halle aber, soscheint es zumindest,

will man die Versäumnisse der Vergangenheit

korrigieren. Bundeskriminalamt

undVerfassungsschutz sprechen inzwischen

offen von einer „Gefahr für die Demokratie“

und kündigen ein schärferes Vorgehen an.

Der Geheimdienst etwa will die Beobachtung

von Akteuren und Gruppen wie Combat

18 und Identitärer Bewegung ausbauen,

um Verbote durchzusetzen. Bundesjustizministerin

Christine Lambrecht (SPD) nennt

den Rechtsterrorismus sogar „die größte aktuelle

Bedrohung unseres Gemeinwesens“.

DieEinsicht kommt spät. Aber noch nicht

zu spät, wenn die Ankündigungen zügig umgesetzt

werden. Dabei sollten die Behörden

auf die Erfahrungen bei der Bekämpfung des

islamistischen Terrors zurückgreifen. Die

Rechtsterroristen stehen, was ihre Brutalität

und Menschenverachtung betrifft, den islamistischen

Gewalttäterninnichts nach.

Müllauto aus einem Trotzanfall gerettet. Was

würde ich nur machen ohne Müllautos?

Am nächsten Morgen ruft mein Sohn aus

dem Kinderzimmer:„Mama, ist heute Spielzeugtag?“

Am Freitag dürfen die Kinder ein

Spielzeug in die Kita mitbringen und es im

Morgenkreis vorstellen. Der Junge steht vor

mir, inden Händen eine Auswahl. „Soll ich

das Motorrad mitnehmen? Oder das Rennauto?

Oder den Flummi?“ Es klingt nach einer

großen Entscheidung, nach einem Rätsel,

von dem viel abhängt. „Rennauto“, sage

ich. Ohrenbetäubendes Geschrei. Das war

die falsche Antwort. Als er sich beruhigt,

packt er das Motorrad ein. DieKinder ziehen

sich an, fast ohne Zwischenfälle. Das Mädchen

will Gummistiefel anziehen. Es soll

warmwerden, sie wirdschwitzen. DasMädchen

weint, es ist doch kein Baby mehr.Von

mir aus Gummistiefel. VonSchweißfüßen ist

noch niemand gestorben.

Vor dem Haus sagt mein Sohn, er will

doch kein Spielzeug mitnehmen. Ichlege das

Motorrad auf dem Briefkasten ab.Wir fahren

mit den Rädernlos,plötzlich fragt er:„Wo ist

mein Motorrad?Warumhast du mein Motorrad

nicht mitgenommen?“ Geschrei den

ganzen Weg. Er bleibt auf der Straße stehen:

„Ich fahrekeinen Schritt weiter.“ Er blockiert

die Straße, die Autos fahren um ihn herum.

Siekennen das schon, Kinder,die die Straße

blockieren. Jetzt halt Spielzeugtag-Rebellion.

Mein Sohn istfast fünf. Er hateinen Wackelzahn.

Wahrscheinlich hat die Wackelzahn-

Pubertät begonnen.

Ludwig Landmann (1868–1945) war

von 1924 bis 1933 Oberbürgermeister

von Frankfurt amMain. 1916, kurz nach

dem TodseinerEltern, war er aus der jüdischen

Gemeinde ausgetreten. Er starb im

holländischen Exil am 5. März1945.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand

das „Neue Frankfurt“ mit Bauten und

Siedlungen, die von Stadtbaurat Ernst

May und dem Leiter

des Hochbauamtes

Martin Elsaesser verantwortet

wurden. Die

Stadt prägte so einen

Abschnitt der Geschichte

des deutschen

Städtebaus. Landmann

gelang die Eingemeindung

von Fechenheim,

Nied, Griesheim und

Hoechst. So machte er

aus der Bankenstadt

auch eine der Industrie.

Wilhelm von

Sternburg: Ludwig

Landmann,

S. Fischer,224

Seiten, 15 Euro

In seiner Zeit wurde auch das Institut für

Sozialforschung in Frankfurt am Main

eingerichtet.

Landmann gründete eine ganze Zahl

städtischer Gesellschaften, die Gewinn

orientiert arbeiten sollten wie Privatbetriebe.

Er ließ aber auch Grundstücke

kaufen, um der Stadt die Möglichkeit zu

geben, bezahlbareWohnungen bereitstellen

zu können. Manche Firmen florierten,

andere machten pleite. Das Wichtigste

aber war,dass er immer wieder neueWege

ausprobierte.Soließ er die Stadt Frankfurt

sich Geld vonamerikanischen Banken leihen.

Da intervenierte der Reichsbankpräsident

Hjalmar Schacht: Die Kommunen

sollten sich nicht selbst finanzieren dürfen,

und schon gar nicht mithilfe der verhasstenAmerikaner.

Wilhelm von Sternburg hat Ludwig

Landmann porträtiert und mit ihm die

Zeit, in der er wirkte.Wie hasenfüßig und

kleinherzig kommt uns unsere heutige

Politik vor, wenn wir mit von Sternburg

Ludwig Landmann betrachten! Die Inflation,

in der eine Straßenbahnfahrkarte 90

Milliarden Reichsmarkkostete,inder fast

alle ihr Geld verloren hatten, war im November

1923 zu Ende gegangen, da hatte

Landmann den Mut, seine Mitbürger zu

bewegen, in die Zukunft zu investieren.

VonSternbergs Buch kommt gerade richtig

inunseren mutlosen Zeiten. Am 24.

Oktober wird Wilhelm von Sternburg 80

Jahre alt werden. Wir gratulieren dem

Mutmacher. Arno Widmann

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 – S eite 9 *

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Post vom

Amtsarzt

Der Bundestag berät über die

Masern-Impfpflicht. Aber wie soll sie

aussehen? Überlegungen im

Pankower Gesundheitsamt, wie man

Verweigerer mit Bußgeld und

Kita-Verbot zum Impfen bringt

VonJulia Haak

Masernimpfungen

in Berlin

1Impfung

im Alter von 11

bis 14 Monaten

2Impfung

im Alter von 15

bis 23 Monaten

SPANDAU

97,4% 83,9%

STEGLITZ-ZEHLENDORF

97,7% 82,0%

REINICKENDORF

96,3% 79,9%

CHARLOTTENBURG-

WILMERSDORF

98,1% 83,1%

MITTE

97,7% 82,5%

TEMPELHOF-

SCHÖNEBERG

98,1% 83,8%

PANKOW

98,5% 78,6%

LICHTENBERG

97,3% 75,2%

FRIEDRICHSH.-KREUZBERG

97,5% 80,9%

NEUKÖLLN

97,1% 80,9%

MARZAHN-

HELLERSDORF

96,3% 73,9%

TREPTOW-KÖPENICK

95,8% 73,1%

*8,4 %haben kein

Impfbuch vorgelegt

BLZ/GALANTY; QUELLE: VACMAP.DE, RKI STAND APRIL 2019

Impfquote bei Masern

Von den Kindern, die bei der Schuleingangsuntersuchung

2017 ein Impfbuch vorgelegt

haben*, hatten so viele die zweite Schutzimpfung

gegen Masern erhalten

in Prozent angestrebte Impfquote

80 85 90 95 %

Brandenburg

Mecklenburg-Vorpommern

Sachsen-Anhalt

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Schleswig-Holstein

Hamburg

Hessen

Niedersachsen

Thüringen

Sachsen

Berlin

Bayern

Bremen

Saarland

Baden-Württ.

89,1

90,5

93,5

93,4

93,3

93,1

92,9

92,6

92,3

91,9

94,1

93,9

93,8

93,7

95,5

95,5

Der nächste größere Masernausbruch

wird sich

mit einiger Wahrscheinlichkeit

im südlichen

Prenzlauer Berg ereignen. Denn dort

sind nur 89,4 Prozent der schulpflichtigen

Kinder gegen die Krankheit

geimpft. „Nicht so gut“ nennt

das der Pankower Amtsarzt Uwe Peters,was

man als klassisches Understatement

werten könnte. Denn Peters

hält diese Ecke des Bezirks für

ein Problemgebiet. Dort wohnten in

konzentrierter Menge Impfgegner,

sagt Peters. Dazu komme eine weit

verbreitete Nachlässigkeit bei den

Eltern. „Das Impfen wird vergessen

oder aufgeschoben“, sagt Peters.

Im übrigen Bezirk sind deutlich

mehr Schulanfänger gegen Masern

gewappnet. Am besten steht das nördlicheWeißensee

da. Dasist der einzige

Fleck im Bezirk, an dem zumindest die

Kinder im Schulalter dieVorstellungen

der Ständigen Impfkommission am

Robert-Koch-Institut erfüllen. Alle anderen

liegen darunter.

Empfehlung der WHO

Amtsarzt Peters hat die entsprechenden

Statistiken vor sich auf dem

Tisch ausgebreitet. Er leitet das Gesundheitsamt

in Pankow. Zu seinen

Aufgaben gehörtes, die Impflücke zu

schließen, wie er die Werte unter einer

Durchimpfungsrate der Bevölkerung

von 95Prozent nennt. Dieser

Wert wird von der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) für die beiden

notwendigen Impfungen empfohlen,

die üblichweise bei Ein- bis

Zweijährigen erfolgen. Denn ein solcher

Wert biete auch Menschen einen

gewissen Schutz, die etwa wegen

einer Immunschwäche nicht

geimpft werden können (Herdenschutz).

Für die erste Masernimpfung

lag die Impfquote in Deutschland

2016 bei Schulanfängern bei

97,1 Prozent, für die zweite allerdings

nur bei 92,9 Prozent.

Peters wird auch umsetzen müssen,

was zurzeit im Bundestag beschlossen

werden soll: eine Impfpflicht

vor allem an Kitas und Schulen.

Am Freitag wurde ein entsprechender

Gesetzentwurf erstmals

beraten, bis zum Jahresende soll eine

Entscheidung fallen. Vorgesehen ist,

dass Eltern von März 2020 an nachweisen

müssen, dass ihre Kinder

geimpft sind, bevor diese Kitas oder

Schulen besuchen dürfen. Gleiches

soll für Beschäftigte in Schulen, Kitas

und medizinischen Einrichtungen

gelten. Bei Verstößen sollen die Ge-

Frischer Wind –

fürsauberen

Strom.

DieZeitenändern sich.Und auch wir:RWE istab

soforteiner derweltweitgrößtenStromerzeuger

aus Erneuerbaren Energien.Für Strom, dersauber,

sicher undbezahlbar ist. Fürein nachhaltigesLeben.

Undmit einem klaren Ziel: klimaneutral bis2040.

sundheitsämter 2500 Euro Bußgeld

verhängen und die Kinder vomKita-

Besuch ausschließen.

Masern gelten als ernst zu nehmende

Erkrankung. Im Gesetzentwurf

heißt es: „Masern gehören zu

den ansteckendsten Infektionskrankheiten

des Menschen. Sie verlaufen

schwer und ziehen Komplikationen

und Folgeerkrankungen nach

sich. Eine Masern-Infektion ist damit

anders als verbreitet angenommen

keine harmlose Krankheit. Im

Jahr 2018 kam es weltweit zu einer

Verdoppelung der Masernfallzahlen.

In Deutschland sind neben Kindern

auch Jugendliche und Erwachsene

vonMasernerkrankungen betroffen.

Dies zeigt, dass die eigentlich im Kindesalter

vorzunehmende Impfung

vernachlässigt wurde.“

Über die Notwendigkeit einer

Impfpflicht ist in den vergangenen

Monaten viel gestritten worden. Die

Notwendigkeit von Impfungen gegen

Masernwirdvon Fachleuten dabei

allerdings nicht infrage gestellt.

Radikale Impfgegner argumentieren

meist mit in medizinischer Hinsicht

nicht haltbaren Risiken vonImpfungen.

Fachleute ziehen dagegen nur

infrage, ob eine Pflicht tatsächlich

zum angestrebten Ziel einer höheren

Durchimpfungsrate führen wird.

Sieargumentieren, dass der Anteil

geimpfter Kinder auch ohne Pflicht in

den vergangenen Jahren deutlich zugenommen

habe, und verlangen

niedrigschwelligere Angebote zum

Impfen, um weitere Erfolge zu erzielen.

Cornelia Betsch, Professorin an

der UniErfurt, sieht die meisten Probleme

bei unzureichend geimpften

Erwachsenen. Menschen, die einer

Impfpflicht kritisch gegenüberstehen,

könnten trotzig reagieren. Sie

würden in der Folge anderefreiwillige

Impfungen vermeiden.

Uwe Peters im Gesundheitsamt

Pankow ist trotzdem für eine Impfpflicht.

„Ich finde es gut, dass im

Sinne der Allgemeinheit alle verpflichtet

werden sollen“, sagt er.

Über die Kinder erreiche man die

Erwachsenen. Peters regt an, eigene

Impfstätten in den Gesundheitsämtern

zuschaffen. „Das wäre vor allem

im Hinblick auf erhebliche

Impflücken bei jungen Erwachsenen

gut.“

Er ist gespannt, ob der Gesetzentwurf

durchkommt. Problematisch

ist aus seiner Sicht, dass bisher nicht

geklärt ist, wer das zusätzlich notwendige

Personal bezahlen wird.

Das Geld müsse über den Länderfinanzausgleich

vom Bund kommen,

sagt Peters.ImGesundheitsamt Pankow,

so hat er ausgerechnet, würden

bei einer Impfpflicht zusätzlich eine

halbe Arztstelle und zwei Stellen für

Verwaltungskräfte gebraucht.

Vorgesehen ist folgender Ablauf:

Schulen und Kindergärten verlangen

vor der Aufnahme die Vorlage

eines Impfpasses. Fehlender Impfschutz

wird dem Gesundheitsamt

gemeldet. „Dann versuchen wir im

Sinne der Aufklärung, die Eltern

dazu zu bewegen, ihre Kinder impfen

zu lassen“, sagt Peters.Wer sich

weigert und bei wem keine gesundheitlichen

Gründe gegen eine Impfung

sprechen, soll mit Bußgeld

oder Zwangsgeld zum Impfen gebracht

werden. „Ungeklärt ist, wie

wir mit Fällen umgehen sollen, in

denen sich jemand trotzdem beharrlich

weigert“, sagt Peters.

Schließlich gilt auch für diese Kinder

Schulpflicht. „Aber das sind Einzelfälle.Esgeht

darum, über 95 Prozent

zu kommen und ein Zeichen zu

setzen“, sagt Peters. Die Aufmerksamkeit

in der Bevölkerung werde

durch die Pflicht zum Impfen in jedem

Fall steigen und die Quote

auch, glaubt Peters.


10 * Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Berlin

Harmsens Berlin

Stasi, Trabi,

CIA-Fritzen

Torsten Harmsen

dreht sich der Kopf vor

kruden Geschichten

zum 9. November.

Auf dem Bahnhof sehe ich ein seltsames

Plakat: Deramerikanische

Sänger David Hasselhoff steht in einer

Mauer-Bresche, die aussieht, als

habe sie ein panischer Elefant der

Truppen Hannibals beim Durchbruch

hinterlassen. Hinter Hasselhoff

ragt der Fernsehturm in die Höhe.

Also sind wir nicht bei Hannibal, sonderninBerlin.

Quer über dem Plakat

steht „Up against the Wall. Mission

Mauerfall“. In kitschigen Farben. Es

geht, wie man liest, um ein Hörbuch

Hasselhoffs zum 9. November vor 30

Jahren. Es soll die„vielleicht wahrsten

Fakten zurWende“ enthalten.

„Hör mir uff! Vonwejen wahrste

Fakten“, schimpft mein innerer Berliner

sofortlos.„Watsoll’n wa da schon

Neuet erfahrn? Wir wissen doch alle:

Der Haselhopf hat die Mauer wegjesungen.

Dit isdie historische Wahrheit.

Zumindest gloom dit die Amis.

,Aiiif bien lucking vor Friedämm‘,

hatta jeträllert. Wenn de den süßlichen

Quatsch hörst, denn weeßte

ooch, warum die Mauer umjefalln is.

Da bröselt am Ende jeda Stein.“

Ich beruhige meinen unsachlichen

inneren Berliner und gucke mir

an, was die „wahrsten Fakten“ sind,

um die es im Hasselhoff-Hörbuch gehen

soll. Ich finde folgende Geschichte:

DerCIA-Agent Nick Harper

weilt 1989 in Berlin. Er soll den Stasi-

General Hoedel finden, bevor dieser

den Mauerfall verhindernkann. Kurz

nach dem Grenzübertritt wird Nick

Harper leider von Stasi-Agenten

überrascht. Sein Glück ist, dass er David

Hasselhoff zumVerwechseln ähnlich

sieht. Er entkommt, weil ihn

Hildy, ein Hasselhoff-Fan, in ihrem

Trabi mit nach Hause nimmt. Parallel

dazu wirdder echte David Hasselhoff

von der CIA-Agentin Greta mit Nick

Harper verwechselt. Als sie merkt,

dass er nicht Harper ist, versucht sie

erst, ihn auszuschalten. Doch dann

müssen beide vorder Stasi fliehen. Es

beginnt ein irres Abenteuer, das sie

quer durch Berlin führt.

„Halt! Stopp! Sofort uffhörn!!“,

ruft mein innerer Berliner. „So ein

Blödsinn! Stasi, Trabi und Haselhopf

als CIA-Fritze. Reicht et nich, detta

jesungen hat?“ Ja,doch, reicht.

Apropos gesungen: Wenn ich an

die 89er-Zeit vor dem Mauerfall

denke, dann habe ich nicht den angeblich

so einflussreichen „Freedom“-Song

Hasselhoffs im Kopf,

sondern ganz andere Lieder. Nämlich

jene, die die Stimmung des

Landes einfingen, das auf den Umbruch

zutrieb. „In die warmen Länder/

würden sie so gerne fliehn./ Die

verlornen Kinder/ in den Straßen

von Berlin“, sang Silly. Oder: „Dasselbe

Land zu lange gesehn,/ dieselbe

Sprache zu lange gehört./ Zu

lange gewartet,/ zu lange gehofft,/

zu lange die alten Männer verehrt.“

EinSong vonPankow. Washaben wir

denn gewollt? Soziale Gerechtigkeit

und Freiheit!

„Boah, ja! Du sensibler Ossi-Fritze!

Dit will doch keena mehr wissen“,

ätzt mein innerer Berliner.„Am Ende

hat sich ehm Haselhopf uff dit Janze

ruffjesetzt und ist mit Blinklichta

anne Jacke am Brandenburjer Tor

rumjehopst. So is dit mitte Jeschichte.

Milljonen sind in’Westen jerannt und

mit Cola und billije Elektronik zurückjekomm.

Undalle ham se Haselhopf

jehört. Und die janzen Koofmichs

ham fetten Schmott jemacht

mitte Mauer. Und keena wusste

mehr, wie’t wirklich war. Isjaooch

ejal. Ickjeh jedenfalls jetz int Bette.“

Da steh ich nun, ganz allein, mit

der Bresche vor Augen, die Hasselhoffs

Elefant in der Mauer hinterlassen

hat. Oder war’s doch Hannibal?

Egal. Schöne Feier!

ZumWeiterlesen:Torsten Harmsen:Der Mond ist

ein Berliner. Wunderliches aus dem Hauptstadt-

Kaff, be.braVerlag,Berlin2019. 224 S.,14Euro.

Die

Ideale

sind

ruiniert,

rettet die

Ruine!

Friedrichstr.

Oranienburger

Tor

Rund ums Tacheles entsteht

ein neues Quartier.Jetzt hat der

Kampf um das Erbe des

ehemaligen Kunsthauses begonnen

Nach Jahren des Stillstandes

tut sich was auf der

großen Stadtbrache zwischen

Oranienburger

Straße, Friedrich- und Johannisstraße:

Kräne transportieren Lasten,

Bagger schieben Sand von hier nach

dort, Betonmischer fahren auf und

ab.Esist wuselig und laut. DasLeben

ist eine Baustelle, nun auch auf dem

Areal des Tacheles in Mitte. Dort sollen

in den kommenden Jahren Büros

und Einzelhandel sowie 275 Wohnungen

entstehen –und zwar ausschließlich

in Eigentum. Das alleine

wäreinZeiten vonWohnungsnot und

Enteignungsdebatte umstritten genug.

Doch dann ist da noch die Geschichte

mit der umstrittenen künftigen

kulturellen Nutzung der alten

Kaufhausruine.

DasHaus stammt vomAnfang des

vorigen Jahrhunderts –und erzählt

alleine wegen seiner vieler Eigentümer-

und Nutzungswechsel ein vielsagendes

Stück deutsch-deutscher

und Berliner Geschichte.

Anfang 1908 wurde die Friedrichstraßenpassage

eröffnet –schon ein

halbes Jahr später meldete das dortige

Kaufhaus Konkurs an. Noch vor

Ausbruch des Ersten Weltkriegs

wurde das Gebäude zwangsversteigert.

Später war es Schau- und Verkaufsgebäude

der AEG, danach

Adresse für NSDAP-Dienststellen, zu

DDR-Zeiten Objekt des Freien Deutschen

Gewerkschaftsbundes, anschließend

Kinostandort beziehungsweise

Heimat eines Reisebüros,

einer Artistenschule und einer

Hundeschuranstalt.

Unter Denkmalschutz

VonElmar Schütze

1980 schien die Geschichte zu Ende

zu sein, ein großer Teil des Hauses

wurde aus Statik-Gründen abgerissen.

Der zunächst übrig gebliebene

Teil sollte Anfang 1990 endgültig gesprengt

werden.

Doch ehe es dazu kam, hatte sich

der Lauf der Geschichte bekanntlich

mal wieder geändert. Am 13. Februar

1990, kurz vor der geplanten Sprengung,

besetzte die Künstlerinitiative

Tacheles die Ruine und gab ihr so den

Namen, unter dem das Gebäude bis

heute berühmt-berüchtigt ist.

Die Initiative ließ ein neues Gutachten

zur Bausubstanz und Statik

erstellen. Aufgrund des positiven Ergebnisses

wurde das Haus zunächst

vorläufig unter Denkmalschutz gestellt.

Zwei Jahrespäter kam durch ein

weiteres Gutachten die Bestätigung.

Das Tacheles entwickelte sich

rasch zum Musterbeispiel für die Kultur

der Zwischennutzung, für die Berlin

in der Nachwendezeit international

berühmt war. Die Besucher kamen

in Scharen, auch dann noch, als

die dortproduzierte Kunst längst beliebiger

Ramsch geworden und die

Ruine nur noch ein bunter, pittoresker

Jahrmarkt war.

DasHaus wurde bunt bemalt, aus

Schutt entstanden Skulpturen. Es

etablierte sich ein festes Kunst-, Aktions-,

Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum.

Im Hause befanden

sich zwischenzeitlich drei Dutzend

Künstlerateliers, Ausstellungsflächen

und Verkaufsräume für zeitgenössische

Kunst, das Kino High End 54,

Bars und Veranstaltungsorte wie das

Café Zapata, in denen Konzerte, Lesungen,

Ausstellungen und Performances

stattfanden. Dazu gab es auf

der Freifläche hinterm Haus einen

Park aus Metallskulpturen.

Es war insgesamt ein ziemlich

düsterer,aber in seinen besten Zeiten

auch aufregender Ort mit ziemlich

widerspenstigen Bewohnern und

Nutzern, dieihn einfach nicht aufgeben

wollten. Dabei war die Ruine

spektakulär dreckig, stank nach Urin,

war wild besprayt und in ihrer Baufälligkeit

durchaus auch gefährlich: Einmal

stürzte eine Besucherin durch einen

Mauerdurchbruch in den Tod.

Am Ende, sosah es aus, konnte man

dem gesamten Tacheles beim jahrelangen

öffentlichen Sterbenzusehen.

1998 erwarb die Fundus-Gruppe

des Immobilienunternehmers Anno

August Jagdfeld das 1250 Quadratmeter

große Grundstück für 2,8 Millionen

D-Mark. EinArchitekt entwarf

ein Quartier am Johannishof, das

rund 400 Millionen Euro kosten

sollte. Ein Investor dafür wurde nie

gefunden.

Der Tacheles-Verein nutzte die

Gunst der Stunde, inder der Kapitalismus

offensichtlich schwächelte,

und handelte mit der Fundus-

Gruppe einen Mietvertrag aus. Als

Miete wurde eine symbolische Mark

proQuadratmeter und Monat vereinbart,

plus eine lange Zeit nicht genau

bezifferte Nutzungsentschädigung.

Ende 2008 lief der Vertragaus.Danach

ging es Schlag auf Schlag wie in

einem Wirtschaftskrimi: Der Verein

meldete Insolvenz an, weil er die geforderte

Nutzungsentschädigung von

mehr als 100 000 Euro nicht aufbringen

konnte. Der Fundus-Gläubiger

HSH Nordbank forcierte eine

Zwangsversteigerung. Und auch das

gab es: Ein Versteigerungstermin

wurde noch am selben Tagabgesagt.

Einen Tagspäter verließen die übrig

gebliebenen Gastronomen gegen

Zahlung von einer Million Euro das

Tacheles. Kurz darauf wurden das

Kino,der Hinterhof, auf dem Künstler

jeder Couleur eine kleine Budenstadt

etabliert hatten, sowie das gesamte

Oranienburger Str.

Arbeiten

Hotel

Einkaufen

Linienstr.

Kultur

Arbeiten

Johannisstr.

CHRONIK

1908/09


Eröffnung der Friedrichstraßenpassage,

der damals zweitgrößten Einkaufspassageder

Stadt. Schon ein halbes Jahr

später wird Konkurs angemeldet

1980


Der Abriss beginnt, der komplett erhaltener

Kuppelbau sinkt in Schutt und Asche.

Nur ein Gebäuderest bleibt stehen

1990


Die KünstlerinitiativeTacheles besetzt

das Gebäude und leiht ihm seinen

Namen. Künstler,Gastronomen

und Veranstalter ziehen ein

2012


werden die Künstler nach langem Kampf

geräumt. Inzwischen wird auf dem

Gelände gebaut. 2022 soll das sanierte

Kunsthaus eröffnen, Anfang 2023 sollen

alle Häuser stehen.

Einkaufen

Kunsthaus

Tacheles

Eingang zur

Passage

Bestand

Neubau

Arbeiten

Einkaufen

Einkaufen

Einkaufen

Wohnen

Einkaufen

Wohnen

Einkaufen

Erdgeschoss geräumt. 80 Künstler

verblieben mit ihren Ateliers und Metallwerkstätten

im Gebäude. Eine

Woche ließ der Zwangsverwalter eine

knapp drei Meter hohe Mauer errichten,

die den Durchgang vonder Oranienburger

Straße zum Hof mit den

Werkstätten trennte.

Im September 2012 war dann endgültig

Schluss,die Ateliers wurden geräumt,

die Künstler vor die Tür gesetzt

–auf eine Oranienburger Straße,

die mit dem Tacheles das letzte Stück

Alternativkultur verlor.

Dennoch passierte auch nach der

Zerstörung der Utopie lange Zeit erst

einmal nichts,das Haus blieb leer,die

Brache eine Brache, und das in einer

Gegend mit astronomischen Immobilienpreisen.

Erst im September 2014 verkaufte

die Fundus-Gruppe, die mit dem

Geld von Fonds-Anlegern das Hotel

Adlon, das Quartier 206 und das

Grandhotel Heiligendamm an der

Ostsee noch zuwege brachte,das Gelände

endgültig an die New Yorker

Vermögensverwaltung Perella WeinbergPartners

(PWR).

Wie es hieß, brauchte Fundus

Geld, um einen Millionen-Kredit bei

der HSH Nordbank abzulösen. Inzwischen

ist der Fonds Aermont Capital

mit Sitz in derSteueroase Luxemburg

Eigentümer.

Auf einer Fläche von 22500 Quadratmetern

soll nundie klaffende Lücke

zwischen Oranienburger, Friedrich-und

Johannisstraße geschlossen

werden.Vorgesehen sind elf Gebäude

und drei öffentliche Plätze. Auch einen

werbewirksamen Namen gibt es:

AM TACHELES. Das umgedrehte „A“

in Tacheles ist als Markeeingetragen.

Rund 700 Millionen Euro sollen insgesamt

ausgegeben werden.

Wohlklingende Namen

BLZ/GALANTY; QUELLE:

AMTACHELES.DE

Wohnen

Wohnen

Wohnen

Einkaufen

Wohnen

AermontCapital will mit dem Projekt

die „höchsten relevanten Öko-Auszeichnungen“

erreichen und dennoch

–oder erst recht? –„hochqualitative,

moderne Immobilen mit bedeutenden

öffentlich zugänglichen

Freiräumen“ schaffen. Schönste Investoren-Prosa.

Sebastian Klatt, Geschäftsführer

des Projektentwicklers pwr development

GmbH, kann bei dem Wortgeklingel

locker mithalten. Geplant sei

ein offenes und öffentliches Quartier

mit „vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten,

aufsehenerregender und kosmopolitischer

Architektur und drei

öffentlichen Plätzen“, sagte er bei

Grundsteinlegung im September.

Man wolle das gesamte Areal „zu

neuem Leben erwecken und als einzigartigen

Kultur-, Handels- und

Wohnstandortetablieren“. Dasdenkmalgeschützte

ehemalige Kunsthaus

soll erhalten, saniert und integriert

werden.

Neben dem handelsüblichen Einkaufspassagen-Mix

mit beliebigen

Restaurants und Cafés verspricht vor

allem das Wohnkonzept Abwechslung.

BekannteArchitektenbüros wie

Herzog &deMeuron, Brandlhuber +

Muck Petzet sowie Grüntuch Ernst

planen auf einem Drittel des Geländes

Gebäude mit klingenden Namen

wie Oro (Gold) und wohlfeilen Sprüchen

wie „Wohnen in der neuen Architekturikone

Berlins“ –275 wohlweislich

ausschließlich hochpreisige

Eigentumswohnungen.

Doch was ist mit der Kultur? Fegt

der Siegeszugdes Geldes die Künstler

endgültig vom Stadtplan von Berlins

mittigster Mitte. Oder bleibt womöglich

doch ein Freiraumzum Ausleben

kreativer Ideenund zur Auseinandersetzung

mit Themen derZeit?

Im Moment sieht es so aus: Die

Ruine steht unter Denkmalschutz.

DasBüroHerzog&deMeuron, das in

Berlin derzeit wegen der Planung für

ein doch sehr scheunenartiges Museum

derModerne im Kulturforum in

der Kritik steht, soll sie behutsam sanieren.

Dabei, so heißt esinden Unterlagen

der Investoren, sollen „die

Spuren der Vergangenheit bewahrt

und respektiert“ werden.

Interesse aus Schweden

Den Plänen zufolge soll das KunsthausTacheles

auch weiterhin ein Kulturstandort

bleiben. Als großer Favoritfür

ein„internationales Museumskonzept,

inklusive Restaurant und

Veranstaltungsmanagement“ wird

Fotografiska gehandelt, eine ArtFotomuseum

in der schwedischen HauptstadtStockholm.

DieSchweden bestätigten der Berliner

Zeitung ihr Interesse am Tacheles.

Man suche nach einem passenden

Platz in Berlin und spreche derzeit

über mehrere Orte. Aber konkret

sei noch nichts: „Wir haben mit niemandem

einen Mietvertrag abgeschlossen.“

Kann ja noch werden. Jedoch gibt

es auch Kritik an Fotografiska. Da es

weder über eine eigene Sammlung

verfüge noch Forschung betreibe und

überdies profitorientiertsei, sei es gar

kein Museum. Treffender ist der Begriff

Galerie. Böse Zunge sprechen

voneinem„Ikea für Bilder“.

Ist dies eine adäquate „kulturelle

Nutzung“, wie es der Bezirk Mitte im

Bebauungsplan fürs Tacheles eigens

formulierthat?Ephraim Gothe (SPD),

Stadtrat für Stadtentwicklung, will

sich jedes Kommentars über Ausformung

und Qualität dieser Nutzung

enthalten. Er kenne zwar das Kon-


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 11 *

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Berlin

Neben der sanierten

Gründerzeitfassade der

ehemaligen Einkaufspassage

sollen Wohnbauten

und Geschäftshäuser

entstehen.

SCHNELLER KALT ALS DEIN ESSEN

VOM LIEFERDIENST.

Jetzt von Berlin zum Wintersport nach Graz oder Salzburg.

zept, „aber ich habe es inhaltlich

nicht zu beurteilen“, sagt er. Für ihn

sind die quantitativen Festlegungen

entscheidender – zum Beispiel die

Frage, ob Restaurantfläche und

Buchladen tatsächlich untergeordnet

sind, wie es vorgesehen ist. „Eine Aufteilung

von 60:40 sollte es schon

sein“, sagt Gothe, außerdem wisse er

von Plänen über Fotostudios bei Fotografiska.

Prinzipiell hält es Gothe jedenfalls

„für nicht verwerflich, dass man mit

dem Konzept in die Breite geht“, wie

er es formuliert, dass auch Geld verdient

wird. Darum sei es auch denkbar,die

Galerie bis in die Abendstunden

zu öffnen, das Restaurant könnte

anschließend noch länger geöffnet

sein, sagt der Kommunalpolitiker.

Wichtiger ist für Gothe ohnehin,

dass die Ruine sachgerecht renoviert

wird. Da seien noch Absprachen nötig,

schließlich müssten manche

Graffiti konserviert werden. Und vor

allem gelte: „Jedes Nutzungskonzept

muss sich in das Haus einfügen.“

Ob solch ein Konzept voller kulturpolitischer

Kompromisse jemanden

wie Jochen Sandig überzeugen

könnte,ist unwahrscheinlich. Sandig

gehört zuden Besetzern der ersten

Stunde.Der Regisseur und Kulturmanager

gilt sogar als Erfinder des Namens

Tacheles – Klartext also. Damals,

zur Wendezeit, wollten die

Initiatoren auf die mangelnde Meinungsfreiheit

in der DDR verweisen.

Mit der Zeit ging der Name der

Gruppe auf das Gebäude selbst über.

Sandig blieb bis 1994 im Tacheles,

wo er auch seine spätere Frau, die

Choreographin Sascha Waltz, kennenlernte.

Sandig zog später weiter

zu den Sophiensälen ganz in der

Nähe, ehe beide zusammen an die

Schaubühne am Lehniner Platz gingen.

Spätestens mit der Gründung

des Radialsystems an der Spree in

Friedrichshain war der gebürtige

Schwabe Sandig ein großer Name im

Berliner Kulturbetrieb. Doch ein gewisser

Hang ins Südwestdeutsche ist

Sandig geblieben: Am 1. Oktober diesen

Jahres hat er sein Amt als Intendant

der Ludwigsburger Schlossfestspiele

angetreten.

Das Tacheles jedoch hat Sandig

nie aus dem Blick verloren. Er habe

sich über den jahrelangen Stillstand

auf der Brache nach der Schließung

geärgert, sagt Sandig der Berliner Zeitung.

Entsprechend freute er sich auf

die Grundsteinlegung im September.

In einer ArtAkt der Piraterie hüpfte er

auf die Bühne und stopfte Karten mit

den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung

der Vereinten Nationen in

die Grundsteindose.

Sandig hat das Tacheles nämlich

noch lange nicht aufgeben. Das Besetzermotto

von 1990 soll sich in seinen

Augen als geradezu visionär erweisen:

„Die Ideale sind ruiniert, rettet

die Ruine!“

Jochen Sandigs Vision ist ein „Tacheles

for Future“. Er will die mit Millionensummen

handelnden Investo-

How long is now? Rund um

die stellenweise schwer

heruntergekommene und

mit Graffiti übersäte Ruine

an der Oranienburger

Straße drehen sich

die Baukräne.

THOMES UHLEMANN (2); DPA (2) AM TACHELES (3)

ren dazu kriegen, nachhaltig zu denken

und zu handeln, wie er sagt.

Wenn sie schon mit dem Namen Tacheles

Geld verdienen wollten, sollten

die Manager erkennen, dass Gewinnmaximierung

an diesem Ort

eben nicht das richtige Konzept sein

könne.

Generation Greta

„Das Tacheles war über zwei Jahrzehnte

ein Ort der gesellschaftlichen

Auseinandersetzung“, sagt Sandig,

„das soll es jetzt wieder werden.“ Der

51-Jährige möchte, dass der Investor

das Tacheles aus dem Neubauviertel

ausklammert und einer Stiftung

übergibt. Diesewiederum müsste die

Räume der „Generation Greta“ zur

Verfügung stellen, wie Sandig es

nennt. Diese gelte es unbedingt und

unentgeltlich zu unterstützen.

Schließlich wollten die Aktivisten von

„Fridays for Future“ die Welt retten.

Eine relevantere Aufgabe könne es

nicht geben. Die Analogie zu 1990

liege auf der Hand: „Man hat unsdamals

auch in Ruhe gelassen.“

Natürlich müssten die Investoren

fürdie Übergabe an eine Stiftung auf

Gewinn verzichten, so Sandig.Aberer

habe gute Signale gehört. So habe

pwr-Manager Klatt bei der Grundsteinlegung

gesagt, man wolle am Tacheles

selbst kein Geld verdienen.

Anders als Sandig hat Klaus Ledererdie

Hoffnung auf einen Ortfür relevante

Kultur an der Oranienburger

Straße aufgegeben. „Der Mythos des

Tacheles ist vorbei. Der Verkauf war

ein Fehler. Jetzt wollen die privaten

Eigentümer aus dem vergangenen

Mythos Kapital schlagen“, sagt der

Linke-Politiker. Deshalb seien auch

alleVersuche der Politik, dortöffentliche

Kulturnutzung einzubringen,

komplett fehlgeschlagen. „Wir haben

mit dem Besitzer verhandelt, um

Räume für Kunst zu sichern. Wirhätten

auch versucht zu kaufen. Dafür

gab es keine Bereitschaft. Beiden von

den Eigentümern aufgerufenen Preisen

war uns auch das Mieten nicht

möglich“, erinnertLederer.

Auch Stadtrat Ephraim Gothe erkennt

nur noch „eine wehmütige Erinnerung

an die 90er-Jahre“. Aber er

will nicht so schwarzsehen wieLederer.

Er erinnertandie Alte Münzeam

Molkenmarkt, der sich unter der

Ägide der Senatskulturverwaltung

entwickelt hat und für die aktuell eine

musikalische Nutzung gesucht

werde.

Auch das Haus der Statistik am

Alexanderplatz, ein zur Ruine verkommener

Bürokomplex aus DDR-

Zeiten, sei so ein Ortder Hoffnung, so

Gothe.

Parallel zur Sanierung entwickelt

sich dortein gemeinwohlorientiertes

soziokulturelles Zentrum.

Elmar Schütze

verfolgt die Geschichte des

Tacheles seit Jahren.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Millionenbetrug mit Kunstwerken.

DiePolizei hat in Charlottenburgeinen

67-Jährigen festgenommen, der

im Zusammenhang mit dem Kauf

hochwertiger Kunstwerke mehrere

Personen betrogen und dabei einen

Schaden vonmehreren Millionen

Euro verursacht haben soll. DasLandeskriminalamt

habe am Donnerstag

Räume an fünf Orten in Berlin

und zwei Adressen in Brandenburg

durchsucht, Vermögenswerte des

Verdächtigen gepfändet und Beweismittel

sichergestellt, teilte die Polizei

am Freitag mit. DerMann, gegen den

wegen schweren Betruges und Urkundenfälschung

ermittelt werde,

sei einem Haftrichter vorgeführt

worden, der aber auf Haftverschonung

plädierte.Den Angaben zufolge

muss der Verdächtige sich nun

regelmäßig bei der Polizei melden.

Schüsse in Wohnung.

Ein13-Jähriger hat am Donnerstagabend

in einer Wohnung in Gesundbrunnen

eine Schreckschusspistole

ausprobiert. Eine Zeugin hörte die

Schüsse und alarmierte die Polizei.

DieBeamten sperrten die Straße ab

und drangen in dieWohnung ein,

teilte die Polizei mit. Dortfanden sie

den Jungen, der zunächst abstritt, geschossen

zu haben. Dann aber gab er

zu, dieWaffe des 17 Jahrealten Freundes

seiner Schwester ausprobiertzu

haben. DieWaffe wurde beschlagnahmt.

Es wirdwegenVerstoßes gegen

dasWaffengesetz ermittelt.

Überfall am Ostkreuz.

Zwei mutmaßliche Räuber haben in

der Nacht zu Freitag eine Gruppe Jugendlicher

zwischen 17 und 18 JahrenamBahnhof

Ostkreuz in Friedrichshain

überfallen. Einem der

Teenager schlugen sie mit der Faust

ins Gesicht. Die19und 20 Jahrealten

Angreifer erbeuteten ein Handy und

einen Lautsprecher und flüchteten

zunächst, teilte die Polizei mit. Polizisten

nahmen die beiden in der

Nähe des Tatorts fest.

Antisemitische Beleidigung.

Am Freitag gegen 9Uhr ist ein Mann

am Siegfried-Aufhäuser-Platz in

Neukölln voneinem anderen Mann

antisemitisch beleidigt worden. Die

Polizei stellte bei dem tatverdächtigen

34-Jährigen einenWert vonrund

1,8 Promille fest. DerStaatsschutz

übernimmt die Ermittlungen. (BLZ)

WieKleinkleckersdorf

Der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg will ein anderes Hochhaus an der Warschauer Brücke

VonGerhard Lehrke

und MikeWilms

Der Entwurf eines glänzenden

Hochhausturms

an der Warschauer Brücke

könnte ein Entwurf

bleiben. Florian Schmidt (Grüne),

Baustadtrat von Friedrichshain-

Kreuzberg, will das bereits erteilte

Baurecht für den knapp 140 Meter

hohen Büroturm „Edge“ kippen, in

den –wie berichtet –der Versandhandel

Amazon einziehen möchte.

In einem Schreiben an die in der

Stadtentwicklungsverwaltung angesiedelte

Senatsbaudirektorin Regula

Lüscher beklagt Schmidt, dass der

Bauherr Edge Technologies und das

ArchitektenbüroBjarke Ingels Group

sich nicht an geschlossene Verträge

hielten. Der zuletzt vorgestellte Entwurfhabe

nichts mit den ursprünglichen

Darstellungen zu tun.

Laut einem städtebaulichen Vertrag

von 2004 habe sich der Käufer

des Grundstück zu einem Architektenwettbewerb

verpflichtet. Gegeben

habe es aber nur ein Gutachterverfahren,

zu dem drei Architekturbüros

eingeladen wurden. Das Ergebnis,

soSchmidt, habe zunächst

alle Beteiligten zufriedengestellt.

Doch dann sei das Verfahren aus

dem Ruder gelaufen. Der Stadtrat:

„Im Bauantrag wurde ein vollkommen

anderer Entwurf eingereicht.“

Formal hätte er aber am 2. September

2019 genehmigt werden müssen,

weil der städtebauliche Vertragkeine

Handhabe dargestellt habe, die Genehmigung

zu versagen.

Schmidt schlägt daher vor, einen

neuen, echten Architektenwettbewerb

zu erzwingen, gegebenenfalls

über den Weg einer Klage. Man

müsse versuchen, den Vertrag

durchzusetzen, da der Bauherr rund

40 Prozent der Grundstücksfläche an

die benachbarte East Side Mall verloren

habe und sich dadurch neue

Grundbedingungen ergeben hätten.

Am Ende müsse ein Gebäude entstehen,

das gemäß der Berliner

Hochhausleitlinie eine „besonders

hohe städtebauliche und architektonische

Qualität aufweise“. Die Senatsverwaltung

prüft jetzt, ob

Schmidts Vorschlag rechtlich umgesetzt

werden kann.

Der Ursprungsentwurf, der auf

allgemeine Zustimmung stieß.

Amazon: Der Versandhändler

will 28 von35Etagen des

Edge-Hochhauses vomJahr

2024 an nutzen, insgesamt

55 000 Quadratmeter.Amazon

möchte die Zahl seiner

vorwiegend in Forschung und

Entwicklung tätigen Mitarbeiter

von2000 auf 3400

erhöhen, sie sollen im Edge

Towerander East Side

Galleryunterbringen.

PROMO

HIGHTECH AUF 28 ETAGEN

Baukollegium: Das Gremium

–bestehend aus der

Senatsbaudirektorin und

sechs unabhängigen Expertinnen

und Experten –hat

sich bereits vier Mal mit dem

Projekt befasst, ohne mit

den Änderungen am Entwurf

zufrieden zu sein. Das Baukollegium

Berlin versteht

sich als Gremium zur Sicherung

der Baukultur in Berlin.

Der Entwurf aus dem Bauantrag –

erkennbar anders.

Gentrifizierungskritiker:

Proteste gegendie Amazon-

Ansiedlung werden bereits

vonder Initiative„Make

Amazon pay“ angekündigt.

Die Aktionen würden nun

anlaufen, so ein Sprecher.In

den sozialen Netzwerken äußernsich

auch Gruppen

wie „BlockupyBerlin“ und

„Bizim Kiez“ ablehnend

gegenüber der Ansiedlung.

PROMO

Der Stadtrat, der bereits versucht

hatte, einen historisierenden Neubau

von Karstadt am Hermannplatz

zu verhindern, sieht jetzt große Unterstützung

für sein Vorhaben. Der

Bauausschuss des Bezirks habe

„konsterniert“ auf den Entwurf reagiert.

Das Stadtentwicklungsamt sei

darüber hinaus zu der Erkenntnis

gelangt, dass die Gestaltung des

Hochhauses „unbefriedigend“ sei:

„Fassaden wie aus dem Bauantrag

sind bereits in Bangkok und Singapur

gebaut worden.“ Für Berlin sei

der Entwurfunpassend und banal.

Das deckt sich mit Äußerungen

aus dem Baukollegium, einem aus

Architekten und Stadtplanern gebildeten

Beratergremium unter Vorsitz

Lüschers. Die Architekten des Edge

seien trotz mehrfacher Aufforderung

nicht willens oder in der Lage gewesen,

die unteren Etagen „rau und

wild“ zu gestalten, um sie der Umgebung

anzupassen und kein glattes,

abweisendes Gebäude zu schaffen.

Denkbar gewesen seien der Einsatz

vonrohem Beton, Fassadenbepflanzung

oder Kunst am Bau. Ein Mitarbeiter

des Kollegiums, das sich von

dem Entwurf distanzierte: „Sie

glaubten offenbar, dass man in Berlin

machen kann, was man will, und

uns an der Nase herumführen.“

Christian Gräff, wirtschaftspolitischer

Sprecher der CDU-Fraktion,

wittert für Schmidts Vorstoß ganz

andere Motive. Der Stadtrat wolle

Amazon als Mieter verhindern,

nachdem schon Google mit seinem

Campus-Plan aus dem Bezirk vergrault

worden sei: „Mit seinem Kulturkampf

gegen jeden Investor von

Weltruf verhindert der selbstherrliche

Stadtrat großartige Zukunftschancen

für den Bezirk und unsere

Stadt. Der Ruf unseres Wirtschaftsstandortes

erleidet dadurch einmal

mehr Schaden.“ Schmidt wolle Berlin

zum „Kleinkleckersdorf“ zurückbauen,

deshalb solle der Regierende

Bürgermeister Michael Müller (SPD)

„den Fall Amazon an sich ziehen“.

EinVorwurf, den Schmidt mit dem

zeitlichen Ablauf kontert. Der Brief

des Bezirksamts an Lüscher sei am

11. Oktober abgeschickt worden, von

Amazon als voraussichtlichem Mieter

aber habe man erst am 14. Oktober

aus der Zeitung erfahren.

Zehn Starts

fallen Streik

zum Opfer

Kabinenpersonal legt am

Sonntag die Arbeit nieder

Der für Sonntag angekündigte

Warnstreik bei der Lufthansa

wird nun auch Berliner treffen: Die

Kabinengewerkschaft Ufo hat am

Freitag die Beschäftigten der Lufthansa-Töchter

Eurowings, Germanwings,Lufthansa

Cityline und Sun-

Express für Sonntag zwischen 5und

11 Uhr zum Streik aufgerufen. In

Berlin sind zehn Flugverbindungen

betroffen –und damit schätzungsweise

2000 Passagiere. Insgesamt

könnten dem Warnstreik 340 Starts

zum Opfer fallen. Die ursprünglich

für Sonntag ab 12 Uhr geplante Arbeitsniederlegung

bei der Lufthansa-Kerngesellschaft

sagte die Gewerkschaft

dagegen ab.

Ufo zeigte sich unbeeindruckt

von der kurzfristigen Ankündigung

des Konzerns, die Gehälter für die

Beschäftigten der Kernmarke freiwillig

um 2,0 Prozent zu erhöhen und

damit die Forderung von1,8 Prozent

überzuerfüllen. Damit sei zunächst

nur die Forderung für eine von fünf

Gesellschaften erfüllt, erklärte ein

Sprecher. Zudem sei eine freiwillige

Zahlung etwas völlig anderes als eine

tarifliche Vereinbarung.

Urabstimmung bis 1. November

„Auf zynische Weise stilisiert Lufthansa

den langen Konflikt nun zu

einem Show-down auf dem Rücken

der Kunden und Mitarbeiter,indem

sie droht und es darauf ankommen

lässt, Flüge mit Streikbrechern

durchzuführen“, erklärte der frühere

Ufo-Chef Nicoley Baublies in

einer Mitteilung. Da keine schnelle

Änderung zu erwarten sei, würden

alle Ufo-Mitglieder zu Urabstimmungen

über unbefristete Streiks

aufgerufen. Die Abstimmungen

sollten bis zum 1. November dieses

Jahres laufen.

Bei500 Flügen wären schätzungsweise

rund 100 000 Passagierebetroffen.

Hunderte Flugbegleiter sind zum

Streik aufgerufen. In Mittelstreckenflugzeugen

sind üblicherweise vier

Flugbegleiter an Bord, inden größeren

Übersee-Jets sind es bis zu 20 im

Fall des Airbus A380. (dpa, BLZ)

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Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 13 *

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Berlin

Ein Hit für Humpty-Dumpty

Florian Schäfer arbeitet als Streichelpate im Katzenhaus des Tierheims –und ist Hobby-Rapper.Für einen der Kater drehte er nun ein Musikvideo

VonFlorian Thalmann

An den Moment, als Florian

Schäfer zum ersten Malauf

Humpty-Dumpty stieß,

kann er sich noch genau

erinnern. „Das war an meinem allerersten

TagimTierheim“, sagt er.„Der

kleine Kerl fiel mir gleich auf und war

mir sympathisch. Er ist ein unruhiger

Chaot –wie ich selbst.“ Humpty-

Dumpty ist ein Kater, der schon seit

längerer Zeit im Katzenhaus des

Tierheims auf ein neues Zuhause

wartet. Und Florian Schäfer könnte

vielleicht bald sein Retter werden.

Spiel- und Streicheleinheiten

Viele Menschen würden vonsich behaupten,

tierlieb zu sein, doch es

gibt Tier-Freunde,die den Begriff auf

ein völlig neues Level heben. Schäfer,

34Jahre alt, ist einer davon. Der

Berliner engagiert sich im Tierheim,

arbeitet dort als „Streichelpate“ –im

Katzenhaus hilft er dabei, die pelzigen

Bewohner mit Spiel- und Streicheleinheiten

etwas besser an Menschen

zu gewöhnen. Undhilft damit

dabei, dass sie später besser vermittelt

werden können. Während seiner

Arbeit dort verliebte er sich in einen

kleinen Kater, Humpty-Dumpty –

und versucht nun, auf ungewöhnlichen

Wegen ein neues Zuhause für

das Tier zu finden. Denn Schäfer ist

auch Hobby-Rapper.Und drehte mit

Unterstützung von einem befreundeten

Regisseur und einem Kameramann

ein Musikvideo über das Tier –

zu einem Song mit dem Titel „Weit

gereist“, den er über das Leben und

die Eigenschaften des Katers schrieb.

Schäfer gehört seit März zuden

„Streichelpaten“, die sich im Tierheim

engagieren. Der 34-Jährige arbeitet

als freiberuflicher Werbetexter,sitzt

viel im Büro. „Ich habe einen

Ausgleich zu meinem Job gesucht,

wollte gleichzeitig etwas Gutes tun“,

sagt er.„Undich finde Tieretoll, habe

selbst seit 13 Jahren einen Kater.“

Schäfer besuchte im Tierheim ein

Seminar über Katzen, wurde bei der

Gelegenheit auf den Job der Streichelpaten

aufmerksam und meldete

sich dafür an. Als er Humpty-

Dumpty traf, war Schäfer sofort

Feuer und Flamme.„Es war sozusagen

Liebe auf den ersten Blick“, sagt

er.„Allerdings ist er auch nicht ohne.

am Anfang, wenn er neuen Menschen

begegnet, ist er immer mit

Vorsicht zu genießen.“

Dasmag an seiner Vergangenheit

liegen: Humpty-Dumpty kommt ursprünglich

aus Israel, wurde dort im

Alter von nur wenigen Wochen von

der Straße gerettet und landete bei

einer Familie mit einem Hund. „Die

schwierigen Verhältnisse und Unruhen

vor Ort haben vermutlich dazu

geführt, dass er recht geräuschempfindlich

ist“, heißt es in der Beschreibung

auf der Vermittlungswebsite

des Tierheims. Das kann auch Schäfer

bestätigen. „Bei lauten Geräuschen

ist er sehr schreckhaft, das

Tierfreund: Florian Schäfer (34) mit seinem Kater Dr.Mabuse (13).

SABINE GUDATH

merkt man immer wieder“, sagt er.

Mehrmals wurde der Kater weitergegeben,

bis der Umzug nach Berlin

folgte.Hier landete er bei einer Frau,

die sich um ihn kümmerte –sie hatte

aber noch eine zweite Katze, mit der

Humpty-Dumpty nicht zurechtkam.

Deshalb landete er im Tierheim.

Schäfer freundete sich mit dem Kater

an, bis sich das Tier an ihn gewöhnt

hatte.„Zusammen haben wir

große Fortschritte gemacht“, sagt er.

„Und sind Stück für Stück Freunde

geworden.“ Selbst Streicheln sei am

Anfang schwierig gewesen, „aber inzwischen

kann ich ihn schon auf den

Arm nehmen, mit ihm schmusen

und spielen, das ist beeindruckend.“

Nur ein neues Zuhause für den

Kater ist noch nicht gefunden. „Und

ich habe mit der Zeit gemerkt, dass

Humpty-Dumpty im Tierheim sehr

unglücklich ist“, sagt Schäfer. Deshalb

überlegte er, wie er dem Tier

mehr Aufmerksamkeit verschaffen

könnte –und besann sich auf seine

Leidenschaft für Musik.

Denn neben seinem Job als Werbetexter

ist Schäfer Rapper.Erschrieb

den Song „Weit gereist“, begeisterte

einen Regisseur und einen Kameramann

für sein Projekt, gemeinsam

drehten sie ein Musikvideo im Tierheim,

das nun auf YouTube zu sehen

ist. „Bin weit gereist, doch ich komm’

nicht mehr voran, /Dreh’ mich oft im

Kreis,doch ich laufe stets auf Samt. /

Brauch’ein dickes Fell und auch eine

ruhige Hand, /mein Blick schweift in

die Ferne, deine Nähe längst erkannt“,

heißt es im Text des Liedes.

Dazu sind Bilder des Katers zu sehen,

der im Tierheim sehnsüchtig auf ein

Zuhause wartet. „Ich bin nicht zum

Kuscheln, doch für’s Bürsten nicht zu

kratzig, /gibt es was zu Knabbern, na

klar, mann, dann nasch’ ich. /Umgarne

mich mit Garn und ich

schnurre wie am Schnürchen /täglich

frag’ich mich: Weröffnet mir nur

das Türchen?“

Jobist eine Bereicherung

„Es wäre mir eine Herzensangelegenheit,

mit dem Projekt ein neues

Zuhause für den Kater zu finden“,

sagt Schäfer.„Ich würde ihn bei mir

aufnehmen, aber ich habe Zuhause

leider einen anderen Kater, der sich

nicht mit Artgenossen versteht. Und

Humpty-Dumpty mag andere Katzen

auch nicht besonders.“ Mit seiner

Geschichte möchte Schäfer auch

mehr Berliner dazu anregen, selbst

als Streichelpaten im Tierheim zu arbeiten.

„Der Jobist für mich eine Bereicherung,

es erdet mich, wenn ich

dort bin“, sagt er. ImTierheim freut

man sich über so viel Einsatzbereitschaft.

„All unsere Ehrenamtlichen

sind so unglaublich großartig –aber

das ist natürlich schon etwas ganz

Besonderes“, sagt Tierheim-Sprecherin

Beate Kaminski. „Humpty-

Dumpty ist unser erstes Tier mit eigenem

Rap-Video. Wir hoffen, das

bringt ihm nicht nur viele Fans,sondernauch

ein tolles neues Zuhause.“

Neues BER-Terminal

könnte sich verzögern

Erweiterungsbau T2 soll Kapazität des Airports erweitern

VonPeter Neumann

Die Flughafengesellschaft FBB

hält es für möglich, dass die

erste Erweiterung des neuen Schönefelder

Flughafens später als geplant

fertig wird. „In wenigen Tagen

beginnt der Einbau der Gepäckförderanlage

im Terminal T2. Daszeigt,

dass wir im Zeitplan liegen“, sagte

Flughafen-Chef Engelbert Lütke

Daldrup am Freitag nach der Sitzung

des Flughafen-Aufsichtsrats.Eslasse

sich aber nicht völlig ausschließen,

dass der Erweiterungsbau erst nach

der Eröffnung des BER, die in einem

Jahr stattfinden soll, ans Netz geht.

„Doch auch wenn in folgenden

Bauabschnitten im T2 Verzug eintreten

würde, hätte das keinen Einfluss

auf die Inbetriebnahme des BER im

Oktober 2020“, so Lütke Daldrup.

Weder der Start des neuen Flughafens

noch die Schließung Tegels wäre

dadurch gefährdet, sagte er.

2017 ist das Projekt T2 in Angriff

genommen worden. Im Juli 2019 fand

das Richtfest für den schnörkellosen

Betonbau statt. Das Gebäude, durch

das jährlich bis zu sechs Millionen

Passagiere geschleust werden sollen,

wird mehr Kapazität als alle ostdeutschen

Flughäfen außerhalb Berlins

zusammengenommen haben.Wurde

zunächst eine Bruttogeschossfläche

von15000 Quadratmeternangepeilt,

entstehen jetzt 23 000 Quadratmeter.

DieKosten stiegen von100 Millionen

auf 200 Millionen Euro. Das umfasst

jedoch auch ein Gebäude für die Bundespolizei,

einen Busparkplatz und

weitereBauten.

Die Bild am Sonntag hatte im

September über Probleme beim Bau

des T2 berichtet. Es gebe viele Mängelanzeigen,

hieß es. Die Lage sei

„hochkritisch“, eine termingerechte

Fertigstellung unwahrscheinlich.

Die FBB teilte mit, dass es „bauliche

Anpassungen“ gegeben habe.

Drogen, Waffen, Bargeld

Polizei entdeckt zahlreiche Verstöße in Shisha-Bars

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Bei Kontrollen in Shisha-Bars und

Lokalen in Neukölln und Kreuzberg

haben Beamte unter anderem

Drogen gefunden und 22 gewerbliche

Verstöße notiert. Das teilte die

Polizei am Freitag zu der Aktion vom

Donnerstagabend gegen Clankriminalität

mit. Beteiligt waren Zoll, Steuerfahndung,

Finanzamt und die Bezirksämter.Ermittelt

werdeauch wegen

Verstößen gegen das Waffengesetz.

Insgesamt 131 Menschen

wurden überprüft.

In drei Lokalen in der Hasenheide,

Donau- und Oranienstraße

beschlagnahmten die Beamten

demnach am Abend 22 Kilogramm

unversteuerten Shisha-Tabak. Auch

zwei Messer,ein Reizstoffsprühgerät

und Drogen wurden sichergestellt.

Bei einer Verkehrskontrolle am Hermannplatz

mussten vier Falschparker

abgeschleppt werden, anderebekamen

Strafzettel. Die Polizei notierte

151 Anzeigen. 85 Einsatzkräfte

waren involviert.

Bei einen weiteren Einsatz in der

Hermannstraße wurden nach Polizeiangaben

108 Menschen überprüft.

Es ging demnach auch um das

Verhindern sogenannter Profilierungsfahrten

von„Autoposern“. Von

einem 39-jährigen Lokalgast in der

Emser Straße wurden 35 Tütchen

Cannabis sowie Bargeld in vierstelliger

Höhe beschlagnahmt. Ein 19-

Jähriger wurde am U-Bahnhof Neukölln

beim illegalen Zigarettenhandel

erwischt, 740 unversteuerte Zigaretten

wurden eingezogen. (dpa)

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14 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Berlin

Mahnwache beim Marlboro-Mann

950 Berliner Beschäftigte des Philip-Morris-Konzerns protestieren gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze

VonMikeWilms

Die Mitarbeiter der Philip-

Morris-Zigarettenfabrik

stehen in gelben Westen

vordem Werksgelände in

der Neuköllnischen Allee. Der Lärm

von vielen Hundert Trillerpfeifen ist

ohrenbetäubend. Die Beschäftigten

der Berliner Niederlassung des USamerikanischen

Tabakkonzerns halten

an diesem Freitag eine Mahnwache

ab.Sie machen ihrem Ärger über

den Abbau von 950 Arbeitsplätzen

Luft. Philip Morris will zum Jahreswechsel

die Zigarettenproduktion in

Berlin nach 47 Jahren einstellen.

Nun kämpfen Mitarbeiter und Betriebsrat

um einen fairen Sozialplan.

Geplatzte Hoffnungen

DieVerkündung des Personalabbaus

war im Mai dieses Jahres aus heiterem

Himmel gekommen. Viele Mitarbeiter

hatten geglaubt, beim weltweit

größten privaten Tabakhersteller

sichere Jobs bis zur Rente zu haben.

„Ich arbeite seit 34 Jahren in

dieser Fabrik“, sagt Larsen Herzog,

56, Schichtleiter in der Filterherstellung.

Er empfindet den Personalabbau,

der mehr als 90 Prozent der Beschäftigten

trifft, als Respektlosigkeit.

„Die Belegschaft hat jahrzehntelang

hart gearbeitet und für den

Konzern viel Geld erwirtschaftet“,

sagt er.Nun würden viele Kollegen in

einem Alter entlassen, in dem man

meist keine neue Stelle mehr finde.

Ein junger Mitarbeiter hat seine

Frau und im Kinderwagen sein drei

Konzern-Mitarbeiter mit Trillerpfeifen und gelben Warnwesten: Sie forderneinen fairen Sozialplan von Marlboro-Hersteller Philip Morris.

Monate altes Baby zur Mahnwache

mitgebracht. Er stellt sich als Robert,

33, vor und möchte seinen Nachnamen

zum Schutz der Familie lieber

nicht sagen. Für den Maschineneinrichter

aus Großziethen kommt der

Stellenabbau zum denkbar schlechtesten

Zeitpunkt. „Ich habe gerade

ein Haus gekauft und eine Familie

gegründet“, sagt er. Doch nun wisse

er nicht, wie er nächstes Jahr Geld

verdienen solle. Seine Frau, die für

„Ich habe gerade ein Haus gekauft und

eine Familie gegründet. Aber jetzt weiß

ich nicht, wie ich ab nächstem Jahr

noch Geld verdienen soll. “

Robert, 33Jahre alt, ist Maschineneinrichter und arbeitet

seit zehn Jahren bei Philip Morris in Berlin.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

einen externen Personaldienstleister

von Philip Morris tätig sei, werde im

schlimmsten Fall auch arbeitslos.

Bei der Gewerkschaft Nahrung-

Genuss-Gaststätten (NGG) heißt es,

dass nicht nur die 950 Philip-Morris-

Beschäftigten ihre Stellen verlieren

könnten, sondern insgesamt 1300

Berliner Arbeitnehmer. „Man muss

zum Beispiel Zulieferer, Reinigungsund

Kantinenpersonal mitrechnen“,

sagte Gewerkschaftssekretärin Birgit

Weiland am Freitag auf Anfrage.Das

Ziel aller Arbeitnehmervertreter sei

es nun, in den Verhandlungen möglichst

gute Sozialpläne durchzusetzen.

Die Beschäftigten müssten Planungssicherheit

für die nähere Zukunft

haben. Das bisherige Angebot

von Philip Morris sei unzureichend.

„Die Gespräche zeigen, dass es der

Arbeitgeberseite leider nur ums Geld

geht“, bekräftigte der vom Philip-

Morris-Betriebsrat beauftragte Wirtschaftsprüfer

Nikolai Laßmann.

Ladenhüter Zigarette

Der Tabakkonzern begründet den

Personalabbau, an dessen Ende nur

noch rund 80 Beschäftige im Berliner

Werk verbleiben sollen, mit dem

deutlichen Rückgang der Nachfrage

nach Zigaretten. „Die Veränderung

des Konsumentenverhaltens erfordert

eine deutliche Reduzierung der

Produktionskapazitäten“, so Mark

Johnson-Hill, Vice President EU Manufacturing.

Bei Philip Morris setze

man nun auf die Entwicklung und

Produktion vonrauchfreien Alternativen,

wie zum Beispiel sogenannten

Heets,bei denen Tabak nur noch erhitzt

und nicht mehr verbrannt wird.

Betriebsratschefin Petra Selchow

hatte gehofft, dass neue Produkte

wie der Tabakverdampfer „Iqos“ in

Zukunft in Berlin hergestellt würden.

„Aber offensichtlich setzt man im

Konzerndarauf, dass die Produktion

im Ausland billiger ist als in Deutschland“,

so Selchow. Die Berliner Beschäftigten

von Philip Morris wollen

ihreMahnwache nun fortsetzen.

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Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 15 *

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Berlin /Brandenburg

15-Jährige

seit Dienstag

vermisst

Ermittlergruppe der Polizei

sucht nach Potsdamerin

Auf der Suche nach einer vermissten

15-Jährigen aus Potsdam hat

die Polizei jetzt eine Ermittlergruppe

eingerichtet. „Die Gruppe besteht

aus bis zu zehn Polizisten und hat sofort

mit der Arbeit begonnen“, sagte

eine Sprecherin der Polizeidirektion

West am Freitag.

Das Mädchen namens Britney ist

am Dienstagabend nach einem

Streit mit ihren Eltern aus der gemeinsamen

Wohnung im Stadtteil

Drewitz verschwunden und wird

seitdem vermisst. „Es ist nach derzeitigen

Erkenntnissen das erste

Mal, dass Britney nicht nach Hause

kam“, heißt es in der Pressemeldung

der Polizei. Den Angaben zufolge

sagte das Mädchen, zu einer Bekannten

gehen zu wollen, doch dort

kam sie nicht an. DerPolizeisprecherinzufolge

gibt es nach wie vorkeine

Anhaltspunkte für eine Straftat. Es

werdeaber in alle Richtungen ermittelt.

Bislang seien vier Hinweise aus

der Bevölkerung eingegangen. Sie

hätten aber nicht zum Auffinden des

Mädchens geführt.

Tasche am Ufer gefunden

Am Mittwochmorgen wurde an einer

Uferstelle im Nuthepark inder

südlichen Potsdamer Innenstadt

eine Tasche mit persönlichen Gegenständen

der 15-Jährigen gefunden,

darunter auch Bekleidung.

Polizisten suchten bis Donnerstagabend

vergeblich mit zwei Hunden,

einer Drohne, einem Hubschrauber

und TauchernderWasserschutzpolizei

nach dem Mädchen.

Die aktive Suche wurde nach Angaben

der Polizeisprecherin nun vorläufig

eingestellt. Sobald es neue Anhaltspunkte

über den Aufenthaltsort

des Mädchens gebe,gehe es weiter.

Da für das Mädchen eine Gefahr

für Leben und Gesundheit nicht auszuschließen

sei, bittet die Polizei die

Bevölkerung weiter um Mithilfe.Die

Vermisste ist etwa 1,60 Meter groß,

schlank, hat dunkle Hautfarbe und

braune schulterlange Haare. An dem

Tagihres Verschwindens war sie mit

einem weißen T-Shirt und blauer

Jeans bekleidet. (dpa, BLZ)

Britneylebt mit ihren ElternimPotsdamer

Stadtteil Drewitz.

POLIZEI

Ein erster Blick in die Welt

Erst ein Blinzeln, dann ein Zwinkern: Rund sechs Wochen nach ihrer

Geburthaben die Panda-Zwillinge im Berliner ZooihreAugen geöffnet.

Zuerst schaute sich das Jüngere der beiden Babys Mutter Meng Meng

das erste Malbeim Kuscheln an, teilte der Zoomit. KurzeZeit später öffnete

auch der ältereZwilling seine Augen. Diebeiden Bärchen bringen

inzwischen jeweils gut zwei Kilo auf die Waage und sind nun rund 30

Prominent auf beiden Seiten

VieleKünstler des wiedervereintenDeutschlands kommen ausder DDR, darunter nicht wenige aus Ost-Berlin

VonGregorTholl

Ausgerechnet im ausgesprochen

westdeutschen

Münster, der katholisch

geprägten Universitätsstadt

in Westfalen, gehört Jan Josef

Liefers zum „Tatort“-Team. Geboren

wurde der Schauspieler vor 55Jahren

auf der ganz anderen Seite der

Republik, in Dresden, in einem

Land, das es heute nicht mehr gibt:

in der DDR. Liefers gehört heute zu

den beliebtesten TV-Promis. Und es

fällt 30 Jahre nach dem Mauerfall

auf, dass viele vonDeutschlands populärsten

Film- und Fernsehstars

aus dem Osten kommen.

Bekanntes aus dem Osten

Eine gängige These lautet, dass

Deutschlands Politik und Wirtschaft

von Wessis dominiert würden. Als

Gegenentwurf dazu ließe sich die

These aufstellen, dass viele der bekanntesten

Gesichter und Stimmen

der Unterhaltungsbranche aus dem

Osten Deutschlands stammen.

Es geht hier nicht um ausgebürgerte

oder übergesiedelte Promis wie

Manfred Krug, Winfried Glatzeder

und Nina Hagen und auch nicht um

die früheren Stars des DFF,des staatlichen

DDR-Fernsehens, also Leute

wie Wolfgang Lippert, Karsten Speck

und Gunther Emmerlich, die mehr

oder weniger auch Karriere imwiedervereinigten

Deutschland machten.

Die Rede soll hier sein von Menschen,

die ihre ersten Jahrzehnte

oder auch nur Kinderjahre in der

DDR erlebten und nach der Wende

und Wiedervereinigung gesamtdeutsch

oder gar international

durchstarteten. In der Musikbranche

gehören dazu die Musiker von

Rammstein, Tim Bendzko, der Rapper

Sido und die Magdeburger Zwillinge

Bill und TomKaulitz vonTokio

Hotel, bei den Fernsehmoderatorinnen

und -moderatoren Inka Bause,

Carmen Nebel und KaiPflaume.

Eine Liste von bekannten ostdeutschen

Schauspielerinnen und

Schauspielern gerät rasch sehr lang:

Neben JanJosef Liefers gehören auch

dessen Frau Anna Loos sowie die gebürtigen

Dresdner Claudia Michelsen,

Cornelia Gröschel und Martin

Brambach dazu, ebenso die bei Potsdam

aufgewachsenen Schwestern

Anja Kling und Gerit Kling. Anfang

der 80er-JahreinOst-Berlin geboren

wurden Filmstars wie Karoline Herfurth,

TomSchilling, Alexander Fehling,

Friedrich Mücke und Nora

Tschirner. Zur Wende schon Teenager

oder älter waren die gebürtigen

Ost-Berliner Jördis Triebel, Ronald

Zehrfeld, Fritzi Haberlandt, Milan

Peschel, Lina Wendel und Pierre Sanoussi-Bliss.

„Nach der Wende wurden viele

handwerklich sehr gut ausgebildete

Ostschauspieler zu extrem niedrigen

Gagen eingekauft, einfach weil sie

überhaupt keine Ahnung vom westdeutschen

Filmmarkt hatten“, erklärtdie

in der DDR geborene Künstleragentin

und Managerin Ute Bergien

in Berlin. „Das war für viele derjenigen,

die heute prominent sind,

ein Einstiegsgarant, ohne den so

manche Karriere anders verlaufen

wäre.“

Die Schauspielerausbildung der

DDR an nur wenigen Stellen wie der

renommierten Ernst Busch in Berlin

(Hochschule für Schauspielkunst

Ernst Busch) und der Potsdamer

Filmhochschule HFF (heute Filmuniversität

Babelsberg Konrad Wolf)

OO BERLIN/DPA

Zentimeter lang. Seit der Geburt ist ihnen langsam das typische

schwarz-weiße Fell gewachsen. Pandaweibchen Meng Meng war am

31. August zum ersten MalMutter geworden. Im Berliner Zooist es die

erste Panda-Geburt. Für Besucher zu sehen sein soll die junge Familie

voraussichtlich Ende des Jahres. Dann will der Zoo auch Namen und

Geschlecht der Jungen bekanntgeben.

sei streng reglementiert, aber eben

auch exzellent gewesen, betont Bergien.

Der Schauspieler Thorsten Merten,

bekannt geworden mit Filmen

von Andreas Dresen („Halbe

Treppe“, „Halt auf freier Strecke“),

erläutert seine Vermutung zum

Thema: „Auf Bildschirm und Leinwand

entsteht der Eindruck, dass

Schauspieler mit ostdeutschem Geburtsort

nicht so unterrepräsentiert

sind, wie wir es vonprominenten Berufen

in anderen Bereichen kennen.

Oft weniger gelungen

Das könnte daran liegen, dass ein

Schauspieler kein großes Erbe oder

elterliches Netzwerk braucht, sondern

nur sich und sein Talent.“ Und

vielleicht liege es auch daran, sagt

der im thüringischen Ruhla geborene

Merten, dass in den vergangenen

30 Jahren unzählige Drehbücher

über die DDR –oft erdacht und angeschoben

vonWestdeutschen –verfilmt

wurden.

„Diese manchmal mehr, oft auch

weniger gelungenen Storys bedurften

auch einer Beglaubigung durch

ostdeutsche Gesichter.“ (dpa)

NACHRICHTEN

Würdigung des Ehrenamtes

mit Award

Jeder sechste Deutsche übt ein Ehrenamt

aus,mehr als 14 Millionen

Menschen insgesamt. SieorganisierenFerienlager

und Sportvereine für

Kinder oder erklären ihnen die Natur

ihrer Heimat, unterrichten Flüchtlinge

in der deutschen Sprache oder

helfen bei der Arbeitssuche,unterstützen

Familien mit behinderten

Kindernund besuchen Senioren im

Heim. Dasmuss belohnt werden:

DerTake Off Award–der deutsche

Preis für das Ehrenamt –zeichnet

Menschen aus,die sich uneigennützig

für andereengagieren. DerPreis

wirdam23. November auf einer großen

Gala mit prominenten Gästen in

der Potsdamer Schinkelhalle verliehen.

Wersich bewerben oder andere

nominieren will, kann dies noch bis

zum 31. Oktober auf der Website

www.takeoffaward.de tun (BLZ)

Autobahn nach Brand

bis Sonntag gesperrt

Nach einem Brand auf einer Brückenbaustelle

bleibt die Autobahn

A10zwischen den Anschlussstellen

Rüdersdorfund Erkner mindestens

bis Sonntag gesperrt. „Wir erwarten

Reparaturmaterialien aus Österreich“,

so der Landesbetriebs Straßenwesen.

„Jenachdem, wie schnell

diese hier eintreffen, können wir mit

den Arbeiten beginnen.“ DiePolizei

ermittelt währenddessen, ob das

Feuer durch fahrlässige Brandstiftung

bei Schweißarbeiten entstanden

sei. Über Erkner,Friedrichshagen

und Köpenick versuchten laut

der Verkehrsinformationszentrale

viele Autofahrer,die Stadtautobahn

zu erreichen. Es kam zu Staus. (dpa)

Große Konferenz gegen

Clan-Kriminalität in Berlin

Im Kampf gegen kriminelle Mitglieder

vonClans hat Berlin eine Konferenz

mit nationalen und internationalen

Experten organisiert. Am

24. Oktober solle über Strategien beraten

werden, kündigte die Innenverwaltung

vonSenator Andreas

Geisel (SPD) am Freitag an. Neben

Berliner Experten vonPolizei und

Staatsanwaltschaft werden auch der

Präsident des Bundeskriminalamtes,Holger

Münch, sowie Vertreter

vonEuropol teilnehmen. (dpa)

Brandenburg nimmt

72 Jesiden auf

Brandenburghat 32 Mitglieder der

religiösen Minderheit der Jesiden

aufgenommen. DieMänner,Frauen

und Kinder würden in einer Unterkunft

im Landkreis Oder-Spree betreut,

sagte Staatskanzleichef Martin

Gorholt am Freitag. Weitere40Jesiden

würden noch in diesem Jahr in

Brandenburgerwartet. (dpa)

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16 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Die Redaktion behält sich das Recht

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Susanne Dübber

will wissen, was Sie denken.

Was Leserinnen und Leser der

Berliner Zeitung den lieben

langen Taglang erleben, fotografierensie

in den heutigen Smartphone-

Zeiten gerne. Dann schicken sie es

an die Redaktion, was uns freut!

Am Waldesrande in Grünau, nahe

einer Weide mit Kühen drauf, entdeckte

die sechsjährige Lisa aus Reinickendorf

mit ihrer Familie solche

Die bürgerliche Sichtweise

auf die sozialistische DDR

Politik: „Debatte um Begriff,

,Unrechtsstaat‘ für DDR“

(8. Oktober)

In der bürgerlichen Demokratie darf

man wählen und seine Meinung laut

äußern, weil sich dadurch an den

Machtverhältnissen nichts grundsätzlich

ändert. Die Macht des Geldes

sitzt seit Jahrhunderten fest im

Sattel. Anders in der DDR: Dort waren

die neuen Machtverhältnisse so

labil, dass sich die Verwalter der

Macht im permanenten Verteidigungszustand

wähnten.

Denn man hatte erstmalig in der

Geschichte versucht, im Namen des

arbeitenden Volkes den Besitzenden

ihre angestammte Macht zu nehmen.

Ob man das als Unrecht empfindet,

hängt vom Standpunkt ab.

Heute wirdnatürlich nur die bürgerliche

Sichtweise auf die sozialistische

DDR kommuniziert, nach der

sie ein „Unrechtsstaat“ war. Was

Recht ist, bestimmt das herrschende

System und seine Medien.

Joachim Mädlow,

Berlin-Spandau

Der Grenzübergang Bornholmer Straße am 9. November 1989

9. November 1989: Wo waren Sie?

Im Herbst 1989 überschlagen sich die Ereignisse.Am9.November läuft

seit 18 Uhrdie inzwischen legendärePressekonferenz Ost-Berlin: Günter

Schabowski, seit dem 6. November Sekretär des ZK der SED für Informationswesen,

gibt die neue Reiseregelung bekannt. Auf die Frage

eines Journalisten, wann die Regelung in Kraft treten soll, antwortet er:

„Absofort, unverzüglich!“ Wiehaben Sieden 9. November 1989 erlebt?

Wo waren Sie? Gehörten Sie zudenjenigen, die noch in der gleichen

Nacht nach West- oder Ost-Berlin gingen? Oder haben Sieden Mauerfall

verschlafen? Oder sich mit ganz anderen Dingen befasst? Wenn Sie

Trump will den Krieg gegen Iran

IMAGO/ROLAND OWSNITZKI

heute an die Zeit zurückdenken, welche Gedanken und Gefühle bewegen

Sie? Welche Hoffnungen haben sich erfüllt, welche nicht? Schreiben

Sieuns Ihre Geschichte! Eine Auswahl der Texte wirdam9.November

in der gedruckten und digitalen Ausgabe der Berliner Zeitung zu lesen

sein. Diese Befragung ist ein gemeinsames Projekt mit der Londoner

Times unter dem Titel „Berlin Wall Revisited“, die auch die

britischen Leser um ihreMitwirkung bitten wird. Miteiner Einreichung

stimmen Sieautomatisch einer Veröffentlichung nicht nur in der Berliner

Zeitung, sondernauch in der Londoner Times zu.

Lisa und Mutter Beata sammelten

Steinpilze in groß.

PRIVAT

riesigen Steinpilze. Gewicht: je um

ein Kilo.Vorm Braten mit Gewürzen

und Petersilie machte Mutti Beata

noch schnell das Foto oben. „So

große Pilze fanden wir nie zuvor“,

freut sich Vati Ronny. Den Rest –

denn so viel kann keiner auf einmal

essen –zogen die Nowaks auf einen

Faden und hängten das Ganze zum

Trocknen in den Keller.

Während des Urlaubs im spanischen

Barcelona fiel Alfred Schulz

aus Johannisthal einiges auf. „Die

Leihräder stehen dort ordentlich in

Man hatte sich anzupassen,

unauffällig zu verhalten

Titel: „Der Westen dominiertdie

Ministerien“ von Markus Decker

(17. Oktober)

Daskann viele Ursachen haben: Seilschaften,Vorurteile

gegen ehemalige

DDR-Bürger, Herkunft, Bildung,

vielleicht auch die falsche Ausbildung.

Ich glaube, dass es an der

Mentalität der Menschen liegt.

Im Westen wurden die Kinder zu

Individualisten mit Durchsetzungsfähigkeit,

Selbstbewusstsein, Erfolgsorientierung

erzogen. Im Osten

waren diese Eigenschaften nur bei

der Sporterziehung gefragt, sonst

wurde man doch „vom Ichzum Wir“

erzogen. Manhatte sich anzupassen,

unauffällig und selbstkritisch zu verhalten,

Eigenschaften wie Fleiß und

Ordnung wurden positiver beurteilt

als Individualität.

Renate Quente,

Berlin-Lichtenrade

Thema „Krieg in Syrien –Land zwischen

den Fronten“ von Christian Burmeister

(15. Oktober)

Für mich ist klar,dass sich die Amerikaner

aus Syrien zurückgezogen haben

und die Türken dortnach Belieben

handeln lassen, weil sie ein anderes

Ziel haben, nämlich Iran:

Trump will den Krieg gegen Iran, unbedingt,

dafür braucht er jedoch die

Türken. Wir werden bald erleben,

dass Bomben auf Teheran fallen: Das

ist das eigentliche Ziel, und deswegen

wurden die Kurden verraten und

fallen gelassen.

NorbertFicek, Berlin-Friedenau

Einsatz hat die sogenannten

westlichen Wertediskreditiert

Meinung: „Europa verdammt sich zur

Hilflosigkeit“ von Gordon Repinski

(15. Oktober)

Ein robuster Einsatz Deutschlands

zusammen mit Verbündeten in Afghanistan,

Irak, Libyen und Syrien

hat weder Freiheit noch Demokratie

gebracht, sondern die sogenannten

westlichen Wertediskreditiert. Denn

in der Folge waren die Zerstörung

der Zivilgesellschaft, Chaos, Anarchie

und viele Tote im Krieg und bei

den daraus resultierenden Flüchtlingswellen

zu beklagen.

Damit will ich keinesfalls alles gut

heißen, was als Gegenreaktion in Syrien

erfolgte. Aber man muss auch

bedenken, dass es ähnlich schlimme

Zustände in amerikanischen Gefangenenlagern

in Guantanamo und

anderen Folterlagern der USA im

Irak (Abu Ghraib) oder in Polen und

Rumänien gab.

Konrad Gladisch, per E-Mail

Die Sportler unterstützen

die militärische Lösung

Sport: „Türkische Nationalelf: Falsche

Empörung“ von Christian Seidl

(16. Oktober)

Wenn die Sportler mit militärischer

Haltung salutieren, ist die Schlussfolgerung

klar: Sie unterstützen die

militärische Lösung. Jemand, dem es

um das Beten für seine Freunde und

Soldaten geht und der eben nicht

den Krieg begrüßt, findet eine andere

Körperhaltung. Deshalb ist das

Salutieren in diesem Kontext auch

ein klares und damit in seiner Aussage

abzulehnendes Signal.

Torsten Müller,

Berlin-Niederschöneweide

Eine Grußerweisung ist eine Ehrerweisung

und nichts Privates. Wieso

riskieren die Soldaten „ihr Leben für

unser Land“? Wieso ist es im Interesse

der Türkei, in ein anderes Land

einzufallen? Ich halte es prinzipiell

für verwerflich, Anteilnahme mit

Soldaten zu äußern, sobald sie andereLänder

überfallen.

Dieter Grahmann, per E-Mail

Die Facebook-Diskussion:

Özil über DFB-Abschied

Facebook: „Rücktritt richtige Entscheidung:

Özil spricht erstmals über

DFB-Abschied“

(17. Oktober)

Foto, vorherige Treffen oder die Einladung

zur Hochzeit sind primär private

Angelegenheiten. Doch als Botschafter

des DFB und öffentliche

Person kann man sich nicht auf unpolitische

Motive zurückziehen,

wenn man werbewirksam auf Medienaccounts

einer hierzulande umstrittenen

Partei auftaucht.

Peter Raab

Özil hat bei der WM 2018 5,5 Torchancen

pro Spiel kreiert (bester

Wert aller WM-Spieler). Er hatte 110

Ballkontakte (fast doppelt so viel wie

Marco Reus), 86 Prozent Passquote,

62,5 Prozent Zweikampfquote. Nur

das sollte zählen.

Daniel Lemitz

Zweidrittel dieser guten Spiele waren

gegen Underdog-Mannschaften,

selbst da ist er abgetaucht, sobald es

nicht lief. Tino Eilmes

Die Abstellplätze für Leihräder in

Barcelona

PRIVAT

Reih und Glied in Stell-Anlagen auf

öffentlichem Straßenraum. So fliegen

sie nicht wie bei uns in Berlin

kreuz und quer auf Straßen und Plätzen

rum.“ Ein löbliches Vorbild, das

Herr Schultz auch in Berlin

realisiert haben möchte.

Überhaupt bemerkte er,dass

„es dort alles viel gepflegter

zugeht. Die Rasenflächen

sind frappierend grün und

sauber geschnitten –das ist

mir sehr positiv aufgefallen.

Die machen da wohl viel

mehr.“ Sein Resümee:

„Warum geht das hier bei uns

zu Hause eigentlich nicht so

ordentlich?“

BLZ/REEG

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute klettern die Temperaturen auf 14 bis 17Grad. Dazu ist es vielerorts

bewölkt, gebietsweise regnet es. Der Wind weht schwach bis mäßig

aus südöstlichen Richtungen. In der Nacht ziehen teils dichte Wolken

heran und haben mitunter Regen im Gepäck. Es werden Tiefstwertebis

10 Grad erreicht.

Biowetter: Stoffwechsel und Durchblutung

laufen witterungsbedingt

verlangsamt ab. Dies führt zuniedrigem

Blutdruck, aber auch Kopfweh

und Migräne. Wetterfühlige 10°/17°

Wittenberge

Menschen klagen über Unwohlsein.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 47 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 13 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 9µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 66%

Gefühlte Temperatur: maximal 15Grad.

Wind: schwach aus Südost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

9°/16° 10°/15°

Luckenwalde

10°/15°

Cottbus

10°/16°

Sonntag

Montag

Dienstag

stark bewölkt stark bewölkt wolkig

11°/18° 12°/18° 8°/13°

Prenzlau

9°/14°

Frankfurt

(Oder)

10°/16°

Mit Südwinden kommt feuchtmilde Luft am Rand eines Tiefs bei den Britischen

Inseln zu uns. Das ist von der Iberischen Halbinsel und Frankreich über das

westliche und nördliche Mitteleuropa bis Südskandinavien mit Regenwolken verbunden.

VonOsteuropa bis zum zentralen Mittelmeerraum ist es freundlich und

warm.

Sylt

9°/13°

Hannover

9°/16°

Köln

11°/14°

Saarbrücken

9°/14°

Konstanz

11°/16°

Hamburg

9°/15°

Erfurt

9°/15°

Frankfurt/Main

11°/15°

Stuttgart

11°/15°

Rostock

9°/15°

Magdeburg

11°/17°

Nürnberg

11°/16°

München

10°/19°

Rügen

9°/14°

Dresden

12°/16°

Deutschland: Heute gibt es bei vielfach

stark bewölktem Himmel zeitweilige

schauerartige Regenfälle, und

die Temperaturen klettern amTage

auf 13 bis 19 Grad. Nachts sinken

die Werte dann auf 11 bis 7Grad.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus südöstlichen Richtungen. Morgen

behalten Wolken oft die Oberhand.

Stellenweise folgt Regen.

Dabei werden 13 bis 22 Grad erreicht,

und der Wind weht nur

schwach aus südöstlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 13°-14°

Nordsee: 13°-15°

Mittelmeer: 19°-28°

Ost-Atlantik: 14°-19°

Mondphasen: 21.10. 28.10. 04.11. 12.11.

Sonnenaufgang: 07:38 Uhr Sonnenuntergang: 18:03 Uhr Mondaufgang: 21:23 Uhr Monduntergang: 13:27 Uhr

Lissabon

20°

Las Palmas

23°

Madrid

19°

Reykjavik


Dublin

12°

London

16°

Paris

16°

Bordeaux

17°

Palma

25°

Algier

31°

Nizza

22°

Trondheim


Oslo

10°

Stockholm

12°

Kopenhagen

14°

Berlin

15°

Mailand

17°

Tunis

30°

Rom

21°

Warschau

18°

Wien

19° Budapest

22°

Palermo

26°

Kiruna

-5°

Oulu


Dubrovnik

22°

Athen

25°

St. Petersburg

14°

Wilna

18°

Kiew

20°

Odessa

19°

Varna

22°

Istanbul

25°

Iraklio

25°

Archangelsk


Moskau

14°

Ankara

23°

Antalya

28°

Acapulco 32° Gewitter

Bali 41° heiter

Bangkok 33° wolkig

Barbados 30° Gewitter

Buenos Aires 22° heiter

Casablanca 21° wolkig

Chicago 17° wolkig

Dakar 32° heiter

Dubai 35° sonnig

Hongkong 30° heiter

Jerusalem 23° sonnig

Johannesburg 34° heiter

Kairo 33° sonnig

Kapstadt 22° wolkig

Los Angeles 21° sonnig

Manila 32° Gewitter

Miami 32° Gewitter

Nairobi 27° Schauer

Neu Delhi 34° heiter

New York 17° sonnig

Peking 20° heiter

Perth 29° heiter

Phuket 34° heiter

Rio de Janeiro 26° bewölkt

San Francisco 19° heiter

Santo Domingo 30° wolkig

Seychellen 28° Gewitter

Singapur 31° Gewitter

Sydney 27° wolkig

Tokio 23° Regen

Toronto 12° heiter


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 – S eite 17

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Berlin

AM WOCHENENDE

Froh mit Abba:

Sabine Mayer singt in „Mamma Mia“

Schönes Wochenende Seite 19

Flott in die Kurve:

Ein Selbstversuch im Eisschnelllauf

Berlin bewegt sich Seite 20

Ein Hauch

Dekadenz

Umweltbewusstsein und

Genuss in Einklang zu

bringen, ist schwer. Ein

Großteil unserer persönlichen

CO 2 -Bilanz ist ernährungsbedingt,

das kann man nicht leugnen.

Auch wenn das zu wenig ist, ich tue

halt so viel, wie ich kann. Dasbedeutet,

dass ich wesentlich weniger

Fleisch und möglichst unverpackte

und regionale Lebensmittel kaufe.

Manchmal wünschte ich jedoch,

ich könnte in einer anderen Zeit leben.

Im Berlin der Goldenen Zwanziger

etwa, als Klimawandel, Mikroplastik

und Feinstaub noch nicht in

unserem Vokabular waren.

Natürlich weiß

ich, dass die Menschen

damals ganz

andere Probleme

hatten. Ich will auch

nur punktuell eine

Zeitreise machen,

für einen Abend und

selbstverständlich

nicht ins bettelarme

Arbeitermilieu, sondern

auf die Seite

derer, die sich gerade

wegen der heraufziehenden

Finsternis

in eine unerhörte Dekadenz

flüchten konnten.

Womöglich haben die Macher der

Berlin Food Week dieses Jahr ähnlich

wie ich empfunden. Das wunderbareFood-Festival

kreist auch in seinem

sechsten Jahr um die Themen

Nachhaltigkeit und Regionalität.Was

das Stadtmenü angeht, haben die

Macher aber diesmal das Motto„The

Great Tasty“ ausgerufen – und die

rund 60 teilnehmenden Restaurants

haben sich von den ausschweifenden

Gerichten der Goldenen Zwanziger

inspirieren lassen.

Der Küchenchef Thilo Roth vom

The Grand hat es besonders ernst genommen.

Er hat AusternRockefeller,

einen Waldorfsalat mit Hummer,ein

Blanquette vonFroschschenkeln sowie

ein Rossini-Filet mit Entenleber

und Trüffel auf seine Stadtmenü-

Karte gesetzt –also eigentlich alles,

was man sich verbieten sollte.Sagen

Siejetzt nichts.Genießen Sie–wenn

Sie wollen –wie ich einfach einmal

einen Abendlang, ohne nachzudenken.

Das The Grand ist der perfekte

Ort dafür, diese ehemalige Armenschule

mit ihren rohen Backsteinwänden,

exaltierten Leuchtern und

abgewetzten Teppichen, die wie das

Filmset von „Babylon Berlin“ aussieht.

Die Austern Rockefeller waren in

den USA längst populär,als sie ihren

Wegins hiesige Adlon fanden. Roth

hat sie mit einer buttrigen Spinat-

Brunnenkresse-Kruste gratiniert,

wie es damals Mode war.Obwohl ich

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

warimThe Grand.

bei Austern eigentlich Puristin bin,

schmeckt das großartig. Dazu reicht

er Schwarzbrot, das abwechselnd

mit Ei und Butter geschichtet ist.

Beim darauffolgenden Waldorfsalat

arbeitet er glücklicherweise mit

Crèmefraîche statt mit Mayonnaise,

weshalb der Salat nicht schwer,sondern

knackig und frisch schmeckt.

DieSäurefindet ihren Kontrast in karamellisierten

Walnüssen, der sautierte

Hummer aus Kanada hat fantastische

Röstaromen, weil hier wohl

der sündteure Southbend-Grill vom

The Grand zum Einsatz kam.

Was die Froschschenkel angeht,

braucht man keine Angst zu haben.

Sie sind ausgelöst

und schmecken als

Blanquette zubereitet

wie das allerzar-

Almstadtstr.

Rosa-Luxemburg-Platz

Hirtenstr.

Rosa-Luxemburg-Str.

teste Hühnerfrikassee.

Besonders gelungen

ist die Note

vom Kerbel und die

Präsentation in einem

knusprigen

Nest aus orientalischem

Kadayif-Fadenteig.

Dazu gibt es

etwas zu salzige Urkarotten,

denn Roth

spartbeim Stadtmenü höchstens bei

den Kohlenhydraten.

Damalige Sättigungsbeilagen wie

Pommes dauphine lässt er wohltuenderweise

einfach weg, sonst würde

man heute platzen. Zum klassischen

Rossini-Filet, das in Parisgroßwurde,

bringt er nur delikaten grünen Spargel

auf den Teller. Auch die Madeirasauce,oft

eine Butterschlacht, ist hier

mehr ein reduzierter Fleisch-Wein-

Fond, die Gänseleber und der Trüffel

auf dem Stück Pommerschen Rinderfilet

sorgen ohnehin für genug Geschmacksexplosionen.

Essen ist einer der stärksten

menschlichen Triebe, weshalb sich

Wissen und Gewissen hin und wieder

mal ausschalten. Auch bei einer

Diät futtert man schließlich gelegentlich

Schokolade.

TheGrand,Hirtenstraße 4, Mitte. Täglich ab 12

Uhr geöffnet. Das Stadtmenü kostet 99 Euro.

Die Berlin Food Week läuft vom21. Oktober bis

zum27. Oktober.

MITTE

Kleine

The Grand

Linientr.

Alexanderstr.

Torstr.

Weydingerstr.

Bartelstr.

Karl-Liebknecht-Str.

BLZ/TIEDGE

50 m

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Aber

manchmal überwiegt der Wille zur

Unvernunft. Das The Grand serviert zur

Food Week Austern und Hummer

Familienausflug

Der

tapfere Tell

VonBarbaraWeitzel

Man liest selten von Armbrüsten.

So selten, dass der Plural

irgendwie seltsam aussieht. Doch

der Duden bestätigt: „Armbrüste“.

Und das unerschöpfliche Internet

hat sogar einige Meldungen zu dieser

archaischen Waffe zu bieten.

So meldete zum Beispiel fast jedes

Technikmagazin Ende 2018, dass

die neueVersion des Computerspiels

„Minecraft“ neben Katzen und Pandas

auch Armbrüste beinhalte.Menschen

meiner Generation denken

Ganz sicher unter Glas: eine Armbrust im Deutschen Historischen Museum.

DHM

beim Wort „Armbrust“ in der Mehrheit

vermutlich an die wohl berühmteste

der Literatur. Wilhelm Tell war

es,der mit einem gezielten Schuss in

den Apfel nicht nur den Todseines

Sohnes durch eigene Hand abwendete,

sondern mit einem weiteren

den tyrannischen Landvogt ins Jenseits

beförderte.

Ob dieser Wilhelm Tell tatsächlich

existierte oder nur der Legende nach,

weiß man nicht. Doch seit Schiller ein

Drama aus ihm machte, ist er in der

Welt, lässt Theaterzuschauer den

Atem anhalten und Schüler über der

Interpretation verzweifeln.

Auch in der Armbrust-Schau im

DHM spielt der tapfereTell eine Rolle

–neben vielen weiteren Geschichten

und natürlich echten Armbrüsten.

Am Sonntag ist Familienführung.

Schrecklichund schön –Geschichten über die

Armbrust. Deutsches HistorischesMuseum,

Unter den Linden 2, Mitte. So 14 Uhr, Eintritt frei,

8–12 Jahre


18 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Schönes Wochenende

WEINKUNDE

FUNDSTÜCKE

VonOlgaBobileva

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

VonRomana Echensperger

K. WENDLANDT/DOMÄNE DAHLEM

IMAGO/PACIFIC PRESS AGENCY

Mehr Rebfrauen,

bitte!

Traditionelle Rollenbilder waren lange Zeit üblich in der

Weinbranche.Der Mann kümmertsich um Weinbergund

Keller,die Frau um Kinder,Büround Probierstube.Das ist

längst Vergangenheit. Viele bestens ausgebildete Töchter

übernehmen die Betriebe.Doch erst jetzt besetzen Frauen

nach und nach auch wichtige Posten auf weinbaupolitischer

Ebene.Soseit neuestem die sympathische Meike Näkel. Sie

führtzusammen mit ihrer Schwester Dörte das Weingut

Meyer-Näkel an der Ahr.ImJuni dieses Jahres wurde Meike

Näkel als erste Frau ins Präsidium des Verbands Deutscher

Prädikatsweingüter (VDP) gewählt. Damit ist sie die erste Frau

im Vorstand in der mehr als hundertjährigen Geschichte des

renommierten Verbandes.Der VDP vereint 197 deutsche Spitzenwinzer.

Als Präsidiumsmitglied entwickelt man die Arbeit des Verbandes

weiter.Derzeit wirdzum Beispiel ein neues Sektstatut

diskutiert. Warumerst nach 100 Jahren eine Frau dortsitzt,

kann sich Meike Näkel nicht wirklich erklären. „Es werden

nicht zu oft PlätzeimVorstand frei. Ichkonnte nachrücken,

weil langgediente Mitglieder in den Ruhestand gingen. Ich

denke,esgibt schon einen Wandel in den Betrieben. Heute

gibt es mehr Frauen in der ersten Reihe.Daher ist es an der Zeit

gewesen, eine Frau zu berufen.“ Dass die fehlende Besetzung

vonSpitzenposten an den Frauen selber liegen könnte,hält sie

auch für möglich.„Ich habe schon überlegt, ob ich das Amt annehmen

soll. Ichhabe eine Familie mit drei Kindernund ein

Weingut zu organisieren. Über zu wenig Arbeit kann ich mich

da nicht beschweren. DieFamilie muss einen zusätzlich unterstützen,

und das haben wir vorher internbesprochen, ob das

für alle in Ordnung ist“, erklärtsie dazu.

Im Familienverbund und unter ihrer Ägide entstehen übrigens

hervorragende Spätburgunder.„Dasist einer meiner

Lieblinge“, sagt sie zu diesem Gutswein. „Erpräsentiertfür

mich die Region Ahr mit ihren Schieferböden.“ Demkönnen

wir uns nur anschließen. In der Nase zeigen sich intensiveAromen

vondunklen Beeren, saftigen Kirschen, etwas Toast,

Schieferwürze undKräutern. Am Gaumen istder Wein sehr

saftig. DieGerbstoffe sind moderat und abgerundet. Dieangenehme

Säurebalanciertdie vollmundige Frucht, und im Finish

zeigt sich eine filigrane Mineralität. Es ist ein saftiger Spätburgunder,der

seine Herkunft verrät und den man in großen

Schlucken einfach gerne trinkt. Aufdie Frage,obsie bei all der

vielen Arbeit noch einmal entscheiden würde,Winzerin zu

werden, antwortet sie: „Auf jeden Fall! Es gibt für mich keinen

schöneren Beruf!“

2017Spätburgunder trocken VDP-Gutswein,Weingut Meyer-Näkel, Ahr,

17,50 Euro, Wein undGlas,Prinzregentenstraße 2, 10717 Berlin

Domäne Dahlem

Zeit für

ein großes Erntefest

Sind Spaziergänge im Oktober nicht wunderbar? Warm

eingemummelt der Herbstsonne entgegenschlendern

und dabei dem Tanz der rot-goldenen Blätter zusehen –einfach

herrlich. In diesem Sinne möchte ich Sie gerne auf das

Erntefest der Domäne Dahlem hinweisen, das am Wochenende

ein buntes Programm für die ganze Familie bietet. Es

erwarten Sie ein Ernteumzug auf dem historischen Gutshof

mit der Erntekönigin, festlich geschmückte Erntewagen sowie

erntefrische Kürbisse und verschiedene Kohlsorten

oder Salate aus eigenem biologischem Anbau. An den

Marktständen können aber auch Süßes und erlesene Bio-

Weine gekostet werden. Das Honigschleudern amImkerstand

sorgt für zusätzliches Staunen. Daneben gibt es Drachensteigen,

Live-Musik, Kaspertheater, eine Feuershow

und vieles mehr.

Erntefest 2019 Domäne Dahlem,Königin-Luise-Straße 49, Zehlendorf. Sa–So

10–18 Uhr,Eintritt 4Euro, ermäßigt 2Euro

BachBeats

Barock

ganz neu

Barockmusik von Johann Sebastian und Carl Philipp

Emanuel Bach in Kombination mit einer Marimba und

Percussionklängen –wie passt das zusammen, fragen Sie

sich. Es passt, wie die Akademie für Alte Musik Berlin und

das junge, vielfach ausgezeichnete Percussion-Duo DoubleBeats

am Wochenende demonstrieren werden. Bei ihrem

gemeinsamen Programm „BachBeats“ schaffen die Ensembles

neue Klangwelten, die beim ersten Hören zwar ungewöhnlich

erscheinen, aber umso beeindruckender sind.

Übrigens: Das Publikum wird bei BachBeats eine Uraufführung

erleben. Der Komponist Oscar Strasnoy hat den Musikern

ein quirliges Werk geschrieben, das von Bachs „Verschiedenen

Canones“ inspiriertist.

BachBeats –Werkevon Johann Sebastian Bach, CarlPhilipp Emanuel Bach &

Oscar Strasnoy St. Elisabethkirche Berlin, Invalidenstraße3,Mitte. Sa 19.30Uhr,

So 17 Uhr,Tickets 22 Euro,ermäßigt 15 Euro

GUANGDA

Shop

Berlins

Manga-Zentrale

Als ich klein war,habe ich mir gerne Anime-Serien im Fernsehen

angeschaut: Die „Macht des Zaubersteins“, „Mila

Superstar“ oder „Lady Oscar“ fesselten mich an Nachmittagen

regelmäßig. Ganz besonders hatte es mir „Sailor Moon“ angetan.

Die Abenteuer mutiger Heldinnen, die gegen das Böse

kämpfen, haben mich immer wieder fasziniert, und so wurde

ich ein Fan, der neue Comics, Mangas und Sonderausgaben

von vorne bis hinten verschlungen hat. Wie groß die Auswahl

an japanischen Comics tatsächlich ist, wusste ich lange nicht –

bis ich den J-Store betrat. Berlins gefühlt größte Manga-Zentrale

bietet ein riesiges Angebot an Lesestoff in verschiedenen

Sprachen. In etlichen Sachbüchern finden sich Anleitungen

für alle,die selbst Mangas zeichnen wollen. WerAnime-Serien

bevorzugt, wirdimDVD-Angebot fündig. Und: Kleidung, Kostüme

oder Perücken für Cosplayer und Harajuku-Fans sowie

japanische Sweets sind auch im Sortiment.

J-StoreBerlin Kantstraße125, Charlottenburg.Mo–Sa 12–20Uhr

Imbiss

Waffeln

in Fisch-Optik

Esgibt Waffelkreationen in Form vonQuadern, Quadraten,

Kreisen, Herzen –und Fischen. Um genau zu sein: in Form

vonMeerbrassen. Letzterehaben Sienoch nie gesehen? Dann

sollten Sie unbedingt mal im Taiyaki vorbeischauen. Der Imbiss

in Friedrichshain bietet das gleichnamige und in Japan erfundene

Waffelgebäck mit verschiedenen Füllungen wie CustardCream

–einer ArtVanillecreme –oder Mochi–roter Bohnenpaste.Für

ganz Süße gibt es die frisch zubereitetenWaffeln

in Fisch-Optik mit Eiskreationen in Geschmacksrichtungen

wie Macha und Mochi, die mit Toppings wie Früchten, Streuseln,

Popcorn oder Marshmallows veredelt werden. Werstatt

auf Taiyaki Lust auf Pancakes nach japanischer Art hat, kann

sich über ein Pancake-Türmchen mit wahlweise Matcha oder

Sirupfreuen.

Taiyaki Berlin Gabriel-Max-Straße 2, Friedrichshain.Mo–Fr 13.30–21 Uhr,Sa–So

13.30–22 Uhr

IMAGO/PANTHERMEDIA

WOHIN AM WOCHENENDE?

Blusen

statt

Zitronen

Die Haupt.Stadt.Stil lädt

zum Entdecken in die

Große Orangerie des

Schlosses Charlottenburg ein

VonIda Luise Krenzlin

Zu einem Ausflug ins Schloss

Charlottenburg wurde an dieser

Stelle schon einmal geraten. An diesem

Wochenende lohnt sich die

Reise in die City-West gleich doppelt,

denn die großzügige Orangerie, die

westlich an das Schlossensemble anschließt,

wird andiesem Sonntag zu

einem Mekka für Modebegeisterte

und Liebhaber des handwerklichen

Designs.

Nach dem TodSophie Charlottes

1705 beauftragte König Friedrich I.

Eosander vonGöthe mit dem Umbau

des Charlottenburger Schlosses.

Westlich an das Schloss angrenzend,

entstand zwischen 1709 und 1712 das

langgezogene Gebäude der Großen

Orangerie. In den kalten Monaten

überwinterten in der Orangerie Apfel-,

Zitronen- und Bitterorangenbäume.Während

des Leerstandes im

Sommer diente die Orangerie regelmäßig

als Schauplatz prachtvoller

Hoffeste und -bälle.

Blick auf die Große Orangerie in Charlottenburg

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

25 Modedesigner präsentieren

an diesem Sonntag ihre aktuellen

Kollektionen auf der

Haupt.Stadt.Stil in der Großen

Orangerie. Das Motto: „Wir lieben

Kleidung und wollen weg von Fast

Fashion und Massenware.“Internationale,

nationale und auch regionale

Designer sind dabei.

Wie Sandra Schimmele aus Hennigsdorf.

Die Gründerin der Marke

„Hemd’s Up“ haucht aussortierter,

hochwertiger Männerbekleidung

ein zweites Leben ein. So entsteht salonfähige

Upcyclingmode „Made in

Brandenburg“.

Um extravagante Knöpfe zu kaufen,

reist sie zu Auflösungen von

Schneidereien. Nachhaltigkeit ist

Sandra Schimmele genauso wichtig

wie Exklusivität. Als „feminin, stilvoll

und exklusiv“ bezeichnet sie

selbst ihre einzigartigen Blusen.

Man soll der Mode das Upcycling

nicht ansehen.

Die Haupt.Stadt.Stil zieht als

Pop-up-Store durch ganz Deutschland.

Mit dabei ist auch das Krakauer

Label RabbitRabbit! „Mode ist

keine bitterernste Angelegenheit –

sie soll Spaß machen! Sie soll den

Menschen Freude bereiten, die sie

entwerfen, produzieren und tragen“,

sagt die Gründerin Gizella

Mazur. Das zeigen auch ihre originellen

Einzelstücke –Blousons zum

Beispiel im Retrolook.

Neben Modedesignernstellen im

Ostflügel der Großen Orangerie

zahlreiche Manufakturen ihrehandgefertigten

Produkte vor: Taschen

des Berliner Labels Wunderstueck

aus dem nachhaltigen Material Kork,

Interieur-Design, wie Keramikbecher,

Origami-Schmuck und kunstvolle

Betonlampen.

Die Berliner Fahrradmanufaktur

Design your Bike fertigt Räder nach

Kundenwünschen. So ist jedes Rad

ein Unikat. Auch im gastronomi-


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 19

· ·

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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Jeden Abend

ein

Heiratsantrag

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Artischocken àlaBarigoule

Sabine Mayer lebt seit

zehn Jahren in Berlin –

und ist doch nur selten hier.

Als Musicaldarstellerin ist

sie viel unterwegs.

Jetzt ist aber mal

Reise-Pause: Sie tritt

in „Mamma Mia“

im Theater des Westensauf

VonFlorian Thalmann

KLAUS EINWANGER/DIOGENES VERLAG

Eigentlich ist auch in Berlin

der Herbst angekommen –

doch im Theater des Westens,

auf der schönsten

Musicalbühne der Stadt, ist der Sommer

noch nicht vorbei. Hier wirdgetanzt

und gesungen, gespielt und gescherzt

–all das voller guter Laune.

„Mamma Mia“ nämlich ist zu Gast,

das Stück mit der Musik von Abba.

1999 wurde es uraufgeführt, damals

in London, seitdem zieht es um die

Welt. In der Jukebox-Show geht es

um die alleinerziehende Donna, die

mit ihrer Tochter Sophie auf einer

griechischen Insel lebt. Sophie

möchte herausfinden, wer ihr Vater

ist –und lädt zu ihrer anstehenden

Hochzeit die möglichen Männer ein.

Mittendrin im Abba-Universum

steckt Sabine Mayer, 43, Schauspielerin

und Musicaldarstellern, die in

dieser Inszenierung die Hauptrolle

übernommen hat: Siespielt Donna –

und das bereits zum wiederholten

Mal. Mayer übernahm die Rolle

schon 2012 in Stuttgart, damals für

zwei Jahre, und in einer Tourproduktion.„Ich

bin sehr quirlig und Mama,

deshalb kann ich mich mit der Figur

gut identifizieren“, verrät sie. „Und

das Stück macht Freude. Man lacht,

man weint, und am Ende geht man

glücklich aus dem Theater.“ Sie

selbst noch mehr als die Zuschauer.

Denn: Ihr Ehemann im echten Leben,

Karim Khawatmi, ist ebenfalls

Musical-Star –und spielt den Mann

an Donnas Seite. „Mein eigener

Mann macht mir im Theater jeden

Abend einen Heiratsantrag“, sagt sie.

Vonder Bühne geträumt hat Sabine

Mayerfrüh. „Ich habe schon getanzt,

als ich noch gar nicht laufen

konnte“, erzählt sie.Früh ging es zum

Musikunterricht, in der Jugend sang

Mayer imStudio. Der entscheidende

Schritt: „Mit 16 brach ich die Schule

für eine Musicalausbildung ab.“ Es

hat sich gelohnt: Sie hat in „Ich war

noch niemals in NewYork“, in „Hair“

Sabine Mayer privat

und „Joseph“ auf der Bühne gestanden

und in Fernsehfilmen mitgewirkt.

Über das Engagement am

Theater des Westens freut sie sich

sehr –vor allem, weil sie mit ihrem

Mann und ihren zwei KinderninBerlin

lebt. „Ich bin vorzehn Jahren hierher

gezogen, habe aber in der Summe

nur drei Monate hier gelebt“, sagt sie.

„Als ich herzog, brauchte ich ein Jahr,

um mich zurechtzufinden. Heute

Sabine Mayer (Mitte) mit dem Ensemble von „Mamma Mia“

liebe ich die Stadt, die unterschiedlichen

Kieze,die Möglichkeiten, etwas

mit Kindernzumachen. Berlin ist der

Wahnsinn!“

Allabendlich steht sie nun im

Theater des Westens auf der Bühne,

bis „Mamma Mia“ im April die Stadt

verlässt, Platz macht für „Ich war

noch niemals in New York“ mit der

Musik von Udo Jürgens. Aber: Selbst

im Gute-Laune-Stück bestehen die

STAGE/MORRIS MAC MATZEN

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Vorstellungen nicht immer ausschließlich

aus Lebensfreude und

Liebesglück. Im Gegenteil: Wereine

Rolle über eine längere Zeit übernimmt,

erlebt auch Pannen. „Ich bin

auf der Bühne ein kleiner Tollpatsch,

weil ich manchmal zu wild spiele“,

sagt Sabine Mayer.

Einmal habe sie sich in einer Requisiten-Tür

auf der Bühne den Finger

eingeklemmt, das Brautkleid der

Hochzeitsszene mit Blut dekoriert.

Das schlimmste Erlebnis: „Ich hatte

beim Song ,Der Sieger hat die Wahl‘

auf der Bühne einen Hexenschuss.

Ich musste eine Decke vom Boden

aufheben und war zu rabiat, da

knackte es. Ich habe vor Schmerzen

geweint und gelacht. Zwei Nummernvor

Schluss musste eineVertretung

einspringen, ich landete im

Krankenhaus.“ Immerhin: Die Zuschauer

attestierten ihr pures Talent,

denn noch nie hatte jemand die

Szene so emotional gespielt.

„MammaMia“ läuft bis zum 19. April im Theater

des Westens, Kantstraße 12, Charlottenburg.Infosunter

stage-entertainment.de

Ambesten schmecken doch Gerichte aus Zutaten, die man

selber gepflanzt und geerntet hat. Derpolitische Journalist

und Krimi-Autor Martin Walker kann davon ein Liedchen singen.

Walker,bekannt für seine Geschichten über den Polizisten

Bruno Courrèges, pendelt regelmäßig zwischen Washington

und seinem Garten im französischen Périgord, wo er Obst, Gemüse

und Beeren mit seiner Frau Julia anbaut. All das landet

dann direkt auf dem Küchentisch der beiden. „Brunos Gartenkochbuch“

(Diogenes, 34Euro) ist das Resultat ihrer Leidenschaft.

Sierichten sich, wie es Gärtner tun, nach Saison. UndArtischocken

gibt es im Frühherbst ja noch. (nre.)

Zutaten

8lila Artischocken

Saft aus 1Zitrone,6EL Olivenöl

100 gSpeckstreifen, in Streichholzgröße geschnitten

2Schalotten

2kleine Karotten, geschält und fein gewürfelt

½TLKräuter der Provence

1Knoblauchzehe,geschält und fein gehackt

Salz und Pfeffer nach Belieben

1kleines Bund glatte Petersilie,Blätter grob gehackt

1schwarzerPérigord-Trüffel, gehobelt (optional)

80 ml Weißwein

Zubereitung

DieArtischocken quer halbieren und die äußeren Deckblätter

entfernen. Stiele bis auf 4cmLänge abschneiden und schälen,

sie in einen Topf mit Wasser und Zitronensaft geben, um zu

verhindern, dass sie oxidieren. DieHälfte des Olivenöls in eine

Pfanne geben, Speck, Schalotten, Karotten, Kräuter, Knoblauch

dazutun, würzenund ca. 5Min. leicht anschwitzen. Das

Gemüse an den Rand der Pfanne schieben und die Artischocken

in die Mitte legen. Mitdem restlichen Öl beträufeln, würzen,

die Pfanne abdecken und 5Min. lang sanft dünsten, dann

mit dem Wein angießen und erneut abdecken. Beireduzierter

Hitze30Min. köcheln lassen oder bis sich die Artischocken mit

einer Messerspitzeleicht einstechen lassen. EtwasWasser hinzufügen,

falls das Gemüse anbrennen sollte. Auf eine warme

Servierplatte geben, mit der gehackten Petersilie bestreuen

und gegebenenfalls den gehobelten Trüffel darüber verteilen.

schen Bereich bewegt sich

Haupt.Stadt.Stil weg vom Massengeschmack.

DESIGN UND PRUNK

So gibt es Gin und

handgemachte Chili-Saucen aus

Berlin.

Undnatürlich sollte man den Besuch

derGroßen Orangerie auch mit

einer besichtigung des Charlottenburger

Schlosses verbinden. Denn

Design spielte auch schon zu Zeiten

Die Ausstellung: Haupt.Stadt.Stil –

Messe für Mode, Manufakturen und Genuss,

So 11 bis 17 Uhr,Große Orangerie

am Schloss Charlottenburg,Spandauer

Damm 22 bis 24.

der Preußen-Dynastie eine große Eintritt: 5Euro, Schüler und Studenten

Rolle.Die preußische Hofkultur zeigt

sich in der funkelnden Welt königlicher

3Euro, freier Eintritt für Kinder bis

14 Jahre

Zeremonien.

Rund 100 Hofservice aus Porzellan

und Silber sind komplett erhalten

Der Preußenbau: Schloss Charlottenburg,Saund

So 10–17.30 Uhr,Eintritt

geblieben, jede Sommerresi-

für alle Gebäude 17, ermäßigt 13 Euro.

denz, jeder Flügel, jedes Esszimmer

wurde mit eigenem Geschirr ausgestattet.

Dazu Gläser in verschieden

Der Schlossgarten ist täglich von8Uhr

bis zum Einbruch der Dunkelheit

zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Formen und Größen, Eierbecher Gerndarf aber ein kleiner Beitrag zum

und eine Sammlung von Tabakdosen,

die Friedrich der Große liebte.

Erhalt und Pflegeder Gartenanlagen

gegeben werden.

Alles Designerstücke, die sich nicht

verstecken müssen. Nachhaltig sind die Blusen von Sandra Schimmele. WWW.DER-GOTTWALD.DE Die Fahrräder von Design your Bikewerden individuell angepasst. DESIGNYOURBIKE


20 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Berlin bewegt sich

Mit Karacho in die Kurve

Zum Start der Eislaufsaison: Ein Selbstversuch auf der langen Kufe

VonSusanne Rost

Ruhig und trotzdem rasant: Eisschnellläufer beim Training im Horst-Dohm-Stadion in Wilmersdorf.

THOMAS UHLEMANN

Auf dem Wegzum Wilmersdorfer

Eisstadion muss ich

an Gunda Niemann-Stirnemann

denken, an Claudia

Pechstein und Anni Friesinger:

Wie sie in ihren hautengen Anzügen

mit langen ruhigen Schritten über

das Eis gleiten, den Oberkörper weit

vorgebeugt, in den Kurven den innerenArm

auf den Rücken gelegt, während

der äußere mitschwingt. Elegant

und rasant wirkte das immer im

Fernsehen. Spitzenläufer erreichen

eine Geschwindigkeit von 48Kilometer

proStunde,imSprint manchmal

kurzzeitig sogar 60 km/h, habe

ich bei der Vorbereitung auf meine

Schnupperstunde im Eisschnelllauf

gelesen.

Brotmesser untermSchuh

Auf dem 400-Meter-Ring des Horst-

Dohm-Eisstadions in Wilmersdorf

drehen an diesem Montagnachmittag

schon ein gutes Dutzend Läufer

ihre Runden. Einige tragen dünne

Ganzkörperanzüge, andere normale

Laufklamotten. Zwei Männer sind

unglaublich schnell unterwegs, sie

fahren ganz eng hintereinander –

wie beim Speedskaten.

„Man ist so viel schneller als beim

normalen Laufen, das macht Spaß“,

sagt Herbert Mollien. Der 68-Jährige

ist der Obmann, also eine Art Präsident,

der Eisschnellläufer im Berliner

Eissportverband. In seiner Hand

hält er die Schlittschuhe für mich: Ihr

Leder ist weich und dünn, der Schuh

endet unterhalb des Knöchels, die

Kufe ist vielleicht 40 Zentimeter lang

–viel länger als bei einem Kunstlauf-

Schlittschuh. Sie hat vorne auch

keine Zacken und scheint deutlich

dünner, wirkt fast wie ein Brotmesser

untermSchuh.

Barfuß schlüpft Herbert Mollien

in seine Schlittschuhe.„Da hat man

ein besseres Gefühl“, sagt er. Als er

sich erhebt und Richtung Eisbahn

geht, macht es bei jedem Schritt

„Klack“. Seine Schuhe haben bewegliche

Kufen, arrettiertsind sie mit einem

Klappgelenk unter dem Vorderfuß,

die Ferse kann man abheben

wie beim klassischen Langlauf.

„Klack, klack, klack“ –Herbert Mollien

ist schon fast auf der Eisbahn.

Nichts wie hinterher!

Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch

frohgemut und zuversichtlich:

Schlittschuhe sind mir vertraut, die

Bewegung auf dem Eisauch. So groß

kann der Unterschied zwischen

Kunstlauf- und Schnelllauf nicht sein,

denke ich. Undfreue mich schon auf

das Gunda-Anni-Claudia-Gefühl.

Doch schon der erste Schritt auf

dem Eis ist anders als gedacht. Meinen

Füßen fehlt der Halt der knöchelhohen

Schlittschuhe, oft knicken

meine Sprunggelenke nach innen

ein, dann beginnen auch noch

meine Knie zu zittern. Ichtraue mich

kaum, einen Schritt zu machen.

Herbert Mollien nimmt mich an

der Hand, gemeinsam tasten wir uns

am äußeren Rand des Rings entlang,

während innen die Profis vorbeiflitzen.

Wir kommen dagegen nur im

Schritttempo voran – an Gleiten,

Flitzen, Sprinten ist nicht zu denken.

Vereine: Sieben Eisschnelllaufvereine

gibt es in Berlin.

Sie zählen insgesamt knapp

550 Mitglieder.Mehr Informationen

auf der Internetseite

des Verbandes:

www.eissport-berlin.de

HIER GEHTS RUND

Kinder: Ein Probetraining

für den Nachwuchs bieten

der Eissportverein 08,

(Di/Do 16.30–18.30 Uhr),

der SCC (Mi /Fr 16–18 Uhr)

und der BTSV (Di 17–18.45

Uhr &Fr16–17.45 Uhr.

Erwachsene: Beim BSV von

1892 gibt es mittwochs von

17.30 bis 19 Uhr eine Laufzeit

mit Anleitung für Erwachsene

im Wilmersdorfer Horst-

Dohm-Stadion. Mehr Informationen:

www.bsv1892.de

Eisschnelllaufexperte HerbertMollien und die kleine Isabel unterstützen die Autorin

bei ihren ersten Schritten auf der langen Kufe.

THOMAS UHLEMANN

Ein kleines Mädchen läuft von hinten

heran, schaut uns kurz zuund

fragt mich dann:„Dein erstes Malauf

Langkufen?“ Die Siebenjährige erzählt,

dass ihr der Umstieg vom Eishockeyschuh

auf die Schnelllaufkufe

auch nicht leichtgefallen ist. Aber

jetzt merkt man davon nichts mehr:

Isabel stakst mit energischen Schritten

im Sprint davon. Etwas neidisch

gucke ich dem Mädchen mit dem

BSV-92-Überzieher hinterher.

Der Berliner Sportverein (BSV)

von 1892 ist einer von sieben Vereinen

mit Eisschnelllaufabteilung in

der Stadt. Diedes Berliner TSCist mit

rund 200 Mitgliedern die größte, die

mit elf Angehörigen kleinste ist die

der Eisbären Juniors. Dort ist aber

Berlins prominenteste Eisschnellläuferin

Mitglied: die fünffache

Olympiasiegerin Claudia Pechstein.

Aber auch der BSV von 1892 hat

Spitzenathleten in seinen Reihen:

Lukas Mann, seit Februar Junioren-

Weltmeister über die 5000-Meter-

Distanz. Herbert Mollien erzählt begeistert

von dem 20-Jährigen,

schließlich ist er obendrein der Vorsitzende

der Eisschnelllaufabteilung

des BSV, die er 1978 mitgegründet

hat. Über den Hochschulsport sei er

einst zum Eislauf gekommen. Als das

Wilmersdorfer Stadion 1974 eröffnet

wurde,war Mollien schon dabei.

Nach unserer ersten Runde führter

mich zur Bande. Wir halten uns dort

fest. Nebeneinanderstehend zeigt er

mir,wie sich die Beine bewegen müssen,

wie der Abstoß funktioniert und

das Bein anschließend korrekt wieder

nach vorne kommt. Etwa ein Jahr

dauere es, bis ein Anfänger gut eisschnelllaufen

könne, sagt er. Ich konzentriere

mich auf das Gezeigte und

wage eine neue Runde,diesmal allein.

Es geht etwas besser, fühlt sich

aber immer noch wackelig an. „Geh

mehr in die Knie, beug dich nach

vorn“, ruft mir mein Privattrainer zu.

Dann läuft Herbert Mollien ein paar

Meter vor mir, ich versuche, seine

Bewegungen zu imitieren, lege wie

er eine Hand auf den Rücken.

Fliegen oder Fallen

„Das sieht schon viel besser aus“,

ruft mir Gertraud Budde zu, die ich

in der Umkleidekabine kennengelernt

habe. Sie sei vom Eiskunstlauf

und Eistanz vormehr als zehn Jahren

zum Eisschnelllauf gekommen. „Es

fühlt sich an wie fliegen“, schwärmt

die Frau, die bei internationalen

Wettkämpfen in der AK 70 startet.

Dieses Gefühl will sich bei mir gerade

noch nicht so recht einstellen.

Statt Fliegen denke ich ans Fallen.

Aber ab und an gelingt es mir, für

eine Sekunde oder zwei, auf einem

Bein zu gleiten. Ich erinnere mich,

was mir Isabel zugerufen hat: „Du

musst dein ganzes Gewicht auf das

eine Bein verlagern, das andere

muss ganz leicht sei.“ Dann versuche

ich, das freie Bein so nach vorne

zu führen, wie Herbertmir das an der

Bande gezeigt hat. Undwie ich es aus

den Fernsehübertragungen kenne.

Ich bekomme zumindest eine Ahnung,

wie es sich anfühlen könnte,

wenn man die Technik beherrscht.

An der frischen Luft und in der Halle

Eisschnelllaufhalle im Sportforum

Hohenschönhausen IMAGO IMAGES

Rund

AnzweiOrten in Berlin gibt es Eisschnelllauf-Ovale

– in Hohenschönhausen

und in Wilmersdorf.

In Hohenschönhausen ging es

bereits in den 60er-Jahren rund, damals

noch unter freiem Himmel.

1986 wurde die 400-Meter-Kunsteisbahn

dann überdacht. Heute existiert

im Sportforum Hohenschönhausen

neben dem klassischen Ring

noch eine 266-Meter-Kurzbahn.

Allerdings kann dort imMoment

nicht gelaufen werden: Wegen einer

Havarie gibt es derzeit kein Eis. Der

ursprünglich für Mitte September

geplante Saisonstart für den Publikumslauf

verzögertsich voraussichtlich

bis Ende Oktober oder Anfang

November,soder Betreiber.

Bereits seit Anfang Oktober geöffnet

ist dagegen der 400-Meter-Ring

im Horst-Dohm-Stadion in Wilmersdorf.

Mehr Infos im Internet:

www.form-dienstleistungen.de

www.horst-dohm-eisstadion.de

Eisschnellauf im Neuköllner Stadion,

um 1970

GSH

Eckig

Auch im 1956 eröffneten Neuköllner

Werner-Seelenbinder-Sportpark

gab es zeitweise eine Eisschnelllaufbahn.

Dafür wurden die

beiden Eisflächen miteinander verbunden

und die Bande abmontiert.

Auf der 200 Meter langen Kurzbahn

wurden zwischen 1958 und 1968 sogar

sechs Deutsche Meisterschaften

ausgetragen. Heute sind die Fläche

für den Publikumslauf sowie die

„Kampfbahn“ für Eishockey dauerhaft

getrennt. An diesem Sonnabend

startet das Eisstadion in der Oderstraße

182 in die neue Saison.

Ursprünglich wollte auch das

Erika-Heß-Eisstadion im Wedding

an diesem Sonnabend erstmals öffnen.

Aber weil es zu Wochenbeginn

so warmwar,sei es nicht möglich gewesen,

auf der Freifläche Eis aufzubauen,

hieß es. Saisonstart soll nun

am 26. Oktober sein. Mehr Infos:

www.berlin.de/special/sport-und

fitness/adressen/eisbahn/

Publikumslauf in der Charlottenburger

Halle

AKUD/LARS REIMANN

Seitlich offen

Berlins jüngste Eissportanlage

steht in Charlottenburg: Die im

März 2012 eröffnete Halle an der

Glockenturmstraße wird aber

hauptsächlich vonVereinen genutzt,

am Wochenende findet beispielsweise

gar kein öffentlicher Eislauf

statt. In der „PO9“ genannten, seitlich

offenen Halle haben die Eismeister

schon Wasser gefrieren lassen,

bereits seit dem 7. Oktober kann

man dort Schlittschuhlaufen. Allerdings

steht die Halle in der Zeit vom

28. Oktober bis 26. November für die

Öffentlichkeit gar nicht zur Verfügung.

Neben den staatlich betriebenen

Eissportanlagen gibt es private, die

aber traditionell immer erst später

öffnen: die in Lankwitz und am Rübezahl

am 9. November,die am Seebad

Friedrichshagen voraussichtlich

erst Ende November. Daneben wird

es im Rahmen von Weihnachtsmärkten

weitereEisbahnen geben.


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 21 *

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Sport

Ein

gutes

Gefühl

Die Berlin Volleys wollen

erstmals Supercup holen

Meister gegen Pokalsieger: Nach

drei vergeblichen Anläufen

wollen die Berlin Volleys den Volleyball-Supercup

endlich nach Berlin

holen. „Es wird Zeit, dass wir auch

diesen Wettbewerb mal gewinnen“,

sagte Manager Kaweh Niroomand.

Die Entscheidung fällt an diesem

Sonntag in Hannover (14.00

Uhr/Sport1). Der Gegner wie in den

drei Supercup-Spielen seit der Wettbewerbsgründung

2016 heißt erneut

VfB Friedrichshafen.

Selbst wenn Berlins Manager

dem Duell des nationalen Champions

gegen den Cupgewinner wiederum

auch nicht allzu viel Bedeutung

beimisst − „sicher nicht der

wichtigste Titel, den man im Verlauf

einer Saison gewinnen kann“ −hebt

Mittelblocker Georg Klein den Nebeneffekt

im Siegfall hervor. „Im Supercup

geht es um den ersten Titel

der Saison. Wenn du da gewinnst,

gibt einem das gleich ein gutes Gefühl

für den weiteren Verlauf der Saison“,

sagte der 28-Jährige. Klein

weiß, wovon erspricht. 2016 spielte

er bei der Premiere noch für Friedrichshafen.

Seit 2017 läuft er im

orangefarbenen Trikot der BRVolleys

auf.

Der 13-köpfige Volleys-Kader ist

erstmals komplett. Sergej Grankin,

Benjamin Patch und Jeffrey Jendryk

sind am Donnerstag nach dem Weltcup

in Japan wieder in Berlin gelandet.

„Sie werden wohl anfangs noch

auf der Bank sitzen“, vermutete Niroomand.

Ein Novum in Hannover wird der

interaktive Hallenboden sein, dieser

besteht aus Glas sowie Millionen

LEDs, wirkt wie ein Monitor. Für die

Zuschauer können Namen, Wiederholungen

oder Statistiken eingeblendet

werden. (dpa)

Die richtige Dosis

Nach dem Ausfall Simon Ernsts muss Jacob Holm große Verantwortung bei den Füchsen übernehmen

VonCarolin Paul

Jacob Holm steht zurückhaltend

vordem Bürodes Füchse-

Coaches Velimir Petkovic, in

dem ihn die Journalisten zum

Interview erwarten. Der Andrang ist

groß, schließlich wird von dem 24-

jährigen Dänen erwartet, dass er

nach dem Kreuzbandriss Simon

Ernsts den freigewordenen Platz in

der Rückraum-Achse mit Paul Drux

und Fabian Wiede einnimmt.

Doch nicht nur das Interesse irritiert

ihn sondern, sondern auch der

Umstand, dass die Interviews in dem

Arbeitsraum seines Cheftrainers

stattfinden sollen, lenkt ihn kurz.

Wobei das Wort Büro diesbezüglich

den falschen Eindruck vermittelt. Es

handelt sich vielmehr um eine Umkleidekabine

mit einem Schreibtisch

und ein paar Stühlen, in der man

sich zusammengefunden hat, um

die EHF-Cup-Auslosung via Laptop

gemeinsam zu verfolgen.

Tränen in der Kabine

Nach ein wenig Zurückhaltung hat

der Füchse-Profi einen Platz für sich

gefunden und beantwortet genügsam,

die Fragen, die sich zunächst

einmal mit dem Ausfall Ernsts beschäftigen.

„Ich habe das im Spiel

und danach gar nicht richtig mitbekommen“,

erzählt Holm. „Das ist

einfach nur traurig und schwierig für

die ganzeMannschaft.“

Ernst hatte seine Teamkameraden

zunächst via Telefon informiert

und am Dienstag persönlich einige

Worte andie Mannschaft gerichtet.

„Das war sehr ergreifend“, erzählt

Petkovic, „als ich gesehen habe,dass

einige Spieler weinen, hat mich das

auch bewegt“.

Holm wirkt gleichermaßen mitgenommen.

Dass er aus dem Schicksal

seines Mitspielers Vorteile zieht,

gibt seiner neuen Aufgabe einen Beigeschmack:

„Ich finde gut, dass ich

dieseVerantwortung bekomme,dass

Jacob Holms Durchsetzungsfähigkeit ist in den kommenden Wochen gefragt. IMAGO/ENGLER

„Das ist einfach nur traurig und schwierig für

die ganze Mannschaft.“

Jacob Holm

beschreibt die Lage bei den Füchsen nach der erneuten

Verletzung des Teamkollegen.

es aufgrund von Simons Verletzung

ist, ist natürlich tragisch.“

Der Rückraum-Schütze ist jetzt

mehr gefragt denn je. Obwohl, eigentlich

ist ihm die Situation bekannt.

Als der Däne im letzten Jahr

zu den Füchsen kam, konnte er nicht

wie geplant langsam an die Bundesliga

herangeführt werden, sondern

erhielt von Beginn an viele Spielanteile.Grund

waren auch damals Verletzungen

der Kollegen. Seitdem hat

sich der 24-Jährige bestens in das

System eingefügt und überzeugt

durch Schnelligkeit, Torjägerqualitäten

und Spielverständnis.

Diese Fähigkeiten werden in den

kommenden Wochen noch mehr gefordert

sein als sonst. Zwar ist die

Vereinsleitung auf der Suche nach einem

Spielmacher-Ersatz. Bis diese

erfolgreich ist, müssen Holm und die

Kollegen alleine den Ausfall kompensieren.

Große Last

Dabei hat Holm gerade erst selbst

eine Knieblessur überstanden.

Durch schnelle Genesung gelang es

ihm jedoch, bereits drei Wochen

nach seiner Meniskus-Operation

wieder aktiv zu werden. Mittlerweile

sei der Zustand nicht optimal, aber

„okay. Wenn ich nur im Angriff

spiele, halte ich über sechzig Minuten

durch“. Trotzdem will Petkovic

nicht die ganze Last auf seinen

Schultern ablegen. „Den Fokus nur

auf Jacob zu richten wäre sicherlich

falsch und zu optimistisch“, erklärt

der Trainer.Wie schon so oft muss er

die richtige Balance finden.

Viel Zeit bleibt nicht. Bereits am

Sonntag erwartet die Füchse in Balingen

die nächste Aufgabe in der

Bundesliga. Dann wirdHolm sicherlich

weniger Zurückhaltung an den

Taglegen als im Gespräch mit den

Journalisten, sondern −wenngleich

auch nur sinnbildlich −versuchen,

die Türen der gegnerischen Abwehr

einzurennen.

Der

amerikanische

Traum

Julian Gressel mischt die

Major League Soccer auf

Das Trikot vonBastian Schweinsteiger

hat sich Julian Gressel

längst gesichert. „Nach unserem ersten

Duell vor zwei Jahren habe ich

ihn gefragt“, sagte der 25-Jährige.

Während der Weltmeister mit Chicago

Fire die Play-offs der Major

League Soccer (MLS) zuletzt erneut

verpasste und daraufhin die Fußballschuhe

an den Nagel hängte,

peilt Gressel mit Titelverteidiger Atlanta

United den nächsten Coup an.

Die Chancen stehen nicht

schlecht, Atlanta genießt aufgrund

der guten Platzierung in der regulären

Saison mit Rang zwei im Osten

zunächst Heimvorteil. Dieser ist im

neuen Play-off-Modus ohne Rückspiele

von besonderer Bedeutung,

insgesamt stehen im Idealfall nur

vier Spiele auf dem Programm.

Gressel spielt die beste Saison seiner

Karriere, überzeugte mit sechs

Toren und elf Vorlagen in 33 Einsätzen.

An den letzten beiden Spieltagen

war der Rechtsfuß gar an allen

vier Atlanta-Treffern beteiligt, er erzielte

zweimal in Folge das „Tor der

Woche“. Gressel hatte vorsechs Jahren

den Sprung über den großen

Teich gewagt und lebt seither den

American Dream: Erst schloss er sein

Management-Studium ab, dann

wurde er zum besten Neuling der

Liga gekürt, gewann im vergangenen

Jahr die Meisterschaft und vorknapp

zwei Monaten auch den Pokal.

Die guten Leistungen wecken

Hoffnungen auf eine Rückkehr in die

Heimat. „Der Traum ist immer da.

Wenn Interesse besteht und ich die

Chance bekomme, nach Deutschland

zu gehen, dann würde ich das

sofort machen“, sagte Gressel über

ein Engagement in der Bundesliga.

Sein Vertrag läuft weiteres Jahr, Angebote

gab es bislang keine. (sid)

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Sport

Ein Münchner Beitrag zum Klimaschutz

Der FC Bayern steht vor einem heißen Herbst. Trainer Niko Kovac versucht vor dem Duell mit dem FC Augsburg die Wogen etwas zu glätten

VonMaik Rosner,München

Niko Kovac hustete,

musste sich mehrfach

räuspern. Wasallerdings

eher auf die herbstliche

Erkältungswelle in München zurückzuführen

war als auf das zuletzt

etwas angespannte Binnenklima bei

seinem FC Bayern. Zwischen dem

Husten und Räuspern des Münchner

Trainers fielen am Donnerstag

aber sogar ein paar Sätze, die als sein

Beitrag zum Klimaschutz verstanden

werden konnten. Dass ihm dieser

am Herzen liegt, hatte Kovac zuletzt

in einem Interview mit der Zeitung

DieWelt betont, als er seine Bewunderung

für die Aktivistin Greta

Thunberg zum Ausdruck gebracht

und erzählt hatte, er lasse oft das

Auto stehen, nutze Jutebeutel zum

Einkaufen und verzichte mit seiner

Familie auf Plastikflaschen. „Jeder

muss etwas beitragen“, sagte er damals.

Entschuldigung bei Müller

Blickt in eine ungewisse und womöglich turbulente Zukunft: FC-Bayern-Trainer NikoKovac

Vor dem Spiel beim kleinen Nachbarn

FC Augsburg am Sonnabend

ging es nun aber um das Mikroklima

an der Säbener Straße,und auch hier

ist Kovac erkennbar bemüht, größere

Schäden zu vermeiden. Wie

etwa mit jenem Eingeständnis, sich

in Bezug auf den zuletzt enttäuschten

Dauerreservisten Thomas Müller

unbedacht geäußertzuhaben, als er

vor der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim

gesagt hatte,„wenn Notam

Mann sein sollte, wird ermit Sicherheit

auch seine Minuten bekommen.“

Nun sagte Kovac: „Das war

mal ein Fehler vonmir.“ Er habe sich

schlicht „falsch artikuliert“, und dass

er dies nicht so gemeint habe und

die Aussage als Affront gegen Müller

interpretiert wurde, sei ja schon

durch dessen viele Einwechselungen

widerlegt. Mit Müller sei der verbale

Fauxpas ausgeräumt, und der Weltmeister

von2014 habe auch verstanden,

wie er seine unglückliche Formulierung

gemeint habe.

Ob Müller nun in Augsburg statt

Philippe Coutinho, hinter dem gerade

zwei Länderspiele mit Brasilien

im fernen Singapur liegen, beginnen

darf, ließ Kovac allerdings offen.

Übergeordnet aber kündigte er für

die kommenden drei englischenWochen

mit sieben Spielen in Bundesliga,

Champions League und Pokal

an, möglichst alle Kräfte seines Kaders

einzusetzen.

Herbst der Entscheidungen

„Wir müssen jetzt schon zusehen,

dass wir jedem die Minuten geben

beziehungsweise genug frische

Kräfte immer wieder dabei haben“,

sagte er. Die Auswahl dafür ist groß.

Vom erweiterten Stamm ist nur

Linksverteidiger David Alaba noch

leicht angeschlagen wegen seiner

schmerzenden Rippe, erdürfte aber

wohl im Augsburg-Kader stehen.

Es ist ein bisschen paradox, dass

Kovac im Herbst 2019 die Enttäuschten

wie Müller oder Javier Martínez

mit der Aussicht auf mehr Rotation

beruhigen muss, nachdem er mit

dieser im Herbst 2018 in eine Krise

geschlittertwar und dann davon absah,

allen gerecht werden zu wollen.

„Ein Trainer macht im Grunde genommen

nichts richtig. Entweder er

macht es nicht richtig oder er macht

es komplett falsch“, sagte Kovac nun,

„that’s part ofthe game.“ Er verwies

auf die Fülle an Weltklassespielern:

„Stellen Sie sich vor, ich lasse Serge

DPA

Gnabry amWochenende draußen,

was Sie mir dann erzählen.“ Er lasse

sich aber nicht leiten von anderen,

sondernwähle trotz Härtefällen weiter

die jeweils seiner Ansicht nach

beste Aufstellung. Zuletzt zählte

Müller fünfmal nicht dazu.

Die enge Agenda scheint nun

aber geeignet für eine Dosierung der

Belastungen und zur Pflege des Binnenklimas.

Nach Augsburg steht die

Reise in der Champions League zu

Olympiakos Piräus an, danach folgen

die Spiele gegen Union, im Pokal

beim Zweitligisten VfL Bochum, in

Frankfurt und erneut gegen Piräus,

ehe Dortmund als einziges echtes

Highlight nach München kommt.

Viele Möglichkeiten also, mit einer

sinnvollen Rotation zu agieren und

damit die Befindlichkeiten zu moderieren.

Anders als 2018, als ein Leistungsbezug

in Kovacs vielen Wechseln

nicht zu erkennen war. „Ich erwarte

einen besseren Herbst als im

letzten Jahr“, hofft er. Und dann war

da noch ein Satz, der sich zwar auf

die Social-Media-Aktivitäten bezog,

aber auch zum Thema Binnenklima

passte. Kovac sagte: „Ich bin nicht

der Papa, ich bin auch nicht die

Mama, ich bin nur der Trainer.“

Wandelndes Jobprofil

Letzteres ist auch Augsburgs Martin

Schmidt, der noch deutlich mehr Befindlichkeiten

in seinem größeren

Kader und auch im Verein moderierenmuss,zumal

nach vielen sportlichen

Enttäuschungen wie der jüngsten

1:5-Niederlage bei Borussia

Mönchengladbach. Alle seien beim

FCA herausgefordert, sagte er am

Donnerstag als zunehmend kritisch

beäugter Trainer.Wobei Schmidt findet,

dass sich sein Jobprofil im Laufe

einer Woche wandelt. Er fange als

Trainer an, sagte der Schweizer, „ab

Donnerstag wird man der Coach,

und wenn „es zum Spiel geht: der

Motivator“. Schmidt hustete und

räusperte sich nicht. Dabei scheinen

die herbstlichen Gefahren für ihn vor

den Partien bis zur nächsten Länderspielpause

größer zu sein als für Kovac.

Beitragen, das wissen beide,

müssen sie zum Klimaschutz. In jeder

Hinsicht.

Traueranzeigen

Das einzig Wichtige imLeben

sind die Spuren der Liebe,

die wir hinterlassen,

wenn wir gehen.

Albert Schweitzer

Wir trauern um meine liebe Frau,

unsere Mama und Oma

Gisela Hebestadt

geb. Kratzel

*1.12.1936 †8.10.2019

Berlin, den 10.10.2019

Rudolf Hebestadt

Günter Hebestadt und Gabriele Schulze

Wolfgang Hebestadt und Iris Heinrich

Petra Hebestadt und Karsten Klemm

Kristin, Daniel und Marwin

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

meinem Ehemann, unserem Vater, Schwiegervater und Opa

Dr. med.

Hans Grünhagen

*21.1.1941 †12.10.2019

Wir werden Dich sehr vermissen!

Helga

Matthias, Mine, Clara, Luise und Arthur

Christian

Die Beerdigung findet am Mittwoch,

dem 23. Oktober 2019 um 13:00 Uhr

auf dem Waldfriedhof in Kleinmachnow, Steinweg 1statt.

Traueranzeige

Das schönste,

was ein Mensch

hinterlassen

kann, ist

ein Lächeln

im Gesicht

derjenigen, die

an ihn denken.

Die Trauerfeier mit anschließender

Urnenbeisetzung findet am Donnerstag,

den 7. November 2019 im engsten

Familienkreis statt.

Ihr Berater Im trauerfall

treptow

Wirhoffen immer, und in allen Dingen

ist besser hoffen als verzweifeln.

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

meiner lieben Mutter und unserer guten Tante

Helga Pommerening

*3.Juni 1939 †5.Oktober 2019

In stiller Trauer

Christian Pommerening

Gitta Thiess und Familie

Ralf Bonow und Familie

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet

am Mittwoch, dem 6. November 2019, um 12:00 Uhr auf dem

Georgen-Parochial-Friedhof 2, Landsberger Allee 48 in 10249 Berlin statt.

In ihrem Sinne bitten wir um eine Spende zugunsten

der Berliner Krebsgesellschaft.

Plötzlich und unerwartet verstarb am Sonntag, dem 6. Oktober 2019,

mein lieber Mann, unser lieber Papa, Schwiegersohn, Schwager,Onkel

und Cousin

Hans-Joachim Gerlach

im Alter von 64Jahren.

In liebevollem Gedenken nehmen Abschied

Deine Ilona

Deine Kinder Nadine und Enrico

sowie alle Verwandten und Freunde

Die Beisetzung findet im engsten Kreise der Familie und Freunde statt.

TOTER SUCHT

ANGEHÖRIGEN

Brigitte Klasen

Ein lieber Mensch lebt seit dem

8.10.2019 in unserer Erinnerung.

BrigitteKlasengeb. Wagenführ

*21.6.1936 in Wasserleben/Harz

Wir sehen uns im Friedwald Hangelsberg

zur Beisetzung und zum anschließendem

Beisammensein am Feuer.

25.10.2019 11:00 Uhr

www.graebersuche-online.de

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Tag&Nacht 49 10 11

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frIedrIchshaIn

Landsberger Allee 48, 10249 Berlin

Tag &Nacht (030) 42 80 77 55

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Bestattungen

Anton-Saefkow-Platz 4

Tel.: (0 30) 9911087

(0 30) 4222947

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am Samstag,

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Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 23 *

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Sport

Das

richtige

Gespür

Wiesich die Gladbacher

Tabellenführung erklärt

VonDaniel Theweleit, Mönchengladbach

Ohne Zweifel führte der Blick auf

die Bundesligatabelle während

der vergangenen beiden Wochen bei

vielen Menschen in Mönchengladbach

zur Ausschüttung von Glückshormonen.

Seit 34 Jahren ist der

Klub nicht mehr mit so guten Ergebnissen

durch die ersten sieben Spieltage

gekommen, in der Liga blicken

sie als Spitzenreiter auf vier Siege in

Serie zurück. Vordem Spiel in Dortmund

am Sonnabend haben sie alle

Auswärtspartien gewonnen.

Es gibt ein Detail, das noch erstaunlicher

ist als die Tabellenführung,

und das viel mehr erzählt über

den Aufschwung. Laut einer Berechnung

des Kicker hat kein Team mehr

Zweikämpfe gewonnen als die Borussia,

die im Vorjahr noch die wenigsten

Mann-gegen-Mann-Duelle

erfolgreich bestritten hat. Der Plan,

mit dem neuen Trainer Marco Rose

einen dynamischeren und intensiverenStil

zu entwickeln, funktioniert

überraschend schnell.

Eine Neigung zur Selbstherrlichkeit,

die nicht selten ist unter Fußballprofis,

sehen sie nicht in ihrem

Kader. Sportdirektor Max Eberl verkündet:

Niemand werde sich von

dem Zahlenwerk „den Blick vernebeln“

lassen. Wobei das Tabellenbild

der vergangenen Wochen für Rose

vertraut wirken muss. Esweist Ähnlichkeiten

zum Tableau der österreichischen

Bundesliga des Vorjahres

auf, wo Rose mit RB SalzburgMeister

wurde, während sein Trainerkollege

Oliver Glasner mit dem Linzer ASK

den zweiten Rang belegte. Nun ist

steht die Borussia auf Platz eins,

Glasners Wolfsburger folgen.

Auch den Gladbachern ist die

Lage nicht so fremd. Ziemlich genau

ein Jahr ist es her, dass die Borussia

Steht für die erfolgreiche Transferpolitik:

Marcus Thuram.

DPA/ANSPACH

als Geheimfavorit auf den Titel gehandelt

wurde.Nach acht Spieltagen

war das Team des damaligen Trainers

Dieter Hecking Zweiter, drei

Punkte hinter dem BVB. Es folgte

eine magere Phase mit 13 Punkten

aus 14 Spielen, und wenn der achte

Spieltag ungünstig verläuft, kann die

Borussia diesmal noch schneller aus

der Champions-League-Zone bis auf

Rang sechs abrutschen.

Aber die Substanz der Mannschaft

wirkt stabiler.Rose spricht von

„12 oder 13 Stammspielern“ neben

TorhüterYann Sommer,der Kader ist

sehr ausgewogen. Eberl und seine

Leute haben bei den Verpflichtungen

vonMarcus Thuram, Stefan Lainer

und Breel Embolo ein gutes Gespür

gehabt, Laszlo Benes oder Denis

Zakaria haben sich unter dem

neuen Trainer deutlich verbessert.

In Dortmund könnte Lars Stindl

erstmals nach seinem Schienbeinbruch

aus dem Mai wieder spielen,

was zu der Frage führt, wie gut er

zum beschleunigten Spiel passt.

Aber solche Überlegungen stehen

nicht im Mittelpunkt. „Wichtig ist,

dass wir den positiven Eindruck

nach Dortmund mitnehmen, dass

wir selbstbewusst auftreten, dass wir

daran arbeiten, weiter Fußballspiele

zu gewinnen und unsere Entwicklung

vorantreiben“, findet Rose.

Fischer will keine Streich-Resultate

Unions Trainer hält viel von seinem Freiburger Kollegen, will ihn aber am Sonnabend ärgern

VonMathias Bunkus

Unions Trainer UrsFischer weiß, dass sein Team Punkte braucht.

Stiche mit der Nadel

OTTMAR WINTER

Eigentlich hätte man über

die beiden Begegnungen

zwischen dem 1. FC Union

und dem SC Freiburgjaauf

dem kleinen Dienstweg eine Entscheidung

herbeiführen können.

Die Möglichkeit dazu wäre gewesen

bei der Trainertagung in der Länderspielpause.

Dasaßen Unions Chefcoach

und der oberste Übungsleiter

der Breisgauer in Mönchengladbach

gemütlich am Tag danach beim

Frühstückstisch. „War wirklich ein

toller Austausch mit ihm. Für mich

ist er ein toller Trainer, der irgendwo

'ne Ansicht hat, die ich zum Teil auch

teile. Von daher war's wirklich sehr

angenehm“, meinte Urs Fischer

über das Gespräch mit Christian

Streich, in dem sich nicht alles nur

um Fußball drehte.

Wasauch einen Grund hatte. Natürlich

wollte sich keiner der beiden

Fußballlehrer vorder heutigen Partie

im Stadion An der Alten Försterei

(15.30 Uhr) zu sehr in die Karten blicken

lassen. Womit leider auch die

Möglichkeit eines Deals verpasst

worden ist. Der hätte ja so aussehen

können: Union behält die Ligapunkte,

die Badener dürften dafür

eineinhalb Wochen später im Pokal

eine Runde weiterkommen.

Wäreeigentlich beiden Klubs mit

gedient. Freiburg, derzeit in der Liga

in Champions-League-Gefilden rangierend,

braucht die Punkte im Alltag

weniger als Kellerkind Union.

Doch für dieses Ansinnen konnte

sich Urs Fischer nicht wirklich erwärmen.

Streich-Resultate sind

nicht sein Ding. „Ich hätte ihm einen

ganz anderen Deal angeboten“,

meinte der 53-Jährige.Man kann getrost

davon ausgehen, dass er eine

ähnliche Verhandlungspolitik wie

Englands Premierminister Boris

Johnson im Sinn hatte, der bei allen

Brexit-Kompromissen immer nur

eine Lösung im seinen Sinne haben

wollte.

Ein Backstop im Geiste von Urs

Fischer sieht bei aller Sympathie für

seine Gegenüber eine sportlich harte

Grenze zuden Breisgauern vor. Erst

der Sieg in der Liga, dann am 29. Oktober

ein Erfolg im ehemaligen Dreisamstadion

im Cup.„Dieses gemeinsame

Frühstück“ sei für den Schweizer

ja eigentlich schon seit seiner

Rückkehr nach Berlin „aus dem

Kopf“ gewesen. Sein einziges Ansinnen

ist, wie man den nach vier Pleiten

in Folge wachsenden Druck mindern

kann. Man könne sich ja

schlecht darauf verlassen, dass im

letzten Drittel der Hinrunde die Gegner

reihenweise gestürzt werden,

nur weil sie vom Papier her auf Augenhöhe

mit den Eisernen zu sein

scheinen. „Ich glaube, vier Punkte

werden nicht genügen, um schlussendlich

unser Ziel zu erreichen“,

merkte Fischer mit Blick auf die Tabelle

an. Zumal die unmittelbare

Konkurrenz an diesem Wochenende

nichtgänzlich leer ausgehen wird, da

in Düsseldorf (gegen Mainz) und in

Köln (gegen Paderborn) die Kellerkinder

unter sich sind.

Leichte Spiele gibt es nicht

„Freiburg ist sehr gut in diese Meisterschaft

gestartet. Sie haben sich

das nötige Selbstvertrauen erarbeitet.

Geschenke werden wir uns sicher

nicht machen. Aber wir bestreiten

ein Heimspiel“, betonte Fischer

eingedenk des Höhenfluges der Badener.

Doch leichte Gegner gibt es für einen

Aufsteiger ohnehin nicht. Und

ob es nur ein Lauf ist, den die

Streich-Schützlinge da gerade haben

oder ob sie wirklich so gut sind wie

Rang vier aussagt, soll eben heute

überprüft werden. Und zwar gründlich.

„Es gilt bei dem Heimspiel wie

auch bei einem Auswärtsspiel, dass

wir aufs Feld gehen, um gewinnen zu

wollen“, so Fischer weiter.

Es gelte also nun zu bestätigen,

was Union in mehr als nur Ansätzen

gegen Frankfurt oder in Wolfsburg

gezeigt hatte. „Wir wollen uns einfach

auch mal für unsere Leistung

belohnen, das heißt zu punkten“,

fordert Fischer. Ansonsten könnten

die kommenden Wochen mit einem

Auswärtstrip nach München zum FC

Bayern und einer auch nicht gerade

schwach daherkommende Hertha

im Derby den Köpenickern unangenehme

Tage bescheren.

Hertha BSC will nach dreizehn Jahren wieder bei Werder Bremen gewinnen. Und so soll es gelingen

VonMichael Jahn

Javairo Dilrosun spielt bei Ante Covics Planungen eine wichtige Rolle.

Sofian Chahed kann sämtliche

Torschützen aufzählen, ohne

lange nachdenken zu müssen. „Damals,

bei unserem 3:0-Sieg in Bremen,

trafen Kevin-Prince Boateng,

Marcelinho und Yildiray Bastürk!“

Chahed, 36, derzeit Trainer der U16-

Mannschaft von Hertha BSC, zählte

am 11. März 2006 zum siegreichen

Hertha-Team. Es war Herthas bisher

letzter Erfolg in der Bundesliga in

Bremen. Danach folgten sieben Niederlagen

und zwei Remis.

Nun ist es wieder soweit. Unter

Trainer Ante Covic muss Hertha BSC

zum Tabellennachbarn nach Bremen

reisen (Sonnabend, 15:30 Uhr).

Nach drei Siegen in Seriepassiertdas

unter positiven Vorzeichen. Covic:

„Seit unserem ersten Erfolg gegen

Paderborn ist das Vertrauen in unsere

Fähigkeiten zurück.“ Der 44-

Jährige lässt sich vonder langen Niederlagen-Serie

in Bremen nicht beeinflussen

und sagt: „Lange Serien

neigen ja dazu, irgendwann auch

einmal zu Ende zu gehen.“

Mit Chahed schließt sich ein

Kreis. Zusammen mit Malik Fathi,

Oliver Schröder und Andreas Neuendorfzählt

er zu jenen vier in Bremen

erfolgreiche Profis, die heute Nachwuchsteams

bei Hertha betreuen:

Chahed (Cheftrainer U16), Fathi (Assistent

U23), Schröder (Assistent

U17) und Neuendorf(Chef U23). Das

passt zur Strategie beider Vereine.

Bei Hertha hatte sich Manager Michael

Preetz nach der ÄraPal Dardai

mit Ante Covic zum zweiten Mal in

Serie für einen Chefcoach aus dem

eigenen Nachwuchs entschieden.

Bei Werder war es Sportchef Frank

Baumann, der mit Florian Kohfeldt,

37, einen einstigen Nachwuchstrainer

aus dem Verein auf die große

Bundesliga-Bühne hob.

Covic und Kohfeldt schätzen sich

sehr. Der Bremer lobte, dass man

Hertha-Spiele „sehr gut anschauen

kann“. Und Covic sagte: „Wir beide

haben einen ähnlichen Werdegang

hinter uns, sind bei unseren Vereinen

geblieben und haben das Glück,

dortjetzt an vorderster Linie Verantwortung

zu tragen. Kohfeldt macht

einen herausragenden Job.“

„Auswärts offensiv“

BONGARTS/STARKE

Herthas Trainer erwartet in Bremen

eine „sehr emotionale Atmosphäre

im engen Weser-Stadion“ und will

dort„Nadelstiche setzen und Werder

vielleicht überraschen“. In Sachen

Stadion liegt Covic natürlich auf einer

Linie mit Manager Michael

Preetz. Der sagte auch mit Blick auf

die eigenen Stadion-Pläne in einem

Mathias Bunkus

glaubt, dass jeder Höhenflug

einmal endet.

Interview mit dem Weser-Kurier:

„Die Fans ins Bremen sind sehr leidenschaftlich,

dazu kommt die Enge

des umgebauten Stadions. ImVergleich

zu unserem Olympiastadion

hilft das natürlich enorm. Ichglaube

auch, dass das für einige Prozentpunkte

auf dem Feld und auch für einige

Punkte in der Tabelle gut ist.“

Dennoch ist Covic optimistisch:

„Unser Kader ist in der Lage, auch

auswärts offensiv zu spielen. Beiuns

ist endlich die Stabilität da.“

Der Trainer hat eine funktionierende

Achse gefunden. MitRuneJarstein,

Niklas Stark, dem rustikalen

Belgier Dedryck Boyata, dem nimmermüden

Per Skjelbred, dem wiedererstarkten

Vladimir Darida und

Kapitän Vedad Ibisevic besitzt der

Trainer erfahrende Profis, die das

Team mitreißen. Und mit dem Holländer

JavairoDilrosun, 21, kann Covic

einen Unterschiedsspieler in Bremen

aufbieten. Der schnelle, trickreiche

Angreifer, von Rückenproblemen

befreit, erzielte in den drei

zurückliegenden Spielen je ein Tor.

Beim Sieg 2006 in Bremen besaß

der damalige Hertha-Coach Falko

Götz eine starke Achsemit Christian

Fiedler, Arne Friedrich, Josip Simunic,

Niko Kovac, Marcelinho und

Marko Pantelic. Am Saisonende

stand Platz 6. Damit wäre Hertha im

Mai2020 sicher sehr zufrieden.

NACHRICHTEN

Clásico wegen Unruhen in

Katalonien verschoben

FUSSBALL. Derfür den 26. Oktober

angesetzte Clásico zwischen dem Titelverteidiger

FC Barcelona und Rekordmeister

Real Madrid wirdwegen

der Unruhen in Katalonien nach der

Festnahme mehrerer Separatisten

verschoben. BisMontag sollen die

Klubs einen Nachholtermin finden,

als mögliches Datum ist der 18. Dezember

im Gespräch.

Eisbären verlieren torlos in

Düsseldorf

EISHOCKEY. DieEisbären Berlin haben

ihr Auswärtsspiel in der Deutschen

Eishockey-Liga (DEL) gegen

die Düsseldorfer EG mit 0:4 (0:1, 0:3,

0:0) verloren. Beim Debüt vonEisbären-Neuzugang

Landon Ferraro

glänzten die Hausherren mit Effizienz

und Cleverness.Maximilian

Kammerer traf doppelt, die Eisbären

blieben hingegen glück- und torlos.

Balakow tritt nach

Rassismus-Skandal zurück

FUSSBALL. Bulgariens Nationaltrainer

Krassimir Balakowist vier Tage

nach dem Rassismus-Eklat beim

EM-Qualifikationsspiel gegen England

(0:6) zurückgetreten. Auch die

gesamte Führung des nationalen

Verbandes (BFU) reichte laut offizieller

Mitteilung vomFreitag ihren

Rücktritt ein. Mansei „übereingekommen,

dass die Leistungen des

Nationalteams zuletzt enttäuschend“

gewesen seien. Einen Nachfolger

soll der ehemalige Bundesligaprofi

Jordan Letschkowsuchen.

ZAHLEN

FUSSBALL

Bundesliga, 8. Spieltag

Eintr.Frankfurt−Leverkusen 3:0

RB Leipzig −VfL Wolfsburg Sa., 15.30

SV Werder Bremen−Hertha BSC Sa., 15.30

Düsseldorf−Mainz 05 Sa., 15.30

FC Augsburg −München Sa., 15.30

Union Berlin −SCFreiburg Sa., 15.30

Bor.Dortmund−M'gladbach Sa., 18.30

1. FC Köln −SCPaderborn So., 15.30

Hoffenheim −FCSchalke04 So., 18.00

1 M'gladbach 7 15: 6 16

2VfL Wolfsburg 7 10: 4 15

3München 7 20: 8 14

4SC Freiburg 7 15: 7 14

4 RB Leipzig 7 15: 7 14

6FC Schalke04 7 14: 7 14

7 Eintr.Frankfurt 8 14: 10 14

8 Leverkusen 8 12: 11 14

9 Bor.Dortmund 7 19: 11 12

10 Hertha BSC 7 12: 12 10

11 SV Werder Bremen 7 12: 16 8

12 Hoffenheim 7 6: 11 8

13 Mainz 05 7 7: 17 6

14 FC Augsburg 7 8: 19 5

15 Düsseldorf 7 9: 14 4

16 Union Berlin 7 6: 13 4

17 1. FC Köln 7 5: 16 4

18 SC Paderborn 7 9: 19 1

2. Bundesliga, 10. Spieltag

Gr.Fürth −Dyn. Dresden 2:0 (2:0)

Erzg.Aue−Nürnberg 4:3 (0:0)

Regensburg −Sandhausen Sa., 13.00

FC St. Pauli−Darmstadt 98 Sa., 13.00

SV Wehen−Heidenheim Sa., 13.00

VfB Stuttgart−Kiel So., 13.30

Hannover96−VfL Osnabrück So., 13.30

VfL Bochum −Karlsruher SC So., 13.30

Arm. Bielefeld −Hamburger SV Mo., 20.30

1 Hamburger SV 9 21: 7 20

2VfB Stuttgart 9 15: 9 20

3 Arm. Bielefeld 9 20: 11 18

4 Erzg.Aue 10 18: 16 18

5 Gr.Fürth 10 11: 14 14

6 FC St. Pauli 9 14: 12 13

7 Nürnberg 10 18: 18 13

8 Heidenheim 9 15: 13 12

9 Sandhausen 9 10: 10 12

10 Karlsruher SC 9 13: 15 12

11 Regensburg 9 17: 14 11

12 Hannover96 9 10: 14 11

13 VfL Osnabrück 9 10: 9 10

14 Dyn. Dresden 10 12: 20 9

15 VfL Bochum 9 16: 19 8

16 Kiel 9 10: 14 8

17 Darmstadt 98 9 9: 13 8

18 SV Wehen 9 13: 24 7


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 – S eite 24

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Sport

Blüte des

Lebens

Japans Rugby-Nationalmannschaft steht

überraschend im Viertelfinale der Heim-WM.

Viele trauen dem Team eine Sensation zu,

doch die größte Leistung hat das Team abseits

des Spielfeldes erbracht

VonFelix Lill, Tokio

Für das japanische

Team in den rot-weißen

Trikots geht es bei der

Heim-WM hoch hinaus.

IMAGO IMAGES/PABLO ARIEL MORANO

Steve Hansen bringt so

schnell nichts aus der Ruhe.

Der60Jahrealte Neuseeländer

hat in seinem Sport so

ziemlich alles erlebt, was man erleben

kann. Er war selbst Rugby-Profi

und ist seit 1997 Trainer, seit 2011

Chefcoach der neuseeländischen

Nationalmannschaft, dem großen

Favoriten bei der Weltmeisterschaft

derzeit in Japan, mal wieder.Doch so

etwas wie die Brave Blossoms ist

Hansen bisher auch nur selten vorgekommen.

Die tapferen Kirschblüten

also,wie die japanische Auswahl

genannt wird. Der Trainer ist froh,

dass seine Neuseeländer frühestens

im Finale am 2. November auf Japan

treffen können. „Sie sind jetzt unter

den Topacht der Welt, und sie spielen

Qualitäts-Rugby“, sagt Hansen.

Wenn die Brave Blossoms an diesem

Sonntag im Viertelfinale gegen

Südafrika antreten, ist das so etwas

wie eine Sensation im Union Rugby,

derVariante mit 15 Akteuren auf dem

Platz. Und erst recht wäre es das,

wenn die Blüten mit einem Sieg ins

Halbfinale einziehen. Nicht nur für

die japanischen Fans, doch für die

vorallem. Von„Brighton 2.0“ spricht

das Land der Gastgeber bereits in

Anlehnung an die Weltmeisterschaft

2015, als die Brave Blossoms den

zweimaligen Weltmeister Südafrika

34:32 bezwangen.

Die Geschichte, die Japans

Rugby-Auswahl dieser Weltmeisterschaft

schenkt, ist längt geschrieben,

unabhängig vom Einzug ins Viertelfinale

oder vielleicht ins Halbfinale

sogar. Die Geschichte handelt von

Trauer und Freude, Erschütterung

und Begeisterung. In Japan liegen

diese Gefühle derzeit sehr nah beieinander.Denn

neben der Euphorie,

ausgelöst durch den sportlichen Erfolg,

sind da dieWehen nach Hagibis,

dem stärksten Taifun seit mehreren

Jahrzehnten, der am vergangenen

Wochenende in Teilen des Landes

für Todund Zerstörung gesorgt hat.

Mehr als 70 Menschen starben, mehr

als 110 000 blieben tagelang ohne

Wasserversorgung. Am vergangenen

Sonnabend, als Hagibis einschlug,

kam in Tokio der Alltag zum Erliegen,

Millionen Japaner konnten nicht vor

die Tür gehen.Weil das Sicherheitsrisiko

für Fans und Spieler als zu hoch

eingestuft worden war, wurden bei

der derzeit laufenden Weltmeisterschaft

auch zwei Spiele ersatzlos abgesagt.

Mitten in der Taifunsaison

So ist das Turnier, das mitten in der

japanischen Taifunsaison stattfindet,

zu einer Kontroverse geworden.

Indem nämlich das für vorigen

Sonnabend angesetzte Gruppenspiel

zwischen Steve Hansens Weltmeisterschaftsfavoriten

Neuseeland

und Italien kampflos als Unentschieden

gewertet wurde, schieden die

Italiener, die mit einem Überraschungssieg

gegen den amtierenden

Weltmeister ins Viertelfinale eingezogen

wären, automatisch aus. Der

italienische Spieler Sergio Parisse

Übertragung: ProSieben

Maxx zeigt die Viertelfinals

der WM live. Am Sonnabend

England -Australien und

Neuseeland -Irland, am

Sonntag Wales -Frankreich

und Japan -Südafrika (jeweils

von9bis 14.30 Uhr).

klagte: „Es fällt schwer zu verstehen,

warum wir nicht die Gelegenheit bekommen,

gegen eines der stärksten

Teams zu spielen.“ Hätte Neuseeland

den Sieg benötigt, vermutete

Parisse,wäredas Spiel wohl nachgeholt

worden.

Einen Tag später jedenfalls, als

der Taifun vorübergezogen war und

Japan noch in einem halben Ausnahmezustand

verharrte, durfte nach

vorhergehenden Diskussionen das

letzte Gruppenspiel der Gastgeber

gegen den Turniermitfavoriten

Schottland wie geplant stattfinden.

Und eswar diese Partie, die für die

bisher größte sportliche Sensation

des Turniers sorgte. Mit dem 28:21-

Sieg der Japaner hat das ostasiatische

Land als Gruppensieger erstmals

ein WM-Viertelfinale erreicht.

Japan, vor Turnierbeginn noch fast

ein Entwicklungsland im Rugby,

WM-VIERTELFINALE

Überflieger: DerWeltranglistenerste

Irland ist ebenso

wie Viertelfinalgegner Neuseeland

WM-Favorit. Gegen

die Iren spricht die Niederlagegegen

Japan, für Neuseeland

die Historie des Duells

(29:2 Siege).

Überraschung: England -

Australien, ein Duell mit

110-jähriger Geschichte,

zwei ehemaligeWeltmeister

mit großen Ambitionen. Bei

der WM 2015 siegte Australien

mit 33:13 und warf England

in der Vorrunderaus.

zählt nach verdienten Siegen über

Schottland und Irland nun zur Weltklasse.

Dasist ein Kapitel der Geschichte

vonJapans Rugby-Team. Einanderes

handelt davon, dass die Brave Blossoms

dem von der Unwetterkatastrophe

noch traumatisierten Land

beim Blick nach vorn helfen. „Ehrlich

gesagt haben wir das ganzeSpiel

über an den Taifun und die Menschen

gedacht“, hat Kapitän Michael

Leitch nach dem Sieg am vergangenen

Sonntag gesagt.

Durch die erheblichen Schäden

und die vage Möglichkeit, die Stimmung

im Land aufzuheitern, habe

man sich angespornt gefühlt. Wenn

an diesem Sonntag mit Südafrika

nun also ein weiterer Turnierfavorit

wartet, kann die Heimmanschaft

sich sicher sein, dass so ziemlich das

ganze Land das Spiel auf irgendeine

Weise verfolgen wird. Nach der Weltmeisterschaft

2015 in England und

dem überraschenden Sieg über Südafrika

interessiert sich in Japan eine

breite Öffentlichkeit für Rugby. Die

WM im eigenen Land nun markiert

den bisherigen Höhepunkt. Laut einer

Umfrage einen Monat vor Turnierbeginn

wussten 90 Prozent aller

Japaner, dass diese WM stattfindet.

Die Stadien sind ausverkauft, selbst

Personen, die sich eigentlich nicht

für Sportinteressieren, verfolgen das

Turnier.Japan ist im Rugbyrausch.

Für den Sport ist das ein Glücksfall.

Zwar bewirbt der Weltverband

das derzeitige Turnier als nach

Olympia und der Fußball-WM drittgrößte

Sportveranstaltung der Welt.

Doch im Wettrennen um globale

Aufmerksamkeit hat es jede Sportart

schwer, sich gegen den sich schnell

ausbreitenden Fußball einigermaßen

zu behaupten.

Beitrag gegen Alltagsrassismus

Zudem ist Rugby bis auf einige Ausnahmen

fast nur in Länderndes britisch

geprägten Commonwealth beliebt.

Mit der WM in Japan hofft der

Weltverband nun, das Spiel auch auf

dem gesamten asiatischen Kontinent

populärer zu machen. Abgesehen

von den Erschütterungen rund

um den Taifun Hagibis und den darauffolgenden

Kontroversen um

Spielabsagen scheint dies bisher

auch zu gelingen.

Eine transformierende Wirkung

könnte diese WM aber auch in Japan

selbst haben. Das ostasiatische

Land,indem kaum zwei Prozent der

Einwohner einen ausländischen

Pass besitzen, hat sich bisher gernals

homogene Gesellschaft verstanden

und sich schwer damit getan, kulturelle

Vielfalt zu akzeptieren oder gar

zu fördern. DieHürden für Immigration

sind auch nach kürzlichen

Lockerungen hoch, Alltagsrassismus

gegen Ausländer ist spürbar. Schon

Menschen mit einem ausländischen

Elternteil sind häufig stigmatisiert.

Deshalb ist die derzeit überaus

beliebte Rugbynationalmannschaft,

die so erfolgreich ist wie keine japanische

Auswahlvor ihr, de facto eher

eine Internationalmannschaft. 15

von 31 Spielern im Kader haben

mindestens ein ausländisches Elternteil

oder wurden eingebürgert.

Und bisher beeindrucken viele der

Spieler mit ausländischen Wurzeln

nicht nur sportlich.

Der Kapitän Michael Leitch etwa

gibt Interviews sowohl auf seiner

Muttersprache Englisch als auch auf

Japanisch. „Wir repräsentieren Japan“,

sagte der gebürtige Neuseeländer

nach dem Sieg gegen Schottland

mit noch pustendem Atem. Dies

wolle man nun mit einem neuerlichen

Sieg gegen Südafrika diesen

Sonntag beweisen. (mit cs.)

Felix Lill

ist gespannt, wie weit Japan

bei der WM noch kommt.


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 – S eite 25 *

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Feuilleton

Das fliegende Auge:

Claus Löser über Filme

aus dem Baltikum

Seiten 28 und 29

„Die Luft war wohl ein wenig raus.“

Jörg Aufenanger in seinem Zeitzeugenbericht über eine Montagsdemonstration im November 1989 Seiten 26 und 27

Muskeln des Theaters

Protzig, krachig, mit Musik: Der Müller-Abend „Germania“ von Claudia Bauer in der Volksbühne

VonUlrich Seidler

Die durchnummerierten Spieler treten zuerst in Tüllkleidern, zuletzt in grünen Aufblaskostümen, dazwischen in allen möglichen illustrativen Verkleidungen auf.

JULIAN RÖDER

Am Donnerstag kam die

dritte Großproduktion

dieser Spielzeit an der

Volksbühne heraus. Es

war der dritte Zündungsversuch des

von Klaus Dörr wieder auf die

Schiene gesetzten Theaters mit Ensemble

und Schauspieldirektion.

Als Dörr im Sommer 2017 das innerhalb

einer knappen Spielzeit von

Chris Dercon zum Festspielhaus

umgewidmete, leergespielte und

trotz eines millionenschweren

Übergangsetats heruntergewirtschaftete

Haus übernahm, füllte er

die Spielplanleeremit solidarischen

Gastspielen und ersten Eigenproduktionen

auf, die mit gut 100 000

Euro aus den noch von Frank Castorf

hinterlassenen Rücklagen finanziertwerden

mussten.

Parallel muss Dörr sofort angefangen

haben, auch die Spielzeit

2019/20 zu entwerfen, die erste, die

er ohne Dercon-Vorplanungen umsetzen

kann. Betriebsstrukturen und

Stellenpläne mussten wieder aufgebaut

werden, und vorallem mussten

Künstler gefunden werden, die den

nötigen schwindelfreien Mut und

bretternden Ausdruckswillen mitbringen,

um das noch immer mit der

glorreichen Castorf-Ära identifizierte

Theater zu erobern.

Kein Mangel an Mut

Nun also –nach der „Odyssee“, einem

durchgerührten psychoanalytischen

Vater-Sohn-Konflikt-Salat von

Schauspieldirektor Thorleifur Örn

Arnarsson und nach KayVoges’ kulturpessimistischer

Digitalgesellschaftskritik

„Don’t be evil“ – die

dritte Packung: „Germania“, eine

Heiner-Müller-Collage von Claudia

Bauer.Nicht undelikat bei allem: Die

Regisseurin und ihre beiden Kollegen

waren zwischenzeitlich auch als

Volksbühnen-Intendanten im Gespräch,

während der Kultursenator

Klaus Lederer ernsthaft eigentlich

nur mit René Pollesch verhandelte,

der das Haus im Herbst 2021 übernehmen

wird.

Ein Mangel an Mut und Ausdruckswillen

ist auch bei dieser dritten

Regiearbeit nicht das Problem.

Sondern–wie auch bei ihren beiden

Vorgängern – ihre unaufgeräumte

gedankliche und dramaturgische

Kanalisation. Überkomplexe Zeichenpampe,die

mit Schmackes und

unter Aufbietung eines hochtourenden

Theaterapparates –egal, ob irgendwer

im Saal noch folgen will

und kann –über die Rampe gekippt

wird, das klingt doch eigentlich nach

der Fortsetzung guter alter Castorf-

Tradition. Möglicherweise sind dessen

vibrierende Hervorbringungen

dann aber doch luzider,böser,überraschender

und dringlicher, vor allem

aber fehlen die Schauspielerinnen

und Schauspieler, die ihre eigene

Künstlerschaft im Zenit des

Rundhorizontes abfeuern, die nicht

nur schreien, grinsen und grimassieren,

sondern senden, und zwar von

Herz zu Herz, mit allen Lüsten,

Schmerzen, mit allem Klamauk der

geschwisterlichen Verzweiflung, vereinigt

mit dem Publikum auch im

nervenzerfetzenden Widerstand gegen

diesen Regisseur mit dem unerschöpflich

blubbernden und sprudelnden

Genie-Ego. Bitte nicht

nachmachen!

Dass nun Heiner Müller gespielt

wird, der erste und oberste unter den

Hausgeistern der Castorf-Volksbühne,und

dass das Ganzeineinem

zweistöckigen Leichtbaucontainer à

la Bert Neumann stattfindet (Bühne:

Andreas Auerbach), auf dessen Wellblechrückwand

die allgemein bleibende

Hysterie in Videogroßaufnahme

mit den Augen rollt, reißt alle

vernarbten Volksbühnen-Trennungswunden

wieder auf.

Dabei ist es doch –inZeiten des

allerorten wiederaufkeimenden

Nazi-Drecks im Jahr dreißig nach der

Wiedervereinigung –keine schlechte

Idee, die textlichen Hauptbestandteile

des Abends zwei Müller-Stücken

zu entnehmen, die sich mit den

Abgründen der deutschen Seele beschäftigen:

„Germania TodinBerlin“

(1971), dessen erste Dialoge schon in

den 50ern entstanden sein sollen

und das in der DDR verboten war,

und „Germania 3. Gespenster am toten

Mann“, das letzte, lang ersehnte

StückMüllers,das er in seinem Sterbejahr

1995 beendete. Beides Szenen-Bruchhalden,

in denen dialektisch

verbundene Deutschmonster

schlachtdurchsuppte und utopieverkeimte

Albtraumdialoge ausscheiden.

Alles in kalt entsetzter

Gleichzeitigkeit: Hermannsschlacht,

Nibelungen, Preußen, Stalingrader

telefonische Anzeigenannahme: 030 2327-50

Kessel, Kriegsendegräuel, 17. Juni

und Eigentumsrückübertragung

nach der Wende zum Beispiel in Parchim,

immer mit dabei die beiden

Diktatoren und millionenfachen

Massenmörder mit den markanten

Schnurrbärten: Hitler und Stalin,

braunrote Schicksalsdämmerung

auf dem Abort, am Schluss hängt

eben alles miteinander zusammen.

Claudia Bauer stürzt sich auf das

vonMüller kichernd eingeschriebene

Kasper-und Clownstheater samtVerteilungsslapsticks

und Pimmelwitzen

– von Pathos keine Spur, worüber

man allerdings auch erleichtert sein

kann. Die durchnummerierten Spieler

treten zuerst in Tüllkleidern, zuletzt

in grünen Aufblaskostümen, dazwischen

in allen möglichen illustrativen

Verkleidungen auf (Kostüme:

PatriciaTalacko). Einander im Schnee

von Stalingrad aufessende Totenkopfpuppen

kommen hinzu. Ein

ganzer Männerchor dekoriert erst in

diskretem Bankfilialenoutfit, dann als

kultur pur

Windspiel-Rudel das krachige Bühnengewusel.

Undvon dem Orchester

samt dreier Sängerinnen und Schlagzeug,

das da am Drehbühnenrand

mit komplexen Kompositionen (Musik:

Mark Scheibe) vom immer zähflüssigeren

Geschehen und von den

Müller’schen Blut-, Schlacht- und Todesbonmots

ablenkt, war noch gar

nicht die Rede.

Beim Schlussapplaus nach drei

Stunden fasst die breite Volksbühnenrampe

das spielende, singende

MANDELA

THE OFFICIAL EXHIBITION

FREIHEIT IST

WEDERSCHWARZ

NOCH WEIß

19|10|19 – 15|03|20 BIKINI BERLIN

Tickets unter www.mandelaexhibition.de

und musizierende Personal bei weitem

nicht. Erleichterung macht sich

breit, und es gibt sogar punktuelle

Begeisterung im Saale. Zumindest

aus einem Grund ist sie wohl berechtigt:

Die Volksbühne hat ihre Muskeln

wieder. Sie steht und geht. Es

wäre schön, wenn sie ihr Publikum

mitnimmt.

Vorstellungen: 19., 31.10.; 10., 16.11. in der

Volksbühne, Karten und InformationenunterTel.:

24065777 oder volksbuehne.berlin


26 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Nachts

im

Museum

VonFrank Junghänel

Felix Murot (Ulrich Tukur) ist mit

einer Flasche Single Malt auf

dem Rücksitz und AlbertHammond

im Autoradio unterwegs zu einem alten

Kollegen, als ihn die Nachricht

von einem Überfall erreicht. Oder

besser gesagt, nicht erreicht, weil er

sich mit dem Hinweis auf seinen Urlaub

dem Rufanden Tatortentzieht.

Wenn er wüsste! Denn wenig später

hockt er mit Walter Brenner (Peter

Kurth), besagtem Polizisten von früher,

und dessen tougher Mitarbeiterin

Cynthia (Christina Große) sowie

einem verurteilten Serienmörder,

dem „Kannibalen von Peine“ (Thomas

Schmauser) , dem Teenager

Jenny (Paula Hartmann) und noch

ein paar Gestalten mehr im Kugelhagel

einer Bande, die es aus einem

Grund, der sich nie klären wird, auf

das museale Revier der titelstiftenden

Wache 08 im Ödland am Rande

vonOffenbach abgesehen hat. Uff.

Werdas für eine weit hergeholte

Figurenkonstellation hält, liegt ganz

richtig, und doch entspinnt sich aus

dieser Ausgangslage einer der wirklich

merkwürdigsten Sonntagskrimis

der letzten Zeit. Wobei Krimi die

falsche Genrebezeichnung ist. Um

irgendeine Form von Tätersuche

geht es hier gar nicht. Thomas Stuber

(Regie) und sein Lieblingsautor, der

Schriftsteller Clemens Meyer, mit

dem er bereits bei den Kinofilmen

„Herbert“ und „In den Gängen“ zusammengearbeitet

hat, greifen bei

ihrem „Tatort“-Debüt auf einen mythischen

Stoff der Filmgeschichte

zurück, dessen Referenzen sich

kreuz und quer durch die Populärkultur

ziehen, von „Rio Bravo“ über

John Carpenters Thrillerklassiker

„Assault –Anschlag bei Nacht“ bis zu

jedem zweiten Tarantino.Esgeht um

den Angriff des Bösen auf eine disparate

Koalition der Übrigen. Stuber

inszeniert den Verteidigungskampf

der,nun ja, Guten mit spielerischem

Witz, jeder Menge Zitate ausWestern

und Gangsterfilmen und tonnenweise

Pyrotechnik.

In dem Bleigewitter gibt es jedoch

immer wieder Atempausen, in denen

auf tragische, romantische und

auch politische Kurzgeschichten der

Eingeschlossenen angespielt wird.

Ganz großer Kintopp.

Tatort–Angriff aufWache 08 So, 20.15 Uhr,ARD

Gefangen: Felix Murot (Ulrich Tukur) und

JennySibelius (Paula Hartmann) ARD

TOP 10

Donnerstag,17. Oktober

1 Die Füchsin ARD 5,33 17 %

2 Tagesschau ARD 4,81 16 %

3 heute ZDF 4,15 17 %

4 SokoStuttgart ZDF 3,61 18 %

5 Notruf Hafenkante ZDF 3,52 13 %

6 heute-journal ZDF 3,38 13 %

7 RTL aktuell RTL 3,15 14 %

8 Wer weiß denn ... ? ARD 3,08 16 %

9 GZSZ RTL 2,81 10 %

10 Leute heute ZDF 2,75 17 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

Die gestohlene

Revolution

Im November 1989

besucht eine

westdeutsche

Delegation die

Kulturwochen in

Leipzig. Dann

überschlagen sich die

Ereignisse

VonJörg Aufenanger

Ander GrenzeinOebisfelde

wunderte ich mich schon.

Der Zug von Düsseldorf

nach Leipzig hielt, aber

kein Grenzer betrat ihn, um mein

Visum anzuschauen und auf dem

Bauchladen mit seinem geräuschstarken

Stempel die Einreise zu bestätigen.

Nach einer halben Stunde

fuhr der Zug weiter, ich war in der

DDR. Aber existierte sie überhaupt

noch, wenn sie an der Grenzegegen

den Westen nicht mehr bewacht

wurde? Es war der 6. November

1989. Am späten Nachmittag fuhr

ich im Leipziger Kopfbahnhof ein.

DasHotel Merkur hatte ich vomZug

aus schon entdeckt, ging die wenigen

Meter hinüber. Die Stadt lag im

Dunkel, aber das war in der DDR

halt so. Und es roch, nach Kohle,

Chemie und Nebel.

Ich war mit einer Delegation

Nordrhein-Westfalens nach Leipzig

eingeladen. Am 9. November um

19 Uhr sollte Johannes Rau, damals

Ministerpräsident des Bundeslandes,

zusammen mit Hans-Joachim

Hoffmann, seinerzeit Kulturminister

der DDR, die Kulturwoche eröffnen,

in der sich das Land an Rhein und

Ruhr präsentieren wollte.ImMerkur

war kein Zimmer reserviert, man

schickte mich zum Organisationsbüroins

benachbarte Hotel Astoria.

Staunend betrat ich es, es war

eine kleine Stadt mit Geschäften, einem

Postamt, Telefonzellen und Telefonfräuleins,

die noch Gespräche

vermittelten. Das kannte ich bis dahin

nur aus den großen Hotels in

Moskau. Ich meldete mich bei der

Visumstelle an, war nun offiziell in

der DDR angekommen und bekam

auch mein Zimmer im Merkur.

Als ich das Astoria verlassen

wollte, wurde ich aufgehalten. Ein

winziger Mann, der leidlich Deutsch

sprach und sich als Tscheche herausstellte,bot

mir an, Geld zu wechseln.

Eins zu 18. Wasfür ein Kurs! Davon

würde ich hier leben können in Saus

und Braus. Ich tauschte und hatte

ein dickes Portemonnaie. Aber was

sollte ich mit soviel Geld? Undsobot

er mir sogleich Meißener Porzellan

an. Wasaber sollte ich mit derartzerbrechlichen

Dingen?

Das Zimmer im Merkur lag im

13. Stock. Unter mir sah ich nichts,

über mir Sterne.Eswar Montag, also

war Montagsdemonstration. Ich beeilte

mich, ging zum Ring, und da liefen

sie in Massen, riefen etwas, was

ich noch nicht verstand, musste

mich erst an das Sächsische gewöhnen.

„Freiheit“ konnte heißen, was

ich hörte.

Ich stand auf dem Bürgersteig

und schaute zu. Kein einziger Volkspolizist

war zu sehen. Die Montagsdemo

schien in einem Raum, ja einem

Vakuum bar jeglicher staatlicher

Ordnung abzulaufen. Da entdeckte

ich einen Engländer, den ich

aus einem Szenecafé West-Berlins,

dem „M“ kannte. Was machte der

hier? Er winkte mir zu, machte Zeichen,

ich sollte mitlaufen. Aber was

hatte ich damit zu tun?

Der Zug lief gegen den Uhrzeigersinn,

das irritierte mich. Ich ging

mit, langsam, aber auf dem Bürgersteig.

Da machte man Halt. Einer

sprach. Es war die Runde Ecke, die

Stasizentrale von Leipzig. Viele pfiffen,

doch bedrohlich klang das alles

nicht. Die Luft war wohl ein wenig

raus, die Spannung gewichen seit

dem 9. Oktober, als eine Pekinger

Lösung gedroht hatte,Panzer in den

Außenbezirken aufgefahren sein

sollten, eine Niederschlagung der

Montagsdemonstration durch Gespräche

vonKurtMasur,dem Kabarettisten

Bernd-Lutz Lange, einem

Theologen und drei Leipziger SED-

Funktionären mit der Führung in

Berlin im letzten Augenblick verhindert

worden war. Siebzigtausend

sollen es da gewesen sein, die durch

die Stadt zogen, den wohl entscheidenden

Sieg über die Staatsmacht

ertrotzt hatten. Die Runde um den

Ring ging zu Ende, und die Menge

fand sich am Karl-Marx-Platz zwischen

Gewandhaus und Oper ein.

Ich hörte Rufe „Wir sind das

Volk“, nach der Einheit, vereinzelt

nach der deutschen Mark und nach

Reisefreiheit, verblüfft sah ich einen

Stand der NPD, andem Flugblätter

verteilt wurden. Schließlich zerstreute

man sich und war sich sicher,

amMontag darauf wieder die

Runde um die Innenstadt zu drehen,

ein Ritual war es geworden. Ein

Irrtum.

Ich wusste nicht wohin, und so

kehrte ich ins Hotel zurück, aß etwas

und begab mich in die Kellerbar,

staunte über die auffallend attraktiven

Frauen auf den Barhockern,

setzte mich und trank einen

Caipirinha. Den ersten in meinem

Leben, und das in Leipzig. „Hemingway“,

meinte der Barmann.

Eine der Damen zwinkerte mir zu,

rückte näher und verwickelte mich

in ein Gespräch, doch da kamen die

Kameraleute und Techniker des

WDR aus Köln und bequatschten in

bestem Kölschem Singsang, betatschten

und belagerten die

Frauen, die nach einiger Zeit mit

den Männernverschwanden.

Nun hatte ich verstanden,

wunderte mich über meine Naivität.

Käufliche Liebe, hatte ich gedacht,

wäre verboten im Sozialismus,

Ausbeutung der Frau.

„Warum Sie nicht?“, meinte der

Barmann. Ich zuckte mit den

Schultern, und er gab mir einen

zweiten Caipirinha. Danach

wankte ich zum Fahrstuhl und

ging in mein Zimmer, schaute aus

dem Fenster, nichts war zu sehen.

Noch war der 6. November 1989.

Am Morgen schien, als ich aus

dem Fenster schaute, die Sonne, als

ich aus dem Frühstücksraum im Parterre

schaute, schien sie nicht mehr,

eine Glocke vonDreck und Nebel lag

über der Stadt. Ich bummelte durch

die Leipziger Straßen, alltägliches

Hin und Her. Nichts deutete auf etwas

hin. Am Nachmittag wurde eine

Ausstellung westdeutscher Künstler

im Museum am Dimitroffplatz eröffnet

mit dem Titel „Zeitzeichen“.

Doch Günther Uecker,Objektkünstler

vomRhein, traf den Nagel auf den

Kopf, als er meinte,erwürde nur widerwillig

über die Situation und die

Geschichte der Künste sprechen

wollen, während draußen vor der

Tür Geschichte stattfände.

Da kam eine junge Frau im auffallend

roten Mantel auf mich zu.„Willkommen

in Leipzig“, sagte sie,als sei

sie die Empfangsdame der Stadt.

„Ich heiße Liese“, fügte sie hinzu und

verwickelte mich in ein Gespräch, in

dem sich herausstellte,dass sie Chefredakteurin

der Universitätszeitung

war, daher auch Mitglied der SED

und zur Bezirksleitung der Partei gehörte.

Neugierig fragte ich sie, was

sie von den Montagsdemonstrationen

hielt. „Kann ja schlecht mitlaufen,

die zogen immer an unserem

Parteibüro vorüber, habe mir das

vom Fenster aus angeschaut. Ja, es

muss sich was ändern.“ Da kam ein

junger Mann hinzu. „Jörg“, stellte er

sich vor. „Mein Mann“, meinte Liese.

Er mischte sich ins Gespräch ein und

es wurde sofortklar,für ihn war Konterrevolution,

was in den letztenWochen

abgelaufen war.

Wir setzten unseren Disput im

Café Mephisto in der Passage fort,

ich erblickte viele blonde Frauen,

die da mit arabischen Studenten

zusammensaßen. Wenn Jörg

sprach, schwieg Liese, und er

sprach heftig, ohne auch nur einen

Moment Luft zu holen, schimpfte

auf die Pfarrer der Stadt, auf die Polit-Rowdys,

die seit Wochen montags

die Stadt unsicher machten.

Die Partei habe nicht durchgegriffen,

und dabei schaute er seine Frau

vorwurfsvoll an, die schaute mich

an und zuckte mit den Schultern.

„Wir sehen uns übermorgen bei

der Eröffnung im Opernhaus“, sagte

„Günther Uecker, Objektkünstler vom Rhein,

traf den Nagel auf den Kopf, als er meinte,

er würde nur widerwillig über die Situation

und die Geschichte der Künste sprechen wollen,

während draußen vor der Tür Geschichte stattfände."

sie.AmDonnerstagnachmittag, dem

9. November war im Astoria ein Treffen

mit dem DDR-Kulturminister

Hans-Joachim Hoffmann anberaumt.

Ein weißhaariger, melancholisch

dreinblickender Mann, der auf

die Frage,wie es denn nun weitergehen

könne in der DDR, vom Sinn

und Unsinn des Lebens sprach, von

Lebenszeit, Versäumnissen, Irrtümern,

Fehlernder Partei, der es wohl

kaum noch gelingen könne, die Situation

wieder in den Griff zu bekommen,

der Staat, den er mit aufgebaut

habe,gehe seinem Ende zu.

Unddoch sei er kein Untergangsphilosoph,

war aber in der TatPhilosophieprofessor

gewesen, bevor er

Minister wurde. „Selbst wenn wir

wollten, wir können nicht mehr weiter.“

DerMinister der Deutschen Demokratischen

Republik machte

nicht den Eindruck, als würde er für

seine DDR noch einstehen können

und wollen. Eine DDR, die noch am

Abend ihren Untergang durch eine

eher beiläufige Bemerkung selbst

einleiten sollte.

Liese wartete schon am Eingang

des Opernhauses auf mich, nahm

mich an den Arm, führte mich in die

zweite Sitzreihe.Der Leipziger Oberbürgermeister

begrüßte die Gäste,

Minister Hoffmann sprach staatstragender

als wenige Stunden zuvor,

und dann eröffnete der damalige

nordrhein-westfälische Ministerpräsident

Johannes Rau, der am Morgen

noch mit Egon Krenz in Berlin konferiert

hatte, die „Kunst- und Kulturwochen“.

Pastoral wie immer, eher

plaudernd sprach er, dawurde ihm

ein Zettel zugesteckt. Er blickte darauf,

stockte, schaute ins Rund,

schwieg eine Weile,wirkte völlig verwirrt,

und ungewohnt unsicher

sprach er schließlich weiter,als wäre

nichts geschehen. Aber es war etwas

geschehen, und nach einer Weile

breitete sich Unruhe im Saal aus.

Als Johannes Rau geendet hatte,

strömten alle ins Foyer, und da hörte

man, was niemand glauben wollte.

Den DDR Bürgern sollte Reisefreiheit

zugesagt worden sein. Genaues

wusste niemand, einer meinte gar,

die Grenzen seien schon offen. Liese,

die schon einmal zu einerTante nach

Nürnberg hatte reisen dürfen,

meinte nur, die werden sich noch

alle wundern, wenn sie den Westen

mal gesehen haben, werden schnell

wieder zurückwollen. „Mit dem Leben

drüben kommen wir doch gar

nicht klar.“

Um 21 Uhr hatte Oberbürgermeister

Seidel zu einem Empfang in

die Obere Wandelhalle des neuen

Rathauses geladen. DieEinladungskarte

habe ich wie eine Reliquie bis

heute behalten. Lieses Mann war

schon da. Er empörte sich, Schabowski

habe tatsächlich Reisefreiheit

versprochen und das gelte ab

sofort. „Das geht nicht gut“, meinte

Jörg wütend. Liese ließ ihren Mann

weiter schimpfen, zog mich zum

Büffet und holte zwei Schoppen

Weißwein. Man plauderte miteinander,

wohl angeregter als sonst,

der Oberbürgermeister wurde ans

Telefon gerufen, entschuldigte sich.

Der hieß auch nicht mehr Seidel,

sondern Hädrich, ein anderer SED-

Funktionär war tags zuvor an seine

Stelle getreten.

Die Stimmung in der Wandelhalle

war nicht euphorisch, viele

strebten bald davon, vordie Fernseher,hofften

sie doch, mehr zu erfahren.

Auch Liese und ich verließen

das Rathaus. Auf den Straßen gähnende

Leere, kein Mensch begegnete

uns, als wir über den Ring zu

meinem Hotel gingen.

Dort schauten wir die ganze

Nacht Westfernsehen, sahen, was in

Berlin passierte, wie DDR-Bürger in

Euphorie über die Grenze strömten,

von den West-Berlinern mit Jubel

empfangen wurden. Eine Tollnacht.

„Das wird den Leipzigern nicht gefallen“,

meinte Liese noch, dann

schlief sie ein im Bett des Klassenfeinds,

der sich dem Sog der Bilder,


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 27

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Feuilleton

Es ging bei den Montagsdemonstrationen

in Leipzig auch um ganz

konkrete Forderungen. IMAGO IMAGES

Handke

liest seine

Kollegen kaum

Literaturnobelpreisträger

erneuert seine Medienkritik

die im Fernseher zu sehen waren, bis

zum Morgengrauen nicht entziehen

konnte.Gegen zehn Uhrmorgens lief

ich durch Leipzig, suchte dieselbe

Euphorie, wie ich sie im Fernsehen

gesehen hatte, fand sie nicht. Die

Menschen schienen ungerührt. Da

und dort sah man einige Passanten

zusammenstehen. Sie redeten. Über

das, was in Berlin passiert war. Weit

weg war das, inLeipzig gab es keine

Mauer, die man hinter sich lassen

konnte.„Siehaben unsereRevolution

geklaut“, meinte ein junger Mann.

Undman ließ der Antipathie gegenüber

den Berlinern Lauf. „Die waren

schon immer besser gestellt von der

Regierung als wir“, meinte eine ältere

Frau. Einige Lacher folgten.

Als ich gegen Mittag im Hotel zurück

war, klingelte das Telefon. Endlich

habe man mich erreicht. Der

Westdeutsche Rundfunk. Ich sollte

erzählen, was in Leipzig los sei.

Schon war ich auf Sendung. Undich

antwortete: „Nichts.“ Man wollte es

mir nicht glauben, fragte nach, ich

schaute aus dem Fenster, nun war

keine dicke Luft mehr, schaute auf

den Ring. „Nichts“ wiederholte ich.

Könnte man Kopfschütteln hören, so

hätte man es durch den Telefonhörer

vernommen. Wassollten die Leipziger,

die Helden des 9. Oktober, mit

den Ereignissen in Berlin anfangen?

Sie waren von der Revolution, die

hier begonnen hatte, ausgeschlossen

worden.

Am Abend traf ich mich mit meinen

neuen Leipziger Freunden in der

Moritzbastei. Vor wenigen Tagen

hätte ich noch gar nicht in den FDJ-

Studentenclub mitkommen können,

denn Gäste aus dem Westen hätten

DER AUTOR

Jörg Aufenanger,1945 in Wuppertal geboren,

ist Schriftsteller und Regisseur.Zu

seinen Werken gehören u.a. biografische

Arbeiten über Friedrich Schiller,Heinrich

Heine und Heinrich vonKleist.

BLZ/WÄCHTER

nicht hinein gedurft, meinte Liese.

Natürlich sprach man von dem was

passiertwar,beschloss aber,morgen,

am 11.11., erst mal in der Bastei den

Beginn des Karnevals zu feiern und

am Samstag gemeinsam nach Berlin

zu fahren. „Komm mit nach Berlin“,

meinten alle. „Kannst in meinem

Trabi mitfahren“, sagte einer.Nur Jörg

wollte nicht nach Berlin.

Also feierte ich mit ihnen am

11.11. in der Moritzbastei ausgelassen

Karneval. Nur Liese hatte ein

Problem, denn sie hatte einen Termin.

Wie jeden Samstag sollte die

SED-Funktionärin in der Hochschule

für Grafik und Buchkunst Aktmodell

sein. Undsie fand keine Frau, die es

an ihrer Stelle tun wollte. Also beschloss

sie,zuschwänzen. Schließlich

war ja seit vorgesternalles anders geworden,

nichts galt mehr.Oder?

Am Samstag fuhr ich mit meinen

neuen Freunden nach Berlin,

nicht im Trabi, das traute ich mich

nicht, sondern im Zug. Mit uns

stieg im Leipziger Kopfbahnhof

eine schweigende Mehrheit ein.

Alle wollten sie zum ersten Mal

den Westen sehen. Doch von Begeisterung

war auch hier nichts zu

spüren. In Karlshorst war Endstation,

weiter ging es mit der S-Bahn

bis zur Friedrichstraße. Und so

nahm ich als Westdeutscher denselben

Weg wie einige Leipziger

Bürger in den Westen. Grenzer gab

es noch. DDR-Bürger zeigten ihren

blauen Ausweis, ich meinen

grünen Pass. Und diejenigen, die

keine Papiere dabei hatten, konnten

auch hinüber, waren plötzlich

im Westen. Viele verharrten erst

einmal einen Augenblick.

Literaturnobelpreisträger

Peter

Handke kennt nach eigenem

Bekunden wenig von der aktuellen

Literatur. „Fast eine Schande von

mir, dass ich so wenig lese, was

heutzutag’ geschrieben wird, weil

ich kein rechtes Vertrauen habe“,

sagte der 76-Jährige dem österreichischen

Magazin News.

So kenne er die Werke der ebenfalls

vergangene Woche mit dem

nachgeholten Nobelpreis für 2018

ausgezeichneten Olga Tokarczuk

gar nicht. In dem Gespräch, das vor

einer Woche geführt und am Freitag

veröffentlicht wurde, unterstreicht

Handke seine Medienkritik.

Er habe den Eindruck gehabt,

dass kaum einer der Journalisten,

die nach der Preisverkündung vor

sein Haus bei Paris gekommen

seien, je etwas von ihm gelesen

habe. Es seien sofort provokative

Fragen zu seiner umstrittenen Haltung

im Jugoslawien-Konflikt gestellt

worden. „Im Nachhinein

habe ich mir gedacht, ich hätte ein

paar Fußtritte austeilen sollen.“

Handke ist für seine proserbische

Haltung erneut stark in die

Kritik geraten. Unter anderem der

Gewinner des Deutschen Buchpreises,

der gebürtige Bosnier Saša

Stanišic, hatte Handke ein Ausblenden

serbischer Gräueltaten

vorgeworfen. Regie-Altmeister

Claus Peymann (82) hat Handke

dagegen verteidigt. Der Konflikt

um Handke sei „sehr aufgeblasen“,

letztlich spiele auch sein ungewöhnlicher

Charakter eine entscheidende

Rolle: „Er ist kein Opportunist,

er richtet sich nicht nach

der Mehrheit, sondern spricht

seine eigene Meinung aus, wie das

Schriftsteller machen sollten“,

sagte Peymann der Rhein-Neckar-

Zeitung (Heidelberg/Freitag). Der

vielfach preisgekrönte Regisseur

hat zahlreiche Handke-Stücke auf

die Bühne gebracht, darunter auch

„Die Fahrt imEinbaum“ über den

Jugoslawien-Krieg. (dpa)

rowohlt.de

Nach dem internationalen Erfolg von«In Zeiten des

abnehmenden Lichts» kehrt EugenRuge zurück zur Geschichte

seiner Familie –ineinem herausragenden neuen Roman.

«Ein erzählerisches Meisterstück.»

Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Ein Pageturner ... ein atemberaubendes Stück Zeitgeschichte ... Ein großer Roman.»

Carsten Otte, SWR 2«Lesenswert»

«Schon die wahreGeschichte klingt so spektakulär, als wäre sie erfunden ...

Ein ebenso klug komponiertes wie spannendes Buch.»

Martin Doerry, DerSpiegel

«In der Belletristik gibt es erstaunlich wenig Vergleichbares.»

Cornelia Geißler, Berliner Zeitung

rowohlt.de

©Asja Caspari


28 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

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Tagestipp

Kleine Herbstmusik

Singer-Songwriter sind nicht gerade eine Seltenheit im Konzertbetrieb.

Dasist auch kein Wunder,reicht doch die Tradition des „Liedermachens“

kulturgeschichtlich weit zurück. Gesungen wurde praktisch immer –mehr

oder weniger kunstvoll. Zu den kunstvollen Sängernzählt zweifellos der Engländer

Charlie Cunningham, der sich seit seinem Debüt vor fünf Jahren mit

grazilen Schnörkeleien und verschachtelten melodischen Wendungen auf

der Akustikgitarre beim Publikum beliebt macht. Seine Herkunft vom britischen

Indierock ist kaum noch zu bemerken, seit er in Sevilla den Flamenco

studiert hat, sind seine Arrangements spanifiziert. „Ein erlesenes Werk!“,

schreibt das QMagazine,„Très beau!“, der Rolling Stone France.Inder Royal

Albert Hall durfte er den Abend für „Sugarman“ Sixto Rodriguez eröffnen.

Nungastierterschon zum zweiten Malindiesem Jahr in Berlin. DerHerbst ist

für seine ruhigen Lieder die richtige Jahreszeit. Frank Junghänel

Charlie Cunningham So, 21 Uhr,Heiumathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Die Möglichkeit einer Insel

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

18.00:Labohème

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: 30 nach 89: VonMainz bis an dieMemel

(Jürgen Kuttner und AndréMeier)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00:Ehekracher

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

19.30: Eine linkeGeschichte

HAU2(&25 90 04 27)

19.00: No President(NatureTheater of Oklahoma)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

19.30: Beziehungskiste

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Eine Frau, dieweiß,was sie will!

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 19.30: Rio Reiser –Mein Name

ist Mensch

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00:Giovanni. Eine Passion (STEGREIF.orchester

und Neuköllner Oper)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

18.00: Mord aufSchloss Haversham

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Studio: He? She?Me! Free

20.00 Saal B: abgrund

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00:Adel verpflichtet

Sophiensaele (& 283 52 66)

20.00Festsaal:Das Ost-West-Ding: Wismut –A

Nuclear Choir (Jule Flierl +Mars Dietz)

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.00: Die lustigen Weiber vonWindsor

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.00: Germania

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: TV Noir

Arena Glashaus (& 533 20 30)

19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.

Estrel Showtheater (& 68 31 68 31)

20.00: Stars in Concert

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Habel am Reichstag (& 28 09 84 84)

19.00: Liebe,Mord und Mauerfall (Ensemble artdeshauses).

Anm. erf.

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Visual ShortStories (Duo Mimikry)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

15.00, 19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den

Hits vonABBA

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Zeitlos (Tim Fischer &Band)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

18.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

16.00: Hurra, wir liebennoch!

20.00: MathiasRichling #2019

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00Gr. Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.

David Zinman, Gidon Kremer (Violine),Sofia Gubaidulina:

„Offertorium“ –Konzertfür Violine und Orchester;

Franz Schubert: Sinfonie C-Dur „Große“

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Songs

SONNABEND

Philharmonie (& 25 48 83 01)

18.15: Einführung(Berliner Philharmoniker)

19.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Emmanuelle

Haim, Lucy Crowe (Sopran), Florian Sempey(Bariton),

HenryPurcell: Suite aus derSemi-opera „The Fairy

Queen“; Georg Friedrich Händel: „Feuerwerksmusik“;

„Apollo eDafne“, Kantate fürSopran, Bass, Flöte,

Oboe, Streicher und Basso continuo

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

11.00 Zeltbühne: Ich mach dich gesund, sagte der

Bär,Musikalische Erzählung (ab 3J.)

15.00 Studio: Oh wie schön ist Panama (ab 4bis 8J.)

16.00: Emil und die Detektive(ab 6bis 12 J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

14.00, 16.00: Däumelinchen, Melanie Ancic, Puppentheater

(ab 4J.)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

16.00: Der Froschkönig (ab 4J.)

PalaisPopulaire (& 202 09 30)

11.00: KinderKulturMonat: Skateboard Painting,Workshop

(ab 8bis 12 J.). Anm. erf.

Planetarium am Insulaner (& 790 09 30)

14.00: Sonne, Mond &Sterne

16.00: Unser Blauer Planet

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

16.00: Rapunzel, Marionettentheater Kaleidoskop

und mobile Märchenbühne, Marionettentheater (ab

3bis 10 J.)

LITERATUR/VORTRAG

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

20.00 Werkraum: Corinna Kirchhoff liest Ingeborg

Bachmann,

Lettrétage (& 692 45 38)

18.00 Lettrétage: Polly Preis, Vergabe des Preises für

politische Lyrik 2019, Moderation: JörnSack

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

17.00: Die drei ??? und der dreiäugigeTotenkopf

KONZERT

A-Trane (& 3132550)

21.00: David Haynes &Friends feat. DorreyLyles (voc)

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

19.00: Finch Asozial, Dorfdisko2

Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)

20.00: Versengold, support: Mr.Irish Bastard

Kulturbrauerei/Kesselhaus (& 44 31 51 00)

20.00: Giorgos Nikiforou Zervakis

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (& 44 31 51 00)

20.00: Monkey Hats, Backwater

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)

19.30: MusicShowScotland

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.30: Funk Delicious

Wild At Heart (& 611 70 10)

22.00: The Waltons +UpToYou

Yaam (& 615 13 54)

22.00: iLLBiLLYHiTEC (Last Show), Lengualerta (MC),

Tribuman, Sonido Satanás, Sisa Me, Bony Selektor

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Hot Chickens

CLUB

Bohnengold (Reichenberger Str.153)

23.00: Disco Inferno, DJ IggyNop

Gretchen (& 25 92 27 02)

23.00: PorTylikeit’shot –PorYesAftershow

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

21.00 3Floors: radioeins: Die Schöne Party–mit

Vidura Rajapaksa, James Blond, soundfarm, Mig

PrivatClub (& 61 67 59 62)

23.00: Take Me Out,Eavo

7.12.2O19|2O.OO|PHILHARMONIEKMS

Musikalische

Lesungmit

WalterSittler

Weihnachten mit

ErichKästner

Tickets: O3O–678O111

www.berliner-konzerte.de

UNDANALLEN BEKANNTENVVK

MEDIENPARTNER

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 8838551) Ich war noch niemals in

NewYork14.30, 17.20, 20.15; Matinee: NurejewSo12.00

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Der Glanz der Unsichtbaren

15.30, 20.30; Der Glanz der Unsichtbaren (OmU) 18.00, So

a. 13.00; M. C. Escher:Reise in die Unendlichkeit So 11.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Parasite 14.00, 17.00,

20.00, So a. 11.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Joker (OF) 15.15, 18.00,

20.00, 20.45, 21.20, Sa a. 22.40; Ein Licht zwischen den

Wolken So 11.00; Und wer nimmt den Hund? So 13.00;

Parasite (OmU) 15.00, 18.00, 18.10, 21.00, Sa a. 22.40,

So a. 11.30; Frau Stern So11.00; Leid und Herrlichkeit –

Dolor ygloria (OmU) So 12.50; Parasite (OmenglU) 14.30,

21.40; Der Glanz der Unsichtbaren 17.30; Systemsprenger

13.40, 16.20, 19.00; Synonymes (OmU) So 11.00; Das

Kapital im21. Jahrhundert 14.00; Und der Zukunft zugewandt

16.15; Nurejew (OmU) 18.40; Diego Maradona

(OmU) So 11.15; Deutschstunde 14.30, 17.15, Sa a.

20.00, So a. 11.45; M. C. Escher:Reise in die Unendlichkeit

14.00; Skin 16.00; Downton Abbey (OmU) 18.40; Once

Upon aTime in...Hollywood (OmU) 21.20; Gelobt sei Gott

–Grace aDieu (OmU) So 11.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Ich war noch niemals in New

York 17.30, 20.00, Saa.15.00; Nightmare: Mörderische

Träume Sa 22.15; Mein Lotta-Leben Sa 15.00; BorninEvin

–Alles über Evin Sa 16.45; After the Wedding Sa 18.30, So

20.15; Deutschstunde Sa 20.30, So 17.45; Ich war noch

niemals in NewYork Sa 22.30

Kant Kino (✆ 319 98 66) Joker 14.50, 17.40, 20.30; The

King (OmU) So 12.00; Ich war noch niemals in New York

15.00, 17.45, 20.20; Der Distelfink So 12.00; Fritzi 13.20;

Mein Lotta-Leben 15.15; Downton Abbey 17.20; Leid und

Herrlichkeit 20.00; Das Salz der Erde So 11.00; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 13.30, 15.30; After the Wedding 17.30,

20.00; Die Geldwäscherei –The Laundromat (OmU) So

11.00; Nurejew 14.40, 17.20, 20.00; Gelobt sei Gott So

12.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Shaun das Schaf: UFO-

Alarm Sa11.30; Joker 19.45, 22.55, Sa a. 13.45, Soa.

16.45; Joker (OF) Sa 16.45; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 11.45, 14.30; Joker (OF) 17.15, 23.00; Joker

20.00; AToy Story 12.15, 14.30; 3D: Gemini Man 17.00,

20.10, 22.50; Angry Birds 211.00, 13.15; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 15.30; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.40, 20.20, 23.00; Die drei !!! 12.45; 3D: Gemini

Man 15.00; Ad Astra 17.50; Joker (OF) 20.40; Deutschstunde

12.00, 14.40; Dem Horizont so nah 17.20, 20.10;

Es II 22.50; Downton Abbey 12.00, 14.30, 17.20; Once

Upon aTime in... Hollywood 20.10

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Benjamin Blümchen

Sa 11.00; Angry Birds 2Sa12.30; Synonymes (OmU)

14.15; Dora und die goldene Stadt 16.30; Der Glanz der

Unsichtbaren (OmU) 18.15; Deutschstunde 20.00; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 22.10; Mister Link: Ein

fellig verrücktes Abenteuer So 11.00; Mein Lotta-Leben So

12.30; La flor –Akt 6(OmU) /Laflor –Akt 7(OmU) Sa

11.00; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig,tot (OmU) Sa

14.20; Fritzi 15.50; Gelobt sei Gott –Grace aDieu (OmU)

17.20; The King (OmU) 19.40; Midsommar (OmU) Sa

22.00; La flor (OmU) So 11.00; Die Geldwäscherei –The

Laundromat (OmU) So 12.45; Endzeit (OmenglU) So 14.20;

Es II (OF) So 22.00; 3From Hell (OmU) Sa 11.00; Skin

(OmU) Sa 13.00; Wer 4sind –Die Fantastischen Vier Sa

15.00, So 12.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 16.45; Ad

Astra (OmU) 18.15; Systemsprenger (OmenglU) 20.20; Es

II (OF) Sa 22.30; Free Solo (OmU) So 11.00; Diego Maradona

So 14.30; The Dead Don‘t Die (OmU) So 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Mein Lotta-Leben

12.00; Und der Zukunft zugewandt 14.00; Systemsprenger

16.00; Das Kapital im 21. Jahrhundert –Capital inthe

Twenty-First Century (OmU) 18.15; Gelobt sei Gott –Grace

aDieu (OmU) 20.15; Midsommar (OmU) 22.45; The Whale

and the Raven (OmU) Sa 12.00; Über Grenzen –Der Film

einer langen Reise 14.00; Memory Games (OmU) 16.15;

CongoCalling (OmU) 18.00; Die Insel der hungrigen Geister

(OmU) 19.45; Barstow, California Sa 21.45; Thinking Likea

Mountain (OmU) So 12.15; Celebration (OmU) So 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Wo he wo de zu guo –My

People, My Country (OmU) 11.00; Joker 11.00, 14.00,

17.00, 19.00, 19.30, 20.00, 20.15, 22.30, 23.00; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 11.15, 14.15, 17.15,

20.15, 23.15; AToy Story 11.15; Fritzi 11.20; Everest

14.45, 17.30,Saa.11.20, So a. 12.10; Dem Horizont so

nah 11.30, 14.20, 17.10, 20.00; Angry Birds 211.30,

14.00, Sa a. 16.50, So a. 16.40; Aladdin 11.30; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm17.00, Sa a. 11.40, 14.00, So a. 12.10,

14.40; Dora und die goldene Stadt 11.40, 14.10, 16.50;

UglyDolls Sa 11.50, So11.20; Lino: Ein voll verkatertes

Abenteuer 11.50, 14.20; Enzo und die wundersame Welt

der Menschen 11.50; Spider-Man: Far From Home 13.45;

Ich war noch niemals in NewYork 16.45, 19.45, 22.50, Sa

a. 13.45, So a. 13.40, 15.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw

Sa 13.45; Good Boys Sa 14.10; Gemini Man 14.30, 17.20,

19.30, 23.10; 3D: Der König der Löwen 14.30; Gut gegen

Nordwind Sa 16.15; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig,

tot Sa 16.30; Maleficent: Mächte der Finsternis 16.30; Es II

16.40, 19.20, 22.00; Downton Abbey 17.20; Joker (OF)

23.15, Sa a. 19.15, So a. 19.40; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF) 19.30; Ad

Astra 20.10, 22.45; 47 Meters Down: Uncaged 20.20,

23.15; Once Upon aTime in... Hollywood 20.30; Midsommar

Sa 22.15, So 22.40; Gemini Man (OF) 22.30; Rambo

5: Last Blood 22.40; Angel Has Fallen 23.00; Preview: Die

Addams Family So 14.30; KonoSuba –God‘s Blessing on

This Wonderful World!: Legend of Crimson (OmU) So 17.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Cleo (OmenglU) 16.00;

Systemsprenger (OmenglU) 18.00; Nevrland (OmU) 20.20;

Skin (OmU) Sa 22.10; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) So 22.10; Frau Stern 16.15; Dunkel, fast Nacht –

Ciemno, prawie noc (OmU) 18.00; Berlin Bouncer (OmenglU)

20.15; Das melancholische Mädchen (OmenglU) Sa

22.00; Endzeit (OmenglU) Sa 23.45; Synonymes (OmU) So

22.00

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 11.00, 13.50, Sa a. 16.40, 19.30, 23.00, So

a. 16.50, 19.40; Angry Birds 211.00, 17.15, Sa a. 14.10;

AToy Story 11.10; Pets II Sa 11.20; Playmobil 11.30; Der

König der Löwen 11.30; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

11.50, 14.00, Sa a. 16.40; Everest 13.40, Sa a. 17.00, So

a. 17.10; Ich war noch niemals in NewYork 13.45, 19.50,

Sa a. 16.50, 23.00, So a. 16.40; Joker 14.15, 16.30,

20.00, Sa a. 22.45; Dora und die goldene Stadt 14.20, Sa

a. 17.10, So a. 17.00; Es II 19.20, Sa a. 22.20; Gemini Man

19.30; Downton Abbey Sa20.10; Dem Horizont so nah

20.10; Rambo 5: Last Blood Sa 22.50; 3D: Gemini Man Sa

23.00; Fast &Furious: Hobbs &ShawSa23.00; PawPatrol

–Ultimativer Kino Einsatz So 11.45; Preview: Die Addams

Family So 14.30; KonoSuba –God‘s Blessing on This Wonderful

World!: Legend of Crimson (OmU) So 17.00; Joker

(OF) So 20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Downton Abbey Sa13.00, So

20.20; 3D: AToy StorySa15.10, So 16.00; Systemsprenger

Sa 16.55, So 13.45; Gelobt sei Gott Sa 19.05, So 17.50

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 03871/211 41 09) 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 11.50, Sa a. 14.30, 17.15, 20.00, 22.50,

So a. 14.50, 17.40, 20.20; Dora und die goldene Stadt

11.50, 14.45, 17.10; 3D: Der König der Löwen Sa 12.00;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 12.10, 14.40, 17.40; Lino:

Ein voll verkatertes Abenteuer 12.10, 14.30; Der König der

Löwen 12.15, Sa a. 17.15; AToy Story 12.15; Everest

12.30, 14.50,17.20; Angry Birds 212.40, 15.10, 17.00;

Joker 17.30, 20.20, Sa a. 14.20, 22.40; Ich war noch niemals

in NewYork 14.20, 16.50, 19.50, Sa a. 22.40; Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.20, Sa a. 15.00, So a.

14.20; Es II 19.30, Sa a. 22.00; 47 Meters Down: Uncaged

19.40; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 19.45; Gemini Man

19.50, Sa a. 22.45; Angel Has Fallen 20.00; 3D: Gemini

Man 20.10; Ad Astra Sa 22.45; Ready orNot? –Auf die

Plätze, fertig,tot Sa 23.00; Rambo 5: Last Blood Sa 23.00;

Preview: Die Addams Family So 15.00; KonoSuba –God‘s

Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson So

17.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Joker(OmU) Sa 17.00, 19.45,

22.30, So 15.45, 18.30, 21.15; B Ad Astra (OmU) 18.00,

So a. 15.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)20.40

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Systemsprenger Sa

13.15, 22.00, So 12.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm Sa

13.30; Gelobt sei Gott –Grace aDieu (OmU) 15.15; Die

Insel der hungrigen Geister (OmU) 16.00; Parasite (OmU)

18.00, 20.30; Born inEvin –Alles über Evin (OmU) 18.00;

Der Glanz der Unsichtbaren (OmU) Sa 20.00, So 20.15;

Heimat istein Raum ausZeitSo12.00

Moviemento (✆ 692 47 85) Systemsprenger Sa10.30,

13.15, 18.15, 21.00, So 11.30, 14.15, 17.00; Mein Lotta-

Leben Sa16.00; Der kleine Maulwurf (1963-1975) So

10.00; Malila: The Farewell Flower(OmenglU) So 20.00; Der

kleine Maulwurf (1963-1975) Sa 11.00; Midsommar

(OmU) Sa 12.30, 22.45, So 10.00; Benjamin Blümchen Sa

15.30; Das Kapital im 21. Jahrhundert –Capital in the

Twenty-First Century(OmenglU) Sa 17.45, So 17.15; Onthakan

–The Blue Hour (OmenglU) Sa 20.00; Pets So 13.00;

Drachenzähmen leicht gemacht 3:Die geheime Welt So

15.00; Systemsprenger So 19.30, 22.15; Mein Lotta-Leben

Sa 10.15, So 15.45; Fritzi Sa 12.30, So 13.45; Pets Sa

14.30; Skin (OmU) Sa 16.30; Bruder Schwester Herz Sa

19.00, So 18.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

Sa 21.15, So 20.15; BenjaminBlümchen So 11.30

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Carmine Street Guitars

(OmU) Sa 19.30, So 20.30; Synonymes (OmU) Sa 21.15

Sputnik (✆ 694 11 47) Bruder Schwester Herz Sa 15.00;

Paranza: Der Clan der Kinder –Laparanza dei bambini

(OmU)Sa16.45;SystemsprengerSa18.45, So 17.30;Skin

(OmU)Sa21.00, So 19.45; ReadyorNot? –Auf die Plätze,

fertig,tot (OmU) Sa 23.00, So 21.45; Mein Lotta-Leben So

14.00; BorninEvin –Alles über Evin (OmU) So 15.45; Mein

Lotta-Leben Sa 15.00;

KINO

Am Rande des Imperiums

Claus Löser über alte und neue Filme

Angesichts aktueller Nachwende-Frustrationen

darf auch einmal an die anderen

Völker des einstigen Ostblocks erinnert

werden. Denn diese hatten es zum Ende

des Kalten Kriegs und danach schwerer als wir in

der Post-DDR. Besonders harte Fälle stellen die

drei baltischen Staaten dar. Nach den im Frühjahr

1990 erfolgten Unabhängigkeitserklärungen kam

es in Estland, Lettland und vorallem Litauen zu einem

letzten Aufbäumen der sowjetischen Zentralmacht

mit vielen Toten und Verletzten. Bis heute

sind die Folgen der stalinistischen Innenpolitik

spürbar, die letztlich auf

eine Auslöschung der nationalen

Identitäten zielte.

Andererseits galt das

Baltikum in den 60er- bis

80er-Jahren für viele Russen

fast schon als westliches

Ausland. Trotz aller

Repressionen gab es hier,

am Rande des Imperiums,

ein paar kleine Freiheiten

mehr. Dies wird vor allem

an den kulturellen Hinterlassenschaften

ablesbar.

Dass das Kino des sowjetischen

Baltikums noch viele

Entdeckungen bereithält,

beweisen jetzt die neunten

Litauischen Filmtage.

Mit zwei Beiträgen wird

an den hierzulande unbekannten

Großmeister Arunas

Zebriunas (1931–2013)

erinnert, der zwischen 1960

und 1988 zehn Langfilme

realisieren konnte. Als 2018

sein wichtigstes Werk

„Gražuolè“ (Schönheit) aus dem Jahr 1969 erstmals

in Frankreich gezeigt wurde,überschlugen sich die

dortigen Kollegen vor Begeisterung. In der

„Libération“ war zu lesen, dass der Regisseur „eine

Art traumhaften Neorealismus“ kreiert habe, der

sich irgendwo zwischen Rossellinis „Deutschland

im Jahre Null“ und Lamorisses „Der rote Ballon“

bewege. Tatsächlich besteht dieser wundersamschwebende

Film über ein 9-jähriges Mädchen,

das sich tanzend und staunend durch Vilnius bewegt,

auch ohne Referenzen. Es handelt sich um

ein wertvolles Kleinod purer,schwarz-weißer Leinwand-Poesie

in Cinemascope. Das Ende ihres Behütetseins

bereits spürend, umkreist das Kind

noch einmal Orte und Menschen, beschenkt diese

mit ihrer Gegenwart. Am Ufer des Flüsschens tröstet

sie den Hund, der dort vergeblich auf die Wiederkehr

seines ertrunkenen Herrchens wartet. Und

zuletzt vermag es fast seine einsame Mutter davon

zu überzeugen, dass ein abgebrochener Ast bald

wieder Blüten treiben wird.

Im zehn Jahre später entstandenen „Riešutu

Duona“ (Nussbrot) schlägt Zebriunas heiterere

Töne an. Seine in einer ländlich-drückenden Kleinstadt

angesiedelte Romeo-und-Julia-Geschichte

fabuliert über Kindheit, Erwachsenwerden, Liebe,

Trennung und Tod, unterlegt die vielen kleinen

Anekdoten mit einem verschmitzten Grundton

und federtdamit den Fatalismus seiner Fabelab.

aus dem Baltikum –

voller Poesie und Überlebenswillen.

DAS FLIEGENDE AUGE

Litauisches Kino: Szene aus IvarsSeleckis Film

„Škersiela“ (Die Querstraße) von 1988 KINO KROKODIL

Zwischen uns die Mauer Sa 16.45, So 14.30; Born inEvin

(OmU) Sa 18.45; Nevrland (OmU) Sa 20.30, So13.00,

20.00; Ad Astra (OmU) Sa 22.15, So 21.45; Cleo (OmenglU)

So 16.30; Mein Leben mit Amanda (OmU) So 18.15;

Kinobar im Sputnik CatVideoFest 2019 (OmU) So 20.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Parasite 13.20, 16.10, 19.00,

21.50; New Shaun das Schaf: UFO-Alarm14.00; Der Glanz

der Unsichtbaren 16.00, 20.50, Sa a. 23.00;Systemsprenger18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Shaun das Schaf: UFO-

Alarm15.30, Sa a. 13.00, So a. 11.00, 12.30; Fritzi 13.00;

Angry Birds 213.00, So a. 10.15; Lino 13.15; Joker14.30,

17.45, 20.00; 3D: Maleficent 15.00, 17.15, 20.15; Ich war

noch niemals in NewYork 15.00, 17.30, 20.15; Everest Sa

15.15, So 10.00; Systemsprenger 17.30; Dora und die goldene

Stadt 17.45, So a. 12.45; Gemini Man 20.30; After

the Wedding 20.30; Mein Lotta-Leben So 10.30; UglyDolls

So 10.45; Preview: Die Addams Family So 15.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Fritzi Sa 13.00, 15.15,

So 10.30,13.15; 3D: Everest13.00; AToy Story 13.00; Ich war

noch niemalsinNew York Sa 15.00, 17.45, 20.30, So 15.15,

18.00, 20.45; 3D: AToy Story 15.15; Deutschstunde Sa

17.15, So 10.15; Joker17.30, 20.15, Sa a. 22.45; DerGlanz

der Unsichtbaren Sa20.00, So17.30; Ready orNot? Sa

22.15, So 20.00; Simply the Best Sa 23.00; Everest So 15.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Everest

11.30, 14.15; Dora und die goldene Stadt 11.30, 14.00,

17.15; Shaun das Schaf 11.45, 14.15; AToy Story 11.45;

UglyDolls 12.00; Angry Birds 212.00, 14.30, 17.15; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.00, 17.00, 20.00, Sa

a. 23.00; Joker14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00;

Zwei aktuelle Filme aus Litauen speisen ihre

Stoffe aus der sozialistischen Vergangenheit, um

den gegenwärtigen Zustand ihrer Heimat zu verstehen.„Gimtine“

(Motherland) vonTomasVengris

begleitet den 12-jährigen Kovas ineine Herkunft,

die er nicht kennt. Seine Mutter war vor 20Jahren

aus Litauen in den Westen geflohen. Nach dersiegreichen

„Singenden Revolution“kehrtsie 1992 mit

ihrem Sohn nach Vilnius zurück. Dieser stolpert

durcheine ihmvöllig unbekannte Welt.Besondere

Intensität gewinnt der Film durch seine mehrfach

gebrochenen Blicke sowie durch seinen jugendlichen

Hauptdarsteller. Matas

Metlevski wurde als

Kind litauischer Eltern in

den USA geboren, seine

Fremdheit und Neugier

flossen dokumentarisch in

dieDreharbeiten ein.

In „Išgyventi Vasara“

(Summer Survivors) von

Marija Kavtaradz sind die

Hintergründe von Traumatisierungen,

mit denen die

Kinderder Zeitenwende leben

müssen, nur zu erahnen.

Als postsozialistisches

Roadmovie begleitet der

Film eine Gruppe von psychisch

angeschlagenen Jugendlichen

auf ihrem Weg

in eine Klinik an derOstsee.

Die 2017 gedrehte Dokumentation

„Deju laikmets“

(Era of Dance) kehrt

zu denMomenten des Umbruchs

während der Gorbatschow-Euphorie

zurück.

Das Werk läuft zum Abschluss

der Reihe „Lettische Jugend und Revolution“

im Krokodil. Erzählt wirdvon einer Ost-West-

Transformation zwischen Detroit, Münster und

Riga. DerDJMaximilian Lenz alias Westbam folgte

1987 einer Einladung ins sowjetische Baltikum,

stieß dort auf eine Musikszene, die ihn und die er

wechselseitig inspirierte. Der Film von Viktors

Buda bietet wunderbar verrücktes Archivmaterial,

in Interviews kommen etwa der US-Techno-Pionier

Juan Atkins zu Wort oder der Underground-

Promoter Artemy Troitsky,der in den80ern in Moskau

vom KGB verfolgt wurde, aber in Riga eine eigene

TV-Show moderieren konnte. Ergilt als der

John Peel derUdSSR.Höhepunkt für Westbam war

damals die Begegnung mit Roberts Gobzinš. Der

Musiker und DJ hatte aus Mangel an Schallplatten

mit brauchbarer Musik das Scratchen mit Tonbändernerfunden.

Später nannte er sich East Bam.

Litauisches Kino Goes Berlin 31.Oktober bis 4. November,inAcud

und im Sputnik-Kino, derFilm „Era of Dance“ läuft zumAbschluss der

Reihe „Ist es leicht, jung zu sein?“

Lettische Jugend und Revolution von 1989 26. Oktober,20.30

Uhr,KinoKrokodil,inAnwesenheitdes Regisseurs ViktorsBuda

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.Er

kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

Ich war noch niemals in NewYork 14.00,16.30, 19.45, Sa

a. 22.50; Der König der Löwen Sa 14.20; Maleficent: Mächte

der Finsternis 16.30; Gemini Man 20.00, Sa a. 17.00,

23.00; Dem Horizont so nah 17.15, 20.15; 47 Meters

Down: Uncaged 19.50, Sa a. 23.00; Angel Has Fallen

20.00; Rambo 5: Last Blood Sa20.15; Es II Sa 22.15;

ReadyorNot?–Aufdie Plätze, fertig,tot Sa 22.45; Ad Astra

Sa 23.10; Preview: Die AddamsFamily So 14.30; KonoSuba

–God‘s Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson

(OmU) So 17.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

–Maleficent: Mistress of Evil (OF) So 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Mein Lotta-Leben 15.00; Fritzi

16.45; Undder Zukunftzugewandt Sa 18.30; Leid und Herrlichkeit

Sa 20.30; Systemsprenger (OmenglU) So 18.30;

Born in Evin –Alles über Evin (OmU) So 20.45; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 16.00; Dunkel, fast Nacht –

Ciemno, prawie noc Sa 17.45; BorninEvin –Alles über Evin

(OmU) Sa 20.00; Cleo (OmenglU) Sa 22.00, So21.15;

Memory Games (OmU) So 17.45; Ein Licht zwischen den

Wolken So 19.30

Babylon (✆ 242 59 69) Goodbye,GDR!: Fräulein Schmetterling

(OmenglU; m. Einführung) Sa 15.15; Goodbye,GDR!:

Anton der Zauberer Sa 15.15; Goodbye, GDR!: Spur der

Steine (OmenglU) Sa 17.15; Goodbye, GDR!: Der geteilte

Himmel (OmenglU) Sa 17.45, So 15.45; Premiere: 36 Husbands

(OmU; m. Gästen u. Live-Konzert) Sa 19.30; Goodbye,

GDR!: Solo Sunny (OmenglU) Sa 20.00, So18.00;

Goodbye, GDR!: Good Bye, Lenin! (OmenglU) Sa 20.00;

Goodbye, GDR!: Das Versteck Sa 22.15; Goodbye, GDR!:

Coming Out (OmenglU) Sa 22.15; Stummfilm um Mitternacht:

DasneueBabylon (OmU; m. Vorfilm u. Live-Musikbegleitung)

Sa 23.59; Long Time No Sea (OmenglU) So 14.00;


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 29

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KINO

Pop

Goodbye, GDR!: Berlin –Ecke Schönhauser (OmenglU) So

14.00; Goodbye,GDR!: Karbid und Sauerampfer So 14.15;

CinemAperitivo: Accattone –Wer nie sein Brot mit Tränen aß

(OmenglU) So 16.00; 36 Husbands (OmU) So 18.00; Metropolis

(1925/26; m. Live-Orchesterbegleitung) So 18.30;

Goodbye, GDR!: Der Mann, der nach der Oma kam So

19.45; Goodbye,GDR!: Jahrgang 45 (OmenglU) So 20.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi Sa

11.15, So 10.00; Joker (OmU) Sa 13.00, 15.30, 20.30,

23.15,So11.45, 14.15,17.00, 19.45, 22.30; Das Kapital

im 21. Jahrhundert –Capital in the Twenty-First Century

(OmenglU) Sa 18.15; Yesterday (OmU) 11.30; Midsommar

(OmU) 13.45; Kinderfilm des Monats: Mein Lotta-Leben

16.30; Joker(OmU) Sa 18.45, 21.30, So 21.00; Der kleine

Maulwurf (1963-1975) So 10.15; Das Kapital im 21. Jahrhundert

–Capital in the Twenty-First Century (OmenglU) So

18.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 11.00, 14.00, 19.40, 22.40, Sa a.

17.20, Soa.17.15; Ich war noch niemals inNew York

11.00, 14.10, 19.45, 23.00, Sa a. 17.30, So a. 17.15;

Everest 11.10, 14.20; Der König der Löwen 11.20; Ugly-

Dolls Sa 11.30; Shaun das Schaf: UFO-Alarm11.30, 14.10,

16.10; Joker 11.30, 17.00, 20.00, 23.00, Sa a. 14.30, So

a. 14.15; Angry Birds 211.40, 13.40; Playmobil Sa 12.10;

Dem Horizont so nah 13.50, 19.30;Gut gegenNordwind Sa

14.10; Dora und die goldene Stadt 14.40, Sa a. 16.45;

Maleficent: Mächte der Finsternis 16.30; 3D: Everest Sa

16.50, So 16.45; Good Boys Sa 17.10, So 17.30; 3D: Gemini

Man 20.20, 23.10, Sa a. 17.15,Soa.16.50; Downton

AbbeySa18.30; Es II 22.30, Sa a. 19.15, So a. 18.30; Ad

Astra Sa 20.10, So 19.50; Ready orNot? –Auf die Plätze,

fertig,tot 23.15, Sa a. 20.40; Once Upon aTime in... Hollywood

Sa 21.30, So 22.15; Joker(OF) Sa 23.00, So 20.10;

47 Meters Down: Uncaged 23.15; Fritzi So 11.00; AToy

Story So11.15; Paw Patrol –Ultimativer Kino Einsatz So

13.10; Preview: Die Addams Family So 14.30; KonoSuba –

God‘s Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson

(OmU) So 17.00; MilitaryAcademy V–Vojna akademija 5

(OmU) So 20.00; Rambo 5: Last Blood So 23.00

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Berlin Babylon (DFmenglU)

14.30, So a. 10.00; Nurejew (OmU) Sa16.30, So

12.00; Systemsprenger (DFmenglU) Sa 19.15; Joker(OmU)

Sa 21.45; Nurejew (OmU) So 12.00; Bungalow So17.00;

Schultes (OF) So 19.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) So 22.00; Parasite (OmenglU) 14.15, 19.00, So a.

10.00; M. C. Escher:Reise in die Unendlichkeit (EnglmdtU)

17.00, So a. 12.30; Parasite (OmU) 21.45; Der Distelfink

–The Goldfinch (OmU) Sa 14.00; Deutschstunde 17.00, So

a. 11.30; Parasite (OmU) 19.30; Parasite (OmenglU) 22.15;

Skin (OmU) 14.45, So a. 10.15; Joker(OmU) 17.15, 20.00,

22.30, So a. 12.30; Gelobt sei Gott –Grace aDieu (OmU)

14.15; Der Glanz der Unsichtbaren (OmU) 17.00, 19.15, So

a. 12.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) Sa

21.30; Joker(OmU) So 21.30

International (✆ 24 75 60 11) Parasite 12.00, 18.00;

Joker (OmU) 15.00, 21.00; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

So 10.15

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) dokuarts: Rudeboy: The

StoryofTrojan Records (OmenglU) Sa 17.00; dokuarts: Het

voorval: Armando endemythe –The Myth of Armando

(OmU) Sa 19.00; dokuarts: Five Seasons: The Gardens of

Piet Oudolf (OmU) Sa 21.00; dokuarts: Indus Blues

(OmenglU) So 18.30; dokuarts: Our Time Machine (OmenglU)

So 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) Ugly-

Dolls 12.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 12.00, Sa a.

17.05, So a. 14.30; Pets II 12.00; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 12.00, 14.20, 16.55, 19.55, Sa a. 22.45;

Lino: Ein voll verkatertes Abenteuer 12.00, 14.50; Everest

12.00, 14.30; Dora und die goldene Stadt 12.00, 14.30,

17.10; Angry Birds212.00, Sa a. 14.30; AToy Story12.00;

Ich war noch niemals in NewYork 14.10, 17.00, 20.00, Sa

a. 22.50;Dem Horizont so nah 17.10, 20.00, Sa a. 14.10;

Joker 14.15, 17.05, 19.30, 20.00, Sa a. 22.40, 23.00; Der

König der Löwen 14.15; After the Wedding 17.00, 19.45;

Gemini Man 17.10, 19.50, Sa a. 22.55; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF)

17.15; 7. Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

19.40, Sa a. 22.50; Karakomik Filmler (OmU) 20.00, Sa a.

22.55; Es II Sa 22.30; 47 Meters Down: Uncaged Sa 22.40;

Preview: Die Addams Family So 15.00; MilitaryAcademy V

–Vojna akademija 5So17.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Shaun das Schaf: UFO-Alarm

12.00; Midsommar (OmU) 22.00; Systemsprenger (DFmenglU)

So 13.40; Normal (OmenglU) So 15.50; Nurejew

(OmU) So 17.20; DiegoMaradona (OmenglU) So 19.40

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Joker (OF) 16.45, 19.30,

22.15, So a. 14.00

Passage (✆ 68 23 70 18) Joker (OmU) 15.00, 17.45,

20.30, 21.40, Sa a. 22.40; Deutschstunde 14.40, 17.20,

20.00; Systemsprenger 16.20, 19.00;Frau SternSo14.30

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Joker(OF) 15.15, 18.00, 20.45;

Parasite (OmU) 14.40, 17.30, 20.20, 21.50; Parasite

(OmenglU) 16.10, 19.00, 21.10; Nurejew(OmU) So 13.30;

M. C. Escher:Reise in die Unendlichkeit –Escher:Het oneindige

zoeken –Journey Into Infinity (OF) 14.00; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmenglU) 16.00; Synonymes

(OmenglU) Sa 18.30; Systemsprenger (OmenglU) So

18.30; After the Wedding 15.00, 17.30, Sa a. 20.00; Creepy

Crypt: Sneak PreviewSa22.30; Women‘s Voice –India‘s

Choice (OmU) So 20.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 11.30, 14.00, 17.20, 20.10,Sa

a. 23.00; Dora und die goldene Stadt 11.40, 14.10; Ugly-

Dolls 11.45; Mein Lotta-Leben 12.05; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm12.15, Sa a. 14.35; Angry Birds 212.20, 14.45,

17.10; Joker 14.20, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Ich war

noch niemals in NewYork 14.25, 19.40, Sa a. 16.40, 22.50,

So a. 16.45; Gemini Man 19.50, Sa a. 16.50, 22.45; Everest

17.30; Es II 19.35; Dem Horizont so nah Sa 20.30, So

20.15; Preview: Die Addams Family So 14.30; KonoSuba –

God‘s BlessingonThis Wonderful World!: Legend of Crimson

(OmU) So 17.00

Wolf (✆ 921 03 93 33) Wajib –Die Hochzeitseinladung

(OmU) Sa 12.00, So 14.00; Heimat ist ein Raum aus Zeit

(OmenglU) 12.00; Ama-San (OmenglU) Sa 14.00, So

16.10; Ad Astra (OmU) Sa 16.00, 23.10; Kurenai no buta

– Porco rosso Sa 16.30, So 16.20; Systemsprenger

(OmenglU) 18.30; Born inEvin –Alles über Evin (OmU) Sa

19.00, So21.00; Synonymes (OmenglU) Sa 20.50, So

21.10; Die Insel der hungrigen Geister (OmU) Sa 21.00, So

18.50; Midsommar (OmU) Sa 23.00; Der kleine Maulwurf

(1963-1975) So 12.10

PANKOW

Blauer SternPankow (✆ 47 61 18 98) Shaun das Schaf:

UFO-Alarm15.15; Ich war noch niemals in NewYork17.15,

20.00; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit So 11.00;

Und der Zukunft zugewandt So 12.50; Fritzi 13.30; Everest

15.30; Parasite 17.40, 20.30; Systemsprenger So 11.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Joker20.45, Sa a.

15.15, So a. 16.15; Joker(OmU) 18.00, Sa a. 22.40;M.C.

Escher: Reise in die Unendlichkeit So 12.30; Preview: Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar So 14.30; Parasite 14.00,

20.30, Sa a. 22.00; Parasite (OmU) 17.40, 21.40; Gelobt

sei Gott So 11.00; Fritzi 14.15; Deutschstunde 19.00, Sa a.

16.20, So a. 11.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 13.40,

15.40; Systemsprenger 16.45, 19.20, So a. 11.30; Ich war

noch niemals in New York 14.30, 17.15, 20.00; Und der

Zukunft zugewandt So 12.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) Playmobil

Sa 11.20; Der König der Löwen Sa 11.20; Respira –

Trangenesis (OmenglU) Sa 11.30; Angry Birds 211.30; M.

C. Escher: Reise in die Unendlichkeit Sa 11.40; Benjamin

Blümchen Sa 11.45; AToy Story Sa11.45; Kuddelmuddel

bei Pettersson und Findus Sa 11.50; Bullets of Justice

(OmenglU) Sa13.15; Maleficent: Mächte der Finsternis

17.10, 20.00,23.00, Sa a. 13.45, So a. 14.00; Fritzi 13.45;

Nurejew Sa13.50, So 18.00; Joker (OmU) 17.00, 20.00,

23.00, Sa a. 14.00, So a. 13.45; Das Kapital im 21. Jahrhundert

–Capital in the Twenty-First Century (OmU) 14.00;

Ich war noch niemals in New York 14.10, 16.30, 19.30,

22.30; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 14.15, 15.50; Entertaining

Shorts (OmenglU) Sa15.15; Downton Abbey Sa

16.30, So 11.15; Der Glanz der Unsichtbaren Sa 16.30,

19.00, So 17.45, 19.20; Parasite 16.45, 19.45; Valentine

–The Dark Avenger (OmenglU) Sa 17.45;

Jakob(Simon Frühwirth) flieht in virtuelle Welten.

Nevrland

Systemsprenger Sa 18.00, So 20.15; Deutschstunde

19.20, So a. 16.30; Ride (OF) Sa 20.00; After the Wedding

20.50; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) Sa 21.40,

So 22.00; The BargePeople (OF) Sa 22.15; Ad Astra (OmU)

22.15; Parasite (OmU) 22.50; Mimicry Freaks (OmenglU)

Sa 0.00; UglyDolls So 11.30; Mein Lotta-Leben So 11.40;

Paw Patrol –Ultimativer Kino Einsatz So 12.00; KonoSuba

–God‘s Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson

(OmU) So 17.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Heimat ist ein Raum aus Zeit Sa

14.00, So 16.00; Vulkan –Volcano (OmU) 20.00; Dunkel,

fast Nacht –Ciemno, prawie noc (OmU) Sa 22.00; Und der

Zukunft zugewandt So 14.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Momo Sa 14.15, So

14.30; Frau Stern Sa16.00; Born inEvin –Alles über Evin

(OmU) Sa 17.30, So 22.30; Die Taschendiebin: The Handmaiden(OmenglU)Sa19.15;

Systemsprenger Sa 21.45, So

16.15; Casablanca (OmU)Sa23.59; Der Duft des Westpaketes

So 18.30; Burning –Beoning (OmenglU) So 20.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 12.00, 16.50; Everest 12.00, Sa a.

14.30; Angry Birds 212.00, 14.45; Shaun das Schaf: UFO-

Alarm12.05, 14.50, 17.05; Mein Lotta-Leben 12.05; Ugly-

Dolls 12.15; Fritzi 12.15; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

14.15, 17.05, 20.00, 22.50; Joker 14.15, 17.10,

20.10, 23.00; Lino: Ein voll verkatertes Abenteuer 14.20;

Ich war noch niemals inNew York 14.20, 16.50, 19.50,

22.55; Dora und die goldene Stadt 14.20, 16.50; AToy

Story 14.25; Der König der Löwen Sa 16.55, So14.15;

Downton Abbey 17.00, 19.50; 3D: Gemini Man 17.10,

19.55, 22.50; Dem Horizont so nah 17.20, 20.10; Systemsprenger

19.20; Once Upon aTime in... Hollywood 19.20,

22.30; Gut gegen Nordwind 19.40; Ad Astra 19.45; Es II

22.15; Midsommar 22.45; Rambo 5: Last Blood 22.55; 47

Meters Down: Uncaged 23.00; Preview: Die Addams Family

So 14.30; KonoSuba –God‘s Blessing on This Wonderful

World!: Legend of Crimson (OmU) So 17.00

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Der Fuchs und

das Mädchen Sa 13.30; Congo Calling (OmU) Sa 19.30;

Memory Games So11.30; Yoga: Die Kraft des Lebens –

Debout (OmU) So 13.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Mein Lotta-Leben Sa

11.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 11.00, 14.00,

20.05, Sa a. 17.00, 23.10, So a. 17.05; Fritzi 11.00; AToy

Story 11.15; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 11.25, 14.10;

Playmobil 11.40; Pets II 11.40; Everest Sa 12.00, 14.30,

17.00, So 11.35, 14.05, 16.35; Angry Birds 212.15,

14.55; Ich war noch niemals in New York 13.30, 16.40,

19.55, Sa a. 22.40; Dem Horizont sonah 19.45, Saa.

13.30; Good Boys 13.45; Joker17.00, 20.10, Sa a. 13.50,

23.15, So a. 14.05; Dora und die goldene Stadt 14.05,

17.30; Maleficent: Mächte der Finsternis 16.15; 3D: Gemini

Man 19.30, Sa a. 16.30; Der König der Löwen 16.35;

Downton Abbey16.45; Es II 19.20, Sa a. 22.25; Ad Astra Sa

19.35; Gut gegen Nordwind 19.50; 47 Meters Down: Uncaged

20.20, Sa a. 23.00; Midsommar Sa 22.45; Rambo

5: Last Blood Sa 23.05; Ready orNot? –Auf die Plätze,

fertig,tot Sa 23.15; Angel Has Fallen Sa 23.15; Paw Patrol

–Ultimativer Kino Einsatz So 11.35; Preview: Die Addams

Family So 14.30; KonoSuba –God‘s Blessing on This Wonderful

World!: Legend of Crimson (OmU) So 17.00; Joker

(OF) So 20.10

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Benjamin

Blümchen 12.30; Systemsprenger 14.30; Deutschstunde

17.25, 20.20

Cosima (✆ 85 07 58 02) Once Upon aTime in... Hollywood

15.00; Und wernimmt den Hund? 18.00; Nurejew20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Joker(OmU) 15.00, 17.45, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Shorts Attack –Big Data: Kommunikation

in Ekstase (OmU) Sa 18.00, So 20.30; Nurejew

(OmU) Sa 20.30; Carmine Street Guitars (OmU) So 16.00;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) So 18.00

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) UglyDolls 10.00;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm10.00, 12.00; Everest 10.00,

12.00, Sa a. 14.55; Angry Birds 210.00, 12.15, 14.20; A

ToyStory10.00, 12.10; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

12.10, Sa a. 14.10, 17.00, 19.45, 22.30, So a. 14.50,

17.10, 20.00; Ich war noch niemals in New York 14.00,

16.55, 19.50, Sa a. 22.45; Joker 14.20, Sa a. 17.20,

20.10, 23.00, So a. 17.40, 20.30; Dem Horizont so nah

16.40; Gemini Man 17.10, 20.00,Saa.22.50; Es II 19.20,

Sa a. 23.00; Preview: Die Addams Family So 15.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Gloria: Das

Leben wartet nicht Sa 11.30; Und wernimmt den Hund? Sa

13.30, So 20.15; Systemsprenger Sa 15.30, 20.15, So

13.00, 17.45; Und der Zukunft zugewandt Sa 18.00, So

15.30; Geheimnis eines Lebens So 10.45

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Ich war noch niemals in New

York 11.30, 14.30, 17.30, 20.30

SALZGEBER UND CO.

Der 17-jährige Jakob (Simon

Frühwirth) leidet unter einer

Angststörung. Seinen einzigen

Ausweg sieht er in virtuellen,

surrealen und fiktiven Welten.

Dortbegegnet er in einem Sex-

Chat dem jungen Künstler

Kristjan (Paul Forman), was Jakob

auf einen Wegder Selbstfindung

bringt, bei dem er sich

seinen Ängsten stellen muss.

Schließlich verabredet er sich

mit dem Fremden, um gemeinsam

mit ihm das Nevrland zu

erkunden. DerFilm vonGregor

Schmidinger gewann den Preis

der Jugendjury beim Max-

Ophüls-Festival. (BLZ)

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) UglyDolls

10.00, 12.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm10.00, 12.45,

15.00, 17.30; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 10.00,

12.15, 14.30, 17.15, 20.00, 22.45; Everest 10.00, 12.10,

14.35; Dora und die goldene Stadt 10.00, 12.15, 14.10,

17.35; Angry Birds 210.00, 12.10, Sa a. 15.00; AToy Story

10.00; Der König der Löwen 12.15; Downton Abbey

14.45, 17.00, 20.10, 23.00; Joker 15.00, 17.15, 20.05,

22.50, 23.10; Dem Horizont so nah 19.45, Sa a. 16.40; 3D:

Gemini Man 17.45, 20.30; Es II 19.30, 23.00; After the

Wedding 19.55, 23.00; Gemini Man 22.30; Preview: Die

Addams Family So 15.00; MilitaryAcademy V–Vojna akademija

5(OmU) So 17.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Maleficent: Mächte der

Finsternis 15.30, 18.00, 20.30, Sa a. 13.00, So a. 11.30,

13.15; Shaun das Schaf: UFO-Alarm Sa14.00, 16.00, So

12.00, 13.30; Dora und die goldene Stadt 14.00, 16.00, So

a. 11.30; Angry Birds 214.00; Everest 16.00, So a. 11.15;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 18.00; Joker 18.00,

20.30; Downton Abbey 18.00; Gemini Man 20.30; Dem

Horizont so nah 20.30; Preview: Die Addams Family So

15.45

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Lynne Ramsay: ABeautiful Day

–You Were NeverReally Here (u. Kurzfilm) Sa 20.00; Arsenal

Filmatelier: Großes Kino, kleines Kino #30: Kurzfilmprogramm

(OF) So16.00; Lynne Ramsay: We Need toTalk

About Kevin (u. Kurzfilm) So 19.30; Magical History Tour:

Kundskabens trae –Baum der Erkenntnis (OmenglU) Sa

19.30; Koreanisches Kino: Mimang-in –The Widow(OmenglU;

anschl. Gesprächsrunde) So 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm Sa12.30, 14.00, So 14.10; Pets II

12.30, Sa a. 13.30, So a. 13.50; Joker 19.45, 20.30,

22.20, 22.50, Sa a. 12.45, 15.00, 16.00,17.00, 19.00, So

a. 13.30, 15.30, 18.00, 19.15; Maleficent: Mächte der Finsternis

13.00, Sa a. 16.00, So a. 15.45; Gemini Man Sa

13.00, 20.45, 22.40, So 21.30, 22.50; AToy Story Sa

13.10, So 13.00; Playmobil Sa 13.15, So 12.50; Good

Boys 16.00, Sa a. 13.20, 19.45, So a. 13.00; Everest

13.30, Saa.17.00, Soa.17.10; Dem Horizont so nah

13.30, 16.40, 19.50, So a. 22.30; Ich war noch niemals in

NewYork 13.40, 16.10, 19.30, 22.50; Der König der Löwen

13.40, 16.30, Sa a. 19.50; Angry Birds 213.45; Lino: Ein

voll verkatertes Abenteuer Sa 13.50, So 14.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00, 17.10, 20.20, 22.50;

Dora und die goldene Stadt 16.30, Sa a. 14.00, So a.

13.45; Parasite Sa 16.00, 19.20, So 16.30, 19.50; Systemsprenger

16.20; Once Upon aTime in... Hollywood

16.30, 20.15, So a. 22.00; After the Wedding 16.30, 19.30;

Downton Abbey Sa16.35, 19.20, So 16.40, 19.50; 3D:

Gemini Man17.00; 3D: Angry Birds217.00; DerGlanz der

Unsichtbaren Sa 18.30, So 19.40; Ad Astra 19.20, 22.40;

Es II 22.30, Sa a. 19.30, So a. 19.00; Gut gegenNordwind

Sa 19.40, So 19.00; Yesterday19.50; Rambo 5: Last Blood

20.15, 23.00; 47 Meters Down: Uncaged Sa 21.15, 22.40,

So 19.45, 22.30; Midsommar 22.30; Fast &Furious: Hobbs

&ShawSa22.45, So 23.00; ReadyorNot? –Auf die Plätze,

fertig,tot 22.50; Mein Lotta-Leben So 13.50; MilitaryAcademy

V–Vojna akademija 5(OmU) So 19.30

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm–Shaun the Sheep Movie: Farmageddon

(OF) 13.30; Downton Abbey (OF) 13.30, 16.40,

19.40; Angry Birds 2–The Angry Birds Movie II (OF) 13.30;

Der König der Löwen –The Lion King (OF) Sa 13.40; Dora

und die goldene Stadt –Dora the Explorer (OF) 13.45,

16.30; UglyDolls (OF) 13.50; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF) 14.00, 17.00,

20.00, 23.00; Joker (OF) 14.15, 17.15, 19.10, 20.15,

23.15; Es II (OF) 22.40, Sa a. 16.10, So a. 17.00; 3D:

Gemini Man(OF)16.15, 19.20, 22.20; Ad Astra (OF) 16.20,

Sa a. 20.00, 23.00, So a. 20.45; Maleficent: Mächte der

Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF) 16.30; Parasite

(OmenglU) 19.30, 22.45; Once Upon aTime in...Hollywood

(OF) 19.30; Midsommar (OF) 22.30; Rambo 5: Last Blood

(OF) 23.15; Preview: Die Addams Family –The Addams Family

(OF) So 14.30

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 11.30; Joker(OF) 13.00, 16.15, 19.30,

22.45

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Nevrland (OF) Sa 19.00,

So 17.30; Sneak Preview (OmU) So 19.30; Dunkel, fast

Nacht –Ciemno, prawie noc (OmU) So 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) UglyDolls Sa 10.00, 12.15; Shaun

das Schaf: UFO-Alarm10.00, 12.00, 14.00; Everest 10.00,

12.00, 16.00; Dora und die goldene Stadt 10.00, 12.15,

14.30; Angry Birds 2Sa10.00, 12.30; Lino: Ein voll verkatertes

Abenteuer Sa 14.00; Ich war noch niemals in New

York 14.30, 17.15, 20.00, 22.00; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Joker 16.00,

17.00, 20.00, 22.30; Dem Horizont so nah 18.00, 20.30;

Gemini Man 19.00, 22.30; Preview: Die Addams Family So

14.00

Casablanca (✆ 677 57 52) Fritzi Sa 14.00; Und der Zukunft

zugewandt Sa 15.45; Downton Abbey Sa18.00, So

15.30; Nurejew Sa20.30; Momo So 13.30; SystemsprengerSo18.00;

Gut gegenNordwind So 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) Ugly-

Dolls Sa 11.30; Playmobil 11.30; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 11.30, 14.00, 16.55, 19.50, Sa a. 23.00;

Fritzi 11.40; AToy Story 11.40; Everest 11.45, 14.15,

16.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm11.50, 14.10, 17.10;

Pets II Sa 12.00, So 11.40; Mein Lotta-Leben 12.10; Joker

14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Der König der Löwen

14.00; Ich war noch niemals inNew York 14.15, 17.10,

20.10, Sa a. 23.10; 3D: Gemini Man 20.10, Sa a. 14.20,

23.00; Dora und die goldene Stadt 14.30, 17.10; Angry

Birds 214.40; Es II 19.30, Sa a. 16.30, 22.30; Gemini Man

16.50; Maleficent: Mächte der Finsternis 17.15; Once Upon

aTime in... Hollywood 19.20; Gut gegen Nordwind Sa

19.35; Ad Astra 20.15, Sa a. 23.10; 47 Meters Down: Uncaged

Sa 20.15, 23.15; Midsommar Sa 22.40; Rambo 5:

Last Blood Sa 23.15; Paw Patrol –Ultimativer Kino Einsatz

So 12.30; Preview: Die AddamsFamily So 14.30; KonoSuba

–God‘s Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson

So 17.00; Dem Horizont so nah So 19.45; Joker (OF)

So 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) UglyDolls

12.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm12.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF)

12.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 12.00, 14.20,

17.10, 20.00, Sa a. 22.50; Everest 12.00, 14.20; Dora und

die goldene Stadt 12.00, 14.30, 17.00; Angry Birds 2

12.00, Soa.14.15; Ich war noch niemals in New York

14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; AToy Story Sa14.15;

Dem Horizont so nah 16.30, Sa a. 14.30, So a. 14.40; Joker

17.15, 19.50, 20.10, Sa a. 14.40, 23.00; Gemini Man

17.00, 20.15, Sa a. 22.40; 7. Kogustaki Mucize –Das Wunder

in Zelle Sieben 17.30, 19.40, Sa a. 22.30; Karakomik

Filmler 19.30; Es II Sa 22.20; 47 Meters Down: Uncaged Sa

23.00; Preview: Die Addams Family So 15.00

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Gut gegenNordwind

Sa 16.00; Born inEvin –Alles über Evin Sa 18.15;

Gelobt sei Gott Sa 20.00, So 18.30; Skin (OmU) Sa 22.30,

So 21.00; Systemsprenger So 14.00; Ronja Räubertochter

So 16.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Born inEvin –Alles über

Evin (teilw.OmU)19.00; CandyMountain Sa 21.00;Systemsprenger

So 15.00; Don‘tBlink –RobertFrank So 21.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Der kleine Maulwurf (1963-

1975) Sa 10.15; Ich war noch niemals inNew York Sa

11.45, 14.30, 17.15, 20.00; Der blaue Tiger So11.00;

Fritzi So 13.45; Everest So 15.45; Und der Zukunft zugewandt

So 18.00; Systemsprenger So 20.30; Gut gegen

Nordwind Sa 11.00; Fritzi Sa 13.45; Everest Sa 15.45; Und

der Zukunft zugewandt Sa 18.00; Systemsprenger Sa

20.30; Ich war noch niemals in NewYorkSo10.45, 13.30,

16.15, 19.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Yoga: Die Kraft des

Lebens Sa 13.30; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

Sa 16.10, So 20.30; Deutschstunde 18.00; Matinee: Menschen

am Sonntag (m. Buchpräsentation u. Gästen) So

11.00; Mein Lotta-Leben So 13.30; Systemsprenger So

15.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Mein Lotta-Leben Sa

10.30; Der König der Löwen 12.30; Deutschstunde 20.15,

Sa a. 15.00; Systemsprenger 17.45; NurejewSa17.45, So

15.00; Gelobt sei Gott Sa 20.15; Born inEvin –Alles über

Evin So 10.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 8114678) Supa Modo 16.00; Systemsprenger Sa

18.00; Cleo 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Parasite 14.50, 20.30; Deutschstunde

Sa 17.45; Systemsprenger So 12.00; Nurejew So

17.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Amateurfilm

als kulturelles Gedächtnis für Museen: Vortrag mit Filmbeispielen

Sa 13.00; Alte Filme, neuer Soundtrack: Workshopergebnisse

Sa 14.15; Der Tonmeister von Babelsberg dreht

auf Super 8:Vortrag mit Filmbeispielen Sa 15.15; Max

Beckmann: Privatfilme 1930-1932: Film-Screening Sa

16.15; Best of the Day: Film-Screening (mitgebrachter Filme)

Sa 18.30; Yesterday Sa21.00; AToy Story So15.00;

Ich war zuhause, aber... So 17.00; Cabaret (OmU) So 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Lino: Ein voll verkatertes

Abenteuer Sa 13.30, So 9.50, 13.45; Fritzi 16.30, Sa

a. 13.45,Soa.9.50; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 14.00,

16.15; Deutschstunde 14.00, 20.30; After the Wedding Sa

15.30, 21.00, So 11.30, 15.45, 20.45; Systemsprenger

15.45, 20.45, So a. 11.00; BorninEvin –Alles über Evin (m.

Gast) Sa 18.00; Joker (OmU) 18.15, 20.45, So a. 11.40;

Bruder Schwester Herz 18.15, So a. 13.30; Der Glanz der

Unsichtbaren 18.30, So a. 12.00; Die Insel der hungrigen

Geister (OmU) So 10.10; NurejewSo18.15

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Playmobil

11.00; Mein Lotta-Leben 11.00; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 11.00, 14.00, 16.30, 20.00, Sa a. 23.00; Gut

gegenNordwind 11.00; Angry Birds 211.00, 13.50; Everest

11.15, 14.00, 17.00; AToy Story11.15; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm11.20, 14.10; Ich war noch niemals in NewYork

13.40, 19.40, Sa a. 16.30, 23.00, So a. 16.40; Gemini Man

13.40, 19.50, Sa a. 23.00; Joker 13.50, 17.00, 19.40,

20.00, Sa a. 19.45, 23.00; Downton Abbey Sa14.00,

16.45; Der König der Löwen 16.40; Dem Horizont so nah

16.50, 19.50; Maleficent: Mächte der Finsternis 16.55;

Once Upon aTime in...Hollywood Sa 22.45, So 19.35; Es II

Sa 22.45; Ad Astra Sa 23.00; Preview: Die Addams Family

So 14.30; KonoSuba –God‘s Blessing on This Wonderful

World!: Legend of Crimson (OmU) So 17.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF) So

20.00

UMLAND

ALAFalkensee (✆ 033 22/279 88 77) Everest 12.30, Sa

a. 14.45; Ich war noch niemals in NewYork 17.15, 20.15;

Preview: Die Addams Family So 15.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Die drei !!! 15.00; Frau Stern Sa17.15, So 20.00; Gelobt

sei Gott Sa 20.00, So 17.15

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) HFR 3D: Gemini

Man 11.50, 20.15, Sa a. 23.00; Pets II 12.00; Mein Lotta-

Leben 12.00; AToy Story 12.05; Shaun das Schaf: UFO-

Alarm 12.10, 14.20, 16.25; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 12.15, 20.00, Sa a. 17.00, 23.00, So a. 14.30,

17.15; UglyDolls 12.20; Angry Birds 212.20, 14.40, Sa a.

17.15; Playmobil 12.30; Everest 12.30, 15.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.30, Sa a. 14.15; Joker 14.20,

17.30, 20.15, Sa a. 23.00; Ich war noch niemals in New

York 14.20, 17.15, 20.10, Sa a. 23.00; Der König der Löwen

14.30,17.15; Lino: Ein voll verkatertes Abenteuer Sa 15.00;

Dora und die goldene Stadt 15.00, 17.15; Good Boys

15.10, Sa a. 23.30; Downton Abbey 17.05; Dem Horizont

so nah 17.20, Sa a. 19.50, So a. 20.00; 3D: Everest 18.30;

Once Upon aTime in... Hollywood Sa 19.40; Angel Has Fallen

19.50; Es II 20.00, Sa a. 22.30; AdAstra 20.00; Gut

gegen Nordwind 20.50; Fast &Furious: Hobbs &Shaw Sa

22.45; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig,tot Sa 22.50;

Rambo 5: Last Blood Sa 23.15; 47 Meters Down: Uncaged

Sa 23.30; Preview: Die AddamsFamily So 14.30; KonoSuba

–God‘s Blessing on This Wonderful World!: Legend of Crimson

So 17.00; Joker(OF) So 20.15

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 15.00, 17.45, 20.30, Sa a. 12.45, So

a. 13.00;Angry Birds 212.45; Mein Lotta-Leben Sa 13.15;

Everest Sa 15.30, So 13.15; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

15.30; Joker17.45, 20.30; Systemsprenger 17.45; Gemini

Man 20.30; Preview: Die Addams Family So 15.45

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm15.00; Gemini Man 16.45; JokerSa

18.45, 21.00, So 19.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Angry Birds214.00,

So a. 11.00; Everest 15.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

16.15, So a. 13.00; Ich war noch niemals in New York

17.15, 20.00; Downton Abbey18.15; Rambo 5: Last Blood

21.00, So a. 11.45

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

18.00: Die Möglichkeit einer Insel

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

17.00: Todauf dem Nil

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

18.00: La bohème

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.30: 30 nach 89: Die Geschichte hat unswieder

(Sabine Rennefanz und Kathleen Morgeneyer)

19.30: Don Quijote

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

18.00 Box: 30.nach.89 (Junges DT International)

18.00: 30 nach 89: Die Umsiedlerin

HAU2(&25 90 04 27)

17.00: No President (Nature Theater of Oklahoma)

Kleines Theater (& 821 20 21)

18.00: Alte Liebe

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

18.00: The Bassarids

Komödie im Schiller Theater (& 88 59 11 88)

18.00: Rio Reiser –Mein Name ist Mensch

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Third Generation –Next Generation

20.00 Container: Futureland

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Giovanni. Eine Passion

Schaubühne (& 89 00 23)

17.00: Amphitryon; 20.00 Saal B: abgrund

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

11.00: Einführungsmatinée: Ruhe! Wirdrehen!

16.00: Adel verpflichtet

Sophiensaele (& 283 52 66)

20.00 Festsaal: Das Ost-West-Ding: Wismut –A

Nuclear Choir (Jule Flierl+Mars Dietz)

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

18.00: Rigoletto

Volksbühne Berlin (& 24 065777)

19.30: Don’t be evil. (KayVoges &Ensemble)

KABARETT/VARIETÉ

Arena Glashaus (& 5332030)

18.30: Cavewoman (Ramona Krönke). Anm. erf.

BKA (& 202 20 07)

20.00: Claire Waldoff –Ich will aber gerade vom

Leben singen ... (Sigrid Grajek)

Estrel Showtheater (& 68316831)

17.00: Stars in Concert

Anzeige

Friedrichstadt-Palast (& 23262326)

15.30:Vivid

StageTheater des Westens (& 018054444)

14.30, 19.00: Mamma Mia!

TIPIamKanzleramt (& 39 066550)

19.00: Zeitlos(TimFischer &Band)

Wintergarten Varieté (& 588433)

18.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (& 30673011)

16.00:Die Letzten werden die Ersten sein–Hoffnung

für Abgehängte (C.Heiland)

20.00: Ruscherhat Vorfahrt(Barbara Ruscher)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 2101)

11.00Gr. Saal: Kremerata Baltica, Iveta Apkalna

(Orgel), Bach &Baltics, Johann Sebastian Bach:

„Pièce d’Orgue“ G-Dur,Chaconne aus der Partita für

Violine solo d-Moll in Bearbeitung; Vasks: „Hymnus“

für Orgel solo; Zarins:„Concerto innocente“ für Orgel

und Kammerorchester,1.Satz; Esenvalds: „Okeana

balss – Stimme des Ozeans“

Große Gefühle

Jeder Pieks in deinen Arm/ist ein Stich in mein Herz“heißt es in dem Stück

„Starksein“, das Enno Bunger auf seinem neuen Album „Was berührt, das

bleibt“ singt. Und was so sanft und vorsichtig, fast lautlos daherkommt, erfährt

durch die langsam wachsende Gewissheit, dass es hinter der lyrischen

Zurückhaltung um Leben und Todgeht, eine sich bis ins Unerträgliche steigernde

Tiefe.Enno Bunger geht es um die großen Gefühle,darunter macht er

es nicht. DasAlbum geht auf die schmerzhafte Erfahrung vonKrankheit und

Todinseiner unmittelbaren Umgebung zurück, und dieser Wille zum Authentischen

ist anstrengend und reizvoll zugleich. Enno Bunger, 1986 in

Leer/Ostfriesland geboren, hat sich durch viele Live-Auftritte,u.a. imVorprogramm

vonJamie Cullum, Travis und GisbertzuKnyphausen, eine eigene Sicherheit

erworben, und so darf man gespannt sein, wie er die konzentrierte

Innerlichkeit auf die Live-Bühne bringt. HarryNutt

EnnoBunger,Sonnabend,19.30 Uhr,FestsaalKreuzberg,Am Flutgraben2

François-Xavier Roth

Dirigent

Pierre-Laurent Aimard

Klavier

Werkevon Haydn, Bartók

und Varèse

24.10.19/20 Uhr

25.10.19/20 Uhr

26.10.19/19Uhr

Philharmonie Berlin

Tickets: 030/25488999

berliner-philharmoniker.de

Foto:Marco Borggreve

SONNTAG

20.00 Gr.Saal: GidonKremer (Violine), Martha

Argerich (Klavier), Rezital, Dvorák: „Romantische

Stücke“ für Violine und Klavier op. 75;Weinberg:

Sonate für Violine und Klavier Nr.5,Drei frühe Stücke

für Violine und Klavier;Bartók: Sonate für Violine und

Klavier Nr.1

Philharmonie (& 25 488301)

16.00: Sinfonie Orchester Berlin, Ltg.StanleyDodds,

Özgür Aydin (Klavier), Bruno Delepelaire (Violoncello),

Mussorgsky: „Johannisnacht auf dem Kahlen Berge“,

„Bilder einer Ausstellung“; Tschaikowsky: Konzertfür

Klavier und Orchester Nr.1b-Moll op. 23, Variationen

über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester

A-Dur op. 33

20.00:Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Ltg.Karina

Canellakis, Richard Strauss: „Ein Heldenleben“ op.

40;Beethoven: Symphonie Nr.7A-Dur op. 92

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HEUTE +

21.-26.10.

Skandal im Spreebezirk

www.distel-berlin.de ·Kasse: 030/2044704

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 488132)

20.00: Mitglieder der Berliner Philharmoniker,Ltg.

Emmanuelle Haim (Cembalo), Purcell: Sonata of

three Partsg-Moll; Marini: Sonata sopra „La Monica“;

Alessandro Stradella: Sinfonia Nr.22für Violine und

Basso continuo d-Moll; Antonio Caldara: Triosonate

B-Dur op. 2Nr. 2, Händel: Triosonate b-Moll ui-a-

KINDER

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53071250)

14.00, 16.00: Däumelinchen, MelanieAncic (ab 4J.)

Schaubude (& 423 43 14)

15.00: Kukla unddie schöne Wassilissa, Figurentheater

nach einem russischen Märchen (ab 4bis 8J.)

Schlosspark Theater (& 7895667100)

11.00: Karneval der Tiere (ab 5J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42184510)

16.00:Preisverleihung Kinder- und Jugendliteraturpreis

Prenzlauer Berg

LITERATUR/VORTRAG

Schlosspark Theater (& 7895667100)

20.00: DerApfelbaum, Christian Berkel, Lesung

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00Roter Salon: Reformbühne Heim &Welt:

Michael Bittner &Tsootsies

KONZERT

A-Trane (& 3132550)

21.00: Aline Frazao

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00:Tanzwut, Harpyie, Seemannsgarn(Folkrock,

Mittelalter)

Heimathafen Neukölln (& 56 821333)

21.00: Charlie Cunningham

Huxleys Neue Welt (& 301 06 8088)

20.00:DieOrsons(HipHop, Pop, Rap)


30 Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019

·························································································································································································································································································

TV-Programm am Sonnabend

Tagesschau 24

11.15 Nahrungsergänzungsmittel 12.00

Nachrichten 12.15 Putins leere Kassen 13.00

Nachrichten 13.15 Geheimnisvolle Orte 14.00

Nachrichten 14.15 Bomben im Meer 15.00

Nachrichten 15.30 Plusminus 16.00 Nachrichten

16.30 Weltbilder 17.00 Nachrichten 17.30

Monitor 18.00 Nachrichten 18.30 Drei Lehrer

–Ein Schuljahr 19.00 Nachrichten 19.30

Kommissar Kauer auf Streife 20.00 Tagesschau

20.15 Putins leere Kassen 21.00 Tagesschau

21.02 Ulrich Timm im Gespräch 21.30 Im

Glauben an Putin 22.22 extra 3 23.05

Kommissar Kauer auf Streife 23.38 Tagesschau

23.54 Extra 0.00 Tagesthemen

ONE

5.15 Lindenstraße 5.45 Um Himmels Willen

6.35 kinokino 6.50 Die Landärztin. Arztreihe,

D/A 2005 8.20 Die Aufnahmeprüfung. Komödie,

D2012 9.45 Halbe Hundert. Komödie, D2012

11.15 Brisant 11.55 extra 3Spezial: Das Beste

12.25 Alfred Hitchcock präsentiert. ... und so

starb Riabouchinska 12.50 Die Oma-Opa-Mama-

Papa-Guck-mal-Show 13.20 Hot in Cleveland

16.45 Der Fall Barschel. Politthriller, D2015

19.40 Brisant 20.15 Dimitrios Schulze.

Kriminalfilm, D2016 21.45 kinokino 22.00

Hesher –Der Rebell. Drama, USA 2010 23.35

extra 3Spezial: Das Beste 0.05 Die Florian

Schroeder Satire Show 0.50 Nightwash

ZDF NEO

5.40 (für HG) Deutschland von oben 4 6.25 (für

HG) Superbauten 7.50 (für HG) Deutschlands

Supergrabungen 9.15 (für HG) Schliemanns

Erben 10.00 (für HG) Geheimakte Sophienschatz

10.45 (für HG) Deutschland von unten 12.15

(für HG) Deutschland-Saga 16.40 Die

glorreichen 10 18.10 Sketch History 18.35

Dinner Date 19.20 Topfgeldjäger 20.15 (für HG)

Broadway Therapy. Komödie, USA/D 2014

21.40 (für HG) Verlockende Falle. Thriller, USA/

GB/D 1999 23.20 (für HG) Falscher Ort, falsche

Zeit. Thriller, AUS 2011 0.45 (für HG) Verlockende

Falle. Thriller, USA/GB/D 1999 2.30 Code 37

3.15 Code 37 4.00 Code 37 4.50 Code 37

ZDF INFO

14.00 (für HG) Treffpunkt Kiosk 14.30 (für HG)

Geld oder Gefängnis? 15.00 Vergessen im

Westen 15.45 Armes reiches München: Die

dunkle Seite der Bayernmetropole 16.30 Wo die

Armut wohnt 17.15 Reiches Bayern, arme Alte

18.15 (für HG) Die Multi-Kulti-Cops 18.45 (für

HG) Demos, Fußball und Randale 19.15 (für HG)

Wie sicher sind unsere Städte? 19.45 Leschs

Kosmos 20.15 Chancen für alle? –Schule im

Brennpunkt 21.00 Jung und kriminell 21.45 (für

HG) Genug zum Leben? –Hartz IV auf dem

Prüfstand 22.30 Bordell Deutschland 0.00

Milliardengeschäft Porno 1.30 Sex for Sale in

Japan 2.15 Traumfrau aus Silikon

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kammermusik Ferdinand Ries und seine

Cellosonate A-Dur, ca. 56 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Oper Antonio Vivaldi: „Juditha Triumphans“,

Oratorium RV 644, ca. 175 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Berliner Philharmoniker U. a.: Wolfgang

Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 36 C-Dur, KV 425,

ca. 176 Min.

22.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Die besondere Aufnahme Werke von Franz Liszt

und Frédéric Chopin, ca. 60 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Atelier neuer Musik Revisited –Forum neuer

Musik 2010: Where the Two Seas Meet?,

ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

9.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Ich flüchte mich ins Schreiben.

Der türkische Autor Dogan Akhanli, ca. 31 Min.

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Feature Blutiger Herbst –Eine bayerische

Geistergeschichte, ca. 55 Min.

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Hörspiel Gold. Revue, ca. 50 Min.

23.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lange Nacht Ziemlich beste Freunde? Eine

Lange Nacht über das Verhältnis von Franzosen

und Deutschen, ca. 52 Min.

MAGAZIN

13.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Bücherherbst 2019 Schriftstellerinnen und

Schriftsteller lesen aus ihren neuen Büchern und

sprechen darüber, ca. 175 Min.

17.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Tacheles Die Rapperin Reyhan Sahin, alias Lady

Bitch Ray, stellt sich den Fragen von Christian

Rabhansl. ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Wieder in die Zukunft. Die

norwegische Literaturnobelpreisträgerin Sigrid

Undset. Von Sigrid Hoff, ca. 26 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Diana Panton. Ihre Songs entführen in

eine wunderbare Welt voll von kleinen

Geschichten und Träumen, ca. 30 Min.

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Late Night Jazz Zwei musikalische Welten des

Saxofonisten und Komponisten Peter Ehwald,

ca. 56 Min.

ARD

8.25 (für HG) Die Pfefferkörner 9.50 (für HG)

Tagesschau 9.55 (für HG) Eisbär, Affe &Co.

10.40 (für HG) Eisbär, Affe &Co. 11.30 (für HG)

Gut zu wissen 12.00 (für HG) Tagesschau 12.05

(für HG) Die Tierärzte –Retter mit Herz 12.55 (für

HG) Tagesschau 13.00 (für HG) Mit Burnout

durch den Wald. Komödie, D2014 14.30 (für

HG) Nichts für Feiglinge. Tragikomödie, D2013

16.00 (für HG) Wwie Wissen 16.30 (für HG)

Schützen, Schießen, Kontrollieren 17.00 (für HG)

Tagesschau 17.10 (für HG) Brisant 17.47 (für

HG) Das Wetter im Ersten 17.50 (für HG)

Tagesschau 18.00 (für HG) Sportschau. 3. Liga /

Fußball-Bundesliga 19.57 Lotto am Samstag

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Klein gegen Groß –Das

unglaubliche Duell

Spielshow. Mit der 35. Sendung startet

auch die brandneue Duellreihe „Klein

gegen Vogel“, in der Jürgen Vogel fünf Mal

in Folge antritt.

23.30 (für HG) Tagesthemen

23.50 (für HG) Das Wort zum Sonntag

23.55 (für HG) Inas Nacht

0.55 (für HG) The Book of Eli –

Der letzte Kämpfer

Actionfilm, USA 2009

2.43 (für HG) Tagesschau

RTL

5.05 Der Blaulicht Report 5.50 Verdachtsfälle.

Doku-Soap 6.50 Verdachtsfälle. Doku-Soap

7.50 Familien im Brennpunkt 8.50 Familien im

Brennpunkt 9.50 Familien im Brennpunkt 10.55

Der Blaulicht Report 11.50 Der Blaulicht Report

12.50 Der Blaulicht Report 13.45 Der Blaulicht

Report 14.45 Der Blaulicht Report. Einbruch

entpuppt sich als perfide Intrige /Auto mit

Babywindeln beschmiert 15.40 Der Blaulicht

Report. Frau in Dessous verprügelt Spanner /

Nächtliche Schreie in Wohngebiet 16.45 Der

Blaulicht Report. Nackter Bär führt zu Ehestreit /

Babygeschrei wird Frau zum Verhängnis 17.45

Best of ...! 18.45 RTL Aktuell /Das Wetter

19.05 Life –Menschen, Momente, Geschichten

20.15 (für HG) Das Supertalent

Castingshow. Unter anderem wollen ein

zwölfjähriger Sänger, eine talentierte

Kindertanzgruppe, ein jung gebliebener

84-Jähriger, Feuerakrobaten und eine

Poledancerin ihr Talent beweisen.

22.30 Take Me Out

Dateshow

23.45 Take Me Out –Mister Special

Dateshow

0.55 (für HG) Das Supertalent

Castingshow

2.45 Take Me Out

MDR

14.00 (für HG) Sport im Osten. Fußball, 3. Liga:

1. FC Magdeburg –Hansa Rostock, live 16.00

MDR vor Ort. #HalleZusammen 16.25 (für HG)

Aktuell 16.30 (für HG) Sport im Osten 18.00

Heute im Osten –Reportage 18.15 (für HG)

Unterwegs in Sachsen-Anhalt 18.45 (für HG)

Glaubwürdig 18.54 (für HG) Sandmann 19.00

Regionales 19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für

HG) Quickie 20.15 (für HG) Ein Kessel Buntes

–Spezial 22.15 (für HG) Aktuell 22.20 Olafs

Klub 23.05 (für HG) Jane Eyre. Drama, GB 2011

0.55 (für HG) Brisant 1.35 MDR vor Ort

Bayern

16.15 (für HG) natur exclusiv 17.00 (für HG)

Anna und die Haustiere 17.15 Blickpunkt Sport

17.45 (für HG) Zwischen Spessart und

Karwendel 18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für

HG) Gut zu wissen 19.30 (für HG) Kunst +

Krempel 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Die Posthalter-Christl. Heimatfilm, D2009

21.45 (für HG) Rundschau Magazin 22.00 60

Jahre Komödienstadel: Die Jubiläums-Nacht

22.05 (für HG) Odel verpflichtet 23.30 (für HG)

Die Tochter des Bombardon 1.15 (für HG) Der

zerbrochene Kruag &Späte Entdeckung

Vox

5.00 (für HG) Medical Detectives 5.40 Criminal

Intent –Verbrechen im Visier. Die Spur des Bären

/Fluch der Schönheit /Letzter Ausweg /Ein

tödlicher Antrag /Die Spur des Bären 10.00 (für

HG) Maleficent –Die dunkle Fee. Fantasyfilm,

USA/GB 2014 11.50 Shopping Queen 16.55

Die Pferdeprofis 17.55 hundkatzemaus 19.10

Der Hundeprofi 20.15 Ich wünsch Dir Liebe ohne

Leiden –85Jahre Udo Jürgens. Doku 0.15 (für

HG) Medical Detectives 1.05 (für HG) Medical

Detectives 1.50 (für HG) Medical Detectives

2.40 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

12.00 Barbie und ihre Schwestern in: Das große

Hundeabenteuer. Animationsfilm, USA 2015

13.15 Barbie –Traumvilla-Abenteuer 13.45

Spirit 14.15 Friends 14.35 Grizzy &die

Lemminge 14.50 Jurassic World 17.10 Mr.

Magoo 17.40 Zak Storm 18.10 Bugs Bunny &

Looney Tunes 18.35 Woozle Goozle und die

Weltentdecker 19.05 Alvinnn!!! und die

Chipmunks 19.40 Super Toy Club 20.15 (für HG)

Ghostbusters –Die Geisterjäger. Komödie, USA

1984 22.20 (für HG) Natürlich blond 2.

Komödie, USA 2003 0.15 Infomercials

Sport1

6.00 Teleshopping 9.15 Die PS Profis –Mehr

Power aus dem Pott 9.30 Normal 10.00

Teleshopping 12.00 Storage Hunters 14.30

Motorsport –Porsche GT Magazin 15.00 Die PS

Profis –ImEinsatz 15.30 Die PS Profis –Mehr

Power aus dem Pott 19.30 DrückGlück.de –

Glück für alle 19.45 Socca. WM. Viertelfinale, live

21.00 Sport Quiz 23.30 Housemates 2.

Erotikfilm, USA 2014 0.45 Teleshopping Nacht

1.00 Sport Clips 1.05 Teleshopping Nacht 1.20

Sport Clips 1.50 Teleshopping Nacht

TV-Tipps

ZDF, 20.15 UHR KRIMIREIHE

Ein starkes Team: Tödliche Seilschaften

Auf dem Baugelände des Projekts „Multipodium Berlin“ wird eine Leiche

ausgegraben. Beidem Toten handelt es sich um BorisVierach, den

Stiefsohn des Berliner Bausenators Dietmar Vierach. Im Wagen des Toten

finden Otto (Florian Martens) und Linett (Stefanie Stappenbeck) Unterlagen,

die darauf hindeuten, dass Vierach Junior im Umfeld des Bauprojekts auf

eigene Faust Nachforschungen angestellt hat. Es gibt einige, die von dem

Projekt profitieren –allen voransein Stiefvater,der erstaunlich kalt auf den

Todesfall reagiert. Auch Geschäftspartner Michael Carstens schreckt nicht

davor zurück, seinen Schläger loszuschicken, wenn es etwas zu regeln gibt.

Doch musste Boris tatsächlich sterben, weil er den korrupten Machenschaften

seines Stiefvaters auf die Schliche gekommen war? ... Seit 1994 ermittelt

das „starke Team“ bereits.Während Florian Martens bereits von Anfang an

dabei ist, ist Stefanie Stappenbeck erst seit 2016 mitvon der Partie.„Tödliche

Seilschaften“ ist ihr 15. Einsatz.

(D/2019)

Foto: ZDF/Katrin Knoke

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RBB, 23.25 UHR THRILLER

Drive

ARD, 0.55 UHR ACTIONFILM

Ab

28.Oktober

Der namenlose „Driver“ (Ryan Gosling)

lebt in Los Angeles und lässt

sich als Fluchtwagenfahrer für Überfälle

anheuern. Mitseinen waghalsigen

Fahrmanövern schüttelt er selbst hartnäckige

Verfolger ab.Eigentlich meidet

der wortkarge Einzelgänger andere

Menschen –bis er sich in seine neue

Nachbarin Irene verliebt ... In kunstvoll

durchkomponierten Bildern erzählt

Nicolas Winding Refn zu grandioser

Musik eine harte Gangstergeschichte

im Stil eines modernen Film noir.Die

rauschhaften Bilder sind stilistisch den

1980er-Jahren und den Actionfilmen

dieser Zeit entlehnt.

(USA/2011) Foto: rbb/ARD/Universum

The Book of Eli –Der letzte Kämpfer

Nach einem apokalyptischen Krieg wurde die Erde in ein Ödland verwandelt.

Derschweigsame Wanderer Eli ist einer der wenigen Überlebenden,

die die Welt noch in ihrem früheren Zustand kannte.Seit30Jahren zieht

er durch verwüstete Landschaften, setzt sich brutalen Angreifern zur Wehr

und hat nur ein Ziel: In seinem Rucksack versteckt er eine Bibel, die letzte ihrer

Art, und möchte diese an einen sicheren Ortbringen. Doch noch andere

haben es auf das kostbareBuch abgesehen: Derskrupellose Geschäftsmann

Carnegie will es zum Grundstein einer neuen Diktatur machen und damit

seine Macht weiter ausbauen. Daher lässt er nichts unversucht, Elidie Bibel

abzujagen. Aber Carnegie hat es mit einem zähen, unberechenbarenGegner

zu tun ... Roh, unerbittlich und gewaltsam geht es auch im vierten gemeinsamen

Spielfilm der Regie führenden Brüder Albertund Allen Hughes zu, nicht

zuletzt durch den darstellerischen Einsatz des zweifachen Oscar-Preisträgers

Denzel Washington, der sich als kämpferischer Action-Virtuose entpuppt.

Doch selten sah der Weltuntergang so gut aus wie hier.

(USA/2009)

ZDF

7.55 (für HG) 1, 2oder 3 8.20 (für HG) Robin

Hood –Schlitzohr von Sherwood 8.45 heute

Xpress 8.50 (für HG) Bibi Blocksberg 9.15 (für

HG) Bibi und Tina 10.05 (für HG) Lassie 10.25

heute Xpress 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante

11.15 (für HG) Soko Wismar 12.00 heute Xpress

12.05 (für HG) Menschen –das Magazin 12.15

(für HG) Bettys Diagnose 13.45 (für HG) Heute

keine Entlassung. Komödie, D2009 15.13 (für

HG) heute Xpress 15.15 (für HG) Vorsicht, Falle!

16.00 (für HG) Bares für Rares 17.00 (für HG)

heute Xpress 17.05 (für HG) Länderspiegel

17.35 (für HG) plan b 18.05 (für HG) Soko

Kitzbühel 19.00 (für HG) heute 19.20 (für HG)

Wetter 19.25 (für HG) Bares für Rares

20.15 (für HG) Ein starkes Team:

Tödliche Seilschaften

Krimireihe, D2019. Mit Florian Martens.

Das „starke Team“ versucht aufzudecken,

warum der Sohn eines Bauunternehmers

sterben musste.

21.45 (für HG) Der Staatsanwalt

Krimiserie. Tödliche Übernahme

22.45 (für HG) heute journal

23.00 (für HG) das aktuelle sportstudio

0.25 heute Xpress

0.30 (für HG) heute-show

Satiremagazin

Sat.1

6.00 Genial daneben –das Quiz 7.00 Genial

daneben –das Quiz 7.55 Genial daneben –das

Quiz 8.55 Genial daneben –das Quiz 9.50 Das

große Backen 12.05 Auf Streife 13.05 Auf

Streife 14.05 Auf Streife 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten 16.00 Auf Streife –Die Spezialisten

16.59 So gesehen 17.00 Auf Streife –Die

Spezialisten 18.00 Auf Streife –Die Spezialisten

19.00 Grenzenlos –Die Welt entdecken. Irland

„50 Shades of Green“. Was wäre Irland ohne

seine Pferde? Einmal im Jahr findet im Westen

von Irland ein einzigartiges Rennen auf einem

riesigen Strand statt –das „Omey Race“ in

Connemara in einzigartig schöner Landschaft.

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Harry Potter und der

Feuerkelch

Fantasyfilm, GB/USA 2005. Harry wird

für das Trimagische Turnier ausgewählt,

obwohl er aufgrund seines Alters gar

nicht zur Teilnahme berechtigt ist.

23.25 (für HG) Escobar: Paradise Lost

Thriller, F/E/B/PA 2014. Mit Benicio del

Toro, Josh Hutcherson

1.35 (für HG) The Hole –

Die geheimnisvolle Falltür

Horrorfilm, USA 2009. Mit Chris

Massoglia, Haley Bennett

WDR

14.00 (für HG) Sport im Westen. Fußball, 3.

Liga: 1860 München –KFC Uerdingen, live

16.00 (für HG) Für immer Kult 16.45 (für HG)

Wunderschön! 17.15 (für HG) Lust auf Backen

17.45 (für HG) Kochen mit Martina und Moritz

18.15 (für HG) WestArt 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 (für HG) Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort: Inferno.

Krimireihe, D2019 21.45 (für HG) Torsten

Sträter: „Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein“

23.15 (für HG) Mitternachtsspitzen 0.15 (für HG)

Carolin Kebekus: Pussyterror TV

NDR

11.30 (für HG) Hofgeschichten 12.00 (für HG)

Geheimnisvolle Orte 12.45 (für HG) Weltreisen

13.15 (für HG) Die gefährlichsten Schulwege der

Welt 14.00 (für HG) Sportclub live. Fußball, 3.

Liga: 1. FC Magdeburg –Hansa Rostock 16.00

(für HG) WaPo Bodensee 16.45 (für HG) Der

schönste Kleingarten des Nordens 17.30 (für

HG) Tim Mälzer kocht! 18.00 (für HG) Nordtour

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Ein besserer

Herr 21.45 (für HG) Die Chefin 23.15 Sing! Inge,

sing! 1.10 (für HG) Quizduell

Kabel eins

5.30 In Plain Sight 6.15 Numb3rs 8.05

Unforgettable 9.55 (für HG) Elementary 10.50

(für HG) Castle. Reich und tot /Geister /Die

verschwundene Tochter /Todesfall in der Familie

/Tödliche Schulden 15.25 Rosewood. Verlorener

Leichnam und verlorene Tochter 16.25 kabel

eins news 16.30 Rosewood. Bakterien und

Brüder /Mumien und Meer /Könige und Karriere

/Kugelfisch und Konkurrenten 20.15 Hawaii

Five-0. Hochexplosiv /Dunkle Stunden 22.15

(für HG) Lethal Weapon. Elvis lebt 23.15 SEAL

Team. Gefangenenaustausch 0.10 Hawaii Five-0

RTL 2

5.10 X-Factor: Das Unfassbare 5.55 Infomercial

6.55 Infomercial 7.55 Nur für dich. Liebesfilm,

USA/I 1994 10.05 French Kiss. Liebeskomödie,

USA 1995 12.15 Pop Giganten 14.15 Die

Bauretter 16.15 Zuhause im Glück –Unser

Einzug in ein neues Leben 18.15 Armes Deutschland

–Stempeln oder abrackern? 20.15 Game

Of Thrones –Das Lied von Eis und Feuer 22.00

Game Of Thrones –Das Lied von Eis und Feuer

23.35 Terminator. Science-Fiction-Film, GB/USA

1984 1.40 Terminator 2–Tag der Abrechnung.

Science-Fiction-Film, USA/F 1991

Eurosport 1

8.30 Tischtennis. Frauen-Weltcup in Chengdu.

Achtelfinale 10.30 Tischtennis. Frauen-Weltcup

in Chengdu. Viertelfinale, live 13.45 Snooker.

English Open 2019 in Crawley. Halbfinale, live

17.30 Tischtennis. Frauen-Weltcup in Chengdu.

Viertelfinale 18.30 Snooker. English Open 2019

in Crawley. Halbfinale 19.40 Nachrichten 19.45

Snooker. English Open 2019 in Crawley.

Halbfinale, live 23.30 Nachrichten 23.35

Tischtennis. Frauen-Weltcup in Chengdu.

Viertelfinale 0.35 Radsport. Lombardei-Rundfahrt

RBB

5.00 Berliner Nächte 5.20 (für HG) Panda,

Gorilla &Co. 6.10 Schloss Einstein 7.00 (für

HG) Lindenstraße. Nie zu alt 7.30 (für HG)

selbstbestimmt! 8.00 (für HG) Brandenburg

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)

Liebling, wir haben geerbt! Komödie, D2007

10.30 (für HG) Immer wieder anders. Romanze,

D2014 12.00 (für HG) Verrückt nach Meer

12.50 (für HG) Verrückt nach Meer 13.40 Luzyca

14.10 (für HG) Rund um ... 17.25 Kowalski &

Schmidt 17.55 (für HG) Unser Sandmännchen

18.00 rbb UM6 18.28 rbb wetter 18.30

rbbkultur –Das Magazin 19.00 Heimatjournal

19.27 rbb wetter 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Berlin –

Schicksalsjahre einer Stadt

Das Jahr 1986 –inOst-Berlin kommt der

sowjetische Staatschef Michail

Gorbatschow zu Besuch, in West-Berlin

wird ein Bombenanschlag verübt.

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Mordkommission Istanbul:

Die zweite Spur

Krimireihe, D2014. Mit Erol Sander

23.25 (für HG) Drive

Thriller, USA 2011. Mit Ryan Gosling

0.55 Viktoria

ProSieben

5.45 The Middle 6.35 (für HG) Two and aHalf

Men 7.55 (für HG) The Big Bang Theory 9.10

Fresh Off the Boat 9.40 Last Man Standing

10.35 Baby Daddy 11.30 Superior Donuts

11.55 Mr. Griffin –Kein Bock auf Schule. Dallas

tränken /Glück 12.50 (für HG) Die Simpsons.

Der merkwürdige Schlüssel /Homer geht zur

Marine /Die Trillion-Dollar-Note /Die neuesten

Kindernachrichten /Die sich im Dreck wälzen /

König der Berge 15.45 (für HG) Two and aHalf

Men. Buddha lugt aus seinem Tempel /Pech mit

der Perle /Strip Poker /Alan Harper, Frauenbeglücker

/Wonder Woman 18.00 Newstime

18.10 (für HG) Die Simpsons. Donnie Fatso /Im

Zeichen des Schwertes 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Wir sind die Millers

Komödie, USA 2013. Um Schulden zu

begleichen, soll Kleindealer David Clark

eine Lieferung Marihuana aus Mexiko in

die USA schmuggeln. Dafür wäre eine

Familie die perfekte Tarnung.

22.30 (für HG) Kindsköpfe

Komödie, USA 2010. Mit Adam Sandler

0.30 (für HG) Wir sind die Millers

Komödie, USA 2013. Mit Jennifer

Aniston, Jason Sudeikis

2.40 (für HG) Kindsköpfe

Komödie, USA 2010. Mit Adam Sandler

Arte

6.45 Forever and aDay: Scorpions. Doku-Film,

D, 2015 8.25 Stadt Land Kunst Spezial 9.05

(für HG) 360° 10.55 Zu Tisch 11.25 (für HG)

Wildes Griechenland 12.55 (für HG) Griechenland:

Von den Gipfeln bis ans Meer 16.35 Stadt

Land Kunst Spezial 17.15 Arte Reportage 18.10

Mit offenen Karten 18.25 (für HG) 360° 19.10

Arte Journal 19.30 Manege frei: Der Lion Circus

Bangladesch 20.15 (für HG) Gutenberg –Genie

und Geschäftsmann. Doku-Drama, F2017

21.40 Unser Bauch 22.40 Der kluge Bauch

23.40 Streetphilosophy 0.05 Square Idee

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.10 Notizen aus dem

Ausland 13.15 (für HG) quer 14.00 (für HG)

Kunst +Krempel 14.30 Ländermagazin 15.00

Natur im Garten 15.30 (für HG) Ein neues Leben

auf Malta 16.00 Zu Gast in Kroatien 16.45

Sehnsuchtsland Italien 17.30 (für HG) Pilgerfahrt

nach Padua. Liebeskomödie, D2011 19.00 (für

HG) heute 19.20 Das Scheitern des Schahs

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Woyzeck.

Revuefilm, D2012 21.45 Wahnsinnswerke

22.30 Johannes Oerding: Kreise 23.30 (für HG)

Maischberger 0.45 lebensArt

Phoenix

5.00 (für HG) Was wäre wenn ... 5.45 1492 –

Der Kolumbus-Effekt! Dokumentarfilm, D2009

7.15 (für HG) Die Briten 9.30 CSU-Parteitag

14.15 Spuren im Stein 16.30 Spuren im Stein

17.15 (für HG) Die Briten 19.30 Das letzte

Postschiff nach St. Helena 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Die Briten 21.00 (für

HG) Die Briten 21.45 (für HG) Die Briten 22.30

(für HG) Die Briten 23.15 (für HG) Geheimes

Deutschland 0.00 Superbauten der Geschichte

0.45 Böse Bauten 1.30 Die Berliner Gedächtniskirche

2.15 (für HG) Das Berliner Olympiastadion

Kika

11.45 (für HG) Schmatzo 12.00 (für HG) Hexe

Lilli 13.30 (für HG) Kikis kleiner Lieferservice.

Fantasyfilm, J2014 15.15 (für HG) Robin Hood

15.50 (für HG) Mascha und der Bär 15.55 The

Garfield Show 16.35 Operation Autsch! 17.00

(für HG) Timster 17.15 Beatster 17.30 Shaun

das Schaf 18.00 Eine Möhre für Zwei 18.10 (für

HG) Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Ernest

&Celestine 18.47 Baumhaus 18.50 Sandmann

19.00 (für HG) Yakari 19.25 (für HG) Checker

Tobi 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika

Live 20.10 Leider lustig 20.35 Leider lustig

Dmax

8.50 Mega Shippers 9.50 Infomercial 10.15

Caravaning &Cooking: Brian auf großer Tour

10.45 House Hunters 11.15 American Chopper

12.15 Der Geiger –Boss of Big Blocks 13.15

Chris &Mäx: Die Oldtimer-Spezialisten 14.15

Baggage Battles 15.15 Die Aquarium-Profis:

Besuch in Florida 16.15 Die Aquarium-Profis

17.15 Die Baumhaus-Profis 19.15 Die

Blockhaus-Profis 20.15 Steel Buddies 21.15

Savage Builds 22.15 UFOs 23.15 Der Feind in

meinem Körper 0.15 Savage Builds


Berliner Zeitung · N ummer 243 · 1 9./20. Oktober 2019 31

· ·

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TV-Programm am Sonntag

ARD

10.03 (für HG) Das Märchen vomSchlaraffenland.

Fantasyfilm, D2016 11.00 (für HG) Prinz

Himmelblau und Fee Lupine. Fantasyfilm, D

2016 12.00 (für HG) Tagesschau 12.03 (für HG)

Presseclub 12.45 (für HG) Europamagazin 13.15

(für HG) Tagesschau 13.30 (für HG) Liebe am

Fjord –Der Gesang des Windes. Drama, D2010

15.00 (für HG) Salto Vitale. Romanze, D2011

16.30 (für HG) Wilde Slowakei 17.15 (für HG)

Tagesschau 17.30 (für HG) Echtes Leben 18.00

(für HG) Sportschau 18.30 (für HG) Bericht aus

Berlin 18.49 Gewinnzahlen Deutsche Fernsehlotterie

18.50 (für HG) Lindenstraße. Hochmut

kommt vordem Fall 19.20 (für HG) Weltspiegel

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Tatort: Angriff auf Wache 08

Krimireihe, D2018. Mit Ulrich Tukur,

Barbara Philipp. Felix Murot will einen

alten Freund besuchen, der in einer

einsamen Wache Dienst schiebt. Doch

der Tagwird sehr nervenaufreibend.

21.45 (für HG) Anne Will

22.45 (für HG) Tagesthemen

23.05 (für HG) ttt –extra

Die 71. Frankfurter Buchmesse

23.50 (für HG) Für immerAdaline

Romanze, USA 2015. Mit BlakeLively

1.33 Tagesschau

RTL

6.05 Betrugsfälle. Gefundenes Glück 6.35

Familien im Brennpunkt 7.35 Familien im

Brennpunkt 8.35 Die Superhändler –4Räume, 1

Deal 9.35 Die Superhändler–4Räume, 1Deal

10.35 UndercoverBoss 11.30 UndercoverBoss

12.30 (für HG) Das Supertalent 14.40 Bauer

sucht Frau 16.45 Explosiv –Weekend 17.45

Exclusiv –Weekend 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL

Aktuell –Das Wetter 19.05 Comeback oder weg?

Wiekam man früher noch mal ins Schwitzen?!

Die Promikids probieren sich dieses Mal sowohl

am Rechenkasten vondamals mit totgeglaubten

Rechenhilfen, als auch beim Twisten mit einer

Fitnessscheibe. Kann sich hierbei ein Comeback

durchsetzen?

20.15 (für HG) Spider-Man: Homecoming

Comicadaption, USA 2017. Nach dem

ersten sensationellen Kampf mit den

Avengers kehrtPeter Parker nach New

York zurück. Doch Peter fällt es nicht

leicht, sich im Alltag zurechtzufinden.

22.40 (für HG) The Amazing Spider-Man 2:

Rise Of Electro

Comicadaption, USA 2014

1.20 (für HG) Spider-Man: Homecoming

Comicadaption, USA 2017

3.35 Der Blaulicht Report

4.20 Exclusiv –Weekend

MDR

15.25 (für HG) Salto Postale 16.20 (für HG)

Aktuell 16.30 (für HG) SportimOsten 17.10 (für

HG) In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte

18.00 (für HG) Aktuell 18.05 (für HG) In aller

Freundschaft 18.52 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Kripo live 20.15 (für HG)

Sagenhaft –Südtirol 21.45 (für HG) Aktuell

22.00 (für HG) Sportschau 22.20 (für HG) MDR

Zeitreise 22.50 Das Oma-Projekt. Dokumentarfilm,

D2018 0.20 (für HG) Kripo live 0.45 (für

HG) Böttcher schafft das!

Bayern

14.00 (für HG) Querbeet 14.30 (für HG) Bayern

erleben 15.15 (für HG) Landfrauenküche 16.00

(für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Euroblick

16.45 Kreuzer trifft ... 17.15 (für HG) Schuhbecks

Küchenkabarett 17.45 Regionales 18.30

(für HG) Rundschau 18.45 (für HG) Bergauf-

Bergab 19.15 (für HG) Unter unserem Himmel

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Komödienstadel 21.45 Blickpunkt Sport 23.00

(für HG) RundschauSonntags-Magazin 23.15

Grünwald Freitagscomedy 0.00 (für HG) Die

Posthalter-Christl. Heimatfilm, D2009

Vox

5.10 Criminal Intent –Verbrechen im Visier.Fluch

der Schönheit /Entführt/Letzter Ausweg /Ein

tödlicher Antrag /Tod aufdem Asphalt /Kurzer

Prozess /Entführt/Todauf dem Asphalt 11.40

Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden –85Jahre Udo

Jürgens 16.00 Bitte folgen! Die Verkehrspolizei

im Einsatz 17.00 auto mobil #Das Vox

Automagazin 18.10 Detlef &Nicole –100 Tage

wir 19.10 Hot oder Schrott –Die Allestester

20.15 (für HG) Kitchen Impossible. TimMälzer

vs. Tanja Grandits 23.35 Prominent! 0.20 (für

HG) Medical Detectives

Super RTL

11.30 Bugs Bunny&LooneyTunes 12.00 Das

magische Haus. Animationsfilm, B2014 13.20

Barbie –Traumvilla-Abenteuer 13.45 Barbie –Elfinchen.

Animationsfilm, USA 2009 14.55 Die

Tomund JerryShow 15.15 City –Abenteuer

15.40 Tomund Jerry 16.15 Tomund Jerry 16.40

Tomund Jerry 17.10 Mr.Magoo 17.40 Zak

Storm 18.10 Bugs Bunny&LooneyTunes 18.35

Woozle Goozle 19.05 Alvinnn!!! und die

Chipmunks 19.45 Mighty Mops 20.15 (für HG)

Aufimmer und ewig.Romanze, USA 1998 22.35

Criminal Confessions 0.10 Infomercials

Sport1

9.00 Hattrick Pur –Die 2. Bundesliga 9.30

BundesligaPur.8.Spieltag 11.00 Der Check24

Doppelpass 13.30 BundesligaPur –Lunchtime.

8. Spieltag 14.00 Volleyball. Super Cup, Finale

der Männer.Berlin Recycling Volleys –VfB

Friedrichshafen, live 16.00 Volleyball. Super Cup,

Finale der Frauen. Allianz MTV Stuttgart–SSC

Palmberg Schwerin, live 18.30 Socca. WM. Spiel

um Platz 3, live 19.30 Die 2. Bundesliga. 10.

Spieltag 20.45 Socca. WM. Finale, live 22.00

Die Trödel-Checker 23.00 Poker 0.00 SportClips

ZDF

9.00 heute Xpress 9.03 (für HG) sonntags 9.30

(für HG) Katholischer Gottesdienst 10.15 (für

HG) Weißblaue Geschichten 11.00 (für HG)

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019

12.15 heute Xpress 12.20 (für HG) Bares für

Rares –Lieblingsstücke 14.15 Du ahnst es nicht!

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05 (für HG)

Traummannimzweiten Anlauf. Liebeskomödie,

E/S 2015 16.30 (für HG) planet e. 17.00 (für

HG) heute 17.10 (für HG) ZDF Sportreportage

18.00 (für HG) ZDF.reportage 18.30 (für HG)

TerraXpress 19.00 (für HG) heute 19.10 (für

HG) Berlin direkt 19.28 (für HG) Aktion Mensch

Gewinner 19.30 (für HG) Wildes Wetter –auf den

Spuren der Klimaforschung

20.15 (für HG) Inga Lindström: Ausgerechnet

Söderholm

Drama, D/S 2019. Assistenzärztin Alma

möchte gern als Unfallchirurgin durchstarten.

Doch ihr Chef knüpft eine ungewöhnliche

Bedingung an ihr Fortkommen.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Trapped II –

Gefangen inIsland

23.50 (für HG) Precht

Talkshow. KünstlicheIntelligenz –

Herrschaft der Maschinen?

0.35 heute Xpress

Sat.1

5.10 AufStreife 5.45 AufStreife 6.45 AufStreife

7.45 So gesehen –Talk am Sonntag 8.05 Mord

mit Ansage–Die Krimi-Impro Show 9.00 Mord

mit Ansage–Die Krimi-Impro Show 10.00 Luke!

Die Greatnightshow 12.05 (für HG) The Voice of

Germany 14.45 (für HG) Harry Potter und der

Feuerkelch. Fantasyfilm, GB/USA 2005 17.40

Das große Backen. Finale: Drei Hobbybäcker

kämpfen um den goldenen Cupcakeund 10 000

Euro. In der ersten Aufgabe müssen sie einen

„Sweet Table“ in Formvon Nuss-Törtchen aus

dreierlei Variationen einer Nuss kreieren. Im

zweiten Teil geht es an eine „Buttercreme-Torte

Petite Jolie“, deren Farbverlauf entscheidend sein

wird. 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) The Voice of Germany

Beim Unlimited Steal kann jeder Coach

ein Talent aus einem anderen Team

„stehlen“.Anders als in den Vorjahren

sind die Steals nie sicher.Das Talent

kann jederzeit ausgetauscht werden.

23.05 Die Martina Hill Show

Comedyshow

23.35 (für HG) Genial daneben

Comedyshow. Rateteam: Hella von

Sinnen, Wigald Boning,Chris Tall, Simon

Pearce, Torsten Sträter

0.30 (für HG) The Voice of Germany

WDR

12.15 (für HG) Unser Land 2.0 13.00 (für HG)

Jung in den 90ern 14.30 (für HG) Hallo Schatz

15.15 (für HG) Wunderschön! 16.45 (für HG)

Zimmer mit Stall –Abindie Berge. Komödie,D

2018 18.15 (für HG) Tiere suchen ein Zuhause

19.10 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 (für HG)

Westpol 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Wunderschön! 21.45 (für HG) Sportschau

04 22.15 (für HG) Zeiglers wunderbare Welt des

Fußballs 22.45 (für HG) Bernd Stelter:Wer

heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht

hatte 0.15 (für HG) Bernhard Hoëcker –live!

NDR

11.00 (für HG) Hallo Niedersachsen 11.30 (für

HG) 3nach9 13.30 (für HG) Wiegeht das?

14.00 Rute raus, der Spaß beginnt! 14.30 (für

HG) Portugal –Europas wilder Westen 15.15 (für

HG) Treckerfahrer dürfen das! 16.00 Lieb &

Teuer 16.30 Iss besser! 17.00 Bingo! 18.00

(für HG) Ostseereport 18.45 (für HG) DAS!

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Landpartie 21.45 Sportschau

22.05 (für HG) Die NDR Quizshow 22.50 (für

HG) Sportclub 23.35 (für HG) Sportclub Story

0.05 (für HG) Flieg mit mir!

Kabel eins

5.40 Eureka –Die geheime Stadt 9.15

Abenteuer Leben Spezial –Jugend kann nicht

kochen 11.15 Rosins Restaurants –Ein

Sternekoch räumt auf! 15.00 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 16.10 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt. „VivaLos Tioz“,

Wiesbaden /„CHILLERS“, Wiesbaden /„Huacas

Peru“, Wiesbaden /„FRANKS“, Wiesbaden

20.15 Trucker Babes –400 PS in Frauenhand

22.20 Abenteuer Leben am Sonntag.Ein Trucker

Babe packt aus und singt: Unterwegs mit Tinka

0.15 Mein Revier 2.05 Achtung Kontrolle!

RTL 2

6.30 French Kiss. Liebeskomödie, USA 1995

8.30 Infomercial 9.30 X-Factor:Das Unfassbare

11.15 Die Schnäppchenhäuser –Der Traum vom

Eigenheim 13.15 Die Schnäppchenhäuser –Der

Traum vomEigenheim 16.15 Der Trödeltrupp –

Das Geld liegt im Keller 17.15 Mein neuer Alter

18.15 Grip 20.15 Terminator 3–Rebellion der

Maschinen. Science-Fiction-Film, USA/D/GB

2003 22.20 Total Recall. Science-Fiction-Film,

USA 1990 0.35 Game Of Thrones –Das Lied von

Eis und Feuer 2.05 Game Of Thrones –Das Lied

vonEis und Feuer

Eurosport 1

8.30 Snooker:English Open. Halbfinale 9.20

Leichtathletik. Amsterdam-Marathon, live 12.00

Radsport. Lombardei-Rundfahrt 13.00 Snooker.

English Open. Halbfinale 13.45 Snooker.English

Open. Finale, live 17.00 Tischtennis. Frauen-

Weltcup in Chengdu. Finale 18.30 Snooker.

English Open. Finale 19.40 Nachrichten 19.45

Snooker.English Open. Finale, live 23.00 Golf.

Skins Game –The ChallengeinTokio 23.15

Nachrichten 23.20 Bahnradsport. Europameisterschaft

0.15 Snooker:English Open. Finale

TV-Tipps

ARD, 20.15 UHR KRIMIREIHE

Tatort: Angriff auf Wache 08

Irgendwo an der Peripherie zwischen Frankfurtund Offenbach steht eine

alte Polizeiwache.Mittlerweile ist sie ein Polizeimuseum und beherbergt

nur noch zwei Polizisten: Walter Brenner und seine Kollegin Cynthia. Brenner

ist ein alter Freund von Felix Murot(Ulrich Tukur). Derbeschließt, seinen