Inkontakt Nov - Dez ext.

efggjohannes316

EFGG Erkelenz

Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von

aller seiner Arbeit ausruhen können, so wie

Gott am siebten Schöpfungstag von seinen

Werken ruhte. Wer zu dieser Ruhe gefunden

hat, wird von aller seiner Arbeit ausruhen können,

November / Dezember 2019


IMPRESSUM

EFGG Erkelenz,

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

EFGG Erkelenz ist vereinsrechtlich

organisiert im

GiFBGG

(Gemeinden im Freikirchlichen Bund der

Gemeinde Gottes e.V.).

Der GiFGG gehört zum FBGG

(Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes

e.V.) als Dachverband.

Beide Vereine sind als gemeinnützig

anerkannt –

Redaktion und Layout:

Heinz Hepp

inkontakt(@)efgg-erkelenz.de

Bildnachweis: freie Bilder Pixabay

Alle Artikel von externen Quellen sind

entsprechend. gekennzeichnet

INHALT

Autor

INHALT / IMPRESSUM 2

EFGG JAHRESRÜCKBLICK 3

DAS GEHEIMNIS DER „AGAPE“ UND DIE RENT-A-PASTOR.COM 7

FÄHIGKEIT GÖTTLICH ZU LIEBEN.

DIE LIEBE GOTTES CHRISTIAN WEGERT 9

GOTT IST LIEBE: WAS BEDEUTET LIEBE ALLABOUTGOD.COM 12

BEI DEN MENSCHEN?

„ADVENT HEIßT, IN ERWARTUNG ZU VOLKMAR GLÖCKNER 14

LEBEN!“ „ADVENT, ADVENT…“

WEIHNACHTEN LÄDT EIN, DIE WELT MIT GERALD HILLEBRAND 17

LIEBE ZU BETRACHTEN.

DER ADVENT IST DIE ZEIT ZWISCHEN CHRISTOPH GERDOM 19

ERWARTUNG UND ERFÜLLUNG

WEIHNACHTEN – TROTZDEM! REINHARD H. EGG 20

Seite

WAS BEDEUTET WEIHNACHTEN FÜR SIE? LIFE.DE 22

DER VOLLKOMMENE ERLÖSER HEINZ HEPP 24

KINDERKIRCHE 27

KURZGESCHICHTEN 29

TERMINE 32-33

ANDACHT MONATSSPRUCH NOVEMBER 34

ANDACHT MONATSSPRUCH DEZEMBER 35

Anschrift:

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

Internet:

www.efgg-erkelenz.de

Gemeindepastor:

Rüdiger Puchta,

Am Schneller 10

Telefon: 02431 / 5310

Email: Pastor(@)efgg-erkelenz.de

Seelsorger / Ältester:

Heinz Hepp (BCE) Theologe

Telefon: 02433 / 3079264

Email: seelsorger(@)efgg-erkelenz.de

Bankverbindung:

Gemeinden im Freikirchlichen Bund der

Gemeinde Gottes e.V. Hamburger

Volksbank

IBAN: DE30 2019 0003 0000 1910 35 BIC:

GENODEF1HH2

2


Liebe Leserin

Lieber Leser

Liebe Gemeinde

EFGG Erkelenz Jahresrückblick 2019

Nicht uns, HERR, nicht uns,

sondern deinem Namen gib Ehre

um deiner Gnade und Treue willen!

Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was

er will.

Der HERR denkt an uns und segnet uns;

er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus

Aaron.

Er segnet, die den HERRN fürchten,

die Kleinen und die Großen.

Psalm 115 in Auszügen

Nur noch wenige Wochen und das Jahr 2019 ist

Geschichte. Mit den folgenden Zeilen laden wir

zu einem dankbaren und demütigen Aufblick zu

unserem Herrn ein, indem wir unser „ EFGG

Gemeindejahr 2019“ noch einmal in unseren

Erinnerungen lebendig werden lassen. Das

geschieht im Loben und Danken, im Bitten und

Flehen - und zu SEINER EHRE.

Mitte Januar feierten wir mit unseren

Glaubensgeschwistern der EFG Hückelhoven-

Baal die „Allianzgebetswoche“. „Einheit leben

lernen“ lautete das Thema. Ein „Dauerthema

ohne Abschluss“. Es war auch SEIN Thema - bis

hin zu seinem Tod am Kreuz. Dafür hat ER

gebetet (Johannes 17) und gerungen (Eph. 2).

Damit Einheit nicht nur ein Wort ist und bleibt,

sondern in SEINEM SINNE auch unter uns

gelebt wird.

Die Gottesdienste sind die Mitte unseres

Gemeindelebens. So durften wir wieder - neben

den Festen des Kirchenjahres - mit einem

breiten Themenspektrum das geistliche Leben in

all seinen Höhen und Tiefen in unseren

Gottesdiensten „kreativ und ganz lebendig“

beleuchten:

• „Die Suche und das Jagen nach Frieden“

- angestoßen durch die Jahreslosung für 2019

aus Psalm 34,15. Wir sind sehr dankbar für den

Frieden in unserem Land und auch für den

Frieden in unserer Gemeinde. Und jeder ist und

bleibt gefragt, dafür zu sorgen, dass Jesu Friede

in unserer Mitte breiten Raum erhält (Röm.

12,17).

• „Leben zur Ehre Gottes“ - eine der

großen Herausforderungen des geistlichen

Lebens“. Ganz besonders im Alltag mit Familie,

Beruf, Finanzfragen, Beziehungen und anderem

mehr. Jeder einzelne darf sich hier immer wieder

von Gottes Wort und Geist in Frage stellen

lassen: „Gib Gott die Ehre“ - ist das für mich nur

ein Lied oder ist das mein „Lebensmotto“?

3


• „Auf Kurs bleiben“ - so lautete unsere

Sommerpredigtreihe. Ob es unter uns zu echten

„Kurskorrekturen“ im Denken und Handeln

einzelner gekommen ist, weiß am Ende nur ER

allein. Aber wir wollen in jedem Gottesdienst

dafür beten und darauf hoffen, dass genau das

geschieht.

• Das große Wort „Liebe“ stand in den

letzten Wochen in der Mitte unserer

Gottesdienste. Ausgelegt und gepredigt durch

Texte aus Johannes 3,16, 1. Korinther 13 oder

1. Johannes 4. Auch hier gilt es, sich persönlich

zu fragen: „Wie steht es um meine LIEBE zu

Gott, zu den Glaubensgeschwistern und

unseren Nächsten“?

Gott hat in unserer Mitte geredet: Vielfach und

vielerlei Weise! ER hat auch in diesem Jahr

wieder reichlich Samen unter uns ausgestreut.

Ob dieser Samen auf „gutes Land“ gefallen ist,

haben wir zum größten Teil selbst in der Hand,

weil unsere Herzen sein Ackerboden sind

(Matthäus 13). Gott gebe es, dass ER durch sein

Wort und seinen Geist viel Frucht in unserer

Mitte wirkt.

Wichtig ist dabei auch: Der regelmäßige

Gottesdienstbesuch. Wir erleben als EFGG an

diesem Punkt leider große Schwankungen. Wir

erleben, dass manch ein Gemeindeglied nur

sehr unregelmäßig dabei ist. Wir wissen, dass

wir viele Kranke unter uns haben, die gerne

kommen würden, aber nicht können. Wir wissen,

dass manche durch ihre Arbeit verhindert sind

und daher nur unregelmäßig mit dabei sein

können. Bei allem Analysieren möglicher

Gründe für den unregelmäßigen

Gottesdienstbesuch, wollen wir vor allen Dingen

die ganze Gemeinde immer wieder ermutigen,

das große „Geschenk des Gottesdienstes“ - in

Freiheit und Frieden, mit Freude, Begeisterung

und Kreativität nicht zu vernachlässigen. Wir

wollen mit einstimmen: „Wie lieb sind mir Herr

deine Wohnungen, Herr Zebaoth. Ich freute mich

über die, die mir sagten: Lasst uns ziehen zum

Hause des Herrn! Herr, ich habe lieb die Stätte

deines Hauses und den Ort, da deine Ehre

wohnt.“ (Psalm 26, 84, 112)

Und während wir uns sorgen und analysieren,

warum der Gottesdienstbesuch so schwankend

ist, erleben wir aber auch „Überraschungen

Gottes“: Beinahe jeden Sonntag dürfen wir

Gäste in unseren Gottesdiensten begrüßen. Und

aus manch einem Gast wurde auch in diesem

Jahr ein „lebendiges Glied an seinem Leib“, der

ein geistliches Zuhause in unserer Gemeinde

gefunden hat. Weil Jesus seine Gemeinde baut.

Und weil ER größer ist, als so manches gut

gemeinte Gemeindeprogramm. ER ist

unterwegs, sucht Menschen, rettet sie und fügt

sie in seine Gemeinde ein. Gott gebe uns an

dieser Stelle noch viel mehr von dieser

„Perspektive für sein Wirken“.

Bei allem Ringen, Kümmern, Beten und Sorgen

um die Gemeinde dürfen wir auf so viel Gutes

4


zurückblicken - so wie David in Psalm 103 nur

staunen und beten kann: „Lobe den Herrn meine

Seele und vergiss nicht, was er dir - und uns -

Gutes getan hat:

• Ein neu bestätigter Gemeinderat

(Januar) berät regelmäßig in einer Art

„Zukunftswerkstatt“ über missionarische

Möglichkeiten und Wachstumschancen für die

Gemeinde. Danke dafür - und Gott schenke uns

viel Weisheit, Leitung und Segen in all diesen

Fragestellungen.

• Eine „Gebetsnacht“ von Gründonnerstag

auf Karfreitag wurde zu einem besonderen

„vorösterlichen geistlichen Erlebnis“.

Regelmäßig laden wir zu unserem monatlichen

„Aufwind Lobpreis- und Anbetungsabenden“ ein

- mit vielen Möglichkeiten vor Gott still zu werden

und ihn zu erfahren. Ein genereller Dank an

dieser Stelle allen Betern in der Gemeinde. Bitte

hört nicht auf zu beten: „Betet ohne Unterlass“

(1. Thess. 5,17). Betet besonders für unsere

vielen Kranken - und unseren lieben Bruder

Egon Wilhelm nach seinem schweren Sturz.

• Es gab auch eine Menge zu Feiern in

diesem Jahr: Der 60. Geburtstag des Pastors

(Juni) - mit einem Gemeinschaftssonntag im

Kreis der Familie und Gemeinde. Wir denken

gerne zurück an den festlichen Traugottesdienst

von Jessica und Alexander Lang (August). Dazu

kommen noch viele weitere, schöne und

feierliche Momente des Gemeindelebens: Die

Gemeindefreizeit in Bad Neuenahr - Ahrweiler

(März), der Gottesdienst und das Benefizkonzert

mit Uwe Schäfer (Mai) oder der Besuch unserer

FBGG-Bibelschule (Mai).

Wir sind gemeinsam unterwegs - und es wird

weiter gefeiert:

• Am 17. November wollen wir das

50jährige Jubiläum unseres Gemeindehauses

feiern und uns gerne an Segenszeiten in

SEINEM HAUS am Schneller erinnern, aber

auch ein Dankopfer für dringend anstehende

Renovierungsarbeiten sammeln.

• Außerdem starten wir im November eine

neue, mehrwöchige Themenreihe: W.I.R. - und

die Frage nach unserer Identität und unseren

Überzeugungen als EFGG Erkelenz und

anderes mehr, was U.N.S. in SEINEM Namen

betrifft und W.I.R. insgesamt in Zukunft als

herausfordernden Dienst für IHN anpacken

dürfen.

• Am 8. Dezember feiern wir ein Tauffest.

Ja, JESUS LEBT und wirkt in unserer Mitte

NEUES LEBEN! Danke Jesus, dass Du unter

uns so viel Freude wirkst, die uns in deinem

Namen feiern, danken und staunen lässt.

Manche Umbrüche

kündigen sich an und

werden uns sicherlich

im neuen Jahr weiter

beschäftigen:

• Seit 13 Jahren

laden wir nun schon

jeden Dienstag zu

unserer

Diakoniearbeit „Am

Schneller essen“ ein.

Viele Jahre hat ein

kleines und treues

Team diese Arbeit

getan. Wir merken aber schon länger: Es

kommen nicht mehr so viele Gäste, wie in den

Anfangsjahren. Und langjährigen Mitarbeitern

5


fällt die praktische Mitarbeit immer schwerer. Wir

beten dafür, dass Gott uns leitet, einen „weisen

und behutsamen Wandel“ dieser Diakoniearbeit

einzuleiten.

• Wir suchen außerdem weiterhin nach

Möglichkeiten, die junge Generation unserer

Gemeinde zu erreichen und hoffen, dass ein

neuer Kurs „Biblischer Unterricht mit

anschließender Teenstunde“ dazu beiträgt.

Nun stehen die Weihnachtszeit und das neue

Jahr 2020 vor der Tür - mit neuen Chancen und

Möglichkeiten die GUTE NACHRICHT SEINES

KOMMENS in unsere Stadt zu bringen.

• Erstmals werden wir an zwei Tagen (07.

und 15. Dezember) mit einem „Informations- und

Verkaufsstand“ im Erkelenzer Adventsdorf

vertreten sein. Außerdem werden wir am 15.

Dezember die Gelegenheit zu zwei

„weihnachtlichen Missionsaktionen“ haben: Zum

einen laden wir zu einem „Sing- und

Missionseinsatz“ im Erkelenzer Krankenhaus

ein. Anschließend wollen wir die

Adventsmarktbesucher vor unserem

„Informations- und Verkaufsstand“ zum Singen

von Weihnachtsliedern animieren.

Detailinformationen gibt es dazu im November in

allen Gottesdiensten. Lasst uns im Rahmen

unserer Kraft dazu beitragen, dass SEIN Licht in

unserer Stadt leuchtet.

• Gott gebraucht unsere Gemeinde-

Internetseite, zur Verbreitung SEINER guten

Nachricht: Hier wollen wir unbedingt

dranbleiben: Im vergangenen Jahr gab es ca.

25.000 Zugriffe auf unsere Internetseite und das

Gemeindemagazin INKONTAKT wurde als

Online-Ausgabe ca. 1.000-mal aufgerufen und

gelesen. Und so mancher Gast und

Gottesdienstbesucher fand den Kontakt zu

unserer Gemeinde durch das Internet. Auch hier

gilt: Gott redet - vielfach und auf vielerlei Weise.

• „Festival of Hope“ am 20. Juni 2020: Im

kommenden Sommer kommt Franklin Graham,

der Sohn des bekannten Evangelisten Billy

Graham in die Kölner Lanxess Arena. Ein großer

Trägerkreis organisiert dazu ein „Festival of

Hope“ mit Live-Musik, Zeugnissen, Predigt, etc.

Im Vorfeld wird ein besonderes Schulungs- und

Trainingsprogramm angeboten, das wir als

Gemeinde gut in unsere Kleingruppen- und

Seminararbeit integrieren können (weitere Infos:

www.festivalofhope.de). Außerdem ein guter

Ausgangspunkt für eine begleitende

Evangelisation vor Ort: z.B. „Nights of hope“ (am

19. und 21. Juni - als erste Idee)!

Wir möchten von ganzem Herzen Gott für all

SEIN WUNDERBARES WIRKEN in unserer

Mitte die Ehre geben - und allen danken, die

unsere Gemeindearbeit unterstützen. Ohne

Euer Engagement wäre vieles nicht möglich

gewesen. Auch das ist Gott: ER wirkt. Und am

liebsten durch UNS.

• Danke allen Betern und Spendern, danke

allen Mitarbeitern an den unzählig vielen

Einsatzstellen im Gemeindealltag und am

Sonntag im Gottesdienst.

• Und vor allen Dingen: Danke Herr Jesus

für DEINE unendliche und unbegreifliche Liebe

zu uns allen. Und danke dafür, dass wir aus

Gnade dabei sein dürfen, DEINE Gemeinde

mitzugestalten und zu sein.

Wir wünschen allen Gemeindegliedern,

Freunden und Bekannten der Gemeinde und

allen Inkontakt-Lesern ein Weihnachtsfest im

Frieden Gottes und für das Jahr 2020 SEINEN

reichen Segen.

Eure

Rüdiger Puchta und Heinz Hepp

6


DAS GEHEIMNIS DER

„AGAPE“ UND DIE

FÄHIGKEIT GÖTTLICH

ZU LIEBEN.

Was ist das Geheimnis der Liebe? Gibt es da

überhaupt eines? Ich meine JA, da gibt es eines

und ich will es Dir heute verraten!

Es sind zugegeben sehr philosophische, tiefe

Gedanken, aber wenn es da einmal klick

gemacht hat, dann kann es alles verändern.

Mahatma Gandhi sagte einst:

Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und

doch ist sie die demütigste, die man sich

vorstellen kann.

WIE DIE ALTEN GRIECHEN LIEBE

SPRACHLICH DIFFERENZIERTEN

Die alten Griechen kannten mehrere Wörter für

Liebe, z.B.

• philia – die freundschaftliche,

zwischenmenschliche Liebe

• eros – die erotische, körperliche Liebe

• und eben eine dritte Liebe: agape

Agape ist nun – und damit nähern wir uns dem

Geheimnis – keine irdische, sondern eine

göttliche, spirituelle, übernatürliche Liebe. In der

Theologie spricht man auch vom verbum

arcanum, einem verschlossenen, festens,

heiligen Versprechen – die Agape: Gottes Liebe.

LIEBE IST NICHT GLEICH LIEBE?

Viele schlaue Menschen haben sich mit der

Liebe auseinandergesetzt. Einer meiner

Lieblingsautoren ist der Philosoph Erich Fromm.

In einem seiner Werke unterteilt er die Liebe

zunächst in unterschiedliche Liebestypen:

• mütterliche Liebe: Ich werde geliebt, weil

ich bin.

• väterliche Liebe: Ich werde geliebt, weil

ich mich richtig verhalte.

• infantile Liebe: Ich liebe, weil ich geliebt

werde.

• reife Liebe: Ich werde geliebt, weil ich

liebe.

Als Papa musste ich beim Lesen dieser

Definition ein wenig schlucken, trotzdem denke

ich, dass hier etwas dran ist und dass es wirklich

einmal Sinn macht, Liebe differenzierter zu

betrachten. Wir Deutsche haben tragischerweise

nur ein Wort für „Liebe“. Wir sprechen von

‚MutterLIEBE‘, vom ‚LIEBE machen‘, der ‚ganz

großen LIEBE‘, sagen aber auch, dass wir unser

Auto ‚LIEBEN‘ usw.

ÜBERNATÜRLICHE LIEBE IN DER EHE

UND PARTNERSCHAFT

Und jetzt haben wir tatsächlich ein fettes

Problem, denn fast alle Stellen im Neuen

Testament, die sich mit der Liebesbeziehung

zwischen Menschen beschäftigen, sprechen von

der Agape. Auch sämtliche klassischen

Trauverse aus der Bibel sprechen NICHT etwas

von philia oder eros, sondern stets von Agape!

Hier ein Klassiker unter den Trauversen und

gleichzeitig auch eine perfekte Definition von

Agape:

Wenn ich in den Sprachen der Welt oder mit

Engelszungen reden könnte, aber keine Liebe

hätte, wäre mein Reden nur sinnloser Lärm wie

ein dröhnender Gong oder eine klingende

7


Schelle. Wenn ich die Gabe der Prophetie hätte

und wüsste alle Geheimnisse und hätte jede

Erkenntnis und wenn ich einen Glauben hätte,

der Berge versetzen könnte, aber keine Liebe

hätte, so wäre ich nichts. Wenn ich alles, was ich

besitze, den Armen geben und sogar meinen

Körper opfern würde, damit ich geehrt würde,

aber keine Liebe hätte, wäre alles wertlos. Die

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht

neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig.

Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich

nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt

sie es nicht nach. Sie freut sich niemals über

Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an

der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, verliert nie

den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und

bleibt bestehen, was auch geschieht. Die Liebe

wird niemals aufhören, selbst wenn Prophetie,

das Reden in unbekannten Sprachen und die

Erkenntnis vergehen werden. Jetzt erkennen wir

nur wenig, und auch unser prophetisches Reden

offenbart nur wenig! Doch wenn am Ende das

Vollkommene erscheint, wird das wenige

aufhören. Als ich ein Kind war, redete und dachte

und urteilte ich wie ein Kind. Doch als ich

erwachsen wurde, legte ich das Kindliche ab.

Jetzt sehen wir die Dinge noch unvollkommen,

wie in einem trüben Spiegel, dann aber werden

wir alles in völliger Klarheit erkennen. Alles, was

ich jetzt weiß, ist unvollständig; dann aber werde

ich alles erkennen, so wie Gott mich jetzt schon

kennt. Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei

bleiben. Aber am größten ist die Liebe.

(1.Korinther 13)

Hier wird eine der reinsten Formen der Liebe

beschrieben, die es überhaupt nur gibt – Agape.

UNMÖGLICHES IST MÖGLICH

GÖTTERFUNKE LIEBE

Ich komme noch mal auf Erich Fromm zurück. Er

sagt, dass die Liebe (Agape) das einzige ist, mit

dem der Mensch schöpferisch (praktisch aus

dem Nichts) etwas gestalten kann, und die

einzige, wirklich aktive Tätigkeit, zu der der

Mensch im Stande sei. Ein Läufer gilt ja als ein

sehr aktiver Mensch, in Wahrheit ist es aber

nichts Aktives zu laufen, sondern etwas

Passives! Man läuft z.B., weil man abnehmen

will, etwas für die Gesundheit tun will, Angst vor

Krankheit hat, gut aussehen will etc. Wenn man

hier einmal genau hinschaut, dann ist der Läufer

ein getriebener, der läuft, weil ihn etwas jagt oder

er etwas nachjagt – er ist passiv.

Die Liebe ist nicht getrieben, sie ist selbstlos,

ohne jede Bedingung – sie ist das einzige Aktive,

wozu wir uns entscheiden können, und das

einzige Schöpferische, das aus dem NICHTS ins

hier und jetzt etwas Neues aufbauen kann – es

ist die stärkste Kraft im Universum, es ist ein

göttlicher Funke, der noch in allen von uns

glimmt, und den wir alle – wir haben es in der

Hand – wieder zu einer gewaltigen Flamme

werden lassen können.

Liebe Freunde, weil Gott uns so sehr geliebt

hat, sollen wir auch einander lieben. (1Joh

4,11)

Entschließe Dich jeden Tag neu zu empfangen

und dann das Übermenschliche zu tun und zu

lieben – Du wirst überrascht sein, dass es

tatsächlich klappt und trägt.

Quelle: rent-a-pastor.com

Und mit dieser Liebe sollen wir Menschen

unseren Partner lieben? Geht das überhaupt?

Mal Hand auf’s Herz: Sind wir immer freundlich,

hoffen nur das Beste, denken zuerst an den

anderen, dann an uns? Sind wir nicht reizbar,

immer geduldig und freundlich?

Ich sage es mal so: als Menschen kommen wir

da – selbst mit den besten Absichten und

Vorsätzen – schnell an unsere Grenzen. Das

Geheimnis der Agape ist, dass es etwas

Übermenschliches ist, etwas, das wir jeden Tag

neu empfangen müssen.

8


DIE LIEBE GOTTES

Von Christian Wegert

Predigttext: „Geliebte,

lasset uns einander

lieben! Denn die

Liebe ist aus Gott,

und wer liebt, der ist

aus Gott geboren und

kennt Gott. Wer nicht

liebt, kennt Gott nicht;

denn Gott ist Liebe.

Darin ist die Liebe

Gottes zu uns

geoffenbart worden,

dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt

gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten.

Darin besteht die Liebe, nicht dass wir Gott

geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und

seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsre

Sünden. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat,

so sind auch wir schuldig, einander zu lieben.“

(1. Johannes 4,7-11)

Johannes kehrt in unserem Text zum großen

Thema der Liebe, insbesondere der Bruderliebe,

zurück. Dieses Thema brennt ihm offensichtlich

auf dem Herzen, denn er sprach bereits im

Vorfeld ausführlich darüber. Wir erinnern uns

zum Beispiel an: 1. Johannes 2, 9-11: „Wer sagt,

er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist

noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt,

der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand

zu Fall.“ 1. Johannes 3, 10-12: „Daran wird

offenbar, welche die Kinder Gottes und welche

die Kinder des Teufels sind: Wer nicht recht tut,

der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen

Bruder liebhat. Denn das ist die Botschaft, die ihr

gehört habt von Anfang an, dass wir uns

untereinander lieben sollen.“ 1. Johannes 3, 14-

18: „Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das

Leben gekommen sind; denn wir lieben die

Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod. Wer

seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und

ihr wisst, dass kein Totschläger das ewige Leben

bleibend in sich hat. Daran haben wir die Liebe

erkannt, dass er sein Leben für uns gelassen

hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder

lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat

und sieht seinen Bruder darben und schließt sein

Herz vor ihm zu, wie bleibt dann die Liebe Gottes

in ihm?“ 1. Johannes 3, 23: „Und das ist sein

Gebot, dass wir glauben an den Namen seines

Sohnes Jesus Christus und lieben uns

untereinander, wie er uns das Gebot gegeben

hat.“ Der Bibelübersetzer William Tyndale sagte:

„Und noch mal singt Johannes sein altes Lied.“

Warum behandelt Johannes das Thema so

ausführlich? Zum einen, weil er sehr wohl weiß,

dass wir als Menschen und auch als Kinder

Gottes vergesslich sind. Wir sind wie Kinder

(Johannes nennt die Leser ja auch Kindlein), die

durch Wiederholungen lernen. Nehmen wir das

Beispiel der Sorgen. Obwohl wir unzählige Male

gehört haben, dass Jesus sagt: „Sorgt euch

nicht!“ und wir dies eigentlich verinnerlicht haben

müssten, werden wir doch zu häufig von Sorgen

übermannt. Daher müssen wir es täglich hören,

um die Wahrheit dann auch anzuwenden. Ein

weiterer Grund, warum Johannes einen so

großen Wert auf die Bruderliebe legt, ist der,

dass sie auch für Jesus von großer Bedeutung

war. Jesus sagt in Johannes 13, 34-35: „Ein

neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch

untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe,

damit auch ihr einander liebhabt. Daran wird

jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger

seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Also

gehen wir das Thema an, um daraus Stoff für die

Anbetung Gottes zu gewinnen.

1 WAS IST ES FÜR EINE LIEBE?

Zunächst einmal gilt die Aufforderung zur

Bruderliebe den Christen. Johannes schreibt an

die Gläubigen und konfrontiert sie mit der

Aufforderung, zu lieben. Er betont die

Notwendigkeit der Liebe innerhalb der

Gemeinde und bestätigt die Worte Jesu aus

Johannes 13, indem er sagt: „Lasst uns einander

lieben.“ Dieser Text gilt also uns und lässt keinen

Raum, zu denken, dass andere gemeint seien.

Martin Lloyd-Jones stellt eine Verbindung

zwischen der Bruderliebe aus 1. Johannes und

der Liebe aus 1. Korinther 13 her 1 . Die

Bruderliebe ist die praktische Umsetzung der

Korintherliebe sowohl im Herzen als auch im

Wort und in der Tat. Es gibt wohl keine bessere,

klarere und deutlichere Definition der Liebe als

die im Brief an die Korinther. Wenn Johannes

sagt: „Lasst uns einander lieben!“, dann meint er

die Anwendung von 1. Korinther 13: „Die Liebe

ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert

nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht

sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig,

9


sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht

erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut

sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich

aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt

alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ Wer von

uns kann so lieben? Wer von uns bläht sich nicht

auf? Wer rechnet das Böse nicht zu? Beim

Lesen und Hören dieser Worte spüren wir

unsere Unzulänglichkeit, sie in die Tat

umzusetzen. Denn die Liebe zum Bruder und zur

Schwester ist eine übernatürliche. Unser Text

unterscheidet nämlich nicht zwischen der Liebe

zu einem Bruder, den wir sowieso sympathisch

finden, und einem, mit dem wir nicht so gut

klarkommen. Die Aufforderung, einander zu

lieben, gilt auch für die Geschwister, die wir

eigentlich nicht mögen. Jesus fragte einmal:

„Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet

ihr für Lohn haben?“ (Matthäus 5,46). Es ist nicht

schwierig, den zu lieben, der mich liebt. Das

vollbringt bereits die natürliche Liebe. Aber die

Bruderliebe schließt auch die Liebe zu denen

ein, die wir natürlicherweise nicht lieben. Die

Frage ist: Kann die Welt, wenn sie auf das Leben

der Arche-Gemeinde schaut, feststellen, dass

hier in unserer Gemeinde eine Liebe geübt wird,

die sich nur durch das übernatürliche Wirken

Gottes erklären lässt? Ist eine Liebe zu deinem

Bruder und deiner Schwester in deinem Leben

vorhanden, die über das natürliche Maß

hinausgeht? Eine Liebe, die sich einzig und

allein aus dem Wirken Gottes in deinem Herzen

erklären lässt? „Geliebte, lasst uns einander

lieben!“

2 GOTT HAT SEINE LIEBE OFFENBART.

Johannes führt uns nun den Charakter Gottes

vor Augen und kommt zu der Aussage, dass Gott

Liebe ist und sie uns auch offenbart hat. Woher

wissen wir, dass Gott ein Gott der Liebe ist? Gott

zeigt Seine Liebe auf verschiedene Arten und

Weisen. Er zeigt sie zum einen in der Schöpfung.

Vor wenigen Tagen war ich mit meiner Familie

im tropischen Aquarium in Hamburg. Nur wenige

Straßenzüge von der Arche entfernt kann man

Gottes große Liebe in der Schöpfung bestaunen.

Vom Affen bis zur Kellerassel, vom hunderte

Kilogramm schweren Nilkrokodil bis zur wenigen

Gramm leichten Vogelspinne – alle Tiere sind

ein Bild der Vielfalt, Größe und Liebe Gottes.

Gott hat uns nicht in eine Isolierzelle ohne

Möblierung gesteckt, sondern in einen Garten

voller Schönheit. Er hat Seine Liebe in der

Schöpfung gezeigt. Er zeigt Seine Liebe auch in

der Versorgung der Menschen. Er zeigt sie im

Allgemeinen allen Menschen. Er lässt die Sonne

aufgehen über Gerechte und Ungerechte. Er

lässt die Früchte wachsen. Er lässt die Sonne

scheinen, Er lässt es regnen und Er versorgt

uns. Aber die Bibel erklärt, dass wir die Liebe

Gottes letztlich nur dann erkennen, wenn wir

sehen, was Gott für uns durch Seinen Sohn

Jesus Christus getan hat. Das bekannte Lied

„Schönster Herr Jesus“ drückt es so aus:

„SCHÖN SIND DIE WÄLDER, SCHÖNER DIE

FELDER IN DER SCHÖNEN FRÜHLINGSZEIT.

JESUS IST SCHÖNER, JESUS IST REINER,

DER UNSER TRAURIG HERZ ERFREUT.“ Die

Schöpfung und Seine Versorgung sind sehr gut,

aber Gott hat einen noch exzellenteren Weg

gewählt, Seine Liebe zu offenbaren: „Darin ist

die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden,

dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt

gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten“

(1. Johannes 4,9). Jesus Christus ist die

Offenbarung der Liebe Gottes. Nicht die

Schöpfung, nicht Gottes Versorgung, sondern

Sein Sohn, den Er in die Welt gesandt hat. Wie

können wir diese Liebe Gottes, die Er in Jesus

Christus gezeigt hat, erfassen? Wir werden sie

wohl erst ganz und gar verstehen, wenn wir bei

Gott sind. Aber unser Text gibt uns Hilfestellung,

über die Liebe Gottes in Jesus Christus

nachzudenken. Zunächst einmal schauen wir

uns selber an. Du wirst die Liebe Gottes niemals

erkennen, wenn du nicht siehst, wer du bist. Wir

werden Seine Liebe niemals begreifen, wenn wir

nicht verstehen, wer und wie wir ohne Ihn sind.

Unser Text sagt, dass Gott uns liebt. Liebt Er

uns, weil wir so wertvoll sind? Liebt Er uns, weil

wir es verdient und daher ein Recht auf Seine

Gunst haben? Liebt Er uns, weil es ein

juristischer Akt ist, zu dem Er verpflichtet ist – ein

Geschäft, ein Vertrag, auf dessen Erfüllung wir

pochen können? Johannes sagt: „...damit wir

durch ihn leben möchten“ (Vers 9). Daraus

können wir schließen, dass wir ohne Ihn nicht

leben, sondern tot sind. Paulus schreibt in

Epheser 2, 1-5: „Auch ihr wart tot durch eure

Übertretungen und Sünden, in denen ihr früher

gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem

Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem

Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den

Kindern des Ungehorsams. Unter ihnen haben

auch wir alle einst unser Leben geführt in den

Begierden unseres Fleisches und taten den

Willen des Fleisches und der Sinne und waren

10


Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in

seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat,

auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit

Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr

selig geworden.“ Ohne Christus sind wir also tot.

Es ist nichts Liebenswertes an einem Leichnam.

Du liebst nicht einen Leichnam, sondern trauerst

dem Leben nach, das sich fortan nicht mehr in

der sterblichen Hülle befindet. Aber mehr noch:

Es ist nicht nur nichts Liebenswertes an uns,

sondern die Bibel spricht davon, dass wir als

Menschen gegen Gott eingestellt sind. Wir leben

in Feindschaft zu Ihm und hassen Ihn: „Darin

besteht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt

haben, sondern dass er uns geliebt hat“ (1.

Johannes 4,10). Es ist nicht unsere Art und

unser Wesen, Gott zu lieben. Und Er antwortet

uns auch nicht in Liebe aufgrund unserer Liebe.

Die Bibel spricht nicht davon, dass die

Menschen Gott suchen, weil sie Ihn lieben. Es ist

vielmehr andersherum: Nicht, dass wir Gott

geliebt haben, sondern dass Er uns geliebt hat.

Die Natur des Menschen liebt Gott nicht,

sondern steht Ihm in Feindschaft gegenüber

(Römer 8,7). Wir laufen nicht zu Ihm hin, sondern

vor Ihm weg. Also: Um die Liebe Gottes zu

erfassen, schauen wir auf uns in den Tiefen der

Sünde. Wir sehen, dass nichts Liebenswertes an

uns ist. Wir sind tot und hassen Gott. Deswegen

stehen wir unter der Strafe Gottes. Nun schauen

wir zu Gott. Er sandte Seinen eingeborenen

Sohn. Dieser Sohn ist das Zentrum der Heiligen

Schrift. Er ist Gott gleich. Er ist die zweite Person

der Gottheit. Er sandte Ihn – d.h. Er existierte

zuvor. Bethlehem war nicht der Anfang für Ihn,

sondern Er war von Ewigkeit her. Gottes Liebe

wird darin deutlich, dass Er Jesus bat: „Geh!“

Und der Sohn sagte: „Ja, Ich gehe!“ Und so kam

Er in die Welt, die voll von Leichnamen war. Er

sandte Ihn auf ein Totenfeld. Wenn du Vater

oder Mutter bist, dann denke an deine Liebe zu

deinem Kind. Denke daran, wie sehr du es liebst.

Nun potenziere diese Liebe um das Unendliche,

um zu verstehen, wie Gott Seinen Sohn geliebt

hat. Und dann denke an den Ort, wo Er Ihn

hinsandte. Er sandte Ihn in diese Welt. Was

würden wir nicht alles tun, damit es unseren

Kindern gut geht und dass sie sich an Orten des

Segens und der Freude aufhalten. Wir würden

sie nicht gerne in eine von Hass gegen sie

erfüllte Umgebung schicken, um denen wohl zu

tun, die gegen sie aufbegehren. Dies ist die

übernatürliche Liebe Gottes. Er sandte Seinen

Sohn aus Liebe zu dir! Denken wir an Seine

Geburt in Bethlehem. Niemand wollte Ihn

aufnehmen. Die Selbstsucht und der Egoismus

der Menschen haben nicht einmal einer jungen,

hochschwangeren Frau Raum gemacht. Er

wurde in die Krippe gelegt. Da war Er nun

angekommen in der ichzentrierten Welt, in der

sich jeder selbst der Nächste ist. Dann kam das

Massaker an den neugeborenen Jungen.

Herodes ließ die Babys und Kleinkinder

regelrecht abschlachten. Die Ankunft Jesu auf

dieser Welt war von Blutvergießen und

menschlichem Elend begleitet. Er kam in Armut.

Die Eltern brachten zwei Tauben und nicht mehr,

weil sie nicht mehr hatten. Er lebte als

Zimmermann und verdiente sich damit Seinen

Lebensunterhalt. Er sprach mit den Sündern,

teilte Sein Leben mit ihnen. Er begann Seinen

Dienst. Er war ohne Falsch. Er sprach von

Reinheit und Liebe. Aber sie versuchten Ihn mit

Fangfragen in Widersprüche zu verwickeln.

Dann wurde Er sogar von Seinen Jüngern

verlassen. Zuletzt krönten sie Ihn mit Dornen

und kreuzigten Ihn. Das ist die Welt, in die Gott

Seinen eingeborenen Sohn gesandt hat! Und

dann hat Er Jesus zum Sühneopfer für uns

gemacht. Er ist nicht nur unser Hohepriester,

sondern auch das Opfer. Der Vater sandte den

Sohn in die Welt, damit Er für unsere Schuld

bestraft werden würde. „Denn er hat den, der von

keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde

gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit

würden, die vor Gott gilt“ (2. Korinther 5,21). Er

wurde das stellvertretende Opfer für unsere

Sünde. Er schwitzte Blut und Wasser, weil Er

wusste, dass Er von Gott, Seinem Vater,

getrennt sein würde. Er rief: „Mein Gott, mein

Gott, warum hast du mich verlassen?“ Wir

erkennen die Liebe Gottes nicht nur an der Welt,

in die Er Seinen Sohn sandte, sondern auch an

Seinem Opfer, damit wir erlöst sein können. Die

Liebe Gottes zeigt sich darin, dass Er Seinen

eigenen Sohn dem Tod übergab. Das, was dem

Abraham nicht aufgetragen worden war, nämlich

seinen Sohn Isaak zu opfern, das übernahm

Gott selbst. Er ließ Seinen eigenen Sohn leiden,

Er ließ es zu, dass Er misshandelt wurde und für

uns zur Sünde gemacht wurde. Aber es blieb

nicht dabei. Gott erweckte Ihn von den Toten. Er

besiegte den Tod! Und Gott verkündigte, dass

das Opfer Seines Sohnes ausreicht. Das

Gesetz, das gegen uns stand, ist erfüllt. Alles ist

vollbracht. Durch Ihn haben wir Vergebung,

Frieden und Versöhnung mit Gott. Warum tat Er

11


all dies? Sein Beweggrund war nichts anderes

als Seine Liebe zu uns!

3 SOLLTEN WIR NICHT AUCH LIEBEN?

In Vers 11 schließt Johannes nun die Klammer,

die er in Vers 7 geöffnet hat: „Geliebte, wenn

Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir

schuldig, einander zu lieben.“ Er sagt: „Schau dir

die Liebe Gottes für dich persönlich an. Sieh,

was Er tat. Denke darüber nach. Und dann geh

und wende diese Liebe in deinem täglichen

Leben mit deinen Geschwistern an.“ Es gibt

keinen Grund für Vorbehalte deinem Bruder

gegenüber, wenn wir sehen, mit welcher Liebe

wir von Gott geliebt wurden. Es gibt keinen

Grund, persönliche Verletzungen

vorzuschieben, um den Bruder nicht zu lieben.

Gott hätte unzählige Gründe gehabt, Seine

Liebe uns nicht zu erweisen. Wenn Gott uns so

sehr liebt, dann sind wir schuldig, einander zu

lieben. Gott helfe uns dazu! Amen.

GEMEINDE UND MISSIONSWERK ARCHE

e.V., Doerriesweg 7, D-22525 Hamburg

GOTT IST LIEBE: WAS

BEDEUTET LIEBE BEI

DEN MENSCHEN?

Gott ist Liebe, aber was bedeutet Liebe für uns?

Ein Online-Lexikon definiert Liebe als im

engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste

Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen

Menschen zu empfinden fähig ist. Diese starke

Zuneigung gründet sich häufig auf die sexuelle

Zuneigung für diesen anderen Menschen. Wir

lieben andere Menschen, oder wir sagen, dass

wir andere Menschen lieben, wenn wir uns zu

ihnen hingezogen fühlen, wenn wir uns in ihrer

Gemeinschaft wohlfühlen. Wir verstehen es so:

Meistens richtet sich die Liebe dann auf einen

anderen Menschen, wenn bestimmte

Bedingungen zutreffen wir lieben jemanden, weil

er oder sie eine Erwartung erfüllt; sonst würden

wir diese Person nicht lieben können. Wie oft

haben Sie schon gehört oder gesagt: „Ich liebe

dich, du bist so lieb; oder: Ich liebe dich, weil du

so gut für mich sorgst; oder: Ich liebe dich, weil

ich so gern mit dir zusammen bin?

Unsere Liebe stellt nicht nur Bedingungen, sie ist

auch sprunghaft. Unsere Liebe ist abhängig von

Gefühlen und Launen, die von einem Moment

auf den anderen umschlagen können. Die

Scheidungsrate in der heutigen Gesellschaft ist

extrem hoch, weil offenbar viele Männer und

Frauen aufhören einander zu lieben oder weil

ihre Verliebtheit endet. Sie haben vielleicht eine

schwierige Zeit in der Ehe durchzustehen und

fühlen für den Ehegatten keine Liebe mehr, und

deshalb machen sie Schluss. Offensichtlich

bedeutet für sie das Eheversprechen bis der Tod

uns scheidet, dass sie sich trennen können,

wenn ihre Liebe für den Ehepartner stirbt, und

nicht erst beim leiblichen Tod.

Kann jemand wirklich verstehen, was

bedingungslose Liebe bedeutet? Sicherlich ist

es richtig, dass die Liebe, die Eltern für ihre

Kinder spüren, einer bedingungslosen Liebe so

nahekommt, wie wir ohne Gottes Hilfe überhaupt

kommen können. Wir lieben unsere Kinder in

guten wie in schlechten Zeiten, und wir hören

nicht auf, sie zu lieben, auch wenn sie den

Erwartungen, die wir in sie gesetzt hatten, nicht

nachkommen. Wir entscheiden uns, unsere

Kinder zu lieben, selbst wenn wir sie als nicht

liebenswert ansehen; unsere Liebe hört nicht

auf, wenn wir keine Liebe mehr für sie fühlen.

Das ähnelt der Liebe Gottes zu uns, aber wie wir

sehen werden, übertrifft die göttliche Liebe die

menschliche Liebe in einem so hohen Maße,

dass es für uns

schwer zu verstehen

ist.

GOTT IST LIEBE:

WAS BEDEUTET

LIEBE BEI GOTT?

Die Bibel sagt, dass

Gott Liebe ist

(1.Johannes 4,8).

Aber wie können wir uns wenigstens eine

schwache Vorstellung von dieser Tatsache

machen? Viele Textstellen in der Bibel zeigen

uns Gottes Definition von Liebe. Der

12


ekannteste Vers dazu ist Johannes 3,16: Denn

Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er

seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der

an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen,

sondern das ewige Leben haben. Also liegt die

eine Seite der Definition, die Gott bietet, im

Geben. Jedoch was Gott gab (oder sollten wir

lieber sagen wen Gott gab), war nicht bloß ein in

Geschenkpapier eingewickeltes Päckchen; Gott

opferte seinen einzigen Sohn, damit wir, die wir

unser Vertrauen auf den Sohn setzen, nicht in

Ewigkeit von ihm getrennt sein müssen. Das ist

eine erstaunliche Liebe, denn wir waren es doch,

die sich entschieden hatten, durch unsere

eigene Sünde von Gott getrennt zu sein, aber es

ist Gott, der die Trennung aufhebt durch sein

eigenes, äußerstes persönliches Opfer, und

alles, was wir zu tun haben, ist, das Geschenk

anzunehmen.

Ein weiterer großartiger Vers über Gottes Liebe

findet sich in Römer 5,8: Gott aber hat uns seine

große Liebe gerade dadurch bewiesen, dass

Christus für uns starb, als wir noch Sünder

waren. In diesem Vers, wie auch in Johannes

3,16, finden wir keine Bedingungen, die Gott an

seine Liebe zu uns knüpft. Gott sagt nicht: sobald

du deinen Kram aufgeräumt hast, werde ich dich

lieben; auch nicht: ich werde meinen Sohn

opfern, wenn du versprichst, mich zu lieben. Ja,

in Römer 5,8 finden wir das genaue Gegenteil.

Gott möchte, dass wir wissen, dass seine Liebe

bedingungslos ist, und deshalb sandte er seinen

Sohn Jesus Christus, für uns zu sterben, als wir

noch Sünder und keiner Liebe würdig waren. Wir

mussten nicht erst aufräumen und wir brauchten

Gott keine Versprechungen zu machen, ehe wir

seine Liebe erfahren durften. Seine Liebe zu uns

hat es schon immer gegeben, und deswegen

gab und opferte er alles, ehe wir überhaupt

merkten, dass wir seine Liebe brauchten.

GOTT IST LIEBE: GOTTES LIEBE IST

BEDINGUNGSLOS

Gott ist Liebe, aber seine Liebe ist ganz anders

als menschliche Liebe. Gottes Liebe ist

bedingungslos und gründet sich nicht auf

Gefühle oder Empfindungen. Er liebt uns nicht,

weil wir liebenswert sind oder weil wir ihm ein

Wohlgefühl geben; er liebt uns, weil er die Liebe

ist. Er erschuf uns für eine liebevolle Beziehung

zu ihm, und er opferte seinen Sohn (der selbst

freiwillig für uns starb), um diese Beziehung

wiederherzustellen.

GOTT IST LIEBE: WAS SOLLTEN WIR

UNTER LIEBE VERSTEHEN?

Wenn die Heilige Schrift sagt: Gott ist Liebe, will

sie uns damit nicht sagen, dass Gott irgendein

nebelhaftes, warmes, unscharfes Gefühl von

Liebe sei. Die Verfasser der Heiligen Schrift

meinten nicht, dass wir in der begrenzten Art

unserer menschlichen Liebe Gott entdecken

würden. Ganz und gar nicht ja, wenn wir in der

Bibel lesen, dass Gott Liebe ist, bedeutet das,

dass Gott selbst festlegt, was Liebe ist.. Und

wenn wir sagen, dass Gott festlegt, was Liebe

ist, meinen wir nicht, dass er es so macht, wie

ein Lexikon etwas beschreiben würde nein, wir

wollen damit sagen, dass Gott die Beschreibung

der Liebe selbst ist. Es gibt keine Liebe ohne

Gott. So sehr wir uns auch bemühen, wir können

den Begriff der Liebe nicht richtig erfassen, ohne

Gott zu kennen. Das bedeutet im Grunde, dass

unser menschliches Verständnis von Liebe

falsch

ist.

GOTT IST DER SCHÖPFER ALLER

DINGE, UND DURCH SEIN WESEN

SELBST IST ER LIEBE.

Gott sagt, dass Liebe bedingungslos und

opferbereit ist und nicht auf Gefühlen beruht;

deshalb ist Liebe nicht eine starke Zuneigung für

einen anderen Menschen. Um zu verstehen,

was wahre Liebe ist, und um andere Menschen

wahrhaftig lieben zu können, müssen wir Gott

kennen, und das können wir nur durch eine enge

persönliche Beziehung zu ihm. Diese enge

Beziehung zu Gott können wir erhalten, wenn wir

unser Vertrauen auf Jesus Christus setzen, der

Gottes Opfer der Liebe für uns war.

GOTT IST LIEBE: WAHRE LIEBE KOMMT

DURCH EINE BEZIEHUNG ZU IHM

Gott ist Liebe! Als wahre Liebe Gottes Liebe

kann sie im folgenden Abschnitt aus der Bibel

zusammengefasst werden: Meine Freunde!

Lasst uns einander lieben, denn die Liebe

kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes

und kennt Gott. Wer aber nicht liebt, der weiß

nichts von Gott; denn Gott ist Liebe. Gottes Liebe

zu uns ist für alle sichtbar geworden, als er

13


seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit

wir durch ihn leben können. Das Einzigartige an

dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt,

sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. Er

gab uns seinen Sohn, der alle Schuld auf sich

nahm, um uns von unserer Schuld

freizusprechen. Meine Freunde, wenn uns Gott

so sehr liebt, dann müssen auch wir einander

lieben. (1.Johannes 4,7-11)

Wenn Sie diese Liebe – die wahre Liebe –

kennen lernen möchten, müssen Sie Gott

kennen lernen. Er ist bereit, seine Liebe über Sie

auszugießen, und er möchte Sie lehren, wie man

andere Menschen so liebt wie er Sie.

Quelle: AllAboutGOD.com

Lukas 2, 25 – 35 und 12, 35 – 40

„ADVENT HEIßT, IN

ERWARTUNG ZU

LEBEN!“ „ADVENT,

ADVENT…“

Volkmar Glöckner

– Das bekannte Gedicht einmal anders: Nicht:

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins,

dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das

Christkind vor der Tür.“ Sondern: „Advent,

Advent, Sein Herz, das brennt; erst Seins, dann

meins, dann drei, dann vier; der Heiland steht

längst vor der Tür!“ Viele von uns haben ja auf

Anregung unserer jungen Leute hin angefangen,

als Adventskalender in diesem Jahr vom 1. – 24.

Dezember die 24 Kapitel des Lukasevangeliums

zu lesen. Aus Kapitel 2 haben wir gerade vom

alten Simeon gelesen. Von ihm hieß es: „Dieser

Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete

auf den Trost Israels!“ Lukas 2, 25b Und im

zweiten Text Lukas 12 forderte Jesus die Jünger

auf: „…seid gleich den Menschen, die auf ihren

Herrn warten!“ Lukas 12, 36a Advent hat mit

Warten und mit Erwartung zu tun. Vor allem

Kinder warten in der Adventszeit darauf, dass es

nun endlich Weihnachten wird und dass es

Ferien und Geschenke gibt. Gotteskinder warten

darauf, dass sie den Geburtstag ihres Heilandes

Jesus Christus feiern können, und sie warten

darüber hinaus auf sein Wiederkommen. Das

deutsche Wort „Warten“ bedeutet in unserer

Sprache ursprünglich „seinen Blick auf etwas

richten“. - Das heißt zum einen, etwas in

Augenschein zu nehmen, sich etwas genauer

anzusehen. Daher kommt der Begriff „Wartung“.

(Autos, technische Geräte, Heizung etc.) - Das

heißt zum anderen, auf etwas zu schauen, was

kommt. Daher kommt der Begriff „Erwartung “.

Advent zu feiern beinhaltet beides: - Warten und

sich dabei „warten“ lassen. - Warten und dabei

voller „Erwartung“ sein! Vier Gedanken dazu:

1. UNSER LEBEN MUSS „GEWARTET“

WERDEN!

Wenn man technische Geräte und Anlagen nicht

regelmäßig „wartet“, kann es zu

Beschädigungen und zu Ausfällen und

technischem Versagen führen. Wenn wir unser

Leben nicht immer wieder einmal „warten“ und

überprüfen, kann es uns genauso gehen. Darum

sind Prüfungs- und Anfechtungszeiten dazu da,

unser Leben zu überprüfen! In unseren alten

Liederbüchern gab es ein Lied, das von der

„Wartung“ unseres Lebens sehr deutlich sprach.

Friedrich August Tholuck hatte 1839 gedichtet:

„Das sei alle meine Tage...“ GL 347 1. Das sei

alle meine Tage meine Sorge, meine Frage, ob

der Herr in mir regiert, ob ich in der Gnade

bleibe, ob sein Heil'ger Geist mich treibe, ob ich

folge, wie er führt. 2. Ob ich recht in Jesu lebe

und als ein' lebend‘ge Rebe Kraft und Saft aus

ihm nur zieh, ob mich Jesu Liebe rühret, ob im

Kummer er mich führet und in seine Arme ich

flieh. 3. Ob ich sorglos nichts versäume, nichts

aus Lässigkeit verträume, ob mein Herz sich

nicht zerstreut, ob ich Böses überwinde, im

Vergeben stets mich finde, ob mich Sünde innig

reut. 4. Ob mir Jesus alles werde, ob mich eitel

Lust der Erde nie ums stille Seligsein im Genuss

der Gnade bringe, ob ich trachte, strebe, ringe,

Jesus ähnlicher zu sein.

Ein ständiges Sich-Selbst-Prüfen kann zur

krankhaften Selbstbespiegelung führen; vor

allem dann, wenn Kinder Gottes sich nicht

geborgen wissen in der Gnade und Liebe

Gottes. Und doch sollte uns gerade die

Adventszeit dazu einladen, zur Besinnung zu

kommen und das eigene Leben und die eigenen

Prinzipien und die eigene Lebensgestaltung im

Lichte Gottes anzuschauen und neu

14


auszurichten. Aber weil viele davor Angst haben

und lieber davor weglaufen, darum ist die

Adventszeit für viele eher zu einer Zeit der

Besinnungslosigkeit geworden. Ich wünsche uns

in diesen Adventstagen voller Licht und Glitzer

solche Zeiten und Momente der Besinnung und

des bewussten Prüfens – und dann die

Erfahrung, dass das Licht der Welt, Jesus selbst,

am Ende der Prüfung zu uns tritt und uns sagt:

„Prüfung abgeschlossen. Nicht alles hat den

Test bestanden. Aber gib mir deine Sünde, gib

mir deine Unvollkommenheit, gib mir deine

Mutlosigkeit, gib mir dein Leben! Und empfange

meine Vergebung, lass dich neu heiligen, nimm

hin den Geist der Kraft und der Liebe und der

Selbstbeherrschung und lebe als Gottes

geliebtes Kind!“ Für den alten Simeon im Tempel

zu Jerusalem hieß warten, dass er sich immer

wieder nach Gott und seinem Willen und seinen

Geboten ausrichtete. Die Bibel bezeichnet ihn

als „fromm und gottesfürchtig“ (Lukas 2, 25). Das

Warten seiner Jünger beschreibt Jesus in

unserem zweiten Text so: „Lasst eure Lenden

umgürtet sein…“ (Lukas 12, 35). Übertragen

heißt das: Seid zum Aufbruch bereit, seid

vorbereitet auf Gottes Fest. Achtet darauf, dass

Euch die „Klamotten und Sorgen und Sünden

des Alltags“ (Alltagskleider) nicht daran hindern

können, dem wiederkommenden Herrn zu

begegnen.

2. DAS WARTEN KANN DAUERN!

Bis die letzte und endgültige Prüfung im Licht

Gottes vollzogen wird und der letzte und

endgültige Zuspruch Jesu erfolgt, kann es noch

eine Weile dauern! Es kann, es muss aber nicht!

Keine Generation vor uns war so dicht dran an

der Wiederkunft Jesu wie unsere! Ich weiß, das

ist logisch; aber ich halte es trotzdem für wichtig,

das zu bedenken! Gottes Leute mussten schon

immer warten lernen. Gottes Zeiträume und

Zeitrechnungen sind einfach anders als unsere.

Bei ihm sind tausend Jahre wie ein Tag – und

umgekehrt. Das Warten auf die Erfüllung von

Gottes Zusagen begann schon bei Abraham, mit

dem die Geschichte Gottes mit seinem Volk

Israel begann: Abraham erhielt großartige

Verheißungen, aber sie waren nicht nur für ihn,

sondern sie waren Bestandteil von Gottes

Heilsplan für die ganze

Welt! Die Dimension

Gottes war viel größer als

Abraham sich vorstellen

konnte. Was ihn selbst

betraf, erforderte viel

Geduld und langes

Warten – bis er und seine

Frau endlich den

versprochenen Sohn

geschenkt bekamen. (vgl.

1. Mose 12, 1 ff.) Doch

dann zog sich das Warten

auf die Erfüllung von

Gottes Zusagen auch

durch die ganze

Geschichte des Volkes

Israel. Eine Generation

gab es der anderen

weiter. Eltern erzählten es

ihren Kindern. Großeltern erzählten es ihren

Enkeln. Sie alle warteten darauf, dass Gott

erfüllt, was Er versprochen hatte. Erst in Jesus

kamen und kommen Gottes Verheißungen

endgültig und vollkommen zur Erfüllung. Wichtig

für uns ist dabei zu bedenken: Nicht nur wir

müssen das Warten lernen und aushalten,

sondern wir haben auch die Verantwortung,

denen, die nach uns kommen, die Verheißungen

Gottes nahezubringen und ihnen dabei zu

helfen, das Warten zu lernen! Wir leben heute in

einer Gesellschaft, in der kaum jemand mehr

warten kann oder warten will: - Wir haben es

wieder erlebt: Geschäftstüchtige Kaufleute

warten mit den Weihnachtsangeboten schon

lange nicht mehr bis zum ersten Advent.

Mancher hat sich schon im Oktober an

15


Spekulatius den Magen verdorben. - Warten ist

auch in Beziehungen nicht angesagt. Verliebte

Paare z.B. warten mit dem Zusammenleben

schon lange nicht mehr bis zur Ehe. Und wenn

dann die Beziehung doch wieder auseinander

geht, haben manche schon die Ehe gebrochen,

bevor sie überhaupt verheiratet sind. - Viele

Leute warten auch mit dem Geldausgeben

schon lange nicht mehr, bis Geld da ist. Gekauft

wird auf Kredit. Und sich Geld zu leihen ist ja

auch billig wie nie zuvor. – Nur wer kommt dann

letztlich für die Schulden auf? Können wir

warten? Wissen wir, warum warten sich lohnt?

Und bringen wir es anderen bei und leben es

ihnen vor? Menschen, die im Advent leben,

können warten. Zum Warten auf das

Wiederkommen Jesu gehört das „Warten-

Können“ als geistlicher Charakterzug. Die

Adventszeit kann dazu dienen, dieses Warten

neu zu lernen! Für den alten Simeon im Tempel

zu Jerusalem hieß warten, an den Verheißungen

Gottes unbeirrt festzuhalten und auf die Impulse

des Heiligen Geistes zu achten, um zur rechten

Zeit am rechten Ort zu sein. Für die Jünger Jesu

bedeutet warten, ihre „Lichter brennen zu

lassen“ (so drückt Jesus es aus – Lukas 12, 35)

und „als Kinder des Lichts zu leben“ (so

beschreibt es der Apostel Paulus einmal – 1.

Thessalonicher 5, 1 ff.)! Übertragen heißt das

zum Beispiel: Mit dem Wort Gottes als Licht auf

unserem Weg zu leben und durch unser Leben

für andere ein Orientierungslicht zu sein, das

ihnen hilft, den Weg zu Gott zu finden!

3. DAS SCHÖNSTE AM

WARTEN IST DIE

ERWARTUNG!

Erwartung ist das Gegenteil von Befürchtung!

Befürchtung rechnet mit dem Schlimmsten.

Erwartung rechnet mit dem Besten. Was

erwartest Du, wenn Jesus wiederkommt und

„der Tag des Herrn“ da ist? - zusammentragen -

z.B. Entrückung / Gerechtigkeit / Endgültiger

Freispruch / Alle Fragen beantwortet / Trennung

von Gut und Böse / Gott wird abwischen alle

Tränen / Wiedersehen und Kennenlernen mit

allen Kindern Gottes / Gott selbst wird bei uns

wohnen… Für den alten Simeon im Tempel zu

Jerusalem hieß warten, sich voller Vorfreude

immer wieder vor Augen zu halten, wer da

kommen würde: Der „Trost Israels“ (2, 25), der

„Christus des Herrn“ (2, 26), der „Heiland“ (2,

30), „ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum

Preis deines Volkes Israel“ (2, 32). Für die

Jünger Jesu bedeutet warten, sich darauf zu

freuen, dass der wiederkommende Herr

Unfassbares tun wird: „Selig sind die Knechte,

die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.

Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen

und wird sie zu Tisch bitten und kommen und

ihnen dienen!“ (12, 37)

4. WIR LEBEN IN EINEM

WARTEZIMMER!

Ist Euch bewusst, dass wir als Gläubige auf

dieser Erde leben wie in einem Wartezimmer?

Das hat zweierlei Auswirkungen: - Die

Wirklichkeit Gottes wirkt schon in unsere

Wirklichkeit hinein. Der Heilige Geist und sein

Wirken sind ein himmlischer Vorgeschmack (vgl.

Epheser 1, 14). - Wir haben „Mitpatienten“.

Wenn wir von Erwartung und nicht von

Befürchtung erfüllt sind, können wir einander

helfen und einander begleiten beim Warten! Ich

las einmal irgendwo in einer Andacht ein

Erlebnis zu diesem Gedanken. Da schrieb der

Autor: „Beim Arzt saß ich einmal in einem

Warteraum mit einem jungen Pärchen, das ganz

nach erster Liebe aussah. Es war vielleicht nicht

der passendste Ort, aber die beiden schmusten

die ganze Wartezeit. Ich fand das zunächst

ziemlich peinlich und übertrieben, aber dann

dachte ich: Die machen es eigentlich richtig. Die

verkriechen sich nicht hinter den Zeitschriften.

Die schauen nicht missmutig in der Gegend

herum. Sie zeigen einander ihre Liebe.

Eigentlich waren sie ein Beispiel, wie man die

Wartezeit überbrückt: Bis man dran ist, liebt man

sich.“ (Quelle unbekannt) Nun haben wir nicht

den Auftrag, ständig mit irgendwem zu

schmusen. Aber der Auftrag Jesu für die

Wartezeit bis zu seinem Wiederkommen heißt

nun einmal: „Liebe Gott – und deinen Nächsten

wie dich selbst.“ Gelegenheiten dazu gibt es

täglich – gerade auch in der Advents- und

Weihnachtszeit! Darum: - Überlegt doch einmal,

wen Ihr in den Feiertagen außer der Familie

einladen könntet, um mit ihm Freude und

Dankbarkeit und Traditionen zu teilen. - Überlegt

doch einmal, wieviel Geld Ihr am Jahresende

vielleicht noch überhabt und schaut, was Ihr

16


davon in unsere Weihnachtskollekte für unsere

Partnergemeinde in Vietnam oder auch in die

Stille Kasse geben könntet zur Hilfe für die, die

zu wenig haben. - Überlegt doch einmal, ob Ihr

nicht bewusst die Geschenkeflut eindämmen

könntet, um Euch an einer Sache wirklich zu

freuen und um bewusst mehr weggeben zu

können. / Persönliches Beispiel für die große

gemeinsame Feier: Jeder bekommt nur ein

Geschenk, bezahlt aus einem gemeinsamen

Topf, in den jeder einen Betrag eingezahlt hat. -

Überlegt doch einmal, beim Essen in diesem

Jahr auf einen Gang bewusst zu verzichten –

nicht nur wegen des Sodbrennens. Für den alten

Simeon im Tempel zu Jerusalem hieß warten,

anderen ein Segen zu sein. Simeon segnete die

Eltern des Messias (2, 34). Für die Jünger Jesu

bedeutet warten das, was wir in der Parallelstelle

zu Lukas 12 im Matthäusevangelium so

ausgedrückt finden: „Wer ist nun der treue und

kluge Knecht, den der Herr über seine Leute

gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu

essen gebe? Selig ist der Knecht, den sein Herr,

wenn er kommt, das tun sieht!“ Matthäus 24, 45f.

Schluss: Liebe Gemeinde! So lasst uns Advent

als Wartezeit feiern: - Wir prüfen im Licht Gottes,

ob unser Leben auf Christus ausgerichtet ist. -

Wir beachten, dass Warten-Können ein

geistlicher Charakterzug ist, der geübt werden

muss – und wir trainieren die nächste

Generation! - Wir sind voller Erwartung und

Vorfreude, weil wir schon hier und heute einen

Vorgeschmack auf Gottes Herrlichkeit erleben.

Dafür wollen wir ihn loben! - Wir leben in einem

Warteraum, leben mitten in dieser Welt und

wollen Erwartung wecken auf die zukünftige

Welt, wollen Liebe üben, Leuten zur rechten Zeit

zu essen geben, einander Mut machen und

damit Christus ehren. Amen.

WEIHNACHTEN LÄDT

EIN, DIE WELT MIT

LIEBE ZU

BETRACHTEN.

Eine Predigt von Gerald Hillebrand,

Superintendent des Kirchenkreises An der

Ruhr.

In der Weihnachtszeit zünden wir gern Lichter

an, die das Dunkel vertreiben. Wir hören gern

Lieder, die uns innerlich wärmen, und wir

erzählen gern Geschichten, die zu Herzen

gehen.

Eine meiner Lieblings-Weihnachtsgeschichten

ist „Das Geschenk der Weisen“ des

amerikanischen Schriftstellers O. Henry. Er

erzählt darin von dem jungen Ehepaar Della und

Jim. Die beiden sind zwar sehr verliebt

ineinander, aber auch bitterarm. Sie kommen

gerade so über die Runden. Nun naht das

Weihnachtsfest, und Della möchte ihrem

geliebten Jim ein besonders schönes Geschenk

machen: eine Kette für seine kostbare

Taschenuhr. Die Kette kostet 21 Dollar, aber

Della hat nur 1 Dollar und 87 Cent. Da kommt ihr

die rettende Idee. Um ihrem Jim die Uhrkette

schenken zu können, lässt sie ihr schönes,

knielanges Haar abschneiden und verkauft es an

einen Perückenmacher. In der Zwischenzeit

beschließt Jim, seine wertvolle Uhr zu versetzen,

um seiner Della ein juwelenverziertes Kamm-Set

aus Schildpatt zu schenken für ihr wunderbares

Haar.

EIN AUSDRUCK IHRER GROßEN LIEBE

Am Weihnachtsabend stehen dann beide da mit

einem Geschenk, das der jeweils andere nicht

mehr gebrauchen kann. Doch ungeachtet der

Enttäuschung darüber und der vielen Tränen,

die natürlich fließen, sind beide von ihrem

Geschenk angetan als Ausdruck ihrer großen

Liebe füreinander.

Am Ende vergleicht der Autor die Geschenke

von Della und Jim mit denen der Weisen aus

dem Morgenland. Sie haben bekanntlich dem

Kind in der Krippe Geschenke gebracht und

17


damit die Kunst des weihnachtlichen Schenkens

erfunden. Gewiss waren sie auch bei der Wahl

ihrer Geschenke weise und haben lauter

nützliche Ding überreicht. Für O. Henry aber sind

Della und Jim von allen Schenkenden die

weisesten.

Ihre Weisheit entspringt eben nicht einem

scharfen Intellekt und einem umfassenden

Wissen, sondern allein der Liebe. Sie fragen

nicht danach, was klug ist oder vernünftig oder

was den größten Nutzen bietet. Sie lassen sich

von der Liebe leiten und tun, was ihnen die Liebe

zum anderen eingibt. Deshalb sind Della und Jim

die wahren Weisen. Sie handeln aus der

Weisheit der Liebe heraus – auch wenn das

verrückt erscheinen mag.

LIEBE IST WAGEMUTIG

Liebe ist wohl die beste aller Fähigkeiten, mit der

Gott uns Menschen ausgestattet hat. Aus Liebe

tun Menschen mitunter die erstaunlichsten,

wunderbarsten und verrücktesten Dinge. Liebe

ist nun mal nicht vernünftig, niemals berechnend

und nur selten vorsichtig – dafür eher mal

wagemutig, manchmal sogar leichtsinnig, und es

stört sie auch nicht, sich lächerlich zu machen.

Liebe hält sich nicht an vorgegebene, bewährte

Ordnungen, sondern stellt sie auf den Kopf. Sie

macht im wahrsten Sinn des Wortes „verrückt“,

denn sie verschiebt den Blickwinkel, bringt

durcheinander, was wir mühsam geordnet

haben. Sie wirft Pläne um und Lebensentwürfe,

sie setzt mitunter ungeahnte Kräfte frei. Nicht

selten bedeutet Liebe auch, etwas aufzugeben

oder auf etwas zu verzichten.

Und was hat das alles mit Weihnachten zu tun?

Nun – ist Weihnachten nicht das Fest der Liebe?

Wir hören von Gott, der ein Kind zum Zeichen

seiner Liebe zu uns Menschen macht. Wir hören

von Menschen, die sich – bewegt von der Macht

der Liebe – auf einmal ganz anders verhalten als

sonst. Wir selbst öffnen zu Weihnachten unsere

Herzen und unsere Geldbörsen für die, die es

nicht so gut haben wie wir. Wir machen einander

liebevoll ausgesuchte Geschenke und gehen

vielleicht ein wenig liebevoller miteinander um

als das restliche Jahr über. Wir bekommen eine

Ahnung davon, wie stark die Liebe ist und wie sie

die Welt verändern könnte. Ja, Weihnachten ist

das Fest der Liebe untereinander, und die

wiederum gründet in der Liebe Gottes.

Gott will, dass es den Menschen gut geht

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen

eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn

glauben, nicht verloren werden, sondern das

ewige Leben haben. (Johannes-Evangelium

Kapitel 3, Vers 16)

Wir Christen glauben: Gott liebt diese Welt, denn

sie ist sein Werk. Und darum liebt er auch die

Menschen, die die Welt bevölkern. Er will, dass

es ihnen gut geht und sie in Frieden

zusammenleben. Jeder Mensch soll haben, was

zum Leben nötig ist. Kein Mensch soll um sein

Leben fürchten müssen. Aber wie kann Gott die

Menschen dazu bringen, in Frieden und

gegenseitiger Achtung zu leben? Indem er selbst

es uns vormacht und aus Liebe etwas ganz

Erstaunliches, Wunderbares, ja Verrücktes tut.

Er verzichtet auf den Himmel und erscheint auf

der Erde. Er tritt ein in Zeit und Raum und

unterwirft sich unseren menschlichen

Lebensbedingungen. Er kommt uns ganz nahe

als ein kleines Kind.

KINDER BERÜHREN AUF BESONDERE

WEISE

Kinder berühren auf besondere Weise. Sie

sprechen die zärtlichen Seiten in uns an, wecken

in uns Liebe und Fürsorge. Sie legen den

weichen Kern unter der manchmal vom Leben

hart gewordenen Schale frei. Kinder laden uns

ein, mit ihnen noch einmal neu anzufangen und

vieles anders, besser zu machen als zuvor.

Gott schenkt uns das Kind im Stall von

Bethlehem. Auch mit diesem Kind soll etwas

Neues beginnen. Mit ihm soll die Liebe zum

Prinzip des Zusammenlebens werden.

Das bedeutet einen Blickwechsel. Denn es

gehört zum Besonderen der Liebe, das sie den

Blick weg vom Ich und hin auf das Du richtet. Ein

Mensch, der liebt, blickt nicht nur auf sich selbst

und auf das, was ihm nützt, sondern hat immer

auch den Anderen im Blick, den er liebt, und das,

was dem geliebten Menschen nützt.

DER CHRISTLICHE KERNGEDANKE

DER NÄCHSTENLIEBE

Das kann einer Welt, in der jeder zunehmend mit

sich selbst und seinen eigenen Interessen und

Bedürfnissen beschäftigt ist, nur guttun. Das

kann auch unserem sogenannten „christlichen

Abendland“ nur guttun, in dem der christliche

Kerngedanke der Nächstenliebe von manchen

Gruppen gern durch den Vorrang nationaler

18


Interessen ersetzt wird. Für ein wahrhaft

„christliches Abendland“ jedoch sind Parolen, die

den Vorrang der eigenen, nationalen oder auch

der europäischen Interessen gegenüber

anderen Ländern oder Erdteilen betonen, keine

Lösung.

Auch in unserem eigenen Land, in dem leider

trotz des großen Reichtums immer mehr

Menschen, darunter vor allem Kinder, an der

Armutsgrenze leben, wäre ein von Liebe

bestimmter Blickwechsel weg vom Ich und hin

zum Du eine gute Sache.

Weihnachten lädt uns zu diesem Blickwechsel

ein. Weihnachten zeigt uns die große Chance,

die Welt mit anderen Augen – eben mit den

Augen der Liebe – zu sehen. Gott selbst macht

es uns in seinem Kind vor. Sollten wir es ihm

nicht nachmachen – so wie Della und Jim in der

Geschichte von O. Henry? Das klingt schon ein

wenig verrückt, doch ich bin davon überzeugt,

dass die „verrückte“ Weisheit der Liebe uns und

der Welt guttut.

Gerald Hillebrand ist Superintendent und somit

oberster Repräsentant des Kirchenkreises An

der Ruhr.

DER ADVENT IST DIE

ZEIT ZWISCHEN

ERWARTUNG UND

ERFÜLLUNG

Von Christoph Gerdom

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht

mehr fern! So sei nun Lob gesungen dem hellen

Morgenstern!“ So beginnt das Adventslied von

Jochen Klepper. Am Ende der Nacht, vor

Sonnenaufgang, erscheint der Morgenstern.

Aber welcher Stern steht morgens am Himmel?

Sterne beobachten wir in unendlicher Zahl am

klaren Nachthimmel. Doch es gibt einen, der in

der Morgendämmerung leuchtet. Sechs bis

sieben Monate ist es die hell leuchtende Venus.

An zwei Wochen im Herbst auch der Merkur. Ein

Stern, der das Ende der Nacht und den

nahenden Morgen sichtbar macht.

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht

mehr fern! So sei nun Lob gesungen dem hellen

Morgenstern!“ So beginnt das Adventslied (EG

16) von Jochen Klepper. Am Ende der Nacht, vor

Sonnenaufgang, erscheint der Morgenstern.

Aber welcher Stern steht morgens am Himmel?

Sterne beobachten wir in unendlicher Zahl am

klaren Nachthimmel. Doch es gibt einen, der in

der Morgendämmerung leuchtet. Sechs bis

sieben Monate ist es die hell leuchtende Venus.

An zwei Wochen im Herbst auch der Merkur. Ein

Stern, der das Ende der Nacht und den

nahenden Morgen sichtbar macht.

Für die frühe christliche Gemeinde war Jesus

Christus ihr Morgenstern. „Ich, Jesus, ... bin ...

der helle Morgenstern.“ (Offb. 22,16). Viele

Lieder über das Kirchenjahr hin haben das Motiv

aufgenommen. Jesus Christus, der mit seiner

Botschaft und seinem Leben Licht in die

Dunkelheiten der Welt bringt. Ein heller Schein,

der schon zum neuen Tag gehört, auch wenn die

Nacht noch nicht zu Ende ist.

Die Adventswochen sind die Vorbereitungszeit

für das Weihnachtsfest. Vieles ist noch zu

erledigen. Manchmal gelingt es, Ruhe und

Besinnung zu finden. Advent ist eine Wartezeit.

Und auch eine Zeit der Vorfreude auf

Weihnachten.

„O komm, o komm, du Morgenstern, lass uns

dich schauen, unsern Herrn. Vertreib das Dunkel

unsrer Nacht durch deines klaren Lichtes Pracht.

Freut euch, freut euch, der Herr ist nah. Freut

euch und singt Halleluja.“ (EG 19)

Am morgigen Sonntag feiern wir den Zweiten

Advent. „Zweiter Advent“ hat eine doppelte

Bedeutung. Zum einen ist es der zweite von vier

Adventssonntagen. Zum anderen die zweite

Ankunft, das Wiederkommen Jesu Christi am

Ende der Zeiten.

Denn mit der Geburt Jesu Christi ist Gott in

unsere Welt gekommen. In Jesus ist das Reich

19


Gottes schon mitten unter uns. Und zugleich

leben wir immer noch in einer nicht erlösten Welt

mit all ihren dunklen Zeiten und Seiten. Wir

warten darauf, dass Gott die Welt erlöst und sein

Reich endgültig aufrichtet.

Die Adventszeit macht einen Übergang deutlich.

Eine Spannung von Erwartung und Erfüllung.

Gott ist schon immer da. Und doch warten wir

auf sein Kommen.

Der Morgenstern ist dafür ein schönes Bild.

„Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad

und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel

Jesse. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, ...“

(EG 70) So dichtete Philipp Nicolai. Wir singen

dies Lied nach Weihnachten, am Anfang des

neuen Jahres. So begleitet uns mit dem

Morgenstern die Hoffnung und die Gewissheit,

dass Gott uns nahe ist. Und damit und daraus

dürfen wir schon jetzt leben.

„Um so fester haben wir das prophetische Wort,

und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als

auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen

Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern

aufgehe in euren Herzen.“ (2. Petrus 1, 19)

WEIHNACHTEN –

TROTZDEM!

Für zahlreiche Menschen ist Weihnachten

eine seelische Belastung: Wie kann man das

Fest des Friedens und der Freude feiern,

wenn einem alles anders als friedlich und

fröhlich zu Mute ist? Aber: Gibt es nicht auch

andere Möglichkeiten, Weihnachten zu

begehen? Einige Anregungen:

WIE FEIERN NACH EINEM STREIT?

So viele Menschen leben heute in ähnlich

belastenden Situationen wie damals. Sind es in

unserem Land nicht die politischen Verhältnisse,

die unser Leben beeinträchtigen, so sind es

Streit, finanzielle Not, Schuld oder Ängste aller

Art.

Wie kann man mit Familienangehörigen

zusammen ein Fest feiern, mit denen man das

ganze Jahr über in Streit oder auch nur in

Sprachlosigkeit lebt? Wie kann über Schuld und

ungelöste Konflikte hinweggesehen werden, nur

weil eine gesellschaftliche Konvention es

verlangt, dass man am so genannten Heiligen

Abend „lieb“ zueinander und fröhlich sei?

AN WEIHNACHTEN KOMMT MAN IN

UNSERER GESELLSCHAFT NICHT

VORBEI…

…es sei denn, man reise weit weg in andere

Erdteile. Andere Menschen verbringen den

Abend des 24. Dezembers allein (weil ja auch

die meisten Restaurants geschlossen sind).

Aber anstatt vor Weihnachten zu fliehen oder

Weinachten einfach zu unterdrücken, gibt es

auch andere Wege, diesen Abend sinnvoll zu

gestalten. Und damit ist man möglicherweise

näher an der ursprünglichen Weihnacht, als

wenn man ein fröhliches Fest feiert. Hier einige

Anregungen:

TIPP 1: BLEIBEN SIE NICHT ALLEIN

Auch wenn Sie sich das Alleinsein gewöhnt sind:

Die Gefahr ist gross, dass Sie an Weihnachten

mehr als sonst trüben Gedanken nachhängen.

Wie wär’s, wenn Sie einen oder auch mehrere

Menschen aus Ihrem Freundes- oder

Bekanntenkreis, die wie Sie alleinstehend sind,

zu einem einfachen gemeinsamen „Hirten-

Nachtessen“ zu sich einladen würden?

(Weshalb einfach? Auch die Hirten haben in

jener Nacht sicher nichts anderes gegessen, als

in der Nacht zuvor und in der folgenden Nacht).

20


TIPP 3: EIN WEIHNACHTSBAUM IST

KEIN MUSS

Ursprünglich war der mit Lichtern geschmückte

Nadelbaum ein heidnisches Symbol, mit

welchem im Norden Europas die nach der

Sonnwende wiederkehrende Sonne begrüsst

wurde. In der Schweiz hielt der Weihnachtsbaum

erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts Einzug.

In vielen Menschen weckt der Weihnachtsbaum

Erinnerungen an frühere Weihnachtsfeiern.

Wenn Ihnen diese Erinnerungen schwerfallen,

verzichten Sie ruhig auf den Baum. Falls Sie Ihre

Wohnung dennoch schmücken möchten, lassen

Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.

TIPP 2: NICHT FRIEDE, ABER

WAFFENSTILLSTAND

Streit und Konflikte können nicht einfach

vergessen werden, nur weil der Kalender den

24. Dezember anzeigt. Aber dass ein zeitlich

begrenzter Waffenstillstand vereinbar ist, haben

uns nicht nur die beiden Weltkriege gezeigt.

Für das Gelingen wichtig ist die klare

Vereinbarung, die von allen Beteiligten

(gleichberechtigt!) mindestens einen Tag im

Voraus getroffen wird. Sie soll folgende Punkte

enthalten, die auch schriftlich festgehalten

werden können:

1. Beteiligte

2. Dauer

3. Verpflichtung zum respektvollen Umgang

miteinander.

4. Aufzählung der Themen, die während der

Vereinbarungsdauer nicht erwähnt werden

dürfen.

5. Programm während der Vereinbarungsdauer.

6. Warnsignal, d.h. ein Zeichen, das jede/jeder

Beteiligte benutzen kann, wenn sie/er den

Eindruck hat, ein Punkt der Vereinbarung werde

nicht eingehalten (z.B. eine Glocke oder eine

gelbe Karte)

Auf diese Weise kann man doch gemeinsam den

Abend verbringen und kommt sich vielleicht

sogar etwas näher.

TIPP 4: AUCH GESCHENKE MÜSSEN

NICHT SEIN

Auch das Schenken an Weihnachten ist kein

sehr alter Brauch – und der ausufernde

Geschenkrummel unserer Zeit schon gar nicht.

In der Bibel lesen wir zwar, dass die Weisen aus

dem Morgenland dem neugeborenen Jesus

Geschenke mitgebracht haben. Aber bei diesen

Gaben stand nicht ihr Wert im Vordergrund,

sondern das, was die Geschenke aussagten:

Gold als Symbol für alles Reiche, Frohe,

Glückliche, Weihrauch als Symbol des

Aufsteigens zu Gott, des Gebetes, des

Vertrauens und Myrrhe als Symbol der Trauer

und des Schmerzes, der Angst und

Verzweiflung. Und die ersten Besucher, die

Hirten, brachten sicher nichts an Geschenken,

arm wie sie waren.

Können wir nicht auch einmal den Hirten gleich

sein, anstatt immer den schenkenden Weisen

(die erst in der späteren Tradition zu Königen

gemacht wurden) gleichen zu wollen? Und wenn

schon Geschenke, weshalb dann nicht eben

symbolische Geschenke? Also beispielsweise

eine besondere Geschichte zum Vorlesen am

Abend, etwas zum Dessert, eine schöne

Postkarte oder eine Ihrer CDs (die Sie dann

wieder mitnehmen) mit einem Musikstück, das

Ihrer Meinung nach zum Abend passt.

TIPP 5: SCHENKEN SIE SICH SELBST!

Haben Sie sich schon überlegt, wie kostbar jene

Zeit ist, die Sie selbst schenken? Vielleicht ist

21


das Alters- und Pflegeheim in Ihrer Nähe, die

Asylantenunterkunft oder das Heim für

Behinderte dankbar für Ihre Zeit, die sie am 24.

Dezember dort den Menschen schenken.

Fragen Sie doch einfach telefonisch bei der

Leitung des Heims oder der Institution nach.

SO WIRD WEIHNACHTEN

GEHALTVOLL

Wer Weihnachten von anderen Menschen

abhängig macht, muss damit rechnen, dass

sie/er enttäuscht wird. Wer vor Weihnachten

flieht, muss damit rechnen, dass er – selbst in

fernen Ländern – davon eingeholt wird.

Wer sich aber der Herausforderung von

Weihnachten stellt und aktiv einen Abend

gestaltet, der für sie/ihn „stimmt“, darf damit

rechnen, dass sie/er sich für das öffnet, was Gott

uns mit der Geburt Jesu schenken will: Frieden

der Seele.

EIN WUNDER FÜR UNS

JOHANNA

AALTONEN,

FINNISCHE

SÄNGERIN

«Weihnachten

erinnert mich an

den Beginn der

Christenheit; daran, wie Jesus geboren wurde

und Gott ein Wunder für uns tat, als er Mensch

wurde und unter uns lebte. Es ist natürlich auch

eine familiäre Feier. Oft neigen wir dazu, zu

vergessen, was die Botschaft ist. Wir hören die

schöne Musik, es gibt Geschenke und gutes

Essen, aber eigentlich sollten wir nachdenken,

warum wir Weihnachten feiern.»

KINDHEITSERINNERUNGEN

PFR. WILFRIED

BÜHRER,

KIRCHENRATS-

PRÄSIDENT DER

EVANGELISCHEN

LANDESKIRCHE

THURGAU

DER AUTOR: PFR. REINHARD H. EGG, DIPL.

PSYCHOLOGE

WAS BEDEUTET

WEIHNACHTEN FÜR

SIE?

«Mit Weihnachten

verbinden sich für

mich ganz intensive Kindheitserinnerungen:

Sonntagsschulweihnachten, Feier in der Familie,

Singen, Geschenke... Da dies alles noch nicht in

Konkurrenz stand zu Fernsehen, vielen andern

Freizeitaktivitäten oder zu einem Leben in

materiellem Überfluss, hat es sich tief in mir

eingeprägt. Auch heute versuche ich, die

einfache biblische Wahrheit ‹Christ der Retter ist

da› in einfachen Formen zu feiern: mit Singen,

Konzert besuchen, Gottesdienst.»

Verschiedene Persönlichkeiten erklären,

was Weihnachten für sie ganz persönlich

bedeutet und wie sie das Fest feiern.

22


OFFENE WEIHNACHTSFEIER

DEN SINN NICHT VERPASSEN

ERIKA ELMER,

SOZIALDIAKONIN

DER

REFORMIERTEN

KIRCHGEMEINDE

WÄDENSWIL

«Weihnachten

macht mir bewusst,

dass der grosse

ewige Gott am Schicksal von uns Menschen

Anteil nehmen will. Davon lebe ich das ganze

Jahr. Es macht mir Mühe zu sehen, wie sehr das

Weihnachtfest vor allem zu einem Familien- und

Geschenkfest geworden ist. Natürlich freue ich

mich, dass die grossen Kinder gerne

heimkommen. Aber ebenso freut mich, dass ich

durch meinen Beruf an Heiligabend eine offene

Weihnachtsfeier anbieten darf. Da feiern wir,

über 40 Personen miteinander, ohne Geschenke

in herzlicher, froher Gemeinschaft.»

DAS GENIALSTE GESCHENK

CLIFF

RICHARD,

BRITISCHER

SÄNGER

SHELLEY

THOMPSON,

DEUTSCHE

FUSSBALL-

NATIONAL-

SPIELERIN

«Gott hat sich

entschieden,

seinen Sohn für

uns zu schicken. An Weihnachten zeigt er uns,

wie sehr er die Welt liebt. Wir dürfen an ihn

glauben und gerettet werden. Die meisten Leute

machen sich wohl nicht so viele Gedanken über

Weihnachten. Es geht heute auch alles so

schnell, man arbeitet bis zwei Tage vorher, dann

ist das Fest da und schon ist alles wieder vorbei

- von vielen Menschen wird es einfach nur als

Stress empfunden. So kann man leicht den

eigentlichen Sinn des Festes verpassen.»

FÜREINANDER BETEN

«Weihnachten ist für mich ein Dankesfest -

Jesus ist geboren! Gott wurde Mensch, um uns

mit ihm zu versöhnen.

«Ich feiere

Weihnachten

wegen Jesus

Christus - er ist

das genialste Geschenk, das Gott uns

Menschen gab. Weihnachten repräsentiert den

Moment, als Gott als körperliches Wesen auf die

Erde kam, damit wir ihn leichter begreifen

können. Gott in Gestalt eines Menschen, der

heilt, liebt und schöne, weise Worte sagt, das

überzeugt mich. Am Heiligabend bin ich immer

in der Kirche meines Heimatdorfes. Wenn ich

dann all diese schönen Lieder gesungen habe

und zu Bett gehe, macht einfach alles Sinn. Am

Tag darauf lade ich Familie und Freunde ein, um

zu essen und die Gemeinschaft zu geniessen.»

23


DER VOLLKOMMENE

ERLÖSER: DAS ERSTE

WEIHNACHTEN

Von Heinz Hepp

Einige hundert Jahre vor dem ersten

Weihnachten in Bethlehem versprach Gott, dass

der Erlöser kommen würde.

Gott gab durch seinen Propheten Jesaja ein

Versprechen an ein Volk, das sagt, dass es von

Gott auserwählt ist, sich aber von dem

lebendigen Gott abgewandt hat.

Lesen wir Jesaja 59:20. „Doch für Zion und

diejenigen aus Jakob, die sich von ihrer Sünde

abkehren, kommt er als Erlöser. Darauf gibt der

Herr sein Wort.“

Also stelle ich eine Frage zum Text. Was ist ein

Erlöser?

In der Kultur der Zeit der Verheißung war ein

Erlöser ein Mann, ein enger Verwandter

desselben Stammes, der den Preis für das

bezahlt, was diesem Verwandten abgenommen

oder abhandengekommen war. Der Erlöser war,

kurz gesagt, der Schuldentilger. In Vers 20 sagt

der Prophet Jesaja, dass der Erlöser nach Zion

oder Jerusalem kommen wird. Dies ist nicht nur

ein physischer, geografischer Ort auf dieser

Erde, an dem der Erlöser wandeln wird, sondern

zugleich auch ein geistiger Zustand. Im Urtext

der Bibel bedeutet das Wort Zion oder

Jerusalem übersetzt auch ausgedörrt oder ein

trockener Ort. Was wir physikalisch kennen, ist

Jerusalem, aber es bezieht sich auch auf

spirituelle Aspekte.

Die Menschheit hatte zum Zeitpunkt dieses

Versprechens dem lebendigen Gott, dem

Schöpfer von Himmel und Erde und allem Guten

den Rücken gekehrt. Gottes eigenes Volk hatte

ihrem Schöpfer den Rücken gekehrt. Lasst uns

die Situation in ihren Herzen entdecken, die

durch ihre eigene Aussage deutlich wird.

Jesaja 59: 12-13 Denn unsere Sünden häufen

sich vor dir und unsere Verfehlungen sprechen

gegen uns. Unsere Abtrünnigkeit steht uns vor

Augen und unsere Sünden sind uns bewusst:

Wir haben uns gegen den Herrn gewandt und ihn

verleugnet. Wir haben unserem Gott die

Nachfolge versagt. Wir reden von Gewalt und

Ungehorsam. Wir gehen mit Lügen schwanger

und lassen sie aus unseren Herzen

hervorbrechen.

Dies ist ein Volk, das von Gott berufen wurde,

ihm zu dienen, ein Licht für die Völker der Welt

zu sein, um Gottes Herrlichkeit der Menschheit

zu offenbaren, damit die Welt ihn erkennen

kann.

Gottes eigenes Volk sagt, wir haben wissentlich

gegen dich rebelliert und uns von dir abgewandt.

Wir entscheiden uns bewusst dafür, unser Leben

ohne dich Gott, zu leben. Wir entscheiden uns

bewusst dafür, gewaltbereit zu sein und andere

zu unterdrücken. Wir haben unsere

betrügerischen Lügen sorgfältig geplant.

Lesen wir Jesaja 59:14, das Ergebnis des

Lebens ohne Gott ist deutlich zu sehen. Deshalb

wird das Recht verdrängt, Gerechtigkeit ist weit

entfernt. Die Wahrheit strauchelt auf dem Markt

und Ehrlichkeit findet keinen Raum.

Gottes eigenes Volk ist eins mit dem Bösen

geworden, sein Herz ist voll von selbstsüchtigen

Wünschen. Es entscheidet sich dafür, eins mit

dem Bösen zu sein. Die Ehrlichkeit ist der Lüge

gewichen. Die Gerechtigkeit ist untergegangen.

Ehrlichkeit ist verboten. Wer das Böse nicht gut

nennt, wird unterdrückt und verfolgt.

Das, was die Menschheit zu kontrollieren

versuchte, wurde zur kontrollierenden Kraft über

die Menschheit.

Ihre Gedanken und Herzen werden von

selbstsüchtigen Wünschen bestimmt. Gottes

eigenes Volk lebt ohne Ihn. Die Kultur der

Menschheit ohne Gott - wird geistlich trocken,

lebt in Konflikten, Dunkelheit und Bösem und

wird eins mit Konflikten, Dunkelheit und Bösem.

Konflikt ist das ungleiche Verhältnis von

Unterdrückung und Missbrauch. Dunkelheit ist

ein Leben ohne Gott, eine Dunkelheit, die so

dunkel ist, dass man sie fühlen kann. Es ist

geistlich, geistig und körperlich. Das Böse ist

24


Tod, Zerstörung und alles, was mit dieser Welt

nicht stimmt.

Das ist die Situation, in die Gott hinein sein

Versprechen gegeben hat. Gott verspricht nicht

nur, dass der Erlöser kommen wird, sondern

auch, was der Erlöser tun wird. Der Erlöser zahlt

den Preis, die Kosten für alle Straftaten, die die

Menschheit jemals gegeneinander und gegen

Gott begangen hat. Der Erlöser wird

wiederherstellen, was die Menschheit dem

Bösen gegeben hat und infolgedessen, was das

Böse der Menschheit genommen hat. Der

Erlöser wird die gebrochenen Herzen heilen, die

Ketten der Unterdrückung zerbrechen, den

Gefangenen Freiheit geben, Gottes Reich der

Gerechtigkeit und Gleichheit errichten, das Böse

besiegen und es letztendlich vollständig

beseitigen. Das Böse hat keine Macht und

keinen Platz im Reich Gottes.

In Gottes Verheißung, dass der Erlöser kommen

wird, kommt Gott selbst. Gott macht sich

persönlich, intim und (be)greifbar. Gott selbst

wird menschlich.

Lesen wir mehr über Jesaja 59 und Vers 21.

»Und dies ist mein Bund mit ihnen«, verkündet

der Herr: »Mein Geist und die Worte, die ich

euch gegeben habe, werden bei euch bleiben.

Sie werden immer auf euren Lippen und den

Lippen eurer Kinder und Enkel sein, von nun an

bis in Ewigkeit«, spricht der Herr.

Wenn der Erlöser kommt, wird Gott seinen Geist

ausschütten. In diesem Zusammenhang, wenn

Gott sagt, dass der Erlöser kommen wird und

dies mein Bund ist, ist dies mehr als eine

Verheißung, es bedeutet ein Bündnis, es

bedeutet eine tiefe persönliche, innige Bindung

und Beziehung, die sich untereinander erfüllt

und an die Verheißung gebunden ist. Der Gott,

der Himmel und Erde und alles Gute geschaffen

hat, gibt sein Versprechen nicht nur für ein Volk,

sondern für die ganze Menschheit.

Fast unvorstellbar, dass derjenige, der die

Dunkelheit mit Licht erfüllte, den Zyklus von

Nacht und Tag festlegte, Ordnung aus dem

Chaos schuf und der Menschheit Leben

einhauchte, als einer von uns in seine eigene

Schöpfung kam. Er kam, um zu erlösen, zu

retten, wiederherzustellen und zu erneuern. Er

hat gelebt, um zu sterben und ist auferstanden -

für immer und ewig.

Gott versprach, dass der Erlöser kommen würde

und Weihnachten feiern wir, dass der Erlöser

gekommen ist.

Der erste Weihnachtsgott beschloss, sich dem

menschlichen Zustand zu unterwerfen, als Same

des Heiligen Geistes, der von einer Frau, vor

ihrer Heirat, unter dem Herzen getragen wurde,

die in ein unterdrücktes Volk unter der Herrschaft

einer fremden Macht hineingeboren wurde.

Einer Weltmacht, die wohl die das brutalste,

korrupteste und dekadenteste Weltreich in der

Geschichte der Menschheit begründete. Dieser

Erlöser kam in einem Stall und einem Futtertrog

auf diese Erde, um der Erlöser und Retter aller

Menschen zu sein.

Sein Name: Er heißt Jesus.

Lesen wir einen weiteren Bibelabschnitt aus

Lukas 2: 25-32: In Jerusalem lebte ein Mann

namens Simeon. Er war gerecht und

gottesfürchtig. Simeon war vom Heiligen Geist

erfüllt und wartete sehnsüchtig auf die Ankunft

des Christus, der Israel Trost und Rettung

bringen sollte. Der Heilige Geist hatte ihm

offenbart, dass er nicht sterben würde, bevor er

den vom Herrn gesandten Christus gesehen

hätte. An diesem Tag führte der Heilige Geist ihn

in den Tempel. Als Maria und Josef kamen, um

das Kind dem Herrn zu weihen, wie es im Gesetz

vorgeschrieben ist, war Simeon dort. Er nahm

das Kind auf seine Arme und lobte Gott und

sagte: »Herr, nun kann ich in Frieden sterben!

Wie du es mir versprochen hast, habe ich den

Retter gesehen, den du allen Menschen

geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern

Gott offenbaren wird, und er ist die Herrlichkeit

deines Volkes Israel!«

Israel, das Volk der Menschheit, das von Gott

berufen wurde Diener und Licht für die Völker

der Welt zu sein um Gottes Herrlichkeit zu

offenbaren, hat auf ganzer Linie versagt. Und

doch kommt aus diesem Volk der Erlöser. Gott

selbst wird ein Mensch aus dem Volk Israel, um

ein Diener der ganzen Menschheit zu sein, ein

Licht für alle Nationen zu sein, um Gottes

Herrlichkeit zu offenbaren, damit die Welt ihn

erkennen kann und die Möglichkeit hat, seine

Befreiung zu anzunehmen.

25


Jesus, der Sohn Gottes, der Sohn des

Menschen, der vollkommene Erlöser.

In dem Moment, als Gott der vollkommene

Erlöser kam, ein in einer Krippe geborenes

Baby, sagten Hirten:

Lukas 2: 10-14 Plötzlich erschien ein Engel des

Herrn in ihrer Mitte. Der Glanz des Herrn

umstrahlte sie. Die Hirten erschraken, aber der

Engel beruhigte sie. »Habt keine Angst!«, sagte

er. »Ich bringe eine gute Botschaft für alle

Menschen! Der Retter - ja, Christus, der Herr -

ist heute Nacht in Bethlehem, der Stadt Davids,

geboren worden! Und daran könnt ihr ihn

erkennen: Ihr werdet ein Kind finden, das in

Windeln gewickelt in einer Futterkrippe

liegt!« Auf einmal war der Engel von den

himmlischen Heerscharen umgeben, und sie alle

priesen Gott mit den Worten: »Ehre sei Gott im

höchsten Himmel und Frieden auf Erden für alle

Menschen, an denen Gott Gefallen hat«

Gott versprach, der Erlöser kommt, und

Weihnachten feiern wir, dasd der vollkommene

Erlöser ist gekommen ist!

Jesus, der Sohn Gottes, der Sohn des

Menschen, der vollkommene Erlöser.

Jesuskind wuchs zu einem Mann heran und ging

daran, Gutes zu tun.

Das erste Ostern, an dem Jesus sein Leben gab.

Er wurde öffentlich gedemütigt, beschämt,

gefoltert, hingerichtet, starb, erhob sich in einem

verherrlichten Körper und stieg in den Himmel

auf, nachdem er den Preis bezahlt hatte, den

Tod besiegt und die Mächte des Bösen

entwaffnet hatte. Weihnachten feiern wir, dass

der perfekte Erlöser gekommen ist, den Preis

bezahlt hat und erkauft hat, was die Menschheit

dem Bösen überlassen hat. Gott selbst wurde

unser Vater. Gott selbst wurde einer von uns.

Gesandt, um die gebrochenen Herzen zu heilen,

die Ketten der Unterdrückung zu durchbrechen,

den Gefangenen Freiheit zu geben, Gottes

Reich der Gerechtigkeit und Gleichheit in dieser

vom Bösen zerstörten Welt zu errichten, in

unserem Herzen und in unserem Verstand,

seinen Geist zu geben und mit seinem zweiten

Kommen das Böse vollständig auszurotten. Gott

hat jede Verheißung erfüllt.

Jesus schenkt sich uns selbst. Wenn wir dieses

Geschenk annehmen gehen wir den Bund mit

Gott ein, eine innige Beziehung mit der Quelle

von allem Guten. Eine Beziehung der

bedingungslosen Liebe, in diesem Leben, in

dieser Welt, die vom Bösen zerstört wurde.

Wenn wir Jesus als Geschenk annehmen, den

vollkommenen Erlöser, ist jeder Tag ein Tag mit

Ihm, der mehr von Ihm, mehr von Seiner Liebe,

mehr von Seinem Frieden, mehr von Seinem

Licht, mehr von Seiner Güte in sich trägt.

Wenn wir Jesus als Geschenk von sich selbst,

dem vollkommenen Erlöser, annehmen ist jeder

Tag ein Tag, um ihn besser kennenzulernen. Wir

dürfen uns in unseren Herzen und Gedanken

von seinem Geist leiten lassen und im Sieg

dessen leben, der er ist und was er getan hat,

macht und machen wird.

Jesus, der Sohn Gottes, der Sohn des

Menschen, der vollkommene Erlöser, gibt der

Menschheit das zurück, was die Menschheit

dem Bösen übergeben hat. Er gibt Frieden in

dieser Welt der Unterdrückung. Er gibt Licht in

diese Welt der Dunkelheit. Er gibt Güte in dieser

Welt, die vom Bösen gequält wird.

Gott sagte, der Erlöser wird kommen, und

Weihnachten feiern wir, dass der Erlöser

gekommen ist!

26


ANKÜNDIGUNG DER GEBURT

JESU

(Gabriel besucht Maria und Josef, Josefs Traum)

Bibeltext: Lk 1,26-38; Mt 1,18-24

Lehre: Vertraue Gott und gehorche ihm.

Bibelvers: Lukas 1,38 (Luther) Siehe, ich bin

des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt

hast.

Die Bibel redet immer wieder von Engeln. Ein

paar Engel werden sogar mit Namen genannt,

z.B. Michael und Gabriel. Gabriel hatte eine

besondere Aufgabe. Er hatte schon Zacharias

die Nachricht gebracht, dass er und seine Frau

Elisabeth ein Kind bekommen würden. Jetzt, 6

Monate später, hatte Gabriel einen neuen

Auftrag. Es war ein noch wichtigerer Auftrag. Er

sollte nach Nazareth gehen, einer Stadt in

Galiläa. Dort lebte ein junges Mädchen.

Maria war noch nicht sehr alt. Vielleicht war sie

etwa 15 Jahre alt. Sie lebte in Nazareth und sie

war seit kurzer Zeit verlobt mit Josef. Damals

heirateten die Mädchen oft so jung. Maria kannte

Gott und liebte Gott. Und für sie war Gott ihr

Herr. Sie wollte Gott gehorchen, egal in welcher

Situation sie war. Das war ihr fester Entschluss.

Jetzt war Maria wahrscheinlich aufgeregt und

freute sich auf die Hochzeit. Sie mochte Josef

sehr. Sie platen alles, das Essen, die Gästeliste,

die Dekoration. Sie freuten sich. Aber dann

passierte etwas Ungewöhnliches. Und fast hätte

es gar keine Hochzeit gegeben.

Als Maria an einem Tag in ihrer Wohnung war,

stand plötzlich ein Engel vor ihr. „Sei gegrüßt, du

Begnadete! Der Herr ist mit dir!“ sprach der

Engel Gabriel Maria an. Maria erschrak.

Wahrscheinlich hatte sie noch nie vorher einen

Engel gesehen. Sie hatte schon von Engel

gehört, aber jetzt stand tatsächlich einer vor ihr,

Gabriel. Aber noch mehr wunderte sie sich

darüber, was der Engel sagte. Wieso nannte er

sie „Begnadete?“ Was sollte das bedeuten?

Maria war, wie alle anderen Menschen auch, ein

Sünder. Sie war nicht besser als die anderen.

Aber trotzdem sprach der Engel sie jetzt so an.

Denn Gott hatte einen besonderen Plan mit ihr.

Und dann hatte er gesagt „Der Herr ist mit dir!“

Maria wusste: egal, was der Besuch des Engels

zu bedeuten hatte, Gott war bei ihr. Und sie

konnte Gott vertrauen. Was auch immer der

Engel ihr sagen wollte, sie wollte Gott

gehorchen.

„Fürchte dich nicht, Maria!“, sprach der Engel

weiter. „Du hast Gnade bei Gott gefunden.“

Wieder sprach der Engel Gabriel von Gnade.

Gott hatte etwas Besonderes vor mit Maria. Das

erklärte Gabriel ihr jetzt. „Du wirst schwanger

werden und einen Sohn bekommen, und du

sollst ihn Jesus nennen. Dieses Kind wird etwas

ganz Besonderes sein. Es wird Gottes Sohn

sein. Er wird einmal über das Volk Israel und

über die ganze Erde regieren.“

Maria war immer noch sehr verwundert. Dass ihr

Kind einmal über die ganze Welt regieren sollte?

Aber noch mehr beschäftigte sie ein anderer

Gedanke: „Wie soll das denn gehen?“, fragte sie

den Engel. „Ich bin doch noch gar nicht

verheiratet.“ Der Engel Gabriel erklärte es Maria:

„Das Kind wird keinen normalen Vater haben.

Sondern Gott selbst ist sein Vater. Der Heilige

Geist wird das Baby in dir wachsen lassen.“ Und

dann erzählte der Engel Maria noch, dass

Elisabeth, ihre Verwandte, auch schwanger war:

„Elisabeth wird auch einen Sohn bekommen,

obwohl sie eigentlich keine Kinder bekommen

kann. Gott ist nichts unmöglich. Er kann alles

tun.“

Das war eine große Aufgabe für Maria. Sie freute

sich, aber sie hatte auch Angst. Vielleicht würde

ihr keiner glauben, vielleicht würde sie keiner

verstehen. Aber sie wusste, dass Gott bei ihr

war. Deshalb sagte sie: „Gott ist mein Herr. Ich

will ihm gehorchen. Es soll so geschehen, wie du

gesagt hast.“

Kannst du das auch sagen? Kannst du Gott

sagen: Du bist mein Herr. Ich will dir gehorchen?

Gott liebt dich und deshalb kannst du ihm

vertrauen. Sei bereit, ihm zu gehorchen. Nimm

ihn als deinen Herrn an. Das ist das Beste, was

du in deinem Leben tun kannst, denn Gott liebt

dich wirklich. Du kannst beten: „Vater im

27


Himmel, ich möchte, dass du mein Herr bist. Ich

will dir gehorchen, denn ich vertraue dir. Bitte hilf

mir dabei.“

Maria wollte Gott gehorchen und vertrauen. Aber

das war nicht leicht. Sie wurde wirklich

schwanger und nach einiger Zeit merkte das

auch Josef, ihr Verlobter. Maria erzählte ihm

alles, was geschehen war. Aber Josef konnte es

nicht glauben. „Das kann doch nicht sein,

Maria!“, rief er. „Das kann ich dir nicht glauben.“

Er dachte, das Kind ist von einem anderen

Mann. Josef liebte Maria. Aber so konnte er sie

nicht heiraten. Aber wenn er jedem erzählt hätte,

dass Maria von einem anderen Mann schwanger

ist, dann hätte Maria große Probleme

bekommen. Das wollte Josef auch nicht.

Deshalb plante er, sie heimlich zu verlassen. Er

wollte in eine andere Stadt gehen und Maria

alleine lassen. „Das ist das Beste für uns beide“,

dachte sich Josef.

Josef war traurig, aber er sah keine andere

Lösung. Er liebte Maria und er wollte Gott

gehorchen. Aber er konnte nicht glauben, was

Maria ihm erzählte. Deshalb schickte Gott auch

zu Josef einen Engel. Als Josef schlief erschien

ihm der Engel im Traum. „Josef, du kannst Maria

heiraten“, erklärte der Engel. „Sie hat keinen

anderen Mann, sondern das Kind ist vom

Heiligen Geist. Sie bekommt einen Sohn. Du

sollst ihn Jesus nennen. Das Kind wird einmal

alle Menschen von ihren Sünden retten.“

Der Engel redete weiter: „Kennst du die Stelle im

Alten Testament im Propheten Jesaja? In Jesaja

7,14 steht: »Siehe, eine Jungfrau wird

schwanger sein und einen Sohn gebären, und

sie werden ihm den Namen Immanuel geben«.

Immanuel bedeutet: Gott mit uns. Und genau

das geht jetzt in Erfüllung. In dem Kind kommt

Gott allen Menschen ganz nah.“

Als Josef aufwachte, war er erleichtert. Jetzt

wusste er, dass Maria die Wahrheit gesagt hatte.

Und Josef wollte Gott gehorchen. Er wollte alles

tun, was Gott ihm gesagt hatte. Sofort ging er zu

Maria und redete mit ihr. Maria war sehr

glücklich, dass Josef ihr jetzt glaubte. Sie dankte

Gott. Und bald feierten sie ihre Hochzeit und

freuten sich gemeinsam auf das Kind.

Gott hatte etwas Besonderes vor mit Maria und

auch mit Josef. Aber er konnte es nur tun, weil

beide Gott gehorchen wollten und Gott ihr Herr

war. Ist Gott auch dein Herr? Willst du Gott

gehorchen?

GEBURT JESU

(Weihnachtsgeschichte)

Bibeltext: Lukas 2,1-7

Lehre: Gott will uns nah sein.

Bibelvers: 1. Johannes 4,16b (Luth): Gott ist die

Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in

Gott und Gott in ihm.

„Maria, hast du das schon gehört?“ Josef kam

ganz aufgeregt nach Hause und begrüßte seine

Frau. „Was ist denn los, Josef?“, fragte Maria

zurück. Und dann erzählte Josef, was er gehört

hatte.

Der Kaiser Augustus, der zu der Zeit regierte,

wollte wissen, wie viele Menschen es in seinem

Reich gibt. Und dazu sollten sich alle in Listen

eintragen lassen. „Aber das ist noch nicht alles“,

erzählte Josef weiter. „Jeder muss in seine

Heimatstadt reisen und sich dort eintragen

lassen. Wir müssen nach Bethlehem gehen.“

Josef kam aus der Stadt Bethlehem. Einer seiner

Vorfahren war der König David und der kam

auch aus Bethlehem. Jetzt wohnte Josef in

Nazareth, aber er musste nach Bethlehem

gehen und sich dort in die Liste des Kaisers

eintragen lassen.

„Aber wie sollen wir das schaffen?“, fragte Maria

etwas unsicher. „Das Kind kann doch jeden

Moment kommen.“ Maria war nämlich

schwanger. Das Kind in ihrem Bauch war ein

ganz besonderes Kind. Es war Gottes Sohn.

Gott wollte zu den Menschen, zu uns kommen,

um uns ganz nah sein zu können. Und deshalb

schickte er seinen Sohn als Baby auf die Welt.

Bald war es so weit und das Baby sollte geboren

werden.

„Das passt jetzt überhaupt nicht, dass wir jetzt

noch diese Reise machen müssen“, überlegte

Josef. „Bethlehem ist 150 km entfernt von hier.

28


Wir werden 5 Tage unterwegs sein, bis wir dort

sind. Aber wir müssen gehen. Der Kaiser hat es

so befohlen.“ Also packten Maria und Josef alles

ein, was sie brauchten und was sie tragen

konnten. Es gab noch keine Autos, Busse oder

Züge, mit denen sie nach Bethlehem fahren

konnten. Also gingen sie zu Fuß. Sie luden ihr

Gepäck auf einen Esel, so mussten sie nicht so

schwer tragen.

Die Reise war anstrengend. Besonders für

Maria. Sie hatte einen dicken Bauch und es fiel

ihr schwer, so lange zu laufen. Zwischendurch

konnte sie sich auf den Esel setzen und sich so

ein wenig ausruhen. „Warum hat Gott das so

gemacht?“ dachte sie sich vielleicht. „Warum

müssen wir jetzt noch so weit laufen. Kann das

Kind nicht ganz normal in Nazareth geboren

werden?“

Aber Gott hatte alles so geführt. Er wollte uns

Menschen ganz nah sein. Und durch Jesus

konnte er das tun. Das hatte er schon lange

vorher vorbereitet. Schon der Prophet Micha, der

lange Zeit vor Jesus gelebt hatte, hat davon

gesprochen, dass das in Bethlehem sein wird

(Micha 5,1). Jetzt war es so weit. Deshalb hat

Gott es so gemacht, dass der Kaiser Augustus

sein Volk schätzen lassen wollte. So mussten

Josef und Maria nach Bethlehem gehen.

„Wann sind wir da?“, fragte Maria. „Ich denke, es

dauert nicht mehr lange“, erklärte Josef. „Dort

hinten die Häuser, das müsste schon Bethlehem

sein.“ 5 Tage lang waren sie unterwegs

gewesen. Jetzt waren beide müde und froh,

dass sie bald da waren. Erleichtert kamen sie

schließlich in Bethlehem an.

Maria hatte nicht viel Zeit in Bethlehem. Denn

kurz nachdem sie angekommen waren, kam ihr

Kind zur Welt. Dort gab es kein Krankenhaus, in

das sie zur Geburt gehen konnte. Sie hatten

auch keinen großen Palast für das Kind.

Immerhin war das Kind doch Gottes Sohn.

Eigentlich hätten sie doch ein richtig schönes

Schloss für die Geburt erwarten können. Aber all

das gab es nicht. Als Jesus geboren wurde,

bekam er kein schönes Kinderbett mit weichen

Kissen. Er wurde in Windeln gewickelt und in

eine Futterkrippe gelegt. Sonst fraßen die Tiere

daraus. Und jetzt lag der Sohn Gottes selbst

darin.

Warum hat Gott keinen anderen Ort

ausgewählt, irgendetwas viel Schöneres und

Besseres? Weil Gott jeden Menschen ganz nah

sein wollte, nicht nur den reichen oder denen,

die viel zu sagen haben. Jesus kam für die

einfachen, für die ganz normalen Leute. Er kam

für dich. Weil Jesus damals geboren wurde,

kannst du heute mit Gott leben und Gott ganz

nah sein.

Maria schaute auf ihr kleines Baby in ihren

Armen. Sie nannten es Jesus, so wie Gott es

ihnen gesagt hatte. Und Gott hatte noch einen

anderen Namen genannt „Immanuel“. Immanuel

bedeutet „Gott ist mit uns“. Und das war Jesus.

Jesus war Gottes Sohn und durch ihn ist uns

Gott ganz nah gekommen.

Gibt es die vollkommene Kirche?

Zum weisen Einsiedler kam eines Tages ein

junger Mensch und sagte, er sei von der Kirche

enttäuscht und suche die vollkommene

Gemeinschaft der Gläubigen. ...

Da führte ihn der Alte zum Mauerwerk seiner

kleinen Kapelle und fragte ihn: "Sag mir, was du

siehst." -

"Ich sehe ein altes Gemäuer mit viel Unkraut

und Moos," entgegnete der Besucher.

"Und dort wohnt Gott in diesem scheinbar

ungepflegten Haus", meinte der Einsiedler.

"So ist es auch mit der Kirche. Sie kann nicht

rein und perfekt sein, weil sie aus Menschen

besteht.

Auch du bist ein Mensch und ich sage dir:

Selbst, wenn du die vollkommene Kirche

findest, wird sie es in dem Augenblick nicht

mehr sein, in dem du ihr beitrittst."

Autor unbekannt

29


Blinder Glaube

Es war einmal ein Mann, der konnte seit seiner

Geburt nichts sehen. Keine Blumen, keine

Wolken, keine Häuser und auch nicht die Sonne

– er war nämlich blind. Obwohl er blind war,

erledigte er trotzdem alles selber, ob es jetzt

zum Einkaufen gehen war, oder ob er zur Bank

ging um dort Geld abzuheben – alles machte er

alleine.

...

An einem besonders schönen Tag, es war

nämlich schön warm, wollte der blinde Mann

seine Mutter besuche, die ein paar Strassen

weiter wohnte. So ging er bis zu einer

vielbefahrenen Kreuzung. Dort blieb er stehen,

weil er auf das Ampelsignal warten musste.

Neben ihm stand ein sehender Mann. Da fragte

der Blinde den Sehenden: „Sagen Sie mal,

glauben sie eigentlich, dass es Gott gibt?“ „Oh,

nein!“ erwiderte der sehende Mann „Ganz

bestimmt nicht!“ „Warum nicht?“ fragte der

Blinde. „Ich“ antwortete der Sehende „glaube

nur an das was ich auch wirklich sehen kann,

und Gott, nein, Gott habe ich noch nie gesehen,

also glaube ich nicht, dass es ihn wirklich gibt!“

„Oh“ sagte der Blinde, wendet sich ab und läuft

geradewegs auf die Fahrbahn in den Verkehr.

Im letzten Moment greift der Sehende nach

seinem Arm und reißt ihn zurück auf den

Gehweg „Sind Sie verrückt? Sie können nicht

einfach auf die Strasse laufen!“ „Aber“ sagt der

Blinde achselzuckend „ich habe noch nie eine

Kreuzung gesehen. Woher soll ich wissen, dass

es sie wirklich gibt?“ „Na, die Autos!“ ruft der

sehende Mann „Sie können doch die Autos

hören, wie sie aus allen Richtungen kommen.

Das ist doch der eindeutige Beweis für eine

Kreuzung!“

„Ich habe auch noch nie ein Auto gesehen“

sagte der Blinde. „Ich sage Ihnen doch, hier ist

eine Kreuzung, genau vor uns. Sie ist da. Das

müssen Sie mir einfach glauben!“ „Ja“ sagt der

Blinde leise und lächelt „ich glaube, dass es

Gott wirklich gibt. Wenn ich ihn schon nicht

sehen kann, aber ich kann von seinen Wundern

hören, die auch in der Bibel niedergeschrieben

sind, denn hören kann ich nämlich sehr gut!“

Verfasser unbekannt

Alles umsonst

Ein Fuchs fand einmal einen besonders

verlockenden Weinberg. Die herrlichen Früchte

darin reizten seine Gier. Aber der Weinberg war

von allen Seiten sicher umzäunt. Da erblickte

der Fuchs, an einer Seitenecke eine winzige

Öffnung, durch die er in den Weinberg

eindringen wollte. Aber die Öffnung war zu eng.

So konnte der Fuchs nicht hineinkriechen....

In einer Mischung aus Begierde und Klugheit

beschloss der Fuchs so lange zu fasten, bis er

durch den Spalt in den Weinberg eindringen

konnte. Nach einigen Tagen war er so mager,

dass er hineinschlüpfen konnte. Nun frass er

sich an den wunderschönen und reifen

Früchten satt – und wurde wieder dick. Als er

durch die Öffnung wieder hinauswollte, gelang

es ihm nicht. So musste er sich einige Tage

verstecken und fasten, bis er wieder so mager

war, um durch die Öffnung hindurch sein Leben

zu retten. Als er abgemagert hinausgelangte,

drehte er sich zum Weinberg um und sagte:

«Weinberg, Weinberg! Wie schön bist du, und

wie herrlich schmecken deine Trauben. Aber

man hat von dir keinen Nutzen. So hungrig man

auch hinein kommt, so hungrig geht man aus dir

heraus!» Im Weinberg dieser Welt ist letztlich

alles umsonst. Nichts bringt die letzte Erfüllung

unseres Lebens. Nichts stillt auf immer die

Sehnsucht unseres Herzens. Gejagt und

abgemagert müssen wir die Weinberge dieser

Welt wieder verlassen.

(Nach einem jüdischen Märchen)

Es sei denn wir haben auf dem Weg durch diese

Welt Erlösung durch Jesus gefunden

Geöltes

Räderwerk

Spurgeon, ein bekannter Prediger aus London,

sprach einmal in einem Bild über das abgeben

von Sorgen: "Hast du jemals zugeschaut, wie

Arbeiter an einem Bau arbeiten? Sie stehen auf

drei verschiedenen Stufen des Gerüstes und

reichen sich die Steine von der untersten Stufe

zur mittleren und von dort zur oberen durch.

Das Werk geht gut voran, solange jeder Stein,

der die unterste Stufe erreicht, sofort zur nächst

höherer Stufe weitergeht. Was würde

30


...passieren, wenn der Mann in der Mitte die

Steine nicht weitergäbe, sobald er sie erhielte?

Was würde passieren, wenn der oberste

Handwerker sich weigerte, die Steine

aufzufangen? Der arme Mann in der Mitte

müsste unter der Last schier

zusammenbrechen. Genau das geschieht

fortwährend mit uns im unsichtbaren Bereich.

Sobald uns die erste Schwierigkeit begegnet,

versäumen wir es, sie zur höheren Stufe

weiterzureichen, und schon fühlen wir uns unter

Druck und gequält. Schon kommt das zweite

und dritte Problem an uns heran. Allmählich

versiegen unsre Kräfte, und wir brechen unter

der Last zusammen."

Seenotrettung

Vor Jahren zeigte einmal ein Junge aus einem

holländischen Fischerdorf der Welt, welchen

Lohn selbstloses Dienen hat.

Weil das Dorf nur von der Fischerei und der

Fischverarbeitung lebte, war für Notfälle ein

freiwilliges Seerettungsteam nötig. Eines Nachts

toste der Sturm so stark, dass ein Fischerboot

auf See kenterte und die Schiffsbesatzung SOS

funkte.

Der Kapitän des Rettungsruderbootes schlug

Alarm, und die Dorfbewohner versammelten sich

auf dem Marktplatz des Ortes, von wo aus man

die Bucht überblicken konnte. Während die

Retter das Boot zu Wasser ließen und sich durch

die tosenden Wellen kämpften, warteten die

Dorfbewohner unruhig am Strand und hielten

Lampen und Laternen hoch, um den Rettern

Orientierung zu geben.

Eine Stunde später tauchte das Rettungsboot im

Nebel wieder auf, und die jubelnden Bewohner

rannten zum Ufer, um die Mannschaft zu

begrüßen. Die Männer ließen sich völlig

erschöpft in den Sand fallen und berichteten,

dass die Rettungsboote nicht mehr Passagiere

hätten aufnehmen können und man deshalb

einen Mann auf dem Schiff habe zurücklassen

müssen. Nur eine einzige Person mehr im

Rettungsboot hätte es unweigerlich zum Kentern

gebracht und alle wären umgekommen.

In aller Eile und fast schon in Panik versuchte der

Kapitän, eine weitere Rettungsmannschaft

zusammenzustellen, um den zurückgelassenen

Schiffbrüchigen zu bergen.

Der sechzehnjährige Hans trat vor, aber seine

Mutter packte ihn am Arm und bat: „Bitte geh

nicht! Dein Vater ist vor zehn Jahren auf See

umgekommen und dein großer Bruder wird auf

See vermisst. Hans, du bist alles, was ich noch

habe."

Hans antwortete: „Mutter, ich muss gehen. Was

wäre, wenn jeder sagen würde: Ich kann nicht

gehen, lass jemand anders hinausfahren?'

Dieses Mal muss ich meine Pflicht tun, Mutter.

Wenn der Ruf zum Dienst kommt, dann müssen

wir alle unseren Teil beitragen." Hans küsste

seine Mutter, schloss sich der

Rettungsmannschaft an und verschwand in der

Dunkelheit.

Stunde um Stunde verstrich und die Zeit kam

Hans' Mutter vor wie eine Ewigkeit. Schließlich

glitt das Rettungsboot aus dem Nebel hervor und

Hans stand vorn am Bug.

Die Hände vor dem Mund zum Trichter geformt

rief der Kapitän ihm zu: „Habt ihr den vermissten

Mann gefunden?" Hans konnte seine Gefühle

kaum zügeln und rief aufgeregt zurück: „Ja, wir

haben ihn gefunden. Sagen Sie meiner Mutter,

es ist mein Bruder Paul."

Verfasser unbekannt

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MONATSANDACHT FÜR

NOVEMBER 2019

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. (Hi

19,25)

Das „aber“ am Beginn dieses Satzes lässt

aufhorchen. Das Wort „aber“ stellt einen

Gegensatz dar. Hiob widerspricht. So kennt

man ihn: Hiob, der Rebell gegenüber Gott und

seinen Freunden. Hiob, der leidenschaftliche

Streiter gegen das ihm zu Unrecht zugefügte

Leid. Doch wenn Hiob an dieser bestimmten

Stelle „aber“ sagt, kommt noch etwas Anderes

zum Vorschein, nämlich eine neue Perspektive:

„Ich bin mit meinem Leid – trotz allem – nicht

allein. Ich bin kein bedauerlicher Ausnahmefall.

Wenn nur meine Geschichte aufgeschrieben

würde, würde es jeder erkennen.“ Hiob steht

exemplarisch für alle Menschen, die wie er

unter dauerhaften, unerträglichen Schmerzen

leiden. Und er steht dafür ein, dass mit diesem

Leid noch nicht alles gesagt ist.

In dem Streit, den Hiob mit Gott und seinen

Freunden führt, beginnt er etwas Neues zu

sehen. Auf seinem Weg bricht sich Hoffnung

Bahn. Es ist ein Weg, der das Leid,

die Not und das Elend des

Einzelnen und der Welt in einem

anderen Licht erscheinen lässt.

Freilich nicht in einem Licht, das

einem Schalter gleich einfach

angeknipst wird, sondern das sich

immer wieder erst hartnäckig – mit

einem „aber“ – gegen das Dunkel

wehren und durchsetzen muss.

Hiob weiß, dass er in Gott trotz

allem einen Fürsprecher, einen

„Erlöser“ hat – auch wenn Gott ihm

in seiner jetzigen Situation bloß als

willkürlicher Zerstörer seines

Lebens erscheint. Hiob vertraut fest

darauf, dass er diese erlösende Seite Gottes

eines Tages „sehen“ wird, selbst wenn er jetzt

und bis dahin, wie er sagt, nur noch aus Haut

und Knochen besteht. Gott wird ihm nicht mehr

als Fremder, sondern als Freund und Retter

erscheinen. Wie das? Indem Hiob die Welt aus

Gottes Sicht und nicht nur aus seiner eigenen

Sicht sehen lernt. Indem Hiob im Sehen Gottes

etwas Lebendiges wahrnimmt, das ihm selbst

dann nicht entrissen werden kann, wenn ihm

alles sonst Lebensnotwenige genommen

wurde. In diesem „Sehen“ Gottes liegt das

Geheimnis von Erlösung.

Prof. Dr. Dirk

Sager,Theologische

Hochschule Elstal

34


MONATSANDACHT FÜR

DEZEMBER

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht

leuchtet, der vertraue auf den Namen des

Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.

Jes 50,10 (E)

Der Dezember ist der dunkelste Monat im Jahr.

Es ist Nacht, wenn wir morgens aus dem Haus

gehen und auch, wenn wir spätnachmittags

nach Hause kommen. Das kann auf das Gemüt

drücken. Dagegen hilft vielleicht eine

Lichttherapie; im Winter noch dunkleren

Skandinavien werden dafür ganze Räume und

Hallen besonders erleuchtet, wo man sich im

sonnenähnlichen Licht seelisch erholen kann –

von der Dunkelheit draußen. Gegen das

fehlende äußere Licht kann man also etwas tun.

Aber was machen wir, wenn es um unsere

Seele immer finsterer wird oder in unserer

Gesellschaft und Welt?

Der Rat des Propheten ist es, auf den Namen

des Herrn zu vertrauen und sich auf seinen Gott

zu verlassen. Das sagt er zu seinen

Landsleuten, die weit weg von Jerusalem in

ihrem Exil in Babylon

verzweifeln; das sagt er auch

zu sich, wenn er von eben

diesen Landsleuten verspottet

wird, weil er glaubt, dass der

Gott Israels immer noch im

Regiment sitzt, dass Gott

vergeben hat und es Hoffnung

auf Rückkehr gibt.

Genau das beunruhigt auch

uns so sehr, wenn wir den

Eindruck haben, dass es Gott

gar nicht gibt oder dass er sich

für uns „null“ interessiert.

Manchmal empfinden wir unser

Leben wie ein Herumstochern

im dichten Nebel, ohne

Orientierung und Klarheit. Wir fühlen uns

überfordert, oft so allein, vielleicht sogar mitten

in Ehe und Familie. Wir sind andauernd müde

und wollen angesichts des dunklen Alltags

lieber die Augen schließen und in eine

hoffentlich helle Traumwelt eintauchen.

Da tritt der Prophet an unsere Seite und ruft uns

zu: „Du bist nicht allein. Du bist nicht verloren in

der Finsternis. Gott ist da, an deiner Seite. Er

sieht dich und er liebt dich.“ Jetzt kommt alles

darauf an, dass wir ihm glauben. Dass wir unser

Leben, so müde und verzagt es auch sein mag,

in die Hände Gottes fallen lassen, damit es in

uns und um uns wieder hell wird. ER ist unser

Bruder geworden. Sein Name ist „Immanuel“,

„Gott mit uns“! Geboren in einem Stall in

Bethlehem.

Prof. Dr. Michael

Kißkalt

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