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möbel kultur 10/19

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10 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Große

Bühne

Die Leitmessen im Herbst:

internationaler & nachhaltiger

Foto: Koinor

Amazon

Interior Day

Exklusive Erkenntnisse:

So funktioniert der Marktplatz als

Vertriebskanal fürs Möbelgeschäft

OWL-KÜCHEN-REPORT

WACHSTUM MIT

WOHNEN & BAD

IFA-Report: Smarte Ökosysteme

FSC-Siegel: Natürlich zertifiziert

Paidi: Kindermöbel im Wandel

EMV & Segmüller: Zugang mit Gewicht

Koinor: Innovationskraft aus Michelau

imm cologne: Starkes Signal für Köln


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TOP-THEMA/MOW-ANALYSE

Eine

aufgeladene

Möbelmesse

MESSEZENT-

RUM

in zehn Punkten

Mit 482 Ausstellern aus 37 Ländern ging die 35.

Ausgabe der M.O.W. an den Start. Zu feiern gab

es am Messedienstag auf der 80er Jahre Party

außerdem das 50-jährige Bestehen des Messezentrums

Bad Salzuflen. Auch entlang der Möbelmeile

und den übrigen Zentren und Showrooms,

die den Herbst zur Neuheitenpräsentation nutzten,

gab es viel Gesprächsstoff. Denn nach den

Ereignissen in der Vormesse-Woche war jedem

klar, dass Business as usual nicht angesagt war.

Dafür waren der Segmüller-Beitritt zum EMV,

die Auslegung des Bundeskartellamts in Sachen

VME-Union-(KHG) oder das Jubiläumsschreiben

von XXXLutz zu bedeutungsschwer. Und in der Tat

lag eine Spannung in der Messehallen-Luft, die

es zehnfach in sich hatte.

1

Exekutive Unterstützung: Dass

das Bundeskartellamt sich in der

Möbelbranche nun bestens auskennt,

stärkt den Rücken der Industrie. Jahrelang

hatte sich die Behörde kaum

für die Konzentration in unserer

Branche interessiert. Das ist nun

anders und sorgt für einen echten

Paradigmenwechsel. Fortan wird

jede Fusion genauer abgewogen

werden müssen. Bei VME-Union

hatte man offenbar nicht erwartet,

dass das Bundeskartellamt auch bei

einzelnen Warengruppen wie Küche

so genau hinschaut, auch wenn

das Prüfverfahren laut VME-Union

inzwischen abgeschlossen ist.

Und auch das Schreiben von Lutz

an die Industrie, in dem die Österreicher

einen Jubiläumsrabatt für

„75 Jahre XXXLutz“ in Höhe von

7,5 Prozent in zwei Dreimonatszeiträumen

2020 pauschal fordern, hält

einer Bewertung des Bundeskartellamts

vorerst nicht stand. Denn wie

lautet die Gegenleistung der Österreicher

an die Industrie? fragt die

Behörde zurecht. Im Messeverlauf

zeigte sich, dass sich XXXLutz mit

dem Schreiben ein echtes Eigentor

eingenetzt hatte. Denn große

Teile der Industrie sahen keine Basis

überhaupt ein Gespräch darüber

zu führen, weil der Bogen so weit

überspannt worden sei. Der Support

der Bundesoberbehörde stärkt das

zuletzt gewachsene Selbstbewusstsein

der Industrie weiter. Für den

scheidenden VHK-Hauptgeschäftsführer

Dr. Lucas Heumann, der die

Wettbewerbsverhältnisse zwischen

Handel und Industrie unbeirrbar

auf die Agenda der Behörden setzen

wollte, ist das nicht weniger als ein

großer Triumph zum Abschied in

den Ruhestand.

22 möbel kultur 10/2019


3

von der Zulieferindustrie künstlich

aufgeblasen, um Preiserhöhungen

zu rechtfertigen, aber längst hätten

Krono, Egger, Pfleiderer & Co. die

neue Platte im Griff. Wer die Preiserhöhung

am Ende zahlt – Handel

oder Industrie – ist allerdings noch

längst nicht geklärt.

Ob Forte so urplötzlich zum

großen Winner avanciert? Vielfach

mussten sich die Polen in der Vergangenheit

Spott anhören, sich

mit ihrem neuen Spanplatten-Werk

(Tochterunternehmen Tanne) einen

gewaltigen Klotz ans Bein gebunden

zu haben. Doch eins steht fest: In der

nigelnagelneuen Fertigung sind die

neuen Spanplatten-Anforderungen

jedenfalls keine Hürde.

2 4

Spanplatten-Konfusion: Zum

1. Januar 2020 treten bekanntermaßen

die neuen Obergrenzen für

Formaldehyd-Werte in Kraft – wenn

auch vorerst nur in Deutschland. Die

Industrie hat das Thema mehr oder

weniger verschlafen und spielt nun

unterschiedliche Szenarien durch.

Der Worst Case: Ab dem 1. Januar

dürfen nicht mal mehr Ausstellungsstücke

mit den alten Grenzwerten

im Handel stehen. Engpässe werden

nicht nur bei den Spanplatten-Kapazitäten

neuer Prägung befürchtet,

sondern es steht auch keine entsprechende

Infrastruktur an Prüflaboren

zur Verfügung, um die Möbel neuer

Machart zu deklarieren. Andere

wiederum meinen, dass Thema sei

Fokus Herbst: Dass alle wichtigen

Meldungen so kurz vor der Messe

verbreitet worden sind, sagt etwas

über die Bedeutung der Herbstmessen

aus. Denn nur mit klaren

Verhältnissen, kann man effektiv

ordern. Und gekauft wurde erfreulicherweise

dann wirklich. Im übrigen

wurde nicht nur die M.O.W.

ihrem Namen als Ordermesse

gerecht. Denn auch in den anderen

Locations wie dem Informa Zentrum,

entlang der Möbelmeile oder

bis hin nach Diepenau wurde eifrig

sortimentiert. Dabei gab es durchaus

überraschende Neuheiten zu entdecken:

So steigt Thielemeyer etwa

in die Vermarktung massiver Badmöbel

ein. Oder Hartmann macht

jetzt Marke bei Leonardo Living.

Und für Polipol hat die Digitalisierung

oberste Priorität. Alle Modelle

können jetzt über „Dein Konfigurator“

am „Magic Table“ im Handel

geplant werden. In diesem strategisch

bedeutsamen Punkt hat die

Branche noch viel Nachholbedarf.

Greta-Effekt: Auch in der Möbelbranche

hält das Thema Nachhaltigkeit

Einzug – und zwar mit Nachdruck.

Die Materialien der Wahl

sind hier beispielsweise heimische

Hölzer und Kokos, aber auch reine

Schurwolle und naturbelassene

Leder. Der FSC war erstmals auf

der M.O.W. präsent, Massiv Direkt

unterstützt Plant for the Planet,

bei Inter Link bewarb man die

emissions vermeidende Fertigung,

Infiniti lancierte Stühle aus recyceltem

Kunststoff und selbst vor Kleiderbügeln

macht Greta nicht halt.

Pieper Concept zeigte Produkte aus

100 Prozent PET sowie aus 50 Prozent

Weizenstroh (und 50 Prozent

Kunststoff ).

Foto: M.O.W.

10/2019 möbel kultur 23


TOP-THEMA/AMAZON INTERIOR DAY

Partnerschaft

erfordert Mut

Rund 40 Teilnehmer diskutierten

auf dem ersten

„Amazon Interior Day“ über

die Vor- und Nachteile bei

der Zusammenarbeit mit dem

amerikanischen Marketplace.

Oben. Sascha Tapken, „möbel

kultur“, mit Andreas Bork,

Finc3 Commerce (v. l.).

Amazon wird weltweit und auch in Deutschland

den Living-Bereich weiter ausbauen. Aktuell

liegt auf diesem Segment eine hohe Priorität.

Doch wie funktioniert der Online- Gigant als

Distributionskanal? Wie lässt sich die Performance

auf dem Marktplatz für Handel und

Industrie sichtbar steigern? Und welche Content-

und Marketingstrategien führen zum

Erfolg? Diese und weitere Fragen diskutierten

die Teilnehmer auf dem „Amazon Interior Day“

von „möbel kultur“ und Finc3 Commerce in

Hamburg.

Fotos: Christoph Niemann

Wann haben Sie das letzte

Mal etwas bei Amazon

bestellt? Beim „Amazon

Interior Day“, den die „möbel

kultur“ gemeinsam mit der Agentur

Finc3 Commerce Ende August

in Hamburg veranstaltet hat, gaben

drei Viertel (!) der Teilnehmer an,

„gestern“ oder „in der letzten

Woche“ den Kaufbutton bei dem

amerikanischen Online-Giganten

gedrückt zu haben. Das ist wirklich

erstaunlich. Und zeigt, auch wenn

die Umfrage nicht repräsentativ ist,

die starke Dominanz des Konzerns.

Interessant: Der Preis spielte bei

der Entscheidung der Befragten mit

16 Prozent nur eine untergeordnete

Rolle. Es ist vielmehr die in der Regel

reibungslose Logistik (48 %), die

Amazon so attraktiv macht.

Und das gilt immer mehr auch

für den Bereich Möbel und Interior,

denn laut Amazon hat der Ausbau

gerade dieses Sortiments derzeit

weltweit und in Deutschland, dem

zweitwichtigsten Marktplatz für den

Konzern, eine sehr hohe Priorität.

Das Segment wird aktuell ernsthaft

bearbeitet und soll kontinuierlich

ein profitables Business werden.

Nicht nur mit verschiedenen

Eigenmarken wie u. a. „Alkove“ oder

„Movian“. Für Händler, Hersteller

und Drittanbieter gibt es ein großes

Potenzial, um als Seller oder Vendor

auf dem Marktplatz Geschäfte zu

machen.

Bevor das Möbel-Business und

die Möglichkeiten der Vermarktung

über Amazon näher beleuchtet wurden,

lieferte Sascha Tapken, Chefredakteur

der „möbel kultur“, einige

Fakten zu dem Unternehmen, das

2018 erstmals einen Börsenwert von

über 1 Billion US-Dollar erreichte.

1994 gründete Firmenchef Jeff

Bezos in Washington Amazon als

Buchhändler im Web. In den vergangenen

25 Jahren gelang es dem

Gründer ein Konzernimperium zu

26 möbel kultur 10/2019


1

2 3

Am Veranstaltungsort, dem Braugasthof „Altes Mädchen“ im Hamburger Schanzenviertel

wurde viel diskutiert. 1 Mit dabei waren unter anderen Christoph Messing

(Linak) und Andreas Göpel (Gärtner), 2 Carsten Staufenbiel (Steens) und 3 Sascha

Tapken (Chefredakteur „möbel kultur“).

Zu den Referenten beim

ersten „Amazon Interior

Day“ gehörten (v.l.) u. a.

Dr. Martin Ahnefeld (AMÖ),

Annika Singer (GfK), Frank

Schad (Rauch) und Jan

Bechler (Finc3 Commerce)

(unten). Alle betonten die

wachsende Bedeutung von

Marktplätzen wie Amazon

und zeigten Chancen und

Risiken bei der Zusammenarbeit

auf.

REFERENTEN

Rege Diskussionen mit (v. l.) Dr. Ghesal Fahimi-Steingräber (Hans Brügmann) und Michael Giesler (Schüller), Peter Kattrup (SHD) und André Pape (Küche&Co) sowie Brandan Walsh (Rauch).

Nachfragen hatten Peggy Hoyer (Pretty Beautiful Events), Alexander Jäger (Grass), Michael Giesler (Schüller) und Sebastian Wienecke (Musterring).

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TOP-THEMA/EMV-INTERVIEW

Ein Zugang

mit Gewicht

Ein Jahr lang haben der Europa Möbel-Verbund und Segmüller mit aller Genauigkeit und mit

wachsendem Vertrauen Gemeinsamkeiten ausgelotet. Vor den Herbstmessen stand dann fest:

Zum 1. Januar tritt das Traditionsunternehmen dem EMV bei. Segmüller verstärkt mit diesem

Schritt den EMV als Full-Service-Verband insgesamt und insbesondere die Gruppe der Wohnkaufhäuser.

Im Rahmen der M.O.W. erklärten die beiden EMV-Geschäftsführer Felix Doerr und

Ulf Rebenschütz, warum Segmüller in der EMV-Familie so gut aufgehoben ist.

möbel kultur: Herr Doerr, Herr Rebenschütz,

wie glücklich sind Sie über diesen

gewichtigen Beitritt?

Ulf Rebenschütz: Segmüller gilt als

einer der besten und leistungsstärksten

Möbelhändler in Deutschland.

Insofern ist das ein gutes Zeichen,

dass sich ein solches Unternehmen

für unseren Verband entscheidet.

Felix Doerr: Wir verstehen uns als

Dienstleistungs-Center für unsere

Mittelständler. Deshalb freut es

uns sehr, dass unsere Services,

mit denen wir ja auch im Wettbewerb

zu anderen stehen, von

einem so wichtigen Player für

so gut befunden worden sind.

Wir haben spezielle

Leistungsangebote, die nur

kleinen und mittleren Häusern

sowie Spezialisten zur

Verfügung stehen. Felix Doerr, EMV-Geschäftsführer

möbel kultur: Hat der Beitritt für einige

Mitglieder unter Umständen zu viel

Gewicht?

Ulf Rebenschütz: Zunächst einmal –

das Unternehmen ist ja am Markt

und uns ist es lieber, es stärkt unsere

Händlergemeinschaft als andere Verbände.

Aber mir ist klar worauf Sie

anspielen – unsere DNA ist natürlich

die eines starken mittelständischen

Möbelhandels, und die wird

es – trotz der Größenordnung des

Unternehmens Segmüller – auch

bleiben. Die Kultur des EMV, die sich

in unseren Marketing- und Sortimentskonzepten,

der Art wie wir

das Beschaffungswesen organisieren,

sowie in vielen weiteren Themen

ausdrückt, war nach unserem

Wissen für Segmüller ein Entscheidungsgrund

pro EMV. Dazu gehört

auch, dass wir in der Lage sind mit

unserer Organisation wie ein breites

Dach für viele unterschiedliche

Ansprüche differenzierter Betriebstypen

zu wirken. Außerhalb unserer

Branche – etwa im Bereich Sport

z.B. die Intersport oder im Bereich

Lebensmittel die Edeka, sind Verbände

bereits seit vielen Jahren in

ähnlicher Art aufgestellt.

Felix Doerr: Die Herausforderung

auch die kleinen Unternehmen zu

schützen ist nicht neu. Wir haben

spezielle Leistungsangebote die

nur kleinen und mittleren Häusern

sowie den Spezialisten zur Verfügung

stehen.

möbel kultur: Aber Ängste sind bei den

kleineren Formaten doch immer da.

Schließlich war Segmüller doch über

Jahre hinweg für viele kleineren Häuser

der Feind.

Ulf Rebenschütz: Ich kann diese Darstellung

nachvollziehen, halte sie

aber für falsch. Man muss sich mit

Segmüller tiefgehender befassen,

dann stößt man sehr schnell auf den

mittelständischen Kern dieses 1925

gegründeten Familienunternehmens.

Wir teilen dieselben Werte,

die auf der Mission Mittelstand aufbauen.

Die Segmüllers setzen auf

Mitarbeiterzufriedenheit, sie sind

eigenfinanziert und regional aufgestellt

und arbeiten mit einem hohen

Fokus auf Stammkunden.

möbel kultur: Gelten diese Schnittmengen

auch für das Sortiment?

Ulf Rebenschütz: Absolut. Denn Segmüller

setzt auf Qualität. Es wird viel

„made in Germany“ vermarktet und

der Küchenanteil ist in den großflächigen

Häusern ungewöhnlich hoch.

Das bedeutet, dass die Endverbraucher

Segmüller auch bei komplexen

Einrichtungsthemen vertrauen. Im

Übrigen verändert sich gerade alles

im Handel und es bringt unserer

Händlergemeinschaft gar nichts,

sich in den Denkkategorien des

20. Jahrhunderts zu bewegen. Das

gemeinsame Verständnis über Vieles

einfach neu und quer zu denken, hat

uns sicher auch zusammengebracht.

möbel kultur: Wie haben Sie den Verband

auf den Beitritt vorbereitet?

Felix Doerr: Früher wäre das Bonussystem

tatsächlich so angelegt gewesen,

dass ein solch großer Händler

immer in der höchsten Bonusstaffel

angesiedelt wäre, was am Ende

zulasten der Kleinen gegangen

wäre. In unseren Verband haben

sich die Mitglieder auf Obergrenzen

geeinigt. Wer am meisten Ware

umsetzt, wird in der Rückvergütung

trotzdem gedeckelt. Diese Regelung

haben wir im Übrigen schon vor

einigen Jahren festgelegt.

32 möbel kultur 10/2019


10/2019 möbel kultur 33


RUBRIK/THEMA

KÜCHENMESSE OWL

Rundum inspirierend:

Nobilia hat längst nicht mehr

nur die Möblierung der Küche,

sondern die der gesamten

Wohnfläche im Fokus.

1. Die neue Premium-Mall: Mit ebenbürtigen Marken besetzt, war die von

Leicht Küchen initiierte „Architekturwerkstatt“ in Löhne eine Inspirationsquelle.

2. Carat bat im komplett umgebauten „Roggenhaus“ auf Gut Böckel an den

XXL-Planungstisch. Der 20 qm große Info-Tresen mit zehn Plätzen bildete den

Mittelpunkt und war stets bestens besetzt. 3. 100 Jahre Bauknecht: Auf das

Jubiläum wurde schon draußen eingestimmt.

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48 möbel kultur 10/2019


Raus

aus dem

Tunnel

Neues Heimspiel: Verstärkt bauen die Küchen-Hersteller ihre

Kompetenz mit Möbeln für die ganze Wohnung aus. Das hat die

gut besuchte Messe in Ostwestfalen einmal mehr gezeigt. Auch

die Differenzierung wird wichtiger. Alleinstellungsmerkmale

gewinnen an Bedeutung, und die gab es zuhauf zu entdecken.

Als gelte es sich zu profilieren, bevor der Verdrängungswettbewerb

das nächste Level erreicht und ab 2020 die neuen

Kapazitäten den Markt fluten. Zugleich wird das Einstiegssegment

wertiger und erhöht damit den Druck von unten.

4. Großzügig und einladend bietet der frisch bezogene Showroom

von KH Systemmöbel auf 2.500 qm Platz für 23 Kojen.

5. So herzlich empfing Nolte seine Gäste zum zünftigen

Oktoberfest. 6. Wie auf einem echten Marktplatz: Neff bot im

Kaiserpalais ständeweise News und Ideen für den POS. Besucher

konnten dort auch ins Gespräch mit Bloggerinnen kommen.

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10/2018 möbel kultur 49


KÜCHENMESSE OWL

Rechts: Schon kurz nach der Insolvenzanmeldung

für Inovvida am 14. August trat Udo Berling (r.)

unter dem neuen Namen Casovida mit seinem

„Eco-Jet-System“ in der Area30 an: mit Bernd

Braukmann als Investor (Caso Design: Vakuumierer,

Weinkühler). Mitte: Torsten Meyer, Vertriebsleiter

Deutschland bei Sedia, präsentierte

„hkt“ als neue Eigenmarke, die zunächst Spülen

und Armaturen im Programm hat und später

weiter ausgebaut werden soll. Ganz rechts: Das

erste Mal offiziell auf der Hausmesse Messe von

Pronorm war Geschäftsführer Roger Klinkenberg,

designierter Nachfolger von Heinz Hachmeister.

Kuckucksuhr und „Schwarzwaldmädel“ hießen die Besucher

bei Gaggenau willkommen. Geschäftsführer Marco Tümmler

konnte mit Dampfbacköfen der „Serie 400“ auftrumpfen, die

über ein vollautomatisches Reinigungssystem verfügen.

Klare Positionierung in Zeiten

zunehmender Konzentration war

eine Forderung von MHK-Chef Hans

Strothoff in seiner Dinner Speech.

Gastredner Dr. Lucas Heumann

sprach über Branchen- und Konfliktlösungen,

u. a. in Zusammenhang

mit dem Kartellrecht (s. S. 58).

Links: Kundenlob ist die beste Werbung, weiß KüchenAtlas-Chef

Sebastian Kiefer und bietet für das Onlineportal Tools, die das

Einholen erleichtern und gute Bewertungen per „Gold-Zertikat“

bestätigen. Der virtuelle 360-Grad-Rundgang, Profilmanagement

für Google My Business und ein Service-Plus-Paket für den Musterküchen-Verkauf

gehörten ebenso zu den fünf Messenews.

Rechts: „Ready Steady Drink“ hieß der Aufruf zu Frankes Filterarmatur

„Vital“ – vom Schweizer TV-Koch René Schudel (r.) und

Stephan Gieseck (l.) eiskalt empfohlen.

Links unten: „Eine so gute Messe hatten wir noch nie.“ Auch

Niklas Michel, Head of Kitchen Central Europe bei Grohe, freut

sich über die expolierende Nachfrage nach Wassersystemen.

(Mehr zu Geräten und Zubehör in der möbel kultur 11.)

Bringt Systeme, die sich im Ladenbau bewährt haben, wie die

„mobile Steckdose“ oder flexibel einsteckbare LED-Leuchten

in die Küche: Zeyko-Geschäftsführer Dr. Christian Hilz.

Alles viel schöner und größer: Christian Reupke (l.), nach dem Umzug von

RWK Kuhlmann aus Enger nach Löhne. Rechts: Seit Juli bei Blanco Head of

Sales Marketing und frisch mit neuem Magazin – Stefan Bregler.

52 möbel kultur 10/2019


Meeting POINTS

Auf dem Neff-Marktplatz wurde den Messebesuchern

im Kaiserpalais neben News für die

Genussküche auch ein POS-Modul feilgeboten,

das dazu anregt, die USPs interaktiv kennenzulernen.

Über das Feedback ließ Marketingleiter

Jens Grubert (o.) live abstimmen. Das neue

Digitalmagazin „The Ingredient“ serviert zudem

Rezeptideen und der Onlineshop „Selected by

Neff“ auch Kochaccessoires.

365 Tage wetterfest: So lautet das Argument für

die hochwertigen Outdoor Küchen vom Start-up

DOT aus Bünde. Nach einem Jahr verkaufen

45 Händler die Marke Burnout, darunter auch

Küchenstudios. Zum Team von GF Daniel

Joachimmeyer und Thomas Pabst gehört ebenso

Koch Klaus Breining (l.), der selbst bei wechselhaftem

Wetter gut gelaunt blieb.

Sehr zufrieden zeigte sich Leicht-Vorstandschef Stefan

Waldenmaier in der neuen „Architekturwerkstatt Löhne“:

„Wir brauchen den Standort in Ostwestfalen und sind froh,

auch die passenden Partner gefunden zu haben.“

Mit „Kitchen and Space“ auch Schiebetüren und Raumtrenner planen: So lautet die

jüngste Offerte von Carat. GF Gerhard Essig stellte zugleich seinen neuen Geschäftsführerkollegen

Andreas Günther (l.) vor. Der 63-Jährige will sich im kommenden Jahr eher

mit strategischen Sonderaufgaben beschäftigen.

Nach einem etwas schleppenden Beginn zeigte sich Jörg

Lukaschick, Marketing Director bei Küppersbusch, an den

Folgetagen mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden. Ein

großes Thema am Stand war u. a. die Individualisierung.

Stengel Steelconcept hat jetzt auch einen eigenen Outdoor-Katalog, wie Projektmanager Bernd Neumann

vorzeigt (l.). Nach der IFA gaben Beko und Grundig auf Gut Böckel ihren Nachschlag. Für die Vertriebsleiter

Carsten Siebler und Peter Herzberger (v.l.) Gelegenheit, Kontakte zu vertiefen und auch neue zu finden.

Sympathie verbindet: Am Systemceram-Stand wurde Roland Brandl, Leiter Zentraleinkauf

beim EMV (M.), herzlich von den beiden Geschäftsführern Kevin Göbel und Felix

Engel (v.l.) begrüßt – auch eine Gelegenheit, um den neuen Imagefilm zu zeigen.

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KÜCHE/STRATEGIE

Touchpoints

Dr. Wieselhuber & Partner: Kraftfeld Kunde

Mehrwerte auf

dem Silbertablett

servieren

Warum sind Unternehmen heute erfolgreich? Diese Frage lässt

sich mit einer bedingungslosen Kundenzentrierung beantworten.

Voraussetzung: Ein Paradigmenwechsel, der den Kunden zum Kern

des Geschäftsmodells macht. Dr. Wiesehuber & Partner entwickelte

deshalb ein neues Strategierezept, mit dessen Hilfe Mehrwerte aufgekocht

werden können.

70 möbel kultur 10/2019


Kunden-Mehrwert:

Kunden-

• Kunden-Nutzen

Exklusive Kompetenzen: Klarheit über zukünftige,

spezifische Fähigkeiten

250 ml

• Kunden-Sehnsucht

Emotionales Kundenmodell: Transfer der

Sehnsüchte zu konkreten Bedürfnissen

• Kunden-Einstellung

Empathische Kooperation: Mobilisierung der

Mitarbeiter für den notwendigen Veränderungsprozess

• Kunden-Orientierung

1

Tasse

500 g

6 Löffel

Effiziente Konnektivität: Kompromisslose

Ausrichtung der Organisation und Prozesse

All zu oft und gebetsmühlenartig

sprechen Manager davon, dass

in ihrem Unternehmen selbstverständlich

der Kunde im Mittelpunkt

steht. Doch ist das wirklich

so? „Unternehmen sind in der Regel

im Umgang mit ihren Kunden zu

selbstgefällig, zu innenorientiert, zu

unkritisch und letztlich auch noch zu

analog unterwegs“, bringt Johannes

Spannagl, Managing Partner von Dr.

Wieselhuber & Partner, die Realität

auf den Punkt. So klaffe beispielsweise

häufig eine Lücke zwischen

der Eigensicht des Unternehmens

und der Kundenwahrnehmung zum

Thema Kauferlebnis. Darüber hinaus

fokussieren sich die Firmen auf den

Wettbewerb statt auf den Kunden, was

oft genug zu branchengetriebenem

Tunnelblick führe. Und last but not

least fehle es den meisten an Ideen,

um die Kundenbeziehung auch zu

pflegen. „Da hilft nur ein echter Paradigmenwechsel“,

verweist Spannagl

auf das geeignete Rezept. „Um das

Kraftfeld Kunde als Impulsgeber nutzen

zu können, muss konkurrenzloser

Kunden-Mehrwert erzeugt werden.“

Was teilweise radikale Veränderungen

mit sich bringe: 1. Von althergebrachten

Marketing-Clustern zum

emotionalen Kundenmodell, 2. vom

branchenüblichen Standard-Knowhow

zu exklusiven Kompetenzen,

3. von einer technokratischen Auftragsabwicklung

zur empathischen

Kooperation und 4. vom bloßen

Reagieren auf Kundenwünsche zur

effizienten Konnektivität. „In der

Summe bedeutet das, dass der Kunde

zum Kern des eigenen Geschäftsmodells

wird. Wer für seine Kunden

brennt, erzielt konkurrenzlose

Marktpositionen.“ Oder anders ausgedrückt:

Wem das servierte Menü

schmeckt, der bleibt auch seinem

Koch treu, was zu zufriedeneren

Mitarbeitern führt und letztendlich

die Kasse füllt. Und zwar langfristig,

denn eine auf Kunden ausgerichtete

Unternehmenspolitik sichert auch

die Zukunftsfähigkeit. RITA BREER

SAVE THE DATE!

Am 14. und 15. November gehen die „Touchpoints“ von

„der küchenprofi“ und „möbel kultur“ in Hamburg in die

dritte Runde. Mehr dazu: www.holzmann-events.de

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KÜCHE

IFA 2019: Die nächsten Steps in die Gerätzukunft mit „KI“ und „IoT“

Smart Living

im Ökosystem

Mit smarter Vernetzung, mitdenkenden und jetzt auch

selbstlernenden Assistenten und Sprachsteuerung blieb

die IFA 2019 erneut ihrem Ruf als Innovationsbeschleuniger

treu. Ob beim Kochen, Waschen oder Home Entertainment:

Die Suche nach Partnerschaften im großen

Ökosystem wurde auf der Berliner Technikmesse noch

deutlicher. In der Küche bilden dabei vor allem mehr

Komfort und Sicherheit sowie weniger Energieverbrauch

und Lebensmittelverschwendung die gemeinsamen

Nenner. Zugleich kommen neue Gerätekategorien in

die smarte Welt, die neben dem modernen Touch auch

Zusatzumsätze versprechen.

72 möbel kultur 10/2019


Die Liaison aus Nachhaltigkeit, gesunder

Ernährung und Hightech stellten diesmal

viele Aussteller in den Mittelpunkt ihrer

Standkonzepte. Mit einem Porsche-Traktor

in der Agrarzone machte Liebherr (l.)

auf intelligentes Foodmanagement aufmerksam.

Bosch steigt mit dem neuen

„Smart Grow“-Gerät ins Indoorgardening

ein (o.r.), während für die EK Service

Group das Siegel für nachhaltiges

Handeln zum Aushängeschild wird.

Die IFA 2019 hat mit fast

2.000 Ausstellern, 245.000

Besuchern und davon über

50 Prozent Auslandsanteil wiederum

Rekorde aufgestellt. Vor allem

die Orderquote sei erneut hervorragend

ausgefallen, betont die Messe

Berlin. Auch die Hausgerätebranche

verspricht sich nach dem Minus von

2019 einen Umsatzpush. ZVEI-Sprecher

Dr. Reinhard Zinkann erwartet

für 2019 zwei Prozent Wachstum.

Zugleich drückt aber der globale

Wettbewerb, vor allem zwischen

asiatischen und europäischen Konzernen,

die sich alle nun als Innovationstreiber

und Premiumanbieter

profilieren wollen.

In der Tat hat es ordentlich gefunkt

auf der Berliner „Funkausstellung“,

mit Impulsen in mehrfachem Sinne.

Schon bei der drahtlosen Kommunikation

durch Funkchips erlebt der

Name der Technikmesse ein Revival,

auch wenn sich immer noch zeigen

muss, ob der Funke beim deutschen

Endverbraucher überspringt.

Die Leitthemen wie Künstliche

Intelligenz (KI) und Connectivity,

jetzt verstärkt mit Sprachsteuerung,

sind für alle in Berlin vertretenen

Branchen gesetzt und verschmelzen

nun immer mehr zu gemeinsamen

Ökosystemen. Entsprechend legte

auch die Hausgeräteindustrie mit

ihren Innovationen nach, fügte aber

im globalen Kontext noch die Headlines

Nachhaltigkeit und gesunde

Ernährung für den „Metropolitan

Lifestyler“ hinzu. Kühlgeräte mit

intelligentem Foodmanagement,

Kamera und App läuten dazu die

Offensive gegen Lebensmittelverschwendung

ein, während Dampfgarfunktionen

und Kochassistenten

dem User über das Display im

Gerät bzw. Handy und Tablet nicht

nur Tipps zu Vorratshaltung und

Rezepten mit genauen Anleitungen

geben, sondern selbsttätig die Geräte

steuern.

Für mehr Convenience sollen die

Sprachassistenten Alexa, Magenta

und Co sorgen, ob zum Öffnen der

Backofentüren oder zur Überwachung

von Gar- und Spülzeiten. Eine

Option, die sich inzwischen stark

bei den Geräteherstellern durchsetzt.

Wachsende Bedeutung erhalten

auch „IoT“-Anwendungen, bei

denen die Systeme selbst lernen

und sich hinsichtlich bevorzugter

Programme auf die Gewohnheiten

der Benutzer einstellen sowie untereinander

kommunizieren. Beliebt

sind hier besonders die automatische

Hob2Hood-Funktion ebenso

wie die Kommunikation zwischen

Waschen und Trocknen, die abgestimmt

auf die Qualität und Menge

der Textilien, Programme und Laufzeit

automatisch steuern.

Interessant in diesem Kontext

ist das Aufkommen neuer Geräte –

wie die Rührmaschine, mit der sich

zugleich kochen lässt und bei der

„all-in-one“ ein digitaler Assistent

den Prozess step-by-step begleitet.

Vorbild ist der 5-millionenfach verkaufte

„Thermomix“. Auch wenn

die Verkaufszahlen des Vorwerk-Produkts

mittlerweile sinken, verspricht

das Kombigerät ein neues Feld zu

erobern, das Convenience, urbanen

Lifestyle und Künstliche Intelligenz

verbindet. Ähnliches zeichnet sich

mit Indoor-Gewächshäusern ab,

die stand-alone oder als Einbauschrank

automatisch ihr Mikroklima

regeln, um jederzeit frisches Grün

fürs Menü bereit zu halten.

Aber die IFA ist ebenso Experimentier-Schauplatz

für Prototypen

und Schnittstelle unterschiedlicher

Disziplinen, die sich gegenseitig

befruchten und bestenfalls auch

zum Ausbau der notwendigen Partnerschaften

im Ökosystem führen,

nicht nur auf der zukunftsweisenden

„Next“-Sonderfläche. Gerade

das machte auch die IFA 2019 spannend.

HEIKE LORENZ

www.ifa-berlin.de

10/2019 möbel kultur 73


IMM COLOGNE

Links: Über 70 Fachjournalisten aus der ganzen Welt

begaben sich auf eine Entdeckungsreise zur neuen „imm

cologne“. Oben: Claire Steinbrück, Director der „imm cologne“,

und Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter

Messemanagement der Koelnmesse, erläuterten, wohin

der Weg der „imm cologne“ in den kommenden zehn

Jahren führen soll.

80 möbel kultur 10/2019


DAS HAUS: MUT „A LA FRESCA“

„imm cologne“: Fachpressekonferenz

Ein starkes

Signal für Köln

Nach dem ambitionierten Verlauf der Herbstmessen

ließ die „imm cologne“ den Ball nicht lange ruhen. Ende

Septmember lud die Koelnmesse 70 Fachjournalisten

nach Athen ein, um sie über den Auftritt der „imm cologne

2020“ zu informieren und dabei ein Statement der Stärke

auszusenden.

Die „imm cologne“ sieht sich

gut gerüstet, um in der Zukunft

eine noch wichtigere Rolle zu

spielen. So klang Matthias Pollmann,

Geschäftsbereichsleiter Messemanagement

der Koelnmesse, auf der

Fachpressekonfenrenz in Athen auch

entsprechend ambitioniert: „In den

letzten Jahren hat die Koelnmesse

konsequent an ihrer Zukunftsfähigkeit

gearbeitet – bei der Digitalisierung,

dem Investitionsprogramm und

der Internationalisierung. Sie nimmt

einen Platz unter den Top-Ten-Veranstaltern

und -Standorten des weltweiten

Messewesens ein.“

Die Möbelmesse soll sich vor diesem

Hintergrund besonders dynamisch

entwickeln: „Mit unserem

Innovationsprogramm ,imm cologne

2030‘ gehen wir selbstbewusst

voran. Wir sind in den 50er Jahren

als internationale Möbelmesse

gestartet, und interessanter Weise lag

schon damals der Schwerpunkt auf

der Internationalität des Angebotes.“

Heute liegt der Auslandsanteil bei

den Ausstellern schon bei 70 Prozent,

was die imm cologne zur internationalsten

Veranstaltung ihrer Art macht.

„Hier trifft sich die gesamte Interior

Design-Branche, um Neuheiten aus

der ganzen Welt vorzustellen und zu

entdecken“, sagte Pollmann.

Und weiter: „Wir schaffen Raum,

damit sich Typen und Charaktere,

Entscheider und Macher, Innovatoren

und Investoren, Visionäre und

Realisten treffen können. Ausschlaggebend

ist: Eine Messe muss es

immer wieder schaffen, neue Zielgruppen

anzusprechen, ohne die

alten aus dem Blick zu verlieren.“

Abschließend stellte Pollmann

fest, dass der persönliche Kontakt

auch in digitalen Zeiten ausschlaggebend

ist: „Begegnungen bleiben

in Zukunft ein ganz zentrales

Element der ,imm cologne‘. Als

360-Grad-Messe entspricht die

,imm cologne‘ mit ihren Themenwelten

auch künftig den Ansprüchen

der Einrichtungsbranche.

Sie fokussiert sich aber deutlich

stärker auf die entscheidenden Fragen,

wie wir morgen leben werden,

die im Zusammenspiel mit dem

Thema Einrichten immer mehr an

Stellenwert gewinnen. Die ,immcologne‘

ist somit nicht mehr nur

die Plattform für Interior Design

und Interior Business. Denn parallel

zur permanenten Weiterentwicklung

des Kerns der Messe wollen

wir die Transformation zu neuen

Geschäftsfeldern schaffen.“

www.imm-cologne.de

Mit der Interpretation des Design-Events „Das Haus“ durch das Team

MUT Design erhält die internationale Einrichtungsmesse „imm cologne

2020“ wieder einen sehr architektonischen Entwurf. Die Spanier

präsentieren in Halle 3.1 ein visionäres Wohnkonzept, mit dem das Innere

des Hauses nach außen gekehrt wird. Die Entgrenzung von Innenräumen

sowie von Innen- und Außenraum öffnet das Wohnen nicht nur zur Natur hin,

sondern auch zur Wohngemeinschaft – und darüber hinaus.

„A la Fresca“ – raus in die Frische vor der Tür – nennen MUT Design

ihre Interpretation der begehbaren Wohnraum-Simulation der „imm cologne“,

die jedes Jahr von einem anderen jungen, einflussreichen Designer

oder Designteam gestaltet wird. Mit dem Namen spielen die Spanier auf

die in den Dörfern immer noch gelebte Kultur abendlicher Treffen in den

Straßen und auf den Plätzen an, anlässlich derer man sich nach der Hitze

des Tages, die die Menschen ins Haus zwingt, ein wenig mit den Nachbarn

und Freunden zusammensetzt, um in Ruhe die frische Brise zu genießen.

Um das Lebensgefühl von Outdoor Living ins Innere ihres Wohnkonzepts

zu bringen, wird Das Haus by MUT Design mit hochwertigen Gartenmöbeln

ausgestattet. Dafür wurden auch eine Reihe neuer Produkte

entwickelt, die auf der „imm cologne 2020“ Premiere feiern, wie u. a.

eine Hängematte sowie ein Outdoor-Teppich und Raumtrenner von GAN,

ein Rattansessel von Expormin oder ein Stuhl von Diabla. Auch der neue

Outdoor-Stuhl für Gandia Blasco sowie die Neuentwicklungen von MUT

Design für Cappellini (ein Stuhl), Sancal (Pouf) und Preciosa Lighting

(Hängeleuchte) sowie eine Ergänzung der Nudo Serie von MUT für Ex.t

wurden so gewählt, dass sie die behagliche Atmosphäre von Innenräumen

nach außen transportieren. Eine ganz besondere Bedeutung kommt der

zentralen Leuchte zu, die einem Lichthof gleich den natürlichen, im Tagesverlauf

wandernden Lichteinfall der Sonne simuliert. „Das Licht soll frei

durch die offenen Flächen strömen und auf dem Wasser schwimmen.

Es fungiert als Rahmen und Faden, der die gesamte Struktur zusammenführt“,

so MUT Design. Die neuen, konvex geformten Fliesen von Peronda

bedecken einheitlich Wand und Boden. Farben und Materialien sind weich

und einfach: Sand, Terrakotta, Weiß ... eine Mischung aus modernem rustikalem

Stil und Minimalismus.

Das 2010 von Alberto Sánchez und Eduardo Villalón

gegründete Studio für Produktdesign, Grafikdesign

und Art Direction gehört zu den erfolgreichsten

Teams der „neuen Welle“ spanischen Designs.

10/2019 möbel kultur 81


GO GREEN

FSC Deutschland: Selbstverständlich nachhaltig

Warum die Zeit reif

ist für Verantwortung

Immer mehr Konsumenten machen sich im Zuge der Klima-Diskussionen Gedanken darüber,

woher die Inhaltstoffe ihrer Möbel stammen. Grund genug für Industrie und Handel,

ausschließlich zertifiziertes Holz zu verwenden. Die „möbel kultur“ sprach mit

Jan Filler und Anja Heuschkel, beide Otto, sowie Ulrich Malessa,

FSC Deutschland, warum eine nachhaltige Strategie

zu mehr Vertrauen in die Marke führt.

Erstmals zeigte FSC Deutschland

mit einem eigenen Stand zur

M.O.W. Flagge. Auf der Messe

selbst waren allerdings nur 63 der

461 Aussteller aus 37 Nationen

FSC-zertifiziert. Da gibt es also noch

Luft nach oben. Wenngleich die Zeiten

günstig stehen, dass sich mehr

Unternehmen dafür entscheiden,

ausschließlich Hölzer aus verlässlich

kontrollierten und nachhaltig

bewirtschafteten Wäldern zu verwenden.

Denn die Diskussion um

den Klimawandel hat durch Greta

Thunberg und die „Fridays for

Future“-Bewegung neue Zugkraft

bekommen.

Die Tendenz in der Bevölkerung,

bewusster zu konsumieren, steigt,

damit auch die Nachfrage nach Produkten,

die FSC-zertifiziert sind,

und folglich auch das Interesse

von Industrie und Handel, diese

Artikel zu vermarkten. Führende

Einzelhändler wie Otto, Ikea oder

auch Baumärkte wie Hornbach

sowie Discounter wie Aldi und Lidl

haben sich für FSC entschieden und

offerieren zunehmend vollständig

gekennzeichnete Sortimente und

Modellserien. Der Einsatz der FSC-

Waren zeichen biete eine Chance für

Imagebildung und Verbrauchervertrauen,

was sich letztendlich positiv

auf den Unternehmensgewinn auswirke.

„Wir arbeiten mit der gesamten

Lieferkette zusammen, also vom

Waldbauern über die Industrie bis

hin zum Handel“, erklärt Ulrich

Malessa, Leiter Marktservice FSC

Deutschland.

Doch was bedeutet Forstwirtschaft

nach FSC eigentlich? „Den

Wald so zu bewirtschaften, dass

natürliche Lebensräume erhalten

bleiben und die lokale Bevölkerung

unterstützt wird, während gleichzeitig

die Wirtschaftlichkeit des

FSC-zertifizierten Waldes gewährleistet

ist“, erklärt Malessa. Der

FSC wird dabei als einziges Zertifizierungssystem

weltweit von

Umweltverbänden wie WWF, BUND

oder NABU unterstützt. „Die FSC-

Strate gie für Möbel ist ein wichtiger

Nachhaltigkeitsbestandteil, der

fest in unserer Unternehmenskultur

verankert ist“, fasst Jan Filler,

Bereichsleiter Category Möbel Otto,

die Strategie des Unternehmens

zusammen. Lesen Sie mehr zu den

Hintergründen, warum Otto sich

hierfür engagiert, im Interview.

RITA BREER

92 möbel kultur 10/2019


möbel kultur: Die verheerenden Waldbrände

in Brasilien haben die Welt aufhorchen

lassen. Herr Malessa, glauben

Sie, dass das Bewusstsein der Menschen

für FSC-zertifizierte Möbel dadurch steigt?

Ulrich Malessa: Die Menschen

machen sich immer mehr Gedanken

darüber, was und wie viel sie

konsumieren. Der Wald ist dabei

ein ganz wichtiges Thema. Gleichzeitig

bezieht die Wirtschaft zunehmend

Position, Verantwortung zu

übernehmen. Deshalb sitzen hier

heute auch Mitarbeiter von Otto,

um ihre Erfahrungen zu schildern.

Das heißt, das Unternehmen ihren

Kunden Produkte anbieten, mit dessen

Kauf sie einen kleinen, persönlichen

Beitrag zur Nachhaltigkeit

leisten können. Das ist ein toller

Moment gerade, in dem wir alle

etwas bewegen können und sich

jeder engagieren kann, bestehende

Wälder zu schützen.

möbel kultur: Frau Heuschkel, Herr Filler,

wie nachhaltig kaufen die Kunden?

Anja Heuschkel: Wir stellen auf unterschiedlichen

Ebenen fest, dass die

Gesellschaft sensibler wird. Wozu

sicherlich auch die ,Fridays for

Future‘-Bewegung beigetragen hat,

was das Thema Klimaschutz angeht.

Aber auch die aktuellen Entwicklungen

im Amazonas, wo gerade unser

größter CO2-Speicher der Welt

kaputt geht, verändert die Sichtweise

der Kunden. Ob sie sich nun im

Kaufverhalten Richtung FSC orientieren,

sei mal dahin gestellt. Doch

zumindest was das Thema Nachhaltigkeit

angeht, ist das Interesse

größer geworden, sei es in Bezug

auf den Klimaschutz oder sei es

in Form eines verantwortungsvolleren

Umgangs mit Ressourcen. Das

spielt uns natürlich in die Karten,

darauf als Unternehmen Antworten

zu haben. Und zwar nicht nur

in der augenblicklichen Situation,

sondern wir haben uns schon länger

strategische Ziele gesetzt, die

sehr gut in die Zeit passen, wie beispielsweise

unser FSC- oder unser

Klimaschutzanspruch.

möbel kultur: Das eine sind die Absichtserklärungen

der Endkunden, die in der

augenblicklichen Situation wahrscheinlich

alle sagen werden, dass sie Nachhaltigkeit

wahnsinnig wichtig finden,

und das andere, wie sie sich tatsächlich

verhalten. Ist letztendlich nicht doch der

Preis ausschlaggebender?

Jan Filler: Wir stellen fest, dass Nachhaltigkeit

allein nicht zum Kauf

führt, sondern dass immer eine

Kombination aus Preis, Design,

Verfügbarkeit und der Lieferzeit

eine Rolle spielen. Dabei ist Nachhaltigkeit

nur ein Aspekt, und zwar

insbesondere dann, wenn es um

vergleichbare Produkte geht. Was

beispielsweise bei Polstermöbeln

oder Boxspringbetten durchaus

öfter der Fall ist, und dann entscheidet

sich der Kunde doch eher

für das nachhaltigere Produkt.

möbel kultur: Kosten die FSC-zertifizierten

Produkte mehr?

Jan Filler: Die zusätzlichen Kosten für

die FSC-Zertifizierungen geben wir

aktuell nicht an unsere Kunden weiter,

weil wir die Produkte attraktiver

machen wollen. Wir sehen allerdings,

dass sich der Gesamtabsatz

durch eine nachhaltige Vertrauenssteigerung

der Plattform nach oben

bewegt, weshalb sich das für Otto

rechnet.

Ulrich Malessa: Ich fände es zwar

wünschenswert, wenn die Mehrzahl

der Verbraucher explizit FSC-zertifizierte

Produkte einfordern und

andere links liegen lassen würden.

Die Realität spricht aber leider eine

andere Sprache. Es gibt gerade beim

Kauf von Möbeln viel zu bedenken.

Ich glaube, dass der Verbraucher

dorthin zum Einkaufen geht, wo er

sich wohlfühlt. Und das bedeutet,

dass das Angebot, der Preis, die Qualität,

die Freundlichkeit der Menschen,

aber auch weitere Aspekte,

wie, dass ein Unternehmen z. B. Verantwortung

übernimmt, stimmen

müssen. Letztendlich sind es die

Händler oder die Marken, die verantwortlich

handeln, die in Zukunft

das Rennen machen werden.

möbel kultur: Glaubwürdigkeit wird

sicherlich immer wichtiger.

Ulrich Malessa: Richtig, da entsteht

ein Wert, der durch Unternehmen

konkret in Vorteile umgewandelt

werden kann. Sie zeigen Verantwortung,

der Verbraucher bevorzugt

die Produkte der Unternehmen, der

Umsatz steigt, wunderbar. Allerdings

funktioniert das noch etwas

anders als z. B. bei Biolebensmitteln.

Im FSC-Markt gibt es nicht

diese Preis-Differenzen wie in der

Nahrungsmittelbranche.

Arbeiten für mehr Nachhaltigkeit

im Konsum zusammen: Ulrich

Malessa, Leiter Marktservice

FSC Deutschland, Anja Heuschkel,

Projektmanagerin CSR, Otto

und Jan Filler, Bereichsleiter

Category Möbel, Otto (v. l.).

60 Prozent unserer

Möbel werden heute schon

mit FSC-Siegel angeboten.

Tendenz steigend.

Jan Filler

Anja Heuschkel: Wir bekommen

immer wieder die Frage gestellt,

ob sich das ganze für uns auszahlt?

Otto engagiert sich, weil es letztendlich

die Marke stärkt. Regelmäßig

führen wir Umfragen unter Kunden

durch, wie die Marke wahrgenommen

wird. Die Resonanz der

Kunden ist sehr positiv. Wir werden

als glaubwürdiges, und vertrauenswürdiges

Unternehmen angesehen.

Dafür spielen verschiedenen Faktoren

eine Rolle, wobei das FSC- Siegel

nur ein Baustein von vielen ist, wie

man das Vertrauen der Kunden stärken

kann. Allerdings kauft der Kunde

nicht mehr Möbel, bloß weil FSC

dran steht.

10/2019 möbel kultur 93


POLSTER

Harald Riemer, Marketingleiter

bei Koinor, freute sich über eine

gute Geschäftsentwicklung.

Eines der Messethemen dort war

das der Flexibilität. So können

die Sitzflächen bei „Pepe“ durch

Drehelemente um 90 Grad nach

innen bzw. 45 Grad nach außen

verschoben werden.

Hausmessen Oberfranken: Die Geschäfte ziehen an

Nachhaltigkeit

im Fokus

Mit offiziell 14 Teilnehmern lockten die Hausmessen Oberfranken

vom 22. bis zum 25. September nach Bayern. Für die Besucher

gab es einiges zu entdecken. Denn neben neuen Produkten und

Erweiterungen standen emotionale Inszenierungen und das Thema

Nachhaltigkeit im Fokus.

Neben nationalen Kunden konnte Tommy M

auch einige internationale Besucher begrüßen.

Ihnen stellte der Produzent u. a. das Wall-free-

Sofa „Bergamo“ vor. Bezogen ist es mit dem

naturbelassenen Leder „Diesel Brandy“.


Ponsel hatte den zweiten Stock der Ausstellung

komplett überarbeitet. Neben dem Fußboden und

den Wänden wurde auch eine neue Beleuchtung

installiert. Die offene und emotional gestaltete

Ausstellungsfläche kam bei den Besuchern

sehr gut an. Ebenso die Entwicklungen wie die

optimierte Wall-free-Funktion mit zwei Motoren.

Sedda-Verkaufsleiter Herbert Strassl

hatte erneut bei Ponsel Quartier bezogen.

Dort zeigt er u. a. „Pearls“. Die Essplatzgruppe

mit Polstermöbelkomfort kann

in jeder Wunschgröße gefertigt werden.

Sedda produziert schon seit Jahren

klimaneutral und nachhaltig. So sind

beispielsweise 97 Prozent der Polstermöbel

recyclebar.

Überaus zufrieden zeigte sich

der Großteil der oberfränkischen

Hersteller mit dem

Verlauf der diesjährigen Hausmessen

Oberfranken. Zwar ging die

Zahl der Einzelkunden teils weiter

zurück, was gerade angesichts der

großen Anstrengungen der Unternehmen,

sich attraktive Neuheiten

einfallen zu lassen, sehr bedauerlich

ist, jedoch zeigten sich die Verbände

größtenteils bester Laune und an

den Entwicklungen sehr interessiert.

Die Produzenten hatten in den

vergangenen Monaten viele neue

Ideen umgesetzt und dabei auch

stets den Handel im Blick behalten.

Obwohl sie schon seit Jahren

umweltbewusst produzieren und

Nachhaltigkeit für sie eine Selbstverständlichkeit

darstellt, rückten

sie das Thema angesichts der aktuellen

Klimadebatten und den damit

verbundenen Trendentwicklungen

ins Rampenlicht. Mit Zertifizierungen

wie der „Blaue Engel“ oder

diversen Emmissionslabeln kann

der Handel die Qualität der Möbel

auch am POS wirkungsvoll darstellen

und den Wünschen der

Verbraucher nach gesundheits- und

umweltverträglichen Produkten entgegenkommen.

Gleichzeitig bieten

die Hersteller dem Handel damit

überzeugende Argumente für die

Verkaufsgespräche.

Zur Aufwertung der stationären

Verkaufsflächen hatten die Aussteller

zudem verschiedene POS-Materialien

und Präsentationskonzepte

erarbeitet. So stellte beispielsweise

Koinor einen durchdachten und

emotionalen Studio-Aufbau vor.

Darüber hinaus hatte das Unternehmen

aus Michelau verschiedene

Leuchtwände kreiert, die bei ausgewählten

Programmen einen praktischen

Überblick über die vielfältigen

Konfigurationsmöglichkeiten bieten

(siehe auch Seite 104).

W.Schillig hatte nach der Premiere

seines 3D-Polstermöbelkonfiguartors

im vergangenen Jahr die

Applikation weiterentwickelt. Zur

diesjährigen Hausmesse gab das

Unternehmen nun den Startschuss

für die Anwendung im Internet,

über die Verbraucher von zu Hause

aus ihr Wunschmöbel selbst zusammenstellen

können.

Aber auch mit den neuen Polstermöbeln

konnten die Hersteller

punkten. Ponsel zeigte unter anderem

eine Garnitur mit eingebauter

Vibrations-Funktion. Integriert in

dem Longchair kann diese je nach

Bedarf in verschiedenen Intensitäten

sowie punktuell oder in Intervallen

auf den ganzen Körper angewandt

und per Fernbedienung gesteuert

werden.

Sedda hat unterdessen sein Portfolio

um den Dining-Bereich erweitert.

Mit „Pearls“ stellten die Österreicher

eine Dinnerbank vor, die in

jeder Wunschgröße, verschiedenen

Absteppungen sowie unterschiedlichen

Bezügen gefertigt werden

kann. Ebenfalls auf positive Resonanzen

stieß unter anderem der

moderne Hochlehner „Remus“,

der mit vielen technischen Features

ausgestattet werden kann, so zum

Beispiel einer elektrischen Relaxfunktion,

einer herausfahrbaren

Fuß stütze oder einer Powerstation

zum kabellosen Aufladen des Handys.

Bei Koinor stand u. a. „Phoenix“

im Mittelpunkt. Das Polstermöbel in

moderner Optik und mit flexibel

10/2019 möbel kultur 101


COOL KIDS

Foto: Nachweis

Koelnmesse-Chef Gerald

Böse (gr. Bild) bei seiner

Eröffnungsrede. Paidi und

Steiff haben zusammen

das Zimmer „Lotte &

Fynn“ (r. o.) auf der Kind

+ Jugend vorgestellt. Gut

besucht war auch der

Stand von Matratzenspezialist

Träumeland (r. u.).

112 möbel kultur 10/2019


Kind + Jugend: Verzeichnet 24.000 Fachbesucher

Für smarte Kids

Neben den Big Playern der Baby- und Kinderausstattungsbranche ließen sich auf der Kind + Jugend in

Köln auch die kleineren Unternehmen nicht die Show stehlen. E-Mobilität, Connectivity im Kinderzimmer

und neue Materialien standen in diesem Jahr dabei im Vordergrund.

Gute Stimmung herrschte vom

19. bis 22. September in den

Kölner Messehallen. Die Aussteller

der Kind + Jugend, die die

möbel kultur“-Redaktion besuchte,

waren mit der Frequenz an ihren

Ständen überwiegend zufrieden

und mehr. Die Koelnmesse zählte

rund 24.000 Fachbesucher aus 133

Ländern an den vier Veranstaltungstagen.

„Die Kind + Jugend hat auch

in diesem Jahr ihre ganze lebendige

Vielfalt gezeigt. Die nachweislich

hohe Kompetenz der Besucher und

die enorme Internationalität der Veranstaltung

sind die entscheidenden

Faktoren für ihren großen Erfolg

als weltweit wichtigste Businessplattform

der gesamten Branche“,

so Gerald Böse, Vorsitzender der

Geschäftsführung der Koelnmesse.

Der Anteil ausländischer Fachbesucher

erhöhte sich leicht auf

77 Prozent. Hauptländer waren

neben Deutschland die EU-Staaten,

insbesondere Frankreich und Italien.

Die Teilnehmerzahl aus Großbritannien

ging leicht zurück. Der Anteil

von Besuchern aus Mittel- und Südamerika

legte deutlich zu, vor allem

10/2019 möbel kultur 113


OUTDOOR

spoga+gafa: 40.000 Fachbesucher reisten nach Köln

Erstklassige Erlebniswelt

Ein Fest für alle, die im Open-Air-Geschäft zuhause sind, veranstaltete die „spoga+gafa“ vom 1. bis 3.

September in Köln. Die weltweit führende Gartenmesse zog ihr Publikum mit trendigen Inszenierungen,

spannenden Vorträgen und Live-Entertainment im BBQ-Bereich in ihren Bann und behauptete sich abermals

als internationaler Anlaufpunkt für die Grüne Branche.

Eine Trendplattform mit Event-

Charakter: So präsentierte sich

die „spoga+gafa“, zu der die

Koelnmesse vom 1. bis 3. September

rund 40.000 Fachbesucher aus

124 Ländern auf dem 230.000 qm

großen Messegelände begrüßte.

Der Auslandsanteil unter den Gästen

stieg damit auf 65 Prozent und

untermauerte abermals die internationale

Bedeutung der weltweit führenden

Gartenleitmesse. Insgesamt

zeigten 2.281 Unternehmen aus

dem Outdoor-Sektor ihre Neuheiten

für die kommende Freiluft-Saison.

1.951 Aussteller (86 %) reisten aus

dem Ausland an.

„Die ‚spoga+gafa‘ 2019 war ein

voller Erfolg – sehr gute Zahlen, ein

allgemeines Besucherplus, eine florierende

Branche“, resümierte „spoga+gafa“-Director

Stefan Lohrberg.

Um der Messe noch mehr Thementiefe

zu verleihen, hatten er und

sein Team schon zu Jahresbeginn verkündet,

dass die diesjährige Ausgabe

im Zeichen des Megatrends „City

Gardening – Gärtnern ohne Garten“

stehen soll. Dazu gab es im Rahmen

der „Smart Gardening Welt“ und des

„IVG Power Place Akku“ in Halle 6

einen eigenen Bereich, der technische

Errungenschaften rund um die

urbane Grünoase in Szene setzte. „Mit

City Gardening hat die ‚spoga+gafa‘

den Nerv der Branche getroffen und

116 möbel kultur 10/2019


Sie ist das Event-Highlight im „garden unique“-Bereich: Die „Trendshow of Outdoor Furniture“

ging nach der erfolgreichen Premiere 2018 erneut an den Start, dieses Mal aber in fünf Inseln –

auf je einen Megatrend zugeschnitten – aufgeteilt. Neben dem Schwerpunktthema „City

Gardening“ gab es trendige Produkte zu „Universal Design“ (s. Foto o.), „Neue Natürlichkeit“,

„Individualisierung“ und „Smart Design“ zu sehen.

eine impulsgebende, kommunikative

Klammer über alle Segmente der

Messe gespannt“, so Catja Caspari,

Geschäftsbereichsleiterin Messemanagement.

Wie emotionale Gestaltung

am POS zum Thema „City Gardening“

richtig funktioniert, zeigten

während des grünen Top-Events

sowohl eine gesonderte „POS Green

Solution Island“ auf dem „boulevard

of ideas“ als auch die „Flying Balconies“

(s. Foto rechts), die dieses Jahr

Premiere feierten.

Auf der gesamten Ausstellungsfläche

standen innovative Lösungen

für Stadtbewohner im Vordergrund.

Multifunktionale Möbel, smarte

Bewässerungssysteme, Grills für

Fahrradkörbe etc. begleiteten das

Messe- Geschehen und zogen die Aufmerksamkeit

immer wieder auf das

Loungen unter freiem Himmel – auf

begrenztem Raum. Um den Megatrend

noch erlebbarer werden zu

lassen, richteten die Veranstalter als

Teil der „Trendshow of Outdoor Furniture“

in Halle 10.2 – ein Pflichtbesuch

für alle Gartenmöbler – eine

eigene Themeninsel zum Schwerpunkt

„City Gardening“ ein. Dazu

kamen weitere Inseln zu grünen

Gestaltungstrends wie beispielsweise

„Universal Design“, „Neue Natürlichkeit“,

„Individualisierung“ und

„Smart Design.“ Neu: Die „Trendshow

of Outdoor Furniture“ zeigte

nicht nur Möbel, sondern auch Dekoration.

„Die Ergänzung war eine logische

Schlussfolgerung, gerade auch

unter dem Aspekt, dass die Gestaltung

des Gartens oder Balkons als privates

Outdoor-Wohnzimmer immer mehr

in den Vordergrund rückt“, erklärte

Stefan Lohrberg. Die ebenfalls 2018

gelaunchte Sonderschau „Icons of

Outdoor Furniture“ erhielt dieses

Mal außerhalb der trendigen Produkt-Show

eine eigene Fläche. Dort

inszenierte unter anderem Nardi den

„Net Relax Armchair“, Kettler ging

mit der Freizeit-Liege „Tampa“ an

10/2019 möbel kultur 117


NEUE

PERSPEKTIVEN

Die Zukunft einzurichten bedeutet, gewohnte Pfade zu verlassen, den eigenen

Blickwinkel zu ändern, andere Sichtweisen zuzulassen und neue Perspektiven zu

entwickeln. Mit Konzepten, die den Unterschied machen, und Marken, die berühren.

Besuchen Sie uns auf dem GARANT Partnerforum 2019 und freuen Sie sich auf unsere

„neuen Perspektiven“ für Sie. Und es wird noch spannender: Wir feiern die Premiere

zweier brandneuer Kollektionsmarken aus dem Premium-Segment! Erleben Sie

„individuellen Schlafkomfort“ und „ökologisches Interior Design“ in neuer Dimension.

Lassen Sie sich inspirieren und erleben Sie unsere Messehighlights

hautnah – live im A2 Forum in Rheda-Wiedenbrück.

Kontakt: Meinolf Buschmann, Geschäftsleitung Vertrieb

+49 (0) 170 – 855 96 13 | m.buschmann@garant-gruppe.de

9. + 10. November

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