FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 12

FINDORFF.GLEICH.NEBENAN

FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Stadtteilmagazin für Findorff und Bremen für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik

Im Herbst 2019 | Ausgabe 12 | Kostenlos, aber nicht umsonst

GLEICH NEBENAN Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil

®

VOLKER LECHTENBRINK

ERINNERUNGEN

» Wir wohnten in Findorff in der Tölzer Straße. «

ISA FISCHER Mühlen, Schlösser & Fachwerk DR. GABRIELE JUNKERS

Gedanken über die Einsamkeit EXTRABREIT Kai Havaii über wilde

Zeiten HEIKO GREIN Zehn Jahre Musiknetzwerk MAHLZEIT Sushi !


BEXTES BLICK

q VOM LEBEN GEZEICHNET

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03


q AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF.

Kleingeistigkeit ? Freigeistigkeit !

K

ennen Sie das ? Sie haben eine

Idee, die Sie unbedingt

umsetzen möchten. Eine

solche von uns ziemlich

ambitionierte Idee war es,

für FINDORFF GLEICH

NEBENAN als kleines

Stadtteilmagazin, irgendwie,

irgendwo, irgendwann den großartigen

Volker Lechtenbrink zu interviewen.

Was nur wenige Ältere noch wissen: Der beliebte Schauspieler,

Regisseur, Intendant, Texter, Sänger und Synchronsprecher ist

als Kind in der Tölzer Straße in Findorff aufgewachsen – und

hat auch nach dem Umzug der Familie nach Hamburg seine

Ferien dort bei den Großeltern verbracht.

Große Freude in der Redaktion: Nach fast zwei Jahren Kontakt

über seine freundliche Agentin und der Zusendung eines Exemplars

von FINDORFF GLEICH NEBENAN an den Künstler

hat es für diese Ausgabe geklappt. Volker Lechtenbrink ließ

es sich nicht nehmen, uns für Interview und Fotoproduktion

in seine langjährige Spielstätte, das berühmte »Ernst Deutsch

Theater« einzuladen, um unsere Fragen zu beantworten. Die

Fahrt von Bremen nach Hamburg war die erste »Dienstreise«

in drei Jahren und das Interview war ein verdienter Lohn für

unsere Beharrlichkeit – und ist zugleich auch ein gutes Beispiel

für den Anspruch, über den Stadtteilrand zu schauen und mit

interessanten Beiträgen dieses Magazin weiter möglich zu machen,

trotz mancher kleingeistiger Widrigkeiten, auf

die man im »Dorff« ab und an trifft. Das Gegenteil

von Kleingeistigkeit ist Freigeistigkeit – und wir

durften einen Vertreter dieser äußerst positiven

Charaktereigenschaft erleben. Die tiefenentspannte

Freundlichkeit und große Offenheit des Schauspielers

haben uns beeindruckt – ebenso wie die

eloquent erzählten Erinnerungen an seine Kindheit

in Findorff sowie weitere Anekdoten aus seiner Karriere.

Diese Karriere dauert übrigens mittlerweile über 60 Jahre an.

Sie begann einst damit, dass der kleine Volker im Alter von

sieben Jahren an den damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk

einen Brief schrieb mit dem Satz: »Ich höre Euren Kinderfunk

– und kann ich da nicht mitmachen ?« Womit wir wieder ganz

wie am Anfang bei einer ambitionierten Idee wären, die unbedingt

umgesetzt werden wollte. Woran die erste Bewerbung fast

gescheitert wäre, warum seine Rolle als 14-jähriger Darsteller

in »Die Brücke« ein »Sesam öffne Dich« für die professionelle

Schauspielerei war und wie er als Sänger die »ZDF-Hitparade«

erlebt hat, erzählt uns Volker Lechtenbrink in dieser Ausgabe.

Auf die Frage, ob der stets mit öffentlicher Wirkung verbundene

Beruf des Schauspielers dadurch auch anstrengend sein kann,

war seine Antwort übrigens: »Du machst ihn für das Publikum.

Ansonsten könntest Du ja auch in den Keller gehen und dort

spielen.« Das gilt irgendwie auch für ein öffentlich publiziertes

Magazin: Auch wir freuen uns, dass Sie uns wahrnehmen und

gern lesen – und hoffen, dass Ihnen Ausgabe Nr. 12 gefällt.

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Bremen

06 l VOLKER LECHTENBRINK

Über seine Kindheit in Findorff, Briefings für »Die Brücke«

und warum man manchmal nicht »Danke« sagen darf

12 l ISA FISCHER

Die Stadtzeichnerin über Regenwetter, stolze Bauarbeiter auf

der Müllhalde und Dienstreisen, die es leider nicht gab

16 l SPARKASSE BREMEN

Aktiv vor Ort: Neues aus der Findorffer Filiale

17 l SPECIAL: WEIHNACHTEN IN FINDORFF

+ Dr. Gabriele Junkers über die Einsamkeit an den Festtagen

+ Kerstin Schröck: Neues vom Findorffer »Single Kulturkreis«

+ Dem Weihnachtsmann auf der Spur: »Christmas & more« +

Antje Lammers: Mode als Leidenschaft + 24 schöne Geschenkideen

+ Ja oder nein: Braucht Findorff einen Weihnachtsbaum

? + Meerjungfrau im Fitnessstudio: Geprobt für das

Musical im Dezember wird bei der »ULC Fitness Company«

GLEICH NEBENAN

30 l EXTRABREIT

Sänger Kai Havaii über wilde Zeiten, große Irrtümer

und sein neues Buch, den Thriller »Rubicon«

36 l FINANZTIPP

Sparkasse Bremen: fairgleichen und sparen !

38 l ZWISCHENRUF

Mike Gorden über ein Müllproblem

40 l SONGS & WHISPERS

Heiko Grein: zehn Jahre Musiknetzwerk

41 l MAHLZEIT

42 l DORFFKLATSCH

44 l FINDORFF GEHT AUS

46 l SIM SCHAUT VORAUS

Last Christmas in Findorff 2040

Wir wünschen allen LeserInnen, AnzeigenkundInnen und sonstigen

WegbegleiterInnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch !

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05


PROFILE

q WIR TRAFEN VOLKER LECHTENBRINK IM »ERNST DEUTSCH THEATER«

» Ich hatte in Findorff eine ganz wunderbare Kindheit.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06

VOLKER LECHTENBRINK

SCHAUSPIELER

V

olker Lechtenbrink, Sie können auf eine

lange Karriere zurückblicken. Fast jedeR in

Deutschland kennt Ihren Namen. Bekannt

geworden sind Sie erstmals, als Sie als

14-Jähriger im Antikriegsfilm »Die Brücke«

mitspielten. Wie kam es, dass Sie so früh

zur Schauspielerei kamen ?

Ich bin ja eigentlich noch früher zur Schauspielerei

gekommen. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich

mein ganzes Leben lang Schauspieler. Ich habe ja schon im Alter

von sieben Jahren an den NWDR, den damaligen Nordwestdeutschen

Rundfunk geschrieben, wie die Rundfunkanstalt für

Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

bis 1955 hieß. Ich habe geschrieben: »Ich höre

Euren Kinderfunk – und kann ich da nicht mitmachen ?«. Die

haben mir auch geantwortet: »Ja, komm‘ doch mal vorbei und

lies uns etwas vor.« Das habe ich dann auch gemacht, stolperte

damals aber immer noch in der Aussprache ȟber den spitzen

Stein«. Da hat man mir gesagt: »Du, Volker, das geht bei uns

aber nicht.« Danach habe ich ziemlich geübt, das »Sp« und »St«

nicht mehr so sehr zu betonen – und dadurch hat man mich

genommen. Von da an habe ich Kinderfunk gemacht und mit

zehn Jahren erstmals Theater gespielt – so war ich beispielsweise

der »Sohn« des bekannten Schauspielers Hanns Lothar. Gespielt

habe ich im Thalia-Theater und im Hamburger Schauspielhaus

im Stück »Lapalu« unter den Augen von Gustav Gründgens. Das

werde ich nie vergessen – und auch meine Eltern waren hin und

weg. So ging es weiter und bald kam ja auch schon die Rolle

in dem Kinofilm »Die Brücke«. Damit war es endgültig so weit

und ich habe gesagt: »Jetzt will ich von der Schule weg und ein

richtiger Schauspieler werden.« Das bin ich ja auch geworden.

Wie war es für Sie, sich in diesem jungen Alter mit so einer

ernsten Thematik auseinanderzusetzen ?

Ich ging nach dem Wegzug meiner Familie aus Bremen nach

Hamburg auf das »Johanneum«, ein humanistisches Gymnasium

in Winterhude. Wir hatten uns mit der Kriegszeit und

den Nazis schon im Unterricht beschäftigt. Ich hatte darüber

aber zugleich auch mit meinem Vater gesprochen. Er war als

Flieger im Krieg abgeschossen worden und danach sozusagen

untauglich gewesen. Mit ihm, der nachweislich kein Nazi war,

sondern ein echter Freidenker, konnte ich als Jugendlicher über

alles reden. Er war unglaublich offen zu mir – was damals für

mich als Junge im Alter von 13 Jahren ein großes Glück war.

Aber als wir dann die ersten Film- und Fotoaufnahmen der

Alliierten über den Holocaust in den Konzentrationslagern

gesehen haben, war ich zutiefst erschüttert. Ich habe gedacht:

»Das hat es gegeben ? Das haben Menschen anderen Menschen

angetan ?« Diese Geschehnisse waren schwer zu verdauen. Als

Regisseur Bernhard Wicki 1959 mit »Die Brücke« seinen ersten

Spielfilm drehte, war ich also vorbereitet. Er hat sich zudem

sehr intensiv mit allen jungen Darstellern auseinandergesetzt.

Wenn jemand von uns am nächsten Tag einen Dreh hatte, ist er

mit ihm am Abend zuvor Essen gegangen und hat ihn für seine

Rolle »gebrieft«, wie man heute sagt. Dadurch wurde jeder von

uns durch die Gespräche mit ihm sehr gut vorbereitet. Insofern

konnte ich meine Rolle als Kindersoldat »Klaus Hager« und die

damit verbundenen Schrecken des Nationalsozialismus und der

Kriegszeit ganz gut schauspielerisch umsetzen.

Ging es nach »Die Brücke« mit der Schauspielerei sofort

weiter ? Durften Sie gleich auf eine Schauspielschule ?

Nein, gar nicht. Ich musste erstmal einen ganz schweren Kampf

kämpfen. Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich Arzt werde.

Sie arbeitete damals als Chefsekretärin in einer großen Privatklinik,

war beruflich viel mit Ärzten zusammen und bewunderte

diesen Beruf. Dass ihr Sohn eines Tages auch Arzt werden

sollte, war ihr großer Traum. Mein Vater hingegen hat meinen

Drang zum Theater eher verstanden. Er war ab und zu Statist an

der Oper in Bremen und hatte dadurch eine Affinität zu dem Beruf

des Schauspielers. Ich musste also richtig gegen den Willen

meiner Mutter ankämpfen. Der Professor, der die Schule leitete,

hat dann mit mir geredet und gesagt: »Volker, man merkt, Du

hast keine Lust mehr zur Schule zu gehen.« Er hat aufgrund

des Gesprächs mit mir meinen Eltern einen Brief geschrieben

mit dem Tenor: »Lassen Sie den Jungen von der Schule gehen.

Er ist nicht zu halten.« Dadurch, dass die Empfehlung von

einem Professor kam, haben die Eltern meinen Wunsch am

Ende akzeptiert und mich meines Weges gehen lassen.

Sie waren durch »Die Brücke« in den Fünfzigern ein sogenannter

»Kinderstar«. Hatten Sie trotzdem eine normale Kindheit ?

Ja, meine Kindheit war total normal. Wir hatten ein sehr offenes

Haus. Alle meine Freunde konnten jederzeit vorbei kommen. Es

wurde auch über alles frei und ehrlich geredet.

Haben die Freunde nicht gesagt: »Jetzt ist Volker ein Filmstar« ?

Ja, natürlich. Die kurze Zeit, die ich noch auf der Schule war,

bin ich schon ein wenig der Exot gewesen, der einen großen

Film gedreht hat – zumal »Die Brücke« als Kinofilm auch für den

»Oscar« nominiert war und in Hollywood den »Golden Globe

Award« gewann. In der Nachkriegszeit war das alles ja nichts

Alltägliches, sondern etwas ganz Besonderes – und für uns als

junge Darsteller eine Art »Sesam öffne Dich« für die Schauspielerei,

wie man es besser gar nicht hätte haben können.

Sie sind in Hamburg aufgewachsen, haben Ihre Kindheit aber

in Findorff verbracht. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben ?

Meine Familie kommt ursprünglich aus Bremen und umzu.

Geboren bin ich eher zufällig 1944 nahe Königsberg in Cranz in

Ostpreußen. Dort waren meine Eltern kurz und ich nur die ersten

zehn Tage meines Lebens – und schon ging es nach Bremen.

Wir wohnten dort in der Tölzer Straße. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 07


q VOLKER LECHTENBRINK IM INTERVIEW

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08

» Mir war alles sofort wieder vertraut.«

Bis ich in die erste Schulklasse kam, lebten wir in Bremen. Dann

wurde mein Vater versetzt und wir sind nach Hamburg gezogen.

Auch meine Großeltern wohnten in Findorff, kamen aber vom

Land; insofern war ich als Kind auch viel ländlich unterwegs

in der Nähe von Worpswede. Meine Familie und ich zogen für

kurze Zeit noch auf die andere Seite des Bürgerparks in das

»vornehme« Schwachhausen. Wir hatten eine Wohnung in der

Wachmannstraße, bevor es endgültig nach Hamburg ging.

Welche prägenden Kindheitserinnerungen fallen Ihnen in

Verbindung mit Findorff sofort wieder ein ?

Vor allem fällt mir mein Opa ein, der ein ganz besonderer Opa

war. Er war so einer, der wirklich alles konnte, in jeder Situation

immer sehr ruhig und gelassen blieb und als Spielkamerad

viel Zeit für mich hatte. Opa war von Beruf Finanzbeamter. Er

hat für mich zum Beispiel Drachen oder Flöten aus Weidenholz

gebaut – und mir eine einfach bis heute unvergessliche und sehr

spielerische Kindheit bereitet. Meine Oma hat herrlich gekocht

und immer Kartoffelpuffer gemacht – einer gleich für mich und

einer ging auf den Teller. So schnell, wie die bei mir weggingen,

konnte sie gar nicht nachkommen. Als wir dann in Hamburg

wohnten, habe ich meine Großeltern weiterhin in Bremen

besucht und meine Schulferien weiter in Findorff verbracht. Mit

den Kumpels habe ich immer Fußball gespielt. Wir waren nicht

sehr wohlhabend und für Urlaubsreisen hatte man damals ja

auch noch gar kein Geld.

Ist und bleibt Findorff der Ort Ihrer Kindheit oder sollte man

Vergangenheit Vergangenheit sein lassen ?

Nein, ich erinnere mich bis heute sehr gern; zum Beispiel an

unseren Bäcker an der Ecke der Tölzer Straße. Ich hatte in

Findorff eine wunderbare Kindheit. Viele Jahre später stand

ich in Bremen nochmals vor dem Haus meiner Großeltern. Ich

habe alles wiedererkannt und geklingelt. Die neuen Bewohner

haben mich sehr freundlich begrüßt mit den Worten: »Sind Sie

nicht... ?« und ich habe gesagt: »Ja, bin ich.« Ich wurde gleich

hereingelassen und mir war alles sofort wieder vertraut. In der

Straße und sogar im Haus hatte sich gar nicht so viel verändert.

Ich wußte noch genau: »Dort geht es hoch in das Schlafzimmer

und da hinten führt die Treppe in den Keller.« Es gab immer

noch einen kleinen Vorgarten und hinten den schönen Garten.

Nach Ihrem Schulabschluss entschieden Sie sich dafür, die

Schauspielschule in Hamburg zu besuchen. Sie spielten nicht

nur in Filmen und Serien mit, sondern traten auch viel im

Theater auf. Gefällt Ihnen das eine mehr als das andere ?

Mir gefällt die Abwechslung sehr gut. Ich bin unglaublich neugierig

auf Neues. Wenn ich etwas zu lang gemacht habe, finde

ich es irgendwann einschläfernd. Ich denke dann: »Was könnte

ich denn jetzt machen ?« Gott sei Dank hatte ich in meinem Beruf

viele Optionen – und dann habe ich gesagt: »Jetzt mache ich

mal das; dann mache ich das oder etwas ganz anderes.« Diese

Wechselbäder fand und finde ich nach wie vor am schönsten.

Wenn ich lange gedreht hatte, bekam ich eine große Sehnsucht

nach dem Theater. Wenn ich zu lange Theater gespielt hatte,

wollte ich wieder einen Film drehen.

In den Siebzigerjahren wandten Sie sich auch der Musik zu

und sind sogar mehrmals in der damals sehr angesagten

»ZDF-Hitparade« aufgetreten. Sie hatten echte Hits wie »Der

Spieler«, »Leben so wie ich es mag« oder »Ich mag«. Über die

unvergessene »ZDF-Hitparade« ranken sich einige Legenden.

Wie was es damals wirklich bei Dieter Thomas Heck ?

Das war eine sehr witzige Zeit. Wir freuten uns immer, wenn

man sich wieder sah. Wir haben jedes Mal erst unten im Keller

im »Schweizer Hof« einen Begrüßungstrunk genommen. Es

war immer sehr lustig. Wir kamen aus allen Ecken der Welt und

die Hitparade war für uns irgendwie wie eine Klassentreffen.

Es gab einige, die mochten sich mehr und andere, die mochten

sich weniger – wie das im Leben eben so ist. Die Plattenfirmen

wollten von uns auch immer, dass wir nach Berlin in die Sendung

gingen. Es war damals so: Wenn Du in der »ZDF-Hitparade«

aufgetreten bist, hast Du in den nächsten zwei, drei Tagen

garantiert 20.000 Singles verkauft. Die Zeit hat Spaß gemacht.

Man konnte im Fernsehen damals ja auch nur drei Programme

empfangen. Neben der »ZDF-Hitparade« war noch »Disco«

mit Ilja Richter als Moderator sehr angesagt; rückblickend

eine unglaubliche Sendung, in der auf eine Glamrock-Band

wie »Sweet« ein Schlager-Duo wie Cindy & Bert folgte...

Ja, in »Disco« bin ich auch aufgetreten. Nach diesem Prinzip der

musikalischen Kontraste gab es im SWR auch die Sendungen

»Pop ‘79« und »Lieder & Leute«, die ich moderiert habe. In diesen

Sendungen traten ebenfalls bunt gemischt Rockbands, aber

auch Schlagersänger wie Bernd Clüver oder Politbarden wie

Wolf Biermann auf. Alle haben damals übrigens nicht Playback,

sondern live gesungen. »Lieder & Leute« war die letzte Sendung

im Fernsehen, in der tatsächlich noch live gesungen wurde.

Zum 70. Geburtstag haben Sie mit dem Zwei-Personen-Stück

»Leben, so wie ich es mag«, das Ihre älteste Tochter Saskia

Ehlers für Sie geschrieben hat, Ihre bekanntesten Lieder nach

30 Jahren gesanglicher Abstinenz wieder auf die Bühne gebracht.

Wie kam es dazu ?

Die Idee des Stückes war: »Wie wäre es gewesen, wenn mein

Leben ganz anders verlaufen wäre ?«, also wenn ich vom Leben

nicht immer irgendwie aufgefangen worden wäre. Dafür haben

wir in dem Stück die Songs mit einzelnen Szenen zu meinen

verschiedenen Lebensphasen dramaturgisch verknüpft. Ich

merkte sofort, dass die Lieder von damals immer noch sehr gut

im Publikum ankommen. Dadurch entstand die Idee, mit einer

großen Zehn-Mann-Band und zwei Backgroundsängerinnen im

»St. Pauli Theater« aufzutreten. Diese Auftritte waren unglaublich

schön – und genau das war es, was ich unbedingt noch machen

wollte. Ich wollte sehen, ob die Lieder von früher auch heute in

einem Live-Konzert noch funktionieren. Es hat geklappt. u

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q VOLKER LECHTENBRINK IM INTERVIEW

» Ich habe ein Publikum, das mir viel zurück gibt. «

Sie sind Schauspieler, Regisseur, Intendant, Texter und Sänger

– und haben als Synchronsprecher berühmten Schauspielern

wie Burt Reynolds, Kris Kristofferson, Dennis Quaid und

John Cleese Ihre Stimme geliehen. Welches sind momentan

Ihre künstlerischen Schwerpunkte ?

Eigentlich ist es wie immer. Ich mache weiterhin verschiedene

Dinge. Besonders überrascht hat mich zuletzt ein Anruf von

Christian Ulmen, der gefragt hat, ob ich in der Serie »Jerks«

mitspielen will. Ich habe gesagt: »Jerks ? Was ist das denn ?«,

sagte gleich zu und habe meine Rolle als unglaublich erfrischend

und aufregend empfunden. Es gab keinen festen Text,

sondern nur ungefähre Vorgaben für die einzelnen Szenen. Man

sollte und durfte improvisieren. Das fand ich toll. Zu der Rolle

in dieser Serie habe ich eine derartige Rückmeldung bekommen

von einer völlig anderen, jungen Generation. Das war eine neue,

spannende Erfahrung – gerade wenn man denkt: »Du hast doch

schon alles erfahren und gemacht.« Ich hatte großen Spaß.

Manchmal kehren Sie beruflich in die Stadt Ihrer Kindheit

zurück; wie beispielsweise in die Radio Bremen Talk-Show

»3 nach 9«. Was ist aus Ihrer Sicht der wesentliche Unterschied

zwischen Hamburg und Bremen ?

Beides sind norddeutsche Städte, beide haben einen Hafen,

beide sind sehr hanseatisch geprägt und natürlich Großstädte –

aber Hamburg ist einfach sehr viel größer. Ich finde auch nicht,

dass man alles immer vergleichen muss. Wir sollten uns freuen,

dass wir im Norden zwei so schöne, unterschiedliche Städte

haben. Wenn ich in Bremen zum Beispiel bei »3 nach 9« eingeladen

bin, übernachte ich immer im Parkhotel, während andere

KollegInnen sofort nach der Sendung abreisen. Wenn ich dort

auf dem Balkon stehe, liegt vor mir links Schwachhausen und

rechts Findorff. Das ist für mich jedes Mal wieder ein Stück

Heimat, die ich noch einen Tag genießen möchte. Mir kommen

auch immer Erinnerungen an früher, wie an ein Kindheitserlebnis

auf dem Bremer Freimarkt. Dort war ich mit meinem

Vater. Er hatte an der Schießbude als Gewinn fast ein kleines

Messer für mich geschossen, aber irgendwann ging ihm für den

letzten Schuss das Geld aus. Er sagte zu dem Besitzer der Bude:

»Sie passen schön auf, dass inzwischen keiner auf das Messer

schießt.« Ich blieb da und er ging kurz nach Hause, um Geld

zu holen. Er hat das Messer auch für mich geschossen. Solche

Erlebnisse mit meinem wirklich tollen Vater vergisst man nicht.

Zuletzt haben Sie zusammen mit ihrer Tochter Saskia Ehlers

Regie in »Was ihr wollt« am »Ernst Deutsch Theater« in Hamburg

geführt und Sie selbst standen als Narr auf der Bühne.

Sind Sie nach vielen Jahren vor Premieren eigentlich immer

noch aufgeregt und haben Sie Lampenfieber ?

Die berühmte Frage: Ja, ohne Lampenfieber geht es nicht. Das

braucht man ! Ohne die Aufregung würde dieser Beruf ja nicht

der Beruf sein. Das ist es ja, was Theaterspielen ausmacht: Wie

kommt die Inszenierung an ? Klappt alles ? Bin ich gut ? Kann

ich meinen Text ? Ja, den kann ich. Meistens. Vorher hat man

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10

das Gefühl, ich kann überhaupt nichts mehr. Aber wenn Du auf

der Bühne stehst und spielst, fällt sofort alles von Dir ab.

Sie haben keinen Internetauftritt und sind auch nicht mit

»facebook« präsent. Warum nicht ?

Ich habe so viel Aufmerksamkeit in meinem Leben. Noch mehr

Aufmerksamkeit wäre mir fast zu viel. Wenn ich für mich allein

zur Ruhe komme, bin ich froh, privat nicht auch noch damit

beschäftigt zu sein, mich über das Internet selbst darzustellen.

Ist es manchmal anstrengend, seit mehr als 60 Jahren eine

öffentliche Person zu sein ?

Du machst ja den Schauspielberuf erstmal, weil er in Dir ist –

und Du machst ihn für das Publikum. Ansonsten könntest Du ja

auch in den Keller gehen und dort spielen. Ich habe glücklicherweise

ein unglaublich herzliches Publikum, das mir viel zurück

gibt; vielleicht auch, weil ich immer ehrlich war. Wenn ich auf

dem Winterhuder Marktplatz meinen Fisch einkaufen gehe, bekomme

ich Reaktionen wie: »Volker, wie geht es denn so ?«, »Was

machst Du gerade ?« oder: »Was spielst Du demnächst ?« oder

als ich krank war: »Jetzt siehst Du aber wieder besser aus !«. Die

Hamburger leben mit Dir mit – und das finde ich toll. Wenn Du

das nicht haben möchtest, darfst Du eben nicht rausgehen oder

wenn es Dir nicht so gut geht und Du musst aber rausgehen,

dann sieht man eben zu, dass man sich etwas schützt.

Auf meinem Zettel steht nur noch: Danke für das Gespräch,

toi, toi, toi und viel Erfolg für die nächste Premiere !

Gut abgelesen ! Ich sage jetzt nicht »Danke«, weil man auf »Toi,

toi, toi« nicht mit »Danke« antworten darf; das bringt Unglück

– ebenso wie mit einem Hut auf dem Kopf über die Bühne zu

gehen oder dort zu essen oder zu pfeifen – es sei denn, es ist im

Stück während der Proben oder Aufführungen Teil der Rolle.

Wie war es, wenn ein Anfänger diese Regeln nicht kannte ?

Dann bekam er eine sanfte Backpfeife; ganz wie ich einst als

junger Schauspieler, weil ich auf der Bühne gegessen habe.

Und wie wäre das heute ?

Genauso ! Aber die heutigen SchauspielerInnen wissen meistens

sehr gut, was sie auf der leeren Bühne keinesfalls tun dürfen.

q ÜBER VOLKER LECHTENBRINK

Die Vita und das künstlerische Wirken von Volker Lechtenbrink

sind so vielseitig und umfassend – und mit wenigen Zeilen nicht

zu beschreiben. Wer mag, schaut online auf »Wikipedia« und

googelt nach »youtube«-Videos. Wer den Schauspieler live erleben

möchte, besucht das »Ernst Deutsch Theater« in Hamburg.

An seiner langjährigen Wirkungsstätte liest Volker Lechtenbrink

beispielsweise am 6. und 14. Dezember 2019 unter dem Titel

»Von drauß‘ vom Walde …« Heiteres und Besinnliches zur

Weihnachtszeit. Mehr unter www.ernst-deutsch-theater.de

Interview: Mathias Rätsch, Fotos: Philipp von Ditfurth ▲

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PROFILE

q WARUM ISA FISCHER NICHT MEHR STÄNDIG VOR DEM COMPUTER SITZEN WOLLTE

» Okay, ich zeichne ab morgen ›100 Bremer Häuser‹ ! «

STADTZEICHNERIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 12

ISA FISCHER

I

sa, Du bist wahrscheinlich die einzige bekannte

Stadtzeichnerin Bremens. Irgendwann hast Du

Deinen Arbeitsplatz vor dem Computer verlassen

und bist hinaus in die Stadt, um im Freien

zu zeichnen. Was war der Grund ?

Ich bin Grafik-Designerin. Das hieß für mich

viele Jahre ständig am Computer zu arbeiten –

und ausschließlich drinnen zu sitzen. In diesem

Beruf gestaltet man zum Beispiel Broschüren

oder entwirft Logos. Das habe ich sehr lange gemacht und

mache ich auch weiterhin. Illustrationen waren früher nur ein

relativ geringer Teil meiner Arbeit. Irgendwann aber wollte

ich nicht mehr nur ständig vor dem Computer sitzen und auch

mehr zeichnen. Ich habe mir damals überlegt: »Was kann ich

machen, um aus dem Haus zu kommen ?« Die Stadt und ihre

Menschen haben mich schon immer interessiert. Ich sitze auch

gern draußen, um Leute in der Umgebung zu beobachten.

Als Stadtzeichnerin zeichnest Du Bremer Häuser, aber auch

Industriebauten und Hafenanlagen. Wie kam es dazu ?

November 2012 saß ich mit einer Freundin und Kollegin zusammen.

Wir tauschen uns seit jeher viel aus, weil jede von uns alleine

arbeitet. Wir haben gemeinsam überlegt, wie lange ich schon

zeichne – zu der Zeit vorrangig auf Reisen. Wir haben weitergedacht,

wie man das Zeichnen zu einem Arbeitsschwerpunkt

machen könnte. Ich habe irgendwann spontan gesagt: »Okay,

ich zeichne ab morgen ›100 Bremer Häuser‹ !« Das passte auch

gut. Ich wohnte ja in Bremen, war auch zuhause sehr engagiert

und meine Kinder waren zu der Zeit noch in einem Alter, in

dem ich sie noch nicht allzu oft alleine lassen wollte. Also habe

ich vor der eigenen Haustür in Findorff angefangen, Häuser in

der näheren Umgebung zu zeichnen, um kurze Arbeitswege zu

haben. Inzwischen sind meine Kinder groß und ich kann jetzt

besser auch Aufträge in anderen Städten wahrnehmen, wenn

man mich über www.hausgezeichnet.info bucht.

Zeichnest Du zu jeder Jahreszeit bei jedem Schmuddelwetter ?

Ja, ich zeichne das ganze Jahr über und damit auch bei fürchterlich

kaltem Wetter. Wenn es richtig kalt ist, sind die Farben

nicht das Problem. Das Problem ist: Ich kann bei niedrigen

Temperaturen nie sehr lang zeichnen, weil ich mir spätestens

nach einer Stunde Hände und Füße aufwärmen muss, obwohl

ich bei winterlichen Temperaturen dick angezogen bin. Ziemlich

problematisch ist Regenwetter. Wenn es regnet und die

Tropfen auf mein Papier fallen, kann ich nicht arbeiten.

Wie wird man als Zeichnerin vor Ort wahrgenommen ?

Oft sind Leute zunächst sehr skeptisch, wenn sie mich von weitem

sehen. Es ist ja wirklich auch sehr ungewohnt, dass jemand

mit einem mitgebrachten Stuhl irgendwo auf dem Bürgersteig,

am besten noch im Weg, sitzt und auf ein Haus starrt. Ich hoffe

dann immer, dass die Leute nachfragen oder einfach auf das

Blatt schauen. Dann hellt sich die Miene meistens schnell auf,

sie sind oft angetan und es entsteht ein nettes Gespräch. Manchmal

hat sich sogar schon jemand spontan entschieden mich auch

für das eigene Haus zu beauftragen. Für einen Kunden habe ich

letztens eine Baustelle auf einer Mülldeponie gezeichnet. Da gibt

es verschiedene Maschinen und Fahrzeuge und die Mitarbeiter,

die diese bedienen. Zunächst waren die Bauarbeiter dort auch

überrascht, als ich mich da mit meinem Stuhl halb im Matsch

eingesunken, platziert habe. Nach und nach kamen alle mal

vorbei und schauten zu. Ich habe es so empfunden, dass sie mein

stundenlanges Zeichnen als Wertschätzung ihrer Tätigkeit gesehen

haben, was sicher vom Auftraggeber auch so gewünscht war.

Wie oft kommt die Frage: »Kannst Du davon leben ?«

Witzigerweise wird diese Frage einer Stadtzeichnerin gar

nicht gestellt. Danach fragt man eher CartoonistInnen. Gefragt

werde ich eher, ob das Zeichnen mein Hobby oder mein Beruf

ist – und es wird sehr schnell nachgeschoben: »Ja, klar, sieht

man auch, dass das Dein Beruf ist.« Ich habe den Eindruck, die

Leute sind auch der Meinung, dass eine Stadtzeichnerin gut

bezahlt ist.

Und ist das so ? Kannst Du von Deinen Zeichnungen leben ?

Nein, momentan nicht. Ich arbeite auch weiterhin für Jobs als

Grafik-Designerin und finde die Abwechslung sehr schön. Ich

habe als Grafik-Designerin langjährige StammkundInnen, die

über das ganze Jahr Aufträge für mich haben. Verschiedene

Aufgabenstellungen gefallen mir gut. Grafik-Design und meine

Arbeit als Stadtzeichnerin machen anteilig jeweils 50 Prozent

meiner Tätigkeit aus. Ich habe deshalb bisher gar nicht versucht,

das Zeichnen auszubauen, um allein davon zu leben. Ich könnte

sicherlich nur als Stadtzeichnerin existieren, wenn ich es versuchen

würde. Das möchte ich aber nicht. So wie es ist, ist es gut.

Bisher sind von Dir fünf Bücher erschienen, die Du über den

von Dir gegründeten »Duplio Verlag« herausgibst. Warum

setzt Du auf eine Vermarktung Deiner Werke im Eigenverlag ?

Nachdem ich meine ersten »100 Bremer Häuser« ausgestellt hatte

und darüber in der Presse berichtet worden war, kamen Verlage

auf mich zu, um mir anzubieten, einen Bildband mit dem

gleichen Namen herauszubringen. Ich habe mich sehr geehrt

gefühlt und gleich zugestimmt. Bei den Gesprächen über die

Konditionen wurde jedoch klar, dass ich die ganze Arbeit habe,

jedoch nur zu einem kleinen Prozentsatz am Gewinn beteiligt

werden würde. Das Buch sollte nur aus Zeichnungen bestehen

und die Gestaltung wollte ich auch übernehmen, da das meinem

Beruf als Grafik-Designerin ja ohnehin entspricht. Da habe ich

mir überlegt, dass man dieses Buch fast nur in Bremen anbieten

kann und dass ich den Vertrieb in dem Fall vielleicht auch selber

übernehmen könnte. Bei überregionalen Drucksachen ist das

sicher nicht möglich. Ich fahre bis heute mit dem Fahrrad los,

um den Buchhandlungen meine Bücher anzuliefern. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 13


q ISA FISCHER IM INTERVIEW

» Es gibt in Findorff wenig Berührungsängste. «

Die Finanzierung einer Auflage ist natürlich ein Problem.

Die Druckkosten sind hoch, wenn man eine lokale Druckerei

nehmen möchte und zum Beispiel keine aus Asien. Ich fand es

besser, wenn alles aus Bremen kommt: Die Motive, die Druckerei,

ich selbst. Es dauert Jahre, bis man so viele Bücher verkauft

hat, dass man auch nur die Druckkosten bezahlen kann. Meine

Druckerei, mit der ich schon lange als Grafikerin zusammengearbeitet

hatte, hat mir ein sehr großzügiges Zahlungsziel eingeräumt,

sodass ich erst mal Zeit hatte, einige Exemplare unter

die Leute zu bringen, bevor die Rechnung kam. Das hat mir

die Entscheidung erleichtert, selber zur Verlegerin zu werden.

Danach habe ich es immer so gemacht, dass ich ein neues Buch

geplant habe, sobald das vorherige sich finanziell langsam in

die schwarzen Zahlen bewegte.

Wie war es für Dich Vertriebskanäle aufzubauen, um potentielle

KäuferInnen für Deine Publikationen zu erreichen ?

Auch das ist bei mir ja eher unüblich. Am Anfang habe ich eine

Idee. Daraus entsteht ein Projekt wie »100 Bremer Häuser«.

Während der Zeit des Projektes zeichne ich öffentlich. In dieser

Phase erzähle ich allen, die mich ansprechen, dass ich aus den

Zeichnungen ein Buch machen möchte. Darüber entstehen

Kontakte. Aus den Kontakten entstehen Ausstellungen und

über die Ausstellungen Wege zu KäuferInnen. Ich sage zu den

Leuten: »Kommen Sie doch vorbei !« und lade alle zu meinen

Ausstellungen ein, die ich während des Zeichnens getroffen

habe. Auf den Ausstellungen gibt es die Originale und meine

Bücher zu kaufen. Oder aber ich stehe auf dem Weihnachtsmarkt

in der »Unteren Rathaushalle« und zuletzt auf der »Büchermeile«

der »Buchhandlung Storm« in der City. Ich mache

alles selbst und höchstpersönlich. Natürlich gibt es meine

Bücher, Plakate und Postkarten auch ohne mich in den Bremer

Buchhandlungen.

Du wohnst mit Deiner Familie seit vielen Jahren in Findorff.

Du bist bei uns und in ganz Bremen eine bekannte Größe.

Wie erlebst Du als Künstlerin die Menschen im Stadtteil ?

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 14

Ich habe zuvor in anderen Stadtteilen gelebt, bin jetzt aber die

längste Zeit in Findorff und war auch über meine Kinder, die

hier aufgewachsen sind, von Anfang an über Krabbelgruppe

und Kindergarten gut vernetzt. Die FindorfferInnen erlebe ich

als sehr aufgeschlossen, auch in Bezug auf meine Arbeit. Man

lernt sich meistens zunächst privat kennen. Irgendwann fragt

man dich, was Du beruflich machst. Es gibt in Findorff wenig

Berührungsängste. Als es im letzten Jahr erstmals meinen Kalender

gab, kamen viele FindorfferInnen, haben an unserer Tür

geklingelt und quasi im »Außerhausverkauf« ein Exemplar erstanden.

Diese sehr direkte Art, verbunden mit kurzen Wegen,

um sich zu treffen, mag ich sehr. Es ist auch gut, meine Werke

in den Buchhandlungen zu erwerben, aber wenn die Nachbar-

Innen dafür persönlich vorbeikommen, finde ich das klasse.

Dein Lieblingsort zum Entspannen ist das »Artemis« in der

Neukirchstraße. Dort sieht man Dich zumindest sehr oft in

lockerer Runde speisen. Hast Du das griechische Restaurant

schon einmal gezeichnet ?

Ja, das habe ich mal in klein in mein Skizzenbuch gezeichnet,

einen Auftrag hatte ich dazu bisher nicht. Das »Artemis« hat

so eine Eckkneipen-Funktion für mich. Bei gutem Wetter sitzt

man dort vor dem Haus und trifft Nachbarn und Bekannte

ohne sich vorher groß zu verabreden. Die Auswahl der Kneipen

in unserer Gegend ist nach dem jähen Ende der »Orange« ja

leider noch überschaubarer geworden. Wenn ich den ganzen

Tag alleine gearbeitet habe, möchte ich abends nicht auch noch

drinnen sitzen, sondern ein bisschen Gesellschaft haben. Ich

fahre sehr oft nach Griechenland. Die Geselligkeit dort liegt

mir viel mehr als das eher norddeutsch »Zurückgezogene«, das

wahrscheinlich aber auch viel mit dem Wetter zu tun hat.

Wie viele Häuser hast Du bisher in Bremen verewigt ?

Das würde ich auch gern wissen ! Ich mache das jetzt sieben

Jahre und müsste alle Zeichnungen wirklich einmal durchzählen.

Ich schätze, es sind ungefähr um die 500 Häuser, Plätze,

Schiffe und Hafenanlagen, die ich bisher gezeichnet habe. u

Ist das Thema »Bremer Häuser« unendlich oder irgendwann

ausgereizt ?

In einem einzigen Leben kann bestimmt niemand alle Bremer

Häuser zeichnen, also würde ich das Thema als unendlich bezeichnen.

Auftragsarbeiten gäbe es hier noch genug für mich.

Ein weiteres Buch allgemein über Bremen würde ich wohl

nicht mehr machen, es sei denn zu einem speziellen Thema.

Die FindorfferInnen wünschen sich ja immer etwas speziell

über ihren Stadtteil. Zum Beispiel waren einige Menschen aus

dem Stadtteil letztes Jahr enttäuscht, dass mein Kalender 2019

Motive aus ganz Bremen zeigte und keins aus Findorff. Mich

inspirieren ja eher historische Gebäude und davon haben wir

wir außer dem »Kulturzentrum Schlachthof« und das »Alte

Pumpwerk« eigentlich nicht so viele hier.

Mir fällt im Stadtteil noch die ehemalige Stuhlfabrik ein…

Ja, stimmt. Die habe ich auch schon gezeichnet. Vielleicht gibt

es doch demnächst einen Kalender mit Findorff-Motiven.

Es ist zwar noch nicht so weit, aber die Vorweihnachtszeit

rückt näher und bald klopft der Weihnachtsmann an der Tür.

Was sollte er als Geschenk unbedingt mitbringen ?

Er sollte selbstverständlich meinen Kalender »Bremen 2020

Stadtansichten« mit neuen Zeichnungen dabei haben. Die

Erstauflage beträgt 500 Exemplare, ist seit August im Handel

und wird sicherlich bald vergriffen sein.

Neben dem jährlichen Kalender gibt es auch ein neues Buch

von Dir, das als Thema »Mühlen, Schlösser, Fachwerk zwischen

Weser und Hunte« hat. Was war die Idee hinter dem

neuen Buch ?

Die Idee entstand, als ein Kunde mich buchte, um sein Haus

in Schwarme zu zeichnen. Durch diesen Auftrag lernte ich die

Gegend näher kennen – und fand sie wunderschön. Über den

Kunden habe ich noch mehr über die von ihm sogenannten

»Perlen der Region« erfahren, die ich danach kennenlernen

wollte. Es gibt dort tolle historische Gebäude und Fachwerkhäuser,

die als Sujets ideal sind – zumal ich sowieso den Wunsch

hatte, auch im Umland zu arbeiten. Es stellte sich heraus, dass

besagter Kunde sehr viel Wissen über diese Gebäude hat. Er bot

mir von sich aus an, die Texte für das neue Buch zu schreiben.

Er selbst bezeichnet sich als einen kulturell interessierten Kommunalpolitiker.

Wir haben gemeinsam eineinhalb Jahre an dem

neuen Buch gearbeitet, das gerade aktuell erschienen ist. Auch

»Mühlen, Schlösser, Fachwerk zwischen Weser und Hunte« ist

ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk – wie der Titel bereits

verrät, diesmal mit ganz anderen Motiven.

Zeichnest Du auch an Weihnachten oder hat Dein Aquarellkasten

in dieser Zeit Ruhepause ?

In den letzten Jahren war ich wie gesagt auf dem Weihnachtsmarkt

in der »Unteren Rathaushalle« vertreten. Daraus ergaben

sich kurzfristig Auftragsarbeiten, die für mich als Stadtzeichnerin

ein wesentlicher Schwerpunkt sind. Die eng terminierte

Umsetzung rechtzeitig zum Fest war etwas stressig, aber es hat

geklappt. Darunter war notgedrungen eine Zeichnung nach

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einem Foto, was ich sehr ungern und selten mache, außer

bei Auftragsarbeiten für Zeichnungen von Ferienhäusern auf

Lanzarote und Mallorca. Man wollte mich auf diese wunderschönen

Inseln leider nicht persönlich hinschicken, obwohl ich

sofort bereit gewesen wäre, die notwendigen »Dienstreisen«

anzutreten. Aber die Spesen übertrafen in beiden Fällen wohl

die finanziellen Vorstellungen.

q ÜBER ISA FISCHER

Isa Fischer ist gebürtige Bremerin. Bereits während der Zeit

ihres Studiums an der Hochschule für Künste Bremen bei Jobst

von Harsdorf und Wolfgang Schmitz gehörte für sie das Skizzenbuch

zur täglichen Grundausrüstung. Das Zeichnen vor Ort,

direkt vor dem Objekt, ist bis heute die Grundlage für die Inspiration,

die die Diplom-Grafikdesignerin zur Ideenfindung für

ihre grafischen Arbeiten benötigt. Über die Jahre füllten sich

auf Reisen durch Europa und darüber hinaus sowie in den

Bremischen Häfen zahlreiche Zeichenbücher, die sie ebenso

wie einen jährlichen Kalender und diverse Postkartenmotive im

Eigenverlag publiziert. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Stadtzeichnerin

sind darüber hinaus Auftragsarbeiten – vom Bremer

Haus bis zu historischen Gebäuden – wie zuletzt das »Haus des

Reiches«; eher bekannt als Finanzamt. Mehr Informationen

und Bestellmöglichkeiten auf www.hausgezeichnet.info und

www.duplio.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes ▲

in allen Größen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 15


q DIE SPARKASSE BREMEN IN FINDORFF

» Fairgleichen jetzt in Findorff «

H

in Deutschland.

ätten Sie es gewusst ? Die

Sparkasse Bremen,

als Freie Sparkasse

1825 von Bremer

Bürgern gegründet,

zählt heute mit 1.300

MitarbeiterInnen und

rund 75 Standorten zu

den größten Sparkassen

Als gemeinwohlorientiertes Institut investieren

wir einen großen Teil unserer

Erträge wieder in die Lebensqualität

der BremerInnen: vom Kindergarten über den Sportverein bis

hin zu den kulturellen Highlights wie beispielsweise in ausgesuchte

Konzerte im Schlachthof. Auch im neuen Jahr werden

wir auf eine enge Bindung zu den Menschen setzen – und unsere

Filiale für interessante Begegnungen weiter öffnen.

AKTIV VOR ORT

Reales und lokales Vernetzen heißt für uns: Wir rücken unsere

Filiale in der Fürther Straße in den Fokus der Nachbarschaft vor

Ort. Warum ? Nur Vertrauen schafft Vertrauen. Vertrauen setzt

privat und im Geschäftsleben einen fairen und transparenten

Umgang miteinander voraus. Diese Erkenntnis ist

zeitlos, richtig – und sie hat uns inspiriert. »Transparent

& Fair« ist eine Veranstaltungsserie, die

wir momentan für Findorff planen. Was heißen

Transparenz & Fairness ganz konkret im Jahr

2020 ? Wir laden Vorbilder aus Findorff und

umzu ein, die diesen Anspruch an sich selbst in

Alltag und Business konsequent leben und unseren

Gästen vermitteln möchten. Sie dürfen gespannt sein.

Jetzt fairgleichen: Dafür steht auch unser

digitales Vergleichsportal für Baufinanzierung,

Ratenkredit, Versicherungen,

Strom & Gas. Fairgleichen kann man

aber auch nach wie vor mit Hilfe unserer BeraterInnen in

Findorff, die Ihnen ganz »analog« mit zur Seite stehen. Die

Sparkasse Bremen hat damit ihre eigene Antwort auf die digitalen

Veränderungen gefunden: Sie setzt auf direkte Nähe in

den Stadtteilen vor Ort und gleichzeitig auf die eigenen Stärken

als digitaler Finanzdienstleister. Das gesamte Team bedankt

sich für Ihr Vertrauen und wünscht Ihnen jetzt schon fröhliche

Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr.

Text: Janine Bittkau, Foto: Kerstin Rolfes ▲

SPECIAL

18 l DR. GABRIELE JUNKERS

Allein zum Fest: über Einsamkeit in der Weihnachtszeit

21 l SINGLE KULTURKREIS

Im »Single Kulturkreis« kann JedeR um die 50 mitmachen

22 l CHRISTMAS & MORE

Dem Weihnachtsmann auf der Spur: Die jährliche Adventsund

Weihnachtsmesse läutet die Vorweihnachtszeit ein

23 l ANTJE LAMMERS

Mit eigenem Stand auf der »Christmas & more« vertreten

24 l SCHÖNE GESCHENKIDEEN

24 x mit den besten Empfehlungen zu Weihnachten

26 l JA ODER NEIN ?

Streitfrage: Braucht Findorff einen Weihnachtsbaum ?

28 l MEERJUNGFRAU IM FITNESSSTUDIO

Wie sich bei »ULC« in Findorff die MusicaldarstellerInnen

von »Die kleine Meerjungfrau« auf ihren Auftritt vorbereiten

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

FINDORFF GLEICH NEBENAN FINDORFF | 17 | GLEICH WEIHNACHTSSPECIAL

NEBENAN | 17


PROFILE

q DR. GABRIELE JUNKERS ÜBER EINSAMKEIT AN DEN FESTTAGEN

» Weihnachten wird als ›Fest der Liebe‹ propagiert. «

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18 | WEIHNACHTSSPECIAL

DR. GABRIELE JUNKERS

PSYCHO-

ANALYTIKERIN

F

rau Dr. Junkers, in einem Schlager aus den

Siebzigerjahren heißt es »Einsamkeit hat viele

Namen«. Ist Einsamkeit mehr als Alleinsein ?

Alleinsein bedeutet das konkrete Alleinsein,

beispielsweise in einem Raum, auf einer Bühne

oder ähnlich. Einsamkeit dagegen ist ein Empfinden,

jemand drückt ein Gefühl aus, wenn er

sagt: »Ich bin einsam.« Einsam kann man sein,

obgleich man von vielen Menschen umgeben ist.

Erlebt eigentlich jeder Mensch Einsamkeit anders ?

Da Einsamkeit ein Gefühl ausdrückt und Gefühle etwas sehr

Individuelles sind, müssen wir sagen: Jemand, der sich einsam

fühlt, versucht damit etwas zu erfassen, was sich zwar die

meisten Menschen vorstellen können; wie es sich aber ganz

persönlich anfühlt, ist für jeden Menschen unterschiedlich.

Die Weihnachtszeit naht. Weihnachten ist das emotionale

Fest der Liebe und der Familie, an dem alle glücklich vereint

sind. Soweit die Idealvorstellung. Kann dieses offensiv medial

verbreitete Klischee von Weihnachten nicht auch problematisch

sein, weil damit gesellschaftlich ein Erwartungsdruck aufgebaut

wird, den manche Menschen nicht erfüllen können, weil sie an

den Weihnachtstagen allein sind und sich vielleicht besonders

einsam fühlen ?

Weihnachten ist ursprünglich ein religiöses Fest, dass in unserem

Kulturkreis ausgeprägt zu einem Fest der Familie geworden

ist und immer wieder als »Fest der Liebe« propagiert wird. Für

jeden Menschen bedeutet »Familie« etwas anderes, je nachdem,

welche Erfahrungen er gemacht hat. In manchen Familien lastet

der Druck »Es muß gut werden.« stark auf den Mitgliedern,

andere wissen nicht so recht etwas mit sich über die Feiertage

anzufangen. Einige Menschen hängen sehr an dem, was sie sich

unter einem Weihnachtsfest vorstellen und halten an früher

erlebten Ritualen fest – und freuen sich, Verwandte wiedersehen

zu können. Andere möchten eben genau dem entfliehen, ausbrechen,

weil Weihnachten zum Beispiel mit schlechten, zum Teil

schrecklichen Erinnerungen an Streitigkeiten, Alkoholexzesse

und Ähnliches verknüpft ist.

Es gibt in unserer Gesellschaft besonders in den Großstädten

eine starke Tendenz zur Individualisierung. In Bremen leben

183.000 Menschen in Single-Haushalten. Das entspricht einem

Anteil von 46 Prozent an allen Haushalten. Bremen liegt damit

im Ranking der Großstädte bezogen auf Ein-Personen-Haushalte

auf Platz acht. Haben wir es verlernt gemeinsam zu leben ?

Kultur und Lebens- und Familienstruktur haben sich in den

letzten 80 Jahren sehr verändert. In den meisten jüngeren

Familien arbeiten Vater und Mutter. Sie haben kaum Zeit und

Möglichkeit, sich um die älteren Mitglieder zu kümmern oder

gar diese zu pflegen. In Zeiten der Globalisierung steht den

Kindern mehr als früher die Welt offen – viele Kinder finden

ihre Arbeit in einer anderen Stadt oder sogar einem anderen

Land. Der Wohnraum ist beengter und häufiger auf wenige

Mitglieder ausgelegt. Wohngemeinschaften gibt es eher bei den

jungen Menschen, seltener bei den Alten. Neu ist eine zögernde

Tendenz, Wohnen im Alter vorausschauend gemeinsam zu

planen. Mehrgenerationenprojekte scheinen jedoch nicht so gut

zu klappen. Die vielfältigen Entwicklungen bringen es mit sich,

dass wir drohen, das Leben in Gemeinschaft zu verlernen !

Sind in erster Linie Alleinstehende einsam oder können

Menschen auch innerhalb der Familie oder etwa in einer

Wohngemeinschaft einsam sein ?

Wie bereits angedeutet ist Alleinsein nicht unbedingt mit dem

Gefühl der Einsamkeit verknüpft. Eine eigene Untersuchung

unter älteren Menschen hat gezeigt, dass es eher bedeutsam ist,

ob ich um jemanden weiß, mit dem ich etwas gemeinsam

machen könnte, als die Tatsache, ob es auch wirklich passiert.

Das Einsamkeitsempfinden ist häufig an eine innere Verlorenheit

und innere Leere geknüpft. Es ist eben dieses Gefühl der

inneren Leere, was unter Umständen zur Depression führen

kann, also krank machen könnte.

Müssen wir unser Leben vielleicht völlig neu denken – und

für unsere Zukunft gegen den Trend eine Offensive für

neue, gemeinschaftliche Wohnformen und gegen eine

weitere Vereinzelung starten ?

Wenn eine junge Mutter nicht mehr für ihren Säugling zur Verfügung

steht, weil sie ohne Unterbrechung auf ihr Smartphone

schaut, so wird dieses Kind zwar eine funktionierende Mutter

erleben, die Grundbedürfnisse wie Nahrung und Schlafenlegen

vermitteln kann, nicht aber dem Kind das Wichtigste im Leben

beibringt, nämlich wie man in Kontakt tritt. Bei diesem Kind

wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit später einmal ein

Gefühl der inneren Leere und Ratlosigkeit hinsichtlich der Frage

breitmachen, wie es mit anderen Menschen in Kontakt kommen

kann. In vielen Familien setzt sich diese Kontaktlosigkeit

in der Familie fort: Statt miteinander zu sprechen oder etwas

miteinander zu tun, wird die Spielkonsole oder das Serienschauen

gewählt, sodass es wieder eine »einsame Sache« ist.

Schließlich macht die Sozialpolitik den großen Fehler, alle

Unterstützung für Jugendorganisationen, in denen junge

Menschen einen teilweisen Ersatz für Familie und Vorbilder

finden könnten, zu streichen, sodass sie wieder allein auf

sich zurückgeworfen sind.

Welche Rolle spielt heute das Internet ?

Das Internet kann uns vorgaukeln, mit sehr vielen Menschen

verbunden zu sein. Es ersetzt aber keine realen Kontakte. Es

birgt die Gefahr, in der virtuellen Welt zu versinken, um dann

in noch stärker empfundener Einsamkeit festzustellen: Ich bin

allein. Ich kann meine Freunde nicht mit den Sinnen wahrnehmen,

sie sind in den Computern, aber eben nicht nebenan. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19 | WEIHNACHTSSPECIAL


q DR. GABRIELE JUNKERS IM INTERVIEW

» Wie will ich im Alter leben ? «

PROFILE

q DER »SINGLE KULTURKREIS« IN FINDORFF

» JedeR kann mitmachen. «

Kann Einsamkeit auch positive Seiten haben ?

Oh ja, wenn Sie damit das Alleinsein meinen: Sich selbst Zeit

zu schenken, mal lesen oder nachdenken zu können ist ein sehr

wertvolles Gut, was häufig durch den empfundenen Druck,

etwas mit anderen machen oder unternehmen zu müssen

verdrängt wird.

Wir leben immer länger. Werden dadurch noch mehr

Menschen im Alter zwangsläufig immer einsamer ?

Zunächst werden die heute 70- bis 90-Jährigen aufgrund der

oben beschriebenen Veränderungen der Lebensbedingungen

unter Umständen noch besser allein zurechtkommen, als später

einmal die heute 30- bis 50-Jährigen. Niemand mag ans Alter

denken, alle wollen »aktiv und jung« bleiben. Aber Vordenken

und Vorsorge zahlt sich aus, nämlich sich rechtzeitig zu fragen:

»Wie will ich im Alter leben ? Mit wem könnte ich darüber

diskutieren oder gar Gemeinsames planen ?«

In Findorff hat die Sozialpädagogin Kerstin Schröck dankenswerterweise

den »Single Kulturkreis Findorff« gegründet, um

Menschen um die 50 für gemeinsame kulturelle Events zusammenzubringen.

Man muss für eine gesellschaftliche Teilhabe über

die finanziellen Möglichkeiten verfügen, um beispielsweise ins

Theater zu gehen. Bremen ist das Bundesland mit den meisten

potenziell armen Menschen. Über 22 Prozent der BremerInnen

sind armutsgefährdet. Ist Armut ein weiteres Einsamkeitsrisiko ?

Die Hürde ist, dass viele ältere Menschen sich schämen, über

Armut zu sprechen und sich auch deshalb teilweise zurückziehen.

Aber es ist und bleibt ein Faktum: Armut ist ein Alters- und

Frauenproblem. Früher gab es sehr viele Altentagesstätten, wo

Einsame und Alleinlebende einen wichtigen Rückhalt gefunden

haben. Leider hat sich die Politik gegen Zuschüsse für Kaffee

entschieden. Ein Jammer, denn nur so haben Ältere weniger

Angst, »mal Kaffeetrinken« zu gehen, anstatt sich von der Sorge

zurückhalten zu lassen: »Was soll ich denn da sagen ?«.

KOrganisierst Du alles immer noch ganz allein ?

erstin, Du hast 2018 den »Single Kulturkreis« in

Findorff initiiert. Wie hat sich der entwickelt ?

Ich habe mir damals gedacht: Wenn ich ganz

viele Singles kenne, kann man gemeinsam mit

mehreren Menschen zum Beispiel ins Theater

gehen. Heute sind wir ca. 70 Personen – alle gut

untereinander vernetzt. Auch die Altersgrenze

ab 50 sehen wir weiterhin nicht so eng.

Ich wollte von Anfang an, dass sich unser »Pool« selbst organisiert.

Das hat geklappt. Besonders erwähnen möchte ich Katja

Schwarze, die sehr aktiv in der Organisation ist. Im »Single

Kulturkreis« sind neue Freundschaften entstanden, von Leuten,

die mittlerweile Einiges privat zusammen planen. Ob Kino, Ausstellungen,

Fahrradtouren oder Spieleabende: Es gibt viele Verabredungen,

ohne dass ich noch irgendwie beteiligt sein muss.

Wir wünschen allen Kunden »Frohe Weihnachten«

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Älter werden heißt auch, dass vertraute Menschen um uns

herum sterben. Es wird in der letzten Lebensphase einsamer

um uns werden. Wie sollte man mit diesen Verlusten umgehen ?

Besonders diejenigen sind allein, die niemanden mehr haben:

Keine Kinder, keine Familie, keinen Partner oder keine Partnerin.

Die Angst greift um sich: »Wer hält mir einmal die Hand,

wenn ich sterbe ?« Vielleicht wäre es sehr hilfreich, gerade für

diese Gruppe Initiativen und Aktivitäten anzubieten.

Denken wir positiv: Was kann man tun, um dem unguten Gefühl

der Einsamkeit zu Weihnachten etwas entgegenzusetzen ?

So lange es die Gesundheit zulässt: aktiv bleiben, Gruppen und

Kontakte aufsuchen ... Sie werden überrascht sein, wie viele

dankbar für Ihre Initiative sind !

ÜBER DR. GABRIELE JUNKERS

Dr. Gabriele Junkers, Psychoanalytikerin, Psychotherapeutin,

und Supervisorin ist seit 1986 in der Praxis in Bremen niedergelassen.

Seit vielen Jahren bildet sie PsychoanalytikerInnen und

PsychotherapeutInnen in Theorie und Praxis aus. Als Gerontologin

beriet sie viele Alteneinrichtungen und gab ihr 20-jähriges

Erfahrungswissen, das sie beim Aufbau und der Leitung

einer alterspsychiatrischen Rehabilitationsstation im ZKH Ost

gesammelt hatte, weiter. Sie war darüber hinaus als Organisationsberaterin

z.B. in der Beratung von Familienbetrieben bei der

Übergabe an die folgende Generation tätig. Sie veröffentlichte

in verschiedenen Fachzeitschriften zum Thema Psychoanalyse,

Psychotherapie sowie dem Älterwerden und verfasste diverse

Bücher. In den mehr als 30 Jahren ihrer erfolgreichen Berufslaufbahn

begleitete Dr. Gabriele Junkers eine Vielzahl unterschiedlicher

Menschen sowie Institutionen in ihrem Veränderungsprozess.

Dr. Gabriele Junkers ist in privater Praxis und der

Ausbildung weiterhin aktiv. www.gabrielejunkers.de

Interview: M. Rätsch, Foto: Martin Rospek, www.rospek.de ▲

Kerstin Schröck ist Sozialpädagogin, 59 Jahre

jung und wohnt in Findorff. Beruflich und

privat hat sie schon viele Events und Gruppen

ins Leben gerufen.

Vielen Menschen wird besonders zur Weihnachtszeit bewusst,

dass allein sein auf Dauer nicht wirklich gut ist ...

Ich glaube, viele Menschen sind es gewohnt, dass man ihnen

etwas vorsetzt. Irgendwann aber ist die Zeit gekommen, etwas

Neues auszusprobieren. Manchmal wird es gut und manchmal

halt nicht. Wichtig ist immer, dass Du mitgestaltest und jemand

da ist, wenn Frau oder Mann es möchte. Wir treffen uns regelmäßig

zweimal im Monat. In der Vorweihnachtszeit ist das am

letzten Mittwoch, dem 27. November 2019 um 19:00 Uhr in der

»Schlachthofkneipe« und am zweiten Sonntag im Monat, den

10. November um 10:00 Uhr zum Frühstück in der »Villa Kunterbunt«.

Zum Frühstück bitte vorher im Café anmelden. Mehr

Formalitäten gibt es nicht. JedeR kann mitmachen.

Gibt es bei Euch für die Weihnachtszeit besondere Planungen ?

Letztes Jahr hatten wir eine lustige Weihnachtsfeier. Dieses Jahr

ist zu Weihnachten nichts im großen Rahmen geplant, aber

vielleicht entstehen ja noch kleinere Aktivitäten! Auf jeden Fall

machen wir einen Bummel über den Weihnachtsmarkt. Auch

sonst ist ja gerade unheimlich viel los in Findorff und Bremen.

Wie verabreden sich die verschiedenen Gruppen im »Single

Kulturkreis« untereinander für gemeinsame Aktivitäten ?

Wir hatten anfangs einen E-Mailverteiler, aber der wird immer

weniger genutzt. Analog wird sich direkt auf den Treffen verabredet

und/oder digital per »WhatsApp«. »WhatsApp« ist für uns

äußerst praktisch, aber keine Bedingung.

Wie verbringst Du eigentlich selbst den Jahreswechsel ?

Einige Frauen, die ich über den »Single Kulturkreis« kennengelernt

habe, kommen Silvester zu mir. Wir feiern gemeinsam.

Wie kann man sich informieren, wenn man noch Fragen hat ?

Gern eine Mail schreiben an Singlekulturkreisab50@web.de

oder noch besser: einfach zu unseren Treffen kommen.

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Matthias Hornung ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 20 | WEIHNACHTSSPECIAL

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 21 | WEIHNACHTSSPECIAL


▼ VOM 15. BIS 17. NOVEMBER: CHRISTMAS & MORE LÄUTET DIE VORWEIHNACHTSZEIT EIN

Dem Weihnachtsmann auf der Spur

Das Licht ist atmosphärisch gedimmt, es duftet nach

frischem Tannengrün und selbstgebackenen Keksen,

ein Pianist spielt besinnliche Musik: Noch

vor Beginn der Weihnachtsmarktsaison verwandelt

sich die Halle 6 der Messe Bremen in ein

Winterwunderland. Von Freitag bis Sonntag,

15. bis 17. November, können BesucherInnen

der Christmas & more auf 4.800 Quadratmetern

bei mehr als 100 AusstellerInnen Weihnachtsdekoration,

Geschenke für Freunde und Familie oder

Lieblingsstücke für den Eigenbedarf erstehen.

Das Sortiment reicht von Adventsfloristik und

Baumschmuck bis hin zu Mode und Schmuck für

Sie und Ihn. Ein aktueller Trend sind Produkte

aus Holz. »Gleich mehrere HändlerInnen bieten Armbanduhren,

Portemonnaies oder handgemachte Dekoartikel aus dem nachhaltigen

Material an«, verrät Projektleiterin Anja Rickmeier. Für

die kleinen Gäste ist ebenfalls gesorgt: Während ihre Eltern und

Großeltern stöbern und shoppen, können sie dem Weihnachtsmann

höchstpersönlich ihre Wunschzettel überreichen, sich in der

Bastelecke vergnügen oder in der Backstube Plätzchen backen.

MESSEZEIT

Kulinarische Inspiration für das Weihnachtsfest bietet

der parallel stattfindende BOTTLE MARKET. In

Halle 7 präsentieren rund 100 Importeure, Händler,

Abfüller und Brennereien edle Spirituosen

aus aller Welt – darunter Whisky-Raritäten, Gin

aus zwölf Ländern und Rum aus allen Herstellernationen.

In der Wein- und Genusswelt mit

35 zusätzlichen Ausstellern finden Gourmets

Inspiration und Zutaten für das Weihnachtsmenü:

die Produktvielfalt reicht von edler Schokolade bis hin

zu ausgefallenen Senfen und Saucen. Gaumenfreude

verspricht auch das Sortiment der ausstellenden

Weingüter und -händler. »Die Auswahl umfasst

Qualitätsweine aus allen 13 deutschen Anbaugebieten

ebenso wie weitgereiste Flaschen aus Spanien oder sogar

Südafrika«, sagt Rickmeier.

Die Christmas & more ist am Fr. von 14:00 - 20:00 Uhr sowie am

Sa. und So. von 11:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Der BOTTLE MARKET

heißt BesucherInnen am Freitag und Samstag jeweils zwei Stunden

länger willkommen. Mehr unter www.christmas-more.de

Foto: M3B GmbH, Oliver Sau ▲

▼ »CHIC CHIC BOUTIQUE« STELLT AUS

» Mode ist Leidenschaft. «

A

ntje Lammers, Sie sind die Inhaberin der

»Chic Chic Boutique«. Wie jedes Jahr sind Sie

auch 2019 wieder mit einem Stand auf der

»Christmas & more« vertreten. Warum ?

Mein Stand auf der »Christmas & more« ist

eine gute Werbung in eigener Sache. Ich habe

über diese wunderbare Weihnachts- und Adventsmesse

sehr viele Stammkundinnen

gewonnen, auch weil die »Chic Chic Boutique« in Walle nicht

weit entfernt ist. Man kann hier tolle Geschenkideen entdecken.

Warum lohnt es sich, Ihren Stand in Halle 6 zu besuchen ?

Wir bieten den Kundinnen Ware, die modisch hochaktuell ist –

und das mit einem überzeugenden Qualitäts- und Preisverhältnis.

Am Stand E 40 in Halle 6 präsentieren wir perfekte Weihnachtsgeschenke

– zum Beispiel kuschelige Schals und Tücher in tollen

Farben. Es gibt bei uns auch Mützen, Handschuhe und weitere

wunderbar kuschelige Strickjacken, - kleider und -pullover jeder

Art. Wer sich auf der »Christmas & more« nicht entscheiden mag,

der erwirbt einfach unsere Geschenkgutscheine, die wir auch

im Angebot haben.

Wie schwierig ist es, im digitalen Zeitalter angesichts der Konkurrenz

von Onlineshops als kleine Boutique zu bestehen ?

Der Boom im Onlinehandel macht es für die InhaberInnen von

kleinen Boutiquen nicht einfacher. Kundenbindung ist für uns

sehr wichtig: Wir überzeugen durch eine persönliche Stil- und

Typberatung und guten Service. In der »Chic Chic Boutique«

findet frau ausgefallene Mode in nahezu jeder Größe; Mode in

kleinen, individuellen Serien, die es woanders so nicht gibt. Es

gibt unendlich viele Typen und Möglichkeiten und für jede Figur

und jedes Alter finden wir das Passende. Viele lassen sich in

unserer Boutique von einem modischen Styling überraschen, das

sie sich allein nie zugetraut hätten. Mode ist Leidenschaft. Unser

Anspruch ist, mit einem Minimum an Effekten ein Maximum an

Styling zu erreichen. Dafür braucht es etwas Mut und jemanden,

der hilfreich zur Seite steht – das kann kein Onlineshop leisten.

Viele EinzelhändlerInnen in der Modebranche sind neben der

wochentäglichen Präsenz in der Boutique an den Wochenenden

zudem auch auf Messen vertreten. Was bringt das ?

Wir haben hier ein viel größeres Publikum mit möglichen Neukundinnen

– und die Messen steigern unseren Bekanntheitsgrad.

Wir konnten so Kundinnen aus Hamburg, Bremerhaven, Oldenburg

oder Worpswede gewinnen, die regelmäßig zu uns kommen.

Sie nehmen die Strecke nach Bremen auf sich, um sich teilweise

für das ganze Jahr in entspannter Atmosphäre bei uns einkleiden

zu lassen – und manche bringen die Verwandschaft gleich mit.

Das macht dann richtig Spaß.

Ihr modischer Tipp für die Wintersaison ?

Animal Print ist sehr angesagt. Dieses tierisch gute Muster gibt es

Italienische Mode zu fairen Preisen

Wartburgstraße 7

28217 Bremen

Tel. 0421 5 48 99 11

Bahn: Linie 2 und 10

Wir sind auf der

Christmas & more

Halle 6, Stand E 40

Online entdecken auf www.chic-chic-boutique.de

auf Shirts, Röcken, Hosen und Strickwaren. Ein »Must-Have« ist

ein Schal mit Tiger-, Leoparden- oder Schlangenmuster. Meine

Empfehlung an alle, die vielleicht zunächst nicht ganz so mutig

sind: einfach ausprobieren. Wir beraten gern.

Die »Chic Chic Boutique« gleich nebenan in Walle hat auch

viele KundInnen aus Findorff. Wie haben Sie das geschafft ?

Es wurde vor zwei Jahren von FINDORFF GLEICH NEBENAN

eine sehr ansprechende Modestrecke produziert; gemeinsam mit

»modisign«, »Georgs Fairkauf« und »LaGitana«, die damals noch

in Findorff ansässig war. Dadurch sind viele neugierige Kundinnen

aus Findorff zu uns gekommen – und einige von ihnen sind

echte Stammkundinnen geworden. Das war eine wirklich gute

Gemeinschaftsaktion verschiedener HändlerInnen aus Findorff

und Walle. Die sollten wir unbedingt wiederholen.

q ÜBER ANTJE LAMMERS

Antje Lammers ist Diplom-Modedesignerin

und Damenschneiderin

im Handwerk. 2005 hat sie sich mit

der »ChicChic Boutique« in Walle

selbstständig gemacht. Schwerpunkt

ist stets aktuelle Mode aus Italien und

Frankreich. Die »Chic Chic Boutique«

und Antje Lammers sind auch auf facebook.

Mehr Infos auf www.chic-chic-boutique.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Pressefoto ▲

Fashion Polka Dots Woman, © Evgeniya Porechenskaya, www.shutterstock.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 23 | WEIHNACHTSSPECIAL


01 02 03

13 14 15

24 SCHÖNE GESCHENKIDEEN

01 »Mo« Stöbel von »modisign« empfiehlt die handgeschöpfte Schokolade von »Zotter«. Gibt es bei »Georgs FAIRKAUF«

02 Warmer Troyer für die kalte Winterzeit: gesehen bei »Eduard Thölen Berufskleidung« in der Eickedorfer Str. 48a 03 Mit

dem Yogakurs der »ULC Fitness Company City« kann Funda Klein-Ellinghaus wieder Energie tanken! www.ulc-fitness.de

04 05 06

04 Ein Klavier, ein Klavier ! Das kleine Schwarze von C. Ebel & Sohn ab 2.690,00 € bei www.klavierstimmer-kunze.de

05 Der Buchtipp von Perdita Krämer: »Miss Terry« von Liza Cody. Das Theaterstück wird 2020 im bremer kriminal theater zu

sehen sein. 06 Leckere Käseplatten ? Aber selbstverständlich nur vom Findorffer Käsekontor ! www.findorffer-kaesekontor.de

07 08 09

07 Isa Fischer rät dazu, an den Weihnachtstagen das Bremer Umland zu entdecken. www.mittelweser-tourismus.de 08 Nach

dem Erfolg von »Wenn Martha tanzt« der neue Roman von Tom Saller »Ein neues Blau«. Gibt es im »Findorffer Bücherfenster«

09 Georg Gersberg kauft bei Katrin Grosch im Findorffer Käsekontor wertige Käsevariationen aus Tradition und Handwerk

10 11 12

13 Matthias Kunzes Geschenktipp: Tickets für die »Sweet Soul X-Mas Revue« am 26.12. im »Metropol Theater« 14 Warum

nicht einen Theatergutschein für das spannendste Theater Bremens verschenken? Infos unter www.bremer-kriminal-theater.de

15 Katrin Grosch wünscht sich eine handgefertigte Tasche aus Naturleder von »Lederi« in der Hemmstraße 202 ww.lederi.de

16 17 18

16 Zeit für dich oder individuelle Gutscheine gibt es bei Ute Vondracek www.ganzheitlich-energetische-massage.de 17 Claudia

Schreiber von www.marthas-corner.de wünscht sich, zum Fest im »Rucola« lecker essen zu gehen 18 Trainieren und 100 % spenden

für die DLRG, damit Kinder in Bremen schwimmen lernen. Die Charity-Box: erhältlich bei »ULC« in der Admiralstr. 54

19 20 21

19 Das b.k.t. spielt zum Fest »Die Tür mit den sieben Schlössern«. Die »Edgar Wallace-Gesamtedition« auf DVD dazu im

Shop: www.buecherfenster.de 20 Erlesenes, gern auch als Geschenkkorb, bei »Georgs FAIRKAUF« www.georgs-fairkauf.de

21 Das Team von Eduard Thölen Berufskleidung empfiehlt neue Wohnideen von Kindervater www.kindervater.net

22 23 24

IN FINDORFF

WEIHNACHTEN

10 Gesehen bei Martha’s Corner in der Münchener Str. 51: Shea Schätzchen HERB (Seife) und die passende Shea Sahne (Pflege)

11 Ute Vondracek empfiehlt eine 10er-Karte für Yoga mit Susanne Toraman in der Hemmstr. 115 www.kundalini-bremen.de

12 Gesehen bei »modisign«: Nachhaltiger Merino-Pulli von der Nature Textile Company »Madness« www.modisign.de

22 Kulinarische Geschenkidee: Kochevents in der »Fundabar«. Einfach Gutscheine über www.fundabar-online.de/kontakt

ordern 23 Carmen und Tanja von »ULC Fitness« begeistern sich für das Musical »Die kleine Meerjungfrau« im »Metropol«

24 Den Wandkalender 2020 »Bremer Ansichten« von Isa Fischer gibt‘s für 25,- Euro über www.duplio.de/produkte-bestellen

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▼ DAS WIRD MAN DOCH WOHL NOCH FRAGEN DÜRFEN

I

» Braucht Findorff einen Weihnachtsbaum ? «

m Jahr 2014 war die Vorweihnachtszeit in

Findorff noch in Ordnung: Der Verein der

Findorffer Geschäftsleute ließ mit großem

Aufwand an der Kreuzung Hemmstraße/Ecke

Fürther Straße den wohl höchsten Weihnachtsbaum

aufstellen, den man an dieser Stelle jemals

zuvor gesehen hatte – höchstpersönlich ausgesucht

von dem damaligen Vereinsvorsitzenden

Otto Bremicker und seinem Schriftführer.

Auch in den Folgejahren finanzierte man diese schöne, weihnachtliche

Aktion – weiterhin ausschließlich getragen

aus dem Etat des Vereins, der inzwischen einen

anderen Vorstand mit einer neuen 1. Vorsitzenden

gewählt hatte. So weit, so hoch,

so gut. Weil es sich aber begab, dass

die Kosten für die jährliche Aktion

nicht weniger und die Beiträge bei

zugleich stagnierenden Mitgliederzahlen

nicht mehr wurden, entschied

man sich darüber abstimmen

zu lassen, ob der bisherige Traum

von Baum für alle im Stadtteil auch

zukünftig allein von den organisierten

Geschäftsleuten getragen werden sollte –

und siehe da: Die Mehrheit der Mitglieder

stimmte für den Beschluss, einen Weihnachtsbaum

am Platz vor der Jan-Reiners-Lok

nicht mehr aus der Vereinskasse zu

finanzieren.

Ein Gegner der Entscheidung wies

darauf hin, dass man mit der Begründung von zu hohen Kosten

für die Aktion auch die ebenfalls allein vom Verein finanzierte

Winterbeleuchtung im Stadtteil abschaffen könne – und dass

es nichts Schöneres in der Vorweihnachtszeit geben würde,

als leuchtende Kinderaugen unter einem festlich strahlenden

Weihnachtsbaum.

Die Befürworter des Beschlusses hingegen argumentierten, dass

üppige 3.500 Euro – immerhin fast 25 % des gesamten Jahresetats

des Vereins – in einen Baum zu investieren, unverhältnismäßig

sei, zumal der, abgesehen von seiner emotionalen Wirkung,

vermutlich keinerlei geschäftlichen Nutzen für den Umsatz der

23 EinzelhändlerInnen im Verein bringen würde, die teilweise

selbst kleine Bäume vor ihren Geschäften aufstellen – und die

übrigen 45 Mitglieder aus Dienstleistung, Gastronomie und

Handwerk sowieso keinerlei geschäftlichen Mehrwert hätten,

wobei das zuletzt genannte Argument auch für den von den Geschäftsleuten

veranstalteten Nikolaustag und die zum Schulanfang

an Erstklässler kostenlos verschenkten »Flüggebeutel« gilt.

Solche Imagemaßnahmen nutzen nur wenige HändlerInnen,

deren Zielgruppe beispielsweise Kinder und ihre Eltern sind

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26 | WEIHNACHTSSPECIAL

JA ODER NEIN ?

– wobei die eher sozial ausgerichteten Aktionen vermutlich

wenig bis keinen direkten Umsatz generieren. Ein weiteres

Argument gegen die hohen Kosten der Weihnachtsaktion war,

dass der aufgestellte Baum in der öffentlichen Wahrnehmung

überwiegend dem Bürgerverein Findorff oder der Stadt Bremen

zugeschrieben wird – eine im »Dorff« scheinbar weit verbreitete

Ansicht, der durch professionelle Öffentlichkeitsarbeit zu

begegnen wäre, wenn man die denn könnte und wollte.

Wie auch immer: »Geschenkt« gibt es auch im richtigen Geschäftsleben

eher nichts – auch nicht zu Weihnachten. Über

3.500 Euro in einen grünen Signalgeber zu investieren, der

nur für wenige Tage im Jahr auf ein bekanntermaßen

stets völlig überraschend am 24. Dezember

anstehendes Fest hinweist – darüber kann

man nicht nur unter den Mitgliedern

im Verein, die verstärkt den für sie

individuellen, geschäftlichen Nutzen

von Aktionen und Aktivitäten hinterfragen,

sicherlich weiterhin trefflich

diskutieren. Richtig ist aber auch: Viele

FindorfferInnen hängen an »ihrem« mit

Lichterketten geschmückten Weihnachtsbaum,

weil der ganz einfach zu Weihnachten

eine höchst stimmungsvolle Erscheinung

ist – und zugleich einen emotionalen Mehrwert

bietet. Kein Weihnachtsbaum ist daher auch keine

Lösung.

Vom Himmel fällt ja bekanntermaßen

nichts, wenn man nicht dafür sorgt und

sogar der Weihnachtsmann benutzt

einen von mehreren Rentieren gezogenen Schlitten, um durch

den Kamin kostenlos Geschenke zu verteilen – wobei: Es gibt

Gerüchte, selbst »Father Christmas« sei historisch gesehen einst

von »Coca Cola« erfunden und finanziert worden.

Auch für den großen Findorffer Weihnachtsbaum sollte der

»Schlitten der Finanzierung« zukünftig von mehreren Beteiligten

gemeinsam gezogen werden. Denkbar wäre es, die Kosten

für Fällung, An- und Abtransporte sowie fachgerechte Aufstellung

auf die Schultern mehrerer Akteure in Findorff zu verteilen

– durch Spenden der FindorfferInnen, von ortsansässigen EinzelhändlerInnen

und Unternehmen bis zu dem in Geldsammelaktionen

wie für den Erhalt der Jan-Reiners-Lok sehr engagierten

und bestens erfahrenen Bürgerverein – und auch der neu

konstituierte Beirat könnte helfen, indem er auf kurzen Wegen

solidarisches, finanzielles Engagement im Stadtteil koordiniert,

wenn es möglich ist – zum Beipiel im Fachausschuss »WIKIS«,

der für Wirtschaft und Kultur in Findorff zuständig ist. Mit der

monitären Unterstützung zahlreicher FindorfferInnen wäre der

Weihnachtsbaum zu retten – und nicht nur Kinderaugen könnten

wieder leuchten. Wenn es aber nicht klappen sollte, den

großen Weihnachtsbaum für 2019 zu finanzieren ? Das wäre

dann als Test für den oft beschworenen Gemeinschaftssinn im

Stadtteil im Ergebnis eine ziemlich trostlose Bescherung für alle.

Kay Grimmich ist Autor für Minderheitsmeinungen. Für starken

Gegenwind bezogen auf seine Position hat er sich vorsorglich

bereits eine Schutzweste gekauft. Foto: Butenkov Aleski

F

rüher fand ich es romantisch, zusammen

mit meinen Eltern an einem hübsch beleuchteten

und mit von mir im Kindergarten

selbstgebasteltem Schmuck und Süßigkeiten

dekorierten Weihnachtsbaum zu sitzen und

meine Geschenke auszupacken.

Später als Erwachsener habe ich mich dann

gefragt, was daran romantisch sein soll,

einem Baum über Wochen beim Sterben zuzusehen

und die Reste danach einzusammeln und wegzufegen.

Aus schierem Protest habe ich mir dann in den Achtzigern einen

weißen Plastikweihnachtsbaum mit rosa Nadeln gekauft und

den über viele Jahre treulich zur Weihnacht aufgebaut. Meine

Eltern haben das nicht verstanden und die meisten meiner

Freunde auch nicht. Das hat mich aber nicht davon abgehalten,

nach meiner Façon selig zu werden, wie es schon Friedrich der

Große praktiziert hat. Heute sitze ich an Heiligabend wieder

unter einer Nordmanntanne. Allerdings tue ich das nur meinem

Ehemann zuliebe, von dem ich zum Glück weiß, daß er diesen

Artikel niemals lesen wird.

Daß jede Stadt in der (christlich geprägten) Welt und jeder

Stadtteil einer solchen Stadt meint, sich ebenfalls einen Baum –

möglichst groß natürlich und völlig egal, ob man das Monstrum

dann auch angemessen dekorieren und illuminieren kann – leisten

zu müssen, dieser Gedankengang war mir seit jeher fremd.

Anderswo werden dafür fröhlich die Wälder abgeholzt und

riesige Plantagen werden betrieben, nur um unser perverses Bedürfnis

nach falsch verstandener Naturnähe zu befriedigen. Ich

finde, daß diese Ressourcen in Zeiten eines Klimawandels, der

uns jährlich mit neuen Rekordzahlen beeindruckt, besser in die

Aufforstung der eigenen Landschaft gesteckt werden sollten.

Für mich ist die Diskussion um die Finanzierung eines Weihnachtsbaumes

auf dem Jan-Reiners-Platz lediglich überflüssiger

und teurer Lokalkolorit. Ich finde, daß das Geld besser für die

Instandhaltung und den weiteren Ausbau der Findorffer Winterbeleuchtung

eingesetzt werden sollte. Dort hat es in den letzten

Jahren ebenfalls deutlich hörbar im Gebälk geknackt, weil sich

niemand die laufenden Kosten ans Bein binden wollte. Von

der Winterbeleuchtung haben wir aber alle etwas. Nicht nur zu

Weihnachten. Und romantisch und traditionell ist sie auch.

Detlef Moller ist Administrator der geschlossenen Facebook-

Gruppe »Du kommst aus Good Old Bremen Findorff ...«.

Wie ist eigentlich Ihre Meinung zu diesem Thema ? Schreiben

Sie uns jetzt auf kurzen, digitalen Wegen einen Leserbrief auf

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 27 | WEIHNACHTSSPECIAL


q PROBEN FÜR DAS MUSICAL »ARIELLE« IN DER »ULC FITNESS COMPANY«

Meerjungfrau im Findorffer Fitnessstudio

W

er kennt Sie nicht – die Geschichte

von Arielle, der kleinen Meerjungfrau,

die fernab von den Menschen,

tief unten in den Weltmeeren lebt:

In Poseidons Unterwasserreich soll

eine Schwester von Arielle heiraten.

Alle sind in heller Aufregung, nur

Arielle nicht. Sie soll als Nächste

heiraten, doch

danach ist ihr so gar nicht. Gemeinsam mit

dem Papageienfisch Poppy und der Schildkröte

Turtle schwimmt sie an die Wasseroberfläche

und entdeckt plötzlich den Prinzen Frederick für sich. Es

gibt viele aufregende Verwicklungen. Am Ende hat Arielle nur

ein paar Tage Zeit, den Prinzen dazu zu bringen, dass er sich in

sie verliebt – ansonsten wird sie in Meerschaum verwandelt.

»Die kleine Meerjungfrau« ist ein Musical über echte Freundschaft,

wahre Liebe und den Mut, das in der Inszenierung von

Thomas Blaeschke und Nina Arena in Bremen am Samstag, den

21. Dezember gleich zweimal zur Aufführung kommen wird.

Hauptdarstellerin Sara Dähn geht in ihrer Rolle als »Arielle«

völlig auf: »Auf der Bühne ganz Ich sein zu können und dem

Publikum alles zu geben, das ist meine größte Leidenschaft.«

Damit es in der Vorweihnachtszeit im »Metropol Theater Bremen«

zwei fulminante Aufführungen gibt, wird momentan

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 28 | WEIHNACHTSSPECIAL

BACKSTAGE

bereits intensiv geprobt. Musicalmacher Thomas Blaeschke

freut sich sehr über die Unterstützung der Findorffer »ULC

Fitness Company«: »Wir haben bei ULC in der Admiralstraße

angefragt, weil uns dieses tolle Studio beste Rahmenbedingungen

für unsere Arbeit bietet. In den gemütlichen Sitzloungen

können die SchauspielerInnen ganz entspannt ihre Texte lernen.«

Clubmangerin Carmen Korth ergänzt: »Der harte Job der

MusicaldarstellerInnen erfordert absolute Fitness – und die

bestens ausgestatteten Kursräume mit großen

Spiegelwänden und der Bühne im Eventloft

sind für die Proben absolut perfekt.« Die Direktorin

für PR & Events Tanja Bürgener ergänzt:

»Ich bin total begeistert, weil meine Generation mit dem

Disney-Film ›Arielle‹ aufgewachsen ist. Wir freuen uns sehr,

bei den Proben hinter die Kulissen schauen zu können.«

Für die Aufführung des Musicals gibt es aber auch einen sehr

ernsten Hintergrund. Thomas Blaeschke erläutert: »Mit ›Die

kleine Meerjungfrau‹ machen wir gemeinsam mit Sponsor

ULC und den Bremer Bädern sowie dem DLRG Landesverband

Bremen zugleich darauf aufmerksam, wie wichtig es ist,

schwimmen zu lernen. Wäre Arielle nicht zur Stelle gewesen,

um ihren Prinzen zu retten, wäre der ertrunken. Er konnte

ja nicht schwimmen.« Wer in die Welt von Arielle eintauchen

möchte, findet alle Infos unter www.metropol-theater-bremen.de

Text: Rätsch, Foto: Strüßmann, www.VoiceOverPiano.com ▲

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PROFILE

q KAI HAVAII ÜBER SCHNELLE ERFOLGE, IRRTÜMER UND SEIN NEUES BUCH

» Wir waren jung, wild und ungestüm. «

LEGENDEN DER

LEIDENSCHAFT

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30

EXTRABREIT

K

ai, ich habe recherchiert: Dein heutiger

Interviewpartner war achtzehn Jahre alt,

als er 1981 in der unwirklichen Atmosphäre

der »Rotation« seine erste, unvergessene

Live-Begegnung mit EXTRABREIT hatte.

Euer Konzert im Anzeiger-Hochhaus, jenes

Gebäude, in dem Rudolf Augstein nach

dem 2. Weltkrieg den »Spiegel« gründete,

war laut, hart und schnell. Der Eintritt betrug

1,50 Deutsche Mark. Der »Spiegel« wird immer dünner,

EXTRABREIT aber sind auch 40 Jahre später weiterhin dick

im Geschäft. Wie schafft man es, sich so lange im Musikbusiness

zu halten ?

Man schafft es, indem man immer weiter macht. Es gab zwar

Krisen, Trennungen und persönliche Abstürze, aber wir haben

uns nach längeren Pausen jedes Mal wieder zusammengerauft.

Besonders in den letzten Jahren zeigt sich, dass es gut war,

durchzuhalten und weiter zu machen. Das wird honoriert.

Mein großer Bruder besaß Eure erste Langspielplatte. Ich fand

die kurzen, hektischen Stücke, aber auch das knallig pinkfarbene

Cover zwischen Comic und Copyart gut, ebenso wie den

für Newcomer leicht größenwahnsinnigen, wenngleich auch

rückblickend sehr prophetischen Titel »Ihre größten Erfolge«.

Plötzlich hörten wir alle »Hurra, hurra, die Schule brennt«,

»Annemarie«, »Hart wie Marmelade« und »Flieger grüß mir

die Sonne«, ein Lied von Hans Albers, das ihr gecovert habt.

Hat Euch der Erfolg damals überrascht ?

Unser Erfolg, wie wir ihn Anfang der Achtzigerjahre hatten,

kam für uns in der Dimension absolut überraschend. Als wir

anfingen, konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir einmal eine

ganze Jugendgeneration bewegen würden. Wir waren anfangs

eher eine Szene-Band, die im eigenen Stadtteil in der Subkultur

verankert war. Von solchen Dingen wie »Charts« hatten wir

überhaupt keine Ahnung. Der Erfolg hat uns tatsächlich sehr

überrascht, um nicht zu sagen überrollt.

Du hast in einem Interview gesagt: »Dass aus mir ein Rocksänger

werden würde, ist mir wirklich nicht in die Wiege gelegt. Es

gab bei uns in der Familie den Konsens, dass wir alle mitleiderregend

unmusikalisch sind.« Bandgründer Stefan Kleinkrieg

fand das nicht. Du wurdest als singender Frontmann verpflichtet.

Bist Du Sänger wider Willen geworden – und wie geht man

damit um, wenn man anfangs glaubt, dass man das, was man

sehr öffentlich betreibt, eigentlich gar nicht kann ?

»Wider Willen« kann man nicht sagen, aber dass ich plötzlich

der Sänger von EXTRABREIT werden sollte, war für mich

schon überraschend. Ich habe mich von den Jungs überreden

lassen, einmal unverbindlich mit in den Proberaum zu gehen,

aber dann hat es mich sehr schnell gepackt. Nach dem ersten

Gig war ich ziemlich gezündet. Wahr ist aber auch, dass ich

noch während wir unser erstes Album aufnahmen, gezweifelt

habe, ob in einer Band zu singen das Richtige für mich ist. Ich

war Cartoonzeichner. Im Zeichnen habe ich meine Zukunft

gesehen. Es ist anders gekommen und das war ja auch gut.

Viele Hits aus der Anfangszeit spielt ihr noch heute für die

Fans. EXTRABREIT hatte für mich von Anfang an eine

unglaublich gute, nervös-neurotische Energie. Kann man

die über 40 Jahre konservieren ?

Ich weiß es nicht. Das müssen andere beurteilen. Wenn ich

mir heute unser Konzert 1982 in der Westfalenhalle ansehe:

Das hatte schon eine unheimliche Elektrizität. Wir waren jung,

wild und ungestüm; also voll auf »Sturm und Drang«. Das sind

Gefühle gewesen, die heute nicht mehr abrufbar sind. Was man

aber weiterhin kann, ist sich so intensiv wie möglich in die

Musik hineinzugeben. Das gelingt uns nach wie vor sehr gut.

Das Publikum trägt uns als Band und wir tragen das Publikum.

Dieses Wechselspiel funktioniert. Ich glaube auch nicht, dass

wir an Energie verloren haben.

Von »Fehlfarben«, einer anderen Band aus der Zeit, die mit

Euch am Start waren und ebenfalls weiterhin live aktiv ist,

gibt es die Textzeile: »Wir können, was gut war, sowieso

nicht wiederholen.« Stimmt das ?

Die Zeile stimmt insofern, als dass man Vergangenes tatsächlich

nicht wiederholen kann. Vergangen ist vergangen. Auch

Irrtümer, die man begangen hat, kann man nicht wieder rückgängig

machen. Es gab für uns als Band intensive Höhepunkte,

die wird man so nie wieder erleben. Das alles ist richtig, hat

aber nichts damit zu tun, was jetzt in der Gegenwart passiert.

Wir sind immer wieder freudig überrascht. Ein Beispiel: Wir

haben in diesem Jahr zum zweiten Mal beim Wacken Open Air

gespielt und es war dieses Jahr noch voller und noch grandioser.

Das sind neue Highlights, die wir zuvor noch nicht hatten.

Ebenfalls unvergessen ist »Polizisten« aus dem zweiten Album

»Welch ein Land ! – Was für Männer !«, ein echter Evergreen,

für den Du den Text und zum Teil die Musik geschrieben

hast. Die Single war unglaubliche 21 Wochen in den deutschen

Charts. In dem Text geht es um das Seelenleben dieser

Berufsgruppe und wie man die Gesellschaft überwachte.

Ist die Polizei von heute noch wie die Polizei von damals in

den frühen Achtzigern, als der scheinbar ewige Helmut Kohl

Bundeskanzler geworden war ?

Nein, wir haben heute eine ganz andere Atmosphäre. Die

damalige Situation war, dass wir die personelle und materielle

Aufrüstung der Polizei ebenso unangenehm empfanden wie

die neu aufkommenden Überwachungskameras. Wir waren der

Meinung, dass diese Aufrüstung jede Verhältnismäßigkeit verloren

hatte. Wenn ich mir jetzt die Arbeit der Polizei anschaue,

muss ich sagen, dass die heutigen PolizistInnen es in vielerlei

Hinsicht wirklich nicht leicht haben. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 31


q KAI HAVAII IM INTERVIEW

» Ich habe gedacht: ›Nein, so möchte ich nicht enden‹.«

In deren Köpfe zu schauen war eigentlich die Intention des

Textes von »Polizisten«, wobei wir sie zugleich auf den Arm

genommen haben. Aber wir waren weit entfernt von Parolen

wie »Haut die Bullen platt wie Stullen !«, wie sie in der linken

Szene geläufig waren. Heute kommen die PolizistInnen zu uns

backstage und wollen Selfies mit EXTRABREIT machen. So

ändern sich die Zeiten.

»Polizisten« wurde mehrfach gecovert. Warum konntest Du

die Version von Heino nicht verhindern ?

Wenn jemand einen Song nah am Original covert, kann man das

nicht verhindern. Jeder kann das machen. Insofern stand das gar

nicht zur Debatte. Es gibt so viele Coverversionen von »Polizisten«

– warum sollte nicht auch noch Heino eine machen ? Seine

Version bereitet mir jedenfalls keine schlaflosen Nächte.

Im Laufe Deiner Karriere gab es mit EXTRABREIT Duette

mit der unvergessenen Hildegard Knef und dem großartigen

Harald Juhnke, die gut funktioniert haben. Wie kam es dazu ?

Mit Hildegard Knef war es so, dass unser Gitarrist Stefan eines

Tages mit einer Langspielplatte ankam, auf der »Für mich soll’s

rote Rosen regnen« als Chanson war. Ich kannte das Stück von

meinen Eltern. Wir haben eine Coverversion gemacht und

wollten wissen, was Hilde davon hält. Wir haben sie ausfindig

gemacht, was tatsächlich nicht einfach war, weil zu der Zeit

kein Mensch mehr von ihr sprach. Wir ließen ihr unsere Version

auf Kassette zukommen. Sie sagte ganz spontan: »Da will ich

dabei sein !«. Wir haben das Duett gemacht – und der Rest ist

Geschichte. Ich kann sagen, die Begegnung mit ihr gehört für

mich zu den absoluten Highlights. Die Knef war eine äußerst

interessante Frau. Wir hatten die ein oder andere Gemeinsamkeit:

Unsere Karrieren liefen alles andere als glatt. Und auch sie

hatte mal Suchtprobleme. Nach Ihren Krebsoperationen war sie

eine Zeit lang abhängig von Morphium. Es gab Einiges, was uns

verbunden hat – und wir haben viel über unsere Leben geredet.

Mit Harald Juhnke war es so, dass wir zuvor überlegt hatten,

wie man nach Hilde vielleicht einen weiteren, besonders kultigen

Duettpartner finden könnte. Irgendwann kamen wir auf

ihn, auch weil ich zu der Zeit in Berlin gelebt habe. Wir haben

dann »Nichts ist für immer« geschrieben – schon ganz konkret

auf Harald als Partner zugeschnitten. Er war sofort sehr aufgeschlossen,

hat aber vorher zur Absicherung noch seinen Sohn

gefragt – und so ist es passiert.

Harald Juhnke und Hildegard Knef waren beide äußerst individuelle

Charaktere – und für uns als Jugendliche Stars aus

längst vergangenen Zeiten. Hast Du ein Faible für charakterstarke

EntertainerInnen der alten Schule ?

»Es kommt darauf an, den

Körper mit der Seele und die Seele

durch den Körper zu heilen.«

Gesichtsanalyse

Augendiagnose

Oscar Wilde

Bioresonanztherapie / EAV

Homöopathie

Umweltmedizin

Psychokinesiologie

Mentalfeldtherapie

Traumatherapie (AIT)

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Andrea Hella Schwanenberg

Heilpraktikerin und staatl. examinierte Krankenschwester

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Das mag so sein, zumal Hildegard Knef eine Erscheinung war,

wie man sie sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Sie hatte

als Künstlerin eine besondere, schillernde Aura. Insofern habe

ich ein Faible für Menschen aus dieser Generation, die wie die

Knef unglaubliche Brüche in Leben und Karriere erlebt haben.

Was hast Du aus den Begegnungen mit solchen Showgrößen

für Dich persönlich mitgenommen ?

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

Hildegard Knef hatte diese Unverwüstlichkeit, einen absolut

schwarzen Humor und ihren Stoizismus. Davon konnte man

sich Einiges an Positivem abgucken. Andererseits hatte sie, die

sonst ein absoluter Vollprofi war, vor gemeinsamen Fernsehauftritten

ein beinahe unerträgliches Lampenfieber. Ich bin zwar

auch immer nervös, bevor es losgeht, aber so extrem könnte ich

mir das nicht antun. Juhnke hatte als Schauspieler eine unglaubliche

Professionalität. Er war absolut diszipliniert, als wir mit ihm

das Video zu »Nichts ist für immer« drehten, obwohl er schon

nicht mehr so gut dabei war. Abschreckend war, dass er von einer

Aura von Einsamkeit umgeben war. Ich habe ihn manchmal

bedauert und gedacht: »Nein, so möchte ich nicht enden.«

Über Deine Geschichte hast Du ein Buch geschrieben. Titel:

»Hart wie Marmelade; Erinnerungen eines Wahnsinnigen«.

Auf Amazon schrieb jemand: »Der Autor rechnet mit sich ab

und mit niemandem anders. Wie wahnsinnig warst Du ?

Das Wort »wahnsinnig« ist sicherlich nicht unangebracht. Es

gab Zeiten, die waren sehr schnell und extrem exzessiv. u

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q KAI HAVAII IM INTERVIEW

» Wir werden alle eine Menge Spaß haben.«

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Hellste – und flog schnell auf. Ich habe mich gefragt, wie wäre

die Geschichte wohl weitergegangen, mit jemandem, der es

richtig drauf hat. Ich bin dann ziemlich tief in die Materie eingetaucht.

Ich habe lange Interviews mit Afghanistan-Veteranen geführt

und versucht, die Psychologie eines Soldaten zu erfassen,

der sich in einer Extremsituation befindet. Intensive Recherchen

machen mir großen Spaß. Tatsache ist: In Afghanistan befand

sich die Bundeswehr im Krieg – und in dem Buch geht es auch

darum, was der Krieg in einem Menschen auslösen kann.

Wie unterscheidet sich der Buchautor vom Musiker Kai Havaii ?

19.11.19 / bremen modernes

everlasT

„WHiTey Ford‘s House oF Pain“ live 2019

25.11.19 / bremen scHlacHTHoF

anna TernHeim

a sPace For losT Time Tour HerbsT 2019

07.12.19 / bremen meTroPol THeaTer

söHne HamburGs

sTeFan GWildis-JoJa WendT-rolF claussen

07.03.20 / bremen meTroPol THeaTer

maX Herre

aTHen Tour 2020

08.03.20 / bremen Pier 2

Wanda

ciao Tour 2020

Man konnte oft zurecht sagen: »Das ist doch Wahnsinn !«.

Weiche Drogen, harte Drogen. Schnelle Frauen, dicke Autos

– oder auch umgekehrt (lacht). Es hat uns Spaß gemacht, das

Rock ’n’ Roll-Klischee auszuleben– schließlich waren wir ja laut

BRAVO die »Bad Boys der NDW«. Aber alles hat seine Zeit und

irgendwann war es nicht mehr so lustig. Es gab Zeiten, in denen

mich die Drogen absolut verschlungen haben. Es gab manische

Phasen, die mich in die ein oder andere schwierige Situation

gebracht haben – und ein paar mal stand ich nah am Abgrund.

Aber das ist lange her, und mittlerweile kann ich sagen, dass

ich den Wahnsinn ganz gut eingezäunt habe. Ich lebe jetzt

viel bedächtiger und ruhiger. Das bekommt mir sehr gut.

In Deinem ersten Buch »Hart wie Marmelade« schilderst Du

dieses Leben als rasanten Trip mit allen Höhen und Tiefen.

Worauf hättest Du rückblickend verzichten können ?

Die Irrtümer, die man begangen hat, lassen sich nun mal nicht

mehr rückgängig machen. Sie prägen und oft kann man auch

etwas Positives herausziehen. Es macht einfach keinen Sinn, Fehler

ewig zu bedauern. Man sollte sagen: »Okay, das war falsch und

so würde ich mich nicht noch einmal verhalten.« Von Jean-Paul

Sartre stammt das Zitat: »Man sollte keine Dummheit zweimal

begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.« So ist es.

Bücher zu schreiben ist eine sehr einsame Beschäftigung, für

die man viel Ruhe braucht. Einen geschützten Raum, in dem ich

meiner Phantasie freien Lauf lassen kann. Auf Tour gehen hat

hingegen viel mit Kommunikation zu tun. Man kommuniziert

mit der Band, den Technikern und dem Publikum. Ich liebe beides.

Für mich ist es gut, immer wieder zurück an den Schreibtisch

zu kommen, wo ich meine Ruhe habe. Umgekehrt ist es

aber auch immer wieder gut, mit der Band oder zu Lesungen

loszuziehen und die Blase des Schreibens zu verlassen.

Wird es von Dir auch eine Lesung in Bremen geben ?

Ja, ich lese aus »Rubicon« am Freitag, den 15. November um

19:30 Uhr im »Thalia-Buchhaus« in der Obernstraße in Bremen.

Apropos Bremen: Euer Konzertveranstalter Hartwig Komar

lebt und arbeitet mit seiner Agentur »On Stage Promotion« in

Findorff. Wie ist es zu Eurer Zusammenarbeit gekommen?

Hartwig hat uns angefragt. Er ist ein sehr angenehmer und

zuverlässiger Typ. Alles hat bisher gut geklappt.

Zum Schluss kurz noch der Werbeblock: Warum wird das

Konzert von Extrabreit am 29. Dezember im Lagerhaus in

Bremen eine wahrhaft schöne Bescherung in der Nachweihnachtszeit,

an der man unbedingt teilhaben sollte?

Mit EXTRABREIT kann man eine unglaubliche Band erleben,

wie es sie heute kaum noch gibt. Nie waren wir so wertvoll wie

heute – und wir werden alle eine Menge Spaß haben.

q ÜBER KAI HAVAII

12.01.20 / bremen meTroPol THeaTer

die udo JürGens sTory

sein leben, seine liebe, seine musiK

15.01.20 / bremen Pier 2

adel TaWil

alles lebT Tour 2020

28.01.20 / bremen Pier 2

bosse

alles isT JeTZT 2020

22.03.20 / bremen Pier 2

maX GiesinGer

die reise Tour 2020

28.03.20 / bremen meTroPol THeaTer

lord oF THe dance

danGerous Games

17.+18.04.20 / bremen övb-arena

luKe mocKridGe

Welcome To lucKyland - ZusaTZTermine!

Tickets > 0421 – 35 36 37

www.revue-online.de

Im September ist Dein zweites Buch »Rubicon« erschienen;

diesmal keine Biografie, sondern ein Thriller. Es geht um

einen ehemaligen Scharfschützen der Bundeswehr, der ein

unmoralisches Angebot annimmt. Wie bist Du auf den

Plot gekommen ?

Gut recherchierte Thriller mit einem aktuellen oder zeitgeschichtlichen

Hintergrund habe ich bereits als junger Mann

gern gelesen. Und es war immer schon mein Traum, irgendwann

ein richtig dickes Buch dieser Art zu schreiben. Die Idee

für den Plot entstand, als ich einen Zeitungsartikel las, der von

einem ehemaligen Elitesoldaten der Bundeswehr handelte, der

sich als Auftragskiller angeboten hatte. Er war wohl nicht der

Kai Havaii wurde 1957 in Hagen geboren, lebt heute in Hamburg

und bereist viel das Ruhrgebiet. Seine Hobbys sind Fußball und

Skat. 1979 wurde er nach sehr kurzem Germanistikstudium und

Jobs als Taxifahrer und Cartoonist im Alter von 22 Jahren vom

Musikfan zum Sänger von EXTRABREIT. Kai Havaii arbeitet

heute auch als freier Autor – u.a. für das ZDF und ARTE. Er

hat zwei Bücher veröffentlicht. Er ist nach wie vor Musikfan,

raucht immer noch und fährt weiterhin kein Auto. Im November

liest er im »Thalia-Buchhaus« in der Obernstraße 44-54 und

im Dezember kommen EXTRABREIT für das in diesem Jahr

vorletzte Konzert ins Bremer »Lagerhaus«. www.die-breiten.de

Interview: Mathias Rätsch Foto: Andreas Läsker ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 35


FINANZTIPP

q PREISVERGLEICHE UND ANBIETERWECHSEL FÜR STROM, GAS, VERSICHERUNGEN UND FINANZIERUNGEN

Die Sparkasse kann mehr !

FAIRGLEICHEN UND SPAREN

WIR FINDEN DAS

BESTE ANGEBOT

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 36 | PROMOTION

M

it der Fairgleichen-Plattform hat sich

die Sparkasse Bremen seit einiger

Zeit als Finanzvermittler etabliert.

Das neue Konzept funktioniert

online und in den Filialen – auch

in der Fürther Straße führen die

Beraterinnen und Berater durch den

Angebotsdschungel, um das beste

Angebot zu finden.

Mit dem Besuch in der Sparkassenfiliale Geld sparen – das

klingt verlockend. Vor dem Hintergrund, dass Bremerinnen

und Bremer jährlich einige Hundert Euro wegen unpassender

und zu hoher Tarife verschenken, lohnt sich ein genauer Blick

auf die eigenen Verträge. Das Spektrum ist groß: Die Sparkasse

Bremen bietet Preisvergleiche und Anbieterwechsel für Strom,

Gas, Versicherungen, Ratenkredite und Immobilienfinanzierungen.

Interessierte können hier bereits seit mehreren Monaten

Preise und Angebote vergleichen. Die Sparkasse Bremen vermittelt

auch Produkte anderer Unternehmen und bietet so einen

optimalen Überblick über die jeweilige Branche.

»Bei uns stehen die Menschen und ihre Bedürfnisse

im Mittelpunkt. Im persönlichen

Gespräch finden wir die passende Lösung:

egal ob Haftpflichtversicherung oder Immobilienkredit.

Dabei vergleichen wir die

Konditionen von bis zu 180 ausgewählten

Partnerbanken. Wenn Sie sich für ein Angebot

entscheiden, leiten wir alles in die Wege. Damit benötigen Sie

nur einen Ansprechpartner«, weiß Saskia Döring, Privatkundenberaterin

in der Filiale Fürther Straße.

Natürlich kann jeder auch selbst ausrechnen, ob er bereits beim

günstigsten Anbieter ist oder Geld sparen kann, wenn er wechselt.

Das Angebot ist kostenlos – und alle sind willkommen auf

der Internetseite www.sparkasse-bremen.de/fair zu rechnen.

Dort können Interessierte mit wenigen Klicks das Sparpotenzial

für den eigenen Tarif oder Kreditwunsch errechnen.

Warum bietet die Sparkasse Bremen eine Dienstleistung an, die

es bei großen Portalen, wie »check2« oder »Verivox« gibt ? Die

Antwort ist Unterstützung und Beratung. »Ältere Menschen

scheuen sich oft, eigenständig Vergleiche im Internet anzustellen,

weil hier viele Eingaben erforderlich sind«, sagt Saskia

Döring. Junge Menschen dagegen fragten sich, ob sie beim Abschluss

im Internet die richtige Entscheidung getroffen haben.

»Diesen Herausforderungen können wir uns hier persönlich

stellen und Personen somit genau die Unterstützung bieten,

die sie sich von uns wünschen.«

Präsenz im Stadtteil mit Kompetenz, unterstützt von digitalen

Angeboten. In der Fürther Straße macht das Team den Auftritt

als unabhängiger Finanzvermittler erlebbar. Dabei präsentiert

es sich digital und nah an den Menschen. Besonders wichtig,

denn digitale Angebote, die Kundinnen und Kunden das Leben

leichter machen sollen, gibt es bereits jetzt in Hülle und Fülle.

Über 70 können im Online-Banking und über Sparkassen-Apps

aktuell abgerufen werden. Tendenz steigend. Gut, wenn es

einen Navigator gibt, der eine passende Lösung aufspürt.

Das kommt auch in einem eigens dafür eingerichteten Fairgleichen-Store

im Weserpark an. In dem Standort beim Ausgang zu

»Möbel Schulenburg« spricht das Team ein vielfältiges Publikum

an. Und die Erfahrungen sind positiv: »Schnell vergleichen,

clever sparen« – das schafft Zeit für die wirklich wichtigen

Dinge im Leben.

IHRE VORTEILE BEI DER SPARKASSE BREMEN

n faires Tarifvergleichen vor Ort

n kostenlose, persönliche Beratung

n einfacher Anbieterwechsel

n Sparmöglichkeiten optimal nutzen.

Mehr Informationen unter www.sparkasse-bremen.de/fair

Text: Nils Andresen, Fotos: Kerstin Rolfes, Pressefoto ▲

PROMOTION | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 37


q MIKE GORDEN ÜBER EIN MÜLLPROBLEM IN FINDORFF UND WEGE ZUR LÖSUNG

» Fein säuberlich zugeknotet in der Natur. «

W

enn ich mit meinen Hunden

spazieren gehe, ärgere ich mich

regelmäßig über diese hübschen

kleinen, schwarzen Müllbeutel, die

gefüllt und fein säuberlich zugeknotet

in der Natur stehen. Solch ein

Verhalten konterkariert

die ursprüngliche

Idee dieser

Beutel komplett. Einige Leute treiben

dieses Verhalten noch auf die

Spitze und legen diese Müllbeutel

neben (!) einem Papierkorb

ab. Da ist es doch besser, die

Brocken einfach an Ort und

Stelle liegen zu lassen. Da

verrotten sie wenigstens.

Was in diesem Moment in

solchen Leuten vorgeht, wird

sich mir nie erschließen. Als

Schreiberling benötige ich naturgemäß

ein gerütteltes Maß an

Vorstellungskraft, doch so etwas

hinterläßt mich völlig hilflos. Meine

Vernunft sagt mir, daß ich das Verhalten

dieser Leute nicht mehr werde ändern können.

Der Ordnungsdienst, der solche

Leute zur Rechenschaft ziehen könnte,

ist im letzten Jahr auf dem Papier zwar

eingerichtet worden. Ich habe aber noch

niemals jemanden in Findorff tatsächlich auf Patrouille gehen

sehen.

Die Stadtreinigung, die so etwas beseitigen würde, ist ebenfalls

viel zu selten unterwegs. Besonders im Sommer, wenn die

Biergärten geöffnet sind und die Leute ihre Freizeit draußen

verbringen, werden die Papierkörbe weiterhin stumpf im

wöchentlichen Rhythmus geleert und quellen deswegen bereits

nach wenigen Tagen über. Wenn denn die Feierwütigen ihren

Müll überhaupt hineinwerfen und ihn nicht einfach auf Bänken,

Wiesen und Wegen liegen lassen.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 38

ZWISCHENRUF

Bremen ist notorisch klamm und die Stadtkasse leer. Daran

wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Sich darüber

beschweren und laut zu klagen wird deswegen nur mäßigen

Erfolg bringen. Letztlich läuft es darauf hinaus, daß wir alle

selbst Hand anlegen müssen.

Die jährlichen Sammelaktionen im Frühjahr sind dazu – so

nützlich sie sind – nur ein erster Schritt. Meine persönliche

Lösung sieht folgendermaßen aus

und erfordert nur ein wenig Planung:

Wenn ich mit den Hunden unterwegs

bin oder spazieren gehe markiere

ich mir im Geiste die Lage der

Mülleimer auf meiner Route.

Müll, der nicht zu eklig ist,

sammle ich im Vorbeigehen

auf und werfe ihn anschließend

in den nächsten Papierkorb.

Mein Mann sieht mich

dann immer seltsam an, aber

letztlich versteht er es.

Flaschen und Dosen mit Pfand

stelle ich deutlich sichtbar an den

Weg. Es gibt viel zu viele Bewohner

im Stadtteil, die ihr Einkommen durch

Sammeln von Pfand aufbessern müssen

und ich finde, ich kann ihnen ihre Arbeit etwas

erleichtern. Das macht nur wenig Arbeit

und ich vergebe mir damit nichts.

Damit entlasse ich die Verursacher all dieses

Mülls nicht aus ihrer Verantwortung.

Ich trage nur ein klein wenig dazu bei, uns alle vor den Konsequenzen

ihres Handelns zu schützen und es den Ratten nicht

gar zu einfach zu machen, hier über die Runden zu kommen.

Ich hoffe, ich kann Dich (ja, genau Dich !) mit meinem Beispiel

ermutigen, es genauso zu machen. Wenn viele Leute an

dieser Aktion teilnehmen, werden wir zwar damit nicht allen

Müll beseitigen können. Zumindest wird es aber ordentlicher

aussehen als vorher. Vielleicht fällt Dir ein anderer, kreativer

Weg ein, wie Du helfen kannst, unseren Stadtteil Findorff auch

in Zukunft schön zu erhalten. Deiner Phantasie sind keine

Grenzen gesetzt.

Besser ist es natürlich, erst gar keinen Müll draußen liegen zu

lassen. Das gilt auch für so banale Dinge wie Zigarettenkippen.

Dafür gibt es kleine Taschenaschenbecher, die man bei sich

haben kann ! In diesem Sinne: Bleib‘ am Ball !

Mike Gorden hat in seinem früheren Leben Chemie studiert.

Er selbst sieht sich als begnadeten Schriftsteller. Die anderen

finden ihn unbeschreiblich. Frage im Findorffer Bücherfenster

nach seinem Büchern, falls Du gerne Thriller mit Science-

Fiction und Mystery-Elementen liest. ▲

Wir machen

Hausbesuche:

Termine unter

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Friseurmeisterin Aysel Canli-Wiegand

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mit und ohne Termin · Hemmstraße 293 · 28215 Bremen

Unsere Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9:00

bis 18:00 Uhr und am Samstag von 8:00 bis 14:00 Uhr

Das Museum

der Bremer

Unterwelt

SPANNENDE MUSEUMSFÜHRUNGEN u »Vom

Goldeimer zur modernen Kanalisation« am Sonntag,

den 10.11. und 01.12.2019 und im neuen Jahr am

05.01., jeweils um 16:00 Uhr. Geöffnet ist von 15:00

bis 18:00 Uhr. GRUPPENFÜHRUNGEN u möglich

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Infos gibt es unter www.altespumpwerk.de

Altes Pumpwerk e.V. | Salzburger Str. 12 | 28219 Bremen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 39


q HEIKO GREIN ÜBER ZEHN JAHRE IM MUSIKGESCHÄFT

» Leidenschaft & Wahnsinn «

▼ AUTHENTISCHE JAPANISCHE KÜCHE IM »PEKO PEKO SUSHI«

Sushi & Co nach Hause liefern lassen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 40

H

eiko, Du bist der Inhaber und Geschäftsführer

von »SONGS & WHISPERS« in Bremen. Was

verbrigt sich hinter »Lieder und Flüstern« ?

Ein Musiklabel, ein Musikverlag, eine Bookingund

Konzertagentur, in Einheit mit einem Tonstudio,

Ton- und Lichttechnik und einer PR- und

Kommunikationsagentur. Im Klartext eine recht

wilde Ansammlung von Leidenschaft & Wahnsinn

sowie dem seit 2009 andauernden Versuch, Newcomern

und »Emerging-Artists« live eine Plattform zu bieten.

Als ich Dich vor längerer Zeit einmal gefragt habe, wer sich

»SONGS & WHISPERS« ausgedacht hat, hast Du geantwortet:

»Ich, leider !« Kann kulturelle Selbstausbeutung auch nerven ?

SONGS & WHISPERS

Du lernst es zu schätzen mal zu Hause sein zu können, wenn Deine

50-Stunden-Woche vorbei ist – und keine Musik zu hören (lacht) !

Diese Jahr konntest Du mit Deinem Team Euer zehnjähriges

Jubiläum begehen. Wie habt ihr gefeiert ?

Zur »Feier des Tages« haben wir unsere Strukturen auf den

Kopf gestellt und uns zehn Jahre nach »Spotify« gefragt, was wir

zukünftig besser machen können. Es steht zu befürchten, dass

die »Kulturelle Selbstausbeutung« auch für die nächsten Jahre

noch Teil des Programms bleibt. Ansonsten gab es, zumindest

aus Sicht des Publikums, ein paar gute Konzerte zum Jubiläum.

Wie viele Konzerte hast Du in dieser Zeit veranstaltet – und

gibt es eine Künstlerin oder einen Künstler, die oder der Dich

ganz besonders beeindruckt hat ?

Wir haben aufgehört zu zählen ! Es müssten mehr als 6.000 sein.

Alle KünstlerInnen sind auf ihre Art einzigartig und verdienen

den jeweiligen Respekt in der Zusammenarbeit. Persönliche

Favoriten im eigenen Roster verbieten sich daher ein wenig.

Wie ist Eure Positionierung und wer ist Zielgruppe ? Wer fragt

an, um über Euer Netzwerk Konzerte veranstalten zu lassen ?

Irgendwie alle ! Mit Blick auf unsere vielfältigen Formate ist unsere

Zielgruppe von 6 bis 80+ extrem. Es kann die gleiche Band

in der KITA einen Workshop geben und am nächsten Tag auf

einem Festival spielen. Das ist nicht »hip« oder »trendy«, aber es

geht um Songs, Stories und Menschen im Kontakt zueinander.

Welche Vorteile hat es, KünstlerInnen über Euch zu buchen ?

Du kannst bei uns das Event als komplettes Paket oder auf den

individuellen Bedarf angepasst buchen. Wir leisten Projektmanagement,

Moderation, KünstlerInnen, Technik, Kommunikation

on- und offline, Pressearbeit, Werbung und Social Media.

Heiko, ich wünsche Dir viel Erfolg für die nächsten zehn Jahre !

Mehr Informationen unter www.songsandwhispers.com

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Norbert Müller ▲

Heiko Grein präsentierte den

norwegischen Singer-Songwriter

Ben Lorenzen auf dem Jubiläumskonzert

von »Songs & Whispers«

im Sendesaal Bremen.

S

eit 2016 führen Miyuki

und Hiroshi Saito das

»Peko Peko Sushi« in

der Münchener Straße

29. Peko Peko bedeutet

»Hunger« – wer also

hungrig ist und Lust hat

auf authentisch japanische

Küche, kann sich auf Sushi,

aber auch auf warme Gerichte aus dem »Peko Peko

Sushi« freuen. Die Gerichte kann man selbst

abholen oder ab einem Bestellwert von 10,00 €

nach Hause liefern lassen.

Das Angebot ist vielfältig: Es erstreckt sich über warme und

kalte Vorspeisen wie gegrillte Hähnchenspieße, Gemüsekroketten,

Misosuppe oder Wakame Algensalat über Menüs wie das

Veggie Menü, Mini Set oder Party King. Zudem gibt es sogenannte

»Bento«, warme Gerichte mit Reis sowie die klassischen

Sushi-Arten Gunkan, Nigiri, Futomaki, Maki und Insideout

Maki, die es mit Fisch, Gemüse oder Tofu gibt. Sushi ist mehr

als nur Fisch – und man kann sagen: Was für ein Glück, einen

so leckeren Sushi-Lieferanten im Stadtteil zu haben.

Begeistert hat mich eine typisch japanische Spezialität, die

ich in einem Sushi-Laden bisher nicht angetroffen habe: Maki

Sushi gefüllt mit der Heilnahrung Nummer Eins namens Ume,

einer japanischen Pflaume (botanisch eigentlich Aprikose), die

unreif gepflückt wird und über ein bis zwei Monate mit Salz in

Holzfässern gelagert wird. Wer den säurig-salzigen Geschmack

beim ersten Mal überwindet, wird die Ume und ihre Wirkungen

schnell liebgewinnen oder sie sogar pur oder als Saft (Ume

Su) in die Hausapotheke oder noch besser für allerlei Speisen

in die tägliche eigene Küche mit aufnehmen. Die Wirkung der

Umepflaume (jap. Umeboshi) ist vielfältig: Sie hat, genau wie Algen,

eine stark entgiftende Wirkung, hilft bei Kopfschmerzen,

Erkältungen, Fieber oder Kater und stärkt das Immunsystem. In

BESUCHEN SIE UNS IN UNSEREM STORE

MAHLZEIT

Japan wird ihre tägliche Einnahme für die Gesundheit

empfohlen. Für Fortgeschrittene empfehle

ich die ebenfalls sehr gesunden Nattou (sprich:

Natto) Maki aus fermentierten Sojabohnen.

Nattou spaltet die Gemüter. Wer weiß, dass sie

nachweislich den Bluthochdruck senken, gegen

Osteoporose und Magengeschwüre helfen, entgiftend

wirken und ein prima Eiweißlieferant sind,

kann bezüglich des eher »gesunden« Geschmacks

vielleicht ein Auge zudrücken. Ich kenne aber auch

Menschen, die den Geschmack von Nattou

lieben und es löffelweise pur essen. Als Desserts

winken Eis, süße Röstkastanien oder japanische

Pfannkuchen mit süßen Rotbohnen gefüllt

wie sie im Film »Kirschblüten und Rote Bohnen« vorkommen.

Alle Speisen haben eine japanische Bezeichnung und eine deutsche

Übersetzung. Vegetarische Speisen sind durch zwei grüne

Blätter an einem Stil gekennzeichnet. Alle Sushi Menüs werden

mit Ingwer, scharfem Wasabi, Sojasauce und Stäbchen serviert.

Auf der Getränkekarte stehen japanischer Grüntee, Ramune

(japanische Limonade), Cola, Wasser, Reis- oder Pflaumenwein

sowie japanisches Bier. Die Ume-Pflaume im Pflaumenwein

unbedingt mitessen ! Aber Achtung: Sie hat einen Kern.

Wer seine Speisen vor Ort bestellt und auf die Fertigstellung der

Gerichte wartet, kann in ausgelegten Büchern und Zeitschriften

allerlei Wissenswertes über Japan und seine Kultur erfahren.

ÜBER »PEKO PEKO SUSHI«

Geöffnet hat »Peko Peko Sushi« täglich von 17:00 bis 21:30 Uhr,

samstags bereits ab 16:00 Uhr. Dienstags ist Ruhetag. Zu erreichen

ist der Lieferdienst unter Telefon 0421 / 37 64 61 20 . Wenn

der Anrufbeantworter anspringt einfach den Namen und die

Telefonnummer hinterlassen. Es erfolgt ein baldiger Rückruf.

Die Speisekarte gibt es unter www.peko-peko-sushi.de

Text: Nicole Henze, Foto: Milivanily ▲

TERRASSENDÄCHER MIT CABRIOLET- FEELING

Bei unseren Terrassendächern setzen wir auf die Systeme der

JOKA-System GmbH, dem europäischen Marktführer in der

Herstellung von Terrasendach- und Glasschiebedächern.

Der Hersteller produziert jedes Dach individuell und maßgenau im

eigenen Werk in Delmenhorst. Das bietet Ihnen große Flexibilität und

Freiheiten bei der Gestaltung Ihrer Wunschüberdachung.

Wir stellen Ihnen die aktuellen Produkte der JOKA-System GmbH vor.

Glaserei

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Gläbe Glas & Metalltechnik GmbH

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 41


+++ »Es gibt den Trend zu regionalen Produkten... Darauf

gehen wir natürlich auch im Sortiment ein.«, berichtete Kaufmann

MANFRED SPREEN im Interview in der vorletzten

Ausgabe von FINDORFF GLEICH NEBENAN. Auch dafür gibt

es im REWE im Jan-Reiners-Center an der Hemmstraße 212-214

jetzt mehr Platz. Nach einigen Umbauarbeiten in den vergangenen

Monaten gehört jetzt die Fläche des ehemaligen, seit längerer Zeit

leerstehenden Postbank Finanzcenters zum REWE-Markt. Die

Erweiterung bietet dem Marktleiter neue Möglichkeiten, das Sortiment

für seine KundInnen zu vergrößern. www.rewe.de

+++ Vom 1. Dezember bis 1. Januar gibt es bei MODISIGN

in der Admiralstraße 158 zehn Prozent auf alle Gürtelschnallen

und Gürtel. Mehr schöne Mode auf www.modisign.de

DORFFKLATSCH

+++ Wir verlosen 2 x 2 Tickets für das kommende Live-Konzert

von EVERLAST, der mit seinem neuen Album »Whitey Ford‘s

House Of Pain« am Dienstag, 19. November 2019 im »Modernes«

in der Neustadt spielt. Bekannt wurde der Musiker unter anderem

mit seiner Zusammenarbeit mit SANTANA. Um Karten

zu gewinnen, abonnieren Sie online einfach den Newsletter von

FINDORFF GLEICH NEBENAN. Die Anmeldung erfolgt mit

der E-Mail-Adresse und wenigen Klicks. »Absenden« nicht vergessen!

Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden. Die GewinnerInnen

werden rechtzeitig per E-Mail

benachrichtigt. Teilnahme unter www.

findorff-gleich-nebenan.de

+++ Kunstwochenende gleich

nebenan: Am Samstag, den 16.

und Sonntag, den 17. November

öffnen sich organisiert von

der Initiative KUNST.HAFEN.

WALLE Ateliers, Werkstätten,

Galerien und weitere kreative Orte

im Nachbarstadtteil für BesucherInnen aus

ganz Bremen. Über 100 KünstlerInnen, darunter aus Findorff

ISA FISCHER und MANFRED SCHLÖSSER, werden zwei

Tage ihre Kunstwerke von der Malerei,

Bildhauerei, Installation bis zur

Fotografie an verschiedenen

Orten ausstellen. Angeboten

werden zudem Führungen

mit »Kunstlotsen« mit

bekannten PolitikerInnen

aus dem Stadtteil Walle wie

KRISTINA VOGT und

CARSTEN MEYER-

HEDER. Darüber hinaus gibt

es ein buntes Rahmenprogramm

mit Musik, Theater und Lesungen.

Ausführliche Informationen zum Kunstwochenende gibt es auf

www.kunsthafenwalle.de u

+++ Neue Kurse zum Thema »Homöopathie für Kinder und

Erwachsene« bei Verletzungen, Infekten der Luftwege und

Magen-Darm-Erkrankungen bietet in Findorff die Heilpraktikerin

DOROTHEE TEUTSCH ab November an. Aktuelle Infos

unter www.heilen-und-beraten.de

+++ FINDORRFF GLEICH NEBENAN kommentierte den

Zustand bereits Anfang des Jahres und auch die regionale Presse

berichtete zuletzt über die bestehende

»digitale Ruine«, wonach sich

über den bisherigen Internetauftritt

des Findorffer Stadtteilbeirats

laut WESER KURIER

»Spott und Kritik aus dem Stadtteil«

mehren würden. Bereits seit

September ist die offizielle Seite,

die sich seit 2014 unter dem gemeinsamen

Dach des einstigen Stadtteilportals

www.findorff.de mit eigener Domain verzweigte, offline.

Mit der endgültigen Abschaltung hat Findorff kein offizielles

Stadtteilportal mehr. Es wird nur noch unter der weiterhin

bestehenden Domain www.stadtteil-findorff.de über einen Link

auf die Findorff-Seiten des ORTSAMTS WEST verwiesen,

auf denen wie bisher die Tagesordnungen von öffentlichen

Beiratssitzungen und deren Veranstaltungsorte zu finden sind.

q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

Letztere werden dort ca. sieben Tage vor der jeweiligen Sitzung

einpflegt. Der neu besetzte Fachausschuss für »Wirtschaft,

Kultur, Inneres und Sport« hat sich bereits mit der Problematik

beschäftigt. Die nächste öffentliche Sitzung ist am 26. November

2019. Die Findorffer BEIRATSTERMINE kommuniziert

FINDORFF GLEICH NEBENAN weiterhin als »Notlösung«

unter Tipps und Termine auf www.findorff-gleich-nebenan.de

+++ Am Sonntag, den 24. November heißt es wieder einmal

HOBBYKUNST im BLOCKLAND: Von 10:00 bis 17:00 Uhr

verwandelt sich das Dorfgemeinschaftshaus Niederblockland 20

in eine gemütliche Stube, in der es schöne, handgefertigte Dinge

zu kaufen gibt. Es gibt ein Angebot an herzhaften Speisen und

in der großen Diele wird wieder die Kaffeetafel aufgebaut. Der

Eintritt ist frei. Weitere Infos gibt es unter dem Suchbegriff

»Hobbykunst im Blockland« auch auf www.facebook.com

+++ Endlich volljährig: Die FLOTTE KAROTTE ist 18 Jahre

alt geworden. Für die KundInnen des Findorffer Bioladens in

der Augsburger Straße gab es eine kleine Überraschung. Wer

Lust hatte, nahm an einem Ausflug zum Naturkost Kontor

Bremen teil. FINDORFF GLEICH NEBENAN gratuliert ganz

herzlich und freut sich auf weitere Jahre mit ausgezeichneten

Produkten, bei denen besonders auf Regionalität und Fairen

Handel geachtet wird. www.flotte-karotte-bremen.de

Textredaktion: Mathias Rätsch, Fotos: Pressefotos ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 42


FINDORFF GEHT AUS

TIPP l SO 11.11 l METROPOL THEATER

Der Sommer war gut und auch der Herbst ist wunderbar: Die fantastischen WATERBOYS

kommen für vier exklusive Konzerte nach Deutschland. Großer Jubel: Man gastiert diesmal

auch in Bremen ! Die britische Folk-Rock-Band um Gründer MIKE SCOTT gibt es seit

1983 in wechselnden Besetzungen. Der größe Hit von 1985 »The Whole of the Moon« liegt

zwar Jahrzehnte zurück, aber wen interessieren schon Hits, wenn doch jedes der bisher dreizehn

Studioalben der Band absolut hörenswert ist – und alle bisher vom Autor dieser Zeilen

erlebten Live-Konzerte grandiose Ereignisse waren. Dafür stehen neben Scott brilliante

Musiker wie Steve Wickham an der elektronischen Geige oder der niemals bewegungslose

»Brother Paul« an den Tasten. Egal mit wem, wo und wann: Die Waterboys spielen immer

mit einer derartigen Emotionalität, dass einem vor Freude die Tränen kommen, wenn man

nicht als Eisblock geboren wurde. Das neue Album bedient diverse musikalische Genres

und heißt »Where The Action Is« – und die Antwort kann heute Abend nur lauten: hier !

Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr u www.metropol-theater-bremen.de

FR 22.11 l LAGERHAUS

Sie waren immer laut, hart, dreckig: THE

GODFATHERS transferierten ziemlich

unnostalgisch den Geist des wahren Rock

’n’ Roll in die Gegenwart. Von der Wiege

bis ins Grab: Das illusionslose Statement

»Birth, School, Work, Death« definiert die

Philosophie der Briten: trockene, agressive

Rockmusik und scharfzüngige Texte geben

die Richtung an. Zurecht gelten die Musiker

um Sänger Peter Coyne als eine der besten

Live-Bands diesseits und jenseits des Atlantiks.

Hart, aber nicht herzlich: Mit ihrem

Motto »Rock ’n’ Roll since 1985« kommen

sie wieder auf Tour. Dresscode ? Anzug ! Der

ist bei den »Paten« auf der Bühne Pflicht.

19 Uhr u www.kulturzentrum-lagerhaus.de

DO 07.11 l MEISENFREI

»Also, mit dem Blues ist es so: Wenn sich jemand

Sorgen über irgendetwas macht, dann

hat er den Blues – auch wenn er ihn nicht

singen kann. Wenn deine Frau dich verlässt,

hast du den Blues, auch wenn du nicht in

der Lage bist, ihn zu singen. Wenn du ihn

aber singen kannst, bekommst du ihn auf

diese Weise aus deinem Kopf heraus. Und

darum geht es beim Blues.« sagt Bluesmusiker

Pinetop Perkins aus Mississippi. Wo der Mann

recht hat, hat er recht. Weil wir den Kopf frei

bekommen wollen, gehen wir heute auf das

Konzert des britischen Bluesrock-Gitarristen

ANSLEY LISTER, um laut mitzusingen

– ob wir das können oder nicht.

Beginn: 20:00 Uhr u www.meisenfrei.de

FR 15.11 l ALADIN

SCHANDMAUL ist eine deutschsprachige

Mittelalter-Folkrock-Band aus Gröbenzell bei

München. Mit »Artus« haben sie erneut einen

Megaseller veröffentlicht – ein Album, das ein

über die Jahre gewachsenes Können in Perfektion

verewigt – und live seine Fortsetzung auf der

großen »ARTUS - Tour 2019« findet.

20:00 Uhr u www.aladin-bremen.de

22./23.11 l ALTES PUMPWERK

Nachdem die ZOLLHAUSBOYSmit ihrem

hochgelobten Programm große Furore machten

und bis zu zehntausend Menschen begeisterten,

gibt es mit »Geht weiter« Teil zwei der

großen Tour – in Findorff mit zwei Terminen

am Freitag den 22.11. und am Samstag, den

23.11.2019 im »Alten Pumpwerk«.

20:00 Uhr u www.altespumpwerk.de

SA 07.12 l ALTES PUMPWERK

Seit der Gründung durch den Bremer

Schlagzeuger Wolf Grezesch pflegt das

Jazzquintett HANSESWINGPROJECT

die Erinnerung an die großen Namen aus

der Zeit der Blüte des Broadway und der

Hollywood-Musikfilme. Heute wird es mit

»Christmastime – Swingtime« garantiert

schwungvoll weihnachtlich.

20:00 Uhr u www.altespumpwerk.de

SA 23.11 l SCHLACHTHOF

Er war der Sänger von SPANDAU BALLET,

die als New-Romantic-Band große Hits in den

Achtzigerjahren hatten: TONY HADLEY veredelt

mit seiner Stimme nach wie vor große

Songs wie »Gold«, »True« und »Through the

Barricades«. Spandau Ballet gibt es lang nicht

mehr, Hadley aber trägt das Erbe solo weiter.

20:00 Uhr u www.schlachthof-bremen.de

DO 28.11 l GLOCKE

Alexander Bojcan ist laut Selbsteinschätzung

der »George Clooney der Comedy-Szene«.

Der gebürtige Berliner sagt in seiner beruflichen

Identität als KURT KRÖMER Sätze

für die Ewigkeit wie »Pistole ? ! Da wo ick herkomme,

aus Berlin-Neukölln, nennt man so

wat EC-Karte.« oder »Dass meine Frau und

ick noch mal glücklich werden, ist genau

so wahrscheinlich wie ein Waldbrand am

Hermannplatz,« und »Machste die Tür zu

oder biste in der U-Bahn geboren ?« Lustig ?

Lustig ! Der hemmungslose Alleinunterhalter

lässt es heute brachial humorig in der sonst

eher distinguierten »Glocke« bimmeln.

Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

u www.glocke.de

SO 29.12 l LAGERHAUS

Es gibt sie schon über 40 Jahre –und jedeR kann

sich jährlich erneut davon überzeugen, dass die

»Elder Statesmen« der »Neuen Deutschen Welle«

nach wie vor eine Intensität entwickeln, die

ihresgleichen sucht. EXTRABREIT sollte man

daher heute Abend keinesfalls verpassen.

19 Uhr u www.kulturzentrum-lagerhaus.de

IMPRESSUM

AUTOR/INN/EN

Nils Andresen, Janine Bittkau, Simeon Buß, Mike Gorden,

Kay Grimmich, Detlef Moller, Nicole Henze, Mathias Rätsch

© Nutzung durch Nachdruck oder digital, auch auszugsweise,

sind nur mit vorheriger Genehmigung gestattet. Sämtliche

Rechte der Vervielfältigung liegen beim Findorff Verlag.

Zuwiderhandlungen in Form von Urheberrechtsverletzungen

werden strafrechtlich verfolgt.

FOTOGRAFIE

Philipp von Ditfurth, vonditfurth.net, Matthias Hornung,

www.photocube.de, Martin Rospek, www.rospek.de,

Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de, Andreas Läsker,

www.facebook.com/andreas.laesker

ILLUSTRATION

Bettina Bexte, www.bettina-bexte.de

ART DIRECTION

Mathias Rätsch, www.raetsch.de

LEKTORAT

Leona Ilgner

BILDNACHWEIS

Titel/Seite 6: Philipp von Ditfurth, Seite 3: »Curtain« ©

Libracesp Libras, »Madonna«, Gellinger, Seite 12 © »Isa

Fischer« und Seite 16/36/46 © Kerstin Rolfes, Seite 17

»Weihnachtsmensch« © Klaus Hausmann, Seite 18: »Dr. Junkers«

© Martin Rospek, Seite 21: »Singlekulturklub« Matthias

Hornung, www.photocube.de, Seite 22: »Christmas &

more« © M3B GmbH, Oliver Sau, Seite 26: »Money Origami

Christmas tree« © Butenkov Aleskei, www.shutterstock.de,

Seite 28: »Arielle« © B. Strüßmann, www.VoiceOverPiano.

com, Seite 30: »Extrabreit« © Andreas Läsker, Seite 37:

»Sparkasse Bremen« © Pressefoto, Seite 38: »Dog-feces«

© Antranias, Seite 40: »Heiko Grein«, © Norbert Müller,

www.norbert-a-mueller.smugmug.com, Seite 41 »Maki« ©

milivanily, Seite 42: Everlast © Estevan-Oriol, Kunsthafen

© Pressefoto, Seite 44: Waterboys © Xavier Mercade, Godfathers

© Hartwig Komar, Schandmaul« © Robert

Eikelpoth, Mark Freier, Zollhausboys © Uwe Jöstingmeier,

Ansley Lister © Andy Hibbs, Tony Hadley © River Concerts,

Kurt Krömer © Chris Nolte-Kuhlmann HanseSwing

© Mareike Schneider, Extrabreit © Maria Erkeling,

Sonstige © Pressefotos

DRUCK

BerlinDruck GmbH + Co KG,

www.berlindruck.de, FSC ® -mixed

produziert. Es wurden Materialien

aus FSC-zertifizierten Wäldern

und/oder Recyclingmaterial sowie

Material aus kontrollierten

Quellen verwendet.

DRUCKAUFLAGE

10.000 Exemplare

ERSCHEINUNGSWEISE

Alle Erscheinungstermine 2019 auf www.findorff.info

DISTRIBUTION

Verteilung in Briefkästen von ausgesuchten Haushalten in

28215 Findorff sowie über Arztpraxen und 70 »Hotspots«

im Stadtteil. Infos unter www.findorff.info/das-magazin/

hotspots. Sie haben kein Exemplar erhalten ? Mailen Sie

uns Namen und Anschrift an kontakt@findorff.info

ANZEIGENBUCHUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Rätsch.

Online buchen ? www.findorff.info/anzeige-buchen.

Anzeigenschluss für die kommende Ausgabe Nr. 13, die

ab dem 29. Februar 2020 erscheint, ist der 15. Februar 2020.

Änderungen vorbehalten. Unser Dank gilt allen AnzeigenkundInnen

aus und um Findorff, ohne die diese Ausgabe

so nicht möglich gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

KOOPERATION

Der Findorff Verlag kooperiert mit der Stadtteilinitiative

»Leben in Findorff«. Wir betreuen für die Initiative ehrenamtlich

das Stadtteilportal www.findorffaktuell.de

MITGLIEDSCHAFT

Der Findorff Verlag ist Mitglied in der Handelskammer

Bremen. Infos unter www.handelskammer-bremen.de

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LESERBRIEFE

Wir freuen uns über Anregungen, konstruktive Kritik,

Ideen oder ganz einfach Ihre Meinung zu dieser Ausgabe

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®

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 44

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 45


q SIM SCHAUT VORAUS: WEIHNACHTEN IN FINDORFF 2040

» Last Christmas.«

Wo früher Schneeflocken grauen Asphalt mit weißem Puder schmückten,

Wo Kinder sich an Schneemann bau‘n & Schneeballschlacht beglückten,

Wo helles Licht in dunkler Nacht im Weiß noch reflektierte,

(Ist zugegeben lange her – als Opa noch marschierte !)

Da sieht man heut statt weißem Glück das gleiche graue Grauen,

Statt Schwarz der Nacht hängt Licht der Stadt in Wolken, die sich stauen,

Statt Schneeflockengestöbertraum monsunartiger Regen,

Man sieht Tornados leichte Frau‘n durch die Hemmstraße fegen,

Die Winter- und die Herbststraße sind gänzlich überflutet,

Panik herrscht; der Torfkanal tritt über seine Ufer

Das Windrad auf dem Schlachthofturm dreht sich wie Rotorblätter,

Niemand redet mehr im Spaß von »so ein büsschen Wetter«,

Man wünscht, man hätt‘ nicht jahrelang falschen Mammon verehrt,

– die Findorffstraße ist kaputt & immer noch gesperrt. –

Endlich lohn‘ sich SUVs – weil die im Sturm nicht fliegen.

Die andern Autos sieht man sich um Häuserecken biegen,

Vereinzelt weht ein e-Scooter durch hagelgrauen Sturmwind,

Es fliegen Dinge durch die Luft, die echt schlecht für Frisur‘n sind,

Dort ein Klavier, ein Regenschirm, dazwischen viele Scherben,

Wobei der Tod ein gnädiger ist, sollt man durch Schnitte sterben,

Zumindest wenn man ihn vergleicht, mit langem Dahinscheiden,

Durch Dürre, Sturm oder davon, dass die Ernten ausbleiben.

Dort wo Menschen früher nur zur Weihnachtszeit hinfanden,

Steh‘n heut vor der Kirchentür die Verzweifelten Schlange,

Denn insbesondere die, die »das Klima nicht so juckte«,

Wenden sich in Krisenzeit an simple Denkkonstrukte.

Und so hört man sie Gott bitten, das Klima »back zu wandeln«,

Doch wie immer flehen sie nur statt einfach selbst zu handeln.

(Wobei das auch in diesem Fall, der geneigte Geist errät es,

Grob geschätzt in etwa so drei Jahrzehnte zu spät wär)

Nur Wenige besinn‘ sich noch der alten Traditionen,

Wie denn auch, gibt ja kein’ Wald, um sich nen Baum zu holen.

Auch die Erinnerung an »Weihnachten« ist wohl völlig verschwommen,

Um »Vergebung« als Konzept zu sehen, hat man zu lang genommen.

Wo früher die Veganbar war, stehen heut vor heißen Platten,

Straßenkids und braten sich auf Stöcken dürre Ratten.

Mit Augen, die zwar heute leer, doch einst von Qual bedacht waren,

fragen sie uns: »Was tatet ihr, die noch die Wahl gehabt haben ?

Wie kommt’s, dass euer Schicksal uns so unerbittlich traf ?

Wie könnt ihr in den Spiegel sehen ? Wie findet ihr Nachts Schlaf ?«

Sie rufen: »Ihr seid zwar die Verbrecher, doch wir zahlen die Strafe !«

Dann kommt die Flut und spült die Kids zum Glück schnell von der Straße.

Text: Simeon Buß, www.simpanse.de, Foto: Kerstin Rolfes ▲

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