HolzKraft, Herbst 2019
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<strong>HolzKraft</strong><br />
Holzkraftwerke<br />
leicht erklärt<br />
Was sind Holzkraftwerke? Und<br />
wodurch unterscheiden sie<br />
sich?<br />
Holzkraftwerke verwenden den<br />
Rohstoff Holz zur Erzeugung von<br />
Wärme und elektrischer Energie.<br />
Lesen Sie außerdem was mit<br />
der entstandenen Wärme in den<br />
Kraftwerken passiert, wohin der<br />
Strom geht und welches Holz für<br />
die Erzeugung von grüner Energie<br />
verwendet wird.<br />
Unternehmensprofil<br />
AustroCel<br />
Wärme für eine<br />
Großstadt<br />
Bereits seit 2003 errichtet und<br />
betreibt Wien Energie Biomasse-Heizwerke.<br />
Pro Jahr werden<br />
im Biomassekraftwerk Wien<br />
Simmering rund 190.000 Tonnen<br />
Waldbiomasse umgesetzt. Damit<br />
spart das Kraftwerk jährlich<br />
rund 144.000 Tonnen CO2 ein.<br />
Welche Bedeutung die Holzenergie<br />
für die Energieversorgung<br />
einer Großstadt wie Wien hat,<br />
wie sich die Wärmeversorgung<br />
in Zukunft verändern wird, und<br />
welche Rolle dabei die Holzenergie<br />
spielt, lesen Sie im Interview<br />
mit Geschäftsführer Dipl. Ing. Karl<br />
Gruber.<br />
Inhalt<br />
Holzkraftwerke leicht erklärt<br />
......................................................... Seite 2<br />
Unternehmensprofil AustroCel<br />
......................................................... Seite 2<br />
Interview mit DI Karl Gruber,<br />
Geschäftsführer Wien Energie<br />
........................................................ Seite 3<br />
Das Team der IG Holzkraft<br />
........................................................ Seite 4<br />
Werden Sie Mitglied<br />
........................................................ Seite 4<br />
Ausblick<br />
........................................................ Seite 4<br />
Weiters möchten wir Ihnen das<br />
traditionsreiche Industrieunternehmen<br />
AustroCel in Hallein vorstellen.<br />
Das Unternehmen unter der Leitung<br />
von CEO Jörg Harbring produziert<br />
seit 2013 umweltfreundlichen,<br />
hochreinen Zellstoff für die<br />
Textilindustrie. Ökostrom, Fernwärme<br />
und Biogas werden in naher<br />
Zukunft durch die Erzeugung<br />
von Bio-Ethanol erweitert.<br />
Veranstaltungshinweis<br />
10. Internationale Anwenderkonferenz Biomassevergasung<br />
10. Dezember <strong>2019</strong>, MCI Management Center Innsbruck<br />
www.fee-ev.de<br />
6. Mitteleuropäische Biomassekonferenz CEBC 2020<br />
22. bis 24. Jänner 2020, Messe Graz<br />
www.cebc.at<br />
1
Holzkraftwerke leicht erklärt<br />
Was sind Holzkraftwerke?<br />
Holzkraftwerke verwenden den Rohstoff<br />
Holz zur Erzeugung von Wärme und<br />
elektrischer Energie. Da diese beiden<br />
Energieformen gleichzeitig produziert<br />
werden, sind Holzkraftwerke Kraft-<br />
Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen).<br />
Holzkraftwerke haben viele verschiedene<br />
Betreiber: regionale Energieversorger,<br />
Stadtwerke, Landesenergieversorger und<br />
Industrieunternehmen, die eigene Energie<br />
für ihre Produktionsprozesse erzeugen.<br />
Was passiert mit der Wärme?<br />
Holzkraftwerke versorgen Gemeinden und Industrie- und Gewerbegebiete mit Wärme. Diese Wärme<br />
wird in das örtliche Wärmenetz eingespeist. Von dort werden Betriebe und Haushalte direkt<br />
versorgt. In kleinen Gemeinden ist das Holzkraftwerk oft der einzige Wärmeerzeuger. In größeren<br />
Städten gibt es oft ein Fernwärmenetz, das aus verschiedenen Kraftwerken gespeist wird.<br />
Wohin geht der Strom?<br />
Der von den Holzkraftwerken produzierte Strom wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist.<br />
Holzkraftwerke können planbar das ganze Jahr über produzieren. Die erzeugte<br />
Strommenge ist ziemlich genau vorhersagbar. Dadurch leisten diese einen wichtigen<br />
Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze und zur Sicherung der Stromversorgung.<br />
Welches Holz wird verwendet?<br />
Holzkraftwerke nützen als Brennstoff hauptsächlich Reststoffe und Nebenprodukte<br />
der Forst- und Holzwirtschaft. Das sind zum Beispiel Rinde, Sägespäne, Astmaterial<br />
oder Schadholz, das für die stoffliche Nutzung nicht mehr geeignet ist.<br />
AUSTROCEL HALLEIN GMBH - Wir machen mehr aus Holz<br />
AustroCel Hallein ist einer der traditionsreichsten Industriebetriebe in<br />
Österreich. Seit mehr als 125 Jahren wird in Hallein Zellstoff hergestellt<br />
– eine lange Geschichte, die von Wandel und Innovation geprägt ist.<br />
Stand früher der Bereich Papier im Fokus, ist AustroCel Hallein seit 2013<br />
auf umweltfreundlichen, hochreinen Zellstoff für die Textilindustrie<br />
spezialisiert. Bio-Energie in Form von Grünstrom, Fernwärme und Bio-<br />
Gas ist ein weiteres wichtiges Standbein des Unternehmens, welches<br />
in naher Zukunft durch die Erzeugung von Bio-Ethanol erweitert wird.<br />
Bei der Zellstofferzeugung bildet sich Holzzucker. Wenn dieser fermentiert<br />
und destilliert wird, entsteht Bio-Ethanol der zweiten Generation<br />
– ein Treibstoff, der nicht aus potenziellen Nahrungs-<br />
oder Futtermitteln erzeugt wird. Bio-Ethanol<br />
dient als Ersatz für fossile Treibstoffe und<br />
wird dem Benzin zugemischt. So kann AustroCel<br />
Hallein in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Verringerung<br />
der fossilen CO 2 -Emissionen leisten und 1%<br />
des österreichischen Benzinverbrauchs ersetzen.<br />
©AustroCel; Geschäftsführer<br />
CEO Jörg Harbring<br />
Für das Unternehmen haben Umweltschutz, Energieeffizienz<br />
und Nachhaltigkeit oberste Priorität.<br />
©AustroCel; Werk in Hallein<br />
2
In den vergangenen Jahren wurden viele Millionen Euro investiert, um Luft, Boden<br />
und Wasser sauber zu halten und die Ressourcen zu schonen. Das Unternehmen<br />
investiert kontinuierlich in Ressourceneffizienz und arbeitet intensiv an Innovationen.<br />
Ziel ist es, den wertvollen Rohstoff Holz bis zur letzten Faser optimal zu nutzen.<br />
Wärme für eine Großstadt - Interview mit DI Karl Gruber<br />
<strong>HolzKraft</strong>: Können Sie uns ein paar Eckdaten zur Holzenergienutzung bei der Wien Energie<br />
nennen?<br />
Karl Gruber: Bereits seit 2003 errichtet und betreibt Wien Energie Biomasse-Heizwerke.<br />
Im Schnitt der letzten Jahre wurden im Biomassekraftwerk<br />
in Wien Simmering pro Jahr rund 190.000 Tonnen Waldbiomasse<br />
umgesetzt. Das Kraftwerk spart jährlich rund 144.000 Tonnen<br />
CO2. Möglich macht das der Einsatz einer wirkungsvollen Kraft-Wärme-Kopplung.<br />
Durch diese Technik werden gleichzeitig Strom und<br />
Wärme erzeugt und der Brennstoff Holz wird bestmöglich genutzt.<br />
©Wien Energie; Geschäftsführer<br />
Dipl. Ing. Karl Gruber<br />
<strong>HolzKraft</strong>: Welche Bedeutung hat die Holzenergie für die Energieversorgung<br />
einer Großstadt wie Wien?<br />
Karl Gruber: Das Biomassekraftwerk in Wien Simmering versorgt<br />
rund 48.000 Wiener Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte<br />
mit Fernwärme. Besonders wichtig dabei ist, dass die Strom- und Wärmeerzeugung<br />
jederzeit zur Verfügung steht, das heißt im Gegensatz zu Wind und Sonne auch<br />
in windstillen Winternächten, wenn die Energie besonders dringend gebraucht wird.<br />
<strong>HolzKraft</strong>: Wie wird sich die Wärmeversorgung in Wien in Zukunft verändern und welche Rolle<br />
kann die Holzenergie dabei spielen?<br />
Karl Gruber: Die Fernwärmeversorgung der Stadt Wien wird sukzessive dekarbonisiert.<br />
Seit letztem Jahr haben wir die größte Wärmepumpe Mitteleuropas in Betrieb<br />
und im Bereich der Geothermie untersuchen wir gerade die vielversprechenden geologischen<br />
Gegebenheiten im Wiener Becken. Eine wichtige Rolle spielt auch die Wärmeauskopplung<br />
aus der größten Biomasseanlage Österreichs in Wien Simmering.<br />
<strong>HolzKraft</strong>: Wie wird der Energiemix im Jahr 2030 in Wien Ihrer Ansicht nach aussehen?<br />
Karl Gruber: Die Mission2030 der Bundesregierung<br />
legt fest, dass die Stromerzeugung im 2030<br />
über den Jahresschnitt weitestgehend erneuerbar<br />
sein soll. Die Wien Energie leistet als größter<br />
Photovoltaikerzeuger Österreichs bereits heute<br />
einen wesentlichen Beitrag zu diesem Ziel und<br />
bis 2030 werden wir auch weiter massiv in den<br />
Ausbau von PV, Wind und Wasser investieren.<br />
Klar ist aber auch, dass die Versorgungssicherheit<br />
Österreichs in den Wintermonaten mittelfristig<br />
nur mit dem Einsatz der hocheffizienten<br />
©Wien Energie<br />
Gaskraftwerke von Wien Energie gewährleistet werden kann. Langfristig können diese Kraftwerke<br />
aber natürlich auch mit grünem Gas (Biogas, synthetisches Gas oder Wasserstoff) betrieben<br />
werden und das treiben wir derzeit mit großangelegten Forschungsprojekten voran.<br />
Im Fernwärmebereich ist es das erklärte Ziel der Wien Energie bis 2030 den Anteil erneuerbarer<br />
Energie auf 40% zu steigern. Dieser erneuerbare Anteil besteht aus dem biogenen Teil der<br />
Müllverbrennung, fester Biomasse, Wärmepumpen, Geothermie, E-Heizern und Solarthermie.<br />
3
Das Team der IG Holzkraft<br />
Die IG Holzkraft ist die Interessensvertretung der<br />
Betreiber von Holzkraftwerken. Unser Ziel ist es,<br />
die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen<br />
von Holzkraftwerken zu wahren und zu<br />
verbessern. Dadurch sichern wir den Fortbestand<br />
der bestehenden Holzkraftwerke.<br />
Wir erreichen unsere Ziele durch Interessensvertretung,<br />
Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation mit<br />
nationalen und internationalen Organisationen.<br />
Zusätzlich unterstützen wir Forschungs- und Entwicklungsprojekte.<br />
Das motivierte Team der IG Holzkraft besteht aus<br />
Nadine Rauscher, Hans-Christian Kirchmeier, Eva<br />
Höllbacher, Christoph Mizelli und Doris Paukner (im<br />
Bild v.l.n.r.).<br />
Werden Sie Mitglied!<br />
Mitglied in der IG Holzkraft werden ist nicht schwer.<br />
Wir haben es uns zum Ziel gemacht, die österreichischen<br />
Holzkraftwerke auf ihrem Weg in eine sichere<br />
Zukunft zu begleiten.<br />
Ausblick auf die nächste Ausgabe<br />
Die nächste Ausgabe der „<strong>HolzKraft</strong>“ erscheint im<br />
Frühjahr 2020.<br />
Egal ob Holzkraftwerkbetreiber, Kesselhersteller,<br />
Forstbetrieb oder interessiertes Unternehmen, eine<br />
Mitgliedschaft in der freiwilligen und unabhängigen<br />
Interessensvertretung steht allen offen.<br />
Nähere Informationen und den Mitgliedsantrag finden<br />
Sie unter www.ig-holzkraft.at<br />
Impressum<br />
Herausgeber: IG Holzkraft - Ökostrom aus fester Biomasse, Graben 19/5, 1010 Wien;<br />
Kontakt: Tel.: +43 1 93087-3127, Mail: office@ig-holzkraft.at; Gendering: Sämtliche<br />
personenbezogenen Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.<br />
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