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Magazine Wallis Winter 2019

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AUSGABE 10 1. NOVEMBER <strong>2019</strong><br />

WALLIS<br />

INS HERZ GEMEISSELT<br />

Das Leben der Gletscher Morands<br />

Fruchtschätze Im Naturmuseum Freeski<br />

mit Samuel Anthamatten Reto und seine<br />

Rentiere <strong>Winter</strong>-Specials


Schauen, staunen,<br />

schätzen!<br />

Schauen Sie hin, wie wunderschön die Natur ist: Die Berge,<br />

Gletscher und Seen, die Täler, Wälder und all die Tier- und<br />

Pflanzenarten. Schätzen wir ihre Vielfalt und ihre Herausforderungen.<br />

So schärfen wir unser Bewusstsein dafür, welche<br />

Einflüsse wir Menschen auf die Natur haben, und können alles<br />

daransetzen, sie intakt zu halten.<br />

Der Fotograf David Carlier hält in seiner Fotoreihe «Giants<br />

in Motion» die Schönheit der Alpengletscher fest, mit dem<br />

Appell hinzuschauen, solange sie noch da sind. Der Free skier<br />

Samuel Anthamatten teilt Carliers Leidenschaft für die<br />

<strong>Wallis</strong>er Bergwelt. Mit grossem Respekt der Natur gegenüber<br />

erklimmt er die Bergflanken und gleitet anschliessend auf<br />

seinen Ski runter. Das Bewusstsein, dass im Zweifelsfall die<br />

Natur stärker ist, hilft Risiken einzustufen. Hier setzen die <strong>Wallis</strong>er<br />

Start-ups an, die mit neuen Technologien Lawinenschutz<br />

und -rettung revolutionieren.<br />

Die Natur ist überaus gut zu uns. Sie beschenkt uns mit<br />

Früchten, aus denen das 130-jährige Traditionsunternehmen<br />

Morand edelste Destillate und Sirupe produziert. Und das<br />

Kochtalent des Belgiers Bert De Rycker gedeiht auf dem <strong>Wallis</strong>er<br />

Boden bestens. Diese zehnte Ausgabe des Magazins<br />

<strong>Wallis</strong> ehrt unsere Bergwelt und die Schönheit der Natur.<br />

Lassen Sie Ihre Lust wecken, hinzugehen, zu schauen, staunen<br />

und schätzen zu lernen. Ich wünsche Ihnen eine spannende<br />

Lektüre und unvergessliche <strong>Winter</strong>erlebnisse.<br />

Damian Constantin, Direktor Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion<br />

Haben Sie eine besonders<br />

schöne Erinnerung an den<br />

<strong>Winter</strong> im <strong>Wallis</strong>? Teilen Sie<br />

diese auf Instagram mit<br />

dem Hashtag<br />

#Mein<strong>Winter</strong>Im<strong>Wallis</strong><br />

EDITO<br />

impressum<br />

Titel David Carlier<br />

«<strong>Wallis</strong>» erscheint als Beilage<br />

der Schweizer Illustrierten am 1. November <strong>2019</strong><br />

Redaktion | «<strong>Wallis</strong>», Schweizer Illustrierte,<br />

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,<br />

Tel. 058 269 26 26, Fax 058 269 26 40,<br />

info@schweizer-illustrierte.ch Leitung <strong>Wallis</strong> |<br />

Urs Heller Leiter Publikumszeitschriften |<br />

Stefan Regez Redaktionsleitung | Monique Ryser<br />

Bildchefin | Nicole Spiess Textchef | Jan Morgenthaler<br />

Layout / Produktion | Simona Guarino<br />

Mitar beiter dieser Ausgabe | Manuela Lavanchy,<br />

Thomas Renggli Fotografie | David Carlier,<br />

Pascal Gertschen, Sedrik Nemeth, Janine und<br />

Dan Patitucci, Christian Pfammatter, Marco<br />

Schnyder Bildredaktion | Fabienne Hubler, Melanie<br />

Barton, Regula Revellado Design konzept | Beling<br />

Thoenen Design Korrektorat | Barbara Siegrist<br />

Bildbearbeitung | Ringier Redaktions-Services<br />

Leiter Content- & Marketing-Partnerschaften |<br />

Thomas Passen Vermarktung | Admeira SA,<br />

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich, Tel.<br />

+41 58 909 99 62, E-Mail: salesservices@admeira.ch<br />

Anzeigenpreise und AGB | www.admeira.ch<br />

Chief Executive Officer | Bertrand Jungo CCO &<br />

Managing Director Print & Digital | Frank Zelger<br />

Business Unit Director RASCH | Beniamino<br />

Esposito Media Service Print | Esther Staub<br />

Verlag | Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,<br />

Tel. 058 269 20 00 Produk tionsleiter | Nico Kutsomanolakis<br />

Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen<br />

3


30 46<br />

Im Naturmuseum<br />

<strong>Wallis</strong> zeigt eine<br />

Ausstellung, wie der<br />

Mensch die Natur<br />

verändert.<br />

Die Distillerie<br />

Morand ist 130-jährig<br />

und hat das<br />

<strong>Wallis</strong> auch landwirtschaftlich<br />

geprägt.<br />

INHALT<br />

64<br />

36<br />

Bert De Rycker<br />

vom «Le Rawyl»<br />

verbindet schon mal<br />

Wildschwein mit<br />

Schokolade.<br />

Die Schönheit der<br />

Gletscher: Fotograf<br />

David Carlier und<br />

sein Projekt «Giants<br />

in Motion».<br />

6<br />

FOTOWETTBEWERB<br />

#Mein<strong>Winter</strong>Im<strong>Wallis</strong><br />

Das Gewinnerbild des Wettbewerbs.<br />

12<br />

FREESKI<br />

Samuel Anthamatten<br />

Glücksgefühle in der wilden Natur:<br />

unterwegs mit einem der besten<br />

Freeskiern der Welt in seiner Heimat.<br />

18<br />

BERGGIPFEL<br />

Verkannte Schönheiten<br />

Eine Auswahl an Bergen, die es nicht<br />

auf Plakate schaffen. Zu Unrecht. Wir<br />

nennen die besten Aussichtspunkte.<br />

22<br />

BIER<br />

Die Klosterherren wagen Neues<br />

Das Kloster Saint-Maurice hat<br />

neu auch eine Brauerei.<br />

24<br />

HOTELS<br />

Lust auf Cocooning?<br />

In diesen Hotes können Sie einchecken<br />

und einfach mal runterfahren.<br />

30<br />

NATURMUSEUM<br />

Das Anthropozän<br />

Das Naturmuseum <strong>Wallis</strong> hat sich mit<br />

einer bemerkenswerten Ausstellung<br />

einen Namen gemacht.<br />

4<br />

34<br />

ENERGIEINSELN<br />

Stausee wird doppelt genutzt<br />

Romande Energie hat auf dem Lac des<br />

Toules Photovoltaikanlagen installiert.<br />

36<br />

GIANTSINMOTION<br />

Die Gletscher schauen …<br />

… solange sie noch da sind. David<br />

Carliers eindrückliche Bilder.<br />

46<br />

MORAND<br />

Innovative Brennmeister<br />

Die Distillerie Morand ist 130 Jahre<br />

alt, hat Geschichte geschrieben und<br />

erfindet sich immer wieder neu.


10<br />

Inhalt<br />

18 12<br />

Verkannte Berggipfel:<br />

Beispiele von<br />

faszinierenden<br />

Bergen, die man<br />

sonst übersieht.<br />

Samuel Anthamatten<br />

nutzt jede freie<br />

Minute, um den<br />

Schnee zu geniessen.<br />

52<br />

SBBCONTACTCENTER<br />

Hier wird Ihnen geholfen<br />

Wer Kontakt zu den SBB sucht,<br />

landet in Brig.<br />

54<br />

RENTIERE<br />

Das würde man nicht erwarten<br />

In Herbriggen grasen in einem grossen<br />

Gehege Rentiere. Reto Summermatter<br />

hat sie ins <strong>Wallis</strong> gebracht.<br />

58<br />

LAWINEN<br />

Aus der Not eine Tugend gemacht<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist führend im<br />

Umgang mit Lawinen.<br />

63<br />

UNTERNEHMEN<br />

News aus der Wirtschaft<br />

Teamwork, Schneeräumung und<br />

Jungunternehmertum.<br />

64<br />

KOCHEN<br />

Der wilde Belgier<br />

Bert De Rycker hatte Erfolg, als er<br />

begann, sein Ding durchzuziehen.<br />

71<br />

ÖFFENTLICHERVERKEHR<br />

Schneller und bequemer<br />

Mit ÖV-Hubs in Fiesch und Le Châble<br />

noch schneller am Ziel.<br />

5<br />

72<br />

WINTER-SPECIALS<br />

Schneegestöber …<br />

Gaumenfreuden und Familienglück:<br />

attraktive Angebote für Sportliche,<br />

Geniesser und Familien.<br />

80<br />

EVENTS<br />

Attraktionen der Superlative<br />

Skiweltcup, Musik, der härteste Lauf<br />

und die wildesten Sprünge.<br />

82<br />

AGENDA<br />

Immer was los<br />

Das <strong>Wallis</strong> bietet die ganze Saison<br />

attraktive Veranstaltungen.


STERNE<br />

#Mein<strong>Winter</strong>Im<strong>Wallis</strong><br />

Dario Andenmatten ist der Gewinner des Fotowettbewerbs.<br />

Jetzt sind Sie dran: Posten Sie Ihre <strong>Wallis</strong>-Bilder!<br />

Wettbewerb | Das Schloss Valeria in<br />

Sion vor dem Haut de Cry in mystischem<br />

Licht. «Es war ein Abend im Januar, und<br />

die Sonne stand schon ziemlich flach»,<br />

erinnert sich Dario Andenmatten. Der<br />

30-jährige <strong>Wallis</strong>er, der in Zürich in der<br />

Arzneimittelzulassung arbeitet, fotografiert<br />

mit Leidenschaft und viel Können.<br />

Mit Vorliebe im <strong>Wallis</strong>, kommt er doch aus<br />

Susten und verbringt viel Zeit im Heimatkanton<br />

– zum Snowboarden, Wandern,<br />

Klettern oder einfach, um in der Na tur<br />

zu sein. «Und da gibt es keinen schöneren<br />

Ort als das <strong>Wallis</strong>.» Seine Bilder veröffentlicht<br />

Dario Andenmatten auf Instagram<br />

und wurde so als Gewinner des<br />

Wettbewerbs #Mein<strong>Winter</strong> Im<strong>Wallis</strong> ausgewählt.<br />

Treten auch Sie der <strong>Wallis</strong>-<br />

Community bei, und posten Sie Ihre<br />

<strong>Wallis</strong>-<strong>Winter</strong>bilder mit dem Hashtag<br />

#Mein<strong>Winter</strong>Im<strong>Wallis</strong>. Damit nehmen<br />

Sie auto matisch am Fotowettbewerb teil<br />

(Pflicht ist ein öffentliches Instagram-<br />

Profil). Zu gewinnen gibt es: eine Veröffentlichung<br />

im WALLIS-Magazin und einen<br />

unvergesslichen Aufenthalt im <strong>Wallis</strong>.<br />

www.wallis.ch/Mein<strong>Winter</strong>Im<strong>Wallis</strong><br />

Fotos Dario Andenmatten, Pascal Gertschen, iStockphoto, HO<br />

6


Gewinnen<br />

im Advent<br />

Salgesch wurde für seine<br />

Weinerlebnisse ausgezeichnet.<br />

Bester<br />

Oenotourismus<br />

Sion | Was wäre der Monat Dezember<br />

ohne Adventskalender? Valais/<strong>Wallis</strong><br />

Promotion hält 24 Überraschungen für<br />

Sie bereit. Und es hat für jeden Geschmack<br />

etwas dabei. Lokale Produkte,<br />

unvergessliche Aufenthalte, <strong>Wallis</strong>er Accessoires<br />

oder Events – die Geschenke<br />

lassen Träume wahr werden! Entdecken<br />

Sie Tag für Tag auf der Gewinner-Webseite<br />

www.wallis.ch/adventskalender die<br />

Auswahl an Geschenken, die von den<br />

traditionellen Weihnachtsfesten nicht<br />

mehr wegzudenken sind. Viel Glück und<br />

frohe Festtage!<br />

www.wallis.ch/adventskalender<br />

«Aletsch Negative» heisst<br />

das Projekt der <strong>Wallis</strong>er Künstlerin<br />

Laurence Bonvin.<br />

Schönheit,<br />

die aufrüttelt<br />

Salgesch | Der Gewinner des Schweizer<br />

Weintourismuspreises <strong>2019</strong> ist das Weintouristische<br />

Erlebnis in Salgesch. Das<br />

Dorf Salgesch und seine Rebbetriebe<br />

haben ein vielfältiges Angebot, um alles<br />

über den Weinbau zu erfahren. Wine &<br />

Bike, eine Wanderung mit dem Winzer,<br />

die Salgescher Weintrophy für Gruppen,<br />

Wine & Sherpa mit einem Vortrag von<br />

Patrick Z’Brun, Winzer und Besteiger des<br />

Mount Everest, Entdeckung des Weinpfads<br />

mit Geocaching – in Salgesch finden<br />

alle etwas, was ihnen den Weinbau<br />

näherbringt und Freude macht. Weitere<br />

<strong>Wallis</strong>er Gewinner in verschiedenen<br />

Kategorien sind das Castel de Daval in<br />

Sierre, Bouche à Oreille, eine Verbindung<br />

von Wanderung in den Weinbergen<br />

mit literarischen Texten, und die<br />

Sion & Wine Tour. Einen Ehrenpreis erhielt<br />

das Schloss Villa in Sierre: Der in<br />

den Sechzigerjahren eröffnete Betrieb<br />

gilt als Pionier des Weintourismus. Im<br />

aussergewöhnlichen Gebäude befinden<br />

sich eine Vinothek sowie ein Restaurant,<br />

das für seine Vergleichsverkostung verschiedener<br />

Raclettekäse berühmt ist.<br />

www.salgesch.ch<br />

Im Adventskalender sind viele<br />

tolle Geschenke versteckt.<br />

Jeden Tag<br />

gibt es etwas<br />

zu gewinnen –<br />

mitmachen!<br />

7<br />

Martigny | Das Kalte wirkt warm, der<br />

Schnee ist schwarz, das Eis ist rot – so<br />

sieht der Aletschgletscher auf den Fotos<br />

der Serie «Aletsch Negative <strong>2019</strong>»<br />

von Laurence Bonvin aus. Die <strong>Wallis</strong>er<br />

Künstlerin, die 2002 und 2006 den Swiss<br />

Art Award gewonnen hat, verbrachte auf<br />

Einladung von Séverin Guelpa zusammen<br />

mit anderen Künstlern zwei Wochen<br />

in der Konkordiahütte auf dem<br />

Aletschgletscher. Daraus entwickelte sie<br />

eine Serie Bilder, die den Gletscher in<br />

seiner fast heiligen Schönheit zeigen,<br />

seinen Wert betonen und die Transformation<br />

des grössten Eisstroms Europas<br />

herausarbeiten. Die Künstlerin wollte<br />

keine übertriebene Ästhetik schaffen,<br />

sondern versuchen, die Entwicklung zu<br />

verlangsamen, die dazu führt, dass der<br />

Gletscher durch die Klimaerwärmung<br />

abschmilzt und verschwindet. Die<br />

52-Jährige stellt die Bilder im Rahmen<br />

der Ausstellung «Moving Still» in der Galerie<br />

Le Manoir in Martigny aus. Es ist die<br />

erste grosse Werkschau in der Schweiz,<br />

und sie umfasst auch Bilder aus Projekten<br />

aus aller Welt.<br />

www.manoir-martigny.ch


Crowdfunding<br />

für Dorfhotel<br />

STERNE<br />

Grengiols | Ein Hotel mitten im historischen<br />

Dorfkern von Grengiols: Das ist das<br />

Ziel der Crowdfunding-Aktion Poort-a-<br />

Poort. Damit soll das Dorf lebendig bleiben<br />

und Gästen Erholung in familiärem<br />

Rahmen ermöglichen. Die finanzielle Unterstützung<br />

des Landschaftsparks Binntal<br />

machte es möglich, Abklärungen für<br />

ein mögliches Dorfhotel in Grengiols voranzutreiben.<br />

Ziel ist, zwei leer stehende<br />

Gebäude im Dorfzentrum in ein Dorfhotel<br />

mit insgesamt sieben Zimmern<br />

und einem Restaurant umzuwandeln. So<br />

bliebe das Dorf für Einheimische und<br />

Gäste attraktiv. Mit dem Betrieb des<br />

Dorfhotels würden auch zusätzliche Arbeitsplätze<br />

geschaffen und lokale Wertschöpfung<br />

generiert. Unterstützer sind<br />

viele Bewohner und Fans von Grengiols<br />

ebenso wie die Gemeinde sowie der<br />

Landschaftspark Binntal. Der Umbau ist<br />

für 2020 geplant, sofern die gesamte Investition<br />

von rund zwei Millionen Franken<br />

sichergestellt ist. Sollte die Gesamtfinanzierung<br />

bis am 30. Juni 2020 nicht<br />

zustande kommen, werden alle Unterstützer<br />

ihre Spende zurückerhalten.<br />

www.poortapoort.ch<br />

Mit der Crowdfunding-<br />

Aktion soll in Grengiols<br />

ein Hotel entstehen.<br />

Raphaël Garcia,<br />

CEO von Provins (M.),<br />

eröffnete mit Damian<br />

Constantin (l.) und<br />

Christian Constantin<br />

den Store.<br />

Provins starker<br />

Auftritt in Zürich<br />

Der grösste Schweizer Weinhersteller eröffnete<br />

einen Concept Store.<br />

Sion / Zürich | «Wir wollen die <strong>Wallis</strong>er<br />

Apéro-Kultur nach Zürich bringen», sagt<br />

Raphaël Garcia, CEO des grössten<br />

Schweizer Weinherstellers Provins. Deshalb<br />

hat Provins an der Europaallee einen<br />

Concept Store mit Vinothek eröffnet.<br />

Natürlich steht das riesige Weinangebot<br />

im Mittelpunkt, den Provins-<br />

Premiumwein Electus gibt es freundlicherweise<br />

auch glasweise. Aber es gibt<br />

auch alles andere, das im <strong>Wallis</strong> gut ist:<br />

Würste, Trockenfleisch IGP, Alpkäse<br />

(«pur brébis», «pur chèvre»), Früchte,<br />

<strong>Wallis</strong>er Roggenbrot AOP, Abricotine<br />

AOP. In der Küche bereitet der Chef<br />

kleine Gerichte zu. Ein Apéro-Kit kann<br />

man im Provins-Shop abholen. Die Weinbar<br />

und Vinothek ist von Montag bis<br />

Samstag von 10 bis 24 Uhr geöffnet, der<br />

Shop von Montag bis Freitag von 10 bis<br />

19 Uhr und am Samstag von 10 bis 18 Uhr.<br />

www.provins.ch<br />

Fotos HO, Ellin Anderegg (3), Jean Philippe Dubuis, Sedrik Nemeth (2)<br />

8


Sieben<br />

Goldmedaillen<br />

«Lemme» ist Skulptur und<br />

Ausstellungsraum in einem.<br />

Kultur und<br />

Geschichte<br />

Terroir | Sieben <strong>Wallis</strong>er Produzenten<br />

haben am Schweizer Wettbewerb der<br />

Regionalprodukte Goldmedaillen erhalten.<br />

Die goldenen Produkte sind: der<br />

Kräuterspeck der Metzgerei Saint-Bernard<br />

in Orsière, der Trockenspeck IGP<br />

der Metzgerei Eggs in Reckingen, der<br />

Rohschinken IGP des Boucher du Coin<br />

in Bramois, der Raclette du Valais AOP<br />

der Käserei Turtmann, das Roggenbrot<br />

AOP der Bäckerei Zenhäusern, die Williamsbirnen-Konfitüre<br />

des Kiosque in<br />

Bovernier und der Gin Ginsky von Alex<br />

Delaloye in Ardon.<br />

www.concours-terroir.ch<br />

<strong>Winter</strong>shome: Grosserfolg mit dem<br />

Album «Around you I found you».<br />

<strong>Wallis</strong>er<br />

Musik-Export<br />

Sion | Les Arsenaux in Sion sind ein lebendiger<br />

und dynamischer Ort und auf<br />

kantonaler wie auf kommunaler Ebene<br />

ein Zentrum für Kultur, Wissenschaft<br />

und Kulturerbe und beherbergen unter<br />

anderem die Mediathek. Nach fast zwanzig<br />

Jahren Umbauarbeiten an den ehemaligen<br />

Zeughäusern ist nun der letzte<br />

Teil fertig geworden: Das Staatsarchiv<br />

<strong>Wallis</strong> konnte sein neues Magazin einweihen.<br />

Das Magazin, das sich am Standort<br />

der ältesten menschlichen Siedlung<br />

in Sitten befindet, ist schweizweit das<br />

erste, das gemäss den Normen für nachhaltige<br />

Entwicklung erbaut wurde. Es<br />

verfügt über etwas mehr als 32 Laufkilometer<br />

mobile Regale und Planschränke,<br />

die über tausend Jahre der <strong>Wallis</strong>er<br />

Geschichte dokumentieren. Die Kunstinstallation<br />

«Lemme» als Teil der Arsenaux<br />

stammt von dem in Sitten geborenen<br />

Pierre Vadi. «Lemme» ist eine<br />

Skulptur, eine Konstruktion und ein Ausstellungsraum<br />

in einem. Es handelt sich<br />

um einen Betonkörper, in dem verschiedene<br />

Räume mit Vitrinen eingelassen<br />

sind, um Kunst zu präsentieren.<br />

www.lesarsenaux.ch<br />

<strong>Wallis</strong>er Spezialitäten gehören zu<br />

den besten in der Schweiz.<br />

Die Produkte<br />

des Terroirs<br />

sind Spitzenklasse<br />

9<br />

Sion / Bern | Gleich fünf erfolgreiche<br />

<strong>Wallis</strong>er Musikgruppen nehmen am<br />

Swiss Live Talents Music Marathon vom<br />

15. und 16. November <strong>2019</strong> in Bern teil.<br />

<strong>Winter</strong>shome, Them Fleurs, Sam Gruber,<br />

The Last Moan und Tanya Barany gehören<br />

zu den Liveacts. Der Swiss Live<br />

Talents Music Marathon ist ein ausserordentlicher<br />

Event, der die nationale Live-<br />

Szene in den Vordergrund stellt und<br />

zum Treffpunkt für Publikum und Profis<br />

macht. Das <strong>Wallis</strong> ist dank dem Engagement<br />

von Kultur <strong>Wallis</strong> und Valais/<strong>Wallis</strong><br />

Promotion Ehrengast. Aber auch das<br />

Palp Festival, Provins, die Distillerie<br />

Morand, Les Fruits de Martigny SA,<br />

die Fruits et Légumes du Valais und der<br />

Foodtruck Le Rodeur tragen zum Auftritt<br />

mit einem <strong>Wallis</strong>-Dorf bei. Der alle<br />

zwei Jahre stattfindende Event hat 2017<br />

bereits erste Preise in den jeweiligen Kategorien<br />

für die <strong>Wallis</strong>er The Last Moan<br />

und KT Gorique vergeben. <strong>Winter</strong>shome,<br />

die Band aus Zermatt, machten letztes<br />

Jahr mit ihrem Debütalbum Furore, mit<br />

dem sie es gleich auf den siebten Platz<br />

der Charts schafften.<br />

www.muma.swisslivetalents.ch


Justin Marquis produziert<br />

seine «Just1»-Ski<br />

vollständig von Hand.<br />

Zauberwelten<br />

aus Eis<br />

Aus der Not<br />

entstanden<br />

Grotten | Sie sind von den Naturgewalten<br />

geschaffen. Sie glänzen wie Skulpturen<br />

aus Kristall und Edelstein: die Eisgrotten<br />

von Zermatt, Saas-Fee und Zinal.<br />

An kaum einem Ort kommt man der mystischen<br />

Ausstrahlung und der märchenhaften<br />

Faszination des Gletschereises<br />

so nahe: Es ist wie ein Ausflug in längst<br />

vergangene Zeiten. Geheimnisvolle Labyrinthe,<br />

verschlungene Gänge, prächtige<br />

Kuppeln. Jeder Augenschein in den<br />

Gletschergrotten ist eine exklusive<br />

Momentaufnahme. Schon ein paar Tage<br />

später kann alles ganz anders aussehen.<br />

www.wallis.ch<br />

Claude Guanziroli gilt als ältester<br />

Skilehrer des <strong>Wallis</strong>.<br />

Ein <strong>Wallis</strong>er<br />

Monument<br />

STERNE<br />

Reppaz | Jedes Paar Ski ist ein Unikat –<br />

mit Detailliebe und in stundenlanger<br />

Handarbeit gefertigt. Wer mit «Just1»<br />

von Justin Marquis auf den Schnee tritt,<br />

weiss, dass er echte Schweizer Qualität<br />

an den Füssen trägt. Marquis, ein profilierter<br />

Bergführer und erfahrener Tourengänger,<br />

wurde von seinem Vater zur<br />

Skiproduktion inspiriert: «Er sagte mir,<br />

dass meine Ski zu altmodisch für die<br />

Bergführerprüfung seien.» Weil das Geld<br />

für modernen Ersatz fehlte, machte Marquis<br />

aus der Not eine Tugend. In seiner<br />

Garage griff er zu Hobel und Feile und<br />

fertigte in über 200 Stunden sein erstes<br />

Paar Ski. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte.<br />

Im kleinen <strong>Wallis</strong>er Weiler<br />

Reppaz in der Gemeinde Orsière entstand<br />

eine der exklusivsten Skiproduktionen<br />

der Welt. Marquis tüftelt, pröbelt,<br />

verbessert seine Technik stetig. Er setzt<br />

auf Mund-zu-Mund-Propaganda, produziert<br />

vor allem für Familie, Kollegen und<br />

Bergführer. Bezüglich des Namens seines<br />

Produkts schafft er Missverständnisse<br />

aus der Welt: «Auch wenn sie ‹Just1› heissen,<br />

erhalten Sie ganz sicher zwei Ski.»<br />

justunski@bluewin.ch<br />

Das Eis baut ganze Paläste –<br />

in Zermatt, Saas-Fee und Zinal.<br />

Jeder Augenblick<br />

ist einmalig,<br />

die Grotten<br />

verändern sich<br />

ständig<br />

Verbier | Er ist der Urvater des stilvollen<br />

Parallelschwungs, der Vorfahrer von<br />

Generationen von <strong>Winter</strong>sportlern. Als<br />

der gebürtige Genfer Claude Guanziroli<br />

1954 seine ersten Lektionen als Skilehrer<br />

gab, war Dwight Eisenhower Präsident<br />

der USA, der Autorennfahrer Juan Manuel<br />

Fangio gewann den Grossen Preis<br />

der Schweiz, und Deutschland schuf das<br />

«Wunder von Bern». Und auf den Skipisten<br />

ging alles gemächlicher zu und her.<br />

«Das Material setzte Tempo und Technik<br />

natürliche Grenzen», erinnert sich Guanziroli.<br />

Heute gilt der 84-Jäh rige als ältester<br />

Skilehrer des <strong>Wallis</strong> und besticht noch<br />

immer durch Eleganz und Geschmei digkeit.<br />

Die Zeiten aber haben sich geändert:<br />

«Heute fahren die Leute schneller und<br />

waghalsiger.» Dank der Carving-Technik<br />

sei Skifahren einfacher geworden, aber<br />

auch gefährlicher. Guan ziroli liebt seinen<br />

Beruf. Doch für potenzielle Kunden hat<br />

er schlechte Nachrichten: «Ich habe nur<br />

noch einen Schüler – einen alten Freund<br />

aus dem Tessin. Daran wird sich nichts<br />

ändern.» Aber die Ski schule Verbier lebt<br />

den Geist Guanzirolis.<br />

www.essverbier.ch<br />

Fotos Joel Branco (2), Saas-Fee Tourismus, Sedrik Nemeth (2)<br />

10


Eddy und der Roboter<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist Heimat des Raclettes du Valais AOP –<br />

und eines führenden Forschungszentrums<br />

für künstliche Intelligenz.<br />

Martigny | Es ist dem <strong>Wallis</strong>er quasi in<br />

die Wiege gelegt: das korrekte, gefühlvolle<br />

und wohldosierte Abstreichen eines<br />

Raclettes vom Käselaib. Keiner beherrscht<br />

diese Kunst besser als Eddy<br />

Baillifard, legendärer Käse-Artist vom<br />

«Raclett’House» im Val de Bagnes und<br />

Botschafter des Raclettes du Valais AOP.<br />

Doch nun hat er sich übernatürliche Konkurrenz<br />

ins Haus geholt. Das Forschungszentrum<br />

für künstliche Intelligenz Idiap in<br />

Martigny hat einem Roboter Eddys Können<br />

einprogrammiert. Die Experten der<br />

Gruppe Robot Learning & Interaction<br />

liessen Eddy den Arm des Roboters führen,<br />

jedes Mal mit dem nötigen Druck,<br />

den der Käselaib verlangte. «Mit Algorithmen<br />

und künstlicher Intelligenz lernt der<br />

11<br />

Roboter, Timing, Druck und Käsefluss zu<br />

berechnen», erklärt Sylvain Calinon, Verantwortlicher<br />

beim Idiap. Die vom Doktoranden<br />

Emmanuel Pignat initiierte Entwicklung<br />

des Roboters wurde vom Kanton<br />

<strong>Wallis</strong>, dem Raclette geräte-Hersteller<br />

TTM und Valais/<strong>Wallis</strong> Promotion unterstützt.<br />

Den Film gibts auf Youtube.<br />

www.bit.ly/RacletteRoboter


SCHWERELOS<br />

IM BERGPARADIES<br />

FREESKI<br />

1<br />

Lange Aufstiege und tollkühne Abfahrten. Glücksgefühle<br />

in der wilden Natur. Der Zermatter Samuel Anthamatten<br />

ist einer der weltbesten Freeskier. Sein Sport verlangt<br />

technisches Können und grossen Respekt vor der Natur.<br />

Text: Thomas Renggli Fotos: David Carlier<br />

12


2<br />

Direttissima.<br />

Anthamatten<br />

nimmt keine Umwege<br />

in Kauf:<br />

«In der Abfahrt<br />

bewegt man sich<br />

geistig und körperlich<br />

im Ausnahmezustand.»<br />

13


FREESKI<br />

1 2 3<br />

Das Matterhorn ragt wie ein gewaltiger<br />

Mahnfinger in den wolkenlosen<br />

Himmel. Die schroffen Felsen<br />

scheinen übermütige Wanderer vor den<br />

Unwägbarkeiten der Bergwelt zu warnen.<br />

Das Sonnenlicht wird vom ewigen Schnee<br />

zu einem gleissenden Spektakel veredelt.<br />

Das ewige Eis des Gornergletschers<br />

leuchtet in mystischem Blau. An nur wenigen<br />

Orten in der Schweiz verbindet<br />

sich die raue Schönheit der Alpen mit<br />

den Ansprüchen des Tourismus so intensiv<br />

wie am Fuss des schönsten Berges.<br />

Es ist die Welt von Samuel Anthamatten.<br />

Schritt für Schritt bahnt sich der 33-jährige<br />

Bergführer und Freerider den Weg<br />

hinauf von der Stafelalp zum Hirli-Grat.<br />

Atemzug für Atemzug. Meter um Meter.<br />

Eine Wollmütze schützt ihn vor dem kühlen<br />

Wind, die Sonnenbrille vor dem inten-<br />

siven Licht. Seine Ski ragen aus dem Rucksack<br />

über die Schultern. Bei jeder Bewegung<br />

wippen sie gemächlich hin und her.<br />

Seine sportliche Erfüllung findet Samuel<br />

in den oft wilden Abfahrten. Doch der Aufstieg<br />

ist quasi die Basis seines spektakulären<br />

Tuns: «Der Körper wärmt sich natürlich<br />

auf und wird an die Höchstleistungen<br />

herangeführt.» Noch wichtiger aber sei<br />

die mentale und technische Vorbereitung:<br />

«Beim Hochsteigen spürt man, wie viel<br />

Schnee liegt und ob die Unterlage fest und<br />

das Eis kompakt ist, ob die Steine brüchig<br />

sind.» Für Samuel Anthamatten ist jeder<br />

Freeride ein Prozess, der sich dann optimal<br />

umsetzen lässt, wenn man den Berg<br />

zuvor mit eigener Muskelkraft erklommen<br />

hat: «Wer sicher ins Tal kommen will,<br />

muss sich intensiv mit der Natur auseinandersetzen<br />

und alle Sinne schärfen.»<br />

14<br />

Infobox<br />

Familie der Extreme<br />

Drei Brüder, eine Leidenschaft:<br />

Simon (36), Martin (35) und<br />

Samuel (33) Anthamatten haben ihr<br />

Leben dem Bergsport verschrieben.<br />

Man kann sie als Bergführer buchen.<br />

www.anthamattens.ch


1 Frei von Höhenangst: Die<br />

Hängebrücke über den Gornergletscher<br />

allein ist ein Abenteuer.<br />

2 Finetuning: Eine optimale<br />

Vorbereitung ist für<br />

den Freeskier unerlässlich.<br />

3 Monument: Das Matterhorn ist<br />

Anthamattens Hausberg.<br />

Samuel ist der jüngste von drei Brüdern,<br />

die sich allesamt mit letzter Konsequenz<br />

dem Bergsport verschrieben haben:<br />

Simon (36), der Erstgeborene, gehört zu<br />

den erfolgreichsten Schweizer Extrembergsteigern.<br />

2008 gelang ihm zusammen<br />

mit Ueli Steck die Erstbesteigung der<br />

Tengkampoche-Nordwand in Nepal. Martin<br />

(35), der Mittlere, ist einer der führenden<br />

Skibergsteiger Europas. In dieser<br />

Sportart gewann er 2008 die WM-Silbermedaille.<br />

2010 triumphierte er mit Florent<br />

Troillet und Yannick Ecoeur in der mythenumrankten<br />

Pa trouille des Glaciers von<br />

Zermatt nach Verbier über 53 Kilometer<br />

und 4000 Höhenmeter. Der damals aufgestellte<br />

Streckenrekord (5:52:20) wurde<br />

erst 2018 gebrochen. Im Trailrunning hält<br />

Martin den Weltrekord über 3000 Höhenmeter.<br />

Nicht mit ihren Brüdern mes-<br />

15<br />

sen mag sich die jüngere Schwester<br />

Marillia (31). «Sie ist die einzig Normale in<br />

der Familie – und fühlt sich damit sehr<br />

wohl», sagt Samuel augenzwinkernd.<br />

Die Anthamattens haben die ganze Welt<br />

bereist und kennen die spektakulärsten<br />

Gebirgszüge auf allen Kontinenten. Und<br />

doch sind sie ihrer Heimat Zermatt immer<br />

treu geblieben. «Wenn ich hier bin,<br />

fühle ich mich daheim», sagt Samuel, «hier<br />

kenne ich praktisch jeden Felsbrocken<br />

und weiss exakt, wo und wann die besten<br />

Abfahrten möglich sind.» In seine Aussage<br />

schliesst er das ganze <strong>Wallis</strong> mit ein:<br />

«In den meisten Skiregionen gibt es einen<br />

Berg als Anziehungspunkt für Freerider<br />

– aber hier im <strong>Wallis</strong> mit 45 Gipfeln über<br />

4000 Metern Höhe haben wir schier unzählige<br />

Möglichkeiten.» Deshalb will und<br />

kann sich Anthamatten nicht auf ein Lieblingsgebiet<br />

oder eine bevorzugte Abfahrt<br />

festlegen: «Wir entscheiden uns jeweils<br />

am Vorabend, wo wir fahren, und orientieren<br />

uns an Gelände und Bedingungen,<br />

die für Dynamik, Geschwindigkeit und<br />

Sprünge op timal sind.» Dabei gelte ein<br />

einfaches Prinzip: «Wir gehen dem guten<br />

Schnee und dem guten Wetter nach und<br />

wollen dort in die Hänge steigen, wo wir<br />

am sichersten und am besten die meisten<br />

guten Schwünge platzieren können.»<br />

Gleichzeitig gibt es ein klares Limit, das<br />

nicht überschritten wird. Anthamatten<br />

erklärt: «Die eine Grenze betrifft den<br />

Berg und die topografischen Begebenheiten.<br />

Diese verschiebt sich mit zunehmender<br />

Erfahrung und wachsendem<br />

Können gegen oben.» Die andere Grenze<br />

dagegen lässt keinen Ermessensspielraum:<br />

«Bei Lawinengefahr haben wir im


1 2<br />

FREESKI<br />

16


Die Eltern sagten<br />

ihnen: «Macht, was ihr<br />

wollt, aber macht<br />

es richtig»<br />

1 Der Aufstieg<br />

gehört dazu!<br />

2 Eine Grenze gilt<br />

für alle Alpinisten:<br />

«Wenn Lawinengefahr<br />

herrscht,<br />

haben wir im<br />

Hang nichts zu<br />

suchen», sagt<br />

Anthamatten.<br />

Gelände nichts zu suchen. Hier gibt es<br />

nur ein Prinzip: Die Sicherheit kommt immer<br />

zuerst.» Sein Bruder Simon lebt diesen<br />

Gedanken mittlerweile hauptberuflich<br />

in luftiger Höhe – als Helikopterpilot<br />

bei der Air Zermatt.<br />

Samuel Anthamatten empfindet es als<br />

«traurig», dass die alpine Gefahrensituation<br />

von vielen Menschen ignoriert<br />

wird: «Es ist fahrlässig, wenn man ohne<br />

adäquate Ausrüstung die gesicherten<br />

Pisten verlässt.» Er ist der festen Überzeugung,<br />

dass das Mittragen eines Lawinenverschüttetensuchgerätes<br />

für jeden<br />

Tourenskifahrer oberstes Gebot sein<br />

müsste. Diese Technik sei oft die einzige<br />

Chance, um einen Lawinenniedergang zu<br />

überleben: «Wer vom Schnee verschüttet<br />

wird, hat nur noch wenig Zeit. Nach<br />

einer Viertelstunde sinkt die Überlebenschance<br />

rapid.» Ein gewisses Risiko sei<br />

aber auch bei Profis nicht auszuschliessen:<br />

«Wenn in den Bergen ein Unfall geschieht,<br />

geht es selten glimpflich aus.»<br />

Auch dieses Wissen und der Respekt vor<br />

der Natur machen Samuel Anthamatten<br />

und seine Brüder zu herausragenden Figuren<br />

des Alpinismus. Dass sie es so weit<br />

gebracht haben, sei auch ihren Eltern zu<br />

verdanken: «Sie haben uns früh in die Natur<br />

zum Wandern mitgenommen und uns<br />

so den Zugang zur Bergwelt auf spielerische<br />

Weise geebnet.» Ihr Anspruch an<br />

die Söhne sei stets gewesen: «Macht, was<br />

ihr wollt, aber macht es richtig.» Die<br />

Anthamattens haben genau zugehört:<br />

«Wir sind alle recht fanatisch bei dem,<br />

was wir tun», sagt Samuel lachend.<br />

Die Faszination seines Sports liegt für<br />

ihn in der Gesamtheit des Erlebnisses<br />

17<br />

in der freien Natur: «Wir steigen sechs<br />

Stunden den Berg hoch – um dann für<br />

ein paar Minuten runterzufahren.» Die<br />

Abfahrt brauche viel Kraft, Energie und<br />

Nerven. Man bewege sich in der Bergwand<br />

geistig und körperlich im Ausnahmezustand.<br />

Doch der Lohn im Tal sei<br />

ein schier unbeschreibliches Gefühl:<br />

«Wenn man am Fuss des Berges die letzten<br />

Schwünge zieht und die Fahrt auslaufen<br />

lässt, ist dies absolut befreiend<br />

und beglückend.» Man fühle eine Art<br />

Schwerelosigkeit. Anthamatten spricht<br />

mit Leidenschaft, Enthusiasmus und<br />

Überzeugungskraft. Wer ihm zuhört,<br />

kann den Schnee fast schon riechen<br />

und den Fahrtwind im Gesicht spüren –<br />

und er ist sich absolut sicher: Das Glück<br />

der Erde liegt an den Hängen der <strong>Wallis</strong>er<br />

Berge.


Dents du midi<br />

Sieben majestätische Zacken<br />

Okay, hier gibts einen Röstigraben<br />

– in der Westschweiz ist der<br />

Name Dents du Midi Allgemeingut.<br />

Den besten Blick auf das<br />

zerklüftete Massiv hat man von<br />

La Foilleuse, ab Morgins oder<br />

Champéry per Seilbahn erreichbar.<br />

Im Herzen der Portes du Soleil,<br />

des grössten Skigebiets, sind<br />

die Möglichkeiten grenzenlos.<br />

www.regiondentsdumidi.ch<br />

AUSSICHT<br />

18


V E R K A N N T E<br />

SCHÖNHEITEN<br />

Bergen geht es wie Menschen: Wer kein<br />

Promi ist, wird vergessen. Diese<br />

Berggipfel lohnen, entdeckt zu werden.<br />

Fotos: David Carlier<br />

19


clochers du PORTALET<br />

Monolith und Pyramide<br />

Der Petit Clocher im Val Ferret ist<br />

einer der schönsten Monolithen<br />

der Alpen. Flankiert wird er vom<br />

pyramidenförmigen Grand Clocher.<br />

Beste Aussicht: im Skigebiet<br />

von der Bergstation La Breya, in<br />

Champex-Lac im Pays du Saint-<br />

Bernard gelegen. Naturliebhaber<br />

werden hier glücklich.<br />

www.champex.ch<br />

AUSSICHT<br />

massif des Combins<br />

Ein Berg wie ein Thron<br />

Die drei Gipfel gehören mit über<br />

4000 Metern zu den höchsten der<br />

Schweiz, der Grand Combin ist<br />

einer der Höhepunkte der Haute<br />

Route von Chamonix nach Zermatt.<br />

Beste Sicht: vom Mont Fort, ab Verbier<br />

oder Siviez. Das Skigebiet der<br />

4 Vallées zieht Skiliebhaber aus aller<br />

Welt an und bietet eine Riesenauswahl<br />

an Schneesportmöglichkeiten.<br />

www.4vallees.ch<br />

20


mont Dolent<br />

Dreiländereck<br />

Der Mont Dolent ist der einzige<br />

Alpengipfel, der die Grenze zu<br />

Italien-Frankreich-Schweiz bildet.<br />

Im Freerider-Paradies Vichères-<br />

Liddes (zwischen Martigny und<br />

dem Grossen St. Bernhard) hat<br />

man die schönste Sicht. Freerider<br />

und Schneeschuhläufer können<br />

hier in aller Ruhe ihre Spuren in<br />

den Schnee ziehen.<br />

www.vicheres.ch<br />

Aiguille de la Tsa<br />

Felsnadel über Arolla<br />

Wie kann ein solcher Berg überhaupt<br />

entstehen – ist es ein Mahnfinger,<br />

der uns zuruft, Sorge zur<br />

Natur zu tragen? Oder nur eine<br />

Laune der Natur? Diese einmalige<br />

Sicht auf den Felsen gibt es im Skigebiet<br />

des familiären Dorfs Arolla.<br />

Ausgangspunkt für Skitourenfans,<br />

aber auch für Kinder, die hier Skifahren<br />

lernen können.<br />

www.evolene-region.ch<br />

21


KLOSTER<br />

In der Abtei wird künftig<br />

Bier gebraut<br />

Fotos Sedrik Nemeth<br />

Zum allerersten Mal hat<br />

die Schweiz eine<br />

Abteibrauerei.<br />

Das Kloster Saint-Maurice<br />

schreibt damit ein neues<br />

Kapitel seiner<br />

1500-jährigen Geschichte.<br />

Olivier Roduit ist Prokurator der<br />

Abtei von Saint-Maurice. Er ist<br />

verantwortlich für den Schatz<br />

der Abtei sowie die wirtschaftlichen Einnahmen.<br />

Von ihm stammt ursprünglich<br />

die etwas verrückte Idee, die erste<br />

Abteibrauerei der Schweiz zu gründen.<br />

Er erklärt, wie das Projekt entstanden<br />

ist: «Seit einigen Jahren lebt ein Bayrischer<br />

Kollege in unseren Gemäuern, der<br />

uns jeweils neckte, weil wir Wein, jedoch<br />

kein Bier produzierten. Da wir stets nach<br />

neuen Finanzierungsmöglichkeiten für die<br />

Abtei suchen, sahen wir in der Brauerei<br />

ein Potenzial.» Für die Umsetzung der<br />

Idee und die Führung der Brauerei hat<br />

die Abtei Céline Darbellay engagiert, die<br />

gerade ihr Wirtschaftsstudium an der<br />

HEC Lausanne beendet hat.<br />

Mehr als 600 000 Flaschen pro Jahr sollen<br />

im alten Keller der Abtei, einem historischen<br />

Gebäude aus dem Jahr 1244,<br />

produziert werden. Als Archivar der Abtei<br />

hat Olivier Roduit recherchiert, jedoch<br />

keinerlei Erwähnung von Bier gefunden.<br />

Es ist eine absolute Premiere,<br />

aber die Abtei kann damit vom Trend<br />

des lokalen Bierbrauens profitieren.<br />

22


Das Candide-Bier<br />

wird mit einem Hefepilz<br />

aus altem Pergament<br />

hergestellt<br />

Für Direktorin Céline Darbellay steht<br />

fest, die Chorherren sind innovativ: «Sie<br />

haben verrückte Ideen, die sich konkretisieren<br />

lassen, und schaffen es, sich neu<br />

zu erfinden. Als sie feststellten, dass es<br />

keine Abteibrauerei in der Schweiz gibt,<br />

haben sie sich getraut, sich als Vorreiter<br />

auf dieses Abenteuer einzulassen.»<br />

Saint-Maurice wird in der über 1500 Jahre<br />

alten Abtei also eine schweizweit einmalige<br />

Brauerei eröffnen. Einmalig ist<br />

ebenso eines der produzierten Biere:<br />

Für das Bier Candide wurden nämlich<br />

personalisierte Hefepilze verwendet.<br />

«Wir haben mit einem Start-up der Universität<br />

Lausanne zusammengearbeitet,<br />

das Stammzellen aus den Holzbalken<br />

der Abtei, dem Garten und dem Pergament<br />

untersucht hat. Schliesslich<br />

konnten wir für das Candide-Bier einen<br />

Hefepilz eines Pergaments aus dem Jahr<br />

1319 verwenden. Das wird ein hundert<br />

Prozent authentisches Abteibier», erklärt<br />

sie stolz.<br />

Zur Ausarbeitung der Rezepte wurde ein<br />

amerikanischer Braumeister beauftragt.<br />

Im Anschluss degustierte ein Komitee<br />

die entwickelten Proben und wählte drei<br />

Biere aus. Diese werden derzeit von einem<br />

belgischen Braumeister verfeinert.<br />

Die Namen der Biere: Candide, Febris<br />

und DXV. Jedes dieser Biere erzählt eine<br />

Geschichte mit Bezug zur Abtei. Céline<br />

Darbellay erläutert: «Candide war der<br />

Freund von Maurice. Beide opferten<br />

sich für ihre Werte und ihre Freundschaft.<br />

DXV steht für 515 in römischen<br />

Zahlen, das Gründungsjahr der Abtei,<br />

die zu Ehren von Saint-Maurice entstand.<br />

Febris bedeutet in Latein Fieber<br />

und bezieht sich auf den Brand der Abtei<br />

von 1693.»<br />

Die neue Abteibrauerei und ihre Produkte<br />

sollen die Abtei von Saint-Maurice<br />

23<br />

Ein tolles<br />

Team Prokurator<br />

Olivier Roduit und Brauerei-Direktorin<br />

Céline Darbellay.<br />

Pioniere Die Abtei Saint-Maurice ist<br />

die älteste immer bewohnte Abtei<br />

Europas. Mit der Brauerei leisten die<br />

Bewohner nun Pionierarbeit. Ein<br />

bayrischer Mitbewohner<br />

stand am Anfang<br />

der Brauerei.<br />

bekannter machen. Ein touristisches Angebot<br />

wird folgen, das die Besichtigung<br />

des Kirchenschatzes sowie die Brauerei<br />

mitsamt einer Degustation vorsieht.<br />

Die Abtei Saint-Maurice mit dem wertvollen<br />

Kirchenschatz kann von Dienstag<br />

bis Freitag von 13.30 bis 17.30 Uhr besucht<br />

werden. Im Januar ist die Abtei für<br />

Besucher geschlossen.


Einfach mal<br />

runterfahren<br />

Einchecken und wohlfühlen:<br />

Würden wir Menschen wie Bären eine Bleibe zum<br />

Überwintern suchen, wären diese Hotels die besten<br />

Adressen. Hier will man sich zurückziehen und verweilen.<br />

Text: Manuela Lavanchy<br />

COCOONING<br />

Cocooning lautet das Trendwort<br />

aus dem Englischen, und es bedeutet<br />

so viel wie vollständiges<br />

Zurückziehen in die Privatsphäre. Das<br />

Konzept verlangt aber nicht nur Abkapselung,<br />

sondern auch ausdrücklich das<br />

Nichtstun. So wird das Sichaufhalten<br />

zur gewollten Freizeitbeschäftigung. Zu<br />

Hause ist das nicht ganz einfach, wartet<br />

doch oft noch ein Wäscheberg darauf,<br />

gewaschen und gebügelt zu werden.<br />

Leichter gehts im Hotel, wo man sich umsorgen<br />

und bekochen lassen und bewusst<br />

dem Nichtstun frönen kann.<br />

Unsere Auswahl an Berghotels mit Cocoon-Faktor<br />

macht es gestressten Berufsleuten,<br />

Ruhesuchenden, erschöpften<br />

Müttern und Vätern oder Paaren mit<br />

Rückzugsbedarf besonders leicht, die<br />

Tür hinter sich zu schliessen, sich einzumummeln<br />

und zu verweilen. Die Interieurs<br />

dieser Häuser haben über alle<br />

Preis- und Komfortklassen hinweg eines<br />

gemein: Sie setzen auf natürliche Materialien<br />

wie Holz, Stein, Filz und Wolle,<br />

Leder, Fell und haben keine Komplexe,<br />

den Chaletstil in Szene zu setzen. Das<br />

knisternde Feuer im Kamin ist unschlagbares<br />

Argument für Behaglichkeit. Und<br />

die Aussicht über die Berggipfel, auf<br />

verschneite Wälder und weisse Ebenen<br />

lässt uns zusätzlich zur Ruhe kommen.<br />

Wer keinen Bedarf verspürt, draussen<br />

aktiv zu sein, verweilt im Hotelkokon und<br />

beobachtet die Natur durchs Fenster.<br />

Auch das ist erlaubt.<br />

Im Spa der Hostellerie Pas de l’Ours<br />

verwöhnt, glaubt man sich in freier Natur,<br />

und Spitzenkoch Franck Reynaud<br />

(18 Punkte) sorgt für kulinarische Höhenflüge.<br />

Im Unique Hotel Post in Zermatt<br />

haben die Gäste die Wahl zwischen drei<br />

Restaurants und fünf Bars und Klubs –<br />

nachdem sie im Spa entspannt haben.<br />

Das Art Boutique Hotel Beau-Séjour<br />

steht für authentische und gemütliche<br />

<strong>Wallis</strong>er Gastfreundschaft in Kombination<br />

mit einem originellen Konzept: Was<br />

ein Preisschild trägt, kann gekauft werden.<br />

Im Hotel Waldhaus auf der Bettmeralp<br />

machen die Zimmer «Holz100» von<br />

sich reden. Sie wurden nach der patentierten<br />

«Holz100»-Bauweise komplett<br />

mit Mondholz verkleidet. In neuem Gewand<br />

erschien vor drei Jahren auch das<br />

Chandolin Boutique Hotel zuhinterst im<br />

Val d’Anniviers. Es steht für nachhaltigen<br />

Luxus und verantwortlichen Tourismus<br />

auf 2000 Metern. Mit Sicht aufs Matterhorn<br />

macht man es sich in den gediegenen<br />

Zimmern des Romantik Hotels Julen<br />

bequem. Hier schlafen die Gäste auf<br />

der Wolle der Schwarznasenschafe der<br />

Familie Julen, können die Felle als Souvenir<br />

kaufen und geniessen das Lammfleisch<br />

in den Julen-Restaurants.<br />

Fotos HO<br />

24


Hostellerie Pas de l’Ours<br />

Das Fünf-Sterne-Relais-&-Châteaux in Crans-Montana bezirzt alle<br />

Sinne. Die 15 exquisiten Zimmer und Suiten strahlen Ruhe und Wärme<br />

aus. Altes Holz, Felle und Kaminfeuer sorgen für das richtige Ambiente.<br />

Pure Entspannung gibt es im hauseigenen Spa. Und im Restaurant<br />

L’Ours verführt Spitzenkoch Franck Reynaud (18 Punkte, 1 Michelin-<br />

Stern) zu kulinarischen Höchstgenüssen. www.pasdelours.ch<br />

25


Unique Hotel Post<br />

Direkt an der Bahnhofstrasse liegt das<br />

Unique Hotel Post mit drei Restaurants<br />

und fünf Bars und Klubs im Herzen von<br />

Zermatt. Äusserst lebendig und zweifelsohne<br />

ein abendlicher Treffpunkt, kontrastieren<br />

die Zimmer und Suiten in ihrem<br />

Mountain Lodge Style mit viel Gemütlichkeit.<br />

Regionale Naturmaterialien, sandgestrahltes<br />

Holz und hundertjährige Bruchsteinmauern<br />

verleihen besonderen<br />

Charme, der ebenso dem Spa- und Wellnessbereich<br />

schmeichelt.<br />

www.hotelpost.ch<br />

Art Boutique Hotel<br />

Beau-Séjour<br />

COCOONING<br />

Das charmante und authentische<br />

Dreisternehotel in Champéry (Portes du<br />

Soleil) ist Gästehaus, aber auch Kunstgalerie<br />

und Boutique für teils selbst<br />

konfektionierte Wohnaccessoires und<br />

Möbel aus zweiter Hand. Was ein Preisschild<br />

trägt, kann gekauft werden! 2013<br />

mit dem Prix Bienvenu ausgezeichnet,<br />

finden Kinder ihr Glück im Spielzimmer<br />

und Eltern Entspannung im Aussen-<br />

Jacuzzi (Penthouse Junior Suite Deluxe).<br />

www.beausejour.ch<br />

26


Waldhaus Bettmeralp<br />

Die Gäste des Hotels Waldhaus spüren<br />

die Kraft der Natur bis ins Zimmer:<br />

Mehrere Doppelzimmer wurden nach<br />

der patentierten «Holz100»-Bauweise<br />

renoviert und komplett mit Mondholz<br />

verkleidet, mit Hüsler-Nest-Arvenbetten<br />

ausgestattet und einer Panoramafensternische<br />

bestückt. Das Kaminzimmer,<br />

der Hot Pot auf der Dachterrasse,<br />

die Sauna und das Wohlfühlprogramm<br />

steigern das Cocoon-Erlebnis.<br />

www.waldhaus-bettmeralp.ch<br />

Fotos Sylvia Michel, HO (4)<br />

27


Chandolin Boutique Hotel<br />

Von «Geo Saison» wurde das «Typically<br />

Swiss Hotel» zu einem der zehn besten<br />

Hotels in den Bergen Europas deklariert.<br />

Auf 2000 Metern gelegen, offenbart<br />

es eine unbeschreiblich schöne<br />

Aussicht über das Val d’Anniviers und<br />

die <strong>Wallis</strong>er Viertausender. Im Viersternehaus<br />

dominieren Naturstein und<br />

unbehandeltes Holz das Interieur.<br />

Küchenchef Stéphane Coco (15 Punkte)<br />

verwöhnt mit regionaler Haute Cuisine.<br />

www.chandolinboutiquehotel.ch<br />

Romantik Hotel Julen<br />

Das Vier-Sterne-Superior-Traditionshaus wird<br />

von der Familie Julen in der dritten Generation geführt.<br />

Der gediegene Chaletstil sorgt für Gemütlichkeit.<br />

Integrierte Landwirtschaft ist Teil des Hotelkonzepts und<br />

grosse Leidenschaft der Familie Julen, die die weltweit<br />

grösste Zucht an <strong>Wallis</strong>er Schwarznasenschafen hat.<br />

Die Tiere können im Stall besucht werden, ihre Wolle und<br />

die Felle dekorieren die Zimmer, und das Lammfleisch<br />

wird in den Julen-Restaurants serviert. www.julen.ch<br />

COCOONING<br />

Fotos Philippe Hahn, HO (2)<br />

29


Master of the Universe – so hat sich der Mensch<br />

in der Welt positioniert. So machtvoll, dass er<br />

nun eine globale geologische Kraft entwickelt und<br />

das Anthropozän eingeläutet hat. Er verändert<br />

Geologie, Biologie und Atmosphäre der Erde.<br />

Nicolas Kramar ist Geologe und Direktor des<br />

Naturmuseums <strong>Wallis</strong> in Sion und sagt: «Der Mensch<br />

verändert die Erde in einem Tempo, das vergleichbar<br />

ist mit dem Einschlag eines Meteoriten.»<br />

INTERVIEW<br />

Und der Mensch<br />

schuf das<br />

Anthropozän<br />

Interview: Monique Ryser<br />

Fotos: Sebastian Magnani<br />

30


31<br />

Nicolas Kramar<br />

und der Hirsch:<br />

Das Tier hatte sich<br />

mit dem Geweih<br />

in einem Zaun<br />

verhakt und wurde<br />

so gefunden.


INTERVIEW<br />

Zwei Wölfe, wild in der Anmutung<br />

und vorwärtstrabend, stehen am<br />

Eingang des Naturmuseums in<br />

Sion in der mittelalterlichen Altstadt. Sie<br />

sind aus Beton, geschaffen vom Künstler<br />

Olivier Estoppey, dem ehemaligen<br />

Professor an der <strong>Wallis</strong>er Schule für Gestaltung.<br />

«Wölfe stehen symbolisch für<br />

den Umgang der Gesellschaft mit der<br />

Natur, und ich freue mich sehr, dass wir<br />

diese Kunstwerke zeigen können», sagt<br />

Nicolas Kramar, Direktor des Museums,<br />

und redet sich gleich ins Feuer.<br />

1 Deckenhohe Gitter: Der<br />

Mensch vertreibt Bär und<br />

Luchs. Doch Nicolas Kramar<br />

fragt: Gehörte nicht auch<br />

der Mensch zur Natur?<br />

2 Schafe werden zu Nutztieren.<br />

3 Der Wolf: Als Inkarnation<br />

des Bösen fast ausgerottet,<br />

dabei stammen alle<br />

Hunde vom Wolf ab, auch<br />

der Bernhardiner (4).<br />

5 Das Naturmuseum <strong>Wallis</strong><br />

hat rund 150 000 Objekte<br />

in seiner Sammlung.<br />

2<br />

Was sagen Wölfe über Menschen aus?<br />

NICOLAS KRAMAR: Der Wolf ist das<br />

erste Tier, das die Menschen domestizierten<br />

– sehr viel früher als Schafe oder<br />

Kühe. Er wurde zum Haustier Hund, und<br />

im Gegenzug wurde der Wolf gefürchtet<br />

und vertrieben. Unsere Beziehung zur<br />

Natur hat sich seit je gewandelt. Heute<br />

siedeln wir den Wolf wieder an, weil wir<br />

merken, dass die Natur verarmt ist.<br />

32


Überlegen, hinterfragen,<br />

staunen: Das Naturmuseum<br />

<strong>Wallis</strong> ist lebendig<br />

statt museal<br />

www.museen-wallis.ch, www.reisezielerde.world<br />

3<br />

1<br />

4<br />

5<br />

Sie stellen das Verhältnis Mensch-<br />

Natur mit Tierexponaten nach. Was<br />

waren die Überlegungen?<br />

NK: Der Umgang mit anderen Lebewesen<br />

zeigt deutlich und auch emo tional<br />

auf, wie wir uns auf der Erde positio niert<br />

haben. Im ersten Saal stehen die Tiere<br />

frei herum, keine Vitrinen, keine Abgrenzungen.<br />

Es war ein Miteinander, ein gegenseitiges<br />

Respektieren. Dann hat der<br />

Mensch begonnen, Nutztiere zu halten,<br />

Schafe, Kühe – das wird mit einem halbhohen<br />

Zaun symbolisiert, hinter dem die<br />

Tiere platziert sind. Im dritten Saal befinden<br />

sich Bär und Luchs dann hinter<br />

deckenhohen Gittern – wir haben sie ausgesperrt,<br />

wollten sie ausrotten. Das ging<br />

so weit, dass wir ganze Gattungen ausgerottet<br />

oder vertrieben haben. Nun siedeln<br />

wir sie teilweise wieder an, das Gitter<br />

öffnet sich also ein bisschen, und wir<br />

lassen kontrolliert wieder Tiere heraus.<br />

tet, den Menschen mit einem Meteoriten<br />

vergleichen, der einschlägt und die<br />

Erde massiv verändert.<br />

Das Naturmuseum <strong>Wallis</strong> hat auch<br />

die Webseite Reiseziel Erde geschaffen.<br />

Wieso diese Grundlagenarbeit?<br />

NK: Das <strong>Wallis</strong> mit seinen Bergen ist für<br />

uns Geologen ein Paradies: Im Gestein<br />

können wir lesen, wie sich die Erde über<br />

Jahrmilliarden verändert hat. Wir finden<br />

Fossilien aus urgeschichtlichen Meeren<br />

oder Spuren der ersten Bäume. Wir sehen<br />

Temperaturschwankungen wie Eiszeiten<br />

und Wärmeperioden. Im Jahr<br />

2000 haben Wissenschaftler nun den<br />

Begriff Anthropozän ins Spiel gebracht:<br />

Der Mensch hat derart auf die Natur<br />

Einfluss genommen, dass er biologische,<br />

geologische und atmosphärische Veränderungen<br />

herbeigeführt hat. Wir möchten<br />

die Gründe dafür aufzeigen.<br />

Viele Tiere und Pflanzen sind verschwunden,<br />

die Uno spricht vom<br />

sechsten Massensterben in der Erdgeschichte.<br />

NK: Von einem Massensterben spricht<br />

man, wenn 75 Prozent der Fauna und<br />

Flora in weniger als zwei Millionen Jahren<br />

vernichtet werden. So weit sind wir<br />

noch nicht. Aber wir tun das in nie da gewesener<br />

Geschwindigkeit: Frühere Massensterben<br />

brauchten Millionen Jahre,<br />

wir könnten es in einigen Tausend schaffen.<br />

Man kann, erdgeschichtlich betrach-<br />

Sie sind Vorsitzender der Anthropozän-Gruppe<br />

des Internationalen Komitees<br />

der Naturmuseen Icom Nathist.<br />

Woher das Interesse?<br />

NK: Wir müssen uns bewusst sein, was<br />

wir tun. Ich will nicht Angst machen, sondern<br />

Bewusstsein schaffen, um Lösungen<br />

zu finden.<br />

Was glauben Sie, was ein Geologe von<br />

uns dereinst findet?<br />

NK: Ich wünsche mir, dass es noch Menschen<br />

gibt – und Geologen.<br />

33


1<br />

ENERGIE<br />

4<br />

2<br />

3<br />

1 Die «Strominsel» auf dem Lac des<br />

Toules, einem Stausee, der bereits<br />

mit Wasserkraft Energie produziert.<br />

2 Die Photovoltaikpanels müssen<br />

auf der Struktur befestigt werden.<br />

3 Die Vorarbeiten dauerten Monate,<br />

bis die Konstruktion auf den See<br />

gezogen werden konnte. 4 Im Endausbau<br />

werden 36 aneinanderbefestigte<br />

Module auf dem See liegen.<br />

34


S O N N E N E N E R G I E<br />

Doppelte<br />

Energie-Ernte<br />

Eine Insel aus Sonnenkollektoren auf dem Lac<br />

des Toules auf über 1800 Metern soll Strom für<br />

rund 220 Haushalte liefern. Mit dem Testbetrieb<br />

will Romande Energie bis 2021 Erkenntnisse über<br />

die Machbarkeit von Energieinseln gewinnen.<br />

Es ist die erste Anlage in alpinem<br />

Gelände, die Romande Energie<br />

auf dem Lac des Toules in der<br />

Gemeinde Bourg-Saint-Pierre installiert<br />

hat. Der Stausee, der bereits mit<br />

Wasserkraft Strom liefert, wird so gleich<br />

nochmals zur Energiegewinnung genutzt.<br />

Und noch einen Vorteil hat die Insel<br />

aus zweiseitigen Photovoltaikpanels<br />

auf dem Wasser: Nicht nur die direkte<br />

Sonnenein strahlung kann genutzt werden,<br />

sondern auch die Reflexion vom<br />

Wasser her. Die kühleren Temperaturen<br />

führen zudem zu einer besseren Wirkung,<br />

und die UV-Strahlung ist in der Höhe<br />

stärker. Alle Faktoren zusammen bringen<br />

eine um fünfzig Prozent höhere Energiege<br />

winnung. Nach Planung sollten die<br />

2240 Quadratmeter Kollektoren Strom<br />

für rund 220 Haushalte liefern, was etwa<br />

800 000 Kilowattstunden ausmacht.<br />

Da am Lac des Toules bereits Energie<br />

aus Wasser produziert wird, waren auch<br />

die Zufahrtswege und die Übertragungsinstallationen<br />

bereits vorhanden. Schon<br />

seit 2013 testet Romande Energie die<br />

Funktion auf einem Gelände neben dem<br />

See. Dabei ging es vor allem darum<br />

herauszufinden, welcher Typ von Photovoltaikpanels<br />

geeignet und am effizientesten<br />

ist, aber auch welche technischen<br />

Lösungen nötig sind, um die extremen<br />

klimatischen Bedingungen auf dieser<br />

Höhe auszuhalten. Die Struktur und die<br />

Panels wurden in den letzten Wochen<br />

montiert. Insgesamt umfasst die Fläche<br />

der Insel über 7000 Quadratmeter.<br />

36 schwimmende Einzelteile mit je<br />

40 Panels mussten exakt eingebaut werden.<br />

Sie werden mit Seilen am Ufer befestigt<br />

und können sich mit dem Wasserstand<br />

heben und senken. Mit der Inbetriebnahme<br />

vor dem <strong>Winter</strong> können die<br />

Installationen nun auch bei Temperaturen,<br />

die bis zu minus dreissig Grad gehen,<br />

und bei Winden bis zu 120 Stundenkilometern<br />

getestet werden.<br />

Romande Energie, der grösste Stromlieferant<br />

der Westschweiz, hat sich das<br />

Projekt bis jetzt 2,4 Millionen Franken<br />

kosten lassen. Der Konzern ist aber<br />

überzeugt, dass die nachhaltige Energieproduktion<br />

in der Schweiz mit ähnlichen<br />

Anlagen vervielfacht werden kann.<br />

35


«GIANTS<br />

IN MOTION»<br />

Man glaubte, sie seien ewig: die Gletscher<br />

der Alpen mit ihren riesigen Eismassen. Doch die<br />

Klimaerwärmung lässt sie in Rekordtempo<br />

schmelzen. Mit dem Fotoprojekt «Giants in Motion»<br />

will David Carlier ihre Schönheit festhalten.<br />

PORTFOLIO<br />

Fotos: David Carlier<br />

36


37<br />

Entlang der Bergflanken, die sie selber<br />

mit ihrer beharrlichen Bewegung gestaltet<br />

haben, bilden die Gletscher– wie hier<br />

der Aletsch – ihre eigenen Landschaften.


PORTFOLIO<br />

38


39<br />

Wie die Wellen eines riesigen Ozeans –<br />

der Aletschgletscher breitet sich aus,<br />

so weit das Auge reicht.


PORTFOLIO<br />

40


41<br />

Spitz, rau, glatt, schroff – der Aletschgletscher<br />

verändert sich ständig. Immer aber erheischt<br />

er Ehrfurcht von den Menschen, die in<br />

der schieren Unendlichkeit ganz klein sind.


PORTFOLIO<br />

Moderne Skulptur und magischer Berg:<br />

Der grösste Eisstrom der Alpen bedeckt<br />

auch den Gipfel des Mönchs.<br />

42


43


«Geht hin, schaut und<br />

erkennt die Schönheit»<br />

Text: Monique Ryser<br />

PORTFOLIO<br />

David Carlier will mit «Giants in<br />

Motion» die Schönheit der Gletscher<br />

festhalten. Seine Bilder sind ausgestellt<br />

vom 14. 12. <strong>2019</strong> bis 18. 4. 2020 im<br />

Panorama-Restaurant Bettmerhorn.<br />

www.aletscharena.ch<br />

David Carlier ist als Fotograf und<br />

Filmemacher in den Bergen unterwegs.<br />

Keine Piste zu steil, kein<br />

Fels zu glatt – als Outdoor-Fotograf ist<br />

er weltweit mit den besten Extremsportlern<br />

unterwegs. Selber Bergexperte,<br />

kann er Gefahren einschätzen. Und er<br />

weiss: Die Natur ist im Zweifelsfall stärker<br />

als der Mensch. Entweder man kann<br />

sie lesen und sich nach ihr richten, oder<br />

man ist auf verlorenem Posten.<br />

Die Gletscher gehörten immer zu seinem<br />

Leben. «Sie sind wie eine riesige Schweizer<br />

Uhr, die die Zeit in Jahrtausenden<br />

misst.» Die Eisströme haben die Landschaft<br />

der Schweiz geprägt. Und sie machten<br />

sie zum Wasserschloss Europas –<br />

von hier aus werden vier grosse Ströme<br />

bewässert, die in alle Himmelsrichtungen<br />

fliessen. Der Genfersee, durch die<br />

Rhone gespiesen, ist der grösste Süsswasserspeicher<br />

Europas. «Wenn ich in<br />

der Camargue in Südfrankreich die<br />

Rhone ins Mittelmeer fliessen sehe, ist<br />

es das gleiche Wasser, das bereits<br />

durchs Goms geflossen ist», beschreibt<br />

es Carlier. Ursprung dieses Lebenselixiers<br />

sind Schnee und Eis, die sich im<br />

Lauf der Jahreszeiten bilden und wieder<br />

schmelzen. Und nun, seit Jahrzehnten,<br />

immer mehr schmelzen und nicht mehr<br />

nachwachsen. «Wir müssen die Gletscher<br />

bewundern, solange wir noch können»,<br />

sagt der 47-Jährige. Seine Bewunderung<br />

äussert sich in Bildern: Schon vor<br />

35 Jahren hat er erstmals Gletscher fotografiert,<br />

seit zwei Jahren geht er systematisch<br />

und mit grosser Dringlichkeit<br />

vor. «Mir wurde bewusst: Eines Tages<br />

sind die Gletscher weg, und dann erinnern<br />

nur noch Bilder an diese Macht,<br />

Kraft und Schönheit.» Mit dem Projekt<br />

«Giants in Motion» will er das festhalten,<br />

von dem man glaubte, es sei ewig.<br />

Mit einem Ultraleichtflugzeug überfliegt<br />

er die riesigen Eisfelder und rapportiert,<br />

was nach seiner Überzeugung bald<br />

nicht mehr existieren wird. «Die Gletscher<br />

schmelzen nicht nur in der Länge,<br />

sondern auch in der Dicke in rasendem<br />

Tempo. Durch Abbrüche gibt es Löcher<br />

in der Eisschicht, im Sommer kann die<br />

Sonne tief eindringen und so die Schmelze<br />

nochmals beschleunigen.» Die Kritik,<br />

dass er selber mit einem Ultraleichtflugzeug<br />

unterwegs sei, weist er zurück.<br />

«Mit Auto und Bergbahnen zu den Gletschern<br />

zu gelangen, würde mehr CO2<br />

ausstossen.»<br />

Der Aletschgletscher, grösster Eisstrom<br />

Europas, der Rhonegletscher, die Eisfelder<br />

des Monte-Rosa- und des Grand-<br />

Combin-Massivs sind seine Sujets. «Ich<br />

war so wütend, als ich erkennen musste,<br />

wie schnell das Eis schmilzt. Jetzt aber<br />

kann ich allen nur raten: ‹Schaut sie euch<br />

an, setzt euch hin, etwa auf dem Eggishorn<br />

mit Blick auf den Aletschgletscher,<br />

beobachtet und erkennt die Schönheit<br />

und das Leben der Gletscher.›»<br />

44


45<br />

Auf dem Konkordiaplatz vereinigen<br />

sich drei Eisströme zum majestätischen<br />

Aletschgletscher.


TRADITIONA P<br />

É R O STAT T<br />

DIGESTIF<br />

Morand steht für feinste Destilleriekunst:<br />

Williamine® AOP und Abricotine AOP<br />

wurden über Jahrzehnte in der ganzen<br />

Schweiz als Digestif gereicht. Heute trinkt<br />

man sie in hippen Drinks, gemixt als Apéro.<br />

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth<br />

46


47<br />

130 Jahre Morand: Julien Morand,<br />

Urenkel des Gründers, und<br />

Direktor Fabrice Haenni (links) vor<br />

einem historischen Lastwagen.


1<br />

TRADITION<br />

Es war immer dasselbe Ritual: Nach<br />

dem Znacht mit Gästen stellte der<br />

Hausherr Schnapsgläser auf den<br />

Tisch, öffnete das Schränkchen mit den<br />

interessanten Flaschen und fragte: «Einen<br />

Digestif?» Ü-40 kennen deshalb den<br />

Schriftzug und die Etikette der Distillerie<br />

Morand und wissen, dass es Williamine<br />

nur in Morand-Flaschen gibt. Das war<br />

gestern so, und das ist auch heute noch<br />

so. Denn in der 130-jährigen Firmengeschichte<br />

gab es nicht nur begnadete<br />

Destillateure, sondern eben auch gute<br />

Kaufleute, die dafür sorgten, dass die<br />

Marke Williamine geschützt wurde.<br />

Dieses Alleinstellungsmerkmal war aber<br />

nicht einfach so zu haben. Bereits Firmengründer<br />

Louis Morand verarbeitete<br />

nur beste Ausgangsprodukte, um seine<br />

Eaux de Vie herzustellen. Nicht selbstverständlich,<br />

denn oft wurde und wird<br />

nur die zweite Wahl an Früchten für die<br />

Destillation verwendet. In Martigny kam<br />

immer nur erste Qualität in die Fabrik,<br />

um die Maische, als Vorstufe des Destillats,<br />

anzusetzen. «Das hat schon mein<br />

Urgrossvater so gemacht, und das ist bis<br />

heute so», erklärt Bruno Vocat, in direkter<br />

Linie Nachkomme des Firmengründers<br />

aus der vierten Generation und zuständig<br />

für die Produktion.<br />

Das allererste Produkt seines Vorfahren<br />

war ein Likör, der Liqueur du Grand<br />

St-Bernard, hergestellt aus Kräutern<br />

nach einem Rezept direkt aus dem Hospiz.<br />

Im Gegensatz zu anderen Destillateuren<br />

jener Zeit, verarbeitet Louis<br />

Morand Pflanzen und Früchte direkt und<br />

nicht als Essenzen oder Extrakte. An den<br />

damaligen Weltausstellungen wird er mit<br />

Preisen bedacht und hat grossen Erfolg.<br />

Der führt dazu, dass er weitere Liköre<br />

herstellt. Louis Morand stellt auch<br />

bereits Sirupe her – diese werden, vor<br />

allem in der Westschweiz, zum Inbegriff<br />

des Fruchtsirups. Heute gibt es über<br />

dreissig Sorten, darunter auch aus <strong>Wallis</strong>er<br />

Aprikosen und Birnen.<br />

Die zweite Generation unter André Morand<br />

baut den Betrieb aus und wird zum<br />

Swiss Hot Mojito<br />

In einer Tasse<br />

2 Limettenviertel<br />

zerdrücken<br />

10 Minzblätter<br />

2 cl Williamine® Morand<br />

20 cl heisser Apfelsaft «Cosy»<br />

48


1 In diesen Kupferkesseln werden<br />

die kostbaren Eaux de Vie aus<br />

der Maische von Früchten gebrannt.<br />

2 Einfüllen der Eaux de Vie in Flaschen.<br />

3 Gaëlle Charbonnet aus Nendaz<br />

hat für eine Jubiläumsserie Etiketten<br />

für Williamine AOP und Grenadine-<br />

Sirup gestaltet. Sie studiert an der<br />

Schule für Gestaltung und Hochschule<br />

für Kunst HES-SO in Sierre.<br />

Gewinnen Sie einen Besuch bei Morand<br />

Zum 130-jährigen Jubiläum offeriert Morand<br />

einer Gruppe von bis zu 20 Personen einen Besuch in<br />

der Destillerie in Martigny! Bewerben Sie sich:<br />

morand@schweizer-illustrierte.ch<br />

Es entscheidet das Los.<br />

2 3<br />

Williamine Tropical<br />

Einen Shaker mit Eiswürfeln auffüllen<br />

3 cl Douce de® Williamine® Morand<br />

2 cl Likör Williamine® Morand<br />

5 cl Ananassaft<br />

Saft einer halben Limette<br />

1 cl Zuckerrohrsirup Morand<br />

Shaken und in ein Martiniglas filtern<br />

«Wir haben eigene Plantagen<br />

mit Luizet-Aprikosen<br />

für den Abricotine AOP»<br />

Händler anderer Marken wie der Biere<br />

Beauregard und Cardinal, der Champagnermarke<br />

Moët sowie des damals aufkommenden<br />

Coca-Colas. André Morand<br />

ist es auch, der in den 1940-er Jahren beginnt,<br />

Eau de Vie aus Williamsbirnen herzustellen.<br />

Er kauft den Namen von einer<br />

Genfer Destillerie, lässt ihn als Marke<br />

1953 in der Schweiz eintragen und drei<br />

Jahre später international schützen. Das<br />

Produkt hat grossen Erfolg, der Nachschub<br />

muss sichergestellt werden. Die<br />

<strong>Wallis</strong>er Obstbauern machen mit, pflanzen<br />

Bäume und schaffen einen neuen<br />

Wirtschaftszweig: Noch heute liefert<br />

der Kanton 72 Prozent der gesamten<br />

schweizweiten Ernte an Williamsbirnen!<br />

Und Morand hat seitdem rund 150 Millionen<br />

Kilo davon verarbeitet.<br />

Doch etwas fehlte noch. Die Kultfrucht<br />

des <strong>Wallis</strong> ist die Aprikose. In der dritten<br />

Generation kämpft Louis Morand dafür,<br />

dass exzellente Produkte des Terroirs<br />

auch für Kundinnen und Kunden erkennbar<br />

werden: Er arbeitet wesentlich daran<br />

mit, dass das Label AOP – Appella tion<br />

d’Origine Protégée – auch für die typische<br />

<strong>Wallis</strong>er Aprikose Luizet gilt. Und<br />

dass auch die daraus gebrannte Abricotine<br />

das Label AOP erhält. «Heute haben<br />

wir eigene Plantagen mit Luizet-Aprikosen<br />

in Saxon», erklärt Bruno Vocat.<br />

49


1 Einige Tausend Flaschen Williamine<br />

AOP mit der Jubiläumsetikette<br />

werden zum 130-Jährigen verkauft.<br />

Im Morand-Laden in Martigny werden<br />

sämtliche Destillate, aber auch<br />

alle Sirupe und die Tees und Kräuter<br />

der Marke Grand St-Bernard verkauft.<br />

2 Bruno Vocat, Julien Morand<br />

und Fabrice Haenni (von links) beim<br />

Testen von Abricotine AOP.<br />

1<br />

2<br />

TRADITION<br />

Swiss Rock Coffee<br />

In einem Espressoglas:<br />

2 cl sWiss Rock® premix Morand<br />

(Williamine® oder Abricot)<br />

1 Espresso<br />

Schlagrahm<br />

Kaffeebohne mit<br />

Schokoüberzug zur Dekoration<br />

Wer meint, mit so viel Vorarbeit sei das<br />

Geschick einer erfolgreichen Firma für<br />

immer gesichert, der täuscht sich. 2004<br />

wurde in der Schweiz die Promille grenze<br />

für Automobilisten auf 0,5 gesenkt.<br />

«Seitdem herrscht die Angst vor dem<br />

Gendarm», wie es Bruno Vocat schmunzelnd<br />

formuliert. Klar, dass der Alkoholkonsum<br />

sank, aber nicht zu Beginn des<br />

Abends, sondern am Ende – beim Digestif<br />

eben. «Eaux de Vie werden oft nur mit<br />

Digestif in Verbindung gebracht, in Mode<br />

sind heute Gin und gemixte Drinks»,<br />

konstatiert Fabrice Haenni, Direktor von<br />

Morand. «Dabei eignen sich unsere<br />

hochklassigen Eaux de Vie aus Aprikosen,<br />

Birnen, Himbeeren oder Mirabellen<br />

zusammen mit den Sirupen mit dem feinen<br />

Aroma bestens für frische, moderne<br />

Mixgetränke.» Morand hat also den<br />

Swiss Cocktails Service und Swiss Rock<br />

eröffnet: «Wir kommen als Cocktail-Caterer<br />

vorbei und betreiben an Anlässen<br />

die Bar. Dabei gehen wir auf die Wünsche<br />

der Kunden ein, mixen nach The-<br />

men oder Farben – was gewünscht wird.»<br />

Morand hat neu auch den gefragten Gin<br />

im Programm: einerseits den von einem<br />

<strong>Wallis</strong>er entwickelten Alata, aber auch<br />

einen mit Yuzu-Note von Niels Rodin.<br />

Auch die Eaux de Vie bekommen neues<br />

Leben – als Coeur mit besonders hohem<br />

Fruchtanteil, als Douce de mit weniger<br />

Alkoholgehalt oder als vegane Mousse,<br />

die sich als Häubchen für den Kaffee,<br />

aber auch für Drinks eignet.<br />

Und da wären noch die Pastillen, Tees<br />

und Kräuter der Marke Grand St-Bernard<br />

– aus Bio-Kräutern und mit der Marke<br />

<strong>Wallis</strong> ausgezeichnet. Morand hat den<br />

Familienbetrieb 2015 gekauft. Und nicht<br />

nur das: Fabrice Haenni, mit seinen Eltern<br />

im Kräuterbusiness aufgewachsen,<br />

hängte seinen Job als Banker an den Nagel<br />

und stieg als Direktor bei Morand ein.<br />

«Eine schönere Aufgabe, als bei Morand<br />

zu arbeiten, hätte ich mir nicht erträumen<br />

können.» Und so führt er zusammen<br />

mit vier Urenkeln des Gründers den Familienbetrieb<br />

in die Zukunft.<br />

50


SO NAH!<br />

Näher, als man denkt: Die <strong>Wallis</strong>er Berge sind von einem grossen Teil<br />

der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.<br />

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch<br />

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.<br />

Wer auf Genuss setzt, nimmt den «Lötschberger» der BLS und fährt<br />

über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.<br />

Ovronnaz<br />

Zürich 3:45 h 3:10 h<br />

Bern 2:40 h 2:00 h<br />

Luzern 3:50 h 3:00 h<br />

Basel 3:50 h 3:00 h<br />

Genf 2:40 h 2:10 h<br />

Lausanne 2:00 h 1:30 h<br />

Neuchâtel 2:45 h 2:10 h<br />

Crans-<br />

Montana<br />

Zürich 3:10 h 3:15 h<br />

Bern 2:05 h 2:05 h<br />

Luzern 3:10 h 3:10 h<br />

Basel 3:10 h 3:05 h<br />

Genf 2:40 h 2:15 h<br />

Lausanne 1:50 h 1:35 h<br />

Neuchâtel 2:40 h 2:20 h<br />

Leukerbad<br />

Zürich 3:05 h 3:30 h<br />

Bern 2:00 h 2:20 h<br />

Luzern 3:10 h 3:10 h<br />

Basel 3:10 h 3:20 h<br />

Genf 3:05 h 2:20 h<br />

Lausanne 2:20 h 1:40 h<br />

Neuchâtel 3:05 h 2:25 h<br />

Champéry<br />

Zürich 3:50 h 2:40 h<br />

Bern 2:45 h 1:30 h<br />

Luzern 4:20 h 2:30 h<br />

Basel 3:50 h 2:30 h<br />

Genf 2:20 h 1:35 h<br />

Lausanne 1:30 h 1:15 h<br />

Neuchâtel 2:45 h 1:30 h<br />

Riederalp<br />

Zürich 2:50 h 2:40 h<br />

Bern 1:40 h 2:20 h<br />

Luzern 2:50 h 2:25 h<br />

Basel 2:50 h 3:20 h<br />

Genf 3:10 h 2:40 h<br />

Lausanne 2:30 h 2:00 h<br />

Neuchâtel 2:50 h 2:45 h<br />

Infografik Laura Bendixen, Simona Guarino<br />

Verbier Zermatt Saas-Fee<br />

Zürich 3:30 h 3:15 h<br />

Bern 2:30 h 2:05 h<br />

Luzern 4:05 h 3:10 h<br />

Basel 3:35 h 3:05 h<br />

Genf 2:30 h 2:15 h<br />

Lausanne 1:45 h 1:35 h<br />

Neuchâtel 2:25 h 2:20 h<br />

Zürich 3:10 h 3:45 h<br />

Bern 2:05 h 2:30 h<br />

Luzern 3:10 h 3:15 h<br />

Basel 3:15 h 3:30 h<br />

Genf 3:40 h 2:55 h<br />

Lausanne 2:50 h 2:15 h<br />

Neuchâtel 3:10 h 3:00 h<br />

Zürich 2:50 h 3:45 h<br />

Bern 1:50 h 2:30 h<br />

Luzern 3:05 h 3:15 h<br />

Basel 3:05 h 3:30 h<br />

Genf 3:30 h 2:55 h<br />

Lausanne 2:45 h 2:15 h<br />

Neuchâtel 3:05 h 3:00 h


SBB<br />

1 2<br />

SBB Contact Center:<br />

immer ganz Ohr<br />

Text: Monique Ryser Fotos: Pascal Gertschen<br />

Still ist es im riesigen Raum, die Arbeitsplätze<br />

sind nur durch Stoffwände<br />

abgetrennt. Konzentriert<br />

sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

des SBB Contact Centers in Brig-<br />

Glis an ihren Pulten, vor sich zwei Bildschirme,<br />

auf dem Kopf ein Headset.<br />

Neben dem Personal im Zug und den<br />

Mitarbeitenden am Schalter sind sie die<br />

Ansprechpersonen für die Kundinnen<br />

und Kunden der SBB und weiterer Be-<br />

triebe des öffentlichen Verkehrs. Sie geben<br />

Auskunft, lösen Probleme, sind Klagemauer<br />

und Reiseplaner. 4800 Anrufe,<br />

1200 E-Mails und 800 Briefe kommen<br />

pro Tag durchschnittlich hier zusammen.<br />

Das ergibt jährlich 2,7 Millionen Kontakte.<br />

Dazu kommen Beratung und Betreuung<br />

der Kunden per Twitter und Facebook.<br />

317 Angestellte arbeiten in Schichten,<br />

um den Betrieb von 24 Stunden an<br />

sieben Tagen sicherzustellen.<br />

Brig-Glis und der Kanton <strong>Wallis</strong> hatten<br />

sich vor neunzehn Jahren darum beworben,<br />

das SBB Call Center in der Gemeinde<br />

anzusiedeln, und den Zuschlag<br />

erhalten. Der Vorteil war nicht nur,<br />

dass ein ehemaliges Swisscom-Gebäude<br />

übernommen werden konnte, sondern<br />

dass im <strong>Wallis</strong> auch die wichtige Dreisprachigkeit<br />

gewährleistet ist. Über<br />

neunzig Prozent der Angestellten kommen<br />

aus dem zweisprachigen <strong>Wallis</strong>, ein<br />

Teil sind Grenzgänger aus Italien, ein<br />

kleiner Teil kommt aus anderen Kantonen.<br />

Das SBB Contact Center ist in der<br />

Zwischenzeit einer der grössten Arbeitgeber<br />

im Oberwallis.<br />

«Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeitenden»,<br />

sagt Johann-Josef Jossen,<br />

Leiter des SBB Contact Centers. «Vor<br />

Kurzem haben wir die verschiedenen<br />

52


1 Vier Stöcke in Brig-Glis für Fragen<br />

aus der ganzen Schweiz. 2 Johann-<br />

Josef Jossen leitet das SBB Contact<br />

Center. «Wir suchen immer neue Kolleginnen<br />

und Kollegen.» 3 Eines der<br />

Grossraumbüros, wo die Angestellten<br />

per Telefon, E-Mail, Brief und Social<br />

Media Probleme lösen. 4 Jasmin ist<br />

eine der guten Seelen bei den SBB.<br />

3 4<br />

Unter<br />

0848 44 66 88<br />

werden Reisen<br />

organisiert,<br />

Verlorenes<br />

gefunden,<br />

Probleme gelöst<br />

SBB-Auskunftsnummern zusammengelegt.<br />

Die thematische Breite ist jetzt also<br />

viel grösser. Meine Mitarbeitenden müssen<br />

Fragen zum Swiss Pass, zu Fernreisen<br />

oder verlorenen Gegenständen beantworten<br />

können.» Zudem werden hier<br />

Billettautomaten aus der Ferne bedient,<br />

wenn etwa eine blinde Person im Bahnhof<br />

Zürich ein Ticket lösen will, und Reisen<br />

für Menschen mit Handicap geplant.<br />

Zwar gibt es noch immer einen Support<br />

mit Spezialisten, der angefragt werden<br />

kann. Aber Ziel sei, dass eine Anfrage<br />

von einer Person beantwortet werde.<br />

«Das ist sehr anspruchsvoll und braucht<br />

von unseren Leuten ganz viel Einsatz.»<br />

Jasmin ist eine von ihnen. In aller Ruhe<br />

und mit viel Hilfsbereitschaft sucht sie<br />

gerade eine Verbindung zwischen Genf<br />

und Turin heraus. Ein Kunde hat online<br />

53<br />

bereits ein Ticket gekauft, möchte nun<br />

aber zu einer anderen Zeit abfahren und<br />

will wissen, wie er das Geld für das falsche<br />

Ticket zurückbekommt. «Sie kaufen<br />

das zweite, danach können sie das erste<br />

Ticket annullieren und erhalten, abzüglich<br />

eines Bearbeitungsbetrags, den Ticketpreis<br />

zurück», erklärt sie. Und schon<br />

kommt der nächste Anruf: Offenbar hat<br />

in Saint-Maurice eine Anschlussverbindung<br />

den verspäteten Zug nicht abgewartet.<br />

Diesen Anruf kann Jasmin an<br />

den Kundendialog weitergeben, der dafür<br />

da ist, Lob und Kritik entgegenzunehmen.<br />

Nebenan bearbeitet ein Kollege<br />

E-Mails, beantwortet Fragen und stellt<br />

Tickets aus. «Meist sind die Leute froh<br />

um unsere Hilfe. Wenn sie aufgeregt<br />

oder genervt sind, müssen wir einfach<br />

ruhig bleiben», beschreibt es Jasmin.


WALLISER<br />

1<br />

54


R E T O S U M M E R M A T T E R<br />

Die Rentiere<br />

von Herbriggen<br />

«Ich hätte einem Rentier nie den Namen Rudolph<br />

gegeben», sagt Reto Summermatter. Und trotzdem<br />

heisst eines seiner acht Tiere so – weil es<br />

im hohen Norden von seinem Vorbesitzer<br />

diesen Namen bekommen hat.<br />

Fotos: Marco Schnyder<br />

Herbriggen, das kleine Dorf auf<br />

dem Weg nach Zermatt, dort wo<br />

der Zug nur «auf Verlangen» hält,<br />

ist das Zuhause der Rentiere von Reto<br />

Summermatter (34). Wer jetzt im <strong>Winter</strong>,<br />

da die Bäume ohne Laub dastehen, genau<br />

hinschaut, sieht das Gehege mit den<br />

Tieren sogar vom Zug aus. Die nordische<br />

Hirschart begeistert den gelernten Elektriker<br />

und Forstwart bereits seit seiner<br />

Kindheit. «Ich glaube, diese Faszination<br />

verdanke ich tatsächlich den Weihnachtsfilmen»,<br />

glaubt Reto Summermatter. Vielleicht<br />

rühre das Interesse aber auch daher,<br />

dass er eher ein <strong>Winter</strong>mensch sei<br />

und gerne Schnee und Kälte habe – genauso<br />

wie die Rentiere eben.<br />

Im <strong>Winter</strong> vor sechs Jahren machte sich<br />

Reto Summermatter auf nach Schweden,<br />

um als Hundeschlitten-Guide zu jobben<br />

und Rentiere in freier Wildbahn zu beobachten.<br />

Dort kam er in Kontakt mit Rentierzüchtern<br />

und ihren grossen Herden<br />

mit bis zu 600 Tieren. «In Skandinavien<br />

und Sibirien gelten Rentiere in der Landwirtschaft<br />

als wichtige Arbeitstiere», erklärt<br />

Reto Summermatter.<br />

Zurück in der Heimat verwirklichte sich<br />

der <strong>Wallis</strong>er seinen Traum vom eigenen<br />

Rentiergehege. Mittlerweile leben acht<br />

Rentiere in Herbriggen. Allerdings nicht<br />

als Arbeitstiere. «Mit dem, was ich in die<br />

Rentiere investiert habe, könnte ich ein<br />

gutes Auto kaufen», sagt Reto schmunzelnd<br />

und fügt hinzu: «Ich mache es, weil<br />

ich es gerne mache. Wenn es mir um Profit<br />

ginge, dann würde ich andere Tiere<br />

halten.»<br />

Den ein Kilometer langen und 2.80 Meter<br />

hohen Zaun hat Reto Summermatter<br />

selber verlegt. Die Anschaffung der Tiere<br />

führte zu viel administrativem Aufwand.<br />

Schliesslich handelt es sich bei<br />

den Rentieren um eine «nichtheimische<br />

55<br />

2<br />

1 + 2 Rentierdame Ylvi in schönster<br />

Pose. Sie ist mit neun Jahren die Älteste<br />

der Herde. Reto: «Sie ist die Diva und<br />

Fremden gegenüber skeptisch.»


«Sie sind anhänglich,<br />

aber ich will sie<br />

nicht dressieren»<br />

1 2 3<br />

WALLISER<br />

Reto Summermatter und Loki im<br />

Zwiegespräch. Jeden Morgen und<br />

Abend geht der Rentierhalter ins<br />

Gehege zum Füttern und Putzen.<br />

56<br />

Wildart». «Ich musste eine zweijährige<br />

Ausbildung zum Hirschhalter absolvieren.<br />

Das Veterinäramt hat ausserdem<br />

das Gehege begutachtet und eine Bewilligung<br />

erteilt, ehe die Rentiere einziehen<br />

konnten.» Über drei Jahre hat sich<br />

das Bewilligungsverfahren hingezogen.<br />

Vier Tiere sind als Erste ins neue Heim<br />

gezogen. Seither hat Reto Summermatter<br />

ein weiteres Rentier gekauft und einen<br />

Stier von einem anderen Züchter<br />

übernommen, der dort Probleme machte.<br />

Im Mai 2017 hat Leevi als erstes Jungtier<br />

in Herbriggen das Licht der Welt erblickt.<br />

Im Jahr darauf musste der Tierhalter<br />

eine Totgeburt beklagen, doch<br />

Anfang dieses Jahres ist mit Loki das<br />

zweite Jungtier zur Welt gekommen. «Ich<br />

möchte eines Tages zehn bis zwölf Tiere<br />

halten.»<br />

Es geht ihm bei der Tierhaltung auch<br />

darum, dass die Fläche sinnvoll bewirtschaftet<br />

wird und nicht verwaldet. Die<br />

Rentiere haben sich auch gut in die Umgebung<br />

eingelebt, manchmal grasen neben<br />

dem Gehege im Wald Rehe, Hirsche,<br />

Gämsen oder Steinböcke. «Sie haben<br />

sich gut aneinandergewöhnt und leben<br />

friedlich nebeneinander», so Reto Summermatter.<br />

Blätter, Rinden und Flechten haben die<br />

Rentiere zum Fressen gern. Gras ebenfalls,<br />

aber dieses mögen sie etwas weniger.<br />

Daneben bekommen sie Maispellets<br />

und Kraftfutter speziell für Rentiere.<br />

Die Herbrigger Bevölkerung hat das<br />

Unterfangen mit anfänglicher Skepsis<br />

beo bachtet. «Heute haben sich aber alle<br />

daran gewöhnt und fragen mich, wie es<br />

Rudolph und seinen Freunden gehe.»<br />

Denn eines von Reto Summermatters<br />

Tieren hört tatsächlich auf den Namen<br />

Rudolph-Theophil. Aber nur, weil es bereits<br />

so geheissen hat, als es nach Her-


1 Leevi ist der Erstgeborene – er kam<br />

2017 in Herbriggen zur Welt. 2 Das Fell<br />

von Rudolph ist dichter und weicher als<br />

das der anderen. «Er hat ein Teddybärfell»,<br />

so Reto Summermatter. 3 Leevi am<br />

Heu fressen. 4 Ylvi am Hang im Gehege.<br />

Auf der anderen Zaunseite grasen die<br />

lokalen Wildtiere. 5 Loki ist die Jüngste:<br />

Sie ist dieses Jahr zur Welt gekommen.<br />

4<br />

5<br />

briggen kam. «Ich hätte einem Rentier<br />

niemals den Namen Rudolph gegeben.<br />

Meine Tiere sind nicht zu vergleichen mit<br />

dem berühmten Rudolph. Sie sind anhänglich,<br />

aber ich versuche sie möglichst<br />

naturnah zu halten und sie nicht zu dressieren.»<br />

So würden sie sich auch nicht<br />

vor einen Schlitten spannen lassen. Reto<br />

Summermatter möchte seine Rentiere<br />

denn auch nicht als Touristenattraktion<br />

vermarkten. «Mein primäres Ziel ist die<br />

Zucht.»<br />

Jede freie Minute verbringt Reto Summermatter<br />

mit seinen Tieren. Er führt sie<br />

auch spazieren, allein oder zu zweit, mit<br />

einem Strick gesichert. «Wenn ich mit<br />

meinen Rentieren unterwegs bin, dann<br />

zieht das schon die Blicke auf sich», gesteht<br />

er. Rund anderthalb Stunden pro<br />

Tag verbringt er mit seinen Tieren. «Zum<br />

Glück habe ich eine verständnisvolle<br />

Frau, die auch gerne Tiere hat.»<br />

57


LAWINEN<br />

Foto Nivitec<br />

58


D R O H N E F Ü R<br />

DEN NOTFALL<br />

Das <strong>Wallis</strong> lebt mit den Naturgewalten.<br />

Und die <strong>Wallis</strong>er haben aus der Not eine<br />

Tugend gemacht und mit dem Umgang<br />

mit Lawinen sogar die Unesco überzeugt.<br />

Text: Thomas Renggli<br />

59<br />

Suchen<br />

Die Firma<br />

Nivitec produziert<br />

Drohnen, die bei der<br />

Suche nach Verschütteten effizienteste<br />

Arbeit leisten. Forschung<br />

Das grösste Lawinen-Observatorium<br />

der Welt befindet sich im Vallée de<br />

la Sionne. Innovation <strong>Wallis</strong>er<br />

Start-ups verbinden das<br />

Wissen über Lawinen<br />

mit neuer Technologie.


LAWINEN<br />

Fotos David Carlier, HO<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist<br />

globales Kompetenzzentrum<br />

in der Lawinenforschung<br />

und<br />

-prävention<br />

Pulverschnee, mystische Eiskris talle,<br />

gleissendes Sonnenlicht: Die Alpen<br />

präsentieren sich in der kalten<br />

Jahreszeit als <strong>Winter</strong>wunderland.<br />

Der Kanton <strong>Wallis</strong> vereint die höchsten<br />

Berge des Landes, 45 von 48 Schweizer<br />

Viertausendern gehören zum Kanton<br />

oder berühren ihn zumindest. Doch auch<br />

die spektakulärste Bergwelt hat ihre<br />

Schattenseiten und stellt die Menschen<br />

seit Generationen vor grosse Herausforderungen.<br />

«In den Bergen gibt es die<br />

absolute Sicherheit nicht», sagt Pierre<br />

Huguenin, der technische Verantwortliche<br />

am WSL-Institut für Schnee- und<br />

Lawinenforschung SLF in Sion, der Aussenstelle<br />

der Davoser Zentrale, «es<br />

bleibt immer ein Restrisiko.»<br />

Das <strong>Wallis</strong> hat aus der Not eine Tugend<br />

gemacht und sich mit seinen profunden<br />

Wissenschaftsarbeiten und den archivierten<br />

Erkenntnissen als globales Kompetenzzentrum<br />

in der Lawinenforschung<br />

und Lawinenprävention etabliert. 2018<br />

wurde der Umgang mit der Lawinengefahr<br />

von der Unesco als immaterielles<br />

Kulturerbe anerkannt. «Lawinen führen<br />

im Alpenraum zu neuen Formen des kollektiven<br />

Umgangs mit Risiken», heisst es<br />

beim Bundesamt für Kultur.<br />

Das Lawinenbulletin spielt für die Sicherheit<br />

eine zentrale Rolle. Es wird durch<br />

das SLF in Davos anhand der Daten<br />

der automatischen Messstationen des<br />

flächendeckenden IMIS-Netzes erstellt.<br />

Obwohl die Datenerfassung mittler weile<br />

ein technologischer Ablauf ist, spielt die<br />

menschliche Beurteilung weiterhin eine<br />

wichtige Rolle. Norbert Carlen, bei der<br />

Dienststelle des Kantons <strong>Wallis</strong> für Naturgefahren<br />

zuständig, sagt dazu: «Die<br />

Sicherheitsdienste und Pistenpatrouillen<br />

kennen die lokalen Besonderheiten<br />

und haben dank ihrer Erfahrung in der<br />

Regel ein ausgeprägtes Gespür für die situative<br />

Gefahrenentwicklung.» Die Forschungsarbeiten<br />

am SLF orientieren sich<br />

am neusten Stand der Wissenschaft. Anhand<br />

von Computersimulationen wird der<br />

komplizierte physikalische Prozess des<br />

Auslösens und Abgleitens von Schneebrettern<br />

nachgestellt. In der Praxis werden<br />

Messungen im grössten Lawinen-<br />

Observatorium der Welt – im Vallée de<br />

la Sionne in der Gemeinde Arbaz – vorgenommen.<br />

Dort befinden sich drei Auslösegebiete,<br />

die zahlreiche Messungen<br />

über die Bewegung, das Volumen, die<br />

Temperatur und die Dichte einer Lawine<br />

erlauben. Radare und Sensoren tragen<br />

dazu bei, eine Lawine und deren<br />

Verhalten genau zu analysieren.<br />

Die Naturgefahr Lawine hat im <strong>Wallis</strong><br />

auch Pionierunternehmen hervorgebracht:<br />

In-Terra präzisiert mit Drohnentechnik<br />

die Datenerfassung. Die Topografie<br />

der Alpen kann so viel genauer<br />

Sprengen<br />

Sprengungen bleiben<br />

trotz Technik wichtig.<br />

Norbert Carlen: «An exponierten<br />

Stellen sprengen wir ab einer<br />

Neuschneehöhe von fünfzig Zentimetern.»<br />

Klimaerwärmung Nassschneelawinen<br />

nehmen zu, sie sind zerstörerischer<br />

als Staublawinen.<br />

Energie Photovoltaik<br />

auf einer Verbauung.<br />

60


61<br />

analysiert werden, was der Rettung im<br />

Hochgebirge zugutekommt. Auch die Digitalisierung<br />

optimiert den Schutz vor<br />

Lawinen. Die App Nivo Test von Météorisk<br />

ermöglicht es, die Risiken für Expeditionen<br />

anhand von Informationen zu<br />

Topografie und Konstitution von Berghängen<br />

abzuwägen. Durch zahlreiche<br />

meteorologische und topografische Faktoren<br />

oder Erfahrungen liefert diese Applikation<br />

Angaben und den Bedingungen<br />

angepasste Sicherheitsratschläge.<br />

Das Start-up Transcend hat mit der Technologie<br />

der erweiterten Realität (Augmented<br />

Reality) Schulungen für Erste<br />

Hilfe in den Bergen entwickelt. Die Firma<br />

Nivitec produziert Drohnen, die bei<br />

der Suche nach Verschütteten effizienteste<br />

Arbeit leisten. Die Air Zermatt und<br />

die Air-Glaciers schliesslich gehören<br />

traditionell zu den grössten Spezialisten<br />

in Bergung und Rettung. Sie haben mit<br />

Transportflügen aber auch entscheidend<br />

zur Erstellung von rund 4000 Lawinenverbauungen<br />

in den vergangenen zehn<br />

Jahren beigetragen. Auf diesen baut<br />

dann das Unternehmen EnAlpin Sonnenkollektoren.<br />

Dieses neuartige Konzept,<br />

das bis auf eine Höhe von 2400 Metern<br />

angewendet werden kann, verbindet<br />

Sicherheit mit Nachhaltigkeit.<br />

Für Norbert Carlen ist entscheidend:<br />

«Der Lawinenschutz funktioniert nur<br />

dann effizient, wenn alle Informationen<br />

und Ressourcen gebündelt werden.»<br />

Gleichzeitig gibt er zu bedenken: «Mit<br />

der fortschreitenden Technisierung steigt<br />

auch der Druck auf die Entscheidungsträger.»<br />

Viele Lawinen donnern immer<br />

wieder am selben Ort ins Tal, weshalb<br />

Lawinensprengungen von grosser Bedeutung<br />

bleiben. «An exponierten Stellen<br />

sprengen wir ab einer Neuschneehöhe<br />

von fünfzig Zentimetern», erklärt<br />

Carlen. Lawinenniedergänge seien heute<br />

zwar exakter voraussehbar, vollständig<br />

werde sich die Natur aber nie berechnen<br />

lassen.


In Zusammenarbeit mit dem Klub der Unternehmen<br />

Teamwork<br />

zahlt sich aus<br />

Sierre | Was tun, wenn ein Riesenauftrag<br />

reinkommt, man beste Qualität liefern<br />

will, aber nicht genügend Profis zur Verfügung<br />

hat? Man macht es wie die Firma<br />

Texner: Sie konnte für die Hotelfachschule<br />

Lausanne 400 Kostüme für die<br />

Studierenden fertigen und fragte das<br />

Couture-Lehratelier <strong>Wallis</strong> an, bei den<br />

Anpassungen zu helfen. «Nach dem Ausmessen<br />

haben wir die Anpassungen an<br />

den Kleidern in sehr kurzer Zeit vorgenommen»,<br />

erzählt Gabriela Schnyder,<br />

Direktorin des Couture-Lehrateliers. Da<br />

die Zusammenarbeit von Texner mit den<br />

Schülerinnen und Schülern zur vollen Zufriedenheit<br />

verlief, wurde das Teamwork<br />

weitergeführt. «Es ist sehr befruchtend,<br />

mit einer Schule zusammenzuarbeiten»,<br />

betont Stany Fardel, Gründer und Patron<br />

von Texner. «Die Schülerinnen und Schüler<br />

des Couture-Lehrateliers können den<br />

Arbeitsalltag kennenlernen, und wir sind<br />

mit ihrer Arbeit sehr zufrieden.»<br />

www.texner.ch<br />

www.couture-vs.ch/de/lehratelier<br />

Massgeschneidertes Angebot<br />

für Jungunternehmen<br />

Sion | Als führende Unternehmerbank in<br />

der Schweiz hat UBS ein neues Bankpaket<br />

für Jungunternehmen lanciert.<br />

UBS Start Business geht weit über ein<br />

traditionelles Bankangebot hinaus: Die<br />

üblichen Finanzdienstleistungen werden<br />

durch Kooperationen mit externen Partnern<br />

ergänzt, wie zum Beispiel im Bereich<br />

des Rechnungswesens mit der<br />

Bexio-Software, Gründungsdienstleistungen<br />

mit LegalGo, Geschäftsmodellüberprüfung<br />

mit Impact Hub und Mentoring<br />

mit der Startup Academy.<br />

UBS Start Business führt junge Unternehmen<br />

auf eine einzelne Plattform, wo<br />

die verschiedenen Dienstleistungen und<br />

Produkte («One-Stop-Shop») bezogen<br />

werden können. Zudem werden auch<br />

wertvolle Tipps und Tricks für Jungunternehmer<br />

aufgezeigt. Dieses Basis-<br />

Bankangebot für Unternehmen, deren<br />

Firmengründung weniger als drei Jahre<br />

zurückliegt, ist im ersten Jahr – inklusive<br />

Kapitaleinzahlungskonto – kostenlos.<br />

Weitere Informationen unter<br />

microsites.ubs.com/startbusiness<br />

WIRTSCHAFT<br />

Mit vierzig Tonnen gegen die Schneemassen<br />

Fotos HO<br />

Brig | Die Gornergrat Bahn, die höchste<br />

im Freien angelegte Zahnradbahn Europas,<br />

erklimmt seit 1898 den 3089 Meter<br />

ho hen Gornergrat ob Zermatt. Wenn es<br />

nachts schneit, beginnt die Arbeit an der<br />

9339 Meter langen Strecke um fünf Uhr<br />

und dauert, bei normalen Verhältnis sen,<br />

zwei Stunden. Die Schleuder befördert<br />

pro Stunde rund 3000 Tonnen Schnee.<br />

Bei intensivem Schneefall ist nach Abschluss<br />

der Räumung auf beiden Spuren<br />

oft die erste bereits wieder eingeschneit.<br />

Die Schleuder wird von einem Triebfahrzeug<br />

gestossen. Es wird nur aufwärts geräumt,<br />

da man oben nicht wenden kann.<br />

Weichen und Zahnstangen werden in<br />

Zweierteams von Hand freigeschaufelt.<br />

www.gornergratbahn.ch<br />

63


GENUSS<br />

64


GUTER<br />

GESCHMACK<br />

Der Erfolg kam, als er beschloss, sein Ding<br />

durchzuziehen. Seitdem surft Koch Bert<br />

De Rycker auf der Erfolgswelle. Und testet<br />

mit Winzer Thierry Constantin Weine.<br />

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth<br />

Coquilles St. Jacques<br />

mit Schwarzwurzeln und<br />

Truffes aus dem <strong>Wallis</strong>.<br />

65


GENUSS<br />

1<br />

Der Telefonanruf ist nur kurz. «Ja,<br />

kommen Sie einfach vorbei, ich<br />

bin da», beendet Bert De Rycker,<br />

Koch und Besitzer des Restaurants<br />

Le Rawyl in Randogne, das Gespräch.<br />

Kurze Zeit später steckt seine Nase tief<br />

in einer Handvoll frischer Trüffeln. Vorbeigebracht<br />

hat sie der Anrufer, ein<br />

Mann aus der Region. Seinen Namen<br />

wolle er lieber nicht hier lesen, entschuldigt<br />

er sich. Denn was er da in einem<br />

Korb mitgebracht hat, ist einige Hundert<br />

Franken wert – <strong>Wallis</strong>er Trüffeln. Bert<br />

De Rycker schneidet einen der Pilze auf,<br />

riecht nochmals daran. «Ja, ich nehme<br />

sie, wie viel haben Sie?» Viel. Der Besucher<br />

kramt noch ein Tupperware mit<br />

Trüffeln von vorgestern hervor. Wie er<br />

diese denn gefunden habe, will De Rycker<br />

wissen und schaut ihn interessiert<br />

an. «Zufall», erzählt der Mann, seine Kinder<br />

hätten sich einen Hund gewünscht,<br />

er habe einen gekauft, sei mit ihm ein<br />

bisschen in den Wald gegangen, und<br />

dann grabe der plötzlich nach Trüffeln.<br />

Jetzt kann sich Bert De Rycker das Lachen<br />

nicht mehr verkneifen. Und auch<br />

sein Gast, Winzer Thierry Constantin,<br />

schaut ungläubig nochmals auf den Fund<br />

und bricht in Lachen aus.<br />

Bert De Rycker verabschiedet den Besucher,<br />

nicht ohne ihm noch nachzurufen,<br />

dass er einfach vorbeikommen<br />

solle, falls er wieder etwas zu verkaufen<br />

habe. Er nimmt das Rüstmesser zur Hand<br />

und fährt fort, eine Schwarzwurzel zu<br />

schälen. Eigentlich wäre heute Bert De<br />

Ryckers freier Tag, aber er will die zwei<br />

Gerichte kochen, die wir hier als Rezepte<br />

für die <strong>Winter</strong>zeit zeigen wollen. Offenbar<br />

ist der gebürtige Belgier häufig<br />

auch an freien Tagen hinter dem Herd.<br />

66<br />

«Ich bin mit<br />

Leib und Seele<br />

Koch und<br />

strebe immer<br />

danach, besser<br />

zu werden»


1 Bert De Rycker<br />

(l.) und Thierry<br />

Constantin lieben gutes<br />

Essen mit dem richtigen Wein.<br />

Und sie lieben Tattoos. 2 Alles selber<br />

machen ist ein Prinzip in De Ryckers Küche –<br />

auch das Rüsten. 3 Testen einer Lieferung<br />

frischer Trüffeln aus der<br />

Gegend. 4 Jakobsmuscheln<br />

mit Schwarzwurzeln<br />

und Truffes.<br />

3<br />

2<br />

4<br />

Jakobsmuscheln<br />

mit Amigne de Vétroz<br />

Das sagt jedenfalls sein Sommelier<br />

Quentin Capdeville, der kurz hereinschaut.<br />

«Er pröbelt, testet, ändert ab,<br />

und wenn wir am Tag darauf kommen,<br />

hat er ein neues Gericht, das wir auf die<br />

Karte setzen können. Er sprüht nur so<br />

vor Ideen – deshalb ist es so schön, für<br />

ihn zu arbeiten.»<br />

Er könne aber auch einstecken, beschreibt<br />

Quentin seinen Chef weiter:<br />

«Manchmal sind wir uns nicht einig, welcher<br />

Wein dazugehört, und wir können<br />

da durchaus auch mal laut werden. Dann<br />

kann es vorkommen, und das finde ich<br />

toll an einem Chef, dass er sein Rezept<br />

abändert, damit mein vorgeschlagener<br />

Wein dazu passt.» Bert De Rycker findet<br />

das normal. «Ich bin mit Leib und Seele<br />

Koch und strebe immer danach, noch<br />

besser zu werden. Also ist es doch klar,<br />

dass ich auch auf andere höre.»<br />

Seit zehn Jahren lebt er hier im <strong>Wallis</strong>.<br />

Eigentlich wollte er nur eine Saison mal<br />

in die Berge kommen, nachdem er bei<br />

Sterneköchen wie Thierry Marx und im<br />

«La Tour d’Argent» in Paris gearbeitet<br />

hatte. 2009 beginnt er im Restaurant<br />

Le Panorama in Mollens, und 2013 wird<br />

er Chef im Café Cher-Mignon in Chermignon-d’en<br />

Haut. Das ist nicht allzu weit<br />

entfernt von seinem jetzigen Restaurant,<br />

am Hang zwischen Sierre und Crans-<br />

Montana gelegen. Als er das «Le Rawyl»<br />

besichtigte, entschied er sich schnell:<br />

«Ich sah die Aussicht und wusste, hier<br />

will ich bleiben.»<br />

2016 übernimmt er und serviert vor allem<br />

Bistroküche, er wollte bei der Kundschaft,<br />

die wegen der vielen Wechsel<br />

wegblieb, wieder Vertrauen schaffen.<br />

Doch ein Jahr später stellte er fest: «Das<br />

stimmte für die Gäste nicht, und es<br />

67<br />

16 Jakobsmuscheln<br />

1 kg Schwarzwurzeln<br />

1 dl Rahm<br />

1 dl Fendant<br />

300 g Butter<br />

1 schwarzer oder Herbsttrüffel<br />

Jakobsmuscheln in Küchentuch wickeln<br />

und über Nacht im Kühlschrank trocknen<br />

lassen. Schwarzwurzeln schälen, einen<br />

Teil davon in feine Lamellen schneiden<br />

(Sparschäler) und bei 150 Grad frittieren.<br />

Die restlichen Schwarzwurzeln in Wasser<br />

und 1 dl Rahm 8 bis 10 Minuten kochen.<br />

Die eine Hälfte entnehmen und abkühlen<br />

lassen, die andere weichkochen und<br />

pürieren. Weisswein und einen Teil<br />

des Kochwassers auf die Hälfte reduzieren,<br />

mit Butter aufmontieren, abschmecken.<br />

Die Jakobsmuscheln in<br />

Olivenöl anbraten, würzen. Mit gehobeltem<br />

Trüffel, frittierten Schwarzwurzeln,<br />

-püree und Sauce anrichten.<br />

Dazu passt: Amigne de Vétroz 2018<br />

von Thierry Constantin


1<br />

1 Ganz<br />

fein gehobelt<br />

entfalten die Trüffeln<br />

den intensivsten Geschmack.<br />

2 Cromesquis aus Wildschwein<br />

mit Pastinaken- und Rotkrautpüree.<br />

3 Bert De Rycker strebt nach Höherem:<br />

«Ich will die 15 Punkte sauber<br />

verteidigen, aber auch weiterkommen.»<br />

4 Wild kommt<br />

bei De Rycker in der<br />

Saison auf den<br />

Tisch.<br />

GENUSS<br />

2<br />

3<br />

Cromesquis vom Wildschwein und Schokosauce<br />

mit Cornalin Aguares<br />

1 Wildschweingigot<br />

1 Karotte<br />

2 Zwiebeln<br />

1 Knollensellerie<br />

3 Knoblauchzehen<br />

4 Nelken<br />

6 Wacholderbeeren<br />

1 Lorbeerblatt, je ein Zweig Thymian<br />

und Rosmarin<br />

1 l Wildjus<br />

2 dl Syrah oder Cornalin<br />

100 g schwarze Schokolade<br />

Gigot in der Bratpfanne auf beiden<br />

Seiten gut anbraten, mit grobem Salz und<br />

Pfeffer würzen, in einen Bräter legen.<br />

Die fein geschnittenen Gemüse mit den<br />

Gewürzen und Kräutern in etwas Olivenöl<br />

andünsten. Gigot mit dem Gemüse<br />

bedecken, Wildjus und Wein beifügen.<br />

Mit Alufolie bedecken und 8 Stunden<br />

im vorgeheizten Backofen bei<br />

85 Grad schmoren.<br />

Gigot mit Frischhaltefolie bedecken und<br />

eine Stunde abkühlen lassen. Das Fleisch<br />

zerbröckeln, Gemüse und Jus je separat<br />

passieren. Eine Roux mit Mehl und Milch<br />

anrühren, das passierte Gemüse beifügen.<br />

Beiseitestellen. Den passierten Jus<br />

reduzieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken,<br />

die Schokolade darin schmelzen.<br />

Den Schokoladenjus mit dem Fleisch<br />

mischen und Kugeln formen. Die Kugeln<br />

für 24 Stunden in den Gefrierschrank<br />

legen. Die gefrorenen Kugeln erst in Mehl,<br />

dann in Eigelb und Paniermehl<br />

wenden, den Vorgang mit Eigelb<br />

und Paniermehl wiederholen und<br />

bei 170 Grad frittieren, bis die<br />

Fleischkugeln Farbe annehmen.<br />

Im Ofen bei 160 Grad rund zwei<br />

Minuten fertiggaren und warmhalten.<br />

Anrichten: Die Kugeln<br />

auf Teller geben, mit Sauce<br />

beträufeln und mit Pastinakenund<br />

Rotkrautpüree servieren.<br />

Dazu passt:<br />

Cornalin Aguares 2016 von<br />

Thierry Constantin<br />

68<br />

stimmte für mich nicht.» Er startete<br />

einen Umbau und entschied sich, seine<br />

Küche nach seinen Vorstellungen umzusetzen:<br />

«In der Schweiz essen viele Menschen<br />

auswärts, um sich zu ernähren.<br />

In Belgien geht man auswärts, um etwas<br />

zu erleben.» Das umzusetzen, war nun<br />

sein Ziel. Er wagte viel – und gewann:<br />

Der GaultMillau zeichnete ihn als Entdeckung<br />

der Romandie <strong>2019</strong> aus, und<br />

er kam gleich mit 15 Punkten in den<br />

Gastroführer. «Das hat mich unheimlich<br />

gefreut. Und es motiviert mich.»<br />

Sein Motto hat er in der Küche auf einer<br />

Tafel über der Tür verewigt: «Konstante<br />

Qualität. Immer». Er macht alles selber,<br />

ehrt die Produkte, lässt sie für sich sprechen<br />

und arbeitet vor allem am Geschmack.<br />

«Nicht mehr als vier verschiedene<br />

Gouts pro Teller», ist sein Prinzip.<br />

Das heisst nicht, dass er nicht auch wa-


4<br />

gemutig ist: Er verbindet Randen mit<br />

Schokolade, Gurken mit Kaffee oder<br />

Him beeren mit Spinat. Diese rebellische<br />

Seite zeigt sich auch auf seinen Armen,<br />

auf denen Gemüse, aber auch der<br />

Spruch «Oui, Chef!» tätowiert ist. Das ist<br />

es auch, was ihn mit Winzer Thierry Constantin<br />

verbindet: Sie haben beide den<br />

gleichen Tätowierer und sagen: «Tattoos<br />

sind eine Sucht, beginnt man mit einem,<br />

kann man nicht mehr aufhören.»<br />

Äusserlich würde man sonst nicht denken,<br />

dass sie sich viel zu sagen hätten.<br />

Hier das Kraftpaket Bert, dort der drahtige<br />

ehemalige Marathon-Schweizermeister<br />

Thierry. Doch sind sie beide beseelt<br />

vom Wunsch nach perfektem Genuss.<br />

«Mein Vater hatte Reben, hat aber<br />

nicht selber gekeltert. Für mich war immer<br />

klar, dass ich den Wein vom Anfang<br />

bis zum Schluss selber herstellen will.»<br />

Klar war auch sein wirtschaftliches Ziel:<br />

Weine für die Gastronomie. «Es gibt<br />

nichts Schöneres als ein perfektes Essen<br />

mit dem richtigen Wein.» Heute beliefert<br />

Thierry Constantin unter anderem<br />

die Superstars Anne-Sophie Pic im<br />

französischen Valence und Heston Blumenthal<br />

in London. Besonders bekannt<br />

ist er für seinen trockenen Amigne, eine<br />

Sorte, die sonst eher mit Süsse assoziiert<br />

wird. «Der trockene Amigne hat die<br />

ganze Schönheit dieser wunderbaren<br />

Original <strong>Wallis</strong>er Traube, kann aber sehr<br />

gut zu Vorspeisen serviert werden.»<br />

Constantin und De Rycker testen die<br />

Weine zu den entsprechenden Gerichten.<br />

Essen und Trinken, das ist mehr als<br />

Nahrungsaufnahme. Das ist purer Genuss,<br />

Gespräche über Geschmacksnoten,<br />

Zubereitungsarten und gegenseitiger<br />

Respekt vor der Höchstleistung.<br />

69<br />

Thierry Constantin<br />

beliefert<br />

Superstars wie<br />

Anne-Sophie<br />

Pic und Heston<br />

Blumenthal


In den Bahnhof Le Châble können<br />

auch Doppelstöcker einfahren.<br />

Noch bequemer ins<br />

Skigebiet<br />

Ein neuer Verbier-Express von Genf und der neue<br />

ÖV-Hub Fiesch – vom Zug in die Bergbahn.<br />

ÖV-HUB<br />

Le Châble / Fiesch | Wer Gäste ernst<br />

nimmt, der löst ihre Probleme und<br />

beseitigt Unannehmlichkeiten. Deshalb<br />

gibt es zwei neue ÖV-Hubs, die erlauben,<br />

vom Zug direkt in die Bergbahn zu<br />

steigen und so mit minimalen Umsteigezeiten<br />

und weniger Gepäckchaos ins Skigebiet<br />

zu fahren. Ab 21. Dezember <strong>2019</strong><br />

fährt neu der Verbier-Express vom Flughafen<br />

Genf nach Le Châble, von wo direkt<br />

auf die Bergbahnen nach Verbier<br />

oder Bruson im Skigebiet 4 Vallées umgestiegen<br />

werden kann. Der Verbier-Express<br />

fährt jeweils Samstag und Sonntag<br />

vor halb acht Uhr ab Genf-Flughafen und<br />

ist vor zehn Uhr in Le Châble. Am Ende<br />

des Nachmittags fährt er wieder zurück.<br />

In Fiesch wird am 7. Dezember <strong>2019</strong> ein<br />

neuer ÖV-Hub eröffnet. Der Jahrhundertbau<br />

schafft einen neuen Bahnhof der<br />

Matterhorn Gotthard Bahn. Die Aletsch<br />

Bahnen AG integriert die Talstation der<br />

neuen Zehner-Gondelbahn zur Fiescheralp.<br />

Neben der Talstation in Fiesch entsteht<br />

ein neuer Busterminal. Alle Anlagen<br />

werden barrierefrei ausgestaltet.<br />

Zudem: Die Skigebiete Aletsch Arena<br />

und 4 Vallées kooperieren. Die Inhaberinnen<br />

und Inhaber eines Skipasses der<br />

jeweiligen Gebiete können je fünf Skitage<br />

in der anderen Partnerdestination<br />

verbringen.<br />

www.4vallees.ch<br />

www.aletscharena.ch<br />

71<br />

termine<br />

Der neue Verbier-<br />

Express von Genf-Flughafen<br />

bis Le Châble fährt ab<br />

Fahrplanwechsel vom 21. Dezember<br />

<strong>2019</strong> jeweils samstags und sonntags.<br />

Der ÖV-Hub Fiesch mit Bahn, Postauto<br />

und neuer Zehner-Gondelbahn<br />

auf die Fiescheralp nimmt<br />

am 7. Dezember <strong>2019</strong><br />

seinen Betrieb<br />

auf.


ANGEBOTE<br />

WINTE<br />

72


Der <strong>Winter</strong> im <strong>Wallis</strong> ist eine<br />

Erlebniswelt für <strong>Winter</strong>sport<br />

voller Genussmomente und<br />

Familienglück. Profitieren Sie<br />

von attraktiven Angeboten.<br />

R-SPECIALS<br />

73


SCHNEEGESTÖBER<br />

wallis.ch/ski<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist schneesicher –<br />

Skigebiete bis 3883 Höhenmeter<br />

garantieren beste Verhältnisse.<br />

Ob internationale Destinationen<br />

oder heimeliges Dorfleben,<br />

Freeride im Pulverschnee oder<br />

gemütliches Skifahren, das <strong>Wallis</strong><br />

bietet allen etwas.<br />

ANGEBOTE<br />

Pudrig Skifahren<br />

im <strong>Wallis</strong> –<br />

das ist purer Genuss für<br />

Jung und Alt. Mit dem Skisafari<br />

Skipass können Gäste das ganze <strong>Wallis</strong><br />

erkunden (Karte rechts). Ganz spontan<br />

und je nach Lust und Laune. Der<br />

Skisafari Skipass ist in jedem<br />

Skigebiet jeweils einen<br />

ganzen Tag<br />

gültig.<br />

Package Skisafari –<br />

ganzes <strong>Wallis</strong><br />

Profitieren Sie von den vielfältigen Angeboten<br />

im <strong>Wallis</strong>, und entdecken Sie<br />

jeden Tag ein neues Skigebiet! Sie logieren<br />

zentral und geniessen mit dem exklusiven<br />

Skisafari Skipass freien Zugang<br />

zu allen Skipisten des <strong>Wallis</strong>. Darunter<br />

entdecken Sie kleine, aber feine Skigebiete<br />

und erproben international renommierte<br />

Destinationen. Dank hohen<br />

Lagen bis 3883 Meter haben Sie garantierte<br />

Schneesicherheit und legendäre<br />

Abfahrten bis zu 25 Kilometern Länge.<br />

Die zahlreichen gesicherten Freeride-<br />

Strecken verlocken zudem zum Pulverschneefahren.<br />

Auf Skisafari entscheiden<br />

Sie täglich aufs Neue, in welchem Skigebiet<br />

Sie auf die Pisten wollen.<br />

Angebot: 5 Übernachtungen im Hotel<br />

nach Wahl inklusive Frühstück, exklusiver<br />

Skisafari Skipass gültig in allen <strong>Wallis</strong>er<br />

Skigebieten (1 Tag pro Skigebiet)<br />

Gültig: Vom 21. Dezember <strong>2019</strong> bis<br />

19. April 2020<br />

Preis: Ab CHF 599.– pro Person<br />

Reservation: wallis.ch/skisafari<br />

Dreitages-Skitour –<br />

Lötschental<br />

Das schneesichere Lötschental ist noch<br />

immer ein Geheimtipp unter Freeridern<br />

und Skitourenbegeisterten. Lokale Bergführer<br />

zeigen auf einer dreitägigen Erkundungstour<br />

einige ihrer Tiefschneejuwelen.<br />

Durch glitzernden Pulverschnee<br />

gleiten, an tief verschneiten Alpen vorbei,<br />

im Blickwinkel das Bietschhorn. Auf<br />

einer Dreitagestour kann das Lötschental<br />

mit seinen schier endlosen Skitourenund<br />

Freeride-Möglichkeiten erkundet<br />

werden. Dabei passen sich die Bergführer<br />

dem Rhythmus der Gruppe an.<br />

Angebot: Begleitete Skitour,<br />

eine Hotelübernachtung und<br />

eine Übernachtung in<br />

der SAC-Lötschenpasshütte<br />

Gültig: Auf Anfrage, wetterabhängig<br />

Preis: Auf Anfrage, abhängig von<br />

der Tour<br />

Reservation: Bergcenter Lötschental,<br />

079 774 83 20, bergcenter.ch<br />

Freeriden mit den Profis –<br />

Verbier<br />

Einmal die Tricks vom Profi erfahren und<br />

mit den Könnern durch den Schnee gleiten.<br />

Das lässt Freerider-Herzen höherschlagen.<br />

Diesen <strong>Winter</strong> haben Interessierte<br />

die Gelegenheit, mit Xavier De Le<br />

Rue oder einem Vertreter der Verbier<br />

Freeride Association auf Tour zu gehen.<br />

Zugegeben, es braucht ein wenig Mut,<br />

mit diesen Cracks in Sachen Freeride<br />

mitzuhalten. Die Chance ist aber einmalig<br />

und das Erlebte unbezahlbar. Verbier<br />

Fotos David Carlier, Tamara Berger<br />

74


Die Skigebiete.<br />

Skigebiete der Skisafari<br />

GrosseGebiete<br />

Anlagen<br />

MittlereGebiete<br />

bis Anlagen<br />

KleineGebiete<br />

Anlagen<br />

Lauchernalp<br />

Wiler<br />

Aletsch Arena<br />

Fiesch<br />

Bettmeralp<br />

Bellwald<br />

Les Portes du Soleil<br />

Torgon<br />

Morgins<br />

Champoussin<br />

Les 4 Vallées<br />

Sion<br />

Leukerbad<br />

Crans-Montana<br />

Anzère<br />

Sierre<br />

Nax –<br />

Chandolin<br />

Mont-Noble<br />

Vercorin<br />

Nax<br />

St-Luc<br />

Jeizinen<br />

Eischoll<br />

Unterbäch<br />

Bürchen<br />

Törbel<br />

Visp<br />

Belalp<br />

Blatten<br />

Brig<br />

Visperterminen<br />

Staldenried<br />

Gspon<br />

Riederalp<br />

Rosswald<br />

Rothwald<br />

Les Crosets<br />

Champéry<br />

Les Marécottes<br />

Ovronnaz<br />

Martigny<br />

Veysonnaz<br />

Haute-Nendaz<br />

Thyon<br />

La Tzoumaz<br />

Verbier<br />

Evolène<br />

Grimentz<br />

Zinal<br />

Grächen<br />

St. Niklaus<br />

Saas-Tal<br />

Saas-Balen<br />

Saas-Grund<br />

Saas-Fee<br />

Saas-Almagell<br />

Bruson<br />

Pass St-Bernard<br />

Zermatt-Matterhorn<br />

Champex-Lac<br />

Arolla<br />

Zermatt<br />

Martigny Sion Sierre Visp Brig<br />

Bemerkung<br />

La Fouly<br />

DerSkipassSkisafarigiltfürSkitagproSkigebiet<br />

DerSkipassSkisafariistnurfürdenSchweizerTeildesSkigebietsgültig<br />

km h km h km h km h km h<br />

Champéry h h h h h<br />

Verbier h h h h h<br />

Crans-Montana h h h h h<br />

Grimentz-Zinal h h h h h<br />

Saas-Fee h h h h h<br />

Zermatt h h h h h<br />

Riederalp h h h h h<br />

ist bekannt für sein Off-Piste-Gelände.<br />

Und auf dem Bec des Rosses treffen sich<br />

jährlich die besten Athleten der Freeride<br />

World Tour und messen dort ihr<br />

Können. An verschiedenen Daten zwischen<br />

Januar und April können Sie in Begleitung<br />

eines Profis die Weltmeisterstrecke<br />

abfahren.<br />

Angebot: Freeriden in Begleitung<br />

eines Profis<br />

Gültig: Daten auf Anfrage<br />

Preis: Auf Anfrage<br />

Reservation: Verbier Tourismus,<br />

027 775 38 88, verbier.ch<br />

<strong>Winter</strong>wandern und Thermalbaden –<br />

Leukerbad<br />

Im Mittelalter war der Gemmipass eine<br />

der wichtigsten Güter- und Personenverbindungen<br />

zwischen dem Berner Oberland<br />

und dem <strong>Wallis</strong>. Heute ist der Saumweg<br />

über die alpine Hochebene eine<br />

Wanderstrecke durch die <strong>Winter</strong>landschaft.<br />

Start der Wanderung ist in Sunnbüel<br />

ob Kandersteg. Der Weg ist breit<br />

gespurt und führt hoch auf den Gemmipass.<br />

Mit etwas Glück fliegt auf dem Pass<br />

der Bartgeier vorbei. Vom Pass geht es<br />

mit der Gondelbahn runter nach Leukerbad.<br />

Die müden Glieder entspannt man<br />

ideal im Thermalbad von Leukerbad,<br />

dem grössten Thermalbadeort der Alpen.<br />

Wer nicht genug vom wohltuenden<br />

warmen Wasser kriegt, kann bis spät in<br />

die Nacht baden.<br />

Angebot: Kombiticket Schneeund<br />

Badepass<br />

Gültig: Vom 21. Dezember <strong>2019</strong> bis<br />

26. April 2020<br />

Preis: Leukerbad-Therme ab CHF 25.–<br />

Informationen: My Leukerbad AG,<br />

027 472 71 71, leukerbad.ch<br />

75


G AU M E N F R E U D E N<br />

wallis.ch/kulinarik<br />

Schneesport macht hungrig. Und<br />

nach vielen Aktivitäten haben<br />

Sie sich eine genussvolle Pause<br />

verdient. Weshalb also nicht gleich<br />

einen Gourmetstopp einplanen?<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist Heimat von feinen<br />

Regionalprodukten wie dem<br />

Raclette du Valais AOP, dem Roggenbrot<br />

AOP oder den Trockenfleischprodukten<br />

IGP. Und nicht<br />

zu vergessen: Die qualitativ hochstehenden<br />

Weine mit vielen<br />

Spezialitäten.<br />

ANGEBOTE<br />

Fotos HO, David Carlier, Pascal Gertschen<br />

Valais Wine Pass –<br />

ganzes <strong>Wallis</strong><br />

Weinliebhaber bekommen ihren eigenen<br />

Degustationspass. Der <strong>Wallis</strong>er Wine<br />

Pass gilt in ausgewählten Weinkelle reien,<br />

Weinlokalen und Vinotheken im <strong>Wallis</strong>.<br />

Er wird in Form eines Gutscheinhefts<br />

ausgegeben und ermöglicht Ihnen, zehn<br />

verschiedene Weine (je 1 dl) bei den<br />

Partnerunternehmen zu verkosten. So<br />

können Interessierte und Passionierte<br />

zahlreiche Rebsorten und Schätze aus<br />

den <strong>Wallis</strong>er Weinbergen entdecken.<br />

Angebot: Kommentierte Degustation<br />

von zehn Weinen (je 1 dl) bei Partnerunternehmen<br />

Gültig: Ganzjährig<br />

Preis: CHF 49.– pro Person<br />

Verkauf: Online auf wallis.ch/winepass<br />

Einführung in die Käseherstellung –<br />

Verbier<br />

Kommen Sie den Geheimnissen der Produktion<br />

des Bagner Käses auf die Spur.<br />

Unter der Leitung von Käser Marc lernen<br />

Sie in der Molkerei von Verbier<br />

Schritt für Schritt, wie aus Milch ein<br />

Tomme de Bagnes entsteht. Nebenbei<br />

haben Sie Gelegenheit, weitere Käsespezialitäten<br />

des Familienunternehmens<br />

zu probieren. Und schliesslich können<br />

Sie nach dem Workshop mit Stolz und<br />

Freude Ihren selbst produzierten Tomme<br />

mit nach Hause nehmen.<br />

Angebot: Dreistündiger Workshop<br />

zur Einführung in die Käseherstellung<br />

durch Käser der Molkerei von Verbier<br />

Gültig: Ab Dezember <strong>2019</strong> bis<br />

April 2020, mittwochs von 15 bis 18 Uhr<br />

Preis: CHF 50.– pro Arbeitsplatz<br />

Reservation: Anmeldung bis<br />

jeweils Dienstagabend um 17 Uhr bei<br />

Verbier Tourismus, 027 775 38 88,<br />

verbier.ch<br />

Erlebnis Wein und Raclette<br />

du Valais AOP – Sierre-Salgesch<br />

Entdecken Sie die kulinarischen Geheimnisse<br />

des <strong>Wallis</strong> im «Château de Villa»<br />

in Sierre, einem wahren Degustationspa<br />

radies. Das Restaurant wird Ihnen<br />

für ein einzigartiges Gourmeterlebnis<br />

exquisite regionale Produkte von ausgewählten<br />

Wal liser Produzenten servieren:<br />

Raclette, <strong>Wallis</strong>er Teller und andere regionale<br />

Spezialitäten werden Ihren Gaumen<br />

entzücken! Während der Degustation<br />

finden Weinliebhaber in der Vinothek<br />

ihr Glück: Der Keller birgt ungefähr<br />

650 Weine von rund hundert <strong>Wallis</strong>er<br />

Weinkellereien. Ergänzen Sie diesen gastronomischen<br />

Moment mit einem Besuch<br />

des Weinmuseums von Sierre oder<br />

Salgesch.<br />

Angebot: Weindegustation,<br />

typische <strong>Wallis</strong>er Mahlzeit, Besuch<br />

des Weinmuseums<br />

Gültig: Ganzjährig<br />

76


Feines Wein<br />

und Raclette – das<br />

gehört zu jedem <strong>Wallis</strong>besuch.<br />

Viele Weinkeller können<br />

besichtigt und die feinen Weissen und<br />

Roten degustiert werden. Im Val de Bagnes<br />

kann man bei der Käseherstellung<br />

zu sehen und danach feinste<br />

<strong>Wallis</strong>er Spezialitäten<br />

geniessen.<br />

Preis: Ab CHF 70.– pro Person<br />

Reservation: Tourismusbüro von Sierre,<br />

Salgesch und Umgebung, 027 455 85 35,<br />

sierre-anniviers-booking.com<br />

Nächtliches Schneeschuhlaufen<br />

mit Fondue – Région Dents du Midi<br />

Das Vallon de They gilt als Geheimtipp.<br />

Es ist ein Ort der Stille und unberühr ter<br />

Natur. Auf einer geführten Schneeschuhtour<br />

kann diese Region erkundet<br />

werden. Nach Einbruch der Dunkelheit<br />

startet die Tour ab Morgins. Die Strecke<br />

führt über zahlreiche Brücken über den<br />

Fluss Vièze, vorbei an verschneiten Tannen<br />

und Felsen. Nach dem ersten Teil<br />

der gemütlichen Wanderung wird in der<br />

Cantine de They ein cremiges Käsefondue<br />

nach <strong>Wallis</strong>er Art serviert. Im Mondschein<br />

und mit dem knirschenden Weiss<br />

unter den Schneeschuhen führt der gleiche<br />

Weg wieder zurück nach Morgins.<br />

Der Ausflug wird von einem erfahrenen<br />

Tourenführer begleitet.<br />

Angebot: Geführte Schneeschuhtour<br />

mit Fondueessen ohne Getränke<br />

Gültig: Ab Ende Dezember <strong>2019</strong><br />

bis Mitte April 2020, jeden Donnerstag<br />

um 17.45 Uhr<br />

Preis: CHF 50.– pro erwachsene<br />

Person, CHF 25.– pro Kind<br />

Reservation: Région Dents du Midi,<br />

024 477 23 61, regiondentsdumidi.ch<br />

77


FA M I L I E N G LÜ C K<br />

wallis.ch/familie<br />

Das <strong>Wallis</strong> ist ein einzigartiger<br />

Naturspielplatz für Familien.<br />

Besonders familienfreundlich und<br />

mit dem Label «Family Destination»<br />

ausgezeichnet sind die acht<br />

<strong>Wallis</strong>er Destinationen: Aletsch<br />

Arena, Bellwald, Blatten-Belalp,<br />

Crans-Montana, Grächen-<br />

St. Niklaus, Nendaz, Saas-Fee<br />

und Zermatt-Matterhorn.<br />

ANGEBOTE<br />

Fotos Samuel Devantery, @perret, Bruno Kneubühler, HO<br />

Spektakulärer <strong>Winter</strong>-Klettersteig –<br />

Saas-Fee<br />

In der verschneiten und teilweise vereisten<br />

Feeschlucht mit Helm, Karabinern<br />

und Klettergurt über Brücken gehen und<br />

schmalen Pfaden folgen. Schwindelfreiheit<br />

und ein bisschen Mut sind bei dieser<br />

Tour durch die Schlucht des Vispa-<br />

Flusses von Vorteil. Die spektakuläre<br />

Strecke führt vorbei an tosendem Wasser<br />

und bizarren Felsformationen durch<br />

die Tiefen der Feeschlucht. Leitern, Hängebrücken<br />

und Seilbahnen sorgen dabei<br />

für Nervenkitzel. Dank den erfahrenen<br />

Bergführern ist diese Strecke auch für<br />

Tourenanfänger geeignet. Unvergessliche<br />

Eindrücke sind garantiert.<br />

Angebot: Geführte Tour über<br />

Klettersteig<br />

Gültig: Von Dezember <strong>2019</strong> bis<br />

April 2020<br />

Preis: <strong>Winter</strong>tour ab CHF 90.–<br />

pro Person<br />

Reservation: Saas-Fee Guides,<br />

027 957 44 64, saasfeeguides.ch<br />

Nachtskifahren für<br />

die ganze Familie – Belalp<br />

Wenn die Kinder auch nach dem Abendessen<br />

noch nicht genug vom Skifahren<br />

haben, ist das Nachtskifahren ein willkommener<br />

Familienanlass. Bei Flutlicht<br />

können auf der Belalp noch vor dem<br />

Schlafengehen Kurven gefahren werden.<br />

Dabei werden die Pisten Bruchli und<br />

Tälli beleuchtet, sodass einem verlängerten<br />

Pistenvergnügen nichts mehr im Weg<br />

steht.<br />

Angebot: Benutzung Bergbahnen für<br />

Zugang zu den Pisten Bruchli und Tälli<br />

Gültig: Gemäss Agenda auf belalp.ch<br />

am 26. 12. <strong>2019</strong>, 2. 1. 2020, 16. 1. 2020,<br />

1. 2. 2020, 13. 2. 2020, 21. 2. 2020 und<br />

27. 2. 2020, jeweils 19 bis 20.30 Uhr<br />

Preis: CHF 20.– (Nachtticket),<br />

für Besitzer eines Skipasses inklusive<br />

Reservation: Blatten-Belalp Tourismus,<br />

027 921 60 40, belalp.ch<br />

Fondue in der Gondel –<br />

Grächen<br />

Lassen Sie den <strong>Winter</strong>tag gemütlich bei<br />

einer nächtlichen Gondelfahrt ausklingen,<br />

während Sie ein Käsefondue geniessen.<br />

Dazu werden Ihnen Weisswein, Mineralwasser<br />

und ein typisches <strong>Wallis</strong>er<br />

Dessert serviert. Treffpunkt für die Gondelrundfahrt<br />

ist bei der Talstation Hannigalpbahn<br />

um 18.25 Uhr. Die Rundfahrt<br />

dauert bis circa 20.30 Uhr. Bitte beachten<br />

Sie, dass während der Fahrt kein<br />

Ausstieg möglich ist. Eine Gondel kann<br />

mit vier Erwachsenen oder zwei Erwachsenen<br />

und drei Kindern belegt werden.<br />

Die ersten Gondeln sind reserviert für<br />

Familien mit Kleinkindern.<br />

Angebot: Gondelrundfahrt mit<br />

Käsefondue inklusive Wein, Mineralwasser<br />

und Dessert<br />

Gültig: Angaben auf graechen.ch<br />

Preis: CHF 48.– pro erwachsene<br />

Person, CHF 29.– pro Kind (6–16 Jahre),<br />

78


Immer was los<br />

Ob abenteuerlich<br />

auf einem Klettersteig,<br />

einmalig beim Fondue in<br />

der Gondel oder ganz ruhig und<br />

besinnlich beim Spaziergang und<br />

Lauschen einer Sage – im <strong>Wallis</strong><br />

fühlen sich Kinder wie im<br />

<strong>Winter</strong>märchen!<br />

CHF 10.– pro Kind (3–5 Jahre);<br />

2er-Gondeln CHF 55.– pro Person<br />

Reservation: Bis am Vorabend 18 Uhr<br />

bei Grächen und St. Niklaus Tourismus<br />

und Gewerbe, 027 955 60 60,<br />

graechen.ch<br />

In Mondschein und Laternenlicht –<br />

Crans-Montana<br />

Wer nach Anbruch der Dunkelheit bei<br />

einem Spaziergang noch etwas Frischluft<br />

tanken möchte, dem wird ein Besuch<br />

am Jack-Nicklaus-Golfplatz empfohlen.<br />

In den <strong>Winter</strong>monaten hüllt sich der<br />

sonst Golfern vorbehaltene Ort in warmes<br />

Laternenlicht. Unterwegs wird den<br />

Besuchern die berühmte lokale Sage<br />

«Der Hirte und der Stern Bella Lui» präsentiert:<br />

Sie erzählt, dass der Stern dem<br />

Hirten den Weg nach Hause leuchtete.<br />

Die Laternen symbolisieren diesen Weg.<br />

Laut der Geschichte stellen die Dorfbewohner<br />

im Dezember eine Laterne ans<br />

Fenster, um ihrem Stern zu gedenken.<br />

79<br />

Angebot: Mit Laternen beleuchteter<br />

<strong>Winter</strong>wanderweg<br />

Gültig: Von Ende Dezember <strong>2019</strong><br />

bis Ende März 2020<br />

Preis: Gratis<br />

Informationen: Crans-Montana<br />

Tourismus, 027 485 04 04,<br />

crans-montana.ch


EVENTS<br />

Ob als Teilnehmer oder als<br />

Zuschauer – bei diesen Events<br />

kommt man voll auf seine Kosten.<br />

EVENTS<br />

Fotos Keystone (2), Florian Aeby, Ana Pinto<br />

Xtreme Verbier<br />

Verbier ist jedes Jahr Austragungsort<br />

des Finales der Freeride World Tour im<br />

Rahmen des Xtreme. Nachdem sie ihr<br />

Können an verschiedenen Orten weltweit<br />

bewiesen haben, treffen die besten<br />

Freerider der Welt im Finale des Wettbewerbs<br />

am legendären Bec des Rosses<br />

mit seiner imposanten Höhe von 3222 Metern<br />

aufeinander. Die schmalen Rinnen<br />

und das extreme Gefälle der Nordseite<br />

sorgen für ein atemberaubendes Schauspiel,<br />

das dem am Col des Gentianes<br />

versammelten Publikum einige Adrenalinschübe<br />

garantiert.<br />

28. März bis 5. April 2020, Verbier<br />

www.freerideworldtour.com<br />

80


Zermatt Unplugged<br />

2007 als Singer-Songwriter-Festival gegründet,<br />

entwickelt sich das Akustik-<br />

Musik-Festival Zermatt Unplugged immer<br />

mehr zum Treffpunkt von Anhängern<br />

des unverfälschten Sounds. Mittlerweile<br />

finden an den fünf Festivaltagen<br />

mehr als achtzig Konzerte auf<br />

vierzehn Bühnen statt, verteilt im ganzen<br />

Dorf und auf dem Berg. Künstler<br />

wie Chris de Burgh, Alanis Morissette,<br />

OneRepublic, Ms. Lauryn Hill, James<br />

Blunt, Stephan Eicher, Jason Mraz und<br />

viele mehr liessen sich bereits fürs Unplugged-Konzept<br />

begeistern und performten<br />

auf den Bühnen des Festivals.<br />

14. bis 18. April 2020, Zermatt<br />

www.zermatt-unplugged.ch<br />

Patrouille des Glaciers<br />

Die Patrouille des Glaciers (PDG) ist<br />

ein internationaler militärischer Skialpinismus-Wettkampf<br />

der Schweizer<br />

Armee, initiiert im Zweiten Weltkrieg<br />

von der Gebirgsbrigade 10. Heute können<br />

auch zivile Patrouillen teilnehmen.<br />

Der härteste Teamwettkampf der Welt<br />

findet alle zwei Jahre statt und führt<br />

die Dreierpatrouillen auf der Haute<br />

Route über 112 Leistungskilometer von<br />

Zermatt über Arolla nach Verbier.<br />

27. April bis 3. Mai 2020,<br />

Zermatt–Verbier<br />

www.pdg.ch<br />

81<br />

Au d i F I S S k i w e ltc u p A l p i n<br />

Damen<br />

Die besten Skifahrerinnen der Welt<br />

treffen in Crans-Montana auf der anspruchsvollen<br />

Piste Mont Lachaux aufeinander!<br />

2013 wurde diese Piste total<br />

umgebaut, um Lindsey Vonn, Anna Fenninger,<br />

Lara Gut und Co. eine herausfordernde<br />

und spektakuläre Abfahrt<br />

zu bieten. Die legendäre Piste, die 1987<br />

an den Weltmeisterschaften in Crans-<br />

Montana benutzt wurde, wird bereits<br />

«Kitzbühel der Frauen» genannt. Den<br />

Zuschauern sind Spannung und Emotionen<br />

garantiert. Die Stimmung eines<br />

Skiweltcups in Crans-Montana ist auf<br />

jeden Fall ein einmaliges Erlebnis.<br />

22. und 23. Februar 2020, Crans-Montana<br />

www.skicm-cransmontana.ch


Kultur, Sport & Brauchtum<br />

Im <strong>Wallis</strong> ist immer etwas los. Eine Übersicht über<br />

die vielfältigen Veranstaltungen und Events.<br />

www.wallis.ch/events<br />

AGENDA<br />

november<br />

Polaris Festival<br />

28. 11. bis 1. 12. <strong>2019</strong>, Verbier. Electronic<br />

Music Festival auf Pisten und in Clubs.<br />

www.polarisfestival.ch<br />

Dezember<br />

Epicuria<br />

6. bis 8. 12. <strong>2019</strong>, Martigny. Messe für<br />

Geniesser mit regionalen Produkten.<br />

www.salonepicuria.ch<br />

Januar<br />

Famigros Ski Day in Grächen<br />

4. 1. 2020, Grächen. Ein Familientag<br />

auf den Skipisten mit Plauschrennen.<br />

www.famigros-ski-day.ch<br />

Olympische Jugend-<strong>Winter</strong>spiele<br />

9. bis 22. 1. 2020, Champéry. Curling-<br />

Wettkämpfe in der Eishalle Palladium.<br />

www.regiondentsdumidi.ch<br />

Belalp Hexe<br />

11. bis 18. 1. 2020, Blatten-Belalp.<br />

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz.<br />

www.belalphexe.ch<br />

Ice Climbing Worldcup<br />

24. und 25. 1. 2020, Saas-Fee.<br />

UIAA-Eiskletter-Weltcup im Ice-Dome.<br />

www.iceandsound.com<br />

Rallye du Goût<br />

25. 1. 2020, Morgins. Schneeschuhwanderung<br />

mit Degustation.<br />

www.rallyedugout.ch<br />

Februar<br />

Famigros Ski Day in Morgins<br />

1. 2. 2020, Morgins. Ein Familientag<br />

auf den Skipisten mit Plauschrennen.<br />

www.famigros-ski-day.ch<br />

Internationaler Gommerlauf<br />

22. und 23. 2. 2020, Obergoms. Langlauf-Halbmarathon<br />

und -Marathon.<br />

www.gommerlauf.ch<br />

Audi FIS Skiweltcup Alpin Damen<br />

22. und 23. 2. 2020, Crans-Montana.<br />

Abfahrt und Kombination.<br />

www.skicm-cransmontana.ch<br />

März<br />

Patrouille de la Maya<br />

1. 3. 2020, Saint-Martin. Skitourenrennen<br />

im Dreierteam über 21 oder 14 Kilometer.<br />

www.lamaya.ch<br />

Rallye du Gô<br />

7. 3. 2020, Anzère. Kulinarische<br />

<strong>Winter</strong>wanderung mit Degustationen.<br />

www.anzere.ch<br />

Audi FIS SX & SBX World Cup Finals<br />

13. bis 15. 3. 2020, Sion / Veysonnaz.<br />

WC-Finale Ski- und Snowboard-Cross.<br />

www.worldcupveysonnaz.com<br />

Nendaz Freeride<br />

13. bis 25. 3. 2020, Nendaz. Elite, Junioren<br />

und Amateure im Pulverschnee.<br />

www.nendazfreeride.ch<br />

300-Tore-Challenge<br />

14. 3. 2020, Vercorin. Der längste Amateur-Slalom<br />

der Welt mit 300 Toren.<br />

www.valdanniviers.ch<br />

Festival Rock the Pistes<br />

15. bis 21. 3. 2020, Portes du Soleil.<br />

Musikfestival mitten im Skigebiet.<br />

www.rockthepistes.com<br />

Défi des Faverges<br />

21. 3. 2020, Crans-Montana. Skitourenrennen<br />

über 15, 22 und 30 Kilometer.<br />

www.defidesfaverges.ch<br />

Xtreme Verbier<br />

28. 3. bis 5. 4. 2020, Verbier. Finale der<br />

Freeride World Tour am Bec des Rosses.<br />

www.freerideworldtour.com<br />

April<br />

Spring Break<br />

11. 4. 2020, Nendaz. Frühlingsbeginn auf<br />

den Pisten mit DJ-Sets und Waterslide.<br />

www.nendazspringbreak.ch<br />

Zermatt Unplugged<br />

14. bis 18. 4. 2020, Zermatt. Livemusik.<br />

www.zermatt-unplugged.ch<br />

Caprices Festival<br />

16. bis 19. 4. 2020, Crans-Montana.<br />

Elektro, House und Techno.<br />

www.caprices.ch<br />

Patrouille des Glaciers<br />

27. 4. bis 3. 5. 2020, Zermatt–Verbier.<br />

Härtestes Skitourenrennen der Welt.<br />

www.pdg.ch<br />

Mai<br />

Finalkämpfe der Eringerkühe<br />

9. und 10. 5. 2020, Sion.<br />

Nationales Finale der Eringerrasse.<br />

www.finalenationale.ch<br />

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