stja – 50 Jahre JFBS Baerenthal
Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Baerenthal: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.
Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Baerenthal: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.
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<strong>Baerenthal</strong><br />
Jugendfreizeit- und<br />
Bildungsstätte<br />
<strong>50</strong><br />
<strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong><br />
Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.
Impressum<br />
Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe<br />
Moltkestraße 22 76133 Karlsruhe<br />
t 0721/133-5601 f 0721/133-5609<br />
info@<strong>stja</strong>.de www.<strong>stja</strong>.de<br />
Verantwortlich für den Inhalt:<br />
Elisabeth Peitzmeier, Geschäftsführerin,<br />
Stadtjugendausschuss e. V.<br />
Bildnachweis: Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe,<br />
fotolia.de<br />
Druck: Wir machen Druck!<br />
Gestaltung: HOB-DESIGN, www.hob-design.de<br />
Auflage: <strong>50</strong>0 Exemplare<br />
Stand: September 2019<br />
Der Verein „Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe“<br />
wird in der Broschüre mit „<strong>stja</strong>“ abgekürzt.
Vorwort<br />
3<br />
Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte <strong>Baerenthal</strong><br />
(<strong>JFBS</strong>) ist für die Stadt Karlsruhe und die Gemeinde<br />
<strong>Baerenthal</strong> gleichermaßen eine bedeutende Einrichtung.<br />
Sie zeigt, wie Europa im Kleinen bestens<br />
funktionieren kann. In der <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> geht es<br />
um Begegnung und um Freundschaft auf der ganz<br />
persönlichen Ebene <strong>–</strong> zwischen Kindern, Jugendlichen<br />
und Erwachsenen aus ganz vielen verschiedenen<br />
Ländern. In der wundervollen Umgebung von<br />
<strong>Baerenthal</strong> erleben Menschen jeden Alters Gemeinschaft,<br />
genießen Natur und tanken Energie auf. Viele<br />
Gruppen kommen immer wieder dorthin.<br />
Als 1969 die offizielle Einweihung der <strong>JFBS</strong> gefeiert<br />
werden konnte, hatte sie schon auf dem Weg dorthin<br />
geschichtsträchtige <strong>Jahre</strong> zurückgelegt und die<br />
Deutsch-Französische Aussöhnung praktisch vorweg<br />
genommen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte<br />
sich die <strong>JFBS</strong> zu einem Anziehungspunkt für Gruppen<br />
aus Deutschland und Frankreich.<br />
Gleichzeitig hat sich die <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> auf den<br />
Weg gemacht, den europäischen Gedanken als<br />
idealer Ort für internationale Jugendbegegnungen<br />
mit Leben zu erfüllen. Das ist ein besonderer Auftrag<br />
in einer Zeit, in der es diesem Gedanken auf staatlicher<br />
Ebene so schwer gemacht wird, hier aber seine<br />
positive Wirkung entfaltet. Wir sind überzeugt: es<br />
sind persönliche Begegnungen zwischen Menschen,<br />
die zu einem neuen Miteinander in Europa führen<br />
werden.<br />
Mein ganz herzlicher Dank geht an die Stadt Karlsruhe<br />
und die Gemeinde <strong>Baerenthal</strong>!<br />
Der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe fand für<br />
alle Belange der <strong>JFBS</strong> in den Rathäusern und den<br />
Gemeinderäten dort immer ein offenes Ohr. Nur mit<br />
deren politischer, finanzieller und oftmals auch ganz<br />
praktischer Unterstützung konnte die <strong>JFBS</strong> zu dem<br />
besonderen Ort werden.<br />
Daniel Melchien<br />
Vorsitzender des<br />
Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe
4<br />
Eine europäische<br />
Pionierleistung<br />
Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte <strong>Baerenthal</strong><br />
entsteht an einem Ort, an dem sich Deutsche und<br />
Franzosen einst erbittert bekämpften. Dann wurde<br />
ein Ort der friedvollen und europäischen Begegnung<br />
daraus.<br />
LEGENDE:<br />
Zeitstrahl<br />
Politik <strong>Baerenthal</strong> <strong>stja</strong>-Beschlüsse<br />
1952:<br />
Bildung der „Europäischen<br />
Gemeinschaft für Kohle und Stahl“
5<br />
Drei schreckliche Kriege. Drei Mal großes Leid auf<br />
beiden Seiten. Drei Mal erbitterte Gegner. Die Geschichte<br />
Frankreichs und Deutschlands ist bis 1945<br />
geprägt von großer Feindschaft. Dort, wo heute die<br />
Deutsch-Französische Jugendfreizeit- und Bildungsstätte<br />
<strong>Baerenthal</strong> steht, wurde gekämpft: im<br />
Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871, im<br />
Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 und im Zweiten<br />
Weltkrieg zwischen 1939 und 1945. Gerade in der<br />
Endphase des Zweiten Weltkrieges erlebten die<br />
Bewohnerinnen und Bewohner Elsass-Lothringens<br />
furchtbare Kämpfe zwischen alliierten und deutschen<br />
Soldaten. Der Ort <strong>Baerenthal</strong> lag genau zwischen<br />
den Stellungen amerikanischer und deutscher<br />
Soldaten, die sich heftig bekämpften. Die Folgen<br />
waren viele Tote und unvorstellbares Leid bei den<br />
Zivilisten. Die Soldatenfriedhöfe mit französischen<br />
und deutschen Gefallenen, zunächst in <strong>Baerenthal</strong><br />
selbst, nach der Umbettung von mehreren hundert<br />
Gräbern auch im benachbarten Niederbronn, zeugen<br />
heute in eindrücklicher Weise davon.<br />
Angesichts dieser Geschichte und Erlebnisse der<br />
Menschen ist es eine wagemutige Idee, die der<br />
französische Außenminister Robert Schumann 19<strong>50</strong>,<br />
also fünf <strong>Jahre</strong> nach Kriegsende, hat: er sucht die<br />
Aussöhnung mit Deutschland und will das über eine<br />
1. Januar 1958:<br />
Gründung der „Europäischen<br />
Wirtschaftsgemeinschaft“<br />
29. Juni 1955: Vollversammlung beschließt<br />
Übernahme einer Patenschaft für<br />
Soldatenfriedhof in Elsass-Lothringen<br />
Sommer 1956: Erstes Gemeinschaftslager<br />
zur Pflege des Soldatenfriedhofs<br />
in <strong>Baerenthal</strong>
6<br />
„Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl“<br />
erreichen. Die „Montanunion“, offen für weitere<br />
europäische Staaten, wird 1952 Wirklichkeit <strong>–</strong> es<br />
sind die Anfänge der Europäischen Union, so wie wir<br />
sie heute kennen, und der Versuch, dass beide Völker<br />
künftig friedlich zusammenleben. Das soll auch ausstrahlen<br />
auf ganz Europa. Und in <strong>Baerenthal</strong>?<br />
Es sind die Gräber deutscher Soldaten, die im Sommer<br />
1956 eine erste Jugendgruppe, unter anderem<br />
mit Karlsruher Pfadfindern, in den französischen Ort<br />
im Département Moselle führen, etwa 100 Kilometer<br />
von der Fächerstadt entfernt. Der Stadtjugendausschuss<br />
e. V. Karlsruhe (<strong>stja</strong>) hatte 1955 beschlossen,<br />
die Pflege von Gräbern in Lothringen zu übernehmen.<br />
Die Wahl fällt auf den Ort <strong>Baerenthal</strong>. Unterstützung<br />
kam dabei von Pfarrer Albert Heimlich aus <strong>Baerenthal</strong>.<br />
In den Folgejahren besuchen immer wieder<br />
Karlsruher Gruppen <strong>Baerenthal</strong>, um die Gräber zu<br />
pflegen. „Und es wurden jedes Jahr mehr Jugendliche,<br />
die kamen. Die Bewohner von <strong>Baerenthal</strong> haben<br />
sich darüber immer sehr gefreut“, sagt Madame<br />
Jund, die Ehefrau von Edouard Jund, dem langjährigen<br />
Bürgermeister von <strong>Baerenthal</strong> zwischen 1959<br />
und 1995. Er verstarb 2017.<br />
Die Karlsruher Pfadfinder werden bei ihren Besuchen<br />
regelmäßig begleitet vom damaligen <strong>stja</strong>-Vorsit-<br />
Sommer 1959: Erste Kontakte zwischen dem<br />
<strong>stja</strong>-Vorsitzenden Walther Wäldele und dem<br />
<strong>Baerenthal</strong>er Bürgermeister Edouard Jund<br />
1960:<br />
Kauf von Grundstücken<br />
auf der Betteli-Höhe<br />
Sommer 1961:<br />
Erstes Aufbaulager für das<br />
Jugendzentrum <strong>Baerenthal</strong>
7<br />
zenden Walther Wäldele. Er ist es, der in <strong>Baerenthal</strong><br />
auch Kontakt zu Edouard Jund aufnimmt. Wäldele<br />
sucht nach Möglichkeiten, einen größeren Zeltplatz<br />
einzurichten <strong>–</strong> auf einem Grundstück in <strong>Baerenthal</strong>,<br />
das dem <strong>stja</strong> auch gehören sollte. Der Grund: nach<br />
dem Krieg gab es großen Bedarf von Jugendlichen an<br />
Zeltlagern. Die vorhandenen Kapazitäten im Nordschwarzwald,<br />
in der Pfalz oder im Allgäu reichten<br />
nicht aus. Der <strong>Baerenthal</strong>er Gemeinderat sprach sich<br />
1959 dafür aus, an einen deutschen Träger französischen<br />
Grund und Boden zu verkaufen. Auf der so genannten<br />
„Betteli-Höhe“ soll das Vorhaben schließlich<br />
umgesetzt werden. 1960 war der <strong>stja</strong> Besitzer<br />
eines Geländes am Ortsrand von <strong>Baerenthal</strong>.<br />
Die Stadt unterstützt das Vorhaben des <strong>stja</strong> eines<br />
Jugendzentrums <strong>Baerenthal</strong> nach Kräften. Oberbürgermeister<br />
Günther Klotz bestärkt den Verein, nicht<br />
„nur“ einen modernen Zeltplatz mit Leitungssystem<br />
für Wasser und dergleichen zu bauen. Klotz plädiert<br />
vielmehr für Unterkünfte in Form von Bungalows<br />
und Blockhaus. Hinzukommen sollte ein Haupthaus.<br />
Die Vollversammlung der Jugendverbände befürwortet<br />
diese Konzeption. Das erste Aufbaulager von<br />
Jugendlichen in <strong>Baerenthal</strong> fand im Sommer 1961<br />
statt. Gleichzeitig wurde die Konzeption noch einmal<br />
angepasst: das Gelände wurde auf fünf Hektar<br />
Fläche vergrößert, mehr<br />
Bungalows und ein<br />
größeres Haupthaus<br />
geplant. Zelthütten<br />
ergänzten das Angebot.<br />
1962 wurde der<br />
<strong>stja</strong> vom französischen<br />
Innenministerium als<br />
Verein anerkannt. Mit<br />
dem Namen „Comité<br />
Municipal de la<br />
Jeunesse de la ville<br />
Karlsruhe-Baeren-<br />
September 1961: Beschluss über die<br />
Neukonzeption mit dem Bau eines<br />
Haupthauses, Bungalows und Zelthütten<br />
29. Juni 1962:<br />
Der <strong>stja</strong> wird in Frankreich als Verein<br />
anerkannt und gilt damit als Rechtsperson.<br />
Sommer 1962:<br />
Zweites Aufbaulager für das<br />
Jugendzentrum <strong>Baerenthal</strong>
8<br />
thal <strong>–</strong> Stadtjugendausschuß Karlsruhe e. V.“ wird<br />
der <strong>stja</strong> als französischer Jugendpflegeverein in das<br />
Vereinsregister der Präfektur im Department Moselle<br />
eingetragen <strong>–</strong> ein Meilenstein für die entstehende<br />
Jugendfreizeit- und Bildungsstätte.<br />
Weitere Aufbaulager folgen. Die Planungen für die<br />
neue Einrichtung in <strong>Baerenthal</strong> hat der Architekt<br />
Erich Schelling übernommen, der in Karlsruhe unter<br />
anderem die Schwarzwaldhalle und das Wildparkstadion<br />
entworfen hat. In den Folgejahren wird kräftig<br />
gebaut auf dem Gelände und ebenso kräftig an<br />
der Finanzierung der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte<br />
gearbeitet. Unterstützung kommt von der<br />
Stadt Karlsruhe mit Darlehen, einigen Unternehmen<br />
aus Karlsruhe und auch vom Landtag Baden-Württemberg<br />
mit Zuschüssen. 1965 wird Wäldele<br />
Bürgermeister der Stadt Karlsruhe und legt sein Amt<br />
als <strong>stja</strong>-Vorsitzender nieder. Den Bau von <strong>Baerenthal</strong><br />
unterstützt er weiter <strong>–</strong> auch als Landtagsabgeordneter,<br />
der er in der Zwischenzeit geworden ist. Das<br />
beratende „Kuratorium Jugendzentrum <strong>Baerenthal</strong>“<br />
wird 1966 ins Leben gerufen. Vorsitzender ist der<br />
Erste Bürgermeister Walther Wäldele.<br />
Die offizielle Einweihung der Jugendfreizeit- und<br />
Bildungsstätte <strong>Baerenthal</strong> findet am 21. Juni 1969<br />
statt. Bürgermeister Jund betonte, wo sich die beiden<br />
Länder seit Jahrhunderten erbitterte Schlachten<br />
geliefert hätten, sollten sich französische und deutsche<br />
Jugendliche die Hände reichen. Das Gelände<br />
umfasst heute rund acht Hektar mit einem Haupt-<br />
22. Januar 1963:<br />
Der Deutsch-Französische Vertrag<br />
wird unterzeichnet<br />
April 1964:<br />
Richtfest für das Haupthaus<br />
des Jugendzentrums<br />
Frühjahr 1965:<br />
Walther Wäldele gibt das Amt<br />
als Vorsitzender auf
9<br />
haus, einer Sporthalle, Bungalows und Zelthütten<br />
sowie insgesamt mehr als 200 Schlafplätze. Im<br />
Laufe der Jahrzehnte wurden kleinere Erweiterungen<br />
wie das Kaminzimmer und verschiedene Sanierungen<br />
vorgenommen. Hinzu kommt seit 1994 das von<br />
Grund auf sanierte Selbstversorgerhaus La Famille<br />
in unmittelbarer Nähe des Hauptgeländes. Das<br />
Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde war<br />
bei Kriegsende völlig zerstört worden und nach dem<br />
Krieg wieder errichtet worden.<br />
war <strong>Baerenthal</strong> schon Realität. Der damalige Oberbürgermeister<br />
Günther Klotz sagte beim Richtfest<br />
für das Haupthaus im April<br />
1964 über das Jugendzentrum,<br />
es sei eine „europäische<br />
Pionierleistung“.<br />
Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte ist heute<br />
ein friedvoller Ort. Das ist auch und maßgeblich den<br />
beiden Initiatoren Walther Wäldele und Edouard<br />
Jund zu verdanken, die ihrer Zeit sprichwörtlich<br />
weit voraus waren. Sie waren auch der politischen<br />
Realität voraus: der französische Präsident Charles<br />
de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad<br />
Adenauer unterzeichneten am 22. Januar 1963 den<br />
Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag. Da<br />
23. September 1966:<br />
Das „Kuratorium Jugendzentrum<br />
<strong>Baerenthal</strong>“ konstituiert sich<br />
Frühjahr 1967:<br />
Der <strong>stja</strong> kauft weiteres Gelände für<br />
das Jugendzentrum <strong>Baerenthal</strong><br />
Juli 1967:<br />
Der Innenausbau des Haupthauses<br />
kann abgeschlossen werden
10<br />
<strong>Baerenthal</strong>:<br />
Besonders einzigartig<br />
und immer wieder schön<br />
Essen, Umgebung, Herzlichkeit <strong>–</strong> in der<br />
Jugendfreizeit- und Bildungsstätte stimmt<br />
das Gesamtpaket<br />
21. Juni 1969:<br />
Offizielle Eröffnung des<br />
Jugendzentrums <strong>Baerenthal</strong><br />
1969: Verabschiedung der „<strong>Baerenthal</strong>er<br />
Empfehlungen“ für Jugendringe,<br />
sich für neue Gruppen zu öffnen<br />
Juli 1975: Fertigstellung der neuen Heimleiterwohnung,<br />
zusätzlich existieren jetzt ein Referentenzimmer<br />
sowie Club- und Werkräume
11<br />
Wer von Philippsbourg aus kommend den letzten Hügel<br />
überquert und dann nach links in die Jugendfreizeit-<br />
und Bildungsstätte (<strong>JFBS</strong>) <strong>Baerenthal</strong> abbiegt,<br />
den erfasst ein ganz besonderes Gefühl. Das Gefühl<br />
nämlich, an einen besonders einzigartigen Ort zu<br />
kommen. Von Wald, Wiesen und einem Bach umgeben,<br />
liegt „Karlsruhe“, wie es die Einwohner*innen von<br />
<strong>Baerenthal</strong> liebevoll auf den Punkt bringen. Inmitten<br />
der Natur gelegen, schafft es die <strong>JFBS</strong> schnell, die<br />
ankommenden Gruppen zu erfassen. Und die lassen<br />
sich gerne darauf ein, was ihnen das Gelände und die<br />
Umgebung von <strong>Baerenthal</strong> anbietet. Das sind zum<br />
einen die vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten<br />
in der <strong>JFBS</strong> selbst. Es ist zum anderen aber auch<br />
die ganz besondere Verbindung von Natur,<br />
Geschichte und Begegnung, die viele immer<br />
wieder zurückkommen lässt.<br />
Wir haben Gruppen gefragt, die<br />
seit vielen <strong>Jahre</strong>n in<br />
die <strong>JFBS</strong> nach<br />
<strong>Baerenthal</strong> kommen,<br />
warum sie genau<br />
hier her kommen.<br />
1975: Durch die Anerkennung als Jugend erholungszentrum<br />
nennt sich das Jugendzentrum nun<br />
„Jugendfreizeit- und Bildungsstätte <strong>Baerenthal</strong>“<br />
1977: Sitzecken im<br />
Freien und Grillstellen<br />
werden angelegt<br />
25. August 1977:<br />
Vollversammlung beschließt den<br />
Bau einer Mehrzweckhalle
12<br />
Der „Geist“ von <strong>Baerenthal</strong> hat einen wunderbar anziehenden<br />
Zauber. Wir kommen 2019 zum 26. Mal in die <strong>JFBS</strong>!<br />
Hier fühlen wir uns wohl geborgen, betreut und herzlich<br />
angenommen, so wie wir sind. Die Menschen, die Natur, die<br />
Beherbergungs- und Freizeitangebot sind super. <strong>Baerenthal</strong><br />
ist gelebte Deutsch-Französische Freundschaft und<br />
„Geschichtsbewältigung“.<br />
Gerhard Gräber, Kulturgemeinschaft GWW‘74<br />
„Das Teambuilding-Seminar in <strong>Baerenthal</strong> ist eine tolle<br />
Erfahrung für unsere Auszubildenden und es wurde schon zur<br />
Tradition dort hin zu fahren. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit<br />
mit dem Team vor Ort sehr gut und es wird auf<br />
alle Wünsche eingegangen. <strong>Baerenthal</strong> lockt uns und unsere<br />
Auszubildenden Jahr für Jahr wieder an. Das <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong><br />
überzeugt durch ganz eigenen Charme. Man kann es<br />
nicht in Worte fassen, was <strong>Baerenthal</strong> so besonders macht -<br />
kurz gesagt: Das Gesamt paket ist einfach spitze.“<br />
Christian Gotzmann, Stadt Karlsruhe, Personal- und Organisationsamt<br />
Juni 1978:<br />
Mehrere Zelthütten aus Holz<br />
werden errichtet<br />
1980:<br />
Reparatur- und Renovierungsarbeiten<br />
im Haupttrakt und den Bungalows<br />
Frühjahr 1981:<br />
Die Außenanlagen werden gemäß den Vorgaben<br />
des Landschaftsschutzes bepflanzt
13<br />
Notre « semaine française » (formation pour les professeur<br />
de français/langue dans les écoles Waldorf)<br />
a lieu au centre depuis maintenant plus de 10 ans.<br />
Depuis la toute première année où j’étais encore<br />
participante, j’ai apprécié le cadre «pleine nature»<br />
et le calme qui y règne. C’est un site idéal pour être<br />
créatif et travailler intensément comme nous le<br />
faisons durant notre formation. L’accueil a toujours<br />
été fantastique et toute l’équipe au plus près de nos<br />
besoins quels qu’ils soient. La cuisine y est excellente<br />
et variée, les logements confortables et accueillants.<br />
Étant désormais dans l’équipe organisatrice<br />
de la semaine française, je travaille main dans la<br />
main avec l’équipe du bureau. Voilette et Mireille (qui<br />
va nous manquer désormais) sont avec leurs collègues<br />
d’un professionnalisme absolu, sont de vraies<br />
«bosseuses» et ont des qualités humaines que nous<br />
ne pouvons imaginer meilleures et une bonne humeur<br />
contagieuse. Tout ceci fait que nous avons à notre<br />
départ du Centre toujours hâte à l’année suivante.<br />
Rebecca Del Frate,<br />
Membre de l’Organisation de L’Equipe<br />
de la „Semaine française“<br />
1981:<br />
Baubeginn für die<br />
Mehrzweckhalle<br />
28. Mai 1983:<br />
Einweihung der<br />
Sporthalle<br />
1985: Im „Internationalen Jahr der Jugend“ findet in der <strong>JFBS</strong><br />
ein „Internationales Jugendcamp“ mit Jugendlichen aus England,<br />
Frankreich, Italien, Ungarn, Tunesien und Deutschland statt
„Es ist eine traumhaft schöne Lage, das Personal ist sehr<br />
freundlich und flexibel. Ein Anliegen wird schnell bearbeitet<br />
und eine Lösung gefunden. Die Unterkunft in den Pavillons<br />
ist für uns Erwachsene ideal, da uns ein Aufenthaltsraum<br />
sowie eine Küche zur Verfügung stehen. Nicht zu vergessen<br />
die tolle Sporthalle, die wir zu bestimmten Zeiten nützen<br />
können.“<br />
Günther Schleicher, SG Siemens Karlsruhe, Karateabteilung<br />
„Wir schätzen das vielseitige Freizeitangebot.<br />
Alle Teilnehmenden können<br />
gleichzeitig beschäftigt werden. Sie<br />
können auch selbstständig aktiv sein.<br />
Dadurch gibt es keine Langeweile.<br />
Das gute, reichhaltige und geregelte<br />
Essen mit Vollverpflegung entlastet die<br />
Betreuer. Die tolle Gesamtorganisation,<br />
den Bustransfer, die Nähe zu Ettlingen,<br />
das Preis-Leistungs-Verhältnis =<br />
Rundum-sorglos-Paket! Die Freizeitanlage<br />
liegt außerhalb, sicheres Umfeld,<br />
keine Autos, kein Handyempfang, urige<br />
Unterbringung in kleinen Gruppen in den<br />
Zelthütten, freies Bewegen. Das fördert<br />
das Miteinander und die Kreativität.<br />
Das Besondere: die Sporthalle, die für<br />
unsere Basketballjugend jederzeit nutzbar<br />
ist. Das hilft auch sehr, wenn das<br />
Wetter mal nicht so mitspielt. Auch die<br />
anderen Sportanlagen und der Grillplatz<br />
sind zur freien Nutzung, so ist man<br />
immer sehr flexibel.“<br />
Michaela Jancke,<br />
Jugendleitung, TSV Ettlingen<br />
Mai 1991:<br />
Neuer Clubraum /<br />
Kaminzimmer<br />
22. Februar 1993:<br />
Kauf von<br />
„La Famille“<br />
1994:<br />
Eröffnung des sanierten „La Famille“<br />
als Selbstversorgerhaus<br />
20. Oktober 2001:<br />
Einweihung von vier<br />
neuen Pavillons
„<strong>Baerenthal</strong> ist ein Stück unserer Familiengeschichte. Wir fühlen uns<br />
mit <strong>Baerenthal</strong> und dem Centre immer noch verbunden. Unsere Familie<br />
hat dort gelebt: Gisela und Ferdinand haben die Einrichtung von 1985<br />
bis 1989 geleitet. Nele ist in dieser Zeit geboren und Kati ging zur<br />
Ecole Marternelle. Danach kamen<br />
wir viele <strong>Jahre</strong> zum Silvester feiern<br />
und haben im Sommer mit unseren<br />
Elterninitiativen <strong>Baerenthal</strong> besucht.<br />
Die Umgebung und auch die neu<br />
gestalteten Bungalows gefallen<br />
uns sehr gut. Die Mitarbeiterinnen<br />
sind sehr freundlich und das Essen<br />
prima. Wir lieben die landschaftliche<br />
Umgebung, den Ort und freuen uns<br />
über Begegnungen mit einigen<br />
der netten Menschen, die wir in<br />
<strong>Baerenthal</strong> kennengelernt haben.“<br />
Gisela Kemper und<br />
Ferdinand Schwering-Kemper,<br />
<strong>JFBS</strong>-Leitung 1985 bis 1989<br />
15<br />
März 2013:<br />
Beginn des Prozesses „<strong>Baerenthal</strong> 2020“ mit zwei Workshops<br />
von Studierenden aus Karlsruhe und Straßburg<br />
September 2017:<br />
Der ehemalige Bürgermeister von <strong>Baerenthal</strong>,<br />
Edouard Jund, verstirbt im Alter von 92 <strong>Jahre</strong>n
16<br />
Was können wir aus der<br />
Geschichte der <strong>JFBS</strong><br />
<strong>Baerenthal</strong> in Gegenwart<br />
und Zukunft mitnehmen?<br />
Der Blick nach vorn…<br />
Update <strong>Baerenthal</strong><br />
2017:<br />
Fünf Bungalows sind komplett saniert<br />
und bezugsfertig<br />
2018:<br />
Die frisch sanierten Referentenzimmer stehen wieder<br />
zur Verfügung
17<br />
Wer sich in der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte<br />
<strong>Baerenthal</strong> genauer umschaut, dem fällt auf, dass es<br />
drei besondere Merkmale gibt, die die <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong><br />
zu mehr machen als zu einem Ort für gelungene<br />
Freizeiten, Seminaren und Schullandheimen:<br />
»»<br />
Die französische, deutsche und europäische<br />
Fahnen, die für die deutsch-französische Freundschaft<br />
als Pionierleistung für Europa auf dem<br />
Place Robert Schumann stehen.<br />
»»<br />
Die schlichte, aber prägnante Schelling-Architektur,<br />
die transparent neue Durchblicke zulässt.<br />
»»<br />
Die grandiose Natur mit viel Platz auf Wiesen und<br />
Wäldern, die zum Chillen, Umherstromern und<br />
zum Verweilen einlädt.<br />
ErhaltensWertes:<br />
Viele Menschen haben die <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> besucht<br />
und dabei die Erfahrung gewonnen, dass sie von den<br />
französischen Mitarbeitenden willkommen geheißen,<br />
gut bekocht und untergebracht werden. Darüber<br />
hinaus erleben sie, dass sie wertvolle Unterstützung<br />
erhalten können für Freizeitgestaltung, Ausflugsfahrten<br />
und Bildungsangebote. Hier kommen sie mit<br />
freundlichen Menschen in Kontakt. Das soll auch in<br />
Zukunft die <strong>JFBS</strong> prägen.<br />
DenkensWertes:<br />
Die <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> soll eine internationale Begegnungsstätte<br />
sein, in der spürbar wird, dass junge<br />
Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen<br />
miteinander an Zukunftsfragen weiterdenken,<br />
neugierig miteinander Dialoge führen, Undenkbares<br />
denken und gemeinsam an einer friedlichen Welt<br />
bauen. Hier soll ein multikultureller Ort sein, an dem<br />
man neue Kulturen entdecken kann, verschiedene<br />
Sprachen sprechen lernt und tragfähige Netzwerke<br />
geknüpft werden.<br />
In der <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> sollen analoge und digitale<br />
2018:<br />
YouConf2018: Die <strong>JFBS</strong> ist Veranstaltungsort der ersten trilateralen Jugendbegegnung<br />
von Jugendlichen der neuen Dreier-Städtepartnerschaft Krasnodar <strong>–</strong> Karlsruhe - Nancy<br />
22. Januar 2019:<br />
Der Aachener Vertrag erneuert<br />
den Elysee-Vertrag von 1963
18<br />
Welten miteinander verschmelzen: das erste Kennenlernen<br />
im digitalen Raum wird an diesem Ort als<br />
analoge „Face-To-Face-Begegnung“ erlebbar und<br />
fassbar.<br />
Der Ort liegt inmitten geschichtsträchtiger Stätten.<br />
Dazu zählen die Zitadelle in Bitche, die Gedenkstätte<br />
im nahen Niederbronn oder das Parlament der<br />
Europäischen Union. All diese Orte können von den<br />
Geschichten der Menschen erzählen <strong>–</strong> und: sie regen<br />
zum gemeinsamen Nachdenken über die „Chance<br />
Europa“ an.<br />
WünschensWertes:<br />
In der <strong>JFBS</strong> <strong>Baerenthal</strong> sollen sich junge Menschen<br />
von diesem besonderen Ort inspirieren lassen und<br />
für ihr persönliches Leben und für das gemeinsame<br />
Europa Verantwortung übernehmen, indem sie neue<br />
Impulse entwickeln und aufnehmen.<br />
In <strong>Baerenthal</strong> sind auch in Zukunft ALLE Menschen<br />
als Gäste willkommen. Sie sind Teil einer aufgeschlossenen<br />
und hilfsbereiten Gemeinschaft, die<br />
offen dafür ist, sich auf Ungewohntes oder Neues<br />
einzulassen und selbst immer weiter zu lernen.<br />
Wichtige Zukunftsthemen wie die Fragen der Ökologie,<br />
der Friedenssicherung oder der kulturellen<br />
Offenheit sollen bei Jugendbegegnungen und im<br />
Austausch der Fachkräfte bearbeitet werden.<br />
Der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe wird sich<br />
dafür einsetzen, dass <strong>Baerenthal</strong> als Teil der PAMI-<br />
NA-Region anerkannt und in deren Entwicklungen<br />
einbezogen wird.<br />
2019:<br />
Start des Neubaus „Caféteria“<br />
Start der Sanierungsarbeiten im Selbstversorgerhaus La Famille
Der <strong>stja</strong><br />
Der Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe ist der Dachverband<br />
der Karlsruher Jugendverbände. Getragen von knapp<br />
40 Karlsruher Jugendverbänden repräsentiert er mehr als<br />
40.000 jugendliche Mitglieder unter 27 <strong>Jahre</strong>n. Das Karlsruher<br />
Modell, das in seiner Organisationsform in Deutschland<br />
einmalig ist, verbindet die Arbeit und Angebote der<br />
Mitgliedsverbände mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.<br />
Insgesamt beschäftigt der Stadtjugendausschuss e. V.<br />
mehr als 300 hauptberufliche Fachkräfte.<br />
19999/16 | www.hob-design.de<br />
Jugendfreizeit- und Bildungsstätte<br />
<strong>Baerenthal</strong><br />
2, Place Robert Schuman<br />
F-57230 <strong>Baerenthal</strong>/Lothringen<br />
Tel. 0033 38706 <strong>50</strong>38<br />
info@baerenthal.org<br />
www.baerenthal.org<br />
www.<strong>stja</strong>.de