Willkommen zur 11. jobmesse berlin am 02./03. November 2019 in der ARENA Berlin. In diesem Jahr mit rund 120 Ausstellern und 6.140 neuen Jobs.
Berliner
EXTRA
Morgenpost
DIENSTAG, 29. OKTOBER 2019
11.
Jobmesse
Berlin
Am 2. und 3. November präsentiert
sich die Messe mit über 100 Ausstellern
quer durch alle Branchen am neuen
Standort in der Arena Berlin
Trainer trifft Teilnehmer
Wir suchen Trainer und Coaches.
Wir zeigen Perspektiven.
FlexiBil
www.gbb.de
2 | JOBMESSE BERLIN 2019
29. Oktober 2019 | BERLINER MORGENPOST
Inhalt
Der Weg zum Traumberuf
Jobmesse Berlin
Der Weg zum Traumjob...................2
Vorbereitung
Tipps für den richtigen Auftritt...3
Studienabbrecher
Neuer Weg, neues Glück.................4
Fuckup Nights
Aus Fehlern lernen................................5
Programm
Alles zur Messe.........................................6
Lebensmittel
Die Branche sucht Mitarbeiter ..8
Flüchtlinge
Workshops und Jobs.........................9
Bundesdruckerei
Bietet viele Berufe..............................10
Work-Life-Balance
Immer mehr achten darauf...........11
Bewerbungsfotos
Offen und natürlich ...........................12
Impressum
Verlag:
Berliner Morgenpost GmbH,
Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin;
Berliner Wochenblatt Verlag GmbH,
Wilhelmstraße 139, 10963 Berlin
Vermarktung:
MCB MEDIA CHECKPOINT
Berlin GmbH, Kurfürstendamm 22,
10719 Berlin, 030-8872-77601
Anzeigen:
Jan Schiller
Redaktion:
Raufeld Medien GmbH,
Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin
Chefredaktion Content Marketing:
Till Schröder (V.i.S.d.P.)
Layout:
Andreas Stark (Ltg.)
Druck:
Axel Springer SE,
Druckhaus Spandau GmbH & Co. KG,
Brunsbütteler Damm 156 – 172,
13581 Berlin
Titelfoto:
Mushakesa, Arthobbit/Istock
Die Jobmesse Berlin findet erstmals am neuen Standort in der
Arena Berlin statt – mit vielen Ausstellern und buntem Programm
SIMONE JACOBIUS
Ausbilden, weiterbilden, umsatteln
oder studieren – bei der elften
Auflage der Jobmesse Berlin
kommen alle Interessierten auf
ihre Kosten. Neben der Vermittlung
von freien Stellen und Ausbildungsplätzen
gibt es bei diesem
Recruiting-Event auch Angebote
von Traineeprogrammen,
Praktika und Projekte für
Abschlussarbeiten und verschiedene
Weiterbildungsmöglichkeiten.
Zum ersten Mal findet
die Messe am kommenden Wochenende
an einem neuen
Standort statt. Weil die Mercedes-Welt
am Salzufer zu klein
geworden war, musste ein neues
Domizil gefunden werden. Das
fand der Veranstalter Barlag in
der Arena in Treptow. Die Senatorin
für Integration, Arbeit und
Soziales, Elke Breitenbach, hat
erneut die Schirmherrschaft
übernommen.
Vor allem die Branchenvielfalt
unter den über 100 Ausstellern
zeichnet die Jobmesse Berlin
aus. Unternehmen, Institutionen
und Weiterbildungseinrichtungen
sind darunter. Kleine
und mittelständische Unternehmen
werben genauso um neue
Mitarbeiter wie Global Player,
die Privat-Wirtschaft und
Staatsunternehmen. So sind die
Konzerne BASF, Aldi und die Allianz
genauso darunter wie Zoll,
Polizei und Feuerwehr, Bundesebenso
wie Bezirksämter. In lockerer
Atmosphäre haben
Unternehmen und Jobinteressierte
die Möglichkeit, miteinander
ins Gespräch zu kommen.
Menschen ganz unterschiedlicher
Qualifikationen und quer
durch alle Altersgruppen werden
von der Messe angesprochen.
„Wir clustern die Aussteller nicht
nach Branchen, damit beispielsweise
Systemadministratoren
nicht nur in der IT-Ecke die für
sie interessanten Aussteller vermuten,
sondern auch die entsprechenden
Angebote branchenfremder
Unternehmen
wahrnehmen, die vielleicht viel
besser zu ihnen passen“, erläutert
Barlag-Geschäftsführer Stefan
Süß das Konzept. Jedes
Unternehmen stellt sich selbst
als Arbeitgeber und abteilungsübergreifend
die von ihm ausgeschriebenen
Stellen vor. Denn
Die Messe
ist sowohl
etwas für
Berufsanfänger
als auch
für „alte
Hasen“.
FOTO: BARLAG
auf den jetzt 6500 Quadratmetern
der multifunktionalen Halle
können sich die Unternehmen
ideal als attraktive Arbeitgeber
präsentieren. Ein anderer Vorteil
des großen Platzangebotes: Das
Rahmenprogramm kann noch
umfangreicher gestaltet werden.
So gibt es spannende Workshops,
Jobmesse
Berlin
n Termin: Sonnabend,
2. November, 10–16 Uhr;
So., 3. November, 11–17 Uhr
n Ort: Arena Berlin, Eichenstraße
4, 12435 Berlin-Treptow
n Eintritt: 3 Euro (freier
Eintritt für Schüler, Azubis,
Studierende, Rentner, Menschen
mit Behinderung und
deren Begleitung, Erwerbslose,
Transferleistungsbezieher
und Kinder bis 14 Jahren).
Unternehmenspräsentationen,
Services wie Bewerbungsmappen-Check,
Studienabbrecher-
Beratung, Outfit-Check, Beratung
zur Studienfinanzierung,
einen kostenlosen Bewerbungsfoto-Service
und spezielle Bewerbungsworkshops
für Geflüchtete
und Migranten. Der Coach Sven
Emmrich gibt täglich drei Workshops
und erläutert dort den
Weg zum neuen Traumjob
Schritt für Schritt.
Lernen aus dem
Scheitern anderer
In Fachvorträgen geht es darum,
den richtigen Beruf für sich zu
finden, sich richtig zu verkaufen
oder auch das Besondere einer
Hochschule herauszufinden.
Und in diesem Jahr ist auch die
Veranstaltungsreihe Fuckup-
Nights zu Gast: Die Erkenntnis,
dass jedes Scheitern auch ein
bisschen Lernen ist, vergessen
viele Menschen oft. Am Sonnabend,
zwischen 13 und 15 Uhr,
wird Scheitern jedoch als Chance
gesehen. Unternehmer, Gründer
oder Studienabbrecher zeigen,
dass Karrieren nicht immer
geradlinig verlaufen müssen.
Der aktuelle Fachkräftemangel
führt dazu, dass sich die
Unternehmen einiges einfallen
lassen, um auf sich aufmerksam
zu machen. Sie werben mit Benefits
wie Handy, Laptop oder
ÖPNV-Zuschuss um die Gunst
der Bewerber. Auch erweiterte
Sozialleistungen sind oft ein
adäquates Mittel. Denn „bei den
Bewerbern steht heutzutage die
Work-Life-Balance stark im Vordergrund,
vor allem bei den Jüngeren.
Sie möchten, dass der Beruf
gut mit dem Privatleben und
vielleicht einer Familie vereinbar
ist“, schildert Stefan Süß seine
Beobachtungen. Im direkten
Gespräch mit potenziellen
Arbeitgebern finden Interessierte
das heraus.
BERLINER MORGENPOST | 29. Oktober 2019 JOBMESSE BERLIN 2019 | 3
Gut vorbereitet
Auftreten, Bewerbungsmappe und Kleidung
sind wichtig, wenn man als Bewerber zur
Jobmesse geht. Coach Sven Emmrich meint,
auch auf die innere Einstellung kommt es an
SABINE FLATAU
Die Jobmesse Berlin ist eine große
Chance. Für junge Leute, die
einen passenden Ausbildungsplatz
oder den ersten Arbeitsplatz
finden wollen. Für Menschen,
die in einen anderen Beruf
oder in ein neues Unternehmen
wechseln möchten. Und
auch für Ältere, die noch einmal
nach einer neuen Perspektive
suchen. Eine gute Vorbereitung
auf den Messebesuch lohnt sich.
„Ich glaube, dass man mit
wenig Aufwand viel erreichen
kann“, sagt Sven Emmrich, bekannter
Berliner Bewerbungscoach
und Gründer der Plattform
Karrierehelden. Er empfiehlt:
„Sich vorab überlegen: Mit wem
will ich eigentlich sprechen. Und
gezielt nur auf diese wenigen
Unternehmen zugehen, die auch
wirklich interessant für mich sind.
Man kann sich eine Liste machen
und dieser Liste einfach folgen.“
Die Internetseite dieser Firmen
sollte man sich schon vor
dem Messebesuch ansehen „und
schauen, ob sie offene Positionen
haben, die ausgeschrieben sind“,
sagt Emmrich. „Das ist ähnlich,
wie wenn man einen anderen
Menschen kennenlernen möchte.
Dann beschäftigt man sich vorher
schon ein bisschen mit ihm.“
Mit dabeihaben sollte man
eine Bewerbungsmappe
Jugendlichen rät Sven Emmrich,
„eine Art Kurzbewerbung mitzubringen.
Das kann auf einer Seite
sein. Mit Bild und Kontaktdaten,
und dem, was sie in der Schule
Dezent geschminkt, akkurat gekleidet und Bewerbungsmappe
dabei: So ist man perfekt vorbereitet. FOTO: KAARSTEN/ISTOCK
als Schwerpunkt in der Fächerwahl
gemacht haben, mit Praktika
oder auch als Hobby nebenbei.“
Der Coach weiß aus Erfahrung,
dass viele Jugendlichen
sich dabei unter Druck setzen.
„Sie denken oft: Ich muss ja
schon so viel gemacht haben,
sonst will mich keiner.“ Aber das
sei eine Fehlwahrnehmung.
„Keiner erwartet von ihnen eine
jahrelange Berufserfahrung.“
Auch das Äußere ist wichtig,
wenn man mit dem Mitarbeiter
einer Firma spricht, bei der man
vielleicht anfangen möchte.
„Aus der Webseite eines Unternehmens
kann man immer
schon ein bisschen ableiten, wie
dort der Dresscode ist“, sagt Bewerbungscoach
Emmrich. „Klassischerweise
sollte man gepflegt
auf der Jobmesse erscheinen.“
Auch hinsichtlich der Kleidung
könne man mit wenig Aufwand
viel erreichen, „indem man sich
ein kleines bisschen mehr als
normal in Schale schmeißt. Womit
man im Prinzip nichts verkehrt
macht, ist eine dunklere
Hose ohne irgendwelche Auswaschungen.
Und ein helleres
Hemd als Mann, beziehungsweise
Bluse und entsprechende Hose
als Frau.“ Doch auch auf die
innere Einstellung kommt es an.
Die Jobmesse
ist wie ein
kleines Vorstellungsgespräch.
Deswegen
sind
Vorbereitung
und Auftreten
wichtig.
FOTO: BARLAG
„Viele, die sich bewerben wollen,
haben das Gefühl, sie seien
ein Bittsteller“, sagt Sven Emmrich.
„Das kann man auch mal
umdrehen und sagen – die
Unternehmen haben einen
Stand auf der Messe gebucht. Sie
sind da, und sie bewerben sich
auch bei mir. Es ist eine Begegnung
auf Augenhöhe.“
Der Coach rät gerade jungen
Bewerbern auch dazu, „sich einfach
mal in das Gegenüber hineinzuversetzen.
Was will denn
diese Person auf der Messe? Sie
will Leute kennenlernen, die für
das Unternehmen künftig gute
Mitarbeiter sind.“ Daraus könne
man für sich selbst einen Auftrag
ableiten: „Wie kann ich erklären,
dass ich eine geeignete Kraft
bin? Was biete ich diesem
Unternehmen eigentlich? Was
zeichnet mich aus? Und das alles
sollte man ein bisschen in Szene
setzen.“
Sven Emmrich nennt auch
grundsätzliche Regeln für ein Gespräch
auf der Messe: „Den Blickkontakt
zum anderen halten, sich
mit Namen vorstellen, lächeln.
Allein das Lächeln macht einen
Riesenunterschied.“ Wichtig sei
auch, dem Gesprächspartner die
Wertschätzung, die Dankbarkeit
zu zeigen. Ihn ausreden zu lassen.
Zuzuhören. „Am Schluss
vielleicht auch nach der Visitenkarte
zu fragen – ob man sich
noch mal persönlich melden darf.
Das ist eine gute Variante, das
Gespräch so zu beenden.“
Klassischerweise
sollte man gepflegt
auf der Jobmesse
erscheinen
Sven Emmrich,
Berliner Bewerbungscoach
Doch manchmal ist die Aufregung
vor einer solchen Begegnung
groß und die Angst, etwas
falsch zu machen, lähmt. „Ein
Tipp für diese Situation: Erst
mal auf ein Unternehmen zugehen,
zu dem ich nicht will“, sagt
Sven Emmrich. „Erst einmal
überhaupt ein paar Worte zu
wechseln, lockert die Kiefermuskulatur.
Es ist wie in der Führerscheinprüfung.
Da fahre ich auch
nicht in der ersten Fahrstunde
auf die Autobahn, sondern in
einer verkehrsberuhigten Zone.“
Junge Leute sollten sich
klarmachen, dass sie auf der Jobmesse
nicht eine Entscheidung
für die nächsten 40 Jahre treffen
müssten, sagt Sven Emmrich, der
an beiden Tagen auch Workshops
in der Arena hält. „Wenn
möglich, sollte man mit einer
spielerischen Lernhaltung herangehen.
Und die Offenheit mitbringen,
dass diese Begegnungen
mit Unternehmen Spaß machen
können. Sie verraten mir etwas
über mich selbst und über meine
Chancen in der Zukunft. Ich
kann auf der Messe viel lernen.“
Die Welt ist eine Bühne.
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4 | JOBMESSE BERLIN 2019
29. Oktober 2019 | BERLINER MORGENPOST
Zu theoretisch, zu
anonym, zu fordernd:
So manch Studierender
scheitert an den
Anforderungen der
Universität. Berater
können Tipps geben
Die Weichensteller
MAX MÜLLER
Jetzt, wo das neue Semester gerade
gestartet ist, haben Arlett
Sommerfeld und ihre Kollegen
von der Studienberatung der
Technischen Universität (TU)
Berlin alle Hände voll zu tun.
Täglich schlagen in ihrem Büro
Studierende auf, die Rat und
Unterstützung suchen. „Gerade
wer neu an der Universität ist,
hat viele Unsicherheiten“, sagt
Sommerfeld. „Das ändert sich
auch in den ersten Monaten
nicht. Sich an die Universität
und ihre Strukturen zu gewöhnen,
braucht Zeit.“ Es ist eben
ein ganz eigener Kosmos mit
eigenen Regeln und Anforderungen
– und die sind nicht für alle
etwas. Deswegen kommen auch
nicht nur orientierungslose Studieninteressierte
und Erstsemester
zu Sommerfeld und
ihren Kollegen. Es sind auch viele
Studierende darunter, die bereits
die ersten Semester hinter
sich gebracht haben, nun aber
nicht weiterwissen, Einige denken
über einen Abbruch nach.
„Meine Kollegen und ich haben
aber nicht den Eindruck, dass
heute mehr Studierende abbre-
chen als noch vor einigen Jahren“,
so Sommerfeld. Diesen Eindruck
bestätigt eine Studie des Deutschen
Zentrums für Hochschulund
Wissenschaftsforschung
(DZHW) aus dem vergangenen
Jahr. Demnach lag die Abbrecherquote
beim Absolventenjahrgang
2016 bei 28 Prozent – und somit
in etwa genauso hoch wie bei früheren
Studien. Die Gründe, warum
Studierende die Universität
verlassen, sind unterschiedlich.
Zurück in Arbeit
nach Krankheit oder Unfall
Berufliche Reha – Vortrag
am 2. November 2019 um 11:40 Uhr
im Vortragsportal 2 | Referentin: Nicole Herzfeld
Sie müssen sich aus gesundheitlichen Gründen
neu orientieren? Besuchen Sie unseren Vortrag
im Vortragsportal 2 oder unseren Stand mit der
Nr. 114, direkt gegenüber vom Messe-Café. Wir
beraten Sie gern zur beruflichen Rehabilitation
oder zur Umschulung mit Bildungsgutschein.
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Dazu gehören zu hohe Leistungsanforderungen,
eine falsche Vorstellung
vom Studium oder auch
vom hohen Level der Eigenverantwortung.
Weitere Gründe für
den Abbruch des Studiums sind
fehlender Praxisbezug, finanzielle
Engpässe, die Doppelbelastung
durch Erwerbstätigkeit und Studium
– oder Heimweh.
Sommerfeld kennt diese
Sorgen aus der Beratung. „Für
die einen ist unsere Universität
Es ist besser, die
jungen Menschen
kommen während
des Studiums zur
Erkenntnis, dass das
Fach nichts für sie ist,
als nach Jahren in
der Branche, wo ein
Neustart noch einmal
viel schwerer fällt als
nach einigen
Semestern an der
Universität
Arlett Sommerfeld,
Studienberaterin an der TU Berlin
Viele junge Menschen
haben sich
das Studieren anders
vorgestellt.
Etlichen fehlt der
Praxisbezug.
FOTO: WAVEBREAKMEDIA/
ISTOCK
zu groß, für die anderen – insbesondere
in der Anfangsphase –
zu theoretisch ausgerichtet, ihnen
fehlt die Übertragbarkeit in
die Praxis“, so Sommerfeld. „An
den Universitäten unterschätzen
Studienanfänger immer wieder,
dass sie sich in den ersten
Jahren vor allem mit den Grundlagen
vertraut machen müssen.
Statt zu tüfteln, büffeln sie Statistik,
Algebra und Analysis.“ All
diese Themen versucht die TU
Berlin bereits während des sogenannten
Erstsemestertages anzusprechen.
Wie sieht aber nun das konkrete
Beratungsgespräch aus?
„Als Erstes versuche ich herauszufinden,
warum der betreffende
Student über einen Abbruch
nachdenkt. Dadurch kristallisiert
sich schnell aus einem ‚alles
ist doof‘ zumeist doch ein konkretes
Detail heraus.“ Wer unter
der trockenen Theorie leidet,
dem empfiehlt Sommerfeld etwa,
sich eine der TU Projektwerkstätten
anzuschauen, um
das gelernte Wissen gleich in die
Tat umzusetzen. Zudem gibt es
das ganze Semester über Workshops
und Veranstaltungsangebote,
welche die Studierenden
zum Dranbleiben und Weitermachen
ermuntern. „Ich empfehle
allerdings, das persönliche
Gespräch zu suchen“, sagt Sommerfeld.
Ihre Erfahrung zeigt,
dass es den Studierenden dann
leichter fällt, über ihre wahren
Beweggründe zu sprechen.
Letzte Option: Abbruch,
bevor man sich quält
Es gibt natürlich auch Fälle, in
denen ein Abbruch letztlich
doch ratsam ist. „Gerade wenn
die Studenten sich schon länger
quälen, sollte man andere Optionen
in den Blick nehmen.“
Eine Alternative böten Fachhochschulen:
Die sind in der Regel
praxisorientierter als Universitäten,
die ihren Fokus auf Lehre
und Forschung legen. Einen
Mittelweg zwischen Ausbildung
und Studium bietet die Staatliche
Technikerschule Berlin.
Dort können junge Menschen
ihren staatlich geprüften Techniker
machen, der im Anschluss
zu einer ingenieursnahen Tätigkeit
führt. Der Vorteil: Studienleistungen
können mitunter angerechnet
werden, was die Ausbildungszeit
verkürzt. Die Semester
an der Universität wären
somit nicht „in den Sand gesetzt“.
Das sind sie ohnehin nicht,
glaubt Arlett Sommerfeld. „Es
ist besser, die jungen Menschen
kommen während des Studiums
zur Erkenntnis, dass das Fach
nichts für sie ist, als nach Jahren
in der Branche, wo ein Neustart
viel schwerer fällt als nach einigen
Semestern an der Uni..“
BERLINER MORGENPOST | 29. Oktober 2019 JOBMESSE BERLIN 2019 | 5
Aus Fehlern lernen
Ein Meister fällt nicht vom
Himmel. Aber Üben hilft.
GRAFIK: ANUWAT DONKIEWPRI / ISTOCK
Bei den Fuckup Nights erzählen Menschen von
ihrem größten beruflichen Fauxpas – und davon,
wie sie dennoch wieder auf die Beine gekommen sind
DAGMAR TRÜPSCHUCH
Die Nacht der gescheiterten Helden
findet in Berlin seit 2014
unter dem Namen Fuckup Nights
statt. Fuck up ist saloppes Englisch
für „etwas vermasseln“. Helden
sind die Menschen, die hier
auftreten und über ihr berufliches
Scheitern sprechen, weil Mut dazugehört,
vor großem Publikum
die eigenen Fehler und Misserfolge
einzugestehen. Besonders in
Zeiten, in denen es chic ist, sich
für die eigenen Erfolge auf Instagram
und Facebook zu feiern.
Weder in den sozialen Netzwerken
noch im realen Leben führen
Bekenntnisse, beruflich gescheitert
zu sein, Fehler gemacht zu
haben, zu Ruhm und Ehren. Es sei
denn, man ist auf einer der Fuckup
Nights, die seit 2012 weltweit
stattfinden.
Ursprünglich stammt die
Idee dafür aus Mexiko. Von dort
aus hat die Veranstaltungsreihe
die Welt erobert. Scheitern als
Weg zu betrachten, ist eine globale
Bewegung. Ihre Idee ist, dem
Scheitern das Stigma des Versagens
zu nehmen und Scheitern
als Chance zu begreifen. Die Veranstaltungen
sind gut besucht.
Die Menschen kommen, um aus
den Fehlern der anderen zu lernen
und sich darüber auszutauschen.
Auf der Bühne der Fuckup
Nights – oder auch online in den
Podcasts – sprechen Menschen
über ihr persönliches Versagen.
Da ist der Pastor, der über den
gescheiterten Versuch spricht,
die Kirche zu erneuern. Da ist die
erfolgreiche Schauspielerin, die
nach Berlin zieht, in einem Karriereknick
landet und so lange
gegen den Strom kämpft, bis ihr
Körper ihr die Rote Karte zeigt.
„Geplatzte Träume machen Platz
für neue“, resümiert sie. Heute
arbeitet sie erfolgreich als Coach.
Und es gibt den jungen Studenten,
der mit einer tollen Idee ein
Start-up gründete. Doch sein
Produkt war nicht ausgereift:
Nach anfänglichem Erfolg platzte
sein Traum. Heute ist er mit
einer neuen Geschäftsidee am
Start, mit besserem Businessplan,
mit längerer Vorbereitungszeit
und einem kompetenten
Partner an seiner Seite.
„Im Scheitern liegt das
Potenzial, sein eigenes Handeln
zu überdenken und aus den Fehlern
zu lernen“, sagt Ralf Kemmer.
Der Professor für Kommunikationsstrategien
an der SRH Berlin
University of Applied Sciences
und Geschäftsführer der Gesellschaft
für Fehlerkultur hat die
Fuckup Nights nach Berlin geholt.
Alle, die bei einer Fuckup Night
auftreten, haben sich konstruktiv
mit ihren Fehlern auseinandergesetzt,
haben aus der Krise gefunden
und stehen heute mit einer
neuen Idee erfolgreich da. „Wir
wollen Scheitern entstigmatisieren“,
sagt Kemmer.
Im Scheitern liegt
das Potenzial, sein
eigenes Handeln
zu überdenken und
aus den Fehlern
zu lernen
Ralf Kemmer, Professor für
Kommunikationsstrategie
Start-ups machen es vor. Sie
leben Fehlerkultur. Hat ein Produkt,
eine Dienstleistung, eine
Idee keinen Erfolg, wird sie angepasst,
verändert, verworfen und
neu gedacht. „Die sehen den Prozess
als natürlich an, sie gehen
bewusst mit Scheitern um“, sagt
Ralf Kemmer. Ebenso Menschen
in der Wissenschaft. Für sie ist es
natürlich, zu experimentieren, jeder
fehlgeschlagene Versuch
bringt sie ihrem Ziel näher.
Sich seinen Misserfolgen zu
stellen, ist für Freiberufler, Startupler
und Künstler vielleicht einfacher.
Sie sind in der Regel erst
einmal nur sich selbst verantwortlich.
Schwieriger ist es, als
Arbeitnehmer Fehler zu machen.
„Wenn das Unternehmen keine
Fehlerkultur hat, bringt das
Scheitern einen nicht weiter“,
sagt Kemmer. „Erst wenn es diese
Kultur gibt, bringt es auch dem
Einzelnen was – und dem Unternehmen.“
Laut der Studie der Personalberatung
SThree „So arbeitet
Deutschland“ (2017) wünschen
sich rund 86 Prozent der Arbeitnehmer
mehr Fehlertoleranz,
wenn sie an Innovationen arbeiten.
45 Prozent der 1000 Befragten
gaben an, dass Scheitern an
neuen Aufgaben Konsequenzen
hat, knapp die Hälfte der Befrag-
ten verlor nach einem Misserfolg
die Anerkennung im Team.
Es hemmt Innovationsprozesse,
wenn man aus Angst vor
Fehlern nicht frei denken kann.
Eine gute Fehlerkultur bedeutet,
Scheitern zuzulassen und Fehler
bewusst zu betrachten. Ralf Kemmer
wird immer häufiger in
Unternehmen eingeladen, um
Workshops zu halten. Inhalt: Ausprobieren,
Fehler zulassen, Fehler
machen und daraus lernen.
Im
Verborgenen
Gutes tun !
Ob man letztendlich gestärkt
aus einem Scheitern hervorgeht,
hängt davon ab, wie man es sich
erklärt. Kemmer: „Wenn man Erfolg
haben will, muss man die
richtigen Schlüsse ziehen.“
Auf der diesjährigen Jobmesse
Berlin wird die „Fuckup
Night@jobmesse berlin: Scheitern
als Chance“ gastieren – und
sich am 2. November, zwischen
13 und 15 Uhr, dem Thema Studienabbruch
widmen. Wer sich
mit einem launigen Podcast auf
die Veranstaltung einstimmen
will, kann hier reinhören:
www.fuckups.de
Sinnvolle und sichere Jobs
im Inlandsnachrichtendienst
Besuchen Sie
unseren Stand
auf der
jobmesse
Berlin 2019!
Abbrecher und gescheiterte Start-up-Unternehmer erzählen
von ihrem holprigen Karriereweg. FOTO:CHRISTIAN THIEL /IMAGO
Was wir bieten, wen wir suchen:
verfassungsschutz.de/karriere
8 | JOBMESSE BERLIN 2019
29. Oktober 2019 | BERLINER MORGENPOST
Arbeiten für
Leib und Seele
Die Lebensmittelbranche sucht dringend
neue Mitarbeiter in allen Fachbereichen
UWE LEHMANN
In den letzten Jahren hat sich der
Mangel an gut ausgebildeten
Arbeitskräften zum bestimmenden
Thema in der deutschen
Wirtschaft entwickelt. Ob Hotellerie
oder Sanitär und Klimatechnik,
ob Handwerk oder Industrie
– es fehlt an allen Ecken und Enden
an Fachkräften. So nannten
zum Jahresbeginn 2019 in der
Umfrage des Deutschen Industrie-
und Handelskammertages 81
Prozent der Unternehmen des
Baugewerbes diesen Mangel als
Risiko für die eigene wirtschaftliche
Entwicklung. Und es wird
nicht besser. Laut Zahlen des Basler
Forschungsinstituts Prognos
fehlen der deutschen Wirtschaft
bis zum Jahr 2030 etwa drei Millionen
Fachkräfte. 2016 war bereits
jeder zweite Beruf im Lebensmittelhandwerk
und in den
Bioverarbeitungsbetrieben als
Engpassberuf ausgeschrieben.
Wir geben Raum für Ihre Karriere
Das Problem macht auch vor
dem Lebensmittelhandel mit etwa
1,3 Millionen Beschäftigten in
Deutschland nicht halt. Ob Lidl,
Netto, Kaufland, Aldi, Edeka, Bio-
Company oder Rewe – sie alle suchen
gut ausgebildete Arbeitnehmer
und motivierte Auszubildende
für unterschiedliche Berufe.
„Im Bereich Service haben
wir beispielsweise aktuell in Berlin
und Umkreis 69 Ausbildungsstellen
zum Fleischer oder zur
Fleischerin und zum Fachverkäufer
oder zur -verkäuferin im Bereich
Fleischerei ausgeschrieben.
Außerdem sind in Berlin und Oranienburg
zwei Stellen für die Aus-
Als landeseigener Immobiliendienstleister mit über 600 Mitarbeitern
bewirtschaften wir eine Vielzahl von Berliner Immobilien.
Unsere Aufgaben sind zahlreich: wir sind Vermieter und
Käufer, Berater und Partner, Verwalter und Bauherr. Wir sind
stolz darauf mit sehr unterschiedlichen Kunden zu arbeiten und
maßgerechte Lösungen für sie zu finden. Unsere einzigartige
Rolle in Berlin macht die tägliche Arbeit dabei spannend und
herausfordernd.
Wir sind ein moderner Arbeitgeber mit starken Benefits und immer
auf der Suche nach Mitarbeitern, die Lust haben, die BIM
mitzugestalten und ihren Beitrag für die Stadt Berlin zu leisten,
z.B. als Bauingenieur, Property Manager oder
im Bereich IT.
Bewerben Sie sich jetzt bei der BIM!
www.bim-berlin.de
bildung zur Fachkraft für Lagerlogistik
zu besetzen“, erläutert Ann-
Christin Geers, Referentin Unternehmenskommunikation
bei
Rewe. Diese Berufsgruppen würden
auch am dringendsten benötigt,
da sich hier nur schwer Bewerber
finden ließen.
„Einen hohen Bedarf haben
wir außerdem bei der Berufsgruppe
Kaufmann oder -frau im
Einzelhandel, da sie generell in
unseren Märkten in hoher Zahl
benötigt werden. Diese Berufsgruppe
ist aber bislang deutlich
einfacher zu rekrutieren“, sagt
Geers. In den Märkten würden
zudem auch Verkäufer und
Kaufleute im Lebensmitteleinzelhandel
– beide auch speziell
für das Feinkost-Segment –
ausgebildet. In der Logistik gebe
es etwa das Berufsbild des
Kaufmanns im Groß- und
Außenhandel Logistik, den
Fachlageristen oder den Elektroniker
für Betriebstechnik. Darüber
hinaus würde auch eine
größere Zahl Berufskraftfahrer
gesucht, so die Unternehmensreferentin.
Wir suchen sowohl
Management-
Nachwuchskräfte als
auch gute Filialleiter
sowie Mitarbeiter für
die unterschiedlichen
Fachbereiche
Verena Lissek,
Unternehmenskommunikation
der Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG
Auch die Unternehmensgruppe
Aldi Nord, bei der zurzeit
rund 69.000 Mitarbeiter beschäftigt
sind, ist ständig auf der Suche
nach qualifizierten Arbeitskräften.
Vor allem auch nach Nachwuchs.
„In der Aldi Einkauf oHG
in Essen und in unseren 32 Regionalgesellschaften
stellen wir jedes
Jahr rund 800 neue Auszubildende
ein. 2018 konnten wir insgesamt
über 1700 Auszubildende
und duale Studenten zählen“, sagt
Verena Lissek von der Unternehmenskommunikation
der Aldi
Kaufleute im Einzelhandel
werden in
großer Zahl benötigt.
FOTO: WAVEBREAKMEDIA /
ISTCOK
Einkauf GmbH & Co. oHG. Das
Unternehmen befinde sich derzeit
in einem der größten Wachstumsund
Modernisierungsprozesse der
Unternehmensgeschichte. Daher
sei man stets auf der Suche nach
qualifizierten und motivierten
Mitarbeitern, so Lissek. „Wir suchen
sowohl Management-Nachwuchskräfte
als auch gute Filialleiter
sowie Mitarbeiter für die
unterschiedlichen Fachbereiche
der Aldi Einkauf oHG“, erläutert
die Unternehmenssprecherin.
Auch die internationale Expansion
in neun verschiedene Länder biete
gute Jobchancen.
Was die Branche für Bewerber
so attraktiv macht, ist nicht
zuletzt ihre Größe: die 30 führenden
Lebensmittelhändler in
Deutschland haben 2017 einen
Brutto-Außenumsatz von zusammen
247 Milliarden Euro erzielt.
Und die Unternehmen lassen sich
inzwischen auch so einiges einfallen,
um den Nachwuchs für sich
zu gewinnen. So erhalten etwa die
Azubis bei Rewe nach bestandener
Probezeit ein eigenes Tablet –
zum Lernen und für die Freizeit.
Zudem garantiert das Unternehmen
bei guten Leistungen eine
Übernahme nach der Ausbildung.
In der Regel besteht die Möglichkeit,
bereits während der
Schulzeit mittels Praktika in die
verschiedenen Berufe „reinzuschnuppern“.
Zumeist werden von
den Unternehmen auch spezielle
Abiturientenprogramme angeboten.
Oft gibt es die Möglichkeit zu
einem dualen Studium– Bachelor
of Arts Warenwirtschaft und Logistik
oder Bachelor of Arts Warenwirtschaft
und Handel. Beide bieten
einen Erfolg versprechenden
Karriereweg mit einem sicheren
Arbeitsplatz und guten Aufstiegschancen
im Lebensmittelhandel.
Und auch in die Selbstständigkeit
mit einem eigenen Lebensmittelmarkt
kann der Weg über
eine Ausbildung im Lebensmitteleinzelhandel
führen – zumal der
Internethandel mit Lebensmitteln
in Deutschland bis auf Weiteres
keine große Rolle spielt.
BERLINER MORGENPOST | 29. Oktober 2019 JOBMESSE BERLIN 2019 | 9
Chance auf ein
neues Leben
Die gemeinnützige Organisation ISA
unterstützt Geflüchtete und
Migranten dabei, Arbeit zu finden
DAGMAR TRÜPSCHUCH
Sprachbarrieren und rechtliche
Hürden machen es Geflüchteten
oft schwer, sich in den Arbeitsmarkt
zu integrieren. Seit Mitte
2018 können sie auf die Hilfe von
ISA – Bundesverband für Integration,
Soziales und Arbeit e.V. –
zählen. Die gemeinnützige Organisation
unterstützt Migranten,
Arbeitslose und Geflüchtete aus
Krisen- und Kriegsgebieten dabei,
auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu
fassen.
Dafür arbeitet der Verband
zurzeit mit mehr als 15 Bildungsträgern
zusammen und unterhält
ein Netzwerk aus rund 50 Firmen,
in die Arbeitssuchende vermittelt
werden können. „Wir geben allen
Arbeitssuchenden, die sich von
uns helfen lassen möchten, eine
Einstellungszusage“, sagt Vorstandsmitglied
Andreas Friese.
Der Verband orientiert sich am
Bedarf des Arbeitsmarktes und
kann seine Kunden und Kundinnen
gezielt schulen. Eine Qualifizierungsmaßnahme
startet nur,
wenn sich vorab ein Unternehmen
bereit erklärt hat, die Person
auch einzustellen. „Die Arbeitgeber
wissen aus Erfahrung, dass sie
von uns gut ausgebildete Leute
bekommen“, sagt Friese.
Zurzeit konzentriert sich
ISA auf die Themen Sprachförderung,
MSA, Verkehr, Logistik
und Personenbeförderung – bietet
aber auch Qualifizierungsmaßnahmen
für Pflegepersonal,
Berufcoaches und Trainer an.
Ende des Jahres kommen kaufmännische
und IT-Schulungen
hinzu. Duale Ausbildungen sind
nicht im Programm, sondern
nur Qualifizierungsmaßnahmen
und Weiterbildungen.
ISA steht allen Interessierten
offen. Menschen, die die Geschäftsräume
in der Neuköllner
Karl-Marx-Straße 255 aufsuchen,
die über Facebook oder auf Job-
Der Syrer Mohamad Al
Said hat eine Ausbildung
zum Busfahrer
bei der BVG gemacht.
FOTO:CHRISTOPH SOEDER/PA
messen mit den Jobcoaches
von ISA in
Kontakt treten, werden
vom ersten Moment
an engmaschig
betreut. Nicht-Muttersprachler
absolvieren
einen Sprachtest.
Oft muss vor
dem Beginn einer
Qualifizierungsmaßnahme
bei einem
Bildungsträger noch
ein Sprachkurs vorgeschaltet
werden.
Auch hier kann ISA vermitteln.
Im nächsten Schritt besprechen
die Jobcoaches die Qualifizierungsmaßnahme
und begleiten
die Arbeitssuchenden zum
Jobcenter, um einen Bildungsgutschein
zu beantragen. „Das
ist eine große Hilfe für die Geflüchteten,
die mit der Antragstellung
erst einmal überfordert
sind oder das Problem der
Sprachbarriere haben“, sagt Friese.
Ohne Begleitung sei der Behördengang
oft nicht zu bewältigen.
„Wir begleiten die Arbeitssuchenden
in die Weiterbildung
bis hin zur Unterzeichnung ihres
Arbeitsvertrages.“
Aktuell qualifizieren ISA-
Verbandsmitglieder für ein Berliner
Sightseeing-Unternehmen
zwölf Busfahrer. Schon während
ihrer Ausbildung fahren sie die
Strecken der Sightseeing-Tour
ab. Die Firmen wissen diese gezielte
Ausbildung zu schätzen.
„So schaffen wir die Grundvoraussetzung
dafür, dass die
Leute für Unternehmen interessant
sind“, sagt Friese.
In drei bis neun Monaten
fit für den neuen Job
Im Angebot ist auch die Ausbildung
zum Fahrlehrer – eine
Maßnahme, die vom Jobcenter
mit dem Bildungsgutschein gefördert
werden kann. Auch hier
helfen die ISA-Jobcoaches bei
der Antragstellung. „Fahrlehrer
werden in Berlin gesucht“, sagt
Friese. „Und die Einstellungszusagen,
die wir dem Jobcenter geben,
helfen, dass Anträge positiv
entschieden werden können.“
Rund 700 Menschen durchlaufen
seit der Gründung von
ISA verschiedene Maßnahmen.
Zwischen drei und neun Monate
dauert es, bis sie fit für den Job
sind, der am Ende der Fortbildung
auf sie wartet. Auch auf der
Jobmesse Berlin stellt der Verband
sein Angebot vor.
10 | JOBMESSE BERLIN 2019
29. Oktober 2019 | BERLINER MORGENPOST
Sichere Identitäten und
Geld am laufenden Band
Die Bundesdruckerei bietet viele interessante Jobs im
IT-Bereich – allerdings nur besonders integren Bewerbern
CHRISTINE PERSITZKY
Sie ist weder eine Druckerei im
klassischen Sinne noch eine Behörde:
Die Bundesdruckerei ist
eine GmbH mit sieben Tochtergesellschaften
und Beteiligungen.
Neben der Herstellung fälschungssicherer
Wertdokumente
wie Banknoten und Postwertzeichen
sind sichere Identitäten
und der Schutz von vertraulichen
Informationen aller Art
ihre Kernkompetenz. Sie erfasst,
verwaltet und verschlüsselt sensible
Daten, produziert Dokumente
und Prüfgeräte, entwickelt
Software für hochsichere
Infrastrukturen und bietet Passund
Ausweissysteme sowie
automatische Grenzkontrolllösungen
an. In Deutschland ist
sie verantwortlich für die gesamte
Systeminfrastruktur der
elektronischen Reisepässe, Personalausweise
und elektronischen
Aufenthaltstitel.
Mit anderen Worten: Die
Bundesdruckerei ist ein Hightech-Unternehmen,
in dem
höchste Sicherheitsstandards
essenziell sind: „Als Sicherheitsunternehmen
des Bundes gelten
bei uns besonders hohe Schutzbestimmungen
und zahlreiche
Besonderheiten in der Art und
Weise, wie wir arbeiten“, erklärt
Maria Nathow, Abteilungsleiterin
HR Marketing & Administration.
Je nach Bereich und Aufgabenfeld
gibt es unterschiedlich
strenge Anforderungen und Vorschriften.
Das betrifft beispielsweise
Zugangsberechtigungen,
individuelle Zugriffsrechte auf
Netzwerke und Datenbanken,
aber auch spezielle Social-Me-
dia-Richtlinien für Mitarbeiter
in sicherheitsrelevanten Bereichen.
Für einige Positionen ist
zudem eine besondere Überprüfung
notwendig.
Dementsprechend wünscht
sich das Unternehmen von den
Bewerbern in erster Linie Integrität
und Verschwiegenheit. Von
streng gesicherten Produktionsbereichen
über gepanzerte Polizeieskorten
beim Abtransport
von frisch gedruckten Banknoten
bis hin zur Entwicklung von
neuen Schutz-Merkmalen für
Ausweise und Pässe – „man
muss sich bewusst sein, dass
man in einem Hochsicherheitsunternehmen
arbeitet und somit
auch eine große Verantwortung
trägt“, betont die Personalerin.
„Es ist nicht wie in anderen
Unternehmen, wo man alle Bereiche
und Projekte seines
Unternehmens kennt oder darüber
frei berichten darf. Aber das
macht die Arbeit bei uns auch so
spannend.“
Neben der Sicherheit ist es
vor allem auch die Vielfalt an beruflichen
Möglichkeiten, welche
die Bundesdruckerei auszeichnet.
„Kaum ein anderes Unternehmen
in Berlin bietet eine
ähnlich große Bandbreite an
Themen und Tätigkeitsfeldern“,
findet Maria Nathow. „Bei uns
gibt es mehr als 200 verschiedene
Berufe.“ Dazu gehören Architekten,
Chemiker, Data Scientists,
Software Entwickler, Innovation
Developer und Kryptologen
genauso wie Patentanwälte,
Konstruktionsmechaniker, Produktionsmitarbeiter,
Vertriebler
und Sicherheitskräfte. „Themen
wie Big Data, Blockchain, digitale
Sicherheit, künstliche Intelligenz,
Cloud Computing oder sichere
Identitäten sind in aller
Munde – und bei uns hat man
die Möglichkeit, aktiv daran mitzuwirken“,
so Nathow. Daneben
Das Hightech-
Unternehmen
„Bundesdruckerei“
hat
seinen Sitz an
der Grenze von
Kreuzberg zu
Mitte.
FOTO: WOLFRAM
STEINBERG/PA
müsse ein Unternehmen dieser
Größe auch in den administrativen
Bereichen gut aufgestellt
sein. So kommen weitere Tätigkeitsfelder
hinzu: IT-Sicherheitsexperten,
UI-/UX-Designer
und Mathematiker, Consultants,
Business Developer und Anlagenmechaniker.
Wo es um Digitalisierung,
IT-Sicherheit und technische Innovationen
geht, sind vor allem
Bewerber aus den MINT-Fächern
Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaft und Technik,
gefragt. „Grundsätzlich zählen
praktische Berufserfahrung,
fachliche und soziale Kompetenzen
aber mehr, als ein formaler
Abschluss“, relativiert Nathow.
Die Bundesdruckerei konkurriert
mit vielen anderen
Hightech-Unternehmen um gut
qualifizierte Fachkräfte – wirbt
dabei mit einem „attraktiven
Gesamtpaket“ und „bietet individuelle
Entwicklungschancen,
die auf die jeweilige Lebenssituation
zugeschnitten sind“, sagt
sie. Nimmt man den Anteil von
Geldscheine und Personaldokumente
sind die Kernkompetenzen
der Bundesdruckerei.
FOTO: WWEISS LICHTSPIELE /PA
Frauen in Führungspositionen
als Indikator dafür, scheint es zu
gelingen. Denn der liegt nach
Unternehmensangaben bei
mehr als 30 Prozent – weit über
dem Durchschnitt deutscher
Unternehmen.
Neben zahlreichen Einstiegspositionen
und Ausbildungsmöglichkeiten
bietet die
Bundesdruckerei in Kooperation
mit der Berliner Hochschule für
Wirtschaft und Recht (hwr)
auch die Möglichkeit zu einem
dreijährigen dualen Studium,
zum Beispiel in den Fächern
Wirtschaftsinformatik, Industrielle
Elektrotechnik/Automatisierungstechnik
oder Konstruktion
und Fertigung. Sechs dual
Studierende sind in diesem Jahr
gestartet. Sie wurden aus über
600 Bewerbern ausgewählt. Im
kommenden Jahr stehen fünf
Studienplätze zur Verfügung.
Das Profil
Die Geschichte der Bundesdruckerei
reicht zurück bis
ins 18. Jahrhundert. Nach der
Privatisierung im Jahr 2000
und dem Rückkauf durch den
Bund 2008/2009 ist sie nun
wieder in Staatsbesitz.
Das hoheitliche Identitätsgeschäft
mit Behörden in
Deutschland und anderen
Staaten ist das Hauptgeschäft
des Unternehmens.
Das Drucken von Wertdokumenten
wie Geldscheinen
und Briefmarken trägt rund
zehn Prozent zum Gesamtumsatz
bei. Die Unternehmensgruppe
beschäftigt über
2700 Mitarbeiter und erzielte
2018 einen Umsatz von rund
556 Millionen Euro.
Unsere Kunden sind schon in Berlin!
Datenschutz
Informationssicherheit
Organisation / Strategie
Joe.Gockel / stock.adobe.comwww.uimc.de
Wollen Sie uns helfen, einen neuen
Standort aufzubauen, um noch näher
an unsere Kunden heranzurücken?
BERLINER MORGENPOST | 29. Oktober 2019 JOBMESSE BERLIN 2019 | 11
Auf das richtige
Verhältnis
kommt es an
Karriere oder Familie? Viele
Arbeitnehmer wünschen sich,
dass Arbeit und Freizeit im
Gleichgewicht bleiben.
GRAFIK: FRANCESCA COATI /ISTOCK
Die Work-Life-Balance ist heutzutage vielen
Arbeitnehmern wichtiger, als gute Gehälter
und zusätzliche Vergünstigungen
MAX MÜLLER
Deutsche sind Arbeitstiere, lautet
ein weit verbreiteter Mythos.
Allerdings hat sich hieran
in den vergangenen Jahren einiges
geändert. Ein ausgeglichenes
Verhältnis zwischen Arbeit
und Freizeit wird vielen Arbeitnehmern
zusehends wichtiger.
Die gute Nachricht: Um die Balance
zwischen beiden Polen
steht es hierzulande nicht
schlecht.
Zu diesem Ergebnis kommt
die Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD). Die Grundlage
dieser Erkenntnis bildet der
„Better Life Index 2019“. Für
diesen untersuchte die OECD
die Work-Life-Balance in annähernd
40 Ländern. Zu den Kriterien
zählte etwa, auf welcher
Basis Arbeitszeiten erfasst werden,
ob es möglich ist, zu Hause
im sogenannten Homeoffice zu
arbeiten oder wie und ob Überstunden
reguliert, abgebaut
oder ausbezahlt werden.
Deutschland ist
unter den Top Ten
Ein besonders ausgeglichenes
Leben zwischen Arbeit und
Freizeit führen nach der OECD-
Studie die Niederländer, die an
der Spitze stehen. Deutschland
schafft es im internationalen
Vergleich auf einen respektablen
neunten Platz. Auffällig: In
der „Top Ten“ sind ausschließlich
europäische Länder. Im
hinteren Drittel landeten das
Vereinigte Königreich, die USA,
Australien, Japan, Korea sowie
die Schlusslichter Mexiko und
Kolumbien.
Dass deutsche Unternehmen
arbeitnehmerfreundlicher werden,
zeigt auch eine Umfrage des
Instituts der deutschen Wirtschaft
(IW), die im Auftrag des
Bundesfamilienministeriums
unter Beschäftigten und Managern
im vergangenen Jahr durchgeführt
wurden. So bieten viele
Unternehmen vermehrt Teilzeitmodelle
an. Ebenso haben immer
mehr Arbeitnehmer die Option,
an bestimmten Tagen zu Hause
zu arbeiten, oder auch längere
Auszeiten, sogenannte Sabbaticals,
in Anspruch zu
nehmen – ohne nach ihrer
Rückkehr mit karriereschädlichen
Konsequenzen
rechnen
zu müssen.
In Zeiten des
anhaltenden Fachkräftemangels
bieten
viele Arbeitgeber ihren
Angestellten neben
einem attraktiven Gehalt
auch Benefits, also nichtmonetäre
Vorteile. Rund
25 Prozent aller deutschen
Arbeitnehmer profitieren
aktuell hiervon. Vorzüge,
von denen die gesamte
Belegschaft profitiert
wie etwa kostenloser
Kaffee im Büro, frisches
Obst und Gemüse oder gar
eine gemeinschaftlich nutzbare
Tischtennisplatte sind vor allem
in der Start-up-Branche
verbreitet. Wenig überraschend
ist auch die Tatsache, dass in
der Automobilbranche den Angestellten
häufig günstige bis
kostenfreie Firmenwagen zur
Verfügung gestellt werden – ein
Vorzug, der in zahlreichen anderen
Branchen nur Führungskräften
geboten wird.
Interessant für beide Seiten
– auch aus steuerlicher Perspektive
– ist etwa die Anschaffung
neuer Technik, die auch privat
genutzt werden kann wie
Smartphone oder Tablet, die
Übernahme oder ein Zuschuss
der Kosten für den öffentlichen
Personennahverkehr oder auch
Weiterbildungsangebote, die
insbesondere bei jungen Mitarbeitern
hoch im Kurs stehen.
Benefits können auch
ihre Tücken haben
Benefits sind Arbeitnehmern
heute so wichtig, dass sie hierfür
mitunter auch auf ein besseres
Gehalt verzichten würden. Bei
einer Umfrage des Arbeitgeberbewertungsportals
Kununu gaben
rund zwei Drittel der Befragten
an, dass sie für attraktive Benefits
sogar auf bis zu zehn Prozent
ihres Jahresgehalts verzichten
würden. Doch Obacht, es
gibt auch Nachteile: Wer für all-
... Firmenwagen, flache
Hierarchien, super
Einstiegsgehalt,Weihnachtsgeld
und das ist
noch lange nicht alles!
Einsteigen
und Aufsteigen!
Abwechslung trifft Anspruch – Ihr Aufgabengebiet:
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leitender Angestellter (m/w/d) • Sie stellen Ihr Personal ein, entwickeln
und planen den Einsatz Ihrer Mitarbeiter • Darüber hinaus
verantworten Sie die Planung, Organisation sowie das Controlling
und tragen so entscheidend zum Unternehmenserfolg bei.
Was wir von Ihnen erwarten:
• Hochschulabschluss mit betriebswirtschaftlicher Studienrichtung
• Bereitschaft Führungsverantwortung zu übernehmen
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einem neutralen Firmenwagen, auch zu Ihrer privaten Nutzung.
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Benefits auf
mehr Geld verzichtet,
muss zugleich
akzeptieren,
dass im Krankheitsfall,
während
des Mutterschutzes
oder der Elternzeit
sowie im
Falle von Arbeitslosigkeit
weniger Geld ausgezahlt
wird, da sich der jeweilige Satz
dieser Leistungen am Grundgehalt
bemisst.
Vorsicht ist auch geboten,
damit Arbeitnehmer ihre Vorteile
der Privilegien nicht umgehend
wieder in den Job investieren.
Außerdem suchen wir noch:
Will heißen: Wer etwa im
Homeoffice arbeitet, sollte
auch eine klare Trennung zwischen
Arbeit und Freizeit schaffen,
um sich im Endeffekt nicht
selbst auszubeuten. Denn wer die
hart erkämpfte Freiheit gleich
wieder an den Job verliert, dem
helfen auch all die praktischen
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2019
Auszubildende (m/w/d) zum
Verkäufer und Kaufmann im Einzelhandel
12 | JOBMESSE BERLIN 2019
29. Oktober 2019 | BERLINER MORGENPOST
Bitte recht freundlich!
Wer mit seiner Bewerbung punkten will, sollte auf gute Fotos achten. Ein Profi gibt Tipps, wie das gelingt
SIMONE JACOBIUS
Dass der erste Eindruck zählt, ist
nicht neu. Und dennoch unterschätzen
viele den Wert eines
professionellen Bewerbungsfotos.
Fakt ist: Die Chancen, in
die engere Auswahl zu kommen,
sind ungleich höher, wenn das
beigelegte Porträt Selbstbewusstsein,
Kompetenz und
Freundlichkeit ausstrahlt.
In den USA gibt es generell
keine Bewerbungsfotos mehr, in
Deutschland sind sie freiwillig.
„Aber die Arbeitgeber möchten
doch meist ein Gesicht zu der
Bewerbung sehen. Die visuelle
Sympathie zählt. In den USA recherchieren
die Unternehmer
dafür einfach in den sozialen
Netzwerken, bei uns schicken
die meisten noch ein Foto mit”,
sagt Peter Venus, leitender
Fotograf bei Capital Headshots
Berlin, dem Fotostudio, das in
diesem Jahr auch auf der Jobmesse
vertreten ist. Nach Venus’
Erfahrung kommen Berufsanfänger,
Wiedereinsteiger wie
Mütter nach der Elternzeit und
Umsteiger gleichermaßen zum
Fotoshooting.
Wer fotogen ist und wer
nicht hängt dabei von der Selbstwahrnehmung
der Person ab.
„Wir versuchen die Menschen
im Gespräch locker zu machen.
Wenn sie sich ganz natürlich
verhalten, strahlen sie das
auch aus – und die Fotos gefallen
ihnen meistens. Das
braucht aber etwas Zeit,
wenn man nicht gerade
eine Rampensau ist, die
es gewöhnt ist im Licht
der Öffentlichkeit zu
stehen”, sagt der Profi
und schmunzelt. Zeit,
die natürlich auch
ihren Preis hat.
Während des Shootings
können die Fotografierten jedes
Foto auf einem kleinen Bildschirm
sehen und erkennen so,
was sie verändern müssten. Auf
diese Weise lernen die Kunden
auch etwas über ihre Selbstwahrnehmung
und Selbstdarstellung.
Der wichtigste Tipp
von Peter Venus ist daher auch:
Bewerbungsfotos auf jeden Fall
vom Profi machen lassen. Ein
No-Go seien Automatenfotos
und Selfies. „Das Foto soll
schließlich auch aussagen,
wie ernst ich das mit
dem Job sehe und
zeigen, dass ich im
Business-Level angekommen
und
nicht im Social-
Media-Level steckengeblieben
bin“, erläutert
Venus. Die
Fotomodels
sollten einen festen
Blick in die
Kamera haben und
Haltung bewahren.
Eine ganz wichtige
Rolle spiele die
Authentizität. „Die
Person sollte so aussehen und so
rüberkommen, wie sie wirklich
ist. Nicht das man beim Personaler
steht und nicht wiedererkannt
wird“, sagt Venus.
Die Kleidung: Es hängt immer
von der Branche ab, für die man
sich bewirbt. Für einen Fliesenleger
gilt eine andere Kleiderordnung
als für einen Banker. Und
in der Werbebranche darf es
auch ruhig flippig zugehen. Am
besten lässt man sich so fotografieren,
wie man
auch zum Vorstellungsgespräch
gehen
würde.
Generell rät der Fachmann
eher zu einer gedeckten, leicht
konservativen Wahl: „Grundsätzlich
sollte die Kleidung nicht
von der Person ablenken, also
keine großen Prints und keine
knalligen Farben“, begründet er.
Das Make-up: Dezent ist
Trumpf, denn nur so kommt die
Person natürlich rüber. An auffallendem
Make-up hat jeder etwas
anderes auszusetzen. Schließlich
geht es ja nicht zu einer Party.
Deswegen gilt: Kleine Mängel
vertuschen, aber sonst dem Typ
entsprechend dezent schminken.
„Das perfekte Make-up ist das,
was Männern nicht auffällt“,
weiß er aus Erfahrung.
Ein fester Blick
in die Kamera
und ein Lächeln
wirken positiv
auf Personaler.
FOTO: DAMIR KHABI-
ROV/ISTOCK
Der Ausschnitt: Das Wichtigste
sind Gesicht und
Augen. An ihnen können
Betrachter erkennen,
ob ihnen die Person sympathisch
ist, aufgeweckt und interessiert
erscheint, oder als Teamplayer
eingeschätzt wird. Ob
auch der Oberkörper mitfotografiert
wird, hängt vom persönlichen
Empfinden ab.
Die Mimik: Gucken Sie natürlich.
Wenn Sie ein fröhlicher
Mensch sind, lächeln Sie. Wenn
es sich um einen ernsthaften Job
handelt, gucken Sie konzentriert
und zielstrebig. Wichtig ist, dass
das Wesen des Menschen beim
Betrachter rüberkommt.
Bewerbungsfotos können in
der Regel zwei bis drei Jahre verwendet
werden, wenn es in der
Zwischenzeit keine wesentliche
Änderung in Aussehen und Stil
gab. Auf der Messe bietet Peter
Venus übrigens ein kostenloses
Bewerbungsfoto-Shooting an –
direkt neben dem Messe-Café!
Studium
abgebrochen?
Queraufstieg Berlin
ist die erste Anlaufstelle bei
Studienzweifeln und Studienabbruch:
Passende Beratung finden und Unterstützung erhalten
Ab zur Fuckup Night und den
Workshops zur Neuorientierung
Wo?
Jobmesse Berlin in der Arena Berlin
Wann?
02./03.11.2019
Informationen und Orientierung zu Alternativen
in der Berufsbildung
www.queraufstieg-berlin.de