2019/44 - Nachhaltig

suedwest.presse

30.10.2019

Nachhaltig!

ÖKONOMISCH, ÖKOLOGISCH UND SOZIAL

Nachhaltige

Unternehmen

aus der

Region

im Porträt

Viele Stellschrauben

für ein nachhaltiges Leben

Unternehmen, Privatleute und Verbände kämpfen für eine bessere Zukunft.

GESELLSCHAFT

Was kaputt ist, wird

weggeworfen? Nicht im

Reparaturcafé!

Seite 22

PROJEKTE

Entscheidungsträger aus

Ulm und Neu-Ulm stellen

vorbildliche Projekte

vor. Seite 4

VERPACKUNGSMÜLL

Mit der Tupperdose zum

Metzger – darf man das

überhaupt?

Seite 26


Dienstleistungszentrum

2

Wiley-Süd, 89231 Neu-Ulm

PROVISIONSFREIER NEUBAU

Einmalig. Nachhaltig. Hochwertig.

Dienstleistungszentrum

Wiley-Süd, 89231 Neu-Ulm

PROVISIONSFREIER NEUBAU

Einmalig. Nachhaltig. Hochwertig.

Erstklassig angebunden und vielseitig nutzbar:

Erstklassig angebunden und vielseitig nutzbar:

– G ewerbeflächen zum Kauf und zur Miete

– M ietflächen von 396 m 2 bis 3.392 m 2

– K aufflächen von 1.108 m 2 , 1.317 m 2 und 1.383 m 2

– 1 05 Kfz-Stellplätze

– H ochwertige Architektur

– E rstklassige Bauausführung

– K fW-Effizienzhaus 55 mit nachhaltigem Energiekonzept

– V ollständig barrierefrei

– A usbau und Raumaufteilung nach Wunsch

– Gewerbeflächen zum Kauf und zur Miete – Erstklassige Bauausführung

– Mietflächen von 396 m² bis 3.392 m² – KfW-Effizienzhaus 55 mit nachhaltigem Energiekonzept

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INHALT / EDITORIAL / IMPRESSUM

3

Inhalt

Editorial

Mit gutem

Beispiel voran

Entscheidungsträger aus Ulm und

Neu-Ulm erzählen, welche Projekte sie

„nachhaltig“ beeindruckt haben Seite 4

Nachhaltig digital

Wie Ulm mit einer digitalen Agenda

zur „Zukunftsstadt 2030“ werden will.

Seite 12

Wegwerfen? Bloß nicht!

Ein Besuch im Reparaturcafé in der Weststadt

zeigt: So manches ist zum Wegwerfen

viel zu schade. Seite 22

Impressum

Umdenken

und handeln

Kleine und

mittelständische

Betriebe arbeiten

für die Nachhaltigkeit

Hand in

Hand. Seite 8

Auf die Gesundheit

Betriebssport ist „in“.

Seite 18

Hoch die Taschen

Plastikverpackungen sind überall.

Wer sie vermeiden will, muss

mitdenken und vorplanen. Seite 26

Lassen Sie die

Hüllen fallen!

Nein, keine Sorge, das wird weder

ein Plädoyer für den FKK-

Strand noch fürs Saunieren. Es

geht um Plastik – genauer gesagt

um den Plastikmüll. Noch

immer ist um fast jedes Produkt,

das man im Supermarkt kaufen

kann, Kunststoff gewickelt. Keine

Frage, der ist ja auch praktisch:

hygienisch, stabil, formbar

und dabei so gut wie kein

Eigengewicht. Und so umhüllt

er Müsli, Paprika, Süßigkeiten –

ja sogar die extra aus Bambus

gefertigten Strohhalme im Supermarkt

sind nach wie vor in

durchsichtige Folie gepackt. Da

war dann die Produktentwicklungsabteilung

beim Thema

Nachhaltigkeit schneller als die

Verpackungsdesigner … Wie es

tatsächlich gelingen kann, Einwegplastikverpackungen

zu

vermeiden, lesen Sie auf

Seite 26

Ein weiterer Artikel, der mich

neugierig gemacht hat, war die

Reportage aus dem Reparaturcafé

in der Weststadt. Mit wie

viel Liebe hier selbst vermeintlich

schrottreifen Geräten neues

Leben eingehaucht wird, ist

schon beeindruckend. Aber lesen

Sie selbst auf Seite 22

Nachhaltigkeit erstreckt sich

aber auf mehr als nur auf die

Umwelt: Auch die Gesundheit

gehört dazu, . Viele Unternehmen

und Kommunen haben sich

das Thema „Nachhaltigkeit“ auf

die Fahnen geschrieben. Diese

vielen Aspekte beleuchten wir

in den weiteren Artikeln.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen

beim Durchblättern – und

vielleicht den einen oder anderen

„Aha“-Effekt.

Ihre

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstr. 77, 89073 Ulm

Projektleitung

Tobias Lehmann

Anzeigen (verantwortlich)

Stefan Schaumburg

Redaktion

Stefan Loeffler, Stefanie

Müller (verantwortlich),

Kerstin Auernhammer,

SVH GmbH & Co. KG

Gestaltung

mediaservice ulm

Fotos

Fotolia, SWP-Archiv,

SVH, Shutterstock

Druck

Druckzentrum Hohenlohe

Ostalb GmbH & Co. KG

Ludwig Erhard Straße 109

74564 Crailsheim

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Stefanie Müller

Redaktionsleitung


4 UMFRAGE

Mit gutem

Beispiel voran

Vorbilder Was ist eigentlich nachhaltig? Welche konkreten Projekte gibt es in der Region?

Ulmer Entscheidungsträger berichten. Von Stefan Loeffler

Kennen Sie Carl von Carlowitz?

Der Freiberger Oberberghauptmann

setzte sich dafür ein, dass

immer nur so viele Bäume abgeholzt

wurden, dass der Wald sich

in absehbarer Zeit auf natürliche

Weise regenerieren konnte. Damit

gilt der Mann aus dem Erzgebirge

als Schöpfer des forstlichen

Nachhaltigkeitsbegriffs.

Das war vor über 300 Jahren.

Heute ist das Wort Nachhaltigkeit

aus dem Alltag nicht

mehr wegzudenken. Das Prinzip

ruht nun auf den drei Säulen

Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

Auch in Ulm, Neu-Ulm

und in den Landkreisen Neu-

Ulm und Alb-Donau bemüht

man sich, umweltschonend, ressourcensparend

und damit verantwortungsvoll

für die Natur

und unsere Gesellschaft zu handeln.

Ein paar solcher Projekte

werden an dieser Stelle von Entscheidungsträgern

aus Ulm vorgestellt.

FOTO. LANDRATSAMT

Heiner Scheffold, Landrat

des Alb-Donau-Kreises:

das Große Lautertal

Fast 6.000 Naturfreunde stimmten bei Europarc

Deutschland und der Heinz-Sielmann-Stiftung ab und

wählten die Große Lauter zu Deutschlands Naturwunder

2019. Ein Beispiel auch dafür, dass wir Nachhaltigkeit nie isoliert,

sondern integrativ betrachten müssen. Besonders sensible Teile

des Talverlaufs, wie Felsen mit ihrer empfindlichen Felskopfvegetation,

sind als Biotope oder Naturdenkmale geschützt. Die

Forstwirtschaft achtet auf die Pflege und schonende Entwicklung

der wertvollen Schlucht- und Hangmischwälder, die überwiegend

als Waldschutzgebiete ausgewiesen sind. Ob Naturschutz,

Land- und Forstwirtschaft oder Tourismus: Im Zusammenwirken

aller dieser Elemente ergibt sich Nachhaltigkeit, die

nicht nur auf kurzfristige Ziele ausgerichtet ist. Die Menschen honorieren

das – wie die Auszeichnung zum Naturwunder 2019

zeigt.

Ulms Oberbürgermeister

Gunter Czisch:

vernetzte Mobilität

Wem gehört die Stadt – Autofahrern, Radfahrern oder

Fußgängern? Diese Frage klingt überzogen, ist aber in vielen

Großstädten Deutschlands präsent. Die Idee der nachhaltigen,

vernetzten Mobilität beeindruckt mich dabei. Sie hat

das Potenzial, sowohl Emissionen einzusparen als auch den Verkehr

für die Bedürfnisse vieler zu optimieren. Digitale Medien ermöglichen

es etwa, Leih-Fahrräder oder Car sharing-Autos unkompliziert

zu buchen. In Kombination mit einem gut ausgebauten

ÖPNV-Netz mag das künftig eine echte Alternative zum eigenen

Auto oder Familien-Zweitwagen werden. Die Mobilität der

Zukunft soll nicht auf Verbote setzen. Vielmehr geht es um klimafreundliche

Infrastrukturen und Angebote, die für möglichst

viele attraktiv sind. In Ulm fördern wir das mit Nachdruck: etwa

mit der Entwicklung der Software „OpenBike“ für Radverleihsysteme,

dem Carsharing-Angebot „SWUtoGo“ oder dem anvisierten

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

VOLKMAR KÖNNEKE

Neu-Ulms Landrat Thorsten

Freudenberger:

Wärme aus Müll

Ich freue mich sehr, dass es dem Landkreis Neu-Ulm in Kooperation

mit der Stadt Weißenhorn gelungen ist, die zuvor

größtenteils ungenutzte Abwärme des Müllheizkraftwerkes

für die Fernwärmeversorgung in Weißenhorn zu

nutzen. Im Oktober 2017 ist das Leuchtturmprojekt in Betrieb

gegangen, das Ökonomie und Ökologie überzeugend kombiniert.

Bis Ende 2018 waren 55 Gebäude ans Fernwärmenetz angeschlossen.

Ende 2019 werden es schon mehr als 100 Gebäude

sein, die mit der „Eh-da-Wärme“ versorgt werden: private Haushalte,

öffentliche Einrichtungen und Betriebsstätten von Firmen

wie Peri. Der „Global Player“ aus Weißenhorn stellt zudem die

Ausfallversorgung sicher, wenn die Abwärme des MHKWs – etwa

wegen Revision – nicht zur Verfügung steht. Bis Ende 2018 wurden

ca. 1.550 Tonnen CO 2

eingespart, bis Ende 2019 werden es ca.

4.150 Tonnen CO 2

sein.

ILLUSTRATION: © ANDREW KRASOVITCKII/SHUTTERSTOCK.COM


UMFRAGE

5

HANDWERKSKAMMER ULM

Dr. Tobias Mehlich,

Handwerkskammer Ulm:

fachliche Qualifikation

Für mich ist unser duales Ausbildungssystem in Deutschland

nachhaltig. Wirtschaftlich nachhaltig, weil das Handwerk

sich und seine Techniken durch junge Fachkräfte und

ihre Ideen ständig weiterentwickelt. Aber auch sozial nachhaltig,

weil es jungen Menschen die Chance gibt, sich und ihre

Stärken zu entwickeln. Junge Menschen werden dual, also theoretisch

und praktisch, zu Handwerkern ausgebildet. Damit sind

sie als Gesellen und Meister qualifizierte Fachkräfte. Ihre fachliche

Qualifikation schützt sie vor Arbeitslosigkeit. Gerade in

Handwerksbetrieben werden sie immer Arbeit finden, versorgen

die unterschiedlichen Handwerke mit ihren Leistungen doch die

Grundbedürfnisse der Menschen. Handwerkliches Können wird

also auch in Zukunft immer nachgefragt sein. Unser duales Ausbildungssystem

stärkt somit letztlich die Menschen, die qualifiziert

werden, und es stärkt unsere Wirtschaftskraft in Deutschland.

CAROLA-GIETZEN-FOTODESIGN CAROLA

Otto Sälzle,

Hauptgeschäftsführer IHK

Ulm: Familienunternehmen

Unsere Region zählt zu den erfolgreichsten Wirtschaftsregionen

in Deutschland. Eines unserer Erfolgsgeheimnisse sind

unsere Familienunternehmen. Darunter finden sich viele kleine

und mittlere Betriebe wie auch sehr große mit Umsätzen in Milliardenhöhe.

Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil der unternehmerischen

DNA von Familienunternehmen. Denn sie wollen das

Unternehmen für nachfolgende Generationen sichern. Das sichert

Stabilität auch für die Arbeitsplätze, gerade in schwierigen

Zeiten.

Ein Dieselskandal wäre in einem Familienunternehmen kaum

denkbar. Familienunternehmer sind keine besseren oder schlechteren

Menschen, aber allein im Interesse des Erhalts ihres Unternehmens

handeln sie verantwortungsbewusster und weitblickender

als mancher angestellte Manager in der Industrie, der

nur auf die nächsten Quartalszahlen schaut. Gleichzeitig haben

die Familienunternehmer ein großes Interesse an guten Standortbedingungen.

So engagieren sie sich oft persönlich in der

Kommunalpolitik, bei der IHK oder gesellschaftlich, wie zum Beispiel

mit Spenden an Sportvereine oder soziale Organisationen.

Unsere Familienunternehmer sind Vorbild für Verantwortungsbewusstsein

und Nachhaltigkeit.

VOLKMAR KÖNNEKE

Gerold Noerenberg, Neu-

Ulms Oberbürgermeister:

Wasserstoff als Antrieb

Das Thema Nachhaltigkeit ist grundsätzlich ein Thema,

das lokal gelebt, aber global vorgegeben werden muss.

Und zwar ausnahmslos. Nachhaltigkeit hat viele Facetten. Ein

Projekt, das mich wirklich beeindruckt und von dessen Zukunftsfähigkeit

ich komplett überzeugt bin, ist das Thema „Wasserstoff“.

Es ist die Antriebsart der Zukunft! In diesem Bereich muss

einer der Forschungsschwerpunkte liegen. Experten sind beispielsweise

der Meinung, dass die Bahnstrecke Weißenhorn –

Ulm zur Erprobung von Wasserstoffzügen hervorragend geeignet

ist. Daher setzen sich die Städte Neu-Ulm und Ulm dafür ein, ein

solches Pilotprojekt im Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm wortwörtlich

aufs Gleis zu setzen. Darüber hinaus gibt es auch bereits weitergehende

Überlegungen und Planungen im Rahmen eines weiteren

Pilotprojekts eine Wasserstoffbus-Teststrecke zwischen dem

Ulmer Hauptbahnhof und dem Neu-Ulmer ZUP einzurichten.


6 PORTRÄT HOCHSCHULE NEU-ULM Anzeige

Raus aus den

Hörsälen!

Nachhaltigkeit in der Third Mission der Hochschule Neu-Ulm.

Interessierte konnten an den Nachhaltigkeitstagen der Hochschule Neu-Ulm unter anderem eine Runde mit dem Solarmobil drehen.

Es hat sich viel geändert, seitdem

die heutigen Eltern studiert haben.

Familien mit Kindern im

Übergang zwischen Schule und

Ausbildung / Studium stehen vor

einer Fülle von Angeboten: Erst

eine Ausbildung und dann vielleicht

ein Studium? Gleich ein

Studium – und wenn ja: welches

und wo? Die Entscheidung fällt

vielen Familien nicht leicht.

Hochschulen sind heute nicht

mehr Orte, in denen nach der

Schule weiter gebüffelt und im

Elfenbeinturm geforscht wird.

Neben Lehre und Forschung tritt

eine dritte Mission der Hochschule:

die Kooperation mit Wirtschaft

und Gesellschaft. Sie vermittelt

den Studierenden wertvolle

Kompetenzen, die nicht im

Lehrbuch stehen, sondern die

durch praktisches Engagement

erfahren und erworben werden.

Hochschulen für angewandte

Wissenschaften sind prädestiniert

für ein Studium, das mehr

bietet, als im Hörsaal und aus Büchern

zu lernen ist.

In unserer Region haben die

Hochschulen Biberach, Neu­Ulm,

Ulm sowie die Universität Ulm

den Hochschulverbund InnoSÜD

gegründet, um diese dritte Mission

für die Region zu erfüllen. An

der Hochschule Neu­Ulm (HNU)

werden Bildung für nachhaltige

Entwicklung und Bildung durch

Verantwortung in dem hochschulweiten

Zentrum für internationales,

interdisziplinäres und

engagiertes Lernen (ZiieL) allen

Studierenden angeboten.

Engagiert studieren

Die Hochschule Neu­Ulm fördert

studentisches Engagement

in ihren Studiengängen, aber

auch im ehrenamtlichen Engagement

der Studierenden. Studierende

haben zum Beispiel einen

Stadtplan von Ulm und Neu­

Studierenden

der HNU gelang

es, die globale

Erderwärmung

unter zwei Grad

zu halten –

allerdings

(vorerst) nur

im Planspiel.

Ulm für Geflüchtete entworfen

und ein Nachhaltigkeitskonzept

für eine lokale Schule erarbeitet.

Nachhaltigkeit ist auch Thema in

vielen Exkursionen der HNU. Im

digitalen Planspiel der diesjährigen

Summer School gelang es

den Studierenden, die globale

Erderwärmung unter zwei Grad

zu halten.

Der Lions Campus Club der

Hochschule Neu­Ulm – der einzige

Lions Campus Club bundesweit

– hat in der Aktion „Helden

spenden“ (auf Youtube) knapp

1.000 Stammzellenspender dafür

gewonnen, sich als Spender

typisieren zu lassen. Die studentische

Organisation „Rock Your

Life! Ulm/Neu­Ulm“ betreut

Schüler der regionalen Schulen

als Mentoren und die studentische

Gruppe „move“ fördert zivilgesellschaftliches

Engagement

an der HNU. Studierende organisieren

die jährlichen Nachhaltig­


Anzeige PORTRÄT HOCHSCHULE NEU-ULM 7

Die Aktion an der Hochschule soll für Plastik im Meer sensibilisieren. Nachhaltig putzen: Saubere Zähne mit Bambusbürste. Fotos: HNU

keitstage an der HNU und informieren

über Fair-Trade-Produkte.

Bei der Kaffee-Blind-Verkostung

der Studierenden gewann ein

Fair-Trade-Kaffee – am schlechtesten

bewertet wurde die Kaffeesorte,

die bis dato von der HNU

eingekauft wurde – seitdem kauft

die HNU den besser bewerteten

und fair gehandelten Kaffee ein

– das Engagement der Studierenden

verändert demnach auch die

Hochschule.

Im Sommersemester 2019 organisierten

Studierende einen

Workshop zum Thema „Plastikfrei

leben“ mit einer bekannten

Bloggerin, der binnen weniger

Stunden ausgebucht war. Auch

die Beschäftigung mit Kultur gehört

zur „Bildung für nachhaltige

Entwicklung“. Im Kulturprogramm

der HNU können Studierende

in der HNU-Band, der

HNU-Schauspielgruppe, dem

HNU-Chor, der HNU-Jazzband

sowie in von Studierenden organisierten

kulturellen Angeboten

wertvolle Kompetenzen erwerben

– oder einfach nur ehrenamtlich

mitmachen.

Engagiert forschen

Im „CSR-Innovation Circle“ – einem

Projekt der HNU im Hochschulverbund

InnoSÜD – tauschen

sich Unternehmen über

nachhaltige Transformation und

Nachhaltigkeitsberichterstattung

aus. Die HNU erhebt die

dabei entstehenden Forschungsfragen

und lässt sie in Lehre und

Forschung an der HNU einfließen.

Die Antworten wiederum

werden mit Teilnehmenden im

CSR Innovation Circle diskutiert.

Ein Besuch bei der Firma Tries

in Ehingen zum Beispiel war für

Unternehmenspartner, Forschende

und Studierende der HNU

gleichermaßen aufschlussreich,

um zu erfahren, wie werteorientierte

Führung und nachhaltiges

Handeln die Mitarbeitermotivation

stärkt, die Fehlzeiten aufgrund

von Krankheit deutlich reduziert

und das Unternehmen zu einem

attraktiven Arbeitgeber macht.

Wo es viele Antworten gibt,

entstehen auch neue Fragen, die

wiederum Anlass für studentische

Forschungsprojekte sind.

So haben Studierende eine Zahnbürste

aus Bambus mit dem Namen

‚fairbrush‘ entwickelt und

ein Start-up gegründet.

Schlüsselkompetenzen, wie

sie hier vermittelt werden, sind

für die zukünftige Rolle der jungen

Erwachsenen als Gestalter in

Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend

wichtig – unabhängig

vom gewählten Studiengang. pm

BILDUNG DURCH

VERANTWORTUNG

Mehr als nur studieren. Nachhaltigkeit und

Engagement werden an der Hochschule

Neu-Ulm mit zahlreichen Aktionen, Wahlpflichtfächern

und Workshops gefördert.

hs-neu-ulm.de/ziiel


8 WIN-CHARTA

Umdenken

und handeln

Strategiepapier Für viele ist es noch keine Selbstverständlichkeit, für einige

jedoch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Auch Unternehmen aus der Region

haben die baden-württembergische WIN-Charta unterschrieben – und tun damit

auch Gutes für Kinder. Von Stefan Loeffler

Becherlupe in die

Hand, Rucksack und

Sonnenmütze aufgesetzt

und schon geht

es in den Wald und

über Wiesen. Durch das Projekt

„Grünfinder“ lernen Schüler aus

sozial schwachen Familien mehr

Bewusstsein zu entwickeln – für

die Natur und vor allem in der

Natur. Unterstützt wurde das

Umweltbildungsprojekt der

Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller

in den vergangenen beiden

Jahren auch von der Uzin Utz

AG. Und das hat einen guten

Grund, denn der weltweit agierende

Komplettanbieter für Bodensysteme

ist einer der regionalen

Unterzeichner der

WIN-Charta, die das Land Baden-Württemberg

iniitiert hat.

Mit der Unterschrift bekennt

sich das Unternehmen zu den

zwölf dort formulierten Leitsätzen

nachhaltigen Wirtschaftens

– und unterstützt eben damit

auch ein oder mehrere lokale

Projekte.

Schutz von Menschenrechten

Für diese freiwillige Selbstverpflichtung

erhält der Betrieb das

goldene WIN-Charta-Logo, das

das Engagement für Nachhaltigkeit

für Kunden, Geschäftspartner,

Stakeholder und eben auch

die Öffentlichkeit deutlich sichtbar

macht. Voraussetzung ist,

dass die Unternehmen innerhalb

von drei Monaten nach der

Unterzeichnung der Initiative

Wirtschaften (WIN) ein spezifisches

Konzept vorlegen, in

dem sie ihre Ziele und beabsichtigten

Maßnahmen zur Nachhaltigkeitssteigerung

darstellen.

Die Basis hierfür bilden die

zwölf Leitsätze der WIN-Charta.

Dazu gehören unter anderem

die Menschen- und Arbeitnehmerrechte.

Der Leitsatz lautet:

„Wir achten und schützen Menschen-

und Arbeitnehmerrechte,

sichern und fördern Chancengleichheit

und verhindern

jegliche Form der Diskriminierung

und Ausbeutung in all unseren

unternehmerischen Prozessen“.

Drei weitere Maximen

beziehen sich auf das Mitarbeiterwohlbefinden

(„Wir achten,

schützen und fördern das Wohlbefinden

und die Interessen unserer

Mitarbeiter“), Ressourcen

(„Wir steigern die Ressourceneffizienz,

erhöhen die Rohstoffproduktivität

und verringern die

Inanspruchnahme von natürlichen

Ressourcen“) sowie die

Produktverantwortung: „Wir

übernehmen für unsere Leistungen

und Produkte Verantwortung,

indem wir den Wertschöpfungsprozess

und den Produktzyklus

auf ihre Nachhaltigkeit

hin untersuchen und diesbezüglich

Transparenz schaffen.“

Anreize zum Umdenken

Weitere Grundsätze der

WIN-Charta beziehen sich auf

den Unternehmenserfolg und

Arbeitsplätze, nachhaltige geprägte

Innovationen, Anti-Korruption,

den wirtschaftlichen

Mehrwert für die Region, in der

das Unternehmen angesiedelt

ist, sowie Anreize zum Umdenken.

Der definierte Leitsatz lau-


WIN-CHARTA

9

170

Unternehmen

haben die WIN-

Charta bislang

unterzeichnet. Die

meisten sind kleine

und mittelständische

Betriebe.

tet hierfür: „Wir setzen auf allen Unternehmensebenen

Anreize zum

Umdenken und zum Handeln und

beziehen sowohl unsere Mitarbeiter

als auch alle anderen Anspruchsgruppen

in einen ständigen Prozess

zur Steigerung der unternehmerischen

Nachhaltigkeit ein.“

Die WIN-Charta wurde im Mai

2014 in erster Linie für kleine und

mittelständische Unternehmen

(KMU) konzipiert, die sich zum

Standort Baden-Württemberg bekennen.

Diese bilden mit 56 Prozent

die Mehrheit der Unterzeichner.

Knapp ein Drittel der Unternehmen

hat sogar weniger als 20 Mitarbeiter.

Auch einige Ein-Personen-Unternehmen

findet man auf der Liste

der bislang 170 Betriebe mit dem goldenen

Logo. Dies zeigt, dass sich im

Rahmen der WIN-Charta auch kleine

Firmen mit komplexen Nachhaltigkeitsthemen

auseinandersetzen

können. Gleichwohl bringen auch

einige größere Unternehmen Ihre

Erfahrungen und Perspektiven in

den Prozess ein. Bei rund einem

Drittel der Unternehmen handelt es

sich um Konzerne mit über 1.000 Beschäftigten.

Lokale „WIN!“-Projekte

Neben der internen Umsetzung der

Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterstützen

die Unternehmen außerdem

ein ausgewähltes lokales

„WIN!“-Projekt und fördern so die

Nachhaltigkeit im direkten Umfeld.

Diese Investitionen stellen sicher,

dass die Mittel dort eingesetzt werden,

wo sich die Anspruchsgruppen

des Betriebes befinden: Mitarbeiter

und ihre Familien, Nachbarn, Lieferanten,

Kunden oder Medien.

Dabei können die Betriebe selbst

entscheiden, welches lokale oder regionale

Projekt sie zur Unterstützung

auswählen. Voraussetzung ist

lediglich, dass dieses mit den

Schwerpunktthemen der Nachhaltigkeitsstrategie

des Landes Baden-

Württemberg wie Energie und Klima,

Ressourcen, Bildung für nachhaltige

Entwicklung, Mobilität oder

Integration übereinstimmt.

GRAFIKEN: © BAKHTIAR ZEIN/SHUTTERSTOCK.COM

Verbunden mit der Region

Philipp Utz ist stolz, das Projekt

Grünfinder unterstützen zu können,

das neben dem Verständnis für die

Natur auch die persönliche Entwicklung

der Kinder fördert. „Mit der

WIN-Charta unterstreichen wir


10 WIN-CHARTA

unsere Verbundenheit mit der

Region und verdeutlichen unseren

Beitrag zur nachhaltigen

Entwicklung. Dieses Bekenntnis

ergänzt die Prinzipien unserer

Unternehmenskultur, denn nur

wer nachhaltig und ethisch handelt,

ist auch dauerhaft wirtschaftlich

erfolgreich. Das ist

unsere Motivation“, so das

Uzin-Utz-Vorstandsmitglied.

So sieht das auch Daniel

Schenk. Für den Inhaber der

Scheplast GmbH in Schwendi/

Hörenhausen ist die Teilnahme

an der WIN-Charta ein wichtiges

Bekenntnis zu ökonomischer,

ökologischer und sozialer

Verantwortung: „Umweltorientierte

Unternehmensführung

und ressourcenschonende

Betriebsabläufe sind für uns unabdingbar.

Daher sehen wir unsere

Kernkompetenz in der Verarbeitung

von recycelten und

biobasierten Kunststoffen. Als

typisch schwäbisches Familienunternehmen

sind wir stark in

der Region verwurzelt. Deshalb

es für uns eine Herzensangelegenheit,

durch eine langfristig

angelegte Strategie für nachhaltigen

Unternehmenserfolg zu

sorgen.“

Gezielt und bewusst

lokale Projekte unterstützen

Dabei führt Daniel Schenk die

Versorgung regionaler Kunden

und die Einbindung regionaler

Partner an: „Neben diesen ökonomischen

Faktoren sehen wir

die Förderung regionaler sozialer

Projekte als wichtige Aktivität,

um unserer gesellschaftlichen

Verantwortung gerecht zu

werden. Im Rahmen unserer

Nachhaltigkeits-Projekte kooperieren

wir auch mit Imkern

und Schafzüchtern aus der Umgebung

sowie mit ortsansässigen

Schulen und Kindergärten.“

Hier klärt die Scheplast GmbH

unter anderem über den Umgang

mit Kunststoff und die Bedeutung

von Recycling-Prozessen

auf. So trägt sie im Sinne des

Nachhaltigkeitsgedankens dazu

bei, dass auch Kinder von der

WIN-Charta profitieren.

GRAFIKEN: © BAKHTIAR ZEIN/SHUTTERSTOCK.COM


Anzeige PORTRÄT ALB-GOLD 11

Schmetterlinge in Papier

Alb-Gold setzt auf zukunftsorientierte Lebensmittelherstellung.

Exakt 500 Gramm Schmetterlinge

fliegen in den vorgeformten

Nudelbeutel aus Papier. Natürlich

keine echten, sondern die,

die man auch unter der Bezeichnung

Farfalle kennt. Beim schwäbischen

Nudelhersteller Alb-

Gold in Trochtelfingen werden

sie aus Bio-Dinkelmehl hergestellt.

Das wird aus der Region

bezogen, wie so viele Dinge, die

das Familienunternehmen weiterverarbeitet

und verkauft.

Alb-Gold setzt auf Rohstoffe aus der Heimat.

Die Nudelverpackung

revolutioniert

Pasta in Papier – das ist ein Meilenstein

in der Firmengeschichte.

Denn bis dato war es üblich,

Nudeln in transparente Folie zu

verpacken. Nach eineinhalb Jahren

und einer hohen Investition

hat der Nudelhersteller die Pastaverpackung

ein klein wenig revolutioniert.

Die Resonanz bei

den Verbrauchern ist sehr positiv.

Und kürzlich durften die innovativen

Schwaben auch noch

den Deutschen Verpackungspreis

in der Kategorie Nachhaltigkeit

entgegennehmen.

Fotos: Alb-Gold

Regionale Rohstoffe –

gut fürs Klima

Eine Vorreiterrolle nimmt Alb-

Gold auch im Bereich Rohstoffbeschaffung

ein. Dinkel von der

Alb und mittlerweile auch Hartweizen,

der auf dem und am Fuß

des Karstgebirges wächst, kommen

bei der Herstellung zum

Einsatz. Dies ist keineswegs

„normal“. Schließlich wäre es

bequemer und auch günstiger,

das Nudelgetreide auf dem Weltmarkt

einzukaufen. Vor fünf Jahren

begann man, Vertragslandwirte

für den Hartweizenanbau

zu suchen. Mittlerweile sind es

mehr als 100 in unterschiedlichen

Regionen. Nun werden die

Hausmacher-Eiernudeln komplett

aus deutschem Hartweizen

hergestellt. Dies hält die Wertschöpfung

in der Region, gibt

den Bauern Sicherheit und

schont zudem noch das Klima,

wie die Universität Hohenheim

in einer Studie festgestellt hat.

Summen und Brummen

in der Kräuterwelt

Alb-Gold macht nicht „nur“ Nudeln,

sondern betreibt auch

schon seit mehr als 15 Jahren ein

Kundenzentrum mit gläserner

Produktion, Restaurant und einem

Markt. In der warmen Jahreszeit

summt, brummt, duftet

und schmeckt es nach unverbrauchter

Natur im mehr als

zwei Hektar großen Kräutergarten.

Dort findet sich auch eine

Vielzahl an Schmetterlingen, die

freudig in der Luft tanzen und

auf bunten Blüten landen … und

selbstverständlich nicht in Papierbeuteln.

pm

Infos unter www.alb-gold.de


12 ZUKUNFTSSTADT

Nachhaltig digital

Digitale Agenda Wie möchten wir die Zukunft gestalten? Wie können digitale Lösungen

unser Leben in der Stadt verbessern? Antworten will der Wettbewerb „Zukunftsstadt

2030“ geben. Ulm ist als einzige süddeutsche Kommune dabei. Von Stefan Loeffler

Die Tore der Zukunftsstadt

Ulm sind weit

geöffnet. Für jeden

von uns. Denn die

Stadt hat sich unter

dem Motto „Nachhaltigkeit digital

mitgestalten – Internet der

Dinge für alle“ beworben und es

in die entscheidende Umsetzungsphase

geschafft. Gemeinsam

mit den Kooperationspartnern

wird das Team der städtischen

Digitalen Agenda in den

kommenden drei Jahren nachhaltig

geprägte Ideen für die

Stadtentwicklung im Alltag verankern,

mit Hilfe von digitalen

Techniken und – ganz wichtig –

gemeinsam mit den Ulmern.

Denn die Bürgerbeteiligung

spielt eine zentrale Rolle. Im Fokus

stehen die Bereiche Bildung,

Mobilität, Alter / Gesundheit

und Verwaltung. Wissenschaftliche

Partner des Projektes sind

die Agaplesion Bethesda Klinik

Ulm, die Technische Hochschule

Ulm, die Hochschule Neu-

Ulm, das ZAWiW Ulm, die Zeppelin

Universität Friedrichshafen

sowie das Fraunhofer Institut

für Arbeitswirtschaft und

Organisation IAO in Stuttgart.

Auszeichnung

und Verpflichtung

Oberbürgermeister Gunter

Czisch freut sich über den Start:

„Als Zukunftsstadt ausgewählt

zu werden ist eine Auszeichnung,

aber auch Verpflichtung.

Zu verdanken ist dies den vielen

Engagierten aus der Bürgerschaft

und der Verwaltung, die

in den vergangenen drei Jahren

intensiv daran gearbeitet haben.

Nun können die vielfältigen Ideen

für eine lebenswerte Stadt in

Zeiten des digitalen Wandels erprobt

und umgesetzt werden.

Denn es geht um die Wettbewerbsfähigkeit

und Lebensqualität

unserer Stadt.“

Für das Stadtoberhaupt ist

wichtig, dass jeder und jede von

den Veränderungen profitiert,

die der digitale Wandel mit sich

bringen wird. Doch was sind das

für Dinge, die unser aller Leben

nachhaltig einfacher und komfortabler

machen sollen? Einen

ersten Eindruck konnte man im

Roxy gewinnen, wo Anfang Oktober

unter dem Titel „ulm.

macht.zukunft“ der öffentliche

Auftakt des Forschungsprojektes

„Zukunftsstadt 2030“ gefeiert

wurde. Das Interesse war

groß: 400 Besucher kamen in

das Kulturzentrum, um die Projektbeteiligten

und deren innovativen

Ideen kennenzulernen.

Aus Visionen

wird Wirklichkeit

In den ersten beiden Phasen des

Projektes wurden von 2015 an

eine Fülle von Ideen in Bürgerwerkstätten,

Workshops und

Online-Beteiligungen gesammelt

sowie erste Prototypen erstellt.

Jetzt werden aus kreativen

Ideen konkrete Dinge. Im

Rahmen der Abendveranstaltung

gaben die Projektpartner

in der Ausstellung „Sensorik

zum Anfassen“ einen ersten

Einblick in die unterschiedlichen

Projekte. So hatten die Besucher

unter anderem die Möglichkeit

zu erfahren, wie Sensoren

den Radverkehr von morgen

attraktiver gestalten.

Ein weiteres Beispiel ist im

Themenfeld Alter / Gesundheit

eine Musterwohnung im Bethesda-Neubau.

In dieser wird

erforscht, wie Bürger durch digitale

Hilfsmittel und der Unterstützung

von Sensoren möglichst

lange selbstbestimmt in

ihren eigenen vier Wänden

wohnen bleiben können. Die

Musterwohnung wird im Laufe

des Projektes entwickelt und

ausgestattet, Bürger haben

dann auch die Möglichkeit

die Wohnung zu besichtigen

und selbst die

digitalen Hilfsmittel

aus-

zupro-


ZUKUNFTSSTADT

13

bieren. Doch dies ist nur ein

Beispiel von vielen Projekten.

Denn es wird auch darum gehen,

wie das Mobilitätsverhalten

in der Stadt verbessert werden

kann. Hierzu werden Sensoren,

GPS-Empfänger oder

Zählsyteme an Haltestellen

oder an Verkehrsknotenpunkten

schon bald wichtige Daten

liefern, die auf einer gemeinsamen

Datenplattform zur Verfügung

gestellt werden.

Bloß keine Angst

Dennoch stößt das Wort „Digitalisierung”

bei vielen Mitmenschen

noch immer auf

Skepsis. Alles was neu ist, verursacht

auch Unsicherheit in

den Köpfen. Und so ist es auch

ein Anliegen der Digitalen

Agenda, diese Hemmschwellen

abzubauen. Aus Angst soll Mut

werden. Ein Wunsch, den auch

Oberbürgermeister Gunter

Czisch zu Beginn der Veranstaltung

im Roxy äußerte: „Wir

möchten mit der Zukunftsstadt

quasi den Spieltrieb der Bevölkerung

fördern. Denn jeder einzelne

soll die technischen Entwicklungen

für sich nutzen können.“

Ausprobieren, anfassen,

verstehen.

Doch wie funktionieren Sensoren

und wie können die Messwerte

in der Stadt übertragen

und ausgewertet werden? Auch

dies wird sehr bald erlebbar

sein. Wo? Auf dem Weinhof und

damit in unmittelbarer Nähe

zum „Verschwörhaus“ und zur

Geschäftsstelle der Digitale

Agenda. Verbunden mit wissenschaftlichen

Untersuchungen

wird die Citysens GmbH hier

den Schaugarten LoRaPark einrichten

und betreiben. An diesem

Ort werden digitale Entwicklungen

erlebbar, mit dem

Ziel, Sensorik und die Funktechnologie

„LoRaWAN“ in der

Stadt sichtbar zu machen. Die

Abkürzung steht für Long Range

Wide Area Network. Übertragen

werden die Messwerte

und Daten über lizenzfreie Frequenzen.

LoRaWAN zeichnet

sich besonders durch eine hohe

Reichweite und Durchdringungskraft

bei geringem Energiebedarf

und geringer Bandbreite

aus. Daten können so

auch von entlegenen Orten

übertragen werden – unter Solar-

und Batteriebetrieb.

Das Netzwerk wurde vor

rund drei Jahren von der initiative.ulm.digtal

eingeführt. Damit

gehört Ulm zu einer der ersten

Städte weltweit, die über ein

flächendeckendes LoRaWAN

verfügt. Selbst vom Kirchturm

des Ulmer Münsters werden

mittlerweile Daten aus der Stadt

empfangen. Mit dem Funknetz

wurde eine Basis geschaffen, mit

der das Internet der Dinge für

jeden zur Verfügung steht. Offen

und kostenlos für alle und

mit Nutzen für alle.

Wettbewerb

Der Wettbewerb Zukunftsstadt

2030 ist Teil der ressortübergreifenden

Innovationsplattform

Zukunftsstadt

(IPZ) der

Bundesregierung (www.Innovationsplattform-zukunftstadt.de).

Bereits im

Mai 2015 startete Ulm gemeinsam

mit 51 deutschen

Städten in den Wettbewerb

des Bundesministeriums

für Bildung und Forschung

(BMBF) – und schaffte es

mit sieben weiteren Städten

in die finale Realisierungsrunde.

ILLU: ©I CO MAKER/SHUTTERSTOCK.COM


14 PORTRÄT JULIUS GAISER Anzeige

Tradition und gelebte Werte

für eine erfolgreiche Zukunft

Das Ulmer Unternehmen Gaiser startete vor 91 Jahren als kleiner Handwerksbetrieb und ist

heute regionaler Marktführer für technische Gebäudeausrüstung. Heute, in dritter

Generation in Familienbesitz, beschäftigt das Unternehmen über 260 Mitarbeiter.

Reinhold Köhler (l.) und Harald Kretschmann sind die Geschäftsführer von Gaiser.

Fotos: Gaiser

Herr Köhler, Herr Kretschmann,

Sie leiten gemeinsam die Geschicke

der Julius Gaiser GmbH & Co.

KG. Im Jahr 1928 legte Julius Gaiser

den Grundstein für das Unternehmen.

Was für ein Mensch

war Julius Gaiser?

Reinhold Köhler: Im Alter von 30

Jahren erfüllte sich der gelernte

Spenglermeister Julius Gaiser

seinen Traum, selbstständig zu

sein, indem er bei Dornier in

Friedrichshafen kündigte, nach

Ulm zog und dort sein eigenes

Unternehmen gründete. Neben

handwerklichem Können und

Fleiß besaß er auch hohes unternehmerisches

Geschick. Bereits

fünf Jahre nach der Gründung

seines Unternehmens

konnte er in Ulm das Anwesen

in der Frauenstraße kaufen. Um

weiter erfolgreich wachsen zu

können, erwarb er dann vier Jahre

später das Grundstück in der

Blaubeurer Straße, welches bis

heute der Firmensitz des Unternehmens

ist. In den 1930er-Jahren

wurden dort Benzintanks,

Kotflügel, Dach rinnen und Heizkörper

produziert.

Harald Kretschmann: Julius Gaiser

war auch ein Mann, der sich

nicht unterkriegen ließ. Selbst

nach der kompletten Zerstörung

beider Standorte während der

Bombardierung Ulms in der

Nacht vom 16. auf den 17. Dezember

1944 ließ er sich nicht entmutigen

und baute sein Unternehmen

wieder auf. Julius Gaiser

richtete seinen Blick immer

nach vorne und dachte weit voraus.

Er war ein Tüftler und hatte

sowohl ein sehr gutes Gespür

für seine Angestellten als auch

für Entwicklungen. Einer der

Meilensteine in der Unternehmensgeschichte

ist die Entwicklung

eines eigenen effizienten

Badeofens. Dieser war so begehrt,

dass hiervon monatlich

mehrere hundert Stück in den

Wir sehen

Mitarbeiter

nicht als reine

Arbeitskraft –

diese sind das

Unternehmen.

Reinhold Köhler

Geschäftsführer

gesamten süddeutschen Raum

ausgeliefert wurden. Von der

Blechbearbeitung bis zur Lackierung

dieser Öfen wurde alles

komplett bei Gaiser gefertigt.

Daraus entwickelten sich dann

die Lüftungs- und Heizungsabteilung,

die bis heute neben der

MSR-, Kälte- und Sanitärtechnik

tragende Säulen des Unternehmens

bilden.

Seit 91 Jahren ist Gaiser erfolgreich

am Markt und in dritter

Generation in Familienhand.

Gibt es aus Ihrer Sicht ein

Patentrezept für unternehmerischen

Erfolg?

Köhler: Wesentlicher Faktor ist

sicherlich das gute Händchen

der Familie Gaiser im Umgang

mit den Menschen – sowohl den

Angestellten als auch den Kunden

wird stets höchste Wertschätzung

entgegengebracht.

Mitarbeiter werden nicht als reine

Arbeitskraft gesehen, sondern

sind das Unternehmen.

Wie zufrieden beide Seiten sind,

zeigen die langjährigen Betriebszugehörigkeiten

bei Gaiser. Bis

in die 1990er-Jahre war ein Drittel

unserer Belegschaft zwischen

zehn und 25 Jahren im Unternehmen,

ein weiteres Drittel

zwischen 25 und 40 Jahren. Momentan

ist der Wert auf durchschnittlich

zehn Jahre gesunken,

was aber auf das Mitarbeiter-


Anzeige PORTRÄT JULIUS GAISER 15

wachstum in den letzten sieben

Jahren zurückzuführen ist, in denen

wir sehr viele neue, junge

Mitarbeiter eingestellt haben.

Zudem bilden wir momentan 27

junge Menschen aus.

Kretschmann: Unternehmerischer

Erfolg gelingt nur, wenn

man Weitsicht hat. Im Hause

Gaiser hat man diese seit jeher.

Immer einen Schritt vorausdenken

und früh tätig werden,

darin liegt sicher ein großer Teil

des Erfolges. Schlüsselpositionen

mit den richtigen Personen

zu besetzen, höchste Qualität

und Zuverlässigkeit zu garantieren,

Markttrends rechtzeitig zu

erkennen und aktiv voranzutreiben,

Werte zu haben und Werte

zu leben – all das gehört bei

Gaiser zum Erfolgsrezept. Seit

unserer Firmengründung sind

es immer die Menschen bei Gaiser,

die die Stärke unseres Unternehmens

ausmachen. Als Ulmer

Mittelständler bekennt sich

Gaiser auch klar zur Region.

Dies beweisen wir sowohl bei

unserem sozialen Engagement

(Unterstützung wohltätiger

Zwecke, Sportförderung, Kulturförderung,

... ) als auch bei

der Zusammenarbeit mit regionalen

Dienstleistern.

Wie wird sich das Unternehmen

Gaiser weiterentwickeln?

Köhler: Wir werden versuchen,

unsere Marktstellung weiter

auszubauen und nachhaltig zu

wachsen. Hierfür haben wir in

den letzten Jahren ein Grundstück

erworben, unsere Standorte

modernisiert und ausgebaut,

eine neue Filiale eröffnet

und intern neue Strukturen geschaffen.

In den letzten Jahren

konnten wir stetig unsere Leistung

verbessern, um diese Investitionen

für die Zukunft zu

tätigen.

Kretschmann: Gaiser verfolgt

das Ziel, den Anteil an eigenentwickelten

energieeffizienten Anlagen

weiter zu steigern und als

technischer Generalunternehmer

für mittlere und größere

Projekte aufzutreten. Zudem

möchte Gaiser als attraktiver

Arbeitgeber in einer Zukunftsbranche

mit beruflichen Perspektiven

wahrgenommen werden.

All diese Schritte haben wir

unter dem Motto „Gaiser 2030“

zusammengefasst und treiben

dies nun voran. pm/ka

Die Firmenzentrale in der Blaubeurer Straße 86 und die Niederlassung in Heidenheim (rechts).

Die Zukunft intelligenter

Gebäudeausrüstung

Seit 91 Jahren versorgen wir unsere Kunden mit innovativer

und ressourcenschonender Technik rund um Wärme, Kälte,

Energie, Sanitär und Klima. Wir bilden aus und bieten sichere

Arbeitsplätze mit Perspektiven.

Erfahren Sie mehr auf www.gaiser-online.de

Julius Gaiser GmbH & Co. KG

Zentrale Ulm Niederlassung Heidenheim Filiale Westersetten

Blaubeurer Str. 86 Steinheimer Str. 57 Untere Mühle 8

89077 Ulm 89518 Heidenheim 89198 Westerstetten


16 PORTRÄT TEVA Anzeige

Ganz vorne dabei

Als erster Pharmahersteller in Deutschland überhaupt wurde Teva bereits 1996 mit der

EMAS-Zertifizierung ausgezeichnet und war damit ein Umwelt-Pionier.

Fahrten zwischen den Werken erfolgen im E-Auto.

„Wir sind in unserer Ressourceneffizienz

konsequent, das

sind wir nachfolgenden Generationen

schuldig“, so Christoph

Stoller, General Manager Teva

Deutschland und Österreich.

Energieeffizienz macht einen

großen Teil des Umweltmanagementsystems

aus. Angefangen

von der Stromversorgung über

die Mobilität bis hin zur Wärmeversorgung

arbeitet Teva im Sinne

der Nachhaltigkeit. Bereits

seit 2015 wird für die deutschen

Standorte Ulm und Blaubeuren/

Weiler ausschließlich regenerativer

Strom bezogen. Dies ist

aber nur ein Baustein: Über eigene

Blockheizkraftwerke besitzt

Teva zusätzlich eine hocheffiziente

Eigenstrom-, Wärmeund

Dampferzeugung. Ergänzt

wird diese nachhaltige Strategie

am Standort Ulm durch den Bezug

von lokal erzielter Fernwärme,

die aus einem hohen Anteil

an Biomasse und Ersatzbrennstoffen

erzeugt wird. Auch neue

Mobilitätslösungen wurden umgesetzt.

Beispiele dafür sind firmeneigene

Elektroautos für die

Fahrten zwischen den Werken in

Ulm und Blaubeuren/Weiler. Die

Elektroautos werden das ganze

Jahr über vollständig mit regenerativ

erzeugtem Strom aus einer

Teva-eigenen Photovoltaikanlage

betrieben. Vervollständigt

wird das Ganze mit dem Einsatz

von mit Flüssiggas

betriebenen Lkw im firmeneigenen

Fuhrpark.

Foto: Teva

Abfallverwertungsquote über

den gesetzlichen Vorgaben

Teva lebt nachhaltiges Wirtschaften

im ganzen Unternehmen

und hat es sich deshalb zur

Aufgabe gemacht, die eigenen

Abfälle jedes Jahr zu reduzieren

und den Anteil wiederverwertbarer

Abfälle zu steigern. Im Jahr

2018 konnten so rund 97 Prozent

der Abfälle wiederverwertet

werden. Erreicht wird dies durch

ein Farbleitsystem. In den Produktions-,

Labor- und Logistikbereichen

sind die Abfälle Leitfarben

zugeordnet, um diese so

direkt an der Abfallstelle zu trennen.

In den Bürobereichen, Teeküchen

und in der Kantine hat

eine abgespeckte Version des

Farbleitsystems Einzug gehalten:

Jeder Mitarbeiter hat einen weißen

und einen schwarzen Mülleimer

für Papier- und Restmüll,

in den Teeküchen gibt es Stationen

für Bio- und Verpackungsabfälle.

Die Mitarbeiter haben das

Trennsystem verinnerlicht und

setzen es konsequent um. pm

Der 3-Punkte-Wurf

gegen Schmerzen.

Dicloratiopharm®

Schmerzgel.

Bei Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen

Stoppt den Schmerz und bekämpft die Entzündung

Wirkt kühlend, ohne die Haut auszutrocknen

Diclo-ratiopharm® Schmerzgel

Wirkstoff: Diclofenac-Natrium. Anwendungsgebiete: für Erw.: zur äußerlichen symptomatischen Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen bei: rheumatischen Erkrankungen der Weichteile

(Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung, Schleimbeutelentzündung, Schulter-Arm-Syndrom, Entzündung im Muskel- und Kapselbereich), degenerativen Erkrankungen der Extremitätengelenke und im Bereich

der Wirbelsäule, Sport- und Unfallverletzungen (Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen). Anwendungsgebiet bei Jugendlichen über 14 Jahren: zur Kurzzeitbehandlung. Zur lokalen symptomatischen Behandlung

von Schmerzen bei akuten Prellungen, Zerrungen od. Verstauchungen infolge eines stumpfen Traumas. Warnhinweis: Gel enth. (3-sn-Phosphatidyl)cholin (Soja), Sojaöl, Zimtaldehyd. Apothekenpflichtig.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: 07/19. ratiopharm GmbH, Graf-Arco-Str. 3, 89079 Ulm, www.ratiopharm.de


Anzeige PORTRÄT E.SYSTEME21 17

Unabhängige Versorgung

e.systeme21 GmbH – das Team in Dornstadt. Hier werden Photovoltaikanlagen konzipiert

und installiert – und dann mit Kreativität in den täglichen Energiebedarf integriert.

Junge Menschen und alle künftigen

Generationen müssen mit

den Folgen unseres heutigen

Handelns leben. Somit liegt es an

jedem Einzelnen, die negativen

Folgen des Klimawandels einzugrenzen

und fossile Ressourcen

zu schonen. Genau an diesem

Punkt setzt e.systeme21 an. Das

Unternehmen nutzt die vorhandene

Sonnenenergie mit Hilfe

von Photovoltaikanlagen und

bietet Lösungen, die mehr als nur

den Haushaltsstrom abdecken.

Vollkommen autark

Klimaanlagen, Unterstützung

von Heizung und Warmwasserbereitung,

solares Laden von

Elektroautos und der Einsatz von

Batteriespeichern sind wichtige

Bestandteile, um Nachhaltigkeit

und einen möglichst hohen Autarkiegrad

zu ermöglichen. Dies

Eine Photovoltaikanlage dient heute meist als Ergänzung der Energieversorgung.

Das soll sich bald ändern.

Foto: e.systeme21

gilt nicht nur in Ulm, um Ulm

und um Ulm herum, sondern

überall auf der Welt. Bisher benötigen

PV-Anlagen (Wechselrichter)

noch Strom aus dem

Netz. Aber mit Hilfe eines Projekts

auf der kroatischen Insel

Pag zeigt e.systeme21 die Möglichkeit

einer vom Stromnetz unabhängigen

Photovoltaikanlage

und damit der vollständigen Autarkie.

Derzeit ist auf Pag ein Ferienresort

mit circa 50 Wohneinheiten

mit gehobener Ausstattung

in Planung. Jeder dieser Ferienbungalows

soll mit einer hochwertigen

Küche, einem Fernseher

sowie einem Pool ausgestattet

werden. Da die Anbindung an

das öffentliche Stromnetz eine

sehr große Herausforderung darstellt,

ist dies keine Option.

Genug Energie auch im Winter

Deshalb wird auf jedem dieser

Bungalows eine Photovoltaikanlage

installiert. Alle speisen

Strom in einen zentralen Batteriespeicher

ein, mit dem auch

nachts der Strombedarf gedeckt

wird. Da die PV-Anlage groß genug

dimensioniert wurde, kann

eine ganzjährige Versorgung, sogar

in den Wintermonaten gewährleistet

werden. Zur Überbrückung

extrem schlechter

Wetterverhältnisse ist ein Biogas-Notstrom-Generator

als letzter

Rettungsanker vorgesehen.


18 GESUNDHEIT

Manchmal muss man

am Boden liegen, um

zu wissen, wie man

am besten steht oder

sitzt. Auch aus diesem Grund

rollen die Angestellten der Maurer

Veranstaltungstechnik regelmäßig

ihre Gymnastikmatten im

Lager aus. Und das während der

Arbeitszeit, angeleitet durch einen

externen Fitnesstrainer, der

einmal in der Woche ein individuell

zusammengestelltes Zirkelprogramm

anbietet. Damit

soll nicht nur der Stoffwechsel

angeregt werden, die Mitarbeiter

erfahren so auch, wie

schlechte Haltung am Schreibtisch

ausgemerzt werden kann.

Von der Decke hängen dann

Gymnastikbänder für gelenkschonendes

Muskelaufbautraining

und einen Stempel pro

Übungseinheit gibt es zudem.

Als Motivation, dranzubleiben.

„Wer neun Mal mitgemacht hat,

der bekommt eine Massage gratis

in einem Salon nach eigener

Wahl“, so Sandra Bohnaker, die

Marketingleiterin des Blausteiner

Betriebs. „Ich darf doch

nicht erst reagieren, wenn es einem

Mitarbeiter schlecht geht,

sondern muss alles tun, damit

es ihm gut geht. Aus diesem

Grund nutzen fast alle Mitarbeiter

bei uns rückenschonende

Stehtische.“

Für sie trägt das Gesundheitsmanagement

auch zur Wertschätzung

der Arbeiter und Angestellten

bei: „Dadurch zeigt

die Geschäftsführung, wie wichtig

und wertvoll die Belegschaft

ist. Dies führt natürlich auch zu

einem Motivationsschub und

wirkt sich letztendlich auch auf

den Teamgeist aus.“

Gesundheitsfördernde Kurse

für die Mitarbeiter sind überdies

gut für das eigene Image. „Wer

Sport- und Fitnessangebote im

Programm hat, empfiehlt sich

Donau-Iller zeigt, dass im Grunde

alle befragten Betriebe die

Bedeutung sehr wohl erkennen.“

Nicht selten scheitert es

jedoch auch an fehlendem Personal

und finanziellen Mitteln,

dass Kurse nicht angeboten und

umgesetzt werden. Annika

Höntsch: „Ein großes Unternehmen

kann mehr Geld in die

Hand nehmen als ein kleiner Betrieb

mit drei Beschäftigten. Die

Lösung könnten Kooperationen

sein, bei denen sich drei, vier benachbarte

Firmen zusammen-

ein Pilotprojekt zur Verbesserung

der Rückengesundheit ihrer

Mitarbeitenden durchgeführt.

Auslöser war der Bericht

der AOK Ulm-Biberach, der jedes

Jahr im Gesundheitszirkel

bei Liebherr vorgestellt und besprochen

wird. Hier waren die

Muskel-Skelett-bedingten Arbeitsunfähigkeitstage

besonders

auffällig. Eine der am häufigsten

genannten Diagnosen waren

Rückenschmerzen. Ein Schwerpunkt

der Ausfalltage lag in den

Abteilungen Stahlbau und Vor-

Auf die Gesundheit

Gesundheitsförderung Immer mehr Arbeitgeber erkennen: Wer

Beschäftigte fit macht und hält, weckt nicht nur viele Lebensgeister,

sondern handelt sozial und nachhaltig. Von Stefan Loeffler

Eine breite Palette

„Das Hauptziel der betrieblichen

Gesundheitsförderung ist

immer der Erhalt und die Verbesserung

der Leistungsfähigkeit

von Arbeitnehmern“, so Annika

Höntsch von der Industrieund

Handelskammer Ulm:

„Dazu gehören freiwillige Einzelmaßnahmen,

wie zum Beispiel

Rückenschulen, Walking-Kurse

oder spezielle Gesundheitstage,

die von den

Krankenkassen organisiert werden.

Diese Angebote, dazu zählen

auch Vorträge über eine bewusste

Ernährung oder über

Stressbewältigung, sollten idealerweise

Teil eines übergeordneten

Gesundheitsmanagements

sein, mit dem das Thema

Gesundheit langfristig und systematisch

auf übergeordneter

Managementebene verankert

werden soll.“

zudem als attraktiver Arbeitgeber“,

so Annika Höntsch, die

weiß, dass sich Unternehmen

aus der Region immer intensiver

um den Auf- und Ausbau eines

Gesundheitsmanagements

bemühen: „Eine aktuelle Umfrage

gemeinsam mit der Hochschule

Neu-Ulm in der Region

schließen, um einen gemeinsamen

Vertrag mit einem externen

Dienstleister wie beispielsweise

einem Fitnessstudio abzuschließen.“

Auch Liebherr in Ehingen hat

vor wenigen Wochen im Rahmen

eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements

(BGM)

ILLU: ©DARKO 1981/SHUTTERSTOCK.COM

fertigung, wo körperlich hart gearbeitet

wird. Auf Anregung des

Betriebsarztes wurde ein spezielles

Trainingsprogramm zur

Verbesserung der Rückengesundheit

auf den Weg gebracht.

In den ersten fünf Monaten verbesserten

sich bei fast allen Teilnehmern

die Werte.


Anzeige PORTRÄT SEEBERGER 19

Wo Seeberger drauf steht,

ist auch Natur drin

Das Wort Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Für die Ulmer Seeberger GmbH ist dies

jedoch kein Trend, sondern eine Verpflichtung, die in ihr seit 175 Jahren fest verwurzelt ist.

Im Jahr 1844 begann der Ulmer Kolonialkaufmann

Christoph Seeberger

mit Gewürzen, Kaffee und Tee zu handeln.

Heute findet man im Lebensmittelhandel

über 100 Seeberger-Produkte

aus über 40 Ländern. Ob Trockenfrüchte,

Nüsse und Kerne, Getreide

und Hülsenfrüchte, Kaffee, Tee oder

Zusatzprodukte. Für das Unternehmen

im Donautal gilt heute wie damals:

In jeder Seeberger-Verpackung

steckt ein Stück Natur.

Für Seeberger steht dabei ein hoher

Anspruch an erstklassigen und sicheren

Lebensmitteln im Fokus. „Faire

und partnerschaftliche Beziehungen

mit unseren Lieferanten in den

Herkunftsländern unserer Produkte

ermöglichen es uns, Einfluss auf nachhaltigen

Anbau sowie auf die Arbeits-

und Lebensbedingungen der Menschen

vor Ort zu nehmen“, so Ralph

Beranek. Der langjährige Geschäftsführer

weiß, dass nur durch den bewussten

und schonenden Umgang

mit Ressourcen die beständige Seeberger-Qualität

der Produkte auch in

Zukunft gewährleistet werden kann.

Für die Partner bedeutet dies faire

und angemessene Preise sowie Planungssicherheit

von Ernte zu Ernte

– mit in der Branche eher unüblichen

Jahresverträgen. Zudem können sie

sich auf eine Preisfindung verlassen,

die auf langjähriger Planung basiert,

nicht auf spekulativen Weltmarktpreisen.

Dem Unternehmen ist eine

transparente Lieferkette wichtig,

kauft deshalb direkt beim Partner im

Herkunftsland und nicht anonym an

Faire und

partnerschaftliche

Beziehungen

mit Lieferanten

in den Herkunftsländern

der Börse. In Sachen Verpackung

setzt Seeberger ab dem Frühjahr 2020

bereits bei etwa der Hälfte der Nussund

Frucht-Produkte auf eine um 20

Prozent dünnere Folie im Monoverbund,

die zu 100 Prozent recyclingfähig

ist.

Auch die Klimabilanz ist

Seeberger wichtig. Ein Unternehmensziel

im Jahr 2017 war es, die eigenen

Treibhausgasemissionen um

zehn Prozent zu reduzieren – trotz

weiterem Wachstum. Mit insgesamt

21 Prozent wurde dieses Klimaziel

sogar um das Doppelte übertroffen.

Auch aus diesem Grund können

sich die Kunden beim genussvollen

Griff in die Seeberger- Tüten darauf

verlassen, dass darin garantiert ein

gutes Stück Natur steckt. pm/ka

GUTER

GESCHMACK

IST BEI UNS

NATUR-

GESETZ.

Seeberger.

Macht Appetit auf Natur.

#AppetitAufNatur


20 PORTRÄT FERTIGHAUSWELT GÜNZBURG Anzeige

Entspannt ins Eigenheim

Der Weg zum Eigenheim sollte möglichst schnell, sicher und bequem sein. Das geht mit

einem Fertighaus. Sorgen um die individuelle Note muss sich dabei kein Bauherr machen.

Fertighäuser werden bei deutschen

Bauherren immer beliebter.

Schon jedes fünfte Einfamilienhaus

entsteht mittlerweile in

Fertigbauweise. Dieser Trend hat

gute Gründe. Für viele Familien

ist ein Fertighaus der schnellste,

sicherste und bequemste Weg

in die eigenen vier Wände. Auf

die persönliche Note muss dabei

niemand verzichten, denn die

meisten Fertighäuser werden gemeinsam

mit den Herstellerfirmen

kundenindividuell geplant

und gebaut, sodass für jede Baufamilie

ihr individuelles Traumhaus

errichtet wird.

Überzeugend ist auch das Material,

das wie kein anderes für

umweltverträgliches Bauen und

gesundes Wohnen steht: Fertighäuser

werden aus Holz konstruiert.

Da der nachwachsende

Rohstoff große Mengen an CO 2

speichert, ist Bauen mit Holz

Ein Besuch in der FertighausWelt in Günzburg.

Fotos: BDF/ Jürgen Kappelmeier

ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

Die guten bauphysikalischen

Eigenschaften des Holzes

sind auch für die hervorragende

Energieeffizienz von Fertighäusern

verantwortlich. Viele

Bauherren sind besonders an

den innovativen Technologien

interessiert, die in solchen Gebäuden

stecken: Sie entscheiden

sich für ein lernfähiges „Smart

Home“ oder für ein „Effizienzhaus“,

das seinen eigenen Strom

aus regenerativen Energiequellen

erzeugt. Eine Speicherbatterie

im Haus sorgt dafür, dass die

Bewohner möglichst viel davon

selbst nutzen können und sich

damit ein Stück unabhängiger

von steigenden Energiepreisen

machen.

Wer sich selbst davon überzeugen

möchte, wie moderne

Fertighäuser funktionieren,

kann das an vielen Standorten

in Deutschland tun. In den

Musterhausparks des Bundesverbandes

Deutscher Fertigbau

in Günzburg, Nürnberg, Köln,

Wuppertal und Hannover können

Bauinteressierte komplett

eingerichtete Häuser in vielen

verschiedenen Architekturstilen

besichtigen und sich kompetent

beraten lassen. pm

Traumhäuser live erleben

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Kimmerle-Ring 2 · 89312 Günzburg · www.fertighauswelt-guenzburg.de


Anzeige PORTRÄT FERNWÄRME ULM 21

Aus der Region für die Region

Die Alternative zu fossilen Energien: Fernwärme. Die Fernwärme Ulm nutzt dazu einen

lokalen Rohstoff, der umweltschonend verarbeitet wird. Die Wertschöpfung bleibt vor Ort.

Die Fernwärme Ulm GmbH (FUG)

setzt auf lokale Wertschöpfung und

eine innovative, umweltschonende

und effiziente Energiegewinnung.

Durch den stetigen Ausbau des eigenen

Fernwärmenetzes unterstreicht

das Ulmer Unternehmen seine Bedeutung

als Lieferant von sauberer

Energie – und setzt damit bei der Umsetzung

der Energiewende ökologisch

und ökonomisch starke Akzente.

Regionales Holz und Holzabfälle

als regenerativer Brennstoff

Mit Holz und Holzabfällen aus der

Region kommt die Fernwärme als regionales

Produkt direkt der Wertschöpfung

in der Stadt Ulm und der

Region zugute – und sichert somit

auch die Versorgung, selbst wenn es

einmal zu Engpässen auf den Energiemärkten

kommt. Die Zahlen sprechen

für sich. Denn mit der Inbetriebnahme

des Biomasse-Heizkraftwerks

II vor bereits sechs Jahren stieg

der Anteil der regenerativen Brennstoffe

zur Fernwärmeerzeugung auf

65 Prozent.

Energiegewinnung als

Wirtschaftsfaktor

Die Wertschöpfung bleibt dabei – anders

als bei fossilen Energien – vor

Ort und fließt in Form von Einkommen,

Unternehmensgewinnen, vermiedenen

Brennstoffkosten sowie

Steuern und Abgaben wieder in den

volkswirtschaftlichen Kreislauf der

Region zurück. Bis zu 70 Cent eines

Euros, den Industriebetriebe und Privatkunden

für Fernwärme bezahlen,

bleiben so in der Region. Zum Vergleich:

Bei Heizöl sind dies nur etwa

sieben Cent. Zudem setzt die 200 Mitarbeiter

zählende Energiemarke aus

der Ulmer Weststadt in ihren Heizkraftwerken

auf die umweltschonende

Kraft-Wärme-Kopplung, bei der

Bis zu 70

Cent eines

von der

Fernwärme

Ulm erwirtschafteten

Euros bleiben

in der

Region

der Dampf zur Stromgewinnung zuerst

über die Turbinen geleitet und

erst dann zum Heizen verwendet

wird. Durch dieses Verfahren werden

die CO 2

-Emissionen reduziert und

Ressourcen geschont.

Wärmespeicher ist

das Thema der Zukunft

Der letzte bei der FUG installierte

Kohlekessel wird übrigens bis 2022

stillgelegt und die Verbrennung dann

durch eine wesentlich emissionsärmere

Erdgasfeuerung ersetzt. Um das

Heizkraftwerk dann im Sinne der

Energiewende zukunftsfähig zu machen,

setzt die FUG zudem auf den

Bau eines weiteren großen Wärmespeichers.

So kann der Einsatz der Erzeugungsanlagen

optimiert und die

Möglichkeit zur weiteren Integration

von erneuerbaren Energien geschaffen

werden. Aus der Region und für

die Region.

pm

ÖKOLOGISCHE ENERGIE FÜR GENERATIONEN.

UM ÜBER 80 % REDUZIERT!

UNSERE CO 2

-EMISSIONEN SEIT 1990.

DIE KLIMAPOLITISCHEN

VORGABEN FÜR DAS

JAHR 2050 ERREICHEN

WIR BEREITS IN 2022!

ENTWICKLUNG

BRENNSTOFFEINSATZ

VON 1996 BIS 2022.

Öl

Bio HKW 1

Bio HKW 2

BHKW + Kessel

Kohle

200.000

BioHKW 1

Erdgas

ANTEILE 1996

Heizöl

Biomasse

Erdgas

Müllwärme

214.100 212.800 174.465 142.200 119.700 129.100 131.400 119.000 119.200 69.500 45.718 25.000

ANTEILE 2022

Biogener Anteil

(Müllwärme)

www.fernwaerme-ulm.de


22 REPARATURCAFÉ

Wegwerfen? Bloß nic

Reparieren Lose Uhrzeiger oder Plattenspieler, die jeden Schwung verloren haben. Wer im

Reparaturcafé liebgewonnenen Gegenständen eine zweite Chance gibt, tut etwas für die

Umwelt – Treffen mit Gleichgesinnten inbegriffen. Von Stefan Loeffler

Auch das noch. Gerade jetzt, wenn

man es sich bei draußen stetig sinkenden

Temperaturen in der warmen

Stube so richtig gemütlich machen

möchte, streikt das Radio. Die

Moderatoren des Schwabenradios

bleiben stumm und statt dem neuesten

Beatrice-Egli-Hit kommt lediglich

ein hässliches leises Rauschen

aus dem Gerät. Das nervt.

Doch so sehr man auch schüttelt

und den Stecker ein und aussteckt,

das über die Jahre liebgewonnene

Radio hat wohl für immer den Geist

aufgegeben. Also, weg damit! War ja

eh schon alt. Stopp! Nicht so schnell.

Statt auf den Schrottplatz zu gehen,

könnte man auch einfach mal in der

Mensa der Elly-Heuss-Realschule

vorbeigehen. Denn hier in der

Schillstraße befindet sich seit Juni

dieses Jahres das Reparaturcafé der

St. Elisabeth-Stiftung. Wenn das Kabel

am Toaster gefährlich locker

sitzt, der Staubsauger keinen einzigen

Krümel mehr aufnimmt und die

Stehlampe im Flur nur noch in unregelmäßigen

Intervallen flackernde

Lichtsignale aussendet, dann ist

man hier genau richtig.

Unter dem Motto „Reparieren

statt Wegwerfen“ hat sich hier ein

Treffpunkt etabliert, bei dem man

sich unter Anleitung von fachkundigen

Tüftlern und Technikfans aller

Altersstufen Hilfe bei Kabelbrüchen,

überstrapazierten Zahnrädern

oder defekten Schaltern holen kann.

Vier Stunden wird

gemeinsam getüftelt

„Die Idee ist, dass wir unseren Besuchern

bei der Selbstreparatur ihrer

Geräte unter die Arme greifen“,

erklärt der ehrenamtliche Reparaturhelfer

Josef Gebhard. Der ehemalige

Ingenieur ist auch Ruhestand an

stetig neuen Herausforderungen interessiert.

Und diese sind an den Tagen,

an denen das Reparaturcafé von

16 bis 20 Uhr geöffnet hat, nicht zu

knapp.

Josef Gebhard ist an diesen Tagen

wie seine Mitstreiter ein gefragter

Mann, denn oftmals legen die Gäste

dann doch nicht selbst Hand an,

sondern begnügen sich damit, den

Profis fasziniert zuzusehen. Auch

das ist in Ordnung. „Am Tag kommen

etwa 20 bis 30 Personen, darunter

Schüler und Schülerinnen,

Studierende oder Rentner und Rentnerinnen,

die ein Problem mit ihrem

Wecker, einer Leselampe oder einem

verklemmten CD-Laufwerk haben“,

so der 70-jährige Ulmer, der

einer der Mitbegründer des Ulmer

Reparaturcafés ist, das vor fünf Jahren

in der Söflinger Magirusstraße

28 zum ersten Mal die Menschen anzog.

Nach dem Abriss des Gebäudes

kamen die Helfer vorübergehend in

den Räumen des Weststadthauses

unter, bevor sie im Juni in der Elly-Heuss-Realschule

eine neue Bleibe

gefunden haben.

Neben den Reparaturplätzen im

Speisesaal werden im Schulhof auch

kaputte Drahtesel wieder flott gemacht.

Und das alles kostet nix.

„Spenden sind natürlich jederzeit

herzlich willkommen“, so Wolfgang

Kühner, von der Ehinger Niederlassung

der in Bad Waldsee ansässigen

St. Elisabeth-Stiftung, die das Ulmer

Reparaturcafé seit Herbst 2014 organisiert

und auch durch Sponsorengelder

finanziert. Auch die Stadt

Ulm unterstützt das Projekt. „Neben

der Miete für die Mensa und der

Aufwandsentschädigung für die

freiwilligen Helfer müssen wir auch

noch die Kosten für einen Kleintransporter

stemmen, da wir die

Werkzeuge für die Reparaturen

nicht in der Schule einlagern können.“

Dankbare Besucher

Und so schieben die Helfer alle zwei

Wochen, jeweils kurz vor Öffnung

des Reparaturcafés ihre Werkzeugboxen

in die Mensa, in der alsbald

Lötkolben, Messgeräte, Zangen und

Schraubenzieher regieren. Auch am

Helfer

gesucht

Das Reparaturcafé

in der Elly-Heuss-

Realschule öffnet

alle zwei Wochen

von 16 bis 20 Uhr

die Tore. Die kommenden

Termine

sind: 6.11.,20.11., 4.12.

und 18.12. Der Eingang

befindet sich in

der Schillstraße 35.

Freiwillige Helfer, die

handwerklich geschickt

sind und das

bestehende Team

ehrenamtlich unterstützen

möchten,

sind jederzeit herzlich

willkommen.

Weitere Infos erhält

man unter

www.reparaturcafe-ulm.de.

ILLUS: © VECTOR TRADITION, © HVOSTIK/SHUTTERSTOCK.COM


REPARATURCAFÉ

23

Nichts geht mehr. Doch sind alte und

kaputte Geräte wirklich nicht mehr zu

retten? Antworten bekommt man im

Ulmer Reparaturcafé, das alle zwei

Wochen in der Elly-Heuss-Realschule

geöffnet hat. Foto: Stefan Loeffler

ht!

Tisch von Josef Gebhard, der

sichtlich Spaß daran hat während

seines freiwilligen Freundschaftsdienstes

kleine und zum

Teil auch größere Probleme zu

lösen: „Es ist schön, mit einem

Erfolgserlebnis nach Hause zu

gehen und die Dankbarkeit der

Menschen zu spüren, denen wir

helfen können. Dies gelingt

etwa bei 50 bis 60 Prozent der

Fälle“, so der engagierte Hobbytüftler,

der die Besucher oftmals

auch um etwas Geduld bitten

muss: „Man kann im Vorfeld leider

nicht festlegen, wie viel Zeit

eine Reparatur in Anspruch

nehmen wird. Bei einer elektrischen

Fehlersuche kann das

schon eine Stunde oder länger

dauern, da wir in den meisten

Fällen ohne Schaltpläne auskommen

müssen.“ Um sich die

Wartezeit etwas zu versüßen,

können die Besucher bei Kaffee

und Kuchen mit anderen Gästen

ins Gespräch kommen. Und

so ist das Reparaturcafé immer

auch ein Ort der Begegnung.

Neues Leben für alte Dinge

Für Josef Gebhard ist die Arbeit

im Reparaturcafé nicht nur ein

Freizeitvertreib, sondern ein

persönlicher Beitrag zum Umweltschutz.

Ihm und seinem

Kollegen liegt es nämlich sehr

am Herzen, dass man kaputte

Dinge nicht gleich auf dem Müll

wirft, sondern versucht, ihnen

ein zweites Leben einzuhauchen.

Einen Versuch ist es auf jeden

Fall wert. Denn oftmals ist

es nur eine Kleinigkeit, ein paar

kostenlose, wohlwollende

Handgriffe und der Fehler ist

behoben. Und schon kann man

dem neuesten Beatrice-Egli-

Song wieder auf seinem gewohnten

Gerät in der warmen

Stube lauschen – ganz gemütlich

und mit einem guten Gewissen.


24 PORTRÄT SÜDWEST PRESSE + HAPAG-LLOYD REISEBÜRO Anzeige

Der beste Weg zu reisen und zu tagen

Mandelblüten auf Mallorca, Abenteuer in der Antarktis oder ein Firmenevent: Das Südwest

Presse + Hapag-Lloyd Reisebüro hilft dabei, die CO₂-Spuren klein zu halten.

Im Laufe unseres Lebens produzieren

wir Unmengen an Kohlenstoffdioxid,

ein Großteil entsteht

dabei auf Reisen. Der sogenannte

CO 2

-Fußabdruck bildet ab, wie

viel schädliches Kohlenstoffdioxid

verursacht wird. Dass darunter

die Umwelt nicht unnötig

leidet, dafür setzt sich beim Hapag-Lloyd-Reisebüro

ein Nachhaltigkeitsteam

mit außergewöhnlichen

Ideen ein.

Mit der Umwelt Hand in Hand

Projektleiterin Yvonne Nieswandt

erklärt: „Wir kümmern

uns bei Geschäftsreisen, Tagungen

und Events um die Reduktion

von CO 2

. Durch klimaneutrale

Hotels, Transfers sowie regionale

Caterern kann die CO 2

-Bilanz

so gering wie möglich

gehalten werden. Unvermeidbare

Umweltbelastungen kompensieren

wir dadurch, dass wir mit

Im Einsatz für die Umwelt: das Nachhaltigkeitsteam.

unseren Kunden in nachhaltige

Klimaprojekte investieren.“

Seit zwei Jahren arbeitet man

bei Hapag-Lloyd mit der Umwelt

Hand in Hand. Das erste mit Kooperationspartner

„First Climate“

realisierte Klimaprojekt ist

der nachhaltige Paranussanbau

in Peru. „Die Resonanz unserer

Kunden war enorm“, sagt Geschäftsleiter

Frank Wesserlingk.

Foto: jmh

Gemeinsam mit Yvonne Nieswandt,

Elena Holzbrecher,

Maren Lachenmann und Tanja

Kohler setzt Wesserlingk weltweite

Umweltprojekte um. Dabei

steht das Team im ständigen

Austausch mit den Projektpartnern.

„Diesen Monat erscheint

der neue Leserreisen-Katalog für

Reisebürokunden mit einer

Übersicht zu den CO 2

-Emmissionen

und der Möglichkeit, sich

durch einen Unkostenbeitrag

CO 2

-neutral zu stellen“, erzählt

Tanja Kohler von einer weiteren

Idee, die im Team entstanden ist

und die gemeinsam umgesetzt

wurde.

Nachhaltigkeit im Gepäck

„Es geht nicht darum, mit dem

Reisen oder Tagen aufzuhören,

sondern seine Wege nachhaltig

zu wählen. Gerade in der Tourismus-

und Eventbranche wollen

wir das Bewusstsein dafür stärken“,

fasst Wesserlingk die Idee

dahinter zusammen. jmh

Info Das Südwest Presse + Hapag-

Lloyd Reisebüro ist seit 30 Jahren

der Ulmer Startpunkt für nahe und

ferne Ziele. 72 Mitarbeiter sorgen für

den perfekten Ablauf von Leserreisen,

Kongressen und Tagungen sowie

Geschäfts- und Gruppenreisen.

Vermeiden – Vermindern – Kompensieren

Hapag-Lloyd Kongresse & Tagungen ist

die erste Anlaufstelle für Ihre Veranstaltung.

Stellen Sie sich öfters die Frage, wie kann

ich einen Event oder eine Tagung nachhaltig

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Kongresse & Tagungen


Anzeige PORTRÄT BANTLEON 25

Gelebte Verantwortung

Der Ulmer Schmierstoffhersteller Bantleon hat sich bereits frühzeitig Gedanken darüber

gemacht, was soziale und nachhaltige Verantwortung für ihn bedeutet.

Längst müssen sich Unternehmen

nicht mehr nur dem Thema

der eigenen Zukunftsfähigkeit

stellen – sondern auch ganz globalen

Herausforderungen: zum

Beispiel der Klimakrise und

ihren Folgen, dem Bevölkerungswachstum,

dem gleichzeitigen

Anspruch an stetig steigenden

Wohlstand und dem Trend zu internationalen

Handelsbeschränkungen.

Im Bantleon-Labor entwickeln Chemiker, Techniker und Ingenieure

individuelle Ideen, Systeme und Lösungen.

Fotos: Bantleon

Forderung nach einem

technologieoffenen Dialog

Der achtsame Umgang mit der

Erde ist die zentrale Aufgabe, die

wirklich jeden Menschen angeht.

Ganz oben auf der Agenda stehen

die Klimakrise und deren Folgen,

Luftverschmutzung, Waldrodungen

und der Verlust der Artenvielfalt.

Von „Wir tun nichts“, über

„Wir tun zu wenig“ bis „Wir tun,

was wir können“ treffen alle Aussagen

zu – je nach Blickwinkel und

Wahrnehmung. Wichtig ist, dass

die Diskussion sachlich und aufrichtig

geführt wird.

Speziell im Bereich Mobilität!

Es dürfte allen klar sein, dass

die Elektrifizierung nicht im prognostizierten

Umfang kommen

wird und kann. Allein die Rahmenbedingungen

sind ungelöst:

ob Netzkapazitäten und -verfügbarkeit,

die Rohstoffgewinnung

zur Batterieherstellung oder die

Kosten für das E-Fahrzeug selbst.

Zusätzlich droht Deutschland hier

eine Waren- und Wirtschaftsabhängigkeit.

Nicht zuletzt bedarf

es auch einer fairen Vergleichbarkeit:

Wir brauchen transparente

und ganzheitliche Ökobilanzen

über alle Lebenszyklen der Verbrenner-

und E-Fahrzeuge hinweg.

Ein Technologiewandel mit

Augenmaß ist wünschenswert.

Sinnhafte Rahmenbedingungen

schaffen

Der Spagat zwischen Technisierung

auf der einen und Klimaschutz

auf der anderen Seite muss

und kann in positiver Synergie bewältigt

werden. Das ist eine wesentliche

unternehmerische Herausforderung

der Zukunft.

Zwingend nötig ist zum Beispiel

ein gezielter internationaler

Technologie- und Ressourcentransfer.

Außerdem, ganz

wichtig: Der Mensch sollte stets

Teil der Lösung sein, nicht des

Problems.

pm

DER ZUKUNFT VERPFLICHTET

WIR ÜBERNEHMEN

VERANTWORTUNG!

Werte schaffen – Werte leben

Innovative und langlebige Technologien

Mitwirken im sozialen Umfeld

Wissen vermitteln und Dialog fördern

Artenvielfalt und Biodiversität erhalten

Nachhaltige Initiativen und Standards entwickeln

Vielseitig im Klimaschutz

Hermann Bantleon GmbH . 89077 Ulm . Tel. 0731. 39 90-0 . info@bantleon.de

bantleon.de


26 VERPACKUNGEN

Hoch die Taschen

Bewusst einkaufen Mehrweg statt Einweg. Stoff statt Plastik. Beispiele aus der

Region zeigen, dass Händler gerne die Hüllen fallen lassen und Verpackungsmüll

vermeiden. Die Kunden stehen mit eigenen Einkaufstaschen parat. Von Stefan Loeffler

Für die gute Sache springt

André Wieland schon

einmal mit nacktem

Oberkörper über den

Bildschirm. So zum Beispiel für

die bundesweite Initiative

*#packdichaus, bei der es darum

geht, dass man seine Lieblingsprodukte

vor laufendem Handy

von Plastikverpackungen befreit.

Für den Inhaber des Weißenhorner

Supermarkts „Klare

Kante“ war der bei Facebook gepostete

Video-Sprint über eine

grüne Wiese daher eher symbolisch

gedacht.

Eindeutige Zeichen setzt André

Wieland Tag für Tag in seinem

Geschäft, in dem es viel

gibt, jedoch eines nicht: Plastik-Einwegverpackungen.

Auslöser

für die Idee war ein Spaziergang

am Meer. Was romantisch

klingt, war für ihn eine

kleine Katastrophe, denn die

Wellen spülten immer wieder

Plastikgegenstände an den

Strand. Für André Wieland ein

Anblick, der ihn zum Umdenken

brachte. Er kündigte seinen

alten Job und machte sich mit

einem Laden selbstständig, um

fortan Plastikverpackungen den

Kampf anzusagen. Nudeln, Reis,

Mehr Müll

durch

Fertiggerichte

In Deutschland werden

trotz aller Bemühungen vieler

Händler und Initiativen

immer mehr Verpackungen

verbraucht. 18 Millionen

Tonnen sind es im Jahr

oder 222 Kilogramm pro

Kopf, so die Zahlen des

Umweltbundesamtes. Dabei

sind die Verpackungen

aus Kunststoff besonders

beliebt, deren Verwendung

sich seit 1995 fast verdoppelt

hat. Ein Grund

sind die veränderten Konsumgewohnheiten,

darunter

der Anstieg von Fast-

Food und To-Go-Angeboten

sowie der gestiegene Verzehr

von Fertiggerichten.

Gewürze, Trockenfrüchte, Honig

oder Nüsse gibt es in der

Klaren Kante zum Abfüllen aus

Mehrwegbehältern, Gläsern,

Schüttspendern, Flaschen und

Jute-Beuteln. Und auch bei den

Herstellern achtet der Ladenbesitzer

darauf, dass die Produkte

schon ohne Verpackungen angeliefert

werden: „Hier muss

man jedoch noch immer differenzieren,

denn viele Waren

können ganz einfach nicht lose

in Körben verschickt werden.

Zum Beispiel kommt Salz immer

noch in Plastik verpackt zu uns.

Das ist lebensmittelrechtlich

nicht anders möglich.“ Dennoch

ist André Wieland konsequent:

„Lieferanten, die es nicht vermeiden

möchten, ihre Produkte

in Einwegverpackungen zu versenden,

nehmen wir nicht auf.

Regionale Produzenten finden

dagegen immer Wege, auf Verpackungen

zu verzichten und so

auch Kosten zu sparen.“

90 Plastiktüten pro Kopf

Auch die Europäische Union

möchte in ihren Ländern deutlich

weniger Plastiktüten. Bereits

im April 2015 hat die

EU-Kommission eine entsprechende

Richtlinie verabschiedet

mit dem Ziel, dass der Verbrauch

bis Ende dieses Jahres

auf 90 Stück pro Kopf reduziert

wird. Bis 2025 soll er sogar auf

40 Stück zurückgehen. Mit 29

großen Einkaufstüten pro Person

wurde dieses Vorhaben in

Deutschland bereits 2017 erreicht.

Unter anderem dadurch,

dass man Tüten nun oftmals an

der Kasse bezahlen muss - eine

freiwillige Selbstverpflichtung

des Handelsverbands Deutschland.

Gewaschene Stofftaschen

Auch im Bioladen der Kornmühle

in der Ulmer Herrenkellergasse

ist Plastik verpönt. „Wer zuhause

eine Stofftasche hat, die

nicht mehr benötigt wird, kann

diese bei uns vorbeibringen.

Nachdem wir die Taschen

gründlich gereinigt haben, stehen

sie allen Kunden für ihren

Einkauf zur Verfügung“, erklärt

Verkäuferin Christa Carrell:

„Zudem bieten wir auch Pfandgläser

an für Oliven oder Käse,

und natürlich können unsere

Gäste auch ihre eigenen Transportbehälter

mitbringen.“

Doch darf man als Kunde den

Brotbeutel und Frischhaltedosen

mit zum Bäcker oder Metzger

bringen? „Ja, man darf. Die

Voraussetzung ist jedoch, dass

der Ladeninhaber damit einverstanden

ist. Und dass er einen

Ablauf an der Bedienungstheke

festgelegt und mit seiner zuständigen

amtlichen Lebensmittelüberwachung

abgestimmt hat“,

erklärt Christiane Manthey, Abteilungsleiterin

Lebensmittel

und Ernährung bei der Verbraucherzentrale

Baden-Württemberg.

„Das Gefäß des Kunden

darf auf keinen Fall in den Bereich

hinter der Theke gelangen.

Dafür gibt es aber kreative Ideen

wie Tabletts, auf denen der

Kunde das Gefäß auf der Theke

abstellt. Dort wird es direkt befüllt,

der Kunde gibt den Deckel

drauf und anschließend wird

das Preisschild aufgeklebt.“

Manthey verweist auch darauf,

dass einige Handelsketten

im Obst- und Gemüsebereich

Mehrwegbeutel aus textilen Materialien

anbieten, die mehrmals

verwendet und gewaschen werden

können: „Das Gewicht wird

über die Tara-Taste vom Händler

vorprogrammiert. Beim Abwiegen

kann über ein Symbol

dieser Beutel angewählt werden.

Das Problem aus unserer Sicht:

Jede Handelskette hat zu Marketingzwecken

ihren eigenen

Beutel. Die Gewichte sind leider

unterschiedlich.“

André Wieland, der sein Konzept

des Unverpackt-Ladens

von kommendem Jahr an auch

in Ulm anbieten wird, weiß,

dass noch viel Überzeugungsarbeit

notwendig sein wird:

„Wichtig ist, dass man nicht

missioniert und Plastik nicht

grundsätzlich verteufelt. Stattdessen

macht es Sinn, den Konsumenten

andere Wege aufzuzeigen.“

Deshalb möchte er gerne

ein Vorbild sein. Und wenn

es sein muss, auch mit nacktem

Oberkörper.

ILLU: ©HVOSTIK, ©NINA FEDOROVA/SHUTTERSTOCK.COM


27

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