sporting hamburg November 2019

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Segel-Bundesliga

Siegerehrung Finale Deutsche Segel-Bundesliga. Der NRV wurde Dritter, der Sieg ging an VSaW Berlin vor dem WVH Bremen.

© Foto: Sven Jürgensen

Am Ende wird

alles gut.

Ob sie der FC Bayern München des deutschen Segelsports sind, fragten wir die Segler und

Verantwortlichen des NRV nach dem Finale der Deutschen Segel-Bundesliga, und das verneinten

alle Beteiligten, im Grunde genommen.

Aber: „Genervt waren wir schon, dass es in der Liga schlussendlich

nur zum 3. Podiumsplatz gereicht hat“, erklärt Johann Kohlhoff (22),

Taktiker der NRV-Crew, die zuletzt in Glücksburg an den Start gegangen

war. „Ich kann nicht gut verlieren“, gibt er unumwunden zu, was ja

keine ausschließlich bayerische Eigenschaft ist, und der 6. Platz bei

den Wettfahrten war für ihn das schlechteste Saisonresultat. Bei den

Renntagen auf dem Starnberger See (7.), in Travemünde (8.) und in

Berlin (12.) waren nämlich Teamkollegen in charge, 15 Segler umfasst

der Bundesliga-Kader des NRV. „Aber wir haben die Liga spannend

gemacht“, stellt Sven Jürgensen fest, er ist beim NRV u.a. im Marketing

unter Segeln. Deutscher Meister wurde nämlich der befreundete Berliner

Verein Seglerhaus am Wannsee, Silber ging an den Wassersport-Verein

Hemelingen aus Bremen. „Wir werden uns in zwei Wochen hinsetzen

und detailliert analysieren, woran es in der ganzen Saison gelegen

hat.“ Extreme Leistungsschwankungen waren für die Segler von der

Außenalster charakteristisch in diesem Jahr, in Konstanz wurden sie

nämlich 1., in Kiel 2. – Kontinuität sieht anders aus. Mutmaßlich zu

wenig gemeinsame Trainingseinheiten, nur ein Trainingscamp hatten

sich die Amateursportler, die alle auch beruflich bzw. ausbildungstechnisch

schwer unterwegs sind, gegönnt. Johann zum Beispiel segelte

das erste halbe Jahr in einer französischen Crew und stieß erst im

Saisonverlauf zum NRV-Kader. Die Analyse demnächst wird weitere

Aufschlüsse bringen. Tobias Schadewaldt, Skipper auch beim Event in

Glücksburg, ist gerade, was das anbelangt, sehr konsequent. Da die

Crew keinen Trainer hat – warum eigentlich nicht? –, wird sie sich selbst

zusammen mit Liga-Team-Manager Klaus Lahme einen Kopf machen,

denn nach der Saison ist vor der Saison. „Und im nächsten Jahr wollen

wir wieder gewinnen, das ist klar“, kündigt Johann an. Nun ist, so viel

zu Ansprüchen und Bayern München, die Saison grundsätzlich ja nicht

wirklich schlecht verlaufen.

Im Champions League-Finale

wurden die Hamburger in

St. Moritz nämlich 2., und

natürlich, so im Sinne von

Ball flachhalten, ist ein dritter

Platz in der Bundesliga auch

nicht wirklich shitty. „Dazu kommt, dass die Gegner-Crews wahnsinnig

aufgeholt haben, das sportliche Niveau der Liga hat insgesamt deutlich

angezogen“, führt Sven weiter aus.

Zum Glück gab es nach dem Liga-Finale am gleichen Wochenende

auch noch das Pokalfinale zu bestreiten. Und à la Hinfallen, Aufstehen,

Weitermachen, hat sich die NRV-Crew mit Johann Kohlhoff, Tobi Schadewaldt

und mit Florian Thoelen und Niklas von Meyerinck waren zwei

Teammitglieder neu dazu gekommen, offensichtlich über Nacht neu

erfunden. „Ich war richtig schlecht drauf, nach der Liga am Samstagabend,

aber wir haben uns komplett ge-re-settet“, grinst Johann, denn

im Pokalfinale rockten die vier wie ausgewechselt die beste Rennserie

ever auf die Flensburger Förde: „Ein 2. Platz, sonst gab es nur Siege",

und damit gewannen die Hamburger eindrucksvoll den dicken fetten

Ligapokal. Wahrscheinlich auch ’ne gefühlte Trotzreaktion, aber sie ließ

den „nur“ 3. vom Vortag hoffentlich halbwegs vergessen. Der NRV freut

sich so oder so, wir natürlich auch. Gratulation, Männer.

Unsere Glückwünsche gehen auch an die Crew vom Blankeneser

Segel-Club, die den Aufstieg in die 1. Liga feiern kann. Well done. Die

Crew vom Hamburger Segel-Club war leider haarscharf am Aufstieg

vorbeigesegelt, aber Glückwunsch zum 5. Platz in der 2. Liga. Die

Segler von der SV Altona-Oevelgönne waren zwar am Samstag aus

der 2. Liga abgestiegen, konnten sich dann aber über eine guten Platz

im Pokalfinale gleich wieder in die 2. Liga zurücksegeln. Verrückte

Sache, die. Dort treffen sie dann unter anderem auf die Segler vom

Mühlenberger Segel-Club, denn die haben den Klassenerhalt 1. Liga

dooferweise nicht mehr geschafft.

@All: Kopf hoch/Daumen hoch. It depends.

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Oben die Pokalsieger-Crew, wie unschwer zu erkennen (v.l.n.r.: Klaas Höpcke, Tobias Schadewaldt,

Malte Päsler und Johann Kohlhoff). Bilder unten: Die Crew, die mit Malte Päsler, Johann Kohlhoff, Klaas Höpcke,

Tobias Schadewaldt noch den 3. Podestplatz der Dt. Segel-Bundesliga ersegeln konnte.

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