sporting hamburg November 2019

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HT16

© Foto: sporting hamburg

unterstützt von: HT16

Ein beträchtlicher Bau am Sievekingdamm, zweckmäßig bis schick,

ist dann jetzt das Sportzentrum, Vereinsheim trifft es nun längst nicht

mehr. Und natürlich hat der Verein, der in Hamburg seit langem unter

anderem tolle Turner*innen, Schwimmer*innen, Judoka hervorbringt,

eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Uns reichen mal die letzten

Jahre, über die wir mit dem Geschäftsführer

Andreas Wolff schnacken,

denn die waren spannend

genug. 2009 war der Verein nämlich

pleite, kaum Kapital, sinkende Mitgliederzahlen,

„das Gebäude total

abgeranzt“, so Andreas, aus die

Maus. Die Banken wollten, so ist das

dann, Konzepte, und zwar laaaaangfristige,

für die Andreas, damals

Chef der Schwimmabteilung, in

den Ring stieg. Es ging ums bloße

Überleben: „personell, finanziell,

Doppelt

gefügt.

Die HT16 (Hamburger Turnerschaft von 1816) ist der älteste Sportverein der Welt. Und

nicht nur höflicherweise stellen wir fest: Das sieht man ihm nicht an. So gar nicht.

Der letzte Kran steht sozusagen noch vor der Tür, aber die HT16, der Stadtteilverein

vornehmlich für Hamm und Horn, hat sich für die nächsten Jahrzehnte im wahrsten

Wortsinne neu aufgestellt.

© Foto: HT16

Stolzer HT16-GF Andreas Wolff in der neuen Kletterhalle (links)

SportTalent 2019: HT16-Schwimmer Rafael Miroslaw.

strukturell, der Verein war

klinisch tot“, sagt er unumwunden.

Dennoch hatte die

HT16 eben einen Auftrag,

und gemeinsam mit diversen

Mitstreitern wurden alle

Register gezogen. Zeitgleich

mit ersten Plänen, was mit

dem Bau passieren könntemüsstesollte, wurde – zwischenzeitlich

gab es ein wenig Farbe an die Wände, so in Sachen Kosmetik – am

Ausbau von (Schul-)Kooperationen und dergleichen gearbeitet. Das

brachte auch neue Mitglieder, erweiterte den Kreis potentieller

Institutionen, die da helfen könnten, und ’ne gehörige Portion Image.

„Wir wollten natürlich sanieren“,

erklärt Andreas Wolff, und dann

ergaben sich aber Fügungen, die

nicht besser hätten sein können.

„Die Schule nebenan brauchte eine

neue Turnhalle“, erzählt er weiter,

womit das Ganze dann noch mehr

und nachhaltig Fahrt aufnahm. Und

auf das Gelände waren so rein

stadtteilentwicklungstechnisch

auch einige Investoren neugierig.

Ein Architekt ging ordentlich in Vorleistung

und plante die ultimative

und mit dem Hamburger

Lösung für alle Beteiligten: einen Neubau,

an vorsichtig anderer Stelle, ein direktes

Andocken einer neuen Turnhalle, die langfristig

auch dem Schulsport zur Verfügung

steht, eine integrierte Kita, ein Doyo für alle

Kampfkünste, große Sozialbereiche nebst

selbst betriebenem Café inklusive großer

Küche, in der für die Kita gleich mitgekocht

wird, ein wahnsinnig großer attraktiver Fitnessbereich

mit Dachterrasse, eine Sauna

mit Panorama-Blick, diverse Kursräume

für die klassischen Vereinsangebote von

Seniorenturnen bis Capoeira

sowie, tatääää:

eine Kletterhalle, die

ihresgleichen sucht.

Vielmehr drei Hallen sind es, bis zu 14 Meter

hoch, 1.000 m 2 Wand, 700 davon zum

Klettern (100 Routen), 300 zum Bouldern (40 Routen), plus Escape

Room – auch für Kindergeburtstage. Als über den im Stadtteil extrem

vernetzten Andreas Wolff auch noch zwei Kultureinrichtungen des

Stadtteils Interesse an einer Teilhabe bekundeten, Fügung Nummer

zwei oder „Arsch auf Eimer“ auf neudeutsch, nahm das Projekt

noch mehr Fahrt auf, der damalige Sportsenator Neumann war eine

treibende politische Kraft, und aus den Plänen wurden Taten: die

HT16 3.0, ein zukunftsorientierter Mix aus klassischem Sportverein

mit, so ehrlich muss man sein, Angeboten, die den wirtschaftliche

Ansprüchen eines Großvereins Rechnung tragen sollen bzw. müssen.

Kita, Fitness, natürlich auch die Kletterhalle, kommen einem privatwirtschaftlichen

Angebot gleich.

Wobei Andreas Wolff sehr deutlich

unterstreicht, dass er nur so

das klassische Vereinsangebot

auf dem hohen

Niveau bieten kann.

„Sonst fliegt einem der schönste

Verein um die Ohren“, erklärt er,

„wir sind und bleiben ein klassischer

Sportverein.“

Inzwischen gibt es deswegen natürlich eine Kletterabteilung, Kids

werden langsam an den Sport, der ja nun auch olympisch ist, herangeführt,

und die Beitragsstruktur führt nebenbei dazu, dass Fitness-

Mitglieder auch nicht selten z.B. die Tennisangebote wahrnehmen. So

geht’s. Nach wie vor ist die HT16 groß im (Leistungs-)Turnen, Judo und

Schwimmen unterwegs, Boxen und Tischtennis sind stark wachsend.

Mit dem Schwimmer Rafael Miroslaw und der Judoka Renée Lucht hat

die HT16 gleich zwei potentielle Kandidaten für Tokio 2020 in ihren

Reihen. Und wer denkt, dass so manches seniore Mitglied mit der

neuen HT ein Problem hat, der wird eines Besseren belehrt, wenn er

sich das Angebot von 30 Seniorenkursen, die Kaffeetafeln im Café

anschaut oder den selbst gebackenen Pflaumenkuchen testet. Das

haben wir gemacht. Lecker.

Auch die Seniorensportgruppen fühlen sich in den neuen Räumlichkeiten sichtlich wohl.

Ein Kran steht quasi noch vor der Tür, aber so sehen Vereine 3.0 dann jetzt aus.

© Foto: HT16

34 Alles auf Start, nach jahrelanger Bauzeit mit viel Improvisation.

Der nigelnagelneue Fitness-Bereich kann sich mehr als sehen lassen.

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