NORDEN - Reise ans Ende der Welt

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NORDEN

Reise ans Ende der Welt

Eisig, fast menschenleer und doch faszinierend schön: So präsentiert sich die Polarregion der

Nordhalbkugel mit Landschaften, die vor Staunen sprachlos machen.

Bild: Eisberge treiben vor den Felsen der russischen Hall-Insel, die zu Franz-Josef-Land gehört.


70°

4


70° 40’ N, 52° 7’ W

Uummannaq,

Grönland

Im Westen Grönlands liegt die Siedlung Uummannaq

mit ihren farbenfrohen Häusern. Die rund

1500 Einwohner leben vom Fischfang und dem

Tourismus; für Gäste werden Husky-Schlittentouren

und Whale-Watching-Touren angeboten.

5


64°

6


64° 9’ N, 21° 56’ W

Harpa,

Reykjavík

Durch die ungleichen Formen der Glasfassade der

Harpa, des Konzerthauses von Reykjavík, blickt

man direkt auf den alten Hafen. Entworfen wurde

die Fassade vom isländisch-dänischen Künstler

Ólafur Elíasson.

7


61°

8


61° 13’ N, 149° 53’ W

Anchorage

Im Westen der Stadt Anchorage befindet sich der

Lake Hood, in dem sich die bunten Polarlichter

selbst bewundern. Der Wasserflughafen auf dem

See ist weltweit der größte seiner Art.

9


74°

10


Eis ist das beherrschende Element der Arktis:

Eis auf dem Meer, das den größten Teil rings um

den Nordpol einnimmt, und Eis auf den Inseln.

Klein sind die Streifen des Landes, die zumindest

im kurzen Sommer ihr weißes Kleid ablegen und

ein karges, aber vielfältiges Leben erlauben.

Nur in den hohen Breitengraden unserer Erde

zeigen sich die Jahreszeiten so eindrücklich, hier

lebt man nicht nur mit der Natur, vielmehr wird

man von ihr geduldet. Im Winter eine Schneewüste,

im Sommer eine üppig blühende Tundrenlandschaft.

Einen faszinierenden Anblick bietet

der Himmel, dessen mitternächtliches Farbenspiel

zwischen Violett und Zartrosa wechselt. Wenn

die Nächte länger und dunkler werden, wird das

gespenstische Leuchten des Polarlichts sichtbar,

das Lichtfahnen flackern lässt.

Kurs Nord!

Gen Norden war die bevorzugte Reiserichtung

vieler früher Völker und Eroberer. Von Island aus

erreichten Wikinger schon im Mittelalter die Küste

Grönlands, wo sie ab 985 Siedlungen anlegten.

Und bereits bald nach der Entdeckung Amerikas

unternahmen kühne Seefahrer erste Versuche,

die Neue Welt im Norden zu umfahren, um endlich

den gesuchten Seeweg nach Ostasien zu finden.

In Frage kamen dafür die Nordwestpassage

durch die arktische Inselwelt Nordamerikas und

die Nordostpassage entlang der sibirischen Küste.

Beide wurden erst im 19. Jahrhundert bezwungen,

blieben aber bis heute ohne Bedeutung.

Und das ist auch gut so: Im hohen Norden hat

sich eine erstaunlich große Artenvielfalt bewahren

können. Wie fragil die Natur hier ist, offenbart sich

an den Auswirkungen des Klimawandels, der sich

im Abschmelzen der Gletscher und dem Rückgang

des Meereises in der Arktis besonders gravierend

zeigt.

74° 0’ N, 56° 0’ E; Nowaja Semlja: Auf der russischen

Inselgruppe macht ein Eisbär an einer

steilen Felswand Jagd auf Dickschnabellummen:

Das waghalsige Manöver unternimmt der Bär nur,

weil er aufgrund des Rückgang des Meereises

nicht mehr ausreichend Robben jagen kann.

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75°

Vom Nordpol bis zum

Polarkreis 16

90°

Nordpol 18

Eroberung des Nordpols 20

82°

Ellesmere Island, Kanada 22

81°

Petermann-Gletscher, Grönland 24

80°

Spitzbergen, Norwegen 28

Franz-Josef-Land, Russland 30

Hooker-Insel 32

Champ-Insel 34

79°

Humboldt-Gletscher, Grönland 36

Magdalenefjord, Spitzbergen 38

Nordvest-Spitsbergen, Spitzbergen 40

Indre-Wijdefjorden, Spitzbergen 42

Alkefjellet, Spitzbergen 44

Alkenvögel 46

Nordaustlandet, Spitzbergen 48

Austfonna, Spitzbergen 50

Sewernaja Semlja, Russland 52

Komsomolez-Insel 54

78°

Forlandet, Spitzbergen 56

Nordre Isfjorden, Spitzbergen 58

77°

Qaanaag (Thule), Grönland 60

Bellsund, Spitzbergen 62

Nordenskiöld-Land, Spitzbergen 66

Sør-Spitsbergen, Spitzbergen 68

Eisbären 72

Edgeøya, Spitzbergen 74

75°

Kap York, Grönland 76

König-Christian-X-Land, Grönland 78

Barentssee, Norwegen/Russland 80

Walrosse 82

Taimyrhalbinsel, Russland 84

74°

Lancaster Sound, Kanada 86

Narwale 88

Bjørnøya, Spitzbergen 90

Nowaja Semlja, Russland 92

Karasee, Russland 96

73°

Aulavik, Kanada 98

Bylot Island, Kanada 100

Baffin Bay, Kanada/Grönland 102

Autonomer Kreis Taimyr der

Dolganen und Nenzen, Russland 104

72°

Beaufort Sea, Alaska/Kanada 106

Belugawale 108

Upernavik, Grönland 110

Lenadelta, Russland 112

12


75° 54’ N, 66° 24’ W – Kap York: Krabbentaucher

tummeln sich in dem grauen Wasser vor Kap York

im Nordwesten von Grönland. Auf einem der Berge

wurde ein Monument für Robert Peary errichtet,

der von sich selbst behauptete, 1909 als erster

Mensch den Nordpol erreicht zu haben.

71°

Amundsen Gulf, Kanada 114

Roald Amundsen 116

Victoria Island, Kanada 118

Bellot Strait, Kanada 120

Nordwestpassage 122

Jan Mayen, Norwegen 124

Honningsvåg, Norwegen 126

Nordkap, Norwegen 128

Wrangelinsel, Russland 130

Moschusochsen 132

70°

Kaktovik, Alaska 134

Inuit 138

Uummannaq, Grönland 140

Finnmark, Norwegen 144

Rentiere 146

69°

Tschuktschensee, Alaska/Russland 148

Bartrobben 150

Arctic, Alaska 152

Baffin Island, Kanada 156

Diskoinsel, Grönland 158

Diskobucht, Grönland 160

Ilulissat-Eisfjord, Grönland 162

Eqip Sermia, Grönland 164

Sermeq Kujalleq, Grönland 166

Europäisches Nordmeer 168

Senja, Norwegen 170

Segla 172

Tromsø, Norwegen 174

Lyngen, Norwegen 176

Finnmarksvidda, Norwegen 178

Kirkenes, Norwegen 180

68°

Brooks Range, Alaska 182

Lofoten, Norwegen 186

Flakstadøya 188

Schwertwale 192

Vesterålen, Norwegen 194

Abisko, Schweden 196

Abiskojåkka 198

Torneträsk, Schweden 200

Urho Kekkonen, Finnland 202

67°

Gates of the Arctic, Alaska 206

Auyuittuq, Kanada 208

Moskenesøya, Lofoten 210

Sarek, Schweden 212

Europäische Elche 214

Kebnekaise, Schweden 216

Pyhä-Luosto, Finnland 218

Halbinsel Kola, Russland 220

Autonomer Kreis der Nenzen,

Russland 222

Tschuktschen-Halbinsel, Russland 224

66°

Saltfjellet-Svartisen, Norwegen 228

Muddus, Schweden 230

13


63°

Südlich des Polarkreises 234

66°

Sermilik-Fjord, Grönland 236

Helheim-Gletscher, Grönland 240

Hornstrandir, Island 242

Polarfüchse 244

Ásbyrgi-Schlucht, Island 246

Riisitunturi, Finnland 248

Paanajärvi, Russland 250

65°

Beringstraße, Russland/Alaska 252

Ukkusiksalik, Kanada 254

Goðafoss, Island 256

Mývatn, Island 258

Syöte, Finnland 260

Solowezki-Inseln, Russland 262

Weißes Meer, Russland 264

64°

Tombstone, Kanada 266

Snæfellsjökull, Island 268

Polarlichter 270

Reykjavík, Island 272

Harpa 274

Wikinger 276

Þingvellir, Island 278

Haukadalur, Island 282

Gullfoss, Island 284

Háifoss, Island 286

Vatnajökull, Island 288

Jökulsárlón 290

Rokua, Finnland 292

Anadyr, Russland 294

63°

Denali, Alaska 298

Koli, Russland 300

Republik Karelien, Finnland/Russland 302

Republik Komi, Russland 306

14


63° 15’ N, 151° 8’ W – Denali-Nationalpark, Alaska:

Fast schon rundlich erscheint der 6190 Meter

hohe Denali, der höchste Berg Nordamerikas. Das

ganze Jahr über hüllt er sich in strahlendes Weiß

und hebt sich so klar von der farbenprächtigen

Tundra um ihn herum ab.

62°

Geirangerfjord, Norwegen 308

Töfsingdalen, Schweden 310

61°

Yukon River Delta, Alaska 312

Anchorage, Alaska 314

Klondike Gold Rush 316

Wrangell-St. Elias, Alaska 318

Nahanni, Kanada 322

Wölfe 324

Great Slave Lake, Kanada 326

Färöer, Dänemark 328

Jostedalsbreen, Norwegen 332

Jotunheimen, Norwegen 334

Rondane, Norwegen 336

Fulufjället, Schweden 338

Lenafelsen, Russland 340

60°

Kluane, Kanada 342

Kaskawalsh Glacier 344

Hudson Bay, Kanada 346

Trolltunga, Norwegen 348

Nærøyfjord, Norwegen 350

Kjosfossen, Norwegen 352

Hardangervidda, Norwegen 354

Ladogasee, Russland 356

Register 358

Bildnachweis, Impressum 360

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Vom Nordpol bis zum Polarkreis

Breitengrade: 90° 0’ 0” bis 66° 33’ 55”

Rund um den Nordpol erstreckt sich die Arktis, ein Gebi et mit extremen Lebensbedingungen. Die

polnahe Hocharktis ist das ganze Jahr über eine Welt aus Eis und Schnee. Weiter im Süden taut

die Oberfläche im Sommer ab, bleibt aber ein ebenso spezieller wie faszinieren der Raum. Nur in

diesen hohen Breitengraden lassen sich die schier endlos scheinende Mitternachtssonne und die

dunklen Tage der Polarnacht erleben.

Bild: Im Westen Grönlands erstreckt sich die bekannte Diskobucht mit ihren gigantischen Eisbergen.


18

90°


90° 0’ N, 0° 0’ E

Nordpol

Egal, in welche Richtung man blickt, am geografischen

Nordpol sieht man immer nur nach Süden.

Doch von einem südländischen Anblick

kann hier nicht die Rede sein.

Zwei bis drei Meter dick ist die Eisschicht, die

den geografischen Nordpol bedeckt. Darunter

liegt nur die schier unermessliche Tiefe des Arktischen

Ozeans. Dank der modernen Techniken

weiß man jedoch: 4087 Meter sind es an dieser

Stelle bis zum Meeresgrund. Die festen Landmassen

von Franz-Josef-Land, Grönland und Spitzbergen

sind bereits einige Kilometer entfernt. Es

ist die absolute Einsamkeit, die hier regiert.

Am nördlichsten Punkt sind die Farben der Natur

klar abgesteckt: Weiß und Blau, in allen Schattierungen,

doch sonst keine weitere Farbe. Einzig der

Mensch bringt mit dem Rot des Eisbrechers einen

warmen Farbton in die Szenerie (links), ebenso

durch das Hinweisschild (oben).

Internationale Gewässer

19


Eroberung des Nordpols

Im Gegensatz zum magnetischen Nordpol bleibt

der geografische Nordpol immer an derselben

Stelle. Dennoch streiten sich die Geister um die

erste Eroberung.

Als erster Mensch der Welt den Nordpol zu erreichen:

Im Zeitalter der Entdeckungen und Extreme

war dies der Lebenstraum so vieler, doch die

meisten der Expeditionen konnten nicht zum ersehnten

Ziel gelangen. Breitengrad um Breitengrad

tastete man sich heran, nicht wenige bezahlten

mit ihrem Leben. Namen wie Amundsen,

Andrée und Nansen sind unvergessen, auch

wenn sie den Pol nicht erreichten.

Bis heute gibt es keine Gewissheit, wer den geografi

schen Nordpol zuerst erreichte. Als Erster erhob

1909 der Amerikaner Robert Edwin Peary Anspruch

auf den Titel, doch sein Landsmann

Frederick Cook behauptete sogleich, bereits ein

Jahr zuvor den nördlichsten Punkt der Erde erreicht

zu haben. Sowohl diese Behauptung als

auch Pearys Aussage wurde immer wieder bezweifelt;

unklare Messungen, ungenaue Aufzeichnungen

und unwahrscheinliche Tagesstrecken

machen es für immer fraglich, ob einer der beiden

den Nordpol je erreichte. Als erster gesicherter Erfolg

gilt die Überfl iegung des Pols mit dem Luftschiff

»Norge« durch Umberto Nobile, Lincoln Ellsworth

und Roald Amundsen im Jahr 1926.

Auch wenn die tatsächlichen Leistungen vieler

arktischer Expeditionen nie sicher geklärt werden

können, ist ein jedes Vorankommen im Land der

Extreme beachtenswert. Historische Fotos zeugen

von den kühnen Expeditionen Amundsens, Pearys

(zwei Bilder), Nansens und Andrées (Bildleiste von

oben). Rechte Seite: In diesem Schiff trat Peary

seine Reise zum Nordpol an.

20


21


22

82°


Im äußersten Norden der kanadischen Provinz

Nunavut, nur 800 Kilometer vom Nordpol entfernt,

liegt ein arktisches Paradies mit schroffen

Bergen, tief eingeschnittenen Fjorden und weiten

Gletschern.

82° 13’ N, 72° 13’ W

Ellesmere Island

Bereits vor 4000 Jahren lebten Inuit auf der Insel.

1616 entdeckte sie der englische Seefahrer

William Baffin für Europa, aber erst 1852 wurde

sie auf Inglefields Expedition nach Francis Egerton,

dem ersten Grafen von Ellesmere (1800 bis

1857), benannt. Die Küste von Ellesmere Island ist

stark gegliedert. Weit ziehen sich die Fjorde und

Meerengen ins Inselinnere hinein. Der größte ist

der von Nordwesten kommende Nansen Sound,

der sich dann in zahlreichen schmaleren Fjorden

ins Landesinnere vortastet. Im Norden ragen die

felsigen Berge des Grant Land empor, fest umschlossen

von einer 900 Meter dicken Eisdecke

aus der letzten Eiszeit. Der Barbeau Peak (2616

Meter) ist der höchste Berg im östlichen Nordamerika.

Nach Süden fällt das Land zum Hazen Plateau

mit dem spektakulären Lake Hazen ab, dem

größten See der kana dischen Polarregion. Das

Klima auf der Insel ist extrem; lediglich am Lake

Hazen gilt der kurze Sommer als einigermaßen

erträglich.

Im klaren Wasser des Lake Hazen (linke Seite

oben) spiegeln sich die schneebedeckten Gipfel

der Insel ebenso schön wie im eisigen Polarmeer.

Den Temperaturen und der Einsamkeit trotzen

Polarhase, Polarwolf und Walross.

Kanada

23


24

81°


Benannt zu Ehren des deutschen Kartografen

und Geografen August Petermann, zeugt der

gewaltige Gletscher im Norden von Grönland

von Schönheit und Vergänglichkeit zugleich.

81° 0’ N, 61° 0’ W

Petermann-Gletscher,

Grönland

In östlicher Nachbarschaft zur Ellesmere Island

erstreckt sich in Nordwestgrönland der Petermann-Gletscher

über rund 1300 Quadratkilometer

Fläche. Wie vielen seiner Artgenossen macht

auch ihm die zunehmende Wärme zu schaffen.

Immer wieder sorgt der Gletscher für erschütternde

Botschaften, wenn es erneut zum Abbruch von

Eisflächen kommt. So stürzte 2010 beispielsweise

ein Eisberg mit einer Fläche von rund 260 Quadratkilometern

– etwas größer als die Insel Malta –

ins Meer.

Eine kleine Besonderheit ist der Petermann-

Gletscher zudem wegen seiner schwimmenden

Gletscherzunge im gleichnamigen Fjord. Etwa

70 Kilometer lang und 15 Kilometer breit hält sich

das Eis auf dem Wasserspiegel ohne stabilisierenden

Boden fest.

Die Anblicke, die sich am Petermann-Gletscher

bieten, wirken oft surreal. Doch angesichts der

faszinierenden Natur darf man nicht vergessen,

wie bedroht sie ist. Besonders gut sieht man das

an den dunklen Kryokonitlöchern: Sie entstehen,

wenn Ablagerungen von Abgasen (beispielsweise

aus Kohlekraftwerken) und Emissionen auf dem

Eis die betreffende Stellen zum Schmelzen bringen

und sich so in die Gletscherdecke fressen (links

oben).

Dänemark

25


26

81°


81° 0’ N, 61° 0’ W

Petermann-Gletscher,

Grönland

Aus der Perspektive aus dem Weltall ist gut zu

erkennen, wie die schwimmende Gletscherzunge

dem Petermann-Fjord in Richtung Meer folgt.

Dänemark

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80°


80° 21’ N, 24° 20’ E

Spitzbergen

Majestätisch erheben sich die Felsen Spitzbergens

aus den dunklen Wogen des Polarmeers. Der

Himmel streckt sich ihnen mit Wolken entgegen.

Obwohl ihre offizielle Bezeichnung Svalbard

(»kühle Küste«) lautet, ist die etwa 1000 Kilometer

vom Nordpol entfernte Inselgruppe im Arktischen

Ozean in aller Welt unter dem Namen ihrer größten

Insel »Spitzbergen« bekannt.

Norwegen

29


30

80°


So nah wie der Archipel mit seinen über 190 Inseln

kommt in Eurasien kein Land dem Nordpol.

Heute zählt das abgelegene Gebiet zu Russland.

80° 40’ N, 54° 51’ E

Franz-Josef-Land

»Es war um die Mittagszeit, da wir über die

Bordwand gelehnt in die flüchtigen Nebel starrten,

als eine vorüberziehende Dunstwand plötzlich

raue Felszüge in Nordwest enthüllte, die sich binnen

weniger Minuten zu dem Anblicke eines strahlenden

Alpenlandes entwickelten!« Mit diesen

freudvollen Worten beschrieb der Polarforscher

Julius Payer 1873 die Sichtung der Landmassen,

die sogleich mit dem Namen seines Monarchen

gekürt wurden. Doch nicht nur die erste optische

Ähnlichkeit mit dem Heimatgebirge war Anlass zu

grenzenloser Freude. Payer und seine Kollegen

der Österreichisch-Ungarischen Nordpolexpedition

hatten zu diesem Zeitpunkt die Hoffnung, je

aus dem Packeis, das ihr Schiff monatelang in eisigen

Händen umklammert hielt und über das

Nordmeer treiben ließ, lebend herauszukommen,

fast aufgegeben.

Obwohl kaum ein Archipel der Welt so nah am

Nordpol liegt wie Franz-Josef-Land, zählen ihn einige

Tierarten zu ihrem Lebensraum. Darunter

über 40 Vogelarten, beispielsweise die seltene

Elfenbeinmöwe.

Dieser Eisbär ist auf Franz-Josef-Land keineswegs

der einzige seiner Art. Was viele nicht wissen:

Streng genommen zählt der Eisbär zu den Meeresund

nicht zu den Landsäugetieren, denn den

Großteil seines Lebens verbringt er auf Packeis.

Russland

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