Reise in den Oman

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Al-Dschabal al-Achdar ist ein 300 Kilometer langer Gebirgszug im nördlichen Oman.


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Ganz in der Nähe der Stadt Bahla liegt das für Sultan Ibn Saif I. als Wohnschloss gebaute Fort Jabreen (1670).


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Die Uferpromenade von Matrah mit dem blauen Minarett der Moschee ist abends besonders stimmungsvoll.


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Inhaltsverzeichnis

OMAN 12

DIE NORDKÜSTE 15

Musandam 16

Küste 18

Bucha 20

al-Chasab 22

Kumzar 23

Khor Najd 24

Suhar 26

Rustaq 27

Nakhal 28

Fort Nakhal 29

Ain al- Thawarah 29

Al-Ardhah 30

Ad-Dimaniyat- Inseln 32

Maskat 34

Corniche 36

Große Sultan- Qabus-Moschee 38

Royal Opera House 40

Amouage- Parfümfabrik 41

Luxushotels 42

Matrah 44

Moschee des Großen Propheten 45

Souq 46

Bimma 48

Wadi Fins 49

Madschlis al-Dschinn 49

Wadi Shab 50

Wadi Tiwi 51

Abenteuer-Touren 52

Wadi Bani Khalid 54

Sur 56

Qalhat 57

Ras al-Hadd 58

Ras al-Dschinz 58

Bani Bu Ali 60

Afladsch: Bewässerungs system 62

IN UND UM DAS HADSCHAR- GEBIRGE 64

Hadschar- Gebirge 66

Ibri 68

Bat, Al-Khutm und Al-Ayn 70

Bahla 72

Fort Bahla 73

Dschabal Schams 74

al-Dschabal al-Achdar 76

Wadi Bani Awf 78

Wadi Bimah (Snake Gorge) 79

Bald Sayt 80

Wadi Ghul 82

Nizwa 84

Tiermarkt 86

Fort Nizwa 88

Souq 90

Oman kulinarisch 92

DER SÜDEN 94

Rima Al Wahiba (Wahiba Sands) 96

Expeditionen in die Wüste 98

Masira 100

Sadah und Mirbat 101

Salala 102

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Inhaltsverzeichnis

Strand lagunen von Salala 104

Ayn Razat 106

Mughsail und Al- Fizayah Beach 106

Wadi Dawkah 108

Rub al-Chali 110

VEREINIGTE ARABISCHE

EMIRATE 112

DAS EMIRAT ABU DHABI 114

Abu-Dhabi-Stadt 116

Scheich-Zayid- Moschee 118

Emirates Palace Hotel 120

Louvre Abu Dhabi 122

Corniche Road 124

Yas Mall 125

Ferrari World 126

Kulturstätten von al-Ain 128

Liwa-Wüste 130

Liwa International Festival 132

Qasr Al Sarab Desert Resort 134

DAS EMIRAT DUBAI 136

Dubai-Stadt

Das historische Dubai 138

Deira Souq 140

Dubai Creek 141

Das futuristische Dubai 142

Sheikh Zayed Road 143

Dubai Metro 143

Burj Khalifa 146

Dubai Fountain 147

Ausgehen 148

Dubai Opera 150

Künstliche Inseln 152

Etihad Museum 153

Hotels 154

Shopping 156

Wassersport und Strände 158

Dubai Desert Conservation Reserve 160

Abenteuer Wüste 162

Hatta 164

DIE FÜNF KLEINEREN

EMIRATE 166

Schardscha 168

Adschman 170

Umm al-Quwain 171

Ras al-Khaimah 172

Fudschaira 174

ÜBERSICHTSKARTEN & STADTPLÄNE 176

Register 190

Bildnachweis/Impressum 192

9


ZU DIESEM

BUCH

Weite Wüsten, grüne Oasen, traumhafte

Strände und eine faszinierende Kultur –

diese attraktive Kombination hat sowohl den

Oman als auch die Vereinigten Arabischen

Emirate in letzter Zeit zu begehrten Reisezielen

gemacht.

Durch den Oman ziehen sich staubige Wüsten

und faszinierende Gebirgs ketten, dazwischen

liegen grüne Oasen und Wadis mit meter hohen

Felswänden und tiefen Can yons – ein Dorado für

Outdoorsportler und Abenteuerlustige. Die Kultur

des Landes wird erlebbar in traditionsreichen

Dörfern und auf den kunterbunten Märkten der

Städte. Von den vor Luxus und Überfluss protzenden

Metropolen der Emirate geht dagegen

eine ganz andere Anziehungskraft aus: Die

Mega citys Dubai und Abu Dhabi liefern sich

einen Wettstreit um die höchsten Wolkenkratzer

und die ausgefallensten Bauwerke der Welt. In

die kleineren Emirate wie Schardscha oder Fudschaira

locken hoch karätige Museen und die

besten Tauchgebiete der Emirate.

Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise,

die ihm die ganze Vielfalt des Omans und der

Vereinigten Arabischen Emirate vor Augen führt:

in den Himmel strebende Hochhausriesen, von

Lehmbauten geprägte Gebirgsdörfer, Moscheen,

Luxushotels, Alltägliches und Besonderes, Bekanntes

und Unbekanntes.

Gemächlich trotten die Kamele in der

Wüste dahin. Szenen wie diese können

Besucher des Oman und der Vereinigten

Arabischen Emirate erleben, wenn sie sich

auf eine Wüstensafari begeben.

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Oman

OMAN

Der Oman ist das am weitesten im Osten gelegene

Land Arabiens. Die lange Küstenlinie

reicht vom Persischen Golf über den Golf

von Oman bis zum Arabischen Meer, einem Teil

des Indischen Ozeans. Somit liegt der Oman

nahe an den historischen Handelspartnern Iran,

Indien und Ostasien. Aus sumerischen Quellen

lässt sich schließen, dass der Oman seit 5000

Jahren besiedelt ist. Seit jeher leben die Menschen

dort von der Seefahrt. Stammte in früheren

Zeiten der Reichtum vorwiegend aus dem

Handel, geht er heute vom Öl aus. Eine kluge

Wirtschaftspolitik von Sultan Qabus, dem seit

1970 regierenden Monarchen, investiert diese

Überschüsse in Infra struktur, Bildung, Gesundheit

und Kultur, was dem Oman unter allen Ländern

der Vereinten Nationen den größten Zuwachs

an Wohlfahrt beschert hat. Dennoch hat

der Oman bei Weitem nicht die Vorkommen an

fossilen Energieträgern wie die reichen Golfstaaten,

sodass man das Sultanat als ein moderat

entwickeltes Land bezeichnen kann.

Durch die Seefahrt vermischten sich die an der

Küste lebenden Araber schon früh mit den Nachbarvölkern

aus Persien, Belutschistan und Indien.

Auch heute lebt eine große Zahl an Gastarbei

tern aus diesen und anderen Ländern im

Oman. Im Landesinneren finden sich die typisch

arabischen Hirten- und Beduinenstämme, die

allerdings heute alle sesshaft geworden sind.

Das Gebiet um Buraimi stand lange Zeit unter

dem Einfluss Saudi-Arabiens, da beide eine Kultur

und Religion, der Islam sunnitischer Ausrichtung,

verbindet. Mit den ebenfalls sunnitischen

Emiraten verbindet der Oman nicht nur eine jahr-

Qabus ibn Said ist bereits seit 1970 der

Sultan des Oman.

12


Oman

tausendealte gemeinsame Kultur, was an der

Lebens art, der Kleidung und dem Essen deutlich

wird; auch politisch standen beide Staaten lange

Zeit unter der gleichen Herrschaft, was sich

einprägsam in dem Namen »Vertragsoman« für

die vor der Unabhängigkeit von Großbritannien

regier ten Emirate niederschlägt.

Die meisten Omanis gehören einer kleinen, aber

sehr alten und speziellen Richtung des Islam an:

Sie sind Ibaditen. Man kann sie weder der arabischen

Sunna noch der persischen Schia zuordnen.

Omanis sind stolz auf ihre Kultur, zu der

auch die sprichwörtliche arabische Gastfreundschaft

zählt. Im Ritual des gemeinsamen Kaffeeund

Teetrinkens sehen sie eine innere Pflicht,

welche nach außen hin definiert, wer sie im Inneren

sind. Die arabischen Gastregeln sind komplex.

Aber von Fremden wird nicht erwartet, dass

sie diese beherrschen. Die Menschen hier sind

sehr gelassen, und es macht keinen Unterschied,

ob man eine Einladung annimmt oder

ausschlägt, ob man mit der rechten oder linken

Hand trinkt, oder ob man sich wie die Araber verneigt.

Nur freundlich sollte man stets sein und

genügend Zeit mitbringen, denn in der Hitze Arabiens

dauert alles etwas länger.

Großes Bild: Blick auf die Oasenstadt Bahla

mit dem Hadschar-Gebirge im Hintergrund;

kleines Bild: Reste der über 4000 Jahre

alten Bienenkorbgräber in Bat. Diese gehören

bereits seit 1988 zum UNESCO-Weltkultur

erbe.

13


OMAN: DIE

NORDKÜSTE

Die nördliche Küste des Oman erstreckt sich

von Musandam – mit Unterbrechung durch

das Emirat Fudschaira – über die Batina- Ebene

und die Hauptstadt Maskat bis zum Ras al-Hadd,

dem Ende des Golfs von Oman. Die überwiegende

Zahl der Einwohner lebt entlang der Küste,

davon allein die Hälfte in und um Maskat herum.

Das gesamte Küstengebiet ist Wüste bis Halbwüste,

es wird jedoch klimatisch und landschaftlich

vom nahen Hadschar-Gebirge geprägt,

welches den unregelmäßigen Niederschlag von

den Bergen über die Wadis bis an die Küste

bringt. Dieser Gegensatz trägt zur wirtschaftlichen

und kulturellen Vielfalt des Oman bei.

Entlang der 500 Kilometer langen Küste reihen

sich einige der ältesten Städte und Häfen des

Landes. Mit dem einsetzenden Wohlstand begann

man in den letzten Jahrzehnten auch mit

der künstlichen Begrünung von Städten und

Landstraßen; mit hohem Energieaufwand wird

dazu Wasser aus den Meerentsalzungsanlagen

gefördert.

In der Abenddämmerung ist die Große

Sultan-Qabus-Moschee in der Hauptstadt

Maskat ein imposanter Anblick.

15


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

Musandam ist eine Exklave, die durch die

Vereinigten Arabischen Emirate vom omanischen

Hauptgebiet getrennt ist. Für Reisende

bedeutet das: Wer nicht fliegt oder eine Fähre

von Maskat aus nimmt, muss bei der Hin- und

Rückreise zwei internationale Grenzen passieren,

wofür jedes Mal neue Visa erforderlich sind.

Der Tourismus wird zwar gerade entwickelt, doch

der urwüchsige und wilde Charakter der Halbinsel

ist weitgehend erhalten. Die Infrastruktur ist

noch schwach; außer der Hauptstraße nach

al-Chasab gibt es kaum geteerte Straßen in Musandam.

Die Halbinsel ragt tief in die strategisch

wichtige Straße von Hormuz hinein. Die Wirtschaft

ist von der Fischerei geprägt, daneben

gibt es Viehzucht und Obstanbau. Oft scheint es,

die Zeit sei hier stehen geblieben, wären da nicht

Mobiltelefone und Geländewagen.

Musandam ist sehr felsig, weswegen es

auch das Norwegen Arabiens genannt wird.

Viele Bewohner leben bis heute von der

Fischerei (großes Bild).

16


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

KÜSTE

Der einzige Landzugang nach Musandam

führt von Ra’s al-Chaima in den Emiraten

um die Westküste herum bis zur Nordspitze der

Halbinsel. Die neu asphaltierte Hauptstraße windet

sich elegant um grüne Buchten und steile,

fast vertikale Felsmassive bis nach al-Chasab.

Die meisten Siedlungen Musandams lassen sich

über diese Straße erreichen. Einige sind allerdings

nur mit dem Boot oder über schwierige

Offroad-Strecken durch das Gebirge zu erreichen.

Die meisten Strände entlang der Küstenstraße

haben herrlichen weißen Sand und klares

Wasser. Die Gezeiten sind gering. Bei Windstille

lädt der Persische Golf zum Baden und Schnorcheln

ein. Nur die nahe Küstenstraße kann das

Badevergnügen zuweilen beeinträchtigen. In der

Straße von Hormuz ist die See häufig unruhig,

wechselhaft und stürmisch. Die besten Plätze

zum Tauchen und zur Delfin- und Walbeobachtung

kennen einheimische Führer.

Kleines Bild: bei al-Chasab; großes Bild:

Bootstour entlang des Khor Ash Sham

18


BOOTSTOUREN UND

WHALE WATCHING

Die Fjorde Musandams sind im besonders

geeignet für spannende Erlebnistouren mit

dem Boot. Das Angebot reicht hier von

einem mehrstündigen Ausflug mit einem

Fischerboot bis zur Mehrtagestour auf

einer traditionellen arabischen Dau mit

Übernachtung und Vollverpflegung an

Bord. Zu sehen gibt es einiges: bizarre

Fjordlandschaften mit schroffen, senkrechten

Felsen sowie Grotten und Unterwasserhöhlen,

die man je nach Größe mit dem

Schnorchel oder einer Tauchausrüstung

erkunden kann. Für Taucher gibt es

darüber hinaus spezielle Ziele wie Wracks

oder Riffe. Von al-Chasab aus bietet sich

ein Ausflug zum Khor Shamm mit der

Tele grafeninsel an sowie nach Kumzar,

der nördlichsten, nur per Schiff erreichbaren

Stadt Arabiens. Auf diesen Touren

sieht man bereits regelmäßig Delfine. Wer

mehr will, bucht eine Whale Watching-Tour.

Tausende von Walen ziehen auf ihren

jährlichen Wanderrouten durch die Straße

von Hormuz.

19


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

BUCHA

Bucha (Bukha) ist ein altes Dorf, etwa 30 Kilometer

vor al-Chasab an einer malerischen

Bucht gelegen. Trotz der weniger als 1500 Einwohner

zählt Bucha zu den größten Siedlungen

in Musandam. Der Hafen wird seit jeher von arabischen

Seefahrern genutzt. Im 17. Jahrhundert

wurde zu seinem Schutz ein Fort errichtet. Es

liegt direkt an der Küstenstraße und ist nicht zu

übersehen. Fort Bukha wurde in den 1990er-

Jahren renoviert und ist vermutlich das schönste

historische Bauwerk Musandams. Vom 500 Meter

entfernten Qalaa Fort, einer Ruine mit einem

mehr oder weniger gut erhaltenen Turm, hat man

einen guten Blick auf die Bucht inklusive Fort

Bukha. Hinter der Stadt ragt eine 700 Meter

hohe Felswand steil empor. Von der Anhöhe bietet

sich eine imposante Aussicht. Allerdings ist

der Aussichtspunkt nur auf großen Umwegen mit

einem Geländefahrzeug zu erreichen, gefolgt

von einer einstündigen Wanderung.

Die Attraktion des kleinen Ortes ist das alte

Fort (beide Abbildungen).

21


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

AL-CHASAB

Die Stadt al-Chasab (Khasab) ist Musandams

Hauptsiedlung und Hafen. Der Großteil der

Einwohner Musandams lebt hier. Im Hafen liegen

viele hölzerne Daus. Auch große Kreuzfahrtschiffe

laufen regelmäßig ein. Die Stadt ist zwar, an

ihrer Einwohnerzahl gemessen, klein, aber sehr

weitläufig, dann bei al-Chasab weichen die steilen,

alles beengenden Berge einem breiten und

ebenen Tal. Im Osten am Ende des Tals liegt der

Akazienwald von Sall Ala – ein lohnenswerter Abstecher.

Am südwestlichen Ausläufer des Hafenkanals

schließt sich eine größere Dattelplantage

an. Neben dieser befindet sich die Burg von

al-Chasab. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den

Portugiesen als Erweiterung eines bestehenden

Wachturms gebaut und von ihnen bis zur Eroberung

durch osmanische Landstreitkräfte im Jahr

1644 gehalten. In der Burg gibt es eine Ausstellung

über die islamische Zivilisation, den Seehandel

und die portugiesische Besatzung.

Oben: Blick auf den Hafen mit Fischerbooten;

Bilder rechts: die Burg

22


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

KUMZAR

Kumzar ist die nördlichste Stadt Arabiens

und der einzige Ort auf der arabischen

Halbinsel, auf der Kumzari gesprochen wird.

Dies ist ein iranischer Dialekt mit einer Vielzahl

von Einflüssen aus dem Englischen, dem Belutschischen

und Urdu. Die Sprachmischung ist für

die Seefahrt – die Lebensgrundlage Kumzars –

nicht unüblich. Der Ort ist nur per Schiff von al-

Chasab aus zu erreichen. Aufgrund der politischen

Spannungen mit dem auf der ge genüber

liegenden Seite der Straße von Hormuz liegenden

Iran und wegen der starken Strömungen

im Meer ist ein Besuch von Kumzar nicht immer

möglich. Die Boote legen oft nur kurz an, sodass

zur Besichtigung der Stadt wenig Zeit bleibt. Ein

längerer Aufenthalt ist außerdem seitens der

Bevölkerung nicht erwünscht, die aufgrund ihrer

persischen Abstammung einen schweren Stand

bei der omanischen Regierung hat.

Ganz im Norden des Landes liegt das

Örtchen Kumzar und schmiegt sich an die

meterhohen Felsen vor der Küste.

23


Oman: die Nordküste

MUSANDAM

KHOR NAJD

Najd bezeichnet einen von al- Cha sab aus nur

über die Straße von Hormuz (100 Kilometer

Seeweg) zu erreichenden Fjord auf der Ostseite

Musandams. Dort gibt es zwei wunderschöne

Buchten mit Anlegeplätzen für Fischer boote, die

in Reiseführern leider oft verwechselt und beide

unter dem Namen Khor Najd geführt werden. Auf

Karten wird der südliche Anlegeplatz manchmal

auch als Khor Najd eingezeichnet. Er ist über

eine Straße von al-Chasab aus gut erreichbar.

Die Straße windet sich über einen Pass, von dem

aus man einen traumhaften Blick auf die Bucht

hat. Das »zweite« Khor Najd ist eine grüne Lagune

am westlichen Ende des Fjords. Sie ist nur

per Schiff erreichbar. Mehrtägige Ausflugstouren

stehen manchmal auf dem Programm. Ein heller

Sandstrand lädt dort zum Baden und Entspannen

ein. 400 Meter südlich davon schließt sich

das Fischerdorf al-Hablayn an. Hier ist es sehr

ursprünglich und wenig touristisch.

Zu den schönsten Buchten der Halbinsel

gehört die des fjordähnlichen Khor Najd.

25


Oman: die Nordküste

SUHAR

Suhar ist zwar eine wenig touristische Industrie-

und Handelsstadt (insbesondere wird

hier die wirtschaftlich wichtige omanische Kupferproduktion

umgeschlagen), hat jedoch große

historische Bedeutung. Suhar war einst der größte

und wichtigste Hafen Omans. Es ist auch der

Geburtsort des legendären Sindbad: Von hier

aus stach er in See und begab sich auf Abenteuer.

Das große Fort zeugt noch von der einstigen

Größe der Stadt. Das mit Kalk geweißte Sohar

Fort leuchtet bei richtigem Sonnenstand schon

von Weitem. Hier ist auf drei Stockwerken ein

Museum zur Archäologie, Geologie und Anthropologie

von Sohar eingerichtet. Vom Aussichtsturm

aus hat man einen 360-Grad-Blick über die

Stadt, den Hafen und die umliegenden Plantagen

sowie das südlich gelegene Hadschar-Gebirge.

Wie in jeder omanischen Hafenstadt gibt

es auch hier einen großen Fischmarkt, der sich

gleich neben der Strandpromenade befindet.

Sultan Qabus ist auch in Suhar eine

Moschee gewidmet (beide Bilder).

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Oman: die Nordküste

RUSTAQ

Rustaq ist eine historische Stadt nahe der

Nordküste am Fuß des Hadschar-Gebirges.

Für viele Jahrhunderte war sie unter persischer

Herrschaft, zwischen 1624 und 1784 war sie die

Hauptstadt des Oman. Abgesehen von der obligatorischen

Festung beherbergt Rustaq die heißen

Quellen von al-Kasfah, wo mineralreiches

unter irdisches Süßwasser mit einer Temperatur

von 45 °C an die Oberfläche tritt. Die Quellen

sind ein Wallfahrtsort. In Rustaq fließt das Wasser

des Wadi Bani Awf ins Wadi Sahtan, bis es

schließlich in den Golf von Oman mündet. Obwohl

hier nur selten Wasser fließt, kann man an

der Breite und Tiefe des Flussbetts ermessen,

welch riesige Fluten hier brausen, falls es denn

einmal stark regnet in den Bergen. Rustaq ist ein

guter Ausgangspunkt, um das westliche Hadschar-Gebirge

zu erkunden. Das Gebirge trennt

Rustaq vom geografisch nahe gelegenen Nizwa.

In der Stadt Rustaq sollte man die Burg

besichtigen (oben). Sie stammt aus dem

17. Jahrhundert.

27


Oman: die Nordküste

NAKHAL

Nakhal (oder Nakhl) ist eine alte Stadt am

Fuß des Hadschar-Gebirges, nur 30 Kilometer

vor der Küste entfernt. Bekannt ist sie vor

allem für ihr großes und schönes Fort, die heißen

Quellen von Ain al-Thawarah und die ausgedehnten

Dattelplantagen. Der Name Nakhal leitet sich

vom arabischen Wort für die Dattelpalme (Singular

»Nakhla«, Plural »Nakhil«) ab. Von der Burg

von Nakhal aus hat man eine gute Aussicht auf

die umliegenden Palmenplantagen und das sich

vor der Stadt entfaltende Hadschar-Gebirge. Wer

das Abenteuer liebt, kann sich auf den mühsamen,

mehrstündigen Wanderweg zum Nakhal-

Berg (Jebel Nakhal) begeben. Die Anstrengung

wird durch einen fantastischen Ausblick auf das

Fort, die Stadt, die Plantagen, die Wadis und die

Berge belohnt.

Hinter dem Stadtpanorama erhebt sich

das Hadschar-Gebirge (kleines Bild). Die

Hauptattraktion von Nakhal ist zweifelsohne

die Burg (großes Bild), die u. a. ein

Museum beinhaltet.

28


Oman: die Nordküste

NAKHAL

FORT NAKHAL

NAKHAL

AIN AL-

THAWARAH

Etwas außerhalb der Stadt thront majestätisch

das Fort Nakhal – der Traum einer orientalischen

Lehmziegel-Bastion. Die Architektur ist

großzügiger als bei vielen anderen Festungen:

die Treppen, die Türme, die Zinnen und das

Madschlis (Versammlungsraum) auf der Spitze.

Durch seine Größe sollte das Fort auch die

Macht des Emirs repräsentieren. Das Fort ist auf

und um einen steilen Felsen herum gebaut. Die

erste Festung wurde vor mehr als 1500 Jahren

errichtet. Im Laufe der Zeit gab es viele Umbauten

und Renovierungen, bis der Bau im 17. Jahrhundert

seine heutige Form erhielt. Die letzte Renovierung

fand 1990 statt. Zeitgleich wurde auch

ein Museum im Innenbereich errichtet und das

Fort zu einer Touristenattraktion ausgebaut. Wie

in Arabien üblich, sind die Räume frei zugänglich.

Kinder klettern hier auf die Zinnen und Türme,

spielen mit den Kanonen und fühlen sich

überhaupt wie zu Hause.

Schön kontrastiert die Lehmfarbe der Burg

mit dem dunklen Gestein des Gebirges.

Die heißen Quellen Ain al-Thawarah (auf

Schildern und in Reiseführern findet sich

häufig die Bezeichnung Athawara), ganz in der

Nähe des Nakhal Fort zwischen Palmen und

Akazien gelegen, sind ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Weg entlang des Baches ist oft gesäumt von

Picknickdecken, auf denen sich Pärchen, Familien

und ganze Schulklassen niederlassen. Dann

herrscht regelrechte Jahrmarktsatmosphäre vor

mit Musik und Tanz – trotz der Hinweisschilder,

die ein solches Benehmen verbieten. »Thawarah«

bedeutet auf Arabisch soviel wie »kochend«.

Bei 45 °C muss sich aber niemand vor eventuellen

Verbrühungen fürchten. Direkt an der Quelle

gibt es mehrere Becken mit heißem Wasser.

Während die Frauen nur ihre Beine ins Wasser

baumeln lassen, setzen sich die Männer ganz

hinein und die Kinder planschen und springen

wild umher. Nur früh morgens kann man hier ein

königliches Bade vergnügen allein genießen.

Die heißen Quellen werden von Einheimischen

wie Touristen gern besucht.

29


Oman: die Nordküste

AL-ARDHAH

Al-Ardhah, ein traditionelles Pferde- und

Kamel rennen, wird in vielen Regionen des

Oman ausgetragen. Am »Tag des Festes« (so die

Übersetzung) versammeln sich Hunderte von

Menschen, um Pferde- und Kamel-Shows zu

sehen, bei denen die Reiter ihr über Jahrhunderte

hinweg erworbenes Geschick im Umgang mit

den Tieren zur Schau stellen. Oft wird die Show

von traditionellen Künsten, z. B. dem Vortragen

von Gedichten, begleitet. Zum Fest gehört auch

eine Tierschau, bei der die Tiere in schöne Gewänder

und Rüstungen gekleidet präsentiert

werden. Al-Ardhah ist ein fester Bestandteil der

Kultur der Omanis und wurde 2018 auf die Liste

des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO

gesetzt. Es nehmen sowohl Männer als auch

Frauen und Kinder an den Festlichkeiten teil; sie

spielen etwa in Musikgruppen oder zeigen traditionelles

(Kunst-)Handwerk.

Pferderennen, Kamelschau und gespannte

Zuschauer: Seit 2018 steht Al-Ardhah auf

der Liste des UNESCO-Welterbes.

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