Erfolg Magazin Ausgabe 6-2019

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was Neues haben, was sie mit dir verbinden

können? Lass uns einfach die Songs rausbringen,

die ich die letzten zweieinhalb Jahre

geschrieben habe.

Damit hast du schon die Frage beantwortet,

wie so ein Album wie „DNA“ bei

dir entsteht. Da steht also nicht das Projektziel

am Anfang, sondern tatsächlich

eine Inspiration, einfach drauf los?

Ja, es musste ganz viel raus. Der erste Song,

den ich geschrieben habe, „Solotripp“, ist

jetzt der letzte Song auf meiner Platte, der

hat so einen Knoten aufgemacht. Da fiel

dann ganz viel aus mir raus. Es war auch

dieses Gefühl sich hinzusetzen und es

einfach für sich zu tun, ohne zu sagen, ich

mach‘s jetzt für ne Platte. Das war sehr gut.

Ich hab zu der Zeit Theater gespielt, weil ich

auch als Schauspielerin alles runter und zurück

auf die Wurzeln gefahren habe. Ganz

echt mit den Leuten. Ich bin dann also

nach Hause gekommen und habe, glaube

ich, mit diesen Songs auch bei Jörg wieder

diesen Funken erweckt. Er hat mich bei der

Platte wahnsinnig unterstützt, so toll Gitarre

gespielt, so wahnsinnig schöne, kreative

Ideen eingebracht, so eine tolle Produktion

gemacht. Wirklich, ohne ihn wäre das nicht

so eine geile Platte geworden.

Zeit nehmen für die

Dinge, für sich selber

und für das Wesentliche.

Dann wird man immer

echt sein, weil man dann

auch die Kraft hat, nicht

aufzugeben.

Was war bisher das Wichtigste, was du

aus deinem Leben und deiner Karriere

gelernt hast?

Sich aufs Wesentliche konzentrieren und

immer zu überlegen, was ist der Kern

des Ganzen. Worauf kommt es an? Was

ist wirklich wichtig? Es passieren so viele

Sachen, die den puristischen Kern überdecken

können und es ist ganz entscheidend,

immer da ran zu kommen. Und sich auch

Ruhe und Zeit dafür zu nehmen. Ich mache

nie wieder den Fehler, dass ich so over the

Top gehe. Zeit nehmen für die Dinge, für

sich selber und für das Wesentliche. Dann

wird man immer echt sein, weil man dann

auch die Kraft hat, nicht aufzugeben. Liederschreiben

tut auch mal weh, weil man

damit verarbeitet. Bevor es den Song „Deine

Geschichten“ gab, gab es noch einen

anderen, den ich zu dem Thema meines

Vaters geschrieben habe. Der ist so traurig,

dass ich den nie veröffentlichen werde,

aber er hat mich zu „Deine Geschichten“

gebracht. Der tut mir so weh, dass ich ihn

nicht mehr hören kann. Er heißt „Mein

Schmerz trägt deinen Namen“, ist wirklich

wahnsinnig traurig und ich habe mir dann

irgendwann überlegt, was will ich eigentlich

sagen? Ich will eigentlich Hoffnung

verbreiten. Und so ist mit „Deine Geschichten“

einer der wichtigsten Songs in

meinem Leben entstanden. Das ist wichtig:

Man kommt nur auf die Dinge, wenn

man sich aufs Wesentliche konzentriert.

ERFOLG magazin . Ausgabe 06/2019 . www.erfolg-magazin.de

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