Stahlreport 2019.11

markushuneke

Leseprobe der Ausgabe 11.2019

74. Jahrgang | November 2019

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

11|19

Gut für den Handel – Bauwirtschaft stützt Konjunktur


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Gut für den Handel –

Bauwirtschaft stützt Konjunktur

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bauwirtschaft ist derzeit eine der wenigen

Branchen, die noch positive Zahlen meldet. Das

freut den Handel wie die Ausrüster der Baubranche.

In anderen Branchen ist die Lage derzeit

jedoch schwieriger. Da man aber auch aus schwierigen

Situationen am besten das Beste macht,

kommt die Blechexpo, die vom 5. bis 8. November

in Stuttgart stattfindet, sozusagen gerade recht.

Denn Messen sind für Unternehmen ein positiver Anlaufpunkt, da

sie die Plattformen sind, auf denen eigene Produktneuheiten und

Innovationen der Marktöffentlichkeit gezeigt werden können. Als

Ziel, auf das ausstellende Unternehmen lange vorher hinarbeiten,

haben sie auch intern positiven Einfluss.

Auf der 14. Internationalen Fachmesse für Blechbearbeitung, die

gemeinsam mit der Schweisstec, Internationale Fachmesse für Fügetechnologie,

als Messedoppel veranstaltet wird, präsentiert sich die

gesamte Branche der blechverarbeitenden Industrie (siehe "Schwerpunkt

Blechexpo" ab S. 24). Auch für den Stahlhandel ist die Blechexpo

ein fest im Kalender verankerter Termin. Allein auf dem BDS-

Gemeinschaftsstand auf der Blechexpo (Halle 10, Stand 10214)

präsentieren fünf Unternehmen der Stahldistribution ihr Leistungsspektrum

(siehe S. 34).

Aber auch abseits der Blechexpo tut sich im November einiges.

Neben der derzeit schwierigen konjunkturellen Situation sind Digitalisierung

und die Aus- und Weiterbildung branchenübergreifend

weiterhin die wichtigsten Themen für die gesamte Industrie. Was

man als einzelnes Unternehmen etwa für das Image des Stahl- und

Metallbauers tun kann, zeigt zum Beispiel die ISM H. Schulz GmbH

(S. 10). Und dass Algorithmen auch für den Vertrieb im Stahlhandel

eine immer größere Rolle spielen, ist an der neuen Version eines

in der Branche gängigen ERP-Systems abzulesen (S. 12).

Diese und viele weitere Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe

des Stahlreport - mit der ich mich freue, die Chefredaktion für das

Magazin von Dr. Ludger Wolfgart zu übernehmen. Danke für die

jahrzehntelange gute Arbeit!

Viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Lesen wünscht Ihnen

Markus Huneke

Chefredakteur Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Neue Maßstäbe bei der Verlegung von Flächenbewehrung

STAHLVERARBEITUNG

10 Nachwuchsförderung im Stahlbau – für ein besseres Image

des Metallbauers

ANARBEITUNG & LOGISTIK

12 Nissen & Velten – KI steigert Vertriebschancen

14 mbk Maschinenbau – Bewehrungsstahlmatten vollautomatisch

schweißen

16 SIC Marking – Ritzmarkiersystem markiert noch effizienter

17 Goudsmit – Vertikaler Zugriff auf Bleche

18 Bomar – Modulares Sägen-Konzept optimiert Abläufe

MESSEN UND MÄRKTE

20 Artikelserie „Bauwerksprüfung im Hochbau“ – Teil 3:

Die an Klimafolgen angepasste Bestandsentwicklung

Schwerpunkt Blechexpo

24 Kasto – Automatisierung in der Säge- und Lagertechnik

26 MEBA – Flaggschiff der Doppelgehrungstechnik

28 ArcelorMittal – neue Produkte für nachhaltiges Bauen

30 Burghardt + Schmidt – Multi-Blanking-Anlage kombiniert

Längs- und Querteilen

31 EMW Stahl Service – erweitertes Portfolio & digitale Services

32 Tata Steel Europe – Let’s talk about the future

33 Aero-Lift – Heben in allen Klassen

34 BDS-Gemeinschaftsstand – der Stahlhandel auf der Blechexpo

35 Termine

BDS

36 Research: Die Nachfrage lässt nach

38 Berufsbildung: Warum Bildungskooperationen sinnvoll sind

40 Recht: Änderungen der EU-Entsenderichtlinie

WISSENSWERTES

42 Open Source – Software für jedermann

43 Fellbacher Schleiftagung – Verfahren und ihre Ergebnisse

VERBÄNDE & POLITIK

44 Bitkom: Aktuelle Zahlen der Digitalbranche

45 BME-Symposium / Deutscher Handelskongress in Berlin

LIFESTEEL

46 Edelstahl Rostfrei – Schutz vor Keimen

48 Stahl stützt Steine – Pavillon im Hyde Park

49 Eisenguss am Friedrichstadt-Palast – Stützen der Kunst

50 Wasser für jedermann – Berliner Gusseisen-Trinkbrunnen

Impressum

Stahlreport 11|19

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: StaplerCup/Klaus Voit

Melanie Holl und

Erwin Brunner

haben sich die Einzeltitel geholt: Melanie Holl ist

neue Deutsche Meisterin der Staplerfahrerinnen,

und Erwin Brummer errang den 1. Platz im

Staplerfahren. Bei der 15. Deutschen Meisterschaft

im Staplerfahren (w/m) und der 5. Deutschen

Meisterschaft der Staplerfahrerinnen in

Aschaffenburg waren sich 62 Teilnehmer und

eine Teilnehmerin der Deutschen Meisterschaft

im Staplerfahren sowie zwölf Finalistinnen bei

der Deutschen Meisterschaft der Staplerfahrerinnen

gegenübergetreten. Außerdem hat die

Firma SMP die beste Staplerfahrermannschaft

des Landes – beim 12. Finale der Firmen-Team-

Meisterschaft beim StaplerCup in Aschaffenburg

verteidigten die Profis aus Neustadt a.d.

Donau ihren Titel u.a. gegen das Team Volkswagen

aus Wolfsburg: Johann Gruber, Benjamin

Danker, Eugen Karsten und Igor Schurr feierten

den dritten Sieg in vier Jahren. Das hat die Linde

Material Handling GmbH mitgeteilt.

Vincent Koel

ist bei Kässbohrer zum Regionalmanager Norddeutschland

berufen worden. Das hat die Kässbohrer

Sales GmbH in Achstetten mitgeteilt. Vor

dem Hintergrund einer fast 20-jährigen Karriere

in der Industrie verfügt der neue Regionalmana-

ger auf der Basis seiner bisherigen Funktionen

über umfangreiche Erfahrungen als Produktund

Marketingmanager. In den vergangenen

fünf Jahren war Koel als Vertriebsleiter der

Region Europa für fahrwerksbezogene Systeme

und Komponenten für Anhänger, Auflieger, Lkw

und Busse tätig. Als Karl Kässbohrer 1893 seine

Wagenfabrik in Ulm gründete, definierte er die

Möglichkeiten der

Anhängertechnik neu

– so die Unternehmensphilosophie.

Dank einer 125-jährigen

Treue zu diesem

Firmenethos sind

Kässbohrer-Produkte

heute in mehr als 55

Ländern im Einsatz.

Bill Talayman

hat im Zuge eines Management-Buy-Outs zum

1.10.19 sämtliche Aktivitäten und die überwiegende

Anzahl der in diesem Bereich beschäftigten

Mitarbeitenden der Knauf Interfer am Standort

Bremen in die neu gegründete Bremer Stahl

Service GmbH übernommen. Mit der Veräußerung

an den früheren Geschäftsführer verfolge

Knauf Interfer konsequent die Strategie, sich auf

Märkte und Innovationen in den Bereichen Industrie

und Automotive zu fokussieren, erläuterte

Matthias Kessel-Knauf, Vorsitzender des Vorstands

der Knauf Interfer SE. Bill Talayman verfügt

über 37 Jahre Erfahrung in der Stahlbranche.

Mit der Übernahme von 70 Mitarbeitenden setzen

er und sein neues Management auf Kontinuität

in der Belegschaft. Zur Weiterentwicklung der

Bremer Stahl Service GmbH sollen die Stärken

im klassischen Stahlhandel ausgebaut werden

und Investitionen in neue Technologien fließen.

Martina Merz

ist bei beim Stahl- und Industriekonzern thyssenkrupp von der Funktion einer Aufsichtsratschefin

zum 1.10.19 in das Amt der Vorstandsvorsitzenden gewechselt – als vorübergehende Nachfolgerin

von Guido Kerkhoff. Dies hatte u.a. (s.u.) zur Folge, dass Lufthansachef Carsten Spohr sein

Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats der Thyssenkrupp AG mit sofortiger Wirkung niedergelegt

hat – um das Entstehen einer Überkreuzverflechtung zu verhindern. Merz ist seit 2016 auch

Mitglied des Aufsichtsrats der Lufthansa. Merz-Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrates von

Thyssenkrupp wurde der ehemalige Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm.

Foto: Kässbohrer

Foto: Richard Köstner AG

Karl Vogel

hatte am vorletzten Septemberwochenende die

angenehme Aufgabe, bei spätsommerlichem

Wetter vier in Neustadt an der Aisch beheimatete

Vereine mit einem Scheck in Höhe von je

750 € auszustatten. Er ist Geschäftsbereichsleiter

der dortigen Richard Köstner AG, die zu

ihrem traditionellen Herbstfest eingeladen

hatte. Dazu gehörte auch wieder ein Gewinnspiel,

bei dem sich die Vereine profilieren konnten.

Mit Karl Vogel (l.) freuten sich anschließend

Vertreterinnen bzw. Vertreter der Stadtkapelle

Frankenland, des Obst- und Gartenbauvereins,

der Lebenshilfe sowie der Feuerwehr.

Ivan Iovkov

hat jetzt in Hamburg die Otto-Kienzle-Gedenkmünze

der Wissenschaftlichen Gesellschaft für

Produktionstechnik entgegengenommen. Im

Rahmen des Jahreskongresses überreichte

WGP-Präsidiumsmitglied Prof. Peter Nyhuis (l.)

dem 34-jährigen Wissenschaftler von der TU

Dortmund die Auszeichnung: „Mit seinem wissenschaftlichen

Scharfsinn und seinem interdisziplinären

Denken hat Dr. Iovkov nicht nur in

seiner Dissertation neue Wege für die zerspanende

Produktion aufgezeigt. Er hat schon während

seines Studiums innovative Methoden für

eine effizientere Produktion entwickelt, die

bereits international Gehör und Eingang in die

Industrie fanden.“ Eine effizientere und umweltfreundlichere

Produktion ist das übergeordnete

Ziel Iovkovs: „Grundlagenforschung betreibe

ich nur selten zum Selbstzweck. Wichtig sind

für mich immer ein praktischer Ansatz, der uns

weiter bringt hin zur Produktion von morgen –

und der Blick über den Tellerrand des Zerspaners.“

Klaus Keysberg

ist im Zusammenhang mit dem Wechsel an der Spitze der thyssenkrupp AG (s.o.) ebenfalls zum

1.10.19 in den Vorstand des Unternehmens bestellt worden. Er wird in diesem Gremium für die

Materialgeschäfte verantwortlich sein. Seit Anfang dieses Jahres war Keysberg CEO der Business

Area Materials Services. Dieses Amt wird er bis zur Regelung der Nachfolge in Personalunion

weiter ausüben. Der neue Vorstand ist bereits seit 1996 in unterschiedlichen Funktionen für

Thyssenkrupp tätig.

Foto: Fraunhofer

4 Stahlreport 11|19


Peter Gumbsch

ist seit 1.10.19 neuer Vorsitzender des Fraunhofer-Verbundes

Werkstoffe, Bauteile –

MATERIALS – als Leiter des Fraunhofer-Instituts

für Werkstoffmechanik IWM. Prof. Peter

Gumbsch tritt als Verbundvorsitzender die

Nachfolge von Prof. Ralf B. Wehrspohn an, der

den Verbund seit dem 1.10.18 als Vorsitzender

gelenkt hatte.

Prof. Bernd Mayer,

Institutsleiter am

Fraunhofer-Institut

für Fertigungstechnik

und Angewandte

Materialforschung

IFAM, wird sein Amt

als Stellvertretender

Vorsitzender fortführen.

Im Fraunhofer-

Verbund Materials bündeln die 16 materialwissenschaftlich

orientierten Institute ihre

Kompetenzen. So decken sie die gesamte

Wertschöpfungskette von der Entwicklung

neuer und der Verbesserung bestehender

Materialien über die Fertigungsverfahren im

quasi-industriellen Maßstab und die Charakterisierung

der Materialeigenschaften bis hin

zur Bewertung des Einsatzverhaltens von Bauteilen

und Systemen ab.

Foto: GDA

Christian Wellner

ist vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen

mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik geehrt

worden. Mit dieser hohen Auszeichnung würdigt der Bundespräsident

die besonderen Verdienste von Christian Wellner, Geschäftsführendes

Präsidialmitglied des Gesamtverbands der Aluminiumindustrie (GDA),

Düsseldorf, um die österreichische und europäische Aluminiumindustrie.

Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbands der Nichteisenindustrie

in der Wirtschaftskammer Österreich, begründete den

Antrag für die Auszeichnung: „Der Beitrag Christian Wellners für die österreichische Aluminiumbranche

ist herausragend und von unschätzbarem Wert“. Das vertrauensvolle Arbeitsklima

zwischen dem österreichischen und deutschen Aluminiumverband habe zu zahlreichen

gemeinsamem, grenzüberschreitenden Projekten für die Aluminiumbranche geführt.

Hinrich Mählmann

ist für eine weitere Amtszeit von drei Jahren als Präsident des Gesamtverbands der Aluminiumindustrie

(GDA) wiedergewählt worden. Dr.-Ing. Hinrich Mählmann (62) ist seit 2008 persönlich

haftender Gesellschafter der Otto Fuchs KG, Meinerzhagen (r.). Zudem ist GDA-Geschäftsführer

Marius Baader (47) vom Präsidium des GDA zum 1.10.19 als Nachfolger des scheidenden

Christian Wellner (m.) zum Geschäftsführenden

Präsidialmitglied bestellt worden. Marius

Baader ist der Nachfolger von Christian Wellner,

der seit 37 Jahren für die Verbände der

Aluminiumindustrie tätig war, davon 30 Jahre

in Geschäftsführungsfunktionen und an der

Spitze des GDA. Er verabschiedet sich nun in

den Ruhestand. Marius Baader (l.) kennt die

Aluminiumindustrie und den GDA seit vielen

Jahren.

Foto: GDA

Foto: GDA

Foto: ESA

Matthias Maurer

hat der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde

(DGM) sein Gesicht geliehen. Der

neue Astronaut der European Space Agency

(ESA) gratuliert im Namen des Deutschen

Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) der

DGM mit einem Video dem Veranstalter z.B.

der Werkstoffwoche im September in Dresden

aus der Schwerelosigkeit zum 100sten

Geburtstag, der am 27.11.19 in Berlin gefeiert

wird. Die Filmsequenz, die besondere

Herausforderungen für die Raumfahrt und

die Werkstoffkunde deutlich machen will, soll

Impuls für weitere Gratulanten sein, die sich

die DGM per Videobotschaft wünscht:

100jahre@dgm.de. Der 49-jährige Impulsgeber

stammt aus Sankt Wendel im Saarland,

hat in Deutschland, Großbritannien, Frank-

reich sowie Spanien Werkstoffkunde & -technologie

studiert. 2004 wurde er in Aachen

promoviert. Auch seine Hobbies passen zum

breit aufgestellten Profil des Geburtstagskindes:

Reisen, Fotografie, Lesen, Politik und

Fremdsprachen.

Patrik Marquardt

hat am 1.8.19 beim Bundesverband Großhandel

Außenhandel Dienstleistungen (BGA)

mit Sitz in Berlin als Referent Verkehr Logistik

die Aufgaben von Meike Tilsner übernommen.

Darüber hinaus unterstützt er als Referent

den Bereich Arbeit, Recht und

Dienstleistungen – insbesondere in der

Arbeits- und Sozialpolitik. Vor Aufnahme seines

Studiums des Wirtschaftsrechts mit

Schwerpunkt Arbeitsrecht und dem Nebenfach

Politikwissenschaft an der Universität

Lüneburg war der gebürtige Frankfurter in

unterschiedlichen Bereichen eines Fahrzeugteile-Logistikzentrums

in Winsen (Luhe) tätig.

Bei den dortigen Stadtwerken hatte er außerdem

praktische Erfahrungen im Personalbereich

sammeln können.

Dirk Wöstmann

ist im Alter von nur 53 Jahren am 30.8.19

gestorben – nach schwerer Krankheit, aber

für sein Umfeld dann doch sehr plötzlich. Das

macht die Todesanzeige der Richard Köstner

AG in Neustadt/Aisch deutlich. Der Verstorbene

war in dem Stahlhandelshaus seit 2013

als Controller und ab 2016 als Leiter der Verwaltung

tätig. „Sein Tod ist für uns ein

schmerzlicher Verlust“, schrieben Geschäftsleitung

mit Belegschaft und die Familie Teltschik

in ihrer Stellungnahme.

Jörg Alexander Henle

ist tot. Der Industrielle und Kunstmäzen starb

Anfang September im Alter von 85 Jahren in

Berlin. Als Enkel von Peter Klöckner war er jahrelang

Geschäftsführender Gesellschafter und

Vorsitzender der Gesamtleitung der Klöckner

& Co. in Duisburg. Neben und nach der Führung

des internationalen Handelshauses stand

er bis 2011 fast 20 Jahre lang der Peter Klöckner-Stiftung

vor und profilierte sich als Kulturmäzen

für Duisburg. Die Stadt zeichnete ihn

2012 mit der Mercator-Ehrennadel aus.

Stahlreport 11|19

5


Stahlhandel

Bericht

Einfache Ausbringung der Flächenelemente auf der Baustelle

Arge-Baustahl – Eisen Blasy Neptun halbiert Verlegezeit mit neuem System

Neue Maßstäbe bei der Verlegung

von Flächenbewehrung

Das traditionsreiche Familienunternehmen Arge-Baustahl – Eisen Blasy Neptun GmbH bedient sich

innovativer Verlegungsformen auf Tirols Baustellen und beschreitet damit neue Wege. Mit der Mattenschweißanlage

M-System BlueMesh von Progress Maschinen & Automation, einem Unternehmen

der PROGRESS GROUP, werden passgenaue geschweißte Bewehrungselemente produziert. Verglichen

mit Stabstahl werde die Verlegezeit auf der Baustelle so um ca. 50 % reduziert, so das Unternehmen.

Die Arge-Baustahl – Eisen

Blasy Neptun GmbH, erste Eisenbiegerei

in Österreich, blickt auf eine 70-

jährige Firmengeschichte sowie ein

fortlaufendes Wachstum zurück. Am

Standort in Innsbruck sind 55 Mitarbeiter

beschäftigt, weitere Biegereibetriebe

der Gruppe befinden sich im

restlichen Tirol und Vorarlberg mit

insgesamt über 100 Mitarbeitern.

Neben der Spezialisierung auf das

Biegen von Eisen wird zusätzlich mit

der Lieferung und Verlegung ein komplettes

Gesamtpaket angeboten.

Neues Verlegungssystem bringt

Zeit- und Personaleinsparungen

Durch seine jahrzehntelange Erfahrung

in der Verlegung von Bewehrungselementen

hat das Unternehmen

den Anspruch, die bestehenden

Prozesse auf der Baustelle laufend

zu optimieren. Bei dem neuen System

der Flächenbewehrung werden

Stäbe laut Plan zu einem einzelnen

Element zusammengeschweißt, vorkonfektioniert

und just-in-time geliefert.

Ein Element wiegt zwischen 20

und 100 kg und kann somit von zwei

bis vier Leuten verlegt werden.

6 Stahlreport 11|19


Vorrangig kommt diese Methode bei

horizontalen Ebenen wie Decken

und Bodenplatten zum Einsatz.

Dabei ist kaum Bindearbeit nötig

und die Verlegung kann, im Gegensatz

zu Rollsystemen, ohne Kran

durchgeführt werden. Die Verlegezeit

wird dem Unternehmen zufolge

damit um ca. die Hälfte reduziert –

bei gleichzeitig geringerem Personalbedarf.

Progress-Anlage zur Herstellung

vorgefertigter Flächenelemente

Seit etwa drei Jahren wurde an einer

Lösung gearbeitet, vorgefertigte Flächenelemente

vorab im Biegebetrieb

zu produzieren und im Anschluss

kosten- und zeitsparend auf der Baustelle

zu verlegen. Die Mattenschweißanlage

M-System BlueMesh

der Progress Maschinen & Automation

AG kann dabei die gestellten

Anforderungen optimal erfüllen, so

das Unternehmen.

Die Möglichkeit, flexible Elemente

just-in-time zu fertigen und

dabei ein hohes Produktionsoutput

von 500 m 2 Flächenelementen pro

Tag zu erreichen, hat den Ausschlag

für den Beginn einer erfolgreichen

Zusammenarbeit gegeben. Die benötigten

Produktionsdaten werden

anhand einer Biegeliste aus der Soft- q

„Wir wollen

nicht Matten ersetzen,

sondern Stabstähle

leichter und schneller

verlegbar machen

und dadurch Personal

einsparen.“

Clemens Schirmer, Geschäftsführer von

Arge-Baustahl – Eisen Blasy Neptun.

Bilder: Progress

Stahlreport 11|19

7


Stahlhandel

Bericht

Die Tiroler Eisenbiegerei Arge-Baustahl – Eisen Blasy Neptun produziert, liefert und

verlegt Bewehrungselemente.

Die M-System BlueMesh Mattenschweißanlage von Progress Maschinen & Automation

schweißt just-in-time individuelle Bewehrungsmatten.

qware

des Statikers übernommen, entsprechend aufbereitet

und an die Maschine übertragen. Somit können

die richtigen Längen und Abstände der Stäbe präzise

vorgefertigt werden. Die Funktionen der Mattenschweißanlage

sind damit nicht mehr nur für Fertigteilwerke

von Interesse, sondern werden hier erstmalig auch bei

der Produktion von Flächenelementen direkt für die

Baustelle angewendet. Diese Lösung ermögliche es

zukünftig auch Eisenbiegebetrieben, die Vorteile der

effizienteren Verlegung aufzugreifen und die vorgefertigten

Elemente vollautomatisch mit modernster Technik

zu produzieren. Zum Einsatz kommen soll das neue

System vor allem im Wohnbau, da hier vorwiegend mit

dünnen Stahldurchmessern (8 bis 10 mm) gearbeitet

wird.

Erfolgsversprechende Aussichten

Clemens Schirmer, Geschäftsführer von Arge-Baustahl

– Eisen Blasy Neptun, zieht bereits ein positives Zwischenfazit:

„Die Maschine ist seit Juni 2019 im Einsatz

und es läuft jetzt die Endphase der Implementierung

des neuen Konzepts. Vorrangiges Ziel ist es, die Bauleiter

und Vorarbeiter auf der Baustelle von unserem System

zu überzeugen und die Maschine weiterhin gut auszulasten.“

2

[ Kontakt ]

Progress Maschinen &

Automation AG

39042 Brixen, Italien

Tel.: +39 0472 979100

info@progress-m.com

www.progress-m.com

Arge-Baustahl –

Eisen Blasy Neptun GmbH

6020 Innsbruck, Österreich

Tel. +43 512 568077

plan@arge-baustahl.at

www.arge-baustahl.at

Baustellen-Cam

EHG-Gruppe erweitert Hauptstandort Dornbirn

Die EHG-Gruppe errichtet am Hauptsitz

Dornbirn, Österreich, derzeit zwei neue

Hochregallager. Seit dem Abriss bestehender

Gebäude im Frühsommer 2018 läuft

derzeit der Aufbau des 30-Mio.-€-Projekts.

8.000 Kassetten wird die Kapazität der

Hochregallager nach Fertigstellung betragen.

Auch eine neue Betriebstankstelle

sowie eine Lkw-Waschanlage sind Teil der

Planung. „Wir setzen alles daran, dass sich

unsere Logistikprozesse noch weiter verbessern.

Die erweiterte Infrastruktur und die

rund 80 neu geschaffenen Arbeitsplätze

sehen wir als Garant dafür“, sind sich die

beiden Geschäftsführer Markus Lutz und

Stefan Girardi einig.

Von der erweiterten Infrastruktur am Hauptstandort

in Dornbirn sollen Kunden ab Ende

2021 profitieren. Neben den beiden neuen

Hochregallagern und einem automatischen

Sägezentrum werden auch der Wareneingang

und die Kommissionierung ausgebaut.

Insgesamt entstehen rund 17.000 m 2 an

neuer Betriebsfläche als Basis für eine

optimierte Logistik und maßgeschneiderte

Dienstleistungen.Einen Blick auf den

aktuellen Stand der Bauarbeiten zeigt die

EHG-Baustellen-Cam.

Die EGH-Baustellen-Cam:

http://bit.ly/ehg-cam

8 Stahlreport 11|19


WIR versorgen Sie

Zug um Zug.

05.–08.11.2019

Halle 10, Stand 10510

Karin Eich, Kundenberaterin

„Bei Personenzügen, die eine

Geschwindigkeit von über 300 km/h

erreichen, steht Sicherheit an oberster

Stelle. Entsprechend zertifiziert und

hochwertig müssen die maßgeschneiderten

Bleche und Profile sein, auf die

unsere Kunden bauen.“

www.kloecknerdeutschland.de

WIR machen den Mehrwert.


Stahlverarbeiter

Bericht/Nachrichten

Nachwuchsförderung im Stahl- und Metallbau

Das Image des Metallbauers verbessern

Vielen potenziellen Nachwuchskräften mangelt es oftmals an Orientierung. Außerdem hat

das Handwerk des Metallbauers weiterhin mit längst überholten Vorurteilen zu kämpfen.

Der Stahlbaubetrieb ISM H. Schulz GmbH wirkt dem Nachwuchsmangel unter anderem mit

modernen Standards und viel Aufklärungsarbeit entgegen.

Der Fachkräftemangel im

Handwerk beginnt beim Nachwuchskräftemangel.

Eine Herausforderung,

die auch den Stahlbau betrifft. Der

Stahlbau leidet weiterhin unter alten

Vorurteilen: Die Arbeit sei schmutzig

und schwer. Gerade den weiblichen

Nachwuchs schreckt das leider oft

ab. Oftmals ist sogar der Ausbildungsberuf

zum Metallbauer selbst

unbekannt. „Hier müssen wir Aufklärungsarbeit

leisten und das Handwerk

aufrechthalten“, sagt der Ausbildungsbeauftragte

von ISM H.

Schulz, Thorsten Leichter. ISM

bemüht sich deshalb um ein besseres

Image des Stahlbaus und modernisiert

gleichzeitig den eigenen

Betrieb, um attraktiv zu bleiben.

Aktuell befinden sich bei ISM sechs

Nachwuchskräfte in der Ausbildung.

Der Stahlbaubetrieb bildet

jährlich mindestens einen Metallbauer

aus.

Damit das auch weiterhin so

bleibt, richtet Geschäftsführer Patrick

Schulz sein Unternehmen auf die

Zukunft aus: „In unseren Produktionsanlagen

stehen viele moderne

Maschinen, die zum einen zukunftsorientiert

sind und zum anderen die

Arbeit erleichtern. Außerdem haben

wir eine App entwickelt, die die

Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert

und den Verwaltungsaufwand verringert.

So optimieren wir unsere

täglichen Prozesse und bleiben ein

attraktiver Arbeitgeber.“

Betrieb hilft bei

Schulungen und Fortbildungen

Darüber hinaus hilft ISM den Auszubildenden

bei ihren Zwischenprüfungen

durch freiwillige Schulungen

beim Technologiezentrum Lüneburg.

Auch Fortbildungen im Ausland werden

finanziert. Flexible Arbeitszeiten

und die Möglichkeit, einen Schein

als Brückenkranführer oder für Hubarbeitsbühnen

zu machen, runden

das Angebot ab.

Bei den derzeitigen Auszubildenden

kommen diese Maßnahmen

gut an. Lucas Thom, aktuell im zweiten

Lehrjahr: „ISM sorgt für sehr

hohe Sicherheitsvorkehrungen, was

in dem Beruf enorm wichtig ist.“

Claas Lennart Müller aus dem dritten

10 Stahlreport 11|19


Lehrjahr stellt aber auch fest: „Viele meiner

Freunde haben ein falsches Bild von

der Ausbildung zum Metallbauer. Sie

schätzen die körperliche Arbeit viel zu

hoch ein.“

Deshalb setzt Leichter auf den Dialog:

„Ich spreche zum Beispiel auf Ausbildungsmessen

häufig mit jungen Leuten,

denen die berufliche Orientierung fehlt.

Hierbei ist es mir wichtig, über die Wünsche

der Nachwuchskräfte zu sprechen.

Wer aufgrund seiner Faszination für

Stahlkonstruktionen Architekt werden

möchte, könnte sich durch eine Ausbildung

mit der handwerklichen Arbeit

vertraut machen. Ein Studium ist auch

nachträglich möglich und das unterstützen

wir natürlich, beispielsweise durch

Duales Studieren. Es gibt sogar eigene

Studiengänge für Handwerker. Die Ausbildung

öffnet viele Tore und dieses Wissen

möchten wir vermitteln.“

Den Beruf noch besser erklären

In Zukunft will Thorsten Leichter vermehrt

auch an Berufsschulen gehen und

dort über den Beruf aufklären. Zusätzlich

bietet ISM jederzeit Praktika zur Orientierung

an. Praktikanten werden generell

nicht abgelehnt. So lernen möglichst

viele Nachwuchskräfte den Beruf aus

erster Hand kennen und können besser

entscheiden, welchen Weg sie gehen

wollen. 2

[ Kontakt ]

ISM H. Schulz GmbH

21714 Hammah

Tel.: +49 4144 69810-0

www.schulz-stahlbau.de

ISM H. Schulz

Die ISM H. Schulz GmbH ist ein

mittelständisches Familienunternehmen,

das 1981 gegründet wurde.

Seit knapp 40 Jahren bietet das

Unternehmen vielfältigen Service

rund um den Stahlbau. Das qualifizierte

Personal führt von der

Planung über die Produktion bis zur

Montage sämtliche Stahlbauarbeiten

aus. Am Standort in Hammah

werden sämtliche Stahlbauarbeiten,

wie die Herstellung von Bühnenkonstruktionen,

Hallenbau oder

Industrietreppen durchgeführt. Der

Maschinenpark umfasst Maschinen

modernster Generation.

Bild: Franz Pauli GmbH

(Von links:) Christian Reinhold, Stephan Ranke, Franz Bernd Pauli (alle Franz Pauli GmbH) und

Thomas Ries (Berufsgenossenschaft Holz und Metall).

Franz Pauli GmbH erhält Gütesiegel „Sicher mit System“

Arbeitssicherheit als Selbstverständlichkeit

Die mittelständische Herstellerin von

Stanz- und Umformteilen Franz Pauli GmbH

hat das Gütesiegel „Sicher mit System“ der

Berufsgenossenschaft Holz und Metall

(BGHM) erhalten. Vorausgegangen war die

sukzessive Einführung eines professionellen

Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS).

Den Anstoß dazu gab die damals zuständige

Aufsichtsperson der BGHM.

Da die Enser Firma in Sachen sicheres und

gesundes Arbeiten von jeher gut aufgestellt

war, fehlte nicht mehr viel, um die abschließende

Begutachtung zum Gütesiegel durchzuführen.

Beim Thema Dokumentation, beispielsweise

auch von Beinahe-Unfällen, fiel

der Arbeitsaufwand allerdings umfangreicher

aus, als zunächst angenommen. Doch

das Engagement zahlte sich aus.

Eine der wirkungsvollsten Verbesserungen ist

der im gesamten Betrieb veränderte Umgang

mit Fehlern. „Läuft etwas verkehrt oder wird

unsicher hantiert, wird das vorwurfsfrei und

lösungsorientiert angesprochen“, sagt Thomas

Ries, BGHM-Aufsichtsperson für die

Franz Pauli GmbH. Ein solch konstruktiver

Umgang mit Fehlern und Fehlverhalten ist

eine besonders gute Grundlage für die Prävention

von Arbeitsunfällen. Das zu erreichen

war Betriebsleiter Ranke im Zuge der AMS-

Einführung daher auch eine Herzensangelegenheit.

„Früher fragten sich die Kollegen:

Entstehen mir Nachteile, wenn ich einen Fehler

bemerke und ihn anspreche? Diese und

ähnliche Befürchtungen gehören der Vergangenheit

an, denn heute betrachten wir Fehler

als Verbesserungschance“, erzählt Betriebsleiter

Stephan Ranke.

Ausbildung am Bau ist gefragt

Die Gewinnung und Förderung von Nachwuchskräften ist auch für die Bauwirtschaft ein

Thema mit großer Bedeutung. „Die Branche investiert insgesamt rund 600 Mio. € in die

Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses. Insbesondere in den neuen Bundesländern

sehen immer mehr Betriebe die Notwendigkeit, Fachkräfte selbst auszubilden. Dieses

Engagement wird sich mittelfristig sowohl für die Bauwirtschaft in den neuen Ländern

als auch für die Regionen selbst positiv bemerkbar machen“, sagte Felix Pakleppa,

Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Eine Ausbildung am

Bau bietet eine hervorragende Perspektive für junge Menschen, ist Pakleppa überzeugt.

„Rund 37.000 Auszubildende sehen das ebenso; denn sie befinden sich gerade in einer

Ausbildung in einem der 19 Bauberufe; 80 % davon lernen in einem Betrieb des deutschen

Baugewerbes“, kommentierte er die jüngst veröffentlichten Zahlen der Sozialkassen der

Bauwirtschaft (SOKA-Bau).

Stahlreport 11|19

11


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Nissen & Velten bringt eNVenta Analytics auf den Markt

Künstliche Intelligenz steigert

Verkaufschancen und Kundenbindung

Mit der kommenden Version der Unternehmenssoftware eNVenta ERP stellt Nissen & Velten das

neue Modul eNVenta Analytics vor. Digitale, analytische Methoden sollen die Beratungskompetenz

des Vertriebs stärken und ihn aktiv dabei unterstützen, Verkaufschancen zu nutzen und mögliche

Risiken zu minimieren. Hierbei kommt auch maschinelles Lernen, eine Teildisziplin der Künstlichen

Intelligenz, zum Einsatz.

[ Kontakt ]

Nissen & Velten

Software GmbH

78333 Stockach

Tel. +49 7771 879-0

www.nissenvelten.de

Mit dem neuen Modul

eNVenta Analytics stellt die Nissen

& Velten Software GmbH den

Anwendern ihres ERP-Systems ein

leistungsfähiges Werkzeug zur

Generierung von Wissen zur Verfügung,

welches auch auf Methoden

der Künstlichen Intelligenz zurückgreift.

eNVenta Analytics werde in

die vertrieblichen Prozesse integriert,

um einen unmittelbaren Nutzen

für die tägliche Arbeit zu stiften,

so das Unternehmen. Nach einmaliger

Konfiguration lernt das System

regelmäßig dazu und bietet aktualisierte

Prognosen und Informationen

an, welche der Vertrieb als

Arbeitsgrundlage verwenden kann.

ERP verfolgt Kaufverhalten

Beispielsweise verfolgt eNVenta

Analytics das Kaufverhalten der

Kunden. Sobald ein ungewöhnliches

Ereignis auftritt – das kann zum Beispiel

das Ausbleiben eines sich regelmäßig

wiederholenden Kaufs sein

– wird der zuständige Vertriebsmitarbeiter

informiert, um bei Bedarf

eingreifen zu können. Mit den „Produktempfehlungen“

erhalten die

Innen- und Außendienstmitarbeiter

Unterstützung für ihre Beratungsgespräche.

Passende Produktvorschläge

für den aktuellen Kunden

sollen zusätzliche Verkaufschancen

aufzeigen. Diese Methodik wird auch

genutzt, um die Webshop-Inhalte

für die Kunden zu individualisieren.

Als sehr interessant bewertet Nissen

& Velten auch die Vorhersage eines

mit hoher Wahrscheinlichkeit drohenden

Kundenverlusts, welche dem

Vertrieb in einem wettbewerbsintensiven

Umfeld die Chance gibt,

diesen durch rechtzeitiges Gegensteuern

abzuwenden.

Grafik: N&V

Vorhersage

Kundenverlust

Unterstützung für den Vertrieb: Das neue Modul eNVenta Analytics von

Nissen & Velten umfasst eine Reihe für den Vertrieb interessanter Funktionen.

Weitere Anwendungsbereiche sind

die Preisoptimierung und Preisdynamisierung,

welche eine laufende

Anpassung der Verkaufspreise an

Marktveränderungen und Wettbewerbssituationen

unterstützt sowie

Margen- und Umsatzpotentiale

erkennen kann. Last but not least

hilft die kundenspezifische Preisvorhersage

dem Vertrieb in der Beratungs-

und Verhandlungssituation.

„Unser Anspruch ist es, unseren

Kunden ein intelligentes ERP-System

zur Verfügung zu stellen. Intelligent

eNVenta

Analytics

Hinweise

Prognosen

Vertrieb

Kundenbeobachtung

Produktempfehlungen

Kundenspezifische

Preisvorhersage

Preisoptimierung

in dem Sinne, dass das System den

Anwender proaktiv auf wichtige Entwicklungen

und Ereignisse hinweist,

die ein Handeln erfordern. eNVenta

Analytics ist hierbei ein Meilenstein“,

sagt Jörg Nissen, Geschäftsführer

der Nissen & Velten Software

GmbH,über das neue Modul.

eNVenta Analytics ist mit der

Version eNVenta ERP 4.2 zum Jahresende

2019 verfügbar. Es soll in

den kommenden Monaten um weitere

Funktionsbereiche ergänzt werden.

2

12 Stahlreport 11|19


Die neue kompakte

Maschinengröße

CNC 25 E TB MR

biegt Rohre mit kleinen

Durchmessern

besonders schnell,

so der Hersteller.

Bild: Schwarze-Robitec

Neue Maschinengröße für kleine Durchmesser

Zwei leistungsstarke Rohrbiegelösungen

Schwarze-Robitec hat den Anspruch, alle Facetten des effizienten

Rohrbiegens in seinen Maschinen zu vereinen – und stellt

das auf der diesjährigen Fabtech in Chicago im November zur

Schau. Mit der neuen Maschinengröße für kleine Rohrdurchmesser

und einer für größere Durchmesser präsentiert sich der Rohrbiegeexperte

aus Deutschland auf dem weltweit wichtigsten Jahresevent

der Metallbearbeitungsbranche.

Mit der für kleine Rohrdurchmesser ausgelegten CNC 25 E TB MR

hat Schwarze-Robitec eine vollelektrische Rohrbiegemaschine in

einer neuen Baugröße entwickelt: Erstmals lassen sich damit auch

Rohre mit kleinem Durchmesser bis 25 mm besonders schnell biegen.

Dafür hat das deutsche Traditionsunternehmen die Maschine

mit intelligenter NxG-Steuerung ausgestattet. Sie prüft bei jeder Biegesequenz

vollautomatisch das Zusammenspiel aller Achsen, verfährt

diese simultan und bereitet nachfolgende Arbeitsschritte vor.

Dadurch sinke die Produktionszeit je nach Bauteil und gewünschter

Rohrgeometrie um 20 bis 40 % – je komplexer, umso größer der

Zeitvorteil, so das Unternehmen.

Außerdem stellt Schwarze-Robitec eine CNC 80 E TB MR auf der

Fabtech aus – eine vollelektrische Multiradius-Rohrbiegemaschine.

Auch diese größere Maschine erreiche dank NxG-Steuerung extrem

kurze Taktzeiten. Die Maschine erledigt das Biegen und finale

Abtrennen der Rohrkomponenten in einem Arbeitsschritt, da ins Biegewerkzeug

eine Trennvorrichtung integriert ist. Das Ergebnis sind

eine saubere Schnittkante, um bis zu 90 % reduzierter Materialverschnitt

und noch einmal kürzere Taktzeiten, so das Unternehmen.

NEU

SAZ An

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Längsteilen

Querteilen

Walzen

Logistik

Materialprüfung

Anfrageassistent


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Mattenschweißanlage MSM-M von mbk Maschinenbau: flexible Produktion von Bewehrungsstahlmatten vom Coil nach individuellen Vorgaben

Bewehrungsstahlmatten vollautomatisch Schweißen

Moderne Mattenschweißanlage

für die Betonfertigteilherstellung

Die Industrie verlangt nach Konzepten, die höchste Effizienz und maximale Zuverlässigkeit im

Fokus haben. mbk Maschinenbau, Hersteller von Bewehrungsschweißmaschinen für die Bau-,

Beton- und Fertigteilindustrie, arbeitet kontinuierlich daran, mit innovativen Maschinenkonzepten

moderne Fertigungsprozesse zu ermöglichen. Das Unternehmen mit Stammsitz in Kisslegg,

Deutschland, ist mit über 1.000 verkauften Schweißmaschinen als Systemlösungspartner in

über 60 Ländern der Welt global aktiv.

[ Kontakt ]

mbk Maschinenbau

GmbH

88353 Kisslegg

www.mbk-kisslegg.de

Die automatische Fertigung von CAD-basierten

Bewehrungsmatten zur Herstellung von Betonfertigteilen

mit Aussparungen für Fenster- und Türöffnungen

gewinnt immer mehr an Bedeutung. Entsprechend

dieser Bedürfnisse entwickelte die mbk Maschinenbau

GmbH die flexible Mattenschweißanlage MSM-M, die

Bewehrungsstahlmatten vom Coil nach individueller

Vorgabe schweißt. Die produzierbare Mattenbreite

liegt je nach Anforderung im Bereich von 400 bis max.

4.000 mm, die Mattenlänge reicht von 1.000 bis 14.000 mm.

Aber auch größere Abmessungen seien auf Anfrage

möglich, so das Unternehmen.

Modulares System ermöglicht

kundenspezifische Anpassungen

Die Mehrfach-Rotor-Richt- und Schneideanlage DRA-M

sorgt dabei automatisch für die Bestückung der Längsund

Querdrähte zur flexiblen Mattenproduktion vom

Coil. Der Drahtdurchmesser reicht von 5 mm bis 12 mm,

optional auch bis 20 mm. Das Rastermaß für den Längsdraht

ist bei 25 mm angesiedelt, der Längsdrahtabstand

richtet sich nach dem Längsdrahtdurchmesser. Der

minimale Abstand des Querdrahtes ist bei 50 mm fixiert,

optional auch stufenlos machbar. Die mittlere Produktionsleistung

liegt bei rund 160 m 2 /h, ist jedoch abhängig

von der Mattenbelegung und den Aussparungen. Auch

hier sei ein höherer Leistungsdurchsatz auf Anfrage

realisierbar.

Das kompakte Anlagensystem beansprucht dem

Unternehmen zufolge nur einen sehr geringen Platzbedarf,

wobei die Modularität des Systems auch individuelle,

kundenspezifische Lösungen zulasse. Auch

nachträgliche Systemerweiterungen seien problemlos

möglich.

Tauglich für den betrieblichen Alltag

Die stabile Konstruktion und der geringe Wartungsaufwand

garantierten eine überzeugende Alltagstauglich-

14 Stahlreport 11|19


keit. Die Anbindung an die Unitechnik-CAD-CAM-Schnittstelle

bietet

einen unkomplizierten und freien

Informationsaustausch innerhalb

eines Betonfertigteilwerkes. LANund

WLAN-Anbindung gewähren

beste Voraussetzung für schnelle

und einfache Störungsbehebung

sowie der Verwendung von Updates

zur Produktionsplanung.

Für die Mattenschweißanlage

MSM-M wird ein großes Zubehörprogramm

für die Automatisierung

angeboten, die sinnvolle Ergänzungen

möglich machen:

z für das Mattenhandling,

z für die Mattenablage bei „Stand

alone”-Anlagen oder in nachfolgenden

Umlaufanlagen

z für die Weiterbearbeitung in nachfolgenden

Biegestationen für das Aufbiegen

und Kröpfen der Stäbe zur

Herstellung verschiedener Biegeformen

für Elementdecken, Massiv-Sandwichwände

sowie Doppelwände. 2

Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

Bilder: mbk Maschinenbau

Die mittlere Produktionsleistung der MSM-M liegt – abhängig von der Mattenbelegung

und den Aussparungen – bei rund 160 m 2 .

GWS-Weiterbildung

Effiziente Mitarbeiterausbildung durch eLearning

Ausbildung für Einsteiger, Umsteiger oder Auffrischer – die interaktiven,

kurzen Trainingseinheiten von ERP-Anbieter GWS vermitteln Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern direkt am Arbeitsplatz den effektiven Umgang mit den

GWS-Lösungen. IT-Simulationen unterstützen Anwenderinnen und Anwender

dabei, sich die notwendigen Kenntnisse über Basisprozesse aus Handel und

Logistik sowie Finanzmanagement, Customizing sowie Rollen und Rechte im

Selbststudium anzueignen.

Die Ausbildungssequenzen dafür sind jederzeit verfügbar und lassen sich flexibel

in den laufenden Geschäftsbetrieb einplanen, so das Unternehmen. Lerngeschwindigkeit

und Wiederholungsgänge können dabei selbst bestimmt werden.

Durch die Nutzung des GWS-eLearning-Angebots werden auszubildende

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell produktiv, unterstützende Kolleginnen

und Kollegen werden weniger belastet und das Tagesgeschäft wird deutlich

weniger beeinträchtigt, wirbt der ERP-Spezialist. Die Inhalte des eLearning-Angebots

werden kontinuierlich erweitert.

WIR LIEFERN!

TRÄNENBLECHE

SCHWARZ UND

FEUERVERZINKT

STÄRKE:

3 bis 10 mm + Träne

FORMATE:

1000 mm x 2000 mm

1250 mm x 2500 mm

1500 mm x 3000 mm

LOGISTIK:

von der einzelnen Tafel

über Pakete bis hin zur

kompletten Ladung

[ Kontakt ]

GWS Gesellschaft für WarenwirtschaftsSysteme mbH

48155 Münster

Tel. +49 251 7000-02

manfred.stuhldreier@gws.ms

DROESSER.DE

Stahlreport 11|19

15

Peter Drösser GmbH

Ackerstraße 144 // 51065 Köln

Fon +49 221 6789-0 // info@droesser.de


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

SIC Marking GmbH auf der EMO 2019

Ritzmarkiersystem markiert

noch effizienter und leiser

Foto: Boris Loffert

Zinq-Geschäftsführer André-Alexander Steffen

Großer Preis des Mittelstandes

ZINQ gewinnt

Der Gelsenkirchener Oberflächenspezialist

Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG

(ZINQ) wurde mit einem der renommiertesten

Wirtschaftspreise des Landes ausgezeichnet

– der Große Preis des Mittelstandes.

Bei der Gala im Düsseldorfer Maritim

Hotel setzte sich das Unternehmen in der

Wettbewerbsregion Nordrhein-Westfalen

gegen knapp 500 Mitnominierte durch.

Die 25. Ausgabe des Großen Preis des Mittelstandes

stand ganz unter dem Zeichen

des Jahresmottos „Nachhaltiges Wirtschaften“.

Mit dem Preis würdigt die Oskar-Patzelt-Stiftung

mittelständische Unternehmen

und bewertet sie als Ganzes sowie in ihrer

komplexen Rolle in der Gesellschaft. In den

fünf Wettbewerbskategorien Gesamtunternehmensentwicklung,

Schaffung/Sicherung

von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Innovationskraft,

Engagement in der Region sowie

Service- und Kundennähe konnte Zinq Bestwerte

erzielen.

Vor über 500 geladenen Gästen aus Politik,

Wirtschaft und Medien nahm Geschäftsführer

André-Alexander Steffen, die langersehnte

Auszeichnung entgegen: „Ein renommierter

Wirtschaftspreis, den wir als weitere

Bestätigung für die unternehmensstrategische

Ausrichtung sehen. Gerade der Aspekt

des nachhaltigen Wirtschaftens ist der Weg,

den wir gern weiter mit unseren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern und unseren Kunden

weitergehen werden.“

Die Innovationsstärke des Unternehmens

beeindruckte die Jury bei der Wahl ebenso

wie die intensive Nachwuchsförderung und

das überdurchschnittliche regionale Engagement.

Auf der internationalen Fachmesse für Metallbearbeitung EMO in

Hannover hat die SIC Marking-Gruppe einen neuen Ritzmarkierer

vorgestellt.

Hinter der Typenbezeichnung

steht ein integrierbares Druckluft-Ritzmarkiersystem,

mit einer Größe von

300 x 357,5 x 230 mm (BxHxT) und

einem Gewicht von 18 kg, welches das

Nachfolgermodel des erfolgreichen

e10i113s darstellt. Die technische

Neuerung ist auf einfache Integration

in bestehende Produktionsanlagen

ausgerichtet – vor allem dort, wo niedrige

Arbeitsgeräuschpegel sehr wichtig

sind.

Der neue Ritzmarkierer bietet im Vergleich

zum Vorgänger ein mit 120 x

60 mm noch größeres Markierfenster.

Wie der Vorgänger garantiert der

e10i124s eine ideale Markiergenauigkeit

für alle Arten von industriellen

Markierungen wie beispielsweise der

FIN (Fahrzeug-Identifikationsnummer),

wirbt das Unternehmen. Die

technischen Eigenschaften des Markiergeräts

machen es SIC Marking

zufolge möglich, dass Metalle bei

gleichbleibender Tiefe noch besser lesbar

beschriftet werden können. Weitere

Features des neuen Ritzmarkierers

sind ein vertikaler Steuersensor zur

Kratzervermeidung und die Stop-Loss-

Detection zur Erkennung und zum

Ausgleich von Schrittverlusten.

Zaniboni übernommen

Die SIC Marking-Gruppe hat die

Zaniboni s.r.l. in Italien übernommen.

Der neue Name des

1977 in Turin gegründeten

Unternehmens lautet ab sofort

SIC Zaniboni.

Zaniboni hat sich auf dem Markt

als Laserspezialist für maßgeschneiderte

Markierungs- und

Rückverfolgungslösungen in der

Automobil- und Maschinenbauindustrie

einen Namen gemacht.

Der neue integrierbare und sehr leise

Ritzmarkierer von SIC Marking hat ein

120 x 60 mm großes Markierfenster.

Robustes Gehäuse

Die Elektronik wird von einem robusten

Gehäuse und verschiebbaren

Schutzplatten aus Stahl an der doppelt

wirkenden Nadelbaugruppe geschützt.

Die Flexibilität des e10-Kontrollers

und die Vorzüge des kompakten und

ebenfalls sehr robusten Markierkopfes

i124s ergeben ein leistungsstarkes,

effizientes und einfach zu bedienendes

Markiergerät für alle Arten der industriellen

Markierung, so das Unternehmen.

Besonders Zahlen, Buchstaben

und Logos ließen sich hervorragend

erstellen. Darüber hinaus helfen die

kompakten Abmessungen des Markierkopfes

beim unkomplizierten Einbau

und die mannigfaltigen Kommunikationsmöglichkeiten

bei der

Integration in übergeordnete Industrienetzwerke

– und zwar ohne zusätzliche

Gerätschaften. Die Systeme sind

mit Digital I/O, USB und RS232 ausgestattet.

Der e10-Kontroller kann sehr

einfach mit Profinet, Profibus und

Ethernet/IP in Produktionsumgebungen

eingebunden werden. 2

[ Kontakt ]

SIC Marking GmbH

42857 Remscheid

Tel.: +49 2191 46240-0

www.sic-marking.de

Bild: SIC Marking

16 Stahlreport 11|19


Der Goudsmit-Magnetgreifer

mit Gummiblock

sorgt für

einen reibungslosen

Produktionsprozess

und bewegt – sogar

perforierte – Bleche

auch in vertikaler

Position.

Bild: Goudsmit Magnets

Der Magnetgreifer von Goudsmit

Magnets in Aktion:

https://youtu.be/hcXJ98mXHZE

Magnetgreifer für Roboter in der in der Metallindustrie

Vertikaler Zugriff auf Bleche

Der gerade überarbeitete Magnetgreifer von Goudsmit Magnetics aus Waalre, Niederlanden, dient

zum automatisierten Aufnehmen, Ablegen oder Positionieren von Stahlprodukten – etwa beim

Aufnehmen von Blechen aus Pressen, dem Handling gestanzter Stahlteile sowie einer Reihe weiterer

Einsatzszenarien. Der ultraleichte Magnetgreifer ist mit starken, permanenten Neodym-Magneten

ausgestattet – und daher besonders sicher, so das Unternehmen.

Der Magnetgreifer von Goudsmit

kann in Greifern an Roboterarmen

eingesetzt werden, wobei die

Handling-Magnete mit Hilfe von

Druckluft ein- und ausgeschaltet

werden können. Sie verfügen zudem

über eine Gewindebohrung zur

Befestigung an einem Roboterarm,

gegebenenfalls in Verbindung mit

einem Federstößel.

Alternative zu herkömmlichen

Robotergreifern

Dieses Setup macht Magnetgreifer

zu einer effizienten Alternative

zu herkömmlichen Robotergreifern

Goudsmit Magnetgreifer

Anwendung in

z Automobilindustrie

z Büromöbelindustrie

z Metallindustrie

z Maschinenbauer, Schneide-/Biege-/Laser-/Automatisierungsindustrie

z Industrieroboter

z Press- und Formindustrie

z Systemintegratoren

als so genanntes Roboter-End-of-

Arm-Tooling. Das System ist unter

anderem zum Anheben und Transportieren

einzelner dünner Stahlbleche

geeignet. Ein integrierter

Gummiblock verhindert dabei ein

Verschieben des Werkstücks beim

vertikalen Aufnehmen sowie Beschädigungen

des Werkstücks. Das einfach

anzuschließende System ist

unter anderem bei einer Reihe großer

Automobilhersteller und in der

Stahlblechindustrie im Einsatz, so

das Unternehmen.

Beim Einsatz dieses Magnetgreifers

an Roboterarmen wird die herkömmliche

Vakuumtechnik durch

Magnetismus ersetzt. Der Nachteil

von Vakuumgreifern besteht darin,

dass diese störungsanfällig sind und

Verschleiß unterliegen. Außerdem

müssen die Vakuumsaugnäpfe richtig

positioniert werden, denn wenn

sich diese teilweise auf einem Loch

befinden, funktionieren sie nicht.

Die von den Herstellern eingesetzten

Elektromagnete bieten ebenfalls

keine Lösung für dieses Problem, da

sie zu schwer sind und daher weniger

Blechmaterial angehoben werden

kann. Ein Magnetgreifer mit

Permanentmagneten ist erheblich

leichter. Außerdem sei der Greifer

verschleißfest und verfüge über eine

längere Lebensdauer als Vakuumgreifer.

2

[ Kontakt ]

Goudsmit Magnetics Group

5582 HA Waalre

Niederlande

Tel.: +31 40 2213 283

www.goudsmitmagnets.com

Stahlreport 11|19

17


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachrichten

Logistikprozesse

Datentransfer

vereinheitlichen

Bild: Bomar

Hochleistungs-Produktionsbandsäge ProForce 420.350 ASNC von Bomar:

robuster und flexibler Vorschubspannstock mit linearer Führungin

Hochleistungs-Bandsäge ProForce 420.350 ASNC

Modulare Sägen-Konzeption

optimiert Workflow

BOMAR, Spezialist für voll- und halbautomatische Bandsägen,

stellte im Frühjahr 2019 die Hochleistungsbandsäge ProForce

420.350 ASNC vor.

Diese vollautomatische CNCgesteuerte

Bandsäge wurde speziell für

eine sehr hohe Maschinenperformance

und flexible Nutzung konstruiert. Sie

erfüllt sehr hohe Schnittstandards und

durch Verwendung von Bimetall-Sägebändern

ergibt sich ein sehr vorteilhaftes

Preis-Schnitt-Verhältnis, so das

Unternehmen. In Kombination mit automatischen

Zufuhr-, Förder- und Sortiersystemen

lässt sich die Säge optimal in

den betrieblichen Workflow, auch unter

Berücksichtigung einer vor-gegebenen

Taktung, integrieren.

Exakter Schnittverlauf

Der Einsatz der Polymer-Beton-Technologie

in der Maschinenausführung

führt zu einer deutlichen Vibrationsdämpfung

in Sägerahmen, Säulen

und Unterbau der Maschine. Der

Schnittvorschub erfolgt über zwei

Kugelgewindespindeln und Servoantrieb.

Haupt- und Vorschubspannstock

sind robust ausgestattet und

verfügen über eine präzise, spielfreie

Lagerung. Eine dreiseitige Hartmetallführung

des Sägebandes dient zur

Einhaltung eines exakten Schnittverlaufs.

Synchron mit der Sägebandgeschwindigkeit

kommt eine

Spänebürste zur unmittelbaren

Beseitigung der Späne aus dem

Schnittbereich zum Einsatz. Weiterhin

verfügt der Sägeautomat über

eine automatische Schnittdruckregulierung

zur Anpassung an die

Materialform und den daraus resultierenden

Schnittkanal.

Die intuitive Bedienung mit farbigem

Touch-Display bietet dem

Werker neben der einfachen Steuerung

der Anlage auch eine effektive

dialogorientierte Kommunikation.

Mit dem SECURFLEX-Sicherheitssystem

lassen sich durch eine Kombination

aus Gitterelementen und

Laser-Lichtschranken Sicherheitszonen

bilden.

Die ProForce 420.350 ASNC ist

für eine Antriebsleistung von 4,0 kW

ausgelegt und trennt Rohre bis zu

einem Durchmesser von 350 mm

sowie Vierkantprofile von maximal

420 x 350 mm, 350 x 420 mm und

350 x 350 mm. 2

Die Geschäftsführer der SPEDION

GmbH Wolfram Grohse und Günter

Englert haben sich Anfang 2019 mit elf

weiteren Software-Anbietern zusammengetan,

um den Aufbau einheitlicher

Schnittstellen zwischen verschiedenen

Logistiksoftware-Produkten für einen

unterbrechungsfreien Austausch digitaler

Daten zu ermöglichen.

Die eingetragene Genossenschaft LOGE-

NIOS e.G. verfolgt den Angaben nach

das Ziel, durch einen möglichst reibungslosen

Ablauf der Prozesse innerhalb

der Lieferkette einen unternehmensübergreifenden

Austausch von

Sendungs- und Statusinformationen zu

den Warenströmen zu erreichen.

Der Einsatz unterschiedlicher, oftmals

untereinander inkompatibler IT-Systeme

lässt den Datenfluss zwischen Versender,

Spediteur oder Frachtführer und

Empfänger derzeit immer wieder stocken.

Anstelle eines digitalen Transfers

erfolgt dann die Weiterleitung aufwändig

per E-Mail, Fax, Telefon oder Papierbeleg.

Diesen Zustand wollen die

Spedion-Geschäftsführer gemeinsam

mit elf Partnern verbessern.

Logenios-Partner

z BNS GmbH

z C-Informationssysteme GmbH

z EQUIcon Software GmbH Jena

z LIS AG

z modulon Webservice GmbH

z TB Soft Hans Moser e.K.

Ihre Teilnahme zugesagt haben:

z active logistics Koblenz GmbH

z PTV Planung Transport

Verkehr AG

z sendOS GmbH

z Synergie Logistik Software GmbH

& Co. KG

z TRANSDATA Software GmbH &

Co. KG werden ebenfalls die für

den Beitritt erforderlichen Formalitäten

in Kürze erfüllen.

18 Stahlreport 11|19


VarioFRAME: Der

erste Aufbau mit

integriertem

Ladungssicherungssystem

VarioSAVE

auf einer Wechselbrücke

feierte auf

der NUFAM seine

Publikumspremiere.

Elting zeigt VarioFRAME-Aufbau auf Messe NUFAM

Formschlüssige Ladungssicherung auf Wechselbrücken

Foto: Elting Metalltechnik

Elting Metalltechnik erhöht die Variabilität

seines Nutzfahrzeugbausatzes Vario-

FRAME weiter: Auf der Nutzfahrzeugmesse

NUFAM zeigte das Unternehmen im September

den ersten VarioFRAME-Aufbau mit

formschlüssiger Ladungssicherung Vario-

SAVE auf einer Wechselbrücke. Damit sind

sämtliche Bausatzvarianten sowie das

Ladungssicherungssystem von Elting für

Motorwagen, Anhängerfahrgestell und

Wechselbrücke verfügbar.

„Der Bedarf für einen schraubbaren Bausatz,

der formschlüssiges Steckrungen-System

und Wechselbrücke verbindet, wurde

uns vielfach vom Markt zurückgespiegelt“,

sagt Elting-Prokurist Roland Wimmer. Der

Nachfragedruck aus Fahrzeugbau- und Verladerbranche

sei in den vergangenen drei

Jahren kontinuierlich gestiegen, berichtet

der Fahrzeugbauingenieur. Deshalb begann

Elting im Herbst 2018mit der Entwicklung

des Wechselbrücken-Aufbaus. Der Aufbau,

der auf der NUFAM in Karlsruhe ausgestellt

wird, hat Serienreife und ist wie alle anderen

VarioFRAME-Aufbauten nach DIN EN

12640 und 12642 zertifiziert. Die Wechselbrücken-Option

ist für alle Bausatzvarianten,

also Plateau, Pritsche und Curtainsider

(CS), verfügbar. Das integrierte Ladungssicherungssystem

VarioSAVE setzt dabei auf

das Prinzip Formschluss vor Kraftschluss.

Anwender aus dem Stahl- und Baustofftransport

können mit der Lösung dem

Unternehmen zufolge im Verteilverkehr

Zeiteinsparungen von bis zu 90 min pro

Tag und Fahrzeug erzielen.

[ Kontakt ]

Elting Geräte- und Apparatebau GmbH & Co. KG

46419 Isselburg

Tel. +49 2874 90079-0

www.elting-metalltechnik.de

All-in-one-Lösung für steigenden

Bedarf an Echzeit-Informationen

Daten entlang der

Lieferkette verfolgen

Die German Edge Cloud, ein Unternehmen der Friedhelm

Loh Group, hat gemeinsam mit Bosch Connected

Industry, IoTOS und Rittal die Industrial-Edge-

Cloud-Appliance ONCITE vorgestellt. Mit dieser

„All-in-One“-Lösung können produzierende Unternehmen

"konkrete Wertschöpfung aus ihren Produktionsdaten

ziehen", hieß es vom Unternehmen dazu. Anforderungen

gebe es bereits: Automobilhersteller wie

Volkswagen oder BMW haben digitale Plattformen wie

die Volkswagen Industrial Cloud oder die Open Manufacturing

Platform gestartet. Darüber können Hersteller

Daten entlang der gesamten Lieferkette nachverfolgen.

Die Lösung ONCITE begegnet dem steigenden

Bedarf der Echtzeit-fähigen Datenverfügbarkeit mit

einem skalierbaren Edge Cloud-Rechenzentrum von

German Edge Cloud und Rittal.

ONCITE steht direkt vor Ort in den Fabriken und damit

dort, wo die Daten entstehen. Industrielle Anwendungen

von Bosch Connected Industry, German Edge

Cloud und IoTOS ermöglichten neue Technologien wie

industrielle Analytics und KI, um Qualitätsverbesserung,

Kosten- und Durchsatzoptimierung in der Fertigung

zu erzielen. So entstehe ein gesamtheitliches

Ökosystem für die produzierende Industrie – im Verbund

starker Industrie- und Forschungspartner.

Mehr Anbindung

Beim Sägen, Lagern und In der Blechfertigung müssen alle

Handling von Metall sind wir Komponenten Hand in Hand arbeiten.

Lager- und Handlingsysteme

Technologieführer, insbesondere

im Themenfeld von KASTO sind dabei die

der digitalen Lösungen. verlässlichen Schnittstellen,

Als kompetenter Partner die hocheffizient mit allen

schaffen wir Mehrwerte, Bearbeitungsmaschinen

die sich sehen lassen auch unterschiedlicher

können. Fabrikate harmonieren.

www.kasto.com

F

Stahlreport 11|19

1910:47:26


Messen

und Märkte

Bericht

Teil 3: Klimafolgenangepasste Bestandsentwicklung

Die Bauwerksprüfung im Hochbau

Spätestens mit der Bewegung „Fridays-For-Future“ wird deutlich, dass der Klimawandel auch in

Deutschland angekommen ist und die zukünftigen Erfordernisse an eine Klimafolgenanpassung

beim Neubau sowie bei der Bestandsunterhaltung von gewerblichen Immobilien ein weites und

offenes Spektrum an konstruktiven Fragen aufwerfen. Details dazu erläutert Teil 3 der Artikelserie

„Die Bauwerksprüfung im Hochbau“ von Dipl.-Ing. Marc Blum, Bausachverständiger für Bauwerkserhaltung

und Sanierung sowie Schweißfachingenieur für Bau- und Betonstahl.

[ Autor ]

Marc Blum, Dipl.-Ing.,

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH),

M.Sc., Schweißfachingenieur

für Bau- &

Betonstahl, zert.

BauSV für Bauwerkserhaltung

& Sanierung,

gepr. Restaurator

& Denkmalpfleger

im Metallbauhandwerk

Abbildung 1 erschließt auch

jedem Laien, dass die Häufigkeit der

warmen und heißen Witterungsbedingungen

im Jahresdurchschnitt

zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen

hat. Während sich die Teile

1 und 2 der Artikelserie zur Bauwerksprüfung

im Hochbau mit den Gebäudetragwerken

und den Gebäudehüllen

sowie der baulichen Konzeptionierung

des Gebäudeinnern mit der aktuellen

Arbeitsstättenverordnung (Arb-

StättV) beschäftigt haben, steht ein

ebenso wichtiges Thema „Klimawandel

und deren Folgen“ erst noch am

Anfang aller Überlegungen. Die Frage

der Klimafolgen hier ist, inwieweit

Gewerbeimmobilien anfälliger gegenüber

Extremwetterereignissen sind

und mit welchen Strategien und

Anpassungsmaßnahmen sich diese

Verwundbarkeit deutlich reduzieren

lässt. Adaptations stra tegien und Vorsorgemaßnahmen

zu den negativen

Folgewirkungen des Klimawandels

werden aber in den Bereichen Neubau

und Bestandssanierung zurzeit dennoch

eher defizitär abgehandelt. Dabei

ist eine stetige Anpassung von Gebäuden

an die Klimagegebenheiten

jedoch seit jeher notwendig gewesen.

Die Klimafolgenanpassungen für

Neubauten und Bestandsanierungen

lassen sich nach folgenden Klimawirkungen

unterteilen:

Klimaentwicklungen von genereller

Bedeutung

z lang anhaltende Hitzewellen im

Sommer

z Zunahme von Starkregen-Ereignissen

z Zunahme von Intensität und Stärke

von Sturmereignissen

z die alle mit gravierenden Folgen

und Schäden einhergehen.

Klimaentwicklungen mit noch unklaren

Folgen

z Zunahme von feuchten Wintern

z potenziell längere Sonneneinstrahlung

z im Sommer die Berücksichtigung

biotischer Folgewirkungen durch

Schimmel, Moose, Algen, Materialschädlinge

und andere Krankheitserreger

etc.

Zusätzliche Klimaveränderungen

durch lokale und regionale Gegebenheiten

z in Hanglagen

z in Gebieten mit quellfähigen Böden

(Tonböden)

z in Gebieten unter Grundwassereinfluss

z in Gebieten unter zusätzlichem –

potenziellen – Hochwassereinfluss

z in ehemaligen Bergbau-/Tagebaugebieten.

Zwischenzeitliche Effekte

des Klimawandels

z bspw. Veränderungen der Schneefallmenge

und der Konstitution des

Schnees führen zu Lastveränderungen

auf die Tragwerke.

Ansatz Prävention

Die Bauschadensbewertung bietet

hier bereits eine Reihe von ersten

präventiven Ansatzpunkten, da die

(wissenschaftliche) Untersuchung

bautechnischer Schwachpunkte, die

bei den klimawandelspezifischen

Wetter- und Witterungseinflüssen

(z.B. Sturm, Schlagregen und/oder

20 Stahlreport 11|19


Bild: www.klimafakten.de

Die Grafik visualisiert die Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen

1881 und 2017 – jeder Streifen steht für ein Jahr

Hagel) zu Bauschäden führen können,

schon weit fortgeschritten ist.

Aber auch die Leistungsfähigkeit und

Belastbarkeit von Baustoffen gegenüber

den extremeren Witterungsbedingungen

wird vermutlich in

Zukunft in der Bestandsbewertung

noch stärker als zuvor mit zu berücksichtigen

sein. Beim Neubau sind

zukunftsorientierte, klimaangepasste

Planungen mit neuen Materialien

und Konstruktionen eigentlich sehr

schnell umsetzbar, wenn man denn

bereits im sehr frühen Planungsstadium

(Leistungsphasen 0 und 1 nach

der Honorarordnung für Architekten-

und Ingenieurleistungen) interdisziplinär

denkende Planungspartner

mit am Tisch sitzen hat.

Bei der Bestandsanpassung ist

dieses nicht mehr ohne Weiteres

möglich. Denn der Bestand ist grundsätzlich

immer heterogen durchsetzt

und die Bewältigung der dort herrschenden,

klimabedingten Probleme

ist daher umso komplexer. Bei Bürogebäuden

sind darüber hinaus auch

noch die Vorgaben zur Arbeitsplatzgestaltung

und die Arbeitsstättenverordnung

bzw. deren Richtlinien

(vgl. Teil 2 dieser Artikelserie, Stahlreport

10.2019, S. 20 ff.) als Empfehlungen

für bautechnische

Lösungswege zur Klimafolgenbekämpfung

mit heranzuziehen.

Vorsorge, Kontrolle

und Monitoring

Bestimmte Gebäudebestände und -

typen können sich für einzelne Klimafolgen

als besonders sensibel

herausstellen. Daher sind Vorsorge,

regelmäßige Kontrolle und Monitoring-Systeme

als Informationsgrundlagen

sowie akteursgerechte

Leitfäden als Handlungshilfen unerlässlich.

Doch mit einer regelmäßigen

Bauwerksprüfung (vgl. auch

Teil 1 dieser Artikelserie, Stahlreport

9.2019, S. 22 ff.) können auch

im Bestand die meisten dieser klimafolgenbedingten

Probleme mit

Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen

durchaus präventiv

bewältigt werden.

Handlungsfeld

Industrie und Gewerbe

Die aktuellen Forschungsaktivitäten

des Bundesministeriums für Wirtschaft

(BMWi) im Handlungsfeld

Industrie und Gewerbe (Studie „Analyse

spezifischer Risiken des Klimawandels

zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen

für exponierte

industrielle Produktion in Deutschland“)

bietet ein fünfstufiges Anpassungskonzept

für alle Unternehmen

in den Bereichen der Distribution,

der Industrie und des Gewerbes an.

z Phase 1 – Klimawandel verstehen

und beschreiben

z Phase 2 – klimabedingte Risiken

erkennen und Lösungen suchen

Neben den allgemeinen Risiken, die

die gesamten Wertschöpfungsketten

betreffen können, können sich aber

gerade sehr teure Klimafolgenrisiken

durch unterlassene oder falsche

Unternehmensentscheidungen ergeben,

wenn infolge von Unsicherheiten

bzgl. der Klimaszenarien oder

auch die notwendigen und auch ökonomisch

sinnvollen Anpassungsoptionen

in die Risikovorsorge unterbleiben.

Eine frühzeitige Anpassung

an die Folgen des Klimawandels

kann sich für jedes Unternehmen

in mehrfacher Hinsicht wirtschaftlich

auszahlen und dabei auch die

Ausfallsicherheit der Produktionsund

Distributionsprozesse deutlich

erhöhen.

Die Risikoabschätzung durchläuft

dabei für die verschiedenen

Klimafolgen einen dreistufigen Prozess:

(1) Ermittlung der räumlich und zeitlich

differenzierten Eintrittswahrscheinlichkeit

einer Klimafolge;

(2) Abschätzung der standort-/gebäudespezifischen

Schadenswirkung;

(3) Bewertung des entstandenen

Schadens an der Immobilie.

z Phase 3 – Maßnahmen entwickeln

und vergleichen

Jedes Unternehmen kann sich mit

baulichen und organisatorischen

Maßnahmen auf solche Extremwetterereignisse

vorbereiten. Auch eine

präventive wie symbiotische Kooperation

mit den Nachbarbetrieben

erscheint in dieser Hinsicht äußerst

sinnvoll und kostensparend. Durch

eine solche präventive Kooperation

mit Nachbarbetrieben können Aufwand

und Kosten für die Planung

und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen

für das einzelne Unternehmen

geringer gehalten werden.

z Phase 4 Umsetzung

z Phase 5 Monitoring

Fazit

Nach heutigem Wissensstand ist der

Großteil der klimafolgenbedingten

Schadenssummen an und in Bauobjekten

durch folgende Mängeln

begründet:

z ungenügende Beachtung der technischen

Regelwerke

z fehlende Anpassung an deren aktuellen

Stand der Technik

z mangelhafte Bauausführung

z insbesondere fehlende Wartung

und Instandsetzung.

q

Stahlreport 11|19

21


Messen

und Märkte

Bericht/Nachrichten

q Eine aktuelle Studie des Bundesministeriums

für Wirtschaft und der

Risikohaftpflichtversicherer zum

Thema „Klimarisiken im industriellen

Mittelstand und Handwerk“ fasst

zusammen:

(1) bis zu 70 % der ökonomischen

Schäden nach Naturkatastrophen

gehen nicht auf direkte physische

Zerstörungen zurück, sondern auf

Betriebsunterbrechungen, die

intern oder extern auch durch den

Ausfall von Zulieferern ausgelöst

werden,

(2) Rückwirkungsschäden, die in

Zulieferbetrieben entstehen, sind

ebenso wie ein Verlust von Marktanteilen

durch Betriebsunterbrechungen

in vielen Versicherungspolicen

nicht enthalten oder nur

mit geringen Höchstentschädigungen

belegt,

(3) über 60 % der Unternehmen, die

von Betriebsunterbrechungen

betroffen sind, benötigen mindestens

zwei Jahre, um sich von den

Folgen zu erholen.

Spätestens an dieser Stelle sollte

eine Bewusstseinsschärfung bzgl.

der Klimafolgen auf den Gebäudebestand

angestoßen werden. 2

Klimawandelfolgen in Deutschland ab 2021 bis 2050

Bild: Umweltbundesamt, Adelphi, PRC, Eurac

22 Stahlreport 11|19


Messe-Termine

3. DeburringEXPO

Entgraten und Oberflächentechnik im Fokus

IEntgraten und die Herstellung von

Präzisionsoberflächen sind sehr spezielle

Fertigungsthemen, die für Unternehmen

jedoch immer wichtiger werden. Dies zeigte

sich bei der dritten DeburringEXPO vom 8.

bis 10. Oktober 2019: Nahezu jeder der

rund 2.100 Besucher war mit einer konkreten

Aufgabenstellung in Form von Musterteilen

oder Zeichnungen zur Messe angereist.

Für die 183 Aussteller ergaben sich daraus

erstklassige Kontakte und der direkte Einstieg

in Lösungsgespräche mit der Chance

auf hochwertige Projekte. Das zweisprachige

Expertenforum verzeichnete mit 49 %

der Besucher ebenfalls eine große Nachfrage

nach Wissen und Lösungsangeboten

zur Prozessoptimierung. „Die Qualität der

Gespräche war sehr gut. Während man bei

anderen, größeren Messen viel Publikum

hat, das sich nur generell informieren

möchte, hatten wir hier ausschließlich

Besucher mit realen Aufgaben am Stand,

für die sie Lösungen suchen“, berichtet

Christian Höhn, Product Management Mass

Finishing bei der Rösler Oberflächentechnik

GmbH.

Zu den Highlights der diesjährigen Veranstaltung

zählte auch das Experten-Forum,

das mit 29 simultan übersetzten Vorträgen

praxisnahes Know-how zu unterschiedlichen

Themen rund um das Entgraten und

Oberflächenfinish bot. Während der drei

Messetage nutzen rund 1.000 Besucher

diese Gelegenheit, um ihr Wissen zu vertiefen

und Erfahrungen auszutauschen. Bei

über einem Viertel der Fachbesucher beeinflusste

das Programm des Expertenforums

den Tag des Messebesuchs.

Die nächste DeburringEXPO findet vom 12.

bis 14. Oktober 2021 auf dem Messegelände

Karlsruhe statt. www.deburring-expo.de

Letzter November war trockenster Monat

Niedrigwasser beschert Binnenschifffahrt Rekordminus

Im Jahr 2018 nahm die Güterbeförderung der Binnenschifffahrt gegenüber dem

Vorjahr um 11,1 % ab. Das meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits

im vergangenen März. Nach Destatis-Angaben wurden insgesamt 198 Mio. t Güter auf

deutschen Binnenwasserstraßen transportiert. 2017 waren es noch 222,7 Mio. t.

Ursache für den massiven Rückgang der Güterbeförderung waren die Niedrigwasserstände

der wichtigsten Binnenwasserstraßen im

2. Halbjahr 2018. So verringerte sich die

Transportmenge der Binnenschiffe im

1. Halbjahr 2018 den Angaben zufolge nur

leicht um 1,1 %. Die Monate August bis

November 2018 wiesen dann jeweils zweistellige

Rückgänge im Vergleich zum jeweiligen

Vorjahresmonat auf, wobei der höchste

Rückgang mit einem Minus von knapp 34 %

im November zu verzeichnen war. Im

Dezember 2018 normalisierten sich die

Wasserstände langsam, der Rückgang lag in

diesem Monat nur noch bei 12,4 %.

z Blechexpo. Internationale

Fachmesse für Blechbearbeitung

Stuttgart, 5.-8.11.19, mit BDS-

Gemeinschaftsstand (siehe S. 34)

z A+A. Internationale Leitmesse für

Sicherheit und Gesundheit bei der

Arbeit

Düsseldorf, 5.-8.11.19

z Schweißtec. Internationale

Fachmesse für Fügetechnologie.

Stuttgart, 5.-8.11.19

z Formnext. Leitmesse für additives

Manufacturing

Frankfurt, 19.-22.11.19

z Swissbau. Fachmesse der Bau- und

Immobilienwirtschaft in der Schweiz

Basel, 14.-18.1.20

z Nortec. Fachmesse für Produktion

Hamburg, 21.-24.1.20

z Learntec. Fachmesse und Kongress

für digitale Bildung

Karlsruhe, 28.-30.1.20

z digitalBAU, Fachmesse für digitale

Lösungen in der Baubranche

Köln, 11.-13.2.20

z Bautec. Fachmesse für Bauen und

Gebäudetechnik

Berlin, 18.-21.2.20

z Internationale Eisenwarenmesse

Köln, 1.-4.3.20

z LogiMAT. Fachmesse für Intra logistik-

Lösungen und Prozessmanagement

Stuttgart, 10.-12.3.20

z Metav. Internationale Messe für

Technologiender Metallbearbeitung

Düsseldorf, 10.-13.3.20

z Wire & Tube. Internationale Messen

für die Draht-, Kabel- und Rohrindustrie

Düsseldorf, 30.3.-3.4.20

z Saw Expo. Messe für die Sägebranche

(im Rahmender Tube)

Düsseldorf, 30.3.-3.4.20)

z Hannover Messe. Internationale

Industriemesse

Hannover, 20.-24.4.20

z PaintExpo. Weltleitmesse für

industrielle Lackiertechnik

Karlsruhe, 21.-24.4.20

z Cutting World. Fachmesse für

professionelle Schneidtechnik

Essen, 28.-30.4.20

Stahlreport 11|19

23


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

Foto: Kasto

Automatische KASTO-Lagersysteme – hohe Lagerdichte, schnelle

Zugriffszeiten und hohe Bestandstransparenz.

Automatisierung und Roboter-Anbindung in der Säge- und Lagertechnik

Vom Langgut-Rohmaterial

bis zum palettierten Fertigteil

Automatisierung, Vernetzung und Robotik sind in der Metallverarbeitung rasant auf dem Vormarsch – auch in der

Lager- und Sägetechnik. Lagersysteme und Sägemaschinen sind immer häufiger in einen einheitlich gesteuerten

Materialfluss integriert, in dem sämtliche Prozesse zwischen Warenein- und -ausgang vollautomatisch ablaufen –

vom Einlagern des Langgut-Rohmaterials bis zum Versand der palettierten Fertigteile. Anwender können damit ihre

Fertigung deutlich flexibler und leistungsfähiger gestalten, die Arbeitsbedingungen verbessern und die Betriebskosten

erheblich senken. Im Hause KASTO sind diese Themen keine Zukunftsmusik.

Kasto auf der

Blechexpo:

Halle 1, Stand 1206

Ob im Stahlhandel, der Automobil- und Zulieferindustrie

oder im Maschinen- und Anlagenbau: Metallverarbeitende

Unternehmen quer durch sämtliche Branchen

sehen sich seit Jahren steigenden Anforderungen

gegenüber. Kunden erwarten eine immer höhere Fertigungs-Flexibilität,

von Losgröße Eins bis zur Großserie.

Die Vielfalt an Materialien und Abmessungen nimmt

stetig zu, gleichzeitig wachsen die Ansprüche an die

Qualität und der Kostendruck. Um im weltweiten Wettbewerb

langfristig bestehen zu können, sind daher Lösungen

gefragt, die unterschiedliche Produktionsaufgaben

variabel und leistungsfähig, aber auch effizient umsetzen

können.

Effizientes Rohmaterial-Management

Immer mehr Anwender vertrauen darauf, einzelne

Arbeitsabläufe in Produktion und Logistik zu automa-

tisieren und intelligent zu vernetzen. Dies beginnt bei

der Einlagerung des angelieferten Rohmaterials: Anstelle

der früher weit verbreiteten Boden- oder Kragarmlagerung

setzen Unternehmen vermehrt auf vollautomatische

Langgutlager. Die softwaregesteuerten Systeme bieten

nicht nur eine deutlich höhere Lagerdichte, sondern

auch schnelle Zugriffszeiten und eine hohe Bestandstransparenz.

Als Lastaufnahmemittel kommen bei der Langgutlagerung

in der Regel Kassetten zum Einsatz. Ein Regalbediengerät

bringt diese selbstständig nach dem Prinzip

„Ware zum nächsten Prozess“ zu einer oder mehreren

Übergabestationen. Diese können für den jeweiligen

Bedarf unterschiedlich gestaltet sein, zum Beispiel als

Feststation oder beweglich als Längs- bzw. Querverschiebewagen.

Die automatische Ein- und Auslagerung

ist nicht nur wesentlich schneller als von Hand, sie

24 Stahlreport 11|19


schützt auch die Mitarbeiter vor Unfällen und Verletzungen,

da die schweren und sperrigen Materialien

nicht manuell bewegt werden müssen. Aufträge werden

per Knopfdruck über die Lagersteuerung abgewickelt –

oder direkt über ein übergeordnetes ERP-System, an

welches diese mithilfe einer Schnittstelle angebunden

ist.

Optimierte Wertschöpfung durch Verkettung

der Lagersysteme mit Sägevollautomaten

Oft stellt das Sägen der ausgelagerten Artikel den ersten

Schritt bei der Anarbeitung oder Fertigung dar. Auch

hier sind sämtliche Prozesse immer häufiger mannlos

organisiert. Die modernen KASTO-Sägemaschinen lassen

sich mithilfe von Manipulatoren und Fördertechnik nahtlos

an das Rohwarenlager anschließen und werden darüber

mit den benötigten Materialien versorgt. Der Sägevorgang

selbst läuft bei entsprechender Ausstattung der

Maschine ebenfalls autonom ab – unterstützt durch

einen automatischen Materialvorschub und eine intelligente

Maschinensteuerung, die anhand der Auftragsdaten

sämtliche Parameter wie Abschnittlänge oder

Schnittgeschwindigkeit einstellt. Leistungsfähige Produktionssägen

können so verschiedene Aufträge mit

unterschiedlichen Materialien und Durchmessern nacheinander

erledigen und auch über einen längeren Zeitraum

selbstständig arbeiten.

Höchstleistung durch Anbindung

intelligenter Roboter

Zum Handling und der weiteren Bearbeitung der fertigen

Abschnitte bieten Industrieroboter weiteres großes

Potenzial. Sie können zum Beispiel die gesägten Teile

in Höchstgeschwindigkeit entsprechend des Fertigungstaktes

aus der Maschine entnehmen, sodass auch

dieser immer wiederkehrende Arbeitsschritt für die

Mitarbeiter entfällt. Zudem lassen sich die Roboter mit

den entsprechenden Werkzeugen wertschöpfend unter

anderem zum Entgraten, Fasen, Markieren, Zentrieren,

Reinigen oder Messen und Prüfen der Werkstücke einsetzen.

Die Abschnitte können gewogen, nach Größe

oder Auftrag sortiert und auf Paletten oder in Behälter

packdicht gestapelt werden. Für komplexe Abläufe mit

verschiedenen Arbeitsschritten lassen sich bei KASTO

auch Kombinationen aus mehreren Robotern und

Spannvorrichtungen realisieren. Auch die weitere

Anbindung an fahrerlose Transportsysteme (FTS) ist

gängige Praxis.

Bei Mengensägen, die nur wenige unterschiedliche

Bauteilgeometrien verarbeiten, sind nachgelagerte Prozesse

relativ einfach zu automatisieren. Etwas anders

stellt sich die Lage bei individualisierten Auftragssägen

dar, die flexibel zahlreiche Materialien und Abmessungen

bearbeiten müssen: Je größer die Vielfalt, desto herausfordernder

ist es, diese im vollen Umfang abzudecken.

Wichtig ist beispielsweise die optimale Auswahl der

Roboterwerkzeuge. Der Roboter sollte mit möglichst

wenigen Hilfsmitteln sämtliche handzuhabende Objekte

manipulieren. Das senkt die Anschaffungskosten, verkürzt

die Nebenzeiten und erhöht die Produktivität.

Anwender können dabei unter anderem aus mechanischen,

magnetischen oder vakuumbetriebenen Greifern

wählen. Diese sollten so kompakt wie möglich sein, um

dem Roboter die maximale Zugänglichkeit zu den Sägeabschnitten

zu verschaffen. KASTO unterstützt den

Anwender dabei die optimalen Werkzeuge für die bevorstehenden

Aufgaben zu definieren. Im Regelbetrieb trifft

der Roboter dann selbstständig die Entscheidung, welches

Werkzeug für die aktuelle Aufgabe am besten geeignet

ist. Die Entscheidungskriterien können dabei die Erreichbarkeit

des Werkstücks oder die Optimierung des Stapelbilds

sein.

Industrie 4.0 in der Lager- und Sägetechnik

längst angekommen

Mit den passenden Komponenten lassen sich Lager-,

Säge-, Automatisierungs- und Robotertechnik zu dezentralen

und hoch integrierten Systemen kombinieren,

die nahtlos in einen durchgängigen Materialfluss eingebunden

sind. Der Hersteller KASTO realisiert für seine

Kunden kombinierte Lager-Säge-Roboter-Systeme, in

denen vom Einlagern des Rohmaterials bis zur Kommissionierung

der Abschnitte sämtliche Lager-, Handling-,

Säge-, Markier-, Palettier- und Bündelungsprozesse

vollautomatisch ablaufen. Der große Vorteil: Das gesamte

System funktioniert mit einer einheitlichen Steuerungssoftware,

die mit nur einer Schnittstelle an vorhandene

ERP-Systeme wie SAP angebunden werden kann. Dies

erhöht die Transparenz und Effizienz erheblich. Mit weiteren

Fertigungsmaschinen, etwa zum Drehen oder Fräsen,

lassen sich die Lager-, Säge- und Roboter-Systeme

zu einer durchgängig digitalisierten und automatischen

Produktion verketten, die sich – ganz im Sinne von

Industrie 4.0 – dezentral selbstständig organisiert.

Für den Anwender bieten Automatisierung und Roboter-Unterstützung

deutliche Vorteile: Er kann bei geringerem

Personaleinsatz seine Produktivität maßgeblich

steigern, da viele Prozesse nicht nur mannlos, sondern

auch deutlich schneller, ablaufen. Krankheitsbedingte

Ausfälle der Mitarbeiter lassen sich leichter kompensieren,

und auch in Pausenzeiten oder nach Schichtende

läuft die Produktion einfach weiter. Das Ergebnis sind

geringere Personalkosten und eine hohe Flexibilität in

Bezug auf die Auslastung. Unternehmen können zum

Beispiel Auftragsspitzen wesentlich besser abarbeiten

und Nebenzeiten drastisch reduzieren. Das macht sich

auch wirtschaftlich schnell bemerkbar.

Anwender und Kunden profitieren gleichermaßen

Auch die Arbeitsbedingungen verbessern sich durch

die automatisierte Technik: Mitarbeiter werden von

schweren, ermüdenden und monotonen Tätigkeiten entlastet,

die Unfall- und Verletzungsgefahr sinkt. Darüber

hinaus ist die Qualität der gesägten Abschnitte höher,

denn der Roboter bearbeitet alle Teile gleichmäßig und

präzise, sortiert sie zuverlässig und stapelt sie sauber

ab. Davon profitieren letztlich nicht nur die Betreiber,

sondern auch deren Kunden. 2

[ kontakt ]

KASTO Maschinenbau

GmbH & Co. KG

77865 Achern

Tel.: +49 7841 61-0

www.kasto.com

Stahlreport 11|19

25


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

MEBA auf der Blechexpo 2019 in Stuttgart

Ein Flaggschiff der

Doppelgehrungstechnik

Zur DNA von MEBA gehört es, das vielfältige Produktportfolio

kontinuierlich voranzutreiben. So hat der Sägespezialist

vor einiger Zeit die Entwicklung der erfolgreichen Baureihe

MEBAeco ins Visier genommen – und ein Facelift des

Doppelgehrungsautomaten MEBAeco 335 DGA-600 auf den

Markt gebracht, das vor allem in Richtung Digitalisierung

deutlich aufgerüstet wurde. Vom 5. bis 8. November 2019

können Besucher der Fachmesse für Blechbearbeitung

„Blechexpo“ in Stuttgart, Halle 10, Stand 10101 das

Flaggschiff der Doppelgehrungstechnik live erleben.

Facelift in Richtung Digitalisierung: der Doppelgehrungsautomat

MEBAeco 335 DGA-600

Der flexible CNC-Doppelgehrungsautomat

MEBAeco 335 DGA-

600 steht für eine Baureihe, die kundenspezifische

Anforderungen mit

feinster Technik vereint, wirbt der

Hersteller. MEBAeco Metall-Bandsägemaschinen

basieren auf einem

technisch kontinuierlich weiter entwickelten

„Baukastensystem“ – der

Plattform, auf der sich der Kunde

seine individuelle Maschine, ausgerichtet

auf seine Sägeziele,

zusammenstellen kann. Von der

einfachen halbautomatischen

Geradschnittmaschine bis hin zum

patentierten vollautomatischen Doppelgehrungssägeautomaten

ist alles

möglich.

Das Flaggschiff der MEBA-Doppelgehrungstechnik,

die MEBAeco

335 DGA-600, verfügt über Features

wie den elektrischen Sägevorschub

mit Kugelrollspindel oder das patentierte

Doppelgehrungssystem, das

für die rechtwinklige Spannung des

Materials sorgt. Dank des frequenzgeregelten

AC-Antriebs ist die Sägebandgeschwindigkeit

stufenlos von

15-150 m/min einstellbar. Der

durchgängige Einsatz von modernsten

Kugelumlaufführungen macht

den MEBAeco Automaten leichtgängig,

hochbelastbar, wartungsarm

und spielfrei, so das Unternehmen.

MEBA-Doppelgehrungsbandsägeautomaten

ermöglichen das Abarbeiten

von verschiedenen Winkelund

Längenkombinationen. Mit

ihrer ausgeklügelten Technik bedienen

sie die Anforderungen nach

MEBA auf der

Blechexpo:

Halle 10, Stand

10101

Foto: Meba

MEBAconnect: Auf der Blechexpo

zeigt Meba die gesamte Palette an

aktuellen 4.0-Lösungen.

26 Stahlreport 11|19


MEBAconnect

Bei MEBA ist man stolz darauf, sich

als mittelständisches Familienunternehmen

schon seit vielen Jahren

mit zukunftsweisenden Projekten

fit gemacht zu haben für die Anforderungen

der Digitalisierung. Unter

der Überschrift MEBAconnect entwickelt

das Unternehmen bereits

für all seine Kundengruppen

smarte, für sie sinnvolle und machbare

Lösungen rund um das Sägen.

„MEBA ist überzeugt: Industrie 4.0

Lösungen können für jeden einen

Mehrwert bringen, egal ob Einzelunternehmer

oder Großindustrie“,

so das Unternehmen.

Bereits auf der EMO in Hannover in

diesem Jahr hat das Unternehmen

ein Paket an 4.0-Lösungen präsentiert,

wie die MEBAapp, ein Benachrichtigungs-

und Auswertungsmehoher

Flexibilität und schneller

Durchlaufzeit in der Produktion bei

optimaler Schnittqualität, egal ob

einfache oder komplexe Sägeaufgaben.

Automatisierung und

vernetztes Sägen

Auch beim Thema Automatisierung

mache man bei der MEBAeco keine

Kompromisse. Für einen komplett

automatisierten Sägeablauf können

MEBAeco-Maschinen mit Materiallagerungs-,

Zu- und Abfuhrlogistik

verknüpft werden. In Verbindung

mit Trägerbohranlagen, Sandstrahlanlagen,

Graviereinrichtungen oder

Schweißrobotern lassen sich automatisierte

Fertigungstraßen von

Stahlkonstruktionen verwirklichen.

Im Doppelgehrungsautomaten

MEBAeco 335 DGA-600 kommen

zudem MEBAconnect-Lösungen zur

Anwendung. Der Automat ist mit

einer vernetzbaren, ergonomischen

Panelsteuerung mit diversen Optionspaketen

ausgestattet. Die Pakete

ermöglichen die Einstellung von

Sägeprogrammen in der Arbeits-

vorbereitung, den Import von Sägeprogrammen

aus CAD mit DStV-

Schnittstelle und Datenexport oder

machen den deutlich erweiterten

MEBA-Teleservice zur Fernwartung

möglich.

Partner bei

Säge-Bohranlage

Auf dem Blechexpo-Messestand

von Meba ist in Stuttgart die

Peddinghaus Corporation, der

langjährige, enge Partner von

Meba, mit dabei. Gemeinsam

präsentieren sie die im Markt

erfolgreiche Säge-Bohranlage,

die die Doppelgehrungsbandsäge

MEBAsteel mit einer Bohranlage

der Firma Peddinghaus

kombiniert.

dium über den aktuellen Maschinenzustand

mit wertvollen Handlungsempfehlungen,

bevor es zu

Maschinenstillständen kommt. Auf

der Blechexpo in Stuttgart zeigt das

Unternehmen seine gesamte Palette

an aktuellen 4.0-Lösungen. 2

[ Kontakt ]

MEBA Metall- Band sägemaschinen GmbH

72589 Westerheim

Tel.: +49 7333 9644-0

www.meba-saw.com

Die Weinmann Aach AG ist ein starker Partner für Stahl, Edelstahl, Aluminium

und Buntmetalle. Mit rund 50.000 Quadratmetern Gesamtlagerfläche, moderner

Lagertechnik und 50 firmeneigenen LKW sorgen wir dafür, dass Material

in allen erdenklichen Formen und Güten schnell und reibungslos an Sie ausgeliefert wird.

Weitere Infos unter www.weinmann-aach.de


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

Ziel: Europaweit klimaneutral bis 2050

ArcelorMittal setzt auf nachhaltige

Produkte und Produktionsverfahren

Bis 2050 will der größte Stahlhersteller der Welt, ArcelorMittal, seinen ökologischen Fußabdruck in

Europa weiter verkleinern und klimaneutral produzieren. Europa ist mit rund 78.000 Mitarbeitern,

einer Präsenz in 17 europäischen Ländern und rund 400 Werken der Kontinent, auf dem der Konzern

am stärksten vertreten ist.

Zu den wesentlichen Schritten

auf dem Weg zur Klimaneutralität

bei der Stahlherstellung gehören

vor allem die Entwicklung

nachhaltiger Produkte und gleichzeitig

die Veränderung der Produktionsverfahren.

Während es bei der

Herstellung darum geht, CO 2 zu vermeiden,

zu reduzieren oder für

andere Produkte zu nutzen, setzt

der Konzern bei seinen Produkten

vor allem auf Innovationen.

Produkte für nachhaltiges Bauen

Auf der Blechexpo vom 5. bis 8.

November in Stuttgart zeigt ArcelorMittal

deshalb seine aktuelle

Palette fortschrittlicher Produkte,

die nachhaltiges Bauen von Maschinen,

Anlagen und Fahrzeugen

ermöglichen.

Mit diesen Stählen entstehen

zum Beispiel Lkw- oder Baggerschaufeln,

die länger im Einsatz

sind, Krane mit geringerem Gewicht,

wetterresistente Fundamente für

Solaranlagen und günstiger herzustellende

Waschmaschinen.

Hinzu kommt: Auch den Vergleich

zu anderen Materialien muss

Stahl nicht scheuen. Denn Stahl lässt

sich am Ende der Lebensdauer des

Produkts zu 100 % recyceln. „Die

optimierten Produkte und die verbesserte

Verarbeitung führen zu

einem deutlich geringeren ökologischen

Fußabdruck“, sagt Jochen

Grünewald, (siehe Zitat).

ArcelorMittal

auf der Blechexpo:

Halle 10, Stand

10412

Die Güte Relia bietet dem Konzern

zufolge bis zu sechsmal bessere

Abriebeigenschaften als normaler

Stahl bietet.

„Wenn wir die CO 2 -Menge in der Industrie reduzieren

wollen, müssen wir unseren Kunden dabei helfen,

die Haltbarkeit und die Lebensdauer von Produkten

aus Stahl deutlich zu erhöhen sowie die Verarbeitung

zu erleichtern.“

Jochen Grünewald, Managing Director Flat Products bei ArcelorMittal

Commercial Germany

Bild: ArcelorMittal/©Shutterstock/yuttana jeenamool

Vier Produkte

auf der Blechexpo

Auf der Blechexpo präsentiert ArcelorMittal

deshalb vor allem vier Produkte:

Amstrong Ultra, Relia, Magnelis

und Jetskin. Amstrong Ultra

ist als hochfester Stahl für extreme

Anwendungen eine europäische

High-End-Entwicklung, die bei gleicher

Festigkeit wesentlich Gewicht

reduziert. Daraus ergeben sich bei

der Anwendung vielfältige CO 2 -Einsparungen.

Bei der Produktion von

Bau- und Landmaschinen etwa können

Hersteller dem Konzern zufolge

bei gleichen Produkteigenschaften

bis zu 40 % leichter bauen als mit

herkömmlichem Stahl.

Der Stahl Relia kommt zum Einsatz

etwa als Material für Baggerschaufeln,

Bordwände und Ladeflächen

von Kippern und Lkw, also bei

Baumaschinen und beim Transport

von Baugütern sowie überall dort,

wo man es mit Aushub und Schüttgutumschlag

zu tun hat, also etwa

im Bergbau, beim Abbau von Steinen

und in der Mineralindustrie.

Mit seinen laut ArcelorMittal dreibis

sechsmal besseren Abrieb-Eigenschaften

als normaler Stahl ermöglicht

Relia eine wesentlich höhere

Produktlebensdauer.

28 Stahlreport 11|19


Dabei sei Relia problemlos zu verarbeiten.

Die Stahlplatten können

dem Konzern zufolge mit allen thermischen

Schneideverfahren einschließlich

Sauerstoff-Brennstoff,

Plasma und Laser bearbeitet werden.

Sie besitzen zudem eine sehr

gute Formbarkeit und sind sehr gut

schweißgeeignet mit jedem herkömmlichen

Schmelzschweißverfahren.

ArcelorMittal-

Stahlsorten im Netz

z Armstrong Ultra:

https://bit.ly/2MlSDSN und

https://bit.ly/2VPxJP2

z Relia: https://bit.ly/2MU9YSe

z Magnelis: https://industry.

arcelormittal.com/magnelis

z Jetskin: https://bit.ly/2qjA5tX

Magnelis: Korrosionsschutz

unter extremen Bedingungen

Als Stahl mit außergewöhnlichem

Korrosionsschutz für Fundamente

selbst in aggressiven Böden bietet

ArcelorMittal Magnelis an, einen

Stahl, der in Sachen Korrosionsschutz

dem Hersteller zufolge mindestens

dreimal besser ist als herkömmlicher

verzinkter Stahl. Mit

hervorragenden Gebrauchseigenschaften

und seiner vielfältigen

Anwendungsfähigkeit sieht ArcelorMittal

Magnelis als eine der

besten und kostengünstigsten

Alternativen zu nachverzinktem

Stahl.

Jetskin ist eine metallische

Beschichtung für Stahl, die mit JVD

(Jet Vapor Deposition; hierbei wird

ein sich bewegendes Stahlblech in

Vortrag auf der

Blechexpo

Jochen Grünewald, Managing

Director Flat Products bei ArcelorMittal

Commercial Germany:

„Innovation und Umwelt im

Fokus: Stahlproduktion und -

lösungen für die Welt von morgen“

am Mittwoch, 6. November

2019, 13:40–14:20 h, Aussteller-

Forum/Halle 9, Stand 9310

einer Vakuumkammer beschichtet)

aufgebracht wird. Hierdurch werde

ein deutlich geringerer ökologischer

Fußabdruck ermöglicht. Jetskin bietet

eine homogene Beschichtung auf

einer oder beiden Seiten des Stahls

und damit einen ausgezeichneten

Korrosionsschutz, insbesondere für

den Innenbereich – etwa bei Haushaltsgeräten.

2

Als Referenten hat Hans G. Diederichs, von

stahlnews, namhafte Brancheninsider

gewonnen. Im Anschluss an die Vorträge

haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Gelegenheit zum Networken. Als Referenten

dabei sind

z Prof. Dr. Matthias Liewald, Leiter des Instituts

für Umformtechnik an der Universität

Stuttgart („Kurzüberblick aktueller Forschungsschwerpunkte

zum Umformen von

Stahl & neue Prozessansätze zu Industrie

4.0“

z Norbert Thumfart, CEO Weyland GmbH

und Vorstand ARGE Stahl- und Metalldisstahlnews-ExpertenTreff

auf der Blechexpo

Die Stahlindustrie in Zeiten von Globalisierung und Industrie 4.0

Am Abend des ersten Messetages

der Blechexpo 2019 findet am 5. November

der Blechexpo-ExpertenTreff statt.

Veranstaltet von der stahlnews.de GmbH

& Co. KG richtet sich die kostenlose Veranstaltung

unter dem Motto „Die Stahlindustrie

in Zeiten von Globalisierung und

Industrie 4.0“ ab 18:00 h an Fachleute

aus der Stahl- und Blechbearbeitung, an

Betreiber von Stahl-Service-Centern und

an Stahldistributeure mit eigenen Anarbeitungszentren.

tribution („Die Zukunft der Stahlindustrie

und ihrer Zulieferer in Osteuropa“)

z Tim Milde, Geschäftsführer und COO bei

XOM Materials GmbH („eCommerce und

Plattformen als Chance für den Metallmarkt“)

z Dr. Markus Reifferscheid, Vice President,

R&D bei der SMS Group („Das lernende

(Stahl)Werk“)

z Dr. Ir. Menno van der Winden, General

Manager Advanced Analytics bei Tata

Steel Europe („WEF „Leuchtturm 2019“:

Auszeichnung für drastische Verbesserung

der Produktion durch Advanced Analytics“)

Info

Wann: 5. November 2019,

Einlass ab 17:30 h, Beginn 18:00 h

Wo: im Restaurant „Am Park“,

Messe Stuttgart (geänderter

Raum, ursprünglich

im „Restaurant am

Wasser“)

Richtexperte Arku auf der Blechexpo

Laser- und Stanzteile

in einem Durchgang richten

Die ARKU Maschinenbau GmbH präsentiert

auf der Blechexpo am Stand 1001

in der Halle 1 einer seiner neuesten Entgratmaschinen,

den EdgeBreaker ® 3000 für

Laser- und Stanzteile. Die Entgratmaschine

verfügt über zwei hintereinander geschaltete

Bearbeitungszonen, die bis zu 80 mm

dicke Blechteile auch in großen Stückzahlen

beidseitig in einem Arbeitsgang entgraten

und verrunden. Dies macht ein erneutes

Einlegen der Teile überflüssig und spare

somit rund die Hälfte der Arbeitszeit ein, so

das Unternehmen.

Weitere Vorteile biete der EdgeBreaker®

3000 durch sein patentiertes Bürstenwechsel-Klicksystem.

Dieses erlaubt ein einfaches

und schnelles Wechseln von Schleifmitteln

und damit eine schnelle und flexible

Anpassung an die gestellte Entgrataufgabe.

Die automatische Kalibrierung misst zudem

den Schleifmittelverbrauch und kompensiert

diesen selbstständig.

Arku auf der Blechexpo:

Halle 1, Stand 1001

Stahlreport 11|19

29


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

Burghardt + Schmidt zeigt Multi-Blanking-Anlagen auf der Blechexpo 2019

Kombinierte Quer- und Längsteilanlage

In der Blechbearbeitung wird eine immer größere Flexibilität der Zuschnitte für komplexe Anwendungen verlangt.

Selbst bei wechselnden Blechdicken müssen oftmals anspruchsvolle Materialien präzise und schnell geschnitten

werden. Eine Bearbeitung mit separaten Quer- und Längsteilanlagen ist aber zeitaufwendig und nur in

mehreren Arbeitsschritten zu bewerkstelligen. Daher hat die b+s group Multi-Blanking-Anlagen entwickelt,

die beide Arbeitsschritte in einem Durchlauf vereint.

Burghardt + Schmidt

auf der Blechexpo:

Halle 8, Stand 8405

Mit der kombinierten Querund

Längsteilanlage lassen sich

wechselnde Zuschnittsgrößen effizient

und mit höchster Qualität

inhouse durchführen – ohne zusätzlichen

Logistikaufwand. Die Anlagen

ermöglichen eine Geschwindigkeit

von bis zu 100 m/min bei Steckgrenzen

über 1.000 N/mm 2 und Materialfestigkeiten

über 1.500 N/mm 2 .

Dank Inspektionsvorkehrungen sind

diese besonders geeignet für empfindliche

Oberflächen wie bei Edelstahl-

und Aluminiumbändern, die

beispielsweise bei Metallkomponenten

für Weiße Ware oder in der Architektur

für Zier-Elemente verwendet

werden.

„Um Verzögerungen durch

externe Zulieferer zu vermeiden, verlangen

viele unserer Kunden die Integration

einer Längsteilschere in ihre

Querteilanlagen, um einen weiteren

Arbeitsschritt inhouse durchführen

zu können“, berichtet Thomas Baral,

Geschäftsführer der Burghardt +

Schmidt GmbH. „Daher haben wir

die Synergieeffekte der einzelnen

Unternehmen der b+s group genutzt,

um flexible Anlagen für diese hohen

Qualitätsanforderungen zu entwickeln.“

Mit den neuen Multi-Blanking-

Anlagen lassen sich mehrere präzise

und individuelle Blechzuschnitte in

einem Durchlauf realisieren. Außerdem

bietet die hohe Fertigungstiefe

eine größere Unabhängigkeit in

Bezug auf die sich immer schneller

veränderten Marktanforderungen.

Bis zu fünf Streifen in der

Längsteilung bei 100 m/min

Die Multi-Blanking-Anlagen der b+s

group sind für Bleche mit einer Materialbreite

bis 2.500 mm sowie einer

Dicke von 0,1 bis 6,0 mm ausgelegt.

Die neuen Multi-Blanking-Anlagen der b+s group vereinen eine Quer- mit einer Längsteilanlage

und ermöglichen auf diese Weise mehrere Arbeitsschritte in nur einer Anlage.

„Vor dem ersten Schnitt wird das

Coil zunächst gerichtet und erst dann

in Längsstreifen geteilt“, erläutert

Baral. „Danach werden diese Streifen

quergeteilt, wodurch pro Segment

bis zu fünf Blechzuschnitte in der

gewünschten Länge entstehen.“ Aufgrund

der hohen Stückzahl der Blechzuschnitte

bei geringen Abmessungen

nimmt der Bereich für Stapelung

und Verpackung eine wichtige Rolle

ein. Daher hat die b+s group auf

unterschiedliche Stapeltechniken

wie ein Vakuum-, Magnetband- oder

Schwingarmstapler geachtet.

Um auch hohe qualitative Anforderungen

zu erfüllen, wird jede

Anlage für die jeweilige Anwendung

individualisiert. Beispielsweise sind

die Materialdaten ein entscheidendes

Kriterium dafür, wie eine Multi-Blanking-Anlage

ausgelegt wird. „Bei

unserem Pre-Sales-Service ist eine

Werksbesichtigung samt persönlicher

Beratung vor Ort von Vorteil,

da die unterschiedlichen Anforderungen

intensivst besprochen werden

sollten“, so Baral. „Auch die Regelungs-

und Antriebstechnologie spielt

eine entscheidende Rolle bei hochwertigen

Anlagen, denn so können

Anlagen dieser Art bis zu einer Anlagengeschwindigkeit

von 100 m/min

ausgelegt werden.“ Deswegen wurde

bei der Automatisierung der Anlagen

auch das Know-how der b+s-Tochter

DELTA Technik genutzt, um die

mechanischen mit den elektrischen

Komponenten abzustimmen.

Die b+s group stellt unter anderem

die neuen Multi-Blanking-Anlagen

auf der diesjährigen Blechexpo

in Stuttgart auf dem Messestand

8405 in Halle 8 vor. 2

Bild: b+s

30 Stahlreport 11|19


Bild: EMW

Schäfer Lochbleche: seit Mitte des Jahres mit erweitertem Portfolio, neuen Lochbildern und Edelstählen am Markt.

EMW Stahl-Service-Center und SCHÄFER Lochbleche auf der Blechexpo 2019

Erweitertes Portfolio und digitale Services

EMW Stahl-Service-Center und SCHÄFER Lochbleche präsentieren sich vom 5. bis 8. November auf

der 14. Blechexpo in Stuttgart. Am Stand 10201 in Halle 10 bieten die beiden Geschäftsbereiche

der SCHÄFER WERKE-Gruppe eine Auswahl ihres Produkt- und Leistungsspektrums. Als weltweit

einzige Messe zu den Technologien Blechbearbeitung und Fügetechnik steht die Veranstaltung ganz

im Zeichen der Digitalisierung und der Industrie 4.0.

Seit Anfang des Jahres ist der

Neubau des Logistikzentrums des

EMW Stahl-Service-Centers am

Stammsitz in Neunkirchen abgeschlossen

und in Betrieb. Dadurch

konnte die Auftragsabwicklung

optimiert und die Gesamtkapazität

der wachsenden Nachfrage angepasst

werden, teilt das Unternehmen

mit. Mit der Einführung des

Kundenportals „Yoursteel“ Ende

2018 bietet EMW die Möglichkeit,

alle wichtigen Informationen zu

Aufträgen und Beständen jederzeit

online abzufragen oder verschiedene

Dokumente wie Prüfberichte,

Lieferscheine und weitere Dokumente

zu downloaden.

„Mit der Inbetriebnahme der Plattform

„Yoursteel“ bieten wir unseren

Kunden einen noch effizienteren

Service und sind bestens für die

Anforderungen der Industrie 4.0

gewappnet“, sagt Michael Mockenhaupt,

Geschäftsführer EMW Stahl-

Service-Center.

Fokus Kundennähe

bei EMW und Schäfer

Zur Optimierung seiner kundenorientierten

Dienste und Angebote hat

EMW Stahl-Service-Center zu Anfang

des Jahres einen neuen Standort

eröffnet. Vom Werk im sächsischen

Treuen aus werden nicht nur Kunden

aus dem Großraum Sachsen und Thüringen

bedient, sondern auch internationale

Kunden aus Polen, der

Tschechischen Republik, Ungarn,

der Slowakei und anderen zentraleuropäischen

Ländern.

Seit Mitte des Jahres ist Schäfer

Lochbleche mit erweitertem Lagerlochblechportfolio,

neuen Lochbildern

und Edelstählen am Markt. Ziel ist

es, mit den neuen Produkten auf aktuelle

Marktbedürfnisse einzugehen

und die digitalen Services noch mehr

in den Fokus zu rücken. Das gesamte

Lagersortiment ist seit 2018 in einem

Online-Shop erhältlich. Dieser führt

User mit wenigen Klicks und zahlreichen

Filter- und Auswahleinstellungen

zum gewünschten Produkt.

Der Online-Shop ist unter lochblechshop.de

zu finden.

„Die umfassende Digitalisierung

betrifft sowohl die Produktionsabläufe

als auch die kundenorientierten

Prozesse. Dabei stellen wir die Kundenzufriedenheit

mit unserer Multichannel-Strategie

in den Mittelpunkt.

Wer den direkten Austausch

bevorzugt, den beraten wir sehr

gerne persönlich. Wer sich online

wohler fühlt, dem bieten wir umfangreiche

digitale Services“, sagt Alexander

Tumasjan, Vertriebsleiter

Schäfer Lochbleche. 2

Schäfer Lochbleche &

EMW Stahl-Service-

Center auf der

Blechexpo: Halle 10,

Stand 10201

Stahlreport 11|19

31


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

Tata Steel lädt Messebesucher

auf seinen

Blechexpo-Stand

ein, um individuelle

Lösungsansätze für

die Herausforderungen

der Zukunft zu

diskutieren.

Tata Steel lädt auf der Blechexpo zum Dialog

Ultrahochfest in die Zukunft

Unter dem Motto „Let’s talk about the future“ lädt Tata Steel Kunden und andere

Messebesucher auf seinen diesjährigen Blechexpo-Stand ein (5.-8. November,

Halle 10, Stand 10408), um gemeinsam individuelle Lösungsansätze für die

Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren. Neben persönlichen Gesprächen

sollen Produkte und Services im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen, die Kunden

bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen unterstützen.

Tata Steel Europe

auf der Blechexpo,

Halle 10,

Stand 10408

Für seinen Auftritt auf der

Blechexpo nutzt Tata Steel zunehmend

digitale Elemente. So bietet

das Unternehmen Besuchern in seiner

„Skype-Ecke“ die Möglichkeit,

jederzeit mit Tata-Spezialisten über

individuelle Fragen zu chatten oder

per VR-Brille die modernen Produktionsanlagen

des Unternehmens auf

einer virtuellen Tour zu erkunden.

Neues Stahlblech für

hohe Verschleißansprüche

Tata Steel gehört in Bezug auf seine

CO 2 -Effizienz nach eigenen Angaben

bereits heute zu den weltweit führenden

integrierten Stahlunternehmen.

Neben dem ehrgeizigen Ziel,

bis 2050 ein klimaneutraler Stahlproduzent

zu werden, will das Unternehmen

auch seine Kunden auf

ihrem Weg zur Entkarbonisierung

unterstützen. Dieser Ansatz spiegele

sich unter anderem in der Entwicklung

von Valast 450 ® und XPF ® 1000

wider, zweier Produkte, die Tata

Steel auch auf der Messe zeigt.

Valast 450 ist ein neues hochbelast-

bares Stahlblech mit einer typischen

Härte von 450 HB (Brinell-Härte) für

den Einsatz in Anwendungen wie

Containern, Asphaltfertigern oder

Baggerschaufeln, die hohen Verschleißbelastungen

ausgesetzt sind.

Valast wurde in enger Zusammenarbeit

mit weltweit führenden

Maschinenherstellern entwickelt,

die Lebensdauer dieser Anwendungen

verlängern und den Kunden so

dabei helfen, noch nachhaltiger zu

werden, so der Stahlhersteller. Als

nach eigenen Angaben erstes Unternehmen

bietet Tata Steel dieses

abriebfeste Warmbreitbandprodukt

in Sondergrößen von 2,0 bis 12 mm

Dicke und 1.000 bis 2.000 mm Breite

an.

Ultrahochfest für den

automobilen Leichtbau

Auch der kürzlich eingeführte Automobilstahl

XPF1000 wurde aufgrund

einer individuellen Kundenanforderung

für den Einsatz im Leichtbau

entwickelt. Der ultrahochfeste Stahl

kombiniert eine außergewöhnlich

Bild: Tata Steel Europe

gute Umformbarkeit mit einer hohen

Festigkeit und optimierten Verarbeitungseffizienz.

Durch die Maximierung

des Leichtbaupotenzials

von Automobilteilen wird bei der

XPF-Produktfamilie weniger Stahl

verwendet, was zur Reduzierung

von Abgasemissionen beiträgt.

XPF1000 biete einzigartige Material-

und Verarbeitungseigenschaften

bei 1.000 MPa und kommt vorwiegend

in Fahrwerks- und

Aufhängungskomponenten, Sitzen

sowie Innenraum- und Karosserieanwendungen

zum Einsatz.

Tata Steel unterstreicht seine

Ambitionen in Sachen Nachhaltigkeit

durch umfangreiche Investitionen in

seine Standorte in den Niederlanden,

in Großbritannien sowie in Belgien,

um seine Fertigungskompetenzen für

hochwertige Stähle zu erweitern. Diese

Investitionen unterstützen Kunden

bei ihrer Zielerreichung und bedienen

die steigende Nachfrage nach leistungsstarken,

ultrahochfesten Stählen

für anspruchsvolle Anwendungen.

„Tata Steel ist sehr gut auf die Herausforderungen

unserer sich schnell wandelnden

Welt vorbereitet“, erklärte

Henrik Adam, CEO von Tata Steel

Europe. 2

Advanced Analytics

Als einer der Vorreiter beim

Thema Digitalisierung in der

Stahlindustrie wird Tata Steel

auf der Blechexpo auch einen

Beitrag zum – in der Branche

intensiv diskutierten – Thema

„Advanced Analytics“ (AA) leisten:

Dr. Menno van der Winden,

Advanced Analytics-Verantwortlicher

bei Tata Steel, wird

sowohl auf dem „stahlnews-

Expertentreff“ (am Abend des 5.

November) als auch auf dem

„Forum“ (am 6. November) ein

AA-Konzept präsentieren. Er

zeigt unter anderem, wie Tata

Steel intelligente Analyse-Verfahren

in seinem Werk im niederländischen

IJmuiden erfolgreich

dafür einsetzt, umfangreiche,

komplexe Datenmengen in

Prozessen nutzbar zu machen –

beispielsweise um den Ausschuss

zu minimieren und den

Ertrag zu optimieren.

32 Stahlreport 11|19


AERO-LIFT auf der Blechexpo 2019

Heben in allen Klassen

Besucher des Messedoppels Blechexpo/Schweisstec können

auf dem Messestand von Aero-Lift (Halle 3, Stand 3201)

Hebeanlagen live erleben. Von 100 kg bis 100.000 kg Gewicht

reichen dabei die Teile und Güter, die mit Aero-Lift Anlagen

gehoben werden können.

AERO-LIFT auf der

Blechexpo:

Halle 3, Stand 3201

thyssenkrupp auf der

Blechexpo 2019

Lösungen für

die Elektromobilität

Von der Elektromobilitäts-Initiative

über Werkstoffkonzepte und

Prozessoptimierungen bis hin zur

Unterstützung bei der Verarbeitung –

mit seinem breiten Portfolio anwendungsorientierter

Stahlsorten, der

Entwicklung effizienter Fertigungstechnologien

sowie der Erforschung

neuer Hightech-Werkstoffe ist thyssenkrupp

Steel einer der bedeutenden

Lieferanten der Stahl verarbeitenden

Industrie in Deutschland und

Europa, aber auch weltweit. Einige

der Ergebnisse der aktuellen Produktentwicklung

zeigt der Stahlkonzern

auf seinem Blechexpo-Stand in

Stuttgart (Halle 10, Stand 10407).

Der Kleinste von Aero-Lift

bewegt Lasten bis 100 kg. Der

BASIC-LIFT 100 funktioniert rein

mechanisch, ohne Batteriebackup

oder Stromkabel. Selbstansaugend

bewegt, transportiert und platziert

er problemlos Materialien in unterschiedlichster

Größe und Form. Der

Basic Lift 100 wird beim Be- und

Entschicken von Brennschneidanlagen

und beim Transport von

Schaltschränken, Wechselrichter,

Tresore, Öfen und vielem mehr eingesetzt

– lediglich eine Saugfläche

von 230 mm muss zur Verfügung

stehen.

Vakuumkomponenten

für Metall und Blech

Speziell für Metalle geeignete Sauger,

Saugplatten und Verbindungselemente

für die metallverarbeitende

Industrie werden ebenfalls an großen

Tafeln auf dem Messestand präsentiert.

Diese besonderen Vakuum-

Komponenten lassen sich für die

zunehmende Automatisierung in der

Branche gewinnbringend nutzen.

Materialschonend und effizient wer-

den damit hohe Taktzahlen erreicht.

Saugen-Heben-Senken-Lösen ist

das einfache Grundprinzip aller

Schlauchheber. Die patentierten

VUSS-Ventile im speziellen Saugfuß

des Messe-Exemplars ermöglichen

das Ansaugen auch von Plattenmaterialen

mit Aussparungen wie Lochbleche

oder Metallplatten mit Ausstanzungen.

Auf dem Messestand

wird dieses Gerät erstmals an einem

Säulenschwenkkran vorgeführt,

der wie die ganze Peripherie, ebenfalls

bei Aero-Lift bezogen werden

kann.

Die ADVANCE-Serie hebt 400

bis 1.200 kg schwere Bleche (je nach

Version) zum Be- und Entschicken

von Schneidanlagen mühelos mit

seinen sechs Saugplatten. Der

Advance ist bestens geeignet für das

Umsetzen im Bearbeitungsprozess

bei der Be- und Entschickung von

Werkzeugmaschinen (Schneiden,

Stanzen, Nibbeln). Auch Schwenken

0 bis 90° oder Wenden 0 bis 180°

werde mittels dieses Vakuumhebers

zur prozesssicheren Materialflussoptimierung.

2

Mit der Initiative selectrify® bündelt

das Unternehmen etwa seine Forschungs-

und Entwicklungsaktivitäten

rund um das Thema Elektromobilität.

Anhand wirtschaftlicher

Leichtbaulösungen für die Fahrzeugstruktur,

hoch stabiler Sicherheitsbatteriegehäuse

und Elektroband für

besonders effiziente elektrische

Antriebsmotoren zeigt der Stahlhersteller

das Potenzial innovativer

Stahllösungen für Fahrzeuge mit

Elektroantrieb.

Daneben präsentiert das Unternehmen

seine smartform®-Technologie

– eine Technologie für die Kaltumformung,

mit der sich auch höchstfeste

Stahlsorten maßtauglich und prozesssicher

verarbeiten ließen. Weiterhin

ist mit der neuartigen Beschichtung

AS Pro eine Weiterentwicklung

bei der Warmumformung zu sehen.

Die Beschichtung AS Pro sorgt dem

Unternehmen zufolge für maximale

Bauteil- und Prozesssicherheit im

Fahrzeugbau.

thyssenkrupp Steel auf der Blechexpo:

Halle 10, Stand 10407

Stahlreport 11|19

33


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Blechexpo

Eurotech – Komplettlösungen für

die Kommissionierung

Einfache Beschickung mit

Vakuum-Hebetechnik

Der Anbieter für Vakuumhebetechnik-

Anwendungen EuroTECH bietet Lösungen

nicht nur für die Holz be- und verarbeitende

Industrie, sondern auch für die Metallbranche.

Schwerpunkte des Portfolios liegen

neben einem umfassenden Sortiment an

Vakuumkomponenten, eT-Grippern und

Handhabungsgeräten auf Komplettlösungen

für die Beschickung und Kommissionierung.

Als Innovation beim Handling von Plattenmaterial

hat euroTECH zum Beispiel den 180°-

Wender Loop aus der Hebegeräte-Produktfamilie

eT-Hover im Programm. Das

eT-Hover-loop kommt zum Einsatz, um flächige,

vakuumdichte Lasten aus unterschiedlichen

Materialien bis max. 500 kg um

Die eT-Gripper Saugkästen von euroTECH mit ihren Leichtmetallprofilen gibt es je nach Anwendung in

verschiedenen Breiten, Längen und individuellen Lochaufteilungen.

180° zu wenden. Mögliche Einsatzgebiete

sind zum Beispiel Bediener von CNC-Bearbeitungszentren,

wo automatische Beschickungen

aus wirtschaftlicher Sicht nicht einsetzbar

sind.

Foto: euroTECH

Eurotech auf der Blechexpo:

Halle 3, Stand 3412

BDS-Gemeinschaftsstand in Halle 10, Stand 10214

Der Stahlhandel auf der Blechexpo

Nach den großen Erfolgen mit den Gemeinschaftsständen in den Jahren 2016 und 2018 auf

der Tube in Düsseldorf präsentieren sich der BDS und fünf seiner Mitglieder erstmalig auch

auf der Blechexpo 2019 mit einem Gemeinschaftsstand.

Eine runde

Sache: Der BDS-

Gemeinschaftsstand

auf der

Blechexpo:

Halle 10,

Stand 10214

Gemeinsam mit dem BDS präsentieren

sich unter dem schon von

der Tube bekannten Motto „TREFF-

PUNKT STAHLHANDEL“ in Halle

10, Stand 10214 folgende Unternehmen:

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsges.

mbH & Co. KG

z Gebr. Lotter KG

z Artur Naumann Stahl AG

z Weinmann Aach AG

z XOM Materials GmbH

Die teilnehmenden Unternehmen

verfügen durch das Stand-im-Stand-

Konzept über einen individuellen

eigenen Bereich und profitieren von

gemeinsamen, zentralen Lounge-

Bereichen. Ordentliche BDS-Mitglieder

können diese Lounge-Bereiche

auf dem Messestand ebenfalls

nutzen, um etwa Kunden und

Geschäftspartner zu Gesprächen

einzuladen.

Ziel des BDS ist es, seinen Mitgliedern

die Möglichkeit anzubieten,

sich ebenfalls auf dieser wichtigen

Leitmesse dem nationalen und internationalen

Publikum zu präsentieren.

Damit spricht der Verband in

erster Linie die Unternehmen an,

die bisher nicht mit einem eigenen

Stand auf der Messe vertreten waren.

Durch die konzertierte Organisation

war es möglich, die Messeteilnahme

auf einem interessanten Preisniveau

anzubieten. 2

34 Stahlreport 11|19


Messen

und Märkte

Termine

Kostenlose Schnupper-Veranstaltung für Nachwuchskräfte

1. Berufsfachmesse Stahlbau

Der Nachwuchsmangel ist ein großes

Thema für die Industrie in Deutschland –

auch für das Bauen mit Stahl. Um dem

Nachwuchsmangel aktiv zu begegnen, lädt

der Verband am 23. November zur 1.

Berufsfachmesse Stahlbau nach Düsseldorf

ein. Ziel der Veranstaltung ist es, beiden

Seiten, Unternehmen wie Nachwuchskräften,

eine erste Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Auf dem Düsseldorfer Areal Böhler präsentieren

sich zahlreiche Unternehmen der

Stahlbauindustrie einem jungen Publikum

vom Abiturienten bis zum Young Professional.

Über das Angebot der Stahlbaubranche

informiert der begleitende Vortragscampus.

Nachhaltigkeit, Digitalisierung, aber auch

Themen wie „Ariane 6 – eine europäische

Trägerrakete“ oder „Stahlbau am Beispiel

der adidas Arena“ stehen auf dem Programm.

Spannende Studiengänge, kostenloses

Bewerbungstraining und Informationen

zu interessanten Bachelor- und Masterarbeiten

sind weitere Highlights. Der Eintritt ist

frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Programm & weitere Infos:

http://bit.ly/erste-stahlbau

Werkstoffprüfung in Neu-Ulm

Es stehen laut Untertitel „Werkstoffe und Bauteile auf dem Prüfstand“ – bei der „Werkstoffprüfung

2019“ am 3./4.12.19 in Neu-Ulm, wo sechs Plenarvorträge auf dem Programm

stehen. Deren Themengebiete reichen von neuen Entwicklungen bei den Biomaterialien

(Prof. Maier, Hannover) bis hin zu den neuen Werkstoffprüfaufgaben im Zusammenhang

mit der E-Mobilität (Dr. Schöneburg, Daimler AG). Die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft

für Materialkunde (DGM) wendet sich an alle, die in Industrie Wissenschaft mit der

Prüfung und Charakterisierung von Werkstoffen und Bauteilen sowie mit der Schadensanalyse

und -vermeidung befasst sind. (www.wp2019.dgm.de)

Stuttgarter Säge-Tagung 2019

Hocheffiziente Fertigung

durch innovative

Sägetechnologie

Die Stuttgarter Säge-Tagung am

27. November zeigt die Potenziale der

Sägetechnologie und neue technische

Lösungen sowie Forschungsansätze für

Anwender, Werkzeug- und Maschinenhersteller.

Da die Veranstaltung des

Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik

und Automatisierung IPA in diesem

Jahr Teil des Innovationsforums Sägetechnik

ist – ein Projekt des Fraunhofer-

Instituts mit dem Institut für Industrielle

Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität

Stuttgart -, ist sie für Teilnehmer

und Teilnehmerinnen kostenlos.

Themen der Tagung sind unter anderem

die Möglichkeiten „digitaler Ökosysteme“

für Maschinenbauer, Werkzeughersteller

und Kunden, die ganzheitliche Betrachtung

des Sägeprozesses im Fokus Industrie

4.0, aktuelle Entwicklungen im

Umfeld der Sägetechnik sowie Entsorgungskonzepte

für metallische Abfälle

und vollständig verkettete Sägeanlagen.

Weitere Infos, Programm & Anmeldung:

http://bit.ly/saegetagung2019

Neuer Treffpunkt der Stahlindustrie in Essen

Hüttentag 2019

Unter dem Motto „Tradition bewahren,

Zukunft gestalten“ findet am 7. November

2019 in der Messe Essen der HÜTTENTAG

2019 statt. Die Veranstaltung, gemeinsam

organisiert von der DVS Media GmbH und der

Messe Essen GmbH, versteht sich als neuer

Branchentreff der Stahlindustrie. Der Hüttentag

richtet sich daher nicht nur an Experten,

sondern an alle Interessierten aus der Stahlindustrie

und bietet ein entsprechend breit

gefächertes Programm. Ein wichtiger Schwerpunkt

ist dabei die CO 2 -freie Stahlerzeugung;

aber auch andere aktuelle Themen wie die

Digitalisierung oder die Additive Fertigung

werden auf dem Hüttentag 2019 in den

Fokus gerückt.

Der Vormittag bietet neben den Keynotes und

Dr. Uwe Braun (CEO ArcelorMittal Hamburg)

zu aktuellen Fragestellungen der Stahlbranche

eine Podiumsdiskussion sowie einen weiteren

Vortrag. Am Nachmittag finden drei

parallele Vortragssessions mit Fachvorträgen

zu verschiedensten Themen statt. Eine Ausstellung,

auf der rund 30 Unternehmen ihre

Dienstleistungen und Produkte vorstellen,

begleitet das Tagungsprogramm. Ab 18 h

laden die Veranstalter zum Hüttenabend ein,

der die Möglichkeit für Gespräche und das

Netzwerken bietet.

Info, Anmeldung & Programm: www.homeofsteel.de/huettentag

Uddeholm startet globale

Webinare

Seit Anfang 2019 bringt Uddeholm seine

neuen Produkte in Form von globalen

Webinaren auf den Markt. Auf diese

Weise sollen Kunden weltweit zur gleichen

Zeit die gleichen Informationen zur

Verfügung gestellt werden. Die Webinare

seien eine moderne und umweltfreundliche

Möglichkeit, seine neue Werkzeugstahlsorten

zu vermarkten, so das Unternehmen.

Das erste Webinar hat das

Unternehmen im April anlässlich der Einführung

des Werkzeugstahls „Uddeholm

Dievar” durchgeführt – mit dreimaliger

Wiederholung an einem Tag, um den

unterschiedlichen Zeitzonen in Asien,

Europa und Amerika gerecht zu werden.

Uddeholm plant, dieses Konzept bei den

bevorstehenden Markteinführungen weiter

fortzusetzen.

Weitere Informationen und Termine

unter bit.ly/uddeholmwebinar

Stahlreport 11|19

35


Wissenswertes

Berichte/Nachricht

Software für jedermann

Offene Quellen

Die offenen Quellen werden zum Prinzip – in der Berufsbildung ebenso wie in anderen

Unternehmensbereichen. Dazu meldet Bitkom, Open-Source-Software werde bereits heute

in der großen Mehrheit der größeren Unternehmen in Deutschland eingesetzt – und

auch der verbliebene Rest könne künftig auf solche frei verfügbaren Programme zurückgreifen.

Allerdings gebe es neben Vorteilen auch Nachteile.

Das hat eine Umfrage unter

mehr als 800 Unternehmen mit 100

oder mehr Mitarbeitern in Deutschland

im Auftrag des Digitalverbands

Bitkom ergeben, von der erste Ergebnisse

auf dem Forum Open Source

dieses Bundesverbands Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und neue Medien e.V. (Bitkom) vorab

vorgestellt worden sind. Die Lizenz

von Open-Source-Software erlaubt

es, die Programme frei auszuführen,

den Quellcode zu analysieren und

anzupassen sowie die Software auch

in modifizierten Varianten weiterzugeben.

Eine Voraussetzung dafür

ist, dass der Quellcode der Software

offen zugänglich ist.

Drei Viertel der Unternehmen

(75 %) bezeichnen sich selbst an Open

Source interessiert und dem Thema

gegenüber als aufgeschlossen. Nur

4 % sagen, dass sie Open Source

grundsätzlich kritisch sehen oder

ablehnen. Jedes Fünfte (19 %) ist noch

unentschieden. Und schon heute gibt

nur jedes vierte Unternehmen (27 %)

ab 100 Beschäftigten an, Open Source

nicht zu nutzen. Zwei Drittel (69 %)

setzen dagegen bewusst Open-

Source-Software ein.

„Vermutlich nutzen sogar noch

viel mehr Unternehmen Open-

Source-Lösungen, ohne es zu wissen

– sei es als Smartphone-Betriebssystem

oder als Softwarebasis für

Webserver“, sagte Bitkom-Präsident

Achim Berg. „Open Source kommt

vor allem bei neuen Technologien

wie Künstlicher Intelligenz oder

Blockchain eine entscheidende

Bedeutung zu, weil dort das Entwicklungstempo

besonders hoch

ist.“

Neun von zehn Unternehmen (88 %)

ab 100 Mitarbeitern sehen Vorteile

beim Einsatz von Open-Source-

Software. Fragt man nach dem wichtigsten

Vorzug, so nennen 17 % Kosteneinsparungen,

da keine Lizenzgebühren

anfallen. Mit etwas

Abstand folgen eine Vielzahl weiterer

Gründe wie hohe Sicherheit durch

zeitnahe Updates und Unabhängigkeit

von einzelnen Software-Anbietern

(je 9 %) sowie die breite Auswahl

an Open-Source-Komponenten, der

Zugriff auf den Quellcode und einfache

individuelle Anpassungen an der

Software (je 7 %). Daneben gelten

offene Standards (6 %), die Kompatibilität

zu weiteren eingesetzten

Tools und eine aktive Community

für den Wissensaustausch (je 5 %)

als entscheidende Vorteile von Open

Source.

Allerdings sehen auch 8 von 10 größeren

Unternehmen (79 %) Nachteile

beim Einsatz von Open Source. Als

größten Nachteil nennen dabei 12 %

fehlende Fachkräfte, also Experten

im Unternehmen, um z.B. die Software

an den individuellen Bedarf

anzupassen und weiterzuentwickeln.

Dahinter folgen mangelnde Akzeptanz

im Unternehmen (7 %) sowie

die unklare Gewährleistungssituation,

mangelnde Schulungsangebote,

fehlende Lösungen für den eigenen

Anwendungsfall, die aufwändige

Umstellung von der bisherigen Software

auf Open Source sowie eine zu

große und damit unüberschaubare

Auswahl an Open-Source-Lösungen

(je 6 %). 5 % beklagen zudem einen

hohen Schulungs- und Einarbeitungsaufwand.

2

36 Stahlreport 11|19


Fellbacher Schleiftagung in Stuttgart

Verfahren und ihre Ergebnisse

Die Fellbacher Schleiftagung in Stuttgart will auch im kommenden Jahr (28./29.1.20) Gelegenheit bieten,

Verfahren sowie Innovationen und Ergebnisse der Schleiftechnik kennenzulernen, und diese mit führenden

Experten aus Industrie und Anwendungsforschung, mit Herstellern und Anwendern zu diskutieren.

Als Bearbeitungsverfahren,

das bei der Fertigung präziser Bauteile

mit hohen Oberflächengüten

am Ende einer langen und teuren

Prozesskette steht, kommt der

Schleiftechnik eine Schlüsselrolle

zu, analysieren die Programmverantwortlichen.

Die Fachtagung mit

dem Fokus Rund-/Unrundschleifen

will vor diesem Hintergrund vor

allem Treffpunkt sein – auch für

die wachsende Anzahl internationaler

Teilnehmer. Deshalb werden

die Vorträge erneut mit deutschenglischer

Simultanübersetzung

angeboten.

Viele Unternehmen befinden

sich derzeit mitten im Prozess der

digitalen Transformation. Mit seiner

Keynote „5G in einer digitalisierten

Fertigung – Potentiale für

die Schleiftechnik“ richtet Prof. Dr.-

Ing. Thomas Bergs, Werkzeugmaschinenlabor

WZL der RWTH

Aachen, deshalb den Blick auf die

digitalisierte Zukunft der Fertigungsmöglichkeiten.

Das weitere

Vortragsprogramm umfasst ein

umfassendes Spektrum praxisrelevanter

Themen, z.B.:

z Nutzung des Leistungspotentials

metallgebundener Schleifscheiben

und Effekte beim Schleifen

Foto: EMAG GmbH & Co. KG

Nockenwellenschleifmaschine

z Einfluss der Schleifscheibenspezifikation

auf die Optimierung der

Prozessparameter

z Wuchten auf Schleifmaschinen:

Wuchtverfahren, Grenzen und

Möglichkeiten

z Innovative Fertigung von Zerspanwerkzeugen

z Verzahnungsschleifen – Überblick

und neue Entwicklungen

z Neue Wege zur Prozessauslegung

im Verzahnungsschleifen

z Kühlschmierstoff-Zufuhrstrategien

für effiziente Schleifprozesse

z Aufbereitung von Kühlschmierstoffen

in der Schleiftechnik

Im Rahmen der Experten-Diskussion

erwartet die Teilnehmer 2020 zudem

ein neues Format: Fragen rund ums

Schleifen können direkt gestellt werden

und werden vor Ort live diskutiert

sowie beantwortet.

Auch Jungwissenschaftler, die

im Rahmen der Postersession ihre

neuesten Forschungsergebnisse vorstellen,

haben erneut ihren festen

Platz im Programm. Ferner bietet

die begleitende Fachausstellung teilnehmenden

Firmen die Möglichkeiten,

ihre aktuellen Produkte und

Dienstleistungen dem Fachpublikum

zu präsentieren. 2

Weitere

Informationen

finden sich unter:

www.schleiftagung.de.

Weltweite Ausbildung

Tagung zu einem globalen Förderprogramm

Die deutsche Ausbildung gilt weltweit als Exportschlager,

deutsche Lehrlinge sind im Ausland aber eher weniger anzutreffen.

Das soll auch eine Tagung ändern, zu der das BMBF für den

13.11.19 nach Berlin einlädt: „AusbildungWeltweit“.

Das gleichnamige Programm des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung (BMBF) ergänzt seit 2018 die besser bekannten Förderprogramme

und ermöglicht jungen Auszubildenden Aufenthalte

außerhalb der Europäischen Union. Fast 400 weltweite Aufenthalte

in knapp 60 Vorhaben wurden in der ersten Antragsrunde 2019

gefördert.

Entsprechend ist das Programm der Tagung im November gegliedert:

Zwei Foren am Nachmittag sprechen entweder die an, die

sich für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung interessieren

(Forum 1), oder richten sich an solche Akteure, die bereits eine Förderzusage

haben (Forum 2). Zum Auftakt gibt es – nach der Begrüßung

aus dem Ministerium – eine Keynote zum „Lernen in interkulturellen

Kontexten“. Anschließend berichten Auszubildende und

Ausbildungsbetriebe von ihren Erfahrungen mit weltweiten Auslandsaufenthalten

während der Berufsausbildung. Es geht dabei um

Projekte in Australien, China, Ecuador, in der Russischen Föderation

und in Indien.

Stahlreport 11|19

37


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Die Nachfrage lässt nach

Nach einem für Stahlhersteller, -händler und -verarbeiter guten Jahr 2018 trübten sich die weltweiten

Konjunkturerwartungen im Laufe des Jahres 2019 immer weiter ein. Handelskonflikte führen zu immer mehr

Unsicherheit. Besondere Sorge bereitet die Lage bei den Automobilherstellern. Die deutschen Maschinenbauer

schauen ebenfalls pessimistischer in die Zukunft. Auch wenn andere stahlverarbeitende Industriezweige,

allen voran die Bauwirtschaft, weiterhin gut beschäftigt sind, ist die Stahlnachfrage geringer als im

vergangenen Jahr. Enttäuschend verlief für die Stahldistribution der Juni. Im Juli konnte die fehlende Menge

dann wieder einigermaßen kompensiert werden. Dafür zeigte sich der August ziemlich durchwachsen.

Der September konnte hingegen im Vergleich zum Vorjahresmonat beim Lagerabsatz zulegen.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

September 2019 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zu den

genannten

statistischen Größen

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz verlief im Jahr 2018

recht erfreulich. Insgesamt wurden bei

Walzstahlfertigerzeugnissen 11,2 Mio.

t abgesetzt. Dies ist der beste Wert seit

dem Jahr 2012. Im Vergleich zum Vorjahr

wurde 1,4 % mehr Menge erreicht.

Bei Rohren wurden sogar deutlichere

Zuwächse verzeichnet. Das Jahr 2019

ist für die deutsche Stahldistribution

mengenmäßig etwas schwächer gestartet.

Insgesamt wurden im Januar etwas

über 950.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse,

im Februar 908.000 t und im

März knapp 930.000 t abgesetzt.

Ähnlich verlief der April. Der Lagerabsatz

betrug 931.000 t. Vergleichsweise

gut zeigte sich der Mai. 954.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse wurden ausgeliefert.

Dafür war wiederum der Juni

ungewöhnlich schwach. Auch aufgrund

der vielen Feier- und wenigen Arbeitstage

konnte ein Lagerabsatz von lediglich

848.000 t verzeichnet werden.

Der Juli zeigte mit seinen 23

Arbeitstagen wieder ein ordentliches

Volumen auf. Der Absatz verfehlte mit

999.000 t die Eine-Millionen-Tonnen-

Schwelle nur haarscharf. Der August

wurde als typischer Sommermonat

wahrgenommen. Nur knapp 900.000 t

Lagerabsatz wurden gemeldet. Dafür

waren die Mengen im September mit

940.000 t recht ordentlich. Im Vergleich

zum Vorjahresmonat konnten sie zulegen.

Insgesamt wurde in den ersten neun

Monaten des Jahres 3,7 % weniger

Menge als im Vorjahreszeitraum abgesetzt.

Besonders der Absatz von Flachprodukten

und Stabstahl zeigte sich

schwächer. Als einziges Produkt konnte

der Betonstahl weiter zulegen.

Lagerbestand

Im Dezember 2018 beliefen sich die

bundesweiten Lagerbestände auf

2,22 Mio. t. Dabei lag der branchenweite

Bestand im Vergleich zum Vorjahresmonat

um knapp 5 % höher. Zwischen

Januar und März 2019 erfolgte

der übliche Lageraufbau. Im April und

Mai wurden nur noch geringe Mengen

aufgebaut. Im Juni und Juli konnte dann

ein leichter Rückgang der Bestände

beobachtet werden. Im August wurden

die Bestände spürbar zurückgefahren.

Dieser Trend setzte sich im September

fort. Ende September 2019 wurden

2,23 Mio. t Bestand gemeldet. Das sind

knapp 12 % weniger als Ende September

2018 bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite

bei Walzstahlfertigerzeugnissen lag im

September bei 2,4 Monaten bzw. 72

Tagen. Im Schnitt der ersten neun

Monate des Jahres 2019 bewegte sich

die Reichweite mit 2,5 Monaten bzw.

75 Tagen nur unwesentlich darüber

(vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge setzte sich der teilweise recht

starke Preisanstieg, der im Jahr 2016

angefangen hatte, im Jahr 2017 fort.

Auch in den ersten beiden Monaten

des Jahres 2018 konnten bei fast allen

Produkten Preissteigerungen festgestellt

werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild differenzierter. Große Veränderungen

wurden dabei jedoch nicht

festgestellt. In den Monaten Juni bis

September waren die die Preise bei fast

allen Produkten wieder im Aufwärtstrend.

Der Oktober, November und

Dezember zeigten sich uneinheitlich.

Mitunter wurden auch sinkende Preise

beobachtet. Auch im Januar und Februar

2019 wurde tendenziell von fallenden

Verkaufspreisen berichtet. Im

März konnten teilweise auch wieder

Preissteigerungen festgestellt werden.

Im April, Mai, Juni und Juli gaben

die Preise bei nahezu allen Produkten

nach. Diese Rückgänge waren bei Rohren

und den meisten Flachprodukten

ausgeprägter als bei Langprodukten.

Auch im August und September war

die Tendenz bei den meisten Produkten

rückläufig. Bei einzelnen Produktgruppen

konnten aber auch Preiserhöhungen

festgestellt werden (vgl. Abbildungen

2 und 3). 2

38 Stahlreport 11|19


Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

101

97 94 93

96

100

90 90

95 140

89

91 93 93 93

85 90 94

120

100

55

80

78 78 75 81 78 84 75 72 123 75 81 81 81 78 87 72 78 72

60

40

20

0

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Sep.

2018

Okt.

2018

Nov.

2018

Dez.

2018

Jan.

2019

Feb.

2019

März

2019

April

2019

Mai

2019

Juni

2019

Juli

2019

Aug.

2019

Sep.

2019

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle Bild 2 u. 3: BDS

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

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Stahlreport 11|19

39


BDS

Berufsbildung

Das diesjährige FDL-

FachForum zu Bildung

und Künstlicher

Intelligenz

findet am 4.11.19 im

Hotel ParkInn am

Berliner Alexanderplatz

statt.

BDS und FDL

Warum Bildungskooperationen sinnvoll sind

Berufsbildung für die Branche zu ermöglichen, das gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben des BDS.

Voraussetzungen dafür sind die richtigen Inhalte, Methoden und Systematiken. Für Inhalte kommt

Fachverbänden sozusagen eine natürliche Kompetenz zu, in Methodik und Systematik aber sind zur

Durchsetzung der Interessen Partner nötig – weshalb der BDS seit einigen Jahren im FDL mitarbeitet.

Dieses Engagement wird derzeit zu besonders vielen bildungspolitischen Themen deutlich, die vor allem

in Berlin heftig diskutiert und nachfolgend angesprochen werden:

Deren Spektrum basiert vor allem auf dem Vertrag

der Großen Koalition, den diese vor zwei Jahren auch zur

Bildungspolitik ausgehandelt hat, umfasst z.B. die in

diesem Juni veröffentlichte Nationale Weiterbildungsstrategie

(NWS), die Pläne für ein „Modulares Interaktives

Lebensbegleitendes Lernen für alle“ (MILLA), den Deutschen

Qualifikationsrahmen (DQR) sowie – besonders

aktuell – die Änderung steuerlicher Vorschriften für Bildungsleistungen.

(Vgl. Zwischenüberschriften) Außerdem

verfolgt der BDS im Auftrag des FDL die bis Mai 2020

anstehende Neuordnung der Aus- und Weiterbildung für

Berufskraftfahrer, die danach erstmals auch vom Fernunterricht

profitieren können sollen; die nächste Anhörung

dazu findet am 18.11.19 in Bonn statt.

Das alles sind Themen, die für die Vermarktung der

Berufsbildungsangebote des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel (BDS) wichtig sind, von diesem Düsseldorfer

Fachverband alleine aber gar nicht bewältigt werden können.

Dabei geht es um branchenübergreifende Aspekte

der Methodik und Systematik. Deshalb ist der BDS dem

Forum DistancE-Learning (FDL) beigetreten, einem in

Deutschland führenden Verband für mediengestütztes

Fernlernen, das für die BDS-Angebote inzwischen typisch

ist – z.B. im BDS-Fernstudium. Im FDL ist Dr. Ludger Wolfgart,

bis vor kurzer Zeit BDS-Bereichsleiter Berufsbildung,

gewählter Sprecher der Gruppe von etwa 60 Fernunter-

richtsanbietern. Sie alle stehen vor der Herausforderung,

die Berliner Bildungspolitik und die der Bundesländer für

ihre Klientel nutzbar zu machen bzw. Schaden zu verhindern.

Da passte es gut, dass das FDL in diesem Jahr von

Hamburg nach Berlin umgezogen und ab dem kommenden

Jahr in der Hauptstadt mit einem entsprechend ausgestatteten

Büro arbeitsfähig ist. Die politische Arbeit des

FDL an der Spree hat aber längst begonnen – wie u.a. ein

mehrteiliger Veranstaltungsreigen Anfang November im

Hotel ParkInn auf dem Berliner Alexanderplatz zeigt:

z Zunächst geht es am 4.11.19 bei einer Tagesveranstaltung

als FachForum um „Künstliche Intelligenz und Bildung

– Chancen für DistancE-Learning“.

z Am Abend werden im Rahmen einer feierlichen Gala

die diesjährigen Fernstudienpreise verliehen.

z Am Folgetag (5.11.19) findet die FDL-Mitgliederversammlung

statt.

z Und im Vorfeld dieser drei Veranstaltungen trifft sich

– ebenfalls in Berlin – am 3.11.19 – die Fachgruppe der

Fernunterrichtsanbieter.

Ziel ist es auch, dass das politische Berlin zur Kenntnis

nimmt, dass die deutsche Fernunterrichtsbranche ihre

eigenen Interessen formuliert und Gesetzgebung sowie

das Verwaltungshandeln dazu aufmerksam zur Kenntnis

40 Stahlreport 11|19


nimmt. In einem ganz speziellen Fall hat sich das bereits

ausgezahlt: In der Aufmerksamkeit für den „Regierungsentwurf

eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung

der Elektromobilität und zur Änderung weiterer

steuerlicher Vorschriften“. Hinter diesem Wortungetüm

verbirgt sich versteckt u.a. die Absicht, Aus- und Fortbildungsleistungen

künftig – unterschiedlich – zu besteuern.

Unterschiedliche Besteuerung von Aus- und

Weiterbildungsleistungen

Dazu heißt es in einer FDL-Stellungnahme aus dem August

2019: „Vor dem Hintergrund vermehrter Bildungsanstrengungen,

die eine Vereinigung aller Kräfte verlangen,

erweist sich der vorgelegte ‚Regierungsentwurf …‘ als

kontraproduktiv, da er die Bereitstellung von Leistungen,

die der Fortbildung dienen, für Bildungsteilnehmende

verteuert. Nach dem vorliegenden Regierungsentwurf ist

eine steuerliche Unterscheidung zwischen Fortbildung

und Berufsbildung vorgesehen. Maßnahmen der Berufsausbildung

sollen von der Umsatzsteuer befreit werden,

Angebote der Fortbildung indessen nicht.“

Diese aus steuerlicher Sicht getroffene Unterscheidung

sei artifiziell und halte einer wissenschaftlichen Begründung

nicht stand, meint das FDL und schlägt vor, auf eine

Unterscheidung grundsätzlich zu verzichten und Bildungsmaßnahmen

generell von der Umsatzsteuer zu befreien.

„Für die Anbieter von Fernlehrprogrammen war es

bislang nicht nur geübte Praxis, sondern auch im Staatsvertrag

geregelt, dass die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht

(ZFU) eine Bescheinigung über die Befreiung

von der Umsatzsteuer ausgestellt hat. Diese langjährige

Praxis, die sich aus der Sicht der Anbieter von Fernlehrangeboten

überaus bewährt hat, soll eingestellt werden

und die Aufgabe an die Finanzämter übergehen. … Es

wird allerdings zu bedenken gegeben, dass eine fachlich

versierte Institution wie die ZFU als staatlich bestellt Hüterin

des Fernlehrwesens geradezu dafür prädestiniert ist,

die Kurse bzw. Angebote mit Blick auf ihre steuerliche

Relevanz richtig einzuschätzen. …“ heißt es in der weiteren

Argumentation des FDL, das im Übrigen darauf verweist,

dass es in bildungswissenschaftlichen Diskursen ohnehin

um eine biografische Sichtweise von Bildung und Weiterbildung

gehe. Dies bedeute, dass nicht der Anbieter

oder das Finanzamt darüber entscheidet, was beruflich

verwertbar ist, sondern der Teilnehmende selbst vor dem

Hintergrund seiner Bildungsbiographie.

Nationale Weiterbildungsstrategie

Das FDL weist auch darauf hin, dass eine solche steuerliche

Änderung letztlich auch der Nationalen Weiterbildungsstrategie

widerspricht, mit der in diesem Sommer Bund,

Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur

für Arbeit eine neue Weiterbildungskultur ausgerufen

haben.

Mit der Strategie bündeln die genannten Partner ihre

Anstrengungen für Weiterbildung und Qualifizierung, um

den anstehenden Strukturwandel erfolgreich gestalten

zu können. So sollen Weiterbildungsangebote sowie För-

dermöglichkeiten für alle transparenter und leichter

zugänglich gemacht werden. Das FDL hat bei der Veröffentlichung

des Papiers im Juni dessen Kernaussagen

begrüßt, die auf die Sicherung beruflicher Handlungsfähigkeit,

die Erweiterung von Entwicklungsqualifizierungen

und die Ermöglichung beruflicher Aufstiege abzielen.

Doch hat das Forum DistancE-Learning in einigen

Punkten auch deutliche Nachbesserungen gefordert. Beispielsweise

seien entscheidende Akteure, die maßgebend

zum Gelingen der Weiterbildungsstrategie beitragen könnten,

kaum berücksichtigt: die Anbieter von Erwachsenenbildung.

„Dabei könnten gerade sie mit ihren Erfahrungen

und Qualifizierungsangeboten einen entscheidenden Beitrag

in der Umsetzung leisten.“

MILLA

Eine solche begrenzte Sicht hat das FDL auch im Zusammenhang

mit dem Konzeptentwurf MILLA („Modulares

Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle“) kritisiert,

der vor rund einem Jahr von der CDU-/CSU-Fraktion im

Deutschen Bundestag vorgelegt worden war. Erstaunt

zeigte sich der Fachverband für mediengestütztes Lernen

vor allem über die darin beschriebene Ausgangslage: So

bestünden die Defizite nach Unionsansicht vor allem darin,

dass das System nicht zentral verwaltet werde, nicht individuell

modularisierbar sei und dem Bildungsförderalismus

unterliege. Angeboten fehle die Vermittlung über digitale

Methoden, sie seien nicht modern und es fände keine

Erfolgsmessung statt.

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1 Stahlreport 11|1925.10.2019411:32:21


BDS

Berufsbildung/Recht

q Dem hält das FDL u.a. entgegen, dass

z Fernunterrichtsangebote in Deutschland dem Fernunterrichtsschutzgesetz

und damit einem in der Weiterbildung

einzigartigen Verbraucherschutz unterliegen,

z für die Zulassung eines Fernunterrichtsangebotes eine

abgeschlossene Lehrgangsplanung eingereicht werden

muss, deren Nutzung allein schon durch die Methode

individuell ist und

z die verwendeten Studienbriefe zunehmend interaktiv

gestaltet werden – etwa durch den Einsatz von Audiound

Videodateien, interaktiv webbasierten Trainings

und Online-Tests.

„Moderner Fernunterrichts bietet daher schon seit Jahren

alles, was MILLA für die Zukunft der Weiterbildung in

Deutschland fordert“, resümiert das FDL.

Deutscher Qualifikationsrahmen

Seit Jahren vorhanden sind nach Ansicht des FDL auch

die Möglichkeiten des Deutschen Qualifikationsrahmens

(DQR), der eigentlich die Umsetzung des Europäischen

Qualifikationsrahmens (EQR) auf nationaler Ebene darstellen

soll.

Der DQR ist ein achtstufiges System, in das sämtliche

schulischen, akademischen und beruflichen Abschlüsse

handlungsorientiert eingeordnet werden können, um sie

vergleichbar (nicht gleich) machen zu können und Karrierewege

so transparenter zu gestalten.

Diese Einordnung ist bisher nur in Teilen gelungen,

weil der dafür zuständige Arbeitskreis auf Bundesebene

lediglich einzelne Angebote berücksichtigt und dabei nicht

allgemein akzeptable Auswahlkriterien zugrunde legt.

Dies führt dazu, dass sich einzelne Anbieter diskriminiert

fühlen.

Von Berlin aus will das FDL nun weiter versuchen,

entsprechende Kritik anzubringen und zu Lösungen zu

kommen. Diese Bemühungen hatte der BDS von Anfang

an unterstützt – im Sinne seines verbandseigenen Fernstudiums

zum Betriebswirt/zur Betriebswirtin, das aus

beschriebenen Gründen bisher nur als Ergebnis einer

Selbsteinschätzung in das System eingeordnet werden

konnte – auf DQR-Stufe 7.

Mehr Bürokratie und Rechtsunsicherheiten befürchtet

Änderungen der EU-Entsenderichtlinie

Foto: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Dr. Almut Riemann,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Die Europäische Gemeinschaft (EG) hat 1996 mit der Entsenderichtlinie (Richtlinie 96/71/EG)

Mindestbedingungen für die Entsendung von Arbeitnehmern innerhalb der Europäischen Union (EU)

aufgestellt. Die Regelungen sollen die Arbeitnehmer schützen und zugleich einen fairen Wettbewerb

in den Mitgliedstaaten gewährleisten. Im vergangenen Jahr hat das EU-Parlament daher eine

Änderungsrichtlinie zur Entsenderichtlinie verabschiedet. Deren Ziel ist im Kern die Umsetzung

des Grundsatzes „gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“. Was die Änderungen im Detail

bedeuten, erläutert Rechtsanwältin Dr. Almut Riemann von Henseler & Partner Rechtsanwälte mbB..

Seit Schaffung der Entsenderichtlinie 1996 haben

sich die Arbeits- und Sozialordnungen in den Mitgliedstaaten

sehr unterschiedlich weiterentwickelt. Da Löhne

und Sozialstandards in den einzelnen EU-Ländern sehr

unterschiedlich sind, werden bei Sendungen häufig

Tarif- und Sozialstandards im Aufnahmestaat unter-

schritten. Dieser Umstand hat das Bedürfnis einer

Reform der bestehenden Entsenderichtlinie gezeigt.

Mit der Änderungsrichtlinie zur Entsenderichtlinie

(Richtlinie(EU) 2018/957), die das EU-Parlament am

28. Juni 2018 verabschiedet hat, soll eine stärkere Lohngerechtigkeit

geschaffen und Sozialdumping verhindert

42 Stahlreport 11|19


Das ist inzwischen auch der Gruppe

der Absolventen und der aktuellen

Studentenschaft nicht mehr ausreichend,

denn: Sie erwarten für ihre

Weiterbildung nicht nur die passenden

Inhalte, geeignete Methoden und

auch transparente Karrierewege – wie

in der Einleitung angesprochen.

Fazit

Der verbandlich organisierte Stahlhandel

scheint gut beraten, sich insbesondere

zu methodischen Fragen

der Berufsbildung mit anderen Anbietern

zu koordinieren. Vielfältig sind

dazu die Themen aus dem politischen

Berlin, die damit Teil der BDS-Berufsbildung

und über die Koordinierungsarbeit

des FDL realisiert werden. Dazu

gibt es in diesem November viele aktuelle

Anlässe. 2

Der neue DAHD-

Katalog mit Bildungsangeboten

insbesondere für

Auszubildende des

Groß- und Außenhandels.

Bildung für den Groß- und Außenhandel

Mit einem rund 30-seitigen Katalog hat das DAHD-Bildungszentrum

des Groß- und Außenhandels sein neues

Seminarprogramm 2019/2020 vorgelegt. Es umfasst auch

Angebote für die Prüfungsvorbereitung von Auszubildenden,

vorwiegend für den Berufsschulstoff. Branchenspezifische

Ergänzungsthemen, beispielsweise des Stahlhandels,

werden etwa in Arbeitskreisen sowie material- und produktkundlichen

Seminaren angeboten. Vor dem Hintergrund

dieser inhaltlichen Verbindungen führt das Bildungszentrum

den Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS)

auch in dem neuen Katalog als einen seiner Partner auf.

[ Info ]

Einzelheiten des DAHD-Angebots sind im Internet unter

www.dahad.de verfügbar.

werden. Die wesentlichen Änderungen lassen sich wie

folgt zusammenfassen:

z Regelungen bezüglich der Bezahlung von lokalen

Arbeitnehmern gelten in Zukunft auch für entsandte

Arbeitnehmer.

z Dies umfasst sämtliche Vergütungsbestandteile (z.B.

Prämien, oder Zulagen in Form von Weihnachtsgeld

sowie ein dreizehntes Monatsgehalt), sofern diese

gesetzlich oder in allgemeinverbindlichen Tarifverträgen

festgeschrieben sind.

z Entsandte Arbeitnehmer erhalten somit ab dem ersten

Tag den gleichen Tariflohn wie einheimische Kollegen.

z Reise-, Verpflegungs- und Unterbringungskosten des

entsandten Arbeitnehmers, welche innerhalb des Aufnahmemitgliedstaates

anfallen, dürfen nicht vom Lohn

abgezogen werden. Diese Kosten sollen in Zukunft

durch den Arbeitgeber getragen werden.

z Die Unterbringung soll an den gewöhnlichen Standards

des Gastlandes gemessen werden.

z Unverändert sollen auch zukünftig die Regelungen

der Sozialversicherung des Heimatlandes des Arbeitnehmers

für den Zeitraum der Entsendung fortgelten.

z Die Höchstdauer der Entsendung wird begrenzt: ein

Zeitraum von zwölf Monaten, eine ausnahmsweise

Verlängerung auf 18 Monate sind zulässig.

z Für die Berechnung der Dauer sind gleiche Tätigkeiten

am gleichen Ort zu addieren.

z Nach Ablauf der zwölf Monate gelten die gesamten

verbindlichen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen

im Aufnahmestaat für entsandte Arbeitnehmer.

(Ausnahmen: Verfahrensvorschriften, Formalitäten

und Bedingungen für den Abschluss und die Beendigung

eines Arbeitsvertrages und zusätzliche betriebliche

Altersvorsorgesysteme)

z Kettenentsendungen von Leiharbeitnehmern werden

erfasst und sollen ebenfalls dem deutschen Arbeitsrecht

unterliegen.

Eine Ausnahme gilt für Fernfahrer, da die Reform der

EU-Entsenderichtlinie Differenzen beim Lohn für die

gleiche Arbeit am gleichen Ort ausgleichen soll.

Schwächung des

EU-Arbeitsmarkts befürchtet

Die Änderung der EU-Richtlinie wurde bereits vor ihrem

Beschluss etwa von der Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände (BDA) deutlich kritisiert.

Es werden Rechtsunsicherheiten für deutsche Unternehmen

sowie eine steigende Bürokratie befürchtet. In

Zukunft werde es vielfach einfacher sein, Mitarbeiter

in entfernte Drittstaaten zu schicken, als sie innerhalb

des europäischen Binnenmarktes einzusetzen.

Die Europäische Union hat den Mitgliedstaaten eine

Frist bis zum 30. Juli 2020 gegeben, um ihre nationalen

Gesetze an die geänderte Richtlinie anzupassen. Das

federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales

(BMAS) hat hierzu Eckpunkte erstellt und wird mit

einem Gesetzentwurf zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie

zur Entsenderichtlinie auf die Ressorts zugehen.

Wie die Regelungen der Änderungsrichtlinie konkret

in Deutschland umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden. 2

Stahlreport 11|19

43


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

50 Jahre Internet: In

Deutschland ist fast

jeder online.

Anzahl der Internetnutzer in Deutschland und Anteil an der Bevölkerung*

* Internetnutzer in der Altersgruppe 16-74 Jahre

Quelle: Bitkom Research, Eurostat, Statistisches Bundesamt

Mitglieder und Märkte

Aktuelle Zahlen aus der Digitalbranche

Das Internet ist in diesem August 50 Jahre alt geworden und in dieser Zeit von vier auf vier Mrd.

Nutzer gewachsen. Ebenfalls in diesem Sommer präsentierte sich der Digitalverband Bitkom mit

einer vergrößerten Repräsentanz in Berlin. Welche Entwicklungen dabei sonst noch eine Rolle spielen,

das machen unterschiedliche Daten zu dieser Branche deutlich: Mitglieder und Märkte.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation

und neue Medien e. V. (BITKOM) zählte

in diesem Sommer in seinen Reihen erstmals mehr als

1.900 Direktmitglieder, darunter über 500 Startups. Innerhalb

eines Jahres war die Gesamtzahl damit um mehr als

hundert gestiegen. Neben Unternehmen aus der klassischen

IT- und Telekommunikationsbranche entscheiden sich auch

zahlreiche Vorreiter der digitalen Transformation aus den

Leitbranchen der deutschen Wirtschaft für eine Mitwirkung.

Darüber hinaus bündelt Bitkom als Spitzenverband die

Interessen von weiteren Bundes- und Regionalverbänden.

80 % der Mitglieder haben ihren Hauptsitz in Deutschland,

weitere 8 % kommen aus dem restlichen Europa und

8 % aus den USA; 4 % stammen aus Asien, davon die meisten

aus Japan. Bitkom vertritt die Unternehmen u.a. im europäischen

Spitzenverband Digital Europe, im Bundesverband

der Deutschen Industrie, in den Arbeitsgruppen des Digitalgipfels,

der Allianz für Cybersicherheit, bei „Deutschland

sicher im Netz“ sowie beim Deutschen Institut für Normung,

ferner im Senat der Akademie der Technikwissenschaften.

Die Bitkom-Mitglieder erzielten zuletzt allein mit ITund

Telekommunikationsleistungen jährlich Umsätze von

190 Mrd. €, darunter Exporte in Höhe von 50 Mrd. €. Sie

beschäftigen in Deutschland mehr als 2 Mio. Mitarbeitende.

„Austausch und Zusammenarbeit ist der Schlüssel für

das Gelingen der Digitalisierung in Deutschland. Bitkom

bringt die Vorreiter auf dem Weg in die digitale Wirtschaft

aus den deutschen Leitbranchen zusammen mit Startups

und klassischen IT- und Telekommunikationsanbietern“,

kommentierte Bitkom-Präsident Achim Berg die Verbands-

entwicklung. Unterdessen zeigt die Digitalbranche derzeit

ein stabiles Wachstum und kann auch 2019 ihre Umsätze

deutlich steigern. Das gehört zu den zentralen Ergebnissen

der jüngsten Konjunkturumfragen durch Bitkom. Nach

Verbandsberechnungen steigen die Branchenumsätze 2019

um 2,0 % auf 170,3 Mrd. €. Der Bitkom-ifo-Digitalindex

blieb im Juli 2019 im Vergleich zum Vormonat nahezu

unverändert bei 24,2 Punkten (-0,1). Während die aktuelle

Geschäftslage rückläufig ist (42,7 Punkte, -3,3), stiegen die

Geschäftserwartungen (7,1 Punkte, +2,5).

„Die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft, Staat

und Gesellschaft treibt das Wachstum in der Bitkom-

Branche. Die Krise der exportorientierten Industriezweige

schlägt sich bislang nicht auf die Unternehmen der IT und

Telekommunikation durch“, sagte Bitkom-Präsident Achim

Berg dazu – und appelliert zugleich an Unternehmen sowie

Verwaltungen: „Gerade wenn sich die konjunkturelle Lage

eintrübt, müssen die Unternehmen ihre Prozesse und

Geschäftsmodelle überprüfen. Sie müssen effizienter und

damit wettbewerbsfähiger werden und auf die wachstumsstarken

Digitalmärkte setzen. Jetzt die notwendigen Investitionen

in die Digitalisierung zurückzustellen, wäre fatal.

Jetzt muss es heißen: nicht reden, sondern machen. Und

in aller Konsequenz und ohne Wenn und Aber digitalisieren.“

Im kommenden Jahr wird sich das Wachstum im ITK-

Gesamtmarkt nach Bitkom-Berechnungen fortsetzen. Allerdings

fällt die Prognose mit einer Umsatzsteigerung von

1,6 % auf 173,1 Mrd. € etwas schwächer als für dieses Jahr

aus. 2

44 Stahlreport 11|19


Für die Tempomacher:

BME-Symposium in Berlin

Mit bewährten Keynotes zu Themen der Branche, aber auch mit neuen Veranstaltungsformaten und

Best-Practice-Vorträgen will das inzwischen 54. BME-Symposium vom 13.-15.11.19 in Berlin ein Forum

für innovative Denkansätze und aktuelle Diskussionsfragen in Einkauf, Logistik und Supply Chain

Management bieten. Der Einkäufer-Summit findet unter dem Veranstaltungsmotto #pacesetter statt.

„Wir verstehen unter dem Slogan

Tempomacher, die unabhängig

vom eigenen Wettkampferfolg für den

Erfolg des gesamten Teams sorgen“,

betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbandes

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e.V. (BME). Auch die Einkäufer,

Logistiker und Supply Chain Manager

seien Pacesetter, die beispielsweise

bei der Einführung neuer digitaler

Technologien und Beschaffungsprozesse

Trends setzen, denen andere

folgen. Grobosch: „Mit dem richtigen

Mindset bieten sie Orientierung und

Motivation für das Team, wenn es gilt,

im Rennen um Talente, Ressourcen,

Innovationen und Know-how die Nase

vorn zu behalten.“

Unter den Keynote-Sprechern sind

SAP-CPO Tamara Braun, Christian

Lindner, FDP-Bundesvorsitzender,

Wirtschaftsphilosoph Anders Indset,

Unternehmer Carsten Maschmeyer

und Dr. Antje von Dewitz, CEO von

Vaude Sport.

Die Teilnehmer des BME-Summit

erhalten die Möglichkeit, die Inhalte

mit dem größten Impact auf ihr Tagesgeschäft

auszuwählen. Zudem sorgen

die rund 2.000 Besucher des BME-

Events für ein intensives Networking,

an dem sich auch die mehr als 100

Referenten und Aussteller beteiligen

werden. Der Fachkongress wird darüber

hinaus als Bühne zum Benchmarken

und Diskutieren genutzt – und

das branchenübergreifend sowie auf

Augenhöhe mit Konzernen und KMU.

Die dreitägige Fachtagung konzentriert

sich in diesem Jahr auf sechs

Schwerpunkte. Dazu zählen:

z Strategie 2025,

z Mensch und Organisation,

z Supply Networks,

z Risiken managen,

z Business Analytics sowie

z Bots, KI und Co. 2

Weitere Informationen zu dem

Branchentreffen gibt es unter

www.bme-symposium.de.

Branchenkongress in Berlin

Der Handel schafft Werte

Die Rolle des Einzelhandels in der digitalen Welt will der Deutsche Handelskongress diskutieren,

der am 20./21.11.19 in Berlin stattfindet, und zu dem u.a. der HDE einlädt, der vor allem

zusammen mit dem Großhandel für die Distributionsbranche steht. Das Motto der Veranstaltung:

„Vision. Innovation. Wohlstand. Der Handel schafft Werte.“

Zur Unterstützung dieser

Tagungsthese steuern Vertreter aus

Politik, Handel und Partnerunternehmen

Keynotes, Vorträge und Workshops

bei. Das Rahmenprogramm

reicht von einem Warm up-Event am

Vorabend bei Microsoft in Berlin über

die Kongressausstellung Retail World

mit rund 60 beteiligten Akteuren, eine

Young Professionals Corner bis hin zu

einem Business Speed Dating. Am

Abend des ersten Kongresstages verleihen

der Handelsverband Deutschland

(HDE) und sein Partner Management

Forum Auszeichnungen. Zum

Handelskongress werden rund 1.500

Teilnehmer erwartet. Zum Programm

gehören auch hochkarätig besetzte

Gespräche: Mit Bundeskanzlerin Dr.

Angela Merkel diskutiert Josef Sanktjohanser,

Präsident des HDE, die politischen

Rahmenbedingungen für die

Handelsbranche im Wandel. Hierzu

wird am zweiten Kongresstag auch

Christian Lindner Stellung beziehen,

er ist FDP-Parteivorsitzender und Vorsitzender

der FDP-Bundestagsfraktion.

Michael Müller (Präsident Europa

der GfK) wird unter dem Titel „Handel

2020 – Kunde, Konsum und Konsequenzen“

aktuelle Markttendenzen

vorstellen. Weitere Führungskräfte der

Branche werden präsentieren, wie sich

ihre Handelsunternehmen auf diese

Markttendenzen einstellen. 2

Weitere Detailinfos und die Registrierungsmöglichkeiten

finden sich unter

www.handelskongress.de

Stichwort HDE

Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist die Spitzenorganisation

des deutschen Einzelhandels und deshalb

Sprachrohr der Branche gegenüber der Politik auf

allen Ebenen, gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen,

den Medien und der Öffentlichkeit. Mit rund

300.000 Einzelhandelsunternehmen und einem jährlichen

Umsatz von 480 Mrd. € ist der Einzelhandel die

bedeutendste Stütze der Binnenwirtschaft. Der Einzelhandel

beschäftigt etwa 3 Mio. Mitarbeiter und bildet

über 150.000 junge Menschen aus. Er ist damit der

größte Arbeitgeber und Ausbilder in Deutschland.

Diese Bedeutung des Handels wird noch dadurch

unterstrichen, dass die Branche auf der anderen Seite

auch aus den Unternehmen des Groß- und Außenhandels

besteht, die im Bundesverband Großhandel

Außenhandel Dienstleistungen (BGA) organisiert sind,

der seine Verbandszentrale ebenfalls am Berliner

Weidendamm hat. Gemeinsam arbeitet dort z.B. ein

Berufsbildungsausschuss.

Stahlreport 11|19

45


Verbände

und Politik

Lifesteel

Berichte

Bauwirtschaftstag in Berlin

Digital & smart

„Deutschland 4.0: Wir bauen

Zukunft – digital und smart“. Unter diesem

Motto lädt die Bundesvereinigung

Bauwirtschaft für den 13.11.19 zum

6. Deutschen Bauwirtschaftstag nach

Berlin ein – mit anschließendem

„Get together“.

Viel politische Prominenz hat die Gesellschaft

zur Förderung des Deutschen Baugewerbes

mbH, die im Auftrag der Bundesvereinigung

als Veranstalterin auftritt,

für das Programm gewinnen können:

z Eröffnen wird Katrin Göring-Eckardt, die

Fraktionsvorsitzende von Bündnis

90/Die Grünen im Deutschen Bundestag.

Ihr Thema, über das sie anschließend

noch mit Unternehmerinnen ins

Gespräch kommen soll: „Deutschland

4.0: smart, sozial und klimafreundlich.“

z „Arbeiten 4.0: digital und smart – Chancen

und Schutz im digitalen Zeitalter“

thematisiert der Bundesminister für

Arbeit und Soziales, der SPD-Politiker

Hubertus Heil.

z Annegret Kramp-Karrenbauer geht es

unter dem Motto „Deutschland 4.0:

digital und smart“ um „Bausteine für

eine moderne Gesellschaft“. Sie referiert

als Vorsitzende der CDU Deutschlands

und Bundesministerin der Verteidigung.

Dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung

Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer,

gehören Eröffnungsrede und Schlusswort

sowie – im Umfeld der angekündigten

Politiker – der Beitrag „Wir bauen

Zukunft – digital und smart! Bauen für ein

modernes Land“.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist

der Zusammenschluss des deutschen

Bau- und Ausbauhandwerks. Sie vertritt

in 15 Verbänden die Interessen von

annähernd 370.000 mittelständischen

Betrieben mit rund 3,3 Mio. Beschäftigten

und 250.000 Auszubildenden bei

einem Jahresumsatz der Branche von

knapp 350 Mrd. €. Ihre Mitgliedsbetriebe

erbringen somit rund 80 % der gesamten

bauausführenden Wirtschaft in Deutschland.

Weitere Details zur Bundesvereinigung

und zum Bauwirtschaftstag gibt es

unter www.bauwirtschaftstag.de.

Foto: WZV/OTIS Gmbh & Co. OHG

Aufzugverkleidungen und

-knöpfe aus Edelstahl Rostfrei

nehmen eine Schlüsselfunktion

im Kampf gegen die

Verbreitung von Keimen ein.

Auf den Spuren von Robert Koch:

Schutz vor Keimen

mit Edelstahl Rostfrei

Wo viele Menschen zusammenkommen, sind gefährliche Keime

nicht weit. Oft berührte Gegenstände und kontaminierte

Oberflächen bieten Mikroorganismen perfekte Voraussetzung für

Wachstum und Verbreitung. Einen wichtigen Beitrag für Hygiene

und Desinfektion leistet Edelstahl Rostfrei, der – ganz im Sinne von

Robert Koch – z.B. als Türklinke oder Lichtschalter – gegenüber

Keimen keine Kompromisse kennt.

Lebensbedrohliche Folgen

können Keime ausgerechnet in Krankenhäusern

haben. Nach Schätzungen

des European Centre for Disease

Prevention and Control (ECDC) infizieren

sich europaweit jedes Jahr 2,6

Mio. Menschen mit Krankenhauskeimen,

91.000 von ihnen sterben

daran. Robert Koch, vor 176 Jahren

geboren, entdeckte als erster, dass

Krankheiten durch Keime übertragen

werden und entwickelte methodische

Grundlagen für den Kampf gegen

ihre Verbreitung. Ein Drittel der

Todesfälle durch Krankenhauskeime

wäre nach Einschätzung von Experten

vermeidbar, wenn die von ihm

bereits vor mehr als 150 Jahren empfohlene

systemische Hygiene und

Desinfektion entsprechend konsequent

umgesetzt würde.

Krank werden im Krankenhaus

Nosokomiale – nach der Aufnahme

im Krankenhaus erworbene – Infektionen

sind eine der größten Gefahren

bei einem Klinikaufenthalt: Studien

zufolge sind 2,5 % aller

Patienten davon betroffen. Für die

Kliniken sind mit nosokomialen

Infektionen enorme Kosten verbunden:

Für jeden daran erkrankten

Patienten können bis zu 20.000 €

für längere Liegezeiten, Diagnosen

46 Stahlreport 11|19


und Behandlungen anfallen, welche

die Einrichtungen selber tragen müssen.

In über 70 % der Fälle werden

diese Infektionen durch Bakterien

verursacht, etwa 6 % durch multiresistente

Keime. Von den pro Jahr

rund 18 Mio. Menschen, die in

Deutschland laut vollstationär behandelt

werden – hinzu kommen die

Patienten mit ambulanter medizinischer

Versorgung – erkranken nach

Einschätzung des ECDC rund eine

halbe Mio. Menschen durch Krankenhauskeime.

Insbesondere postoperative

Wundinfektionen (24,7%),

Harnwegsinfektionen (22,4 %), Atemwegsinfektionen

(21,5 %) – und hier

vor allem die wegen der hohen Sterblichkeitsrate

gefürchteten Lungenentzündungen

– sowie Blutvergiftungen

(6 %) werden dadurch

ausgelöst. Etwa 10.000 bis 15.000

Menschen sterben in Deutschland

jährlich an den Folgen.

Einer der häufigsten meldepflichtigen

Verursacher und zugleich

bekanntesten Krankenhauskeime

ist der Methicillin-resistenter Staphylococcus

aureus (MRSA). Im Jahr

2017 wurden nach Angaben des

Robert Koch-Instituts in Berlin über

Foto: WVZ/BremSysteme

Foto: WVZ/Gira.de

Bei richtiger Reinigung

bieten Handläufe …

… und Lichtschalter aus Edelstahl Rostfrei

Mikroorganismen keinen Nährboden.

2.600 Infektionen mit diesem Keim

gemeldet, Experten gehen jedoch

von einer hohen Dunkelziffer aus.

Da von den gängigen über 60 Antibiotika

nur noch höchstens drei wirken,

ist er besonders gefürchtet.

Jedoch entwickeln immer mehr Erreger

Multiresistenzen, sodass sich

die Kliniken generell vor neue

Herausforderungen gestellt sehen.

Neben dem Verzicht auf die jahrelang

schwerpunktmäßig verordneten

Breitbandantibiotika und der Erforschung

der Übertragungswege

anhand genetischer Fingerabdrücke

der Keime setzen sie deshalb zur

Prävention auf umfassende Hygienestrategien.

Hände übertragen Keime

Typische Eintrittswege für Keime sind

Gefäß- oder Harnwegskatheter, Ernährungssonden

oder künstliche Beatmung.

Mit Abstand die meisten Erreger

werden dabei über die Hände

übertragen. Mangelnde Hygiene durch

zu seltene Händedesinfektion im

direkten Patientenkontakt ist deshalb

eine wesentliche Ursache für die Verbreitung

von Krankenhauskeimen.

Häufig berührte Kontaktflächen

wie Aufzugknöpfe, Handläufe, Türöffner,

Patientenzimmermöbel, Lichtschalter

und Sanitärarmaturen sind

bei mangelnder Reinigung oder

ungeeigneter Oberfläche ebenfalls

Brutstätten für Keime. Um die durch

Hautkontakt ausgelöste Kreuzkontamination

zu unterbinden, hat bei

der Auswahl aller Ausstattungskomponenten

im Krankenhaus auch die

Werkstoffwahl eine Schlüsselfunktion.

Seit Jahrzehnten im Klinikalltag

bewährt sind Produkte aus Edelstahl

Rostfrei: Griffe, Schalter, Armaturen,

Infusionsständer, Spender für Händedesinfektionsmittel

oder Mundschutz,

Möbel sowie andere Objekte

mit häufigem Händekontakt wie

Türen und Türzargen aus Edelstahl

senken das Risiko einer Keimübertragung

entscheidend. Die glatte,

harte Oberfläche von Edelstahl bietet

keinen Halt oder Nährboden für

Mikroorganismen.

Leicht zu reinigen und auch im

jahrzehntelangen Dauereinsatz

beständig gegen die eingesetzten

Reinigungs- und Desinfektionsmittel,

ist der Werkstoff auch aus wirtschaftlicher

Sicht ungeschlagen.

Die dauerhaft inerte Oberfläche reagiert

weder auf Umwelteinwirkungen

wie beispielsweise Kupfer auf

Luftsauerstoff noch auf chemische

Einwirkung von Putz- und Desinfektionsmittelsubstanzen.

Dadurch

überzeugen die Komponenten aus

Edelstahl Rostfrei während der

gesamten Einsatzdauer nicht nur

durch optimale Hygiene, sondern

auch durch eine gleichbleibend

hochwertige Optik.

Die robuste Beständigkeit gegen

mechanische und physikalische Einwirkungen

prädestiniert sie überdies

für kliniktypische Extrembeanspruchung:

Kratz- und abriebfest tragen

Bauteile und Möbel aus nichtrostendem

Stahl durch ihren hohen Verschleißwiderstand

zur Minimierung

von Kontamination mit Krankenhauskeimen

bei. Hersteller und Verarbeiter,

die das international

geschützte Markenzeichen für den

Qualitätswerkstoff tragen, gewährleisten

eine sachgerechte Materialauswahl

und eine auf strenge Hygieneanforderungen

ausgelegte

fachgerechte Verarbeitung. 2

Stahlreport 11|19

47


Lifesteel

Berichte

Mit Stahl gestützte Steine: der

Serpentine Pavilion dieses Jahres

des Japaners Junya Ishigami.

Quelle: sterpentinegalleries

Stahl stützt Steine

Serpentine Pavillon im Londoner Hyde Park

Der Serpentine Pavilion dieses Jahres erinnert aus der Distanz an eine langgezogene Schüttung von

Schieferabfall, wie sie überall vor Schiefergruben liegen. Gestützt und gehalten wird die Installation

durch Stahl. Sie war noch bis Anfang Oktober im Londoner Hyde Park zu besichtigen und stieß nicht

nur auf Lob, wie Peter Becker zu berichten weiß.

https://www.

serpentinegalleries.org/

Jedes Jahr wird ein junger und

vielversprechender Architekt eingeladen,

um sich auf der Wiese hinter

den Serpentine Galleries im Hyde

Park zu verwirklichen. Diesmal war

der Japaner Junya Ishigami ausgesucht

worden, sich mit einer Arbeit

zu zeigen.

Anders als die Abfallhalden aus

dem Schieferabbau ist der Pavillon

untendrunter hohl, kann von den

Besuchern betreten werden und wird

damit quasi zu einer Höhle. Ishigami

ist bekannt dafür, dass er in seiner

Architektur gerne Formen aus der

Landschaft und genauso aus der

Architekturgeschichte aufgreift und

mit ihnen spielt. Mit seinen freien

Formen wolle er eine Harmonie zwischen

Mensch und Natur herstellen,

wird er zitiert.

Schieferplatten in großen Mengen

61 t von rohen Schieferplatten aus

der Honister Mine in Kewswick in

der Grafschaft Cumbria hat er für

seinen Pavillon in Form eines Unterschlupfs

für die Hobbits benutzt. Die

Honister Mine ist seit 1728 in Betrieb

und ist die letzte aktive Schiefermine

Englands.

Die Steine waren auf einfachen

Stahlmatten ausgelegt, die ihrerseits

auf Stahlstützen ruhten. Dabei überraschte,

wie dünn die Stützen ausgefallen

waren. Aber dennoch wollte

Ishigamis ursprüngliche Idee, dieses

Schieferdach zum Schweben zu bringen,

nicht aufgehen.

Vielleicht lag es daran, dass

Wind, Statik und behördliche Auflagen

die Pläne des Architekten

unsanft auf den Boden der Realität

zurückgeholt hatten: Es mussten

zusätzliche Stützen eingebaut werden,

und es gab als Windfang eine

Plexiglas-Wand, die sehr störte.

Seit 2000 bekommt jedes Jahr

ein Architekt von den Machern den

renommierten Serpentine Galleries

in den Kensington Gardens im Londoner

Hyde Park die Einladung,

sich eine spezielle Arbeit für den

Pavillon zu überlegen und fertigzustellen.

Dafür hat er (natürlich

auch: sie) sechs Monate Zeit. Ein

Budget gibt es nicht; das Projekt

wird von Sponsoren, Unterstützen

oder durch den Verkauf des Pavillons

finanziert. Ishigami war der

19. Ausgewählte. 2

48 Stahlreport 11|19


Die dreiteilige Stützkonstruktion

aus

der alten Fassade der

Schauspielhauses …

… steht nun neben der

neuen Fassade des

Friedrichstadt-Palastes

und bietet filigrane

Blicke in dessen

Umgebung.

Foto: Wt

Eisenguss am Friedrichstadt-Palast

Die Stützen der Kunst

sind symbolisch zurückgekehrt

„Des Eisens schöne Seiten“, hieß über viele Jahre eine Rubrik des „Stahlreport“, in der auch viel

entsprechender Kunstguss vorgestellt wurde. In diese Reihe ist letztlich auch das Gusseisengitter zu

stellen, das seit kurzer Zeit in Berlin neben dem Friedrichstadt-Palast aufgestellt ist und damit einen

Teil der Geschichte dieses Veranstaltungsortes wieder zugänglich werden lässt. Möglich gemacht hat

das die Leidenschaft eines Sammlers: Helmut Maier.

Dieser Westberliner Architekt hatte Anfang der

1980-er Jahre mitbekommen, dass der alte Friedrichstadt-Palast

in der Berliner-Mitte abgerissen werden

sollte, um ihn durch einen Neubau im Stil der Sozialistischen

Postmoderne zu ersetzen; das geschah dann

1984. Und Maier hatte in diesen Zusammenhängen

beobachtet, dass ein gusseisernes Element der ursprünglichen

Fassade dieses Gebäudes freigelegt worden war

und entsorgt werden sollte. So nutzte der leidenschaftliche

Sammler den Devisenbedarf der DDR und schwatzte

den dort Verantwortlichen die dreiteilige Stützkonstruktion

ab – für 1.000 Deutsche Mark (West). Zumindest

ebenso aufwändig war dann der Transport des Objekts

– über die Grenze nach Berlin-Kreuzberg. Dort überstand

das Gusseisen als Zierde eines Gartens dann wenig

später auch die Zeiten der Wende.

Seit September 2019 ist die gusseiserne Konstruktion

wieder zurück, nicht an, aber nahe seinem alten Standort

– und wurde auf einem Sockel neben dem neuen Friedrichstadt-Palast

montiert, als Zeichen für die wechselvolle

Geschichte dieses Hauses:

z 1918 wurde der Cirkus Schumann in das Große Schauspielhaus,

das damals modernste Theater Europas mit

3.200 Sitzplätzen, umgebaut und am 28.11.1919 eröffnet.

z In der Mitte der „Goldenen Zwanziger“ erfolgte die

Umwidmung zum Unterhaltungstheater und holte

den Glamour großer Shows in die deutsche Hauptstadt;

es entstand der Berliner Revuestil.

z 1933 enteigneten die Nationalsozialisten das Haus

und beendeten das, was sie für entartete Kunst hielten.

z 1947 erfolgte am 1.11. die Umbenennung in Friedrichsstadt-Palast,

der sich zur zentralen Unterhaltungsbühne

der DDR entwickelte. Die wurde jedoch

1980 aus statischen Gründen geschlossen.

Neben dem neu auf- und ausgestellten Eisenguss wird

übrigens passend (und auch schon länger) an die führenden

Künstler erinnert, mit deren Namen die Historie

des Friedrichstadt-Palastes verbunden ist – vom

ursprünglichen Architekten Hans Poelzig bis hin zu

den künstlerischen Leitern Max Reinhardt (ab 1919)

und Erik Charell (ab 1924). Diese Namen stehen auch

für alle anderen jüdischen Künstlerinnen und Künster,

die ab 1933 unter der Aufsicht des Reichspropagandaministers

ihre Arbeit verloren. Nun sind Mauern

und Menschen wieder vereint und mit der Kunst versöhnt.

2

Stahlreport 11|19

49


Lifestesteel

Bericht

Wasser für jedermann

Berliner Gusseisen-

Trinkbrunnen aus Bayern

Mit dem vom Berliner Senat geförderten Projekt „100 Trinkbrunnen

für Berlin“ soll das Trinken von Leitungswasser noch stärker

gefördert werden als bisher. Für die kommenden zwei Jahre werden

1 Mio. € für das Trinkbrunnen-Bauprogramm zur Verfügung

gestellt. Den Auftrag für Bau und Lieferung erhielt die Gießerei

Ludwig Frischhut aus dem bayerischen Pfarrkirchen.

Für jedermann sprudelt das

Trinkwasser kostenlos. Vom Berliner

Trinkwassernetz gespeist, wurden die

Vorgänger der heutigen Trinkbrunnen

bereits seit den 1980er Jahren vor

allem an belebten Orten

innerhalb der Stadt aufgestellt.

Bei den etwa 1 m

hohen Trinkbrunnen

handelt es sich um

blau emaillierte

sogenannte Kaiser-Brunnen

aus

Gusseisen, die

als ständig sprudelnde

Wasserspender

konstruiert

sind. Benannt

nach dem Gestalter

Siegfried Kaiser

ist auf den Brunnen

die Geschichte des

Trinkwassers dargestellt.

Die oben liegende

Brunnenschale

ruht auf einer in fünf

Segmente gegliederten

Säule. Auf den einzelnen

Säulenabschnitten

sind Reliefdarstellungen

zu sehen,

welche die Aufbereitung

des Grundwassers

zu Trinkwasser

zeigen.

Nach Übernahme,

Adaption und

Aufbereitung des

vorhandenen

Modells für den

seit 1985 gefertigten

Kaiser-Brunnen

wurden in

Foto: Frischhut

Zusammenarbeit mit den Berliner

Wasserbetrieben und dem ausführenden

Emaillierbetrieb gefertigt.

Nach der anspruchsvollen Herstellung

der einzelnen Gusskomponenten

und deren

Emaillierung erfolgen

die Bearbeitung, Vormontage

und Endkontrolle

im Unternehmen.

Durch

diese werksübergreifende

Zusammenarbeit

wird

die von den

Berliner Wasserbetrieben

geforderte Qualität

aus einer

Hand garantiert.

Dreißig Brunnen

wurden bereits

zum Jahresende 2018

ausgeliefert – eine

Herausforderung, da

jedes Segment einzeln

sowie der Schalenkopf

im Handformguss mit

erheblichem manuellem

Aufwand hergestellt

werden muss.

Die weiteren zu diesem

Projekt gehörenden

Kaiser-Brunnen

werden im Laufe des

Jahr 2019 fertiggestellt.

2

Die Berliner Trinkbrunnen

aus Gusseisen

stammen

aus dem bayerischen

Pfarrkirchen.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 86497-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Dr. Ludger Wolfgart

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Titelbild:

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einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

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im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

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ISSN 0942-9336

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Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e.V. (BME) bei.

50 Stahlreport 11|19


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Betonstahl 19.-20.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: +49 211 86497-19 · Telefax: +49 211 86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM


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