GymLiestal unterwegs - Gymnasium Liestal

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GymLiestal unterwegs - Gymnasium Liestal

«Hansruedi Hochueli und Söhne AG» unter Druck

Die Zugreise nach Renan BE verläuft

unter grauem Himmel gut. Die Annäherung

zwischen den zwölf Schülern und

der einen Schülerin der Klasse 2A des

Gymnasiums und den drei weiblichen

Auszubildenden der Firma Novartis findet

noch kaum statt. Nach einem kurzen

Apéro beginnt um 10.15 Uhr der Einstieg

in die Geschäftswelt. Alle schlüpfen in die

Rollen der entsprechenden Kaderleute

von drei Schuhfirmen, nämlich der Firma

Barefoot, der Firma Swan und der Firma

Hansruedi Hochueli und Söhne AG. Die

beiden Coaches der Wirtschaftswoche,

Frau Brigitte Martig (Novartis) und Herr

Freddy Bürgin (BLKB), erreichen die «Kaderleute»

von der ersten Minute an. Die

ersten Pressekonferenzen mit der Vorstellung

der Schuhfirmen werden schon

realitätsnah abgehalten, die Fragen der

anwesenden Journalisten gekonnt beantwortet.

Am folgenden Tag geraten alle noch

tiefer in das virtuelle Geschäftsleben.

GymLiestal unterwegs 21

Die Theoriestunden durch die beiden

Coaches werden begierig aufgenommen,

kann doch durch geschickte Anwendung

des gelernten Stoffes im virtuellen Geschäftsleben

der Erfolg der Firmen positiv

beeinflusst werden. Gleichwohl geraten

die Aktien der Firma Hansruedi Hochueli

und Söhne AG stark unter Druck, was von

den beiden konkurrierenden Firmen mit

Wohlgefallen registriert wird.

Während des ganzen Tages sind engagierte

Diskussionen im Gange, die sogar

während des Essens andauern. Eigentlich

schade, denn der Koch Martin Burri

bekocht uns während der ganzen Woche

hervorragend und zur Zufriedenheit aller.

Der Mittwoch beginnt mit der Begutachtung

der Werbekampagnen und Plakate

der drei Firmen. Am Nachmittag kommen

die Schülerinnen und Schüler in den Genuss

eines Referates von Herrn Martin Engel,

Vertreter der Gewerkschaft UNIA. Er

kann die Jugendlichen sofort packen. Es

ist erstaunlich, wie gut die Jugendlichen

einerseits Bescheid wissen über diverse

Löhne unter anderem für Verkaufspersonal,

Gymnasiallehrer/-innen etc., andererseits

die Löhne der Eltern kaum kennen.

Das «Tabu Lohn» in der Schweiz wird also

anscheinend auch von der jungen Generation

aufrechterhalten.

Der Donnerstagmorgen beginnt mit

einem Spiel, bei dem die Kommunikationsfähigkeiten

innerhalb der Kader der

einzelnen Firmen getestet werden. Angehörige

der drei Firmen müssen eine Verpackung

finden, die gut präsentiert, das

verpackte Produkt optimal schützt und

auch sehr schnell geöffnet werden kann.

Beim zu verpackenden Produkt handelt es

sich um ein rohes Ei, das mit dem bereitgestellten

Verpackungsmaterial so einzupacken

ist, dass das Ei einen Sturz aus 6

Meter Höhe übersteht. Die Leute der Firma

Swan sind die einzigen, die ihr Ei so

bruchsicher verpacken, dass es den Sturz

unversehrt übersteht. Der damit verbundene

Gewinn der Verpackungsprämie von

virtuellen Fr. 200 000.– wird von der Firma

Swan sehr geschätzt.

Der Freitag wird dominiert durch die letzten

Vorbereitungen und die Durchführung

der Generalversammlungen. Alle gehen

mit Eifer an ihre Präsentationen, die Versammlungen

verlaufen für alle sehr gut.

Dies erstaunt nicht, können doch alle drei

Schuhfirmen hervorragende Abschlüsse

aufweisen. Die Kommunikation ist ehrlich.

Dies zeigt sich in der Pressemitteilung

der (lagerinternen) «Basler Zeitung»:

«Noch nie wurde anlässlich von Generalversammlungen

so offen und ehrlich über

vergangene Fehlentscheide und Unterlassungen

berichtet wie an den diesjährigen

GVs der Schweizer Schuhproduzenten. Ist

das die neue Kommunikationskultur der

aufstrebenden Jungmanager? Erfreulich

wäre es!» Dieser Ansicht habe ich nichts

beizufügen.

Werner Leupin

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