Berliner Zeitung 04.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

Glückstag: Der 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz – Politik Seite 4

Heute mit

Stadt-

Geschichte

Seite 10

8°/11°

Regnerisch

Wetter,Seite 28

Kovac muss als Trainer

der Bayern gehen

Sport Seite 18

www.berliner-zeitung.de

Schabowskis Zettel wird

nun in Berlin gezeigt

Berlin Seite 9

Montag,4.November 2019 Nr.256 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Merkel und der

Machtkampf

Politik Seite 5

Senatssprecherin

Die Stimme

des Roten

Rathauses

VonAnnika Leister

Jetzt kann sie aufhören „mit fremden

Zungen zu sprechen“, wie sie

es nennt. Senatssprecherin Claudia

Sünder gibt ihr Amt Ende März2020

ab. Sie wird dann in die Wirtschaft

wechseln und als Geschäftsführerin

bei der Projektentwicklungsgesellschaft

BoB Immobilienkonzepte

GmbH anfangen. Sie habe die

Chance ergreifen wollen, selbst zu

gestalten, begründet

Sünder

den Schritt.

Einen Nachfolger

im Roten

Rathaus gibt es

noch nicht.

Claudia Sünder,

Senatssprecherin

seit 2017

Zwei Jahre

lang war es Sünders

Aufgabe,die

Entscheidungen

anderer so gut

wie möglich zu

verkaufen. Siebegleitete die Projekte

der rot-rot-grünen Koalition, vor allem

aber den Regierenden Bürgermeister,

auf Schritt und Tritt. Dabei

ging sie auch spätabends noch ans

Telefon und beantwortete Emails

von Journalisten –selbst wenn sie

gerade auf SafariinAfrika war.

Gefragt nach den Höhepunkten

ihrer Zeit als Sprecherin, zählt sie das

Solidarische Grundeinkommen auf

oder den kürzlich beschlossenen

Mietendeckel. Themen voller Konfliktpotential,

bei denen sich die drei

Regierungsparteien zum Teil harte

Gefechte lieferten. Doch der Kampfmodus

ist ihr der liebste.„Eine kleine

Rampensau steckt in jedem, der

Sprecher ist“, sagt sie.

Nur ein Thema gibt es, das auch

ihr zeitweise die Sprache verschlug:

der Terroranschlag auf den Breitscheidplatz,

gleich zu Beginn ihrer

Karriere an der Seite von Michael

Müller.„Es gab immer viel mehr Fragen

als Antworten“, sagt sie.

Claudia Sünder, die gerade 50.

Geburtstag feierte, wuchs in Mecklenburg-Vorpommern

auf. Sie ist in

der SPD und versuchte nach dem

Umzug nach Baden-Württemberg

selbst den Sprung in die Bundespolitik.

2009 und 2013 kandidierte sie für

den Bundestag –allerdings erfolglos.

Auch Erfahrung in der Bau- und

Wohnungswirtschaft kann sie bei ihrem

neuen Arbeitgeber vorweisen:

Schon in der Heimat arbeitete sie als

Kauffrau in der Grundstücks- und

Wohnungswirtschaft. Vor dem

Wechsel zu Müller war sie zuerstVorstandsreferentin,

dann Kommunikationsleiterin

beim Berliner Wohnungsunternehmen

Degewo.

Sie werde vieles vermissen, sagt

Sünder: die Themenvielfalt, die Arbeit

im politischen Epizentrum der

Hauptstadt. Mit Blick auf die Berliner

Dreier-Koalition, in der häufig

brisante Themen an die Presse weitergegeben

werden, bevor sie offiziell

spruchreif sind, kann sie sich eine

Spitze aber nicht verkneifen: Sie

wäre lieber häufiger tatsächlich

Sprecherin gewesen, die Dinge zu

verkünden habe –anstatt als„Tatortreinigerin“

hinterher aufzuräumen.

Der Mauerfall in den Köpfen

Exklusive Forsa-Umfrage der Berliner Zeitung: Wiedenken die Berliner 30 Jahre danach über die Ereignisse

VonAnnika Leister

Berlin feiertindieser Woche

das 30-jährige Jubiläum

des Mauerfalls mit Konzerten,

Theater, Ausstellungen

und Diskussionen. Mehr als 200

Veranstaltungen in sieben Tagen

und an sieben Schauplätzen. Wie

aber steht es fernab der offiziellen

Feierlichkeiten um Einigkeit und Zusammenhalt

in der einst geteilten

Stadt? Wiesieht es in den Köpfen der

Berliner aus?

Dashat die Berliner Zeitung in einer

repräsentativen Forsa-Umfrage

gefragt. 1008 Berliner standen dem

Meinungsforschungsinstitut dafür

im Oktober telefonisch Rede und

Antwort.

Wurden Fehler gemacht?

„Die Mauer muss weg“ forderten Demonstranten

1989 bei Montagsdemonstrationen

und bauten so den

notwendigen Druck auf das DDR-

Regime auf, die Grenzen zu öffnen.

Acht Prozent der Berliner aber fänden

es heute noch gut, wenn dies nie

passiert wäre. Sie sind der Meinung,

dass es besser wäre, wenn die Mauer

zwischen Ost und West heute noch

stehen würde.

Besonders oft wünschen sich Anhänger

der rechtspopulistischen AfD

und der liberalen FDP die Berliner

Mauer zurück –mit 28 beziehungsweise

16 Prozent. Die überwältigende

Mehrheit der Berliner – 87

Prozent –ist hingegen froh darüber,

Ein Mann mit Mut

Torwart Rafal Gikiewicz hat mit dem FC Union das Derby gegen Hertha gewonnen –

und allen Respekt verdient, weil er Ultras seines Vereins entgegentrat. Seiten 2und 3

dass es dieses trennende Bollwerk

nicht mehr gibt.

Die Gründe für die historische

Entwicklung hin zum Mauerfall bis

zur Wiedervereinigung sind vielzählig:

Die hartnäckigen Proteste der

DDR-Bürger spielten ebenso ihre

Rolle wie das sowjetische Reformprogramm

unter Michail Gorbatschow

oder die massive Aufrüstung

der USA in den 80er-Jahren. Am

Ende stand die deutsche Wiedervereinigung

–und das nur elf Monate

nach dem Mauerfall. Noch heute

wird diskutiert: War das alles überstürzt?Verhandelten

OstundWest zu

wenig auf Augenhöhe? Wurden in

der Eile zentrale Fehler gemacht?

DieBerliner sind gespalten in der

Frage, obdie Wiedervereinigung zu

schnell vollzogen wurde: 42 Prozent

teilen diese Ansicht, 41 Prozent aber

nicht. Besonders häufig glauben

Wähler der Linken, dass die Einigung

zu rasch vorangetrieben wurde

–etwa 80 Prozent. Auf dem zweiten

Platz der Skeptiker folgen Wähler der

AfD mit 54 Prozent. 17 Prozent der

Befragten –insbesondere die Jüngeren

–trauen sich zu dieser Frage gar

keine Einschätzung zu.

Wesentlich deutlicher fällt das Ergebnis

auf die Frage aus,obman sich

30 Jahre nach dem Mauerfall zu den

Gewinnern oder den Verlierern der

Wiedervereinigung zählt. Mit nur

vier Prozent empfinden sich nur sehr

wenige Berliner als Verlierer. Mehr

Die Berliner sind in der

Frage gespalten, ob die

Wiedervereinigung

zu schnell vollzogen wurde.

als ein Drittel (38 Prozent) zählt sich

zu den Gewinnern. 55 Prozent entscheiden

sich für die moderate Antwort„weder

noch“.

Bei dieser Frage macht es einen

leichten Unterschied, ob man in Ostoder

Westdeutschland geboren

wurde. Die in Ostdeutschland geborenen

Berliner zählen sich mit 45

Prozent etwas häufiger zu den Gewinnern

der Wiedervereinigung als

die Berliner, die in Westdeutschland

geboren wurden (34 Prozent). Auch

bei dieser Frage fallen Anhänger der

AfD besonders ins Auge: Mit 18Prozent

sind sie diejenigen, die sich

überdurchschnittlich häufig als Verlierer

der Wiedervereinigung bewerten.

DieAfD ist die einzige Partei, die

bei dieser Frage ein zweistelliges Ergebnis

verzeichnet. Auf Platz zwei

folgen Wähler der Linken mit acht

Prozent. Besonders häufig als Gewinner

verstehen sich hingegen

SPD-, CDU- und FDP-Wähler.

Undwie sieht es im Privaten aus?

Hier ist die Trennung nach wie vor

strikt –und abhängig davon, wo man

selbst aufgewachsen ist: 91 Prozent

der in Ostdeutschland geborenen

Berliner haben vor allem Ostdeutsche

als enge Freunde. Umgekehrt

umgeben sich im Westen geborene

Berliner zu 82 Prozent vor allem mit

Freundenaus dem Westen.

Partyohne Pomp

Der rot-rot-grüne Senat wird den

Mauerfall in diesem Jahr auf andere

Art feiern als üblich. Zurückgenommener

und nachdenklicher sollen

die Veranstaltungen ausfallen, mehr

kleine Veranstaltungen statt großer

Pomp,mehr Anregung zur Reflexion

als Anlass zur Party–so der vonKultursenator

Klaus Lederer (Linke) formulierte

Anspruch.

Und vielleicht ist die Abkehr von

Vergnügungen wie Domino-Stein-

Schubsen tatsächlich ein überfälliger

Schritt: Bisher nämlich hat ein

Drittel der Berliner noch nie eine solcheVeranstaltung

zum Mauerfall besucht.

Berlin Seite9

IMAGO IMAGES/BERND KÖNIG

Özdemir und

Roth auf

Todeslisten

Grünen-Politiker will gegen

Hasskriminalitätvorgehen

VonMarkus Decker

Der

Grünen-Bundestagsabgeordnete

und ehemalige Parteivorsitzende

Cem Özdemir hat nach

den Morddrohungen gegen ihn und

seine Parteifreundin Claudia Roth zu

entschlossenerem staatlichen Handeln

aufgerufen. Beide hatten Ende

Oktober E-Mails des mutmaßlich

deutschen Ablegers einer Gruppe

namens „Atomwaffen Division“ erhalten,

die in den USA zu Hause ist

und als rechtsextremistisch und gewaltbereit

gilt. Özdemir steht demnach

auf Platz eins einer Todesliste,

Roth auf Platz zwei.

Özdemir sagte der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland/RND):

„Hasskriminalität ist

kein Kavaliersdelikt und kein Problem

der virtuellen Welt, sondernGift

für unser tägliches Zusammenleben.“

Erkönne sich auf den Begleitschutz

durch das Bundeskriminalamt

verlassen. „Doch was ist mit all

den Kommunalpolitikerinnen und

den ehrenamtlich Engagierten, die

angefeindet werden und keinen Personenschutz

haben?“ Es müsse

„möglich sein, am Spielfeldrand, im

Busund auf der Betriebsfeier für eine

offene Gesellschaft einzutreten,

ohne danach Hasskommentare in

den sozialen Netzwerken zu bekommen“.

Der Grünen-Politiker plädierte

für Demokratiebildung sowie die

Vermittlung von Medienkompetenz

und sagte weiter: „Aber wir müssen

auch dafür sorgen, dass Hasskriminalität

konsequenter ermittelt und

zur Anzeige gebracht wird. Dafür

braucht es Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften

und eine bessere Ausstattung

undAusbildung der Polizei,

Strafverfolgungsbehörden und Gerichte

zum Thema digitale Gewalt.“

Schließlich müssten die juristischen

Hürden für Zivilklagen abgebaut

und die Anbieter von Social-Media-

Diensten stärker in die Pflicht genommen

werden.

Özdemir wurde in derVergangenheit

bereits wegen seiner scharfen

Kritik am türkischen Präsidenten Recep

Tayyip Erdogan von türkischen

Nationalisten massiv bedroht und

erhält seit längerem Personenschutz.

Rechtsextremisten haben

ihn ebenfalls im Visier.

4

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2* Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Das Derby

Eine Leuchtrakete fliegt knapp an Unions Co-Trainer Markus Hoffmann vorbei. GETTY/STARKE Im Gästeblock zünden Randalierer von Hertha geklaute Union-Fanutensilien an: Schals, Shirts und Fahnen. DPA/ANDREAS GORA

SPLITTER

Sportgericht: Hertha BSC muss mit

einer drastischen Strafe durch das

Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes

(DFB) rechnen. „Wir

werden vomDFB aufgefordertStellungnahmen

abzugeben“, erklärt

Mediendirektor MaxJung. „Dann

wirdesein paar Wochen dauern. Es

gibt mittlerweile verbesserte Kamerasinden

Stadien, die versuchen

die Einzeltäter herauszupicken.“

Undweiter:„Dann werden die Strafen,

die der Verein vomDFB aufgebrummt

bekommt, weitergeleitet.

Wirversuchen dann, die Strafen an

die Einzeltäter weiterzugeben. Das

ist in der Vergangenheit schon

häufiger passiert. DieAufnahmen

werden ausgewertet. Dann wirdes

den Strafbefehl geben und die entsprechende

Summe muss gezahlt

werden.“

Nachspiel: Schon in der Vergangenheit

musste Hertha BSC vermehrt

Strafen wegen Pyrotechnik zahlen.

135 000 Euro musste der Verein allein

in der vergangenen Saison aufgrund

der Ausschreitungen beim

Gastspiel in Dortmund Ende Oktober

2018 zahlen. 100 000 Euro

mussten die Charlottenburger im

August 2017 aufgrund der Vorfälle

rund um das Pokalspiel bei Hansa

Rostock berappen. Bereits damals

wurden Raketen in Zuschauerblöcke

geschossen. DerStrafenkatalog

des DFB sieht 1000 Euro progezündetes

Pyromaterial im Block sowie

3000 Euro proPyroaußerhalb des

Blocks vor.

Statistik: Beiden Ausschreitungen

rund um das Berliner Derbyhat es

insgesamt drei Verletzte gegeben.

Dasteilte die Polizei am Sonntag

mit. Durchdas Abfeuernvon Pyrotechnik

wurden ein Union-Fan und

ein Zivilpolizist leicht verletzt, zudem

wurde ein Beamter im Zuge

der polizeilichen Maßnahmen

ebenfalls leicht verletzt. Vier Personen

wurden vorläufig festgenommen

und hinterher wieder entlassen.

25 Strafverfahren wurden bislang

eingeleitet, unter anderem wegen

Körperverletzung und

Hausfriedensbruchs.

Einlassprobleme: Beim Einlass ins

Stadion An der Alten Försterei gab

es Probleme.Einige Fans des 1. FC

Union kamen offenbar unkontrolliertins

Stadion. Dasteilte die Berliner

Polizei über ihren Twitterkanal

mit. Es war zunächst unklar,wie

viele Fans sich der Einlasskontrolle

entzogen. „Es wirdgrundsätzlich

eine Nachbearbeitung des Spiels

geben“, kündigte Clubsprecher

Christian Arbeit an.

Es ist die Szene des Derbys. Dabei

ereignet sie sich erst nach dem Spiel:

Rafal Gikiewicz, der Torwart des

1. FC Union, hat die sich anbahnende

Gefahr am Samstagabend frühzeitig

erkannt. Kurz nach Abpfiff des skandalumwobenen

Berliner Derbys –das letztlich 1:0 für

die Eisernen endet – klettern einige vermummte

Union-Ultras über den Zaun des

Fanblocks an der Waldseite und stürmen auf

den Rasen. IhrZiel: die andereSeite.

Sie wollen rüber zu den Ultras von Hertha

BSC, die nach der bitteren Derbypleite rotweiße

T-Shirts,die sie unter der Woche aus einem

Union-Fancontainer entwendet hatten,

abbrennen und zudem Leuchtraketen aufs

Spielfeld und sogar in die benachbarten Blöcke

feuern. EinPlatzsturmbahnt sich an.

Die Situation wäre wohl eskaliert, wäre da

nicht Gikiewicz gewesen. Der impulsive Pole

stellt sich im giftgrünen Trikot den Ultras seines

Vereins entgegen. Er breitet die Arme aus,

schubst sie und schreit sie mit hochrotem

Kopf und weit aufgerissenen Augen an. Immer

wieder deutet er wütend und zornig mit

dem linken Zeigefinger auf die Stirn.

Er weist die in schwarz gekleideten und

vermummten Männer wie kleine Schulbuben

zurecht und treibt sei damit zurück in Richtung

Block. Es kommen ihm weitereTeamkollegen

zu Hilfe: Christopher Lenz, Sebastian

Polter, Christian Gentner, Marvin Friedrich

und auch Keven Schlotterbeck. „Wir Spieler

sind in der Pflicht, unsereeigenen Fans davon

abzuhalten, irgendwelche Dummheiten anzustellen“,

sagt Siegtorschütze Polter später.

Und Schlotterbeck ergänzt: „Wir wollten die

Fans zurückhalten, bevor es eskaliert. Diehaben

auf dem Platz nichts verloren.“ Die Spieler

seien vielleicht die einzigen, meint Gentner,

die in dem Fall hätten eingreifen können

„und auf die die Jungs da hören“. Undweiter:

„Wir wollten vermitteln, dass wir diesen besonderen

Sieg feiernwollen und nicht, dass es

hier noch Ausschreitungen gibt.“ Dann, so

Gentner,hätte es nur Verlierer gegegeben.

Viel mehr geht nicht

So aber gehen die Unioner um ihren mutigen

Keeper Rafal Gikiewicz als doppelter Sieger

aus dem brisanten Berliner Stadtderby. Mit

Sprechchören wirdder Aufstiegstorwartgefeiert,

der in der vergangenen Saison von den

Anhängernzum„Unioner des Jahres“ gewählt

wurde. „Gikiewicz! Gikiewicz!“ hallt es durch

die vonPyrotechnik vernebelte Alte Försterei.

Für Gikiewicz ist es ein großer und gelungener

Abend zugleich. Der 32-Jährige, ein

meinungsstarker Profi, hat seinen Kasten sauber

gehalten und die Ultras aufgehalten. Viel

mehr geht nicht. Hinterher genießt der Held

seine große Tat im Stillen. Er will sich auf

Nachfrage nicht zu den Vorfällen äußern. Es

sei alles gesagt, meint der gebürtige Olsztyner.

Das Berliner Derby ist etwas Besonderes,

denn es ist das erste Zusammentreffen zweier

Berliner Mannschaften in der Ersten Fußball-

Bundesliga seit 42 Jahren. Doch das Spiel ist

spielerisch alles andere als auf einem guten

Niveau und bekommt durch das Verhalten

beider Fangruppen – vornehmlich der von

Hertha BSC – zudem einen faden Beigeschmack.

Dabei hat es für die Anhänger beider

Klubs noch Stunden zuvor vielversprechend

ausgesehen.

Das Spiel

mit dem Feuer

Im Derby zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC gerät

der Fußball in den Hintergrund. Fans beider Seiten feuern

massenhaft Pyrotechnik ab. Die Vorfälle überschatten das Spiel

VonAndreas Baingo, Patrick Berger,Michael Jahn und Ulrich Paul

Der Sonnabend beginnt für einige Hertha-Fans

gegen 13 Uhr amBoxhagener Platz

in Friedrichshain. Am Rande des Wochenmarkts

treffen sich die Anhänger der Blau-

Weißen, um von dort gemeinsam den Weg

ins Stadion an der Alten Försterei anzutreten.

Mit dabei sind auch Martin Seidel, 30,

und Daniel Hasert, 33, aus Friedrichshain.

„Wir sind leider ohne Tickets“, sagt Seidel.

Siewollen die anderen Hertha-Fans aber wenigstens

bis zur S-Bahn begleiten. Seit 23

Jahren sei er bereits Fan der Blau-Weißen.

Seit dem Aufstieg in die Erste Liga in der Saison

1996/97. Wiedas Spiel ausgeht? Für Martin

Seidel keine Frage: „Ich habe 4:0 für Hertha

getippt“, meint er siegessicher.

„Wir müssen das Spiel einfach gewinnen“,

sagt Hasert. Denn natürlich ist das

Derby ein besonderes Spiel. Die Rivalität

zwischen Hertha und Union sei groß.

Seidel macht das an einem Ereignis aus

dem Jahr 2010 fest. Da kamen etwa 200

Union-Fans zu einem Spiel der Hertha gegen

den VfL Bochum ins Olympiastadion und verspotteten

die Blau-Weißen als Absteiger.„Ich

habe für die nichts übrig“, sagt Seidel.

Dann zieht er mit den anderen los. Die

Hertha-Fans am Boxhagener Platz streifen

sich blau-weiße Jacken über, die sie für 15

Euro gekauft haben, und singen sich schon

mal ein.„InBerlin an der Spree, gibt’s nur Hertha

BSC“ ertönt es. Während sich die Marktbesucher

noch an den Ständen auf dem Boxi

drängen, gehen die Fans Richtung S-Bahnhof

Warschauer Straße.Polizisten begleiten sie.

Nach offizieller Aussage sind 1100 Sicherheitskräfte

im Einsatz. Ein Beamter schätzt

die Zahl sogar auf 2000. Unterstützt werden

die Berliner Beamten von Kräften aus Sachsen,

Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen,

Nordrhein-Westfalen und der

Bundespolizei. Vereinzelt brennen Fans Pyrotechnik

ab. Kurz vor 16 Uhr erreicht die blauweiße

Menge den S-Bahnhof Warschauer

Straße.Die Polizei versucht, Hertha-Fans und

Union-Fans zu trennen.

Einer der Union-Fans ist Thomas Wolf, 46

Jahrealt. Seit 1986 ist er Anhänger der Eisernen.

Geschlossen fahren die Herthaner vom S-Bahnhof Warschauer Straße nach Köpenick.

VOLKMAR OTTO

Damals habe Union im Finale des FDGB-

Pokals im Stadion der Weltjugend an der

Chausseestraße in Mitte gegen Lokomotive

Leipzig gespielt –und sei mit 1:5 untergegangen.

Ein älterer Union-Fan habe trotzdem

nicht aufgehört, seine Mannschaft zu unterstützen.

Das habe ihn so beeindruckt, dass er

zum Union-Anhänger wurde.Rivalität zu Hertha?

Thomas Wolf kennt noch andere Zeiten.

Ende der 80er-Jahre habe er Union noch zusammen

mit Fans der Hertha unterstützt und

gesungen: „Ja, wir gehören zusammen wie das

Wind und das Meer, blau-weiße Hertha und

der FC Union“. Im Januar 1990, beim Freundschaftsspiel

von Hertha gegen Union nach

dem Mauerfall, sei noch eine„Wahnsinnsstimmung“

unter den Fans beider Klubs im Olympiastadion

gewesen, erinnertsichWolf. Jetzt sei

alles abgeflacht. Schimpfworte auf Hertha gehören

dennoch nicht zum Wortschatz des

Union-Fans. „Wir sagen ‚die alte Tante‘.“ Zumindest

in der WhatsApp-Gruppe seines

Sportvereins.Esgibt Schlimmeres.

Am Bahnhof Köpenick steigen die Fans

aus der S-Bahn aus, umvon dort zum Stadion

zu ziehen. Auf dem Bahnsteig herrscht

Gedränge.Viele Fans halten Schilder mit der

Aufschrift „Suche Karte!“ hoch. Ein Union-

Fan setzt auf besondere Überredungskunst.

„Warnung! Heute kein Bier im Stadion!“

steht auf einem selbstgemalten Schild. „Suche

Karte. Biete: Stimmung und Geld“ ist

auf einem zweiten Plakat zu lesen. Die

Preise sind hoch. 650 Euro habe ein Bekannter

für ein Ticket gezahlt, erzählt ein Mann.

„Der beste Tagdes Jahres“

Gute Geschäfte macht Isa Kazar, Inhaber des

Kebab-Ladens„K.bap“ im Bahnhof Köpenick.

Die Fans, die mit der S-Bahn anreisen, müssen

alle an seinem Laden vorbei. Seine Mitarbeiter

verkaufen Bierflaschen im Akkord.„Das

ist der beste Tagdes Jahres“, erzählt Kazar.

Wenig später stehen hunderte Zuschauer,

die einen Platz auf der Haupttribüne ergattert

haben in einer langen Schlange –meist Dauerkartenbesitzer

und Vereinsmitglieder von

Union und einige wenige Herthaner.Die führt

vom Denkmal für die Sieger im FDGB-Pokal

von1968, als der Underdog Union den damals

großen FC Carl Zeiss Jena im Finale mit 2:1 bezwang,

bis zum Eingang der Tribüne.

Detlef Schneeweiß, einst mehr als 17 Jahre

lang Mannschaftsleiter vonUnion, gibt einen

optimistischen Tipp ab: „3:1 für Union.“ Vorsichtiger

ist Detlef „Detta“ Schwarz, früher

Spieler und Trainer an der Alten Försterei,

heute Chef der Traditionsmannschaft: „Ich

hoffe auf ein 2:1, tippe aber 1:1.“ Kurz und

knapp die Antwort von Ingo Schiller, dem Finanzchef

vonHertha BSC: „2:1 für Hertha natürlich!“

Unter den erwartungsfrohen Anhängern

werden längst auch die sensationellen

Resultate der Nachmittagsspiele der Bundesliga

diskutiert. Ungläubig wirddas 1:5 der Bayern

bei Eintracht Frankfurt registriert und

dann das 8:0 vonRBLeipzig gegen Mainz. Die

torhungrige Truppe vonTrainer Julian Nagelsmann

reist am kommenden Sonnabend zu

Hertha ins Olympiastadion.

DieAlte Försterei ist mit offiziell 22 012 Zuschauern

restlos ausverkauft. Es sind sogar

noch mehr Menschen im Stadion, weil sich

Unioner, die keine Eintrittskarte hatten, laut

Polizei unkontrolliertins Stadion gelangen.


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 3 *

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Das Derby

Es brennt: Auch im Union-Block namens Waldseite wird reichlich Pyrotechnik gezündet. AFP/TOBIAS SCHWARZ Ein Ordner löscht die brennenden Utensilien vor dem Hertha-Block. OSTKREUZ/SEBASTIAN WELLS

Eine halbe Stunde vor Anpfiff kommt es

zum ersten Nerven-Duell. DieHertha-Spieler

erscheinen zum Aufwärmen. Instinktiv laufen

sie in Richtung ihrer Fans,dorthin, wohin sich

alle Gäste-Mannschaften orientieren, zur

Wuhleseite nämlich, denn die Waldseite ist

vonjeher fest in eiserner Hand. Sich dortaufzuwärmen,

käme einer Majestätsbeleidigung

gleich. Vondortkommen trotzdem erst Pfiffe,

dann peitscht ein Stakkato regelrecht über die

Blau-Weißen her:„Hier regiert der FCU! Hier

regiertder FCU! Hier regiertder FCU!“

Es ist ein erstes kleines Intermezzo. Dann

ist Stadionsprecher Christian Arbeit am Mikrofon.

Genüsslich nennt er die Namen all jener

Spieler,die für den 1. FC Union in den bisherigen

Zweitliga-Duellen gegen Hertha getroffen

haben. Mancher Name geht im Getöse

unter,aber dass er Torsten Mattuschka nennt

und Christopher Quiring, selbst Simon Terodde,das

ist gut zu hören. Es sind die Sticheleien,

die einerseits nicht jeder mitbekommt,

auf die man andererseits gefasst ist und die es

trotzdem in sich haben. Immer nach dem

Motto: Jetzt wische ich dir aber eins aus.

„Erst die Sünde, nun der Tod“

Dann schlägt die Stunde der Künstler. Die

Choreografie der Union-Fans erstreckt sich

nahezu über die ganze Stadionseite. Überdimensional,

über die gesamte Tribüne entfalten

die Fans ein riesiges Banner. 40 Meter

hoch und 100 Meter lang ist das weiße Tuch.

Darauf das Motto, unter das die eisernen Anhänger

das Derby stellen: „Angekommen im

Fußball-Olymp. Nach einer schier endlosen

Odyssee schlägst du nun deine größte

Schlacht. Deinem Gegner wirddies fortan bedeuten,

erst die Sünde,nun der Tod.“

Klingt stark nach Bill Shankly, dem legendären

Schotten, der einst den FC Liverpool 15

Jahre lang ziemlich erfolgreich trainierte.

Seine Worte, die ihn weltberühmt machten,

lauten nämlich: „Einige Leute halten Fußball

für eine Sache von Leben und Tod. Ich mag

diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen,

dass es viel ernster ist.“ Den Waldblock ziert

ein rot-weißer, antiker Kämpfer, der sich anschickt,

das Schlangenhaupt einer blau-weißen

Hertha-Medusa zu köpfen. Heldenepos.

Solch ein Derby wird eben nicht nur auf

dem Rasen gespielt, wo lange Zeit nicht viel

Aufregendes passiert an diesem milden

Abend, sondern vor allem auf den Rängen.

„Spreeathen in Weiß und Rot“ verkünden die

Unioner auf der Waldseite, wosie dicht gedrängt

stehen, viele mit alkoholfreiem Bier in

der Hand. „Es gibt nur ein Berlin, und das ist

mein Berlin“ haben die 2400 Hertha-Fans auf

ein großes Transparent geschrieben. Sie sehen

ihren Klub als Gesamtberliner Verein und

singen immer wieder:„Unioner kommen aus

Köpenick, Herthaner aus Berlin!“

An der Waldseite arbeiten die zwei Union-

Capos auf Hochtouren, die als Vorsänger und

Anführer auf zwei Podesten stehen. Mit total

heiseren Stimmen animieren sie ohne Unterbrechung

ihren Anhang: „Reißt die Arme

hoch! Wir können hier Stadtmeister werden,

verdammt noch mal! Undalle: EisernUnion!“

Angesichts des Mittelfeldgeplänkels auf

dem Rasen mit wenigen Strafraumszenen

dauert es, bis alle richtig in Stimmung kommen.

Es bleibt nicht bei verbalen Auseinandersetzungen

der beiden Fanlager.ZuBeginn

der zweiten Halbzeit zünden erst die Unioner

Pyrotechnik, die gesamteWaldseite ist in rotes

Licht getaucht. Die Herthaner antworten sofort,

zündeln und schießen Leuchtraketen auf

den Rasen und in Richtung Ränge.

Eine dieser Raketen trifft beinahe die Trainerbank

der Unioner, fliegt knapp an Assistenztrainer

Markus Hoffmann vorbei. Eine

andere fliegt sogar auf die Haupttribüne und

landet etwa einen Meter neben den Kindern

und der Freundin von Union-Stürmer Sebastian

Polter. „Das ist katastrophal“, sagt der

Stürmer später. „Ich war schockiert. Das

wünscht man keinem. Zum Glück ist niemand

verletzt worden.“ DieFamilie des eisernen

Publikumslieblings schaut den Rest der

zweiten Hälfte im VIP-Bereich vor dem Fernseher.„Aus

Angst vor weiteren Raketen“, sagt

Polter.„Siehaben einen Schreck bekommen.“

Der 41Jahre alte Schiedsrichter Deniz Aytekin

muss die Partie unterbrechen und

schickt die Spieler in die Kabine. „Alte West-

Berliner Scheiße!“, schallt es von der Waldseite

in das total vernebelte Stadion. Diese

Szenen werden wohl den Graben zwischen

beiden Fangruppen weiter vertiefen. Erste

zarte Bande,die alte Freundschaft aus Mauerzeiten

wieder zu beleben, was sich einige,vor

allem ältere Anhänger, durchaus gewünscht

hatten, werden bei diesem Derby zerstört.

Fußball-Berlin gibt kein gutes Bild ab.

Nach Rücksprache mit der Polizei lässt

Schiedsrichter Aytekin weiterspielen. „Um

eine Eskalation zu vermeiden“, sagt er später.

DieUnioner verhöhnen unterdessen die Herthaner,

indem sie die blau-weiße Kulthymne

„Nur nach Hause geh’n wir nicht“, seit 1993

gesungen von Frank Zander, mit neuem Text

versehen und inbrünstig intonieren: „Nur zu

Hertha geh’n wir nicht.“

Unten auf dem Rasen hat nach siebzig Minuten

das Tempo ein wenig angezogen. Doch

es gibt nur noch einen Höhepunkt, der dieses

Berliner Derbydann entscheidet. Nach 86 Minuten

und einem Zweikampf zwischen

Unions Routinier Christian Gentner und Herthas

Abwehrmann Dedryck Boyata entscheidet

Schiedsrichter Aytekin auf Elfmeter. Die

Offizielle sichern1100 Polizisten das Derbyab.

OSTKREUZ/SEBASTIAN WELLS

Waldseite jubelt, die Herthaner pfeifen. Als

der Schiedsrichter den Videobeweis antritt

und sich in der „Review Area“ die Szene noch

mal am Bildschirm anschaut, schreien sogar

die Union-Fans: „Ihr macht unsern Sport kaputt“

und „Fußball-Mafia DFB“. Immerhin

darin sind sich beide Fangruppen mal einig.

Doch es bleibt beim Strafstoß.

Viele Unioner halten sich die Augen zu,

warten auf den befreienden Torschrei. Oben,

auf der Haupttribüne, steht Andreas Troisch,

seit 20 Jahren Unioner und im Wirtschaftsrat

aktiv.Erdreht sich um. Fast vergräbt er sich in

der Jacke seines Hintermannes.„Nee, da kann

ich nicht hingucken“, stöhnt er.„Ichhabe bei

einem Elfmeter für uns noch nie hingeguckt.“

Die 87. Minute. Mittelstürmer Sebastian

Polter läuft an –und verwandelt. Oben links

ins Toreck. Herthas Keeper Rune Jarstein war

noch mit den Fingerspitzen dran.

„Ich wusste schon vor dem Spiel, wo ich

hinschieße“, erzählt Polter später. Er habe

sich während der langen Wartezeit immer

wieder ins Gedächtnis gerufen: „Oben links.

Oben links.Oben links.Ich habe an nichts anderes

gedacht.“ Er gibt aber zu: „Der Elfmeter

war nicht gut geschossen.“

Auch in der Fankneipe „Coé“ mitten in Köpenick

entlädt sich die Stimmung. Etwa 100

Union-Fans,die das Spiel auf einer Großbildleinwand

und Flachbildschirmen verfolgen,

liegen sich in den Armen. Mittendrin ist auch

der 52-jährige „Pelle“ mit seiner Tochter Fabienne,

21. „Das ist ein geiles Gefühl“, sagt er.

„Es rührt einen zu Tränen“, sagt Fabienne.

Unddie Fans in der Kneipe rufen:„Stadtmeister!“

Durch das Stadion fliegen nun die

Leuchtraketen aus dem Hertha-Block. Und

Unions Torhüter Rafal Gikiewicz wird zueinem

der Helden des Abends.

Später eilen Unions Sportchef Oliver Ruhnertund

Hertha-Manager Michael Preetz ins

Fernsehstudio,umReporter Nils Kaben Rede

und Antwort stehen. Das Interview wird zu

später Stunde im ZDF-Sportstudio gesendet.

Preetz distanziert sich von den Leuchtraketenwerfern

aus Herthas Fanblock. „Wir haben

ein Bild abgegeben, was wir so nicht abgeben

möchten“, sagt er enttäuscht und ernüchtert.

Oliver Ruhnertist in seiner Heimat

in Iserlohn weiterhin in unterklassigen Ligen

als Schiedsrichter aktiv .Ererklärt, warum

der Elfmeter völlig korrekt war. Preetz sagt:

„Das war kein Elfer!“ Aber er sagt auch: „Deshalb

haben wir das Spiel nicht verloren, sondernweil

wir nicht gut gespielt haben.“

Herthas Manager ist gefrustet nach dem

für die Blau-Weißen schlechten Ende dieses

Spiels. Noch vor der Mannschaft verlässt er

zusammen mit Alt-Herthaner Axel Kruse das

Stadiongelände. Auf dem Heimweg lässt er

sich voneinigen Fans fotografieren, aber sein

Lächeln ist dann doch etwas gequält, denn es

sind Anhänger von Union, die noch lange

nach Spielschluss vor der Haupttribüne auf

ihreHelden warten und die logischerweise in

Rotund Weiß gehüllt sind.

Hertha will Dialog mit den Fans suchen

Torsten Mattuschka, ein Union-Held von

einst, muss ebenfalls für viele Selfies posieren.

Es gibt kaum jemanden, der sich nicht neben

den Freistoß-Gott stellt. „Tusche“ ist total locker,lächelt

hier,lächelt da und bringt wie immer

auch diesen Abend mit seinenWorten auf

den Punkt: „Schön war das Spiel nicht, aber

wir haben die drei Punkte. Fertig.“ Treffender

können es auch die anderen eisernen Helden

von einst nicht sagen. „Schöne Spiele wird es

hier nicht geben“, sagt der frühere Kapitän

und Vorzeigespieler Joachim „Bulle“ Sigusch.

„Es gibt Kampf, denn kämpfen können die

Jungs –und sie sind damit erfolgreich.“

In ein paar Tagen wirdbei beiden Vereinen

der Liga-Alltag wieder einziehen. Union muss

zu Mainz 05, und Hertha empfängt am Sonnabend,

am 30. Jahrestag des Mauerfalls, die

aktuellen Tormaschinen aus Leipzig. Das Gerücht,

dass Hertha BSC an diesem historischen

Tageigentlich das Derby gegen Union

zu Hause spielen wollte, kommentiert Manager

Michael Preetz gegenüber dieser Zeitung

im Übrigen so: „Das ist ein Märchen. Wirhatten

im Sommer bei der Deutschen Fußball-

Liga lediglich darum gebeten, möglichst am

9. November ein Heimspiel zu bekommen.

Nicht mehr und nicht weniger.“

Preetz &Co. werden in den nächsten Wochen

ohnehin andereGedanken haben als ein

verpasstes Mauerfall-Derby. DieVerantwortlichen

der Blau-Weißen kündigen Konsequenzen

an. In einer Stellungnahme spricht der

Klub voneiner„nicht akzeptablen Grenzüberschreitung“.

Vorallem das Abfeuern von Raketen

in den Innenraum und in Zuschauerbereiche

sei nicht hinnehmbar.„Wirwerden den

Dialog mit der aktiven Fanszene nutzen, um

diese Vorfälle aufzuarbeiten und Lösungsansätzezudiskutieren,

um solche Vergehen einzudämmen“,

sagt Preetz. „Nicht nur alle Verantwortlichen,

Mitarbeiter und Mitglieder,

sondern auch der Großteil der Fans von Hertha

BSC verurteilt diese Taten, die nicht mit

unseren Werten vereinbar sind.“

Am Tagdanach meldet die Polizei, dass

drei Leute leicht verletzt und 25 Strafermittlungsverfahren

eingeleitet wurden. Es heißt:

Die Polizei war maßgeblich daran beteiligt,

dass das Derby nicht endgültig abgebrochen

werden musste. Und der Deutsche Fußballbund

gibt bekannt: DerKontrollausschuss ermittelt

nun gegen beide Vereine. Sie müssen

mit empfindlichen Strafen rechnen.

ZITIERT

„Rafa hat für die

Zeit nach der

Karriere vielleicht

schon einen Job in

Aussicht: und zwar

als Türsteher oder

Ordner.“

RobertAndrich, Spieler bei Union Berlin,

über den Mut seines Teamkollegen

Rafal Gikiewicz, der sich nach dem

Spiel den vermummten Fans stellte

„Eine Rakete ist

einen Meter neben

meinen Kindern

gelandet. Das ist

katastrophal. Das

wünscht man

keinem. Weder

einem Rot-Weißen

noch einem

Blau-Weißen.“

Sebastian Polter war von den Pyro-

Vorfällen schockiert. Seine Familie

schaute den Rest der zweiten Hälfte

im VIP-Bereich vor dem Fernseher.

„Solche Sachen

gehören nicht in

ein Stadion. Das ist

gefährlich und

kann auch Kinder

treffen. Es ist leider

irgendwie Mode

geworden. Das ist

nicht schön.“

Vedad Ibisevic über Pyrotechnik und

das Abfeuern von Leuchtraketen


4* Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Politik

NACHRICHTEN

GroKoverschiebt Treffen

zur Grundrente

Dieschwarz-rote Koalition hat überraschend

ihr für Montagabend geplantes

Spitzentreffen zur Grundrente

auf den kommenden Sonntag

verschoben. Es gebe noch offene

Punkte,teilte die CDU am Sonntagnachmittag

mit. DieArbeitsgruppe

der Koalition zur Grundrente habe

wichtige Vorarbeiten geleistet und

Positionen aufeinander zubewegt,

sagte ein Sprecher.„Es gibt aber

noch offene Punkte,die im Laufe

dieser Woche sorgfältig geklärtwerden.“

Am Wochenende hatten führende

Unionspolitiker bei den Verhandlungen

mit der SPD auf eine

strenge Bedürftigkeitsprüfung gepocht.

Siewollen im Gegenzug für

einen Aufschlag auf Minirenten angesichts

der Abkühlung der Konjunktur

außerdem steuerliche Entlastungen

für Firmen.“ (dpa)

Tausende demonstrieren für

schottische Unabhängigkeit

In Glasgowhaben Tausende Schotten

für eine Unabhängigkeit von

Großbritannien demonstriert. An

dem „Marsch für die Unabhängigkeit“

beteiligten sich am Sonnabend

nach Angaben der Veranstalter etwa

20 000 Menschen, viele schwenkten

schottische Fahnen. Erstmals seit

fünf Jahren trat Regierungschefin Nicola

Sturgeon bei einer solchen

Kundgebung auf. (dpa)

Mehr als 200 Festnahmen

nach Protesten in Hongkong

Richard Chan,Kandidat für den Gemeinderat,

wurde festgenommem.

DPA

Beiden anhaltenden Protesten in

Hongkong ist es am Wochenende

wieder zu Zusammenstößen zwischen

Polizisten und Demonstranten

gekommen. Mehr als 200 Menschen

wurden festgenommen, wie

die Behörden mitteilten. DiePolizei

setzte Tränengas,Gummigeschosse,

Pfefferspray und einen Wasserwerfer

ein. Radikale Aktivisten warfen

Brandbomben, bauten Straßensperrenund

attackierten Geschäfte mit

vermuteten Beziehungen zu China.

Es war das 22. Wochenende in Folge

mit Protesten. Am Sonntag wurden

bei einer blutigen Auseinandersetzung

voreinem Einkaufszentrum

fünf Menschen verletzt. EinMann

soll ein Messer gezogen und einem

Politiker der Demokratie-Bewegung

ein Ohrabgebissen haben. (dpa)

Deutsches Schiff Alan Kurdi

erreicht Italien

Rund eine Woche nach einem riskanten

Einsatz vorder Küste Libyens

ist das deutsche Rettungsschiff„Alan

Kurdi“ mit 88 Migranten an Bord in

Tarent (Taranto) in Süditalien eingetroffen.

DieGeretteten seien vonden

italienischen Behörden einzeln erstversorgt

und registriertworden,

sagte der Sprecher der Organisation

Sea-Eye,Gorden Isler,amSonntag.

Nach Angaben vonAnsa wollen

Deutschland und Frankreich 60 Migranten

der „Alan Kurdi“ aufnehmen,

Portugal 5und Irland 2. Die

restlichen 21 blieben in Italien. In Sizilien

gingen am Sonntag zudem

rund 150 Migranten an Land, die vor

Libyenvom italienischen Frachter

„Asso Trenta“ aufgenommen worden

waren. (dpa)

Berlin, Alexanderplatz, 4.11. 1989. Im Vordergrund links Bärbel Bohley(1945–2010). Der Herrmit dem hellen Rollkragenpullover ist Jens Reich.

Der Augenblick des Glücks

Bei der Demonstration am 4. Novemberauf demAlexanderplatz erkannten Hunderttausende plötzlich ihre Stärke

VonArnoWidmann

Am 4. November 1989 demonstrierten

Hunderttausende (wohl

zwischen einer halben und einer

Million Menschen) auf dem Alexanderplatz.

Es war eine offiziell angemeldete

und offiziell genehmigte

Demonstration. Das selbst war

schon ein Hinweis auf eine neue Beziehung

zwischen Regierung und

Bevölkerung. DieRegierung ließ Kritik

nun ganz offiziell zu.

Das war ein Erfolg der seit Oktober

immer mehr Menschen erfassenden

Protestbewegung in der ganzen

DDR. Es war aber sicher nicht

weniger ein Erfolg der Flüchtlinge.

Der DDR-Bürger also, die sich über

Prag und Budapest aus der DDR verabschiedet

hatten. Das alles aber

wäre wohl nicht möglich gewesen

ohne die seit Jahren immer stärker

werdenden Protestbewegungen in

der Tschechoslowakei, in Ungarn

und vorallem in Polen. Undnicht zu

vergessen: Gorbatschow.

Satelliten auf eigener Umlaufbahn

Der Sprecher des sowjetischen Außenministers

hatte am 26. Oktober

westlichen Korrespondenten gegenüber

die Haltung des Kreml zu den

Freiheitsbestrebungen der europäischen

Satellitenstaaten der Sowjetunion

folgendermaßen erläutert. „Sie

kennen den Song vonFrank Sinatra„I

did it my way“ („Ich habe es auf

meine Weise gemacht“)? Polen und

Ungarn machen es jetzt auf ihre

Weise.“ Damit war klar,eswürde nirgendwo

ein zweites Prag 1968 geben.

Russische Panzer würden nicht wieder

einen„Bruderstaat“ besetzen, um

den Status quo zu verteidigen. Dieeuropäischen

Satelliten waren frei, sich

neue Umlaufbahnen zu suchen.

Es gibt auf Youtube einen fast

dreistündigen Film vom Geschehen

auf dem Alexanderplatz. Es ist ergreifend,

ihn zu sehen. DieHoffnungen,

die Freude, der Witz und der

Spott. Manglaubt zu spüren, wie die

Angst langsam entweicht. Der heute

75-jährige,damals noch weitgehend

unbekannte Wittenberger Pfarrer

Friedrich Schorlemmer fragte in die

Menge hinein: „Ist das alles nur ein

Traum? Aus dem es ein bitteres Erwachen

gibt? Oder sind wir mitten in

einem dauerhaften demokratischen

Aufbruch?“

Niemand wusste die Antwort. Jeder

fragte sich, wie ist es möglich,

dass wir hier gegen die Regierung demonstrieren

können und niemand

interveniert? Ich weiß von Familien,

bei denen der eine Sohn mit einer in

der Nacht vorher auf ein Bettuch gemalten

Parole auf dem Alexanderplatz

stand, während der andere in

Zivil zwar, aber als Soldat der NVA

eingesetzt war, umdas Geschehen

zu beobachten und –wenn nötig –

unter Kontrolle zu bringen. Das war

kein Riss,der durch die Familie ging.

Die Brüder standen beide auf der

Seite der damals schon gerne so genannten

„friedlichen Revolution“.

DieDemonstration auf dem Alexanderplatz

war das Werk von Theaterleuten,

die sich nicht mehr hatten

einsetzen lassen wollen für die Manifestationen

der SED. Sie hatten

sich den Alex zu ihrer Bühne erwählt

und keinen Eintritt verlangt. Vonder

kleinen auf einem Lastwagen installierten

Tribüne herab sprachen und

sangen 31 DDR-Bürger und Bürgerinnen.

Berühmtheiten wie Christoph

Hein, Stefan Heym, Ulrich

Mühe, Heiner Müller, Ekkehard

Schall, Steffie Spira, Christa Wolf,

Parteigrößen wie Lothar Bisky, Günter

Schabowski, Markus Wolf und

später erst berühmte Menschen wie

zum Beispiel Marianne Birthler,Gregor

Gysi, JanJosef Liefers.

Die Hauptakteure aber waren die

Hunderttausende auf dem Platz. Sie

sahen einander. Mit einem Male sahen

sie ihre Stärke. Sie sahen die

Männer und Frauen, die eine kleine

Tribüne aufgestellt hatten, auf der

sie standen und mit krummen Rücken

das greise Politbüro spielten,

das das Volk an sich vorbeiziehen

lässt. Die vorgebliche Wirklichkeit

der Deutschen Demokratischen Republik

war zu einer Lachnummer

geworden. Die Demonstration auf

dem Alex war die neue Wirklichkeit.

DasVolk nahm sich das Recht, zu

sagen, was es dachte.Und auch Markus

Wolf, ein paar Jahre zuvor noch

der Chef des Auslandsnachrichtendienstes

der DDR, rief der Menge zu,

das solle man sich nicht wieder nehmen

lassen. Als er aber davon

sprach, dass jetzt endlich die lang

erarbeiteten „weitreichenden Vorschläge

für grundlegende Reformen

eines erneuerten Sozialismus“ zur

Kenntnis genommen und umgesetzt

DER TRAUM IST AUS – DAS BUCH ZUM TAG

Es waren vor allem Künstler, die zur Demonstration am 4. November 1989 aufgerufen hatten

und dortsprachen. Schauspieler,Schriftsteller,Filmregisseure. Aber auch politische Nomenklatura.

Neben den SchriftstellernChrista Wolf und Stefan Heym, den SchauspielernUlrich

Mühe und Jan Josef Liefers sprachen auch die SED-Mitglieder Gregor Gysi und Lothar Bisky,

Ex-Stasi-General Markus Wolf und Politbüromitglied Günter Schabowski. Die

einen versuchten zu retten, was zu retten war.Die anderen forderten, was

plötzlich denkbar schien.

Patrick Bauer hat diesem Tagund seinen Rednernein Buch gewidmet, mit

den Reden, mit Rückblicken und Erinnerungen.

Patrick Bauer:Der Traum ist aus. Aber wir werden alles geben, dass er

Wirklichkeit wird. Der 4. November 1989 und seine Geschichte. Rowohlt

Verlag,Hamburg 2019, 368 Seiten, 18 Euro

CHRISTIAN SCHULZ

werden sollten, da überwogen die

Buh-Rufe.

Diese Demonstration am 4. November

war die erste –ich sage es

mal so –Vollversammlung des DDR-

Volkes.Eswar auch die letzte.Andiesem

Tagaber konnte man das Gefühl

haben: Wir müssen nur vernünftig

mit einander reden, dann werden

wir auch Lösungen finden für eine

wirkliche Deutsche Demokratische

Republik. Der 76-jährige Stefan

Heym rief der Menge zu: „Demokratie.Ein

griechischesWort:Herrschaft

desVolkes.Freunde,Mitbürger,üben

wir sie aus, diese Herrschaft!“

„Freunde, Mitbürger...“, das war

Shakespeare. Mark Anton an der Leiche

Cäsars.Heym war aber nicht gekommen,

den Leichnam des DDR-

Staates zu preisen, sondern erforderte

das Volk auf, die Macht zu ergreifen.

Ein alter Kommunist, der

endlich die Rede halten durfte, von

der er immer geträumt hatte.

Zu den Erfahrungen jener Zeit gehört,

dass einem die Begeisterung

Tränen der Rührung in die Augen

treiben kann. Dass kein Wort zu groß

scheint, um den Augenblick zu fassen.

Christa Wolf zum Beispiel erklärte,

dass sie in den vergangenen

Wochen gelernt habe, ein Wort wieder

aussprechen, es freudig mit anderen

zu sagen, das sie lange vermieden

habe.

Siesagte:„Der wichtigste Satz dieserWochen

ist:Wirsind dasVolk.“ Sie

war ergriffen nicht nur vom Satz,

sondern von dem Gefühl der Gemeinschaft,

der Zugehörigkeit. Die

Regierten erkannten sich am 4. November

1989 als Volk, als ein Subjekt

also, das einen Willen hat und bereit

ist, sagen wir es mal so,„die Führung

zu übernehmen“.

EinGlücksmoment. Es geht nicht

mehr darum, dass „die oben nicht

mehr können und die unten nicht

mehr wollen“ (Lenin über die revolutionäreSituation),

sondernman ist

weiter: „Freunde, Mitbürger, üben

wir sie aus,diese Herrschaft.“

Versucht man, so etwas dauerhaft

zu machen, dann setzt man sich an

einen Runden Tisch. Das hat mit

dem Gefühl der Freiheit kaum noch

zu tun. Zu jenem Gefühl gehört, dass

man nicht weiß, wo es lang geht,

dass man nicht weiß, was zu tun ist.

Manweiß nur:Alles ist möglich.

Genau darum wurde MarkusWolf

ausgepfiffen. Er wusste, was zu tun

ist. Er wollte bevollmächtigt werden,

seine Pläne umzusetzen. Das Volk

hatte in diesem Augenblick keine

Lust darauf, seine Macht abzugeben.

Nicht an Jens Reich, der für das Neue

Forum sprach und schon gar nicht

an den Kommunisten Markus Wolf.

Ichwar damals nicht auf dem Alexanderplatz.

Es war ein Sonnabend.

Ich saß also in West-Berlin vor dem

Fernseher und war begeistert. Ich,

damals Redakteur der taz, hatte solche

Demonstrationen miterlebt. Ich

kannte die dabei in einem aufquellenden

Gefühle. An diesem Nachmittag

war die DDR, so empfand ich

es,eine Republik geworden. MitBürgern,

die sich wehrten und die sich

zu wehren verstanden. Miteiner täglich

hilfloser werdenden Regierung.

Fünf Tage später öffnete der auf

dem Alexanderplatz ausgepfiffene

Günter Schabowski mit seinem „sofort,

unverzüglich“ die Mauer. Das

war der Anfang vom Ende der DDR.

Es war die Mauer, die die DDR am

Leben erhielt. Christa Wolf und die

linke Intelligenz mögen gedacht haben,

mit „Wir sind das Volk“ sei das

Staatsvolk der DDR gemeint. Schabowski

hatte auf dem Alexanderplatz

erklärt: „Wir alle wollen eine

DDR, vonder jeder sagen kann: ‚Das

ist unser Land‘“, und hatte dafür

Pfiffe geerntet. Die Bürger der DDR

wussten, dass die DDR nicht ihr

Land war, und dass Schabowski es

nicht zu ihrem machen würde.

Sie wussten nicht, wie ihr Land

aussehen sollte.Sie hatten wenig Gelegenheit

gehabt, sich darüber Gedanken

zu machen. Sie misstrauten

womöglich auch ihren eigenen Fähigkeiten,

schnell auf gute, neue

Ideen zu kommen, wie ein moderner

Staat, eine moderne Gesellschaft

aussehen sollte.

Trotzdem unterschrieben 1,17

Millionen nach dem 28. November einen

Aufruf „Für unser Land“, in dem

es hieß: „Noch haben wir die Chance,

in gleichberechtigter Nachbarschaft

zu den Staaten Europas eine sozialistische

Alternative zur Bundesrepublik

zu entwickeln.“ Zu diesem Versuch

des Aufbaus des Sozialismus in

einem halben Land kam es nicht.

Das war vor 30Jahren. Wasin30

Jahren sein wird, liegt an uns:

„Freunde, Mitbürger, üben wir sie

aus,diese Herrschaft!“

„Judaslohn“:

Empörung

über Brandner

Parteien fordern Rücktritt

des AfD-Politikers

Der Vorsitzende des Bundestags-

Rechtsausschusses, der AfD-

Politiker Stephan Brandner, hat die

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

an UdoLindenbergals einen

„Judaslohn“ verunglimpft –nun fordern

Union, SPD, Linke, Grüne und

FDP im Bundestag einhellig seinen

Rücktritt. „Herr Brandner hat weder

menschlich noch politisch die notwendige

Eignung für den Vorsitz im

Rechtsausschuss. Das hat er wiederholt

unter Beweis gestellt“, teilte die

stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende

Eva Högl am Sonntag mit.

Brandner missachte Grundgesetz

und Demokratie, den Rechtsstaat

und sei damit kein würdiger Repräsentant

des Deutschen Bundestages.

Brandner hatte über den 73-jährigen

Lindenbergauf Twitter geschrieben:

„Klar, warum der gegen uns

sabbert/sabbern muß“, dann erwähnt

er das Anfang Oktober verliehene

Bundesverdienstkreuz. Darunter

setzte Brandner das Wort „Judaslohn“.

Judaslohn nennt man eine

Belohnung für einen Verrat. Die Redensartbezieht

sich auf Judas,einen

Jünger von Jesus, der nach allen vier

Evangelien die Festnahme von Jesus

in Jerusalem ermöglicht hat.

Lindenberg schrieb zuvor auf Facebook

zum AfD-Wahlerfolg bei der

Landtagswahl in Thüringen: „24 Prozent.

Und viele sagen immer noch:

Daswirdsich niemals wiederholen –

aber seht ihr denn nicht an den Häuserwänden

dieselben alten neuen

Parolen? Unddie gleiche kalte Kotze

(wie vor 80Jahren) schwappt ihnen

wieder aus dem Mund ...“ Über den

Spitzenkandidaten Björn Höcke

schrieb Lindenberg: „Ein echter Fascho,

auferstanden aus Ruinen und

den Nazis zugewandt.“

Stephan Brandner (AfD) ist Vorsitzender

des Rechtsausschusses. AFP/ODD ANDERSEN

Der stellvertretende rechtspolitische

Sprecher von CDU/CSU, Jan-

MarcoLuczak, sprach voneiner neuerlichen,

ungeheuerlichen Entgleisung

Brandners. „Er spielt ganz bewusst

mit antisemitischen Begriffen,

er grenzt aus und schürt Ressentiments“,

sagte er. Der Rechtsausschuss

wache über Demokratie,

Rechtsstaatlichkeit und die Werte

des Grundgesetzes.„Um das Amt des

Vorsitzenden auszufüllen, bedarf es

Würde und Anstand. Diese fehlen

Brandner ganz offenbar.“ Er sei in

dieser Funktion untragbar und

müsse zurücktreten. Der rechtspolitische

Sprecher der SPD-Fraktion,

Johannes Fechner,sagte der Zeitung

Handelsblatt: „Wir wollen die Frage

der Abwahl vonAusschussvorsitzenden

im zuständigen Geschäftsordnungsausschuss

thematisieren.“

Brandner verwies auf Twitter dagegen

darauf, dass auch Politiker anderer

Parteien in Interviews und auch

im Bundestag des Öfteren den Begriff

„Judaslohn“ benutzt hätten.

Der Plan einer Abwahl ist rechtlich

nicht unproblematisch, denn in

der Geschäftsordnung des Bundestags

findet sich dazu keine ausdrückliche

Regelung. In Paragraf 58 steht

nur, dass die Ausschüsse ihreVorsitzenden

„bestimmen“. Nach Ansicht

einiger Rechtswissenschaftler lässt

sich im Umkehrschluss folgern, dass

auch eine Abwahl möglich ist. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 5· ·

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Politik

Indische Harmonie

Beim Staatsbesuch ließ Angela Merkel den Machtkampf in ihrer Partei hinter sich– so gut es ging jedenfalls

VonDaniela Vates

In einer Fabrik in einem Vorort

von Neu Delhi streift sich Angela

Merkel ein gelbes Mäntelchen

über,zieht blaue Überzieher

über die Schuhe und betritt einen

Produktionsraum der Fabrik.

Viele Stunden Flug liegen hinter ihr

und eine Autofahrtvorbei an Bauruinen,

Autokolonnen, Verkaufsbuden,

an Hochhäusern und streunenden

Hunden.

Einmal stand ein Ochse mit imposanten

Hörnernander Straße und

beobachtete den vorbeifahrenden

Tross. Merkel ist auf Staatsbesuch in

Indien, auf dem Programm steht

auch der Besuch in dem Werk des

deutschen Automobilzulieferers

Continental, wo an Anti-Blockier-

Systemen getüftelt wird.

Tatsächlich könnte die Kanzlerin

so ein Anti-Blockier-System gerade

ganz gut brauchen, ein politisches

zumindest: Friedrich Merz hat ihr

den Rücktritt nahe gelegt, die CDU

zerlegt sich in der Debatte um die

nächste Kanzlerkandidatur, ob die

SPD in der Koalition bleibt, ist nicht

klar und der Streit der Groko um die

Grundrente hängt seit Monaten fest.

„Machen Siekeinen Fehler“, steht

auf Englisch auf einem Schild in der

Fabrik. „Gestalten Sie ihr Produkt

idealerweise so, dass es nicht falsch

zusammengefügt werden kann.“

Drei Ausrufezeichen sind angefügt.

Vielleicht sollte man das mal aufhängen

bei Koalitionsverhandlungen,

zumindest bei den nächsten. Ist

Merkel demnächst noch Kanzlerin?

Dahinter stehen gerade mal wieder

drei Fragezeichen. Die Kanzlerin ist

ungerührt. „Wie lange brauchen Sie

zur Arbeit?“, fragt sie die Mitarbeiter.

Lange steht sie an der Maschine für

Bremskraftverstärker.

Ist sie vielleicht das Problem, die

wahre Bremserin? Untätigkeit und

mangelnde Führungskraft lägen

„wie ein Nebelteppich“ über dem

Land, hat Merz der Kanzlerin nach

der Thüringen-Wahl vorgeworfen,

bei der die CDU nicht nur viele Prozentpunkte

verlor, sondern auch

noch von Linkspartei und AfD überholt

wurde.

„Eine schöne Phase der Selbstvergewisserung“,

hat Merkel ihrer CDU

damals vorausgesagt. Schön ist die

Phase für die Partei allerdings bislang

nicht wirklich. Die CDU hat

weitere Wahlen verloren oder nur

knapp gewonnen, die Umfragewerte

sind schlecht, die neue Parteivorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer

hat Fehler gemacht. Außerdem ist

die SPD-Chefin zurückgetreten. Die

Koalition verabschiedet Gesetze

–Fachkräftezuwanderung, Klimapaket,

Pflege –aber die Personaldebatten

stehen öffentlich im Vordergrund.

EinNebelteppich?

Der liegt zunächst einmal fast

greifbar über Delhi: Die Sonne steht

Kanzlerinnen-Selfie im Werk von Continental bei Neu-Delhi.

DPA/MICHAEL KAPPEER

wie ein gedimmter Scheinwerfer am

Himmel. Gebäude verschwinden

hinter einem schmutzgrauen Filter.

Delhi ist die Großstadt mit der weltweit

höchsten Luftverschmutzung..

Beim Gandhi Memorial, der Gedenkstätte

für den indischen Nationalhelden,

zieht Merkel die Schuhe

aus,hier kommt auch eine Kanzlerin

nur auf Socken hinein. Ins Gästebuch

schreibt sie, Gandhi, die Symbolfigur

des gewaltfreien Widerstands,

habe „mit seinem tiefen

Glauben an die friedliche Revolution

die Welt verändert“. Harmonie und

Besinnlichkeit strahlt das aus, esist

ein Gegensatz zu den Debatten in ihrer

Partei. Das gilt auch für die Pressekonferenz

mit Premierminister

NarendraModi: Merkel sei eine„herausragende

Führungspersönlichkeit“,

schwärmt der,„wichtig für Europa

und für die Welt“.

Der Minister für Yoga und Ayurveda

ist auch da, aus Deutschland

sind Bildungsministerin Anja Karliczek,

Agrarministerin Julia Klöckner

und Außenminister Heiko Maas mitgekommen.

VerteidigungsministerinAnnegret

Kramp-Karrenbauer ist

nicht dabei. Es mag an Terminen liegen,

aber es haben sich auch Friktionen

eingestellt zwischen ihr und der

Parteichefin. Zuletzt überraschte

Kramp-Karrenbauer auch die Kanzlerin

mit ihrem Syrien-Vorstoß –und

kassierte prompt eine Rüge.Manche

erzählen, Kramp-Karrenbauer hätte

das Kanzleramt gerne zusammen

mit dem Parteivorsitz übernommen.

Es gibt auch einzelne in der CDU, die

vermuten, sie werde noch versuchen,

Merkel zur Seite zu schieben.

Es sind Mutmaßungen, Belege dafür

hat niemand.

Merkel hat gewisse Probleme wohl

erwartet. Es sei„einWagnis“, Kanzlerschaft

und Parteivorsitz mal eine

Weile zu trennen, hat sie verkündet,

als sie ihren Rückzug als Parteichefin

ankündigte. Sie hat oft betont, als

Kanzlerin für die ganzeWahlperiode

angetreten zu sein. Aber sie hat auch

gesagt, dass sich Politik „nicht am

Reißbrett“ planen lasse.

Zu Merz sagt Merkel in Indien

dann auch noch etwas. Zwei kühle

Sätze formuliert sie auf die Frage einer

Journalistin. „Ich freue mich, dass

ich in Deutschland für meine Arbeit

auch so viel Unterstützung bekomme“,

sagt sie. Und: „Wir leben in

einer Demokratie,damuss man auch

mit Kritik umgehen.“ Dann geht es

schon wieder um den Kashmir-Konflikt:

„Wir setzen auf Deeskalation

und Entspannung“, sagt Merkel.

Am Abend des Angriffs von Merz

hat Merkel eine Abschiedsrede gehalten,

allerdings nicht auf sich selber,

sondern auf den scheidenden

EZB-Präsidenten Mario Draghi.

Merkel mutmaßte, Draghi werde es

den Abschied erleichtern, dass er

seine Institution „auch weiterhin in

wirklich guten Händen“ wisse.

Gegen dubiose

Therapien

Anzeige

Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning imInterview

Wenn Sexweh tut

Anzeige

Gesetz soll „Behandlung“ von Homosexualität verbieten

VonRasmus Buchsteiner

„Diese angebliche

Therapie macht

krank und nicht

gesund.“

Jens Spahn,

CDU-Gesundheitsminister

Bundesgesundheitsminister Jens

Spahn (CDU) hat seine Pläne für

ein gesetzliches Verbot von Behandlungen

gegen Homosexualität konkretisiert.

Diese sogenannten Konversionstherapien

sollen bei unter

18-Jährigen generell untersagt werden.

Das geht aus einem Gesetzentwurf

des Gesundheitsministeriums

hervor, der der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland/RND)

vorliegt und zwischen

den Ministerien der Bundesregierung

abgestimmt worden ist.

Bei einwilligungsfähigen Volljährigen

wären diese Behandlungen jedoch

grundsätzlich zulässig. Dies gilt

allerdings nicht, wenn Personen, die

bei ihrer Entscheidung, sich behandeln

zu lassen, einem „Willensmangel“

unterliegen – bedingt etwa

durch Täuschung, Irrtum, Zwang

oder Drohung. Bei 16- bis 18-Jährigen

soll das Verbot nicht greifen,

wenn folgende Bedingung erfüllt ist:

Der Behandler muss den Nachweis

erbringen, dass die behandelte Person

über die notwendige Einsichtsfähigkeit

über Tragweite und Risiken

der Behandlung verfügt. Verstöße

gegen das Gesetz sollen mit einer

Freiheitsstrafe vonbis zu einem Jahr

oder Bußgelderngeahndet werden.

Gesundheitsminister Spahn

sagte, sogenannte Konversionstherapien

sollten soweit wie möglich

verboten werden. „Wo sie durchgeführt

werden, entsteht oft schweres

körperliches und seelisches Leid“, so

der CDU-Politiker weiter.„Diese angebliche

Therapie macht krank und

nicht gesund.“ Homosexualität sei

im Übrigen keine Krankheit: „Und

ein Verbot ist auch ein wichtiges gesellschaftliches

Zeichen an alle, die

mit ihrer Homosexualität hadern: Es

ist ok so,wie du bist.“

Spahn plant, auch das Bewerben,

Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen

zu verbieten. Wenn es

um ab 18-Jährige geht, bezieht sich

dieses Verbot allerdings nur auf Werbung

und öffentliches „Anbieten“.

Die Regelungen des Gesetzes sollen

auch für seelsorgerische und psychotherapeutische

Gespräche zur

Anwendung kommen: „Das Verbot

gilt immer dann, wenn der Gesprächspartner

unzulässig Einfluss

zu nehmen versucht auf die sexuelle

Orientierung oder die selbst empfundene

geschlechtliche Identität eines

Betroffenen.“

Hintergrund desVorstoßes ist laut

Gesundheitsministerium, dass auch

in Deutschland immer noch Behandlungen

gegen Homosexualität

angeboten werden. In der medizinischen

Fachwelt herrsche seit Jahren

Konsens, dass schwerwiegende psychische

Belastungen wie Depressionen,

Angsterkrankungen und ein erhöhtes

Suizidrisiko nach sich ziehen

können. Zudem gebe es keine Belege

für ihreWirksamkeit.

Laut Gesetzentwurfkönnen sogenannte

Konversionstherapien unter

bestimmten Voraussetzungen bereits

nach gegenwärtiger Rechtslage

strafbar sein –etwa als Körperverletzung.

Der Schutz durch diese Vorschriften

sei jedoch unzureichend.

Von den Verbotsregelungen des

Gesetzes sind Behandlungen bei

Störungen der Sexualpräferenz wie

Exhibitionismus oder Pädophilie

ausgenommen. Auch gelten sie nicht

für Behandlungen bei Störungen der

Geschlechtsidentität. Dabei geht es

um Fälle, bei denen sich jemand

nicht mit seinem biologischen Geschlecht

identifizieren kann und daher

eine Geschlechtsumwandlung

anstrebt.

In ihrer Praxis berät Ann-Marlene

Henning Frauen und Männer gleichermaßen.

Frau Henning, Sie sprechen

offen über Sexualität im Alter.

Unbedingt. Sowohl Frauen als auch

Männer sollten die Veränderungen

im Körper in diesem Lebensabschnitt

besser kennen lernen. Da

verändert sich vieles: Haare, Haut,

sogar die Schleimhäute.

Was bedeutet das für die Frau?

Junge Frauen müssen nicht erregt

sein, um Sex zuhaben. Nach den

Wechseljahren ist das anders. Die

Scheide einer Frau wird trockener,

und Sex kann bei trockenen

Schleimhäuten dann weh tun.

Beeinflusst das auch

die sexuelle Lust?

Ja, da besteht leider ein enger

Zusammenhang. Wie soll ich auf

etwas Lust haben, das weh tut?

Viele Frauen fühlen sich aber „verpflichtet“

und machen der Beziehung

wegen unter Schmerzen

mit. Sie sagen nichts, gestehen

sich das Problem selbst nicht ein.

Die Unlust bleibt. Daran kann eine

Partnerschaft zerbrechen.

Wie erkennen Frauen

Scheidentrockenheit?

Frauen spüren die Veränderung.

Es fühlt sich trocken an, z. B. beim

Abwischen nach dem Wasserlassen.

Und bei Bewegung ist es, als

würde sich da unten etwas „reiben“.

Immer wieder pikst es.

Viele Frauen nehmen ihre

Situation offenbar einfach hin.

Ja,sehrviele.Unddadurchwirddas

Problem immer schwerwiegender.

Ich habe persönlich meine Erfahrungen

mit dem Thema gemacht.

Mir hat dann meine Apothekerin

Vagisan FeuchtCreme empfohlen

und gesagt, dass sie die auch

anwendet. Es ist also besser, darüber

zu sprechen. Diese Feuchtcreme

bringt nämlich sofortetwas.

Und dann bist du zurück –inder

Liebe und im Leben!

Das Interview in voller Länge auf

www.vagisan.de

Daran erkennen Sie

Scheidentrockenheit

Hatten Sie inden letzten 4Wochen

folgende Beschwerden im Scheidenbereich?

Trockenheitsgefühl ja nein

Juckreiz ja nein

Wundgefühl/Reizung ja nein

Brennen ja nein

SchmerzenimScheidenbereich …

unabhängig von

sexueller Aktivität ja nein

bei sexueller Aktivität ja nein

Wenn Sie auch nur einmal mit „Ja“ geantwortet

haben, kann dies bereits ein

Hinweis auf Scheidentrockenheit sein.

Vagisan-Merkzettel für die Apotheke

25 gVagisanFeuchtCreme (PZN 9739474)

oder

50 gVagisanFeuchtCreme (PZN 6786786)


6* Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Briten stoppen Fracking

nach Erdstößen

Nach mehreren Erdstößen in der

Nähe einer Fracking-Anlage zur

Gasproduktion hat Großbritannien

die Fördermethode gestoppt. Man

könne „weitereinakzeptable Auswirkungen

für die örtliche Bevölkerung

nicht ausschließen“, sagte

Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom.

Beim Fracking wirdein Gemisch

aus Wasser,Sandund Chemikalien

in den Boden gepresst. In

Deutschland ist sogenanntes unkonventionelles

Fracking zur Erdgasgewinnung

in Schiefer-, Ton-,

Mergel- und Kohleflözgestein verboten.

Es laufen lediglich vier wissenschaftliche

Tests.Fracking zur Förderung

aus Sandgestein wirdhingegen

seit Jahren angewendet. (dpa)

Streit um Spitzengehälter

bei der Deutschen Bahn

Eine geplante kräftige Gehaltserhöhung

für Vorstände der Deutschen

Bahn stößt bei Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU) auf

Widerstand. Scheuer sprach von

einem „falschen Signal“. DerAufsichtsrat

solle die Pläne stoppen.

DerBundhat als Eigentümer drei

Vertreter im Aufsichtsrat. Für einen

Teil des bisher sechsköpfigen Bahn-

Vorstands ist eine Gehaltserhöhung

von400 000 auf 585 000 Euro im Jahr

vorgeschlagen, wie aus Aufsichtsratskreisen

verlautete.Der Vorschlag

gehe auf ein Gutachten der Personalberatung

Kienbaum zurück,

nach dem die Einstiegsgehälter im

Vorstand verglichen mit anderen

Konzernen zu niedrig seien. (dpa)

Tausende Zugführer

neu eingestellt

Lokführersind gesucht.

FOTO: KARMANN/DPA

Bahnunternehmen haben 2018

deutlich mehr Lokführer eingestellt

als in den Jahren zuvor.Rund 3100

Menschen begannen als Zugführer,

wie der Lobbyverband Allianz

proSchiene mitteilt. Damit stieg die

Gesamtzahl auf rund 46 800. Fast

zwei Drittel der neuen Mitarbeiter

wurden U- und Straßenbahnfahrer.

Alle übrigen gingen zu Eisenbahn-

Unternehmen. „Das ist mehr als

ein Tropfen auf dem heißen Stein“,

sagte Verbands-Geschäftsführer

Dirk Flege.„DieEinstellungsoffensive

der Bahnunternehmen zeigt Wirkung.“

(dpa)

Chinesische Erfolgs-App

Tiktok wird überprüft

DieUS-Regierung sieht in der erfolgreichen

chinesischen AppTiktok

Medienberichten zufolge eine mögliche

Gefahr für die nationale Sicherheit.

Zwei Jahrenach dem Verkauf

des US-Start-ups Musical.ly an

die chinesische FirmaByteDance

prüfe eine Kommission für ausländische

Investitionen die Übernahme,berichteten

„New York Times“

und „Washington Post“. Dabei gehe

es auch um die angebliche Weitergabe

vonDaten an Behörden in China,

hieß es.Die Appfür Karaoke- und

andereKurzvideos ist besonders bei

Kindernund Jugendlichen beliebt.

Entgegen anderen Zusagen soll ein

US-Angebot in die chinesische App

integriertworden sein. (dpa)

Mit Apple und Google zahlen

Immer mehr Banken ermöglichen kontaktloses Bezahlen über Drittanbieter.Wie sicher ist das?

Von Theresa Dräbing

Noch in diesem Jahr will

auch der Deutsche Sparkassen-

und Giroverband

Apple Pay einführen.

Dannsoll esmöglichsein,nichtmehr

nur Android-Smartphones mittels

der hauseigenen App mit den Sparkassenkonten

zu verknüpfen, sondern

auch Apple-Nutzer werden

dann mit ihren Handys an Supermarktkassen

zahlen können. Auch

bei der Direktbank ING können Kunden

seit Mitte Oktober Apple Paynutzen,

damit sind es seit dem Start in

Deutschland im November 2018

mittlerweile 24 teilnehmende Finanzinstitute.

Schon länger dabei

sind unter anderem die Deutsche

Bank, Comdirect und die Smartphonebank

N26. Google listet für seinen

Dienst Google Pay 14 Banken in

Deutschland auf, darunter beispielsweise

auch die Commerzbank.

Damit vergrößertsich für Kunden

in Deutschland die Möglichkeit, kontaktlos

zu bezahlen. Das heißt: Das

Smartphone wird ein paar Zentimeter

vor das Bezahlterminal gehalten,

in das man sonst die Kreditkarte stecken

würde. Über die Funkverbindung

NFC wird die Überweisung

dann automatisch durchgeführt. Für

diesen Vorgang muss kein Handy

und auch keine Kreditkarte aus der

Hand gegeben werden.

Laut Vincent Haupert, IT-Sicherheitschef

beim Münchner Fintech

IconicFinanceundExpertefürMobile

Banking, ist kontaktloses Bezahlen

sogar sicherer als eine Zahlung mit

der Kreditkarte aus Plastik. Dasliege

daran, dass hier für den Bezahlvorgang

nicht die richtige Kreditkartennummer

abgefragt wird, sondernein

eigener Schlüssel generiert werde.

„Insbesondere bei Apple Pay lässt

sich ohne Weiteres voneinem hochsicheren

Verfahren sprechen“, sagt

Haupert.

Denn die Systeme vonApple und

Googleunterscheidensich.Während

der bei der Zahlung generierte

Schlüssel von Apple nur in dem jeweiligen

Smartphone gespeichert

wird, werden die nötigen Daten bei

Google extern auf Google-Servern

gespeichert. „Das macht in Hinblick

auf den Datenschutz und die Sicherheit

natürlich einen Unterschied“,

sagt Haupert.

Wenn dasHandy abhanden kommt

Konkret bedeutet das, dass Apple

technisch gesehen zu keinem Zeitpunkt

Zugriff auf die Zahlungsdaten

haben kann und somit auch nicht

weiß, wie viel ein Kunde ausgibt, wo

er einkauft und was er auf das Kassenband

legt.

Letzteres weiß Google zwar auch

nicht, wohl aber werden laut Sicherheitsforscher

HaupertDaten gespeichert,

die auch Zahlungsort und

Summe enthalten. Der Konzern

selbst betont, dass dies nur geschehe,

um den Bezahlvorgang so bequem

wie möglich zu machen. Die Daten

würden für keine weiteren Zwecke

verwendet.

Von Johann Schmitt-Tegge

Saudi-Arabien peilt mit dem staatlichen

Ölkonzern Aramco den

größten Börsengang aller Zeiten an.

Nach mehrfacher Verzögerung erhielt

der Staatskonzern amSonntag

die Genehmigung für den seit etwa

drei Jahren angestrebten Gang aufs

Parkett. Mit der Zustimmung durch

die Finanzmarktbehörde CMA kann

ein Teil der Aramco-Aktien künftig an

der Wertpapierbörse Tadawul gehandeltwerden.EinZeitplanunddas

Emissionsvolumen wurden aber

noch nicht genannt.

Europaweite Studie: In Deutschland gibt es

einer neuen Studie der Unternehmensberatung

PwC zufolgegroße Vorbehalte gegendas

Bezahlen mit dem Handy. Laut der Befragung

von2500 Bewohnerninzehn europäischen

Ländernnutzten nur 5Prozent der Deutschen

ihr Smartphone zum Bezahlen.

DEUTSCHE HABEN VORBEHALTE

Auf dem letzten Platz: Deutschland erreichte

damit den niedrigsten Wert.EineHauptsorgesei

die Übermittlung persönlicher

Daten an Finanzdienstleister.Anders bei den

Schweden: Hier hat bereits ein Drittel der Befragten

schon einmal das Handyzum Zahlen

benutzt.

Ölgigant Aramco darf an die Börse

Schon der Verkauf kleiner Anteile würdeSaudi-Arabien Milliardenindie Kasse bringen

Saudi Aramco ist die weltgrößte

Erdölfördergesellschaft und gilt als

einer der profitabelsten Konzerne.

DiePläne füreinen Gang an die Börse

wurden in den vergangenen Jahren

mehrmals verschoben. Zuletzt hatte

der Drohnenangriff auf saudi-arabischeÖlanlagendasProjektgebremst.

Die Schätzungen über den Umfang

des Börsengangs gehen weit

auseinander.Kronprinz Mohammed

bin Salman, der faktische Herrscher

des Königreichs, hatte auf eine Bewertung

des Unternehmens von

mehr als 2Billion Dollar gehofft. Analysten

gehen von höchstens 1,5 Billionen

Dollar aus. Doch schon ein

Verkauf von einem Prozent der

Aktien bei niedriger Bewertung würde

15 Milliarden Dollar einbringen,

ein Verkauf von 2Prozent bei einer

höheren Bewertung bereits 40 Milliarden.

Der Börsengang ist zentraler Teil

von bin Salmans groß angelegtem

Umbau der saudischen Wirtschaft.

Der„Vision 2030“ genannte Plan verfolgt

das Ziel, das islamisch-konservativeLand

unabhängiger vomÖlzu

machen. Die Einnahmen sollen in

neue Wirtschaftszweige investiert

werden.

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

Konkreter sind für viele Kunden

sowieso andere Sicherheitsaspekte:

Waszum Beispiel passiert, wenn jemand

das Smartphone klaut oder es

abhanden kommt? „Bei Apple Payist

es so, dass jede Zahlung, egal ob

1000 Euro oder 20 Cent, mit einer

Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert

ist“, sagt Haupert. Heißt:

Neben dem einen Faktor, imBesitz

des Smartphones zu sein, muss der

Nutzer vorjeder Zahlung mit Geräte-

Pin, Fingerabdruck oder Face ID seine

Identität bestätigen.

BeiGoogle Paygebe es eine solche

Sperre erst ab 25 Euro Zahlbetrag.

Theoretisch könnte jemand mit

einem fremden Android-SmartphonekleinereBeträgebezahlen–allerdings

nicht unbegrenzt und nur,

bis das Gerät gesperrtist.

Ob bei größeren Beträgen zusätzlich

die Bank-Pin verlangt wird, kann

das jeweilige Finanzinstitut festlegen.

Das bestimmen weder Google

noch Apple. Viele Geldinstitute verlangen

eine solche Sicherheitsstufe

bei Beträgen ab 50 Euro aufwärts.

Händlerhaben umgerüstet

Damit Kunden kontaktlos bezahlen

können, muss aber auch der Handel

aufrüsten. Ob der Supermarkt oder

der Klamottenladen das Verfahren

anbieten, können Kunden an einem

kleinen Wellensymbol am Bezahlterminal

erkennen.

Laut Ulrich Binnebößel, Experte

für neue Zahlungssysteme beim

Deutschen Handelsverband (HDE),

habencirca85ProzentderHändlerin

Deutschland die Schnittstelle zum

kontaktlosen Bezahlen integriert.

„Wir gehen davon aus, dass sich die

restliche Lücke auch sehr schnell

schließen wird“, sagt er. Um die

Dienste Apple Payund Google Payzu

nutzen, muss außerdem kein Händler

extraumrüsten, der zuvor bereits

kontaktloses Bezahlen via Kreditkarte

angeboten hat. DieTechnikist dieselbe.

Neben den großen Technologiekonzernen

Apple und Google bieten

einige Banken und Sparkassen schon

länger eigene Apps zum kontaktlosen

Bezahlen an. So hat auch die

Sparkasse, die nun den Dienst von

Apple integriert, eine eigene App

„Mobiles Bezahlen“ entwickelt. Die

gab es aber bislang nur für Android-

Kunden, und so soll es auch bleiben.

Manwolle mit Apple Payein Angebot

für iPhone-Nutzer schaffen, die eigene

App werde aber weitergeführt.

„Dawireinsehrgutfunktionierendes

Angebot für Android-Nutzer haben,

besteht keine Notwendigkeit, auf andere

Dienste zurückzugreifen“, so

ein Sprecher des Deutschen Sparkassen-

und Giroverbands.

„Vom Sicherheitsaspekt sind auch

die eigenen Apps wie die von der

Sparkasse oder der Deutschen Bank

mit denen vonAppleund Google vergleichbar“,

sagt Sicherheitsexperte

Haupert. „Bezogen auf den Datenschutz

hat eine bankeigene App natürlich

den Vorteil, dass die Daten bei

der Bank bleiben und nicht auf fremde

Server gelangen.“

Aramco wolle im weltweiten

Energiemarkt eine herausragende

Stellung einnehmen, erklärte Geschäftsführer

Amin Nasser in einer

Mitteilung. „Unsere nachgewiesenen

Vorkommen waren Ende 2018

fünfmal größer als die der fünf großen

internationalen Ölkonzerne

(IOC).“ Diese fünf sogenannten

„Supermajors“ sind Exxon Mobil,

Shell, BP, Chevron und Total. Die

Drohnenangriffe vomSeptember hat

Saudi-Arabien schnell weggesteckt.

Nach Angaben aus Riad hat das Ölangebot

bereits wieder das Niveau von

vorden Angriffen erreicht. (dpa)

Autogipfel soll

Durchbruch

bringen

Das dünneLadenetz bremst

den Ausbau der E-Mobilität

Von Stefan Winter

Ein weiterer Autogipfel im Kanzleramt

soll die Elektromobilität

voranbringen. Dabei wird esvor allem

um den Ausbau des Ladenetzes

gehen. Er erwarte, „dass am Montagabend

konkrete Maßnahmen beschlossen

und nicht nur unverbindliche

Prüfbitten formuliert werden“,

sagte der niedersächsischeMinisterpräsident

Stephan Weil (SPD), der

auch im VW-Aufsichtsrat sitzt.

Daslückenhafte Ladenetz gilt seit

Jahren als größtes Hindernis für die

Verbreitung vonElektroautos.Inzwischen

hat die Bundesregierung zwar

mehrere Förderprogramme aufgelegt,

doch die wirken nur langsam.

Experten kritisieren zudem, dass es

keinen koordinierten Ausbauplan

gebe und zu viel Geld in normale Ladestationen

fließe, statt das Schnellladen

zu fördern.

An dem abendlichen Treffen mit

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen

mehrere Bundesminister, Ministerpräsidenten,

Gewerkschafter,

Topmanager und der scheidende

Präsident des Branchenverbands

VDA, Bernhard Mattes, teilnehmen.

Merkel verwies am Wochenende auf

das im jüngst beschlossenen Klimapaket

festgelegte Ziel: Bis2030 sollen

demnach eine Million Ladepunkte

aufgebaut werden.

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) geht mit einem „Masterplan

Ladeinfrastruktur“ in das

Spitzentreffen. Damit will er nicht

nur Ladestationen fördern, sondern

auch Gastankstellen. Außerdem soll

Bürokratie beseitigt werden. Eine

zentrale Leitstelle soll den Aufbau koordinieren.

Schwierig dürfte allerdings die

Lastenverteilung werden, denn es

geht erneut um Investitionen in Milliardenhöhe.

Die Bundesregierung

hat seit 2009 nach eigenen Angaben

rund 5Milliarden Euro für dieFörderung

der Elektromobilität bereitgestellt,

davon 300 Millionen für die Ladeinfrastruktur.

Die Hersteller machen

allerdings geltend, dass sie ein

Vielfaches in die Entwicklung neuer

Elektroautos investieren – wegen

schlechter Rahmenbedingungen

aber um den Verkaufserfolg fürchten

müssen.

Mittlerweile drängt die Zeit, denn

ab 2020 gelten strengereCO 2 -Grenzwerte,

die nur mit einem schnell

wachsenden Anteil Elektroautos einzuhalten

sind. DieIndustrie will deshalb

vomnächsten Jahr an in großem

Stil Elektroautos verkaufen. Den

größten Ehrgeiz entwickelt dabei der

VW-Konzern, der an diesem Montag

in Zwickau offiziell die Produktion

des Elektromodells ID.3 startet –in

Anwesenheit der Kanzlerin. Allein

von diesem Modell sollen dort jährlich

100000 Stück vomBand rollen.

MitBlick auf den Umbruch in der

Branche fordert Stephan Weil „politisch

aktive“ Begleitung. „Ich plädiere

für ein klares Commitment für

100000 öffentliche Ladepunkte bis

spätestens 2021.“ Bisher gibt es rund

20000 öffentlich zugängliche Ladepunkte,verteilt

auf knapp 10000 Stationen.

Für mehrE-Autoswerden auch mehrLadesäulen

gebraucht.

FOTO: GENTSCH/DPA


8* Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Meinung

STADIEN

ZITAT

Die friedfertigen

Fans stärken

Ulrich Paul

ist alarmiertüber die Gewaltexzesse

beim Berliner Stadtderby.

Nein, so geht es nicht. DieFußballfans

von Union Berlin und Hertha BSC

durften sich am Sonnabend auf ein spannendes

Lokalderbyfreuen. Doch das Spiel

mit tollen Fan-Choreografien am Anfang

wurde am Ende davon überschattet, dass

aus dem Gästeblock Leuchtraketen auf

das Spielfeld und die voll besetzten Ränge

geschossen wurden. Und dass nach dem

Abpfiff eine Gruppe Maskierter aus dem

Union-Block über das Spielfeld Richtung

Hertha-Fans stürmen wollte.

Beides ist inakzeptabel, wobei der gezielte

Abschuss von Leuchtraketen auf

das Spielfeld und die Tribünen leider eine

neue,traurige Qualität in der Gewalteskalation

markiert. Kontrollen? Ja,die gibt es,

in der Alten Försterei genauso wie im

Olympiastadion oder einer der anderen

deutschen Arenen. Aber sie hindern offenkundig

niemanden daran, Böller,

Leuchtraketen und Pyrotechnik einzuschmuggeln.

Spätestens dadurch, dass

Leuchtraketen beim Berliner Derby als

Waffe eingesetzt wurden, erübrigt sich

jede Debatte darüber,den Einsatz vonPyrotechnik

in Stadien zu legalisieren.

DerRuf nach einem härterenVorgehen

ertönt zwar regelmäßig nach Gewaltexzessen

bei Fußballspielen, ist aber nur bedingt

geeignet, um Abhilfe zu schaffen. Sicher,

Straftaten müssen geahndet werden.

Genauso wichtig ist es aber, all jene

Fans zu stärken, denen es um die friedliche

Unterstützung ihrer Mannschaft geht

–umdie Gewalttäter zu isolieren. Das ist

Aufgabe der Vereine,die dafür Geld in die

Hand nehmen müssen. Immerhin profitieren

sie auch davon. Denn die Teams

brauchen den Supportvon den Tribünen.

Sollte es nicht gelingen, die Sicherheit zu

garantieren, werden die friedfertigen Fans

den Stadien fernbleiben.

Rechte Morddrohungen

Angriff auf die

Demokratie

Markus Decker

meint, dass die Einschüchterungsversuche

Reaktionen erfordern.

Ende Oktober waren CemÖzdemir und

Claudia Roth an der Reihe. Den Grünen-Politikern

gingen E-Mails zu. Der

mutmaßlich deutsche Ableger der rechtsextremistischen

Gruppe „Atomwaffen Division“

teilte darin mit, ihre Namen stünden

an vorderster Stelle auf einer Todesliste.Soweit,

so erschreckend. Furchterregend

aber ist, dass derlei Todesdrohungen

längst an der Tagesordnung sind. Im thüringischen

Landtagswahlkampf richteten

sie sich gegen die Spitzenkandidaten von

CDU und Grünen, Mike Mohring und Dirk

Adams.Auch die beiden waren nur die bis

dahin Letzten auf einer langen Liste.

Ohnehin finden derlei Drohungen ja

nicht im luftleeren Raum statt. Die Kölner

Oberbürgermeisterin Henriette Reker

wurde mit einem Messer attackiert, so wie

ihr Kollege im westfälischen Altena, Andreas

Hollstein. Siehatten Glück –anders als

der Regierungspräsident von Kassel, Walter

Lübcke. Der Bürgermeister der Gemeinde

Tröglitz in Sachsen-Anhalt, Markus

Nierth, nahm unter dem Druck von

Drohungen seinen Hut. Zwar gibt es auch

Angriffe von Linksextremisten. Doch alle

genannten Attacken gingen von Rechtsextremisten

aus.

Deren Ziele sind klar. Esgeht darum,

den politisch aktiven linken und liberalen

Teil des Spektrums einzuschüchtern. Aus

Sicht der Angreifer reicht er bis in die CDU

hinein. Überdies sollen jene Bürger, die

sich politisch engagieren wollen, eben davon

abgehalten werden. Das darf nicht

sein, sonst ist die Demokratie tot. Vielmehr

ist eine paradoxe Reaktion nötig. Es

sollten sich mehr Menschen zu politischem

Engagement herausgefordert fühlen.

Dann haben die wenigen Extremisten

keine Chance.

VonStammgast zu Stammgast

GGeht doch noch etwas in dieser

Koalition? Ihr Spitzentreffen zur

Grundrente an diesem Montag

hat die GroKo inallerletzter Minute

verschoben. Zwei Interpretationen

drängen sich auf. Entweder hatten die Verantwortlichen

in der Union Angst voreinem

Aufstand in den eigenen Reihen. Oder es

werden einfach noch ein paar Tage benötigt,

um ein Koppelgeschäft vorzubereiten, das

CDU und CSU am Ende die Zustimmung erleichtert.

So oder so: Die GroKo steht massiv unter

Zugzwang. VomAusgang des Streits über die

Renten-Aufwertung für langjährige Geringverdiener

hängt ab, obdiese Koalition noch

den Hauch einer Chance hat. Oder ob sie

vorzeitig auseinandergeht, was über kurz

oder lang Neuwahlen zur Folge hätte und damit

eine weitereSchwächung der bisherigen

Volksparteien.

Die Entscheidung über den kommenden

Sonntag hinaus zu verschleppen –das ist

keine Option mehr. Eigentlich ist alles gesagt,

jeder Aspekt durchleuchtet worden.

Jetzt wäre Führung gefragt. Offen ist nur, ob

die handelnden Akteure noch genügend

Kraft und Autorität haben, die eigenen Leute

hinter einem Kompromiss zu versammeln.

Die AKK-Krise in der CDU und die notorische

Nervosität in der SPD machen das Unterfangen

zum Ritt auf der Rasierklinge. Die

Grundrente hat das Zeug zum „Casus belli“.

Ohne einen Kompromiss in der Sache,soviel

ist klar,hat diese Koalition keine Zukunft

mehr. Keine Einigung wäre der ultimative

Beweis von Handlungsunfähigkeit. Es ist

diese Erkenntnis,die in den vergangenen Tagen

zu bemerkenswerter Bewegung hinter

den Kulissen geführt hat. Plötzlich ist bei

manchen in der Führung vonCDU und CSU

Über den Bildschirm rennt ein Hase mit

rosa Punkten. Bsssiuu, Bsssiuu,

Bsssiuu, taktaktak, kreisch, plop –tot. EinBefehl

aus dem Off: Weiterrennen! Da sind

noch mehr. Duhast jetzt 200 Punkte. Wenn

du einen Bonus willst, musst du 30 Ziele erwischen.

Der Hase mit den rosa Punkten

rennt weiter.Erwirdsie alle erwischen.

Egoshooter nennt man diese Spiele. Die

Geschichten sind verschieden, das Ziel jedoch

immer gleich: Hindernisse wegballern.

Vorzugsweise Menschen. DieSpieler sind es,

die ihren Spielzügen eine Bedeutung einhauchen

wollen. Online treffen sie sich, um

gemeinsam rumzuballern. Die Spiele sind

oft martialisch, dämlich, dumpf. Die Spieler

sind vielleicht das Gegenteil, wer weiß, aber

sie scheinen dringend Dampf ablassen zu

müssen.

Dampf. Steam. So heißt die Plattform, auf

der solche Onlinespiele laufen und wo in Foren

dann wirklich der Dampf abgelassen

wird. Dort trifft sich die Szene in Chatgruppen.

Entgrenzter Rassismus, antisemitische

Gewaltfantasien, Verherrlichung von Nazis,

von Mördern, von Amokläufern. Man lacht

sich tot über Hasen mit rosa Punkten, Memes,

Andeutungen, die Vernichtungsideen

propagieren. Werhier landet, ist dabei, sich

zu radikalisieren. Werhier mitmacht, ist ein

Kandidat. Werhier den Rahmen setzt, sucht

nach Gleichgesinnten. Wervon hier aus zum

Töten in die Offlinewelt starten will, findet

Verbündete, Hilfe,Vernetzung. Das Darknet

ist um die Ecke, dakann man Waffen besor-

Grundrente

Die Kunst

des Spagats

Rasmus Buchsteiner

meint, dass nur ein guter Kompromiss die

große Koalition noch retten kann.

KOLUMNE

Kreisch,

plop,

tot

Anetta Kahane,

Amadeu-Antonio-Stiftung

gen. Echte.Die Klassiker aus Metall oder solche

aus den neuesten 3D-Druckern. Egal ob

in Neuseeland, Norwegen, USA oder

Deutschland.

Dass diese Leute sich vor den Maßnahmen

der Bundesregierung gegen Hass fürchten,

ist nicht anzunehmen. DasWaffengesetz

zu verschärfen, macht sicher Sinn. Für terrorbereite

Nazis ist das jedoch unerheblich.

Sie haben bereits Waffen, und was ihnen

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

die Bereitschaft gewachsen, bei der Grundrente

auf eine umfassende Bedürftigkeitsprüfung

zu verzichten. Und das, obwohl sie

doch eigentlich vom Koalitionsvertrag vorgegeben

war und man immer darauf beharrt

hatte.Nur:Gibt es für diesen Kurs genügend

Rückendeckung?

Es ist ein schwieriger Spagat, vordem die

Union nun steht: Hier die Einsicht, dass bei

einem Scheitern der Grundrente an ein Votum

des SPD-Parteitages Anfang Dezember

zur Fortsetzung der GroKo nicht zu denken

ist. Dortdie Sorge, dass das Ganzeordnungspolitisch

in die falsche Richtung geht, den

Sozialstaat auf Dauer immer teurer macht

und den Faktor Arbeit belastet. Der wiederholt

geäußerte Hinweis, dass alles, was verteilt

wird, erst einmal erwirtschaftet werden

muss,ist ja nicht vonder Hand zu weisen.

Dass die Union eine steuerliche Entlastung

der Unternehmen zur Bedingung für

eine Zustimmung zur Grundrente machen

will, ist da nicht verwunderlich. Tatsächlich

benötigt die Wirtschaft, gerade die Industrie,

angesichts inzwischen kräftig schwächelnder

Konjunktur dringend Spielräume für Investitionen

–inMaschinen, in Digitalisierung,

in Forschung.

Dafür durch eine maßvolle Senkung der

Steuerbelastung zu sorgen, könnte ein Beitrag

zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

sein. Eine echte Anti-Krisen-Maßnahme.Auf

schwindende Aufträge allein mit der Ausweitung

vonKurzarbeit zu reagieren, wäredagegen

eindimensional. Mit der Operation Entlastung

könnte zudem auch die Union einen

Erfolg präsentieren.

DieKompromisssuche ist jedoch alles andere

als trivial. Denn auch die SPD braucht

einen Erfolg. Um die murrende Basis zu

überzeugen, muss sie deutlich mehr durchsetzen

als eine Mini-Grundrente.Arbeitsminister

Hubertus Heil hat ja bereits seinen ursprünglichen

Plan aufgegeben, den Renten-

Aufschlag für langjährige Geringverdiener

ohne jede Prüfung der Bedürftigkeit zu zahlen.

Auf keinen Fall will er nach seinen Vorgängerinnen

Ursula von der Leyen und Andrea

Nahles der Dritte sein, der in Sachen

Grundrente am Ende nichts zustande gebracht

hat.

Die Arbeit von Schwarz-Rot steht bislang

in scharfem Kontrast zu dem, was man sich

eigentlich vorgenommen hatte. Ein Grundrenten-Kompromiss

wäre sicherlich nicht

die Antwortauf alle Fragen.Wohl aber auf die

Frage,obman überhaupt noch zu einem guten

Kompromiss in der Lage ist.

fehlt, gibt es um die Ecke im Darknet. Ähnlich

die Maßnahmen zur strengeren Bestrafung

vonHass im Netz. Dasist juristisch fragwürdig,

und jenes Netz, wo verbal das Blut

spritzt, bleibt für die Behörden kaum erreichbar.

Außerdem können staatliche Stellen

gar nicht so schnell dechiffrieren, was gerade

mit Sprachsymbolen, Bildern und Andeutungen

an Hass verbreitet wird.Wenn die

Szene sich darauf einigt, dass der Hase mit

rosa Punkten das Symbol für Judenmordist?

Was machen die Behörden dann? Die rosa

Punkte zählen?

DieStrafverfolgung zu verbessern, vorallem

bei Mordplänen, muss Priorität haben.

Der Radikalisierung aber so beikommen zu

wollen, bleibt eine Illusion. Das Neun-

Punkte-Programm der Bundesregierung gegen

Rechtsextremismus wirkt hilflos, als

wäre noch nicht klar, was da in diesem seltsamen

Internet geschieht, wie es funktioniert.

Mankann die neuen Formen der Kommunikation

im Terrorismus nicht mit Maßnahmen

einer vergangenen Ära bekämpfen.

Das Programm der Bundesregierung sieht

aus wie ein Mosaik aus passenden und unpassenden

Teilen, die aber kein Gesamtbild

erkennen lassen.

Dass es heutenochwichtiger ist als je zuvor,

den Radikalisierungen vorzubeugen,

statt sie nur verbieten zu wollen, müsste

doch langsam klar sein. DiePrävention, auch

im Netz, nicht mitzudenken, ist so sinnvoll,

wie dem Hasen mit rosa Punkten hinterherzujagen

zu wollen.

„Aber Olaf, ich würde

mir wünschen, du

lässt den

Vizekanzler mal im

Vizekanzleramt!“

Martin Schulz, ehemaliger SPD-Vorsitzender,

erklärt dem Spiegel im Gemeinschaftsinterview

mit dem jetzigen SPD-Kandidaten Olaf Scholz,

dass er trotz vieler Gegensätze im zweiten Wahlkampf

für seinen früheren Rivalen stimmen wird.

AUSLESE

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Indien

Während deutsche Medien die Indien-Reise

Angela Merkels vor allem

als Auszeit vonden innerparteilichen

Debatten zu Hause beschreiben, konzentrieren

sich andere auf die außenpolitische

Bedeutung des Besuchs. Die lettische

Tageszeitung Diena schreibt von einem

„neuen Niveau in den deutsch-indischen

Beziehungen“: „Die Politiker in

Berlin sind der Ansicht, dass Deutschland

und Europa bislang zu viel Wert auf die

wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit

mit dem kommunistischen

China gelegt haben. Es könnte

langfristig ein sehr ernstes Risiko darstellen,

wenn man das boomende Indien vergisst.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung

schreibt über Indiens Premier Narendra

Modi: „Die Einladung an rechtspopulistische

Abgeordnete des Europäischen Parlaments

war eine unfreundliche Geste. Sie

zeigt allerdings vor allem, dass Modi Partner

im Ausland braucht. Er sollte klug genug

sein zu wissen, dass eine Angela Merkel

verlässlicher ist als politische Irrlichter

aus dem EU-Parlament.“ PetraAhne

KORREKTUR

Aufder Karte zum Text „Schöner lesen“ (Seiten 10 und

11 in der Wochenendausgabe) wurden versehentlich

die Standorte der alten Staatsbibliothek Unter den Linden

und der Hansabibliothek in Moabit vertauscht.

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Polizei beklagt

gewalttätigeProteste

in Friedrichshain

Seite 15

Beherzt: Wiedie Synagoge in der Oranienburger Straße die Pogromnachtüberstand Seite 10

Denkwürdig: Erstmals zeigt ein Film die Aufarbeitung der Übergriffe im Oktober 1989 Seite 14

Stadtbild

Die Robben

verschwinden

BarbaraWeitzel

beobachtet den Stillstand

in mobilen Zeiten.

Eshat ein Austausch stattgefunden.

Ichmeine nicht den der Bevölkerung

in bestimmten Stadtteilen,

sondern auf der Straße. Auch

geht es hier einmal nicht um SUVs

statt Kleinwagen und auch nicht um

Elektroroller.Die werden ja ohnehin

nicht gegen etwas getauscht, sondern

sind einfach dazugekommen.

Dasist nicht zu übersehen.

Dass etwas fehlt, merkt man hingegen

oft erst, wenn man es nach

langer Zeit wiedersieht. In meinem

Fall war es ein Umzugswagen, eine

Robbe.Früher,also vor15, 20 Jahren

standen und fuhren so viele der

blau-weißen Transporter von Robben

und Wientjes am Wochenende

herum, dass man hätte denken können,

das Lieblingshobbyder Berliner

und Zugezogenen sei es, Wohnungen

aus- und einzuräumen, Kartons

und Kühlschränke zu schleppen und

auf Laderampen sitzend durchgesuppte

Brötchen zu essen. Bestimmt

fuhren auch Transporter anderer

Unternehmen herum, aber die habe

ich nicht so wahrgenommen. Die

Blauweißen fielen auf, wegen ihres

Designs und ihrer schieren Zahl.

Heute zieht keiner mehr um, der

nicht dringend muss. Esgibt ja auch

nichts,wohin man ziehen könnte.0,9

Prozent der Berliner Wohnungen

standen 2017 leer, sagt Statista. 2003

waren es noch fünf Prozent. Ichhöre

und lese immer wieder von Menschen,

die nach einer Trennung, einem

Todesfall oder dem Auszug der

Kinder in zu großen Wohnungen leben.

Andere drängen sich nach einem

Familienzuwachs in zu wenigen

Räumen. Manbleibt, wo man ist, obwohl

man falsch wohnt, zu geräumig,

zu eng, oder, etwa nach einem Jobwechsel,

am falschen Ort. Vondem

aus man lange zur Arbeit fährt. Tausende

müssten nur tauschen. Aber

das geht ja nicht so einfach.

Apropos lange Wege zur Arbeit.

Wo früher die Robben fuhren und

parkten, fahren und parken jetzt die

Lieferdienste –DHL, UPS, Hermes

und Co. Zumindest bis sonnabends.

Die Zahl der Paketsendungen verhält

sich genau umgekehrt zu der

verfügbarer Wohnungen. Sie steigt

und steigt. Das Bestellen hat den

Bummel ersetzt, mit den bekannten

und beklagten Folgen für inhabergeführte

Geschäfte und Innenstädte.

Isteswirklich nur die Bequemlichkeit?

Die niedrigen Preise, die vermeintlich

größere Vielfalt im Netz?

Oder vergeht vielen auch die Lust am

Shopping, weil die Straßen immer

voller werden? Was immer die

Gründe sind: Man bleibt zu Hause.

Unddie Lage draußen verschärft sich.

Wiedie auf dem Wohnungsmarkt.

Der Austausch wurde aus zwei Teufelskreisen

geboren. Beide sind nicht

gut. Undesgeht immer weiter. Vielleicht

fehlen mir die Robben deshalb.

Es könnte mir ja egal sein, oder mich

gar froh stimmen, schließlich ist jedes

Auto weniger ein gutes Auto. Sie fehlen,

weil sie für etwas stehen. Wiedie

Laster voller Pakete. Sie stehen für

den Stillstand und das Verharren in

einer immer mobiler werdenden

Welt. Nicht zu verwechseln mit Stille

und Innehalten. Davon bräuchten

wir mehr. Um nachzudenken über

Lähmung. Denn die hat noch selten

Gutes hervorgebracht.

Welle der Wünsche: Auf 30 000 Bänder,die vor dem Brandenburger Tordie Installation „Visions in Motions“ bilden, ließ Künstler Patrick ShearnWünsche schreiben.

Feiern -aber nachdenklicher

Berlin begeht den 30. Jahrestag des Mauerfalls weniger staatstragend und pompös als früher

VonElmar Schütze

Nachdenklich. Wohl selten

sind die Planungen zu einem

nationalen Festakt

so sehr von diesem Adjektiv

dominiert worden, wie die für

die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag

des Mauerfalls und der friedlichen

Revolution in dieser Woche. Anders

als vorzehn Jahren, als man mit weltpolitischer

Prominenz am Brandenburger

Tor ein heiteres Mauer-Domino

veranstaltete,oder vorfünf Jahren,

als Tausende auf dem ehemaligen

Mauerstreifen eine Lichterkette

aus Ballons aufsteigen ließen, gibt es

diesmal nicht die eine große Veranstaltung.

Stattdessen lädt der Senat

zur stadtweiten Festivalwoche unter

dem Motto„7 Tage –7Orte“. Mehr als

200Veranstaltungen sind aufgelistet.

Den intellektuellen Überbau für

die neue Nachdenklichkeit hat Kultursenator

Klaus Lederer (Linke) vorgegeben.

Anders als in früheren Jahren

fehle die Aufbruchstimmung,

konstatierte er. Ererinnert unter anderem

an„Versäumnisse und Defizite

im Einigungsprozess“ und hat beim

Thema Mauerfall längst einen „Versuch

der nationalistischen Vereinnahmung

durch Rechte“ ausgemacht.Tatsächlich

soll deswegen dieses

Mal nicht ganz so pompös und

ScienceWeek. Mehr als

350 Spitzenforscher aus aller

Welt sind vom1.bis 10. November

in Berlin. Die Science

Week mit 140Veranstaltungen

an 100 Orten findet zum vierten

Mal im Umfeld des Mauerfall-Jahrestages

statt.

staatstragend gefeiert werden, sonderndezentral.

Derhistorische Tag, der 9. November,wirdamBrandenburger

Torgroß

begangen. Ein „imposanter Video-

Dome“ werdezur„zentralen Projektionsfläche“

für„Live-Acts,Schauspielund

Lichtperformances“, heißt es in

der Ankündigung. Der Regierende

Bürgermeister übernimmt die Begrüßung,

der Bundespräsident die Eröffnung,

dann spielen Musiker und

Bands wie Dirk Michaelis, Die Zöllner,

Anna Loos, der Rapper Trettmann

und die Staatskapelle Berlin

unter Daniel Barenboim.

Wersich schon vorher einen Eindruck

von der diesjährigen Gestalt

WISSENSCHAFTLER FEIERN AUCH

Campus im Museum. Erstmals

gibtesden Berlin

ScienceWeek Campus als

zentralen Festivalort.Am

6. und 7. November werden

im Museum für Naturkunde

die aktuellsten wissenschaftlichenThemen

diskutiert.

Falling Walls. Am 9. November

findet traditionell die

Falling-Walls-Konferenz

statt. Spitzenforscher stellen

ihre aktuellen Durchbrüche

in der Wissenschaft vor.

Das komplette Programm:

berlinscienceweek.com

der Feier machen möchte, dem sei

ein Spaziergang über die Straße des

17. Juni empfohlen. Dortist seit Freitag

„Visions in Motions“ zu sehen,

eine gut 100 Meter lange Installation

aus mehr als 100 000 bunten Plastikfähnchen.

Rund 30 000 Fähnchen

sind in den vergangenen Wochen mit

Wünschen, Hoffnungen und Ideen

versehen worden. Wersucht, der findet

darunter vielleicht auch das „I’ve

Been Looking For Freedom“ des unvermeidlichen

DavidHasselhoff.

Zu den sieben Orten der Festwoche,

die auf verschiedene Weise mit

der einstigen Mauer und der friedlichen

Revolution zu tun haben, gehören

neben dem Brandenburger Tor

Der Zettel, der die Welt veränderte

BERND FRIEDEL

der Alexanderplatz, der Schlossplatz,

die Gethsemanekirche in Prenzlauer

Berg, die Stasi-Zentrale in Lichtenberg,

die East Side Gallery aber auch

der Kurfürstendamm – schließlich

war dieser für viele Ost-Berliner ein

Sehnsuchtsort, den sie in jenen Tagen

im Novemberausgiebig besuchten.

Allein sieben Open-Air-Ausstellungen

gibt es, großflächige 3D-Videoprojektionen,

historische Filmaufnahmen

an Häuserfassaden.

Dazu kommen rund 200 Ausstellungen,

Konzerte, Diskussionsabende,

Workshops, Führungen und vieles

andere. DerBogen wird gespannt von

der Theaterperformance „4-11-89“

mit Sound, Schauspiel und Tanz

(4.November, 17.30 Uhr, Alexanderplatz)

bis zum Punkrock-Konzert der

Band Anti Xinder Normannenstraße

(10. November,17.30 Uhr).

Dazwischen findet man allerlei

Nachdenkliches wie eine Diskussion

unter demTitel„Wie erreichen wir die

Demokratieverdrossenen?“, unter

anderem mit Sabine Rennefanz von

der Berliner Zeitung (6. November,

17.30 Uhr, Alexanderplatz), aber auch

unabweisbar Cooles wie ein Konzert

der „Godmother of Punk“, Patti

Smith, am 5. November um 20 Uhrin

der Gethsemanekirche.

Programm unter:www.mauerfall30.berlin

Erstmals kommt Schabowskis Original nach Berlin: Die Berliner Zeitung verlost Tickets für eine exklusive Führung

VonMaritta Tkalec

Die Pressekonferenz, die Günter

Schabowski am Abend des

9. November hielt, war an sich schon

ein Novum: Als Sprecher des Politbüros

– den Posten gab es bis dahin

nicht –beantwortete er Fragen von

etwa 200 in- und ausländischen Journalisten.

DenTag über hatte das Zentralkomitee

(ZK) der SED getagt,

neues Führungspersonal war gewählt

worden, am nächsten Tagsollte der

Staatsratsvorsitzende Egon Krenz in

einem Referat den neuen Kurs erläutern.

DieJournalisten befragten Schabowski

nach der künftigen Rolle der

SED, nach Gesprächen mit dem

Neuen Forum. Spannend genug.

Doch ganz am Schluss kam die

Frage nach der neuen Reiseregelung.

Schabowski reagierte konfus und

schlecht informiert. Am Nachmittag

hatte Krenz seinem Genossen den

ZK-Reisebeschluss in die Hand gedrückt.

Densollte er verlesen und erläutern.

Auf einen Notizzettel

schrieb Schabowski für die Pressekonferenz

das Stichwort „Verlesen

Text Reiseregelung“. Diese sollte am

nächsten Tag, am 10. November, in

Kraft treten, nicht „unverzüglich, sofort“,

wie Schabowski stammelte. So

begannen die Stunden, die die Welt

Der Zettel: rechts unterhalb von „Zeit!“

steht „Verlesen Text Reiseregelung“. HDG

veränderten. Das Original des Zettels

galt lange als verschollen. 2015

tauchte es wieder auf und befindet

sich seither im Besitz der Stiftung

Haus der Geschichte in Bonn. Anlässlich

des 30. Jubiläums kommt es

erstmals nach Berlin und wirdinder

Dauerausstellung „Tränenpalast –

Ort der deutschen Teilung“ gezeigt.

Leserinnen und Leser der Berliner

Zeitung können für diese einmalige

Gelegenheit eine exklusive Führung

gewinnen.

Wirverlosen 20 Tickets fürdie Exklusiv-Führung

(8. November, 8Uhr)unter der E-Mail-Adresse

Berlin.Chefredaktion@berlinerverlag.com

NACHRICHTEN

AfD verschiebt Parteitag

auf Ende Januar

Nach längerer Suche hat die AfD eigenen

Angaben zufolge Räumlichkeiten

für ihren Landesparteitag gefunden.

Allerdings müsse die Veranstaltung

auf den 25. und 26. Januar

verlegt werden, teilte ein Sprecher

mit. Ursprünglich war der Parteitag

für den 9. und 10. November vorgesehen.

Nicht mitgeteilt wurde,an

welchem Ortder Parteitag nun stattfinden

soll. DieAfD hatte seit Monaten

erfolglos geeignete Räume gesucht.

(dpa)

Haftbefehl nach tödlicher

U-Bahn-AttackeamKotti

Nach dem tödlichen Stoß eines

Mannes voreine U-Bahn am vergangenen

Mittwoch am Kottbusser Tor

haben Ermittler am Sonnabend einen

Tatverdächtigen festgenommen.

EinRichter erließ am Sonntag

Haftbefehl gegen den 26-Jährigen.

Zuvorwar ein anderer Tatverdächtiger,der

am Freitag festgenommen

worden war,wieder auf freien Fuß

gesetzt worden. Er konnte eine Alibi

für die Tatzeit vorweisen. (pde.)

BKA: Neun IS-Kämpfer aus

Berlin in Nordsyrien in Haft

In kurdischen Gefangenenlagernim

Norden Syriens befinden sich nach

Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes

(BKA) auch neun mutmaßliche

IS-Angehörige aus Berlin. Das

teilte das Bundesinnenministerium

auf eine parlamentarische Anfrage

vonKaiWegner mit.Wegner ist CDU-

Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender

der Berliner Christdemokraten.

Insgesamt liegen dem

BKA demnach Erkenntnisse über

111 Personen vor, die aus Deutschland

zur Terrormiliz Islamischer

Staat (IS) stießen und heute in kurdischen

LagerninSyrienund im Irak

inhaftiertsind. Drei Viertel davon

sind deutsche Staatsbürger. (dpa)

Zwei Drittel aller Schüler

erhalten Fluorid-Behandlung

Mit richtigem Zähneputzen lässt sich

Karies vermeiden.

IMAGO IMAGES

Im vergangenen Schuljahr haben

sich rund 64 Prozent der Elterndamit

einverstanden erklärt, dass ihr

Nachwuchs an der Schule eine Vorsorgebehandlung

mit Fluorid-Gel

erhält. Dassagte Andreas Dietze, Geschäftsführer

der Landesarbeitsgemeinschaft

Berlin zurVerhütung von

Zahnerkrankungen. DieProphylaxe

wirdlaut Dietzedortangeboten, wo

das durchschnittliche Kariesrisiko

der Schüler überproportional hoch

ist. Wenn Elternkeine Einverständniserklärung

abgeben, liege das oft

auch an sprachlichen Schwierigkeiten.

Geplant sei daher,die Briefe

auch in anderen Sprachen als

Deutsch zu verschicken. (dpa)


10 Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Stadtgeschichte

Die Schicksalsnacht der Neuen Synagoge

Am 10. November 1938 war fast jedes jüdische Gotteshaus in Deutschlands zerstört. Nicht aber das größte und schönste in der Oranienburger Straße. Warum?

VonMaritta Tkalec

Was geschah in der

Nacht vom 9. zum

10. November 1938 in

der Neuen Synagoge

in der Oranienburger Straße? Sie

brannte nicht ab wie viele anderejüdische

Gotteshäuser, obwohl sie

doch die größte, schönste und stolzeste

in ganz Deutschland war. Ausgerechnet

sie,die für jeden Nationalsozialisten

eine Herausforderung

war, kam vergleichsweise glimpflich

davon. Warum? Irgendetwas muss

anders gewesen sein als an den allermeisten

Pogrom-Schauplätzen in

Deutschland. Manches weiß man inzwischen,

doch Rätsel bleiben.

Klar ist: Die SA stürmte in der

Nacht durch die Neue Synagoge. Sie

demolierte die Inneneinrichtung,

brach den Toraschrein auf, entweihte

die Torarolle. Die Vorhänge

des Trau-Baldachins rissen die Zerstörer

in Fetzen. Fenster wurden zersplittert,

Kronleuchter und Balken

abgeschlagen.

Schließlich legten die SA-Leute

Feuer in dem Raum, der unmittelbar

vordem Eingang zur Hauptsynagoge

liegt. Doch auch im Innern gab es

Brandschäden. Das bestätigte das

Gutachten der Denkmalpflege, das

im Rahmen der Sanierungsarbeiten

1991 erstellt worden war. Dieses

konstatiert für die Eingangshalle

„rußähnliche und feste Schmutzschichten“.

Die darüber liegenden

„letzten Anstriche“ seien in nur sehr

schwach gebundener Leimfarbe

aufgebracht worden, vermutlich

nach der Pogromnacht. WasAugenzeugen

an Schäden gesehen hatten

und an Informationen überlieferten,

hat der Historiker Hermann Simon,

Gründungsdirektor des Centrum Judaicum,

recherchiert und in seinem

Büchlein „Die Neue Synagoge Berlin“

aufgeschrieben.

Retter vomPolizeirevier 16

Fest steht, das Feuer wurde gelöscht

–einWunder,bewirkt vonrealen, beherzt

handelnden Personen. Über

sie gibt es bruchstückhafte Informationen,

doch immerhin einige. So

berichtet Alexander Szanto, gebürtiger

Ungar, der etliche Jahre für die

Jüdische Gemeinde als Portier tätig

war, inseinen Erinnerungen von einem

Anruf am frühen Morgen des

10. November in seiner Wohnung.

Eine erregte Männerstimme habe

gewarnt: „Nicht herkommen. Brand

in 30!“ Der Anrufer meinte die

Adresse der Synagoge in der Oranienburger

Straße 30. Szanto fragte

sich, warum man nicht hingehen

sollte, wenn doch ein Feuer wütete

und man helfen müsste? „Konnte

nichts gerettet werden? Offenbar war

der Rufer mit der angstvollen

Stimme, der es nicht gewagt hatte,

seinen Namen anzugeben, nicht nur

selbst in Gefahr, sondern wusste,

dass jeder sich in Gefahr begeben

würde, der an die Stätte des Unheils

eilte“, erinnerte sich Szabo.

Gegen Mittag versuchte er gemeinsam

mit anderen, weitereInformationen

einzuholen. Man setzte

Die Neue Synagoge brannte 1938 nicht aus, doch es gibt ein gefälschtes Foto, das sie in Flammen zeigt.

CENTRUM JUDAICUM/MARGIT BILLEB

sich mit dem Gemeindevorsitzenden

Heinrich Stahl in Verbindung.

Das gesamte Ausmaß der Zerstörungen

jener Nacht wurde erst viel

später bekannt: 1406 Synagogen

und Betstuben im Deutschen Reich

wurden zerstört–fast alle.Man geht

heute von mindestens 400 Todesopfernallein

in der Pogromnacht aus.

Szanto war kein Augenzeuge,

sammelte aber sein Wissen unmittelbar

nach den Geschehnissen und

an Ort und Stelle. Nach seinen Berichten

waren in der Oranienburger

Straße durch das schnelle Handeln

des Portiers Julius Wainschel, der einen

ersten Alarmruf abgesetzt hatte,

und einiger anderer beherzter Leute

die Flammen im Keime erstickt worden.

Demnach befand sich am Morgen

des 10. November ein Wachposten

der Feuerwehr im Gebäude.

Hermann Simon ergänzt: „Soweit

bekannt, befand sich in keiner anderen

Berliner Synagoge ein Wachposten

der Feuerwehr.“ Werhatte das in

dieser aufgeladenen Stimmung zu

veranlassen gewagt?

In dem Fall spielte Polizeioberleutnant

Wilhelm Krützfeld

(1880–1953) eine entscheidende

Rolle.Der Beamte stand dem Polizeirevier

16 am Hackeschen Markt vor.

Das fand Heinz Knobloch heraus,

Feuilletonist der DDR-Zeitschrift

Wochenpost. In seinem im April

1985 veröffentlichten Artikel„Ein Reviervorsteher“

bekam der Retter der

Synagoge erstmals einen Namen.

Die Geschichte wird in Varianten

kolportiert, eine rundum gesicherte

gibt es noch nicht.

Eine wichtige Quelle ist der Bericht

vonHans Hirschfeld, damals 17

Jahre alt, der am Hackeschen Markt

wohnte und kurz nach der Pogromnacht

nach England emigrieren

konnte. Auch er hat sicherlich nicht

Retter:Wilhelm Krützfeld MENDELSSOHN AKADEMIE

CHRONOLOGIE

Zerstörung: Nach einem letzten Gottesdienst

im kleinen Gebetsraum am 14. Januar

1943 übernahm die Wehrmacht das

Gebäude und richtete hier ein Uniformlagerein.

Zu Beginn der sogenannten Luftschlacht

um Berlin des britischen Bomber

Command erlitt die Synagogeinder

Nacht zum 23. November 1943 schwere

Schäden. Weitere Beschädigungen wurden

dem Baukörper nach dem Krieg zugefügt,

weil die Ruine als Lieferantin für

Baumaterial genutzt wurde.

Nachkriegszeit: Nach der Befreiung konzentrierten

die wenigen dem Holocaust

Entronnenen ihre Kräfte auf die Neuorganisation

jüdischen Lebens in Berlin. Einen

Wiederaufbau hielt man weithin für

unmöglich. Die Fassade an der Straßenseite

blieb als Mahnmal gegenKrieg und

Faschismus erhalten.

Wiederaufbau: 1988 wurde in Zusammenhang

mit dem 50. Jahrestag der Pogromnacht

die Stiftung Neue Synagoge

Berlin –Centrum Judaicum mit dem Ziel

gegründet, die Neue Synagogeteilweise

wiederaufzubauen und ein Zentrum für

die Pflegeund Bewahrung jüdischer Kultur

zu schaffen. Am 10. November 1988

fand die symbolische Grundsteinlegung

statt. Am 7. Mai 1995 wurde das CentrumJudaicum

eröffnet.

mit eigenen Augen gesehen, wann

der Polizist Krützfeld in jener Nacht

was getan hat. Aber womöglich war

er sehr nah am Geschehen und gab

Dinge wieder, über die die Nachbarschaft

in jenen Tagen sprach. Demnach

war Krützfeld nachts zu Hause

vom Wüten der SA in der Synagoge

informiert worden und begab sich

sofort dorthin. Zwei weitere Beamte

sollen dabei gewesen sein, einer von

ihnen müsste nach Recherchen der

Journalistin Annette Leo Polizeimeister

Otto Bellgardt gewesen sein.

Hirschfeld berichtet, Krützfeldt

habe den zündelnden SA-Männern

die Denkmalschutzorder von Kaiser

Wilhelm I. entgegengehalten. Der

Monarch hatte im Dezember 1865 –

noch als preußischer König – gemeinsam

mit seiner Gattin Augusta –

die Synagogenbaustelle besucht und

Respekt bezeugt.

Als die Konfrontation mit dem

Denkmalschutz nicht wirkte, habe

Krützfeld die SA-Leute mit vorgehaltener

Pistole zum Verlassen der Synagoge

bewegt. DieFeuerwehr wurde

gerufen. Sielöschte den Brand gegen

den Befehl, keine brennenden Synagogen

zu löschen, sondern nur die

Nachbargebäude gegen das Übergreifen

der Flammen zu sichern.

Eine Feuerwache wurde platziert,

das Gotteshaus unter Polizeischutz

gestellt.

Derselbe Hans Hirschfeld berichtete,

sein Vater sei am Abend des 10.

November telefonisch aufgefordert

worden, „zu verreisen“. Daraufhin

sei man die ganze Nacht S-Bahn gefahren

und entging so der Verhaftung

und Deportation ins KZ Sachsenhausen.

DieWarnung, so die Vermutung,

kam von einem Polizisten,

womöglich von Otto Bellhardt, der

auch anderen Juden des Reviers mit

Informationen, Stempeln, Papieren

half. Dasfand Annette Leo heraus.

So diffus die Details,soformt sich

doch ein Bild: Im Revier am Hackeschen

Markt herrschte unter Wilhelm

Krützfeld ein menschliches

Klima, das konkretenWiderstand gegen

nationalsozialistische Attacken

sehr wohl möglich machte. Das ist

der Grund, warum die Synagoge

nicht brannte. Krützfeld wurde gemaßregelt,

später versetzt und starb

1953. Bellhardt kam bei einem Bombenangriff

um.

DasEwige Licht brannte noch

Nach dem Pogrom vollzog sich auf

merkwürdige Weise eine ArtNormalisierung:

Die Gemeinde wollte weitermachen,

wieder Gottesdienst halten

und Paare trauen. Deshalb

musste Gemeindevorsitzender

Heinrich Stahl mit der Gestapo in die

Synagoge in der Oranienburger

Straße. Zum Pessachfest im April

1939 ging diese wieder in Betrieb,zuvorstrich

man den Vorraum neu.

Vorder Eröffnung war Stahl gemeinsam

mit Rabbiner Max Nussbaum

schon einmal heimlich in das

nach dem Pogrom versiegelte Gebäude

gelangt. Nussbaum erinnerte

sich als Siebzigjähriger,inden USA lebend,

an diesen Moment: „Nicht nur

betrat ich ein entweihtes Gotteshaus

inmitten einer modernen europäischen

Großstadt, sondern ich betrat

die Szene vonzweitausend Jahren Pogromen

und Brandstiftungen, und

ein Sturm der Gefühle von völliger

Verzweiflung bis zu wütendem Trotz

überwältigte mich fast.“ Sieglaubten,

ein totes Heiligtum vorzufinden, bis

sie nach oben blickten: Das Ewige

Licht, das in allen Synagogen über

dem Allerheiligsten von der Anwesenheit

Gottes kündet, brannte: „Es

hatte während des 9. und 10. November

gebrannt. Es war ein unvergesslicher

Anblick –Symbol und Botschaft

zugleich.“

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Gletscher in Berlin

Dreiklassenwahlrecht

9. November im DHM

Wierückten die eiszeitlichen Gletscher im Berliner Raum

vor und wie schmolzen sie ab? Das lässt sich an einem

geologischen Modell des Landes Berlin als 3D-Druck

und als interaktive 3D-Anwendung auf einem großformatigen

Touch-Screen beobachten, präsentiert von der

Senatsverwaltung für Umwelt im Rahmen einer Ausstellung.

DerBerliner Untergrund ist mit virtuellen Bohrungen

und Profilschnitten an beliebigen Standorten anschaulich

zu entdecken. Findlinge und Pfuhle werden lagegetreu

mit kurzenErläuterungen dargestellt.

Geologie in Berlin, Ausstellung bis 31. Dezember im Foyerder Senatsverwaltung

für Umwelt, Brückenstraße 6, Mo–Fr 6Uhr bis 20 Uhr

EinJahr nach der Revolution von1848 verordnete König

Friedrich Wilhelm IV. Preußen für die Wahl zum neu geschaffenen

Abgeordnetenhaus und der Gemeindevertretungen

das Dreiklassenwahlrecht. Es teilte die Wähler

nach ihrem direkten Steueraufkommen in drei Klassen

ein, die jeweils ein Drittel der Wahlmänner bestimmen

durften, die dann die Abgeordneten wählten. Die erste

Klasse der am höchsten Besteuerten umfasste 1908 nur

vier Prozent der Wähler. Diese Klasse durfte nach der

Drittelregel ebenso viele Wahlmänner stellen wie die

dritte Klasse, die aus jenen bestand, die keine Steuern

zahlten. In diese fielen rund 82 Prozent der Wahlberechtigten.

Fürsorgeempfänger waren gänzlich ausgeschlos-

sen. DieStimme einesWählers der ersten Klasse hatte gegenüber

einer Stimme der dritten Kategorie ungefähr

das 17,5-fache Gewicht. Mit den Wahllisten lagen auch

die Steueraufkommen öffentlich aus. Andem ungleichen,

indirekten Dreiklassenwahlrecht änderte sich in

Preußen auch nach Gründung des Deutschen Reichs

1871 nichts,obwohl der Reichstag fortan nach dem allgemeinen,

gleichen und geheimen Wahlrecht gewählt

wurde.Wahlberechtigt waren alle Männer ab 25 Jahren.

Frauen blieben in allen Fällen ausgeschlossen. Außer

Kraft gesetzt wurde das Dreiklassenwahlrecht erst im November

1918 nach dem militärischen Zusammenbruch

und dem Untergang der preußischen Monarchie. (mtk.)

Vonden Verbrechen des Jahres 1938 bis zu den Emotionen

des Jahres 1989 ist der 9. November ein Tagunterschiedlicher

Erinnerungen. Auch die Erschießung RobertBlums

1848, die Ausrufung der Deutschen Republik

1918, der Hitler-Putsch 1923 fallen auf dieses Datum. Das

Deutsche Historische Museum blickt mit einem Führungs-

und Filmprogramm auf diese Ereignisse in ihren

verschiedenen historischen Kontexten zurück, unter anderem

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Schließmuskeln den Darmausgang

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dauerhaft,weilsichBlutinihnenstaut,sprechenMediziner

vonHämorrhoidalleiden –im

Volksmund oftnur „Hämorrhoiden“

genannt. Eine Ursache

hierfür kann zum Beispiel

regelmäßiges zustarkes

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NEU


12 * Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Polizistin schießt.

Eine Polizistin hat am Sonnabend

bei einem Einsatz in Lichtenbergeinen

Mann aus dem Obdachlosenmilieu

angeschossen und schwer verletzt.

DerMann war nach Behördenangaben

in einem eigentlich leerstehenden

Gebäude mit einem

Messer auf die Einsatzkräfte losgegangen,

als diese dortwegen eines

Feuers ermittelten. DieBeamtin erlitt

nach der Schussabgabe einen

Schock und musste ärztlich behandelt

werden, der Angeschossene

kam in ein Krankenhaus.

Bei Wohnungsbrand gestorben.

Beieinem Wohnungsbrand in der

RudowerStraße in Buckowist am

Sonnabend eine Frau ums Leben gekommen.

Laut Polizei hatte ein Anwohner

gegen 21.20 UhrBrandgeruch

und einen ausgelösten Brandmelder

in derWohnung seiner Nachbarin

bemerkt und die Feuerwehr

alarmiert. DieFraulag beim Eintreffen

der Rettungskräfte bereits bewusstlos

in ihrer Wohnung und

starb wenig später.

In Gartenzaun gekracht.

Eine betrunkene Autofahrerin ist in

der Nacht zu Sonntag gegen 2.40 Uhr

an der Straße Geißenweide in Marzahn

vonder Fahrbahn abgekommen

und in einen Gartenzaun gefahren.

Die25-Jährige gab an, die Straßensituation

„falsch wahrgenommen

zu haben“, teilte die Polizei mit.

DieFrauhatte einen Alkoholgehalt

von1,8 Promille im Blut. Gegen sie

wurde Anzeige erstattet, ihr Führerschein

wurde sichergestellt.

Demonstration gegen Krieg.

MehrereTausend Menschen demonstrierten

am Sonnabend unter

dem Motto „Stoppt den Krieg –Solidarität

mit Rojava“ gegen die militärische

Intervention der Türkei in

Nordsyrien. DieDemonstration begann

am Alexanderplatz und endete

am Potsdamer Platz. Es blieb weitgehend

friedlich. (pde.)

Panzerattrappe vor dem Roten Rathaus –

gesehen bei der Kurden-Demo. FLORIAN BOILLOT

Diskutieren mit Andrea Frese (3. v.l.) von der Deutsche Wohnen: Vollrad Kuhn (Grüne, 2.v.l.), Staatssekretär Frank Nägele (SPD,4.v.l.) und Chefredakteur Jochen Arntz (r.) BLUMBERRY

Dialog unter Druck

Deutsche Wohnen diskutiert öffentlich mit Experten über den Wohnungsmarkt und den Mietendeckel

VonAnnika Leister

Die DeutscheWohnen lädt

zum Dialog. Der Konzern

ist mit mehr als

110 000 Wohnungen der

größte Akteur auf dem BerlinerWohnungsmarkt

und steht unter Druck:

Die Initiative zur Enteignung großer

Wohnungsunternehmen wirdvor allem

an ihrem Beispiel diskutiert.

Jetzt veranstaltet der Konzern vier

Dialog-Foren, in denen Vertreter aus

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

miteinander Probleme und Lösungen

für den angespannten Berliner

Marktbesprechen.

Im Fokus stand beim zweiten Foruminder

Kulturbrauerei aber nicht

die Enteignung, sondern ein anderes,

gerade beschlossenes und

ebenso umstrittenes Instrument des

Landes Berlin gegen steigende Mietpreise:

der Mietendeckel. Mit dem

Pankower Vize-Bezirksbürgermeister

Vollrad Kuhn (Grüne), dem

Staatssekretär für Verwaltungs- und

Infrastruktur Frank Nägele (SPD)

und dem Ex-Justizsenator Thomas

Heilmann (CDU) waren aus der Politik

beide Pole vertreten: Jene,die den

Mietendeckel anstießen und von

Anfang an unterstützten. Und jene,

die wie Heilmanns CDU bereits Klagen

dagegen ankündigten. Außerdem

mit auf dem Podium: Jochen

Arntz, Chefredakteur der Berliner

Unternehmen: Die Deutsche

Wohnen ist nach der

Vonovia das zweitgrößte börsennotierte

Wohnungsunternehmen

in Deutschland. Die

Deutsche Wohnen besitzt

etwa 165500 Wohnungen

bundesweit. 115815 davon

im Großraum Berlin (Stand:

30. Juni 2019). In Berlin ist

die Deutsche Wohnen größter

privater Vermieter.

Zeitung, Andrea Frese vonder Deutsche

Wohnen und Thomas Herrschermann

vonder Berufsgenossenschaft

(BG) der Bauwirtschaft.

Eine oft beschworene, negative

Folge des auf fünf Jahre festgelegten

Mietenstopps entkräftete Staatssekretär

Frank Nägele: Auch nach Beschluss

des Mietendeckels zögen

sich Investoren und Bauherren nicht

aus dem Berliner Marktzurück –zumindest

bisher. Große Herausforderungen

sieht Nägele allerdings auf

die zuständigen Behörden zukommen:

Allein in der Verwaltung müssten

250 neue Stellen für den Mietendeckel

geschaffen werden –200 in

DEUTSCHE WOHNEN

Miete: Die durchschnittliche

Miete der Deutsche Wohnen

liegt im Großraum Berlin bei

6,80 Euro je Quadratmeter

kalt. Das ist etwas höher als

im bundesweiten Unternehmensschnitt

von6,75 Euro.

Bei Wohnungen, die in den

letzten zwölf Monaten durchgehend

im Besitz waren,

liegt die Miete im Großraum

Berlin bei 6,82 Euro.

Gewinne: Das Unternehmen

hat das erste Halbjahr 2019

mit einem Konzerngewinn

von603,1 Millionen Euro

abgeschlossen. Der geplante

Mietendeckel wirkt

sich jedoch auf dieAktie aus.

Sie beendete das erste

Halbjahr 2019 mit einem

Schlusskurs von32,27 Euro

–19,6 Prozent unter dem

Stand vonEnde 2018.

den Senatsverwaltungen, 50 in den

Bezirken.

Vollrad Kuhn schätzt den Personalbedarf

inden Bezirken noch höher

ein. Als Vize-Bezirksbürgermeister

eines der am schnellsten wachsenden

Bezirke betonte er außerdem

wie CDU-Politiker Heilmann die Not

zum Neubau – Mietendeckel hin

oder her.Allein in Pankowfehlten in

den kommenden Jahren beispielsweise

24 Schulen. Doch dafür müsse

auch an Straßen und Vernetzung gearbeitet

werden: Der gesamte Nord-

Ost-Raum der Stadt sei „verkehrsmäßig

unter aller Sau“, so Kuhn salopp.

„Aber bevor die Infrastruktur

nicht da ist, können wir keine großen

Neubauprojekte anstoßen.“

Alle Diskutanten teilten eine

Sorge: Dass der Mietendeckel nicht

nur einen Stopp für Mieterhöhungen

bedeute, sondern auch einen

Stopp für Klimaschutz-Maßnahmen

im Gebäudesektor, weil das Umlegen

vonSanierungskosten erschwert

wird. „Wir müssen auch Anreize haben,

können nicht alles aus eigener

Tasche zahlen“, sagte Andrea Frese

von der Deutsche Wohnen. Dafür

müssten die gesetzlichen Rahmenbedingungen

stimmen –aber auch

die Mieter müssten bereit sein, mehr

zu zahlen. Kuhn sieht vor allem die

Bundespolitik in der Pflicht, endlich

steuerliche Förderungen zu schaffen.

„Hier hat die Bundesregierung

komplett versagt.“

Jochen Arntz beobachtet die

Umsetzung des Instruments mit

Skepsis: Das nötige Personal in den

Behörden müsse dringend bereit

gestellt werden und Bemühungen

um den Klimaschutz dürften keinesfalls

zu kurz kommen, sagte der

Chefredakteur der Berliner Zeitung.

Sonst verkomme der Mietendeckel

zur reinen Symbolpolitik. Dafür

aber sei die Frage nach fairen Mieten

in Berlin zu wichtig. „Wie viele

von Ihnen wohnen denn zur

Miete?“, fragt Arntz zum Abschluss

in den Saal. Fast alle Hände im Publikum

heben sich.

Trend zum

Urlaub

auf dem Schiff

Rund 2100 Gäste kamen zu

Messe des Berliner Verlages

VonKlaus Kronsbein

Wohin wird die Reise 2020 gehen?

Darüber konnten sich die

Leserinnen und Leser der Berliner

Zeitung auf der Messe „Das Leben

genießen“ am Wochenende informieren.

Rund 2100 Gäste fanden

den Weg ins Café Moskau an der

Karl-Marx-Allee. Dort richtete der

Berliner Verlag bereits zum neunten

Mal die Doppelmesse zu den Themen

Reise und Gesundheit aus.

Im Trend für 2020 liegen Kreuzfahrten

auf Flüssen und im Mittelmeer

–hier vorallem mit den neuen

umweltfreundlichen „weißen Riesen“

mit Flüssiggasantrieb. Neue attraktive

Angebote gibt es auch für

den Wellnessurlaub ohne weite Anreise

– in Berlins Umgebung, in

Tschechien oder in Österreich.

Dasgünstige Preis-Leistungs-Verhältnis

macht auch im Jahr 2020 das

Reisen per Bus fast konkurrenzlos.

Beliebte Ziele hier: Österreich, Italien

und die Niederlande.Und weiter

geht auch der Boom der Hobby-Kapitäne

–nicht zuletzt, weil man ohne

Bootsführerschein mit dem Hausboot

über die Seen rund um Berlin

schippernkann.

DieVerlagsmesse ist auch beliebt

bei Leserinnen und Lesern, die besonders

auf ihre Gesundheit und

Vorsorge achten. Bei kostenlosen

Seh- und Hörtest konnte man sich

untersuchen lassen und es gab Tipps

für das gesunde und vielleicht betreute

Leben im Alter.

Werdie Messe „Das Leben genießen“

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14 Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Berlin

Szenen wie aus einer Militärdiktatur

Historische Filmpremiere im Kino Toni:Die Dokumentation „Keine Gewalt“ zeigt die Ereignisse vom 7. und 8. Oktober 1989 und die Untersuchungskommission

VonAndreas Förster

Es ist die wohl eindrücklichste

Szene aus der vorfast

30 Jahren entstandenen Dokumentation

„Keine Gewalt“,

die an diesem Montagabend

im Weißenseer Kino Toni am Antonplatz

gezeigt wird: Mehr als 40 Volkspolizisten

in Uniform stehen nebeneinander

in einem Saal des Roten Rathauses.

Jeder von ihnen hält ein

Pappschild vor sich. Darauf steht der

Buchstabe Pund eine Zahl. Ein Dutzend

junger Männer und Frauen in

Zivil laufen langsam an ihnen vorbei,

schauen jedem ins Gesicht. Während

der ganzen Zeit fällt kein Wort. Ein

stummes Defilee der Anklage.

Proteste in Prenzlauer Berg

Die Zivilisten sind einige der Opfer

der gewalttätigen Übergriffe vom

7. und 8. Oktober 1989 in Ost-Berlin.

Sie stehen an diesem Januartag des

Jahres 1990 das erste Malden uniformierten

Täterngegenüber.Die Misshandelten

identifizieren ihre Peiniger.

Anschließend –auch das zeigt

der Film –sitzen sie sich an Tischen

gegenüber und sprechen darüber,

wie es dazu kommen konnte, dass

Tausende friedliche Demonstranten

an jenen beiden Oktobertagen rund

um die Schönhauser Allee festgenommen

und auf Polizeirevieren zusammengeschlagen

und erniedrigt

wurden. Absurderweise bringt ein

hoher SED-Funktionär in dem Film

auf den Punkt, was alle Betroffenen

damals dachten: „Ich konnte es mir

nicht vorstellen, dass ein sozialistisches

Sicherheitsorgan mit solchen

Methoden arbeitet. Das Prinzip

kenne ich nicht aus einer sozialistischen

Polizei, das kenne ich aus anderenWelten“,

sagtWolfgang Herger,

der als Sicherheitschef im SED-Zentralkomitee

einer der Hauptverantwortlichen

war für die Übergriffe.

An den Abenden des 7. und 8. Oktober

1989, als die SED-Führung den

40. (und letzten) Jahrestag der DDR-

Gründung feierte, hatten sich Tausende

Ostberliner an der Gethsemane-Kirche

nahe der Schönhauser

Allee zu friedlichen Protesten gegen

das Regime versammelt. Mit Kerzen

in den Händen und Sprechchören

forderten sie ihre Verfassungsrechte

auf Meinungsfreiheit und freie Wahlen

ein. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei

und zivil gekleidete

Stasi-Kräfte kesselten die Demonstranten

erst stundenlang ein und begannen

dann mit der gewaltsamen

Räumung der Straßen. Sieprügelten

mit Schlagstöcken auf die Menschen

ein und jagten Flüchtenden durch

Nebenstraßen nach. Insgesamt wurden

an beiden Tagen mehr als

1000 Männer und Frauen verhaftet.

Eine große Zahl vonihnen wurde anschließend

in den Polizeirevieren

misshandelt und erniedrigt. Eine

spätere Untersuchung ergab, dass

mindestens 211 Demonstranten

zum Teil schwer verletzt worden waren.

Vonden Sicherheitskräften kam

niemand zu Schaden.

Berichte über die von den SED-

Medien lange totgeschwiegenen

Die Demonstrationen am 7. Oktober wurden mit staatlicher Gewalt beendet.

IMAGO

Ereignisse verbreiteten sich wie ein

Lauffeuer in der Stadt. Die Berliner

Bevölkerung erzwang schließlich den

Einsatz einer Untersuchungskommission,

die vom 9.November 1989

an im Roten Rathaus tagte.Ihr gehörten

insgesamt 26 Männer und Frauen

an –neben Vertretern des Magistrats

und der Stadtverordnetenversammlung

auch Arbeiter, Ärzte, Rechtsanwälte,

Wissenschaftler, Kirchenleute

und Oppositionelle sowie mehrere

namhafte Künstler. Zuihnen gehörten

die Schriftsteller Christa Wolf,

Christoph Hein, Daniela Dahn und

Jürgen Rennert, der Maler und Grafiker

Manfred Butzmann, der Filmemacher

Lew Hohmann und die

Schauspielerin JuttaWachowiak.

Jämmerliches Herausreden

Bisins Frühjahr 1990 hinein befragte

die Kommission Verantwortliche der

Oktober-Ereignisse, darunter ehemals

hochrangige Parteifunktionäre

und Stasi-Offiziere. Unter den Befragten

waren Stasi-Chef Erich

Mielke, Polizeipräsident Friedhelm

Rausch, Innenminister Friedrich Dickel

und Mielke-Stellvertreter Wolfgang

Schwanitz, Oberbürgermeister

Erhard Krack, Honecker-Nachfolger

Egon Krenz und Berlins SED-Chef

Günter Schabowski.

Die Dokumentation „Keine Gewalt“

zeigt Ausschnitte dieser Befragungen,

in denen sich die Funktionäre

injämmerlicher Weise aus ihrerVerantwortung

herauszuwinden

suchen. Gegengeschnitten werden

die auch heute noch erschütternden

Aussagen der Demonstranten

über ihre Erlebnisse an den beiden

Oktobertagen. Die damals 21-jährigeWiebke

Steinmetz etwa, die 1989

als Schneiderin an einem Theater arbeitete,war

nach ihrer Festnahme in

eine Kaserne der Bereitschaftspolizei

am Blankenburger Pflasterweg

gebracht worden. Dort wurde sie

körperlich bedroht, beschimpft und

obszön beleidigt. „Ich hatte Angst,

dass ich nie wieder rauskomme.

Dass ich dortwochenlang gezüchtigt

werde, ‚zu Verstand gebracht‘

werde“,sagt sie in dem Film. Derdamals

32-jährige Ingenieur und Liedermacher

Jörn Brumme, ebenfalls

am Pflasterweg interniert, sagt, er

habe den Eindruck gehabt, „dass in

dem ganzen Land eine Militärdiktatur

ausgebrochen ist“.

Die Aufführung des Films „Keine

Gewalt“ beginnt an diesem Montag

um 18 UhrimKino „Toni“. Es ist eine

denkwürdige Filmpremiere, denn die

knapp einstündige Dokumentation

der Filmemacher Lew Hohmann und

Achim Tschirner über die Ereignisse

vom Oktober 1989 und die Untersuchungskommission

wurde noch nie

in Berlin gezeigt. Im Anschluss an die

Vorführung spricht Lew Hohmann

mit dem Schriftsteller Christoph

Hein,der damals der Untersuchungskommission

angehörthatte.

Andreas Förster

ist gespannt auf die

Zeitreise mit dem Film.

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Mauerfall

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Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 15 *

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Berlin/Brandenburg

Mit Böllern und Flaschen gegen die Polizei

In Friedrichshain kam es am Wochenende zu Ausschreitungen bei Demonstrationen und zu einem Angriff auf das Café Sibylle. 16 Beamte wurden verletzt

VonPhilippe Debionne

Einsatzkräfte der Polizei vor einem besetzten Haus in der Rigarer Straße.

FLORIAN BOILLOT

Im Bezirk Friedrichshain kam es

am Wochenende zu gewalttätigen

Ausschreitungen sowie einem Anschlag

auf ein Traditionscafé. Im Bezirk

Mitte wurde zudem die Bußgeldstelle

mit Steinen angegriffen. In

allen Fällen ging die Gewalt nach

derzeitigen Ermittlungserkenntnissen

vonlinksautonomen Täternaus.

Am Sonntag griff die CDU Innensenator

Andreas Geisel (SPD) scharfan

und sprach von einem „Ghetto der

Gewalt“.

Zunächst warfen Täter in der

Nacht zu Sonnabend zehn Scheiben

des Lokals Café Sibylle in der Karl-

Marx-Allee ein. Grund für den Angriff

soll laut Restaurantleiterin ein

Kiezgespräch der Berliner CDU in

diesem Café sein. Dagegen sei bereits

seit Tagen auf Flugblättern protestiert

worden, hieß es. Trotz der

Angriffe fand das Treffen, an dem

auch Fraktionschef Burkard Dregger

teilnahm, am Sonnabend statt.

Am Abend kam es dann erneut zu

Gewalttaten der linksautonomen

Szene. Als eine Demonstration mit

etwa 1000 Teilnehmern unter dem

Motto „Gegen Verdrängung und für

mehr Freiräume“ auf ihrer Route

durch Friedrichshain die Rigaer

Straße erreichte,kam es zu massiven

Angriffen auf die etwa 1000 eingesetzten

Polizeikräfte. Die Beamten

seien mit Flaschen und Böllernattackiert

worden, teilte die Polizei mit.

Zudem hätten mehrere Randalierer

„mit Baumaterial aus einer örtlichen

Baustelle“ geworfen und dabei auch

mehrere geparkte Fahrzeuge beschädigt.

Erst gegen 23 Uhr beruhigte

sich die Lage wieder.16Polizisten

wurden verletzt

Insgesamt wurden drei Personen

festgenommen und acht Strafermittlungsverfahren

eingeleitet, unter anderem

wegen Landfriedensbruch,

Widerstand und Sachbeschädigung.

CDU-Mann Dregger griff Innensenator

Andreas Geisel (SPD) nach

den Ausschreitungen scharf an. „Ich

mache den Innensenator und die

rot-rot-grüne Koalition persönlich

verantwortlich für den blindwütigen

Hass und menschenverachtende

linke Gewalt.“ Seine Begründung:

Der Senat würde einen Aktionsplan

ablehnen, der für Demonstranten

unter anderem ein Vermummungsverbot,

ein Bewaffnungsverbot vorsieht

und für die Polizei die Videoaufklärung.

DerSenator teilte mit: „Wer Menschen

angreift, die das Grundrecht

auf Versammlungsfreiheit sichern,

hat sich von der ernsthaften politischen

Debatte verabschiedet.“ Auch

Sachbeschädigung an Einrichtungen,

in denen politische Diskussionen

stattfinden, hätten nichts mit

Politik zu tun. Es seien „ganz offenbar

blinde Wut und schlichte kriminelle

Energie am Werk“.

NACHRICHTEN

Zwei Tote bei Unfällen

auf der Bundesstraße 96

Beieinem Überholmanöver auf der

B96 zwischen Gransee und Fürstenberg(Oberhavel)

ist am Freitagabend

ein Autofahrer ums Leben gekommen.

Laut Polizei wollte er einen

Lkw überholen, dabei kam es zu der

Kollision mit einem anderen Lkw.

Kurz danach ereignete sich auf der

Bundesstraße 96 zwischen Oranienburg-Nordund

Germendorf(Oberhavel)

ein zweiter tödlicher Unfall.

EinWagen sei aus noch unklaren

Gründen vonder Fahrbahn abgekommen.

Für den 22-jährigen Fahrerkam

jede Hilfe zu spät. Seine vier

Begleiter wurden verletzt ins Krankenhaus

gebracht. (dpa)

Vermisster Mann tot

aufgefunden

EinMann ist auf dem Rastplatz Buckautal

Nord bei Ziesar (Potsdam-

Mittelmark) an der A2tot in seinem

Lastwagen gefunden worden. Die

Spedition aus Bremen hatte seit Tagen

nach dem 50-Jährigen gesucht.

Wiedie Polizei am Sonntag mitteilte,

ortete die Firmaden Lkw dann auf

dem Brandenburger Rastplatz. Mitarbeiter

der Raststätte gingen am

Freitagnachmittag zu dem Lkw.Der

Laster stand direkt neben der Tankstelle,war

abgeschlossen und die

Gardinen zugezogen. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 6-15-17-21-25-41

Superzahl: 3

Spiel 77: 0372520

Landeslotterie Super 6: 981824

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

1=10Euro

32 =25Euro

330 =100 Euro

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7184 986 gewinnt Reise nach Dollenberg

8130 833 gewinnt 100 000 Euro

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

0782 294 gewinnt 1000 000 Euro

9991 23 gewinnt 100 000 Euro

33 007 gewinnt 10 000 Euro

8718 gewinnt 1000 Euro

50 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


16 ** Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Lokalsport

Raus aus der Schublade

Gewalt gegen Fußball-Schiedsrichter ziehtsich durchvieleLigen und Klubs.Berlin-Ligist Al-Dersimspor bemühtsich mittlerweile um ein harmonisches Miteinander

VonJakob Lobach

Das erste Mal Gesprächsbedarf

gab es auf dem

Sportplatz am Anhalter

Bahnhof am Sonntagnachmittag

gegen 15:10 Uhr. Knapp

zehn Minuten waren in der Partie

zwischen den Berlin-Ligisten BSV Al-

Dersimspor und SFC Stern 1900 gespielt,

als Schiedsrichter Christian

Stein den Gästen vomSFC einen Freistoß

zusprach. Es folgten ein paarWiderworte

eines Spielers von Al-Dersimspor,

eine sachliche, aber bestimmte

Erklärung vonStein, schließlich:

einsichtiges Nicken. Ein gutes

Beispiel für gelungene Kommunikation

zwischen Spieler und Referee.

Dass die Kommunikation zwischen

Spieler und den Spielleiter auf

den Fußballplätzen dieses Landes

nicht immer so reibungslos funktioniert,

ist kein Geheimnis. ImGegenteil:

In den vergangenen Wochen

wurde mehr denn je diskutiert über

die Schiedsrichter. Umdie sich häufende

Gewalt ihnen gegenüber.Auch

der Name Al-Dersimspor fiel in dieser

Diskussionen immer wieder. Wenig

verwunderlich, schließlich hatte ein

Akteur des Kreuzberger Klubs im September

nach einem Spiel gegen den

Frohnauer SC den Schiedsrichter zu

schlagen versucht.

DerVorfall feuerte die Diskussion

um die Sicherheit der Schiedsrichter

im Amateurfußball neu an. Dazu boykottierten

Schiedsrichter zwischenzeitlich

die Spiele des Klubs und auch

zu dem berlinweiten Streik der Spielleiter

am Wochenende des 26./27.

Oktobers trug der Vorfall bei. Inzwischen

ist zumindest bei Al-Dersimspor

wieder ein wenig Ruhe eingekehrt.

Seit das Sportgericht des Berliner

Fußball Verbandes den Klub seit

Mitte Oktober wieder am Spieltrieb

teilnehmen lässt, rollt der Ball wieder

am Anhalter Bahnhof.

Auch wenn der Fokus vonAl-Dersimspor

inzwischen wieder auf dem

sportlichen Geschehen liegt, abgeschlossen

ist das Thema Schiedsrichter

für den Klub lange nicht. Zum einen,

weil die Kreuzberger mehrere

Auflagen erfüllen müssen, um wieder

mitmischen zu können. Zum anderen,

weil man sich in Zukunft um ein

besseres Verhältnis zu den Berliner

Schiedsrichtern bemühen will. Um

eines, das weniger von den derzeit

vermeintlich bestehenden Vorurteilen,

sondern von Respekt und Verständnis

füreinander geprägt ist.

Einer, der den Weghin zu einem

harmonischeren Miteinander ebnen

will, ist Erdal Güncü. Güncü ist der

sportliche Leiter bei Al-Dersimspor.

Wenn man mit dem 47-Jährigen, der

Die Zahl der Ordner wurde bei Al-Dersimspor erhöht. Sie sollen die Schiedsrichter schützen.

auch schon als Trainer für den Kreuzberger

Klub gearbeitet hat, spricht,

merkt man, dass ihn der Vorfall im

September und die Rolle, die sein

Klub in der Diskussion um die

Schiedsrichter einnimmt, beschäftigt.

Während die Spieler des BSV auf

dem Platz ihrer Arbeit nachgehen,

ordnet Güncü das Geschehene der

vergangenen Wochen wohlüberlegt,

aber auch emotional ein.

Zu allererst betont er dabei, dass er

die vonSeiten der Schiedsrichter angestoßene

Diskussion ebenso wichtig

wie gut finde. Dass Gewalt jeglicher

ArtimFußball keinen Platz hat, stehe

außer Frage. „Es ist offensichtlich,

dass es ein Problem gibt. Besonders

in den unteren Ligen gibt es Zuschauer,

Eltern und auch Spieler, die

mit zu viel Emotionen und Aggression

dabei sind.“ Einzig die Art und

Weise, wie die Diskussion geführt

wird, missfällt Güncü. So spricht der

Verantwortliche von Al-Dersimspor

12. Spieltag

Füchse Berlin -TSV Rudow 3:3 (3:1)

Fortuna Biesdorf -Eintr.Mahlsdorf 3:3 (1:1)

Berlin United -Frohnauer SC 4:0 (3:0)

TuSMakkabi -FCBrandenburg 03 5:0 (2:0)

Spandauer Kickers -Türkiyemspor 0:3 (0:2)

Hilalspor Berlin -Berliner SC 0:1 (0:0)

SV Empor -Sparta Lichtenberg 2:6 (1:4)

Berlin Türkspor -Croatia Berlin 4:1 (2:0)

Dersimspor -SFC SternBerlin 2:3 (2:1)

Torjäger

11 Tore: StevenHaubitz (Füchse Berlin)

10 Tore: Christoph Zorn(Mahlsdorf)

MuartTurhan (Berlin United)

Mehmet Uzuner (Hilalspor)

Sanid Sejdic (Sparta Lichtenberg)

BERLIN-LIGA

1. Sparta Lichtenberg 11 45:19 28

2. SFC Stern1900 11 22: 726

3. Eintracht Mahlsdorf 11 36:14 26

4. TuSMakkabi 11 31:13 26

5. Berlin United 11 26:11 24

6. Berliner SC 11 23:14 21

7. Frohnauer SC 11 20:11 21

8. TSV Rudow 1127:22 16

9. Füchse Berlin 10 30:25 15

10. SD Croatia Berlin 11 19:23 14

11. Berlin Türkspor 11 24:19 15

12. Hilalspor Berlin 11 14:25 11

13. Türkiyemspor Berlin 11 16:24 10

14. Spandauer Kickers 11 17:25 9

15. SV Empor Berlin 11 11:25 8

16. BSV Al-Dersimspor 10 16:35 6

17. VfB Fortuna Biesdorf 11 12:35 2

18. FC Brandenburg 03 11 11:53 0

VOLKMAR OTTO

von einer verzerrten Betrachtung,

wenn es um die Rolle von Vereinen

mit vielen Spielern mit Migrationshintergrund

geht.

Aus seiner Sicht, so Güncü, klinge

es zu häufig so,„als seien nur Vereine

mit Migrationshintergrund das Problem.

Das ist aber definitiv nicht der

Fall.“ Zumindest Letzteres stimmt

ohne Frage. Sowar der Vorfall bei Al-

Dersimspor bei weitem nicht der einzige

Grund für den Streik der Schiedsrichter

Ende Oktober. Allein in der

kürzlich begonnenen Saison

2019/2020 hatte es bis zu dem Streik

über einhundertVorfälle von Gewalt

und Diskriminierung auf Berlins Fußballplätzen

gegeben. In rund der

Hälfte der Fälle war der Spielleiter das

Opfer. Das Problem der Gewalt gegenüber

Schiedsrichtern zieht sich

durch ebenso viele verschiedene Ligen

wie Klubs.

Glaubt man Güncü, haben dennoch

bestimmte Klubs damit zu

kämpfen, vorschnell in Schubladen

gesteckt zu werden. Ein Umstand,

den Güncü vor allem bedauert, weil

er und sein Klub bereits einiges unternommen

hätten, um den Dialog mit

den Schiedsrichternzusuchen.

Schon im Mai habe es ein Treffen

zwischen Klub und Schiedsrichtervertreterngegeben,

bei dem man sich

ausgetauscht habe. Eswurde der am

Anhalter Bahnhof außergewöhnlich

langeWegvom Rasen zu den Umkleiden

angesprochen. Rund 300 Meter

müssen die Schiedsrichter vor dem

Spiel, in der Halbzeit und vor allem

nach Spielende außerhalb des Sportplatzes

zurücklegen, um in ihre Kabine

zu gelangen. Begleitet werden

sie seit dem Treffen im Mai hierbei

nicht nur vonmindestens einem Ordner,

sondern auch von zwei Verantwortlichen

des Klubs.

Nach dem Vorfall im September

muss der Klub nun zusätzlich pro

Spiel fünf Ordner stellen und deren

Namen im Vorfeld der Partie beim

Schiedsrichter melden. Hinzu

kommt, dass die gesamte Mannschaft

bis März nächsten Jahres eine

Regelschulung absolvieren muss und

dass der Spieler, der versuchte, den

Schiedsrichter zu schlagen, bis zum

Dezember 2020 gesperrtist.

„Wir wollen besser kommunizieren“,

sagt Güncü. „Es kann nur sinnvoll

sein, wenn wir uns aufeinander

zubewegen und miteinander sprechen.“

Vonseinen Spielern erwartet

er weniger Emotionalität im Spiel

und ein Verständnis dafür, dass auch

Schiedsrichter Fehler machen: „Sie

müssen verstehen, dass die Schiedsrichter

in unserer Liga nicht das Niveau

der Schiedsrichter im Fernsehen

haben. Wir spielen in der sechsten

Liga und sie pfeifen in der sechsten

Liga –nicht in der Bundesliga.“

Auf der anderen Seite wünscht

sich der Sportliche Leiter auch, dass

die Schiedsrichter unvoreingenommen

gegenüber den Spielen Al-Desimspors

auftreten. „Viele unserer

Spieler haben das Gefühl, dass die

Schiedsrichter zu uns kommen und

voreingenommen sind. Das würden

wir gerne abbauen.“

Wie das gehen kann, zeigte das

Spiel gegen SternamSonntag. Da gab

es keinerlei Probleme zwischen den

Spielern von Al-Desimspor und

Schiedsrichter Christian Stein. Im Gegenteil:

Es gab kaum Diskussionen,

lediglich eine Gelbe Karte und selbst

nach strittigen Entscheidungen blieben

Spieler und Schiedsrichter im

Dialog sachlich. Das änderte sich

auch dann nicht, als Al-Dersimspor

kurz vor Schluss den Ausgleich kassierte

und der SFC Stern sogar noch

den 3:2-Siegtreffer markierte.

Öfter als ein Derby

Lichtenberg 47 hilft der VSG Altglienicke an die Spitze

Griffig gegen Greif

Hertha 03 verdrängt Tennis Borussia von Tabellenplatz eins

Herceg kann kommen

Wasserfreunde Spandau siegen in Duisburg und Neukölln

Essoll Menschen geben, die das

Wort Derby nicht mehr hören

und lesen können, aber hey: Inder

Regionalliga Nordost kommt so etwas

schon mal vorbei sechs Berliner

Mannschaften. Am zurückliegenden

Wochenende kam es gleich dreimal

vor. Denmehr oder weniger krönenden

Abschluss des Derbyspieltags

hatten am gestrigen Sonntag der

Berliner AK und der BFC Dynamo zu

verantworten, die in Moabit aufeinandertrafen.

Endergebnis: 0:2.

Es war lange Zeit ein torloses Miteinander,

was sich im Poststadion

abspielte. Das änderte sich, nachdem

Shawn Kauter in der 63. Minute

die Gelb-Rote Karte präsentiert

wurde, inderen Folge der Berliner

AK nur noch mit zehn Mann auf dem

Platz vertreten war. Drei Minuten

später erzielte Andor Jozsef Bolyki

die Führung für die Gäste, die Lukas

Felix Krüger in der 90. Minute zum

2:0 ausbaute. Der BFC liegt nun auf

Rang sieben (21 Punkte), der BAK auf

Rang zwölf (16), was dessen ambitioniertem

Präsidenten Mehmet Ali

Han nicht gefallen dürfte. Aber es

bleibt dabei: Das Geschehen an der

Spitzebestimmen andere.

Lichtenberg 47zum Beispiel. Der

Aufsteiger siegte bereits am Freitag

bei der zweiten Mannschaft vonHertha

BSC (29 Punkte) 4:2. Zwei Treffer

von Philip Einsiedel und je einem

von Sebastian Reiniger sowie Christian

Gawe bei zwei Gegentoren des

Torschützenkönigs Muhammed

Kiprit ließen die Lichtenberger auf

Platz neun (19) kletternund den bisherigen

Spitzenreiter auf Platz zwei

rutschen. Dafür rückte die VSG Altglienicke

(31) vor, denn diese bezwang

Viktoria 1889 3:2. Rafael

Brand hatte die Gäste in Führung gebracht,

Christoph Menz den zwischenzeitlichen

Ausgleich geschafft.

DieViktoria (20) kam Lichtenberg

47 insofern entgegen, dass sie auf

den achten Platz abrutschte. Das

kommt schon mal vor. Öfter vermutlich

als Derbys in der Regionalliga

Nordost. (BLZ)

Seit dem zweiten Spieltag hat Tennis

Borussia Berlin in der Tabelle

der NOFV-Oberliga Nord auf dem

ersten Platz gelegen. Bis zum neunten

Spieltag wiederum hat das Team

von Trainer Dennis Kutrieb nicht

verloren. Dann kam die 0:1-Niederlage

in Neustrelitz, gefolgt voneinem

5:0 gegen Schlusslicht Hertha 06 und

nun schließlich am elften Spieltag

ein 1:2 in Seelow.

Da Hertha 03 am Sonntag beim

Tabellenletzten erwartungsgemäß

gewann, nämlich 2:0 durch Tore in

der 36. und 45. Minute, und 26

Punkte auf dem Konto hat, rutschte

TeBe mit 25 Punkten auf Platz zwei

der Tabelle ab.Amkommenden Freitag

spielt Kutriebs Mannschaft im

Mommsenstadion gegen den TFC

Greif Torgelow, am Sonntag ist dann

der neue Spitzenreiter in Seelow zu

Gast. Gelegenheit, das Tabellenbild

wieder zu verändern.

Dazu benötigt TeBe jedoch mehr

Effizienz. Am vorigen Freitag waren

die Berliner im Brandenburgischen

jedenfalls das bessere Team, brachten

jedoch den Ball nicht im gegnerischen

Tor unter. Mal war Seelows

TorwartDorosevs zur Stelle,mal rettete

der Torpfosten den Gastgebern

das 0:0, und schließlich versperrte

die Querlatte den Weg. Und dann

kam es,wie es kommen musste.Seelow

verwertete die erste richtige

Chance in der 44. Minute zum 1:0.

AufTennis Borussias Ausgleich in der

77. Minute folgte in der 79. Minute

das Endresultat.

Soweit die Zusammenfassung der

Seelower Tiefen der Tennis-Borussen,

aber noch ist ja nichts verloren.

Nicht einmal die sogenannte

Herbstmeisterschaft. Auch wenn es

diese streng genommen gar nicht

gibt, so kämpfen Kutrieb und Kollegen

am 23. November gegen Hertha

03 und am 29. November in

Greifswald (23 Punkte) darum. Bis

feststeht, welches Team in die Regionalliga

aufsteigt, fließt noch reichlich

Wasser durch die Havel. Die Saison

endet am 6. Juni. (BLZ)

Und jetzt alle: Jadran Herceg.

Geht doch! Zugegeben, der

Name dieser Mannschaft ist für einen

deutschen Wasserballfan nicht

einfach auszusprechen, doch weiß

dieser,dass die Montenegriner in der

Tabelle der Champions League nach

drei Spieltagen hinter den Wasserfreunden

Spandau liegen. Zu deren

Verdruss allerdings am Ende eben jener

Tabelle.Amkommenden Freitag

nun empfangen die Berliner das

Team aus Herceg, und zwar in der

Schöneberger Schwimmhalle am

Sachsendamm um 19 Uhr.

In der Deutschen Wasserball-Liga

ergibt sich tabellarisch ein komplett

anderes Bild. Dortliegen die Wasserfreunde

nach vier absolvierten Partien

an der Spitze vor den White

Sharks Hannover, die allerdings mit

nur zwei Spielen, und vor dem ASC

Duisburgmit drei. Undsokam es am

gestrigen Sonntag am Niederrhein

zum nationalen Wasserballgipfel.

Am Ende gewannen die Wasserfreunde

16:13 (5:6,4:3,4:0,3:4).

Sie hatten allerdings einen starken

Widerstand brechen müssen,

doch waren sie ja ohne den Langzeit-

Verletzten Remi Saudadier, Kapitän

Marko Stamm, Tiberiu Negrean und

Stefan Pjesivac angetreten. Erst 40

Sekunden vorder Halbzeit glich Mateo

Cuk erstmals aus (9:9). In der

zweite Hälfte stellte Spandau mit

vier Treffern binnen fünf Minuten

die Weichen auf Sieg. DieTorefür die

Berliner erzielten Dmitri Kholod (5),

Marin Restovic (4), Mateo Cuk, Nikola

Dedovic, Maurice Jüngling (je 2)

und Lucas Gielen (1).

Bereits am Sonnabend hatten die

Spandauer das Lokalderby bei der

SG Neukölln erwartungsgemäß gewonnen,

25:10 (6:2,6:2,4:4,9:2) lautete

das Resultat. DieGäste machten

einen Rückstand im ersten Viertel

spielerisch wett. Sie wurden am Beckenrand

von Assistenztrainer Peter

Röhle betreut, da Headcoach Petar

Kovacevic nach seiner Roten Karte

im zurückliegenden Liga-Spiel in

Hannovergesperrtwar. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 17 *

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Sport

Und als

nächstes

Friedrichshafen

BR Volleys schmettern sich

ins Pokal-Viertelfinale

Ein paar Selfies mit den Fans, ein

paar Autogramme, ein bisschen

Dehnen, dann war für Benjamin

Patch und seine Kollegen der BR Volleys

der Nachmittag in Brandenburg,

der sie mit einem 3:0 (25:19, 25:22,

25:19)-Sieg bei den Netzhoppers

KW-Bestensee ins Viertelfinale des

deutschenVolleyball-Pokals brachte,

vorüber. Kurz darauf wurden die

Lose für die nächste Runde gezogen.

Dortmüssen die Berliner nun am 20.

November beim Dauerrivalen VfB

Friedrichshafen ran, der zuletzt dreimal

hintereinander Pokalsieger war.

Vor850 Zuschauern inBestensee

schafften es die BR Volleys in allen

drei Sätzen ihr Spiel aufzuziehen, allerdings

hatten die Netzhoppers

auch nur zehn Spieler zurVerfügung.

Mittelblocker Jonathan Erdmann,

der vor wenigen Monaten noch bei

der Beachvolleyball-WM in HamburgamNetz

stand, war wegen einer

Operation ausgefallen.

Bei den Berlinern war Trainer

Cedric Enard wieder aus Frankreich

zurückgekehrt. Er hatte sein Stammpersonal

aufgeboten. Zuspieler Sergej

Grankin setzte Diagonalangreifer

Patch und die jeweiligen Mittelblocker

immer wieder clever ein. Im

zweiten Durchgang verwandelten

Patch und seine Kollegen 89 Prozent

aller Angriffe nach guter Annahme

direkt in einen Punkt. DerDiagonalangreifer

aus den USA war es dann

auch, der den dritten Matchball der

Berliner verwandelte. Netzhoppers-

Coach Mirko Culic wählte den 25-

Jährigen zum wertvollsten Spieler

der BR Volleys.

„Es war ein insgesamt gutes Spiel

von uns. Die Netzhoppers haben

auch heute wieder gut aufgeschlagen

und angegriffen, aber wir hatten

so viel positive Energie auf dem

Court, die uns fokussiert blieben

ließ“, sagte Patch. „Jetzt freuen wir

uns auf das Viertelfinale.“ (kah.)

Den

Moment

verpasst

Die Eisbären unterliegen

in Straubing

Die Eisbären verabschieden sich

mit einer Niederlage in die

Deutschland-Cup-Pause. Beim Sensations-Tabellenzweiten

Straubing

setzte es am Sonntag ein 3:5 (1:1, 0:1,

2:3). Die nächste Chance, indie Erfolgsspur

zurückzufinden, ist am 15.

November in Bremerhaven. Marcel

Noebels,der jetzt zum Nationalteam

nach Krefeld reist, war nach der Partie

unzufrieden: „Schade, ich denke,

das Spiel war sehr ausgeglichen. Wir

haben es nur versäumt, im richtigen

Moment Tore zu schießen.“ Zum

Beispiel im Schlussdrittel, als beim

Stand von 2:3 sogar in 84 Sekunden

doppeleter Überzahl nichts ging gegen

das beste Unterzahl-Team der

Liga.

Ansonsten war es vor 4833 Zuschauern

imEisstadion am Pulverturmein

Spiel mit einem intensiven

Anfangsdrittel, ein Spiel der Blitzphasen:

Connolly bringt die Tiger in

Führung (14.), 52 Sekunden später

trifft Leo Pföderl zum 1:1. Aber die

Gastsgeber nutzen ihre Chancen

konsequenter.

Zwischen Heards 1:2 (39.) und Erkisson

1:3 (41.) liegen nur 87 Spielsekunden.

Auf Lukas Reichels 2:3 (47.)

folgen erwähnte doppelte Überzahl

sowie das 2:4 durchWilliams’Penalty

(53.) und das 2:5 vonBrunnhuber innerhalb

exakt 60 Sekunden. Das 3:5

durch Noebels (57.) kommt für die

Eisbären zu spät. (wiezo.)

Triumph der Vielfalt

Südafrika gewinnt die Rugby-WM und hofft, dass der Erfolg den Einigungsprozess im Land beschleunigt

VonSissi Stein-Abel

Weiter,immer weiter

Mercedes-Pilot Lewis Hamitlon wird in Austin zum sechsten Mal Formel-1-Weltmeister

Als sechsmaliger Weltmeister

steuerte Lewis Hamilton

den extrafür ihn reservierten

Parkplatz an, dann

kletterte er mit der britischen Fahne

stolz auf seinen Silberpfeil. Mit Platz

zwei beim Großen Preis der USA

schnappte sich der Mercedes-Superstar

seine sechste WM-Krone und ist

jetzt nur noch einen Titel von Michael

Schumachers Rekordentfernt.

„Das ist überwältigend. Es sind so

viele Emotionen“, sagte der 34-Jährige,ehe

ihm auch der in Austin früh

ausgeschiedene Sebastian Vettel

hinter dem Podium kurz gratulierte.

Den Sieg in Texas hatte Hamilton

zwar seinem Teamkollegen Valtteri

Bottas überlassen müssen. Bei nun

67 Punkten Vorsprung auf den Finnen

aber ist der Champion in den

letzten beiden Rennen uneinholbar.

„Ich kann es einfach nicht glauben“,

jubelte Hamilton am Boxenfunk,

nachdem er die Angriffe des

drittplatzierten Red-Bull-Piloten

MaxVerstappen auf den letzten Kilometern

noch abgewehrt hatte. Für

den Briten war es schon das dritte

Mal, dass er in Austin vorzeitig einen

Titelgewinn feierndurfte.

NurSchumacher erfolgreicher

Weltmeisterpose: Lewis Hamilton hat es wieder geschafft.

„Das war ein perfekter Tag.

Solange Lewis ein gutes Auto hat,

ist er in der Lage, auch weitere

Weltmeisterschaften zu gewinnen.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem vorfristigen Gewinn der

Formel-1-Weltmeisterschaft durch seines Fahrer Lewis Hamilton

Außer der schwarzen Hautfarbe

haben Maro Itoje und Siya Kolisi

nicht viel gemeinsam. Nichts skizzierte

die kontrastierenden Welten, in

denen diese beiden Männer leben,

besser als die Ehrung der Sieger und

Verlierer nach dem Finale der Rugby-

WM in Yokohama. Sicherlich, der 25-

jährige Itoje war nach der 12:32

(6:12)-Niederlage der favorisierten

Engländer gegen Südafrika abgrundtief

enttäuscht, aber seineWeigerung,

sich die Silbermedaille umhängen zu

lassen, war mehr als nur das Bild eines

schlechten Verlierers,der dachte,

nach dem sagenhaften Halbfinal-Triumph

über Neuseelands legendäre

All Blacks auch im Rugby die Weltherrschaft

übernehmen zu können.

Die Geste des 1,97 Meter langen

Stürmers,der als Sohn nigerianischer

ElterninLondon geboren wurde und

eine akademische Ausbildung genossen

hat, stand für alles, was die Welt

nicht braucht: Arroganz, Egoismus,

Respektlosigkeit, Missachtung des

Gegners und des Sports.Insoferngesehen

war es ein erfreulicher Umstand,

dass Südafrika nach 1995 und

2007 zum dritten Mal den Titel gewann

und Kapitän Siya Kolisi kurz

nach dem massiven Fauxpas dieses

verzogenen Kindes aus dem Schlaraffenland

den Webb-Ellis-Pokal in

Empfang nehmen durfte. Hier die

Engländer mit Leichenbittermienen

in ihren blütenweißen Hosen und

Hemden mit dem Rote-Rosen-Emblem,

deren Verband in Geld

schwimmt, seine Profis mit Geld

überschüttet und dafür sorgt, dass die

Großen im Rugbysport absahnen

und die Kleinen verhungern, Symbol

für den Hochmut des weißen Mannes

im Sport. Dort die demütigen

Südafrikaner, die mit

dem unerwartet klaren Triumph

in ihrem gebeutelten

Land Hoffnung gesät haben,

die weit über den

Sporthinausgeht.

Hoffnung, das Wort des

Abends. Damit erklärte

Südafrikas Trainer Rassie

Erasmus, warum seine

Mannschaft mit dem

Druck besser umgehen konnte als die

gehemmten Engländer,die nicht einmal

einen Hauch der Klasse ihres Galaauftritts

gegen Neuseeland verbreiteten.

„Rugby sollte keinen Druck erzeugen,

sondern Hoffnung“, sagte

Erasmus,46. „InSüdafrika steht man

unter Druck, wenn man keine Arbeit

hat oder ein Verwandter ermordet

wird. Darüber haben wir nach der

Auftakt-Niederlage gegen Neuseeland

gesprochen.“

Kolisi erzählte in seinem bewegenden

Sieger-Statement, der Coach,

der Südafrika in seinen 20 Monaten

als Cheftrainer von einer Lachnummer

in ein selbstbewusstesWeltmeister-Team

verwandelte, habe gesagt,

„dass wir nicht für uns selbst spielen,

sondern für unser Land“. Sie hätten

für die Reichen und die Armen in der

Regenbogennation gespielt, in der

mehr als die Hälfte der Schwarzenarbeitslos

sind und unter der

Armutsgrenze leben. „Wir

haben eine Mannschaft, in

der Spieler unterschiedlicher

Rassen und mit unterschiedlichem

Hintergrund

zusammengekommen

GETTY IMAGES/C. SPENCER

GETTY IMAGES/JOHN ISTENE

sind“, sagte der 28-jährige

Kolisi, dessen Ehefrau weiß

Rassie Erasmus ist, „wir haben so viele Probleme

in unserem Land,

lobt SiyaKolisi.

aber wir haben Südafrika

gezeigt, dass wir alles erreichen können,

wenn wir alle an einem Strang

ziehen.“

Die Umarmung zwischen Kolisi

und Staatspräsident Cyril Ramaphosa

im Nationalstadion vonYokohama

war Ausdruck dieser Hoffnung,

die in derVergangenheit einWunschtraum

geblieben ist, so wie 1995, als

Südafrika nach dem Ende des Apartheid-Regimes

erstmals wieder an einerWM

teilnehmen durfte und im ei-

Nur Schumacher war mit sieben

WM-Triumphen noch erfolgreicher

als Hamilton, der den fünfmaligen

Champion Juan Manuel Fangio hinter

sich ließ. Zum sechsten Sieg in

Texas aber reichte es für den 34-Jährigen

trotz gewagter Reifenstrategie

nicht, weil Bottas ihn kurz vor

Schluss überholte.„Dasist ein schöner

Sieg, es fühlt sich gut an. Riesenglückwunsch

an Lewis“, sagte er.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff

schwärmte: „Das war ein perfekter

Tag. Solange Lewis ein gutes Auto

hat, ist er in der Lage, auch weitere

Weltmeisterschaften zu gewinnen.“

Einen desaströsen Tag erlebte

Vettel. Der Ferrari-Pilot schied bereits

in der achten Runde mit einer

gebrochenen Aufhängung an der

Hinterachse aus. „Das ist natürlich

bitter und ärgerlich“, sagte der 32-

Jährige, der nun auch die Chancen

auf den dritten Platz in der Fahrerwertung

schwinden sieht. Nico Hülkenbergwurde

im Renault Neunter.

Schon in der Qualifikation war

Hamilton-Teamgefährte Bottas am

besten mit den erschwerten Bedingungen

auf dem holprigen Kurs in

Austin zurechtgekommen. Um zwölf

Tausendstelsekunden war der Finne

bei der Zeitenjagd schneller alsVettel

gewesen und durfte seinen Silberpfeil

daher auf dem besten Startplatz

parken. Zumersten Malnach zuletzt

sechs Rennen in Serie holte sich damit

kein Ferraridie Pole Position.

Und am50. Geburtstag von Scuderia-Teamchef

Mattia Binotto begann

das Rennen enttäuschend.Vettel

kam bei seinem 100. Startaus der

ersten Reihe schwach weg und

wurde durchgereicht. „Ich muss irgendwo

einen Schaden haben, obwohl

ich gar nichts berührt habe.

DasAuto untersteuertwie verrückt“,

funkte der Hesse an die Box. Nach

drei Runden war Vettel Siebter.Auch

Teamkollege Charles Leclerc konnte

als Vierter nicht mit den Schnellsten

mithalten. In Runde acht war dann

Schluss für Vettel. „Ich glaube, die

Aufhängung ist kaputt“, meldete der

32-Jährige und rollte mit seinem

fahruntüchtigen Auto an den Rand.

Vorn behauptete Bottas Platz

eins, gefolgt von Verstappen und

Austin-Rekordsieger Hamilton. So

kam es wieder einmal auf die bessere

Taktik an. Verstappen holte sich als

erster Fahrer des Spitzentrios frische

Reifen, wechselte auf die härteste

Gummimischung. Spitzenreiter Bottas

reagierte umgehend und kam

nach seinem Boxenstopp vor dem

Niederländer zurück auf die Strecke.

Hamilton indes setzte auf eine

andereTaktik und zögerte seinen Besuch

an der Garage hinaus.Doch mit

den alten Reifen war der Champion

langsamer als dieVerfolger.InRunde

24 zogBottas vorbei. Kurz darauf bog

Hamilton an die Box abund kehrte

als Dritter zurück. Nun begann der

Poker. Hamilton wollte mit einem

Stopp durchkommen. Bottas und

Verstappen holten sich vordem letzten

Renndrittel noch einmal frische

Pneus, ordneten sich daher wieder

hinter Hamilton ein. „Wir sind skeptisch,

dass die Reifen bis zum Ende

halten“, funkte die BoxanHamilton.

„Ich will weiterfahren“, erwiderte

der 34-Jährige. Verbissen kämpfte

der Brite um seinen sechsten Sieg in

Austin, aber Bottas kam näher. In

Runde 52 zwängte sich Bottas an Hamilton

vorbei, die große Titelparty

seines Teamgefährten aber konnte er

nicht mehr verhindern. (dpa)

genen Land gewann. Der damalige

Präsident Nelson Mandela war die

Symbolfigur der jungen Demokratie

und der Gleichberechtigung, doch

seine Hoffnung, der Sport möge den

Einigungsprozess der Nation beschleunigen,

hat sich bis heute nicht

erfüllt. Aber immerhin hat erstmals

eine wirklich gemischtrassige Rugby-

Mannschaft triumphiert, und Siya

Kolisi ist die Integrationsfigur.

Der Flügelstürmer wuchs in der

Zwide-Township in Port Elizabeth

auf. DieFamilie war so arm, dass der

junge Siya oft nichts zu essen und

keine Schuhe hatte. Aber Siya hatte

Talent im Rugby, dem Sportder wohlhabenden

Weißen. Mit zwölf Jahren

erhielt er ein Stipendium an der Grey

High School, der Startinein besseres

Leben. Vor18Monaten machte ihn

der weiße Trainer Erasmus zum ersten

schwarzen Kapitän in der 128-

jährigen Geschichte der Springboks,

ohne sich der Tragweite dieser Entscheidung

zunächst bewusst zu sein.

„Ich war ein bisschen naiv“, sagte

Erasmus,„ich habe erst hinterher verstanden,

was für eine Riesensache

das ist. Aber es ist eine schöne Geschichte,

und es ist wunderbar, wie

Siya diese emotionale Zusatzbelastung

gemeistert hat.“ Sein Aufstieg,

sagt Kolisi, „zeigt jedem Kind, dass jeder

alles erreichen kann“.

NACHRICHTEN

Deutsche Hockeyteams

qualifizieren sich für Olympia

HOCKEY. DieMänner schafften unter

Interims-Bundestrainer Markus

Weise die Qualifikation für Tokio

2020 mit zwei Siegen gegen Österreich

(5:0/5:3). Auch die Frauen hatten

gegen Italien (2:0/7:0) keine

Mühe.Damit können die Männer,

die seit 1952 erst einmal Olympia

verpassten, in Japan ihren Rufals

Medaillenlieferanten festigen. Bei

den vier vergangenen Sommerspielen

hatte die Auswahl des Hockey-

Bundes immer Edelmetall gewonnen.

Allerdings wirdWeise,der die

Frauen 2004 sowie die Männer 2008

und 2012 zu Olympiagold führte,

nicht mehr auf der Trainerbank sitzen.

Er rückt in die zweite Reihe –für

den neuen Bundestrainer,der am

Dienstag vorgestellt wird.

FC Barcelona verliert

überraschend in Levante

FUSSBALL. DerFCBarcelona hat

nach zuletzt fünf Siegen in der PrimeraDivisión

wieder eine Niederlage

kassiert. Derspanische Meister

verlor bei UD Levante mit 1:3 (1:0).

Real Madrid kam gegen Betis Sevilla

nicht über ein torloses Remis hinaus

und hat als Tabellenzweiter wie

Barça 22 Punkte.

Auch Márquez-Bruder holt

Titel bei der Motorrad-WM

Titelsammlung erweitert: Alex Márquez

gewinnt die Moto2-WM. GETTY IMAGES/M. LAZZARI

MOTORRAD. Derspanische Pilot

Alex Márquez, 23, ist erstmals Weltmeister

der Moto2. Demjüngeren

Bruder vonMotoGP-Star Marc

Márquez, 26, genügte am Sonntag in

Malaysia Platz zwei hinter dem Südafrikaner

Brad Binder,umein Rennen

vorSaisonschluss den Titel perfekt

zu machen. Marc Márquezhatte

seinen sechsten Titel in der Königsklasse

schon Anfang Oktober perfekt

gemacht, am Sonntag wurde er

Zweiter hinter seinem Landsmann

Maverick Viñales und stellte einen

Rekordauf: Mit395 Zählernüberbot

Marc Márquezdie bisherige Bestmarke

für WM-Punkte in einer Saison,

die sein Landsmann JorgeLorenzo2010

aufgestellt hatte (383).

Barty gewinnt WTA-Finals

und Rekordpreisgeld

TENNIS. DieWeltranglistenerste

Ashleigh Barty, 23, hat ihr herausragendes

Jahr mit dem Titel bei den

WTAFinals gekrönt. Im Endspiel von

Shenzhen gewann die Australierin

gegen die ukrainische Titelverteidigerin

Jelina Switolina 6:4, 6:3. Dafür

kassierte Bartydas Rekordpreisgeld

von4,42 Millionen US-Dollar.

Achtelfinal- Auslosung

im DFB-Pokal

FUSSBALL. Am Sonntag wurden für

das Achtelfinale des DFB-Pokals folgende

Partien ausgelost: Eintracht

Frankfurt–RBLeipzig, BayerLeverkusen

–VfB Stuttgart, Bayern München

–1899 Hoffenheim, FC Schalke

–Hertha BSC, 1. FC Saarbrücken –

Karlsruher SC, Werder Bremen –Borussia

Dortmund, 1. FC Kaiserslautern–Fortuna

Düsseldorf, SC Verl –

1. FC Union Berlin. DieRunde wird

am 4./5. Februar ausgespielt.


18 * Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Sport

ZAHLEN

Eishockey

DEL, 17. Spieltag

Adler Mannheim -Krefeld Pinguine 3:6

Kölner Haie -ERC Ingolstadt

3:2 n.V.

Straubing Tigers -Eisbären Berlin 5:3

Düsseldorfer EG -Schwenningen 3:2 n.V.

Iserlohn Roosters -Nürnberg Ice Tigers 4:1

Red Bull München -Bremerhaven 1:0

Augsburger Panther -Grizzlys Wolfsburg 1:2 n.V.

1. Red Bull München 17 61:32 48

2. Straubing Tigers 17 67:43 36

3. Düsseldorfer EG 17 50:34 31

4. Adler Mannheim 17 56:54 29

5. Bremerhaven 17 46:44 27

6. Eisbären Berlin 16 47:45 25

7. Nürnberg Ice Tigers 17 43:48 24

8. ERC Ingolstadt 17 46:48 23

9. Kölner Haie 17 34:47 21

10. Iserlohn Roosters 17 40:50 20

11. Grizzlys Wolfsburg 17 42:49 19

12. Augsburger Panther 17 44:56 18

13. Krefeld Pinguine 17 42:54 18

14. Schwenningen 16 42:56 15

Fussball

Zweite Liga, 12. Spieltag

Hannover96-SVSandhausen 1:1 (1:0)

Jahn Regensburg -VfL Osnabrück 3:3 (2:0)

FC St. Pauli -Karlsruher SC 2:2 (0:0)

SpVgg Fürth -Darmstadt 98 3:1 (2:0)

ErzgebirgeAue -1.FCHeidenheim 1:1 (0:0)

VfB Stuttgart-Dynamo Dresden 3:1 (2:0)

Arminia Bielefeld -Holstein Kiel 2:1 (1:0)

SV Wehen Wiesbaden -Hamburger SV 1:1 (0:0)

VfL Bochum -1.FCNürnberg Mo., 20.30

1. Hamburger SV 12 29:11 25

2. Arminia Bielefeld 12 24:13 25

3. VfB Stuttgart 12 20:17 23

4. ErzgebirgeAue 12 19:18 19

5. SpVgg Fürth 12 14:15 18

6. 1. FC Heidenheim 12 17:14 17

7. Jahn Regensburg 12 22:18 16

8. Karlsruher SC 12 21:23 15

9. 1. FC Nürnberg 11 19:19 14

10. FC St. Pauli 12 16:16 14

11. SV Sandhausen 12 11:12 14

12. Holstein Kiel 12 14:17 14

13. Hannover96 12 14:18 14

14. Darmstadt 98 12 12:16 14

15. VfL Osnabrück 12 13:12 13

16. SV Wehen Wiesbaden 12 14:25 10

17. VfL Bochum 11 20:24 9

18. Dynamo Dresden 12 13:24 9

Dritte Liga, 14. Spieltag

FSV Zwickau -SGGroßaspach 0:1 (0:0)

Eintracht Braunschweig -FCIngolstadt 0:3 (0:3)

Preußen Münster -Chemnitzer FC 3:3 (2:2)

1. FC Kaiserslautern-Würzburger Kickers 2:3 (1:1)

1860 München -Viktoria Köln 4:2 (2:0)

1. FC Magdeburg -Hallescher FC 1:0 (1:0)

Waldhof Mannheim -Unterhaching 0:3 (0:1)

SV Meppen -BayernMünchen II 5:3 (1:1)

CarlZeiss Jena -Hansa Rostock 3:1 (1:0)

MSV Duisburg -KFC Uerdingen Mo., 19.00

1. SpVgg Unterhaching 14 22:14 27

2. Hallescher FC 14 28:14 25

3. FC Ingolstadt 14 28:17 25

4. MSV Duisburg 13 29:19 25

5. Eintracht Braunschweig 14 23:18 24

6. Hansa Rostock 14 18:17 22

7. 1. FC Magdeburg 14 19:12 20

8. Viktoria Köln 14 26:25 20

9. SV Meppen 14 30:23 19

10. FSV Zwickau 14 20:16 19

11. Waldhof Mannheim 14 22:21 19

12. KFC Uerdingen 13 15:17 19

13. Würzburger Kickers 14 23:33 19

14. Bayern München II 14 26:30 18

15. 1860 München 14 20:23 17

16. SG Großaspach 14 16:29 15

17. Chemnitzer FC 14 22:26 14

18. 1. FC Kaiserslautern 14 22:32 13

19. Preußen Münster 14 22:28 12

20. CarlZeiss Jena 14 12:29 5

Regionalliga, Nordost, 14. Spieltag

ZFC Meuselwitz -Wacker Nordhausen 1:3 (0:1)

Hertha BSC II -Lichtenberg 47 2:4 (0:2)

Rot-Weiß Erfurt-Germania Halberstadt 0:1 (0:1)

VSG Altglienicke-FCViktoria 1889 3:2 (1:1)

Optik Rathenow-BSG Chemie Leipzig 0:1 (0:1)

VfB Auerbach -SVBabelsberg 03 2:0 (1:0)

Berliner AK 07 -BFC Dynamo 0:2 (0:0)

Energie Cottbus -Bischofswerdaer FV 2:0 (0:0)

1. FC Lok Leipzig -Union Fürstenwalde 2:2 (1:2)

1. VSG Altglienicke 14 38:18 31

2. Hertha BSC II 14 46:22 29

3. Energie Cottbus 14 35:23 29

4. 1. FC Lok Leipzig 14 25:15 29

5. Wacker Nordhausen 14 34:22 26

6. FSV Union Fürstenwalde 14 23:17 21

7. BFC Dynamo 14 17:20 21

8. FC Viktoria 1889 14 17:12 20

9. Lichtenberg 47 14 16:15 19

10. BSG Chemie Leipzig 14 16:16 18

11. VfB Auerbach 14 25:30 17

12. Berliner AK 07 14 24:25 16

13. Germania Halberstadt 14 20:25 15

14. Rot-Weiß Erfurt 14 15:20 14

15. ZFC Meuselwitz 14 18:25 13

16. Optik Rathenow 14 10:29 11

17. SV Babelsberg 03 14 12:23 8

18. Bischofswerdaer FV 14 11:45 5

Ahnt vielleicht schon, wasihm nach dem 1:5 in Frankfurtblüht: NikoKovac ist seit Sonntag nicht mehr Trainer des FC BayernMünchen-.

VomHerbststurm weggeblasen

Nach dem 1:5 in Frankfurt trennt sich der FC Bayern von seinem Trainer Niko Kovac

VonMaik Rosner,München

Ein tristes Novembergrau

hatte sich am Sonntag über

die Säbener Straße gelegt.

Als Metapher für die Befindlichkeiten

beim FC Bayern

taugte das Wetter allerdings nur bedingt.

Ein ausgewachsener Herbststurm

hätte noch besser gepasst zur

aufgewühlten Lage beim Meister

nach dem 1:5 (1:2)-Debakel am

Sonnabend bei Eintracht Frankfurt,

nachdem die öffentliche Trainingseinheit

am Sonntag in eine geheime

umgewandelt worden war.Eine derart

heftige Niederlage hatten die

Bayern zuletzt im April2009 hinnehmen

müssen, damals beim späteren

Meister VfL Wolfsburg. Doch erst gut

drei Wochen danach war der damalige

Münchner Trainer Jürgen Klinsmann

seinen Joblos.

Am Sonntagabend wählten die

Verantwortlichen beim FC Bayern

eine schnellere Verabschiedungsvariante.

Sie trennten sich von Trainer

Niko Kovac.„DieLeistungen unserer

Mannschaft in den vergangenen

Wochen und auch die Resultate haben

uns gezeigt, dass Handlungsbedarf

bestand“, sagte Vorstandschef

Karl-Heinz Rummenigge. Die Entscheidung

sei das „einvernehmliche“

Ergebnis eines Gesprächs, das

er mit Präsident Uli Hoeneß und

Sportdirektor Hasan Salihamidzic

mit Kovac führte.

Sogar der Trainer sagte, es sei

„zum jetzigen Zeitpunkt die richtige

Entscheidung für den Klub. Die Ergebnisse

und auch die ArtundWeise,

Treffer für Ernst

Die Füchse Berlin gewinnen gegen die Rhein-Neckar Löwen 23:22, auch wegen einer Motivation der besonderen Art

VonCarolin Paul

Eswar eine große Geste mit traurigem

Hintergrund. Beim Aufwärmen

wollten die Füchse ein erstes

Zeichen setzen. DasganzeTeam präsentierte

sich im weißen T-Shirt, auf

dem vorne das Konterfei von Simon

Ernst abgebildet war, auf der Rückseite

dessen Trikotnummer, die

Zwei. Ein Dank an den ehemaligen

Spielmacher, der sich nach seinem

tragischen dritten Kreuzbandriss

beim Spiel gegen den Bergischen HC

am 13. Oktober entschieden hat,

wahrscheinlich seine Karrierezubeenden.

Für ihn wollten die Füchse

kämpfen und die Partie gegen die

Rhein-Neckar Löwen siegreich gestalten.

EinVorsatz, den sie in die Tat

umsetzen konnten. Am elften Bundesligaspieltag

gewannen die Berliner

23:22(12:10).

wie wir zuletzt gespielt haben, haben

mich zu diesem Entschluss kommen

lassen.“ Kovac hatte sich durch unglückliche

Aussagen in die Bredouille

gebracht und es nicht geschafft,

der Mannschaft seine Handschrift

zu verpassen. Bisauf Weiteres

wirdAssistenztrainer Hansi Flick die

„Das hatten wir uns überlegt, direkt

nachdem es passiertist“, erklärt

Fabian Wiede,„und das hat uns vielleicht

heute noch einmal extra gepusht.“

Schon vonder ersten

Minute an zeigten

Wiede und die Füchse auf

dem Spielfeld in der Max-

Schmeling-Halle ihren

Siegeswillen. Der 25-Jährige

markierte nach sechsundzwanzig

Sekunden

den ersten Treffer und

steuerte ebenso die

nächsten drei Tore für die

Gastgeber bei. Doch nicht

nur der Spielmacher zeigte sich Bestform.

DieBerliner kassierten zwar in

der Anfangsphase ein paar Strafwürfe

zu viel, waren allerdings

schnell und aggressiv auf den Beinen

und störten somit immer wieder das

gegnerische Angriffsspiel.

Mannschaft des Rekordmeisters betreuen.

„Ich erwarte jetzt von unseren

Spielern eine positive Entwicklung

und absoluten Leistungswillen,

damit wir unsere Ziele für diese Saison

erreichen“, sagte Salihamidzic

Am Sonnabend noch hatte sich

Kovac kämpferisch gegeben. „Ich

weiß, wie das Geschäft läuft. Ich bin

nicht naiv oder blauäugig“, sagte er

und erinnerte an die Herbstkrise

2018, in der er kurz vor der Beurlaubung

stand, die große Unruhe aber

überstand und die Saison mit dem

Double beendete. Dieses Mal ließ

ihn der FC Bayern nicht weiterkämpfen.

Am Mittwoch steht in der

Champions League das Gruppenspiel

gegen Olympiakos Piräus an,

das Achtelfinale könnte vorzeitig gebucht

werden. Am Samstag folgt das

Topspiel der Bundesliga gegen Borussia

Dortmund.

Nachfolgekandidaten sind allerdings

recht rar. Leipzigs Ralf Rangnick

wirddurchaus vorhandenes In-

„Die Leistungen unserer Mannschaft

in den vergangenen Wochen

und auch die Resultate haben uns gezeigt,

dass Handlungsbedarf bestand.“

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge begründet die Entlassung von

Trainer Niko Kovac beim FC Bayern München am Sonntagabend.

teresse nachgesagt. Doch ähnlich

wie bei José Mourinho,der zwar groß

klingt, als Defensivtrainer aber nicht

ins Bayern-Profil passt, gibt es derzeit

auf dem Markt kaum einen

durchweg stimmigen und verfügbaren

Kandidaten. Mittelfristig könnten

Ajax Amsterdams Erik ten Haag,

der zwischen 2013 und 2015 Bayerns

zweite Mannschaft trainierte, und

wohl auch Tottenhams Mauricio Pochettino

interessant werden.

Antworten auf all die offenen Fragen

zu geben, vermieden die Bosse

am Sonnabend. Auffällig war, dass

auch Salihamidzic in Frankfurtnicht

mit den Medien sprach. Anders als

eigentlich immer nach den Spielen,

Torhüter Dejan Milosavljev sorgte

für den nötigen Rückhalt, indem er

nicht nur zahlreiche Fernwürfe parierte,

sondern ebenso drei Siebenmeter

abwehrte. So zum

Beispiel in der 21. Minute,

als der gebürtige Serbe gegen

den deutschen Nationalmannschaftskapitän

Uwe Gensheimer hielt und

dadurch die Zwei-Tore-

DPA/GORA

Führung seiner Mannschaft

sicherte. Zwischenstand:

Fuchs brüllt:

Fabian Wiede 9:7.

Allerdings zeigte sein

Gegenüber Mikael Appelgreen

gleichermaßen Weltklasse-Niveau.

Sowohl die Strafwürfe von

Füchse-Kapitän Hans Lindberg als

auch der anderen Berliner Schützen

Frederik Simak und Stipe Mandalinic

entschärfte der Schlussmann der

Rhein-Neckar Löwen. Das änderte

DPA

wenngleich er sich schon nach dem

dürren 2:1-Sieg im Pokal beim Zweitligisten

VfL Bochum am vergangenen

Dienstag inhaltlich verweigert

und voller Ironie voneinem„Riesenspiel“

gesprochen hatte.

In der jüngsten Reihe mit einer

Handvoll wackeligen bis irritierend

unstrukturierten Auftritten stand

auch die Leistung in Frankfurt, unabhängig

vom frühen Platzverweis

gegen Jérôme Boateng (10.). Statt des

großen Aufbäumens waren eher Zerfallserscheinungen

zu beobachten

sowie wiederkehrende Mängel im

Spielaufbau, im Passspiel sowie im

Zweikampf- und Defensivverhalten.

Diese sportlichen Signale der

Mannschaft gaben den Entscheidern

zudenken, zumal wegen der

jüngsten Häufung. Zuvor waren

auch sehr gute Halbzeiten dabei, wie

die erste in Leipzig (1:1) und die

zweite in Tottenham (7:2). Doch

beide Spiele hätten die Münchner

verlieren können, sogar bei den

Spurs. Eswaren auch diese übergeordneten

Eindrücke, die Manuel

Neuer nach den fünf Gegentoren in

Frankfurt beschäftigten. „Nicht akzeptabel“

sei die Höhe der Niederlage,sagte

der Kapitän, aber:„Dasist

kein riesiges Wunder, das hat sich

angebahnt. Man hat ja auch das

Spiel in Bochum gesehen, deswegen

ist es für mich keine Riesenüberraschung.“

Das 1:5 sei nicht allein auf

Boatengs Platzverweis zurückzuführen,

sondern darauf, „dass es nicht

läuft“, also grundsätzlich. Etwas

Grundsätzliches haben seine Vorgesetzten

nun geändert.

sich erst in der zweiten Halbzeit.

Kurz nach Wiederanpfiff verwandelte

Lindbergzweimal hintereinander

aus sieben Metern und erhöhte

den Vorsprung zusätzlich durch ein

Gegenstoß-Tor (33., 15:11).

Vondaanblieb die Partie in Berliner

Hand, wenngleich die Löwen es

in den letzten Minuten noch einmal

spannend machten. „Die sind eben

auch eine gute Mannschaft“, sagte

Wiede,„aber wir haben phänomenal

in der Abwehr gestanden und dadurch

gewonnen.“

Während die Berliner Handballer

ihren Sieg in der Max-Schmeling-

Halle tanzend bejubelten, verfolgte

Simon Ernst das Spiel nicht von der

Tribüne aus, sondern vor dem heimischen

Fernseher.Sicher nicht weniger

emotional und am Ende genauso

erfreut wie seine Mannschaftskameraden.

Energie

von

der Bank

Alba zeigt beim Sieg gegen

Ulm eine Menge Kampfgeist

VonChristianKattner

Danach hatte es so gar nicht ausgesehen.

Knapp nach dem ersten

Viertel geführt, nach dem zweiten

und dritten jeweils in Rückstand

gelegen, musste man mit einer bis in

die Schlussphase spannenden Partie

rechnen. Aber:Angeführtvom überragenden

Martin Hermannsson

spielte sich Alba Berlin im Schlussabschnitt

gegen Ulm förmlich in einen

Rausch. Dreier folgte auf Dreier

und in der Verteidigung wurde endlich

richtig zugepackt. Mit 35:14

wurde das letzte Viertel, mit 109:89

das Spiel deutlich gewonnen. „Inder

ersten Halbzeit waren wir offensiv

auch schon gut, aber defensiv nicht.

Es zeigt eine Menge Charakter, soin

der zweiten Hälfte zurückzukommen“,

sagte Hermannsson, der am

Ende 22 Punkte erzielte.

Das Duell gegen Ulm war so etwas

wie die Neuauflage des Play-off-

Viertelfinals der Vorsaison, in welchem

sich Alba locker mit 3:0 durchsetzte.

Auch am Sonntag galten die

Berliner beim Blick auf dieTabelle als

Favorit. Alba hatte alle fünf Saisonspiele

in der Bundesliga gewonnen,

Ulm dagegen erst eins von vieren.

Die Gäste aber setzten die Berliner

mit aggressiver Verteidigung, einer

hohen Wurffrequenz und Trefferquote

unter Druck. Nach knapp

sechs Minuten lagen die Gäste mit

18:11 in Führung. BeiAlba Berlin wareneswieder

die Bankspieler,die für

die benötigte Energie sorgten. Martin

Hermannsson erzielte nach seiner

Einwechslung neun Punkte im

ersten Viertel, Johannes Thiemann

arbeitete gut unter den Körben und

Jonas Mattisseck setzte die gegnerischen

Aufbauspieler unter Druck.

Miteinem 10:0-Lauf in 65 Sekunden

hatten die Gastgeber aus einem

Riss die Partie am Sonntag an sich: Albas

Martin Hermannsson. MORITZ EDEN/CITY-PRESS GMBH

13:22-Rückstand eine 23:22-Führung

gemacht und gingen mit einem

29:28-Vorsprung in die Viertelpause.

Das schnelle Spiel der Ulmer

blieb jedoch ein wichtiger Faktor.Vor

allem Andi Obst, der bis zur Halbzeitpause

14 Punkte erzielte und

auch in der Verteidigung immer wieder

positiv in Erscheinung trat, bereitete

Alba Probleme.Genau wie einige

Entscheidungen der Schiedsrichter.

Auf dem Feld haderten die

Spieler, am Rand erhob sich Geschäftsführer

Marco Baldi mehrfach

vomSitz und auch der sonst eher besonnene

Sportdirektor Himar Ojeda

war ausnahmsweise wild gestikulierend

zu sehen. IhrTeam ließ sich aus

dem Rhythmus bringen, lag zwischenzeitlich

mit 38:46 hinten, um

abermals mit einem 10:0-Lauf kurz

vor Ende des Abschnitts wieder in

Führung zu gehen (48:46). Allerdings

gehörte die Schlussphase diesmal

den Ulmern, die mit einem 55:50-

Vorsprung in die Kabine gingen.

Nach einem ausgeglichenen dritten

Viertel brauchte es die Energieleistung

des Schlussabschnitts. Alba

traf sechs Dreier, zwang den Gegner

zu sechs Ballverlusten und ließ nur

noch 14 Ulmer Punkte zu. Am Ende

wurde es damit so deutlich, wie es

nach dreiVierteln wirklich nicht ausgesehen

hatte.


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 19 *

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Sport

RB Leipzig

BUNDESLIGA

Borussia Dormund

Dreadlocks fordern

den Herrendutt

Von einer Waliserschwemme

zu sprechen,

wäre vielleicht ein bisschen

verfrüht, auch wenn es inzwischen

mit Schalkes Rabbi

Matondo und Ethan Ampadu

bei RB Leipzig genauso

viele walisische

Profis in der Bundesliga

gibt wie im

Kader von Cardiff

City in der englischen

Championship.

Der 19-jährige

Ampadu, für

ein Jahr vom FC

Chelsea ausgeliehen,

durfte am

Sonnabend gegen

Mainz 05 seinen Einstand geben,

nach 52 Minuten kam er

ins Spiel.

Ein Tor hat Ampadu danach

nicht geschossen, was

ein bisschen verwundert, wo

doch fast jeder Leipziger mal

durfte.Andererseits ist er Abwehrspieler,außerdem

drosselten

die Gastgeber ein wenig

das Tempo, nachdem es

bei der Einwechslung des

Walisers schon 7:0 gestanden

hatte und sogar der Gladbacher

Rekord von 1978 mit

dem 12:0 im Otto-Torhagel-

Debütanten-Ball:

Ethan Ampadu. AFP

Spiel gegen Borussia Dortmund

in Gefahr schien. Am

Ende ließen es die Gastgeber

bei einem 8:0-Sieg bewenden,

ein Resultat, das es in

der Bundesliga nun sechsmal

gab,nur 14 Partien endeten

mit einem höheren

Ergebnis.

Ohne Zweifel

ein erfreuliches Debüt

für Ampadu,

dessen üppige

Dreadlocks selbst

Bob Marley in seinen

besten Zeiten

hätten erbleichen

lassen, aber natürlich

würde der

junge Mann auch gern mal

spielen, wenn die Sache nicht

schon entschieden ist. DasAlter

dürfte kein Problem sein,

mit 15 debütierte der Sohn einer

walisischen Mutter und

eines ghanaisch-irischen Vaters

einst bei den Profis von

Exeter City,mit 17 bei Chelsea

in der Premier League. Zwei

Länderspiele für Wales hat er

auch schon, womit dort zumindest

frisurmäßig Gareth

Bale und sein Herrendutt

nicht mehr das Maß aller

Dinge sind. (mali.)

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 M'gladbach 10 7 1 2 21: 10 22

2 Bor.Dortmund 10 5 4 1 23: 11 19

3 RB Leipzig 10 5 3 2 25: 10 18

4 München 10 5 3 2 25: 16 18

5 SC Freiburg 10 5 3 2 19: 12 18

6 FC Schalke04 10 5 3 2 17: 11 18

7 Eintr.Frankfurt 10 5 2 3 21: 15 17

8 VfL Wolfsburg 10 4 5 1 11: 8 17

9 Hoffenheim 10 5 2 3 14: 13 17

10 Leverkusen 10 4 3 3 15: 15 15

11 Hertha BSC 10 3 2 5 15: 17 11

12 SV Werder Bremen 10 2 5 3 17: 21 11

13 Düsseldorf 10 3 1 6 12: 16 10

14 Union Berlin 10 3 1 6 10: 15 10

15 Mainz 05 10 3 0 7 10: 27 9

16 FC Augsburg 10 1 4 5 12: 24 7

17 1. FC Köln 10 2 1 7 9: 21 7

18 SC Paderborn 10 1 1 8 11: 25 4

11. Spieltag,8.bis 10. November

Köln -Hoffenheim Fr., 20.30

Schalke-Düsseldorf Sa., 15.30

Mainz -Union Berlin Sa., 15.30

Paderborn-Augsburg Sa., 15.30

München -Dortmund Sa., 18.30

Mönchengladbach -Bremen So., 13.30

Wolfsburg -Leverkusen So., 15.30

Freiburg -Frankfurt So., 18.00

Torjäger

14 Tore: Lewandowski (Bayern München)

9Tore: Werner (RB Leipzig)

6Tore: Paciencia (Eintracht Frankfurt)

5Tore: Alcacer (Borussia Dortmund)

Hennings (Fortuna Düsseldorf), Petersen

(SC Freiburg), Reus (Bor.Dortmund).-

Thuram (Bor.Mönchengladbach), Volland

(Bay. Leverkusen), Weghorst (VfL

Wolfsburg), Harit (Schalke04)

Es ist nicht immer empfehlenswert,

das zu machen,

was ein Trainer sagt.

Lucien Favre zum Beispiel,

hat vor dem 3:0 (0:0) seiner

Dortmunder Borussen gegen

Wolfsburg festgestellt:

„Wir müssen rotieren.“ Favre

ließ daher den Profis Witsel,

Delaney und Sancho eine

Verschnaufpause, weil die ja

am Dienstag in der Champions

League gegen Inter

Mailand benötigt werden.

Allerdings muss auch Tobias

Welz von der Sache mit

der Rotation Wind bekommen

und diese gründlich

missverstanden haben, denn

der Schiedsrichter rotierte in

der 38. Minute aus der Partie.

Zusammen mit Dortmunds

Kapitän MarcoReus,der eine

Fußverletzung erlitten hatte.

Wie sich herausstellte, hatte

sich Welz etwas an der Wade

getan. Für ihn kam nun Linienrichter

Martin Thomsen,

für den der vierte Offizielle

Marcel Pilgrim einsprang,

dessen Job wiederum Tobias

Welz übernahm. Eine mustergültige

Rotation.

Die bis dahin letzte Auswechslung

auf der Position

des Schiedsrichters hatte im

August 2017 für Furore ge-

Das große

Rotieren

Tobias Welz wechselt auf die Position

des vierten Offiziellen. AFP

sorgt, als Felix Brych inder

Partie des 1. FC Köln gegen

den HSV vomSpielfeld humpelte.

Sein Nachfolger Sören

Storks führte sich mit der

Vergabe einer Gelb-Roten

Karte ein: der erste Platzverweis

durch einen Einwechselschiedsrichter.

Auch die Rotation in

Dortmund hat ein Alleinstellungsmerkmal.

Welz hatte

sich schon Ende Oktober

2015 im Duell der Borussia in

Bremen an der Wade verletzt

und war ausgetauscht worden.

Sicher hat er einen weiteren

Satz von Coach Favre

aufgeschnappt: Dass Kontinuität

wichtig sei. (cs.)

Bayer Leverkusen

Sahnelikör für

einen Jubilar

Man muss ja nicht immer

nach dem Haar im

Sahnelikör –pardon –inder

Suppe suchen, aber der Leverkusener

Bailey stieß einen

ja quasi mit der Nase drauf.

Oder vielmehr stieß die Nase

des Mönchengladbachers

Patrick Herrmann mit Leon

Bailey zusammen. So ungefähr

jedenfalls.

In der 69. Minute fürWendell

eingewechselt, wurde

Bailey per Roter Karte des

Feldes verwiesen; da lief

schon die Nachspielzeit.

Darauf kam es dann zwar

auch schon nicht mehr an,

denn das Torzum 1:2-Endstand

war bereits in der 42.

Minute gefallen, doch wird

der 22-Jährige nun Trainer

Peter Bosz bei künftigen Aufgaben

fehlen. Soweit Peter

Bosz nicht selbst fehlen wird.

Schließlich haben die von

ihm dirigierten Leverkusener

jetzt zum vierten Mal

nacheinander in der Bundesliga

nicht gewonnen.

Dafür konnte Bailey ein

Jubiläum feiern. Seine Rote

Karte war der 75. Platzverweis

in Leverkusens Bundesliga-Historie.

Darauf einen

Sahnelikör. (cs.)

Nicht zu fassen: Leon Baileyfliegt in der Nachspielzeit vom Platz.

DDP

Vorsicht Fortune!

DieMannschaft vonFortuna Düsseldorf–dieser

kleine Wortbildwitz sei an dieser Stelle aufgrund

des hier gezeigten Fotos doch mal erlaubt –darf

man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.

Schon gar nicht in einem Derby, wie sich am

Sonntag für Simon Terodde (Foto, unten) und

den Sportskameraden des 1. FC Köln gezeigt hat.

GETTY IMAGES/BARON

Durchdie Tore vonRouwen Hennings,der in der

38. Minute einen Strafstoß verwandelte, und

Erik Thommy (61.) kamen die Fortunen vor

51 155 Zuschauer in der heimischen Arena zu einem

2:0-Erfolg, der vor allen Dingen nun FC-

Trainer Achim BeierlorzerinBedrängnis bringen

dürfte.

Ein rundum

verschlafener Tag

Das konnte Jiri Pavlenka

nun wirklich nicht ahnen,

dass ihm ausgerechnet

Gefahr von Nils Petersen

drohen könnte. Der ist

schließlich als Joker berühmt,

aber diesmal hatte

ihn der Freiburger Trainer

Christian Streich in die Startaufstellung

gepackt. Was

sollte dem Keeper von Werder

Bremen also schon passieren

beimVersuch, im eigenen

Strafraum ein kleines

Dribbling zu wagen?

Doch schwupps, schon

war der Ball weg, und ehe

sich Pavlenka auch nur die

Augen reiben konnte, hatte

Petersen den Ball im Toruntergebracht.

Ziemlich schläfrig

hatte der sonst so zuverlässige

Tscheche auch schon

in einer Szene vorher gewirkt,

als er solange träumte,

bis alle Passwege zugestellt

waren, und er den Ball gerade

noch rechtzeitig ins Seitenaus

bugsieren konnte.

Am Ende dann ließ Jiri

Pavlenka noch einmal Nils

Petersen aus den Augen,

Werder Bremen

deckte das kurze Eck zuspät

ab und kassierte per Kopfball

den Treffer zum 2:2-Endstand.

Ein rundum verschlafener

Tagfür den 27-Jährigen,

was vielleicht daran liegen

könnte, dass er im Sommer

Vater eines Sohnes geworden

ist und eine Überdosis Sandmännchen

abbekommen

hatte. Pavlenkas Ambitionen,

endlich Stammtorhüter

der tschechischen Nationalmannschaft

zu werden, sind

solche Auftritte natürlich

nicht dienlich.

Bisher kam er nach dem

Abschied von Petr Cech dort

nicht an Tomas Vaclik vom

FC Sevilla vorbei. Der hielt

am Sonnabend beim 1:1 in

der Begegnung mit Atlético

Madrid überragend, parierte

einen Elfmeter samt Nachschuss

und wirkte auch sonst

ziemlich ausgeschlafen. Vaclik

hat eine kleine Tochter,

vom Arenero, dem spanischen

Sandmännchen, hält

er sich aber offenbar trotzdem

fern. (mali.)

ZEHNTER SPIELTAG

1:0 (0:0)

UNION–HERTHA BSC

3:0 (0:0)

DORTMUND–WOLFSBURG

2:2 (1:1)

BREMEN–FREIBURG

2:3 (1:1)

AUGSBURG–SCHALKE

1:2 (1:2)

LEVERKUSEN–M’GLADBACH

8:0 (5:0)

LEIPZIG–MAINZ

5:1 (2:1)

FRANKFURT–BAYERN

3:0 (3:0)

HOFFENHEIM–PADERB.

2:0 (1:0)

DÜSSELDORF–KÖLN

1. FC Union: Gikiewicz -Friedrich,

Schlotterbeck, Subotic -

Trimmel, Andrich, Gentner,Lenz

-Ingvartsen (90.+3 Ryerson),

Andersson (76. Polter), Bülter

(46. Mees)

Hertha BSC: Jarstein -Klünter,

Stark, Boyata, Mittelstädt (89.

Selke) -Skjelbred (46. Löwen),

Grujic -Wolf, Dilrosun -Ibisevic

(78. Kalou), Lukebakio

Schiedsrichter:Aytekin

Zuschauer:22012

Tore: 1:0 Polter (90., FE)

Gelbe Karten: Schlotterbeck (2)

-Boyata (2)

Dortmund: Hitz -Piszczek,

Akanji, Hummels, Guerreiro -

Weigl, Dahoud (70. Witsel) -Hakimi,

Reus (28. Götze), Hazard -

Brandt (89. Alcacer)

Wolfsburg: Pervan -Tisserand

(79. Brekalo), Bruma, Brooks -

William, Guilavogui, Arnold,

Roussillon (89. Steffen) -Joao

Victor,Weghorst, Nmecha (66.

Klaus)

SR: Tobias Welz (Wiesbaden) ab

30. Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer:80200

Tore: 1:0 Hazard (52.), 2:0 Guerreiro

(58.), 3:0 Mario Götze

(88., Handelfmeter)

Gelbe Karten: Weigl (3) -Nmecha,

Brooks, Tisserand (3)

Bremen: Pavlenka -Gebre Selassie,

Veljkovic, Toprak, Friedl -

Sahin (68. Bargfrede) -Maximilian

Eggestein, Klaassen -Bittencourt,

Osako(72. Sargent),

Rashica (86. Langkamp)

Freiburg: Flekken -Schmid, Lienhart,

Heintz, Günter -Haberer,

Koch -Sallai (88. Borrello),

Grifo (64. Frantz) -Höler (84.

Kwon), Petersen

SR: Dingert-ZS: 41 000

Tore: 1:0 Rashica (9.), 1:1 Petersen

(28.), 2:1 Gebre Selassie

(59.), 2:2 Petersen (90.+3)

GK: Bittencourt(4), Sahin, Veljkovic

-Günter,Frantz (2)

GRK: Haberer wegenFoulspiels

(87.)

Augsburg: Koubek -Lichtsteiner,

Jedvaj, Uduokhai, Max -Khedira,

Baier (85. Gregoritsch) -

Richter (68. Oxford), Niederlechner

(78. Iago), Vargas -

Finnbogason

Schalke: Nübel -Kenny, Kabak,

Salif Sane (9. Caligiuri), Oczipka

-Mascarell -McKennie, Serdar -

Harit -Uth (85. Burgstaller), Raman

(75. Schöpf).

SR: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer:30.361

Tore: 1:0 Baier (38.), 1:1 Lichtsteiner

(45.+1, ET), 2:1 Finnbogason

(60., Handelfmeter), 2:2

Kabak (71.), 2:3 Harit (82.)

GK: Baier,Khedira (4), Vargas

(4) -Caligiuri (3), Mascarell (2),

McKennie (2), Schöpf, Nübel

Leverkusen: Hradecky -Weiser,

Tah, Sven Bender,Wendell (69.

Bailey) -Baumgartlinger (46.

Aranguiz) -Havertz, Demirbay

(73. Amiri) -Bellarabi, Alario,

Volland

Mönchengladbach: Sommer -

Jantschke, Ginter,Elvedi (69.

Zakaria) -Kramer,Hofmann

(80. Benes) -Lainer,Neuhaus,

Wendt -Herrmann, Thuram (65.

Stindl)

SR: Siebert-ZS: 30 210

Tore: 0:1 Wendt (18.), 1:1 Volland

(25.), 1:2 Thuram (42.)

GK: Tah(3), Baumgartlinger -

Hofmann

RK: Bailey, Tätlichkeit (nach Videobeweis)

(90.+7).-

Leipzig: Gulacsi -Mukiele, Klostermann,

Upamecano (52. Ampadu),

Halstenberg -Laimer

(46. Haidara), Demme -Sabitzer

(62. Cunha), Nkunku -Poulsen,

Werner

Mainz: Zentner -Pierre-Gabriel,

St. Juste, Alexander Hack, Martin

-Malong (54. Brosinski) -

Öztunali, Baku -Boetius (74.

Onisiwo) -Szalai (39. Latza),

Quaison

SR: Winkmann -ZS: 38 517

Tore: 1:0 Sabitzer (5.), 2:0 Werner

(30.), 3:0 Nkunku (35.), 4:0

Halstenberg (39.), 5:0 Poulsen

(44.), 6:0 Werner (48.), 7:0 Mukiele

(50.), 8:0 Werner (87.)

GK: -Pierre-Gabriel

Frankfurt: Rönnow-Abraham,

Hinteregger,Ndicka -Fernandes

(80. Silva) -daCosta, Sow,

Rode (71. Gacinovic), Kostic -

Dost (64. Kamada), Paciencia

FC Bayern:Neuer -Pavard,

Boateng,Alaba, Davies -Kimmich,

Thiago-Thomas Müller

(64. Martinez), Coutinho (57.

Coman), Gnabry(69. Goretzka)

-Lewandowski

SR: Schmidt -ZS: 51 500

Tore: 1:0 Kostic (25.), 2:0 Sow

(33.), 2:1 Lewandowski (37.),

3:1 Abraham (49.), 4:1 Hinteregger

(61.), 5:1 Paciencia (85.)

GK: Kamada (2) -Ulreich, Kimmich

(3)

RK: Boateng (9., Videobw.)

Hoffenheim: Baumann -Akpoguma,

Vogt, Benjamin Hübner -

Kaderabek, Grillitsch, Skov -

Rudy, Rupp (76. Geiger) -Locadia

(69. Adamyan), Bebou (81.

Baumgartner)

Paderborn: Zingerle -Dräger

(46. Jans), Kilian, Schonlau,

Collins -Sabiri -Vasiliadis, Oliveira

Souza (46. Mamba) -

Antwi-Adjej, Holtmann -Zolinski

(70. Michel)

Schiedsrichter:Schröder

Zuschauer:23629

Tore: 1:0 Skov (2.), 2:0 Kaderabek

(15.), 3:0 Locadia (26.)

Gelbe Karte: -Mamba

Düsseldorf: Steffen -Matthias

Zimmermann, Ayhan, Adams,

Gießelmann -Morales (81. Sobottka),

Bodzek -Zimmer (78.

Kownacki), Fink (67. Andre

Hoffmann), Thommy -Hennings

Köln: Timo Horn-Ehizibue, Bornauw,Czichos,

Katterbach (7.

Höger) -Skhiri, Hector -Schindler

(78. Modeste), Schaub,

Drexler (63. Cordoba) -Terodde

Schiedsrichter:Jablonski

Zuschauer:51155

Tore: 1:0 Hennings (38., Foulelfmeter),

2:0 Thommy (61.)

Gelbe Karten: Bodzek (4) -Ehizibue

(3), Terodde (3), Drexler

(2)


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 – S eite 20 *

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Sport

Schiedsrichter

Chapeau,

Herr Aytekin!

Patrick Berger

ist vonder Leistung des

Unparteiischen angetan.

Ein guter Referee fällt nur dann

auf, wenn er gar nicht auffällt.

Dieser Satz ist in Schiedsrichter-

Kreisen ein ungeschriebenes Gesetz.

Deniz Aytekin fiel in einem hitzigen

Berliner Stadtderby zwischen Union

und Hertha durch seine ruhige und

besonnene Spielleitung eben nicht

auf –und war damit bester Mann auf

dem Platz. Der gebürtige Nürnberger

hat einmal mehr bewiesen, dass

er zurzeit Deutschlands Bester ist.

Der1,97 Meter große Franke legte

an diesem zuweilen hitzigen und

chaotischen Abend in Köpenick einen

souveränen Auftritt hin, hatte

vomAnpfiff wegalles im Griff. Der41

Jahre alte Fifa-Referee spielte sich

nicht unnötig auf, agierte stattdessen

besonnen, cool, abgezockt und

hatte immer eine lockeren Spruch

auf den Lippen. Jederzeit genoss Aytekin

die Akzeptanz der Spieler. Ein

Beispiel dafür? Nach einem Foulspiel

im ersten Durchgang klatschte

Union-Stürmer Sebastian Andersson

sogar mit dem Schiri ab. Nicht

nur bei den Spielern, auch bei den

Schiedsrichterkollegen genießt Aytekin,

der in seiner Freizeit schon mal

als DJ in weißem Hemd und schwarzerSonnenbrille

auf House-Festivals

auftaucht, ein großes Ansehen.

Die hitzige Derby-Atmosphäre

mit Pyrotechnik und Leuchtraketen?

Für den vierfachen Familienvater

kein Problem. DerDeutsche mit türkischen

Wurzeln moderierte den

Pyro-Wahnsinn mit kühlem Kopf

und klarem Durchblick weg und ist

damit einer der Gewinner eines

skandalösen Derbys. Dass das Spiel

nicht abgebrochen wurde, ist auch

Deniz Aytekin zu verdanken. „Die

oberste Priorität war,das Spiel sicher

nach Hause zu bringen“, sagte der

Schiri des Jahres 2018/2019 hinterher.

Dass er sich nach dem Spiel vor

die TV-Kameras stellte und den Journalisten

seine Sicht der Pyrovorfälle

und seinen Wegzur Entscheidungsfindung

des Elfmeterpfiffes schilderte,

war erfrischend. Der DFB

sollte seine Schiedsrichter im Übrigen

öfter vordie Kamerastellen und

ihnen die Chance geben, sich zu stellen

und auch brisante Entscheidungen

zu erklären. Daswürde Transparenz

und Verständnis schaffen.

Aytekin, von Beruf Betriebswirt,

ist seit seinem 17. Lebensjahr

Schiedsrichter. Seit 2004 ist er als

Unparteiischer auf der DFB-Liste,

feierte im Übrigen vor elf Jahren

seine Premiere imSpiel Hertha gegen

Cottbus.Das Berliner Derbywar

sein 167. Spiel im Oberhaus. Dass er

bislang als Highlight „nur“ das DFB-

Pokalfinale 2017 pfeifen durfte, ist

bei seinem souveränen und selbstkritischen

Auftreten fast schon tragisch.

„Schade, dass Aytekin nicht

drei Spiele am Wochenende pfeifen

kann“, meinte A. Thies auf Twitter.

Recht hat er.Chapeau, Herr Aytekin!

Dedryck Boyata (l.) fleht Deniz Aytekin

vergeblich um Elfer-Gnade an. OTTMAR WINTER

So sehen Sieger aus: Union feiertdas 1:0 durch Sebastian Polter (M.).

Das Zockerli

Union hat beim 1:0 im Stadtderby gegen Hertha BSC einen entscheidenden Vorteil: Trainer Urs Fischer

VonMarkus Lotter

Ausgecoacht. Aufdieses einzige

Wort lässt sich im

Nachgang des ersten Bundesliga-Derbys

zwischen

dem 1. FC Union und Hertha BSC die

Analyse des sportlichen Geschehens

im Stadion An der Alten Försterei reduzieren.

Dort Ante Covic, der Trainer

der Verlierer,der schon während

der Partie mitunter ziemlich verzweifelt

wirkte, weil seine Mannschaft

zwar ganz ordentlich verteidigte,aber

in der Vorwärtsbewegung

frei von Esprit und Durchschlagskraft

war. Hier Urs Fischer, der Trainer

der Sieger, der mit seinem blitzgescheitem

Coaching dafür verantwortlich

war, dass a) Covic so einen

miserablen Abend erlebte und b)

sein Team dagegen ein 1:0 (0:0) bejubeln

durfte.

Zwei Derby-Siege und damit den

klaren Gewinn der Stadtmeisterschaft

hatte Covic den Anhängern

der Hertha vordem ersten Duell mit

dem Stadtrivalen in Aussicht gestellt,

am späten Sonnabendabend wollte

er von dieser außerordentlichen

Zielvereinbarung nichts mehr wissen.

„Die Bundesliga besteht aus 34

Spieltagen, nicht nur aus einem“,

gab er bei der Pressekonferenz in einer

für ihn doch ungewohnten

Kratzbürstigkeit zu verstehen, um

dann mit einem Satz zu schließen,

der wohl auch dem anwesenden

Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer

ob der damit zur Schau gestellten

Dünnhäutigkeit nicht gefallen

haben dürfte.„Ichwill jetzt nicht

böse klingen, aber kurz auf die Tabelle

schauen: Wir sind immer noch

vorUnion.“

Ungewohnt unverblümt

Fischer wiederum konnte im Austausch

mit den Medienvertretern

von einer tiefgreifenden Überzeugung

berichten.„Ich hatte zu keinem

Punkt das Gefühl, dass wir das Spiel

aus der Hand geben würden. Am

Schluss waren wir auch ein bisschen

glücklich mit dem Elfmeter,aber wir

haben über 90 Minuten sehr viel aufgewendet,

um als Sieger vom Platz

zu gehen“, erklärte der Fußballlehrer

aus der Schweiz, der in einer für ihn

ungewohnten Unverblümtheit über

die Kraft des Teamworks und der gelebten

Solidarität einer Fußballmannschaft

schwärmte, jaschließlich

von einem hochverdienten Sieg

sprach.

Shakehands: Fischer begrüßt Covic im Stadion An der Alten Försterei.

POKAL: HERTHA UND UNION AUSWÄRTS

Knaak: DieBerlinerBundesligisten gehen sich

im Achtelfinale des DFB-Pokalsaus demWeg

und haben unterschiedlich schwere Auswärtsaufgaben:

Der 1. FC Union reist als Favorit zum

Duell beim Regionallisten SC Verl,Hertha BSC

muss zu Ligakonkurrent FC Schalke04. Das

ergabdie AuslosungdurchNationalspielerin

Turid Knaak am Sonntag in Dortmund.Die

Runde der besten 16 Mannschaftenfindetam

4. und 5. Februar statt.

Da wagte keiner zu widersprechen,

weil es den Unionern tatsächlich

aufs Eindrucksvollste gelungen

war, das Spiel der Hertha schon im

Ansatz zu zerstören. „Frühes anlaufen“

nennt Fischer das, was im Verbund

nur gelingen kann, wenn wiederholt

Blaupausen zur Anwendung

kommen können. Wenn das Trainerteam

in Vorbereitung auf so eine Partie

also wiederholt mögliche Szenarien

durchspielt und den Profis Lösungsvarianten

mit auf demWeggibt.

Da kam aufseiten der Blau-Weißen

jedenfalls nichts ins Rollen, da

kam immer wieder einer in Rotmit einem

destruktiven Ansatz dazwischen.

RobertAndrich vorneweg, der

aber ja nicht nur von einer großen

Lust am Zerstören, sondern auch

voneiner Gier nach der energischen

Offensivaktion getrieben wird. Oder

AFP/SCHWARZ

Knapp: Am Wochenende vordem Pokalspiel

in Gelsenkirchen ist SchalkeimLigaspiel bei

Hertha zu Gast. „Wir hätten gernewieder ein

HeimspielgehabtimPokal, aber wenn man

insFinale will,muss man jeden Gegner schlagen“,

sagte TrainerAnte Covic. „Verlhat in den

erstenbeidenRundenErst- und Zweitligisten

geschlagen“, so UnionsGeschäftsführer Oliver

Ruhnert.Der Klub hättesich ein Heimspielgewünscht,

freuesichaber auf die Partie.

OSTKREUZ/SEBASTIAN WELLS

eben auch Christian Gentner, der

aufgrund seiner Wettkampferfahrung

doch ziemlich genau weiß, wie

man die Vorgaben eines Trainers in

die Praxis umsetzt beziehungsweise

in so einer Ausnahmesituation wie

diesem Berliner Stadtderbymit kühlem

Kopf Akzente setzt. Der ehemalige

Stuttgarter war es ja auch, der in

der 85. Minute die Chance zur Spielentscheidung

erkannte, nach dem

gut getimten Finalpass von Joshua

Mees den Abschluss suchte und dabei

von Dedryck Boyata hart getackelt

wurde. Schiedsrichter Deniz

Aytekin erkannte dabei einen Regelverstoß,

kam auch beim Studium der

vom Videoassistenten in Köln zur

Verfügung gestellten Bilder zu keinem

anderen Schluss.Was Sebastian

Polter die Möglichkeit einräumte,

sich mit einem verwandelten Strafstoß

zum siegbringenden 1:0 in den

Annalen des Klubs zu verewigen.

Im Gegenzug hatte Covic einen

letztlich untauglichen Matchplan

entwickelt. Vedad Ibisevic und Dodi

Lukebakio wussten sich in einem

Zwei-Mann-Sturmnicht so recht zueinander

zu verhalten, erhielten

aber auch kaum Unterstützung aus

dem Mittelfeld. Dort fehlte in Abwesenheit

des gesperrten Vladimir Darida

wiederum einer, der einerseits

im Zentrum an der Seite von Marko

Grujic Fleißarbeit verrichtet, andererseits

als Verbinder zwischen den

Mannschaftsteilen aktiv wird.

Covic hätte schon in der Halbzeitpause

auf die spieltaktischen Nöte

seiner Elf reagieren müssen, tat es

aber nicht. „Es war nicht unser Spiel

heute Abend. Es lag enormer Druck

auf den Spielern, deshalb waren wir

gehemmt“, befand er am Sonnabend

noch viel zu lapidar. AmTag

darauf klang das aber auch nicht

allzu überzeugend: „Mein Gefühl

nach dem Derby? Um ehrlich zu

sein, ich bin sehr genickt gewesen.

Einfach beschissen. Dasärgertmich.

Ich bin Berliner, ich bin Ur-Herthaner.“

Und die Sache mit der Taktik?

Nun, PerSkjelbred und MarkoGrujic

hätten höher agieren müssen, monierte

er. Zudem, dass „zu wenig

Leute auf dem Platz“ gewesen wären,

„die den Ball bekommen und

eine Situation Eins-zu-Eins auflösen

können“. Selbstkritik? Dazu fehlte

ihm hoffentlich nicht nur der Mut.

Hertha muss gegen RB ran

Clever schlägt smart, Erfahrung

schlägt Ehrgeiz, Trainerroutinier

schlägt Trainernovizen. Oder: Aus

wenig mach mehr als der andere, der

viel mehr hat. Urs Fischer geht jedenfalls

als ganz klarer Sieger aus

dem Duell der Trainer hervor, darf

darauf hoffen, dass seiner inzwischen

allemal bundesligatauglichen

ElfauchbeimGastspiel in Mainz am

kommenden Sonnabend der

nächste wichtige Schritt Richtung

Klassenerhalt gelingt. Covic hingegen

ist mit elf Punkten aus zehn Spielen

weit hinter den Erwartungen zurück.

„Wir werden versuchen,

schnellstmöglich die Kurve in die

richtige Richtung zu kriegen“, sagte

er. Was am kommenden Spieltag

freilich nicht so leicht werden dürfte.

Am Sonnabend kommt nämlich RB

Leipzig ins Olympiastadion, zu einer

Begegnung,„wo keiner mit uns rechnet“,

sagte Covic.

Sechs Minuten

zur

Unsterblichkeit

Sebastian Polter beweist

Nervenstärke beim Elfmeter

VonMathias Bunkus

Für Schabernack war er ja schon

immer zu haben. Also zog sich

Sebastian Polter mit seinem typisch

spitzbübischen Lächeln, das ihn immer

wie einen kleinen Jungen erscheinen

lässt, eine rote Wollmütze

über den Kopf und machte sich

selbst für die Fotografen zum Nappel.

Nicht wirklich hübsch, auch

wenn die Aufschrift „Berlin sieht

Rot“ passend zum Derby-Triumph

war und er mit einem Wischmob als

Hauptbedeckung vor wenigen Monaten

nach der Relegation schon weniger

kleidsam rumgelaufen war.

So endete ein Abend ausgelassen

fröhlich für den 28-Jährigen aus

zweierlei Gründen. Einmal aus Erleichterung,

weil eine aus dem Hertha-Block

abgefeuerte Feuerwerksrakete

nur weniger Meter neben seinen

beiden Kindern und seiner Lebensgefährtin

auf der Haupttribüne

einschlug. Zum anderen natürlich

aus Genugtuung. „So hatte ich mir

das erträumt“, meinte der 1,92 m

große Angreifer. Erträumt deshalb,

weil ihm Trainer UrsFischer vor wenigen

Tagen schon verraten hatte,

dass er wieder einmal nicht zur Startelf

gehören würde. Wie schon im

ganzen Saisonverlauf hatte der

Schweizer dem Schweden Sebastian

Andersson den Vorzug gegeben. Das

wurmt Polter natürlich, auch wenn

er es öffentlich nicht ausspricht, nur

stets betont, dass er einfach „spielen“

wolle.

Er hat die Ruhe weg

Die nächste Gelegenheit dazu bestünde

ja schon am kommenden

Sonnabend, wenn es zu seinem ehemaligen

Klub Mainz 05 geht. Einem

der Erstligisten, die Union auf dem

Weg zum Klassenerhalt auf Augenhöhe

sieht. Ob er da endlich randarf

von Beginn an? „Dafür bin ich der

falsche Ansprechpartner“, betonte

Polter,der ohnehin erst einmal lieber

den Sieg über Hertha BSC genießen

wollte.Mit den Rheinhessen gelte es

sich nach zwei freien Tagen ab

Dienstag wieder zu befassen.

Also zurück zum Derby, wo Polter

knapp sechs Minuten brauchte, um

in den eisernen Fußball-Olymp aufzusteigen

und unsterblichen Ruhm

zu erlangen. So lange dauerte es in

etwa bis der verhängte Elfmeterpfiff

einer visuellen Überprüfung unterzogen

worden war und Polter endlich

anlaufen durfte.Wobei er da die

Ruhe weg hatte trotz der Dramatik

der Situation. „Ich stand ja auch

lange genug da. Da muss ich ja Ruhe

haben“, scherzte Polter ehe er die Sekunden

genau rekapitulierte: „Ich

wusste vorher genau, wo ich hinschießen

wollte. Nach links oben.

Das hatte ich mir vor dem Spiel für

einen Elfmeter vorgenommen. Der

Ball ist dann leider nicht so gut dahingegangen.

Gott sei dank geht er

trotzdem rein.“

Hand aufs Herz und Mütze drauf: Sebastian

Polter grinst vor Freude. MATTHIAS KOCH


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 – S eite 21

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Feuilleton

DOK Leipzig:

die Filme,

die Preise

Seite 23

„Die Nazis und ihr Gedankengut sind überhaupt nie weg gewesen.“

Der diesjährige Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss Seite 23

Mauerfall

Gestrichener

SED-Passus

Torsten Wahl

hat sein Dokument

zum 9.11.89 gefunden

Wodoch jetzt alle noch mal über

den 9. November reden, muss

ich es endlich kundtun: Ichhabe ein

ganz spezielles Papier mit diesem

historischen Datum! Meinen ersten

Arbeitsvertrag habe ich ausgerechnet

am 9.11.1989 beim Fernsehen

der DDR unterzeichnet. So steht es

zumindest auf dem Papier, das man

in jedem Ostmuseum ausstellen

könnte. Eigentlich war ich als Zeitungsjournalist

ausgebildet worden,

doch im Juni 89 hatte man mich zum

DDR-Fernsehen nach Adlershof abkommandiert.

Im September 89 absolvierte

ich ein Praktikum beim

„Verkehrsmagazin“.

Am 9. November war ich gar nicht

in Berlin –ich hatte den Termin von

der Leipziger Karl-Marx-Uni aus abgesagt.

Nach dem Mauerfall fuhr ich

dann aber doch schnell nach Berlin,

wollte am 12.11. das große deutschdeutsche

Konzert in der Deutschlandhalle

erleben −mit UdoLindenberg

und Nina Hagen, mit BAP und

Pankow, mit Nena und Silly und vielen

anderen.

Meinen Vertrag wenige Tage später

unterschrieb Heinz Grote, der

Leiter der Fernsehpublizistik. Er

hatte seit 1954 in Adlershof gearbeitet,

hatte die „Aktuelle Kamera“ geleitet,

war erster BRD-Korrespondent

des DDR-Fernsehens und vertrat

Karl-Eduardvon Schnitzler beim

„Schwarzen Kanal“. Der Werktätige

Torsten Wahl verpflichtete sich unter

anderem dazu, treu zur Deutschen

Demokratischen Republik zu stehen,

das sozialistische Eigentum zu

mehren und den Brandschutz einzuhalten.

Ein Passus aber war gestrichen

worden: Ich war nicht mehr

verpflichtet, die Beschlüsse der Partei

der Arbeiterklasse umzusetzen –

vielleicht war mein Arbeitsvertrag

sogar der erste mit dieser Streichung.

Als ich im September 1990 meine

Arbeit antrat, hatte sich Grote schon

in die Rente verabschiedet, statt 900

Ost-Mark bekam ich 1100 West-

Mark –ein toller Kurs,bei einer Miete

von 27,50 DM. Doch der Deutsche

Fernsehfunk löste sich auf und

konnte seine Zusage, mich mindestens

drei Jahrezubeschäftigen, nicht

einhalten – Ende September 1991

war meine Arbeit als Fernseh-Journalist

schon wieder beendet, einstige

Chefs hatten längst zum Versicherungsvertreter

umgesattelt. Da

ich ein Telefon für meine Einzimmer-Außenklo-Wohnung

im Prenzlauer

Berg bekommen hatte, dachte

ich mir: Jetzt kannst du freiberuflich

arbeiten. Einen Arbeitsvertrag habe

ich nie wieder unterschrieben.

Der Arbeitsvertrag wurde an einem historischen

Datum unterschrieben. TORSTEN WAHL

Deutsches Theater:Franziska Linkerhand macht sich zum Verdruss ihres Geliebten Ben die Finger dreckig (Kathleen Morgeneyer und Felix Goeser).

Wider den Kleingeist der Realität!

Yael Ronens „Rewitching Europe“ im Gorki und Brigitte Reimanns „Franziska Linkerhand“ im DT

VonDoris Meierhenrich

Im Gorki-Theater brennt die

Welt. Riesenflammen flackern

über die Bühne und züngeln

bis hinaus in den Zuschauersaal.

Im Deutschen Theater dagegen

schläft die Welt. Auch wenn Dutzende

Schubkarren auf Arbeit warten.

Aber dazu später. Der Brand im

Gorkiist jener Moment, an dem Vergangenheit

und Zukunft ineinanderfallen

und auch die letzte Schranke

zwischen dunklen Verheißungen

und klarem Wissen in der angekündigten

Katastrophe zusammenbricht.

Wir befinden uns in Yael Ronens

neuem Stück mit dem beschwörenden

Titel „Rewitching Europe“

(Wiederverhexung Europas),

das wie immer furchtlos durch Raum

und Zeit, hier auch durch Unter-und

Oberwelt besenreitet. Ja, esgeht um

alles und das rettende Nichts an diesem

todernsten, trotzdem nie unlockeren,

unwitzigen Abend, in dem

Ronen und ihr Ensemble nichts weniger

vorhaben, als mit dem Flammentod

der Welt (wie sie in den Bilanzbüchern

der Naturausbeuter

existiert) das Weltende aufzuhalten.

Zwei Feuer

Nicht, dass falsche Vermutungen

aufkommen: Das Feuer ergibt sich

aus den Erzählsträngen der sechs

Gorki-Spieler quasi vonselbst. Denn

es geht darin um Dinge, die seit je

herrschende Mächte nervös machen

und deshalb mit dem Scheiterhaufen

bestraft wurden: schamanisches

Wissen, hierarchielose Riten, Häresien.

Und imGorki entzünden sich

die virtuellen Flammen gleich auf

zweierleiWeise: Gerade noch hat Lea

Draeger in Greta Thunberg’scher

Ernsthaftigkeit dramatische Fakten

zum Zustand der Erde verkündet –

die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung

verursachen über die

Hälfte aller Treibhausgase, aber die

Mehrheit der ärmsten wirddarunter

leiden; bis 2050 müssen Millionen

Menschen ihre Heimat des Klimas

wegen verlassen –und schon steht

sie an einen Pfahl gefesselt auf einem

virtuellen Holzhaufen. Andererseits

Gorki: Die Empowerment-Show „Rewitching Europe“

hat sich die überhitzte Erde auch

selbst schon entzündet.

Werhier nach herkömmlicher Logik

sucht, muss den Kopf einmal weit

nach unten biegen, denn die Logik

kehren Yael Ronen und ihre Recken

einmal gegen sich selbst. Beiden Sanierungsarbeiten

an der Unterbühne,sodie

Schauspielerin Sesede

Terziyan, habe man uralte Menschenknochen

und kultische Relikte

gefunden, die zunächst nur Kollegin

Ruth Reinecke magisch verwirrten,

bald aber auch Orit Nahmias, Lea

Draeger,Riah MayKnight und Lindy

Larsson in Bann zogen und schließlich

zu Schwestern einer neu-alten

kultischen Erdbeziehung machten.

Gegen die kapitalistische Vernunft,

die draußen herrscht und alle

wissenschaftlichen Warnungen gegen

die Naturausbeutung hartnäckig

ins Reich der Realitätsferne schiebt,

folgen die Bühnenschwesterniminneren

Gorki-Kreis nun ganz der intuitiven

Vernunft. Naiver oder diffuser

als die postfaktische Politik kann

auch das nicht sein, aber in jedem

Fall weltnäher. Und so entsteht ein

lockerer, schamanischer Erzählabend

zwischen Realität und Fiktion

daraus, der auch zu einer Lehrstunde

in Sachen Wissen und Tun

hätte werden können. Wenn nicht

MAIFOTO/UTE LANGKAFEL

die eigene Blindheit gegenüber der

selbst verwendeten, völlig unökologischen

Bühnentechnik und ihre digital

hochgerüsteten Licht- und Videoeffekte

dagegen schösse. Also

doch: nette Show und viel heiße Luft.

Dabei liegt doch in der Technik

der Dreh- und Angelpunkt jeder

Weltverbesserungsidee. Auch die

Premiere imDTkreist darum, allerdings

nicht als munter-naives Ermächtigungsritual

mit Blick in die

Zukunft, sondern als leerlaufendes

Rückpassspiel in die Vergangenheit.

Die Regisseurin Daniela Löffner

hat im Auftrag des DT zum 30. Mauerfalljubiläum

Brigitte Reimanns

600-Seiten-Roman „Franziska Linkerhand“

inszeniert, der unvollendet

und postum 1974 heraus kam

und so etwas wie ein Panorama der

entstehenden DDR-Gesellschaft

vom Kriegsende bis in die späten

60er-Jahre erzählt. Vor allem unter

Frauen hat die ungeheuer beschreibungsdichte,

virtuos mit Perspektiven

jonglierende Lebensgeschichte

der jungen, ambitionierten Franziska,

aufstrebende Architektin mit

sozialistischen Idealen und „Talent

zum Glücklichsein“ damals tiefen

Eindruck hinterlassen.

Und trotzdem kann man diese

Geschichte heute nur noch historisch

lesen, was es nicht einfacher

macht, sie auf die Bühne zu hieven.

Leider versucht Löffner nichts,

um entweder einen pointierten thematischen

Zugriff daraus zu filtern

oder ein Bewusstsein für die historische

Lücke mitzuinszenieren. Als

wäre zwischenzeitlich nichts passiert,

kondensiert sie das Buch fragund

motivlos auf drei Spielstunden,

lässt Kathleen Morgeneyer, ihre

Franziska, zu Beginn einen riesigen

weißen Papierbogen über die Bühne

ziehen und das DT-Ensemble dann

einfach −leicht karikierend −eine

ostdeutsche Nachkriegszeit darauf

skizzieren: erst das konservative Elternhaus,

dann die sozialistische

„Neustadt“, alias Hoyerswerda, wo

Franziska neue Lebensräume für

„frei denkende“, neue Menschen

bauen will. Dass bald nur stumpfe

Klotz-Schieberei daraus wird und

Franziska am Kleingeist der Realität

verzweifelt, kann man eigentlich

schon von Beginn an in Kathleen

Morgeneyers Dünnhäutigkeit sehen.

Zwei Blicke

ARNO DECLAIR

Die zeitlichen und perspektivischen

Brüche, die Reimann ihrem über

zehn Jahrehin entstandenen Lebenswerk

gab, versuchen Marcel Köhler

als Bruder Wilhelm und Felix Goeser

als der Geliebte Benmit wechselnder

Handkameraeinzufangen, deren Bilder

–meist Franziskas Gesicht –übergroß

hinten erscheinen. So zeigt sich

das Geschehen immerhin meist aus

zwei Blickwinkeln, dennoch entwickelt

dieses vernutzte Stilmittel kaum

Kraft. Auch, weil das Spiel der erfahrenen

DT-Granden sich vorallem routiniert

zwischen den Karren hin und

her schiebt. Am Ende ist man für die

kaputten Ausfallmomente einer Figur

besonders dankbar: der dauerbetrunkenen,

gröhlenden Sekretärin

Gertrud, der MarenEggerteine unerwartet

zerzauste,haltlose Gestalt gibt.

Sonst ein Abendfürs Programm.

Rewitching Europe 11.11.,29., 30.,31.12.

Gorki-Theater,Tel.:20221115

Franziska Linkerhand,7., 17., 25.11.; 18.,

27.12.,Deutsches Theater,Tel.: 28441225

NACHRICHTEN

„Über sieben Brücken ...“:

Helmut Richter ist tot

DerLeipziger Lyriker und Schriftsteller

Helmut Richter ist am Sonntag im

Alter von85Jahren gestorben. Das

teilte seineWitweBrigitte Richter auf

Anfrage mit. Als Autor der Rock-Ballade

„Über sieben Brücken musst du

gehen“, die von

der Gruppe Karatgespielt

und

vonPeter Maffay

gecovert wurde,

landete er einen

großen Wurf.In

beiden Ländern

war das Lied ein

Hit, es wurde in

30 Sprachen

übersetzt. Seine

Helmut Richter

(1933 –2019)

künstlerische Leistung umfasst aber

weit mehr.Richter stammte aus

Mähren in Tschechien, als Vertriebener

landete er später in Ostdeutschland

und studierte in Leipzig Physik.

Doch seine Liebe galt schon bald der

Literatur.Erist Autor zahlreicher Gedichtbände,Erzählungen,

Reisereportagen,

Hörspielen und anderer

Genres.Nach einer Tätigkeit als Dozent

am renommierten Leipziger Literaturinstitut

wurde er 1990 dessen

Chef. DasInstitut wurde später in die

Universität Leipzig integriert. Erst

am 25. Oktober ist KaratimLeipziger

Gewandhaus aufgetreten und hat

auch „Über sieben Brücken musst

du gehen“ gespielt. (BLZ/dpa)

Grenzmuseen haben mit

Problemen zu kämpfen

Kein Nachwuchs,kein Geld: Eingroßer

Teil der Gedenkmuseen an der

innerdeutschen Grenzehat mit erheblichen

Problemen zu kämpfen.

Viele dieser Museen seien nach der

Wende vonEhrenamtlichen gegründet

worden, sagte Christian Hellwig

vonder Forschungsgruppe „Grenzgeschichte(n)“

an der Universität

Hannoverder Deutschen Presse-

Agentur.Die finanzielle Ausstattung

sei deswegen gering, oft fehle der

Nachwuchs,umdie Projekte fortzuführen:„Damussman

sich schon die

Frage stellen: Waspassierteigentlich

mit diesem erinnerungskulturellen

Schatz, wenn nicht entsprechende

Strukturen geschaffen werden, dass

das bewahrtwerden kann?“ Entlang

der ehemaligen innerdeutschen

Grenzegibt es rund 900 Museen und

Gedenkorte.Besonders für die jüngereGeneration

seien diese wichtig,

meinte Hellwig. Nursokönnten beispielsweise

Überbleibsel der Teilung

wie alte Wachtürmeinden richtigen

Kontext gestellt werden. (dpa)

Sängerin und Schauspielerin

Marie Laforêt gestorben

DPA

Diefranzösisch-schweizerische Sängerin

und Schauspielerin Marie

Laforêt ist tot. Siesei im Alter von80

Jahren in der Schweiz gestorben, berichtete

unter anderem die Nachrichtenagentur

AFP am Sonntag unter

Berufung auf die Familie.Laforêt

drehte unter anderem an der Seite

vonSophie Marceau, Béatrice Dalle

und Jean-Paul Belmondo.Zuihren

bekanntesten Filmen zählen „Fröhliche

Ostern“ (1984) oder„DerWindhund“

(1979). Sieveröffentlichte

mehr als ein Dutzend Studioalben

auf Französisch und sang auch auf

Spanisch, Portugiesischund Italienisch.

DieKünstlerin interpretierte

zudem internationale Hits wie

„Paint it Black“ vonden Rolling Stones

neu. (dpa)


22 Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Feuilleton

Barocke Posen in Hemd und Hosen

Das Oratorium „Il primo omicidio“ von Alessandro Scarlatti an der Staatsoper −musikalisch geleitet von René Jacobs, inszeniert von Romeo Castellucci

VonPeter Uehling

Die theatralische Einheit von Stimme und Körper wird gebrochen: Die Kinder bleiben stumm, die Sänger im Graben.

Am Anfang von „Il primo

omicidio“ (Der erste Mord)

von Alessandro Scarlatti

zeigt uns René Jacobs einen

Akkord, einen Moll-Dreiklang,

der durch die gesamte Generalbassgruppe

mit Laute, Theorbe, Harfe,

Cembalo und zwei Orgeln wandert–

erst dann geht das Stück los,und das

ziemlich stürmisch. Wozu dieser

seltsame Anfang?

Jacobs hat dieses Oratorium über

Kain und Abel vor 20Jahren konzertant

in der Friedrichwerderschen

Kirche aufgeführt und danach auch

auf CD gebannt. Daranerinnertman

sich gern, wegen des Ortes, wegen

Bernarda Fink, die in der Rolle des

Kain einen so bewegenden Abschied

von den Eltern sang, aber auch wegen

des Stücks: Wer hat damals

schon Musik von Alessandro Scarlatti

aufgeführt?

Der Sohn Domenico vermochte

mit seinen Cembalo-Sonaten schon

lange auch Pianisten zu begeistern,

aber Alessandro musste erst wieder

entdeckt werden als ein Komponist,

der mehr war als ein Lückenfüller

zwischen Monteverdis und Händels

Musikdramatik, der vielmehr Monteverdis

unschematischen Ausdrucksreichtum

in seinen Kantaten

experimentell ausbaute und zugleich

formal verbindlich gestaltete;

die barocke Da-capo-Arie wurde bei

ihm zur Norm.

Jacobs neuerliche Begegnung mit

diesem Oratorium sollte mit einer

szenischen Interpretation bereichert

werden. Koproduziert mit der Pariser

OpéraGarnier entwarfder Regisseur

Romeo Castellucci ein zweiteiliges

Tableau mit verschiedenen Verfremdungstechniken.

Der erste Teil,

der bis zur Annahme von Abels und

Abweisung von Kains Opfer reicht,

spielt vormilchigem Vorhang, hinter

dem Lichtbalken in grau oder gold

auf und niederfahren. Davor fährt

ein kopfunter gestelltes Altarbild mit

Mariä Verkündigung herab, indem

sich die Gestensprache der Sänger in

diesem ersten Teil wiederfindet: Sie

erstarren immer wieder in barocken

Affektposen, während ihre Kostüme

mit Hemd und Hose von neutralster

Gegenwärtigkeit zeugen. Selbst Gott

und Luzifer erscheinen im grauen

oder schwarzenAnzug.

Scarlattis Librettist Antonio Ottoboni,

römischer Kardinal und Auftraggeber

zahlreicher Oratorien, hat

auf die theologische Verknüpfung

der Geschichte mit der katholischen

Lehregeachtet: Adam erzählt seinen

Kindern gleich zu Beginn, dass sie

mit seiner und Evas Sünde belastet

sind und referiert somit Augustinus.

Insofern ist Castelluccis Idee,

den zweiten Teil ab dem Brudermord

von Kindern spielen zu lassen,

die den Mund zum Gesang der

Sänger aus dem Orchestergraben

öffnen und schließen, vonfaszinierender

Ambivalenz: Ein Kind sei

per Definition unschuldig, sagt der

Regisseur im Interview –was hier

nun gerade per Definition Adams

nicht stimmt. Im Bild jedoch hat

Castelluccis Behauptung Evidenz,

gerade auch weil die Kinder nicht

singen, weil die theatralische Illusion

und die Einheit von Stimme

und Körper gebrochen wird.

MONIKA RITTERSHAUS

So etwas ist gar nicht leicht wahrzunehmen:

Ich erwischte mich immer

wieder dabei, dass ich den SängernimGraben

zusah statt den Kindern

auf der Bühne, die klein sind,

im Lichtmangel über der als Spielfläche

dienenden nächtlichen Heide

undeutlich bleiben und in der Wirkung

Puppen gleichkommen.

Es bleibt eine szenische Idee, die

nicht recht in Bewegung kommt und

damit aus dem Stück die Luft herauslässt.

Leider gerät auch Scarlattis

Musik ins Stocken, reiht eine Arie in

mittellangsamen Tempo an die andere,

deren dramaturgische Funktion

nicht mehr recht einsehbar ist,

und selbst der fantasievolle René Jacobs

vermag hier keine Funken

mehr zu schlagen. Zu Beginn

herrscht noch subtile Unheimlichkeit,

wenn Kain dem Bruder seine

Absichten verhehlt und stattdessen

über das Rieseln der nahen Quelle

gesungen wird –dascheint in der

Musik deren Wasser bereits von Blut

verdickt.

DieSänger vermögen derlei Statik

nur selten zu kompensieren. Die

wunderbareOlivia Vermeulen scheidet

als Abel rollenbedingt zu früh

aus; der Klarheit ihres Mezzosoprans

und des subtilen Ausdruck ihres Vortrags

wird man nicht müde. Kristina

Hammarström macht ihre Sache als

mörderischer Bruder auch sehr gut,

indes bleibt sie im Ausdruck doch etwas

nüchtern, was ähnlich für Birgitte

Christensens Evagilt.

Stimmlich schwer zu ertragen ist

der stoßende, in den Vokalen verfärbte

Tenor Thomas Walkers als

Adam. Benno Schachtner wie auch

Arttu Kataja würde man kaum anhören,

dass sie als Gott und Luzifer Gegenspieler

sind. Undsohat man zuweilen

den Eindruck, dass es Jacobs

bei seiner zur Blässe tendierenden

Sänger-Auswahl darum geht, dass

ihm niemand die Show stiehlt. Leider

aber kann das von ihm aus Belgien

mitgebrachte Ensemble

„B’rock“ seinen Ideen nicht durchweg

jene geschärften Konturen verleihen,

die seine Aufführungen sonst

kennzeichnen.

WeitereAufführungen am 7., 9., 15.,17. Nov.,

Staatsoper Unter den Linden, Tel.: 20354438

Nicht einfach nur zum Lachen bringen

Beim ersten öffentlichen Auftritt der Charlie-Hebdo-Redaktion seit dem Anschlag im Januar 2015 verteidigt die Zeichnerin Coco Kritik an Religionen

Eine Zeichnerin des Pariser Satiremagazins

Charlie Hebdo hat Religionskritik

in ihrem Blatt verteidigt.

„Wir haben die katholische Religion

kritisiert, wir kritisieren den Islam, wir

kritisieren Buddhisten dafür,die Rohingya

angegriffen zu haben“, sagte

Zeichnerin Coco dem Sender Franceinfo

am Sonnabend. Man nehme

sich das Recht, Religion zu kritisieren,

wie man es immer getan habe.

Die Redaktion nahm am Sonnabend

erstmals seit dem Anschlag

im Januar 2015 wieder an einer öffentlichen

Diskussionsveranstaltung

teil. Beim „Weltforum für Demokratie“

in Straßburg diskutierte fast das

gesamte Team über Pressefreiheit

und über die Schwierigkeit, für ein

Satiremagazin zu arbeiten. Chefredakteur

Gérard Biard betonte nach

Angabe des Senders France Bleu,

dass Karikaturen nicht einfach nur

zum Lachen bringen sollen, sondern

zum Nachdenken anregen müssen.

Seit dem Angriff sei es der Redaktion

wichtig gewesen, wieder in Kontakt

mit der Öffentlichkeit zu treten,

erklärte Coco. Außerdem seien politische

Karikaturen in Gefahr. Die

Die Redaktion des Satiremagazins bei einer Diskussion in Straßburg

AFP/PATRICK HERTZOG

Zeichnerin verwies auf die Entscheidung

der US-Zeitung New York

Times, ihre politischen Karikaturen

in der internationalen Ausgabe komplett

einzustellen.

Zwei Islamisten waren am 7. Januar

2015 in die Redaktion vonCharlie

Hebdo eingedrungen und hatten

dort zwölf Menschen getötet, unter

ihnen mehrere bekannte Zeichner

des Blattes.

Coco nahm auch Stellung zur aktuellen

Kopftuchdebatte in Frankreich.

„Ich bin Feministin, für die

Gleichstellung von Männern und

Frauen, und ich sehe nicht, wie ich

dieses Kleidungsstück verteidigen

kann“, sagte sie. Tatsache sei, dass

das Kopftuch komplett reaktionär sei

−allerdings gehöreesauch zum Freiheitsgedanken

von Charlie Hebdo,

dass man niemanden daran hindere,

es zu tragen.

Der Streit über das Kopftuch war

in Frankreich neu entbrannt, weil

eine Mutter mit Kopftuch Schüler

bei einem Ausflug begleitet hatte.

Ein rechter Politiker forderte sie auf,

die Kopfbedeckung abzunehmen, es

kam zu einem Tumult. (dpa)

Vicky Leandros in der Elbphilharmonie

LESERREISEN

Eine musikalische Reise der Extraklasse

Nach ihrem fulminanten Debut imvergangenen

Jahr, wird Vicky Leandros imFrühjahr

2020 bereits das zweite Mal ein Konzert in

der Elbphilharmonie geben. Damit ging für

sie ein Herzenswunsch abermals in Erfüllung.

Für den Abend stellt Vicky Leandros

ein ganz persönliches Programm zusammen,

das den Weltstar inallen seinen Facetten

zeigt.

Im Preis enthaltenen Leistungen

·Hin- und Rückfahrt im Komfortreisebus

·1xSektfrühstück plus

·1xÜN/HP

·Besuch der Plaza

·Eintrittskarte PK1 für das Konzert von Vicky

Leandros im Großen Saal der Elbphilharmonie

·Stadtrundfahrt Hamburg

·Hafenrundfahrt Hamburg

·Reiseleiter ab/bis Berlin

INFORMATIONEN UNTER

030–683 890

KENNWORT:

BERLINER ZEITUNG

©Alex Hagmann/fotolia.com

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: €30,–

15.02. -16.02.2020 ab €499,–

p. P. im DZ

©Walter Kober

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vor Buchung vom Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): BVB Touristik/Freizeitreisen KG, Telefon 030-683 890, Grenzallee 15, 14165 Berlin

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 23

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Feuilleton

Ein Pianist,

der fast

verschwindet

Christian Zacharias bei den

Barocktagen der Staatsoper

VonMartin Wilkening

Eine Sache hat der Pierre-Boulez-

Saal anderen Konzertsälen voraus.

Das ist die veränderbare Raumsituation.

Mankann vorher nie ganz

sicher sein, wie einem der Raum begegnet.

Christian Zacharias hat für

sein Konzert die strenge Arena gewählt,

vielleicht als Pointe zu dem

spanisch getönten Programm. Der

Flügel steht mit abgenommenem

Deckel in der Mitte,und es gibt keine

Extra-Bestuhlung, die das Oval der

festen Sitzreihen auflockern würde.

Es ist ein Raum der Klarheit, der

deutlichen Linien und genau ausbalancierten

Spannungen. Ein Spiegel

dessen, was dem Zuhörer auch im

Spiel dieses Pianisten begegnet.

Der 69-jährige Christian Zacharias

verlässt nur selten den eng gesteckten

Rahmen seines Repertoires,

das sich seit vier Jahrzehnten zwischen

Domenico Scarlatti und Beethoven

bewegt. Wenn man ihn spielen

hört, weiß man warum, denn er

ist mit dieser Musik so eins, dass

man den Pianisten Zacharias fast

vergisst gegenüber dem Musiker Zacharias,bei

dem eine selbst gewählte

Einseitigkeit gerade die Persönlichkeit

ausmacht. So kreist auch dieses

Sonnabend-Nachmittags-Programm

um Scarlatti und seinen

nicht ganz so gewitzten Nachfolger

Antonio Soler, gerahmt von Bach

und Haydn.

Dass Haydns letzte Klaviersonate

den Abschluss des Konzerts bildete,

war allerdings so nicht vorgesehen.

Es verdankte sich der Gelassenheit

und Souveränität, mit der Zacharias

einem plötzlichen Versagen seiner

Hände begegnete,das ihn in der ersten

Hälfte während des Anfangssatzes

dieser Es-Dur-Sonate, dem

Hauptwerk des Konzerts, überfiel.

Die Töne entglitten ihm und ein

Ein Krampf im Armzwang Christian Zacharias

zu einer Pause. CONSTANZE ZACHARIAS

Krampf blockierte seinen rechten

Arm. Als er etwas ratlos und selbst

überrascht dem Publikum seine Situation

erklärte, kam von dort der

Vorschlag, erst einmal Pause zu machen.

So blieb der erste Satz für diesmal

Fragment, aber Zacharias nahm

das Stück mit den Folgesätzen, Adagio

und Presto,amEnde des Konzertes

noch einmal auf –ein furioser Abschluss

in tänzerischem Überschwang,

der an Scarlattis und Solers

ausgelassene Rasereien anknüpfte.

Solche Ausbrüche an Energie und

Kraftentfaltung bleiben bei Zacharias

Ausnahmemomente, Überraschungen,

denn was sein Spiel vor

allem auszeichnet, ist eine Intensität

durch Zurücknahme. Vor allem die

Bässe besitzen bei ihm unvergleichliche

Feinheit, eine Präsenz noch an

der Hörbarkeitsgrenze. Ähnlich

durchlässig und biegsam wie der

Klang ist die Zeitgestaltung. Zacharias

kann streng spielen wie gerade

in Haydns Adagio, aber insgesamt

herrscht auch bei Scarlatti und in

Bachs a-Moll-Partita ein unaufdringliches

Rubato,ebenso wie feine

Abstufungen der Metrik, Lebendigkeit

selbst bei Motivwiederholungen.

Und die Verzierungen, die Freiheit

atmen, erzeugen reine Freude in

Schwerelosigkeit.

Blick über eine Landschaft mit geflutetem Tagebau, den der Baggerfahrer und Liedermacher Gerhard Gundermann einst ausgebuddelt haben mag.

Geschichte und Gelände

Entdeckungen auf dem 62. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar-und Animationsfilm

VonRalf Schenk

Leipzig im Herbst. Internationales

Festival für Dokumentar-

und Animationsfilm.

Vor dreißig Jahren

leuchteten am Kino die Kerzen friedlicher

Demonstranten. Von Leipzig

ging jener Wind aus, der die alte Regierung

wegblies,als wäresie nie gewesen.

Mit allem hatten wir gerechnet,

lässt Erich Loest in „Nikolaikirche“

einen Stasi-Mann sagen, nur

nicht mit Kerzen und Gebeten.

Um den runden Jahrestag kommt

auch das Festival nicht herum. In der

Retrospektive „BRDDR“ laufen

Filme aus vierzig Jahren deutscher

Doppelstaatlichkeit. Damals und

auch heute schnell als Propaganda

abgetan, und doch voller Wahrheiten,

die man sich gegenseitig mitteilte.Inder

Reihe„Revisionen“ erinnert

das Festival an filmische Fixpunkte

der eigenen Geschichte.„Der

lachende Mann“ (1966) von Heynowski

und Scheumann: ein deutscher

Söldner, der sein blutiges

Handwerk inAfrika verrichtet. „Ich

war ein glücklicher Mensch“ (1990)

von Eduard Schreiber: das Bekenntnis

eines greisen Journalisten, der

unter Ulbricht ins Gefängnis kommt

und noch aus der Zelle heraus Stalin-

Bände abonniert. Auch „Beruf Neonazi“

(1990) von Winfried Bonengel

soll gezeigt werden. Doch das Porträt

des Münchner Neonazis Althans fällt

aus. Aus organisatorischen Gründen,

teilt das Festival mit. Sofortkursieren

im Netz Gerüchte: „Althans

war vermutlich V-Mann des Verfassungsschutzes.

Vielleicht sind auf

den Filmbildern Personen abgebildet,

die nicht mehr das Licht der Öffentlichkeit

erblicken dürfen.“ Vergangenheit,

die mitten in unsereGegenwartragt.

Selbst genähtes Mörderkissen

Der stärkste Film des Deutschen

Wettbewerbs, ausgezeichnet mit der

Goldenen Taube: „Zustand und Gelände“

vonUte Adamczewski. Lange

Kamerablicke auf sächsische Städte

und Dörfer,Bilder vonTurn- und Lagerhallen,

Vereinshäusern, Ferienheimen,

in denen unmittelbar nach

Hitlers Machtübernahme Lager für

Andersdenkende, für Juden, Bibelforscher

und „Mischlinge“ eingerichtet

wurden. Dazu Zitate aus Protokollen,

Briefen, Erinnerungen.

Zahlreiche Dokumente belegen die

sofortige und willfährige Anpassung

großer Teile der Bevölkerung, die

Hinter der nächsten Ecke ein Massengrab

INSELFILM

Ausdehnung des Faschismus in alle

Lebensbereiche. Als man glaubt,

schlimmer kann es nicht mehr kommen,

wird ein Brief der NS-Frauenschaft

aus Reichenbach verlesen:

„Hiermit spenden wir ein selbst genähtes

Federkissen, in das die Gesichter

der Verhafteten gepresst werden

können, um deren Schreien und

Wimmernzuersticken.“

Die frühen sächsischen Lager

wurden dann zu Sportlerheimen

oder Möbelhäusern, auf einem Exerzierplatz

der SS entstand ein

Schwimmbad. Die DDR ließ gelegentlich

Gedenktafeln anbringen.

Diemeisten Spuren blieben aber unsichtbar.

Sie ins Gedächtnis zurückzuholen,

ist das eine Thema des

Films.Zugleich ist „Zustand und Gelände“

als Parabel beklemmend aktuell:

Wenn Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

damals binnen Tagen

geschleift werden konnten, wie sicher

können wir uns heute sein?

Zu einem Lieblingsfilm der Leipziger

Zuschauer avancierte „Gundermann

Revier“ vonGritLemke.Reminiszenzen

an den Baggerfahrer und

Liedermacher,mit vielen Zeitzeugen.

Die Regisseurin, einst mit Gundermann

befreundet, fragt nach dem

utopischen Potenzial in dessen Liedern

und Gedanken und in der Gesellschaft,

in der er verwurzelt war.

Was bleibt davon übrig in Hoyerswerda,

einer Stadt im Rückbau? Im

deutschen Osten? Im ganzen Land?

Undnoch ein starker Film: Pünktlich

zum Abschluss des Fontane-Jahresvollendet

BernhardSallmann seinen

vierteiligen Zyklus zu den Wanderungen

durch die Mark Brandenburg:

„Havelland Fontane“

kombiniert Bilder heutiger Naturund

Industrielandschaften mit Texten

von 1889. Erinnerungen an slawische

Stämme, die frühen Siedler.

Caputh, das Chicago des Schwielowsees.

Werder, das seinen Aufstieg

nach dem Dreißigjährigen Krieg

nahm. Die Proletarisierung der Dörfer.

Sallmann bebildert nicht, er

schafft eigenwillige Assoziationsräume.Ist

vonErdbeeren, süßen Kirschen

und Aprikosen die Rede, zeigt

er ein von Plastikplanen überstülptes

Feld. Zum Text über eine Akazie,

den „schönen Baum“, montiert er

die Totale eines Heizkraftwerks.

Wenn Fontane von der gotischen

Kirche in Werder schwärmt, ist eine

moderne Ufervilla aus Glas und Beton

zu sehen. Die Gegenwart überschreibt

die Vergangenheit. Nichts

bleibt, wie es war.

Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss geht bei seiner Ehrung in Darmstadt mit der europäischen Vergesslichkeit ins Gericht

VonJudith von Sternburg

Das Problem sei, sagte der

Schweizer Lukas Bärfuss am

Sonnabend in Darmstadt ohne Einschränkung,

dass es „so etwas wie

eine Entnazifizierung“ nie gegeben

habe und stattdessen „die Kontinuität

der nationalsozialistischen Eliten

nach 1945 ungebrochen“ gewesen

sei. „Sie sind also nicht plötzlich wieder

da, die Nazis und ihr Gedankengut

sind überhaupt nie weggewesen,

und jeder Demokrat, der darüber

staunt, sollte sich vielleicht fragen,

warum er es vergessen hat, und vor

allem, weruns all dies in Zukunft ins

Gedächtnis rufen wird.“ Ohne die

Zeitzeugen nämlich, die derVergesslichkeit

der Menschen bald nicht

mehr entgegenwirken könnten.

Die eindrucksvolle Dankesrede

des Schweizers, der im Staatstheater

von der Deutschen Akademie für

Sprache und Dichtung den mit

50 000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis

erhielt, hatte sich zuvor

herangeschlichen, wie es einem

Dramatiker geziemt. Der Bescheidenheit

folgte die Selbstbezichtigung.

Vonden prämierten Arbeiten

genüge keine „meinen eigenen Ansprüchen“,

sagte Bärfuss durchaus

grimmig, das vorliegende Werk

stelle „lediglich die den widrigen

„Meine Poetik warmir nie Selbstzweck“, sagt Lukas Bärfuss.

Umständen abgerungene äußerste

Möglichkeit dar“.

Er schenke Figuren eine Existenz,

um sie anschließend leiden

zu lassen. „Jeden Charakter, der

meine Aufmerksamkeit erregte,

muss man aufrichtig bemitleiden.“

In Anspielung auf den Roman

„Koala“ erklärte er: „Weniges

war mir heilig, und auch mit der

Fiktion kann ich mich nicht herausreden.

Mein eigenes Brüderchen,

dieser arme Mensch, war

mir Material, seine Asche war mir

Material, sein Schmerz, sein Leid,

es war mir Material ... .“

BORIS RÖSSLER/DPA

Warum aber dies? Er sei, so Bärfuss,

ein Schriftsteller aus dem Europa

des 20. Jahrhunderts.„Welchen

Faden ich auch immer aufnehme,

hinter der nächsten oder spätestens

der übernächsten Ecke führterzueinem

Massengrab.“ 1971 geboren,

habe er nach dem Kalten Krieg zwar

das Wunder seines friedlichen Endes

erlebt, dann aber sei der Jugoslawienkrieg

gefolgt, er habe die Gedenkstätte

Auschwitz gesehen und sich

mit Büchners Danton fragen müssen,„was

es denn sei, was in uns lügt,

stiehlt, hurtund mordet“. Es sei aber

eben, so viel wisse man doch inzwi-

schen, nicht „in uns“, so Bärfuss, es

sei „zwischen uns, vor uns, esist da,

man kann es lesen, man kann es hören

... .“ Es brauche „keinen Chirurgen,

um uns das Böse aus den Leibern

zuoperieren, mit wachen Sinnen

und empfindsamen Herzen

können wir die Gewalt erkennen, wir

können sie zur Sprache bringen“.

Wenn wir nicht immer wieder alles

vergessen würden. Dagegen gelte

es anzuschreiben. „Meine Poetik,

meine Dramaturgie war mir nie

Selbstzweck. Jeden Wohlklang verstand

ich als eine Form der Memotechnik.

Als Methode,umsich lebendig

zu erinnern daran, was Menschen

einander antun können, aber

auch, dass es darin keine Fatalität

gibt, kein Müssen.“ Der Beifall dauerte,

die Leute standen auf, Akademiepräsident

Ernst Osterkamp bedankte

sich außerhalb der Tagesordnung

und ausdrücklich.

Für die Akademie hatte Osterkamp

eingangs zwei neue Diskussionsforen

angekündigt: eine „Leipziger

Debatte zur Literatur“ (2020 zum

Thema DDR-Literatur „dreißig Jahre

später“) sowie eine „Frankfurter Debatte

zur Sprache“, die am 14. November

auf dem Römerberg das

Grundgesetz unter die Lupe nehmen

wird. Unter den Mitdiskutierenden

auch der neue Büchnerpreisträger.

NACHRICHTEN

Verband kritisiertPläne zu

Verbot von Zwei-Jahres-Abo

DerVerband Deutscher Zeitschriftenverleger

(VDZ) stemmt sich gegen

Pläne auf Bundesebene,die Vertragslaufzeit

vonZeitschriftenabonnements

vonzweiJahren auf ein Jahr

zu verkürzen. „Die negativen Folgen

würden die Verlage harttreffen, die

Angebote einschränken oder einstellen

müssten, und die Leser,für

die diese Angebote nicht mehr verfügbar

wären“, sagte VDZ-Präsident

Rudolf Thiemann vorBeginn eines

Gipfels der Zeitschriftenverleger am

Montag in Berlin. Im Märzhatte das

Bundesverbraucherschutzministerium

Eckpunkte für einen stärkeren

Schutz vorKostenfallen vorgelegt.

EinPunkt davon ist, dass Laufzeiten

zum Beispiel vonVerträgen mit

Strom- und Gasanbieternoder Fitnessstudios

sowie Zeitschriftenabonnements

nicht länger als ein Jahr

möglich sein sollen. (dpa)

Forscherin: „Lindenstraße“

ist Zeitgeschichte

Für die Fernsehwissenschaftlerin

Klaudia Wick spiegelt die Serie„Lindenstraße“

viel deutsche Geschichte.Für

die Deutsche Kinemathek

in Berlin hat sie mit anderen

rund 370 Folgen der Serieineiner eigenen

Sammlung archiviert. „Das

Sichten war überhaupt nicht ermüdend“,

sagte Wick. Die„Lindenstraße“

sei wie eine „virtuelle Nachbarschaft“.

DieSerie wirdimMärz

2020 nach mehr als 1700 Folgen eingestellt.

Für das Museum wurden

etwa alle Folgen ausgesucht, die

Hochzeiten, Todesfälle oder Bundestagswahlen

zeigen. DieSammlung

wirdamDonnerstag eröffnet. (dpa)

Deutsch-tschechische

Journalistenpreise verliehen

MehrereMedienvertreter haben in

Leipzig den deutsch-tschechischen

Journalistenpreis erhalten. In der

Kategorie Text gewannen am Freitagabend

Adéla Tallisová Dražanová,

die als Auslandsreporterin für die

Zeitschrift Reportér arbeitet, sowie

Oliver Hach vonder Freien Presse

Chemnitz. Für Audiobeiträge wurden

Jacqueline Hene vomMitteldeutschen

Rundfunk (MDR) und ein

Team vomtschechischen Studio 39

geehrt. BeiMultimedia waren der

freischaffende Journalist und Dokumentarfilmer

Dennis Wagner sowie

sein tschechischer Kollege Jirí Fiedor

erfolgreich. (dpa)

NDR-Moderator Hubertus

Meyer-Burckhardt hat Krebs

DerModerator der„NDRTalk Show“,

Hubertus Meyer-Burckhardt (63), ist

an Krebs erkrankt. In einem Interview

der Welt sagte er:„DerKrebs ist

nicht das Entscheidende.“ Diezwei

Karzinome seien klein und erwiesen

sich „glücklicherweise als sehr faul“.

Medizinisch heiße das: weiter abwarten

und beobachten. DerBild am

Sonntag sagte der Moderator,ersei

nun für vieles dankbarer.„In diesem

Sinne ist so eine Krebsdiagnose gar

nicht so schlecht. Sieerzieht einen

zum Glücklichsein.“ (dpa)

TOP 10

Sonnabend, 2. November

1 Tagesschau ARD 6,97 25 %

2 Wilsberg ZDF 6,05 20 %

3 Schlagerbooom ARD 5,75 21 %

4 Sportschau ARD 5,66 23 %

5 Staatsanwalt ZDF 4,01 15 %

6 Supertalent ARD 3,73 13 %

7 ZDF Sportextra ZDF 3,71 24 %

8 heute ZDF 3,34 14 %

9 Bares für Rares ZDF 3,22 12 %

10 heute Xpress ZDF 3,21 21 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 * Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Tagestipp

BÜHNE

Alexanderplatz

17.30: 4-11-89 Theater der Revolution (Theaterkollektiv

PKRK)

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Die Mausefalle

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

20.00: Die Glasmenagerie

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00: Persona

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

Haus der Sinne (✆ 44 04 91 55)

20.00: Ein Sommernachts-Tango(Compañía Fabula

Tango)

Jugendstrafanstalt Berlin

(Friedrich-Olbricht-Damm 40) 17.30 Kultursaal:

Woyzeck (aufBruch –Kunst Gefängnis Stadt)

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: 4. Berliner Herbstsalon: Salome

20.00 Container:4.Berliner Herbstsalon: Futureland

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Marias Testament

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00 Saal C: DankeDeutschland

Scotty (Oranienstr.46)

16.00: 4. Berliner Herbstsalon –DE-Heimatize it!:

Atem (Mehtap Baydu)

Tanzfabrik Wedding in den Uferstudios

(✆ 20 05 92 70) 17.00 Studio 13: Open Spaces:

The Morning Show(Celine &Renana)

20.30 Studio 5: Open Spaces: Blind Date (Christina

Ciupke, Igor Dobricic, Clément Layes, Ayse Orhon,

Jasna L. Vinovrški, Litó Walkey)

Theaterhaus Berlin (✆ 28 04 19 67)

20.00: Le roi se meurt(Der König stirbt) (Theta-Théâtre

/Théâtre francophone àBerlin)

Theater O-Tonart (✆ 37 44 78 12)

19.00: Das gibt ‚s nur einmal

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Spreeperlen. Eine Berlin-Revue

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Aufgeräumt (Lo Malinke)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Wirhaben genug (Ruwe&Valenske)

20.00: Skandal im Spreebezirk

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Emmi &Willnowksy –Tour 19

Rote Beete (✆ 23 63 50 11)

20.00: English Comedy(Rhohit Bathia)

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Über dieVerhältnisse (Frank Lüdecke)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: 7auf einen Streich (Der Tod, Daniel Helfrich,

TimBecker,Anne Folger,Friedemann Weise, Andre

Kramer,Mod.: Thomas Nicolai)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

20.00 Kl. Saal: Ein Abend mit ... Camilla Nylund (Sopran),

Helmut Deutsch (Klavier), RobertSchumann:

„Frauenliebe und -leben“op. 42 sowie ausgewählte

Lieder vonJohannes Brahms, ToivoKuula, Armas

Järnefelt und Richard Strauss

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Orpheus Chamber Orchestra und JanLisiecki

(Klavier), Beethoven: Symphonie Nr.1C-Dur op.

21; Mendelssohn Bartholdy: Konzertfür Klavier und

Orchester Nr.1g-Moll op. 25, Symphonie Nr.4A-Dur

op. 90 „Italienische“

KALENDER

Staatsoper Unter denLinden (✆ 20 35 45 55)

19.30 Apollosaal: Dorothee Oberlinger &B’Rock

Orchestra, Barocktage2019 –Concerti Napoletani,

Werkevon Domenico Scarlatti, Alessandro Scarlatti,

Francesco Mancini, Leonardo Leo,Domenico Sarri

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

9.45 Kinderbibliothek: Bücherbabys, Workshop (bis

3J.). Anm.erf.

Archenhold-Sternwarte (✆ 536 06 37 19)

11.30: Besuch im Sternenhaus

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Gänsefüßchen, Theater Couturier (ab

2J.)

10.30: Emil und die Detektive(ab 6bis 12 J.)

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (✆ 29 04 78 40)

16.00: „Im Kiez zu Hause“ bei CABUWAZI Kreuzberg,

Mitmachzirkus für die ganze Familie (ab8J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FELD –Theater für Kinder und Erwachsene

(✆ 54 08 69 48) 10.00, 15.00: Die Paten, Turbo

Pascal (ab 12 J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: 3kleine Schweinchen, Artisanen, Puppenspiel

(ab 4J.)

10.30: CheMagie-Show, Oliver Grammel (ab 10 J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

11.00: JimKnopf undLukas der Lokomotivführer

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: Schlaf jetzt, Willi!, Theater Vagabunt, Puppenspiel

(ab 3J.)

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

11.00 Apollosaal: Barocktage: Vorunserer Zeit –

Kinderkonzert(ab 6bis 9J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Die fürchterlichen Fünf(ab 5bis 9J.)

Theater Lichterfelde (✆ 84 31 46 46)

10.00: Das ist Anton Daumesdick, Kobalt Figurentheater

(ab 2bis 7J.)

LITERATUR/VORTRAG

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

20.00: „Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt

drin um!“,Lesung und Konzertmit Pamela Biermann,

Wolf Biermann, Wang Dan, Peigen Wang und Liao Yiwu

Friedrich-Ebert-Stiftung (✆ 26 93 56)

19.00 UG: Buchpremiere: „Was nun? –Ein Wegzur

deutschen Einheit“,Peter Brandt (Hsg.), Egon Bahr,

Buchpräsentation und Gespräch mit Prof. Adelheid

Bahr,Dr. Jeannette vanLaak und Sokolov Artem

Pavlovich, Mod.:Dr.: Kristina Meyer

Georg Büchner Buchladen (✆ 442 13 01)

20.00: Das Finale. Das letzte Jahr der DDR, Hannes

Bahrmann &Christoph Links, Buchvorstellung und

Gespräch.Anm. erf.

Institut für Philosophie der FU Berlin

(Habelschwerdter Allee 30) 10.15 UG: Alle unter

einem Himmel –Vergangenheit und Zukunft der

Weltordnung,Zhao Tingyang,Buchpräsentation und

Diskussion

Kulturfabrik Moabit (✆ 397 50 56)

19.30 Fabriktheater:Schall &Rauch Slam, Poetry

Slam Schattenwand

Lettrétage (✆ 692 45 38)

19.00: Rebellion des „und“ /Freiheit zum „und“,

Peter Bexte, Lesung

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

19.30: Schweizer Buchpreis 2019 –Die Nominierten,

Simone Lappertund Tabea Steiner,Lesung und

Gespräch, Mod.: Philipp Theisohn

Defa

Menschen

und

Orte

Für seinen Film „Seestück“,

der im vorigen Jahr ins Kino

kam, reiste Volker Koepp einmal

um die geliebte Ostsee.

Zwischen schwedischen Schären

und lettischen Dünen trifft

er Menschen, die am Meer ihre

Heimat gefunden haben. Um

Land und Leute drehen sich

fast alle Filme des Dokumentaristen,

den die Publizistin Grit

Lemke in ihrem Gesprächsband

porträtiert. Zur Buchpremiere

sind drei Porträtfilme

Koepps zu sehen, die Einblicke

in ganz unterschiedliche Biografien

gewähren. Da wären

der gebürtige Litauer Gustav in

„Gustav J.“, die Schweißerin

Karin in„Tagfür Tag“ und die

Agrarwissenschaftlerin Isolde

in „Haus und Hof“. Des weiteren

läuft „Holunderblüte“ von

2007, ein Film, den Koepp in

der Region Kaliningrad drehte.

Im Anschluss bitten die Autorin

und der Filmemacher zum Gespräch.

Frank Junghänel

Unter hohen Himmeln. Das Universum

Volker Koepp 19 Uhr,KinoArsenal,

Potsdamer Straße 2

Das Ganze

eben

Maik Brüggemeyer und Eric Wrede

beschwören die lebensverändernde,

identitätsstiftende Kraft des Pop

Essei ein Irrtum zu glauben,

Pop habe vor allem mit

Musik zu tun, befand schon

vor langer Zeit Diedrich

Diederichsen. Tatsächlich ist man

doch ziemlich verloren, wenn man

versucht, zum Beispiel die Klasse der

Sportfreunde Stiller daran zu messen,

ob der Bassist das Blues-

Schema beherrscht (tut er nicht),

oder das Werk von Helene Fischer

danach zu bewerten, ob ihre Songs

das Erbe von Udo Jürgens’ Quintenzirkel

bewahren (man kennt weithin

nur einen Song von ihr, und der ist

bei Rosanne Cash abgeschrieben).

Es geht um etwas ganz anderes,ging

es immer. Eigentlich um alles. Das

Ganze eben. Und esgibt wenige in

Deutschland, die einem das so

schön und klar vermitteln können

wie der Autor Maik Brüggemeyer.

Hauptberuflich tut er das seit fast

zwanzig Jahren als Redakteur beim

deutschen Rolling Stone, woervermeintlich

über Musik schreibt. Eigentlich

schreibt er aber über das Leben

beziehungsweise versucht er so

schön, so rauschhaft, manchmal

auch so traurig und melancholisch

vom Leben zu erzählen, wie die

Werüber Popreden will,

kann sich bei

Maik Brüggemeyer wappnen.

FRIEDERIKE GÖCKELER

Christian Seidl

wird sich dafür einsetzen, dass das Wort

„kultig“ bei der Berliner Zeitung auf den

Index wandert, insbesondere

im Zusammenhang mit Musik.

Im Zweifel bedeutet es nämlich: Ich weiß

leider nicht, warum ich die Band/den

Musiker/die Platte gut finden soll.

Musikestut, die er uns näherbringen

will. Undauchwenn er selten bis nie

ein Wort darüber verliert, ob eine

Band „rockt“, „groovt“, „soulig“ ist,

„bluesig“ oder gar „kultig“, so weiß

man hinterher doch genau, wie sie

klingt, und ob sie was taugt sowieso.

Und doch ist er einer der letzten

seiner Art. Der Service- und Bewertungsterror

im Netz hat dem klugen

Schreiben über Pop, hat den Texten,

„die einem die kulturellen und sozialen

Zusammenhänge zur Musikaufschlüsseln

und Geschichten darüber

erzählen“, fast den Garaus gemacht,

wie Brüggemeyer inder Einleitung

seines Buchs„Pop–eine Gebrauchsanweisung“

klagt. Zumal man sich in

einer Zeit, in der jede Form vonMusik

jederzeit verfügbar ist, „nicht

mehr entscheiden muss, was man

für seine begrenzten Ressourcen

kaufen und hören will, und somit:

werman sein will“.

Zwar glaubt Brüggemeyer noch

immer standhaft an die lebensverändernde,

identitätsstiftende Kraft

des Pop. Aber das Reden darüber,

das Streiten darüber scheint verloren

zu gehen.„Dahabe ich mir gedacht“,

sagt er, „ich schreib mal ein Buch

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.15

Cinema Paris (✆ 881 3119) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 14.50, 17.40, 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Parasite 14.00,

17.00,20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 15.00, 18.00, 21.00; Immer und

ewig (m. Gästen) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.40; Das perfekte Geheimnis 14.30,

17.15,20.00; Verteidiger des Glaubens –Defender

of the Faith 15.00; Der Glanz der Unsichtbaren

17.15; Systemsprenger 13.50; Das Kapital im 21.

Jahrhundert 16.30; Deutschstunde 14.00, 16.45;

Joker (OmU) 15.00, 17.45; Joker (OF) 19.00,

21.20; M. C. Escher: Reise indie Unendlichkeit

14.15; Lieber Antoine als gar keinen Ärger 16.15;

DowntonAbbey (OmU) 18.40

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Zwingli –Der Reformator

17.30; Deutschstunde 20.00; After the

Wedding 17.45; Ich war noch niemals inNew York

20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.45, 20.30; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 15.40; Joker 17.40, 20.30; Zoros Solo

15.15, 20.00; After the Wedding 17.20; Ich war

noch niemals in New York 14.30, 17.15, 20.00;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.15; Nurejew

–The White Crow 17.20, 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 2966) Das perfekte

Geheimnis 14.40, 17.20; Joker 20.00, 23.00;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 15.00; Joker

17.45; Das perfekte Geheimnis 20.30, 23.15;

Die Addams Family 14.45; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.00; Ich war noch niemals inNew

York 19.45; Joker(OF) 22.45; Ich war noch niemals

in New York 14.00; Terminator –Dark Fate 17.00;

Das perfekte Geheimnis 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood 22.40; Dem Horizont so nah 14.45;

Joker (OF) 17.30; Terminator –Dark Fate 20.20,

23.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

15.00; Ich war noch niemals in New York 17.15;

Maleficent: Mächte der Finsternis 20.10; Gemini

Man 23.00; Ad Astra–Zuden Sternen14.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 20.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Celebration

(OmU) 11.00; Easy Love (DFmenglU) 12.30; Ad

Astra –Zuden Sternen (OmU) 14.15; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 16.30; Der Glanz der

Unsichtbaren 18.00;

Systemsprenger (DFmenglU) 19.45; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 21.50; Paranza: Der

Clan der Kinder –Laparanza dei bambini (OmU)

11.00; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit –

Escher: Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity

(OmU) 12.45; Cleo (OmenglU) 14.15; Djon Africa

(OmU) 15.50; Deutschstunde 17.30;BorninEvin –

Alles über Evin (OmU) 19.40; Halloween Haunt(OF)

21.20; Midsommar (OmU) 22.50;Ama-San (OmU)

11.00; Skin (OmU) 13.00;Wer 4sind –Die Fantastischen

Vier 15.00;Invisible Sue –Plötzlichunsichtbar

16.45; Joker 18.15; Joker (OmU) 20.20, 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in the Twenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; Und der Zukunft zugewandt 16.00;

Systemsprenger 18.00; Parasite – Gisaengchung

(OmU) 20.15;Gelobt seiGott–Grace aDieu (OmU)

22.45; Congo Calling (OmU) 14.00; Über Grenzen

–Der Film einerlangenReise 15.45; Verteidiger des

Glaubens –Defender of the Faith 18.00; Frau Stern

19.45; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit –

Escher: Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity

(OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Ich war noch niemals

in NewYork 13.45,16.15,19.45;Angry Birds

2: Der Film 13.45, 16.45; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 14.00; Das perfekte Geheimnis

14.00, 16.30, 17.00, 19.10, 19.30, 20.00; Terminator

–Dark Fate 14.10, 17.10, 20.30; Joker

14.10, 17.10, 19.45, 20.15, 20.45; Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 14.15, 17.30; Dora und

die goldene Stadt 14.30, 17.00; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.45; Gemini Man 14.45, 19.30;

Dem Horizont so nah 14.45, 17.45; Die Addams

Family 15.00; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

15.15; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 15.15;

Maleficent: Mächte der Finsternis –Maleficent: MistressofEvil(OF)16.15;

3D:Maleficent:Mächte der

Finsternis 17.40, 20.45; Downton Abbey 17.45;

Spider-Man: Far From Home 18.00; 3D: Die Addams

Family 18.00; Joker (OF) 19.15; Sneak Preview

20.30; Scary Stories toTell in the Dark 20.45;

Halloween Haunt 21.00

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Joker (OmU) 20.20, 22.40; Berlin

Bouncer (OmenglU) 18.00; Easy Love (OmenglU)

19.45; Bonnie &Bonnie (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (✆ 04 51/703 0200) Terminator

–Dark Fate 16.20, 19.45; Joker 16.30,

19.30; Downton Abbey 16.30; Ich war noch niemals

in NewYork 16.40, 19.40; Maleficent: Mächte

der Finsternis 16.50;

Das perfekte Geheimnis 17.00, 20.00; Die Addams

Family 17.10; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

19.50; Ballon 20.00; Scary Stories toTell in the

Dark 20.10

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Deutschstunde 14.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 16.15; Eine

ganz heiße Nummer 2.0 17.55; Ein Becken voller

Männer 20.10

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotionHohenschönhausen (✆ 03871/211 41 09)

Dasperfekte Geheimnis 14.15,17.20,20.10;Dora

und die goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.30, 17.40; Angry Birds2:Der Film

14.30; Ich war noch niemals in New York 14.40,

16.50, 19.40; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.45; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 14.50;

DieAddams Family 15.00,17.30;Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 15.10; Der König der Löwen

16.45;Terminator –Dark Fate 17.00, 20.00; Scary

Stories toTell in the Dark 17.10, 19.50; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.15, 19.30; Joker

17.15,20.00;Gemini Man19.45; Halloween Haunt

19.50;The Big Lebowski 20.15

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (✆ 61 60 96 93) A Joker

(OmU) 16.45, 19.30, 22.15; B Once Upon aTime

in...Hollywood (OmU) 17.20,20.40

fsk am Oranienplatz (✆ 614 2464) Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille

en feu (OmU) 18.00, 20.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 18.30, 21.00

Moviemento (✆ 692 47 85) Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 13.30, 22.30; Porträt einer jungen Frau in

Flammen 16.15; Benjamin Blümchen 11.00; Fritzi

–Eine Wendewundergeschichte 13.15; InvisibleSue

–Plötzlich unsichtbar 15.15; Midsommar (OmU)

17.30; Lakoniker (OmenglU; m. Gästen) 20.30;

Pornfilmfestival: Die traurigen Mädchen aus den

Bergen (OmenglU) 22.00; Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 10.00, 12.15; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingomit Flamingo!14.30; Systemsprenger 16.45;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portraitdela

jeune fille en feu (OmU) 19.30; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 22.15

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Herr Zwilling

und Frau Zuckermann (OmU) 20.30

Sputnik (✆ 694 1147) Systemsprenger 16.45;

Joker (OmU) 19.00, 23.15; Scary Stories toTell in

the Dark (OmU) 21.15; Der Glanz der Unsichtbaren

17.00; Litauisches Kino goes Berlin: Walnut Bread

(OmenglU) 19.00; Parasite –Gisaengchung (OmU)

20.30; Bonnie &Bonnie (OmenglU) 22.45

Yorck (✆ 78 91 32 40) Parasite 14.20, 17.10,

20.00; New Der Glanz der Unsichtbaren 16.00,

20.50; Systemsprenger 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Die Addams Family

14.00, 16.00, 18.00; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.00, 16.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.45, 17.45; Das perfekte

Geheimnis 15.00, 17.30, 20.15; Invisible Sue

–Plötzlich unsichtbar 15.15, 18.00; Terminator –

Dark Fate 17.30, 20.30; Zwingli –Der Reformator

20.00; Ich war noch niemals inNew York 20.15;

Joker 20.30

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Union Filmtheater

Lieber Antoine als gar keinen Ärger 13.00,

18.00; Ich war noch niemals inNew York 13.00,

17.45; Immer und ewig 13.15; Dora und die goldene

Stadt 15.15; Dem Horizont so nah 15.30; Lino:

Ein voll verkatertes Abenteuer 15.40; Das perfekte

Geheimnis 17.30,20.30; Eine ganz heiße Nummer

2.0 20.00; 3D: Gemini Man 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00; Joker 14.00,

17.00, 20.00; Das perfekte Geheimnis 14.00,

17.00, 20.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.15; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 14.30;

Die Addams Family 14.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.30; Angry Birds 2: Der Film

14.30; Terminator –Dark Fate 16.45, 19.45; 3D:

Maleficent:Mächte der Finsternis 16.45, 19.40; Ich

war noch niemals inNew York 16.45, 19.45; Dem

Horizont sonah 16.45; 3D: Die Addams Family

17.00; Dora und die goldene Stadt 17.15; Gemini

Man 19.45; Scary Stories toTell in the Dark 20.00;

Halloween Haunt 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Litauisches Kino goes Berlin:

Summer Survivors –Isgyventi Vasara (OmenglU)

17.00; Deutschstunde 18.45; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 21.00; Verteidiger des

Glaubens –Defender of the Faith 18.00; Und der

Zukunft zugewandt (OmU) 19.45; Das Kapital im

21. Jahrhundert–Capital in theTwenty-First Century

(OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 59 69) Systemsprenger (OmenglU)

17.15; Korea Independent: ABoy and Sungreen

– Bo-hui-wa Nog-yang (OmenglU) 18.00; FFRB:

Cidade invisivel –Invisible City (OmenglU) 18.30;

FFRB: Invisible City (OmenglU) 19.30; Grenzgebiet

(OmenglU) 19.30; FFRB: Rio Encantado (OmenglU;

m. Kurzfilm) 20.00; Korea Independent: Kim-Gun

(OmenglU) 20.00; FFRB: Kurzfilmprogramm: Words

Made of Silence, Silence Made of Words (OmenglU;

m. Gästen) 21.30; Gundermann 21.45; Korea

Independent:Youngju –Yeung-ju (OmenglU) 21.45

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Kinderfilm

des Monats: Unheimlich perfekte Freunde

10.00; Joker (OmU) 12.15, 14.45, 17.15, 20.00,

22.45; Fritzi –EineWendewundergeschichte 13.15;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.00; Lieber

Antoine als gar keinen Ärger –Enliberte! (OmU)

18.45; Joker (OmU) 21.15

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die Addams

Family 11.00, 13.20, 18.00; Das perfekte

Geheimnis 11.00, 14.00, 17.00, 20.00, 23.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.10,

15.40; Maleficent: Mächte der Finsternis 11.10,

13.45, 16.45; Der König der Löwen 11.10; Angry

Birds 2: Der Film 11.15; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 11.20, 13.50; Dora und die goldene

Stadt 11.40, 14.20; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

11.50, 14.00; Joker 13.30, 16.30,

19.30, 23.10; Ich war noch niemals inNew York

14.10, 16.20, 19.30; Terminator –Dark Fate 16.20,

19.45, 23.00; 3D: Gemini Man 17.00; Downton

Abbey 17.20; Scary Stories toTell in the Dark

17.45, 20.30, 23.15; Sneak Preview 20.00; Ballon

20.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

20.20; Halloween Haunt 20.20, 22.50; Es: Kapitel

II 22.30; Once Upon aTime in... Hollywood 22.40;

7. Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

(OmU)23.10;ReadyorNot? –Auf diePlätze,fertig,

tot 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(DFmenglU) 14.15; Nurejew – The White Crow

(OmU) 16.15; Systemsprenger (DFmenglU) 19.00;

Joker (OmU) 21.30; Weitermachen Sanssouci (DFmenglU)

15.00, 22.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

17.00, 19.30;M.C.Escher: Reise in dieUnendlichkeit

(OmU) 15.00; Brittany Runs aMarathon (OmU)

17.00; Parasite – Gisaengchung (OmU) 19.15,

22.00; Deutschstunde 14.30; Joker (OmU) 17.00,

19.45; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

22.15; Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles

(OmU) 14.00, 19.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 16.15; Easy Love 21.15

International (✆ 24 75 60 11) Parasite 13.30,

19.00; Joker (OmU) 16.15; Preview: MyZoe 20.00;

Siegessäule und Teddy präs. MonGay: Jonathan

Agassi Saved MyLife (OmU) 22.00

Z-inema (✆ 28 38 91 21) Die Abenteuer des

Prinzen Achmed (mit Live-Musikbegleitung) 19.00;

Fernsehfriedhof.de: Live-Veranstaltung (Wessifizierung

durch FernsehenTeil III) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Joker 14.05, 17.10, 19.30; Das perfekte Geheimnis

14.15, 17.00, 19.45; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.20; Die Addams Family 14.20; Angry

Birds 2: Der Film 14.20; Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 14.30; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.30; Dora und die goldene Stadt 14.30, 17.00;

Bayala –Das magische Elfenabenteuer 14.50; 7.

Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

(OmU) 16.40, 19.45; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 16.55, 20.10; Gemini Man 17.00; Cinayet

Süsü 17.00, 19.50; Terminator –Dark Fate

17.05; 3D: Die Addams Family 17.10; Halloween

Haunt 19.40; Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak

Preview 20.00; Scary Stories to Tell in the Dark

20.05

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Systemsprenger 9.50;

Diego Maradona (OmenglU) 12.00; Joker (OmU)

14.20, 23.00; Parasite – Gisaengchung (OmU)

16.40; Mediterranea (OmenglU) 19.00; Tiny Souls

(OmenglU; m. Gast u. Gespräch) 21.15

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 16.20; Joker (OF) 19.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.45

Passage (✆ 68 23 70 18) Joker (OmU) 17.15,

20.00, 21.20; Das perfekte Geheimnis 14.30,

17.15,20.00; Systemsprenger 14.30,18.40

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.30, 20.30; Joker (OF) 17.00,

19.45, 22.30;Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille en feu (OmenglU) 16.40,

19.20, 22.00; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit

–Escher: Het oneindige zoeken –Journey

Into Infinity (OF) 16.40; Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

18.40, 21.20; Parasite – Gisaengchung (OmU)

16.10,19.00,21.50


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 25 *

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

darüber,indem so etwas vorkommt,

in dem man sich wappnen kann.“

Es sind die großen Fragen, mit denen

sich sein Buch beschäftigt: Was

ist das beste Album aller Zeiten? Ist

Pop politisch? Muss Musik schön

sein? Wann wurde Countrycool? Wer

war für die Beatles wichtiger, Paul

McCartney oder John Lennon? Und

wenn wir schon dabei sind: Werist

bedeutender –die Beatles oder die

Rolling Stones? Wer Brüggemeyer

kennt, weiß, dass es zumindest auf

die letzte Frage eine klare Antwort

gibt. Ansonsten verrät ein Blick auf

das Amazon-Angebot von „Pop –

eine Gebrauchsanweisung“, was Sache

ist: In der Rubrik „Kunden, die

diesen Artikel gekauft haben, kauften

auch ...“ erscheint sogleich die

Jubiläumsedition von„Abbey Road“.

Am Dienstagabend stellt Maik

Brüggemeyer dieses herrliche, sympathisch

provokante Buch in der

Kulturbrauerei vor, und natürlich

sind die Gäste eingeladen, mit ihm

zu diskutieren und zu streiten. Denn

es geht umviel. DasGanzeeben.

Auch der Mittwoch verspricht

Pop: In der Backfabrik lädt Markus

Nägele zur „Heyne Hardcore Night“.

LITERATUR

Maik Brüggemeyer:Pop –eine

Gebrauchsanweisung Lesung und

Diskussion, 5.11., 19.30 Uhr,Kulturbrauerei/Maschinenhaus,

Knaackstr.97

Heyne Hardcore Night Lesungen, Musik

mit John Niven, Eric Wrede, Mieze Katz

u.a. 6.11., 19.30 Uhr,Backfabrik/Clinker

Lounge, Saarbrücker Straße 36–38

Nägele, lange Zeit als Musikjournalist,

Booker, Manager und Musiker

tätig, betreibt inzwischen das Bücherlabel

Heyne Hardcore, das gewissermaßen

Pop mit literarischen

Mitteln zelebriert. Mit dabei in Berlin

sind unter anderem der Schotte

John Niven, dessen vor Derbheiten

strotzenden, kaleidoskophaft inszenierten

Romane funktionieren wie

Techno-Tracks.

UndEricWrede,auch er früher im

Musikbusiness, heute Deutschlands

prominentester Bestatter. Inseinem

Buch „The End: Das Buch vomTod“

und auch in seinen Kolumnen für

die Berliner Zeitung plädiert erfür

einen neuen Umgang mit dem Tod,

ein gelasseneresVerhältnis,nicht zuletzt

zur eigenen Endlichkeit. Und

auch wenn er dabeivon sich und seinen

eigenen Erfahrungen schreibt,

so findet man sich darin wieder wie

in einem guten Popsong.

„Wir haben oft das Gefühl“, das

lehrt Maik Brüggemeyer, „dass die

Künstler, die wir besonders mögen,

irgendwann anfangen, unsere eigene

Geschichte zu erzählen.“ Es

geht also auch hier um nicht weniger

als: um alles.

Theater

Dankbarkeit

für

Deutschland?

Am heutigen Montag beginnt

die Festivalwoche

zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

Ein paar wenige Veranstaltungen

widmen sich auch

denen, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft

gehörten:

türkischstämmige Berliner

etwa oder DDR-Vertragsarbeiter.

Das Stück „Danke

Deutschland“ von Sanja Mitrovic

läuft zwar schon länger

an der Schaubühne, aber man

kann es durchaus als Beitrag

zu dieser besonderen Woche

sehen. Es fragt nach den Vertragsarbeitern

aus Vietnam,

deren Situation nach dem

Mauerfall ungeklärt war und

die sich aufflammendem Rassismus

ausgesetzt sahen, die

Ausschreitungen vor dem

Wohnheim in Rostock Lichtenhagen

sind dafür nur das

bekannteste Beispiel. Auch

den Boat People, die die BRD

aufnahm, den Beziehungen

der Communities widmet sich

das Stück. Susanne Lenz

DankeDeutschland 20 Uhr,

Schaubühne,Tel.: 890023

Literaturhaus Berlin (✆ 887 28 60)

21.00: Wortservierungen: Etwas Großes geschieht –

Realitätsschock, vonSacha Lobo, mit Richard Burger

Nordische Botschaften –Felleshus (✆ 50 50 -0)

19.00: Eröffnung des 10.Krimimarathon: Trude Teige

„Die Frau, die verschwand“ und Unni Lindell „Im Wald

wirst du schweigen“, Moderation: Günther Frauenlob.

Anm. erf.

Periplaneta Kreativzentrum (✆ 44 67 34 33)

20.00: Lesebühne: Vision &Wahn „Borderline-Syndrom“,

MareikeBarmeyer, TomNils, Marion Alexa

Müller,Thomas Manegold und RobertRescue

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Nachwendekinder,Johannes Nichelmann,

Mod. Cornelia Geißler

Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Pl.)

17.30: Wirwaren Nachbarn: Uns kriegt ihr nicht, von

Tina Hüttl, Alexander Meschnig,mit Rahel R. Mann

Rosa-Luxemburg-Stiftung (✆ 44 31 00)

18.00 Salon: Don Camillo &Peppone –C&A, von

Jörg Kotterba, mit Christian Gehlsenund AxelHenschke,

Buchvorstellung,Mod.: Jörg Kotterba

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00: Ost-Berlin –Revue einer verpassten Gelegenheit,

Musik, Film, Gespräch mit Funnyvan Dannen,

Knorkator,Luise Meier,ElkeErb,Bolschewistische

Kurkapelle Schwarz-Rot,Jürgen Kuttner,Herbst in

Peking,Mex Schlüpfer,Suse Wächter,Ostberlin

Androgyn u. a., Leitung: Marion Braschund Milan

Peschel (ab 12 J.). Anm. erf.

FÜHRUNG

Ansichtssachen (✆ 99 54 80 53)

11.00: 30 JahreMauerfall: Die Bernauer Straße,

Treff: U-Bhf. Eberswalder Str., Schönhauser Allee/Ecke

Eberswalder Str.. Anm.erf.

14.30: Kreuzberg SO36: Schillerndster Bezirk

Berlins, Treff: U-Bhf. Kottbusser Tor, Adalbertstr.unterm

Brückenhochhaus. Anm. erf.

14.30: Berlin am Wasser:Zwischen Oberbaum- und

Schillingbrücke, Treff: U-Bhf. Warschauer Str., oberer

Ausgang.Anm. erf.

Bärentouren (✆ 015 20 -5 22 67)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain–

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

Lustgarten, Führung in engl. Spr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit der Romantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann über die Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-Berliner Sagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischen Hackeschem

Markt und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm.erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

14.00: Ältestes Berlin über- wie unterirdisch:

Klosterviertel –archäologischer Ort–James-Simon

Ehrung,erste Stadtmauer u. a., Bernd S. Meyer, Treff:

Klosterstr., Eingang Parochialkirche

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblick ins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: Andreas Schmidt (p) &Friends

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Lisa Hoppe’sThird Reality

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

21.00: TuneUp*Session –Herbst Edition

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by

Charlotte Joerges

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Minyo Crusaders

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

21.00: Kevin MorbySolo

Holzmarkt 25 (Holzmarktstr.25)

20.00 Säälchen: Bodi Bill

Junction Bar (✆ 694 66 02)

20.00: HealthyJunkies, MK Ultra, Nikaya,Kill The Hate

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Half Alive

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.00: ATribe Called Red

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Caroline Spence

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: Backtrack, special guests: Higher Power,

Hangman

Pierre Boulez Saal (✆ 47 99 74 11)

19.30: Patti Smith mitTonyShanahan, Erinnerung

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: Nosoyo

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

20.30: MondayJelly Roll Session, hosted by Marcos

Coll

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mit Jürgen

Bailey

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Sun Ark

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Hula Ruach +JaguarNoMe

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 Theatersaal: Schalala –Das Mitsingdingmit

Stefanie Bonse (Gitarre) und Marie-Elsa Drelon

(Klavier)

Urban Spree (Revaler Str.99)

19.00: Tonbruket

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

22.00: No Zodiac+Blood For Betrayal

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

19.30: Die offene Bühne

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One, Büber,GiuDA

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: 5years Electric MondayMonth, RobertOwens,

Norman Weber,Frankie Flowerz, Ricardo Rodriguez,

Snoid &Rik Laren, Don Tom, Alex Monster

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Scandal, Fox

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 18.00: Multisexual Boxhopping

21.00: Sing on stagewith Ripsy

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 +4Bar:House of Waxx, Doc Sleep, Jason

Fellows, CCL

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Salsa,Flori, Wilbert, Naudy

KINO

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Dora und die goldene Stadt 14.00; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Dem Horizont so

nah 14.15; Die Addams Family 14.25; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 15.00; Terminator –Dark Fate

16.30, 19.30; Joker 16.50, 19.40; Ich war noch

niemals in NewYork 17.10; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.15,19.50; 3D: Die AddamsFamily

17.30; Sneak Preview 20.15; Gemini Man 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Easy Love (OmenglU)

12.00, 19.10; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait de la jeune fille en feu (OmU) 12.10,

21.00; Djon Africa (OmU) 14.00; Kurenai no buta

–Porco rosso 16.00; Bait (OmU) 17.20; Born in

Evin –Alles über Evin (OmU) 19.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Systemsprenger

15.00;Parasite17.40,20.30;Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 15.00; Ich war noch niemalsin

NewYork 17.15, 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Das perfekte

Geheimnis 15.00, 17.45, 20.30; Sneak Preview

22.00; Parasite 14.20, 17.10, 20.00; Systemsprenger

14.40,16.40; Joker (OmU) 18.00, 20.45;

Porträt einerjungen Frau in Flammen 15.20, 17.20,

19.20

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Maleficent: Mächte der Finsternis 13.45, 17.10;

Systemsprenger 13.50, 22.30; Joker (OmU) 14.00,

17.00, 20.00, 23.00; Deutschstunde 14.00; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.45, 22.40;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.15;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 14.45; Bayala

–Das magische Elfenabenteuer 14.45, 16.45; Parasite–Gisaengchung

(OmU) 16.30, 19.30,22.40;

Porträt einer jungen Frau inFlammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 16.40, 19.30, 22.30;

Ich war noch niemals in New York 17.00; Preview:

2040 –Wir retten die Welt! (OmU) 19.30; Ballon

20.00; Lieber Antoine als gar keinen Ärger –En

liberte! (OmU) 22.45; AdAstra –Zuden Sternen

(OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Der seltsame Klang des

Glücks 19.00; Vulkan –Volcano (OmU) 20.30

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79)Lebeschon lange

hier 17.00; Born inEvin –Alles über Evin (OmU)

18.30; Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 20.15;

Weitermachen Sanssouci 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.15; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.15, 20.15, 23.00;

Joker 14.20, 16.50, 19.50, 22.55; Dora und die

goldene Stadt 14.20, 16.45; Die Addams Family

14.20; Angry Birds 2: Der Film 14.30; Der König

der Löwen 14.35, 17.15; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 14.45; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.45; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.50, 17.00; Ich war noch niemals in New

York 16.35, 19.45; Terminator –Dark Fate 16.55,

19.35, 22.55; 3D: Die Addams Family 17.00; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 17.05, 19.55,

22.55; Dem Horizont so nah 17.20; Once Upon a

Time in... Hollywood 19.20; Downton Abbey 19.55;

Joker (OF) 20.00; Halloween Haunt 20.00, 22.30;

Scary Stories to Tell in the Dark 20.05; Midsommar

22.40; 3D: Gemini Man 22.45; 47 Meters Down:

Uncaged 22.55

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 8523004)

Deutschstunde 14.45; Lieber Antoine alsgar keinen

Ärger 17.35, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) Nurejew–The White Crow

18.00; Deutschstunde 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait delajeune fille en feu (OmU)

15.00,17.45,20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Porträteiner jungen Frau in

Flammen 17.30; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille enfeu (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,12.15; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 10.00; Die Addams

Family 10.00, 12.00, 14.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 10.00, 12.00, 14.50; Angry

Birds 2:Der Film 10.00; Maleficent: Mächte der

Finsternis 12.10, 14.00; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 12.15; Das perfekte Geheimnis

14.00, 16.45, 19.50; Joker 14.20, 17.20, 19.30;

Terminator –Dark Fate 16.45, 19.45; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 16.50, 20.15; Ich war

noch niemals inNew York 17.00; Sneak Preview

20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Und der Zukunft zugewandt 13.00; Downton Abbey

15.15; Systemsprenger 17.45; Deutschstunde

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 0711) Ich war noch niemals

in NewYork 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.05, 14.40; Maleficent: Mächte der Finsternis

10.00, 12.15, 14.25; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 10.00, 12.00; Dora und die goldene Stadt

10.00, 12.10, 14.20; Die Addams Family 10.00,

12.05, 14.20; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

10.00, 12.35, 15.00; Angry Birds 2: Der Film

10.00, 12.10; Joker 14.20, 17.10, 20.05, 22.30;

Das perfekte Geheimnis 14.30, 16.35, 17.20,

19.30, 20.05, 23.00; 3D: Die Addams Family

17.00; Terminator –Dark Fate 17.10, 20.05; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 17.15, 19.30;

Gemini Man 17.20; Downton Abbey 20.05; Halloween

Haunt 20.10, 23.00; Joker (OF) 22.30; Es:

Kapitel II 22.40; Sneak Preview (OF) 23.00; Sneak

Preview 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Das perfekte

Geheimnis 15.00, 18.00, 20.30;Maleficent: Mächte

der Finsternis 15.30, 18.00, 20.30; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 15.45; Die Addams Family

15.45; Der Distelfink 17.30; Terminator –Dark Fate

17.45, 20.30; Joker 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Rithy Pahn: Exil (OmenglU)

20.00; DEFA-Stiftung: Gustav J./Tag für Tag /

Haus und Hof (m. Gast u. Moderation)19.00;DEFA-

Stiftung: Holunderblüte 21.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Maleficent: Mächte der Finsternis 12.40, 13.40,

16.50; Das perfekte Geheimnis 12.40, 14.10,

16.00, 17.20, 19.00, 20.40, 22.10, 22.50; Joker

13.00, 13.30, 16.10, 16.40, 19.20,19.50, 22.30;

Terminator – Dark Fate 13.15, 16.50, 19.45,

23.00; Ich war noch niemals in New York 13.20,

16.15, 19.20; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm13.30; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

13.30, 16.30, 19.30, 22.30; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 13.30; Dora und die goldene Stadt

13.30; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

13.40; Der König der Löwen 14.00, 16.40, 19.20;

Angry Birds 2:Der Film 14.10; Die Addams Family

14.30; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 14.50;

Es: Kapitel II 16.00, 20.15, 22.20; Systemsprenger

16.10; Downton Abbey 16.10, 19.15; Parasite

16.30, 19.40, 22.50; Good Boys 16.30; Der Glanz

der Unsichtbaren 16.40; Gemini Man16.50, 19.40,

23.00; Halloween Haunt 17.00, 19.30, 22.10; 3D:

Die Addams Family 17.10;

Scary Stories toTell in the Dark 17.20, 20.10,

23.00; Once Upon aTime in... Hollywood 19.20,

22.20; Yesterday 19.50; Gut gegen Nordwind

19.50; Dem Horizont sonah 19.50; Midsommar

22.30; Rambo5:Last Blood 22.50; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 23.00; 47 Meters Down: Uncaged

23.00

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 02 00)

Maleficent: Mächte der Finsternis (OF) 13.30,

17.15; Joker (OF) 13.30, 16.50, 20.00, 20.30;

Terminator –Dark Fate (OF) 13.40, 17.00, 20.10;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm (OF) 13.40; Der

König der Löwen (OF) 14.00; Die Addams Family

(OF) 14.10, 16.30; Dora und die goldene Stadt –

Dora the Explorer (OF) 14.30; Downton Abbey (OF)

16.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis (OF)

16.20, 19.20; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

19.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

19.00; Scary Stories to Tell in the Dark (OF) 20.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Pandas

11.45; Terminator –Dark Fate (OF) 13.00, 16.10;

Terminator –Dark Fate 19.15

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Midsommar

(OmU) 17.30; Parasite – Gisaengchung (OmU)

20.00; Nevrland (OF) 22.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Die Addams Family 14.00,

16.00; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.00; Dora und die goldene Stadt 14.30; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 15.00, 17.30,

20.30; Das perfekte Geheimnis 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Ich war noch niemals in New York

16.00,20.45; Terminator –Dark Fate 17.00, 20.00,

22.30; Joker 18.00, 20.00, 22.30; Halloween

Haunt 19.00,22.45

Casablanca (✆ 677 57 52) Bohemian Rhapsody

17.45; Nurejew –TheWhite Crow 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Terminator –Dark Fate 14.00, 16.45, 20.00; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.10, 17.00; Joker

14.15, 17.15, 20.15; Dora und die goldene Stadt

14.15; Die Addams Family 14.20, 17.10; Bayala –

Das magische Elfenabenteuer 14.20; AngryBirds 2:

Der Film 14.30; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.40; AdAstra –Zuden Sternen 16.40; Ich war

noch niemals in NewYork 16.50, 19.30; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 17.10; Scary Stories

to Tell in the Dark 17.15, 20.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 19.50; Sneak Preview20.00;

Ballon 20.00; Halloween Haunt 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Die

Addams Family 14.15; Bayala – Das magische

Elfenabenteuer 14.15; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.20; Angry Birds 2:Der Film 14.20;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.30; Dora und

die goldene Stadt 14.30; Das perfekte Geheimnis

14.30, 16.35, 20.00; Cinayet Süsü 16.30; 7. Kogustaki

Mucize –Das Wunder in ZelleSieben (OmU)

16.45,19.30;Terminator–DarkFate17.00, 20.00;

Joker 17.10,20.00; 3D: Die Addams Family 17.10;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 17.15; Merhaba

Güzel Vatanim (OmU) 19.45; Sneak Preview

20.00; Sneak Preview (OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) InEx. Filmfestival:

The Tribe 19.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Das perfekte Geheimnis

10.30, 15.30, 21.00; Systemsprenger

13.00; Ich war noch niemals in New York 15.00,

20.15; Das perfekte Geheimnis 17.45

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Systemsprenger

15.30; Deutschstunde 18.00; Der Glanz der

Unsichtbaren 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Gelobt sei Gott

15.00; Nurejew –The White Crow 17.45; Downton

Abbey 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Les innocentes –Agnus Dei

(OmenglU) 18.00; Zwingli –Der Reformator 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Parasite 14.50, 20.30;

Deutschstunde 17.45

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Wenn wir

erst tanzen 14.30; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

15.45, 20.45; Verteidiger des Glaubens –Defender

of the Faith 15.45; Das perfekte Geheimnis 15.45,

18.15, 20.45; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

16.30; Parasite – Gisaengchung (OmU) 17.45,

20.30; Deutschstunde 18.15; Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 18.30; Systemsprenger

20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Ich

warnoch niemals in NewYork 13.40, 16.40, 19.50;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 13.50, 17.10; Angry

Birds 2: DerFilm 13.50; Maleficent: Mächte der

Finsternis 13.55, 16.45; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00,20.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.10; Die

Addams Family 14.10; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.20; Terminator –Dark Fate 16.30,

19.45; Der König der Löwen 16.50; Joker 16.55,

19.55, 20.15; 3D: Die Addams Family 17.15; Gemini

Man 19.35; Dem Horizont sonah 19.40; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 19.50

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis17.15,

20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Der Glanz der Unsichtbaren 17.15; Nurejew – The

White Crow 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.00; Joker 17.00,

20.00; Ich war noch niemals in New York 17.00,

20.00; Dem Horizont so nah 17.00; Das perfekte

Geheimnis 17.00, 20.00; Terminator –Dark Fate

17.15, 20.15; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

17.20; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.30, 19.45; Die Addams Family 17.30; Scary

StoriestoTellinthe Dark 17.45, 20.15; 3D: Gemini

Man 19.45; Ballon 20.00; Halloween Haunt 20.15;

Angel Has Fallen 20.15

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Maleficent:

Mächte der Finsternis 15.00; Die Addams Family

15.00; Das perfekte Geheimnis 15.00,17.45,

20.30; Der Distelfink 17.15; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.45, 20.30; Terminator –Dark

Fate 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Die Addams Family 14.30; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.45, 17.15; Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.30, 20.00; Ich war noch niemals in New

York 15.15, 17.45; 3D: Die Addams Family 16.15;

Joker 18.00; The Big Lebowski 19.45; Terminator –

Dark Fate 20.15; Das zweite Leben des Monsieur

Alain 20.30; Justice –Verstrickt imNetz der Macht

23.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Ich war

noch niemals in NewYork 14.00, 17.00; Shaundas

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 15.00; Systemsprenger

18.00; Joker 20.00

Union Fürstenwalde (✆ 033 61/73 64 40) Nurejew

–The White Crow 14.00; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

16.30; Zwingli –Der Reformator

18.00; Zwischen uns die Mauer 20.15

Weltspiegel Kino Finsterwalde (✆ 035 31/22 11)

Ich war noch niemals in New York 17.15, 20.00;

Und der Zukunft zugewandt 17.30,20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019

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Spreewild

Editorial

Die Idee eines bundesweiten

Zentralabiturs ist schon seit

langem Bestandteil bildungspolitischer

Debatten. Zuletzt wurden

Forderungen danach wieder lauter.

Grund genug für Jugendreporter

Moritz Tripp, auf dieser Seite der

Frage auf den Grund zu gehen, ob

ein Zentralabitur sinnvoll wäre.

Ausführlichere Artikel zum Thema

gibt es diese Woche online auf

spreewild.de. Euer Spreewild-Team

Fakten

Die derzeitige Lage

im Überblick

Bundesländer

Bisher haben bis zu 15 Bundesländer

zeitgleich das Abitur geschrieben.

Nur Rheinland-Pfalz hat noch nicht

teilgenommen, weil es das einzige

Land ist, das bis heute kein landesweites

Zentralabitur hat.

Betroffene Fächer

Zurzeit betreffen diese zeitgleich absolvierten

Prüfungen nur die Fächer

Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch.

Wann weitere folgen werden,

ist noch unklar.

Aufgaben

In den betroffenen Fächern können

die Schüler im Abitur eine von drei

Aufgaben zur Bearbeitung auswählen.

Seit 2017 wird eine dieser drei

Aufgaben aus dem zentralen Fragenpool

des IQBs (Instituts zur Qualitätsentwicklung

im Bildungswesen)

gestellt. Die anderen zwei Aufgaben

werden von den einzelnen Ländern

vorgegeben. Bisher ist das Aufnehmen

einer Frage aus dem IQB-Pool

fürdie Länder unverbindlich, außerdem

können die Aufgaben von den

Ländern noch geringfügig abgeändert

werden. Bis auf Weiteres ist

nicht geplant, den Anteil der IQB-

Fragen auf zwei oder gar drei zu erhöhen.

Nächste Schritte

Ab 2021sollen die IQB-Aufgaben für

die Länder verbindlich und unveränderbar

werden. Außerdem sollen

die zentralen Abiturprüfungen ab

dann immer nach den Osterferien

stattfinden, egal, auf welchen Termin

diese fallen. Das soll den Schülern

dazu dienen, sich in der freien

Zeit besser vorbereiten zu können.

HINTERGRUND

Warum ist Bildung

überhaupt Ländersache?

In Deutschland bestimmen die einzelnen

Bundesländer zu weiten Teilen

über das Thema Bildung –der

Bund hat hier nur begrenzten Einfluss.Dieser

sogenannte Bildungsföderalismus

besteht in Deutschland

schon sehr lange.Das änderte

sich zum ersten Malinder Zeit des

Nationalsozialismus, als das diktatorische

Regime den Ländern

gewaltsam die Verantwortung für

Bildung entriss,umdie Nazi-Ideologie

in ganz Deutschland in Schulen

und Hochschulen zu propagieren.

Dies ist auch der Grund, warum der

vonden Alliierten wiedereingeführte

und streng überwachte Bildungsföderalismus

heute noch so

einen hohenStellenwerthat.

Von Moritz Tripp, 24 Jahre

Für viele junge Menschen ist

das Abitur die erste große

Härteprüfung im Leben. Die

Note entscheidet maßgeblich

darüber,obman nach der Schule

sein Wunschfach studieren kann

oder nicht. Doch die Abiturprüfungen

inDeutschland sind nicht vereinheitlicht:

Gerade die Prüfungsaufgaben

können von Bundesland

zu Bundesland stark variieren. Zudem

korrigieren Lehrer in manchen

Länderntendenziell etwas großzügiger,

wodurch es beispielsweise in

Thüringen regelmäßig zu den besten

Durchschnittsnoten kommt.

Das ist unfair gegenüber Schülerinnen

und Schülern anderer Länder,

die bei gleichen oder sogar besseren

Leistungen schlechtere Noten

bekommen. Die Tatsache, dass Studienanwärter

allein aufgrund der

Region, in der sie zur Schule gegangen

sind, benachteiligt sein können,

ist offensichtlich ungerecht. Um allen

Schülern die gleichen Chancen

auf die bestmögliche Abiturnote einzuräumen,

könnte daher eine potenzielle

Lösung die Einführung eines

bundesweiten Zentralabiturs

sein: Das würde bedeuten, dass alle

Ein Abitur für alle

Die Idee eines bundesweiten Zentralabiturs verspricht Chancengleichheit. Doch stimmt das auch?

Tamina, 24: „Ich finde die

Idee gut, weil ich es unfair

finde, dass Ergebnisse nicht

vergleichbar sind. Bei uns

wussten damals alle, auf welche

Schule man gehen musste, um

einen Einserschnitt zu bekommen.“

Jessica B. unterrichtet an einer

Berliner Sekundarschule die

Fächer Biologie und Sport. Im Interview

erklärt sie, wie sie zur Idee

eines Zentralabiturs steht und was

sie über alternative Lösungsvorschläge

denkt.

Halten Sie die Idee eines deutschlandweit

zentralen Abiturs für

sinnvoll?

Grundsätzlich fände ich es

schon gut, eine höhere Vergleichbarkeit

zwischen den Ländern zu

schaffen. Das setzt aber voraus,

vorher die Rahmenbedingungen

der Länder anzugleichen. Ein Zentralabitur

von heute auf morgen

einzuführen, funktioniert nicht.

Jeder sollte im Abitur die gleichen Chancen haben.

Abiturientinnen und Abiturienten in

Deutschland am gleichen Tag zur

gleichen Zeit die gleichen Aufgaben

bearbeiten.

Zuletzt hatten sich dafür etwa

FDP-Chef Christian Lindner, Mecklenburg-Vorpommerns

Ministerpräsidentin

Manuela Schwesig (SPD)

und die baden-württembergische

Kultusministerin Susanne Eisenmann

(CDU) starkgemacht. Doch

würde das Zentralabitur wirklich

Chancengleichheit garantieren?

Diese Frage ist heiß umstritten. In

Rosina, 16: „Jemand sagte mal, Abi

bedeute Schlaf, Freunde oder

Schule, wovon nur zwei Optionen

gingen. Mein Schlafrhythmus ist

ähnlich verhungert wie bei

anderen in Deutschland und doch

machen wir ja „nur“ Abi inBerlin.“

Warum nicht?

Die Leistungsniveaus variieren

zwischen den einzelnen Bundesländern.

Aufgaben, die in einem Land

gut angenommen werden, gelten

anderswo als zu schwer. Esmüsste

also zuerst das Bildungsniveau bundesweit

auf ein vergleichbares Level

gehoben werden, bevor man allen

die gleichen Aufgaben stellt.

In Berlin gibt esein Zentralabitur.

Wiegroßist die Arbeitsbelastung, die

dadurch entsteht?

Das Abitur wurde bei uns im Mai

geschrieben. Wir Lehrkräfte hatten

dadurch etwas weniger regulären

Unterricht, doch im Prinzip kam die

Arbeit für uns einfach obendrauf.

PICTURE ALLIANCE/DPA

Schülermeinungen zum Zentralabitur

Kristina, 18: „Ich kann mir

nicht vorstellen, dass

Bildung durch ein zentrales

Abitur gerechter wird, da die

Unterrichtsinhalte viel zu

stark zwischen den

Bundesländern variieren.“

„Das Leistungsniveau variiert zu stark“

Da das letzte Schuljahr ein sehr kurzes

war, hatten wir für die Korrektur

dann genau eine Woche und zwei

Tage Zeit. Das fand ich ganz schön

sportlich. Generell bedeutet einZentralabitur

aber weniger Aufwand als

ein individuelles, weil man sich als

Lehrkraft die Aufgaben nicht selbst

überlegen muss.

Haben Siedas Gefühl, dass der Oberstufenunterricht

zum Teil nur auf

die Abiturprüfung vorbereiten soll?

Vielleicht ein bisschen. Ich nehme

mir aber die Freiheit, interessante

Unterrichtsinhalte hervorzuheben,

weil ich bei Schülern Leidenschaft

für meine Fächer wecken möchte.

In letzter Zeit habe ich allerdings das

den vergangenen Jahren wurden bereits

erste Schritte unternommen,

um die Prüfungsverhältnisse zwischen

den Ländernanzugleichen.

Der Artikel links gibt einen Überblick

über den aktuellen Stand der

Dinge und die Pläne für die Zukunft.

Spoilerwarnung: Die Kultusministerkonferenz

(die über das Thema

Bildung auf Bundesebene bestimmt)

plant derzeit zwar, die Bedingungen

für alle Schüler weiter zu vereinheitlichen

–ein echtes Zentralabitur ist

aber bis auf Weiteres nicht vorgesehen.

Laut Alexander Lorz, Präsident

der Kultusministerkonferenz, sollen

die Abiturnoten „natürlich so vergleichbar

wie möglich sein, aber das

wirdman wohl nicht mit letzter Perfektion

hinbekommen. Insofern erweckt

die Forderung nach einem

bundesweit einheitlichen Zentralabitur

unrealistische Erwartungen.“

Vorschnelle Kapitulation oder

nachvollziehbare Schlussfolgerung?

Fest steht, dass ein vereinheitlichtes

Abitur zwar erst einmal fair klingt;

doch ganz so einfach ist es dann

doch nicht. Wasist zum Beispiel mit

mündlichen Prüfungen? Diese wärensicher

schwer –wenn nicht sogar

unmöglich – zu vereinheitlichen.

Haben die Schüler in den einzelnen

Bundesländern überhaupt die gleichen

Lernvoraussetzungen, um am

Ende der Schullaufbahn die gleichen

Fragen beantworten zu können?

Um dem Ganzen auf den Grund

zu gehen, haben wir mit Schülern

und Lehrerngesprochen. Außerdem

haben wir einen Blick auf andere

Staaten geworfen, die ein Zentalabitur

bereits vormachen. Und überlegt,

ob es nicht noch ganz andere

Lösungen als ein vereinheitlichtes

Abitur gibt, um eine echte Chanchengleichheit

zu schaffen.

Julia, 23: „In Brandenburg haben

wir durch mehr Leistungskurse

Vorteile bei der Bewerbung

um Uniplätze gegenüber den

Bewerbern aus anderen

Bundesländern, die nur zwei

LKs hatten.“

Was sagen Lehrkräfte zum Thema Zentralabitur? Wir haben eine Berliner Lehrerin gefragt

Gefühl, dass sich viele Schüler nur

noch aus rationalen Gründen für

bestimmte Fächer entscheiden und

nicht, weil sie wirklich Lust darauf

haben.

Washalten Sievon derIdee,das Numerus-clausus-Verfahren

an Hochschulen

durchEignungstests zu ersetzen?

Ich glaube, das wäre schon gerechter,

da so auch gezielt die Eigenschaften,

die man für einen

bestimmten Studiengang braucht,

abgefragt werden könnten. Daswürde

allerdings mit einer zusätzlichen

Belastung für frischgebackene Abiturientinnen

und Abiturienten einhergehen,

weil auf das Abitur gleich

die nächste Prüfung folgen würde.

Maturità –das

italienische

Staatsabitur

Lohnt sich ein Blick zum

Nachbarn?

Die Befürworter des Zentralabiturs

nehmen sich unter anderem

Italien zu Vorbild. Dort gibt es

das zentrale Staatsabitur, die sogenannte

„Maturità“, schon seit 1997.

Einmal im Jahr,genauer im Juni, drehen

dort Schüler, Lehrer und Eltern

kollektiv am Rad. Allerdings existiert

in Italien eine Problematik, die in

ähnlicher Form auch hierzulande

bei Einführung eines Zentralabiturs

bestehen würde: Der Süden Italiens

ist allgemein betrachtet ärmer und

strukturschwächer als der Norden.

Folglich sind auch die Schulen hier

finanziell schlechter aufgestellt. Das

sorgt für schlechtere Voraussetzungen

der Schüler im Gegensatz zu denen

aus dem Norden des Landes,da

aufgrund fehlender finanzieller Mittel

zum Beispiel weniger Personal

beschäftigt werden kann und somit

das Unterrichtsangebot spärlicher

ausfällt. Die Abiturprüfung aber ist

für alle Schüler des Landes gleich

schwer – von fairen Umständen

kann hier also nicht die Rede sein.

Dies wird regelmäßig statistisch bestätigt:

Die Schüler aus dem Süden

schneiden tendenziell schlechter ab

als die aus dem Norden.

Moritz meint, das

Abi sei nicht aussagekräftig

genug.

Kommentar

Ein ganz

anderer Ansatz

Statt über ein Zentralabitur zu

diskutieren, sollte man sich an

dieser Stelle eine ganz andere Frage

stellen: Ist das Abiturergebnis, das

letztendlich nichts weiter als eine

Zahl ist, überhaupt aussagekräftig,

wenn es um die

Eignung für einen

Studiengang

geht? Sollte ein

einziger numerischer

Wert die individuelle

Zukunft

dermaßen

beeinträchtigen?

VERENA KALUZA

Ein Einserschüler

mit einem

Abiturschnitt von

1.0, der fürs Medizinstudium

zugelassen

wird, bringt zwar vielleicht

die erforderlichen fachlichen Voraussetzungen

mit. Doch heißt das

auch, dass er etwa die sozialen Kompetenzen

hat, um dann als Arzt gut

mit seinen Patienten umgehen zu

können? DieAbiturnote gibt einfach

nicht genug Auskunft über die tatsächlichen

Fähigkeiten einer Person.

Es gäbe eine Alternative: Hochschulen

könnten bundesweit Eignungstests

durchführen, die speziell auf

jeden Studiengang zugeschnitten

sind. Das Abitur würde damit zwar

Voraussetzung für ein Studium bleiben,

doch die Note allein würde

nicht mehr bestimmen, ob man sein

Wunschfach studieren kann oder

nicht. Tatsächlich wirddieser Ansatz

jedoch kaum öffentlich diskutiert.

Warum nicht? Weil man mit dem

Zentralabitur die einfachere und

kostengünstigere Lösung sucht. Es

fehlt der Mut, einen anderen, herausfordernderen

Ansatz zu wagen.

Eignungsverfahren an Hochschulen

wären garantiert mit höherem Aufwand

verbunden. Doch es wäre am

Ende eine wirklich faireLösung.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

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Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 27

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TV-Programm

ARD

9.00 (für HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live

nach Neun 9.55 (für HG) Sturmder Liebe 10.45

(für HG) Meister des Alltags 11.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau

12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG)

ARD-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00 (für HG)

Tagesschau 15.10 (für HG) Sturmder Liebe

16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für HG)

Verrückt nach Fluss 17.00 (für HG) Tagesschau

17.15 (für HG) Brisant 18.00 (für HG) Werweiß

denn sowas? 18.50 (für HG) Morden im Norden

19.45 (für HG) Wissen voracht –Zukunft 19.50

(für HG) Wetter voracht 19.55 (für HG) Börse vor

acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Die Story imErsten: Der

Bayern-Boss: Schlusspfiff für Uli

Hoeneß

Die Doku porträtiertaus Anlass seines

Rückzugs Uli Hoeneß’ Karriere. Der Film

zeigt die Höhen und Tiefen seines Lebens.

21.00 (für HG) Hart aber fair

Wastaugt die GroKo wirklich?

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Die Story imErsten: Kein

Geld für kranke Kinder

23.30 (für HG) Grenzenlos

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.10 Explosiv –Weekend 6.00 Guten Morgen

Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte

Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap

9.30 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 10.00

Der Blaulicht Report 11.00 Der BlaulichtReport

12.00 Punkt 12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00

Die Superhändler–4Räume, 1Deal. Trödelshow

15.00 Schätze aus Schrott 16.00 Mensch Papa!

Väter allein zu Haus. Doku-Soap 17.00 Herz über

Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –

Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL

Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG) Alles was

zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau

Dateshow. Mit Rudi aus Paraguaybegibt

sich ein neuer Bauer auf die Suche nach

der Liebe: Der Rinderzüchter,der in einer

Mennoniten-Gemeindelebt, freut sich

schon auf Christina.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 SpiegelTV

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

0.30 Die Alltagskämpfer –Überleben in

Deutschland

1.15 Ohne Filter –Sosieht mein

Leben aus!

MDR

13.58 (für HG) Aktuell 14.00 (für HG) MDR um 2

15.15 (für HG) 1989 –Aufbruch ins Ungewisse

16.00 (für HG) MDR um 4 17.45 (für HG) Aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Mach dich ran 20.15 (für HG)

Bornholmer Straße: Die unglaubliche, aber wahre

Geschichte vonHarald Schäfer.Drama, D2014

21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG) Fakt ist!

23.03 Aktuell 23.05 (für HG) Weissensee 0.40

(für HG) Salto Postale

Bayern

13.30 (für HG) weiß blau 14.15 (für HG)

Hofgeschichten 14.45 (für HG) Gefragt –Gejagt

15.30 (für HG) Schnittgut 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Unkraut

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Landfrauenküche

21.00 (für HG) Bayern erleben 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien

22.45 (für HG) Der Kaiser vonSchexing 23.35

Ottfried Fischer live! 0.20 Rundschau Nacht

Vox

5.15 (für HG) CSI: NY 6.55 (für HG) CSI: Den

Täternauf der Spur 8.45 Verklag mich doch!

10.50 VoxNachrichten 10.55 Mein Kind, dein

Kind 11.55 Shopping Queen 12.55 Zwischen

Tüll und Tränen 13.55 Mein Kind, dein Kind

15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und

eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen

18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das

perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15

Goodbye Deutschland! Die Auswanderer 23.10

(für HG) Survivor 0.35 VoxNachrichten 0.55 (für

HG) Medical Detectives. Doku-Serie

Super RTL

8.55 PawPatrol 9.25 Die Oktonauten 9.45

Calimero 10.05 Sammy 10.40 Grizzy &die

Lemminge 11.05 Alvinnn!!! 11.35 Go Wild!

12.05 Friends 12.25 Trolls 12.45 Polly Pocket

13.15 Tomund Jerry 13.45 Bugs Bunny&

LooneyTunes 14.15 Angelo! 14.45 Dragons

15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10 Sally

Bollywood 16.40 Die Nektons 17.10 Mighty

Mops 17.40 Angelo! 18.10 Bugs Bunny&

LooneyTunes 18.35 Woozle Goozle 19.05

Alvinnn!!! 19.45 Tomund Jerry 20.15 On the

Case 0.25 Infomercials

Sport1

5.00 SportClips 5.30 Antworten mit Bayless

Conley 6.00 Die Arche-Fernsehkanzel 6.30

Teleshopping 15.30 Cajun Pawn Stars 16.30

StorageWars –Die Geschäftemacher 17.30

StorageWars –Geschäfte in Kanada 18.30

Sport1 News Live 18.55 Goooal! 19.25 Fußball.

Viktoria –Zwischen Traum und Trauma 19.55

Fußball 20.15 Fußball. RL West: Fortuna Köln –

Alemannia Aachen, live 22.15 Sport1 News Live

22.30 Goooal! 23.00 Fußball. Die MLS-Highlights

23.30 3. LigaPur 0.15 SportClips

ZDF

5.25 zdf.formstark 5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin

9.00 (für HG) heute Xpress 9.05 (für HG)

Volle Kanne –Service täglich 10.30 (für HG)

Notruf Hafenkante. Krimiserie. Gegen die Zeit

11.15 (für HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoPotsdam. Ermittlungen im

Dreivierteltakt 19.00 (für HG) heute 19.20 (für

HG) Wetter 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Preis der Freiheit (1/3)

Historienfilm, D2019. Zwei Schwestern

kämpfen in der DDR für ihre jeweilige

Idee vomSozialismus. Nur eine der

beiden weiß, dass die dritte Schwester

unter neuem Namen im Westen lebt.

21.55 (für HG) Preis der Freiheit –die

Dokumentation

22.40 (für HG) heute journal

23.10 (für HG) Broken City –Stadt des

Verbrechens

Thriller,USA 2012. Mit Mark Wahlberg

0.45 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Doku-Soap. Eine Mittfünfzigerin

kommt wegenharmlosen Bauchschmerzen

in die Gemeinschaftspraxis. Dass diese garnichts

mit dem Bauch zu tun haben und sogar ihr Leben

bedrohen, ist ein Schock. 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

Die Ruhrpottwache 19.00 Genial daneben –das

Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Zerbrochen –

Ein Fall für Dr.Abel

Thriller,D2019. Mit TimBergmann.

Obwohl Dr.Fred Abel immer noch mit den

Folgen eines Attentats zu kämpfen hat,

bearbeitet er den Mord an einer Frau.

22.20 akte. Spezial

Zerbrochen

23.20 Die Fahnder

Mit Herz &Handschellen

0.20 (für HG) Zerbrochen –

Ein Fall für Dr.Abel

Thriller,D2019. Mit TimBergmann

WDR

11.55 (für HG) Nashorn, Zebra &Co. 12.45 (für

HG) Aktuell 13.05 (für HG) Elefant, Tiger&Co.

13.55 (für HG) Vonund zu lecker 14.25 (für HG)

Tierärztin Dr.Mertens 16.00 (für HG) Aktuell

16.15 Hier und heute 18.00 (für HG) Aktuell /

Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für

HG) Aktuelle Stunde 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Land und

lecker 21.00 (für HG) Ausgerechnet 21.45 (für

HG) Aktuell 22.10 (für HG) Babylon Berlin 23.35

(für HG) Der große Crash 0.20 (für HG) Wirin

den wilden Zwanzigern

NDR

13.10 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG)

die nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

16.00 (für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Die

Nordreportage 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Markt 21.00 (für HG) Dr.Wimmer 21.45

(für HG) NDR Info 22.00 (für HG) 45 Min 22.45

(für HG) Kulturjournal 23.15 (für HG) Schabowskis

Zettel 0.30 (für HG) Meine rebellische Jugend

Kabel eins

5.15 Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns drum

5.45 Eureka 7.30 Blue Bloods 9.20 (für HG)

Navy CIS: L.A. 10.15 Navy CIS 11.05 Without a

Trace 12.00 Numb3rs 13.00 (für HG) Castle

13.55 (für HG) The Mentalist 14.50 (für HG)

Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins news 16.00

Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55

Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle aktuell 20.15 (für HG) Bad

Company. Actionfilm, USA 2002 22.40 (für HG)

Alarmstufe: Rot 2. Actionfilm, USA 1995 0.30

(für HG) Spurwechsel. Thriller,USA 2002

RTLZWEI

5.15 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 Die

Straßencops West –Jugend im Visier 7.00 Die

Straßencops West –Jugend im Visier 8.00

Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Station B1 –Kinderärzte mit

Herz 15.00 Die Wache Hamburg 16.00 Die

Wache Hamburg 17.00 News 17.04 Wetter

17.05 Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05

Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15

Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 21.15 Die Reimanns 22.15 Pop

Giganten 0.15 Exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

9.30 Leichtathletik 11.00 Snooker 13.00 Ski

Freestyle 14.00 Motorsport 14.30 Legenden

Hautnah 15.00 Camps to Champs 15.30 Power

Of One 16.00 Ski Freestyle 17.00 Leichtathletik.

NY Marathon 18.00 Snooker 19.30 Nachrichten

19.35 Legenden Hautnah 20.05 Camps to

Champs 20.35 PowerOfOne 21.05 Laufen in

Nordkorea 22.10 Judo. Grand Slam in Abu Dhabi

22.40 Legenden Hautnah 22.50 PowerOfOne

23.00 Nachrichten 23.10 Test DriveMagazin

23.25 Leichtathletik.NYMarathon 1.00 Judo

TV-Tipps

ZDF, 20.15 UHR HISTORIENFILM

Preis der Freiheit (1/3)

Die Schwestern Margot und Lotte könnten nicht unterschiedlicher sein

und geraten oft aneinander.Die Älteste,Margot, hat eine steile Karriere

im Außenhandel bei der Kommerziellen Koordinierung gemacht. Diezutiefst

überzeugte Parteigenossinbeschafft durch legale und illegale Geschäfte Devisen

für ihr nahezu bankrottes Land. Diealleinerziehende Lotte hat einen

Buchladen und ein paar Fragen zu viel.Sie schließt sich der jungen Umweltbewegung

in der DDR an und wird sich nicht mehr einschüchtern lassen.

Und die jüngste Schwester,Silvia (Nicolette Krebitz), ist Mitte der 1970er-Jahre

ums Leben gekommen.Das ist zumindest die Legende,seitdem ist Silvia

Bohla offiziell tot. Doch in Wahrheit lebt sie als InaWinter in der BRD.Als sie

unerwartet wieder in Margots Leben auftaucht, gerät diese unter Druck.

(D/2019)

Foto: ZDF

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RBB

7.00 rbb Gartenzeit 7.30 Streetphilosophy 8.00

(für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

9.45 (für HG) In aller Freundschaft –die jungen

Ärzte 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG)

Sturmder Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine

ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Geschichten

übernGartenzaun 15.00 (für HG) Geschichten

übernGartenzaun 16.00 (für HG) rbb24 16.15

(für HG) Gefragt –Gejagt 17.00 (für HG) rbb24

17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co. 17.55 (für

HG) Unser Sandmännchen 18.02 rbb UM6

18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Super.Markt

Das Magazin mit Janna Falkenstein

berichtetdiesmal über explodierende

E-Zigaretten, teure Küchensalze,

Medikamentenverschwendung und

Merinowolle aus Brandenburg.

21.00 (für HG) Die Charité

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Tatort: Schmutzarbeit

Krimireihe, D1989. Mit Manfred Krug

23.50 (für HG) Polizeiruf 110: Trio zu viert

Krimireihe,DDR 1989. Mit Peter Borgelt,

Andreas Schmidt-Schaller (bis 1.15)

ProSieben

5.00 Mike&Molly.Sitcom. Molly macht Suppe

5.40 NewGirl. Sitcom 6.00 Mr.Griffin –Kein

Bock auf Schule. Comedyserie 6.50 Eine

schrecklich nette Familie. Sitcom 7.50 Last Man

Standing.Comedyserie 8.45 (für HG) HowIMet

Your Mother.Sitcom 10.35 Fresh Off the Boat.

Sitcom. Jessicas Krimi 11.00 Mike&Molly.

Sitcom. Jim frisst nicht 11.30 2BrokeGirls

12.25 Mom. Sitcom 13.15 (für HG) Twoand a

Half Men. Sitcom 14.40 The Middle. Comedyserie

15.35 (für HG) The Big Bang Theory. Die

Mitbewohnervereinbarung /Die Urlaubs-Diktatur

/Antisportler 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10

(für HG) Die Simpsons. Unter dem Maulbeerbaum

/Fernder Heimat 19.05 Galileo

20.15 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Die Freunde wollen ins Kino, sind

sich aber unsicher,obsie voroder nach

der Vorstellung essen sollen. Daraufhin

kommt es zu einerAuseinandersetzung

zwischen Leonard und Sheldon.

20.45 (für HG) Young Sheldon

Comedyserie

21.15 (für HG) Die Simpsons

22.10 Fahri sucht das Glück

Doku-Soap. Tokio und der Sex

23.10 Late Night Berlin Zu Gast: Adel Tawil

0.15 (für HG) The Big Bang Theory

Arte

7.05 Arte Journal Junior 7.15 (für HG) 360°

8.00 Afrika 8.40 Stadt Land Kunst 9.35 360°

11.20 Kitz &Co. 12.15 (für HG) Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.50 (für HG)

Aufdem falschen Dampfer.Komödie, F2019

15.50 (für HG) Flüsse des Lichts 16.40 (für HG)

Xenius 17.10 Fotografen auf Reisen 17.40

Südamerika 18.30 (für HG) Kreuzfahrtindie

Ostsee 19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15

Familiengrab.Krimikomödie, USA 1976. Mit

Karen Black 22.10 Frenzy.Thriller,GB1972 0.05

La Roue (2/2). Stummfilm, F1923

3Sat

7.00 nano 7.30 Alpenpanorama 9.00 (für HG)

ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG)

NDR Talk Show 12.25 (für HG) sonntags 13.00

(für HG) ZIB 13.20 Die wilden Philippinen 15.30

Gepanzerte Baumeister 16.15 Die Kommunikation

der Tiere 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Achtung,Kreuzottern! 21.00 (für

HG) Das größte Krokodil der Welt 21.45

Erlebnisreisen-Tipp 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25

Skater Girls 23.10 Motorcycle Woman 23.45 Me

and Europe 0.15 (für HG) Die Staatsanwältin

Phoenix

12.45 Tabuthema Einsamkeit 13.30 Unsere Welt

in Zukunft –Stadt 14.00 phoenix vorort 14.45

Plastik, Fluch oder Segen 16.00 Ist Europa noch

zu retten? 16.45 Die Wege des Stahls 17.00 Der

General und die NVA-Deserteure 17.15

„Identitäre“ –Die neuenNazis? 17.30 phoenix

der tag 18.00 Weiterbildung ohne Sinn 18.30

Der große Warentest 19.15 Gekaufte Sterne

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) 30

Jahre Mauerfall 21.00 Aufden Dächernder

Stadt 21.45 Abgewickelt 22.15 unter den linden

23.00 phoenix der tag 0.00 unter den linden

Kika

12.50 Marcus Level 13.15 Die Wilden Kerle

13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss

Einstein –Erfurt 15.00 (für HG) Helium 15.30

Livespiel 15.35 Ein Fall für TKKG 16.00 Miss

Moon 16.25 Die Piraten vonnebenan 16.50

Geronimo Stilton 17.35 Der kleine Ritter Trenk

18.00 Ein Fall für die Erdmännchen 18.10 (für

HG) Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Ernest

&Celestine 18.47 Baumhaus 18.50 Unser

Sandmännchen 19.00 (für HG) Yakari 19.25 (für

HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) Kika Live 20.10 (für HG) Alarm

Dmax

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

Auction Hunters 9.50 Infomercial 10.15 Baggage

Battles 11.15 Die Zwangsvollstrecker 13.15

Dubai Airport 14.15 Ausgesetzt in der Wildnis

15.15 Naked Survival XXL 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 Combat Dealers 18.15 Steel

Buddies 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn 20.15

Der Geiger 21.15 Chris &Mäx: Die Oldtimer-

Spezialisten 22.15 Die Gebrauchtwagen-Profis

23.10 DMAX News 23.15 Die Gebrauchtwagen-

Profis 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Unser Brot –Handwerk oder Massenwa

re? 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 Alles

Wissen 11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.20 Weltspiegel 20.00 Tagesschau

20.15 Anne Will 21.15 Tagesschau 21.17 Extra

21.30 Westpol –Politik in Nordrhein-Westfalen

22.00 Markt 22.45 Tagesschau vor20Jahren

23.00 Tagesthemen 23.30 Kleiner Ortmit große

Zukunft 0.00 Sportinside 0.30 Europamagazin

1.00 Nachtmagazin 1.20 puzzle 1.50 Brandenburg

aktuell 2.20 MDR Thüringen Journal

ONE

5.25 Die Pierre M. Krause Show 5.55 extra3

Spezial 6.25 Hartaber herzlich 7.15 Quarks

8.00 Black Beauty.Abenteuerfilm, GB/E/D1971

9.20 Lindenstraße 9.50 Hustle 10.45 Grzimek

(1/2). Biografie, D2015 12.10 Grzimek (2/2).

Biografie,D2015 13.35 Um Himmels Willen

14.20 Die Landärztin: Der Vaterschaftstest.

Arztreihe, D/A 2007 15.50 Morden im Norden

16.40 Hot in Cleveland 17.20 Lindenstraße

17.50 Hartaber herzlich 18.40 Sturmder Liebe

20.15 Grand Hotel 21.45 Nuhr im Ersten 22.30

Private Eyes 23.10 Hot in Cleveland 23.55 Der

Irland-Krimi: Mädchenjäger.Krimireihe, D2019

1.25 Grand Hotel. Dramaserie

ZDF NEO

5.50 (für HG) InspectorBarnaby: Eine Schande

für das Dorf. Krimireihe, GB 2011 7.20 (für HG)

Kerners Köche 8.05 Topfgeldjäger 9.00 (für HG)

Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares für

Rares 10.35 (für HG) Bares für Rares 11.30

Dinner Date 12.15 (für HG) Monk 12.55 (für HG

Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 15.00 (für HG)

Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00

Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35

Dinner Date 19.20 (für HG) Bares für Rares

20.15 Inspector Barnaby: Geisterwanderung.

Krimireihe, GB 2010 21.45 (für HG) Inspector

Barnaby: Eine Schande für das Dorf. Krimireihe,

GB 2011 23.15 ArtofCrime 0.05 ArtofCrime

ZDF INFO

7.40 Korea –Der vergessene Krieg 8.28 heute

Xpress 8.30 Korea –Der vergessene Krieg 9.15

Mördernauf der Spur 9.45 Mördernauf der Spu

10.15 Täterjagd 11.00 Täterjagd 11.45 Täter im

Netz 12.30 Täter im Netz 13.15 Brudermord am

Airport 14.00 Geheimes Nordkorea 14.45

UndercoverNordkorea 15.45 Gold für Kim 16.3

Geheimakte Kim Jong Un 17.15 Despoten 18.0

Mein Besuch in Nordkorea 18.45 Die Akte VW

20.15 Ausgebeutetund misshandelt 20.55 Das

vergessene Amerika 21.40 Chinas Marsch nach

Westen 22.25 Reiseführerindie Diktatur 23.10

Jagd auf Öltanker 23.55 Mafia auf dem Meer

0.40 UndercoverNordkorea

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Höchste Vokalkunst: Das Calmus

Ensemble.Mit Bernhard Schrammek, ca. 56 Min

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Der Bariton JormaHynninen.

Mit Rainer Damm, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama Neue Produktionen aus dem

Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Concerto

Köln, Konzertmeisterin: Mayumi Hirasaki.

Aufnahme vomApril 2019, ca. 105 Min.

HÖRSPIEL

14.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Lesung Der Ursprung der Welt (11/16) von

Ulrich Tukur.Gelesenvom Autor,ca. 30 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Einstand „In der Gemeinsamkeit kann viel

entstehen“: Wieaus dem Rundfunk-Musikschulorchester

die Deutsche Streicherphilharmonie

wurde, ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Kriminalhörspiel Mördergrube. VonDirk Josczok

/Regie: Thomas Leutzbach, ca. 57 Min.

MAGAZIN

12.05 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

rbbKULTUR am Mittag Am Mikrofon: Marek

Kalina, ca. 145 Min.

15.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Tonart Das Musikmagazin am Nachmittag:

15.30-15.35 Musiktipps /15.40-15.45 Live

Session /16.00-16.05 Nachrichten /

16.30-16.33 Kulturnachrichten, ca. 115 Min.

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Weltzeit Glücklichstes Land der Welt: Finnland

führtwiederbeim UN-Weltglücksreport. Von

Michael Frantzen, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Der schönste Tagder DDR und ihr

Schwanengesang: 4. November 1989,

Alexanderplatz. VonBernd Dreiocker,ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Politik und Soziales Finsterwalde

–New York –Finsterwalde: Rückkehrer nach

Ostdeutschland berichten. VonSusanne von

Schenck, ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die amerikanische Jazz-Sängerin

Jazzmeia Horn. Mit Lothar Jänichen, ca. 30 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert 29. Rudolstadt-Festival, Konzertbühne

Heinepark: Inna de Yard –RüstigeReggae-Rentner,

ca. 87 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 256 · M ontag, 4. November 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

Elon Musk (48) sagt sich vonTwitter

und dortselbst vonüber Millionen

Followern los.Der Tesla-Chef sieht

keinen Nutzen imVerschicken von

Kurznachrichten mehr,schreibt er in

einer Reihe vonKurznachrichten. Die

Seriebeschließt der Technik-Visionär

mit:„Gehe offline.“Würden wir auch,

wenn wir wie Musk nur noch unter

Aufsicht bzw.unter Auflagen twittern

dürften, nachdem wir mit unserer risikofreudigen

Tweetlust der eigenen

FirmaMillionenverluste bescherten

und deswegen den Aufsichtsratsposten

räumen mussten oder einen britischen

Höhlenforscher und Kinderretter

–Thailand, die Fußballmannschaft!

–schwer beleidigten und jetzt

vorGericht stehen …Wenn es eine

Herausforderung in unserer digitalen

Neuzeit gibt, dann besteht sie wohl

darin, dasVerhältnis vonInternet und

Triebkontrolle endlich sozialverträglich

zu kalibrieren.

Leonardo DiCaprio (44) ist bereits toll

durchkalibriert, und zwar ökoaktivistisch.

Gern erinnernwir an die Rede

des Schauspielers vordenVereinten

Nationen im Jahre2014, in der er uns

vorden Folgen des Klimawandels

warnte.2014, wohlgemerkt, also im

Jahre5vor Greta Thunberg(16), mit

der er,DiCaprio,sich nun traf, wie er

uns inWort und Bild auf Instagram

wissen lässt. DasStelldichein mit der

schwedischen Klimaaktivistin kam

relativ klimaschonend zustande,weil

sich die„Anführerin unserer Zeit“

(DiCaprio) zur Zeit in den USA aufhält.

Alles gut. (schl.)

TIERE

Im Krankenhaus: Ein Koala bekommt

zu trinken. AFP/SAEED KHAN

Buschfeuer wüten im australischen

NewSouth Wales.Die Tiererennen

um ihr Leben. Koalas flüchten bei

Gefahr instinktiv auf die Bäume.

Dortsind sie schwer zu finden, dort

holen sie die Feuer alsbald ein. Dead

end! 200 bis 350 der Beuteltieresollen

bereits verendet sein. DieÜberlebenden

werden ins Koala-Krankenhaus

in Port Macquarie gebracht:

Unser Bild vomSonnabend zeigt einen

Neuzugang, dehydriert, angesengt,

fünf Kilogramm schwer.Am

Sonntag wurden vier weitereTierein

Baumkronen gesichtet … (schl.)

Die große Dürre

Im südlichen Afrika herrscht extreme Trockenheit. Natur und Mensch sind gleichermaßen bedroht

VonJohannes Dieterich

Alarmstimmung im Naturparadies:

DieViktoria-Fälle

trocknen aus! Im Internet

tauchen Bilder von einem

der imposantesten Naturwunder dieserWelt

auf: Statt der Gischt sprühenden

Wassermassen, die sonst noch

aus 30 Kilometer Entfernung zu sehen

sind, ist auf den Fotos lediglich

ein kleines,indie 110 Meter tiefe Felsspalte

stürzendes Rinnsal zu sehen.

„Diese Bilder machen deutlich,

was der Klimawandel mit unserer

Umwelt und unserer Existenzgrundlage

anrichtet“, meldet sich der Präsident

des Anrainerstaats Sambia, Edgar

Lungu, über Twitter zu Wort:„Obwohl

wir Entwicklungsländer am wenigstens

dazu beigetragen haben,

sind wir von der Erderwärmung am

schlimmsten betroffen.“

Klimawandel und Hungersnot

Skeptiker halten dagegen, dass die

Viktoria-Fälle um diese Zeit im Jahr

immer wenig Wasser führen: Doch

keiner kann leugnen, dass der mächtige

Sambesi-Fluss in diesem Jahr

über so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten

nicht mehr verfügt. Das gesamte

Südliche Afrika, zu dem 16 Nationen

gehören, befinde sich in der

„schlimmsten Dürre seit 35 Jahren“,

weiß Margaret Malu vomWelternährungsprogramm

der Vereinigten Nationen

(WFP): Insgesamt 45 Millionen

Menschen, so viel wie noch nie in

der Geschichte, seien in den kommenden

sechs Monaten vomHunger

bedroht.

Späte Regenfälle, ausgedehnte

Trockenperioden, zwei große Zyklone

und wirtschaftliche Herausforderungen

hätten sich zu einer „Katastrophe

für die Ernährung und die Lebensgrundlagen

im gesamten südlichen

Afrika angehäuft“, pflichtet

Alain Onibon bei, der Koordinator der

Weltorganisation für Ernährung und

Landwirtschaft (FAO) für das Südliche

Afrika.

Am schlimmsten betroffen sind

Staaten, die auch aus politischen

Gründen verwundbar sind –wie Simbabwe,

das auch nach dem Toddes

Autokraten RobertMugabe voneiner

raffgierigen Partei-Elite ausgeplündertwird.

In dem südlichen Anrainerstaat

der Viktoria-Fälle werden nach

UN-Angaben bis zur nächsten Ernte

im Frühjahr 2020 mehr als acht Millionen

Menschen –fast die Hälfte der

Bevölkerung – auf Nahrungsmittelhilfe

angewiesen sein.

In einigen Gegenden des Landes

wurde eine um 70 Prozentreduzierte

Ernte eingefahren. Derniedrige Wasserstand

des Kariba-Staudamms (17

Prozent seines Fassungsvermögens)

wirkt sich auch auf die Stromversorgung

aus: Die Simbabwer können

Botswanische Fischer tragen ihr Boot durch den Matsch des Ngamisees.

Von Dürre betroffen

WESTSAHARA

SIERRA

LEONE

MAROKKO

MAURETANIEN

GUINEA-BISSAU

GAMBIA

SENEGAL

GUINEA

LIBERIA

ELFEN-

BEIN-

KÜSTE

BURKINA

FASO

GHANA

ALGERIEN

MALI

TOGO

BENIN

ÄQUAT.

GUINEA

TUNESIEN

NIGER

LIBYEN

TSCHAD

NIGERIA

ZENTRAL-

AFRIK. REP.

KAMERUN

KONGO

GABUN

ANGOLA

NAMIBIA

D.R.

KONGO

SAMBIA

BOTSWANA

SÜDAFRIKA

ÄGYPTEN

SUDAN

SÜD-

SUDAN

UGANDA

KENIA

SIMBABWE

TANSANIA

AFP/MONIRUL BHUIYAN

SOMALIA

MALAWI

MOSAMBIK

LESOTHO

ERTIREA

ÄTHIOPIEN

SWASILAND

DSCHIBUTI

RUANDA

BURUNDI

MADAGASKAR

BERLINER ZEITUNG/ISABELLA GALANTY

derzeit nur mit wenigen Stunden

Elektrizität am Tagrechnen.

In Teilen Namibias hat es seit drei

Jahren überhaupt nicht mehr geregnet:

Die inder Omaheke ansässigen

Viehhirten haben bis zu 90 Prozent

ihrer Tiere verloren. Die Regierung

verhängte im Mai dieses Jahres den

Ausnahmezustand über das Land –

bereits zum dritten Mal innerhalb

von sechs Jahren. Fast ein Viertel der

2,3 Millionen Namibier mussten bereits

ihre Nahrungsmittelaufnahme

reduzieren: Rund 550000 Menschen

werden Anfang des kommenden Jahresauf

Hilfe angewiesen sein.

Unwetter und Wasserfluten

In Sambia befinden sich nach Angaben

des örtlichen Roten Kreuzes 2,3

Millionen Menschen in „akuter Nahrungsunsicherheit“

–und zwar nicht

nur der Dürre wegen. Eine „immer

wiederkehrende Mischung aus Trockenheit

und Fluten“ habe sich als

„katastrophal“ erwiesen, sagt Rot-

Kreuz-Chef Kaitano Chungu. Im Osten

des Landes,woSambia an Malawi

und Mosambik angrenzt haben die

beiden Zyklone Idai und Kenneth zu

Beginn des Jahres schwerste Schäden

angerichtet. In Malawi werden nach

UN-Angaben bald 3,3 Millionen

Menschen auf Nahrungsmittelhilfe

angewiesen sein, in Mosambik fast

zwei Millionen. Fachleute führten die

Wucht der Zyklone auf die Klimaveränderung

zurück: Ähnlich starkeWirbelwinde

gab es hier bislang nicht.

Selbst der wirtschaftliche Riese

der Region, Südafrika, ächzt unter

den Folgen der Klimaerwärmung. In

der Ostkap-Provinz regnete es in den

vergangenen fünf Jahren so wenig wie

seit Menschengedenken nicht: Zahlreiche

Städte sind ohne Wasser, unzählige

Farmer ruiniert. Über die Provinz

wurde inzwischen der Notstand

verhängt, selbst in Johannesburg,

dem wirtschaftlichen Motor des

Landes, muss die Bevölkerung mit

Wasserrestriktionen leben. „Wir erleben

zweifellos eine Veränderung der

Regenfälle“, sagt Wasserministerin

Lindiwe Sisulu: „Die Trockenzeiten

werden länger und intensiver.“

Kürzlich veröffentlichten 90 wissenschaftliche

Institutionen eine Studie

über die Folgen des Klimawandels

für das Land, das zu den zehn artenreichsten

dieser Welt gehört. Der Bericht

liest sich wie ein Kompendium

der Apokalypse: Fast die Hälfte der

insgesamt 1000 Ökosysteme seien

gefährdet, weil in Südafrika die Temperaturen

doppelt so stark steigen

wie in anderen Teilen der Welt. Bis

Mitte dieses Jahrhunderts soll es am

Kap durchschnittlich um bis zu vier

Grad heißer sein: Für die Tier- und

Pflanzenwelt werde das „dramatischen

Folgen“ haben, prophezeit die

Studie.

NACHRICHTEN

Dutzende Verletzte bei

Flixbus-Unfall in Frankreich

Beieinem Busunfall in Nordfrankreich

sind alle 33 Insassen verletzt

worden –vier vonihnen schwer.Der

Bussei auf der Autoroute 1inder

Nähe vonAmiens zwischen Parisund

London unterwegs gewesen, teilte die

zuständige Präfektur mit. DerUnfall

ereignete sich gegen 12 Uhrmittags

am Sonntag. In dem Busdes Fernbusanbieters

Flixbus waren Menschen

unterschiedlicher Nationalitäten, so

die Präfektur,unter anderem aus

Frankreich, den USA, Spanien, Australien,

den Niederlanden, Rumänien,

Russland und Großbritannien.

Flixbus erklärte,eshandle sich um einen

Fernreisebus eines lokalen Partners,der

im Auftrag planmäßig zwischen

Parisund London unterwegs

war,sodas Unternehmen. (dpa)

Höhle in Thailand nach

Rettungsdrama wieder offen

Rund 15 Monate nach dem Drama

um zwölf eingeschlossene Kinder ist

die Tham-Luang-Höhle in Thailand

wieder für das Publikum geöffnet

worden. Rund 2500 Besucher seien

am Freitag gezählt worden, teilte am

Samstag Nationalpark-Direktor KaweePrasompong

mit. DieWiedereröffnung

wurde mit einer buddhistischen

Zeremonie gefeiert. Es werden

Gruppen vonjeweils 20 Menschen

eingelassen, aber lediglich in den

Eingangsbereich und die erste Kammer

der Höhle. (dpa)

„Grease“-Outfit für über

400000 Dollar versteigert

Olivia Newton-John und das hautenge Lederoutfit

aus „Grease“. DPA/MICHELLE DAY

Beieiner Auktion in Los Angeles ist

am Sonnabend unter anderem das

berühmte Leder-Outfit vonHauptdarstellerin

Olivia Newton-John (71)

aus dem Hit-Musical „Grease“ für

405 700 Dollar (etwa 363 000 Euro)

versteigertworden. EinGroßteil des

Erlöses geht in ein vonder britischaustralischen

Schauspielerin und

Popsängerin gegründetes Krebszentrum

in Australien. 1992 erkrankte

Newton-John an Brustkrebs,

der später erneut auftrat. Voriges

Jahr wurde ein Tumor in ihrer Wirbelsäule

festgestellt. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute herrscht unbeständiges Wetter mit zeitweiligem Regen. Dabei sind

Höchstwerte von 10 bis 13Grad zu erwarten, und der Wind weht nur

schwach aus südwestlichen Richtungen. In der Nacht gibt eszeitweise Regenfälle

bei stark bewölktem Himmel, und die Temperaturen erreichen

7bis 5Grad.

Biowetter: Rheumatiker klagen

über Gliederschmerzen. Muskelverspannungen

stehen ebenfalls mit

der Wetterlage inZusammenhang.

Mit einem Wärmeschutz kann man

die Beschwerden lindern.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 21 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 18 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 17 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 94%

Gefühlte Temperatur: maximal 11Grad.

Wind: leichter Wind aus Südwest.

Wittenberge

9°/10°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

7°/12° 8°/11°

Luckenwalde

7°/12°

Cottbus

7°/13°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

wolkig Regen heiter

7°/11° 6°/8° 4°/9°

Prenzlau

8°/10°

Frankfurt

(Oder)

8°/13°

Am Rand eines Sturmtiefs über dem Ärmelkanal weht mit starken bis stürmischen

Südwestwinden erwärmte Meeresluft zuuns. In der feuchten Luft entwickeln

sich wiederholt Schauer. Diese reichen vom Nordwesten der Iberischen

Halbinsel bis zum Baltikum.

Sylt

8°/12°

Hannover

9°/13°

Köln

8°/13°

Saarbrücken

7°/11°

Konstanz

6°/13°

Hamburg

7°/10°

Erfurt

7°/11°

Frankfurt/Main

9°/13°

Stuttgart

9°/11°

Rostock

7°/10°

Magdeburg

9°/14°

Nürnberg

7°/12°

München

8°/14°

Rügen

8°/10°

Dresden

10°/14°

Deutschland: Heute zeigen sich viele

Wolken am Himmel, die Schauer liefern

oder Regen abladen. Tagsüber

sind 10 bis 14 Grad zu erwarten. Die

Tiefsttemperaturen pendeln sich bei

7bis 5Grad ein. Der Wind weht

schwach bis mäßig aus Südwest.

Morgen kommen die Höchsttemperaturen

auf 8bis 12 Grad voran. Dazu

ist der Himmel stark bewölkt bis bedeckt.

Gebietsweise regnet es. Der

Wind weht schwach aus westlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 11°-12°

Nordsee: 12°-14°

Mittelmeer: 18°-27°

Ost-Atlantik: 13°-19°

Mondphasen: 04.11. 12.11. 19.11. 26.11.

Sonnenaufgang: 07:07 Uhr Sonnenuntergang: 16:31 Uhr Mondaufgang: 14:09 Uhr Monduntergang: 22:49 Uhr

Lissabon

20°

Las Palmas

23°

Madrid

18°

Reykjavik


Dublin

10°

London

14°

Paris

14°

Bordeaux

16°

Palma

23°

Algier

25°

Nizza

21°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen

10°

Berlin

11°

Mailand

16°

Tunis

23°

Rom

19°

Warschau

17°

Wien

14° Budapest

16°

Palermo

20°

Kiruna

-11°

Oulu

-4°

Dubrovnik

21°

Athen

23°

St. Petersburg


Wilna

14°

Kiew

16°

Odessa

18°

Varna

21°

Istanbul

23°

Iraklio

24°

Archangelsk


Moskau


Ankara

18°

Antalya

23°

Acapulco 32° wolkig

Bali 28° heiter

Bangkok 32° heiter

Barbados 30° Gewitter

Buenos Aires 21° Schauer

Casablanca 22° wolkig

Chicago 10° bedeckt

Dakar 32° wolkig

Dubai 33° sonnig

Hongkong 27° wolkig

Jerusalem 23° sonnig

Johannesburg 31° heiter

Kairo 30° sonnig

Kapstadt 28° heiter

Los Angeles 22° sonnig

Manila 32° Gewitter

Miami 30° Gewitter

Nairobi 29° Schauer

Neu Delhi 31° sonnig

New York 13° wolkig

Peking 16° sonnig

Perth 25° wolkig

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 30° wolkig

San Francisco 19° sonnig

Santo Domingo 29° heiter

Seychellen 30° heiter

Singapur 33° Gewitter

Sydney 27° wolkig

Tokio 21° heiter

Toronto 12° bedeckt

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