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BOLD THE MAGAZINE No.44

PRECIOUS KEIRA KNIGHTLEY | MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) | DAVID LACHAPELLE | KARL LAGERFELD & PUMA | IN­TE­RI­EUR: UNIQUE AND HANDMADE | VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) | MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

PRECIOUS

KEIRA KNIGHTLEY | MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) | DAVID LACHAPELLE | KARL LAGERFELD & PUMA | IN­TE­RI­EUR: UNIQUE AND HANDMADE | VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) | MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

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LIFESTYLE // FASHION // DESIGN // MOTION // TRAVEL // ART D 6.00 EUR // AT 7.00 EUR // CH 9.00 CHF No. 44

WWW.BOLD-MAGAZINE.EU

THE MAGAZINE

PRECIOUS

KEIRA KNIGHTLEY

IM INTERVIEW

MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) // DAVID LACHAPELLE

KARL LAGERFELD & PUMA // IN TE RI EUR: UNIQUE AND HANDMADE

VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) // MIT DEM BOOT DURCH IRLAND


4 // BOLD THE MAGAZINE INHALT

CONTENTS

INHALTSVERZEICHNIS

UND THEMEN

WWW.BOLD-MAGAZINE.EU

LIFESTYLE // FASHION // DESIGN // MOTION // TRAVEL // ART D 6.00 EUR // AT 7.00 EUR // CH 9.00 CHF No. 44

EINSTIEG

Precious

Wertvoll und kostbar

7

Hörenswert

CD Vorstellungen

TRAVEL

31

PRECIOUS

KEIRA KNIGHTLEY

IM INTERVIEW

MARK FORSTER IM GESPRÄCH (TEIL 1) // DAVID LACHAPELLE

KARL LAGERFELD & PUMA // IN TE RI EUR: UNIQUE AND HANDMADE

VON JAVA NACH BALI (TEIL 1) // MIT DEM BOOT DURCH IRLAND

BOLD THE MAGAZINE No. 44

Fotograf: B. El Kadhi

Make-Up & Hair: I. Gonzales

Model: F. Diawara

THE MAGAZINE

LIFESTYLE

Im Interview:

Keira Knightley

Berlin Insights

Mark Forster

Teil 1: Inspiration Musik

Manufaktur Experience

A. Lange & Söhne

FASHION

Exciting Streetwear

ART

8

32

48

14

Mit dem Hausboot unterwegs

Irland

Von Java nach Bali

Teil 1

MOTION

Kühn und Gewagt: Peugeot

Spirit of Amarok in Südafrika

Perfekt abgestimmt: Mazda 3

Stilvoll: Fiat Panda Trussardi

DESIGN

Wespen reloaded

Superlows im Anflug

40

54

70

72

76

78

64

Outfit: Karl Lagerfeld x Puma

(Seite 14 ff.)

David LaChapelle und

Lavazzas neuer Kultkalender

Vorschau Ausstellungen

Lesenswert

Artur Dziuk „Das Ting“

22

27

28

Interieur:

Unique and Handmade

Rivièra Maison

DIE LETZTE SEITE

Impressum

82

90


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EINSTIEG / PRECIOUS

BOLD THE MAGAZINE // 7

EINSTIEG

WERTVOLL UND

KOSTBAR

AUTOR: H. G. TEINER

Der bedeutende Physiker Albert Einstein,

Begründer der allgemeinen Relativitätstheorie,

hatte seine ganz eigene

Meinung zum Leben und zu dem, was

darin, für uns einen besonderen Sinn

ergibt: „Der Sinn des Lebens besteht

nicht darin ein erfolgreicher Mensch zu

sein, sondern ein wertvoller.“ Auf ihn

selbst trifft es wohl zu, beides gewesen

zu sein.

Kostbar ist unser Schmuck aus den Edelmetallen

Gold und Silber, ein Chronometer

aus einer limitierten Edition, eine

Sammlung von ausgesuchten Kunstgegenständen;

wertvoll sind die Vitamine

für unsere gesunde Ernährung oder ein

inspirierendes Buch für unsere geistige

Bildung. Precious, das ist ein Ausdruck

für unterschiedliche Eigenschaften: Fein

abgestimmt, kann dieser Begriff etwas

Wertvolles, etwas Kostbares oder etwas

Edles adressieren, der Kontext ist letztendlich

der bestimmende Faktor. Das

Edle bezeichnet eine besondere Verfeinerung,

das Besondere, das Außergewöhnliche,

es ist nobel und luxuriös: Der edle

Brand ist eben kein ordinärer Schnaps.

Kostbar ist auch unsere Zeit, wertvoll

sind die Menschen, mit denen wir

befreundet sind. Meryl Streep, die erfolgreiche

und charaktervolle US-Schauspielerin,

gibt einen Einblick ihrer lebenserfahrene

Weisheit, was eigentlich das

Wertvolle am Leben ausmacht: „You have

to embrace getting older. Life is precious,

and when you’ve lost a lot of people, you

realize each day is a gift.“ Du sollst das

Älterwerden annehmen. Das Leben ist

wertvoll, und wenn man viele Menschen

verloren hat, merkt man, dass jeder Tag

ein Geschenk ist.

BOLD THE MAGAZINE No. 44 zeigt das

Kostbare unserer Zeit: Seien es Gespräche

mit interessanten Menschen wie Superstar

Keira Knightley oder Singer Songwriter

Mark Forster (in dieser Ausgabe

gibt es Teil 1 des großen Interviews), ist

es ein gutes Buch unserer BOLD-Edition,

wie „Das Ting“ des 1983 in Polen geborenen

Autoren Artur Dziuk oder interessante

Lebenseinsichten in unserem

BOLD Podcast (THE BOLD CAST), die

Reise von Java nach Bali (Teil 1), mit

dem Boot durch Irland, die besonders

luxuriösen Uhren von A. Lange & Söhne

oder das handgefertigte Interieur von

Rivièra Maison. All das macht es aus, das

Besondere und Wertvolle.


KEIRA

KNIGHTLEY

IM INTERVIEW

AUTOR & INTERVIEW: J. FINK


10 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / KEIRA KNIGHTLEY

Nach „Colette“, „Niemandsland“ und „Berlin, I Love You“ ist Keira Knightley schon zum vierten

Mal in diesem Jahr auf deutschen Leinwänden zu sehen. Anlässlich ihrer Rolle als Whistleblowerin

Katharine Gun im Politdrama „Official Secrets“ (ab 21.11. im Kino) trafen wir die hochschwangere

34-jährige Britin vor einigen Monaten in London zum Interview.

Vor der Kamera steht Keira Knightley, die

als Tochter zweier Schauspieler (ihre Mutter

Wrights Neuverfilmung von „Anna Karenina“.

Vom 5. bis ins mittlere 20. Jahrhundert dürfte

Sharman Macdonald schreibt außerdem es mittlerweile kaum ein Korsett geben, das

Drehbücher und Theaterstücke) im Londoner Knightley noch nicht getragen hat. Erst kürzlich

Speckgürtel aufwuchs, bereits seit ihrem

kam mit „Niemandsland“ (gerade auf

sechsten Lebensjahr. Zu Auftritten in verschiedenen

DVD & Blu-ray erschienen) ein weiteres hinzu.

Werbespots gesellten sich bald kleine

Fernsehrollen – und mit 12 Jahren war sie Wer die Schauspielerin, die nach Beziehungen

schließlich zum ersten Mal auf der Leinwand zu

sehen: als junge Version der Protagonistin des

Krimis „Unschuldige Lügen“, der im Südfrankreich

des Jahres 1938 spielt. Als ihr acht Jahre

und ein frühzeitig abgebrochenes College-Studium

später der weltweite Durchbruch gelang,

verschlug es sie sogar noch weiter zurück in die

Vergangenheit. Als Elizabeth Swann gab sie im

18. Jahrhundert, in dem die „Fluch der Karibik“-Filme

angesiedelt sind, eine so gute Figur

ab, dass die Britin fortan endgültig ihr Image als

erste Wahl für Kostümfilme weg hatte.

zu Kollegen wie Jamie Dornan oder

Rupert Friend seit 2013 mit dem Musiker

James Righton von der Band Klaxons verheiratet

ist und zwei Jahre später Mutter einer

Tochter wurde, aufgrund ihrer Rollenauswahl

für altmodisch hält, liegt allerdings ziemlich

daneben. „Fast alle meine Figuren versuchen

stets, aus dem klassischen Bild von Weiblichkeit

auszubrechen“, sagte sie vergangenes Jahr

im Gespräch mit britischen Medien. „Gerade

deswegen mag ich historische Stoffe und

Kostümfilme so gerne. Denn in ihnen stecken

Frauen in einem so offensichtlichen Käfig.“

Zweimal wurde Knightley seither für den Oscar

nominiert, in beiden Fällen für historische

Geschichten, nämlich die Jane Austen-Verfilmung

Bestes Beispiel dafür war kürzlich „Colette“,

in dem sie in der Rolle der legendären französischen

Schriftstellerin wirklich gegen jede

„Stolz und Vorurteil“ sowie das im gesellschaftliche Konvention rebelliert, die

Zweiten Weltkrieg spielende Spionage-Drama Frauen traditionell aufgezwungen wurden.

„The Imitation Game“. Zu ihren bekanntesten Knightleys feministisches Selbstverständnis

Filmen gehören außerdem die Roman-Adaption

„Abbitte“ (für die sie für den Golden

schlägt sich allerdings nicht nur in ihrer

Vorliebe für Historienfilme nieder, sondern

Globe nominiert wurde), der Abenteuerfilm lässt sich auch an anderen beruflichen

„King Arthur“, der Kostümfilm „Die Herzogin“,

David Cronenbergs „Eine dunkle Begierde“

über Siegmund Freud und C.G. Jung oder Joe

Entscheidungen ablesen, von der Auswahl

ihrer Theater-Engagements (u. a. stand sie in

„The Children’s Hour“ auf der Bühne, Lillian

Hellmans einst kontroversem Drama über

zwei lesbische Lehrerinnen) bis hin zu ihren

Werbeverträgen (meistens für Chanel). Und

wer könnte ihre Rolle als Fußballerin in „Kick

It Like Beckham“ vergessen, der charmanten

und zur Abwechslung mal zeitgenössischen

Komödie, mit der 2002 die große Karriere

überhaupt erst richtig los ging.

In letzter Zeit machte die 33-jährige, die in

Interviews zwar kaum über ihr Privatleben,

aber ansonsten sehr frei von der Leber weg

spricht, darüber hinaus nicht nur mit ihrer

Arbeit Schlagzeilen. Für Aufsehen sorgte

sowohl ihr Bekenntnis, vor 12 Jahren in Folge

des frühen Ruhms einen kleinen Nervenzusammenbruch

erlitten zu haben, als auch vor

allem ein von ihr verfasster Essay für das Buch

„Feminists Don’t Wear Pink (and Other Lies)“.

In dem Text mit dem Titel „The Weaker Sex“

schreibt sie sehr drastisch über ihre Erfahrungen

bei der Geburt ihrer Tochter – und den

Druck, der auf Frauen lastet, möglichst schon

Stunden nach einem solchen alles andere als

glamourösen Erlebnis wieder makellos auszusehen.

„Wir Frauen müssen die aktuelle Lage

nutzen, um mit unseren Stimmen die Diskussion

weiter voranzutreiben“, sagte sie dazu.

„Denn wir haben leider mit einem System zu

tun, das auf Ungleichheit basiert.“

Doch auch vor der Kamera wird Knightley

ihren Kampf gegen Klischees und für einen

anderen Blick auf Weiblichkeit im neuen

Jahr weiter fortsetzen. „Misbehaviour“, eine

Geschichte um feministischen Aufruhr im

Kontext eines Schönheitswettbewerbs, ist

bereits abgedreht. Und verschlägt sie zur

Abwechslung mal in die Siebziger Jahre.


INTERVIEW / KEIRA KNIGHTLEY

BOLD THE MAGAZINE // 11

Fotos: eOne Germany


INTERVIEW / KEIRA KNIGHTLEY

BOLD THE MAGAZINE // 13

Miss Knightley, wie vertraut waren Sie

mit der Geschichte, die in Ihrem neuen

Film „Official Secrets“ erzählt wird?

Eigentlich gar nicht, und das war es, was mich

an diesem Projekt auf Anhieb interessierte. Als

die Irak-Invasion stattfand, muss ich so um die

18 Jahre alt gewesen sein. Ich war ein politisch

ziemlich engagierter Teenager und erinnere

mich gut daran, wie wir damals demonstriert

haben. Aber ich erinnere mich nicht daran, zu

dieser Zeit etwas über Katharine Gun gehört

zu haben. Dabei spielten sie beziehungsweise

die Informationen, die sie öffentlich machte,

eine Schlüsselrolle in diesem Puzzle, wie wir

heute im Rückblick wissen. Unter anderem

dank ihr gab es schließlich keine UN-Resolution.

Höchste Zeit also, ihre Geschichte mal zu

beleuchten.

Vermutlich trafen Sie zur Vorbereitung

die echte Katharine Gun?

Ja, wir trafen uns im Vorfeld zum Mittagessen,

und später kam sie mit ihrer Familie auch ans

Set. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass

ich mich mit jemandem unterhielt, der tatsächlich

aus juristischen Gründen einige Fragen

nicht beantworten durfte. Denn sie ist immer

noch durch den Official Secrets Act gebunden.

Das machte mir sehr eindrücklich bewusst, wie

ernst die Angelegenheit bis heute ist.

Für manche Leute sind Whistleblower

Verräter, für andere sind sie Helden. Wo

stehen Sie?

Sie meinen mit Blick auf Edward Snowden

oder Chelsea Manning? Das Interessante ist:

Ich weiß es nicht genau. Mir geht es da, auch

nach der Auseinandersetzung mit Katharine

Gun, kaum anders als sicherlich vielen

Zuschauern: Ich kann beide Seiten verstehen.

Es gibt Gesetze nicht ohne Grund, und wer sie

bricht, muss zur Rechenschaft gezogen werden.

Das gilt für Whistleblower, aber es gilt eben

auch für Regierungen und Geheimdienste. Für

mich gibt es in einem Fall wie dem von Katharine

nicht bloß Schwarz und Weiß, auch wenn

sie selbst das anders gesehen hat. Für sie war

klar: Was damals in den Geheimdiensten vor

sich ging, war illegal und führte zu 100.000 bis

einer Millionen Toten.

Wie erinnern Sie sich an die Ära von Tony

Blair?

Ich komme aus einer sehr linken Familie und

erinnere mich noch genau daran, wie es war,

als Blair zum Premierminister gewählt wurde.

Die Leute feierten auf der Straße, meine Eltern

eingeschlossen, denn nach 17 Jahren konservativer

Regierungen lag plötzlich Hoffnung in der

Luft. Und tatsächlich hat er Großes geleistet.

Das Karfreitagsabkommen zwischen Irland

und Großbritannien etwa war eine historische

Leistung. Wer weiß, was gewesen wäre, wenn

es nie zu dem Irakkrieg 2003 gekommen wäre.

Aber Blairs dann einsetzender Fall, die um

sich greifende Desillusionierung sind ebenfalls

faszinierend. Und vielleicht auch eine logische

Konsequenz, wenn jemand derart als Hoffnungsträger

hochgejubelt wird und sich die

Politik auf Einzelpersonen statt auf Themen

konzentriert.

Lassen Sie uns über Mut sprechen. Was

zeichnet für Sie einen wirklich mutigen

Menschen aus?

Katharine Gun ist in jedem Fall ein Paradebeispiel

dafür. Denn in meinen Augen ist

jemand vor allem dann mutig, wenn er oder

sie weiß, dass es sehr viel zu verlieren gibt,

und diese eine Sache trotzdem durchzieht.

Man kann ja von Whistleblowern halten, was

man will, mutig sind sie aber in jedem Fall.

Katharine kannte die Risiken, die sie auf sich

nahm – und ist trotzdem ihrer Überzeugung

gefolgt. Das finde ich enorm mutig, unabhängig

davon, ob sie es anschließend bereut hat oder

nicht.

Haben Sie darüber nachgedacht, wie Sie

sich verhalten hätten?

Klar, aber wirklich sicher bin ich mir nicht.

Wie wahrscheinlich jeder würde ich mir

gerne einreden, dass ich auf der Seite der

Wahrheit stünde. Doch wenn ich ehrlich

bin, könnte es gut sein, dass ich doch erst

einmal ans Überleben dächte. Wie vermutlich

auch jeder. Denn leider leben wir ja dieser

Tage in einer Gesellschaft, in der diejenigen, die

die Wahrheit aussprechen, dafür meist nicht

gefeiert werden. Egal ob in der Politik oder der

Wirtschaft – Whistleblower haben es nie leicht.

Scheinbar ist die Wahrheit nicht mehr unser

höchstes Gut, obwohl wir unseren Kindern bis

heute beibringen, dass es nichts Wichtigeres

gibt, als die Wahrheit zu sagen.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.officialsecretsfilm.co.uk


BOLD THE MAGAZINE // 15

EXCITING

STREETWEAR

FASHION

FOTOGRAF: B. EL KADHI

Outfit:

Karl Lagerfeld x Puma

Das Haus Karl Lagerfeld hat nach der erfolgreichen

Kooperation im vergangenen Jahr eine zweite

Streetwear Kollektion mit dem Sportswear-Label Puma designt.

Make-Up & Hair: I. Gonzales

Models: A. Guerain und F. Diawara (Major Model Management)


Outfits:

Karl Lagerfeld x Puma

www.Karl.com

www.Puma.com


Outfit:

Karl Lagerfeld x Puma

www.Karl.com

www.Puma.com


Outfits:

Karl Lagerfeld x Puma

www.Karl.com

www.Puma.com


Fotos: Twentieth Century Fox


ART / SEHENSWERT

BOLD THE MAGAZINE // 23

DAVID

LACHAPELLE

LAVAZZAS BEKENNTNIS

ZUR FÖRDERUNG

VON KUNST UND KULTUR

AUTOR: M. MAI

Das Kaffeeunternehmen Lavazza und Starfotograf David LaChapelle präsentieren die 28.

Ausgabe des Lavazza-Kalenders unter dem Titel „Earth CelebrAction“. In zwölf Sujets wird

die Schönheit der Natur zelebriert, und dies ganz im Stil von LaChapelle: bunt, ästhetisch,

surreal und malerisch schön.

„Unser Kalender 2020 ist eine Einladung an alle, der Schönheit der Natur zu huldigen

und sie zu bewahren – sie anzunehmen, zu verteidigen und zu schützen. Der Kalender

bleibt ein inspirierendes Symbol der Gegenwart, er nutzt die Kunst und Schönheit, um

Menschen anzusprechen und zu inspirieren. Denn für uns ist es eine Kunst, die Natur zu

behüten“, so Francesca Lavazza, Vorstandsmitglied der Lavazza-Gruppe.


24 // BOLD THE MAGAZINE ART / SEHENSWERT

Erstmals ist Lavazza auf der Berlin Photo

Week mit einem Auszug seiner Fotokunst

präsent und stellt die Motive

des neuen 2020-Kalenders vor. Mit

dem Lavazza-Kalender 2020 feiert das

Kaffeeunternehmen die Natur unter dem

Titel „Earth CelebrAction“: Der amerikanische

Fotograf David LaChapelle

erzählt hier eine Bildergeschichte über

die Schönheit der Erde. Das Fotoprojekt

unter der künstlerischen Leitung

der Werbeagentur Armando Testa ist

ein Versuch, die Verbindung zwischen

Mensch und der Umwelt auf eine künstlerische

Art darzustellen.

LaChapelle, Schüler Andy Warhols, ist

einer der größten Fotografen der Gegenwart.

Mit seinem internationalen Erfolg

kam auch die Zusammenarbeit mit

Lavazza zustande, die bis ins Jahr 2002

zum Kalender „Espresso & Fun“ zurückreicht.

Mit der 28. Ausgabe „Earth CelebrAction“

schafft er ein Manifest und ruft

damit auf, sich gegenüber der Erde zu

öffnen. Er verdeutlicht in seinen Bildern

die tiefe Beziehung der Menschen zu

ihrer Umwelt und die wechselseitige

Abhängigkeit. „Die Arbeit am Lavazza-

Kalender ‚Earth CelebrAction‘ war für

mich eine ideale Gelegenheit zu einer

imaginären Reise durch ein idyllisches

Paradies, in der Mensch und Natur

harmonisch koexistieren. Ich bin dankbar

für die völlige Ausdrucksfreiheit, die

mir von einem Unternehmen ermöglicht

wurde, das ich respektiere und das

wiederum den Planeten respektiert.“,

freut sich David LaChapelle über die

erneute Zusammenarbeit mit Lavazza.

Mit dem Lavazza-Kalender 2020 unterstreicht

das italienische Familienunternehmen

abermals sein Engagement in

der Kunst und insbesondere in der Fotografie

sowie seine ausgeprägte Sensibilität

in Bezug auf Nachhaltigkeit zum

Schutz der Erde.

Das 1895 in Turin gegründete Unternehmen

Lavazza steht seit vier Generationen

im Eigentum der Familie

Lavazza. Die Gruppe ist eine der weltweit

führenden Kaffeeröstereien und

heute über Tochtergesellschaften und

Vertriebspartner in über 90 Ländern

vertreten. Lavazza hat sich schon immer

für die Förderung der Künste und die

Unterstützung von Kulturstätten eingesetzt

und verfolgt dabei eine globale

Vision – von den ersten Schritten im

Rahmen der vom italienischen Werbegenie

Armando Testa entwickelten revolutionären

Kampagne bis hin zur Zelebrierung

künstlerischer Kreativität, wie sie

der Kalender repräsentiert: Immer schon

stach Lavazza als ein Pionier der visuellen

Künste hervor und kann auf zwei Jahrzehnte

der Zusammenarbeit mit einigen

der führenden Fotografen – wie Platon,

Helmut Newton, Annie Leibovitz, David

LaChapelle und Thierry Le Gouès (um

nur einige zu nennen) zurückblicken.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.lavazza.de


ART / SEHENSWERT

BOLD THE MAGAZINE // 25


Fotos: Twentieth Century Fox


ART / SEHENSWERT

BOLD THE MAGAZINE // 27

Foto: Estate Brassaï Succession, Paris

Foto: W. Sohn (Founder & CD, Photo Popup Fair)

Der Fotograf Brassaï (1899 - 1984) gilt

als Schlüsselfigur der Fotografie des 20.

Jahrhunderts, er lebte und arbeitete in

Frankreich. Geboren als Gyula Halász im

damaligen Österreich-Ungarn, nahm er

das Pseudonym Brassaï, „der aus Brassó

Stammende“, an. Brassaï war der Fotograf

des nächtlichen Paris in den 30er-Jahren

des vorigen Jahrhunderts – er fing in

authentischer Weise die Stimmungen

der Menschen ein und schuf die ikonischen

Bilder des Pariser Lebens dieser

Jahre.

Die Ausstellung zeichnet in großartiger

Weise seine Karriere mit über 170 Fotografien

sowie einer Auswahl an Zeichnungen,

Skulpturen und Dokumentationsmaterial

nach.

Die sechste Ausgabe dieser außergewöhnlichen

Photoart-Messe findet in

den Räumen des Düsseldorfer Stilwerks

statt und verspricht erneut spannende

Eindrücke mit Stars der internationalen

und nationalen Photoszene sowie vielversprechenden

Newcomern. Auf 2.000

Quadratmetern wird eine spannende

Melange mit hervorragenden Werken

aus den Fotografie-Sparten People,

Fashion, Beauty, Advertising, Street und

mit erstaunlichen Crossover-Produktionen

präsentiert. Der Fotokünstler

Helge Strauss stellt sein Menschen

verbindendes Projekt „Art People“ vor;

aktuelle Arbeiten des Berliner Fotografen

Jens Koch sind zu sehen, ebenso

die Hinter-den-Kulissen-Fotografien des

Schauspielers Armin Rohde.

Brassaï

Bis: 4. Dezember 2019

Photo Popup Fair

8. bis 17. November 2019

Foam Fotografiemuseum

www.foam.org

Stilwerk Düsseldorf

www.photopopupfair.de


28 // BOLD THE MAGAZINE LESENSWERT / DAS TING

ARTUR DZIUK

DAS TING

LESENSWERT

AUTORIN: M. MAI


LESENSWERT / DAS TING

BOLD THE MAGAZINE // 29

Artur Dziuk wurde 1983 in Polen geboren. Er studierte in Berlin und machte den Master of Arts im

Literarischen Schreiben an der Universität Hildesheim. Er gilt als eines der neuen jungen literarischen

Talente: 2013 war er Finalist beim 21. open mike, er erhielt verschiedenste Stipendien und nahm an

der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung teil. ›Das Ting‹ ist sein Romandebüt. Heute lebt er in

Hamburg.

Synopsis: Vier junge Visionäre gründen mehrerer Männer, auf dem Weg in eine

in Berlin ein Start-Up up und entwickeln

zusammen eine App: das sogenannte Ting, das

körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt,

auswertet und auf dieser Grundlage Handlungs-

und Entscheidungsempfehlungen gibt.

Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt

Szenekneipe. Das Lachen eines Liebespaares.

Die Hitze der Sommernacht drückt

auf seine Schläfen. Zur Sicherheit kontrolliert

er das Display seines Smartphones.

Keine Nachricht von Kira. Keine Empfehlung

des Ting.

ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg

entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten

immer weiter, sein eigenes Leben und das der

User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch

um neue Investoren für die Firma zu gewinnen,

sind er und sein Team bald gezwungen, sich

auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie

verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen

Umständen jeder Empfehlung des Ting zu

gehorchen – mit verheerenden Folgen.

In der Lobby ist es still, die Deckenlampen

sind gedimmt. Die weite Eingangshalle

ist leer, abgesehen von einem Mann,

der hinter einem Tresen sitzt, das Gesicht

erhellt von einem Bildschirm. Wie ein steinerner

Wächter, umgeben von Marmor

und gläsernen Wänden. Er schenkt Linus

keinen einzigen Blick. In fünf Minuten ist

es 22 Uhr 30. Trotzdem ist niemand hier:

Leseprobe: Sein Spiegelbild in der

keine Universitätsabsolventen, die flüsternd

die Stationen ihres Lebenslaufs durchgehen.

gläsernen Drehtür wird mit jedem Schritt

größer. Der neue Anzug scheint glänzend

und glatt, doch Linus ahnt, dass die Fahrt

Falten hineingedrückt hat. Heute darf er

sich keine Fehler erlauben. Seine Performance

muss tadellos sitzen. Seine Karriere

– sein Leben hängt davon ab.

Sich gegenseitig taxieren. Keine Personaler,

die ihn begrüßen. Ihm versichern, es gebe

keinen Grund, nervös zu sein. Erklären, was

er schon weiß. Dass Strindholm Consulting

Bewerbungsverfahren in der Nacht abwickelt.

Dass zwölf Bewerber eingeladen,

geprüft, weggeschickt werden, wenn sie den

Anforderungen nicht genügen. Dass, wer

Wenige Meter über ihm, an der Glasfront

des Towers, leuchtet der Schriftzug: Strindholm

am Morgen übrig ist, gleich hierbleibt und

den ersten Arbeitstag vor sich hat.

Consulting. Die Geräusche um ihn

herum werden leiser. Bassgetriebene Musik

aus einem Sportwagen. Das Gespräch

Linus streicht sein Sakko glatt, atmet

tief ein. Und wieder aus. Wahrscheinlich

warten Personaler und Bewerber in einem

anderen Raum. Sein Hemd ist unangenehm

feucht. Die klimatisierte Luft hat den

Schweiß innerhalb von Sekunden abgekühlt.

Er hebt unauffällig den Arm und

neigt den Kopf, um seinen Körpergeruch

einzuschätzen. Doch er ist nicht sicher, ob

da überhaupt etwas ist. Die Schritte in den

neuen Lackschuhen klingen laut auf dem

Marmorboden, und er versucht, weniger

stark aufzutreten. Noch immer schaut der

Mann hinter dem Empfangstresen nicht

auf. Auch nicht, als Linus direkt vor ihm

steht. „Entschuldigung – ich bin wegen

des Bewerbungsgesprächs hier.“ Endlich

richtet der Mann seinen Blick auf Linus

und faltet die Hände ineinander. Aus dem

neutralen Gesichtsausdruck schält sich

ein schmales Lächeln. „Guten Abend. Wie

kann ich Ihnen helfen?“ Unter dem Anzug

steckt ein athletischer Körperbau, obwohl

der Mann die Fünfzig bereits überschritten

haben muss. Linus denkt über die Berufsbezeichnung

seines Gegenübers nach. Aber

sie fällt ihm nicht ein. „Pförtner“ kann es

nicht sein. Vielleicht ein Anglizismus. Dem

Aussehen nach zu urteilen ist der Mann

Geschäftsführer oder sogar Personaler.

Linus stutzt. Was, wenn er tatsächlich

Personaler ist? Und diese Situation, die

leere Lobby, seine Unfreundlichkeit, Teil der

ersten Prüfung ...

Das Ting

ISBN: 978 3 423 23006 3

Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)

www.read-bold.de


PODCAST

DIE LEUTE

HINTER DEN LEGENDEN

WWW.BOLDCAST.EU


HÖRENSWERT / NEUE MUSIK

BOLD THE MAGAZINE // 31

Manchmal gibt es Momente, da liegen

Leben und Tod so nahe beieinander,

dass man meinen könnte, dass sie für

einen Augenblick sogar in den Dialog

miteinander treten. „Vie Future“ ist ein

zeitgenössisches Album: der Soundtrack

zur kränkelnden Gegenwart – eine

Studie über die Qualen und Freuden der

ökologischen und politischen Katastrophen,

mit denen wir aktuell konfrontiert

werden. Auf der Suche nach dem

Kern vereint La Félines sanfte Stimme

die Mystiken des Universums à la Laurie

Anderson. Diese Düsternis wird durch die

Produktion des Multi-Instrumentalisten

und genialen Produzenten Xavier Thiry,

mit dem Autorin Agnès Gayraud den

typischen La Féline-Sound geschaffen

hat, noch verstärkt.

Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und

diese unglaublich schöne Stimme von

Kristina Lindberg. Nicht mehr und nicht

weniger. Das genügt, um zu verzaubern.

Mit raffiniert einfachen Songs und stimmungsvollen

Melodiebögen, fragil und

dennoch kräftig, bauen Anna Katt aus

Linz Brücken zwischen der Stahlstadt

und dem südschwedischen Meeresgebiet

Kattegat. Dort liegen die Wurzeln

von Kristina Lindberg, die sich lange Zeit

der elektronischen Musik (u. a. für Parov

Stelar) verschrieben hat. Bis sie begann,

die Musik von aller Technik zu befreien,

zum Kern der Lieder vorzudringen und

sie wieder atmen zu lassen. Beinahe

magisch mutet die austroschwedische

Band Anna Katt auf ihrem mittlerweile

dritten Album an.

La Féline

Album: „Vie Future“

Anna Katt

Album: „Skymning“

Kwaidan Records

www.kwaidanrecords.net

Winterland Recordings

www.winterland-recordings.net


SEAT Arona 1.0 TGI, 66 kW (90 PS) Kraftstoff Erdgas (CNG),

innerorts 4,6, außerorts 3,2, kombi. 3,7 kg/100 km; CO₂-Emission

kombi.: 101 g/km; CO₂-Effizienzkl.: A


BERLIN INSIGHTS / MARK FORSTER (TEIL 1) BOLD THE MAGAZINE // 33

BERLIN

INSIGHTS

MARK FORSTER

TEIL 1

INSPIRATION MUSIK

AUTOR: J. M. BRAIN / FOTOGRAF: T. ADLER

Zu sagen, Mark Forster ist bekannt, wäre tatsächlich etwas untertrieben, denn eigentlich

ist er bereits so etwas wie ein Superstar, zumindest im deutschsprachigem Raum.

Zudem ist er, nach dem geradezu bombastischen Erfolg von „Au Revoir“ (1 Million

verkaufte Singles, deutscher Autorenpreis) und dem Albumerfolg von „Bauch und Kopf“,

ohnehin schwer aus der deutschen Musikszene wegzudenken.


34 // BOLD THE MAGAZINE

BERLIN INSIGHTS / MARK FORSTER (TEIL 1)

So wie Udo Lindenberg der berühmteste

Hut Deutschlands ist, ist Mark Forster

spätestens seit „Au Revoir“ auf allerbestem

Wege, nicht nur einer der besten

Deutsch-Pop-Sänger und Songschreiber,

sondern auch die berühmteste Schirmmütze

der Republik zu werden. Doch

beginnen wir von vorn: Als Sohn eines

deutschen Vaters und einer polnischen

Mutter, kam Mark Forster 1984 in Kaiserslautern

zur Welt. Zusammen mit seiner

jüngeren Schwester Natalie, der er sogar

einen gleichnamigen Song widmete,

wuchs er in dem pfälzischen Dörfchen

Winnweiler auf.

Seine Mutter nannte ihn Marek und

nennt ihren Sohn bis heute so – die

deutsche Entsprechung lautet Mark.

Nach dem Ablegen des Abiturs in Winnweiler

begann Mark Forster in Mainz

zunächst Rechtswissenschaften zu

studieren, was er allerdings nach vier

Semestern aufgab, um in das Studienfach

Betriebswirtschaftslehre zu wechseln.

Später versuchte er sich als Pianist,

Sänger und Songwriter zu etablieren

und schrieb unter anderem Musik und

Jingles fürs Fernsehen, darunter auch die

Titelmelodie von „Krömer – Die Internationale

Show“. Daraufhin wurde er von

Kurt Krömer verpflichtet, und begleitete

ihn von 2007 bis 2010 in der Rolle

eines polnischen Pianisten als Sidekick

(Begleiter der Hauptfigur) bei seinen

Auftritten in Deutschland. 2009 war er

in Berlin Frontmann der Band Balboa

und spielte zudem in Krömers Programm

„Kröm De La Kröm“ den afrikanischen

Musiker Mitumba Lumbumba. 2010

nahm ihn das Musiklabel Four Music

unter Vertrag: es folgten Alben wie

„Karton“ (2012),„Bauch und Kopf“ (2014),

„Tape“ (2016) und „Liebe“ (2018).

Im Herbst 2017 löste er Andreas Bourani

als Coach bei „The Voice of Germany“

ab. Große Aufmerksamkeit erlangte

sein Lied „Wir sind groß“, das gleichzeitig

der Song der Fußball-Europameisterschaft

in Frankreich für die

ZDF-Übertragungen war. Mark Forsters

Markenzeichen sind Baseballkappen,

ohne die er in der Öffentlichkeit praktisch

niemals auftritt – und das hat

einen Grund: seine Haare. So verrät er,

wie es unter der Kopfbedeckung so

aussieht. „Darunter ist so ein schwarzrot-goldener

Lockenkopf, der dann so

tingeltangelbobmäßig herausspringt.“

Alles natürlich nur Spaß! Seine Haare

würden langsam ergrauen und weniger

werden, erklärt er seine Obsession für

Kopfbedeckungen. Der Deutsch-Pop-

Sänger habe mittlerweile über 200

Kappen, da er auch immer wieder

welche geschenkt bekomme. Auch den

Grund für seinen ebenso zum Markenzeichen

gewordenen Sieben-Tage-Bart

gibt er preis: „Ich trage Bart, seitdem

ich vor ein paar Jahren den Jakobsweg

gelaufen bin. Da ist es üblich, dass man

sich zwei Monate lang nicht rasiert“. Der

Bart ist jedoch nach dem Pilgern nicht

geblieben, weil er so cool aussah. „Ich

habe ihn drangelassen als Erinnerung an

diese Zeit, und dass ich mich verändern

möchte“, ergänzt Forster.


FLASH MICH NOCHMAL, ALS WÄR‘S DAS ERSTE MAL

BABY, BABY CRASH MICH SO OFT DU WILLST

JA BIS ICH NICHT MEHR KANN


GEHT‘S UM DAS WAS ICH DENK,

BIN ICH WIE N‘ PIXELBILD.DU KANNST GENAUES NICHT ERKENNEN,

DOCH AUS DER FERNE MACHT‘S SCHON SINN

SEAT Arona 1.0 TGI, 66 kW (90 PS) Kraftstoff Erdgas (CNG),

innerorts 4,6, außerorts 3,2, kombi. 3,7 kg/100 km; CO₂-Emission

kombi.: 101 g/km; CO₂-Effizienzkl.: A


BERLIN INSIGHTS / MARK FORSTER (TEIL 1)

BOLD THE MAGAZINE // 37

BOLD traf den 35-Jährigen in Berlin und

fährt mit dem SEAT Arona TGI zu Mark

Forsters „Berlin Insights“. Der SEAT Arona

TGI mit Erdgas (CNG) begeistert nicht

nur durch seinen geringen Kraftstoffverbrauch

und Schadstoffausstoß. Im

Vergleich zu anderen Verbrennern hat

man hier bis zu 25 % weniger CO 2

und bis

zu 95 % weniger NOx. Zudem werden im

direkten Vergleich nahezu keine Rußpartikel

ausgestoßen (siehe Angaben im

Infokasten auf Seite 38).

Mark, Du stammst aus Rheinland-

Pfalz. Wie hat es Dich nach Berlin

verschlagen?

Ich habe meine ganze Kindheit im wunderschönen

Winnweiler bei Kaiserslautern

verbracht. Der Ort und die Umgebung

sind klasse, solange man Kind ist; aber

später hat es – mich zumindest – weggetrieben.

Ich bin dann zum Studium nach

Berlin gegangen. Meine Mutter kommt aus

Warschau, und für mich war Berlin immer

so eine Mischung aus Winnweiler und

Warschau (lacht).

Was macht Berlin so besonders für

Dich?

Für mich als Kind vom Lande ist Berlin

vor allem eines: Eine unfassbar große

Metropole! Als ich 2005 nach Berlin kam,

mochte ich von Anfang an den Vibe der

Stadt, das Freie, aber auch immer etwas

Schmuddlige. Das Kultur-Angebot und die

Leute hier sind großartig, und ich habe

Berlin extrem viel zu verdanken. Berlin ist

nicht meine Heimat, aber mittlerweile

mein zu Hause!

… und welche Inspiration findest Du

hier?

Ich schreibe ja viel über mich, mein Leben,

mein Inneres und Weisheiten von denen

ich das Gefühl habe, sie der Welt mitteilen

zu wollen, so dass meine Inspiration eher

aus meinem Leben in dieser Stadt gespeist

wird. Vor allem aber von den Menschen,

denen ich hier tagein, tagaus begegne. Es

ist ja so: Der innere Kreis deiner eigenen

Leute ist wahrscheinlich überall gleich –

egal, ob auf dem Dorf oder in einer Großstadt,

aber der innere Kreis nach dem

inneren Kreis, der ist in Berlin viel wilder

als anderswo. Für mich ist das eine große

Inspirationsquelle. Hinzu kommen meine

Fantasie und Vorstellungskraft, die mich

seit meiner Kinheit prägen.

Das Leitthema unserer Ausgabe lautet

„PRECIOUS“, was ist für Dich besonders

wertvoll?

Das Wertvollste, was ich in den letzten

Jahren angesammelt habe, sind Erinnerungen

an Träume, die ich mir erfüllen

durfte. Ich konnte Sachen umsetzen, von

denen ich nie gedacht hätte, dass das

irgendwann einmal passiert: Für mein Lied

„Chöre“ habe ich mir zum Beispiel überlegt,

wo es den besten Gospel-Chor der Welt

gibt, und habe dann in New York mein

Lied mit den Harlem Gospel Singers aufgenommen.

Als großer Beatles-Fan habe ich

ein Lied geschrieben, in dem Yoko Ono


38 // BOLD THE MAGAZINE BERLIN INSIGHTS / MARK FORSTER (TEIL 1)

vorkommt, und dachte: Wo nehme ich das

auf? Natürlich in den Abbey Road Studios

in Liverpool, wo die Beatles all ihre Alben

aufgenommen haben. Für einen anderen

Song wollte ich einen Kinderchor und

sah eine Dokumentation über den besten

Kinderchor der Welt in Uganda – ich fuhr

dorthin und machte die Aufnahmen vor Ort.

Solche Erlebnisse sind für mich das Größte.

Man stellt sich etwas vor und macht es dann

genauso. Das vergisst man nie, weil sie so

besonders sind!

Was Mark Forster mit der Forster Straße

oder dem Lido verbindet, warum er

seinem Klavierlehrer so dankbar ist und

was er vom SEAT Arona TGI hält, gibt es

im zweiten Teil unserer „Berlin Insights“

in der kommenden Ausgabe: BOLD THE

MAGAZINE No. 45

WEITERE INFORMATIONEN:

TGI by SEAT

TGI ist eine Motorentechnologie, die komprimiertes Erdgas (CNG) verwendet. CNG steht für

„Compressed Natural Gas“, das aus Erdgas und Biomethan besteht. Zusätzlich gibt es einen

Reserve-Benzintank, auf den bei leerem CNG-Tank automatisch umgestellt wird. Bereits seit

geraumer Zeit bietet SEAT als führender Hersteller für Antriebe mit CNG eine breite Modellpalette

an Fahrzeugen an, die mit komprimiertem Erdgas betrieben werden – als umweltfreundlichere

und kostengünstigere Alternative zu konventionellen Benzin- und Dieselfahrzeugen.

Der SEAT Arona TGI ist übrigens das erste SUV mit diesem Antrieb (SEAT Arona 1.0

TGI, 66 kW (90 PS) Kraftstoff Erdgas (CNG), innerorts 4,6, außerorts 3,2, kombi. 3,7 kg/100 km;

CO₂-Emission kombi.: 101 g/km; CO₂-Effizienzkl.: A).

CNG-betriebene Motoren emittieren im Vergleich zu anderen Verbrennungsmotoren bis zu 25

Prozent weniger CO 2

und bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide (NOx). Zudem werden im direkten

Vergleich mit gleichwertigen Benzin- bzw. Diesel-Modellen kaum Rußpartikel ausgestoßen.

Bereits heute ist die nächste CNG-Tankstelle nicht weit: Aktuell gibt es rund 900 Erdgas-Tankstellen

im gesamten Bundesgebiet. CNG ist – entgegen manch unbegründeter Befürchtung

– eine sichere Sache. Die in den SEAT CNG-Modellen verbauten Gastanks werden nach den

höchsten Branchenstandards konstruiert, produziert und zertifiziert. Außerdem sind sie, genau

wie die TGI-Kraftstoffpumpen, mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, das im höchst unwahrscheinlichen

Fall eines technischen Problems dafür sorgt, dass das Gas auf kontrollierte Weise

an die Außenluft abgegeben wird.

www.seat.de/tgi


EGAL WAS KOMMT, ES WIRD

GUT, SOWIESO, IMMER GEHT NE NEUE

TÜR AUF, IRGENDWO


IRLANDS SCHÖNSTER

WASSERWEG

MIT DEM HAUSBOOT AUF

DEM SHANNON

AUTOR & FOTOGRAF: H. G. TEINER


42 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / IRLAND

Alles grünt unter uns – so ist der erste Eindruck beim Landeanflug auf den Airport Dublin. Grün

ist auch das dreiblättrige Kleeblatt, das eher inoffizielle nationale Symbol der Iren, das auch

die Hülle unseres Fliegers ziert – der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus. Es war der heilige

Patrick, der das dreiblättrige Kleeblatt zum Symbol des Landes machte. Er zog vor langer Zeit

als Missionar durch Irland, bekehrte die keltischen Clanführer und Druiden zum christlichen

Glauben und erklärte bildhaft den skeptischen Kelten die Einheit aus Vater, Sohn und Heiligem

Geist anhand der vollkommenen Schönheit des Kleeblattes. Das offizielle Wahrzeichen und

das Wappen der Republik Irland ist aber die keltische Harfe: Die Magie der Harfe besteht in

der Besonderheit der drei Saiten, die erste ist die Saite der Traurigkeit, die zweite die Saite der

Fröhlichkeit, die dritte die Saite des Schlafes – in den richtigen Händen kann das traditionelle

Instrument wahre Zauberkraft entwickeln, sagt man hier.

Neben Kleeblatt und Harfe existiert noch

ein drittes Wahrzeichen, das mit der

irischen Seele verbunden ist, der Leprechaun:

Ein mythischer keltischer Kobold,

der als Schuhmacher der Feen gilt und

Goldmünzen anhäuft, die er am Ende

des Regenbogens versteckt. Noch heute

weisen Straßenschilder mit dem Text

„Leprechaun´s Crossing“ darauf hin, dass

an dieser Stelle die, eigentlich unsichtbaren,

Kobolde die Straße überqueren. Ob

wir ihm auch auf Irlands Wasserstraßen

begegnen?

Irland bietet ganzjährig ein eher mildes

Klima, das irische Wetter wird hauptsächlich

vom warmen Golfstrom beeinflusst.

Gut, es regnet in Irland häufiger als bei

uns, aber kaum sehr heftig und selten sehr

lange. Regen wird von den Einheimischen

auch scherzhaft als „liquid sunshine“

bezeichnet. Das Verhältnis zum Wetter ist

daher überwiegend positiv. Bei unserer

Ankunft scheint die Sonne, jedoch bei

einer Temperatur von zehn Grad über Null:

Wir sind in mehrere Lagen Funktionsklei-

dung eingepackt, als uns die Iren frohgelaunt

im T-Shirt begrüßen. Mit dem Auto

geht es weiter nach Carrick-on-Shannon

in der Grafschaft Leitrim, hier erwartet uns

eine abenteuerliche Flussfahrt auf dem

blauen Band des Shannon. Unsere Bootstour

ist organisiert von Locaboat Holidays:

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bootstourismus

sind so höchste Qualität der

Boote, interessante Routen und ein umfassender

Service garantiert. Der Shannon ist

einer der wasserreichsten und längsten

Flüsse Irlands mit einer wildromantischen

Landschaft. Von insgesamt 370 Flusskilometern

sind 250 Kilometer schiffbar,

und auf unserer Tour erkunden wir den

oberen Teil des Shannons – ganz im

Sinne des irischen Dichters William Butler

Yeats: „Come away, O human child! To the

waters and the wild.“

Unser Boot ist eine Pénichette, eine von

Locaboat speziell für die Anforderungen

des entspannten Bootsurlaubs entwickelte,

komfortable und leicht zu handhabende

Bootskategorie. Um ein Boot


TRAVEL / IRLAND

BOLD THE MAGAZINE // 43


44 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / IRLAND


TRAVEL / IRLAND

BOLD THE MAGAZINE // 45

zu fahren, braucht es bei Locaboat Holidays

hier in Irland keinen Bootsführerschein:

Ein Online-Kapitäns-Kurs zu Hause

und eine detaillierte Einweisung durch

kompetente Mitarbeiter vor Ort bereiten

auf die Bootsbedienung und die Reiseroute

vor. Durch Peter, einen irischen

Bootsmechaniker, erhalten wir eine eingehende

Einweisung in die Funktionen

unseres Wassergefährts. Wir finden alles

vor, was wir für einen längeren Aufenthalt

auf dem Wasser benötigen: genug Platz

über und unter Deck, eine großzügige

Sitzecke, separate Schlafkojen mit Dusche

und Toilette, Stauraum, Heizung und

Warmwasser sowie eine komplette Küche.

Unser Boot heißt „Béal an Átha Móir“,

was so viel bedeutet wie „Öffnung der

großen Furt“ – wir nehmen es als gutes

Zeichen für unsere Reise. Zur Unterstützung

hat unsere Crew glücklicherweise

zum Start einen echten Skipper an Bord,

den Operation Manager Mark Roding;

er ist in Holland geboren, aber schon so

lange in Irland, dass er für uns als echter

Ire durchgeht. Ein erfahrener Seemann,

dazu von freundlicher Gelassenheit: Ruhig

gibt er uns Anweisungen, das Boot ohne

Beschädigung von der Anlegestelle aus

dem Hafen zu unserer ersten Rundfahrt

zu bugsieren. Ruder zum Steg hin, leicht

Gas geben – und das Heck schwingt vom

Steg weg. „Captain’s word is Law“, sagt er

lächelnd. Wir steuern auch direkt durch die

engen Bögen unter der nächsten Brücke

durch. Nach ersten noch unsicheren Steuerungsversuchen

und unserem ersten

eigenen Anlegemanöver haben wir uns

einen entspannten Abend im traditionsreichen

Dorfpub „The Oarsman“ redlich

verdient. In stylischem Vintage-Ambiente

genießen wir die sagenhafte irische Gastfreundschaft,

das reichhaltige Dinner und

trinken bei lokaler Livemusik unser erstes

Pint-Glas mit frisch gezapftem Guinness-Bier.

Gut ausgeschlafen starten wir in den

nächsten Tag. Nach einem reichhaltigen

Frühstück aus unseren Bord-Vorräten

heißt es „Leinen los“. Die Tour geht

heute von Carrick-on-Shannon über Cotehall

und durch die Seen Lough Drumharlow

und Oakport Lough über Knockvicar

zum See Lough Key. Auf dem Wasser

gibt es grüne und rote Seezeichen und

Bojen, jetzt müssen sich die grünen Bojen

an unserer Steuerbord-Seite befinden;

stromabwärts ist es genau umgekehrt.

Eine wundervolle Landschaft gleitet

an uns vorüber, hinter dem ufernahen

Schilf breiten sich grüne Wiesen aus; eine

ideale Landschaft für Vögel und andere

Wildtiere und eine saftige Weide für die

berühmten irischen Rinder und Schafe.

Wir lassen uns langsam auf die sich

aufdrängende Entschleunigung ein. Dann

naht mit „Clarendon Lock“ bei Knockvicar

die erste Schleuse, die wir selber bewältigen

müssen: Einreihen in die Schlange

der wartenden Boote, Einfahren in die

Schleusenkammer, Taue vorne und hinten

an den Schleusenwärter übergeben, der

sie um die Poller legt, wir sichern das

Boot dann mit straffem Zug per Hand –

das Tau am Boot festzumachen wäre ein

fataler Fehler. Der Schleusungsvorgang ist

bewältigt, es werden noch einige folgen.

Nach immer relaxter werdender Fahrt auf

dem tiefblauen Wasser durch die sonnenbeschienene

Landschaft fahren wir in den

See Lough Key ein – ein Eldorado für jede

Art von Wassersport, inklusive Segeln,

Stand-up-Paddeling und Angelsport.

Hier ist unser Anleger für die nächste

Nacht. Doch bis dahin unternehmen wir

noch eine ereignisreiche Reise durch den

Lough Key Erlebnis-Park und machen

danach einen Ausflug zu einem alten

Bergwerk, dem Arigna Mining Experience

nahe Lough Allen, wo wir die früheren,

schweren Arbeitsbedingungen der Kohlegewinnung

vor Ort in original niedrigen

Stollen nacherleben können.

Unsere Reise geht am nächsten Morgen

wieder Richtung Süden, unser Tagesziel

ist Dromod. Wir fahren an Carrick-on-

Shannon vorbei und später den Jamestown

Kanal entlang; dieser Wasserweg

wurde im 19. Jahrhundert durch die

harte Arbeit vieler Hände aus dem Fels

heraus geschlagen. Bis in die 1950er

Jahre wurden auf diesem Wasserweg

Guinness-Bier und Steinkohle transportiert.

Gemächlich durchqueren wir die

Seen Lough Tap, Lough Bodeng und

schließlich Lough Bofin. „Das Leben ist

ein Fluss, und alles ändert sich“, erkannte

schon Jack Kornfield. Hier fällt das Leben

im Augenblick leicht: Mit ruhigem Blick

und entspannter Seele beobachten wir

das Wasser, den Wind und die Verkehrszeichen

und Bojen. Unsere mit dem

Steuern eines großen Bootes verbundenen

Befürchtungen weichen mehr


46 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / IRLAND

und mehr einem vertrauensvoll sicheren

Umgang mit dem Steuerrad. Die Sonne

neigt sich langsam dem Horizont zu, und

bei einsetzender Dämmerung steuern wir

unseren Hafen für die Nacht in Dromod

an. Wir meistern die enge Hafeneinfahrt

und machen am nächstgelegenen

Liegeplatz unsere „Pénichette“ fest. Cox‘s

Steakhouse ist unbedingt eine Einkehr

wert: Nur ein paar Schritte von unserer

Anlegestelle entfernt strömt uns schon

der würzige Geruch aus der Küche des

Restaurants entgegen. Als wir an der

Bar vorbeigehen, werden wir von den

Einheimischen mit interessierten Blicken

gemustert hier ist in jedem Fall ein Treffpunkt

für die Local People. Die irische

Lebensart ist von großer Freundlichkeit

bestimmt, wir genießen das und lassen

unseren Alltagsstress noch weiter zurück,

und nach einem opulenten Dinner fragen

wir die Einheimischen nach dem richtigen

Genuss des Irish Whiskeys sowie

dem richtigen Mischungsverhältnis mit

Wasser. Als Antwort folgt der passende

Spruch zum Ausklang des schönen Tages:

„In Irland trinkt man Whiskey mit, ohne

oder wie Wasser.“

An unserem vorerst letzten Tag als

Boots-Captains geht es stromabwärts in

Richtung Termonbarry – die roten Bojen

liegen jetzt auf der Steuerbord-Seite. „Bei

höherer Geschwindigkeit lässt sich besser

steuern“, gibt uns unser Skipper Mark zu

verstehen, als wir ihm wohl zu entspannt

vorwärts schippern, um noch ein wenig

länger die irische Landschaft und das

ruhige Leben auf dem Wasser genießen

zu können. Wir legen noch einmal an,

hier an Termonbarry Lock, um uns eine

besonders erlebenswerte Mischung aus

Restaurant und Kunstgalerie anzusehen:

The Purple Onion, hier genießen wir den

köstlichen Blauschimmelkäse mit hausgemachtem

Chutney, den Toblerone-

Cheesecake und die exquisite Fotokunst

von Cyril Helnwein und John Middleton.

Irland ist hier auf dem Land eben auch

für Modern Art gut. Wir sind begeistert

von dieser Art des Reisens, und kommen

recht bald wieder, um einen weiteren Teil

von Irlands Wasserwegen zu erkunden,

den Shannon-Earne Waterway im Norden

der Insel.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.waterwaysireland.org

REISEVERANSTALTER:

Locaboat Holydays

www.locaboat.com

AKTIVITÄTEN:

www.online-kurs.hausbootirland.de

www.loughkey.ie

www.arignaminingexperience.ie

RESTAURANTS:

www.theoarsman.com

www.purpleonion.ie

www.coxs-steakhouse.com

BESTE FLUGVERBINDUNGEN:

www.aerlingus.com


TRAVEL / IRLAND

BOLD THE MAGAZINE // 47


LIFESTYLE / REPORTAGE

BOLD THE MAGAZINE // 49

TRADITION

UND LIFESTYLE

MANUFAKTUR EXPERIENCE

A. LANGE & SÖHNE

AUTOR: N. DEXTER / FOTOGRAF: B. GIERIG

Handarbeit, Präzision und ein ordentliches Fünkchen Stolz – das sind Begriffe, auf

die man stößt, wenn man sich in einer Konversation mit Mitarbeitern von Traditionsbetrieben

wie A. Lange & Söhne wiederfindet. Das Traditionshaus lud zur Manufaktur

Experience im Rahmen des Concours of Elegance und präsentierte den Lifestyle der

Marke. BOLD lies sich diese Gelegenheit nicht entgehen und erlebte drei Tage Luxus

und beste Handwerkskunst.


50 // BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE / REPORTAGE

An einem warmen, sonnigen Tag fahren

wir mit unserem Jaguar E-Type aus den

70ern an der Werft der Familie Freebody

vor, die hier seit sage und schreibe 300

Jahren, in 9. Generation, Holzboote

per Hand baut. Die Mitglieder der

Familie begrüßen uns freundlich, und

der Chef sagt gerade heraus, dass er

unseren Vierradantrieb gleich für eins

seiner Boote gebrauchen und verbauen

könnte: Denn der Jaguar-Motor passt

vorzüglich in Sachen Leistung und

Sound in seinen schicken, 10 Fuss (ca.

3 Meter) langen Slipper. Hier herrscht

Ruhe und Gelassenheit. Der Familienbetrieb,

der am oberen Lauf der Themse

ansässig ist, baut pro Jahr ganze zwei

Boote. Die zahlungskräftige Kundschaft

wohnt zumeist in der nur eine Stunde

entfernten Londoner Innenstadt und

erfreut sich der bildschönen Holzarbeiten

der insgesamt 10 Mitarbeiter.

Dieser bisher so gelungene Tag fing

im italienisch geprägten Herrenhaus

„Cliveden House“ in Taplow, Buckinghamshire,

mit einem Frühstück vor

herrschaftlicher Kulisse an. Das an

einer Klippe über der Themse gelegene

(heutige) Hotel liegt inmitten

einer großzügigen Parkanlage, westlich

der britischen Hauptstadt London.

Hier ist unser Ausgangspunkt für

eine 3-tägige Manufaktur-Experience;

ausgerichtet von der Uhrenmanufaktur

A. Lange & Söhne. Ziel ist der

Concours of Elegance im Hampton

Court Palace – und da sich hier alles um

historische Fahrzeug-Raritäten dreht,

haben wir standesgemäß einen schicken

alten Briten unterm Hintern, am

Handgelenk eine der wunderbaren

Arbeiten der Glashütter Uhren-Manufaktur

und auf dem Fahrplan einige

Stationen, die der Tradition und dem

Lifestyle der Marke entsprechen.

Man sagt, die heutige Zeit wird digital

gemessen, und man liest sie meist auf

dem Handy ab. Beginnt man sich aber

nur ein wenig mit der außergewöhnlichen

Arbeit und der Kunst der Uhrmacher

zu beschäftigen, so kommt es

einem fast befremdlich vor, dem zentralen

Thema unseres Lebens eine so

oberflächliche Bedeutung zu schenken.

Zeit wird bei A. Lange & Söhne, seit

dem Jahre 1845, mit kleinen mechanische

Kunstwerken gemessen. Damals

gründete Ferdinand Adolf Lange das

noch heute im kleinen sächsischen Ort

Glashütte ansässige Unternehmen, das

bis heute internationale Anerkennung

genießt.

Für unsere Tour, die durch englischen

Grafschaften führt, haben wir

uns für den Unternehmens-Klassiker

entschieden und tragen daher eine

Lange 1 Zeitzone. Ein Statement. Nicht

zu laut, definitiv nicht zu leise und dem

Anlass entsprechend. Das besondere

unseres Modells – man hat auf dem

großen Ziffernkreis die heimatliche Zeit

stets im Blick und verändert auf Reisen

ausschließlich den kleinen. Unter-


LIFESTYLE / REPORTAGE

BOLD THE MAGAZINE // 53

wegs deutet die Pfeilapplike bei 5 Uhr

auf den Ort, der stellvertretend für die

gerade angezeigte Zeitzone steht. Mit

einer Zonenkorrekturtaste können

Städtering und Zonenzeit gemeinsam

schrittweise um eine Stunde vorwärtsgeschaltet

werden. Eine Datumanzeige

befindet sich ebenfalls auf dem Argenté-Zifferblatt

unseres rot-goldenen

Modells.

Nach weiteren äußerst interessanten

Zwischenstationen, wie dem legendären

Brooklands Race Track, welcher

1906 als erste Rennstrecke der Insel

Großbritannien von dem wohlhabenden

Großgrundbesitzer Hugh Fortescue

Locke-King in Auftrag gegeben

wurde, und dem royal-angehauchten

Dinner im Kew Palace, welcher sich auf

dem Gelände des weltbekannten Kew

Gardens befindet, geht es für uns in

Richtung Hampton Court Palace – zur

feierlichen Eröffnung des 8. englischen

Concours of Elegance. Diese wird natürlich

mit dem Einfahren der 60 Teilnehmerfahrzeuge

zelebriert. Hier reihen

sich die seltensten, schönsten, wertvollsten,

zum Teil auch schrägsten Automobile

der vergangenen Jahrzehnte

(und zum Teil auch Jahrhunderte) aneinander.

Das Schöne an dieser Veranstaltung:

Hier geht es weniger um das

Thema Geld als um eine gemeinsame

Leidenschaft – das Automobil.

einer früheren Ausgabe des BOLD THE

MAGAZINE interessante Einblicke im

großen BOLD Interview gab, ist selbst

leidenschaftlicher Automobil-Sammler.

Und so gehört es sich, dass der

sympathische Chef und Sponsor des

Concours of Elegance auch zu den Teilnehmern

gehört, welche nun zutiefst

vergnügt und in aller Seelenruhe im

Schlosspark die Konkurrenz begutachten.

Herr Schmidt geht in diesem

Jahr mit seinem schicken 1958 AC ACE

Bristol an den Start. Sympathisch an der

Veranstaltung ist auch der Fakt, dass

der Gewinner unter den Teilnehmern

selbst votiert wird. Statt einer Jury wird

jeder Besitzer gebeten einen Favoriten

zu küren. Der Gewinner erhält,

nebst dem Stolz, den Titel erhalten zu

haben, automatisch auch einen der

begehrten Plätze der Veranstaltung im

kommenden Jahr.

Für uns jedoch stehen mehr die vergangenen

Tage und Stunden und die anregenden

Konversationen im Mittelpunkt

der Geschehnisse, welche uns

so elegant durch das westliche Umland

Londons führten, und so können wir

in aller Ruhe die Zeit genießen, die

uns noch bleibt – hier im schönen

Old England, in dem Tradition auf

Lifestyle trifft.

Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange

& Söhne, der dem Unternehmen seit

2011 vorsteht und auch bereits in

WEITERE INFORMATIONEN:

www.alange-soehne.com


VON JAVA

NACH BALI

TEIL 1

ZAUBERHAFTE TEMPEL

UND RAUCHENDE VULKANE

AUTOR: M. WINCKLER


56 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)

Indonesien umfasst mehr als 17.500 Inseln, von denen rund 6.000 bewohnt sind. Der weltgrößte

Inselstaat erstreckt sich größtenteils auf Südostasien, nur Westguinea gehört zum

australischen Kontinent. Java mit der Hauptstadt Jakarta und dem kulturellen Zentrum

Yogyakarta ist die bevölkerungsreichste Insel. Von den 264 Millionen Menschen gehören 87

Prozent dem Islam an, womit in Indonesien die meisten Moslems weltweit wohnen. Der

Islam ist jedoch nicht Staatsreligion. Die Bevölkerung teilt sich auf in fast 360 Volksgruppen,

in denen nach wie vor Clan- und Stammesstrukturen überwiegen, Ahnenkult und Animismus

weit verbreitet sind. In der Vorstellung der Menschen herrschen auf Java besondere Kräfte

in Gestirnen, Gewässern und auf Bergen, und es sind die Wohnstätten von Geistern. Sie zu

schützen und segnen gehört für viele Javaner genauso zum Alltag wie das tägliche Gebet in

Richtung Mekka.

Es hat drei Jahrzehnte gedauert, bis sich

mein Wunsch erfüllte, von Zentral- nach

Ost-Java und Bali zu reisen. Auf der großen

Nachbarinsel Sumatra war ich mehrmals

und auch in der indonesischen Hauptstadt

Jakarta im Norden West-Javas, aber

aus irgendwelchen Gründen fand ich nie

die Zeit, weiter nach Yogyakarta, von den

Javanern Yogya genannt, dem kulturellen

Zentrum des Landes im Süden Zentral-Javas,

vorzustoßen. Ich wollte auf dem

Weg nach Bali ausgiebig die geschichtsträchtige

Stadt erkunden, die hinduistischen

und buddhistischen Tempel aus

der vorislamischen Epoche außerhalb der

Stadt besuchen, rauchende Vulkane bei

Sonnenaufgang besteigen – und die Reise

war noch viel beeindruckender, als ich sie

mir ausgemalt hatte.

und Inneneinrichtung des denkmalgeschützten

Gebäudes aus dem Jahr 1918

im Herzen der Stadt lassen die Kolonialzeit

aufleben und spiegeln gleichzeitig javanische

Kultur wider. In der Terrace Lounge

antike Vitrinen, Schränke, Truhen, runde

Esstische und Stühle mit Korbgeflecht aus

dunklem Holz, eine alte Fahrradrikscha

auf elfenbeinfarbenen Marmorfliesen. An

den Wänden traditionelle Wayang-Golek-Puppen

für das Schattentheater, die

in Yogya aus ungegerbter Wasserbüffelhaut

hergestellt werden. Die 144 Zimmer

mit geschwungenen Balkonen sind teilweise

zu dem mit Bäumen, Sträuchern und

Blumen begrünten Innenhof ausgerichtet.

Das Wasser im Pool schimmert türkis. Bei

Satay-Spießchen mit Hühnchen, Lamm

und Rind zu Erdnusssauce und einem

eiskalten Bier lausche ich in der Terrace

Mit Air Asia ist man in gut zwei Stunden Lounge abends unter dem Sternenhimmel

von Singapur nach Yogya unterwegs und

checkt eineinhalb Stunden darauf am

späten Nachmittag im Boutiquehotel The

Phoenix, ein Fünf-Sterne-Haus der Marke

MGallery by Sofitel, ein. Die Architektur

den Gamelan-Musikern, die ihren

traditionellen Metallo- und Xylophonen,

Gongs, Trommeln und Saiteninstrumenten

mystische Klänge entlocken. Gamelan-Orchester

bieten weit mehr als die Unterhaltung

von Hotelgästen. Sie treten zu unterschiedlichen

Anlässen auf wie Hochzeiten

und Geburten, als Begleitung von Tänzen,

und sie untermalen Puppen- und Schattenspiele.

Yogya ist mit den Städten Solo und Pekalongan

das Zentrum der indonesischen

Kunstszene und der traditionellen Kunst.

Jährlich wird eine Biennale ausgerichtet.

Ausstellungen, Konzerte, Workshops

und Seminare bieten unter anderen das

Kunstforum Kedai Kebun, das Jogja National

Kunstmuseum und die Langgeng

Art Foundation. Batik-Bilder unterschiedlicher

Qualität entstehen in zahlreichen

Ateliers. Der Concierge mahnte mich, mir

keine billige Massenware für viel Geld

andrehen zu lassen. Ich sollte zunächst

das Batik-Museum besuchen und dann in

den Galerien im Bezirk um den Tamon Sari,

das Wasserschloss, und südlich des Kraton,

des Sultanpalasts, nach Qualität Ausschau

halten. Ich habe schnell kapituliert, die

Bilder, die mir gefielen, waren mir zu teuer,

und ich konnte die Qualität einfach nicht

beurteilen. Aber Kenner und Liebhaber

der Batikkunst finden in Yogya bestimmt

hochwertige Qualität.

Am nächsten Tag begab ich mich auf

historische Spurensuche. Der Kraton

befindet sich im Zentrum eines von hohen

weißen Mauern umgebenen Geländes.

Fünf Tore ermöglichen den Zugang zu

dem Areal. Zwischen den Mauern und

dem Palast erstreckt sich ein dichtgebautes

Wohnviertel. Der Weg zum Palast

führt durch an diesem Morgen noch


58 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)


TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)

BOLD THE MAGAZINE // 59

wenig belebte schmale Gassen, die auf

rechteckige Plätze führen. Am Alun-

Alun-Nor–Platz die 1773 im javanischen

Stil fertiggestellte Moschee Masjid Agung

mit ihrem dreigliedrigen Dach, südlich

dieses Platzes dann ein Museum, in dem

23 Kutschen der Sultansfamilie zu sehen

sind. Wie aus der Zeit gefallen wirken am

Haupteingang die Wächter in farbigen

Sarongs und der traditionellen Surjan-

Jacke, unter der am Rücken der Krummdolch

Kris hervorscheint. In mehreren

Pavillons finden morgens unterschiedliche

Kulturveranstaltungen statt. Ich erlebe ein

stimmungsvolles Gamelankonzert in dem

Srimanganti-Pavillon. In einem weiteren

Pavillon sind Gamelan-Instrumente aus

dem 16. Jahrhundert ausgestellt. Im

Innern des Palasts gibt es ein mit Marmor,

Lüstern und Spiegeln ausgestattetes

Sekretariat und ein Pavillon, in dem festliche

Bankette ausgerichtet wurden. Das

1755 gegründete Sultanat lebt bis heute

fort. Der herrschende Sultan Hamengku

Buwono X wurde nach dem Tod seines

Vaters im März 1989 gekrönt. Gleichzeitig

übt er das Amt des Gouverneurs der autonomen

Sonderzone Yogyakarta mit rund

3,8 Millionen Einwohnern aus. Yogya gilt

als einziges, relativ unabhängiges Sultanat

Indonesiens.

Faszinierend der Taman Sari südwestlich

des Kraton. 1765 wurde das Wasserschloss

nach acht Jahren Bauzeit fertiggestellt.

Zu dem Komplex zählten ursprünglich

59 Gebäude mit schattigen Innenhöfen,

Springbrunnen und Schwimmbecken.

Unterirdische Fluchtwege verbanden den

Palast mit dem Wasserschloss und konnten

geflutet werden. Heute ist nur noch der

restaurierte zentrale Badeplatz erhalten.

Von einer Galerie in der dritten Etage des

Turms konnten die drei Becken, je eines

für den Sultan, Prinzen und Prinzessinnen

und Mätressen, überblickt werden. Als

ich das Wasserschloss besuche, waren

wegen Wartungsarbeiten leider nur

Pfützen in den Becken. Gut besucht ist der

Badeplatz trotzdem: indonesische Familien

mit kleinen Kindern, junge Männer

und händchenhaltende Liebespaare. Am

Morgen darauf heißt es Abschied nehmen

von Yogya und ihren rund 1,6 Millionen

Einwohnern, ein gemächlicher Roadtrip

durch Zentral- und Ostjava Richtung Bali

liegt vor mir. Obwohl eine Großstadt, hat

sie doch einen dörflichen Charakter und

ein so reiches Kulturangebot wie kaum

eine andere Stadt in Indonesien. Als mein

Fahrer die Peripherie erreicht und die

ersten Reisfelder leuchtend grün an uns

vorbeiziehen, weiß ich, dass ich wiederkehren

werde, vielleicht zu einer Kunstbiennale,

um einige Wochen in Yogya zu

verbringen und tief in die Kultur einzutauchen.

Mein nächstes Ziel ist Prambanan,

Unesco-Weltkulturerbe, eine der größten

hinduistischen Tempelanlagen Südostasiens,

die sich rund 17 Kilometer nordöstlich

von Yogya in einem großen Park

befindet. Im 9. und 10. Jahrhundert erbaut,

umfasste das Areal einst rund 200 Tempel.

Ein Erdbeben im 16. Jahrhundert zerstörte

große Teile des Heiligtums. Der Hauptbereich

besteht heute aus drei Tempeln:

der 47 Meter hohe Shiva-Tempel in der

Mitte, rechts und links die Brahma, dem

Schöpfer und Vishnu, dem Erhalter, gewidmete

Tempel. Shiva ist der Zerstörer und

im heutigen Indien der beliebteste und

gefürchtetste Gott zugleich. Erst durch

Zerstörung und vor allem Vernichtung

des Bösen, so die Hindu-Mythologie,

kann Neues und Gutes entstehen. Die

drei Prambanan-Tempel bilden das Triumvirat

der höchsten Hindugötter ab. Der

Shiva-Tempel ist in drei Ebenen gegliedert.

Die Basis repräsentiert den gemeinen

Menschen, die Begierde und das Unreine.

Der Bereich darüber hat Treppen, die zu

den erhöhten Eingängen zum Inneren des

Tempels führen. Dieses Zwischengeschoss

steht für die Abkehr von weltlichem Besitz

und das Streben nach Spiritualität. Der

Oberbau mit einer Spitze spiegelt die

göttliche Sphäre wider. Hunderte Türmchen,

die um den Hauptkomplex standen,

bilden heute ein Ruinenfeld, als symbolisiere

es die Vergänglichkeit allen Seins. Am

frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang,

erlebe ich die Atmosphäre dieses Kraftplatzes,

wie die Javaner sagen würden,

fast allein. Was für ein Glück – in Java habe

ich nirgendwo Touristenmassen erlebt wie

etwa zum Sonnenaufgang in Angkor Wat

in Kambodscha. Auf dem Weg zum Borobudur-Tempel,

dem größten buddhistischen

Sakralbau der Welt, rund 40 Kilometer

nordwestlich von Yogya, legen wir

eine Kaffeepause ein.

Wir trinken nicht irgendeinen Kaffee,

sondern den Kopi Luwak, der hier als der

beste Kaffee der Welt gepriesen und


60 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)

eine der teuersten Kaffeesorten der Welt

ist. Das Besondere an Kopi Luwak ist, dass

die Kaffeebohnen den Verdauungstrakt

des Fleckenmusangs, einer Katzenart,

durchlaufen, ausgeschieden, gereinigt

und geröstet werden. Dem Kaffee werden

alle möglichen gesundheitsfördernden

Stoffe und Eigenschaften nachgesagt.

Wir fahren etwa eine Stunde weiter durch

das Tal des Flusses Progo, der gemächlich

mäandert durch eine traumhafte

tropische Landschaft mit Reisfeldern und

kleinen Dörfern, Bananen- und Ananasplantagen

und Obstgärten, in denen

zierliche Papaya- und mächtige Mangobäume,

Durian- und Brotfruchtbäume

stehen. Am späten Nachmittag erreichen

wir Borobudur, ein weiteres Weltkulturerbe

auf Java. Zwischen 750 und 840 errichtet,

wurde das buddhistische Monument rund

20 Jahre später durch einen Ausbruch

des Gunung (Vulkan) Merati verschüttet.

Obwohl der quadratische Stufenbau mit

einer Seitenlänge von 117 Metern in den

Erzählungen und mündlichen Überlieferungen

der Anwohner lebendig blieb,

sollte es fast tausend Jahre dauern, bis die

britischen Kolonialherren 1817 begannen,

das Heiligtum freizulegen, gefolgt von

den Holländen, die 1907 anfingen, die

Anlage zu restaurieren. Doch erst 1973

wurde ein zehnjähriges Mammutprojekt

zur Rettung Borobudurs initiiert,

in dessen Verlauf auf einem 85 Hektar

großen Gelände auch Dörfer umgesiedelt

wurden. Heute ragt der riesige Stupa

beeindruckend aus seinem grünen Umfeld

heraus. Auf der höchsten Ebene blicken

Buddhastatuen in Meditationspose in alle

Himmelsrichtungen. Die Haltungen ihrer

Hände symbolisieren bestimmte geistige

Zustände. Ich habe dieses wundervolle

Bauwerk zum Sonnenunter und -aufgang

besucht. Zu diesen Tageszeiten erzeugte

das Licht in dem historischen Park eine

besonders mystische Stimmung, und ich

wandelte auf den drei Ebenen, die der

buddhistischen Vorstellung von der Dreiteilung

des Kosmos entsprechen, Stufe um

Stufe den Reliefs nach, die auf einer Länge

von insgesamt fünf Kilometern Szenen aus

dem Leben des Buddha abbilden.

Tags darauf fahren wir aufs Dieng-Plateau.

Auf dem Weg dorthin stoppen wir an

einem Wochenmarkt, wo ich der einzige

Weiße bin. Javaner zeigen mir stolz ihre

Kampfhähne und lassen sich nicht davon

abbringen, zwei Kontrahenten gegeneinander

aufzuhetzen. Was ich sehe, ist mehr

Spiel als Kampf, ich sollte wohl eine Ahnung

davon erhalten, wie ein wirklicher Kampf

vor um Wettgelder zockendem und die

Hähne lautstark anfeuerndem Publikum

verlaufen kann. Ziegenhirten buhlen um

meine Aufmerksamkeit, ihre Tiere sind

prächtig herausgeputzt. Umgeben von

Tabak- und Teehändlern sitzt im Schneidersitz

auf dem staubigen Boden ein Mann

mittleren Alters, die Haare zerzaust, der Bart

struppig, Hemd und Hose zerschlissen. Er

wirkt fast abwesend, wie der große Python,

der zusammengerollt vor ihm liegt und ein

klägliches, trauriges Bild abgibt. In engen

Gängen, teilweise provisorisch gegen die

Sonne mit Stoff- und Plastikbahnen überdacht,

drängen sich Kunden an Gemüse-

und Obstständen, und die erhöht auf

Podesten hockenden Verkäuferinnen

mit Kopftuch und in bunten Hosen und

langen, seitlich geschlitzten, knielangen

Hemden bedienen die Kundschaft trotz

des Andrangs in aller Ruhe. Wir fahren

noch eine halbe Stunde an Reisfeldern

vorbei und durchqueren kleine Dörfer,

bis wir das verschlafene Städtchen Wonosobo

auf 780 Meter Höhe erreichen. Von

hier führen Serpentinen 25 Kilometer lang

steil hinauf zum Dieng Plateau. An den

Berghängen terrassierte Gemüsegärten

und Teeplantagen. Beim Dorf Dieng auf

2.093 Meter über dem Meeresspiegel

öffnet sich die Di Hyang, die „Zuflucht der

Götter“ genannte, von Gemüsebauern

bewirtschaftete Ebene im Krater eines

lange verloschenen Vulkans. Auch hier

wird Shiva, der Zerstörer, in einigen alten

Tempeln verehrt. Archäologen gehen

davon aus, dass es hier vom 7. bis 9. Jahrhundert

hunderte solcher Tempel als Teil

einer Klosteranlage und Stadt gab. Ganz

in der Nähe steigen nach faulen Eiern

riechende Schwefeldämpfe auf. Nicht weit

entfernt ist die Luft wieder klar und frisch,

und Wanderwege bieten bezaubernde

Ausblicke auf zwei türkisfarbene Seen.

Wir fahren nach Yogya zurück und übernachten

im Hotel Phoenix. Früh morgens

nehme ich den ersten Zug in Richtung

Ost-Java. Auf beiden Seiten der Gleise

kleine Ortschaften, Reisfelder, Gemüseund

Obstgärten, im Hintergrund Gebirgszüge

mit Vulkanen. Nach vier Stunden

steige ich in Jombang aus, wo ein Fahrer

auf mich wartet und mich in drei Stunden

nach Tosari bringt. Morgens um vier Uhr


62 // BOLD THE MAGAZINE TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)


TRAVEL / INDONESIEN (TEIL 1)

BOLD THE MAGAZINE // 63

fahre ich in einem Jeep zum 2.770 Meter

hohen Kraterrand am Gunung Penanjakan.

Drei Kilometer gehe ich noch zu Fuß

und erreiche den wohl besten Aussichtspunkt

in der Vulkanlandschaft des Tengger-Massivs.

Der Sonnenaufgang zaubert

einen zartroten Ton über die Vulkanlandschaft

des Bromo-Tengger-Semeru-Nationalparks.

Im Vordergrund steht der

nach dem Hindu-Schöpfergott Brahma

benannte, 2.329 Meter hohe Gunung

Bromo, der schönste Vulkan Indonesiens,

der zuletzt 2016 ausbrach. Er wird im

Hintergrund überragt vom 3.676 Meter

hohen Gunung Semeru, der seit Jahrzehnten

aktiv ist. Während das Licht

allmählich in Orange übergeht und vereinzelte,

weiße Wolken und Dunst die Wälder

im Tal einhüllen, steigt weißer Rauch aus

mehreren Kratern vor dem hellblauen Horizont

auf. An diesem Morgen erleben viele

Menschen dieses Naturschauspiel, fotografieren

die Szenerie mit ihren auf Stativen

geschraubten Kameras und schweigen –

mehr als zwei Stunden wird kaum ein Wort

gewechselt. Anscheinend hat ein kollektives

Bewusstsein die Masse erfasst, hier

einen ganz besonderen Moment in ihrem

Leben erfahren zu dürfen.

Nach dem Sonnenuntergang fahre ich,

wie die meisten Besucher, zum Fuß des

Bromo und wandere einen halbe Stunde

durch ein Sandmeer, das mich an Bilder

einer Hochebene in Tibet erinnert, vorbei

an einem Hindutempel und der Flanke des

Gunung Batok. Auf dem Weg begegnen

mir Angehörige des hinduistischen Bergvolks

der Tengerr, Männer und Frauen mit

wettergegerbten Gesichtern, in Wickelröcken

gekleidet, die Touristen in Daunenjacken

auf kleinen Pferden bis zu den 240

Stufen geleiten, die zum Kegel des Gunung

Bromo führen. Der Grat am Kraterrand ist

schmal, ich gehe nur wenige Meter weiter

und kehre um, als ich feststellte, dass der

Grat noch schmaler wird und ein Fehltritt

den Tod bedeuten könnte.

Der Besuch eines weiteren Vulkans im

Ijen-Massiv liegt vor mir, bevor ich nach

Bali aufbreche. Nach acht Stunden Fahrt,

einem spartanischen Abendessen und

wenigen Stunden Schlaf schellt der

Wecker um drei Uhr morgens. Wir fahren

durch die schwarze Nacht, bis wir am Fuß

des Vulkans Ijen ankommen. Zweieinhalb

Stunden dauert der anstrengende,

aber ungefährliche Aufstieg entlang eines

breiten Wegs. Der Morgennebel verflüchtigt

sich allmählich und gibt den Blick frei

auf eine wenig beeindruckende Landschaft.

Ihretwegen kommt niemand her.

Als wir den Vulkankegel erreichen, werden

wir von beißenden Schwefelschwaden

eingehüllt. Hier wird Schwefel abgebaut.

Arbeiter in Gummistiefeln, langer Hose

und T-Shirt, tragen die Schwefelbrocken

in zwei Körben an den Enden einer im

Nacken balancierten Stange. Sie schleppen

ein Gewicht von 50 bis 90 Kilogramm pro

Tour, sagt mir einer der Arbeiter. „Maximal

zwei Touren schaffe ich am Tag“, fügt der

Arbeiter hinzu. Manche nutzen inzwischen

abbremsbare Karren, um den Schwefel

nach unten zu transportieren. Und wenn

sich die Gelegenheit bietet, befördern

sie mit den Karren Touristen zum Fuß des

Vulkans. Die zahlen besser als die Käufer

des Schwefels. Vom Ijan-Vulkan fahren

wir gleich zur Meerenge, die Java von Bali

trennt. Die Überfahrt mit der Fähre zum

Hafen Ketapang dauert rund eine Stunde.

Es dämmert schon, und eine weite Strecke

liegt vor uns. Nach Mitternacht erreichen

wir Ubud, Zentrum für Kunsthandwerk

und Tanz, im Hochland Balis. Neben dem

Hotel hat noch eine Kneipe geöffnet. Der

Wirt serviert mir lächelnd ein Bier, ohne

dass ich es bestellt hätte ...

In der nächsten Ausgabe lesen Sie Teil 2

unserer großen Indonesien-Reise.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.indonesia.travel

ANREISE:

Von Frankfurt oder München mit

Singapore Airlines nach Singapur und

weiter mit Air Asia oder Silk Air nach

Yogyakarta.

BESTE REISEZEIT:

April bis Oktober. In der übrigen Jahreszeit

regnet es häufig und stark.

EMPFEHLUNG HOTEL:

The Phoenix Hotel Yogyakarta

www.accorhotels.com

BESTE FLUGVERBINDUNGEN:

www.singaporeair.com

www.airasia.com


WESPEN

RELOADED

WOLFGANG RIEHNS

SUPERLOWS IM ANFLUG

AUTOR: R. LÖWISCH


66 // BOLD THE MAGAZINE DESIGN / REPORTAGE

„Superlows“ im Anflug: Wolfgang Riehn macht aus ausgelutschten 80er-Jahre-Vespas starke

Lifestyle-Roller im 1960er-Look. Nur fehlender Mut und schlechter Geradeauslauf verhindern

theoretische Tempi bis 180 km/h.

Wolle ist bescheiden. Obwohl seine Wespen

tatsächlich mit bis zu 50 PS aufgerüstet

sind. Aber die Höchstgeschwindigkeit von

180 km/h sei bei aller Liebe wirklich nur

theoretisch möglich, versichert er. Auch

so ein restaurierter und getunter Roller sei

selbst mit leistungsfähigen Bremsen und

neuem Blechkörper nicht dazu geeignet,

so ein Tempo zu realisieren. Das lasse schon

der Geradeauslauf nicht zu, der bereits bei

den Ur-Vespas bei wesentlich weniger

Tempo mehr als fragwürdig galt. Nee, er

baue seine Roller für Vespa-Fans und nicht

für Speed-Freaks.

Wolfgang Riehn, wie Wolle eigentlich

heißt, muss wahrlich keine Sorge haben,

mit seinen Produkten in die Prolltunerecke

gestellt zu werden. Denn was der Spezialist

im norddeutschen Bispingen an der

A7 auf die Räder stellt, ist vielmehr Kunst

als Krawall: Aus abgerockten Brot-und-

Butter-Vespas der Modellreihe PX aus den

1980ern macht er nach Kundenwunsch

starke Einzelstücke unter der Bezeichnung

„Superlow Series“, im Stil der 1960er

Jahre. Neben dem normalen Service und

dem Aufrüsten von originalen Rollern –

von beiden Tätigkeiten allein könnte er

in seinem niedersächsischen Nest nicht

leben – fußt sein Geschäft hauptsächlich

auf dem Komplettumbau der italienischen

Kultroller. Dafür bringt entweder der Kunde

eine alte Vespa und lässt sie inklusive Blech-

arbeiten von Grund auf neu aufbauen,

oder Wolle sucht bei ebay und anderen

einschlägigen Lieferanten alte Vespas und

baut sie nach seinen Vorstellungen oder

denen des Endkunden um und verkauft

sie als Fertigprodukt. Optisch hat der

Kunde die Wahl zwischen einer Neulackierung,

dem pseudorostigen „Vintage

Raw Style“, oder feinster neugesprayter

„Scheunenfundpatina“. Die von Wolle

besorgten Alt-Vespas liefern manchmal

fast nur Papiere und die Fahrgestellnummern.

Manchmal kann er aber auch die

Basis verwerten, denn Vespas bestehen

hauptsächlich aus selbstragenden Blechkarosserien.

Da „richten“ keine Option ist,

sollte sie so makellos wie möglich sein,

andernfalls bestellt Wolle bei Piaggio eine

nagelneue. Wo nötig – zum Beispiel für die

gekürzte Gabel, für gekürzte Dämpfer oder

für Scheibenbremsen – wird das Metall

neu geformt, geschnitten, angeschweißt,

verzinnt: „So wird eine ‚Superlow‘ draus

– sie liegt tiefer als der Serienroller und

kann damit die Mehr-Kraft gut verdauen.“

Wieviel PS der 51-jährige seinen Kunden

einbaut, wird von deren Mut und Solvenz

bestimmt. Riehn bietet Tuning auf 24, 26,

30, 34 und 50 PS an. „Mehr ginge zwar

auch, macht aber kaum Sinn, das wird dann

alles völlig unfahrbar,“ sagt der Experte.

100 Kilo Rollergewicht sind für 50 PS aus

dem Gebläse-gekühlten Einzylinder-Zweitakter

mindestens Peanuts, wenn nicht


DESIGN / REPORTAGE

BOLD THE MAGAZINE // 69

gar Fliegenschisse. „Schon bei 140 km/h

läuft so ein Roller längst nicht mehr geradeaus,“

weiß Wolle. Zwar ist so eine voll

gepowerte Superlow ein echtes Schätzchen,

aber kein Schnäppchen. Ist sie ausgerüstet

mit allem, was gut und teuer ist und

trägt die spezielle Rattenlackierung, kann

der Preis um die 20.000 Euro liegen. Dann

hat allerdings der Chef höchstselbst den

Rostlook gepinselt. „Und alleine für den

Auspuff aus lasergeschnittenem Metall,

den wir wie alles bis auf die normale

Lackierung selber herstellen, brauchen wir

50 Stunden Handarbeit,“ sagt Wolle mit

Stolz in der Stimme.

Das „Handwerk“ im besten Sinne durchzieht

auch Wolles bisheriges Leben. Um

in seinem Traumberuf als Rockbassist

gekonnt die vier Saiten zu zupfen, schmiss

er kurz vor dem Abschluss das Abi. Um

sich fit zu halten, spielte er Handball. Um

Geld zu verdienen (weil das mit dem Bass

spielen doch nicht so hinhaute), verdingte

er sich als Parkplatzwächter bei der Fachhochschule

für Fahrzeugbau in Hamburg.

Und weil ihm dort viel Langeweile begegnete,

kaufte er sich eine ausgelutschte

Vespa, die er auf dem Parkplatz nach

der „learning-by-doing“-Regel demontierte,

kapierte und rekonstruierte. „Bald

darauf gab es einen regelrechten Stammtisch

um das Parkplatzhäuschen, weil die

Studenten zum Benzingespräch kamen.

Später gaben sie ihre Zweiräder bei mir ab.

50 Mark für die Durchsicht plus nötige

Teile …“, erinnert sich Wolle. Ein schlecht

verheilter Handgelenkbruch verleidete

ihm letztlich Handball- und Bassspielen –

so blieb nur, aus dem Wespenhobby einen

Beruf zu machen. Ein Jahr erlernte er das

Schrauben, dann eröffnete er im Jahr 2000

in der Hamburger City den Acht-Quadratmeter-Laden

„Scooter & Service“: „Da

passten kaum zwei Kunden gleichzeitig

rein.“ Doch der Laden lief so gut, dass er

bald in einen größeren umziehen konnte

– mit Hebebühne, Prüfstand und einem

Angestellten. Trotz fehlender Ausbildung

bekam er für seine Arbeit eine behördliche

Ausnahmegenehmigung, absolvierte

die Meisterprüfung in aller Kürze mit „sehr

gut“ (ohne den Meisterbrief zu erhalten)

und darf jetzt sogar selber ausbilden.

Nach einem kurzen Versuch, eine Firma

in Spanien zu eröffnen, kehrte er nach

Deutschland zurück und schlug seine

Zelte, die hauptsächlich aus einer großen

Halle und viel Platz drumherum bestanden,

2017 in Bispingen auf. Mit Erfolg: Der Laden

läuft. Bislang haben er und seine inzwischen

vier Angestellten rund 50 Totalumbauten

auf die Räder gestellt. Natürlich alle

mit TÜV-Segen. Und weil Riehn nie nichts

tun kann, steht in seiner Werkstatt schon

ein halbfertiger Prototyp für seine nächste

Stufe des Vespa-Tunings – mit einem um

80 Millimeter verlängerten Radstand, was

hauptsächlich dem oft gescholtenen Geradeauslauf

zugute kommen soll. Vielleicht

traut sich dann jemand, mit so einer Vespa

reloaded 2.0 auch 180 km/h zu fahren.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.scooter-and-service.de


70 // BOLD THE MAGAZINE MOTION / PEUGEOT

KÜHN

UND GEWAGT

PEUGEOT

AUTOR: N. DEXTER / FOTOGRAF: M. HEIMBACH

Bei sommerlichen 33 Grad landen wir in

Lissabon (Portugal). Wir haben hier die

exklusive Möglichkeit, den brandneuen

Peugeot e-208 zu fahren – das „e“ steht für

Elektromotor! Was uns zunächst auffällt,

ist das hochwertig anmutende Äußere

und Innere des PSA-Bestsellers. Der

Kleinwagen wurde an das Sport-Coupé

508 angelehnt, glänzt mit Assistenzsystemen

aus höheren Segmenten und zeigt

seinen futuristischen Charakter im digitalen

Kombiinstrument mit 3D-Effekt. In

der Ausstattungslinie GT und den hochwertig

ausgearbeiteten 17-Zoll-Felgen

wirkt die ganzheitlich klare Linienführung

im Exterieur modern und ansprechend.

Der neue 208 kommt in diversen Motorisierungsvarianten

und ist auch als Diesel

und Benziner erhältlich. Allerdings gefällt

uns die „e“-Variante, nebst passendem

Peugeot-Mountainbike, am besten.

Der neue 208 ist in fünf Ausstattungslinien

erhältlich: Like, Active, Allure, GT Line und

GT. Die Linie GT ist hierbei dem Peugeot

e-208 und die Linie Like ausschließlich

Modellen mit Verbrennungsmotor

vorbehalten. Der 1,2 Liter PureTech-Benziner

bringt leistungstechnisch je nach

Motorisierung 75 bis 131 PS an den Start.

Der BlueHDI Diesel 102 PS. Unser e-208

ist mit seinen 136 PS wirklich gut motorisiert

und bringt uns mit einer angenehmen

Ruhe und Entspannung und vor

allem guten Gewissens zur portugiesischen

Atlantik-Küste. Die drei Fahrmodi:

Eco (optimierte Reichweite), Normal

(besten Komfort) und Sport (Höchstleistung)

beschleunigen das Elektrofahrzeug

von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden.

Das sollte aber insbesondere für den

angepeilten Nutzen als Stadtauto vollkommen

ausreichen. Die 50 kWh Batterie

bringt den Peugeot e-208 ganze 340 Kilometer

weit, bevor das erneute Aufladen

notwendig wird. Bei einer verstärkten

Steckdose beträgt die Ladezeit 16,5

Stunden um die Batterie 100 Prozent

zu laden, was im Alltag bei typischen

Stadtentfernungen kaum notwendig

ist, zum Beispiel bei der Fahrt zur Arbeit

oder zum Einkaufen – was die notwenige

Wartezeit fürs Laden, natürlich um ein

Vielfaches verkürzt.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.peugeot.de


MOTION / PEUGEOT

BOLD THE MAGAZINE // 71


SPIRIT OF AMAROK

OFFROAD WELTMEISTERSCHAFT

IN SÜDAFRIKA

AUTOR: M. MAI / FOTOGRAF: S. LINDLOFF


MOTION / SPIRIT OF AMAROK

BOLD THE MAGAZINE // 75

Seit 2004 messen Amateurfahrer ihr

Können im freien Gelände in Sachen

Geschicklichkeit und Geschwindigkeit

beim mehrtägigen Finale in Afrika, seit

2010 fahren alle Teilnehmer Amarok.

Eingewiesen werden die Teams – wie

immer – vom Erfinder des „Spirit“, der

südafrikanischen Rennfahrlegende Sarel

van der Merwe, und seinem Team aus

Marshalls. Erstmals mussten 2019 alle

Nationen die verschiedenen Technikund

Speed-Trails mit Rechts- und Linkslenker-Amarok

absolvieren, und das

Gelände war diesmal für alle Teilnehmer

Neuland.

2019 nahmen Teams aus neun verschiedenen

Nationen an der internationalen

Spirit of Amarok in Brandfort – nahe

Bloemfontein, im Freistaat der südafrikanischen

Republik – teil. 18 Teams,

18 Amarok und jede Menge Offroad-

Geschick: Zusammen mit je zwei

weiteren Amateur-Teams aus Südafrika,

Australien, Russland, Taiwan, Dänemark,

der Tschechischen Republik sowie

Namibia und Botswana ging es auch

für die beiden deutschen Zweier-Teams

um die Offroad-Krone bei der Amarok-

Challenge. Deutsche Teams waren nun

zum dritten Mal seit 2017 dabei und

konnten dieses Jahr mit ihrem gemeinsamen

dritten Platz in der Nationenwertung

erstmals aufs Siegerpodest

vorfahren. 2018 hatte es für die Deutschen

nur zu Platz sechs gereicht.

Besondere Mühe hatte man sich bei der

Vorbereitung der einzelnen Sektionen

gegeben, sie waren sowohl anspruchsvoller

als auch attraktiver als in den

Vorjahren. Auf dem Programm standen

unter anderem High-Speed-Prüfungen,

knifflige Schlammpassagen und verwinkelte

Trialstrecken sowie als Highlight

eine mit schwerem Baugerät ausgehobene

Mondlandschaft mit spektakulären

Steigungen und tiefen Gräben. Der Wettbewerb

fand in diesem Jahr ausschließlich

innerhalb einer einzigen Farm statt,

einem sogenannten „Game Reserve“

mit touristischer Infrastruktur, was dem

beschworenen „Spirit” tatsächlich zugute

kam. Dabei muss man das mit der Farm

unter südafrikanischen, nicht europäischen

Maßstäben verstehen, denn vom

einen Ende zum anderen zu gelangen,

kann schon einmal einige Stunden

dauern.

Die Einzelwertungen entschieden klar

die beiden südafrikanischen Teams:

Erster Platz für Christiaan und Pikke

Otto (2.024 Punkte); Drittplatzierte sind

Ferdie Pretorius und Johan du Toit (1.800

Punkte). Auf Platz zwei konnten sich

die Dänen Jesper und Søren Markussen

(1.929 Punkte) dazwischen schieben.

Platz vier ging an die bis dato bestplatzierten

Deutschen Norman Nielsen

und Stefan Dietz (1.724 Punkte) aus der

Umgebung von Flensburg.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de


76 // BOLD THE MAGAZINE MOTION / MAZDA

PERFEKT

ABGESTIMMT

MAZDA 3

AUTOR: J. M. BRAIN / FOTOGRAF: D. SCHAPER

Emotionales Design, meisterhafte Verarbeitung

und effiziente Antriebstechnik mit

Mild-Hybrid zielen auf maximalen Spaß

beim Autofahren. Der neue Mazda 3 startet

jetzt mit Skyactiv-X. Als erstes Fahrzeug

einer komplett neuen Modellgeneration

übernimmt der Mazda 3 die weiterentwickelte

Kodo Designsprache, die sich an der

japanischen Ästhetik von Schönheit durch

Reduktion orientiert. Durch das Weglassen

überflüssiger Elemente entsteht eine

wohlproportionierte Karosserieform,

deren Oberfläche durch das Zusammenspiel

von Licht und Schatten beinahe

lebendig wirkt. Zwei Karosserievarianten

stehen zur Wahl, die jeweils einen eigenständigen

Designcharakter zeigen: sportlich

und emotional der Fünftürer, elegant

und edel der viertürige Sedan. Exklusiv für

den Fünftürer wurde außerdem der neue

Farbton Polymetal Grau Metallic entwickelt.

Die Mischung von metallischen Partikeln

mit lichtundurchlässigen Pigmenten

erzeugt einen Farbklang, der sich je nach

Lichteinfall ändert.

den Mazda momentan im Programm hat.

Hier vereint man das Beste zweier Welten:

das breite Drehzahlband und die Beschleunigungswerte

eines konventionell per

Zündkerze zündenden Benziners, mit der

Effizienz eines selbstzündenden Dieselmotors.

Der Skyactiv-X Motor leistet 180

PS bei einem maximalen Drehmoment

von 224 Nm und schafft Verbrauchswerte

ab 4,3 l/100km und einen CO 2

-Ausstoß ab

96 g/km, beides gemessen nach NEFZ (5,4

l/100 km Durchschnittsverbrauch bzw.122

g/km CO 2

Emissionen nach WLTP). Von

0 auf 100 beschleunigt der Mazda 3 mit

Skyactiv-X Motor in 8,2 Sekunden. Serienmäßig

ist der Skyactiv-X180 an ein Sechsgang-Schaltgetriebe

gekoppelt oder optional

als Sechsstufen-Automatik erhältlich.

Der Mazda 3 Skyactiv-X verfügt, ebenso

wie der kleinere konventionelle G122-Benziner,

über ein Mild-Hybrid-System, das

den Motor unterstützt, indem ein 24-Volt-

Lithium-Ionen-Akku die umgewandelte

Bremsenergie speichert.

Mit Mazda Skyactiv-X ist der weltweit erste

serienreife Benzinmotor mit Kompressionszündung

gemeint: Er leistet 180 PS, ist

aber gleichzeitig der effizienteste Motor,

WEITERE INFORMATIONEN:

www.mazda.de


MOTION / MAZDA

BOLD THE MAGAZINE // 77


SO VIEL STIL

WIE NOCH NIE

FIAT PANDA

TRUSSARDI

AUTORIN: Z. KHAWARY / FOTOGRAF: C. PAUL


80 // BOLD THE MAGAZINE MOTION / FIAT


MOTION / FIAT

BOLD THE MAGAZINE // 81

Der Fiat Panda betritt die Welt der Mode:

Beim neuen Fiat Panda Trussardi kooperieren

zwei Ikonen italienischer Handwerkskunst.

Zum ersten Mal überhaupt

entstand ein Modell dieser Baureihe in

Zusammenarbeit mit einem Modelabel.

Zusätzlich zur Funktionalität, mit der sich

der Fiat Panda europaweit die Herzen

des Publikums erobert hat, trägt das vielseitige

Fahrzeug nun auch den urbanen

Stil von Trussardi.

„Der Fiat Panda ist seit 39 Jahren ein

Erfolg, in Italien seit sechs Jahren sogar

die Nummer 1 und seit 2003 europaweit

das meistverkaufte City-Car. Insgesamt

haben wir inzwischen mehr als

7,5 Millionen Stück produziert, rund

fünf Millionen davon sind noch immer

auf der Straße“, sagt Olivier François

(Markenchef von Fiat), und führt weiter

aus: „Der Fiat Panda hat darüber hinaus

zahlreiche Meilensteine gesetzt. Er war

das erste City-Car mit Vierradantrieb, das

erste City-Car mit Automatikgetriebe,

das erste urbane SUV, und hat am Mount

Everest einen Höhenrekord erreicht.

Jetzt präsentieren wir die erste Luxusversion

des Fiat Panda – den Fiat Panda

Trussardi.“

Wir sagen: ein schicker Flitzer mit Mehrwert,

viel Platz und einem coolen Look.

Tomaso Trussardi, CEO Trussardi, ergänzt:

„Trussardi war die erste italienische

Marke, die Mode einem breiten Publikum

näher gebracht hat, unter anderem mit

Modeschauen auf öffentlichen Plätzen.

Wir haben immer Produkte mit einem

einzigartigen Design kreiert, die Vision

unserer Marke ist offen und facettenreich.

Jetzt trägt der Fiat Panda den Stil

von Trussardi, er wird zum modernen

und funktionellen Fahrzeug mit großer

Aufmerksamkeit für Details.“

Trussardi hat seine Wurzeln in der Fertigung

von Lederwaren und Handschuhen,

entwickelte sich im Laufe der

Zeit zu einer Lifestyle-Marke. Trussardi

war das erste Unternehmen, das Shows

mit Konfektionsmode, sogenannter Prêtà-Porter-Mode,

vor großem Publikum

veranstaltete. Damit erreichte Trussardi

genau die Menschen, die auch Fahrzeuge

von Fiat im Alltag verwenden.

Der neue Fiat Panda Trussardi ist für

den alltäglichen Gebrauch konstruiert,

perfekt für alle erdenklichen Anforderungen

und Situationen. Er ist das ideale

Auto für Kunden, die ein exklusives

City-Car suchen, das die Mobilitätsanforderungen

moderner Familien erfüllt.

Der neue Fiat Panda Trussardi basiert auf

der Karosserievariante Cross, die eine

perfekte Kombination aus Offroad-Robustheit,

urbanem Stil und dem geringen

Platzbedarf eines City-Cars verkörpert.

Angetrieben wird der Neue von einem

Vierzylinder 1.2 8V mit einer Leistung

von 51 kW (69 PS).

WEITERE INFORMATIONEN:

www.fiat.de


UNIQUE

AND HANDMADE

RIVIÈRA MAISON

AUTORIN: Z. KHAWARY


COOL STUFF / BEGEHRENSWERT BOLD THE MAGAZINE // 85

In einer Welt, in der vieles maschinell hergestellt wird, hat es sich Rivièra Maison zur

Aufgabe gemacht, auf Handarbeit zu setzen. Jeder Artikel wird mit großer Leidenschaft

hergestellt, dabei gleicht keiner dem anderen, und so nennt man diese Produkte hier liebevoll:

Perfectly Imperfect!


88 // BOLD THE MAGAZINE

COOL STUFF / BEGEHRENSWERT

„Exklusivität ist für uns möglich, da wir die gesamte Kollektion – immerhin über 3.000

Artikel – selbst entwerfen.“ Inspiration und Ideen hat der „Mann hinter Rivièra Maison“,

Henk Teunissen, in Hülle und Fülle. Er findet sie nicht nur in den großen Weltstädten,

sondern auch in ländlichen Umgebungen wie der Provence. Wir sagen, reinschauen lohnt:

www. rivieramaison.de


90 // BOLD THE MAGAZINE IMPRINT

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ISSN 2192-9378

M. Kuhlmey

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K. Specht, E. Briest, D. Schaper,

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