2019/45 - 70 Jahre Hohenzollerische Zeitung

suedwest.presse

1949 – 2019:

JAHRE


Johanna Röh,

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70 Jahre

3

Editorial

Unsere Aufgabe, unsere Pflicht

und unsere Leidenschaft

Wer eine Zeitungsseite umblättert, erzeugt

eine zusammenhängende Kette

von Geräuschen. Das Rascheln beginnt

beim Anfassen des Papiers und endet

erst wieder, wenn der Falz glattgestrichen

wird. So war das all die Jahre, im Falle der

Hohenzollerischen Zeitung sind es nun

exakt 70.

Erstmals erschien die HZ als Nachfolger

des viel älteren „Zoller“ am 5. November

1949. Sie mischt sich seitdem ein ins gesellschaftliche

und politische Leben des

Hohenzollerischen, das einst bekannt

war vor allem für seine leistungsstarke

Textilindustrie. Längst haben sich Hechingen,

Burladingen, Haigerloch, Bisingen,

Rangendingen, Grosselfingen und

Jungingen gewandelt. Die selbstbewussten

Kommunen sind ein Zentrum für

Medizintechnik und Feinmechanik geworden

und können ebenso bauen auf

Unternehmen, die der Bekleidungsherstellung

treu geblieben sind. Begleitet

werden die Menschen im Hohenzollerischen

nun seit 70 Jahren von einer Zeitung,

die eins mit ihnen ist und die das

Wort für sie ergreift. Wer sich so einmischen

möchte, darf und kann dies nicht

im Verborgenen tun. Wie auch das Lesen

auf Papier erzeugen journalistische Recherche,

beharrliches Nachfragen und

kritische Kommentare ein permanentes

Hintergrundrauschen. Als seriöse und

unabhängige Tageszeitung sind wir gerne

überall dabei. Weil es unser Job ist, unsere

Aufgabe, unsere Pflicht und unsere

Leidenschaft. Wir wollen wissen, warum

die Dinge so sind, wie sie sind, und wir

teilen unser Wissen gerne mit Ihnen, unseren

Leserinnen und Lesern.

Dazu benötigen wir ein starkes Team. Wir

brauchen Redakteurinnen und Redakteure,

die sich auf ein Arbeitsleben ohne

pünktlichen Feierabend eingelassen

haben und sich Tag für Tag neuen Themen

und mitunter auch intellektuellen

Herausforderungen stellen. Denn heute

müssen sie Experte in Haushaltsrecht

sein, morgen schreiben sie über gesundheitliche

Auswirkungen von Feinstaub,

und kaum ein Tag, der dem anderen

gleicht. Die HZ versteht sich als Lokalzeitung

durch und durch und baut seit

ebenfalls 70 Jahren auf die Zusammenarbeit

mit der auflagenstärksten Zeitungsgruppe

Baden-Württembergs, der

SÜDWEST PRESSE mit Sitz in Ulm und

Korrespondentenbüros in Stuttgart und

Berlin. Die HZ, das darf mit Stolz erwähnt

werden, hat 1949 zu den Mitbegründern

dieses erfolgreichen Verbunds gehört.

Doch was wäre eine Zeitung, bestünde

sie nur aus der Redaktion? Sie wäre um

exakt jene Informationen ärmer, die auf

den Anzeigenseiten zu finden sind. Vor

allem: Sie würde den Großteil der Leser

nie erreichen. Dazu braucht es Austräger,

die auch Wind und Wetter nicht scheuen,

es braucht die Kolleginnen und Kollegen

der Druckvorstufe, an den Rotationsmaschinen,

im Kundenservice-Center und

von der Anzeigenabteilung. Zeitungsproduktion

ist eine Tages- und Nachtaufgabe,

denn wenn das letzte Exemplar gerade

im Briefkasten landet, beginnen die

Online-Kollegen schon wieder damit, die

neuen Meldungen fürs Internet vorzubereiten.

Das gab es freilich vor 70 Jahren

noch nicht. Die damals junge Bundesrepublik

Deutschland steuerte auf

ein nie erwartetes Wirtschaftswunder zu,

auf aufbegehrende Studenten Ende der

1960er Jahre, auf die Mondlandung, auf

die ersten Ölkrisen und Sonntagsfahrverbote,

auf die zwei Mal jährliche Zeitumstellung,

auf den Mauerfall und auf den

Sieg bei vier Fußballweltmeisterschaften.

Über all die Jahre hinweg ist die HZ die

Zeitung für Hohenzollern geblieben.

Auch nach der Kreisreform, als der Altkreis

Hechingen im Zollernalbkreis aufgegangen

ist. Es ist gut, dass es bis heute

eine Zeitung gibt, die ihr Herz bei den

Menschen in Hohenzollern hat, aber

das große Ganze, also den Landkreis,

aber auch die Region Neckar-Alb, trotzdem

im Blick behält. Die HZ berichtet

über die großen und ebenso die kleineren

Dinge seriös, aber auch unterhaltend,

spannend und hoffentlich nie belehrend.

Selbstredend nicht allein in Papierform,

Ihre Zeitung können Sie auch als E-Paper

lesen. Dann raschelt es nicht mehr beim

Umblättern, aber Sie können sicher sein:

Auch künftig ist von Ihrer Hohenzollerischen

Zeitung viel zu hören. Und noch

mehr zu lesen.

Thomas Scherf-Clavel

Geschäftsführer

JAHRE


4 70 Jahre

Inhaltsverzeichnis

Ein Fels in der Informationsbrandung ... 5

HZ-Redaktionsleiter Ernst Klett zum Stellenwert der regionalen Tageszeitung

Die HZ – das sind wir ... 6

Die Abteilungen im Bild

Grußworte von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz und Landrat Günther-Martin Pauli ... 8

Grußwort von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ... 9

Phönix aus der Asche ... 11

Die Gründung der HZ steht für die Wiedergeburt der freien Presse nach der Diktatur

Das Jahr, in dem alles besser wurde ... 14

Hechingen im Jahr 1949 – ein Gastbeitrag von Stadtarchivar Thomas Jauch

Grußworte der Bürgermeister Philipp Hahn und Harry Frick ... 17

Das Tempo nimmt zu ... 18

Journalismus im digitalen Zeitalter von Instagram, Facebook, Twitter und Co.

Die HZ als Medienpartner ... 22

Ob Sport, Kultur oder Berufswahl – die Zeitung für Hohenzollern ist eine Stütze

Die HZ bildet und tut Gutes … 23

Eine feste Größe im Jahreslauf: Unsere Projekte „Wir lesen“ und „Gute Taten“

Geliebtes „Fulltime-Hobby“ … 24

Kino-Betreiber Ralf Merkel und die HZ sind einander seit Jahrzehnten verbunden

Zur Nachfolge in vierter Generation bereit … 26

Bonita und Wolfgang Grupp jr. über Trigema, Zeitungen und Burladingen

Vom Zoller in die Welt … 28

Ein Gastbeitrag der ARD-Nordamerika-Korrespondentin Claudia Buckenmaier

Einbruch, Erdbeben und Königssärge … 30

Ein Streifzug durch 70 von 1000 bewegten Jahren auf der Burg Hohenzollern

Die Rebellen aus Bisingen … 32

„Rebellious Spirit“ standen – unterstützt von der HZ – schon auf großen Bühnen

Grußworte der Bürgermeister Roman Waizenegger und Franz Josef Möller … 33

Grußworte der Bürgermeister Dr. Heinrich Götz und Johann Widmaier … 35

Mit dem „Schlössle“ auf Zeitreise … 36

Wie ein historisches Gebäude aufregende Schlagzeilen schreibt

James Bond auf Zollerisch … 38

Die Spionagechefs Markus Wolf und Klaus Kinkel waren beide Gäste der HZ

IMPRESSUM

Verlag & Herausgeber: Hohenzollerische Zeitung GmbH + Co. KG, Frauengartenstraße 6, 72379 Hechingen, Telefon 07471 9315-0; Anzeigen/Objektleitung: Tim Hager (verantwortlich), Anschrift wie Verlag; Redaktion:

Ernst Klett (verantwortlich), Anschrift wie Verlag; Titelgestaltung: SWP Mediaservice GmbH; Titelfoto (groß): Thomas Kiehl; Titelfotos (klein): SWP-Archiv; Druck: Druckzentrum Neckar-Alb, Ferdinand-Lassalle-Straße

51, 72770 Reutlingen; Datenschutzbeauftragter: datenschutz@swp.de November 2019


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70 Jahre

Ein Fels in der Informationsbrandung

Zum Stellenwert der regionalen Tageszeitung – anno 1949 und 70 Jahre danach

5

Immer diese Jubiläen! Das

ganze Jahr über wird gefeiert,

zurück- und vorausgeschaut.

Aus der stattlichen

Menge an runden Jahrestagen

ragt, wir sind nicht ganz unbescheiden,

einer heraus: Die HZ

hat 70 Kerzen auf der Geburtstagstorte!

Aber nur keine Angst,

liebe Leserinnen und Leser, es

erwartet Sie jetzt kein kalorienreiches

Stück Selbstbeweihräucherung.

Wir wollen unseren

Siebziger im Gegenteil dazu

nutzen, um Ihnen zu danken

für Ihre Treue und Ihnen mit

dieser Sonderbeilage eine

schöne Extraportion Lesevergnügen

bereiten.

Zugegeben: Stolz sind wir

schon auf diese sieben Jahrzehnte,

und deshalb lassen wir

uns, eitel wie man halt doch ist,

auch gern gratulieren. Die

Grußworte zum 70. Ehrentag

der HZ zeigen eindrücklich auf,

dass eine Lokal- und Regionalzeitung

in der heutigen Informationsschwemme

ganz besonders

gebraucht wird. Wo kämen

wir alle hin, wenn wir uns

nur noch auf die gedankenlos

ins Netz gestellten Pseudonachrichten

verlassen müssten?

Nein, es braucht einen Fels in

der Informationsbrandung, auf

den man seit Jahr und Tag

Heute wichtiger

denn je: Mutiger

Journalismus

bauen kann und auf den unbedingt

Verlass ist. Das garantiert

Ihnen eine erfahrene und engagierte

Mannschaft aus Redakteurinnen

und Redakteuren,

die, und das ist bemerkenswert

im Zeitungsgeschäft, der HZ

teilweise schon seit Jahrzehnten

ihre Arbeitskraft zur Verfügung

stellt. An dieser Stelle genauso

zu würdigen: Unser fleißiges

Team der Freien Mitarbeiter,

ohne die es keine Zeitung

geben würde und die zu großen

Teilen gleichfalls seit vielen

Jahren dazu beitragen, dass

die HZ so eine engstens mit ihr

verbundene Leserschaft hat.

Darf es noch ein kleines

Stückle Eigenlob sein? Ihre Hohenzollerische

gehört zu den

wenigen Zeitungen, deren Auflage,

ob gedruckt oder elektronisch,

rekordverdächtig stabil

ist und sich gegen den Trend

stemmt. Dafür sorgen die traditionelle

Papierausgabe inklusive

der elektronischen Version

für die ausführlichen Nachrichten

und Hintergründe und genauso

die rund um die Uhr verfügbaren

Online-Nachrichten.

Seit 70 Jahren steht die HZ

für sauber recherchierte Berichte.

Wir informieren umfassend

über die großen und

ebenso die vermeintlich kleineren

Dinge im Hohenzollerischen

und im Zollernalbkreis,

schauen aber genauso in die

ganze Region Neckar-Alb.

Immer nur Nachrichten?

Nicht doch. Das Bunte und Unterhaltende

mögen wir nicht

weniger – und unsere Leserschaft

schließt sich dem stets

an. Ebenso beliebt: Kommentare

und Kolumnen! Die sollen

immer eine Orientierungshilfe

sein, da wird keine Meinung

aufgedrängt. Aber wir zeigen

damit Haltung. Nicht eine bestimmte.

Sondern die Überzeugung,

dass umfassend informierte

Menschen besser mit

den Herausforderungen ihrer

Zeit zurechtkommen. Das war

1949 so, und das ist 2019 weiterhin

angesagt. Wenn wir's recht

überlegen: Heute ist aufrichtiger

und mutiger Journalismus

noch wichtiger als damals.

Die HZ bleibt dran. Bleiben

Sie uns auch weiterhin treu. Darauf

ein extra großes Stück Geburtstagstorte!

Ernst Klett, Redaktionsleiter

Ernst Klett ist seit langer Zeit bei der Hohenzollerischen Zeitung – und

seit 2012 Redaktionsleiter.

Foto: Thomas Kiehl

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6 70 Jahre

Die HZ – das sind wir

Am Konferenztisch in der Frauengartenstraße 6: die HZ-Redaktion mit (von links) Sabine Hegele, Matthias Badura, Andrea Spatzal, Gisela Lacher (Sekretariat), Redaktionsleiter Ernst

Klett, Petra Hoch (Sekretariat), Hardy Kromer, Stephanie Apelt und Melanie Steitz.

Foto: Michaela Walz

Ganz weit vorne in Sachen Kundenservice: Gabriele Widmaier (links) und Regine Strobel. Foto: Hardy Kromer Er hat die Zahlen im Blick: HZ-Verlagsleiter Tim Hager. Foto: Thomas Kiehl

Aus dem Steinlachtal ins Hohenzollerische: Timo Möck ist Teamleiter

Anzeigen der HZ.

Foto: Hardy Kromer

Immer gut drauf – die Mediaberaterinnen der HZ (von links): Nicole Konstanzer, Anja Blickle, Michaela Walz

und Ingrid Burger.

Foto: Thomas Kiehl


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8 70 Jahre

GRUSSWORTE · STAATSMINISTERIN ANNETTE WIDMANN-MAUZ

Schützenswertes Kulturgut

Fundierte Recherche ist auch 2019 unverzichtbar

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der

Hohenzollerischen Zeitung,

mit Zoller-Silhouette und Hechinger

Stadtwappen im Titelkopf

– mit dieser Aufmachung

erschien vor 70 Jahren die erste

Ausgabe der HZ. Ob Amtliches,

Freudiges oder Trauriges – wer

wissen will, was rund um den

Zoller und auf der ganzen Welt

geschieht, für den ist der tägliche

Blick in die HZ unentbehrlich.

Dabei ist eine freie und kritische

Berichterstattung angesichts

der bewegten Geschichte

der HZ keine Selbstverständlichkeit.

In der Weimarer

Republik verboten die Nationalsozialisten

das von Verleger

und Zentrumspolitiker August

Pretzl gegründete Blatt „Der

Zoller“. Nach dem Krieg wurde

die Zeitung dann 1949 unter ihrem

heutigen Namen wiedergegründet

und setzte damit ihre

demokratische und unabhängige

Tradition fort.

Freie Medien sind ein wesentliches

Element unserer demokratischen

Ordnung. In einer

pluralisierten Gesellschaft,

Die Staatsministerin für Integration,

Annette Widmann-Mauz,

gratuliert der HZ zum 70.

die nicht nur von Populisten herausgefordert

wird, sind sie ein

besonders schützenswertes

Kulturgut. Unser Grundgesetz,

das dieses Jahr ebenfalls seinen

70. Geburtstag feiert, verpflichtet

uns, für Meinungsfreiheit,

einen respektvollen Umgang

miteinander und einen zivilisierten

Austausch von Standpunkten

einzustehen. Gerade

in Zeiten fortschreitender Digitalisierung

und einer schier unfassbaren

Datenflut darf Aktualität

nicht das einzige Qualitätsmerkmal

guter Information

sein. Die Zuverlässigkeit und

fundierte Recherche des gedruckten

Wortes sind deshalb

auch 2019 unverzichtbar. Der

HZ-Verlagsleitung, Redaktion,

Geschäftsstelle, dem Vertrieb

und allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern wünsche ich,

dass sie weiterhin das Interesse

ihrer Leserschaft treffen und

freue mich auch in Zukunft auf

eine interessante, faire und objektiv-kritische

Berichterstattung.

Meine herzlichen Glückwünsche

zu 70 Jahre Hohenzollerische

Zeitung!

Ihre Annette Widmann-Mauz

LANDRAT GÜNTHER-MARTIN PAULI

Etwas ganz Besonderes

Tägliche Zeitungslektüre hat einen hohen Stellenwert

In die Lokalzeitung zu

schauen lohnt sich und ist

sicherlich nicht nur für

meine Generation ein tägliches

Ritual. Sie informiert über

große politische Entscheidungen,

über Krisen und Konflikte

in unserer Welt. Die Lokalzeitung

ist für uns etwas ganz Besonderes:

Sie berichtet über die

kleinen und großen Dinge vor

Ort. Die Hohenzollerische Zeitung

gehört hier dazu. Sie kommentiert,

analysiert und kritisiert

seit 70 Jahren über unsere

Heimat. Zu diesem Jubiläum

gratulieren wir herzlich.

Entscheidungen im Ortschafts-

und Gemeinderat oder

Kreistag, lokale Geschehnisse

und Ereignisse, die das gesellschaftliche

Leben betreffen –

von Fußballergebnissen, Vereinsfesten

bis hin zu Todesnachrichten

– finden in der Hohenzollerischen

Zeitung ihren

Platz. Dabei ist die HZ nah bei

den Menschen und ihren ganz

unterschiedlichen Interessen.

Sie präsentiert vor allem die

Raumschaft Hechingen.

Die tägliche Zeitungslektüre

– ob in Print oder digital – ist

für viele unverzichtbar sowie

wertvoll und besitzt heute wie

zukünftig einen hohen Stellenwert

in unserer Gesellschaft.

Sie stellt politische Entscheidungen

und alle weiteren Nachrichten

objektiv dar, macht sie

transparent sowie nachlesbar

und gibt gleichzeitig wichtige

Denkanstöße. In Zeiten von zunehmender

polarisierender

Meinungsverbreitung auf sozialen

Medien ist sie ein wichtiger,

seriöser und fester Bestandteil

der neutralen Berichterstattung.

Die HZ trägt zur Meinungsbildung

und zur freien,

Günther-

Martin Pauli,

Landrat des

Zollernalbkreises,

liest

die Lokalzeitung

täglich.

unabhängigen und kontinuierlichen

Information bei. Dafür

danken wir dem Verlag sowie allen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

in der Redaktion und

Verwaltung.

Wir wünschen der HZ, dass

sie noch lange ein informativer

Wegbegleiter für uns sein und

weiterhin die ganz unterschiedlichen

demokratischen Prozesse

begleiten und moderieren

wird. Alles Gute!

Günther-Martin Pauli, Landrat

Modern, aktuell und gut für Hechingen

(93) und

(1)

gratulieren der

(70)

Hechingen

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70 Jahre

9

GRUSSWORTE · WIRTSCHAFTSMINISTERIN DR. NICOLE HOFFMEISTER-KRAUT

Die Mischung aus Print und digital macht’s

Mit Qualitätsjournalismus haben die regionalen Zeitungen große Zukunftschancen

Das Jahr 1949 war der Beginn

der Demokratisierung

in Deutschland

nach dem Zweiten Weltkrieg.

Als eine der ersten Zeitungen

im demokratischen Deutschland

leistete die „Hohenzollerische

Zeitung“ in Hechingen damals

einen großen Beitrag zur

Stabilisierung der jungen deutschen

Demokratie sowie zur

Entwicklung einer vielfältigen

Presselandschaft.

Heute behauptet sich die

Hohenzollerische Zeitung“ in

einem äußerst schwierigen Umfeld

für Print-Zeitungen. Die

Reichweite der reinen Printprodukte

sinkt auch in Baden-

Württemberg kontinuierlich.

Immer häufiger nutzen Menschen

andere Medien und Kanäle,

um sich zu informieren.

Gleichzeitig haben noch nie

so viele Menschen Zeitungsinhalte

genutzt wie heute: Insgesamt

81,3 Prozent der deutschsprachigen

Bevölkerung ab 14

Jahren in Baden-Württemberg

nutzten nach Informationen

des Verbands Südwestdeutscher

Zeitungsverleger im Jahr

2018 regelmäßig die gedruckten

und digitalen Angebote der

regionalen Abozeitungen. In

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sieht regionale Zeitungen

gut aufgestellt, wenn sie auf Qualität und auf einen Mix aus Print und digital setzen. Foto: Martin Stollberg

der Altersgruppe 14 bis 29

Jahre erreichte eine Kombination

von gedruckter und digitaler

Ausgabe im Jahr 2018 in Baden-Württemberg

1,1 Millionen

mehr Leser als reine Printausgaben.

Und hier liegen auch die großen

Chancen der regionalen

Zeitungen für die Zukunft: Mit

Qualitätsjournalismus sowie

Print- und Digitalangeboten

können neue Leserschichten erreicht

werden. Die Kooperation

der „Hohenzollerischen

Zeitung“ mit der Südwest

Presse, in der 20 Zeitungstitel

zusammengeschlossen sind,

kann nicht nur dazu dienen,

bei Druck und Vertrieb der Zeitungen

zusammenzuarbeiten

und Synergien zu nutzen. Vielmehr

können gemeinsame digitale

Angebote entwickelt und

damit neue Leser für die Zukunft

gewonnen werden. Die

Digitalisierung der Medienwelt

birgt aber auch die Gefahr, dass

Zeitungsinhalte unentgeltlich

weiterverbreitet werden. Ich begrüße

es daher sehr, dass der

Rat der Europäischen Union

die EU-Urheberrechtsreform

im April 2019 nach intensiven

Diskussionen endlich angenommen

hat. Für mich ist dies

ein wichtiger Beitrag, um die

Zukunft der qualitativ hochwertigen

Zeitungen und Verlage

langfristig zu sichern. Der deutsche

Gesetzgeber hat nun zwei

Jahre Zeit, die Reform in nationales

Recht umzusetzen.

Eine kluge Umsetzung der

EU-Urheberrechtsreform wird

dazu beitragen, dass lokale Zeitungen

weiter erfolgreich sein

können. Ich bin überzeugt,

dass die „Hohenzollerische Zeitung

– wie vor 70 Jahren zur

Demokratisierung der deutschen

Bevölkerung – auch in

Zukunft einen großen Beitrag

zur seriösen und unabhängigen

Informationsverbreitung

und Meinungsbildung leisten

kann und wird. Ich wünsche

ihr dabei viel Erfolg.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

MdL, Ministerin für Wirtschaft,

Arbeit und Wohnungsbau des

Landes Baden-Württemberg

Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag !


10 70 Jahre

Dazwischen liegen 70 Jahre: die erste Hohenzollerische Zeitung vom 5. November 1949 und eine HZ aus dem Herbst 2019.

Foto: Hardy Kromer

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70 Jahre

11

Phönix aus der Asche

Die Gründung der HZ steht für die Wiedergeburt der freien Presse nach der Diktatur

Jung war die Republik, prekär

nach wie vor die weltpolitische

und die wirtschaftliche

Lage, frisch aber die wiedererlangte

Freiheit und groß der

Hunger nach Informationen,

die eine freie, unabhängige

Presse liefern kann. Und so

dürfte es in und um Hechingen

als gute Nachricht angekommen

sein, was August Pretzl am

5. November 1949 „an die Leser

„... geht mit dem

heutigen Tage in

Erfüllung“

und Leserinnen in Stadt und

Land“ kundtat: „Ein in den letzten

Jahren immer wieder einmütig

laut gewordener

Wunsch, wieder eine Hohenzollerische

Zeitung besitzen zu

können, geht mit dem heutigen

Tage in Erfüllung.“

Es war die Geburtsstunde

der Hohenzollerischen Zeitung

unter diesem Namen. Dreimal

in der Woche – montags, mittwochs

und samstags – sollte sie

zunächst erscheinen. Davor waren

die Zeitungsleser im Altkreis

Hechingen von dem in Tübingen

erscheinenden Schwäbischen

Tagblatt mit einem Lokalteil

unter der Rubrik „Unsere

hohenzollerische Heimat“ versorgt

worden. Das „Tagblatt“

hatte im Herbst 1945 von den

französischen Besatzern die Lizenz

erhalten, eine Zeitung für

Südwürttemberg und Hohenzollern

herauszugeben.

August Pretzl war prädestiniert,

die neue Ära der Meinungs-

und Pressefreiheit nach

dem Zweiten Weltkrieg in Hohenzollern

einzuläuten. Denn

er hatte in der Weimarer Republik

bereits den „Zoller“ als Redakteur

und Geschäftsführer in

aufrechter Haltung geleitet, bis

die Nationalsozialisten der HZ-

Vorgängerzeitung im Februar

1936 den Garaus machten.

Pretzl, 1887 im niederbayerischen

Dingolfing geboren, war

nach dem Ersten Weltkrieg

nach Hechingen gekommen,

um den vom Hohenzollerischen

Preßverein AG herausgegebenen

„Zoller“ ab August

1919 verantwortlich zu leiten.

Pretzl war nicht nur Redakteur

und Verleger, sondern avancierte

auch zum führenden Politiker

der katholischen Zentrumspartei

in Hechingen.

August Pretzl, der Gründer der Hohenzollerischen Zeitung, war Redakteur,

Verleger und engagierter Kommunalpolitiker

Archivfoto

Für sein demokratisches

Selbstverständnis focht er auf

allen Ebenen und knickte auch

nicht ein, als die Nazis 1933 die

Macht im Reich an sich gerissen

und begonnen hatten, die

Presse gleichzuschalten. Pretzl

blieb seinen religiösen und politischen

Überzeugungen treu

und versuchte, den „Zoller“ zu

retten. Beispielhaften Mut

zeigte er im Juni 1934, als er

„Der Zoller“ –

1936 von den

Nazis verboten

trotz Verbotes die berühmte Papen-Rede

veröffentlichte, in

der sich der damalige Reichsvizekanzler

gegen den umfassenden

Machtanspruch der Nationalsozialisten

wandte. Knapp

zwei Jahre später wurde „Der

Zoller“ freilich verboten, August

Pretzl wurde die Ausübung

des Schriftleiterberufes untersagt,

die Druckerei in der Goldschmiedstraße

3 wurde boykottiert

und geschlossen. Pretzl

musste die Branche wechseln

und arbeitete als Verwalter im

St.-Elisabeth-Krankenhaus.

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12 70 Jahre

Nach dem Umzug aus der Goldschmiedstraße: das erste HZ-Verlagsgebäude

Obertorplatz 19 in den 1950er-Jahren.

Fotos: Archiv

Nach Kriegsende war der agile

Bayer unter den Ersten, die

sich in Hechingen für den demokratischen

Neuaufbau einsetzten.

August Pretzl war unter

den Gründungsmitgliedern

des CDU-Stadtverbandes, fungierte

von 1946 bis 1948 als erster

Nachkriegsbürgermeister

der Zollernstadt und leistete

als einer der führenden Köpfe

des Landeskommunalverbandes

der Hohenzollerischen

Lande einen wesentlichen Beitrag

zur Entstehung des Südweststaates.

Seine berufliche

Mission blieb jedoch der Wiederaufbau

des freien und demokratischen

Pressewesens in Gestalt

des „Zoller“-Nachfolgers,

der Hohenzollerischen Zeitung.

Diese erschien von ihrer

Geburtsstunde an im Verbund

der im Juli 1949 in Tübingen gegründeten

Schwäbischen Verlagsgesellschaft

mbH, dem auflagenstärksten

Zeitungsverbund

in Württemberg-Hohenzollern

mit damals schon

140000 täglichen Exemplaren.

Seit dem 12. August 1952 firmiert

dieser Verbund als „SÜD-

WEST PRESSE“ und gibt einen

gemeinsamen Zeitungsmantel

heraus. HZ-Gründer August

Pretzl war einer der Männer

der ersten Stunde dieses Bündnisses,

das vor 70 Jahren ein Fanal

für das Wiedererstehen der

freien Presse nach der Nazi-Diktatur

setzte.

Der Verlag der Hohenzollerischen

Zeitung residierte zunächst

in der Goldschmiedstraße

3. 1952 kam der Umzug

in das käuflich erworbene Hotel

Linde-Post am Obertorplatz

19. Schon in den frühen 50er-

Jahren war es Pretzls Tochter

Hadwig Konstanzer, die wesentliche

Impulse für die Weiterentwicklung

des Verlages gab, im

kaufmännischen Bereich unterstützt

von ihrem zweiten Ehemann

Friedrich Konstanzer.

Die dritte Generation stand mit

dem Sohn Eberhard Konstanzer

bereits in der Ausbildung.

Als August Pretzl am 1. Juli

1966 mit 78 Jahren als Träger

des Bundesverdienstkreuzes 1.

Klasse und Ehrenbürger der

Stadt Hechingen starb, bahnten

sich bereits große Veränderungen

an: 1967/68 wurde am

Obertorplatz 19 ein neues

Wohn- und Geschäftshaus erreichtet.

Mitte der 70er-Jahre

wurde auch das alte Druckereigebäude

abgebrochen und

durch einen zusätzlichen Produktionsbau

ersetzt.

In dieser Zeit war die HZ

längst zur führenden Tageszeitung

in der Stadt und im Mittelbereich

Hechingen aufgestiegen.

Eberhard Konstanzer, inzwischen

promovierter Historiker,

hatte die Redaktionsleitung

übernommen und führte

– in dieser Funktion, aber auch

darüber hinaus – einen weitgehend

erfolgreichen kommunalpolitischen

Kampf um die territoriale

Einheit des Mittelbereichs

Hechingen. Der drohte

zu Kreisreformszeiten in den

frühen 70er-Jahren zerschlagen

zu werden. Konstanzer

machte die HZ zum publizistischen

Arm einer Bürgerinitiative,

die sich gegen den geplanten

Anschluss des Hechinger

Raums an Tübingen wandte

und letztlich entscheidend

dazu beitrug, dass aus dem Altkreis

Balingen und großen Teilen

des Altkreises Hechingen

der Zollernalbkreis wurde.

Dazu passte, dass die HZ ab

1972 nicht mehr im eigenen

Haus, sondern in Balingen gedruckt

wurde.

Ein weiterer, vor allem für

die Leser sofort erkennbarer

Wechsel folgte 1978/79: Die

HZ, deren Auflage mittlerweile

auf rund 10 000 Stück angewachsen

war, erschien fortan

nicht mehr im Berliner Format,

sondern im größeren rheinischen

Format. Im selben Zuge

ging 1979 die „Bleizeit“ zu

Ende. Die Zeitung wurde nun

mit einem rechnergesteuerten

Textsystem produziert.

Zwei HZ-Verlegergenerationen auf einem Bild aus den 80ern: Pretzl-Tochter Hadwig Konstanzer (links) und

ihr zweiter Ehemann Friedrich Konstanzer (Mitte), ihr Sohn Dr. Eberhard Konstanzer (re.) und dessen Ehefrau

Karin Müller-Konstanzer (2. v. l.) mit anderen Besuchern eines Kira-von-Preußen-Konzertes auf der Burg.

Danke für 70 Jahre Treue!

Wir freuen uns darauf, Sie noch viele Jahre

mit aktuellen Informationen zu versorgen.


70 Jahre

13

Ende 1979 trat Dr. Eberhard

Konstanzer neben seiner Mutter

in die Geschäftsführung

ein. Innovativ wie er war ging

er Schritt für Schritt voran, um

das traditionsreiche Verlagshaus

in ein modernes Medienhaus

zu verwandeln. Dazu gehörte

auch die Millioneninvestition

in das Druckzentrum Neckar-Alb

in Reutlingen-Betzingen

zusammen mit etlichen

Partnerverlagen aus der Re-

Ein Schock:

der Tod Eberhard

Konstanzers

Modernes

Medienhaus am

neuen Standort

gion. Dort wird die HZ seit 2003

gedruckt. Die Redaktionsleitung

hatte Konstanzer 1983 an

Eberhard Wais abgegeben, der

bis zu seiner Pensionierung im

Jahr 2011 die redaktionellen Inhalte

verantwortete.

Eberhard Konstanzers plötzlicher

Tod im Jahr 2004 war ein

herber Schlag für die Betriebsfamilie,

der auch mit Ungewissheiten

über die Zukunft des Familienbetriebes

einherging.

Seine Witwe Karin Müller-Konstanzer

meisterte die Übergangszeit,

bis die bis dahin

selbstständige Hohenzollerische

Zeitung 2005 als 100-prozentiges

Tochterunternehmen

der Ulmer SÜDWEST PRESSE

in eine neue Zukunft aufbrach.

Damit schloss sich ein Kreis:

Die HZ, die 1949 zu den sechs

Gründungsmitgliedern des

Mit maximaler Transparenz: die nagelneuen HZ-Räume in der Frauengartenstraße 6.

größten Zeitungsverbundes im

Ländle gezählt hatte, ging jetzt

auch in ihrer Gesellschaftsform

komplett in diesem auf.

Bei allem Wandel: Nichts änderte

sich an den Machern der

Zeitung, am Verlagssitz in Hechingen

– und auch nicht daran,

dass die HZ in politischen

Gefechten die maßgebliche

Stimme Hohenzollerns blieb.

Das zeigte sich Mitte der Nuller-Jahre,

als der Kreistag in Balingen

beschloss, das Hechinger

Krankenhaus dicht zu machen.

Die HZ war das Forum

schlechthin für die Leserbriefe

der Protestbewegungen und bezog

auch selbst mit vielen Kommentaren

und etlichen Enthüllungsgeschichten

Position zu

den trickreichen Finanzjonglagen,

mit denen die damalige

Klinikum-Geschäftsführung

die Schließung zu rechtfertigen

versuchte. Vergeblich war indes

der Kampf, ebenso vergeblich

wie mehr als 38 000 Unterschriften.

Das Hechinger Krankenhaus

wurde geschlossen.

Foto: Thomas Kiehl

Was Hohenzollern an seiner

Zeitung hat, wurde 2009 abermals

deutlich: Nur wenige Tage

nach der Hochwasserkatastrophe

im Killer- und Starzeltal

stellte die HZ eine Fluthilfe-

Kampagne auf die Beine, die ihresgleichen

suchte. Unsere Leserinnen

und Leser spendeten

innerhalb von wenigen Wochen

mehr als 186 000 Euro für

hochwassergeschädigte Mitbürger

und setzten damit ein

beispielhaftes Zeichen der Solidarität.

So kann ein starkes

Bündnis aus Zeitung und Leserschaft

wirken.

An solchen Bündnissen

schmiedet die HZ Tag für Tag,

auch jenseits von politischen

Krisen oder Naturkatastrophen.

Medienpartnerschaften

mit Vereinen und Organisationen,

Bildungspartnerschaften

mit Schulen, Kooperationen

mit Wirtschaftsverbänden sind

ebenso unser täglich’ Brot wie

die Vermittlung von Informations-,

Service- und Unterhaltungsangeboten

auf Papier

und digital.

Das tun wir seit 2011 unter

der Redaktionsleitung von

Ernst Klett und seit 2014 unter

der Geschäftsführung von Thomas

Scherf-Clavel in noch engerem

Verbund mit unseren

SWP-Partnerzeitungen in der

Region Neckar-Alb, dem Metzinger/Uracher

Volksblatt, den

Reutlinger Nachrichten und

dem Alb-Bote in Münsingen.

Und das tun wir seit August

2019 vom neuen Standort in

der Frauengartenstraße 6 aus.

Nach der Goldschmiedstraße 3

und dem Obertorplatz 19 ist es

die dritte Adresse in 70 Jahren

Hohenzollerische Zeitung.

Oder in 100 Jahren, seit August

Pretzl beim „Zoller“ das Ruder

übernahm. HARDY KROMER

Wir

gratulieren

zum 70igsten

Jubiläum!


14 70 Jahre

Das Jahr, als alles besser wurde

Hechingen im Jahr 1949 – ein Gastbeitrag von Stadtarchivar Thomas Jauch

Mit der Währungsreform

am 21. Juni 1948

hatte sich bereits vieles

zum Besseren gewandt, was

nach dem Zweiten Weltkrieg Lebensalltag

war: Hunger, Kälte,

Versorgungsengpässe bei

schlichtweg allen lebensnotwendigen

Gütern beeinträchtigten

das Leben auch im kleinen

Zollernstädtchen.

1949 aber war das Jahr, in

dem es so richtig aufwärts ging.

Die Gründung der Bundesrepublik

am 23. Mai und die Konstituierung

des ersten Bundestages

am 7. September 1949 schufen

den politischen Rahmen für

ein demokratisches Westdeutschland

– kontrolliert

durch das Besatzungsstatut zwischen

Deutschland und den Besatzungsmächten

USA, Großbritannien

und Frankreich.

Ein für Hechingen ganz entscheidender

Tag war gleich der

2. Januar 1949. An diesem Tag

wurde im Rahmen einer Sondersitzung

des Hechinger Stadtrates

der neue Bürgermeister in

sein Amt eingeführt. Und der

war ein alter Bekannter: Paul

Bindereif, bereits von 1929 bis

1945 Hechinger Bürgermeister,

hatte im Dezember 1948 die

Hechingen 1949, das gesellschaftliche Leben erwacht wieder. Beim ersten Nachkriegs-Kinderfest gab’s unter

anderem ein Seifenkistenrennen. Vom Kirchplatz aus (rechts hinten das Hotel „Rad“) sauste die Jugend

die Neustraße hinab.

Foto: Stadtarchiv Hechingen

Wahl gegen den Amtsinhaber

gewonnen. Und dieser war

ebenfalls ein prominenter Bürger

Hechingens: August Pretzl,

der bereits in der Weimarer Republik

Geschäftsführer und Redakteur

der Tageszeitung „Der

Zoller“ war, seit 1946 als Bürgermeister

von Hechingen amtierte

und wenige Monate später

die HZ gründen sollte. Mit

Bangen hatte manch Hechinger

dem Termin entgegen gesehen,

denn der Wahlkampf zwischen

Pretzl und Bindereif war

Bürgermeister–

Wahlkampf mit

harten Bandagen

mit harten Bandagen geführt

worden. „… aber es geschah

nichts; Herr Pretzl, der zum ersten

Stellvertreter ernannt

wurde, erklärte sich bereit,

Herrn Bindereif seine ganz Unterstützung

zur Verfügung zu

stellen.“ So berichtete später

der französische Militärgouverneur

für den Kreis Hechingen,

Roger Courtois. Mit dabei und

zuständig für die Vereidigung

Bindereifs war auch der Landrat

des Kreises Hechingen.

Hans Speidel kannte das „Zollerländchen“

sehr gut, schließlich

war der Jurist in Schlatt geboren

worden. Eine weitere prägende

Persönlichkeit der Nachkriegsjahre

war Dr. Alexander

von Norman. Er war der verantwortliche

Richter bei etlichen

Nazi-Prozessen, so auch bei der

Verurteilung des Landrats Paul

Schraermayer, der den Transport

der hohenzollerischen Juden

in die Konzentrationslager

durchgeführt hatte.

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HERZLICHEN

GLÜCKWUNSCH!

Wir wünschen der Hohenzollerischen Zeitung

alles Gute zum 70. Geburtstag und freuen uns

auf eine weiterhin gute Partnerschaft.


70 Jahre

15

Mit Bindereif und Speidel führten

zwei ausgewiesene Verwaltungsbeamte

die Geschäfte des

Kreises und der Kreisstadt Hechingen.

Und dort hatte sich

das Leben in der Tat in der

Folge der Währungsreform

1948 in hoffnungsfrohe Bahnen

gelenkt. Die Zwangsbewirtschaftung

von Lebensmitteln,

Heizmaterial, Textilien, Schuhen

etc. verbesserte sich schlagartig,

und 1949 war mit wenigen

Ausnahmen die Kontingentierung

aufgelöst.

Schon 116 Vereine

sorgen für

kulturelles Leben

Märchenhochzeit

auf Burg

Hohenzollern

Die Ecke Marktplatz/Goldschmiedstraße mit der Hofkonditorei Röcker um 1949.

Auch die Produktion in den

Fabriken konnte wieder mit voller

Kraft angegangen werden.

Die größten Betriebe waren die

Textilfirmen Maute in Bisingen

mit 650 Arbeitern, Gebrüder

Mayer – die heutige Trigema –

in Burladingen mit 600 Arbeitern

und die Schuhfabrik Wolf

und Co. in Stetten bei Hechingen

mit 675 Arbeitern. Der Zuwachs

an Arbeitsplätzen war

bitter notwendig, denn schließlich

wuchs Hechingen durch

die Flüchtlinge ganz enorm.

Bei Kriegsbeginn hatte Hechingen

5670 Einwohner, zum Ende

des Jahres 1949 waren es bereits

7020, rund 1500 waren

Flüchtlinge, die in Lagern, unter

anderem im Weiher, untergebracht

wurden. Und es sollten

noch mehr werden, denn

erst Mitte 1949 war die Verteilung

der Ost-Flüchtlinge aus

den Lagern in Norddeutschland

richtig angelaufen. Dagegen

waren 1949 immer noch

rund 50 Hechinger in Kriegsgefangenschaft.

Das Bevölkerungswachstum

stellte die Städte und Gemeinden

natürlich vor ein Hauptproblem:

Wo sollten alle wohnen?

Auch hier wurden 1949 die Weichen

gestellt: Im April wurde

die Kreisbaugenossenschaft gegründet,

die Stadt erwarb vom

Sigmaringer Fürst Gelände im

Weiher, wo in den Folgejahren

eine der ersten Neubausiedlungen

Hechingens entstand. Im

Gegensatz zur Versorgung mit

Lebensmitteln und Dingen des

täglichen Bedarfs war das kulturelle

Leben bereits unmittelbar

nach Kriegsende wieder erwacht,

und im Spätjahr 1949

gab es im Kreis Hechingen bereits

wieder 116 Vereine, rund

Foto: Stadtarchiv Hechingen

die Hälfte waren Gesang-, Musik-

und Theatervereine. Diese

sorgten für ein reges Kulturprogramm,

regelmäßig waren professionelle

Sängerinnen und

Sänger zu Gast in Hechingen.

Die großen Feste Hechingens

kamen etwas langsamer

in Fahrt. Die Fasnet war in den

ersten Nachkriegsjahren auf

die Kinderfasnet beschränkt,

der erste Fasnetsumzug fand

1950 statt, 1949 wurde allerdings

auch schon närrisch und

groß gefeiert – unter dem

Motto „Hechingen dreht den

Großfilm ‚Der meschuggene

Gansfuß’." Heute ist nur

schwer nachvollziehbar, wie

nur wenige Jahre nach dem Holocaust

gerade ein jiddisch-hebräisches

Lehnwort das Motto

für die Fasnet bestimmte.

Der festliche Höhepunkt

1949 war aber mit Sicherheit

das Kinderfest, das am 23./24.

Juli gefeiert wurde. Die Hechinger

warfen sich schwer ins

Zeug mit der Ausrichtung, unter

anderem wurde in der Neustraße

ein Seifenkistenrennen

veranstaltet, gefeiert wurde

noch auf dem Festplatz auf der

Lichtenau beim Gymnasium.

Und – ebenfalls Folge des

Krieges – Hechingen wurde wieder

zum Wohnsitz des Adels.

Der letzte deutsche Kronprinz,

Wilhelm, logierte in der Fürstenstraße.

Er musste sich täglich

bei der Militärregierung

melden, was zu einer Freundschaft

mit dem französischen

Gouverneur führte.

In die Silberburg war Prinz

Franz Joseph von Hohenzollern

aus der Sigmaringer Linie

eingezogen, und am 21. Juni

1949 gab es auf der Burg Hohenzollern

eine echte Märchenhochzeit:

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16 70 Jahre

Impressionen vom ersten Hechinger Nachkriegskinderfest 1949: waghalsige

Piloten beim Seifenkistenrennen die Neustraße hinab.

Festhandlung vor dem Rathaus (dem Vorgänger des Schmitthenner-

Baus) mit Bürgermeister Paul Bindereif.

Auf der Lichtenau gab’s eine Wurst spendiert: Die Vögtin und ihre Ehrengespielinnen

lassen sich’s schmecken.

Fesche Buben mit hölzernen Tretrollern gucken skeptisch in die Kamera.

Erkennt sich jemand wieder?

Fotos: Stadtarchiv Hechingen

Die Kaiserenkelin Prinzessin

Cecilie von Preußen heiratete

den amerikanischen Innenarchitekten

Clyde Kenneth Harris.

Bereits im Februar war in

der Stiftskirche die Tochter des

französischen Kreisgouverneurs,

Annick Courtois, mit

Leutnant Alain, Chevalier de

Lauzieres, getraut worden.

Die Geschäftswelt nutzte im

Übrigen die Gunst des zart begonnenen

Wirtschaftswunders

und veranstaltete erstmals eine

„Hechinger Weihnachtsmesse“,

die, verbunden mit ei-

Eine Hechinger

Weihnachtsmesse

mit Kunstschau

ner Kunstausstellung, zu einer

regelmäßigen Einrichtung in

der Nachkriegszeit wurde.

Auch wenn das Jahr 1949 mit

ein Wendepunkt gewesen sein

mag: Armut und Leid waren

noch lange nicht gebannt. Zum

Weihnachtsfest riefen Bürgermeister

Paul Bindereif und die

Stadtpfarrer Baur und Macholz

zu wohltätigen Spenden auf, in

der letzten Sitzung des Stadtrats

im Jahr 1949 wurde über

die Unterstützung bedürftiger

Kinder für eine Kinderweihnacht

informiert, ebenso über

die Verteilung von Koks als

Weihnachtsgabe der Stadt Hechingen

für Vertriebene und

Angehörige von Gefallenen.

THOMAS JAUCH

Die

GEMEINDE

GROSSELFINGEN

wünscht der

Hohenzollerischen

Zeitung

alles Gute zum

70-jährigen Jubiläum!


GRUSSWORTE · BÜRGERMEISTER PHILIPP HAHN

Zusammen groß worden

Die HZ begleitet die Entwicklung Hechingens seit 70 Jahren

Vor 70 Jahren, am Samstag,

dem 5. November

1949, erschien erstmals

die „Hohenzollerische Zeitung“.

Zu diesem runden Geburtstag

gratuliere ich im Namen

des Gemeinderates der

Stadt Hechingen und auch persönlich

der Geschäftsleitung,

der Redaktion und allen Mitarbeitern

der Geschäftsstelle

sehr herzlich.

„Heimat-Chronik für die Hohenzollerischen

Lande“, so lautete

der Untertitel der Zeitung

im Geburtsjahr 1949. Und Verleger

August Pretzl wandte sich

an die Leserinnen und Leser in

„Stadt und Land“ mit dem Bekenntnis:

„Der Name Hohenzollerische

Zeitung verpflichtet.“

Zeitung und Leserschaft verbindet

aber nicht allein das historische

Band. 70 Jahre Berichterstattung

über den „Altkreis“

Hechingen spiegeln auch die

Geschichte der Bundesrepublik

– eine Altersgenossin der

„HZ“ – wider. Die Stadt und die

Hohenzollerische Zeitung sind

in dieser Zeit zusammen groß

geworden. Ob Wiederaufbau,

Gemeinde- und Kreisreform,

Bürgermeister Philipp Hahn findet:

Die HZ meistert ihre Herausforderungen

hervorragend.

Entwicklung der medizintechnischen

Industrie, der Schritt

70 Jahre

in das digitale Zeitalter, Fasnet

oder Kinderfest – seit 70 Jahren

begleitet die Hohenzollerische

Zeitung die Entwicklung unserer

Stadt. Dafür sind wir dankbar.

Trotz der heutigen Vielfalt

an Medien und damit erheblicher

Konkurrenz kann sich die

„klassische“ Tageszeitung –

selbstverständlich mit parallelem

Online-Auftritt – behaupten;

erst recht dann, wenn sie

wirklich tagesaktuell ist und kritische

Beobachtung und objektive

Berichterstattung praktiziert.

Die Gratwanderung zwischen

heterogener Medienlandschaft,

den wirtschaftlichen Herausforderungen

unserer Zeit

und der großen gesellschaftlichen

Verantwortung einer Zeitung

als Fundament der individuellen

und öffentlichen Meinungsbildung

meistert die Hohenzollerische

Zeitung hervorragend.

Für die zukünftige Entwicklung

wünsche ich der Hohenzollerischen

Zeitung alles Gute

und viel Erfolg am neuen Standort.

Philipp Hahn, Bürgermeister

der Stadt Hechingen

BÜRGERMEISTER HARRY FRICK

Begleiterin des Dorflebens

Zwischen Schlagzeilen und fundierter Information

Allgemein bekannt ist das

geflügelte Wort: „Nichts

ist älter als die Zeitung

von gestern.“ Sicherlich ist

diese Aussage in unserer heutigen

schnelllebigen Informations-

und Kommunikationsgesellschaft

zutreffend. Die Nachricht

muss brandneu sein, ansonsten

ist sie nicht interessant

und wird vom Leser auch nicht

mehr wahrgenommen.

Die „Hohenzollerische Zeitung

wurde seit Beginn ihrer

Firmengründung jeden Tag um

einen Tag älter, und in diesem

Tagesrhythmus mussten die

neuesten Nachrichten verarbeitet

und an den Mann beziehungsweise

die Frau gebracht

werden. Dies stellt seit nunmehr

70 Jahren eine besondere

Herausforderung an Verleger

und Redakteure dar. Sicherlich

wurde diese Herausforderung

gemeistert, ohne aber zu verkennen,

dass sich die „Hohenzollerische

Zeitung“ in einem

Spannungsfeld – wie jede andere

Zeitung auch – befindet,

in dem es einerseits um die

sachliche Information der Leserschaft,

andererseits aber

auch um die Fähigkeit geht,

das besondere Interesse des Lesers

zu wecken.

Aber wie schon Lord Northcliffe

sagte: „Mit Schlagzeilen

17

Bürgermeister Harry Frick dankt

der HZ im Namen der Junginger.

erobert man Leser. Mit Informationen

behält man sie.“ Die

Hohenzollerische Zeitung

hat das gemeindliche Leben in

Jungingen nun sieben Jahrzehnte

begleitet und die Menschen

– auch über das Gemeindegebiet

hinaus – umfassend

informiert. Auch aus den Gemeinderatssitzungen

wurde regelmäßig

berichtet und somit

zur Öffentlichkeit der Gemeinderatsarbeit

beigetragen.

Seitens der Gemeinde Jungingen

bedanke ich mich für die

langjährige, gute Berichterstattung

und wünsche unserer Heimatzeitung

weiterhin eine erfolgreiche

und gedeihliche Entwicklung.

Harry Frick, Bürgermeister

in Jungingen

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18 70 Jahre

Das Tempo nimmt zu

Journalismus im digitalen Zeitalter von Instagram, Facebook, Twitter & Co.

Wer heute als Journalist

in der rasanten Flut

an Nachrichten mithalten

will, der muss vor allem

eines sein: gut eingebunden in

die sozialen Netzwerke. Die unmittelbaren

Neuigkeiten von

Organisationen, Firmen, bekannten

Persönlichkeiten und

Vereinen bekommt der Redakteur

heute auch über die Facebook-

und Instagram-Seiten

Viele Vereine und

Organisationen

posten im Netz

Irma-West-Kinder- und Heimatfest

oder der Hintergrundbericht

zur Situation der Lindich-

Baracken sein.

In Zeiten von Facebook, Twitter

und Instagram dreht sich

die Welt auch immer schneller.

Was jetzt interessant ist, kann

in den nächsten zwei Stunden

schon veraltet sein. So verbreitet

sich die schnelle Online-

Nachricht von einem schweren

Zusammen

am digitalen

Stammtisch

mit, zum Beispiel von der Stadtkapelle

Hechingen, der Rangendinger

Leukämie-Patientin

Angi Wehrmann, dem aus Hechingen

stammenden Sänger

Giovanni Zarrella, dem Balinger

Fotografen Bartosch-Matthias

Kaletha, Schloss Haigerloch,

vom Sportverein Rangendingen,

der Jugendfeuerwehr

Bisingen oder der Firma Trigema

aus Burladingen.

Gleichzeitig sind die Menschen

auch sehr interessiert an

ihrer Region, und die Hohenzollerische

Zeitung informiert sie

Die beiden HZ-Redakteurinnen Stephanie Apelt (rechts) und Melanie Steitz überlegen, welche lokalen Themen

online weitergespielt werden könnten.

Foto: Thomas Kiehl

genauso vielfältig und unterhaltsam

via Facebook sowie Instagram

über die Ereignisse

und Begebenheiten ihrer schönen

Umgebung. Wir leben und

arbeiten in einer globalisierten

und digitalisierten Welt, unsere

User und Leser wünschen sich

daher immer auch positive

Nachrichten, die sie noch mehr

mit ihrer hohenzollerischen

Heimat verbinden. Das kann

eine Rezension über das Konzert

der Stadtkapelle, eine Online-Bilderstrecke

über das

Unfall auf der B 27 beinahe in

Echtzeit auf unserer Internetseite

und unserem Facebook-

Kanal. Das Warten auf die Stimmenauszählung

nach der Hechinger

Bürgermeisterwahl

wird den Usern mit einem Video

versüßt. Und während der

Open-Air-Kinoabend auf der

Wiese des Hechinger Hallen-

Freibads noch in vollem Gange

ist, hat die Reporterin bereits in

die Tasten gehauen, und auch

das Video über die Veranstaltung

ist schon online. Jedenfalls

im Idealfall.

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70 Jahre

19

Das soziale Netzwerk bietet

sehr gute Einblicke in die regionalen

Akteure. Noch nie war

der Journalist seinem Publikum

so nah. Hinter jedem Post,

Tweet oder Kommentar kann

sich eine neue Story verstecken.

Das sind die digitalen Leserbriefe

– mal launig, mal

ernst, mal dankend oder einfach

nur spontan. Sie regen die

Redaktion an, so manches

Thema, das rege diskutiert

wird, wie zum Beispiel die

Auch abends und

wochenends muss

es funktionieren

Schließung der Bisinger Postfiliale,

einfach weiterzuspinnen

und einen erneuten Artikel darüber

zu veröffentlichen, der

dann erneut auf Facebook debattiert

wird. Die HZ – als virtuelles

Gasthaus – bietet den Menschen

damit einen digitalen

Stammtisch, an dem sogar Meinungen

mit Unbekannten ausgetauscht

werden können, und

vernetzt die Online-Nutzer damit

ein Stück weit.

Lokaljournalismus fand

schon immer in sozialen Netzwerken

statt. Allerdings waren

diese früher ausschließlich im

Obst- und Gartenbauverein

oder Kleintierzuchtverein, in

der Kirchengemeinde oder in

der Bürgergenossenschaft zu

finden. Und so gibt es heute beides:

Denn auch Vereins- und

Gemeindemitglieder sind virtuell

vernetzt und tauschen sich

über die Nachrichten ihrer Heimat

aus. Jüngere Menschen

sind nach der Arbeit oder

Schule meist im Fitnessstudio,

bei Freunden oder vor dem

Fernseher anzutreffen. Meistens

scrollen sie dann auch mit

dem Finger auf ihrem

Smartphone durch die sozialen

Netzwerke, auf der Suche nach

spannenden Neuigkeiten. Das

heißt für die Redaktion, auch

abends und an Wochenenden

für eine Fluktuation der Nachrichten

auf der Homepage zu

sorgen. Ausführlich zu lesen

sind die Berichte dann in der

E-Zeitung am Sonntagabend

und in der Printaugsgabe am

Montag.

Das Zurechtfinden in den

neuen Medien, das Identifizieren

von Kontaktpersonen und

das Bewerten von Informationen

gehören auch in der digitalen

Welt zum journalistischen

Handwerk. In der Redaktion ist

aber nicht nur ein guter Riecher

für das Stadtgespräch gefragt,

sondern auch die technische

Fähigkeit, um die Meinungen,

Vorlieben und Gedanken

der Communities – der Gemeinschaften

im Netz – im Blick zu

behalten.

Der heutige Journalismus

steht somit vor vielen Herausforderungen,

bietet aber auch

gleichzeitig neue Chancen, die

den Beruf so liebenswert, spannend

und abwechslungsreich

gestalten. Mobile Reporting

Die Kommentare und Reaktionen der User und Leser auf Facebook und

Instagram sind die modernen, digitalen Leserbriefe. Foto: Matthias Badura

wird auch bei der HZ regelmäßig

ausprobiert. Mit dem

Smartphone wird dann von der

Wasen-Leserfahrt oder der

Baumfällaktion am Hechinger

Obertorplatz mit einem Video

berichtet. Das Storyboard entsteht

schnell und spontan im

Kopf. Mit dem Handy wird also

unkompliziert gedreht und geschnitten.

Dafür braucht es

heute keine besondere Aurüstung

mehr wie früher einmal.

Im digitalen Zeitalter verschwimmen

die Grenzen zwischen

Print und online, daher

müssen die Redakteure sich in

beiden Welten zurechtfinden.

Wenn der Prozess am Hechinger

Landgericht um einen mutmaßlichen

Bankräuber beginnt,

wird er just in diesem Augenblick

schon im Netz angekündigt,

bevor der Reporter

den Artikel über die Verhandlung

später am Tag auf unserer

Homepage veröffentlicht.

Der stetige Wandel wird im

Journalismus zum konstanten

Begleiter. Es kommen immer

wieder neue Trends auf, und –

ob mit Bildergalerie oder Live-

Ticker – die HZ-Redaktion erobert

auch gern virtuell die Herzen

ihrer treuen Leser. Einen

ein für alle mal festen Nachrichtenkanal

gibt es nicht, das haben

70 Jahre gezeigt. Es gibt

heute viele Variationen. Die HZ

lässt sich immer gern überraschen,

ist offen für den Wandel

und bewahrt aber auch Traditionen:

Für diejenigen, die es

klassisch mögen, gibt es die gedruckte

Zeitung und die eZeitung

(sogar schon am Vorabend),

die abonniert werden

kann. Und auf der Homepage

swp.de finden sich Artikel mit

einer „Plus“-Bezahlschranke.

Denn eines darf man nicht vergessen:

Qualitätsjournalismus

ist ein hohes Gut in unserer Demokratie,

verlangt von den Redakteuren

viel Arbeit und Sorgfalt

und hat deshalb seinen

Preis – im Netz ebenso wie auf

Papier.

Dass die digitale Vernetzung

der HZ funktioniert, merken

die Journalisten vor allem an

den Reaktionen der Online-

Community. Sie ermutigen uns

mit Herzchen und „Gefällt

mir“-Daumen, teilen unsere Artikel,

verlinken uns bei ihren

Posts und sagen manchmal einfach

nur Danke.

Und so bietet die HZ als verwurzelte

Lokalzeitung auch

und gerade nach 70 Jahren eine

Qualität hat auch

im Netz ihren

Preis

Menge Möglichkeiten, um sich

als Journalistin kreativ auszutoben.

Und den Lesern gibt sie

die Chance, sich in den sozialen

Netzwerken der HZ zu unterhalten,

zu informieren und

inspirieren zu lassen. Eine gute

Symbiose. MELANIE STEITZ

Feiern

ist einfach.

sparkasse-zollernalb.de

Wenn man auf 70 Jahre Verlagsgeschichte in

Hechingen zurückblicken kann.

Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum und

freuen uns auf die kommenden Berichte,

Nachrichten und Reportagen aus der

Region für die Region!


Jakobsgasse 8, 72070 Tübingen, Tel. +49-7071/407880

Tuebingen@engelvoelkers.com, www.engelvoelkers.com/tuebingen


Freuen Sie sich auf Ihr neues Zuhause!


22 70 Jahre

Die HZ als Medienpartner

Ob Sport, Kultur oder Berufswahl – die Zeitung für Hohenzollern ist eine Stütze

Seit Jahren ist die HZ der Medienpartner der boso Ladies Open.

Der HZ-Panoramalauf des TV Hechingen geht auf die Fitnessaktion „Hohenzollern – da läuft was“ zurück.

Jedes Jahr eine Sommerattraktion auf der Hechinger Freibadwiese: Das

Open-Air-Kino wird von der HZ als Medienpartner begleitet.

AOK-Ernäherungsberaterin Ute

Streicher referiert bei „Hzdlw“.

Was soll ich werden? Die HZ ist Partner der Bildungsmesse Visionen in

Balingen. Am HZ-Stand gibt’s Informationen und Spaß-Angebote.

WIR

BEWEGEN

MENSCHEN...

BESTE MARKEN BESTE AUSWAHL BESTE PREISE

Herzlichen Glückwunsch zu

70 Jahre Hohenzollerische Zeitung“.

Wir bedanken uns für die gute

Zusammenarbeit.

Verkaufsoffener Sonntag

am 10.11. in TAILFINGEN

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70 Jahre

23

Die HZ bildet und tut Gutes

Eine feste Größe im Jahreslauf: Unsere Projekte „Wir lesen“ und „Gute Taten“

Premiere 2019: Das Hechinger Gymnasium machte seine erste Sommerschule

– mit der HZ als Kooperationspartner. Ein Besuch in der HZ-Redaktion

in der Frauengartenstraße durfte dabei nicht fehlen.

Alle Jahre wieder in der Weihnachtszeit ruft die HZ zu „Guten Taten“

auf. Bei der jüngsten Spendenaktion für das Zachäus-Haus in Burundi

gaben die HZ-Leserinnen und -Leser annähernd 27 000 Euro.

Resultat einer „Gute Taten“-Aktion:

Die HZ ist Kooperationspartner

des Tailfinger Tierheims.

Da fliegen die Zeitungen: Am Haigerlocher Progymnasium wird die HZ

nicht nur fleißig gelesen, sondern bei Bedarf auch für eine Kunst-Performance

verwendet.

Archivfotos


24 70 Jahre

Geliebtes „Fulltime-Hobby“

Kino-Betreiber Ralf Merkel und die HZ sind einander seit Jahrzehnten verbunden

Deutschlands

einzige Kleinstadt

mit zwei Kinos

Tief mit der Zollernstadt

verwurzelt ist nicht nur

die Hohenzollerische Zeitung

– auch die Hechinger Kinos

prägen das Stadtbild seit

Jahrzehnten. Nicht ganz 70,

aber bereits 67 Jahre zurück

liegt die Eröffnung des Burgtheaters

am Obertorplatz. 1952

war der Neubau von einem Fabrikanten

aus Albstadt und

dem Hechinger Fliesenleger Josef

Neher in direkter Nachbarschaft

zum einstigen Verlagsgebäude

der HZ errichtet und in

den folgenden zehn Jahren von

der J. Neher & Co. KG betrieben

worden. In den Jahren davor

hatte es einzig im Konstantinsaal

des alten „Museums“ Filmvorführungen

gegeben. Filmvorführer

war dort und eine

kurze Zeit auch im Burgtheater

ein gewisser Rudolf Merkel (gestorben

2008).

Doch der Hechinger, zeitlebens

ein guter Freund des verstorbenen

HZ-Verlegers Dr.

Eberhard Konstanzer und mit

diesem im Rahmen der Städtepartnerschaft

Hechingen-Jouélès-Tours

Begründer der Weinbruderschaft

Interieur de Ribiere,

wollte mehr: ein eigenes

Kino. Und so eröffnete er nur

ein Jahr nach dem Start des

Burgtheaters in der Oberstadt

das Schwanenkino in der Unterstadt.

Er trat damit in direkte

Konkurrenz zu Josef Neher.

Eine Aufnahme aus den 1950er-Jahren: das Burgtheater.

Ralf Merkel verwaltet seine Kinos im elterlichen Haus. Dort hängt dieses Ölgemälde des ehemaligen Schwanen in der Unterstadt...

... und hier eine alte Originalaufnahme des Schwanen.

Ab dem 1. Januar 1963 nicht

mehr – da übernahm Rudolf

Merkel das Burgtheater in

Pacht. Zusätzlich betrieb er Anfang

der 1960er-Jahre das Roxy

im ehemaligen „Krone“-Saal.

Merkels Sohn Ralf, wie sein Vater

ein leidenschaftlicher Cineast,

erinnert sich: „Zu Spitzenzeiten

hatte Hechingen vier

Lichtspielhäuser“ („Museum“,

Burgtheater, Schwanen und

Das Kino muss

sich immer wieder

neu erfinden

Roxy) – „und war im Verhältnis

seiner Einwohnerzahl zu den

verfügbaren Sitzplätzen die Kinogänger-freundlichste

Stadt

Deutschlands.“

1976 folgte im Burgtheater

der erste Umbau: Aus einem Kinosaal

wurden zwei – und im

Erd- samt Untergeschoss entstand

eine Verkaufsfläche für

den ersten Aldi in der Zollernstadt.

Aus dem gleichen Jahr datieren

Umbauten am ehemaligen

Verlagsgebäude der Hpohenzollerischen

Zeitung: Die

alte Druckerei wurde abgebrochen

und jener Neubau erstellt,

in dem sich noch bis vor wenigen

Wochen die Redaktionsräume

der Hohenzollerischen

Zeitung befanden.

Zehn Jahre, 1986, später

folgte der offizielle Einstieg Ralf

Merkels in die Kino-Geschäfte

des Vaters – als „Nebenher-

Job“. Erst im Jahr 2002 sattelte

er hauptberuflich um – nach

17-jähriger Tätigkeit bei der

Firma Gambro, über die der

heute 54-Jährige an der Berufsakademie

Villingen-Schwenningen

ein BWL-Stdium absolvierte.

Heute betreibt Ralf Merkel allein

in der Zollernstadt acht Kinos

an zwei Standorten – „weil

es mein Ziel war und ist, in der

Ober- und der Unterstadt das

Gleichgewicht zu halten, mit aller

G’walt“. Damit ist Hechingen

Deutschlands einzige Kleinstadt,

die zwei Lichtspielhäuser

zählt. 1998 hat der Hechinger

das Capitol in Albstadt gekauft

– mit damals drei Kinos. Ab

„Ich würde es

wieder so

machen.“

dem Jahr 2002 hat er das Capitol

auf acht Säle erweitert.

2005 übernahm der 54-Jährige

(in Pacht und mit Partner)

außerdem die Filmzentren Bären

und Metropol in Böblingen.

Und stockte auch dort gehörig

auf: Gab es im Bären vor 14 Jahren

noch drei Kinos, so sind es

heute acht. Ralf Merkels „jüngstes

Kind“ ist das Kinopraradies

in Oberndorf. Seit dem 1. Januar

2018 ist er dort engagiert

und baut derzeit einen dritten

Kinosaal aus.

An Arbeit also mangelt es

dem Cineasten nicht! Vor allem

auch, weil das Kino-Geschäft

heute ein wirklich schweres Geschäft

ist. Aber es bleibt Merkels

liebstes „Fulltime-Hobby“.

Sein gesamtes Leben richtet er

danach aus, der letzte Urlaub

des Geschäftsmannes datiert

aus dem Jahre 1996!

Und doch, bestätigt er rückblickend:

„Ich würde es wieder

so machen.“ Ungeachtet der

Tatsache, dass das Kino „immer

wieder neu erfunden werden

muss“. Was in den 1950ern

noch „toll und besonders war“,

hat mit den Jahren stetig neue

Konkurrenz bekommen: „Erst

war’s das Fernsehen, dann das

Farbfernsehen, gefolgt vom Video-Hipe

und den Privatsendern

– und heute von den Streamingdiensten.“

Wie begegnet man alledem?

„Mit Events wie dem Open-Air-

Kino oder Liveübertragungen

von Konzerten oder Opern in

den Kinosaal.“


70 Jahre

25

Wenn Ralf Merkel den Blick in

die Vergangenheit richtet, woran

erinnert er sich sofort – und

gerne?

An 1990, als während des Anbaus

an den Schwanen in der

Unterstadt im Saal eins „den

ganzen Sommer durch“ „Pretty

Woman“ mit Richard Gere und

Julia Roberts lief – und das

Kino immer voll war.

An 1991, als die Arbeiten für

den Bau des Schwanen-Saals

drei unterbrochen wurden, um

den Transport der Särge von

Friedrich dem Großen und dessen

Vater Friedrich Wilhelm I.,

die sich seit 1952 in der evangelischen

Kapelle der Burg Hohenzollern

befunden hatten,

durch die Unterstadt in Richtung

Hechinger Bahnhof und

von dort in Richtung Potsdam

live mitzuerleben.

An 1996, das Jahr des ersten

Hechinger Open-Airs, das mit

dem Film „Braveheart“ und

Mel Gibson in der Hauptrolle

über 500 Besucher zählte und

ihn, Merkel, zu dem euphorischen

Ausruf verleitete: „So

viele Besucher an einem Kinoabend

hatten wir noch nie.“

Dazu muss man wissen: Das

alte Burgtheater hatte damals

nur 490 Plätze.

Elf Oskars sahnte einst „Ben Hur“

(1959) mit Charlton Heston ab.

An 1998, als der Film „Titanic“

mit Leonardo Di Caprio und

Kate Winslet zum aboluten

Kino-Kassenschlager geriet,

und er bei einem Besuch des

brechend vollen Albstädter Capitols

entschied, „dieses Kino

werde ich kaufen“.

An 2002 als das bis dato erfolgreichste

Open-Air-Kinojahr.

Medienpartner dieser jährlichen

Großveranstaltung war

auch in diesem Sommer wieder

die Hohenzollerische Zeitung.

Mit ihr ist Ralf Merkel aufgewachsen:

„Ich kenne die HZ,

seit ich auf der Welt bin. „ Bis

heute liest er sie „auf Papier“

(„ich bin kein Online-Leser“).

Sie ist für ihn Informationsquelle

Nummer eins, was in Hechingen,

seiner Heimatstadt,

läuft. Und so gratuliert er denn

herzlich zum 70. Geburtstag.

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26 70 Jahre

Zur Nachfolge bereit

Bonita Grupp und Wolfgang Grupp jr. über ihre Rolle bei Trigema

Es ist das Jahr der Jubiläen,

die HZ wird 70, die Firma

Trigema feiert das

100-Jährige und deren Inhaber

Wolfgang Grupp führt das Burladinger

Familienunternehmen

nun genau 50 Jahre. Er hat

in dieser Zeit Trigema als Marke

etabliert und den Namen

deutschlandweit durch hohe

Qualität, aber auch mit innovativem,

cleverem, teils frechem

Marketing bekannt gemacht;

Fernseh-Affe Charly, um einen

der Werbe-Coups zu nennen,

lässt grüßen: „Hallo Fans!“

Die Hohenzollerische Zeitung,

Burladingen und die

Firma Trigema stehen durchaus

in Beziehung zueinander:

Burladingen gehörte von Anfang

an ins Verbreitungsgebiet

unserer Zeitung. Trigema wiederum

steht für Burladingen,

fast wie ein Synonym. Die

Firma hatte hier seit der Gründung

ihren Sitz. Den Verlockungen

in Zeiten des Strukturwandels

ins Ausland abzuwandern,

um billiger produzieren zu können,

hat die Unternehmensleitung

widerstanden. Stattdessen

baute Wolfgang Grupp seinen

eigenen Vertrieb in Form der

Testgeschäfte auf, machte sich

vom Handel unabhängig und

setzt nicht auf Masse, sondern

auf Qualität und Verlässlichkeit.

Doch auch Anmutung und

Bewusstsein spielen eine Rolle:

Trigema steht für

Burladingen, ist

fast ein Synonym

Made in Germany, dem Standort

verbunden, umweltverträglich

und nachhaltig produziert

– darauf achten Kunden immer

mehr, darauf baut das Unternehmen.

Von einst 26 Burladinger

Textilfirmen, die hier produzierten,

ist Trigema die einzige,

die noch existiert. Trigema ist

heute der größte Arbeitgeber

der Stadt (1200 Beschäftigte),

ist zudem durch die erwähnte

Fernsehwerbung sowie durch

die 45 Testgeschäfte, die das Unternehmen

von Bayern bis zum

Nordseestrand unterhält, in der

ganzen Republik ein Begriff.

Die Firma nimmt immer wieder

breiten Raum in unserer Berichterstattung

ein, insbesondere

wegen politisch-unternehmerischer

Aussagen des Ge-

70 Jahre HZ, 100 Jahre Trigema: Anlass für ein Interview mit der nächsten Generation. HZ-Redakteur Matthias

Badura (rechts) wurde von Wolfgang Grupp jr. und Bonita Grupp empfangen. Foto: Julia Marquardt

schäftsführers Wolfgang

Grupp, die allgemeinen Widerhall

finden. Genauso werden

wir hellhörig, wenn das Unternehmen

mit einer Innovation

auf den Markt kommt, wie etwa

mit dem vollständig kompostierbaren

T-Shirt. Ebenso berichteten

wir darüber, wenn Familie

Grupp, was sie mehrfach

tat, der Stadt eine Spende zukommen

ließ, die beispielsweise

den Bau einer neuen

Sporthalle ermöglichte. Und

wir berichteten, dass Trigema

Flüchtlingen, die im Betrieb beschäftigt

sind, Sprachkurse an

der Burladinger Volkshochschule

bezahlt. Einzig und allen

Schlagzeilen über Kurzarbeit

und betriebsbedingte Entlassungen

– die gab es mangels solcher

Vorkommnisse noch nie.

Wolfgang Grupp ist mittlerweile

77 Jahre alt. Agil und profiliert

wie eh und je, wird er dennoch

eines Tages sein Unternehmen

in jüngere Hände geben.

Antreten soll die Nachfolge eines

seiner beiden Kinder, Bonita

oder Wolfgang jr. Eine Doppelführung,

das hat der Patriarch

oft und ausreichend betont,

kommt nicht in Frage, das

Unternehmen soll auch in vierter

Generation in der Familie

und in einer Hand bleiben.

Viele Medien, seriöse wie windige,

spekulieren schon lange

und immer wieder aufs neue,

wer von beiden das Rennen

wohl machen wird: Ist die Nachfolge

schon beschlossen, wann

wird sie ausgerufen, gibt es unter

den Geschwistern womöglich

interne Machtkämpfe?

Auch bei der großen Jubiläumsfeier

zum 100-Jährigen, die im

Oktober stattfand, lauerten

viele im Journalistentross darauf,

dass beim Festakt ein

Name verkündet würde. Sie warten

noch immer.

Abseits dieser aufgeregten

Debatte gehen zwei ganz gelassen

mit dem Thema um: Bonita

Grupp (30) und Wolfgang

Grupp jr. (29). „Wir werden immer

gefragt, wie hoch ist der

Druck? Als ob der eine versucht,

dem anderen eine Falle

zu stellen“, so Wolfgang Grupp

jr. in einem Interview, dass er

der HZ zusammen mit seiner

Schwester gab. „Dieser Konkurrenzkampf

wird von den Medien

gespielt und ist so nicht

Bonita Grupp:

Es gibt keinen

Konkurrenzkampf

existent.“ Bonita Grupp erläutert

dazu: „Mein Vater möchte,

dass nur ein Kind die Firma bekommt,

wir können aber beide

darin arbeiten. Deshalb ist der

Druck für uns nicht so groß.“

Man werde die Entscheidung

des Familienoberhauptes auf jeden

Fall respektieren, so wiederum

der Sohn: „Wenn der

Zeitpunkt gekommen ist, finden

wir eine gute Lösung, weil

wir andere Probleme auch

schon gemeistert haben.“ Seine

Schwester stellt noch einmal

klar, was man ihr ohne Bedenken

glaubt: „Mein Bruder und

ich verstehen uns sehr gut, und

wir haben keinerlei Konkurrenzkampf.“

Es wird also nicht so

sein, dass einer von beiden die

Firma nach der Übergabe verlassen

muss. Die Vorstellung,

dasjenige Kind, das nicht bedacht

wurde, müsse in die

Fremde auswandern, amüsiert

die Grupps ebenso wie die Idee,

der Vater werde dann im „Austragshäusle“

aufs Altenteil gesetzt.

Nein, betonen beide, man

brauche den Rat und die Erfahrung

des Vaters ebenso wie den

der Mutter Elisabeth Grupp, die

vor allem für die Testgeschäfte

zuständig ist. „Sie bieten uns

eine sichere Basis und Rückhalt“,

sagt Bonita Grupp. „Wir

sind der Meinung, dass es die

Chance gibt, dass alle vier im

Unternehmen bleiben, auch

wenn die Entscheidung der

Übergabe fällt.“ Momentan betreut

die Tochter in der Firmenleitung

die Bereiche E-Commerce

und Personal, ihr Bruder

deckt IT und Verkauf ab.

Freilich, räumen die Geschwister

ein, könnte sich bei

ihnen beiden theoretisch durch

die Partnerwahl die persönliche

Situation verändern, und

was die wirtschaftliche Zukunft

in Zeiten der rasant fortschreitenden

Globalisierung und Digitalisierung

bringe – das könne

niemand mit letzter Sicherheit

sagen. Fest steht jedoch der Entschluss,

das Unternehmen am

jetzigen Standort unter der Regie

der Familie weiterzuführen.

Wolfgang junior: „Es gibt keine

Diskussion, Burladingen wird

immer unsere Heimat bleiben.“

Seine Schwester pflichtet bei:

„Die Firma ist hier, und sie wird

auch in Zukunft hier sein.“

Die beiden schauen grundsätzlich

nach vorn. Im Ausland

zur Schule gegangen und dort

auch studiert, sind sie in der

Welt der modernen Kommunikation

daheim, internationales

Parkett ist ihnen vertraut. Und

zugleich fühlen sie sich der Vergangenheit

verbunden. Sie sehen

darin keinen Widerspruch:

Wenn man auf eine 100-jährige

Firmengeschichte zurückblicken

könne, fühle man sich

„selbstverständlich“ der Vergangenheit

verpflichtet. Und

ebenso der Leistung, die in dieser

langen Zeit von der Firmenleitung

genauso erbracht

wurde wie von den Mitarbeitern:

„Ich glaube es wäre unschön,

wenn man sagen würde,

an der nächsten Generation

scheitert’s, weil diese Genera-

„Die Firma wird

auch in Zukunft

hier sein.“

tion es nicht mehr machen

möchte oder keine Lust drauf

hat“, so der Sohn.

Also doch ein Druck, der auf

den potentiellen Nachfolgern

lastet? Beide verneinen: „Es ist

eine Verpflichtung, aber es ist

eine schöne Verpflichtung, mit

der wir aufgewachsen sind und

an der wir Freude haben.“

Was die Zukunft angeht, sehen

sie angesichts der Globalisierung

Veränderungen und Herausforderungen

in ihrer ohnedies

„schwierigen“ Branche auf

sich zukommen. „Aber wir sind

weiterhin der Meinung, dass

eine Texilproduktion auch in

Deutschland machbar sein

muss, sonst hätten meine

Schwester und ich uns nicht

entscheiden, in die Firma einzutreten,

sonst ginge man ja einer

Einbahnstraße entgegen“, sagt

Wolfgang Grupp jr. Er fügt

hinzu: „Ob wir es schaffen, werden

wir sehen.“ Doch das klingt

nicht verzagt, sondern zuversichtlich,

selbstbewusst.

Böte die Globalisierung andererseits

nicht die Chance, die

Marke Trigema international

zu etablieren? Dank Internet

könnte das heute leichter gelingen

als in früheren Zeiten, weiß

Bonita Grupp, die als Verantwortliche

im E-Commerce Zuwachs

und Absatz im Auge hat.

Doch das allein reiche nicht

aus. Um im Ausland Fuß fassen

zu können, benötige man „gute

Partner“ vor Ort und müsse

enorm viel investieren, um

dem Druck der einheimischen

oder internationalen Mitbewerber

Paroli bieten zu können.


70 Jahre

27

„Deshalb haben

wir ja auch die

HZ abonniert!“

ausspielen kann und muss.

Qualität, Verlässlichkeit, regionale

Verortung… kommt uns

das nicht bekannt vor?

So gerät die Rede über das,

was sein wird oder sein könnte,

zuletzt auf die Stadt Burladingen,

deren Zukunft die beiden

Grupps entschlossen sind, von

unternehmerischer Seite her

mitzugestalten. Sie sehen auf

der einen Seite strukturellen

Nachholbedarf, auf der anderen

Gestaltungsmöglichkeiten.

Schlecht stehe es um den öffentlichen

Nahverkehr und um

die Funkverbindungen beziehungsweise

die Netzabdeckung

(„was aber ein deutschlandweites

Problem ist“). In

der ländlichen Region zu leben,

sei für Menschen ohne

Auto mühsam, sagen sie, und

denken unter anderem an ihre

rund 40 Mitarbeiter mit Flüchtlingsstatus,

von denen viele

kein Fahrzeug besitzen. Immerhin

werde an der Verkabelung

und an der Verbreitung des

schnellen Internets, wie die beiden

HZ-Leser wissen, intensiv

So schlecht ist

Burladingen

nicht aufgestellt

„Das ist für Mittelständler

nicht immer zu bewältigen.“

Wie viel Geld und Mühe es kostet,

eine Marke aufzubauen

und zur Bekanntheit, ja Berühmtheit

zu führen, sehen sie

beide am Beispiel ihres Vaters.

Dieser Erfolg, so interpretiert

man es, soll nicht durch Abenteuer

leichtfertig aufs Spiel gesetzt

werden. Auf jeden Fall weiter

ausbauen möchte Bonita

Grupp den Online-Verkauf und

-Vertrieb. Wobei die Firmenleitung

die Chance sieht, auch im

Ausland mit dem Prädikat

Nachhaltigkeit zu punkten.

Beim Aspekt Vergangenheit

und Zukunft schwenkt das Gespräch

über zum Thema Nachrichten,

Medien, Zeitungen –

und natürlich auf die HZ, die

auch bei der Familie Grupp auf

dem Frühstückstisch liegt. Eine

gedruckte Zeitung zu lesen, ist

für Wolfgang Grupp jr. etwas

„Schönes“. Das höre sich womöglich

„etwas altmodisch

an“, aber „es ist ja auch ein Genuss

dabei. Das ist etwas anderes,

als wenn ich auf meinem

Handy etwas lese.“ Guter Journalismus

sei wichtig, sich allein

auf soziale Medien und Nachrichtendienste

im Internet zu

verlassen, berge die Gefahr,

durch deren Betreiber und

Einer der spektakulären Werbeträger von Trigema: das Luftschiff „Charly“ über Burladingen.

durch Algorithmen einseitig

und einförmig informiert zu

werden.

Die Zukunft des Zeitungsgewerbes,

das sich derzeit ebenfalls

im radikalen Umbruch befindet,

sieht Wolfgang Grupp junior

nicht ganz düster. Auch

diejenige der Regionalzeitungen

nicht. „Die Großen bringen

alle die gleichen großen Themen.

Die kleinen Zeitungen

bringen zudem das, was ich als

Bürger einer Stadt gerne lesen

möchte“ – etwa die Gemeinderatsberichterstattung.

„Deshalb

haben wir ja auch brav die

HZ abonniert!“, sagen die beiden

und lachen. Wieder ernsthaft

merkt Bonita Grupp an,

dass Zeitungen ein breites Spektrum

bieten. „Auch wenn ich

sie nur überfliege, kriege ich

doch durch die Überschriften

mit, was hier und dort los ist.

Das ist extrem wichtig.“ Was

die HZ natürlich gerne hört.

Eine Garantie dafür, dass die

tägliche Tageszeitung auch

noch in 20 Jahren auf Papier erscheint,

ist das nicht. Aber die

Grupps benennen damit doch

die Stärken, die der Journalismus

im Wandel des Mediums

Archivfoto

gearbeitet. Zudem sei die Stadt

von ihren Versorgungsmöglichkeiten

her nicht schlecht aufgestellt.

„Stadthalle, Sporthalle,

Ärztehaus – es wurde im Vergleich

zu anderen Kommunen

nicht wenig gemacht“, stellt

Grupp Junior fest – „aber man

könnte noch einiges bewegen.“

Umgekehrt müsse man aber

auch bereit sein, hier und da

loszulassen, Veränderungen

hinzunehmen. „Wenn sich

Schwerpunkte und Prioritäten

verlagern, weil Neues entsteht,

ist das so schlimm?“

Nein, findet die HZ – und bedankt

sich für das Gespräch

mit Bonita und Wolfgang

Grupp jr., das einen zuversichtlich

stimmt mit Blick auf kommende

Zeiten, wenn es weitere

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28 70 Jahre

Vom Zoller in die Welt

Ein Gastbeitrag der ARD-Nordamerika-Korrespondentin Claudia Buckenmaier

Es ist Sommer, mitten im

August. Im ersten Moment

dachte ich, das

kann nur ein Witz sein. Wie so

oft, leider, wenn wieder eine

neue Nachricht aus dem Weißen

Haus kommt. Dieses Mal

lautet die Meldung, der US-Präsident

wolle Grönland kaufen.

Aber nein, kein Sommerlochthema,

sondern der Ernst eines

früheren Immobilienunternehmers.

Donald Trump, von der

dänischen Premierministerin

mit der Absurdität seiner Idee

Als Trump

plötzlich Grönland

kaufen will

mehr noch Stetten als Hechingen,

auch wenn ich das gar

nicht groß voneinander trennen

mag.

Wenn ich auf der B 27 nach

Hause fahre und zum ersten

Mal aus der Ferne die Burg Hohenzollern

sehe, dann bedeutet

das Ankommen. Es ist vertraut

und fremd zugleich, denn vieles

hat sich verändert. Manches

stimmt mich eher traurig, manches

ärgert mich. Aber das gehört

eben auch dazu, wenn

man weggeht.

In der Fremde

schärft sich

der Blick

Ein vertrautes Bild für ARD-Zuschauer: die gebürtige Hechingerin Claudia Buckenmaier macht einen Aufsager

für die 20-Uhr-Tagesschau mit dem Weißen Haus im Hintergrund.

Foto: Tom Sampson

konfrontiert, sagt seinen geplanten

Staatsbesuch im dänischen

Königreich ab und riskiert

eine ernsthafte Verstimmung,

als er die Reaktion der

Regierungschefin fies nennt. So

rede man nicht mit den USA.

Plötzlich berühren sich zwei

Welten meines Berufslebens. In

meiner Zeit als Skandinavien-

Korrespondentin reiste ich

mehrfach nach Grönland. Eine

faszinierende Insel, ein stolzes

Volk, dessen Land zwar zu Dänemark

gehört, das aber großen

Wert auf seine Eigenständigkeit

legt. In vielen Bereichen

ist Grönland autonom, nicht

aber in der Außenpolitik. Dass

Trump zu glauben scheint, er

könne über die Köpfe der Grönländer

hinweg mit der dänischen

Regierung über den Verkauf

der Insel sprechen, zeigt

mir einmal mehr, wie wenig dieser

so mächtige Mann entweder

über andere Gegenden zu

wissen scheint oder wissen will.

Oder – und das ist durchaus

möglich – es interessiert ihn einfach

nicht, denn seine Politik gehorcht

vor allem einem Grundgedanken:

America First, Amerika

zuerst.

Dieser Moment im letzten

Sommer macht mir einmal

mehr bewusst, was für einen

spannenden Beruf ich ausüben

darf. Wie es dazu kam? Darauf

gibt es keine einfache Antwort.

Im richtigen Moment am richtigen

Fleck? Das Zuhause, die Eltern,

die Schule, manche Lehrer,

später Kollegen, mein

Mann und immer wichtige

Freundinnen und Freunde. Das

Claudia Buckenmaier berichtet in Nordamerika vor allem aus der Weite

des Landes. In Utah drehte sie ein Feature und „Cowboys und Indianer“

heute. Hier interviewt sie den Farmer Stanton Gleave. Foto: NDR

grenzenlose Interesse an anderen

Menschen, Kulturen, ihren

jeweiligen Welten. Und die

Freude, darüber berichten zu

können. Egal ob anfangs in der

Lokalzeitung oder später fürs

Fernsehen.

Angefangen hat alles mit einem

kleinen Job neben der

Schule her. Am Wochenende

Korrekturlesen der Druckfahnen

in der Hohenzollerischen

Zeitung. In einer Zeit, in der Zeitungen

noch gesetzt wurden

und nicht im Computer entstanden.

Rechtschreibung, Grammatik,

Zeichensetzung. Die Korrekturzeichen

beherrsche ich

bis heute.

Ein Praktikum in der aktuellen

Fernsehredaktion beim Südwestfunk

in Baden-Baden aber

lenkt mein Interesse am Journalismus

in eine neue Richtung,

weg von der Zeitung. Nach meinem

Studium für ein Volontariat

bewerbe ich mich bei verschiedenen

ARD-Anstalten. Als

ausgerechnet der Norddeutsche

Rundfunk zusagt, bin ich,

die Schwäbin, doch sehr überrascht.

Ich treffe eine Entscheidung:

ich werde Hochdeutsch

wie eine Fremdsprache lernen.

So gut es halt geht. Den Dialekt

will ich auf keinen Fall verlieren.

Deshalb spreche ich bis

heute zuhause Schwäbisch.

Meine Sprache für die Heimat.

Mit dem sogenannten „Honoratiorenschwäbisch“

habe ich

mich nie angefreundet.

Nach der Ausbildung bestimmt

die erste Stelle in der

Auslandsredaktion meinen weiteren

journalistischen Weg,

auch wenn ich zwischendurch

sieben Jahre lang aus Berlin berichtet

habe. Unter anderem

Mit Kinkel über

Hechingen

geplaudert

über die FDP. Dabei bin ich immer

wieder Klaus Kinkel begegnet.

Hechingen war dann

schnell ein Thema. Und das

Schwäbische. Die Herkunft.

Die Heimat eben. Für mich

Claudia Buckenmaier ist 55

Jahre alt. Sie stammt aus Stetten

und hat 1983 am Hechinger

Gymnasium Abitur gemacht.

Schon als Schülerin war

sie „medienaffin“: Sonntags

hat sie in der HZ-Redaktion Korrektur

gelesen. Ihr Studium im

französischen Tours, in Tübingen

und in Frankfurt/Main

schloss sie 1990 mit dem Staatsexamen

für Politikwissenschaft,

Germanistik und Geschichte

ab. Ab 1992 absolvierte Claudia

Buckenmaier ein Volontariat

beim Norddeutschen Rundfunk

(NDR). Im Anschluss daran

war sie zunächst Reporterin,

dann Redakteurin in der Auslandsredaktion

Fernsehen des

NDR. 1999 entsandte sie der

In der Fremde schärft sich

der Blick. Vieles, was ich früher

für selbstverständlich gehalten

habe, bekommt ein neues Gewicht.

Ich weiß, wir Deutschen,

und vielleicht wir Schwaben sogar

noch ein bisschen mehr, klagen

oft, aber ganz ehrlich, im

Vergleich mit so vielen anderen

Ländern – es geht uns gut! Das

habe ich schon in Schweden gedacht,

von wo ich fünf Jahre

lang über Nordeuropa berichtet

habe. Aber seitdem ich in

den USA lebe, bin ich davon

überzeugter denn je.

Meine Aufgabe im ARD-Studio

Washington ist es vor allem,

aus der Weite des Landes zu berichten.

Über die sogenannt

einfachen Menschen, seltener

über die Politiker in der Hauptstadt.

Natürlich kommt auch

das vor, und ich erlebe so immer

wieder Auftritte und Reden

von Donald Trump. Aber vor allem

bin ich viel unterwegs für

Sendungen wie Weltspiegel

oder Tagesthemen. Ich treffe

Menschen, deren Geschichten

mich oft lange nicht mehr loslassen.

Hechingen, Stockholm, Hamburg, Washington

NDR als Redakteurin nach Berlin

ins ARD-Hauptstadtstudio.

Ab 2007 war sie Studioleiterin

im ARD-Studio Stockholm.

Fünf Jahre lang war Claudia Buckenmaier

die „Stimme des

Nordens“ in der ARD. Von 2012

bis Juni 2017 leitete sie die

NDR-Auslandsredaktion in

Hamburg. Seit Juli 2017 ist sie

ARD-Korrespondentin in Washington,

wo sie jetzt mit ihrem

Mann lebt.

@

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70 Jahre

29

Donna und Maria in Georgia

zum Beispiel. Diese beiden

Frauen helfen Menschen, die

obdachlos sind oder in heruntergekommenen

Hotelzimmern

hausen müssen, weil ihre

Gehälter nicht ausreichen, um

eine Mietkaution hinterlegen

zu können. Inzwischen sind die

beiden so bekannt, dass ihr Telefon

auch nachts klingelt,

Happy-End

nach Jahren für

Rose und José

wenn jemand in Not ist. Ihre eigenen

Familien müssen dafür

Verständnis haben.

Oder Rose in Houston, Texas.

Eine US-Amerikanerin, deren

Ehemann als einer der ersten

nach Donald Trumps Amtsantritt

abgeschoben wurde. Er

war illegal im Land, wegen eines

Formfehlers seiner Mutter,

aber er hatte sich nie etwas zuschulden

kommen lassen.

Seine zwei kleinen Kinder verloren

von einem Tag auf den anderen

den Vater. Rose kämpfte

– und vor wenigen Wochen

dann die große Überraschung:

Die zehnjährige Einreisesperre

wurde nach knapp zweieinhalb

Jahren aufgehoben. Inzwischen

ist José wieder mit seiner

Familie vereint.

Oder Mark aus West Virginia.

Ein ehemaliger Gutachter für

Versicherungen, der sein

Hobby, die Bienenzucht, als

Claudia Buckenmaier (rechts) und ihr Team aus dem ARD-Studio Washington in Gallop im US-Staat New Mexico: Die Reportage gilt einer Zeremonie

verschiedener Stämme, bei der eine Schönheitskönigin gewählt wird (Bildmitte).

Foto: NDR

eine Chance sieht, Menschen

wieder mehr Selbstvertrauen

zu geben. Ehemaligen Bergbauarbeitern,

die in dem einstigen

Kohlestaat nirgendwo mehr

eine Stelle finden, oder anderen,

die so wenig verdienen,

dass sie selbst in diesem sehr armen

Teil der USA Schwierigkeiten

haben, über die Runden zu

kommen. Im Rahmen einer Organisation

baut er eine professionelle

Bienenzucht auf, die

Menschen zu Imkern ausbildet

und ihnen dann den Honig abkauft,

um ihn als ein naturreines

Gemeinschaftsprodukt aus

den Appalachen auf den Markt

Lokalzeitungen

schmerzlich

vermisst

zu bringen. Mark weiß, dass

das kein Ersatz für gut bezahlte

Jobs ist, aber er will, dass die

Menschen begreifen, dass es

noch mehr gibt als einen Rohstoff,

dessen Tage gezählt sind,

egal was Donald Trump den

Leuten in West Virginia verspricht.

Wann immer ich in den USA

unterwegs bin, suche ich nach

Lokalzeitungen, um mehr über

den Ort zu erfahren, denn was

ist eine bessere Quelle als eine

professionell gemachte Zeitung,

mit gut ausgebildeten

Journalisten?

Doch abseits der großen

Städte gibt es in den USA so gut

wie keine regionalen Blätter

mehr, weder auf Papier noch

im Internet. Hin und wieder

ein Anzeigenblatt mit ein bisschen

Information, das wöchentlich

oder monatlich erscheint.

Mehr nicht. Dabei sind Lokalzeitungen,

wie es sie in Hechingen

noch gibt, enorm wichtig

für unser Zusammenleben als

Gemeinschaft. Um uns zu informieren,

um uns zu ärgern oder

zu freuen, um uns auszutauschen.

Wer zum Beispiel die Welt

nur durch die Äußerungen des

amerikanischen Präsidenten

auf Twitter wahrnimmt, der bekommt

eine sehr eingeschränkte

Sicht auf die Dinge.

Zum Beispiel, dass es eine gute

Idee sein könnte, Grönland zu

kaufen.

CLAUDIA BUCKENMAIER

Info Claudia Buckenmaiers Reportagen

können unter www.weltspiegel.de

angeschaut werden.

Den schönsten

Leseplatz gefunden bei

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WIR SAGEN

VIELEN DANK!

Wir gratulieren ganz herzlich zum Jubiläum und bedanken

uns für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

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30 70 Jahre

Von Einbruch und Erdbeben

Ein Streifzug durch 70 von 1000 bewegten Jahren auf Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern.

Vieles hat sie erlebt und

gesehen in ihrer

1000-jährigen Geschichte. Grafen,

Fürsten, Könige und Kaiser.

Entstanden im 11. Jahrhundert

wurde die erste Festung

auf dem Zollerberg im 15. Jahrhundert

durch einen Krieg zerstört,

doch bald darauf wieder

aufgebaut. Im 18. Jahrhundert

wurde die zweite Burg verlassen

und zerfiel zu einer Ruine.

Größer und schöner als je zuvor

wurde sie von 1850 bis 1867

350 000 Touristen

besuchen jährlich

die Zollerburg

diese nicht angerührt, gab er

nach seiner Verhaftung zu Protokoll.

Fast zeitgleich zu diesem Kriminalstück

gründeten Louis

Ferdinand und seine Frau Kira

Prinzessin von Preußen eine

Stiftung für Kriegswaisen aus

Berlin mit dem Gedanken, diesen

Kindern eine unbeschwerte

Zeit in Form von kostenlosen

Ferien auf der Burg Hohenzollern

zu ermöglichen.

Hierzu ließ das Prinzenpaar

den dritten Stock im Nordflügel

1978: Der Schock

in der frühen

Morgenstunde

wiedererrichtet. Seither prägt

die dritte Burg in ihrer heutigen

Form weithin sichtbar das Landschaftsbild

und öffnet täglich

ihre Tore für rund 350 000 Besucher

im Jahr, die sich Geschichte

und Geschichten der

Hoheiten und Majestäten erzählen

lassen.

Majestäten gibt es schon

lange nicht mehr in Deutschland.

Der letzte Kaiser aus der

Hohenzollern-Dynastie, Wilhelm

II., dankte 1918 ab und

starb 1941 im holländischen

Exil. Doch der Stammsitz der

Hohenzollern, die Burg auf

dem Zollerberg, blieb bestehen

und wurde von der Familie weiterhin

gepflegt und instandgehalten.

Gerade in den vergangenen

70 Jahren hat sich vieles getan,

in der Berichterstattung

stets begleitet von der Hohenzollerischen

Zeitung: Kaiser-Enkel

Louis Ferdinand Prinz von

Preußen, der 1951 nach dem

Tod seines Vaters, dem Kronprinzen,

Chef des Hauses

wurde, beschloss, auf der Burg

ein Hohenzollern-Museum einzurichten.

Hierfür ließ er zahlreiche

Kunstgegenstände aus

Familienbesitz von Berlin auf

die Burg Hohenzollern bringen

Von einem Fahndungsfoto der Polizei: das Werkzeug, das der Burg-Einbrecher

Paul Falk 1953 im Wald unterhalb der Burg zurückließ.

1983: Fünf Jahre nach dem großen Erdbeben wird der beschädigte Turm der evangelischen Burgkapelle in

einer spektakulären Hubschrauber-Aktion abtransportiert. Zwei Jahre später kam er frisch restauriert auf

demselben Wege wieder drauf.

Foto: Archiv Schetter

und einen Teil der Burgräume

zu Museumsräumen ausstaffieren.

In diesem Zuge wurde

auch die ehemalige Kompanie-

Küche zur Schatzkammer umgebaut.

Seither funkeln dort anstelle

von kupfernen Kochtöpfen

allerhand Preziosen aus

Gold, Silber, Porzellan und Edelsteinen.

Eine weitere „Attraktion“

fand 1952 ihren Weg auf die

Burg: Die Särge Friedrichs des

Großen und dessen Vaters

Friedrich Wilhelms I. wurden

auf Geheiß des Prinzen auf die

Burg gebracht und in der evangelischen

Kapelle aufgebahrt.

Wenngleich auch der Hausherr

dieses vorrangig in Anbetracht

der politischen Lage aufgrund

der Teilung Deutschlands veranlasste,

bescherte es dem

Burg-Museum natürlich auch

steigende Besucherzahlen.

Die Burg Hohenzollern war

nun also touristisch erschlossen.

Doch das zog nicht nur

wohlwollende Besucher an, die

sich für Kunst und Geschichte

interessierten, sondern auch

den „Mann aus dem Nebel“. So

betitelten die Zeitungen damals

jenen Einbrecher, der in

der Nacht zum 31. Juli 1953 in

die Schatzkammer einstieg.

Paul Falk, so die mystische Gestalt

mit bürgerlichem Namen,

erbeutete Kunstgegenstände

von unermesslichem Wert.

Zahlreiche dieser Kostbarkeiten

zerstörte er, indem er sie

zerbrach und das Gold einschmolz,

wohlwissend, dass er

seine Beute anders gar nicht

hätte verkaufen können. Doch

lange währte seine Freude an

dem Reichtum nicht. Spielende

Kinder fanden im Burgwald seinen

Bolzenschneider, ein wichtiges

Puzzleteil für die Polizei,

Die Königskrone

hatte der Dieb

zurückgelassen

das zu seiner Verhaftung

führte. Ein Teil der Beute wanderte

zurück in die Schatzkammer,

ein Teil war für immer zerstört

oder verschwunden. Das

Kuriosum: Der Dieb hatte das

Prunkstück, die preußische Königskrone,

am Tatort zurückgelassen.

Aus Respekt vor den

preußischen Königen habe er

der Burg ausbauen wie eine Jugendherberge

und empfing

dort im Sommer 1954 die ersten

jungen Gäste.

Von nun an sollte die Kira-

Stiftung jährlich von Mai bis

September Kinder- und Jugendgruppen

aus sozial benachteiligten

Verhältnissen willkommen

heißen. Für die Finanzierung

sorgt seither das alljährliche

Kira-Konzert im Grafensaal

der Burg, das unter anderem

schon von Künstlern wie Yehudi

Menuhin oder Max Raabe

musikalisch bereichert wurde.

Nach wie vor ist die Kira-Stiftung

aktiv. In den vergangenen

65 Jahren begrüßte sie rund

14000 junge Gäste auf der Burg.

Einen sprichwörtlich herben

Schlag erlitten die Burg Hohenzollern

sowie die nach ihr benannte

Region Zollernalb am

frühen Sonntagmorgen des 3.

September 1978: Ein Erdbeben

der Stärke 5.7 richtete um 6.08

Uhr Gebäudeschäden in Millionenhöhe

an. Die Reparaturarbeiten

an der Burg sollten acht

Jahre andauern. Unter anderem

wurde der beschädigte

Turm der evangelischen Burgkapelle

in zwei spektakulären

Hubschrauber-Aktionen abtransportiert

und nach der Reparatur

wieder aufgesetzt.

Noch heute zeugen Risse in den

Burgmauern von der einstigen

Naturgewalt.

Louis Ferdinand Prinz von Preußen und seine Frau Kira in den 1950er-

Jahren im Burghof zusammen mit Kriegswaisen, denen sie einen kostenlosen

Urlaub auf der Burg ermöglichten. Fotos: Archiv Burg Hohenzollern


70 Jahre

31

Im August 1991 nahm die Burg

Abschied von den Königen, denen

sie 39 Jahre lang als vorübergehende

Grablege gedient

hatte. Louis Ferdinand Prinz

von Preußen hatte bereits 1952

gelobt, seine berühmten Vorfahren

nach Potsdam zurückzubringen,

sobald Deutschland

wieder vereint sei. Nun war es

soweit. Die Särge Friedrichs

des Großen und des Soldatenkönigs

wurden unter militärischen

Ehren der Bundeswehr

von der Burg abgeholt und mit

August 1991: Die Bundeswehr holt die Särge der Preußenkönige von der Burg ab. Es geht nach Potsdam.

einem Sonderzug der Deutschen

Bahn von Hechingen

nach Potsdam rücküberführt.

Ein sprichwörtlich großer

Bahnhof.

2011 wäre die Burg Hohenzollern

beinahe Schauplatz der

royalen Hochzeit Deutschlands

geworden. Georg Friedrich

Prinz von Preußen, seit

dem Tod seines Großvaters

Louis Ferdinand 1994 Chef des

Hauses, und seine Verlobte Sophie

von Isenburg, planten ihre

Vermählung auf dem Stammsitz

der Hohenzollern. Allerdings

genügte ein Blick auf die

Einladungsliste, um festzustellen,

dass die Burg schlicht zu

klein sein würde für diese Feier.

Das Brautpaar musste umdisponieren.

Die Trauung fand im

Beisein von mehr als 700 Gästen

in der Friedenskirche zu

Potsdam statt, die anschließende

Feier in der Orangerie

von Schloss Sanssouci.

Mittlerweile sind Prinz und

Prinzessin stolze Eltern von

den Zwillingen Carl und Louis,

Töchterchen Emma und Nesthäkchen

Heinrich. Und wann

immer es die Zeit zulässt, reist

die Familie vom Wohnort Potsdam

auf die Burg. Hier, auf

dem schönsten Abenteuerspielplatz

der Welt, kennt sich der

adelige Nachwuchs bereits bestens

aus, fegt durch den Burggarten

und erobert zusammen

mit Touristenkindern die Kanone

im Burghof. „Die Burg Hohenzollern

ist ein geschichtsträchtiger,

aber zugleich ausgesprochen

lebendiger Ort“, betont

Hausherr Georg Friedrich

Prinz von Preußen. Das belegen

unter anderem die zahlreichen

Veranstaltungen, die seit

den 1990er-Jahren die Burg eroberten:

Weihnachtsmarkt,

Falkner-Wochenende, Open-

Air-Kino, Theater, Konzerte,

Schlosserlebnistag, Sternschnuppen-Nächte,

Frühlingserwachen,

Muttertag, Kinderferienprogramm,

Goldener

Herbst. Hinzu kommen zahlreiche

Hochzeiten, die wahlweise

in der katholischen oder evangelischen

Burgkapelle ausgerichtet

werden.

Die Brautpaare kommen übrigens

nicht nur aus dem

Ländle, sondern auch aus Übersee,

zum Beispiel aus Japan.

Meist findet die anschließende

Feier dann auch im Burg-Restaurant

statt. Die Gastronomie,

die nach jahrzehntelanger Verpachtung

seit dem Jahr 2012 in

Eigenregie der Burgverwaltung

geführt wird, bewirtet nämlich

nicht nur tagsüber die Burgbesucher,

sondern auch abendliche

Feiern für bis zu 100 Gäste.

Durch all diese Aktivitäten generiert

die Burgverwaltung die

Mittel, mit denen die Burg Hohenzollern

erhalten wird. Als

private Einrichtung muss sie

sich nämlich selbst finanzieren.

Um das zu ermöglichen,

beschäftigen die beiden Burgherren

Georg Friedrich Prinz

von Preußen und Karl Friedrich

Fürst von Hohenzollern

ein Team von mittlerweile 180

Mitarbeitern.

Nun steht der Burg eine Jahrhundert-Baustelle

ins Haus:

Die Bastionsmauern und die

Auffahrtsanlage müssen saniert

werden, da der Zahn der

Zeit, Erdbeben, Wind und Wetter

sowie Wasser und Salz dem

alten Gemäuer zugesetzt haben.

Die Arbeiten haben nun

begonnen und werden viele

Jahre in Anspruch nehmen und

zweistellige Millionenbeträge

kosten. Hier unterstützen allerdings

auch Bund, Land und

Denkmalstiftungen die Burg

Hohenzollern, damit das denkmalgeschützte

Gebäude als

Heimatsymbol, Landmarke

und touristisches Flaggschiff

auch den kommenden Generationen

erhalten bleibt. Und die

HZ auch in Zukunft ein Objekt

für stets gerne gelesene Berichterstattung

hat. ROLAND BECK

Wir gratulieren

zum Jubiläum

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32 70 Jahre

„Rebellious Spirit“: Aus dem Kinderzimmer stürmten die beiden Brüder aus Bisingen und ihre Freunde aus Tailfingen und Wachendorf auf die großen Bühnen (von links): Jens (26,

Bass), Corvin (25, Gitarre), Jannik (24, Gesang und Gitarre) und Silvio (Schlagzeug).

Privatfotos

Die Rebellen aus Bisingen

„Rebellious Spirit“ standen – unterstützt von der HZ – schon auf großen Bühnen

Als sie wirklich noch Jungs waren: Die Rebellen im Jahr 2010 auf der

Burgruine Ror in Bisingen.

Kinderzimmer

als

erster Proberaum

Fast zehn Bühnenjahre

sind eine lange Zeit. Als

sie sich vornahmen, eine

Band zu gründen, waren die

Vier von „Rebellious Spirit“ tatsächlich

noch Jungs. Inzwischen

haben sie ihr drittes Album

herausgebracht, waren

mit Größen wie Axel Rudi Pell

oder Bonfire auf Tour, teilten

sich die Bühne mit Alice Cooper

oder Europe, rockten bei

Bang Your Head in Balingen

oder erst unlängst im Wom in

Hechingen, die HZ immer fest

an ihrer Seite. Man ist versucht,

von „alten Hasen“ zu reden, dabei

ist der Älteste gerade einmal

26.

Da wollen wir doch mal wissen,

wie alles begann. Will denn

nicht jeder Jugendliche Rockstar

werden? Und wie sehen Jannik

Fischer (24, Gesang und Gitarre),

sein Bruder Jens (26,

Bass), Silvio Bizer (25, Schlagzeug)

und Corvin Domhardt

(25, Gitarre) ihre musikalische

und berufliche Zukunft?

Die „Rebellen“ konnten, als

sie beschlossen, eine Band zu

gründen, zumindest einmal

eins: tatsächlich Musik machen.

Jeder kann ein Instrument

spielen, gerne auch mehrere.

Dabei waren sie am Anfang

nur zu dritt. Im Musikland Albstadt

hatte Silvio eine Anzeige

aushängen. Er suchte Verstärkung.

Die Brüder Jannik und

Jens aus Bisingen stiegen ein.

Ihren ersten Aufritt hatten

die Drei beim Umsonst & Draußen

in Geislingen, daran erinnern

sie sich noch gut. „Wir waren

als erste Band mittags dran,

frisch aus dem Proberaum“, erzählt

Jannik. Und weil die erste

Band ausfiel, durften sie drei

Lieder mehr spielen. Das gab

ihr Repertoire gar nicht her. Die

„Zugabe“ war dann nicht mehr

so prickelnd.

Trotzdem wurde fleißig weiter

geprobt: im Hause Fischer

in Bisingen. Erst im Kinderzimmer,

später dann im Keller. „Da

proben wir heute noch“, so

Jens. Der Raum wurde etwas

schallisoliert – und wahrscheinlich

haben sich die Nachbarn

auch daran gewöhnt.

Ein halbes Jahr nach dem

nicht so ganz gelungenen Einstand

kam dann Bandmitglied

Nummer vier, Corvin, hinzu.

Den kannten Jannik und Jens

von früher, „wir haben als Kinder

miteinander gespielt“. Das

erste große Konzert gab es in

der Rockfabrik in Ludwigsburg.

Vater Klaus Fischer fuhr sie hin.

So wie er auch später in der Regel

den (Tour-)Bus steuerte.

Dann ging plötzlich alles

ganz schnell und die musikalische

Karriere sprunghaft nach

oben. Markus Gumball, der

auch schon mit den „Guano

Apes“ und Doro Pesch gearbeitet

hat, nahm sich der Jungs an.

Coole Kids, die 80er-Jahre Hardrock

spielen, das könnte die

Fans locken. Es gab den ersten

Plattenvertrag.

Das Video zur ersten Single,

„Lights out“ (2012), wurde in Bisingen

in der Halle von Martin

Pflumm im Gewebegebiet Hinter

Stöck gedreht. 2013 kam das

erste Album, „Gamble Shot“, heraus,

2014 das zweite, „Obsession“,

2016 schließlich „New

Horizon“, mit neuer Plattenfirma.

Inzwischen haben die „Rebellen“

Hunderte von Konzerten

absolviert. Statt 80er-Jahre

Hardrock setzen sie heute auf einen

eigenen Stil, sie nennen es

selbst Cross-Over-Rock, eine

Schnittmenge aus Rock und Metall

mit vielen modernen Einflüssen,

da darf gerne auch mal

eine Ballade dabei sein. In letzter

Zeit ist es etwas ruhiger um

die vier „Rebellen“ geworden.

Corvin machte eine Ausbildung

zum Karosseriebauer und Lackierer.

Silvio absolvierte ein

Freiwilliges Soziales Jahr, studiert

Lehramt. Jannik studiert

Lehramt Grundschule. Jens hat

die Psychologie gewählt, „als

Fernstudium“, sonst hätte er zu

weit weg ziehen müssen, hätte

nicht mehr mit der Band proben

können.

Die HZ

immer fest an

ihrer Seite

Die vier „Rebellen“ haben

sich vorgenommen, „viel mehr

selbst zu machen“, auch die Videos

selbst zu produzieren. Jannik

schreibt die Musik, Jens die

Texte. 2020, rechtzeitig zum

zehnten Jubiläum, soll es wieder

ein größeres musikalisches

Jahr werden.

Die Zeit bislang auf den Bühnen

und im Studio möchten sie

nicht missen, doch sie haben

auch erfahren, wie hart das Musikbusiness

ist, „harte Arbeit

und harter Kampf“. Doch wer

weiß schon, was als nächstes

kommt. In einem sind sich die

vier „Rebellen“ aus dem Kirchspiel

aber sicher: „Wir vier werden

immer zusammen Musik

machen.“ STEPHANIE APELT


70 Jahre Qualität vor Ort

Die HZ war und ist sich ihrer Verantwortung stets bewusst

Die Hohenzollerische Zeitung

kann in diesem

Jahr auf eine lange wie

wechselvolle Unternehmensgeschichte

zurückblicken. Im

Jahr 1949 wurde nicht nur die

Bundesrepublik Deutschland

gegründet, auch die HZ, wie sie

im Volksmund heißt, wurde

das 1. Mal aufgelegt.

70 Jahre Hohenzollerische

Zeitung, 70 Jahre Qualitätsjournalismus

vor Ort, zu diesem

stattlichen und nicht alltäglichen

Jubiläum gratuliere ich daher

seitens der Gemeinde Bisingen

wie persönlich sehr herzlich.

Der technische Wandel, aber

auch das veränderte Mediennutzungsverhalten

stellt die

Verlage stets vor neue Herausforderungen.

Sich daher über

einen so langen Zeitraum am

Markt erfolgreich zu behaupten,

ist eine großartige Leistung.

Auf diesen Erfolg darf die

HZ zurecht stolz sein. Diesen

langen Erfolg verdankt sie vor

allem ihrer journalistischen

Kompetenz, ihrer Nähe zur Leserschaft

und ihrer genauen

Kenntnis dessen, worüber sie

berichtet.

Bürgermeister Roman Waizenegger:

Die HZ darf zurecht auf 70

Jahre stolz sein.

70 Jahre

GRUSSWORTE · BÜRGERMEISTER ROMAN WAIZENEGGER

Eine unabhängige und kritische

Presse, auch und gerade

vor Ort, ist für eine wehrhafte

Demokratie unverzichtbar. Die

Medien haben eine wichtige

Kontrollfunktion und tragen

entscheidend zur Meinungsbildung

der Bürger bei. Verlässliche

Informationen und Einblicke

in politische wie gesellschaftliche

Zusammenhänge

sind Voraussetzungen, um Ereignisse

oder Entwicklungen

besser einschätzen und am öffentlichen

Leben mitwirken zu

können.

Diese Bedeutung für unsere

Demokratie geht aber mit einer

hohen Verantwortung einher.

Das war und ist der HZ stets bewusst.

So hat sich die Hohenzollerische

Zeitung das Vertrauen

über all die Jahre hinweg erarbeitet

und ist für viele Menschen

im Hohenzollerischen

das regionale Leitmedium geblieben.

„Unserer“ HZ wünsche ich

daher weiterhin eine treue Leserschaft,

viel Erfolg und alles

Gute.

Roman Waizenegger

Bürgermeister in Bisingen

BÜRGERMEISTER FRANZ JOSEF MÖLLER

Jeden Morgen topaktuell

Mit dem „e-Paper“ gehört der Zeitung die Zukunft

33

Liebe Leserinnen und Leser,

als Bürgermeister der

Gemeinde Grosselfingen im

Zollernalbkreis möchte ich zu

allererst der Hohenzollerischen

Zeitung zu ihrem 70-jährigen

Jubiläum ganz herzlich

gratulieren.

Seit nunmehr 70 Jahren können

auch über die Gemeinde

Grosselfingen so manche

Schlagzeilen in der Zeitung gelesen

werden. Für mich ist die

Zeitung trotz des digitalen Zeitalters

immer noch das beste

Medium, sich über jüngst Geschehenes

auf der ganzen Welt,

in der Politik oder natürlich

auch bei uns im Zollernalbkreis

zu informieren.

Dies ist jedem einzelnen der

Redakteure zu verdanken, die

die Artikel quasi über Nacht zu

Papier bringen, sodass wir als

Leser jeden Morgen pünktlich

zum Frühstück eine topaktuelle

Lektüre durchstöbern können.

Auch wenn die „smarte

Welt“ vor allem die jungen

Leute immer mehr über soziale

Netzwerke über Aktuelles informiert,

wird die Zeitung noch

lange Jahre überstehen. Mit Sicherheit

wird es diese in naher

Zukunft nur noch als „e-Paper“

geben, und der Druck wird immer

mehr eingestellt, dennoch

ist und bleibt sie eine beständige

Informationsquelle.

Bürgermeister Franz Josef Möller

möchte die tägliche Zeitungslektüre

nicht missen.

Ich wünsche der Hohenzollerischen

Zeitung nochmals alles

Gute zum Jubiläum.

Grüße aus Grosselfingen

Franz Josef Möller

Bürgermeister

durch die Krankenkasse

Kostenübernahme

Die Presse muss die Freiheit

haben, alles zu sagen, damit

gewissen Leuten die Freiheit

genommen wird, alles zu tun.

Louis Terrenoire

100 %

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Wir gratulieren

unserem

Verlagspartner

HOHEN-

ZOLLERISCHE

ZEITUNG

zum 70. Jubiläum

und danken für

die langjährige

Zusammenarbeit.

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HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Wir wünschen der Hohenzollerischen Zeitung

zum 70-jährigen Jubiläum das Beste und freuen

uns auf weiterhin gute Partnerschaft.

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ULM

Erste Methan tank-

stelle in Ulm eröffnet



Tankfüllung für Lkw. In Ulm ist die erste

Methan-Tankstelle Deutschlands eröffnet


GRUSSWORTE · BÜRGERMEISTER DR. HEINRICH GÖTZ

Seit 70 Jahren die Nummer 1

Der unaufgeregte Journalismus der HZ bietet Mehrwert

Seit 70 Jahren ist die

Hohenzollerische

Zeitung in unserer

Region das Medium Nummer

1 in Sachen Information.

Sie ist ein Stück Heimat

und zugleich das

Fenster hinaus in die

Welt. Ein traditionelles

Blatt auf der einen Seite,

das jedoch längst modern

digital daherkommt. So

bleiben wir, selbst wenn

wir nicht vor Ort – daheim

– sind, stets zuverlässig

auf dem Laufenden.

Zeitung ist Berichterstattung,

Information

und Unabhängigkeit. Sie

transportiert Sachverhalte

und Fakten, Neuigkeiten

und Wissenswertes

aus vielerlei Gebieten.

Wirtschaft und Wissenschaft,

Politik und Sport,

Kultur und Gesellschaft.

Wir als Leser vertrauen darauf,

dass all die Nachrichten

und Berichte, die uns

durch die Zeitung erreichen,

richtig und wahr sind.

So groß dieser Anspruch, so

selbstverständlich ist er. Wir

Bürgermeister Heinrich Götz fühlt sich von der HZ

zuverlässig auf dem Laufenden gehalten.

vertrauen den Journalisten

und Redakteuren; vertrauen

auf sorgsame Recherche sowie

70 Jahre

persönliche Unvoreingenommenheit

und

Neutralität. Wir vertrauen

darauf, dass

auch komplexe Sachverhalte

leserkompatibel

aufbereitet werden,

bereichern und lehren,

ohne aber belehren zu

wollen. Verlag und Herausgeber

tragen für all

dies maßgeblich Sorge,

aber auch Verantwortung

für den wirtschaftlichen

Erfolg.

Für uns Leser bietet

der unaufgeregte Journalismus

der Hohenzollerischen

Zeitung zweifelsohne

einen echten

Mehrwert. Der uns, gerade

in Zeiten reißerischer

Überschriften

ohne Nachricht dahinter,

durchaus mehr

wert sein kann und

sollte.

In diesem Sinne:

herzlichen Glückwunsch

und Dankeschön.

Dr. Heinrich Götz,

Bürgermeister der Stadt

Haigerloch

BÜRGERMEISTER JOHANN WIDMAIER

Ich freue mich jeden Morgen

Die HZ ist ein Stück hohenzollerischer Heimat

Frühmorgens liegt sie

schon in unserem Briefkasten:

die Hohenzollerische

Zeitung! Und ich freue

mich darauf, denn sie gehört

zu unserer Gemeinde und zu

unserer schönen Heimat. Seit

70 Jahren, also schon lange vor

meiner Geburt, informiert sie

die Leserinnen und Leser in

Rangendingen und in unserer

Region mit ihrer aktuellen Berichterstattung.

Als beständige

und zuverlässige Informationsquelle

bringt sie uns unser

Land, unsere Vereine, unsere

Gemeinde und unsere Nachbargemeinden

näher, ja sie ist zu

einem Stück hohenzollerischer

Heimat geworden.

Wer sich heute informiert,

hat vielfältige Möglichkeiten.

Über das Internet bekommt

man blitzschnell die neuesten

Informationen, nicht immer

die richtigen. In der großen Medienlandschaft

ist die Hohenzollerische

Zeitung ein wichtiger,

fester Bestandteil mit Qualität

und hochwertigen Informationen.

Ich danke allen, die an der

Hohenzollerischen Zeitung mitarbeiten,

den Redakteuren und

Redakteurinnen, die manchmal

Tag und Nacht und sonnfeiertags

unterwegs sind, aber

auch den Menschen, die die

35

Bürgermeister Johann Widmaier

würdigt die Arbeit der Redakteure

– und die der Austräger.

Zeitung in unsere Briefkästen

bringen.

Im Namen der Gemeinde

Rangendingen gratuliere ich

der Hohenzollerischen Zeitung

zum 70-jährigen Bestehen herzlich,

und ich danke für die langjährige,

gute Berichterstattung.

Ich freue mich auf morgen,

wenn ich den Briefkasten

öffne!

Johann Widmaier, Bürgermeister

in Rangendingen

FRISCH AUS DER PRESSE:

JEDEN MORGEN AUF’S NEUE

Es gratuliert zum 70.: Die IHK (mittlerweile 164 Jahre)

49.000 Unternehmen, 3.200 Ehrenamtliche in Präsidium, Vollversammlung, Regionalgremien sowie Fach- und Prüfungsausschüssen,

über 2.300 Aktive in den 50 IHK-Netzwerken, 7.000 Auszubildende in den IHK-Berufen und 6.000 Teilnehmer der

Abschluss- und Zwischenprüfungen. Die Initiative „Wirtschaft macht Schule“. Das „Haus der kleinen Forscher“. Das IHK-Institut

für Wissensmanagement und Wissenstransfer. Initiative für Einpersonen- und Kleinunternehmen. Alles unter www.ihkrt.de.


36 70 Jahre

Mit dem Schlössle auf Zeitreise

Wie es ein 600 Jahre altes Gebäude schafft, bis heute Schlagzeilen zu schreiben

Durch diese Räume wandelten

einst adelige

Fräuleins. Hier standen

die Türen offen, hier war Licht

im Dunkeln, klirrten die Gläser

unter fröhlichem Gelächter,

klapperten Teller und Töpfe. An

diesen Tischen wurden Händel

ausgefochten und Heiratsanträge

gemacht. Genau an dieser

Stelle bekam ein Bub von zwölf

Jahren voller Stolz sein „Bierdiplom“

ausgehändigt.

„Ich kenne niemanden, der

keine Geschichte vom Haigerlocher

Schlössle erzählen kann“,

sagt Stefan Beuter. Er ist der

junge Bursche von damals. Den

Moment, als ihm Brauereibesitzer

Franz-Josef Zöhrlaut vor 25

Jahren das Bierdiplom überreichte,

wird er im Leben nicht

vergessen.

Heute ist Stefan Beuter Architekt

von Beruf und als solcher

ist er an den Ort des Geschehens

zurückgekehrt. Sein Auftrag:

das altehrwürdige

„Schlössle“ in eine neue Zukunft

zu führen.

Über 600 Jahre hat das Haigerlocher

Schlössle schon auf

dem Buckel. In Anbetracht dessen

nimmt sich der 70. Geburtstag

der Hohenzollerischen Zeitung

freilich recht bescheiden

aus. Und doch verbinden

beide, die HZ und das

Schlössle, ein ganzes Stück Geschichte

und vor allem viele

spannende Geschichten. Viele

Male in den vergangenen 70 Jahren

stand das stolze Gebäude

nämlich in den Schlagzeilen.

„Einen Goldschatz

haben wir leider

nicht gefunden“

Vergangenheit, Gegenwart,

Zukunft – der im Jahre 1413 erstmals

urkundlich erwähnte

Wohnsitz von Adelsfamilien in

Haigerloch, aus dem später ein

herrschaftliches Brauereihaus

wurde, hat alles drei zu bieten.

Momentan ist die Zukunft in

aller Munde. Denn nach langem

Hin und Her wurde das

Schlössle an eine Investorengesellschaft

verkauft. Die Tinte

auf dem Kaufvertrag ist fast

kaum getrocknet, so neu sind

die neuesten Entwicklungen in

dem uralten Gemäuer. Und es

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Architekt Stefan Beuter hat von den neuen Besitzern des Schlössle eine

zukunftsweisende Aufgabe übertragen bekommen: In das über 600

Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude werden elf barrierefreie Wohneinheiten

eingebaut.

Foto: Andrea Spatzal

die neuen Besitzer planen: urbanes,

barrierefreies Wohnen

in der Jahrhunderte alten Bausubstanz,

direkt an den Auen

der renaturierten, sich an den

schroffen Felsen entlang schlängelnden

Eyach. Hört sich gut

an? Tja, die Altvorderen hatten

in Sachen Architektur und

Standortwahl offenbar ein

glückliches Händchen.

1413 wurde die „untere

Burg“ erstmals urkundlich erwähnt.

Vermutlich wurde sie

schon 1378 vom damaligen

Vogt von Oberhaigerloch, Marquard

von Bubenhofen, errichtet.

Die diente als eine Art Vorburg

und war Teil der Stadtbefestigung.

Im 15. Jahrhundert

gehörte das Schlössle zuerst

den Herren von Weitingen, später

dann den Herren von

Thumb. Daher auch der Name:

„Thumbsches Schlössle“. 1612

ging das Schlössle in Zollerischen

Besitz über und wurde

als herrschaftliches Brauereihaus

eingerichtet.

Im 30-jährigen Krieg wurde

es zwar durch einen Brand zerstört,

aber um das Jahr 1670 auf

den alten Grundmauern und

unter Verwendung verbliebener

Bausubstanz in seiner heutigen

Form wieder aufgebaut.

Nun aber zurück in die Gegenwart:

Was die Bauarbeiter

seit Tagen aus den Eingeweiden

des Schlössle holen, füllt gut 50

Container. Viel hat sich angesammelt

in den vielen Jahrzehnten.

„Einen Goldschatz haben

wir leider nicht gefunden“, sagt

Stefan Beuter über die Entrümpelung

und lacht. Aber auf einen

Aktenschrank voller technischer

Brauerei-Unterlagen sei

man gestoßen. Die wurden der

Universität Hohenheim übergeben.

Am Ende der Arbeiten wird

nur die Außenhülle des Gebäudes

stehen bleiben. Jeder weitere

Handschlag wird streng

vom Denkmalamt überwacht.

Ein paar Zugeständnisse werden

freilich gemacht. Zum Beispiel

dürfen an der Nordseite

die Fensteröffnungen vergrößert

und Balkone angebaut werden,

aber auch nur, weil es sich

Aus der Vogelperspektive: Auf dem ehemaligen Brauereiareal am renaturierten

Eyachufer steht nur noch das Schlössle. Foto: Stadt Haigerloch


70 Jahre

37

um den „neueren Teil“ des

Schlösschens handelt. Auch

bei den Dachaufbauten drücken

die Denkmalschützer ein

Auge zu: Auf jeder Dachseite

dürfen drei Gauben eingebaut

werden, damit im Dachspitz

weiterer Wohnraum geschaffen

werden kann.

Streng wird’s bei der Fassadengestaltung:

„Das Äußere

wird sich kaum verändern“, erklärt

der Architekt. So werden

die Mauern, wie jetzt auch,

sand- bis schlammfarben bleiben,

die Fensterleibungen

weiß, das Dach ziegelrot. Details

würden gerade von den zuständigen

Denkmalpflegern im

Regierungspräsidium Tübingen

erforscht, weiß Beuter. Anhaltspunkte

gibt offenbar die

Das Schlössle auf einem Stahlstich

aus dem 19. Jahrhundert.

Malerei eines Künstlers, der

vom Schlossfelsen aus immer

und immer wieder die Silhouette

Haigerlochs festgehalten

hat.

Die im Jahr 1723 gegründete

Schlossbrauerei und die Brauereigaststätte

„Schlössle“ waren

Der Niedergang

einer großen

Brauerei

lange Zeit das Aushängeschild

der stolzen ehemaligen Residenzstadt.

Zu ihren Hochzeiten

zählte die W. & H. Zöhrlaut

Schlossbrauerei Haigerloch

GmbH & Co. KG nach der Beschäftigtenzahl

und Absatzmenge

zu den größten in Südwürttemberg-Hohenzollern.

Doch nach fast 300 Jahren

Tradition geriet der Familienbetrieb

ins Wanken und schließlich

im Jahr 2002 in die Insolvenz.

Ein Jahr später mussten

Inhaber und Mitarbeiter den

Kampf ums Überleben aufgeben.

In einer Aufsehen erregenden

Aktion wurden die Brautechnik

mit den riesigen Kesseln

ausgebaut und an eine

Brauerei in Afrika verkauft.

Marke und Kundenbeziehungen

wurden von der Dinkelacker-Schwaben

Bräu AG übernommen,

die das Bier nach original

Haigerlocher Rezeptur

heute noch verkauft. Das Ende

der Schlossbrauerei riss eine

Ist bis zum heutigen Tage noch „in aller Munde“: das „Haigerlocher Original“-Exportbier.

Foto: Andrea Spatzal

tiefe Wunde in das Stadtbild.

Erst mit der Renaturierung der

Eyach im Bereich des früheren

Brauereigeländes wurde der

Heilungsprozess eingeleitet.

Allein das historische

Schlössle hat der Abrissbagger

verschont. Das stolze Anwesen

weckte schnell Begehrlichkeiten.

Interessenten und Investoren

klopften bei der Stadt an. In

der Öffentlichkeit und im Gemeinderat

wurde oft und ausgiebig

über das Schlössle spekuliert

und diskutiert. 2015 wurde

zu der Frage, ob das Baudenkmal

künftig gastronomisch

oder zu Wohnzwecken genutzt,

ob es verkauft oder im Besitz

der Stadt bleiben soll, eigens

eine Bügerversammlung einberufen.

Zur gleichen Zeit forderten

mehr als 1000 Bürgerinnen

und Bürger in der Online-Petition

„Rettet das Schlössle“ eine

weiterhin öffentliche, gastronomische

Nutzung.

Erst jüngst hat der Gemeinderat

einen Knopf an die Immobiliensaga

gekriegt und dem

Verkauf an eine renommierte

Investorengesellschaft, die in

Haigerloch schon das historische

„Haus Bolz“ zu neuem Leben

erweckt hat, zugestimmt.

2,7 Millionen Euro werden die

Investoren in das Schlössle investieren,

um auf 820 Quadratmetern

in den beiden oberen

Stockwerken sowie im Dachgeschoss

elf Wohneinheiten zu

schaffen. Zwei Wohnungen

sind stolze 120 Quadratmeter

groß, aber laut dem Architekten

sind vor allem die kleineren,

60 bis 90 Quadratmeter großen

Wohnungen gefragt. Gebaut

werden übrigens Miet-,

keine Eigentumswohnungen.

Das Haus bekommt einen

Aufzug und wird damit komplett

barrierefrei. Der Energiestandard

ist hoch und entspricht

dem eines KfW-Effizienzhauses.

18 Stellplätze werden

zur Eyach hin angelegt. An

Weihnachten 2020 soll das

Schlössle bezugsfertig sein.

Die ehemalige Brauereigaststätte

im Erdgeschoss mit 100

Quadratmetern soll übrigens

erhalten bleiben, wie sie ist – allerdings

ohne die klirrenden

Gläser und klappernden Teller

von einst. Eine Gastronomie

wird ins Haigerlocher Schlössle

nicht mehr einziehen. Die Eigentümer

wünschen sich vielmehr

„ein kleines stilles Gewerbe“.

ANDREA SPATZAL

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Das Schwäbische Tagblatt in Tübingen gratuliert der

Hohenzollerischen Zeitung zum 70. Geburtstag!

Die Zollernalb

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38 70 Jahre

James Bond auf Zollerisch

Die Spionagechefs Markus Wolf und Klaus Kinkel waren beide Gäste der HZ

Es ist gewiss nicht mehr als

eine Fußnote der Weltgeschichte

im Kalten Krieg,

aber doch die mit dem ganz besonderen

Hechinger Lokalkolorit:

Die beiden Männer, die sich

von 1979 bis 1982 als der Chef

des Bundesnachrichtendienstes

und als DDR-Spionageboss

gegenüberstanden, stammten

beide aus Hechingen: Klaus Kinkel

auf westlicher und Markus

Wolf aus östlicher Seite. James

Bond auf Zollerisch!

Der gebürtige Metzinger Kinkel

wuchs im Hechingen der

40er- und 50er-Jahre auf, kickte

auf dem Obertorplatz, ministrierte

in der Stiftskirche,

machte in der Heiligkreuzstraße

sein Abitur und scheiterte

1967 im spannendsten

Bürgermeisterwahlkampf der

Stadtgeschichte an Norbert

Roth, bevor es Kinkel in die

Welt hinauszog, um in den

Einer von mehreren Kinkel-Besuchen bei der HZ: Zusammen mit dem

FDP-Bundestagskandidaten Christopher Gohl schaute er der damaligen

HZ-Volontärin Samira Eisele im September 2013 bei der Arbeit zu.

90er-Jahren Bundesaußenminister

und Vizekanzler unter

Helmut Kohl zu werden.

Markus Wolf andererseits erblickte

1923 in der Frauengartenstraße

das Licht der Welt –

als Sohn des Arztes und Kommunisten

Friedrich Wolf, der

später als Dramatiker Weltruhm

erlangte, und dessen

Frau Elsa. In der DDR machte

er steile Karriere und leitete

von 1952 bis 1986 den Auslandsnachrichtendienst

im Ministerium

für Staatssicherheit. Wolf

war der Mann, der den Spion

Günter Guillaume ins Kanzleramt

einschleuste, was Willy

Brandt 1974 das Amt kostete.

Hechingen war für Markus

Wolf der Ort einer heilen Kindheit.

Nach der Wiedervereinigung

kehrte er mehrfach in die

Zollernstadt zurück. Das erste

Mal umgab ihn noch die Aura

des Staatsfeindes. Als er 1996

im „Fecker“ sein russisches

Kochbuch vorstellte, brauchte

er Polizeischutz. Sein letzter Hechingen-Aufenthalt

2004 stand

dann ganz im Zeichen der Versöhnung

der Stadt mit ihrem berühmten

Sohn: Gemeinsam

Nur ein einziges Mal schaute Markus („Mischa“) Wolf bei der HZ vorbei

– im Herbst 2004. Im damaligen Verlagsgebäude am Obertorplatz

hatte Wolfs Vater Friedrich 1921 seine erste Arztpraxis. Archivfotos

mit Bürgermeister Jürgen Weber

enthüllte er im Fürstengarten

eine Gedenktafel am Hause

seines „Öhmchens“, des legendären

Naturheilkundlers Dr.

Moritz Meyer. Damals, zwei

Jahre vor seinem Tod, war er als

Interviewpartner auch zu Gast

bei der HZ – am Obertorplatz

19, wo sein Vater Friedrich Wolf

in den frühen 20er-Jahren praktiziert

hatte.

Dort haben wir auch immer

wieder gerne Klaus Kinkel empfangen,

der als „Elder Statesmann“

und Wahlkämpfer für

die FDP regelmäßig zu Gast in

Hechingen war – bis auch er im

März dieses Jahres 82-jährig

das Zeitliche segnete, womit

die Erinnerung an die besondere

Hechinger Fußnote in der

Weltpolitik zunehmend verblasst.

HARDY KROMER

Herzlichen Glückwunsch!

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gro geworden.

Ob Wiederaufbau, Gemeinde- und Kreisreform,

Entwicklung der medizintechnischen Industrie,

der Schritt ins digitale Zeitalter, Fasnet oder Kinderfest –

seit 70 Jahren begleitet die Hohenzollerische Zeitung

die Entwicklung unserer Stadt.

HECHINGEN

DIE ZOLLERNSTADT

Die Stadt Hechingen sagt „Danke, Hohenzollerische Zeitung

und gratuliert zum 70-jährigen Jubiläum.

www.hechingen.de

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