Taxi Times München - September 2019

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SEPTEMBER 2019 3,50 €

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MÜNCHEN

PROJEKT E-TAXI MUC

VORFAHRT UND

VERPFLICHTUNG

FREE NOW

Not mytaxi

anymore

MASSENKÜNDIGUNG

Free Now

verliert 800 Taxis

ISARFUNK

Beweise sammeln

gegen Uber-Partner


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FOTO: FMG

SPRACHROHR FÜR ALLE

BEWEGLICHEN

Taxi Times München ist ein Fachmagazin für die Münchner Taxiunternehmer

und deren Fahrer. Auch die Behörden und lokalen

Politiker lesen mit. Werden wir diesmal alle erreichen, auch die

erklärten Gegner der Elektromobilität ganz allgemein und der

E-Taxi-Pläne am Flughafen im Besonderen?

Wir sagen es Ihnen gleich vorweg: Diese Ausgabe wird auf deren

Vorbehalte nicht eingehen. Nicht, weil sie nicht berechtigt sind,

sondern weil es um mehr geht als nur die Frage nach einer Priorisierung.

Es geht für das Münchner Taxigewerbe um nichts Geringeres

als um die Zukunft. Wer nicht einsehen will, dass die

Akzeptanz der Elektromobilität ein wichtiger Teil der Überlebensstrategie

ist, schaufelt sich sein eigenes Grab. Wer meint, er müsse

weiterhin gegen seine eigene Branche arbeiten, sägt an dem Ast,

auf dem alle sitzen: Taxiunternehmer, Taxifahrer, Taxizentrale (ab

Seite 4). Deshalb haben wir uns bei dieser Ausgabe dazu entschieden,

die Aspekte der Münchner E-Taxi-Förderung (noch einmal)

zu nennen (S. 9) und mit manchem Elektromobilitätsgerücht aufzuräumen

(Seite 12).

Am Wochenende vor der Wiesn hat Clever Shuttle am Münchner

Flughafen einen Infostand zur Elektromobilität aufgebaut. Eindeutiger

kann dem Taxigewerbe doch gar nicht vor Augen geführt

werden, wer als Taxi-Ersatz in den Startlöchern sitzt.

Es ist schon paradox: Da protestieren Taxikollegen gegen E-Taxis

aus den eigenen Reihen und fahren gleichzeitig Werbung für Free

Now. Da fordern Taxifahrer, dass endlich gegen die illegalen Methoden

der Uber-Partner vorgegangen wird, und agieren selbst rechtswidrig,

indem sie E-Taxifahrer und deren Fahrgäste am Wegfahren

hindern.

Ist der böse Feind nur dann erkennbar, wenn man ihn sieht? Das,

was mytaxi seit der Umbenennung zu Free Now macht, ist Kundenklau

im großen Stil. Das Versprechen von Free Now-Chef Alexander

Mönch, man trage weiterhin die Taxi-DNA in sich, ist nur

eine leere Worthülse. Free Now hat diese Taxi-DNA so sehr manipuliert,

dass inzwischen Mietwagenfahrten daraus geworden sind

(S. 14).

Ein beachtlicher Teil der Münchner Unternehmer hat das längst

erkannt. Sie haben ihre 800 Konzessionen geschlossen bei mytaxi/Free

Now gekündigt (Seite 16). Sie mögen den einen oder anderen

Fahrer verlieren, doch um die ist es nicht schade. Wer weint

schon einem Stürmer hinterher, der den Ball immer nur ins eigene

Tor schießt?

Zum Heulen ist dagegen, dass im Landratsamt Erding hinsichtlich

Kontrollen der illegal agierenden Mietwagenfahrer immer noch

nichts passiert. Wie naiv sind die dortigen Verantwortlichen, wenn

sie meinen, die Taxikollegen mit Versprechungen beruhigen zu

können (Seite 24)?

Im Stich gelassen von den Behörden, übernimmt man deren Aufgaben

inzwischen einfach selbst. IsarFunk hat etliche gerichts feste

Beweise gegen Uber-Partner gesammelt und wird diese zur

Anklage vor Gericht bringen.

Unser Bericht darüber ab Seite 18 ist ein weiterer Grund, diese

Ausgabe ohne Vorbehalte und gedankenoffen zu lesen. Denn

Taxi Times München ist weiterhin ein Sprachrohr für die Münchner

Taxiunternehmer und -fahrer – zumindest für die beweglichen.

INHALT

TITELTHEMA ELEKTROMOBILITÄT

4 „E-Taxi MUC“: Vorfahrt und Verpflichtung

9 Münchner E-Taxi-Förderung

12 Elektromobilität im Faktencheck

Wettbewerb

14 Free Now und der Kundenklau

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

16 Massenkündigungen

17 Antragsflut beim KVR

ISARFUNK TAXIZENTRALE

18 Aktion Kehraus: Uber-Partner überführt

20 Aktion Kontrolle: IsarFunk-Quality-Check

KONTROLLEN

24 Leeres Versprechen aus dem LRA Erding

NEWS, VERANSTALTUNGSTIPP UND SATIRE

22 Out of munich

23 Taxi Driving Innovation

26 Scheuer schafft rote Ampeln ab

26 Impressum

LETZTE MELDUNGEN

Das Taxibüro hat darüber informiert, dass es in

den nächsten Monaten nicht nur zu reduzierten

Öffnungszeiten kommen kann, sondern dass auch

eine Reihe von Leistungen, die bislang direkt bei

der Genehmigungsbehörde erledigt werden konnten,

dort vorübergehend nicht geboten werden

können. So können aktuell keine Fahrzeugzulassungen

mehr vorgenommen und keine Gewerbeanmeldungen

erledigt werden. Das KVR bemüht

sich intensiv um eine Verbesserung der Situation.

Die Münchner Mercedes-Niederlassung lädt für

Samstag, 19.10.2019 von 10 bis 14 Uhr zum Taxitag

in die Landsberger Straße 382.

TAXI SEPTEMBER / 2019

3


ELEKTRO-TAXIS

VORFAHRT UND

VERPFLICHTUNG

Die geplante Bevorzugung der E-Taxis am Münchner Flughafen wird

von der Mehrzahl der Kollegen als ungerecht empfunden. Eine Ablehnung

wäre allerdings ein fatales Signal in die falsche Richtung.

Der Start war für Anfang August geplant und wurde ein

paar Tage lang auch tatsächlich bereits umgesetzt: Am

Taxistandplatz des Münchner Flughafens im Terminal 2

wurde der vorderste Platz ausschließlich für Elektro-Taxis reserviert.

Diese Bevorzugung ist Teil des Projekts „E-Taxi MUC“ , einer

Initiative des Flughafens München, der Landeshauptstadt München,

des ADAC und der IsarFunk Taxizentrale. Am Terminal 2

sollen Fahrgäste die Möglichkeit haben, ganz vorne in ein elektrisch

betriebenes Taxi einzusteigen. Dahinter warten wie bisher

auch konventionell betriebene Taxis.

Der Flughafen München wird damit der erste deutsche Flughafen

mit einer eigenen Haltezone für Elektrotaxis sein. Im Sichtbereich

des vordersten Einstiegsplatzes wird ein Wartebereich für

zwei weitere E-Fahrzeuge eingerichtet, von dem aus nachgerückt

werden kann. Im großen Taxispeicher wurde eine separate E-Taxi-

Spur eingerichtet. Dort befinden sich auch zwei exklusiv für das

Taxigewerbe reservierte Schnellladesäulen. Die Steuerung zum

bedarfsgerechten Vorrücken erfolgt digital.

Aktuell am Flughafen verfügbar sind 25 E-Taxis. Das entspricht

etwa einem Prozent aller Münchner Flughafentaxis. Damit dürfte

sich die Wartezeit für alle anderen Kollegen nicht verlängern.

Manche Kollegen sehen das anders und ärgern sich vor allem

darüber, dass ein jahrzehntealtes Taxigesetz nicht mehr gelten

soll: Am Taxistand sind alle gleich und müssen auch gleich behandelt

werden. Wer sich am Flughafen aufstellt, muss sich hinten

anstellen. First in, first out.

Das Gegenargument zu dieser Auffassung: An jedem Taxistand

hat der Kunde die freie Taxiwahl. Er trifft seine Entscheidung

unter anderem aufgrund unterschiedlicher Taxi-Typen wie Kombi,

Bus. Oder er entscheidet sich für ein E-Taxi. Bei 25 E-Taxis müss-

FOTOS: FMG, Taxi Times

4 SEPTEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

Bei einer Infoveranstaltung zum Projekt „E-Taxi MUC“

erläuterten Christian Hess, Peter Bayer, Horst Jahnke

und Florian Hördegen (v. l. n. r.) die Notwendigkeit

eines solchen Leuchtturmprojekts.

»Wir wollen

auch zukünftig

als Partner des

Flughafens

weiterarbeiten.«

Christian Hess, IsarFunk

te der Kunde nach dem „Taxigesetz“ in die Taxispeicher laufen

und nach einem solchen Taxi suchen.

Deshalb entstand beim Flughafen und der Firma IsarFunk die

Idee einer Bevorzugung elektrisch angetriebener Taxis. Während

einer Infoveranstaltung haben Vertreter der Initiatoren vor rund

50 anwesenden Taxiunternehmern und -fahrern die Beweggründe

erläutert. Den Anfang machte dabei Peter Bayer, am Flughafen für

den Bereich Service und Parken zuständig.

Bayer betonte, dass es sich bei dem Projekt E-Taxi um ein

Gedankengut handle, dass in vielen Köpfen gewachsen sei. Emissionsarme

Elektro-Taxis könnten für den Flughafen München ein

Leuchtturmprojekt sein, von dem es bereits viele Vorbilder gebe.

In Stockholm beispielsweise fahren 6.500 Eco-Taxis, darunter auch

Elektro-Fahrzeuge. „Dort wird den Kunden geraten, nur noch bei

den Unternehmen Taxis zu buchen, die saubere Autos haben“,

berichtet Bayer.

AMSTERDAM FÄHRT ELEKTRISCH

In Amsterdam hat sich erst vor ein paar Tagen das gesamte Taxigewerbe

darauf verständigt, bis 2025 komplett emissionsfrei unterwegs

zu sein. Alleine am Flughafen fahren dort bereits

163 Tesla-Taxis mit eigenen Aufstellungsspuren am Flughafen. In

London werden aktuell nur noch emissionsfreie E-Taxis für den

Innenstadtbereich zugelassen und in Oslo dürfen ab 2023 nur

noch Stromtaxis fahren. „Da wird sich München irgendwann fragen

lassen müssen: Was ist mit euch?“, wagt Bayer eine Prognose.

Was Bayer nicht erwähnte: Die angesprochenen Städte erreichten

ihre Ziele durch politische bzw. unternehmerische Zwangsmaßnahmen.

In Amsterdam wurden bei der Taxiausschreibung

nur Unternehmen berücksichtigt, die ein Konzept und dessen u

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TAXI SEPTEMBER / 2019

5


ELEKTRO-TAXIS

»Taxis haben aufgrund

ihrer Standards eine

Zukunft und einen

hohen Stellenwert in

der Gesellschaft.«

Florian Hördegen, ADAC

Umsetzung für E-Taxis anbieten konnten. In München sprechen

die Initiatoren von einem Angebot, das man den Taxiunternehmern

am Flughafen mache. Man setzt und hofft auf die Freiwilligkeit.

Den Gegnern dieses Projekts geht es ums Prinzip, das beißt

sich mit der Freiwilligkeit.

Und es ist mit dem unverrückbar definierten Ziel nicht vereinbar:

Für den Flughafen geht es darum, seine selbst gesteckten

Klimaambitionen zu erreichen. Bis 2030 will man zu einhundert

Prozent CO₂-neutral agieren. Was das konkret bedeutet, erläutert

bei der Infoveranstaltung Horst Jahnke, Pressesprecher des

Münchner Flughafens. Ein Unternehmen in der Größe der FMG

hinterlässt einen immensen ökologischen Fußabdruck. Den gilt

es, klimaschonend zu gestalten, indem man sowohl in der Eigennutzung

als auch im Zubringerverkehr zahlreiche umweltfreundliche

Maßnahmen ergreift.

100.000 Tonnen CO₂ stößt der Flughafen München aktuell aus.

Bis 2030 sollen es nur noch 40.000 Tonnen sein. Damit wären

dann 60 Prozent des heutigen Ausstoßes reduziert. Die restlichen

40 Prozent wolle man kompensieren, indem man „im Gegenwert“

weltweite Klimaschutzprojekte unterstützt, die ebenfalls den CO₂-

Ausstoß zurückgehen lassen.

„Der Klimaschutz ist keine Einzel-, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe,

und jeder ist aufgefordert, seinen Beitrag dazu zu

leisten“, appelliert auch Jahnke an die Freiwilligkeit aus der Taxibranche.

Der eigene Fuhrpark werde mittlerweile ebenso mit

E-Fahrzeugen angetrieben wie die Gepäckförderbänder. Nahezu

überall auf dem Gelände wurden die herkömmlichen Leuchtröhren

durch LED-Röhren ausgetauscht. „Das spart 2.600 Tonnen CO₂

jährlich ein“, berichtet Jahnke.

Zahlen, wie viele Tonnen CO₂ eine E-Taxiflotte am Flughafen

einspart, nennt Jahnke keine, aber zwischen den Zeilen ist klar

herauszuhören, dass man auch die Taxibranche in der Bringschuld

sieht. Nächstes Jahr beginnen die Vorbereitungen für die turnusgemäße

Ausschreibung der Taxi-Organisation am Flughafen. Was

passiert, wenn dann eine große Flotte an Elektro-Fahrzeugen als

Voraussetzung für den Zuschlag definiert wird (siehe Amsterdam)?

Wenn bis dahin die Taxibranche nichts anbieten kann, zählen die

oben zitierten Taxigesetze des First in, first out erst recht nicht

mehr, denn dann gibt es gar keine Taxis mehr am Flughafen.

CLEVERSHUTTLE FREUT SICH

Stattdessen freut sich wahrscheinlich Clever-Shuttle. Denn dass

die Bahn-Tochter Personenbeförderungen mit Wasserstoff-Fahrzeugen

(die ebenfalls zu den Elektrofahrzeugen zählen) durchführen

können, beweisen sie in München seit Jahren: 2,2 Millionen

Kilometer habe man innerhalb von 24 Monaten mit dem Toyota

Mirai abgespult, war im September gleich auf mehreren Motorund

Öko-Portalen zu lesen. Gestreut hatte diese Meldung nicht

etwa Clever-Shuttle, sondern Toyota. Für den Mirai hatte der japanische

Fahrzeughersteller auch ein Taxipaket entwickeln lassen.

Die Nachfrage aus dem Taxisegment war jedoch dermaßen gering,

dass man selbst das Vorführfahrzeug wieder rückrüsten ließ. Der

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6 SEPTEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

»Als Stadt wollen wir

keine Fahrverbote

aussprechen.«

Dr. Uwe Hera, Landeshauptstadt München

FOTOS: Taxi Times

fehlende fünfte Sitzplatz war für die Taxiunternehmer ein nicht

hinnehmbares Manko.

Natürlich sind das berechtigte Bedenken, ebenso die immer

noch geringe Reichweite, die mangelnde Versorgungsstruktur und

die Tatsache, dass die beiden Taxi-Hausmarken Mercedes und

Volkswagen immer noch kein E-Taxi anbieten können. Die Politik

und politisch gelenkte Verkehrsunternehmen nehmen da rauf

jedoch keine Rücksicht. Sie sind getrieben von jenem Pariser Klimaschutzabkommen

2015, das alle Nationen verpflichtet, die

Erderwärmung durch entsprechende Maßnahmen auf maximal

zwei Grad zu begrenzen. Ein CO₂ -belasteter Verkehr steht diesem

Ziel im Weg – nicht nur dem Flughafen, sondern auch der Stadt

München und den angrenzenden Landkreisen. Auch die Wirtschaft

scheint diesen Missstand realisiert zu haben. Die diesjährige IAA

stand im Zeichen der E-Mobilität und schon jetzt wird an den ersten

Taxipaketen weiterer elektrisch betriebener Fahrzeugmodelle

gearbeitet, die Anfang 2020 angeboten werden. Dass E-Mobilität

im Taxigewerbe heute bereits funktioniert, wird sowohl lokal u


ELEKTRO-TAXIS

DAS ABGEDECKTE ZEICHEN

Ein vom Landratsamt Erding vereinbarungsgemäß aufgestelltes Zeichen sollte

am Terminal 2 den Halteplatz für das E-Taxi an vorderster Front kennzeichnen.

Doch nach wenigen Tagen war das Schild wieder abgedeckt. Auf Nachfrage von

Taxi Times erklärte Herr Hollaender, Leiter der Verkehrsbehörde: „Die Bevorrechtigung

ist in der konkreten Form so momentan nicht realisierbar. Die beantragte

straßenverkehrsrechtliche Anordnung ist so nicht umsetzbar. Derzeit werden

mögliche Umsetzungsvarianten und –alternativen erarbeitet und mit den Beteiligten

abgestimmt. Ein konkreter Termin steht noch nicht an.“

als auch weltweit wirtschaftlich bewiesen. Als Stadt wolle man

keine Fahrverbote aussprechen, betonte Dr. Uwe Hera vom Umweltreferat

bei der E-Taxi-Infoveranstaltung. Man setze dagegen auf

eine Verkehrsplanung, die erstens zusätzlichen Verkehr vermeidet,

zweitens eine Verlagerung auf umweltschonende Verkehrsarten

forciert (Stichwort Ride-Pooling) und drittens den dann noch vorhandenen

Verkehr so kanalisiert, dass er von möglichst umweltfreundlichen

Fahrzeugen durchgeführt wird.

HISTORISCHE TAXIFÖRDERUNG

Externe Anbieter mit heiligen Versprechen zur Umsetzung solcher

Pläne gibt es genügend. Politisch gesehen ist das deren Vorwand,

um ihre Fahrtenvermittlungs-Apps teilweise am PBefG vorbei im

Markt zu positionieren. Trotz solcher Versuchungen hat die Stadt

München vor zwei Jahren ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt,

indem sie innerhalb eines insgesamt 60 Millionen umfassenden

Klimaprogramms auch zwei Millionen für die Münchner E-Taxi-

Förderung bereitgestellt hat.

Erstmals in der Geschichte der Taxibranche wurde so die

Anschaffung eines Fahrzeugs gefördert und der Taxibranche so

die Chance gegeben, ein klares Abgrenzungsmerkmal zu den wie

Pilze aus den Boden geschossenen externen Wettbewerbern von

Uber über Moia bis zu Free Now zu setzen. Mit Mut, Pionierwillen

und Wandlungsbereitschaft im Bereich der Elektromobilität könnte

sich das Taxigewerbe hervorheben. Genau das erhofft sich und

erwartet auch die Stadt München.

Die Tatsache, dass diese Summe kaum abgerufen wird, verstärkte

die Suche nach weiteren Anreizen und damit dem aktuell

noch vorhandenen Bekenntnis zum Taxi. Deshalb befürwortet

auch die Stadt München die Vorfahrt für E-Taxis am Münchner

Flughafen und legitimiert der zuständige Erdinger Landrat die

Aktion, indem er sie in die Taxiordnung aufnahm. Sie alle setzen

damit ebenfalls auf Freiwilligkeit anstatt auf Zwang.

Auch der ADAC steht zu einhundert Prozent hinter dem Projekt.

Florian Hördegen, der vor vielen Jahren schon das Label „Eco-

Taxi“ erfolgreich eingeführt und die Münchner E-Taxi-Förderung

angestoßen hatte, begann seinen Vortrag auf der Infoveranstaltung

mit einem großen Plädoyer für das Taxigewerbe: „Taxis

haben aufgrund ihrer Standards eine Zukunft und einen hohen

Stellenwert in der Gesellschaft.“ Er mahnte aber auch: „Wenn wir

das Taxi in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren noch mit diesem

Stellenwert in der Stadt haben wollen, dann wird dieses Taxi

sicherlich nicht dieselgetrieben sein.“ Hördegen sieht daher in

der Elektromobilität eine dringend benötigte Alternative: „Wenn

ein Taxi mit 100.000 Kilometern pro Jahr zu 80 Prozent dort

unterwegs ist, wo die Luftreinhalteproblematik am größten ist,

ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge sinnvoll, weil man damit

auch noch Geld spart.“

Mit diesen Argumenten ist Hördegen auf einer Linie mit den

nun eingebrachten Plänen der Bundesregierung. Die Debatte über

eine CO₂-Steuer wird sukzessive eine Erhöhung des Preises von

Diesel und Benzin bedeuten und damit einen weiteren Kostenvorteil

für die E-Mobilität darstellen. Diese Maßnahmen sollen bereits

in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Christian Hess, Geschäftsführer von IsarFunk, zeigte gemeinsam

mit seinem Mitarbeiter Stefan Huber zwei Erklärfilme. Auch

Hess betonte noch einmal, dass die E-Taxi-Spur am Flughafen

keine Nötigung darstelle, sondern einen Vorschlag. „Natürlich ist

es ein sanfter Druck, aber es geht nicht anders. Wir wollen auch

in Zukunft im öffentlichen Nahverkehr der Stadt eine Rolle spielen

können und auch zukünftig als Partner des Flughafens weiterarbeiten.

Andere warten nur darauf, dass wir uns nicht

bewegen, und stehen genau für diesen Fall bereits in den Startlöchern.

Es geht um hopp oder topp. Ich glaube, dass diese

Erkenntnis in großen Kreisen des Taxigewerbes noch nicht angekommen

ist.“

jh

8 SEPTEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

DIE RAHMENBEDINGUNGEN

FÜR DIE MÜNCHNER E-TAXI-

FÖRDERUNGEN

Nicht nur der Flughafen will mehr E-Taxis. Auch

die Landeshauptstadt München unterstützt

bei der Anschaffung. Ein Überblick über

die Förderung und deren Regeln.

Wenn der Taxameter im E-Taxi

läuft, erstattet die Stadt München

20 Cent pro Kilometer.

FOTO: Hale

Per Definition hat die Münchner E-Taxi-Förderung das Ziel,

die Fahrleistung elektrisch betriebener Taxis finanziell zu

unterstützen. Gefördert werden als Taxi zugelassene Fahrzeuge,

die sich ausschließlich rein elektrisch fortbewegen und

entweder extern mit Strom geladen werden können oder mit dem

notwendigen Strom einer Brennstoffzelle versorgt werden. Kategorisch

ausgeschlossen sind alle Fahrzeuge, die in irgendeiner

Form über einen Verbrennungsmotor verfügen.

Damit sind alle Hybridfahrzeuge gemeint, auch solche, die zwar

rein elektrisch angetrieben werden, aber über einen Verbrennungsmotor

verfügen, der als Reichweitenverlängerer fungiert.

Ein Ausschlusskriterium, das beispielsweise auch Fahrzeuge wie

das neue London Taxi ausschließt.

Die Fahrzeuge dürfen nicht nach dem 1. Januar 2017 zugelassen

worden sein und müssen mit einem Fiskaltaxameter ausgestattet

werden. Letzteres ist notwendig, damit die Förderung

ausgezahlt werden kann, denn die Daten des Fiskaltaxameters

müssen einmal im Quartal an die Stadt übermittelt werden. Auf

deren Basis wird dann der Förderbetrag ermittelt. Der Zeitraum

der Förderung beginnt ab dem Tag der Förderzusage und läuft

maximal über einen Zeitraum von drei Jahren. Ist einmal die Förderzusage

erteilt worden, muss der Unternehmer den Wagen für

mindestens drei Jahre halten.

Gefördert wird jeder Besetztkilometer mit 20 Cent. Die Obergrenze

ist dann erreicht, wenn 40 Prozent der Nettoanschaffungskosten

des E-Taxis an den Unternehmer gezahlt wurden oder wenn

der Fördertopf leer ist. Der Nettoanschaffungspreis errechnet sich

aus den Fahrzeugkosten in der Grundausstattung, inklusive den

Kosten für das Taxipaket. Der Fiskaltaxameter wird dabei nicht

berücksichtigt. Wer die Förderung der Landeshauptstadt München

beantragen möchte, muss über einen Betriebssitz oder eine Zweigniederlassung

in München verfügen. Das Fahrzeug darf nur einmal

an der Förderung teilnehmen und ist von weiteren Förderungen

der LH München ausgeschlossen. Im Zeitraum der Förderung

müssen die Fahrzeuge mit einer speziellen Beklebung kenntlich

gemacht werden. Mit Anerkennung des Antrags erklären sich die

Teilnehmer auch bereit, dass ihre Daten für ein Evaluationsverfahren

der LH München genutzt werden.

TAXIVERKEHR EIGNET SICH GANZ BESONDERS

Die Fördermaßnahme ist Teil des Integrierten Handlungsprogramms

zur Förderung der Elektromobilität in München (IHFEM),

dessen Finanzrahmen 60 Millionen Euro beträgt. Für die E-Taxi-

Förderung ist insgesamt ein Förderbetrag von zwei Millionen Euro

freigestellt worden. Für die Umweltreferentin Stephanie Jacobs ist

die E-Taxi-Förderung politisch gewollt: „Der Taxiverkehr eignet

sich in besonderem Maße zur Umstellung auf E-Fahrzeuge. Die

Fahrgäste können bei Nutzung der E-Taxis die Vorteile der

Elektromobilität im wahrsten Wortsinn ‚erfahren‘. Durch unsere

Förderung erhoffen wir uns daher einen öffentlichkeitswirksamen

Multiplikatoreffekt, der wiederum einen wichtigen Beitrag zur

Luftreinhaltung, zur Lärmminderung und zur Erreichung der Klimaschutzziele

der Landeshauptstadt leisten kann.“

Unternehmer, die sich unsicher sind, ob für sie ein E-Taxi infrage

kommt und wie sie am effektivsten mit ihrem Fahrzeug die

Münchner Ladesäulen-Infrastruktur nutzen, bekommen zusätzliche

Unterstützung.

Im Rahmen des IHFEM-Programms werden auch Gelder für

die Beratungsleistung rund um die E-Mobilität ausgezahlt. Bis zu

80 Prozent oder maximal 6.000 Euro werden übernommen, wenn

man sich zum Thema Fahrzeugauswahl oder über den Aufbau

einer Ladeinfrastruktur informieren will.

sg

TAXI SEPTEMBER / 2019

9


ELEKTRO-TAXIS

Drei von vier aktuell

geförderten E-Taxis

stammen von

Jaguar bzw. Tesla.

STADT HAT BEREITS

150.000 KILOMETER

AUSBEZAHLT

Zwei Millionen Euro stecken im Fördertopf für Münchner E-Taxis,

abgerufen wurde davon in den ersten beiden Jahren erst ein kleiner

Teil. Woran liegt’s?

In der Taxiwelt hat die Münchner E-Taxi-

Förderung zunächst für mehr Fragen

als Antworten gesorgt. Die offenen Fragen

waren sicher auch ein Grund dafür,

warum das Angebot nur zögerlich angenommen

wurde. Fast zwei Jahre nach Einführung

der Münchner E-Taxi-Förderung

liegen nun die ersten belastbaren Zahlen

vor, welche das Referat für Gesundheit und

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für den Erwerb und die

Verlängerung des P-Scheins

Umwelt der Landeshauptstadt München

zur Verfügung gestellt hat. Sie sprechen

eine deutliche Sprache und zeigen deutlich,

dass bei der Förderung insgesamt noch viel

Luft nach oben ist. Der Fördertopf ist noch

gut gefüllt, denn nach fast zwei Jahren wurden

erst für 24 Fahrzeuge entsprechend

Anträge gestellt und bewilligt, darunter

zehn Jaguar I-Pace, acht Tesla Model S, vier

Nissan Leaf und je ein Hyundai Nexo und

Nissan e-NV 200.

VIERFACHE STEIGERUNG

Die Tendenz ist aber klar zu erkennen. Im

ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt

170.000 förderfähige Besetztkilometer

gezählt. Damit ist das Gesamtjahresergebnis

von 2018 bereits um ein Vielfaches

überboten worden. Der Zusammenhang

erklärt sich durch die deutlich gestiegene

Anzahl der geförderten Taxis. Im

vergangenen Jahr wurden lediglich drei

E-Taxis gefördert, die immerhin 70.000

förderfähige Besetztkilometer zurücklegten.

In den ersten Monaten der Förderung,

im Jahr 2017, die Förderung startete

im August, wurde das Angebot gar nicht

angenommen. Die Gründe dafür sind

sicherlich vielfältig. Vor allem dürfte aber

neben der Unsicherheit, wie ein E-Taxi im

Alltag betrieben werden kann, das eingeschränkte

Fahrzeug angebot eine große

Rolle gespielt haben. Wie sich die Münchner

Taxiunternehmer auf dem von Taxi

Times und dem ADAC Südbayern e. V. organisierten

E-Taxi-Tag Ende Februar 2018

selbst überzeugen konnten, gab es bereits

einige E-Taxi modelle im Angebot. Wer aber

auf Reichweite und viel Platz Wert legte,

für den war das Angebot doch ziemlich

eingeschränkt. Die zum Teil recht hohen

Anschaffungskosten schränken die Fahrzeugauswahl

auch weiterhin stark ein. Teilweise

sind auch extrem lange Lieferfristen

ein Grund für die Unsicherheit. Wer das

Taxigewerbe kennt, weiß, dass die Taxiunternehmer

neue Fahrzeuge am liebsten

direkt mitnehmen würden, ein monatelanger

Vorlauf macht einen Umstieg auf ein

E-Taxi noch unplanbarer.

FOTOS: Taxi Times, BayWa

10

SEPTEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

SIEBEN AUF EINEN STREICH

Nahezu zeitgleich haben zwei Münchner Unternehmer Ende

August insgesamt sieben Schnelllader in Betrieb genommen,

die sie auch für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen.

Vier davon stehen im Münchner Osten vor der BayWa-

Konzernzentrale (Arabellastr. 4). Sie werden von der BayWa,

die seit 2018 ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich

Elektromobilität anbietet (Planung, Projektierung, Installation

und Wartung von Ladeinfrastruktur für Dritte), selbst

betrieben und haben eine Ladekapazität von jeweils 150 kW.

Allerdings kann diese laut einem Bericht des Branchenmagazins

„electrive“ nicht bei allen Modellen ausgeschöpft werden,

da aktuell an den Ladesäulen noch die nicht wassergekühlten

Kabel mit 200 Ampere Leistung installiert seien. „Diese werden

gegen wassergekühlte 400-Ampere-Kabel ausgetauscht,

diese können in etwa drei bis vier Monaten vom Hersteller zur

Verfügung gestellt werden“, sagte eine BayWa-Sprecherin

gegenüber „electrive“.

Getankt wird bei BayWa ausschließlich Ökostrom, akzeptiert

werden neben der eigenen Ladekarte auch alle anderen

Ladekarten. Die Abrechnung erfolgt zu deren jeweiligen

Bedingungen. Der Zugang ist rund um die Uhr gewährleistet.

Nur tagsüber sind dagegen jene drei Schnellladesäulen

zugänglich, die letzte Woche im Münchner Umland vom

Unternehmen Ettenhuber in Betrieb genommen wurden.

Sie stammen vom niederländischen Hersteller Allego und

haben ebenfalls eine Ladekapazität von 150 kW. Abgerechnet

wird nach Kilowattstunden, eine der fairsten und genauesten

aller aktuell angebotenen Methoden.

Ettenhuber ist ein Busunternehmen, das neben Busreisen

auch Linienverkehre im Auftrag des Münchner Verkehrsverbunds

MVV betreibt. Seit Neuestem kommen dabei auch

reine Elektrobusse zum Einsatz, für die am Firmengelände

nun jene drei Schnellladesäulen eingerichtet wurden. Die

Busse sollen nachts aufgeladen werden. Die freie Kapazität

tagsüber steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Durch den

Standort in Feldkirchen bei München ganz in der Nähe der

Autobahn rechnen die Betreiber mit einer regen Nutzung

durch viele Durchreisende. Aber auch für die Münchner Taxifahrer

dürfte der Standort durch die Nähe zum Messegelände

sehr interessant sein und könnte damit einen zusätzlichen

Anreiz für die Münchner Taxibetriebe sein, die städtische

Förderung in Anspruch zu nehmen.

Diese vier Schnelllader stehen in der Arabellastraße allen E-Fahrzeugen

rund um die Uhr zur Verfügung. Nachts öffnet ein Pförtner die Schranke.

Heute sieht die Situation in vielen Bereichen

deutlich entspannter aus. Neue Modelle

sind hinzugekommen oder erreichen eine

deutlich größere Reichweite und finanziell

werden die Fahrzeuge immer erschwinglicher,

wenn auch keiner der deutschen

Hersteller, die traditionell bei Taxiunternehmern

beliebt sind, das Geschäft aufmischt.

Derzeit ist noch nicht zu erkennen,

welches E-Taxi das Rennen machen wird.

In München wird der Tesla Model S genauso

gefördert wie der Nissan Leaf oder der

Kleinbus e-NV 200, um nur drei Beispiele

zu nennen. Die Förderung der Landeshauptstadt

München ist nicht zeitlich

begrenzt, wohl aber das Förderbudget. Sind

die zwei Millionen Euro aufgebraucht, wird

kein Geld mehr ausgeschüttet. Derzeit sind

noch ungefähr 1.500.000 Euro im Fördertopf.

Wer sich beeilt, kann jetzt noch in den

Genuss der E-Taxi-Förderung kommen.

Er wäre damit zweifellos Vorreiter für das

Gewerbe und könnte am Flughafen auf

kürzere Wartezeiten hoffen. sg

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TAXI SEPTEMBER / 2019

11


ELEKTRO-TAXIS

WARUM DAS ELEKTROAUTO

NICHT MEHR AUFZUHALTEN IST

E-Autos sind umweltschädlich und teuer, die Ladeinfrastruktur unzureichend

und das Stromnetz droht zu kollabieren. Was ist dran an der immer wieder

verbreiteten Kritik? Wir haben Stefan Köller vom eMobility-Fachmedium

»Electrive« um einen Faktencheck gebeten.

Vor allem in deutschsprachigen Medien sind in letzter Zeit

auffällig viele negative Berichte über Elektroautos zu

finden, wobei meist dieselben Argumente vorgebracht

werden. Um es gleich vorneweg zu sagen: Einige Kritikpunkte

sind berechtigt, die meisten jedoch entpuppen sich in der Gesamtbetrachtung

als überzeichnet oder schlicht nicht haltbar.

THESE: E-MOBILITÄT IST UNWIRTSCHAFTLICHER

ALS FOSSILE MOBILITÄT.

u Faktencheck: Die Anschaffungskosten für E-Autos liegen aktuell

noch teilweise deutlich über denen der mit Verbrennungsmotoren

betriebenen Pendants. Dank weiterhin rapide sinkender

Batteriekosten wird je nach Hersteller derzeit damit gerechnet,

dass Stromer zwischen 2022 und 2025 mit den Verbrennern

gleichziehen werden. Über die gesamte Betriebsdauer betrachtet

sind E-Autos aufgrund niedrigerer Energie- und kaum existenter

Wartungskosten oft schon heute günstiger. Eine neue Analyse der

französischen Großbank BNP Paribas rechnet vor, dass der Ölpreis

langfristig auf unter zehn US-Dollar pro Barrel fallen müsse, damit

Benziner konkurrenzfähig zu mit Ökostrom betriebenen E-Fahrzeugen

bleiben, bzw. auf 17 bis 19 Dollar/Barrel für Dieselautos.

Aktuell kostet ein Barrel Erdöl knapp 60 Dollar.

THESE: E-AUTOS SIND SCHÄDLICHER FÜRS KLIMA

ALS VIELE VERBRENNER.

u Faktencheck: Hier wird von den Kritikern der E-Mobilität

immer wieder dieselbe Studie zum Beleg herangezogen, die über

einen Artikel des schwedischen Journalisten Johan Kristensson

Einzug in die deutschen Medien fand und

einseitig ausgelegt bzw. teilweise schlicht

falsch wiedergegeben wurde. Kristensson

schrieb, dass die Produktion eines E-Auto-

Akkus mehr als 17 Tonnen CO₂ verursache.

Er nutzte die Zahl als Beispiel für einen großen

Tesla-Akku und erklärte später auf

Nachfrage, dass es unsinnig ist, den Akku

eines Tesla Model S mit 100 kWh Kapazität

als Maßstab für ein durchschnittliches

E-Auto heranzuziehen. „In meinem Artikel

habe ich auch klar geschrieben, dass dies

nicht geht“, erklärte Kristensson gegenüber

dem Magazin „Edison“. Verbreitet wird die

Zahl seitdem trotzdem weiterhin. Tatsächlich

wird in den meisten seriösen Studien vorgerechnet,

dass E-Autos schon heute einen Klimavorteil

gegenüber Verbrennern aufweisen,

der sich mit dem Ausbau der erneuerbaren

Energien in Zukunft noch deutlich verstärken wird. Das Bundesumweltministerium

etwa kam im Januar 2019 in einer konservativen

Berechnung zu dem Ergebnis, dass ein heute auf die Straße

kommendes E-Auto über seinen Lebenszyklus je nach Verbrenner-

Typ 16 bis 27 Prozent weniger Klimagase ausstößt als ein konventionell

betriebenes. Bis 2025 werde der Klimavorteil eines

neuen E-Autos auf 32 bis 40 Prozent steigen, obwohl auch die

Verbrenner bis dahin effizienter werden. Dass E-Autos zudem

keine Stickstoffoxide und andere Schadstoffe ausstoßen und weniger

Feinstaub verursachen (Rekuperation), dürfte unstrittig sein.

Das hat zwar nichts mit dem Klima zu tun, sollte aber dennoch

kurz erwähnt werden.

THESE: DIE HERSTELLUNG VON ELEKTROAUTO-

BATTERIEN IST EIN UMWELTKILLER.

u Faktencheck: Ohne Lithium keine Lithium-Ionen-Akkus. Und

der Abbau des Metalls geht mit einem hohen Wasserverbrauch

einher. So weit, so unstrittig. Doch es ist einer neuen Studie zufolge

besser als sein Ruf: Forscher des Institute of Technology Carlow in

Irland schreiben, dass der Lithium-Abbau „einen vergleichsweise

kleinen Umwelteffekt, auch verglichen mit dem Abbau von Platin

und seltenen Erden“ (die ja auch in Autos mit Verbrennungsmotor

benötigt werden), habe. Wasserknappheit könne dennoch ein Problem

sein, wenn der Abbau schlecht umgesetzt werde. Die Gewinnung

von Lithium bleibt aber ein kritischer Faktor. I nteressant

ist, dass dieser nur hinterfragt wird, sobald es um E-Autos geht.

Im Kontext anderer mit Lithium-Akkus ausgestatteter Geräte wie

Smartphones hört man dazu wenig. Außer Acht gelassen wird

Schon heute haben E-Autos einen Klimavorteil gegenüber Verbrennern, der sich mit dem

Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft noch verstärken wird.

12

SEPTEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

Das deutsche

Stromnetz käme

schon jetzt mit

45 Millionen

E-Autos zurecht.

beim Thema Umweltschädlichkeit übrigens meist auch der Raubbau

an der Natur und der hohe Energieverbrauch, für die mit Erdöl

betriebene Autos verantwortlich sind (Förderung, Raffinierung,

Transport etc.). Vom dadurch verursachten Treibhauseffekt und

dessen Folgen ganz zu schweigen. Für Akkus gibt es zudem nach

ihrem Einsatz im E-Auto immer öfter eine Anschlussverwendung:

Als stationäre Energiespeicher sind sie auch mit gesunkener Kapazität

noch bestens geeignet. Auch befinden sich bereits diverse

Recyclinglösungen in der Umsetzung, mit denen die Rohstoffe

der Akkus fast vollständig wiedergewonnen (und erneut genutzt)

werden können.

THESE: BATTERIE-ROHSTOFFE FÖRDERN

KINDERARBEIT.

u Faktencheck: Hier geht es vor allem um den Abbau von Kobalt,

der in der Tat ein kritischer Faktor ist. Rund die Hälfte des weltweiten

Kobalts wird in der Demokratischen Republik Kongo gefördert,

in der Kinderarbeit weit verbreitet ist. Doch der Kobaltanteil

in den Akkus geht sukzessive zurück. Tesla etwa konnte ihn im

Model 3 bereits auf 2,8 Prozent senken und hat ebenso wie andere

Batteriehersteller angekündigt, künftig auf komplett kobaltfreie

Akkus zu setzen. Nicht vergessen werden sollte, dass auch Verbrenner

Rohstoffe benötigen, deren Gewinnung und Verarbeitung

mit Kinderarbeit einhergehen. Das gilt übrigens auch für T-Shirts

und viele Lebensmittel wie Kaffee und Kakao. Kurz gesagt: Kinderarbeit

ist ohne Frage scharf zu verurteilen, aber dennoch leider

weltweit sehr verbreitet. Dieses Problem einseitig aufs E-Auto zu

schieben, ist schlichtweg unredlich.

Niederlande, Irland, Schweden, Slowenien und Dänemark (jeweils

ab 2030), Frankreich (2040) und Großbritannien (2040, eine Vorverlegung

auf 2035 oder 2030 ist derzeit im Gespräch). Hinzu

kommen Zufahrtsbeschränkungen für Verbrenner in diversen Städten.

In China, dem größten Automarkt der Welt, gilt für Hersteller

eine sich sukzessiv verschärfende E-Auto-Quote, ebenso wie in

mittlerweile zehn Bundesstaaten der USA. Kein Wunder, dass

inzwischen fast alle Autobauer umfangreiche E-Offensiven gestartet

haben. Volkswagen, der vom Diesel-Skandal gebeutelte größte

Autobauer der Welt, macht dabei klar, wohin die Reise antriebstechnisch

geht: „Wir konzentrieren uns jetzt auf den Elektroantrieb,

weil wir sonst den Durchbruch nicht schaffen und den weltweiten

Anschluss verlieren“, so Konzernchef Herbert Diess. sk

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THESE: DER STEIGENDE STROMBEDARF DURCH

E-AUTOS LÄSST DAS STROMNETZ KOLLABIEREN.

u Faktencheck: Hier handelt es sich um einen immer wieder verbreiteten

Mythos, der sogar von den Stromversorgern selbst entkräftet

wird. Das deutsche Stromnetz käme laut der RWE-Tochter

Innogy ohne einen weiteren Ausbau schon jetzt mit 45 Millionen

E-Autos zurecht. „Wenn alle Autos in Deutschland elektrisch fahren

würden, bräuchten wir etwa 20 Prozent mehr Strom“, sagt Armin

Gaul, Leiter der technischen Produktentwicklung bei Innogy. Auch

E.ON gibt Entwarnung: „Die Netze von E.ON in Deutschland sind

bereit für eine vollständige Umstellung auf elektrische Pkw.“

u Fazit: Viele Kritikpunkte an der E-Mobilität entpuppen sich bei

näherem Hinsehen und in Abwägung zu den Alternativen als unberechtigt

oder stark übertrieben. Dass das E-Auto „nicht mehr aufzuhalten

ist“, wie im Titel behauptet, liegt vor allem aber auch

daran, dass es politisch gewollt ist. Die Regierungen vieler Länder

haben bereits angekündigt, Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotoren

zu verbieten: so etwa Norwegen (ab 2025), die

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TAXI SEPTEMBER / 2019

13

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WETTBEWERB

NOT MY TAXI ANYMORE

Spätestens seit einer Free-Now-Pressekonferenz im Juli war klar, dass nicht nur

der App-Name mytaxi geopfertwird, sondern auch die bisherigen Taxikunden zu

Mietwagennutzern umgepolt werden sollen.

Bei der Pressekonferenz zum Start von Free Now im Juni symbolisierte die

schwarze Limousine den Seitenwechsel von mytaxi.

Das Pilotprojekt

ist Ende Juli mit

100 Mietwagen

in Hamburg gestartet

und Ende August in Berlin.

Mitte September war

es dann auch in München

soweit – pünktlich

zum Oktoberfest. Dieses

Geschäft will man sich

natürlich nicht entgehen lassen. Weitere

Städte sollen folgen. Durch die Massenkündigung

gleich am Folgetag (siehe Seite

16) wurde der Start in München ins rechte

Licht gerückt. Doch wozu überhaupt der

neue Name? Wenn man jetzt auch Mietwagen,

Tretroller etc. vermittelt, ist der Begriff

Taxi im Namen mytaxi nicht mehr so recht

passend. Außerdem möchte

man die Zugehörigkeit

zur Angebotspalette unter

der Bezeichnung „Now“

zum Ausdruck bringen.

Am bekanntesten davon

ist der Car-Sharing-Dienst

Drive Now von BMW, der

zukünftig gemeinsam

mit Daimlers car2go als

„Share Now“ weitermachen soll.

„Now“ steht für Gegenwart, Leben im

Hier und Jetzt. Ein wenig Hedonismus soll

schon sein. Warum die Beförderung von Leu-

DIE DENKWÜRDIGEN AUSSAGEN DES ALEXANDER M.

Anlässlich des Mietwagenstarts von Free Now in Frankfurt

hatte sich dessen Mitarbeiter Alexander Mönch gegenüber

den Medien folgendermaßen geäußert: „Bei jedem neuen

Service, den wir launchen, stimmen wir uns eng mit den lokalen

Behörden ab. Auch in Frankfurt haben wir das Gespräch

mit der Stadt gesucht und nehmen deren Anliegen selbstverständlich

sehr ernst. Wir achten beispielsweise akribisch

darauf, dass nur Fahrer mit einer Frankfurter Mietwagenkonzession

unterwegs sind, dass sie sich an die Rückkehrpflicht

halten und dass für alle Fahrer stets ein hinreichendes Auskommen

gesichert ist.“ Es zeugt schon von einer gewissen

Arroganz zu sagen, man würde die „Anliegen“ einer Behörde

sehr ernst nehmen. Das sind keine Anliegen, das sind bestehende

Gesetze und die hat man nicht „ernst zu nehmen“, an

die hat man sich zu halten. Punkt.

Und das hinreichende Auskommen der Mietwagenfahrer kann

gar nicht anders als durch Subventionen garantiert werden,

solange man mit Dumpingpreisen unterhalb des Taxitarifs

agiert. Free Now wird mit seinem Seitenwechsel weg vom

Taxi und hin zum Low-Budget-Mietwagen dieselben immensen

Verluste einfahren wie Uber. Das lässt sich dann immerhin

– um Steuern zu sparen – wunderbar mit den Gewinnen

aus anderen Geschäftssparten verrechnen, zum Beispiel mit

denen aus dem Fahrzeugvertrieb, zu denen auch genau jenes

Taxigewerbe seit Jahrzehnten durch seine Treue zu Mercedes-

Taxis beiträgt, das nun dank Free Now massive Einkommensverluste

hinnehmen muss. Die Taxi-Einbußen werden noch

gravierender sein als bei Uber, denn die jetzigen Free-Now-

Nutzer sind all jene, die bisher als mytaxi-Kunden (aufgebaut

vom Taxigewerbe) Taxis bestellt haben und nun mit demselben

„Knopfdruck“ einen günstigeren Mietwagen bekommen.

Free Now ist also dabei, einen immensen Schaden anzurichten.

Nicht nur gegenüber dem Taxigewerbe, sondern auch

gegenüber der gesamten Volkswirtschaft.

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FOTOS: Wilfried Hochfeld

ten im Pkw mit Fahrer ausgerechnet Free

Now heißen soll, hat weniger mit der Sache

an sich zu tun als mit dem lockeren Lebensgefühl,

das man damit vermitteln will. „Free“

klingt toll. Wer will nicht frei sein?

Das Werbematerial von Free Now ist von

fröhlichen jungen Menschen bevölkert, die

nichts anderes zu tun haben, als sich zu

vergnügen. Eine offenbar glückliche junge

Frau in einer Badewanne kommt auch vor.

In diesem Sinne also: Free now! Um die

Markenbekanntheit zu erhöhen, investiert

Free Now ein Budget in zweistelliger Millionenhöhe

in eine internationale Markenkampagne.

GEGEN MOIA UND UBER

Wozu das Ganze, wenn am Schluss doch

nur wieder Leute im Auto mit Chauffeur

befördert werden? Das neue Now-tum

von Daimler und BMW möchte gegen die

internationale Konkurrenz angehen. Man

möchte in Europa Mobilitätsanbieter Nr. 1

werden. Es geht gegen Volkswagens Moia

und gegen Uber. Denn der Trend geht zum

Mietwagen, heißt es. Taxiunternehmer

wechseln zum Mietwagen, weil der weniger

stark reguliert ist, heißt es. Junge Fahrgäste

wandern zum Mietwagen ab, weil der

billiger ist, heißt es.

Alexander Mönch verkaufte sich als bisheriger

mytaxi-Verantwortlicher als

Taxifreund, jetzt ist er Free-Now-Chef

und steht auf Billig-Mietwagen.

Den Wahrheitsgehalt und die Hintergründe

der einzelnen Aussagen lassen wir mal

dahingestellt. Fakt ist, wenn schon ein

Beförderungswesen, von dem bisher ein

paar hunderttausend Menschen in Deutschland

leidlich leben konnten, zerstört (Disruption)

und neu verteilt werden soll, dann

will man an führender Stelle dabei sein – in

fürsorglicher Verbundenheit mit den Fahrern,

Unternehmern und den Städten, versteht

sich.

Auf ausdrückliche Nachfrage versichert

Alexander Mönch (Free-Now-Chef

für Deutschland und Österreich, vormals

mytaxi), dass die neue Taxi-und-Mietwagen-Gemeinschafts-App

rechtlich einwandfrei

arbeiten soll. Das heißt, Aufträge an

Mietwagen sollen zumindest über einen

Computer am Betriebssitz an den Fahrer

vermittelt werden. Ob der sich dabei an seinem

Betriebssitz aufhält, soll dann wohl im

Verantwortungsbereich des Mietwagenunternehmers

liegen. Free Now betreibt keine

eigenen Flotten. Es ist zu befürchten, dass

das alles „Anschlussaufträge“ sein werden

– und allzu viele Mietwagenfahrer

den Betriebssitz ihres Unternehmens gar

nicht kennen.

Free Now macht seinen angeschlossenen

Fahrern keine Vorgaben, ob sie auch

Aufträge von anderen Vermittlern beziehen

dürfen. Taxifahrer können auch für

andere Apps oder Zentralen fahren. Mietwagen

können auch Aufträge von Uber u. a.

bekommen. Wollen Taxifahrer tatsächlich

gemeinsam mit Konkurrenten vermittelt

werden, von denen sie durch notorische

Rechtsverstöße ruiniert werden?

Politisch strebt Mönch ein Einheitsgewerbe

ohne Unterscheidung von Taxis und

Mietwagen an – mit dem Besten aus beiden

Welten (mit Ride-Sharing, Preiskorridor

mit Ober- und Untergrenzen, Ortskunde

für alle …).

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Stellvertretend für 800 Taxikonzessionen haben diese Münchner Unternehmer am 18.9. ihre Free Now-Kündigung eingereicht.

STÄRKUNG FÜR

DAS TAXIGEWERBE

Am 19. September um 0 Uhr war Schluss. Taxiunternehmer mit zusammen

800 Taxis haben ihre Zusammenarbeit mit Free Now aufgekündigt.

Der TVM half bei der Organisation.

Rund 50 Unternehmer und Taxifahrer

sammelten sich vor dem

Münchner Free Now-Büro in der

Münchner Fäustlestraße 1. Das gemeinsame

Ziel war die Aufkündigung ihrer

Geschäftsbeziehungen mit dem Mobilitätsdienst

Free Now, welcher Teil des Daimler-

und BMW-Konzerns ist. Grund für die

Massenkündigungen war die Umorientierung

von Free Now hin zu einem neuen

Mietwagenservice, der unter dem Free

Now-Dach mit dem Namen Ride agiert.

In monatelanger Vorbereitung hatte

der Taxiverband München e. V. zusammen

mit einer Gruppe Unternehmer federführend

die Kündigungen gesammelt und die

gemeinsame Übergabe organisiert. Für

TVM-Vorstand Florian Bachmann sind die

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb), Simon

Günnewig (sg) und Jürgen Hartmann (jh)

Folgen der Kündigungswelle weitreichend:

„Zu den 800 Konzessionen gehören mehr

als doppelt so viele Fahrer, da ein Wagen

ja von mehreren gefahren wird, um den

24-Stunden-Betrieb zu gewährleisten. Auch

diese Fahrer kehren damit Free Now den

Rücken.“

Florian Bachmann und Gregor Beiner

sowie der Mehrwagenunternehmer Murat

Kilicsaymaz übergaben stellvertretend die

Kündigungen in die Hände des Area-Managers.

Fotos von dem beispiellosen Moment

gibt es keine, da es auf Wunsch der Hausherren

untersagt war, den Namen des Area-

Managers zu nennen sowie im Gebäude zu

fotografieren.

MIT DABEI: HESS UND KUHLE

Die Entscheidung der Unternehmer wurde

natürlich von den beiden Münchner Taxizentralen

begrüßt. Christian Hess (Isar-

Funk) und Frank Kuhle (Taxi München eG)

waren vor Ort, um ihre Unterstützung zu

demonstrieren.

Für die Unternehmer, die ihren Vertrag

aufgekündigt haben, bedeutete dies, dass

ab Mitternacht keine Free Now-Aufträge

mehr angenommen werden. Wie Murat

Kilicsaymaz im Nachgang noch betonte,

ist es wichtig, dass die Fahrer zusätzlich

zur Kündigung auch die Löschung ihrer

Daten beantragen. Erst dann sei sichergestellt,

dass es keine Kontaktaufnahme

mehr von Free Now geben wird. Unternehmer,

deren Fahrzeuge derzeit noch mit

my taxi- oder Free Now-Werbung beklebt

Murat Kilicsaymaz: „Wir haben die

Totengräber des Taxigewerbes viel zu

lange unterstützt.“

sind, wird empfohlen, sich zu vernetzen,

damit gemeinsam von den Werbeverträgen

zurückgetreten werden kann.

Die Massenkündigungen haben in vielerlei

Hinsicht das Taxigewerbe gestärkt. Einerseits

wurde medienwirksam die Einigkeit

des Gewerbes demonstriert, auf der anderen

Seite aber ist Free Now zu verstehen

gegeben worden, dass das Taxigewerbe die

Ausweitung des Mietwagengeschäfts nicht

mittragen will. Der Taxiunternehmer Murat

Kilicsaymaz bringt es auf den Punkt: „Wir

haben die Totengräber des Taxigewerbes

viel zu lange unterstützt. Free Now kassiert

nur ein erhebliches Stück aus dem

Vermittlungskuchen, aber die Unterstützung

fürs Gewerbe bleibt das Unternehmen

schuldig. Deshalb lassen wir uns jetzt

lieber von taxi.eu und Taxi Deutschland

vermitteln.“

sg

FOTOS: Taxi Times

16 SEPTEMBER / 2019 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

FREE NOW ENDET BEI HARTZ IV

Gerüchteweise tut sich Free Now schwer, für das Münchner

Mietwagenangebot genügend Mietwagenunternehmer zu

finden, um auf eine ausreichend große Flotte zu kommen.

Deshalb versucht man weiterhin sehr intensiv, Taxiunternehmer

zum Umstieg auf Mietwagen zu bewegen. Offenbar

konnte man davon zahlreiche Unternehmer überzeugen.

Darauf deuten die zahlreichen Anträge für Mietwagenkonzessionen

hin, die auf dem Schreibtisch des TVM in den letzten

Wochen gelandet sind. Als Anhörstelle wird der TVM über

alle Anträge in München informiert. Dies waren allein in den

letzten vier Monaten rund 400 Genehmigungen, die beantragt

wurden. Wie viele davon tatsächlich genehmigt und

zugelassen wurden, entzieht sich unserer Kenntnis.

Free Now will im Mietwagenbereich auf alle Fälle noch billiger

sein als Uber. Wer aber trägt den finanziellen Verlust durch

die Dumpingpreise? Es ist zu befürchten, dass dies am Ende

der Steuerzahler sein wird. Für jede Taxifahrt erhält der Fahrtenvermittler

eine Provision von sieben Prozent vom Taxi-

unternehmer. Bei 20 Euro Fahrtwert sind das 1,40 Euro. Für

jede Mietwagenfahrt ist eine Provision von 25 bis 27 Prozent

vereinbart. An einer ins Mietwagengewerbe vermittelten

Fahrt für 10 Euro (50 Prozent Rabatt für den Kunden) verdient

Free Now somit 2,70 Euro, also fast doppelt so viel.

Nun dauert aber eine 20-Euro-Fahrt mit dem Taxi erfahrungsgemäß

30 Minuten. So lange braucht auch der billigere

Mietwagen, der für zehn Euro fährt. Der Unternehmer kann

damit also nach Abzug der Provision maximal 11,83 Euro

Netto-Umsatz pro Stunde machen. Das deckt nicht einmal

den Mindestlohn für den angestellten Fahrer, von den angefallenen

Fahrzeugkosten ganz zu schweigen.

Zukünftig werden also entweder die Verbraucherpreise

drastisch angehoben (womit dann die gesicherte Daseinsvorsorge

wegfällt) oder aber die scheinselbstständigen Mietwagenpartner

von Free Now in prekäre Arbeitsverhältnisse

getrieben. Was wiederum bedeutet, dass sie beim Sozialamt

Hartz IV beantragen müssen.

jh

NEUES GUTACHTEN ÜBER DIE FUNKTIONS­

FÄHIGKEIT DES MÜNCHNER TAXIGEWERBES

Nach der Erstellung des ersten Gutachtens vor vier Jahren wird nun erneut die

Begrenzung der Taxikonzessionen auf ihren Bestand beurteilt.

Aktuell sind die Fragebögen per

Post auf dem Weg zu den Unternehmen.

JEDER Mehrwagenbetrieb

wird befragt sowie eine zufällige

Auswahl von Einzelunternehmern. Die Teilnahme

an der Befragung ist nicht freiwillig,

Verweigerungen oder nur eine teilweise

Beantwortung können vom KVR mit Bußgeldern

belegt werden. Wie bereits beim letzten

Gutachten werden die gelieferten Daten

von Linne + Krause ausgewertet und beurteilt.

Die Anonymität der Daten und somit

auch der Datenschutz werden gewährleistet.

Als TVM können wir jeden Betrieb nur

dazu aufrufen, die Fragen möglichst exakt

zu beantworten, denn „die Unternehmen

leisten durch die Beantwortung der Fragebögen

einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeitsprüfung

2019“, so das KVR.

SPANNENDE AUSWERTUNG

Ergebnisse aus dem Gutachten können für

dieses Jahr nicht mehr erwartet werden.

Aber Anfang 2020 muss dann das KVR

da rüber urteilen, ob es weiterhin keine Neuerteilungen

bei den Taxikonzessionen gibt.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung

der selbst geschaffenen und von der Politik

geduldeten „gesetzesfreien“, also illegal

agierenden Konkurrenz von Uber oder jetzt

auch Free Now, Clever Shuttle und ähnlichen

Anbietern verspricht die Auswertung

der Daten in Bezug auf Umsatzverluste

durchaus spannend zu werden und ist für

die Zukunft des Münchner Taxigewerbes

von hoher Bedeutung. Ebenfalls kann ein

Gutachter bei der Beurteilung des Taximarktes

nicht an der Flut von Anträgen auf

Mietwagengenehmigungen vorbeischauen,

es muss folglich auch ein Urteil über die

Auswirkungen der hohen Zahl von Fahrzeugen

getroffen werden.

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TAXI SEPTEMBER / 2019

17


ISARFUNK TAXIZENTRALE

PROJEKT KEHRAUS –

SO GEHT ISARFUNK

GEGEN UBER VOR

Das Nichteinhalten des Personenbeförderungsgesetzes, insbesondere der

Rückkehrpflicht von Mietwagen, macht einen fairen Wettbewerb unmöglich.

Ein großes Aufräumen ist fällig.

Der Begriff Kehraus beschreibt in Bayern „das große Aufräumen“.

Der Vermittlungsdienst Uber hat sich die letzten

Jahre in München ausgebreitet und bedroht die Taxibranche.

Die Behörden sind mit den Kontrollen der Mietwagenunternehmen

überfordert. Viele Taxifahrer opfern Zeit und Geld, um Beweise

gegen die illegalen Wettbewerber zu sammeln. Hier trat IsarFunk

in die Verantwortung und führt seit Februar 2019 mit Unterstützung

von externen Ermittlern und anschließender Bearbeitung

durch eine Anwaltskanzlei eigene Ermittlungen durch. Wie genau

das funktioniert, erklären die Akteure selbst.

Zu den rechtlichen Grundlagen und zur Vorgehensweise sagt

beispielsweise der Anwalt:

» Wenn wir Uber auf Unterlassung in Anspruch nehmen wollen,

müssen wir über das vorliegende Urteil des BGH hinaus nachweisen,

dass die angeschlossenen Mietwagenunternehmer

in München regelmäßig gegen § 49 Abs. 4 PBefG verstoßen

(siehe Kasten).

Die Rechtsprechung sagt, dass ein Beförderungsauftrag

elektronisch an den Fahrer übermittelt werden kann – eingehen

muss er aber (zunächst) am Betriebssitz.

Nun wissen wir grundsätzlich zwei Dinge: Eine Vielzahl

der betreffenden Mietwagenunternehmen unterhält

an ihrem Betriebssitz kein Personal, oftmals vermutlich

nicht einmal einen Geschäftsraum.

Des Weiteren ist der Betriebssitz vieler betroffener

Mietwagenunternehmen gar nicht in München, sondern im

Umland. Da deren Fahrzeuge die Rückfahrt zum Betriebssitz

nicht antreten wollen, gleichzeitig aber auch nicht so viele Fahr-

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18 SEPTEMBER / 2019 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

SO STEHT’S IM GESETZ

§ 49, Absatz 4 PBefG: Verkehr mit Mietwagen:

Verkehr mit Mietwagen ist die Beförderung von Personen mit

Personenkraftwagen, die nur im Ganzen zur Beförderung

gemietet werden und mit denen der Unternehmer Fahrten

ausführt, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt

und die nicht Verkehr mit Taxen nach § 47 sind.

Mit Mietwagen dürfen nur Beförderungsaufträge ausgeführt

werden, die am Betriebssitz oder in der Wohnung

des Unternehmers eingegangen sind. Nach Ausführung

des Beförderungsauftrags hat der Mietwagen unverzüglich

zum Betriebssitz zurückzukehren, es sei denn, er hat vor

der Fahrt von seinem Betriebssitz oder der Wohnung oder

während der Fahrt fernmündlich einen neuen Beförderungsauftrag

erhalten. Den Eingang des Beförderungsauftrages

am Betriebssitz oder in der Wohnung hat der Mietwagenunternehmer

buchmäßig zu erfassen und die Aufzeichnung ein

Jahr aufzubewahren. Annahme, Vermittlung und Ausführung

von Beförderungsaufträgen, das Bereithalten des Mietwagens

sowie Werbung für Mietwagenverkehr dürfen weder allein

noch in ihrer Verbindung geeignet sein, zur Verwechslung mit

dem Taxenverkehr zu führen.

aufträge vorhanden sind, dass sie dies durch Annahme des stets

nächsten Fahrauftrages vermeiden können, müssen sie sich also

geradezu zwingend unerlaubt bereitstellen.

Wir müssen also für ein Vorgehen gegen Uber dasselbe tun wie

für ein Vorgehen gegen Mietwagenunternehmen. Die Mietwagenunternehmen

können sich jedoch viel schlechter wehren als Uber.

Sie verfügen nicht über dieselben Mittel. «

Zur Einsatzkoordination des Kehraus-Projekts äußern sich

Jürgen Dinter und Susanne Roth (ehemalige Wimmer) von IsarFunk:

» Wir haben einen standardisierten Prozess entwickelt, der eine

einheitliche und vollständige Dokumentation der unerlaubten

Bereitstellung sichert. Mithilfe eines Protokolls, von Bildern und

GPS-Daten beweisen wir, dass die Mietwagenfahrer gegen ihre

Rückkehrpflicht verstoßen.

Damit die externen Ermittler wissen, was ihre Aufgabe ist, gab

es zu Beginn ein umfangreiches Briefing. Gemeinsam mit Florian

Bachmann vom Taxi Verband München wurden sie über den rechtlichen

Hintergrund, unser Vorgehen und mögliche Gefahren bzw.

Risiken informiert. Mithilfe vieler Tipps und Informationen, die

wir unter anderem von Taxifahrern erhalten haben, konnten wir

zusätzlich eine Liste mit typischen Aufenthaltsorten der Uber-

Fahrer anfertigen. «

Das Ermittler-Team, das aus nachvollziehbaren Gründen an

dieser Stelle anonym bleiben möchte, beschreibt seine Einsätze

folgendermaßen:

» Wir dokumentieren Verstöße gegen die Rückkehrpflicht. Mithilfe

eines Protokolls und von Bildern beweisen wir, dass sich der Mietwagenfahrer

illegal bereitstellt – denn das Recht zur Bereitstellung

auf der Straße, um dort auf Fahrgäste zu warten, hat nur das Taxi.

Wir achten auf typische Fahrzeuge, wie zum Beispiel Mercedes-

Benz E-Klassen und Hybridfahrzeuge wie den Toyota Auris, die

an bestimmten Hotspots geparkt sind. Auch einschlägige Kennzeichen

können auf Mietwagen hindeuten. Zum anderen gibt es

typische Verhaltensweisen der Mietwagenfahrer. Sie sitzen oder

liegen in ihrem Auto, haben ihr Handy dauerhaft in der Hand, wirken

nervös und schauen oft in den Rückspiegel – als fühlten sie

sich beobachtet.

Seit Beginn unserer Kontrollen vor einigen Monaten hat sich

vieles geändert. Die Fahrer werden vorsichtiger. Sie legen sich

flach in ihre Fahrzeuge, damit wir keine Bilder von ihnen machen

können. Bei längeren Standzeiten verlassen sie ihre Fahrzeuge und

kommen erst zurück, wenn sie einen neuen Auftrag haben. Auch

wird darauf geachtet, dass die Standzeiten nicht länger als sieben

Minuten sind – spätestens dann fahren sie eine Runde und stellen

sich an einem anderen Ort auf. Oft reagieren die Fahrer sehr

aggressiv, wenn sie uns bemerken. Sie verfolgen und beleidigen

uns – einmal haben wir eine zufällig vorbeifahrende Streife der

Polizei aufgehalten, da die Situation kurz davor war, außer Kontrolle

zu geraten. Besonders wütend reagieren die Fahrer, wenn

sie bemerken, dass sie fotografiert werden – dann verlassen wir

den Ort so schnell wie möglich.

Einige Fahrer geben ganz offen zu, dass sie für Uber fahren. So

passiert es zum Beispiel, dass ein Fahrzeug ins Taxi-Modul am Flughafen

einfährt, sich in zweiter Reihe aufstellt und auf einen Fahrgast

wartet. Bei direkter Ansprache, dass er nicht in zweiter Reihe stehen

darf, meinte der Fahrer, dass er Uber-Fahrer sei und das dürfe.

Da viele Uber-Fahrgäste Touristen sind (besonders Amerikaner und

Asiaten), erleben wir diese Szene häufig. «

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI SEPTEMBER / 2019

19


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ISARFUNK TAXIZENTRALE

GMBH & CO. KG

Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Telefon / Taxiruf: 089 / 45 05 40

Telefon / Verwaltung: 089 / 45 054-100

E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

www.isarfunk.de, www.facebook.com/

isarfunk450540

Presserechtlich verantwortlich

für diese Seiten:

Christian Hess

Redaktion: Tom Buntrock (tb),

Jürgen Dinter (jd),

Susanne Roth (sr)

Das Ermittler-Team sammelt also

eine Reihe von Daten. Sie werden bei

IsarFunk bearbeitet und für die Weitergabe

an die Rechtsanwälte aufbereitet,

berichtet Susanne Roth:

» Einmal im Monat erhalten wir von

den Ermittlern ca. 100 bis 150 Protokolle

und ca. 800 Bilder. Diese Daten

werden von uns gesichtet und digital

erfasst. Die Protokolle werden

Susanne Roth

gescannt, die Bilder zugeordnet und

alle Daten gemeinsam für den Anwalt

vorbereitet. Bei diesen Terminen sprechen wir mit den Mitarbeitern

über die vergangenen Einsätze.

Sie informieren uns über besonders auffällige Fälle oder

Schwierigkeiten, auf die reagiert werden muss. Neue Informationen,

wichtige Termine (z. B. Messen, Konzerte etc.) und neue

Hotspots werden ausgetauscht. Regelmäßig geben wir die Daten

zur weiteren Verarbeitung an unseren Anwalt weiter. «

Was dort dann passiert, beschreibt der Anwalt folgendermaßen:

» Wir müssen nachweisen, dass es sich bei einem beobachteten

Fahrzeug um einen Mietwagen handelt, der als solcher im Einsatz

ist und dabei gegen das PBefG verstoßen hat. Die von IsarFunk

übermittelten Dokumentationen werden zunächst nach eher tauglichen

und eher untauglichen Fällen sortiert.

Bei den tauglichen Fällen ermitteln wir die Halter der Fahrzeuge.

Dabei ergibt sich in manchen Fällen, dass es sich gar nicht um

einen Mietwagen gehandelt hat. In anderen Fällen ergibt sich aus

der Zulassung selbst und/oder aus dem Unternehmensgegenstand

der Halterfirma, dass es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um

einen Mietwagen handelt.

Im ersten Schritt werden die Unternehmen, denen ein Verstoß

gegen das PBefG nachgewiesen werden konnte, abgemahnt.

Ist das nicht ausreichend, erwirken wir im nächsten Schritt eine

einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen. Stellt man einen

Antrag für eine einstweilige Verfügung, erzielt man eine vorläufige

Gerichtsentscheidung. Das Verfahren ist besonders schnell und

vereinfacht, um eine schnelle Beilegung der Sache zu bewirken. «

Was blüht dem Mietwagen-Unternehmer durch „Kehraus“? Über

die derzeit laufenden Verfahren dürfen die Beteiligten leider keine

Auskunft geben, doch die allgemeinen Konsequenzen beschreibt

Jürgen Dinter:

» Der Uber-Partner bekommt von

unserem Anwalt eine Abmahnung.

Für den Erstverstoß muss er mit etwa

800 Euro Abmahngebühren rechnen,

für jeden Wiederholungsfall mit ca.

5.000 Euro. Geht der Uber-Partner

gerichtlich gegen die Abmahnung vor

und verliert, wird bei weiteren Vergehen

ein Ordnungsgeld in Höhe von

2.000 bis 6.000 Euro (im Wiederholungsfall)

fällig. Selbst Haftstrafen können

ausgesprochen werden.

Jürgen Dinter

Kommt es aufgrund der Geldbußen zu einer anschließenden

Betriebsprüfung, kommen auf den Uber-Partner Kosten im vierstelligen

Bereich sowie die Verpflichtung zum Einsatz eines Wegstreckenzählers

zu. Der Unternehmer muss außerdem mit dem Entzug

der Konzession rechnen. Übrigens: Sämtliche Vorgänge werden

auch den Landratsämtern zugeleitet. «

Christian Hess, Geschäftsführer von

IsarFunk, zieht folgendes Fazit:

» Mit den Kontrollen will IsarFunk die

Mietwagenunternehmen durch die

hohen Geldstrafen, die mit den Abmahnungen

einhergehen, unter Druck

setzen. Die Unternehmen sollen ihre

Betriebsabläufe ändern und sich an

die geltenden Gesetze halten. Damit

wird eine rentable Zusammenarbeit Christian Hess

mit Uber unmöglich. Die professionelle

Ermittlung und Ahndung von Verstößen gegen die Rückkehrpflicht

ist eine aufwendige und kostenintensive Aufgabe. Dennoch ist sie

derzeit alternativlos. Wir wollen, dass sich unsere Taxifahrer ganz

ihrer Berufsausübung widmen können, im Bewusstsein, dass ihre

Zentrale ihre Existenzgrundlage sichert und schützt. « sr

Dr. Hans Bake v. Bakin

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FOTOS: Susanne Roth, IsarFunk

20 SEPTEMBER / 2019 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

GECHECKTE QUALITÄT

IsarFunk überprüft 520 Fahrzeuge. Gastgeber war wieder der ADAC.

Eine kleine Taximesse bietet Fahrern Mehrwert während des Taxi-Check-ups.

Wie gewohnt wurde

der Quality-Check

von einer Mini-Taximesse

umrahmt.

Zahlreiche Taxiunternehmer

haben während des

Quality-Checks ihre

Taxis mit Außenwerbung

für die App

taxi.eu bekleben

lassen. Eine passende

Antwort auf den

Seitenwechsel von

mytaxi/Free Now.

In drei Reihen wurden die IsarFunk-Taxis überprüft.

Die Wartezeiten hielten sich so in Grenzen.

FOTOS: IsarFunk

Wie jedes Jahr machte sich die

IsarFunk Taxizentrale wieder

an die Herkulesaufgabe, die

520 angeschlossenen Fahrzeuge einem

Quality-Check zu unterziehen. Bewertet

wurde vor allem der optische Zustand

der Taxis. „Die Kunden erwarten zu Recht

für ihr Geld ein einwandfreies Fahrzeug“,

erklärt Jürgen Dinter, Marketingleiter bei

IsarFunk. „Da haben kaputte Sitze, Lackschäden

oder ähnliche Schönheitsfehler

nichts zu suchen.“

Schon seit Jahren legt IsarFunk besonderen

Wert auf den Zustand der Flotte:

„Man kann die Außenwirkung nicht hoch

genug bewerten“, weiß Dinter. „Einwandfreie

Fahrzeuge sind ein wichtiges Argument

gegenüber dem Wettbewerb. Vor

allem beim gestiegenen Konkurrenzdruck

durch Anbieter wie Uber!“ Deshalb war

das auch nicht der erste Quality-Check bei

IsarFunk, aber abermals ein sehr erfolgreicher,

denn auch diesmal musste kein

einziges Fahrzeug aus der Vermittlung

genommen werden.

Wie auch in den Jahren zuvor durfte die

IsarFunk Taxizentrale die Einrichtungen

des ADAC in der Ridlerstraße nutzen. So

konnten bis zu drei Fahrzeuge gleichzeitig

überprüft werden. Zum Einsatz kamen

dabei neben neun Mitarbeitern aus der

Zentrale und Mitgliedern des Aufsichtsrates

auch wieder zwei externe Prüfer. „Ohne

die idealen Rahmenbedingungen, wie sie

uns der ADAC mit seiner Prüfhalle bietet,

wäre so eine Aktion kaum zu bewältigen“,

sagt Dinter. „Unser Dank gilt deshalb dem

ADAC München, insbesondere Florian

Hördegen und Alexander Kreipl, ohne die

es diese Kooperation nicht gäbe.“

CATERING + TOMBOLA

Und noch etwas gäbe es ohne den vielen

Platz nicht: die kleine Taximesse, die sich

rund um den Quality-Check etabliert hat.

Neben einem Catering wurde für Taxiunternehmer

und -fahrer einiges geboten. So gab

es Infostände verschiedener Autohäuser.

Vertreten waren die Avalon Premium Cars

GmbH mit einem Volvo V90, das Autohaus

Mükra mit den Elektrotaxis Nissan Leaf

und e-NV200, die MAHAG mit einem VW

Touran und DIT München GmbH gleich mit

vier Hybridfahrzeugen: dem Prius, einem

Corolla Kombi, dem SUV RAV4 sowie der

brandneuen Mittelklasselimousine Camry.

Erstmals nahm Sixt als Aussteller beim

Quality-Check teil, übernahm sogleich die

Kosten für das Catering und lobte zudem

in einer kleinen Tombola für die Taxler

interessante Preise aus. Traditionell war

auch wieder das Münchner Taxiunternehmen

Euro-Taxi mit einem Stand, Getränken

und Give-aways vertreten. Schließlich wurden

von Promotion-Teams noch Gutscheine

an die Fahrer verteilt: für das Musical

„Die fabelhafte Welt der Amélie“, für das

Equilaland und für das Hi-Sky-Riesenrad

am Ostbahnhof.

IsarFunk nutzte den „Boxenstopp“

zum Quality-Check auch zum Anbringen

einer einheitlichen Werbung auf den Fahrzeugtüren

für die Taxi-App taxi.eu. Dazu

wurde passendes Werbematerial an die

Fahrer verteilt und Kopfstützenbezüge mit

Taschen für die Flyer wurden installiert.

„Wir müssen heute jede Möglichkeit nutzen,

um auf unsere Dienste aufmerksam

zu machen“, erklärt Marketingleiter Jürgen

Dinter. „Wir haben keinen Werbe-Etat von

mehreren Millionen Euro wie etwa Uber

oder Free Now, die Investoren und Konzerne

im Hintergrund haben. Aber wir haben

die besten Botschafter für unsere Marke

und die Dienstleistung Taxi im Einsatz,

nämlich unsere Fahrer, die mit ihrer täglichen

Arbeit belegen, dass wir ein funktionierendes

Taxigewerbe haben. Und warum

wir es auch in Zukunft brauchen.“

Für die IsarFunk Taxizentrale war dieser

Quality-Check ein voller Erfolg. „Wir

erleben immer wieder, wie viel Arbeit die

Unternehmer in die Pflege und Wartung

ihrer Fahrzeuge stecken“, sagt Dinter. So

bleibt die Flotte immer vorbildlich – bis

zum nächsten Quality-Check 2020. tb

TAXI SEPTEMBER / 2019

21


OUT OF MUNICH

NEWSTICKER

STUTTGARTER

BEHÖRDEN-FIASKO

Frank Sailer fährt seit 20 Jahren

in Stuttgart – und wäre nun fast

arbeitslos geworden. Grund ist aber

nicht etwa Uber oder Free Now, sondern

die Stuttgarter Führerscheinstelle.

Unzählige Versuche, dort

einen Antrag auf Taxischein-Verlängerung

zu stellen, scheiterten, weil

die hoffnungslos überlastete Behörde

die Schalter meist schon früher

schließen musste. Glück hatten nur

wartende Menschen, die bereits seit

4.30 Uhr angestanden hatten. Erst

als sich Sailer mit einem Brandbrief

an die Medien wandte, bekam

er einen Extra-Termin. Mittlerweile

hat er seinen P-Schein verlängern

können.

sg

Manch ein Münchner Taxifahrer sieht bei

solchen Geschichten durchaus Parallelen

zur Münchner Führerscheinstelle.

STUTTGARTER

INKLUSIONSVORBILD

Rund acht Monate nach dem Start

eines Förderprogramms, bei dem

sich die Stadt mit 95 Prozent bzw.

maximal 10.000 Euro pro Taxi an

den Nettoumbaukosten eines Fahrzeugs

beteiligt, ist in Stuttgart das

erste geförderte Rollstuhltaxi in

Betrieb genommen worden. Besitzer

ist der Taxiunternehmer Manfred

Hülsmann, der einen VW Caddy

Maxi vom Berkheimer Spezialisten

Mobitec hat umrüsten lassen.

In Stuttgart werden die Fahrten

nach dem normalen Taxitarif abgerechnet.

Ein Rollizuschlag, wie vom

Taxigewerbe gefordert, konnte nicht

durchgesetzt werden, da dieser dem

Inklusionsgedanken widersprechen

würde.

sg

Und München? Der Wille zur städtischen

Förderung ist vorhanden, im

Moment hängt eine weitere Umsetzung

allerdings in den Verwaltungsmühlen

der Stadt fest.

Sofern die Mitglieder der Übernahme zustimmen, wird der bisherige Betriebssitz

der WBT zu Taxi Berlin verlegt. Alle Mitarbeiter werden übernommen.

BERLINER

TAXI ZENTRALEN

GEHEN ZUSAMMEN

Im harten Wettbewerb der Personenbeförderer will das Berliner Taxigewerbe

seine Kräfte bündeln. Deshalb sollen die beiden bisherigen Wettbewerber Taxi

Berlin und WBT miteinander verschmelzen. Das geht aus einem Schreiben hervor,

das die Mitglieder der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Taxibesitzer (WBT)

Mitte August erhalten haben. Die WBT-Vorstände und der Aufsichtsratsvorsitzende

berichten darin von einem fairen Übernahmeangebot, welches der WBT von

Hermann Waldner, Geschäftsführer von Taxi Berlin (TZB), vorgelegt wurde. Am

10. September haben die Mitglieder der WBT innerhalb der Generalversammlung

dieser Verkaufsabsicht zugestimmt.

Bei der Vermittlung von Funkaufträgen durch das europäische Netzwerk taxi.eu,

die künftige Taxi Europa AG, sind TZB und die WBT schon seit Jahren Partner

– gemeinsam mit zahlreichen weiteren europäischen Taxifunkzentralen. ar

In München agieren IsarFunk und Taxi München noch eigenständig, ziehen aber bereits

bei wesentlichen gewerbepolitischen und wettbewerbsrechtlichen Punkten meist an

einem Strang.

EXODUS FÜR UBER

IN LONDON?

Im September wird es ernst für Uber in London. Dann läuft die Betriebsgenehmigung

ab, die von der dortigen Regulierungsbehörde Transport for London (TfL)

eigentlich schon 2017 nicht verlängert werden sollte. Man war damals seitens

der TfL nicht überzeugt, dass Uber London Limited „ein geeignetes Unternehmen“

ist, um eine Lizenzverlängerung zu erhalten.

Uber versprach damals Besserung und konnte so vor Gericht erreichen, dass

wenigstens eine vorläufige Lizenz für 15 Monate erteilt wurde. Diese läuft nun

aus. Nun wurde bekannt, dass Uber wegen Verstoßes gegen die Lizenzbestimmungen

eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 30.900 Euro auferlegt worden

war. Von Besserung also keine Spur, was Steve McNamara vom Londoner Taxiverband

auch nicht wundert. „Damals versprach Uber, sich korrekt zu verhalten.

Aber was sagen sie diesmal? Wir werden uns jetzt wirklich, wirklich, wirklich

richtig verhalten?“

Die UTAG, bestehend aus Fahrern und anderen Vertretern aus der ganzen

Branche, hat angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn Uber eine neue

Lizenz erhalten würde: „Uber hatte nie die Absicht, das Gesetz einzuhalten, und

ihre Tätigkeiten sind nicht im Einklang mit dem Gesetz.“ wf

In München ist eine 2017 eingereichte Verbotsklage gegen die Uber-App übrigens

immer noch in der Verzögerungsschleife des Münchner Landgerichts.

FOTOS: privat, WBT

22 SEPTEMBER / 2019 TAXI


VERANSTALTUNGEN

WICHTIGE THEMEN –

HOCHRANGIGE TEILNEHMER

Unter dem Namen »Taxi Driving Innovation« plant der Bundesverband Taxi und

Mietwagen e. V. einen »Austausch innerhalb der Taxi- und Mietwagenbranche und

darüber hinaus«. Das Programm verspricht eine prominente Besetzung.

Academie Lounge Berlin, Köthener Str 44, 10963 Berlin

FOTOS: goethe@foto-goethe.com / Thomas Goethe

Die richtig gute Nachricht gleich mal

vorweg: Die Teilnahme an diesem

Kongress ist kostenlos, die Plätze

sind allerdings begrenzt. Deswegen empfiehlt

der Bundesverband, sich rasch anzumelden

(www.bzp.org). Denn das, was da

am 26. September 2019 von 9 bis 15 Uhr

in der Berliner Academie Lounge am Potsdamer

Platz angeboten wird, verspricht

einen sehr spannenden und informativen

Tag und sollte eigentlich ein Pflichttermin

für jeden Taxiunternehmer sein, der sich

für mehr als nur den nächsten Fahrgast

bzw. die nächste Inspektion interessiert.

„Die Welt der Mobilität ist im Wandel.

Die Taxi- und Mietwagenbranche ist mittendrin“,

erläutert Verbandspräsident

Michael Müller im Vorwort des offiziellen

Kongressprogramms. Man stelle sich der

Aufgabe, den Wandel der Mobilität zu

gestalten, und arbeite täglich daran, dass

es ein Wandel zum Besseren wird. „Als

Branche verteidigen wir, was schützenswert

erscheint, und wir kämpfen für das,

was erstrebenswert ist“, stellt Müller klar.

Beim „Taxi Driving Innovation“-Kongress

soll zu vier Themen mit prominenten und

wichtigen Gästen aus Politik, Wirtschaft

und Verwaltung aufgezeigt werden, „was

geht, was gehen könnte und wo es hakt“.

Den Kongress starten wird Christian

Meyer von der Telekom mit dem Vortrag

„Innovation braucht Mut und starke Partner“.

Bei der anschließenden Diskussion

zum Thema „Digitale Chancen, neue

Geschäftsmodelle durch Innovation“ sitzen

die Vorstände und Geschäftsführer dreier

wichtiger Mobilitätsgestalter auf der Bühne:

Verbands-Vizepräsident Hermann Waldner

in seiner Funktion als Geschäftsführer von

taxi.eu, Dr. Tom Kirschbaum von door2door

und Alexander Sixt von der Sixt SE.

MÜNCHNER AUF DEM PODIUM

In einem Spannungsfeld urbaner Mobilität

zwischen Gemeinwohl und Börse werden

Metropolen zur Spielwiese immer neuer

Mobilitätsangebote. Was davon Zukunft

hat, weil es Probleme löst, und was im

Gegensatz dazu neue Probleme schafft,

wird im zweiten Themenpanel des Forums

diskutiert. Hier wird auch München in Person

von Gregor Beiner vom Taxibetrieb

MTZ vertreten sein. Er berichtet einleitend

über seine E-Taxi-Flotte. Dr. Sigrid Nikutta,

Vorstandsvorsitzende der BVG, wird sich

„drei Fragen“ stellen. Beide nehmen auch

an der anschließenden Diskussionsrunde

teil, die von Michael Müller-Görnert, dem

Verkehrspolitischen Sprecher des ökologischen

Verkehrsclubs Deutschland VCD,

und von Rechtsanwalt Herwig Kollar aus

dem Vorstand des Bundesverbands Taxi

komplettiert wird.

Nach der Mittagspause begibt man sich

dann thematisch in den ländlichen Bereich:

Heike Kopp, Amtsleiterin des Nahverkehrsamts

im württembergischen Rottweil, wird

von einem Positiv-Beispiel aus ihrer Region

berichten („Eine gute Ergänzung – wenn

das Taxi Linie fährt“) und anschließend mit

Michael Ehret vom Taxiverband Württemberg

und mit Markus Pellmann-Janssen,

Head of Sales bei Ioki, diskutieren.

Zum Abschluss des Forums wird Verbandspräsident

Michael Müller mit Politikern

des Deutschen Bundestags die Frage

klären, ob die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

PBefG ein neuer

Aufbruch werden kann. „Diskutieren werden

die Politiker Michael Donth (CDU), Stefan

Gelbhaar (Die Grünen), Daniela

Kluckert (FDP), Kirsten Lühmann (SPD)

und Andreas Wagner (Die Linke). Sie fungieren

in ihren Parteien als ausgewiesene

Fachleute im Themenfeld der Personenbeförderung.

jh

LIVE BEI FACEBOOK

Wer die Veranstaltung nicht vor Ort

verfolgen kann, kann Teile davon

live auf dem Taxi Times Facebook-

Kanal mitverfolgen. Geplant sind

die Übertragungen der jeweiligen

Podiumsdiskussionen.

TAXI SEPTEMBER / 2019

23


VERSPRECHEN –

GEBROCHEN

Die Taxikollegen am Münchner Flughafen lassen

in ihrem Kampf gegen unlautere Uber-Partner

nicht locker. Ihre Beschwerden richten sie

mittlerweile direkt an die Landräte. Die

reagierten prompt – mit leeren Versprechungen.

Initiator war mal wieder der Taxifahrer

Günni. Er empfahl den Kollegen, Fotos

mit Beweismaterial unmittelbar an die

Adresse der obersten Verantwortlichen der

betroffenen Landkreise Erding, Freising,

Landsberg und München zu schicken. Da

viele Kollegen der Aufforderung folgten,

bekamen die Landräte Martin Bayerstorfer

(Erding), Josef Hauner (Freising), Thomas

Eichinger (Landsberg a. Lech) und Christoph

Göbel (München) während der letzten

Wochen zahlreiche E-Mails mit immer

themengleichen Inhalten.

Die Kollegen weisen anhand mitgeschickter

Fotos auf illegale Verhaltensweisen

zahlreicher Mietwagenunternehmen

hin, die nachweislich die Rückkehrpflicht

umgehen, indem sie sich nicht am Betriebssitz,

sondern auf dem Flughafengelände für

den nächsten (Uber-)Auftrag bereithalten.

„Die Münchner, Freisinger und Erdinger

Taxifahrer möchten Sie als Landrat darauf

aufmerksam machen, dass die Ihnen unterstellten

Genehmigungsbehörden einen

rechtsfreien Raum in Ihrem zuständigen

Landkreis schaffen“, schreiben die wütenden

Kollegen. „Wir vermissen dringend die

nötige Sorgfaltspflicht bei der Kontrolle der

Mietwagenunternehmer, die in Ihrem Landkreis

ansässig sind und tagtäglich 100-fach

gegen das bestehende PBefG verstoßen.

PERSONALMANGEL

Von unserer Seite aus wurden die zuständigen

Damen und Herren bereits mehrmals

per Schreiben auf diese Missstände hingewiesen,

dass sie doch der Kontrollpflicht

nachkommen sollten. Die Antwort lautete

stets, dass aufgrund des Personalmangels

dies jedoch nicht in ausreichendem Umfang

möglich sei, was jedoch nicht annehmbar

ist. Neuanmeldungen von Mietwagenkonzessionen

werden genehmigt, jedoch ist in

diesem Zuge auch sicherzustellen, dass die

Einhaltung der geltenden Gesetze zu kontrollieren

ist.“

Abschließend werden die Landräte

als „oberste Dienstherren und Weisungsbefugte“

aufgefordert, „den zuständigen

Abteilungen Anweisungen diesbezüglich

zu geben, um Recht und Ordnung und die

Abschaffung des rechtsfreien Raumes in

Ihrem Landkreis wiederherzustellen“.

Nun, den Vorwurf, einen rechtsfreien

Raum zu schaffen, hört kein demokratisch

gewählter Landrat gerne. Aus Erding und

Landsberg kamen daher zumindest Antworten,

wenn auch nicht von den Landräten

persönlich (mag man sich mit dem Fußvolk

nicht persönlich abgeben?), sondern

in dessen Auftrag aus der Verkehrsabteilung.

„Die von Ihnen übermittelten Fotos

betreffen fast ausnahmslos ein Mietwagenunternehmen,

das seinen Betriebssitz im

Landkreis Landsberg hat“, schreibt Christof

Weh vom LRA Landsberg. Und weiter:

„Leider reichen die Fotos nicht aus,

um ,gerichtsfest‘ einen Verstoß gegen die

Rückkehrpflicht nach § 49 PBefG nachweisen

zu können. Ich habe die gesamte Problematik

bereits in einem ausführlichen

Gespräch mit Ihrem Vorsitzenden Herrn

Bachmann erörtert. Sie können aber davon

ausgehen, dass wir in dieser Sache nicht

untätig sind. Aktuell sind mehrere Verfahren

gegen das betroffene Mietwagenunternehmen

anhängig.“

Etwas konkreter fiel die Antwort aus

dem Landratsamt Erding aus. Hier ließ der

scheinbar mit E-Mails überfrachtete Landrat

Bayerstorfer über dessen Sachbearbeiterin

Claudia Grätz mitteilen, dass man

sich für die vielen Mitteilungen und Fotos

bedanke, aber darum bitte, dass Hinweise

in Zukunft an die Straßenverkehrsbehörde

(E-Mail: verkehrswesen@lra-ed.de) zu

richten seien.

ES WIRD „ERNST“ GENOMMEN

Anschließend führt Frau Grätz, die wie

ihr Landsberger Kollege Weh ebenfalls

im Fachbereich Verkehrswesen agiert, die

Punkte auf, die bei einer Meldung eines

Verstoßes zwingend anzugeben seien:

Ort, Datum/Uhrzeit, amtliches Kennzeichen,

Anschrift des Beschwerdeführers,

Erläuterung des Vorwurfs und ggf. einen

Zeugen (z. B. Fahrgast). Frau Grätz sagt

zu, dass man das Problem im Landratsamt

sehr ernst nehme und Verstöße gegen die

Rückkehrpflicht konsequent verfolge. „Ich

hoffe, dass Ihnen nicht entgangen ist, dass

insbesondere in Zusammenarbeit mit den

Landratsämtern Freising und München

sowie dem Kreisverwaltungsreferat München

bereits mehrere Kontrollen am Flughafen

München durchgeführt wurden.

Weitere Kontrolltermine sind bereits terminiert“,

verspricht Frau Grätz, was sie

persönlich am Rande der Taxiveranstaltung

zum E-Taxi-Projekt auch bestätigte.

Diese Veranstaltung war am 25. Juli, das

Schreiben erging am 1. August. Von einer

FOTO: Adobe Stock / Robert Kneschke

24 SEPTEMBER / 2019 TAXI


KONTROLLEN

Wer nichts unternimmt,

erweist sich

in puncto Kontrollen

als zahmer Löwe.

Kontrolle war bis einschließlich Mitte September

nichts zu sehen. Versprechen gebrochen?

Frau Grätz bittet um Verständnis,

dass derartige Kontrollen im Hinblick auf

das tägliche Arbeitsaufkommen nicht stetig

durchgeführt werden können. Dieses Verständnis

wollen die Taxikollegen allerdings

nicht aufbringen, denn seit dem Schreiben

(1.8.) sind abermals sechs untätige Wochen

vergangen. Wer ein Problem wie versprochen

wirklich ernst nimmt, muss schneller

handeln. Diesen Vorwurf müssen sich Frau

Grätz ebenso gefallen lassen wie ihr Vorgesetzter

Joel Hollaender als Leiter der Verkehrsbehörde,

der dort den mittlerweile im

Ruhestand befindlichen Herrn Neudecker

ersetzt und scheinbar dessen erschreckende

Untätigkeit in dieser Sache eins zu eins

übernommen hat.

FRAGEN OHNE ANTWORTEN

In der letzten Ausgabe der Taxi Times

München haben wir vom „Hamburger

Mietwagenmodell“ berichtet. Die

dortige Aufsichtsbehörde definiert

bereits bei der Anmeldung mehrerer

Mietwagenkonzession klare Vorgaben,

unter anderem den Nachweis entsprechender

Stellplätze am Betriebssitz, das

Vorhandensein entsprechender Pausen-

und Sozialräume, die Vorlage einer

Ertrags- und Kostenvorschau sowie den

verpflichtenden Einbau eines unmanipulierbaren

Wegstreckenzählers.

Da alleine solche Vorgaben in Verbindung

mit einer Überprüfung vor Ort

den gröbsten Wildwest speziell der

Uber-Partner eindämmen würden,

wollte Taxi Times unter anderem auch

vom Landratsamt (LRA) Erding wissen,

ob man ähnliche Bedingungen an die

Vergabe von Mietwagenkonzessionen

CHEFSACHE FÜR DEN LANDRAT stellt bzw. wo Abweichungen liegen

Wahrscheinlich werden Günni und seine und begründet sind. Dezidiert wurden

Kollegen bald doch wieder direkt an den sechs Fragen formuliert und es wurde

Landrat Martin Bayerstorfer schreiben. um deren Beantwortung gebeten.

Und der täte dann gut daran, die Sache Das LRA Erding beantwortete diese

zu seinem ganz persönlichen Anliegen zu Frage lediglich dadurch, indem unserer

machen.

jh

Euro-Taxi-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1

Redaktion

ein Schreiben

zugeschickt

wurde, auf

dem Mietwagenunternehmer

im Landkreis

Erding über die wichtigsten

Punkte des genehmigungspflichtigen

Mietwagengewerbes

gemäß § 49

Abs. 4 PBefG informiert werden.

Das Schreiben enthält allerdings

keinerlei Hinweise auf Parkplätze,

Sozialräume oder Einbau eines

Wegstreckenzählers. Von daher hat

die Behörde unsere konkrete Anfrage

nach diesen Vorgaben nicht beantwortet.

??

Fazit: Die Behörde vernachlässigt

nicht nur ihre Aufsichtspflicht innerhalb

der gewerblichen Personenbeförderung,

sondern geht auch mit der

gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflicht

gegenüber den Medien

sehr ungenügend um. Auch dafür

?

muss sich letztlich Landrat Bayerstorfer

verantworten.

jh

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TAXI SEPTEMBER / 2019

25


SATIRE

ENDLICH:

KEIN STOPP

MEHR BEI ROT

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Scheuer beschließt: An roten Ampeln muss nicht mehr

angehalten werden. Damit hat der Verband der Lobbyisten

ein lange und hartnäckig verfolgtes Ziel erreicht.

Beim Verband der Lobbyisten

(VdLob) knallen aktuell die Korken.

Sie hatten schon lange dafür plädiert,

mit der Zeit zu gehen und rote Ampeln

keinerlei Regelungen mehr zu unterwerfen.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen,

waren sie selbst mit gutem Beispiel

vorangegangen und hatten seit Jahren jede

rote Ampel konsequent überfahren. Dies sei

nötig gewesen, um alle Termine einhalten

zu können, rechtfertigten sich die Regelbrecher,

wenn sie von erbosten gesetzestreuen

Autofahrern oder gefährdeten Fußgängern

zur Rede gestellt wurden.

Bei wichtigen Terminen mit hochrangigen

Politikern hatten die Lobbyisten jedoch

bewusst an roten Ampeln angehalten und

waren dadurch um bis zu zehn Minuten zu

spät erschienen – eine Zeit, die jeder Politiker

sinnlos wartend absitzen musste. Dies

zeigte die erwünschte Wirkung. Der amtierende

Verkehrsminister Scheuer erkannte

den immensen Zeitverlust, den rote Ampeln

mit sich bringen, und setzte schnurstracks

eine Gesetzesvorlage für eine notwendige

Änderung innerhalb der Straßenverkehrsordnung

durch.

ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE

Neben dem offiziellen Argument des Zeitgewinns

schlage man laut Insidern mit der

Liberalisierung (freie Fahrt für freie Bürger)

gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Zum einen fehlte es den Kommunen bisher

schlicht am notwendigen Personal, um die

ständig wachsende Zahl an Rotlicht ignorierenden

Lobbyisten zu erwischen und zu

bestrafen. Zum anderen konnte man deren

Fahrzeuge nicht von denen unbescholtener

Bürger unterscheiden.

Mit der rückwirkend zum 1. Januar

2014 in Kraft tretenden Neuregelung (was

auch eine gleichzeitige Einstellung aller

bisherigen Rotlicht-Bußgeldverfahren

bedeutet) findet ein jahrelanger Rechtsstreit

ein Ende und bringt nervige Proteste

vereinzelter Interessengruppen hoffentlich

zum Verstummen. Die Fachvereinigungen

des Krankenwagen- und Rettungsdienstverbandes

hatten beispielsweise vor einer

Existenzbedrohung ihrer Sparte gewarnt,

weil sie bei Notfällen nun trotz Blaulicht

und Sirene nicht mehr schnell am Einsatzort

eintreffen würden. Sie müssten künftig

selbst an grünen Ampeln den Querverkehr

abwarten.

Der VdLob hatte dafür kein Verständnis.

Blaulicht und Sirene seien Relikte aus dem

vergangenen Jahrhundert, konnte man den

Politikern in den zahlreichen Gesprächen

klarmachen. In Zeiten der Digitalisierung sei

es kein Problem, sämtliche Fußgänger und

andere Verkehrsteilnehmer per Smartphone

davor zu warnen, bestimmte Kreuzungen zu

betreten oder zu überfahren, wenn dort zeitgleich

ein Lobbyist bei Rot fährt.

Und sollte es doch einmal zu einer Kollision

mit Personenschaden kommen, organisiere

die Lobby Holding mit der eigens

geschaffenen „LobbyHELP“ eine schnelle

Erstversorgung der Verletzten. Selbst für

den unwahrscheinlichen Fall, dass an einer

Kreuzung vier großräumige Pooling-Fahrzeuge

(BerlKönig, Moia, Clever Shuttle und

Free Now) aus unterschiedlichen Richtungen

ineinanderkrachen, habe man vorgesorgt:

Dann organisiert „LobbyFLY“ einen

zügigen Abtransport der 35 Verletzten in

speziell dafür mit Fördermitteln des Bundes

angefertigten Rettungsdrohnen (für

deren Fluggenehmigungen das Bundesverkehrsministerium

bereits die notwendigen

Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht

hat). „Und sollte jede Hilfe zu spät kommen“,

verspricht Kavis Tralanick, CEO der

Lobby Holding, „werde man mit „Lobby-

DIED“ die schnelle und geräuschlose Entsorgung

der Verunfallten abwickeln. hs

IMPRESSUM

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26 SEPTEMBER / 2019 TAXI


FEHLT IHNEN WAS (AUF)?

Uns schon! Wie auch schon in den letzten Ausgaben,

fehlen auch in dieser Taxi Times wichtige Werbekunden.

Verkaufs- und Imageanzeigen von Fahrzeugherstellern

und der Industrie waren bisher immer ein wesentlicher standteil der Finanzierung unserer redaktionellen

Be-

Arbeit.

Trotzdem werden wir als Sprachrohr der Taxibranche

unsere Berichterstattung auf keinen Fall reduzieren. Das

sind wir gerade in der jetzigen Phase allen Taxiunter-

nehmern schuldig, aber auch den Politikern und Aufsichtsbehörden,

die ebenfalls zu unseren Lesern gehören.

Taxi Times wird also weiterhin berichten. Online wie per

Print. Für uns ist das selbstverständlich. Für Sie auch?

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