Taxi Times München - September 2019
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MÜNCHEN<br />
PROJEKT E-TAXI MUC<br />
VORFAHRT UND<br />
VERPFLICHTUNG<br />
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MASSENKÜNDIGUNG<br />
Free Now<br />
verliert 800 <strong>Taxi</strong>s<br />
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SPRACHROHR FÜR ALLE<br />
BEWEGLICHEN<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> <strong>München</strong> ist ein Fachmagazin für die Münchner <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
und deren Fahrer. Auch die Behörden und lokalen<br />
Politiker lesen mit. Werden wir diesmal alle erreichen, auch die<br />
erklärten Gegner der Elektromobilität ganz allgemein und der<br />
E-<strong>Taxi</strong>-Pläne am Flughafen im Besonderen?<br />
Wir sagen es Ihnen gleich vorweg: Diese Ausgabe wird auf deren<br />
Vorbehalte nicht eingehen. Nicht, weil sie nicht berechtigt sind,<br />
sondern weil es um mehr geht als nur die Frage nach einer Priorisierung.<br />
Es geht für das Münchner <strong>Taxi</strong>gewerbe um nichts Geringeres<br />
als um die Zukunft. Wer nicht einsehen will, dass die<br />
Akzeptanz der Elektromobilität ein wichtiger Teil der Überlebensstrategie<br />
ist, schaufelt sich sein eigenes Grab. Wer meint, er müsse<br />
weiterhin gegen seine eigene Branche arbeiten, sägt an dem Ast,<br />
auf dem alle sitzen: <strong>Taxi</strong>unternehmer, <strong>Taxi</strong>fahrer, <strong>Taxi</strong>zentrale (ab<br />
Seite 4). Deshalb haben wir uns bei dieser Ausgabe dazu entschieden,<br />
die Aspekte der Münchner E-<strong>Taxi</strong>-Förderung (noch einmal)<br />
zu nennen (S. 9) und mit manchem Elektromobilitätsgerücht aufzuräumen<br />
(Seite 12).<br />
Am Wochenende vor der Wiesn hat Clever Shuttle am Münchner<br />
Flughafen einen Infostand zur Elektromobilität aufgebaut. Eindeutiger<br />
kann dem <strong>Taxi</strong>gewerbe doch gar nicht vor Augen geführt<br />
werden, wer als <strong>Taxi</strong>-Ersatz in den Startlöchern sitzt.<br />
Es ist schon paradox: Da protestieren <strong>Taxi</strong>kollegen gegen E-<strong>Taxi</strong>s<br />
aus den eigenen Reihen und fahren gleichzeitig Werbung für Free<br />
Now. Da fordern <strong>Taxi</strong>fahrer, dass endlich gegen die illegalen Methoden<br />
der Uber-Partner vorgegangen wird, und agieren selbst rechtswidrig,<br />
indem sie E-<strong>Taxi</strong>fahrer und deren Fahrgäste am Wegfahren<br />
hindern.<br />
Ist der böse Feind nur dann erkennbar, wenn man ihn sieht? Das,<br />
was mytaxi seit der Umbenennung zu Free Now macht, ist Kundenklau<br />
im großen Stil. Das Versprechen von Free Now-Chef Alexander<br />
Mönch, man trage weiterhin die <strong>Taxi</strong>-DNA in sich, ist nur<br />
eine leere Worthülse. Free Now hat diese <strong>Taxi</strong>-DNA so sehr manipuliert,<br />
dass inzwischen Mietwagenfahrten daraus geworden sind<br />
(S. 14).<br />
Ein beachtlicher Teil der Münchner Unternehmer hat das längst<br />
erkannt. Sie haben ihre 800 Konzessionen geschlossen bei mytaxi/Free<br />
Now gekündigt (Seite 16). Sie mögen den einen oder anderen<br />
Fahrer verlieren, doch um die ist es nicht schade. Wer weint<br />
schon einem Stürmer hinterher, der den Ball immer nur ins eigene<br />
Tor schießt?<br />
Zum Heulen ist dagegen, dass im Landratsamt Erding hinsichtlich<br />
Kontrollen der illegal agierenden Mietwagenfahrer immer noch<br />
nichts passiert. Wie naiv sind die dortigen Verantwortlichen, wenn<br />
sie meinen, die <strong>Taxi</strong>kollegen mit Versprechungen beruhigen zu<br />
können (Seite 24)?<br />
Im Stich gelassen von den Behörden, übernimmt man deren Aufgaben<br />
inzwischen einfach selbst. IsarFunk hat etliche gerichts feste<br />
Beweise gegen Uber-Partner gesammelt und wird diese zur<br />
Anklage vor Gericht bringen.<br />
Unser Bericht darüber ab Seite 18 ist ein weiterer Grund, diese<br />
Ausgabe ohne Vorbehalte und gedankenoffen zu lesen. Denn<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> <strong>München</strong> ist weiterhin ein Sprachrohr für die Münchner<br />
<strong>Taxi</strong>unternehmer und -fahrer – zumindest für die beweglichen.<br />
INHALT<br />
TITELTHEMA ELEKTROMOBILITÄT<br />
4 „E-<strong>Taxi</strong> MUC“: Vorfahrt und Verpflichtung<br />
9 Münchner E-<strong>Taxi</strong>-Förderung<br />
12 Elektromobilität im Faktencheck<br />
Wettbewerb<br />
14 Free Now und der Kundenklau<br />
TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM<br />
16 Massenkündigungen<br />
17 Antragsflut beim KVR<br />
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
18 Aktion Kehraus: Uber-Partner überführt<br />
20 Aktion Kontrolle: IsarFunk-Quality-Check<br />
KONTROLLEN<br />
24 Leeres Versprechen aus dem LRA Erding<br />
NEWS, VERANSTALTUNGSTIPP UND SATIRE<br />
22 Out of munich<br />
23 <strong>Taxi</strong> Driving Innovation<br />
26 Scheuer schafft rote Ampeln ab<br />
26 Impressum<br />
LETZTE MELDUNGEN<br />
Das <strong>Taxi</strong>büro hat darüber informiert, dass es in<br />
den nächsten Monaten nicht nur zu reduzierten<br />
Öffnungszeiten kommen kann, sondern dass auch<br />
eine Reihe von Leistungen, die bislang direkt bei<br />
der Genehmigungsbehörde erledigt werden konnten,<br />
dort vorübergehend nicht geboten werden<br />
können. So können aktuell keine Fahrzeugzulassungen<br />
mehr vorgenommen und keine Gewerbeanmeldungen<br />
erledigt werden. Das KVR bemüht<br />
sich intensiv um eine Verbesserung der Situation.<br />
Die Münchner Mercedes-Niederlassung lädt für<br />
Samstag, 19.10.<strong>2019</strong> von 10 bis 14 Uhr zum <strong>Taxi</strong>tag<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
3
ELEKTRO-TAXIS<br />
VORFAHRT UND<br />
VERPFLICHTUNG<br />
Die geplante Bevorzugung der E-<strong>Taxi</strong>s am Münchner Flughafen wird<br />
von der Mehrzahl der Kollegen als ungerecht empfunden. Eine Ablehnung<br />
wäre allerdings ein fatales Signal in die falsche Richtung.<br />
Der Start war für Anfang August geplant und wurde ein<br />
paar Tage lang auch tatsächlich bereits umgesetzt: Am<br />
<strong>Taxi</strong>standplatz des Münchner Flughafens im Terminal 2<br />
wurde der vorderste Platz ausschließlich für Elektro-<strong>Taxi</strong>s reserviert.<br />
Diese Bevorzugung ist Teil des Projekts „E-<strong>Taxi</strong> MUC“ , einer<br />
Initiative des Flughafens <strong>München</strong>, der Landeshauptstadt <strong>München</strong>,<br />
des ADAC und der IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale. Am Terminal 2<br />
sollen Fahrgäste die Möglichkeit haben, ganz vorne in ein elektrisch<br />
betriebenes <strong>Taxi</strong> einzusteigen. Dahinter warten wie bisher<br />
auch konventionell betriebene <strong>Taxi</strong>s.<br />
Der Flughafen <strong>München</strong> wird damit der erste deutsche Flughafen<br />
mit einer eigenen Haltezone für Elektrotaxis sein. Im Sichtbereich<br />
des vordersten Einstiegsplatzes wird ein Wartebereich für<br />
zwei weitere E-Fahrzeuge eingerichtet, von dem aus nachgerückt<br />
werden kann. Im großen <strong>Taxi</strong>speicher wurde eine separate E-<strong>Taxi</strong>-<br />
Spur eingerichtet. Dort befinden sich auch zwei exklusiv für das<br />
<strong>Taxi</strong>gewerbe reservierte Schnellladesäulen. Die Steuerung zum<br />
bedarfsgerechten Vorrücken erfolgt digital.<br />
Aktuell am Flughafen verfügbar sind 25 E-<strong>Taxi</strong>s. Das entspricht<br />
etwa einem Prozent aller Münchner Flughafentaxis. Damit dürfte<br />
sich die Wartezeit für alle anderen Kollegen nicht verlängern.<br />
Manche Kollegen sehen das anders und ärgern sich vor allem<br />
darüber, dass ein jahrzehntealtes <strong>Taxi</strong>gesetz nicht mehr gelten<br />
soll: Am <strong>Taxi</strong>stand sind alle gleich und müssen auch gleich behandelt<br />
werden. Wer sich am Flughafen aufstellt, muss sich hinten<br />
anstellen. First in, first out.<br />
Das Gegenargument zu dieser Auffassung: An jedem <strong>Taxi</strong>stand<br />
hat der Kunde die freie <strong>Taxi</strong>wahl. Er trifft seine Entscheidung<br />
unter anderem aufgrund unterschiedlicher <strong>Taxi</strong>-Typen wie Kombi,<br />
Bus. Oder er entscheidet sich für ein E-<strong>Taxi</strong>. Bei 25 E-<strong>Taxi</strong>s müss-<br />
FOTOS: FMG, <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />
4 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ELEKTRO-TAXIS<br />
Bei einer Infoveranstaltung zum Projekt „E-<strong>Taxi</strong> MUC“<br />
erläuterten Christian Hess, Peter Bayer, Horst Jahnke<br />
und Florian Hördegen (v. l. n. r.) die Notwendigkeit<br />
eines solchen Leuchtturmprojekts.<br />
»Wir wollen<br />
auch zukünftig<br />
als Partner des<br />
Flughafens<br />
weiterarbeiten.«<br />
Christian Hess, IsarFunk<br />
te der Kunde nach dem „<strong>Taxi</strong>gesetz“ in die <strong>Taxi</strong>speicher laufen<br />
und nach einem solchen <strong>Taxi</strong> suchen.<br />
Deshalb entstand beim Flughafen und der Firma IsarFunk die<br />
Idee einer Bevorzugung elektrisch angetriebener <strong>Taxi</strong>s. Während<br />
einer Infoveranstaltung haben Vertreter der Initiatoren vor rund<br />
50 anwesenden <strong>Taxi</strong>unternehmern und -fahrern die Beweggründe<br />
erläutert. Den Anfang machte dabei Peter Bayer, am Flughafen für<br />
den Bereich Service und Parken zuständig.<br />
Bayer betonte, dass es sich bei dem Projekt E-<strong>Taxi</strong> um ein<br />
Gedankengut handle, dass in vielen Köpfen gewachsen sei. Emissionsarme<br />
Elektro-<strong>Taxi</strong>s könnten für den Flughafen <strong>München</strong> ein<br />
Leuchtturmprojekt sein, von dem es bereits viele Vorbilder gebe.<br />
In Stockholm beispielsweise fahren 6.500 Eco-<strong>Taxi</strong>s, darunter auch<br />
Elektro-Fahrzeuge. „Dort wird den Kunden geraten, nur noch bei<br />
den Unternehmen <strong>Taxi</strong>s zu buchen, die saubere Autos haben“,<br />
berichtet Bayer.<br />
AMSTERDAM FÄHRT ELEKTRISCH<br />
In Amsterdam hat sich erst vor ein paar Tagen das gesamte <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />
darauf verständigt, bis 2025 komplett emissionsfrei unterwegs<br />
zu sein. Alleine am Flughafen fahren dort bereits<br />
163 Tesla-<strong>Taxi</strong>s mit eigenen Aufstellungsspuren am Flughafen. In<br />
London werden aktuell nur noch emissionsfreie E-<strong>Taxi</strong>s für den<br />
Innenstadtbereich zugelassen und in Oslo dürfen ab 2023 nur<br />
noch Stromtaxis fahren. „Da wird sich <strong>München</strong> irgendwann fragen<br />
lassen müssen: Was ist mit euch?“, wagt Bayer eine Prognose.<br />
Was Bayer nicht erwähnte: Die angesprochenen Städte erreichten<br />
ihre Ziele durch politische bzw. unternehmerische Zwangsmaßnahmen.<br />
In Amsterdam wurden bei der <strong>Taxi</strong>ausschreibung<br />
nur Unternehmen berücksichtigt, die ein Konzept und dessen u<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
5
ELEKTRO-TAXIS<br />
»<strong>Taxi</strong>s haben aufgrund<br />
ihrer Standards eine<br />
Zukunft und einen<br />
hohen Stellenwert in<br />
der Gesellschaft.«<br />
Florian Hördegen, ADAC<br />
Umsetzung für E-<strong>Taxi</strong>s anbieten konnten. In <strong>München</strong> sprechen<br />
die Initiatoren von einem Angebot, das man den <strong>Taxi</strong>unternehmern<br />
am Flughafen mache. Man setzt und hofft auf die Freiwilligkeit.<br />
Den Gegnern dieses Projekts geht es ums Prinzip, das beißt<br />
sich mit der Freiwilligkeit.<br />
Und es ist mit dem unverrückbar definierten Ziel nicht vereinbar:<br />
Für den Flughafen geht es darum, seine selbst gesteckten<br />
Klimaambitionen zu erreichen. Bis 2030 will man zu einhundert<br />
Prozent CO₂-neutral agieren. Was das konkret bedeutet, erläutert<br />
bei der Infoveranstaltung Horst Jahnke, Pressesprecher des<br />
Münchner Flughafens. Ein Unternehmen in der Größe der FMG<br />
hinterlässt einen immensen ökologischen Fußabdruck. Den gilt<br />
es, klimaschonend zu gestalten, indem man sowohl in der Eigennutzung<br />
als auch im Zubringerverkehr zahlreiche umweltfreundliche<br />
Maßnahmen ergreift.<br />
100.000 Tonnen CO₂ stößt der Flughafen <strong>München</strong> aktuell aus.<br />
Bis 2030 sollen es nur noch 40.000 Tonnen sein. Damit wären<br />
dann 60 Prozent des heutigen Ausstoßes reduziert. Die restlichen<br />
40 Prozent wolle man kompensieren, indem man „im Gegenwert“<br />
weltweite Klimaschutzprojekte unterstützt, die ebenfalls den CO₂-<br />
Ausstoß zurückgehen lassen.<br />
„Der Klimaschutz ist keine Einzel-, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe,<br />
und jeder ist aufgefordert, seinen Beitrag dazu zu<br />
leisten“, appelliert auch Jahnke an die Freiwilligkeit aus der <strong>Taxi</strong>branche.<br />
Der eigene Fuhrpark werde mittlerweile ebenso mit<br />
E-Fahrzeugen angetrieben wie die Gepäckförderbänder. Nahezu<br />
überall auf dem Gelände wurden die herkömmlichen Leuchtröhren<br />
durch LED-Röhren ausgetauscht. „Das spart 2.600 Tonnen CO₂<br />
jährlich ein“, berichtet Jahnke.<br />
Zahlen, wie viele Tonnen CO₂ eine E-<strong>Taxi</strong>flotte am Flughafen<br />
einspart, nennt Jahnke keine, aber zwischen den Zeilen ist klar<br />
herauszuhören, dass man auch die <strong>Taxi</strong>branche in der Bringschuld<br />
sieht. Nächstes Jahr beginnen die Vorbereitungen für die turnusgemäße<br />
Ausschreibung der <strong>Taxi</strong>-Organisation am Flughafen. Was<br />
passiert, wenn dann eine große Flotte an Elektro-Fahrzeugen als<br />
Voraussetzung für den Zuschlag definiert wird (siehe Amsterdam)?<br />
Wenn bis dahin die <strong>Taxi</strong>branche nichts anbieten kann, zählen die<br />
oben zitierten <strong>Taxi</strong>gesetze des First in, first out erst recht nicht<br />
mehr, denn dann gibt es gar keine <strong>Taxi</strong>s mehr am Flughafen.<br />
CLEVERSHUTTLE FREUT SICH<br />
Stattdessen freut sich wahrscheinlich Clever-Shuttle. Denn dass<br />
die Bahn-Tochter Personenbeförderungen mit Wasserstoff-Fahrzeugen<br />
(die ebenfalls zu den Elektrofahrzeugen zählen) durchführen<br />
können, beweisen sie in <strong>München</strong> seit Jahren: 2,2 Millionen<br />
Kilometer habe man innerhalb von 24 Monaten mit dem Toyota<br />
Mirai abgespult, war im <strong>September</strong> gleich auf mehreren Motorund<br />
Öko-Portalen zu lesen. Gestreut hatte diese Meldung nicht<br />
etwa Clever-Shuttle, sondern Toyota. Für den Mirai hatte der japanische<br />
Fahrzeughersteller auch ein <strong>Taxi</strong>paket entwickeln lassen.<br />
Die Nachfrage aus dem <strong>Taxi</strong>segment war jedoch dermaßen gering,<br />
dass man selbst das Vorführfahrzeug wieder rückrüsten ließ. Der<br />
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6 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ELEKTRO-TAXIS<br />
»Als Stadt wollen wir<br />
keine Fahrverbote<br />
aussprechen.«<br />
Dr. Uwe Hera, Landeshauptstadt <strong>München</strong><br />
FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />
fehlende fünfte Sitzplatz war für die <strong>Taxi</strong>unternehmer ein nicht<br />
hinnehmbares Manko.<br />
Natürlich sind das berechtigte Bedenken, ebenso die immer<br />
noch geringe Reichweite, die mangelnde Versorgungsstruktur und<br />
die Tatsache, dass die beiden <strong>Taxi</strong>-Hausmarken Mercedes und<br />
Volkswagen immer noch kein E-<strong>Taxi</strong> anbieten können. Die Politik<br />
und politisch gelenkte Verkehrsunternehmen nehmen da rauf<br />
jedoch keine Rücksicht. Sie sind getrieben von jenem Pariser Klimaschutzabkommen<br />
2015, das alle Nationen verpflichtet, die<br />
Erderwärmung durch entsprechende Maßnahmen auf maximal<br />
zwei Grad zu begrenzen. Ein CO₂ -belasteter Verkehr steht diesem<br />
Ziel im Weg – nicht nur dem Flughafen, sondern auch der Stadt<br />
<strong>München</strong> und den angrenzenden Landkreisen. Auch die Wirtschaft<br />
scheint diesen Missstand realisiert zu haben. Die diesjährige IAA<br />
stand im Zeichen der E-Mobilität und schon jetzt wird an den ersten<br />
<strong>Taxi</strong>paketen weiterer elektrisch betriebener Fahrzeugmodelle<br />
gearbeitet, die Anfang 2020 angeboten werden. Dass E-Mobilität<br />
im <strong>Taxi</strong>gewerbe heute bereits funktioniert, wird sowohl lokal u
ELEKTRO-TAXIS<br />
DAS ABGEDECKTE ZEICHEN<br />
Ein vom Landratsamt Erding vereinbarungsgemäß aufgestelltes Zeichen sollte<br />
am Terminal 2 den Halteplatz für das E-<strong>Taxi</strong> an vorderster Front kennzeichnen.<br />
Doch nach wenigen Tagen war das Schild wieder abgedeckt. Auf Nachfrage von<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> erklärte Herr Hollaender, Leiter der Verkehrsbehörde: „Die Bevorrechtigung<br />
ist in der konkreten Form so momentan nicht realisierbar. Die beantragte<br />
straßenverkehrsrechtliche Anordnung ist so nicht umsetzbar. Derzeit werden<br />
mögliche Umsetzungsvarianten und –alternativen erarbeitet und mit den Beteiligten<br />
abgestimmt. Ein konkreter Termin steht noch nicht an.“<br />
als auch weltweit wirtschaftlich bewiesen. Als Stadt wolle man<br />
keine Fahrverbote aussprechen, betonte Dr. Uwe Hera vom Umweltreferat<br />
bei der E-<strong>Taxi</strong>-Infoveranstaltung. Man setze dagegen auf<br />
eine Verkehrsplanung, die erstens zusätzlichen Verkehr vermeidet,<br />
zweitens eine Verlagerung auf umweltschonende Verkehrsarten<br />
forciert (Stichwort Ride-Pooling) und drittens den dann noch vorhandenen<br />
Verkehr so kanalisiert, dass er von möglichst umweltfreundlichen<br />
Fahrzeugen durchgeführt wird.<br />
HISTORISCHE TAXIFÖRDERUNG<br />
Externe Anbieter mit heiligen Versprechen zur Umsetzung solcher<br />
Pläne gibt es genügend. Politisch gesehen ist das deren Vorwand,<br />
um ihre Fahrtenvermittlungs-Apps teilweise am PBefG vorbei im<br />
Markt zu positionieren. Trotz solcher Versuchungen hat die Stadt<br />
<strong>München</strong> vor zwei Jahren ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt,<br />
indem sie innerhalb eines insgesamt 60 Millionen umfassenden<br />
Klimaprogramms auch zwei Millionen für die Münchner E-<strong>Taxi</strong>-<br />
Förderung bereitgestellt hat.<br />
Erstmals in der Geschichte der <strong>Taxi</strong>branche wurde so die<br />
Anschaffung eines Fahrzeugs gefördert und der <strong>Taxi</strong>branche so<br />
die Chance gegeben, ein klares Abgrenzungsmerkmal zu den wie<br />
Pilze aus den Boden geschossenen externen Wettbewerbern von<br />
Uber über Moia bis zu Free Now zu setzen. Mit Mut, Pionierwillen<br />
und Wandlungsbereitschaft im Bereich der Elektromobilität könnte<br />
sich das <strong>Taxi</strong>gewerbe hervorheben. Genau das erhofft sich und<br />
erwartet auch die Stadt <strong>München</strong>.<br />
Die Tatsache, dass diese Summe kaum abgerufen wird, verstärkte<br />
die Suche nach weiteren Anreizen und damit dem aktuell<br />
noch vorhandenen Bekenntnis zum <strong>Taxi</strong>. Deshalb befürwortet<br />
auch die Stadt <strong>München</strong> die Vorfahrt für E-<strong>Taxi</strong>s am Münchner<br />
Flughafen und legitimiert der zuständige Erdinger Landrat die<br />
Aktion, indem er sie in die <strong>Taxi</strong>ordnung aufnahm. Sie alle setzen<br />
damit ebenfalls auf Freiwilligkeit anstatt auf Zwang.<br />
Auch der ADAC steht zu einhundert Prozent hinter dem Projekt.<br />
Florian Hördegen, der vor vielen Jahren schon das Label „Eco-<br />
<strong>Taxi</strong>“ erfolgreich eingeführt und die Münchner E-<strong>Taxi</strong>-Förderung<br />
angestoßen hatte, begann seinen Vortrag auf der Infoveranstaltung<br />
mit einem großen Plädoyer für das <strong>Taxi</strong>gewerbe: „<strong>Taxi</strong>s<br />
haben aufgrund ihrer Standards eine Zukunft und einen hohen<br />
Stellenwert in der Gesellschaft.“ Er mahnte aber auch: „Wenn wir<br />
das <strong>Taxi</strong> in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren noch mit diesem<br />
Stellenwert in der Stadt haben wollen, dann wird dieses <strong>Taxi</strong><br />
sicherlich nicht dieselgetrieben sein.“ Hördegen sieht daher in<br />
der Elektromobilität eine dringend benötigte Alternative: „Wenn<br />
ein <strong>Taxi</strong> mit 100.000 Kilometern pro Jahr zu 80 Prozent dort<br />
unterwegs ist, wo die Luftreinhalteproblematik am größten ist,<br />
ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge sinnvoll, weil man damit<br />
auch noch Geld spart.“<br />
Mit diesen Argumenten ist Hördegen auf einer Linie mit den<br />
nun eingebrachten Plänen der Bundesregierung. Die Debatte über<br />
eine CO₂-Steuer wird sukzessive eine Erhöhung des Preises von<br />
Diesel und Benzin bedeuten und damit einen weiteren Kostenvorteil<br />
für die E-Mobilität darstellen. Diese Maßnahmen sollen bereits<br />
in den kommenden Jahren umgesetzt werden.<br />
Christian Hess, Geschäftsführer von IsarFunk, zeigte gemeinsam<br />
mit seinem Mitarbeiter Stefan Huber zwei Erklärfilme. Auch<br />
Hess betonte noch einmal, dass die E-<strong>Taxi</strong>-Spur am Flughafen<br />
keine Nötigung darstelle, sondern einen Vorschlag. „Natürlich ist<br />
es ein sanfter Druck, aber es geht nicht anders. Wir wollen auch<br />
in Zukunft im öffentlichen Nahverkehr der Stadt eine Rolle spielen<br />
können und auch zukünftig als Partner des Flughafens weiterarbeiten.<br />
Andere warten nur darauf, dass wir uns nicht<br />
bewegen, und stehen genau für diesen Fall bereits in den Startlöchern.<br />
Es geht um hopp oder topp. Ich glaube, dass diese<br />
Erkenntnis in großen Kreisen des <strong>Taxi</strong>gewerbes noch nicht angekommen<br />
ist.“ <br />
jh<br />
8 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ELEKTRO-TAXIS<br />
DIE RAHMENBEDINGUNGEN<br />
FÜR DIE MÜNCHNER E-TAXI-<br />
FÖRDERUNGEN<br />
Nicht nur der Flughafen will mehr E-<strong>Taxi</strong>s. Auch<br />
die Landeshauptstadt <strong>München</strong> unterstützt<br />
bei der Anschaffung. Ein Überblick über<br />
die Förderung und deren Regeln.<br />
Wenn der Taxameter im E-<strong>Taxi</strong><br />
läuft, erstattet die Stadt <strong>München</strong><br />
20 Cent pro Kilometer.<br />
FOTO: Hale<br />
Per Definition hat die Münchner E-<strong>Taxi</strong>-Förderung das Ziel,<br />
die Fahrleistung elektrisch betriebener <strong>Taxi</strong>s finanziell zu<br />
unterstützen. Gefördert werden als <strong>Taxi</strong> zugelassene Fahrzeuge,<br />
die sich ausschließlich rein elektrisch fortbewegen und<br />
entweder extern mit Strom geladen werden können oder mit dem<br />
notwendigen Strom einer Brennstoffzelle versorgt werden. Kategorisch<br />
ausgeschlossen sind alle Fahrzeuge, die in irgendeiner<br />
Form über einen Verbrennungsmotor verfügen.<br />
Damit sind alle Hybridfahrzeuge gemeint, auch solche, die zwar<br />
rein elektrisch angetrieben werden, aber über einen Verbrennungsmotor<br />
verfügen, der als Reichweitenverlängerer fungiert.<br />
Ein Ausschlusskriterium, das beispielsweise auch Fahrzeuge wie<br />
das neue London <strong>Taxi</strong> ausschließt.<br />
Die Fahrzeuge dürfen nicht nach dem 1. Januar 2017 zugelassen<br />
worden sein und müssen mit einem Fiskaltaxameter ausgestattet<br />
werden. Letzteres ist notwendig, damit die Förderung<br />
ausgezahlt werden kann, denn die Daten des Fiskaltaxameters<br />
müssen einmal im Quartal an die Stadt übermittelt werden. Auf<br />
deren Basis wird dann der Förderbetrag ermittelt. Der Zeitraum<br />
der Förderung beginnt ab dem Tag der Förderzusage und läuft<br />
maximal über einen Zeitraum von drei Jahren. Ist einmal die Förderzusage<br />
erteilt worden, muss der Unternehmer den Wagen für<br />
mindestens drei Jahre halten.<br />
Gefördert wird jeder Besetztkilometer mit 20 Cent. Die Obergrenze<br />
ist dann erreicht, wenn 40 Prozent der Nettoanschaffungskosten<br />
des E-<strong>Taxi</strong>s an den Unternehmer gezahlt wurden oder wenn<br />
der Fördertopf leer ist. Der Nettoanschaffungspreis errechnet sich<br />
aus den Fahrzeugkosten in der Grundausstattung, inklusive den<br />
Kosten für das <strong>Taxi</strong>paket. Der Fiskaltaxameter wird dabei nicht<br />
berücksichtigt. Wer die Förderung der Landeshauptstadt <strong>München</strong><br />
beantragen möchte, muss über einen Betriebssitz oder eine Zweigniederlassung<br />
in <strong>München</strong> verfügen. Das Fahrzeug darf nur einmal<br />
an der Förderung teilnehmen und ist von weiteren Förderungen<br />
der LH <strong>München</strong> ausgeschlossen. Im Zeitraum der Förderung<br />
müssen die Fahrzeuge mit einer speziellen Beklebung kenntlich<br />
gemacht werden. Mit Anerkennung des Antrags erklären sich die<br />
Teilnehmer auch bereit, dass ihre Daten für ein Evaluationsverfahren<br />
der LH <strong>München</strong> genutzt werden.<br />
TAXIVERKEHR EIGNET SICH GANZ BESONDERS<br />
Die Fördermaßnahme ist Teil des Integrierten Handlungsprogramms<br />
zur Förderung der Elektromobilität in <strong>München</strong> (IHFEM),<br />
dessen Finanzrahmen 60 Millionen Euro beträgt. Für die E-<strong>Taxi</strong>-<br />
Förderung ist insgesamt ein Förderbetrag von zwei Millionen Euro<br />
freigestellt worden. Für die Umweltreferentin Stephanie Jacobs ist<br />
die E-<strong>Taxi</strong>-Förderung politisch gewollt: „Der <strong>Taxi</strong>verkehr eignet<br />
sich in besonderem Maße zur Umstellung auf E-Fahrzeuge. Die<br />
Fahrgäste können bei Nutzung der E-<strong>Taxi</strong>s die Vorteile der<br />
Elektromobilität im wahrsten Wortsinn ‚erfahren‘. Durch unsere<br />
Förderung erhoffen wir uns daher einen öffentlichkeitswirksamen<br />
Multiplikatoreffekt, der wiederum einen wichtigen Beitrag zur<br />
Luftreinhaltung, zur Lärmminderung und zur Erreichung der Klimaschutzziele<br />
der Landeshauptstadt leisten kann.“<br />
Unternehmer, die sich unsicher sind, ob für sie ein E-<strong>Taxi</strong> infrage<br />
kommt und wie sie am effektivsten mit ihrem Fahrzeug die<br />
Münchner Ladesäulen-Infrastruktur nutzen, bekommen zusätzliche<br />
Unterstützung.<br />
Im Rahmen des IHFEM-Programms werden auch Gelder für<br />
die Beratungsleistung rund um die E-Mobilität ausgezahlt. Bis zu<br />
80 Prozent oder maximal 6.000 Euro werden übernommen, wenn<br />
man sich zum Thema Fahrzeugauswahl oder über den Aufbau<br />
einer Ladeinfrastruktur informieren will. <br />
sg<br />
TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
9
ELEKTRO-TAXIS<br />
Drei von vier aktuell<br />
geförderten E-<strong>Taxi</strong>s<br />
stammen von<br />
Jaguar bzw. Tesla.<br />
STADT HAT BEREITS<br />
150.000 KILOMETER<br />
AUSBEZAHLT<br />
Zwei Millionen Euro stecken im Fördertopf für Münchner E-<strong>Taxi</strong>s,<br />
abgerufen wurde davon in den ersten beiden Jahren erst ein kleiner<br />
Teil. Woran liegt’s?<br />
In der <strong>Taxi</strong>welt hat die Münchner E-<strong>Taxi</strong>-<br />
Förderung zunächst für mehr Fragen<br />
als Antworten gesorgt. Die offenen Fragen<br />
waren sicher auch ein Grund dafür,<br />
warum das Angebot nur zögerlich angenommen<br />
wurde. Fast zwei Jahre nach Einführung<br />
der Münchner E-<strong>Taxi</strong>-Förderung<br />
liegen nun die ersten belastbaren Zahlen<br />
vor, welche das Referat für Gesundheit und<br />
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Verlängerung des P-Scheins<br />
Umwelt der Landeshauptstadt <strong>München</strong><br />
zur Verfügung gestellt hat. Sie sprechen<br />
eine deutliche Sprache und zeigen deutlich,<br />
dass bei der Förderung insgesamt noch viel<br />
Luft nach oben ist. Der Fördertopf ist noch<br />
gut gefüllt, denn nach fast zwei Jahren wurden<br />
erst für 24 Fahrzeuge entsprechend<br />
Anträge gestellt und bewilligt, darunter<br />
zehn Jaguar I-Pace, acht Tesla Model S, vier<br />
Nissan Leaf und je ein Hyundai Nexo und<br />
Nissan e-NV 200.<br />
VIERFACHE STEIGERUNG<br />
Die Tendenz ist aber klar zu erkennen. Im<br />
ersten Halbjahr <strong>2019</strong> wurden insgesamt<br />
170.000 förderfähige Besetztkilometer<br />
gezählt. Damit ist das Gesamtjahresergebnis<br />
von 2018 bereits um ein Vielfaches<br />
überboten worden. Der Zusammenhang<br />
erklärt sich durch die deutlich gestiegene<br />
Anzahl der geförderten <strong>Taxi</strong>s. Im<br />
vergangenen Jahr wurden lediglich drei<br />
E-<strong>Taxi</strong>s gefördert, die immerhin 70.000<br />
förderfähige Besetztkilometer zurücklegten.<br />
In den ersten Monaten der Förderung,<br />
im Jahr 2017, die Förderung startete<br />
im August, wurde das Angebot gar nicht<br />
angenommen. Die Gründe dafür sind<br />
sicherlich vielfältig. Vor allem dürfte aber<br />
neben der Unsicherheit, wie ein E-<strong>Taxi</strong> im<br />
Alltag betrieben werden kann, das eingeschränkte<br />
Fahrzeug angebot eine große<br />
Rolle gespielt haben. Wie sich die Münchner<br />
<strong>Taxi</strong>unternehmer auf dem von <strong>Taxi</strong><br />
<strong>Times</strong> und dem ADAC Südbayern e. V. organisierten<br />
E-<strong>Taxi</strong>-Tag Ende Februar 2018<br />
selbst überzeugen konnten, gab es bereits<br />
einige E-<strong>Taxi</strong> modelle im Angebot. Wer aber<br />
auf Reichweite und viel Platz Wert legte,<br />
für den war das Angebot doch ziemlich<br />
eingeschränkt. Die zum Teil recht hohen<br />
Anschaffungskosten schränken die Fahrzeugauswahl<br />
auch weiterhin stark ein. Teilweise<br />
sind auch extrem lange Lieferfristen<br />
ein Grund für die Unsicherheit. Wer das<br />
<strong>Taxi</strong>gewerbe kennt, weiß, dass die <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
neue Fahrzeuge am liebsten<br />
direkt mitnehmen würden, ein monatelanger<br />
Vorlauf macht einen Umstieg auf ein<br />
E-<strong>Taxi</strong> noch unplanbarer.<br />
FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>, BayWa<br />
10<br />
SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ELEKTRO-TAXIS<br />
SIEBEN AUF EINEN STREICH<br />
Nahezu zeitgleich haben zwei Münchner Unternehmer Ende<br />
August insgesamt sieben Schnelllader in Betrieb genommen,<br />
die sie auch für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen.<br />
Vier davon stehen im Münchner Osten vor der BayWa-<br />
Konzernzentrale (Arabellastr. 4). Sie werden von der BayWa,<br />
die seit 2018 ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich<br />
Elektromobilität anbietet (Planung, Projektierung, Installation<br />
und Wartung von Ladeinfrastruktur für Dritte), selbst<br />
betrieben und haben eine Ladekapazität von jeweils 150 kW.<br />
Allerdings kann diese laut einem Bericht des Branchenmagazins<br />
„electrive“ nicht bei allen Modellen ausgeschöpft werden,<br />
da aktuell an den Ladesäulen noch die nicht wassergekühlten<br />
Kabel mit 200 Ampere Leistung installiert seien. „Diese werden<br />
gegen wassergekühlte 400-Ampere-Kabel ausgetauscht,<br />
diese können in etwa drei bis vier Monaten vom Hersteller zur<br />
Verfügung gestellt werden“, sagte eine BayWa-Sprecherin<br />
gegenüber „electrive“.<br />
Getankt wird bei BayWa ausschließlich Ökostrom, akzeptiert<br />
werden neben der eigenen Ladekarte auch alle anderen<br />
Ladekarten. Die Abrechnung erfolgt zu deren jeweiligen<br />
Bedingungen. Der Zugang ist rund um die Uhr gewährleistet.<br />
Nur tagsüber sind dagegen jene drei Schnellladesäulen<br />
zugänglich, die letzte Woche im Münchner Umland vom<br />
Unternehmen Ettenhuber in Betrieb genommen wurden.<br />
Sie stammen vom niederländischen Hersteller Allego und<br />
haben ebenfalls eine Ladekapazität von 150 kW. Abgerechnet<br />
wird nach Kilowattstunden, eine der fairsten und genauesten<br />
aller aktuell angebotenen Methoden.<br />
Ettenhuber ist ein Busunternehmen, das neben Busreisen<br />
auch Linienverkehre im Auftrag des Münchner Verkehrsverbunds<br />
MVV betreibt. Seit Neuestem kommen dabei auch<br />
reine Elektrobusse zum Einsatz, für die am Firmengelände<br />
nun jene drei Schnellladesäulen eingerichtet wurden. Die<br />
Busse sollen nachts aufgeladen werden. Die freie Kapazität<br />
tagsüber steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Durch den<br />
Standort in Feldkirchen bei <strong>München</strong> ganz in der Nähe der<br />
Autobahn rechnen die Betreiber mit einer regen Nutzung<br />
durch viele Durchreisende. Aber auch für die Münchner <strong>Taxi</strong>fahrer<br />
dürfte der Standort durch die Nähe zum Messegelände<br />
sehr interessant sein und könnte damit einen zusätzlichen<br />
Anreiz für die Münchner <strong>Taxi</strong>betriebe sein, die städtische<br />
Förderung in Anspruch zu nehmen.<br />
Diese vier Schnelllader stehen in der Arabellastraße allen E-Fahrzeugen<br />
rund um die Uhr zur Verfügung. Nachts öffnet ein Pförtner die Schranke.<br />
Heute sieht die Situation in vielen Bereichen<br />
deutlich entspannter aus. Neue Modelle<br />
sind hinzugekommen oder erreichen eine<br />
deutlich größere Reichweite und finanziell<br />
werden die Fahrzeuge immer erschwinglicher,<br />
wenn auch keiner der deutschen<br />
Hersteller, die traditionell bei <strong>Taxi</strong>unternehmern<br />
beliebt sind, das Geschäft aufmischt.<br />
Derzeit ist noch nicht zu erkennen,<br />
welches E-<strong>Taxi</strong> das Rennen machen wird.<br />
In <strong>München</strong> wird der Tesla Model S genauso<br />
gefördert wie der Nissan Leaf oder der<br />
Kleinbus e-NV 200, um nur drei Beispiele<br />
zu nennen. Die Förderung der Landeshauptstadt<br />
<strong>München</strong> ist nicht zeitlich<br />
begrenzt, wohl aber das Förderbudget. Sind<br />
die zwei Millionen Euro aufgebraucht, wird<br />
kein Geld mehr ausgeschüttet. Derzeit sind<br />
noch ungefähr 1.500.000 Euro im Fördertopf.<br />
Wer sich beeilt, kann jetzt noch in den<br />
Genuss der E-<strong>Taxi</strong>-Förderung kommen.<br />
Er wäre damit zweifellos Vorreiter für das<br />
Gewerbe und könnte am Flughafen auf<br />
kürzere Wartezeiten hoffen. sg<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
11
ELEKTRO-TAXIS<br />
WARUM DAS ELEKTROAUTO<br />
NICHT MEHR AUFZUHALTEN IST<br />
E-Autos sind umweltschädlich und teuer, die Ladeinfrastruktur unzureichend<br />
und das Stromnetz droht zu kollabieren. Was ist dran an der immer wieder<br />
verbreiteten Kritik? Wir haben Stefan Köller vom eMobility-Fachmedium<br />
»Electrive« um einen Faktencheck gebeten.<br />
Vor allem in deutschsprachigen Medien sind in letzter Zeit<br />
auffällig viele negative Berichte über Elektroautos zu<br />
finden, wobei meist dieselben Argumente vorgebracht<br />
werden. Um es gleich vorneweg zu sagen: Einige Kritikpunkte<br />
sind berechtigt, die meisten jedoch entpuppen sich in der Gesamtbetrachtung<br />
als überzeichnet oder schlicht nicht haltbar.<br />
THESE: E-MOBILITÄT IST UNWIRTSCHAFTLICHER<br />
ALS FOSSILE MOBILITÄT.<br />
u Faktencheck: Die Anschaffungskosten für E-Autos liegen aktuell<br />
noch teilweise deutlich über denen der mit Verbrennungsmotoren<br />
betriebenen Pendants. Dank weiterhin rapide sinkender<br />
Batteriekosten wird je nach Hersteller derzeit damit gerechnet,<br />
dass Stromer zwischen 2022 und 2025 mit den Verbrennern<br />
gleichziehen werden. Über die gesamte Betriebsdauer betrachtet<br />
sind E-Autos aufgrund niedrigerer Energie- und kaum existenter<br />
Wartungskosten oft schon heute günstiger. Eine neue Analyse der<br />
französischen Großbank BNP Paribas rechnet vor, dass der Ölpreis<br />
langfristig auf unter zehn US-Dollar pro Barrel fallen müsse, damit<br />
Benziner konkurrenzfähig zu mit Ökostrom betriebenen E-Fahrzeugen<br />
bleiben, bzw. auf 17 bis 19 Dollar/Barrel für Dieselautos.<br />
Aktuell kostet ein Barrel Erdöl knapp 60 Dollar.<br />
THESE: E-AUTOS SIND SCHÄDLICHER FÜRS KLIMA<br />
ALS VIELE VERBRENNER.<br />
u Faktencheck: Hier wird von den Kritikern der E-Mobilität<br />
immer wieder dieselbe Studie zum Beleg herangezogen, die über<br />
einen Artikel des schwedischen Journalisten Johan Kristensson<br />
Einzug in die deutschen Medien fand und<br />
einseitig ausgelegt bzw. teilweise schlicht<br />
falsch wiedergegeben wurde. Kristensson<br />
schrieb, dass die Produktion eines E-Auto-<br />
Akkus mehr als 17 Tonnen CO₂ verursache.<br />
Er nutzte die Zahl als Beispiel für einen großen<br />
Tesla-Akku und erklärte später auf<br />
Nachfrage, dass es unsinnig ist, den Akku<br />
eines Tesla Model S mit 100 kWh Kapazität<br />
als Maßstab für ein durchschnittliches<br />
E-Auto heranzuziehen. „In meinem Artikel<br />
habe ich auch klar geschrieben, dass dies<br />
nicht geht“, erklärte Kristensson gegenüber<br />
dem Magazin „Edison“. Verbreitet wird die<br />
Zahl seitdem trotzdem weiterhin. Tatsächlich<br />
wird in den meisten seriösen Studien vorgerechnet,<br />
dass E-Autos schon heute einen Klimavorteil<br />
gegenüber Verbrennern aufweisen,<br />
der sich mit dem Ausbau der erneuerbaren<br />
Energien in Zukunft noch deutlich verstärken wird. Das Bundesumweltministerium<br />
etwa kam im Januar <strong>2019</strong> in einer konservativen<br />
Berechnung zu dem Ergebnis, dass ein heute auf die Straße<br />
kommendes E-Auto über seinen Lebenszyklus je nach Verbrenner-<br />
Typ 16 bis 27 Prozent weniger Klimagase ausstößt als ein konventionell<br />
betriebenes. Bis 2025 werde der Klimavorteil eines<br />
neuen E-Autos auf 32 bis 40 Prozent steigen, obwohl auch die<br />
Verbrenner bis dahin effizienter werden. Dass E-Autos zudem<br />
keine Stickstoffoxide und andere Schadstoffe ausstoßen und weniger<br />
Feinstaub verursachen (Rekuperation), dürfte unstrittig sein.<br />
Das hat zwar nichts mit dem Klima zu tun, sollte aber dennoch<br />
kurz erwähnt werden.<br />
THESE: DIE HERSTELLUNG VON ELEKTROAUTO-<br />
BATTERIEN IST EIN UMWELTKILLER.<br />
u Faktencheck: Ohne Lithium keine Lithium-Ionen-Akkus. Und<br />
der Abbau des Metalls geht mit einem hohen Wasserverbrauch<br />
einher. So weit, so unstrittig. Doch es ist einer neuen Studie zufolge<br />
besser als sein Ruf: Forscher des Institute of Technology Carlow in<br />
Irland schreiben, dass der Lithium-Abbau „einen vergleichsweise<br />
kleinen Umwelteffekt, auch verglichen mit dem Abbau von Platin<br />
und seltenen Erden“ (die ja auch in Autos mit Verbrennungsmotor<br />
benötigt werden), habe. Wasserknappheit könne dennoch ein Problem<br />
sein, wenn der Abbau schlecht umgesetzt werde. Die Gewinnung<br />
von Lithium bleibt aber ein kritischer Faktor. I nteressant<br />
ist, dass dieser nur hinterfragt wird, sobald es um E-Autos geht.<br />
Im Kontext anderer mit Lithium-Akkus ausgestatteter Geräte wie<br />
Smartphones hört man dazu wenig. Außer Acht gelassen wird<br />
Schon heute haben E-Autos einen Klimavorteil gegenüber Verbrennern, der sich mit dem<br />
Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft noch verstärken wird.<br />
12<br />
SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ELEKTRO-TAXIS<br />
Das deutsche<br />
Stromnetz käme<br />
schon jetzt mit<br />
45 Millionen<br />
E-Autos zurecht.<br />
beim Thema Umweltschädlichkeit übrigens meist auch der Raubbau<br />
an der Natur und der hohe Energieverbrauch, für die mit Erdöl<br />
betriebene Autos verantwortlich sind (Förderung, Raffinierung,<br />
Transport etc.). Vom dadurch verursachten Treibhauseffekt und<br />
dessen Folgen ganz zu schweigen. Für Akkus gibt es zudem nach<br />
ihrem Einsatz im E-Auto immer öfter eine Anschlussverwendung:<br />
Als stationäre Energiespeicher sind sie auch mit gesunkener Kapazität<br />
noch bestens geeignet. Auch befinden sich bereits diverse<br />
Recyclinglösungen in der Umsetzung, mit denen die Rohstoffe<br />
der Akkus fast vollständig wiedergewonnen (und erneut genutzt)<br />
werden können.<br />
THESE: BATTERIE-ROHSTOFFE FÖRDERN<br />
KINDERARBEIT.<br />
u Faktencheck: Hier geht es vor allem um den Abbau von Kobalt,<br />
der in der Tat ein kritischer Faktor ist. Rund die Hälfte des weltweiten<br />
Kobalts wird in der Demokratischen Republik Kongo gefördert,<br />
in der Kinderarbeit weit verbreitet ist. Doch der Kobaltanteil<br />
in den Akkus geht sukzessive zurück. Tesla etwa konnte ihn im<br />
Model 3 bereits auf 2,8 Prozent senken und hat ebenso wie andere<br />
Batteriehersteller angekündigt, künftig auf komplett kobaltfreie<br />
Akkus zu setzen. Nicht vergessen werden sollte, dass auch Verbrenner<br />
Rohstoffe benötigen, deren Gewinnung und Verarbeitung<br />
mit Kinderarbeit einhergehen. Das gilt übrigens auch für T-Shirts<br />
und viele Lebensmittel wie Kaffee und Kakao. Kurz gesagt: Kinderarbeit<br />
ist ohne Frage scharf zu verurteilen, aber dennoch leider<br />
weltweit sehr verbreitet. Dieses Problem einseitig aufs E-Auto zu<br />
schieben, ist schlichtweg unredlich.<br />
Niederlande, Irland, Schweden, Slowenien und Dänemark (jeweils<br />
ab 2030), Frankreich (2040) und Großbritannien (2040, eine Vorverlegung<br />
auf 2035 oder 2030 ist derzeit im Gespräch). Hinzu<br />
kommen Zufahrtsbeschränkungen für Verbrenner in diversen Städten.<br />
In China, dem größten Automarkt der Welt, gilt für Hersteller<br />
eine sich sukzessiv verschärfende E-Auto-Quote, ebenso wie in<br />
mittlerweile zehn Bundesstaaten der USA. Kein Wunder, dass<br />
inzwischen fast alle Autobauer umfangreiche E-Offensiven gestartet<br />
haben. Volkswagen, der vom Diesel-Skandal gebeutelte größte<br />
Autobauer der Welt, macht dabei klar, wohin die Reise antriebstechnisch<br />
geht: „Wir konzentrieren uns jetzt auf den Elektroantrieb,<br />
weil wir sonst den Durchbruch nicht schaffen und den weltweiten<br />
Anschluss verlieren“, so Konzernchef Herbert Diess. sk<br />
Ballnath<br />
Assekuranz<br />
FOTO: Ionity<br />
THESE: DER STEIGENDE STROMBEDARF DURCH<br />
E-AUTOS LÄSST DAS STROMNETZ KOLLABIEREN.<br />
u Faktencheck: Hier handelt es sich um einen immer wieder verbreiteten<br />
Mythos, der sogar von den Stromversorgern selbst entkräftet<br />
wird. Das deutsche Stromnetz käme laut der RWE-Tochter<br />
Innogy ohne einen weiteren Ausbau schon jetzt mit 45 Millionen<br />
E-Autos zurecht. „Wenn alle Autos in Deutschland elektrisch fahren<br />
würden, bräuchten wir etwa 20 Prozent mehr Strom“, sagt Armin<br />
Gaul, Leiter der technischen Produktentwicklung bei Innogy. Auch<br />
E.ON gibt Entwarnung: „Die Netze von E.ON in Deutschland sind<br />
bereit für eine vollständige Umstellung auf elektrische Pkw.“<br />
u Fazit: Viele Kritikpunkte an der E-Mobilität entpuppen sich bei<br />
näherem Hinsehen und in Abwägung zu den Alternativen als unberechtigt<br />
oder stark übertrieben. Dass das E-Auto „nicht mehr aufzuhalten<br />
ist“, wie im Titel behauptet, liegt vor allem aber auch<br />
daran, dass es politisch gewollt ist. Die Regierungen vieler Länder<br />
haben bereits angekündigt, Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotoren<br />
zu verbieten: so etwa Norwegen (ab 2025), die<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
13<br />
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NOT MY TAXI ANYMORE<br />
Spätestens seit einer Free-Now-Pressekonferenz im Juli war klar, dass nicht nur<br />
der App-Name mytaxi geopfertwird, sondern auch die bisherigen <strong>Taxi</strong>kunden zu<br />
Mietwagennutzern umgepolt werden sollen.<br />
Bei der Pressekonferenz zum Start von Free Now im Juni symbolisierte die<br />
schwarze Limousine den Seitenwechsel von mytaxi.<br />
Das Pilotprojekt<br />
ist Ende Juli mit<br />
100 Mietwagen<br />
in Hamburg gestartet<br />
und Ende August in Berlin.<br />
Mitte <strong>September</strong> war<br />
es dann auch in <strong>München</strong><br />
soweit – pünktlich<br />
zum Oktoberfest. Dieses<br />
Geschäft will man sich<br />
natürlich nicht entgehen lassen. Weitere<br />
Städte sollen folgen. Durch die Massenkündigung<br />
gleich am Folgetag (siehe Seite<br />
16) wurde der Start in <strong>München</strong> ins rechte<br />
Licht gerückt. Doch wozu überhaupt der<br />
neue Name? Wenn man jetzt auch Mietwagen,<br />
Tretroller etc. vermittelt, ist der Begriff<br />
<strong>Taxi</strong> im Namen mytaxi nicht mehr so recht<br />
passend. Außerdem möchte<br />
man die Zugehörigkeit<br />
zur Angebotspalette unter<br />
der Bezeichnung „Now“<br />
zum Ausdruck bringen.<br />
Am bekanntesten davon<br />
ist der Car-Sharing-Dienst<br />
Drive Now von BMW, der<br />
zukünftig gemeinsam<br />
mit Daimlers car2go als<br />
„Share Now“ weitermachen soll.<br />
„Now“ steht für Gegenwart, Leben im<br />
Hier und Jetzt. Ein wenig Hedonismus soll<br />
schon sein. Warum die Beförderung von Leu-<br />
DIE DENKWÜRDIGEN AUSSAGEN DES ALEXANDER M.<br />
Anlässlich des Mietwagenstarts von Free Now in Frankfurt<br />
hatte sich dessen Mitarbeiter Alexander Mönch gegenüber<br />
den Medien folgendermaßen geäußert: „Bei jedem neuen<br />
Service, den wir launchen, stimmen wir uns eng mit den lokalen<br />
Behörden ab. Auch in Frankfurt haben wir das Gespräch<br />
mit der Stadt gesucht und nehmen deren Anliegen selbstverständlich<br />
sehr ernst. Wir achten beispielsweise akribisch<br />
darauf, dass nur Fahrer mit einer Frankfurter Mietwagenkonzession<br />
unterwegs sind, dass sie sich an die Rückkehrpflicht<br />
halten und dass für alle Fahrer stets ein hinreichendes Auskommen<br />
gesichert ist.“ Es zeugt schon von einer gewissen<br />
Arroganz zu sagen, man würde die „Anliegen“ einer Behörde<br />
sehr ernst nehmen. Das sind keine Anliegen, das sind bestehende<br />
Gesetze und die hat man nicht „ernst zu nehmen“, an<br />
die hat man sich zu halten. Punkt.<br />
Und das hinreichende Auskommen der Mietwagenfahrer kann<br />
gar nicht anders als durch Subventionen garantiert werden,<br />
solange man mit Dumpingpreisen unterhalb des <strong>Taxi</strong>tarifs<br />
agiert. Free Now wird mit seinem Seitenwechsel weg vom<br />
<strong>Taxi</strong> und hin zum Low-Budget-Mietwagen dieselben immensen<br />
Verluste einfahren wie Uber. Das lässt sich dann immerhin<br />
– um Steuern zu sparen – wunderbar mit den Gewinnen<br />
aus anderen Geschäftssparten verrechnen, zum Beispiel mit<br />
denen aus dem Fahrzeugvertrieb, zu denen auch genau jenes<br />
<strong>Taxi</strong>gewerbe seit Jahrzehnten durch seine Treue zu Mercedes-<br />
<strong>Taxi</strong>s beiträgt, das nun dank Free Now massive Einkommensverluste<br />
hinnehmen muss. Die <strong>Taxi</strong>-Einbußen werden noch<br />
gravierender sein als bei Uber, denn die jetzigen Free-Now-<br />
Nutzer sind all jene, die bisher als mytaxi-Kunden (aufgebaut<br />
vom <strong>Taxi</strong>gewerbe) <strong>Taxi</strong>s bestellt haben und nun mit demselben<br />
„Knopfdruck“ einen günstigeren Mietwagen bekommen.<br />
Free Now ist also dabei, einen immensen Schaden anzurichten.<br />
Nicht nur gegenüber dem <strong>Taxi</strong>gewerbe, sondern auch<br />
gegenüber der gesamten Volkswirtschaft. <br />
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ten im Pkw mit Fahrer ausgerechnet Free<br />
Now heißen soll, hat weniger mit der Sache<br />
an sich zu tun als mit dem lockeren Lebensgefühl,<br />
das man damit vermitteln will. „Free“<br />
klingt toll. Wer will nicht frei sein?<br />
Das Werbematerial von Free Now ist von<br />
fröhlichen jungen Menschen bevölkert, die<br />
nichts anderes zu tun haben, als sich zu<br />
vergnügen. Eine offenbar glückliche junge<br />
Frau in einer Badewanne kommt auch vor.<br />
In diesem Sinne also: Free now! Um die<br />
Markenbekanntheit zu erhöhen, investiert<br />
Free Now ein Budget in zweistelliger Millionenhöhe<br />
in eine internationale Markenkampagne.<br />
GEGEN MOIA UND UBER<br />
Wozu das Ganze, wenn am Schluss doch<br />
nur wieder Leute im Auto mit Chauffeur<br />
befördert werden? Das neue Now-tum<br />
von Daimler und BMW möchte gegen die<br />
internationale Konkurrenz angehen. Man<br />
möchte in Europa Mobilitätsanbieter Nr. 1<br />
werden. Es geht gegen Volkswagens Moia<br />
und gegen Uber. Denn der Trend geht zum<br />
Mietwagen, heißt es. <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
wechseln zum Mietwagen, weil der weniger<br />
stark reguliert ist, heißt es. Junge Fahrgäste<br />
wandern zum Mietwagen ab, weil der<br />
billiger ist, heißt es.<br />
Alexander Mönch verkaufte sich als bisheriger<br />
mytaxi-Verantwortlicher als<br />
<strong>Taxi</strong>freund, jetzt ist er Free-Now-Chef<br />
und steht auf Billig-Mietwagen.<br />
Den Wahrheitsgehalt und die Hintergründe<br />
der einzelnen Aussagen lassen wir mal<br />
dahingestellt. Fakt ist, wenn schon ein<br />
Beförderungswesen, von dem bisher ein<br />
paar hunderttausend Menschen in Deutschland<br />
leidlich leben konnten, zerstört (Disruption)<br />
und neu verteilt werden soll, dann<br />
will man an führender Stelle dabei sein – in<br />
fürsorglicher Verbundenheit mit den Fahrern,<br />
Unternehmern und den Städten, versteht<br />
sich.<br />
Auf ausdrückliche Nachfrage versichert<br />
Alexander Mönch (Free-Now-Chef<br />
für Deutschland und Österreich, vormals<br />
mytaxi), dass die neue <strong>Taxi</strong>-und-Mietwagen-Gemeinschafts-App<br />
rechtlich einwandfrei<br />
arbeiten soll. Das heißt, Aufträge an<br />
Mietwagen sollen zumindest über einen<br />
Computer am Betriebssitz an den Fahrer<br />
vermittelt werden. Ob der sich dabei an seinem<br />
Betriebssitz aufhält, soll dann wohl im<br />
Verantwortungsbereich des Mietwagenunternehmers<br />
liegen. Free Now betreibt keine<br />
eigenen Flotten. Es ist zu befürchten, dass<br />
das alles „Anschlussaufträge“ sein werden<br />
– und allzu viele Mietwagenfahrer<br />
den Betriebssitz ihres Unternehmens gar<br />
nicht kennen.<br />
Free Now macht seinen angeschlossenen<br />
Fahrern keine Vorgaben, ob sie auch<br />
Aufträge von anderen Vermittlern beziehen<br />
dürfen. <strong>Taxi</strong>fahrer können auch für<br />
andere Apps oder Zentralen fahren. Mietwagen<br />
können auch Aufträge von Uber u. a.<br />
bekommen. Wollen <strong>Taxi</strong>fahrer tatsächlich<br />
gemeinsam mit Konkurrenten vermittelt<br />
werden, von denen sie durch notorische<br />
Rechtsverstöße ruiniert werden?<br />
Politisch strebt Mönch ein Einheitsgewerbe<br />
ohne Unterscheidung von <strong>Taxi</strong>s und<br />
Mietwagen an – mit dem Besten aus beiden<br />
Welten (mit Ride-Sharing, Preiskorridor<br />
mit Ober- und Untergrenzen, Ortskunde<br />
für alle …). <br />
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Stellvertretend für 800 <strong>Taxi</strong>konzessionen haben diese Münchner Unternehmer am 18.9. ihre Free Now-Kündigung eingereicht.<br />
STÄRKUNG FÜR<br />
DAS TAXIGEWERBE<br />
Am 19. <strong>September</strong> um 0 Uhr war Schluss. <strong>Taxi</strong>unternehmer mit zusammen<br />
800 <strong>Taxi</strong>s haben ihre Zusammenarbeit mit Free Now aufgekündigt.<br />
Der TVM half bei der Organisation.<br />
Rund 50 Unternehmer und <strong>Taxi</strong>fahrer<br />
sammelten sich vor dem<br />
Münchner Free Now-Büro in der<br />
Münchner Fäustlestraße 1. Das gemeinsame<br />
Ziel war die Aufkündigung ihrer<br />
Geschäftsbeziehungen mit dem Mobilitätsdienst<br />
Free Now, welcher Teil des Daimler-<br />
und BMW-Konzerns ist. Grund für die<br />
Massenkündigungen war die Umorientierung<br />
von Free Now hin zu einem neuen<br />
Mietwagenservice, der unter dem Free<br />
Now-Dach mit dem Namen Ride agiert.<br />
In monatelanger Vorbereitung hatte<br />
der <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong> e. V. zusammen<br />
mit einer Gruppe Unternehmer federführend<br />
die Kündigungen gesammelt und die<br />
gemeinsame Übergabe organisiert. Für<br />
TVM-Vorstand Florian Bachmann sind die<br />
TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)<br />
Rosenheimer Straße 139<br />
81671 <strong>München</strong><br />
Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13<br />
Tel. / <strong>Taxi</strong>schule: +49 (0)89 / 49 00 44 94<br />
E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de<br />
www.taxiverband-muenchen.de<br />
Presserechtlich verantwortlich für<br />
die TVM-Seiten: Florian Bachmann<br />
Redaktion: Florian Bachmann (fb), Simon<br />
Günnewig (sg) und Jürgen Hartmann (jh)<br />
Folgen der Kündigungswelle weitreichend:<br />
„Zu den 800 Konzessionen gehören mehr<br />
als doppelt so viele Fahrer, da ein Wagen<br />
ja von mehreren gefahren wird, um den<br />
24-Stunden-Betrieb zu gewährleisten. Auch<br />
diese Fahrer kehren damit Free Now den<br />
Rücken.“<br />
Florian Bachmann und Gregor Beiner<br />
sowie der Mehrwagenunternehmer Murat<br />
Kilicsaymaz übergaben stellvertretend die<br />
Kündigungen in die Hände des Area-Managers.<br />
Fotos von dem beispiellosen Moment<br />
gibt es keine, da es auf Wunsch der Hausherren<br />
untersagt war, den Namen des Area-<br />
Managers zu nennen sowie im Gebäude zu<br />
fotografieren.<br />
MIT DABEI: HESS UND KUHLE<br />
Die Entscheidung der Unternehmer wurde<br />
natürlich von den beiden Münchner <strong>Taxi</strong>zentralen<br />
begrüßt. Christian Hess (Isar-<br />
Funk) und Frank Kuhle (<strong>Taxi</strong> <strong>München</strong> eG)<br />
waren vor Ort, um ihre Unterstützung zu<br />
demonstrieren.<br />
Für die Unternehmer, die ihren Vertrag<br />
aufgekündigt haben, bedeutete dies, dass<br />
ab Mitternacht keine Free Now-Aufträge<br />
mehr angenommen werden. Wie Murat<br />
Kilicsaymaz im Nachgang noch betonte,<br />
ist es wichtig, dass die Fahrer zusätzlich<br />
zur Kündigung auch die Löschung ihrer<br />
Daten beantragen. Erst dann sei sichergestellt,<br />
dass es keine Kontaktaufnahme<br />
mehr von Free Now geben wird. Unternehmer,<br />
deren Fahrzeuge derzeit noch mit<br />
my taxi- oder Free Now-Werbung beklebt<br />
Murat Kilicsaymaz: „Wir haben die<br />
Totengräber des <strong>Taxi</strong>gewerbes viel zu<br />
lange unterstützt.“<br />
sind, wird empfohlen, sich zu vernetzen,<br />
damit gemeinsam von den Werbeverträgen<br />
zurückgetreten werden kann.<br />
Die Massenkündigungen haben in vielerlei<br />
Hinsicht das <strong>Taxi</strong>gewerbe gestärkt. Einerseits<br />
wurde medienwirksam die Einigkeit<br />
des Gewerbes demonstriert, auf der anderen<br />
Seite aber ist Free Now zu verstehen<br />
gegeben worden, dass das <strong>Taxi</strong>gewerbe die<br />
Ausweitung des Mietwagengeschäfts nicht<br />
mittragen will. Der <strong>Taxi</strong>unternehmer Murat<br />
Kilicsaymaz bringt es auf den Punkt: „Wir<br />
haben die Totengräber des <strong>Taxi</strong>gewerbes<br />
viel zu lange unterstützt. Free Now kassiert<br />
nur ein erhebliches Stück aus dem<br />
Vermittlungskuchen, aber die Unterstützung<br />
fürs Gewerbe bleibt das Unternehmen<br />
schuldig. Deshalb lassen wir uns jetzt<br />
lieber von taxi.eu und <strong>Taxi</strong> Deutschland<br />
vermitteln.“ <br />
sg<br />
FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />
16 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM<br />
FREE NOW ENDET BEI HARTZ IV<br />
Gerüchteweise tut sich Free Now schwer, für das Münchner<br />
Mietwagenangebot genügend Mietwagenunternehmer zu<br />
finden, um auf eine ausreichend große Flotte zu kommen.<br />
Deshalb versucht man weiterhin sehr intensiv, <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
zum Umstieg auf Mietwagen zu bewegen. Offenbar<br />
konnte man davon zahlreiche Unternehmer überzeugen.<br />
Darauf deuten die zahlreichen Anträge für Mietwagenkonzessionen<br />
hin, die auf dem Schreibtisch des TVM in den letzten<br />
Wochen gelandet sind. Als Anhörstelle wird der TVM über<br />
alle Anträge in <strong>München</strong> informiert. Dies waren allein in den<br />
letzten vier Monaten rund 400 Genehmigungen, die beantragt<br />
wurden. Wie viele davon tatsächlich genehmigt und<br />
zugelassen wurden, entzieht sich unserer Kenntnis.<br />
Free Now will im Mietwagenbereich auf alle Fälle noch billiger<br />
sein als Uber. Wer aber trägt den finanziellen Verlust durch<br />
die Dumpingpreise? Es ist zu befürchten, dass dies am Ende<br />
der Steuerzahler sein wird. Für jede <strong>Taxi</strong>fahrt erhält der Fahrtenvermittler<br />
eine Provision von sieben Prozent vom <strong>Taxi</strong>-<br />
unternehmer. Bei 20 Euro Fahrtwert sind das 1,40 Euro. Für<br />
jede Mietwagenfahrt ist eine Provision von 25 bis 27 Prozent<br />
vereinbart. An einer ins Mietwagengewerbe vermittelten<br />
Fahrt für 10 Euro (50 Prozent Rabatt für den Kunden) verdient<br />
Free Now somit 2,70 Euro, also fast doppelt so viel.<br />
Nun dauert aber eine 20-Euro-Fahrt mit dem <strong>Taxi</strong> erfahrungsgemäß<br />
30 Minuten. So lange braucht auch der billigere<br />
Mietwagen, der für zehn Euro fährt. Der Unternehmer kann<br />
damit also nach Abzug der Provision maximal 11,83 Euro<br />
Netto-Umsatz pro Stunde machen. Das deckt nicht einmal<br />
den Mindestlohn für den angestellten Fahrer, von den angefallenen<br />
Fahrzeugkosten ganz zu schweigen.<br />
Zukünftig werden also entweder die Verbraucherpreise<br />
drastisch angehoben (womit dann die gesicherte Daseinsvorsorge<br />
wegfällt) oder aber die scheinselbstständigen Mietwagenpartner<br />
von Free Now in prekäre Arbeitsverhältnisse<br />
getrieben. Was wiederum bedeutet, dass sie beim Sozialamt<br />
Hartz IV beantragen müssen. <br />
jh<br />
NEUES GUTACHTEN ÜBER DIE FUNKTIONS<br />
FÄHIGKEIT DES MÜNCHNER TAXIGEWERBES<br />
Nach der Erstellung des ersten Gutachtens vor vier Jahren wird nun erneut die<br />
Begrenzung der <strong>Taxi</strong>konzessionen auf ihren Bestand beurteilt.<br />
Aktuell sind die Fragebögen per<br />
Post auf dem Weg zu den Unternehmen.<br />
JEDER Mehrwagenbetrieb<br />
wird befragt sowie eine zufällige<br />
Auswahl von Einzelunternehmern. Die Teilnahme<br />
an der Befragung ist nicht freiwillig,<br />
Verweigerungen oder nur eine teilweise<br />
Beantwortung können vom KVR mit Bußgeldern<br />
belegt werden. Wie bereits beim letzten<br />
Gutachten werden die gelieferten Daten<br />
von Linne + Krause ausgewertet und beurteilt.<br />
Die Anonymität der Daten und somit<br />
auch der Datenschutz werden gewährleistet.<br />
Als TVM können wir jeden Betrieb nur<br />
dazu aufrufen, die Fragen möglichst exakt<br />
zu beantworten, denn „die Unternehmen<br />
leisten durch die Beantwortung der Fragebögen<br />
einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeitsprüfung<br />
<strong>2019</strong>“, so das KVR.<br />
SPANNENDE AUSWERTUNG<br />
Ergebnisse aus dem Gutachten können für<br />
dieses Jahr nicht mehr erwartet werden.<br />
Aber Anfang 2020 muss dann das KVR<br />
da rüber urteilen, ob es weiterhin keine Neuerteilungen<br />
bei den <strong>Taxi</strong>konzessionen gibt.<br />
In Anbetracht der aktuellen Entwicklung<br />
der selbst geschaffenen und von der Politik<br />
geduldeten „gesetzesfreien“, also illegal<br />
agierenden Konkurrenz von Uber oder jetzt<br />
auch Free Now, Clever Shuttle und ähnlichen<br />
Anbietern verspricht die Auswertung<br />
der Daten in Bezug auf Umsatzverluste<br />
durchaus spannend zu werden und ist für<br />
die Zukunft des Münchner <strong>Taxi</strong>gewerbes<br />
von hoher Bedeutung. Ebenfalls kann ein<br />
Gutachter bei der Beurteilung des <strong>Taxi</strong>marktes<br />
nicht an der Flut von Anträgen auf<br />
Mietwagengenehmigungen vorbeischauen,<br />
es muss folglich auch ein Urteil über die<br />
Auswirkungen der hohen Zahl von Fahrzeugen<br />
getroffen werden. <br />
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Betriebs- und Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
17
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
PROJEKT KEHRAUS –<br />
SO GEHT ISARFUNK<br />
GEGEN UBER VOR<br />
Das Nichteinhalten des Personenbeförderungsgesetzes, insbesondere der<br />
Rückkehrpflicht von Mietwagen, macht einen fairen Wettbewerb unmöglich.<br />
Ein großes Aufräumen ist fällig.<br />
Der Begriff Kehraus beschreibt in Bayern „das große Aufräumen“.<br />
Der Vermittlungsdienst Uber hat sich die letzten<br />
Jahre in <strong>München</strong> ausgebreitet und bedroht die <strong>Taxi</strong>branche.<br />
Die Behörden sind mit den Kontrollen der Mietwagenunternehmen<br />
überfordert. Viele <strong>Taxi</strong>fahrer opfern Zeit und Geld, um Beweise<br />
gegen die illegalen Wettbewerber zu sammeln. Hier trat IsarFunk<br />
in die Verantwortung und führt seit Februar <strong>2019</strong> mit Unterstützung<br />
von externen Ermittlern und anschließender Bearbeitung<br />
durch eine Anwaltskanzlei eigene Ermittlungen durch. Wie genau<br />
das funktioniert, erklären die Akteure selbst.<br />
Zu den rechtlichen Grundlagen und zur Vorgehensweise sagt<br />
beispielsweise der Anwalt:<br />
» Wenn wir Uber auf Unterlassung in Anspruch nehmen wollen,<br />
müssen wir über das vorliegende Urteil des BGH hinaus nachweisen,<br />
dass die angeschlossenen Mietwagenunternehmer<br />
in <strong>München</strong> regelmäßig gegen § 49 Abs. 4 PBefG verstoßen<br />
(siehe Kasten).<br />
Die Rechtsprechung sagt, dass ein Beförderungsauftrag<br />
elektronisch an den Fahrer übermittelt werden kann – eingehen<br />
muss er aber (zunächst) am Betriebssitz.<br />
Nun wissen wir grundsätzlich zwei Dinge: Eine Vielzahl<br />
der betreffenden Mietwagenunternehmen unterhält<br />
an ihrem Betriebssitz kein Personal, oftmals vermutlich<br />
nicht einmal einen Geschäftsraum.<br />
Des Weiteren ist der Betriebssitz vieler betroffener<br />
Mietwagenunternehmen gar nicht in <strong>München</strong>, sondern im<br />
Umland. Da deren Fahrzeuge die Rückfahrt zum Betriebssitz<br />
nicht antreten wollen, gleichzeitig aber auch nicht so viele Fahr-<br />
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18 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
SO STEHT’S IM GESETZ<br />
§ 49, Absatz 4 PBefG: Verkehr mit Mietwagen:<br />
Verkehr mit Mietwagen ist die Beförderung von Personen mit<br />
Personenkraftwagen, die nur im Ganzen zur Beförderung<br />
gemietet werden und mit denen der Unternehmer Fahrten<br />
ausführt, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt<br />
und die nicht Verkehr mit Taxen nach § 47 sind.<br />
Mit Mietwagen dürfen nur Beförderungsaufträge ausgeführt<br />
werden, die am Betriebssitz oder in der Wohnung<br />
des Unternehmers eingegangen sind. Nach Ausführung<br />
des Beförderungsauftrags hat der Mietwagen unverzüglich<br />
zum Betriebssitz zurückzukehren, es sei denn, er hat vor<br />
der Fahrt von seinem Betriebssitz oder der Wohnung oder<br />
während der Fahrt fernmündlich einen neuen Beförderungsauftrag<br />
erhalten. Den Eingang des Beförderungsauftrages<br />
am Betriebssitz oder in der Wohnung hat der Mietwagenunternehmer<br />
buchmäßig zu erfassen und die Aufzeichnung ein<br />
Jahr aufzubewahren. Annahme, Vermittlung und Ausführung<br />
von Beförderungsaufträgen, das Bereithalten des Mietwagens<br />
sowie Werbung für Mietwagenverkehr dürfen weder allein<br />
noch in ihrer Verbindung geeignet sein, zur Verwechslung mit<br />
dem Taxenverkehr zu führen.<br />
aufträge vorhanden sind, dass sie dies durch Annahme des stets<br />
nächsten Fahrauftrages vermeiden können, müssen sie sich also<br />
geradezu zwingend unerlaubt bereitstellen.<br />
Wir müssen also für ein Vorgehen gegen Uber dasselbe tun wie<br />
für ein Vorgehen gegen Mietwagenunternehmen. Die Mietwagenunternehmen<br />
können sich jedoch viel schlechter wehren als Uber.<br />
Sie verfügen nicht über dieselben Mittel. «<br />
Zur Einsatzkoordination des Kehraus-Projekts äußern sich<br />
Jürgen Dinter und Susanne Roth (ehemalige Wimmer) von IsarFunk:<br />
» Wir haben einen standardisierten Prozess entwickelt, der eine<br />
einheitliche und vollständige Dokumentation der unerlaubten<br />
Bereitstellung sichert. Mithilfe eines Protokolls, von Bildern und<br />
GPS-Daten beweisen wir, dass die Mietwagenfahrer gegen ihre<br />
Rückkehrpflicht verstoßen.<br />
Damit die externen Ermittler wissen, was ihre Aufgabe ist, gab<br />
es zu Beginn ein umfangreiches Briefing. Gemeinsam mit Florian<br />
Bachmann vom <strong>Taxi</strong> Verband <strong>München</strong> wurden sie über den rechtlichen<br />
Hintergrund, unser Vorgehen und mögliche Gefahren bzw.<br />
Risiken informiert. Mithilfe vieler Tipps und Informationen, die<br />
wir unter anderem von <strong>Taxi</strong>fahrern erhalten haben, konnten wir<br />
zusätzlich eine Liste mit typischen Aufenthaltsorten der Uber-<br />
Fahrer anfertigen. «<br />
Das Ermittler-Team, das aus nachvollziehbaren Gründen an<br />
dieser Stelle anonym bleiben möchte, beschreibt seine Einsätze<br />
folgendermaßen:<br />
» Wir dokumentieren Verstöße gegen die Rückkehrpflicht. Mithilfe<br />
eines Protokolls und von Bildern beweisen wir, dass sich der Mietwagenfahrer<br />
illegal bereitstellt – denn das Recht zur Bereitstellung<br />
auf der Straße, um dort auf Fahrgäste zu warten, hat nur das <strong>Taxi</strong>.<br />
Wir achten auf typische Fahrzeuge, wie zum Beispiel Mercedes-<br />
Benz E-Klassen und Hybridfahrzeuge wie den Toyota Auris, die<br />
an bestimmten Hotspots geparkt sind. Auch einschlägige Kennzeichen<br />
können auf Mietwagen hindeuten. Zum anderen gibt es<br />
typische Verhaltensweisen der Mietwagenfahrer. Sie sitzen oder<br />
liegen in ihrem Auto, haben ihr Handy dauerhaft in der Hand, wirken<br />
nervös und schauen oft in den Rückspiegel – als fühlten sie<br />
sich beobachtet.<br />
Seit Beginn unserer Kontrollen vor einigen Monaten hat sich<br />
vieles geändert. Die Fahrer werden vorsichtiger. Sie legen sich<br />
flach in ihre Fahrzeuge, damit wir keine Bilder von ihnen machen<br />
können. Bei längeren Standzeiten verlassen sie ihre Fahrzeuge und<br />
kommen erst zurück, wenn sie einen neuen Auftrag haben. Auch<br />
wird darauf geachtet, dass die Standzeiten nicht länger als sieben<br />
Minuten sind – spätestens dann fahren sie eine Runde und stellen<br />
sich an einem anderen Ort auf. Oft reagieren die Fahrer sehr<br />
aggressiv, wenn sie uns bemerken. Sie verfolgen und beleidigen<br />
uns – einmal haben wir eine zufällig vorbeifahrende Streife der<br />
Polizei aufgehalten, da die Situation kurz davor war, außer Kontrolle<br />
zu geraten. Besonders wütend reagieren die Fahrer, wenn<br />
sie bemerken, dass sie fotografiert werden – dann verlassen wir<br />
den Ort so schnell wie möglich.<br />
Einige Fahrer geben ganz offen zu, dass sie für Uber fahren. So<br />
passiert es zum Beispiel, dass ein Fahrzeug ins <strong>Taxi</strong>-Modul am Flughafen<br />
einfährt, sich in zweiter Reihe aufstellt und auf einen Fahrgast<br />
wartet. Bei direkter Ansprache, dass er nicht in zweiter Reihe stehen<br />
darf, meinte der Fahrer, dass er Uber-Fahrer sei und das dürfe.<br />
Da viele Uber-Fahrgäste Touristen sind (besonders Amerikaner und<br />
Asiaten), erleben wir diese Szene häufig. «<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
19
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
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Telefon / Verwaltung: 089 / 45 054-100<br />
E-Mail: verwaltung@isarfunk.de<br />
www.isarfunk.de, www.facebook.com/<br />
isarfunk450540<br />
Presserechtlich verantwortlich<br />
für diese Seiten:<br />
Christian Hess<br />
Redaktion: Tom Buntrock (tb),<br />
Jürgen Dinter (jd),<br />
Susanne Roth (sr)<br />
Das Ermittler-Team sammelt also<br />
eine Reihe von Daten. Sie werden bei<br />
IsarFunk bearbeitet und für die Weitergabe<br />
an die Rechtsanwälte aufbereitet,<br />
berichtet Susanne Roth:<br />
» Einmal im Monat erhalten wir von<br />
den Ermittlern ca. 100 bis 150 Protokolle<br />
und ca. 800 Bilder. Diese Daten<br />
werden von uns gesichtet und digital<br />
erfasst. Die Protokolle werden<br />
Susanne Roth<br />
gescannt, die Bilder zugeordnet und<br />
alle Daten gemeinsam für den Anwalt<br />
vorbereitet. Bei diesen Terminen sprechen wir mit den Mitarbeitern<br />
über die vergangenen Einsätze.<br />
Sie informieren uns über besonders auffällige Fälle oder<br />
Schwierigkeiten, auf die reagiert werden muss. Neue Informationen,<br />
wichtige Termine (z. B. Messen, Konzerte etc.) und neue<br />
Hotspots werden ausgetauscht. Regelmäßig geben wir die Daten<br />
zur weiteren Verarbeitung an unseren Anwalt weiter. «<br />
Was dort dann passiert, beschreibt der Anwalt folgendermaßen:<br />
» Wir müssen nachweisen, dass es sich bei einem beobachteten<br />
Fahrzeug um einen Mietwagen handelt, der als solcher im Einsatz<br />
ist und dabei gegen das PBefG verstoßen hat. Die von IsarFunk<br />
übermittelten Dokumentationen werden zunächst nach eher tauglichen<br />
und eher untauglichen Fällen sortiert.<br />
Bei den tauglichen Fällen ermitteln wir die Halter der Fahrzeuge.<br />
Dabei ergibt sich in manchen Fällen, dass es sich gar nicht um<br />
einen Mietwagen gehandelt hat. In anderen Fällen ergibt sich aus<br />
der Zulassung selbst und/oder aus dem Unternehmensgegenstand<br />
der Halterfirma, dass es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um<br />
einen Mietwagen handelt.<br />
Im ersten Schritt werden die Unternehmen, denen ein Verstoß<br />
gegen das PBefG nachgewiesen werden konnte, abgemahnt.<br />
Ist das nicht ausreichend, erwirken wir im nächsten Schritt eine<br />
einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen. Stellt man einen<br />
Antrag für eine einstweilige Verfügung, erzielt man eine vorläufige<br />
Gerichtsentscheidung. Das Verfahren ist besonders schnell und<br />
vereinfacht, um eine schnelle Beilegung der Sache zu bewirken. «<br />
Was blüht dem Mietwagen-Unternehmer durch „Kehraus“? Über<br />
die derzeit laufenden Verfahren dürfen die Beteiligten leider keine<br />
Auskunft geben, doch die allgemeinen Konsequenzen beschreibt<br />
Jürgen Dinter:<br />
» Der Uber-Partner bekommt von<br />
unserem Anwalt eine Abmahnung.<br />
Für den Erstverstoß muss er mit etwa<br />
800 Euro Abmahngebühren rechnen,<br />
für jeden Wiederholungsfall mit ca.<br />
5.000 Euro. Geht der Uber-Partner<br />
gerichtlich gegen die Abmahnung vor<br />
und verliert, wird bei weiteren Vergehen<br />
ein Ordnungsgeld in Höhe von<br />
2.000 bis 6.000 Euro (im Wiederholungsfall)<br />
fällig. Selbst Haftstrafen können<br />
ausgesprochen werden.<br />
Jürgen Dinter<br />
Kommt es aufgrund der Geldbußen zu einer anschließenden<br />
Betriebsprüfung, kommen auf den Uber-Partner Kosten im vierstelligen<br />
Bereich sowie die Verpflichtung zum Einsatz eines Wegstreckenzählers<br />
zu. Der Unternehmer muss außerdem mit dem Entzug<br />
der Konzession rechnen. Übrigens: Sämtliche Vorgänge werden<br />
auch den Landratsämtern zugeleitet. «<br />
Christian Hess, Geschäftsführer von<br />
IsarFunk, zieht folgendes Fazit:<br />
» Mit den Kontrollen will IsarFunk die<br />
Mietwagenunternehmen durch die<br />
hohen Geldstrafen, die mit den Abmahnungen<br />
einhergehen, unter Druck<br />
setzen. Die Unternehmen sollen ihre<br />
Betriebsabläufe ändern und sich an<br />
die geltenden Gesetze halten. Damit<br />
wird eine rentable Zusammenarbeit Christian Hess<br />
mit Uber unmöglich. Die professionelle<br />
Ermittlung und Ahndung von Verstößen gegen die Rückkehrpflicht<br />
ist eine aufwendige und kostenintensive Aufgabe. Dennoch ist sie<br />
derzeit alternativlos. Wir wollen, dass sich unsere <strong>Taxi</strong>fahrer ganz<br />
ihrer Berufsausübung widmen können, im Bewusstsein, dass ihre<br />
Zentrale ihre Existenzgrundlage sichert und schützt. « sr<br />
Dr. Hans Bake v. Bakin<br />
Erst- und Verlängerungsuntersuchung <strong>Taxi</strong>-Mietwagen-Lkw-Bus<br />
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Tel.: 089/37065690<br />
Mobil 0172/6523805<br />
e-mail: bakebakin@gmx.de<br />
FOTOS: Susanne Roth, IsarFunk<br />
20 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />
GECHECKTE QUALITÄT<br />
IsarFunk überprüft 520 Fahrzeuge. Gastgeber war wieder der ADAC.<br />
Eine kleine <strong>Taxi</strong>messe bietet Fahrern Mehrwert während des <strong>Taxi</strong>-Check-ups.<br />
Wie gewohnt wurde<br />
der Quality-Check<br />
von einer Mini-<strong>Taxi</strong>messe<br />
umrahmt.<br />
Zahlreiche <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
haben während des<br />
Quality-Checks ihre<br />
<strong>Taxi</strong>s mit Außenwerbung<br />
für die App<br />
taxi.eu bekleben<br />
lassen. Eine passende<br />
Antwort auf den<br />
Seitenwechsel von<br />
mytaxi/Free Now.<br />
In drei Reihen wurden die IsarFunk-<strong>Taxi</strong>s überprüft.<br />
Die Wartezeiten hielten sich so in Grenzen.<br />
FOTOS: IsarFunk<br />
Wie jedes Jahr machte sich die<br />
IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale wieder<br />
an die Herkulesaufgabe, die<br />
520 angeschlossenen Fahrzeuge einem<br />
Quality-Check zu unterziehen. Bewertet<br />
wurde vor allem der optische Zustand<br />
der <strong>Taxi</strong>s. „Die Kunden erwarten zu Recht<br />
für ihr Geld ein einwandfreies Fahrzeug“,<br />
erklärt Jürgen Dinter, Marketingleiter bei<br />
IsarFunk. „Da haben kaputte Sitze, Lackschäden<br />
oder ähnliche Schönheitsfehler<br />
nichts zu suchen.“<br />
Schon seit Jahren legt IsarFunk besonderen<br />
Wert auf den Zustand der Flotte:<br />
„Man kann die Außenwirkung nicht hoch<br />
genug bewerten“, weiß Dinter. „Einwandfreie<br />
Fahrzeuge sind ein wichtiges Argument<br />
gegenüber dem Wettbewerb. Vor<br />
allem beim gestiegenen Konkurrenzdruck<br />
durch Anbieter wie Uber!“ Deshalb war<br />
das auch nicht der erste Quality-Check bei<br />
IsarFunk, aber abermals ein sehr erfolgreicher,<br />
denn auch diesmal musste kein<br />
einziges Fahrzeug aus der Vermittlung<br />
genommen werden.<br />
Wie auch in den Jahren zuvor durfte die<br />
IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale die Einrichtungen<br />
des ADAC in der Ridlerstraße nutzen. So<br />
konnten bis zu drei Fahrzeuge gleichzeitig<br />
überprüft werden. Zum Einsatz kamen<br />
dabei neben neun Mitarbeitern aus der<br />
Zentrale und Mitgliedern des Aufsichtsrates<br />
auch wieder zwei externe Prüfer. „Ohne<br />
die idealen Rahmenbedingungen, wie sie<br />
uns der ADAC mit seiner Prüfhalle bietet,<br />
wäre so eine Aktion kaum zu bewältigen“,<br />
sagt Dinter. „Unser Dank gilt deshalb dem<br />
ADAC <strong>München</strong>, insbesondere Florian<br />
Hördegen und Alexander Kreipl, ohne die<br />
es diese Kooperation nicht gäbe.“<br />
CATERING + TOMBOLA<br />
Und noch etwas gäbe es ohne den vielen<br />
Platz nicht: die kleine <strong>Taxi</strong>messe, die sich<br />
rund um den Quality-Check etabliert hat.<br />
Neben einem Catering wurde für <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />
und -fahrer einiges geboten. So gab<br />
es Infostände verschiedener Autohäuser.<br />
Vertreten waren die Avalon Premium Cars<br />
GmbH mit einem Volvo V90, das Autohaus<br />
Mükra mit den Elektrotaxis Nissan Leaf<br />
und e-NV200, die MAHAG mit einem VW<br />
Touran und DIT <strong>München</strong> GmbH gleich mit<br />
vier Hybridfahrzeugen: dem Prius, einem<br />
Corolla Kombi, dem SUV RAV4 sowie der<br />
brandneuen Mittelklasselimousine Camry.<br />
Erstmals nahm Sixt als Aussteller beim<br />
Quality-Check teil, übernahm sogleich die<br />
Kosten für das Catering und lobte zudem<br />
in einer kleinen Tombola für die Taxler<br />
interessante Preise aus. Traditionell war<br />
auch wieder das Münchner <strong>Taxi</strong>unternehmen<br />
Euro-<strong>Taxi</strong> mit einem Stand, Getränken<br />
und Give-aways vertreten. Schließlich wurden<br />
von Promotion-Teams noch Gutscheine<br />
an die Fahrer verteilt: für das Musical<br />
„Die fabelhafte Welt der Amélie“, für das<br />
Equilaland und für das Hi-Sky-Riesenrad<br />
am Ostbahnhof.<br />
IsarFunk nutzte den „Boxenstopp“<br />
zum Quality-Check auch zum Anbringen<br />
einer einheitlichen Werbung auf den Fahrzeugtüren<br />
für die <strong>Taxi</strong>-App taxi.eu. Dazu<br />
wurde passendes Werbematerial an die<br />
Fahrer verteilt und Kopfstützenbezüge mit<br />
Taschen für die Flyer wurden installiert.<br />
„Wir müssen heute jede Möglichkeit nutzen,<br />
um auf unsere Dienste aufmerksam<br />
zu machen“, erklärt Marketingleiter Jürgen<br />
Dinter. „Wir haben keinen Werbe-Etat von<br />
mehreren Millionen Euro wie etwa Uber<br />
oder Free Now, die Investoren und Konzerne<br />
im Hintergrund haben. Aber wir haben<br />
die besten Botschafter für unsere Marke<br />
und die Dienstleistung <strong>Taxi</strong> im Einsatz,<br />
nämlich unsere Fahrer, die mit ihrer täglichen<br />
Arbeit belegen, dass wir ein funktionierendes<br />
<strong>Taxi</strong>gewerbe haben. Und warum<br />
wir es auch in Zukunft brauchen.“<br />
Für die IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale war dieser<br />
Quality-Check ein voller Erfolg. „Wir<br />
erleben immer wieder, wie viel Arbeit die<br />
Unternehmer in die Pflege und Wartung<br />
ihrer Fahrzeuge stecken“, sagt Dinter. So<br />
bleibt die Flotte immer vorbildlich – bis<br />
zum nächsten Quality-Check 2020. tb<br />
TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
21
OUT OF MUNICH<br />
NEWSTICKER<br />
STUTTGARTER<br />
BEHÖRDEN-FIASKO<br />
Frank Sailer fährt seit 20 Jahren<br />
in Stuttgart – und wäre nun fast<br />
arbeitslos geworden. Grund ist aber<br />
nicht etwa Uber oder Free Now, sondern<br />
die Stuttgarter Führerscheinstelle.<br />
Unzählige Versuche, dort<br />
einen Antrag auf <strong>Taxi</strong>schein-Verlängerung<br />
zu stellen, scheiterten, weil<br />
die hoffnungslos überlastete Behörde<br />
die Schalter meist schon früher<br />
schließen musste. Glück hatten nur<br />
wartende Menschen, die bereits seit<br />
4.30 Uhr angestanden hatten. Erst<br />
als sich Sailer mit einem Brandbrief<br />
an die Medien wandte, bekam<br />
er einen Extra-Termin. Mittlerweile<br />
hat er seinen P-Schein verlängern<br />
können. <br />
sg<br />
Manch ein Münchner <strong>Taxi</strong>fahrer sieht bei<br />
solchen Geschichten durchaus Parallelen<br />
zur Münchner Führerscheinstelle.<br />
STUTTGARTER<br />
INKLUSIONSVORBILD<br />
Rund acht Monate nach dem Start<br />
eines Förderprogramms, bei dem<br />
sich die Stadt mit 95 Prozent bzw.<br />
maximal 10.000 Euro pro <strong>Taxi</strong> an<br />
den Nettoumbaukosten eines Fahrzeugs<br />
beteiligt, ist in Stuttgart das<br />
erste geförderte Rollstuhltaxi in<br />
Betrieb genommen worden. Besitzer<br />
ist der <strong>Taxi</strong>unternehmer Manfred<br />
Hülsmann, der einen VW Caddy<br />
Maxi vom Berkheimer Spezialisten<br />
Mobitec hat umrüsten lassen.<br />
In Stuttgart werden die Fahrten<br />
nach dem normalen <strong>Taxi</strong>tarif abgerechnet.<br />
Ein Rollizuschlag, wie vom<br />
<strong>Taxi</strong>gewerbe gefordert, konnte nicht<br />
durchgesetzt werden, da dieser dem<br />
Inklusionsgedanken widersprechen<br />
würde.<br />
sg<br />
Und <strong>München</strong>? Der Wille zur städtischen<br />
Förderung ist vorhanden, im<br />
Moment hängt eine weitere Umsetzung<br />
allerdings in den Verwaltungsmühlen<br />
der Stadt fest.<br />
Sofern die Mitglieder der Übernahme zustimmen, wird der bisherige Betriebssitz<br />
der WBT zu <strong>Taxi</strong> Berlin verlegt. Alle Mitarbeiter werden übernommen.<br />
BERLINER<br />
TAXI ZENTRALEN<br />
GEHEN ZUSAMMEN<br />
Im harten Wettbewerb der Personenbeförderer will das Berliner <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />
seine Kräfte bündeln. Deshalb sollen die beiden bisherigen Wettbewerber <strong>Taxi</strong><br />
Berlin und WBT miteinander verschmelzen. Das geht aus einem Schreiben hervor,<br />
das die Mitglieder der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner <strong>Taxi</strong>besitzer (WBT)<br />
Mitte August erhalten haben. Die WBT-Vorstände und der Aufsichtsratsvorsitzende<br />
berichten darin von einem fairen Übernahmeangebot, welches der WBT von<br />
Hermann Waldner, Geschäftsführer von <strong>Taxi</strong> Berlin (TZB), vorgelegt wurde. Am<br />
10. <strong>September</strong> haben die Mitglieder der WBT innerhalb der Generalversammlung<br />
dieser Verkaufsabsicht zugestimmt.<br />
Bei der Vermittlung von Funkaufträgen durch das europäische Netzwerk taxi.eu,<br />
die künftige <strong>Taxi</strong> Europa AG, sind TZB und die WBT schon seit Jahren Partner<br />
– gemeinsam mit zahlreichen weiteren europäischen <strong>Taxi</strong>funkzentralen. ar<br />
In <strong>München</strong> agieren IsarFunk und <strong>Taxi</strong> <strong>München</strong> noch eigenständig, ziehen aber bereits<br />
bei wesentlichen gewerbepolitischen und wettbewerbsrechtlichen Punkten meist an<br />
einem Strang.<br />
EXODUS FÜR UBER<br />
IN LONDON?<br />
Im <strong>September</strong> wird es ernst für Uber in London. Dann läuft die Betriebsgenehmigung<br />
ab, die von der dortigen Regulierungsbehörde Transport for London (TfL)<br />
eigentlich schon 2017 nicht verlängert werden sollte. Man war damals seitens<br />
der TfL nicht überzeugt, dass Uber London Limited „ein geeignetes Unternehmen“<br />
ist, um eine Lizenzverlängerung zu erhalten.<br />
Uber versprach damals Besserung und konnte so vor Gericht erreichen, dass<br />
wenigstens eine vorläufige Lizenz für 15 Monate erteilt wurde. Diese läuft nun<br />
aus. Nun wurde bekannt, dass Uber wegen Verstoßes gegen die Lizenzbestimmungen<br />
eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 30.900 Euro auferlegt worden<br />
war. Von Besserung also keine Spur, was Steve McNamara vom Londoner <strong>Taxi</strong>verband<br />
auch nicht wundert. „Damals versprach Uber, sich korrekt zu verhalten.<br />
Aber was sagen sie diesmal? Wir werden uns jetzt wirklich, wirklich, wirklich<br />
richtig verhalten?“<br />
Die UTAG, bestehend aus Fahrern und anderen Vertretern aus der ganzen<br />
Branche, hat angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn Uber eine neue<br />
Lizenz erhalten würde: „Uber hatte nie die Absicht, das Gesetz einzuhalten, und<br />
ihre Tätigkeiten sind nicht im Einklang mit dem Gesetz.“ wf<br />
In <strong>München</strong> ist eine 2017 eingereichte Verbotsklage gegen die Uber-App übrigens<br />
immer noch in der Verzögerungsschleife des Münchner Landgerichts.<br />
FOTOS: privat, WBT<br />
22 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
VERANSTALTUNGEN<br />
WICHTIGE THEMEN –<br />
HOCHRANGIGE TEILNEHMER<br />
Unter dem Namen »<strong>Taxi</strong> Driving Innovation« plant der Bundesverband <strong>Taxi</strong> und<br />
Mietwagen e. V. einen »Austausch innerhalb der <strong>Taxi</strong>- und Mietwagenbranche und<br />
darüber hinaus«. Das Programm verspricht eine prominente Besetzung.<br />
Academie Lounge Berlin, Köthener Str 44, 10963 Berlin<br />
FOTOS: goethe@foto-goethe.com / Thomas Goethe<br />
Die richtig gute Nachricht gleich mal<br />
vorweg: Die Teilnahme an diesem<br />
Kongress ist kostenlos, die Plätze<br />
sind allerdings begrenzt. Deswegen empfiehlt<br />
der Bundesverband, sich rasch anzumelden<br />
(www.bzp.org). Denn das, was da<br />
am 26. <strong>September</strong> <strong>2019</strong> von 9 bis 15 Uhr<br />
in der Berliner Academie Lounge am Potsdamer<br />
Platz angeboten wird, verspricht<br />
einen sehr spannenden und informativen<br />
Tag und sollte eigentlich ein Pflichttermin<br />
für jeden <strong>Taxi</strong>unternehmer sein, der sich<br />
für mehr als nur den nächsten Fahrgast<br />
bzw. die nächste Inspektion interessiert.<br />
„Die Welt der Mobilität ist im Wandel.<br />
Die <strong>Taxi</strong>- und Mietwagenbranche ist mittendrin“,<br />
erläutert Verbandspräsident<br />
Michael Müller im Vorwort des offiziellen<br />
Kongressprogramms. Man stelle sich der<br />
Aufgabe, den Wandel der Mobilität zu<br />
gestalten, und arbeite täglich daran, dass<br />
es ein Wandel zum Besseren wird. „Als<br />
Branche verteidigen wir, was schützenswert<br />
erscheint, und wir kämpfen für das,<br />
was erstrebenswert ist“, stellt Müller klar.<br />
Beim „<strong>Taxi</strong> Driving Innovation“-Kongress<br />
soll zu vier Themen mit prominenten und<br />
wichtigen Gästen aus Politik, Wirtschaft<br />
und Verwaltung aufgezeigt werden, „was<br />
geht, was gehen könnte und wo es hakt“.<br />
Den Kongress starten wird Christian<br />
Meyer von der Telekom mit dem Vortrag<br />
„Innovation braucht Mut und starke Partner“.<br />
Bei der anschließenden Diskussion<br />
zum Thema „Digitale Chancen, neue<br />
Geschäftsmodelle durch Innovation“ sitzen<br />
die Vorstände und Geschäftsführer dreier<br />
wichtiger Mobilitätsgestalter auf der Bühne:<br />
Verbands-Vizepräsident Hermann Waldner<br />
in seiner Funktion als Geschäftsführer von<br />
taxi.eu, Dr. Tom Kirschbaum von door2door<br />
und Alexander Sixt von der Sixt SE.<br />
MÜNCHNER AUF DEM PODIUM<br />
In einem Spannungsfeld urbaner Mobilität<br />
zwischen Gemeinwohl und Börse werden<br />
Metropolen zur Spielwiese immer neuer<br />
Mobilitätsangebote. Was davon Zukunft<br />
hat, weil es Probleme löst, und was im<br />
Gegensatz dazu neue Probleme schafft,<br />
wird im zweiten Themenpanel des Forums<br />
diskutiert. Hier wird auch <strong>München</strong> in Person<br />
von Gregor Beiner vom <strong>Taxi</strong>betrieb<br />
MTZ vertreten sein. Er berichtet einleitend<br />
über seine E-<strong>Taxi</strong>-Flotte. Dr. Sigrid Nikutta,<br />
Vorstandsvorsitzende der BVG, wird sich<br />
„drei Fragen“ stellen. Beide nehmen auch<br />
an der anschließenden Diskussionsrunde<br />
teil, die von Michael Müller-Görnert, dem<br />
Verkehrspolitischen Sprecher des ökologischen<br />
Verkehrsclubs Deutschland VCD,<br />
und von Rechtsanwalt Herwig Kollar aus<br />
dem Vorstand des Bundesverbands <strong>Taxi</strong><br />
komplettiert wird.<br />
Nach der Mittagspause begibt man sich<br />
dann thematisch in den ländlichen Bereich:<br />
Heike Kopp, Amtsleiterin des Nahverkehrsamts<br />
im württembergischen Rottweil, wird<br />
von einem Positiv-Beispiel aus ihrer Region<br />
berichten („Eine gute Ergänzung – wenn<br />
das <strong>Taxi</strong> Linie fährt“) und anschließend mit<br />
Michael Ehret vom <strong>Taxi</strong>verband Württemberg<br />
und mit Markus Pellmann-Janssen,<br />
Head of Sales bei Ioki, diskutieren.<br />
Zum Abschluss des Forums wird Verbandspräsident<br />
Michael Müller mit Politikern<br />
des Deutschen Bundestags die Frage<br />
klären, ob die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes<br />
PBefG ein neuer<br />
Aufbruch werden kann. „Diskutieren werden<br />
die Politiker Michael Donth (CDU), Stefan<br />
Gelbhaar (Die Grünen), Daniela<br />
Kluckert (FDP), Kirsten Lühmann (SPD)<br />
und Andreas Wagner (Die Linke). Sie fungieren<br />
in ihren Parteien als ausgewiesene<br />
Fachleute im Themenfeld der Personenbeförderung.<br />
jh<br />
LIVE BEI FACEBOOK<br />
Wer die Veranstaltung nicht vor Ort<br />
verfolgen kann, kann Teile davon<br />
live auf dem <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> Facebook-<br />
Kanal mitverfolgen. Geplant sind<br />
die Übertragungen der jeweiligen<br />
Podiumsdiskussionen.<br />
TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
23
VERSPRECHEN –<br />
GEBROCHEN<br />
Die <strong>Taxi</strong>kollegen am Münchner Flughafen lassen<br />
in ihrem Kampf gegen unlautere Uber-Partner<br />
nicht locker. Ihre Beschwerden richten sie<br />
mittlerweile direkt an die Landräte. Die<br />
reagierten prompt – mit leeren Versprechungen.<br />
Initiator war mal wieder der <strong>Taxi</strong>fahrer<br />
Günni. Er empfahl den Kollegen, Fotos<br />
mit Beweismaterial unmittelbar an die<br />
Adresse der obersten Verantwortlichen der<br />
betroffenen Landkreise Erding, Freising,<br />
Landsberg und <strong>München</strong> zu schicken. Da<br />
viele Kollegen der Aufforderung folgten,<br />
bekamen die Landräte Martin Bayerstorfer<br />
(Erding), Josef Hauner (Freising), Thomas<br />
Eichinger (Landsberg a. Lech) und Christoph<br />
Göbel (<strong>München</strong>) während der letzten<br />
Wochen zahlreiche E-Mails mit immer<br />
themengleichen Inhalten.<br />
Die Kollegen weisen anhand mitgeschickter<br />
Fotos auf illegale Verhaltensweisen<br />
zahlreicher Mietwagenunternehmen<br />
hin, die nachweislich die Rückkehrpflicht<br />
umgehen, indem sie sich nicht am Betriebssitz,<br />
sondern auf dem Flughafengelände für<br />
den nächsten (Uber-)Auftrag bereithalten.<br />
„Die Münchner, Freisinger und Erdinger<br />
<strong>Taxi</strong>fahrer möchten Sie als Landrat darauf<br />
aufmerksam machen, dass die Ihnen unterstellten<br />
Genehmigungsbehörden einen<br />
rechtsfreien Raum in Ihrem zuständigen<br />
Landkreis schaffen“, schreiben die wütenden<br />
Kollegen. „Wir vermissen dringend die<br />
nötige Sorgfaltspflicht bei der Kontrolle der<br />
Mietwagenunternehmer, die in Ihrem Landkreis<br />
ansässig sind und tagtäglich 100-fach<br />
gegen das bestehende PBefG verstoßen.<br />
PERSONALMANGEL<br />
Von unserer Seite aus wurden die zuständigen<br />
Damen und Herren bereits mehrmals<br />
per Schreiben auf diese Missstände hingewiesen,<br />
dass sie doch der Kontrollpflicht<br />
nachkommen sollten. Die Antwort lautete<br />
stets, dass aufgrund des Personalmangels<br />
dies jedoch nicht in ausreichendem Umfang<br />
möglich sei, was jedoch nicht annehmbar<br />
ist. Neuanmeldungen von Mietwagenkonzessionen<br />
werden genehmigt, jedoch ist in<br />
diesem Zuge auch sicherzustellen, dass die<br />
Einhaltung der geltenden Gesetze zu kontrollieren<br />
ist.“<br />
Abschließend werden die Landräte<br />
als „oberste Dienstherren und Weisungsbefugte“<br />
aufgefordert, „den zuständigen<br />
Abteilungen Anweisungen diesbezüglich<br />
zu geben, um Recht und Ordnung und die<br />
Abschaffung des rechtsfreien Raumes in<br />
Ihrem Landkreis wiederherzustellen“.<br />
Nun, den Vorwurf, einen rechtsfreien<br />
Raum zu schaffen, hört kein demokratisch<br />
gewählter Landrat gerne. Aus Erding und<br />
Landsberg kamen daher zumindest Antworten,<br />
wenn auch nicht von den Landräten<br />
persönlich (mag man sich mit dem Fußvolk<br />
nicht persönlich abgeben?), sondern<br />
in dessen Auftrag aus der Verkehrsabteilung.<br />
„Die von Ihnen übermittelten Fotos<br />
betreffen fast ausnahmslos ein Mietwagenunternehmen,<br />
das seinen Betriebssitz im<br />
Landkreis Landsberg hat“, schreibt Christof<br />
Weh vom LRA Landsberg. Und weiter:<br />
„Leider reichen die Fotos nicht aus,<br />
um ,gerichtsfest‘ einen Verstoß gegen die<br />
Rückkehrpflicht nach § 49 PBefG nachweisen<br />
zu können. Ich habe die gesamte Problematik<br />
bereits in einem ausführlichen<br />
Gespräch mit Ihrem Vorsitzenden Herrn<br />
Bachmann erörtert. Sie können aber davon<br />
ausgehen, dass wir in dieser Sache nicht<br />
untätig sind. Aktuell sind mehrere Verfahren<br />
gegen das betroffene Mietwagenunternehmen<br />
anhängig.“<br />
Etwas konkreter fiel die Antwort aus<br />
dem Landratsamt Erding aus. Hier ließ der<br />
scheinbar mit E-Mails überfrachtete Landrat<br />
Bayerstorfer über dessen Sachbearbeiterin<br />
Claudia Grätz mitteilen, dass man<br />
sich für die vielen Mitteilungen und Fotos<br />
bedanke, aber darum bitte, dass Hinweise<br />
in Zukunft an die Straßenverkehrsbehörde<br />
(E-Mail: verkehrswesen@lra-ed.de) zu<br />
richten seien.<br />
ES WIRD „ERNST“ GENOMMEN<br />
Anschließend führt Frau Grätz, die wie<br />
ihr Landsberger Kollege Weh ebenfalls<br />
im Fachbereich Verkehrswesen agiert, die<br />
Punkte auf, die bei einer Meldung eines<br />
Verstoßes zwingend anzugeben seien:<br />
Ort, Datum/Uhrzeit, amtliches Kennzeichen,<br />
Anschrift des Beschwerdeführers,<br />
Erläuterung des Vorwurfs und ggf. einen<br />
Zeugen (z. B. Fahrgast). Frau Grätz sagt<br />
zu, dass man das Problem im Landratsamt<br />
sehr ernst nehme und Verstöße gegen die<br />
Rückkehrpflicht konsequent verfolge. „Ich<br />
hoffe, dass Ihnen nicht entgangen ist, dass<br />
insbesondere in Zusammenarbeit mit den<br />
Landratsämtern Freising und <strong>München</strong><br />
sowie dem Kreisverwaltungsreferat <strong>München</strong><br />
bereits mehrere Kontrollen am Flughafen<br />
<strong>München</strong> durchgeführt wurden.<br />
Weitere Kontrolltermine sind bereits terminiert“,<br />
verspricht Frau Grätz, was sie<br />
persönlich am Rande der <strong>Taxi</strong>veranstaltung<br />
zum E-<strong>Taxi</strong>-Projekt auch bestätigte.<br />
Diese Veranstaltung war am 25. Juli, das<br />
Schreiben erging am 1. August. Von einer<br />
FOTO: Adobe Stock / Robert Kneschke<br />
24 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
KONTROLLEN<br />
Wer nichts unternimmt,<br />
erweist sich<br />
in puncto Kontrollen<br />
als zahmer Löwe.<br />
Kontrolle war bis einschließlich Mitte <strong>September</strong><br />
nichts zu sehen. Versprechen gebrochen?<br />
Frau Grätz bittet um Verständnis,<br />
dass derartige Kontrollen im Hinblick auf<br />
das tägliche Arbeitsaufkommen nicht stetig<br />
durchgeführt werden können. Dieses Verständnis<br />
wollen die <strong>Taxi</strong>kollegen allerdings<br />
nicht aufbringen, denn seit dem Schreiben<br />
(1.8.) sind abermals sechs untätige Wochen<br />
vergangen. Wer ein Problem wie versprochen<br />
wirklich ernst nimmt, muss schneller<br />
handeln. Diesen Vorwurf müssen sich Frau<br />
Grätz ebenso gefallen lassen wie ihr Vorgesetzter<br />
Joel Hollaender als Leiter der Verkehrsbehörde,<br />
der dort den mittlerweile im<br />
Ruhestand befindlichen Herrn Neudecker<br />
ersetzt und scheinbar dessen erschreckende<br />
Untätigkeit in dieser Sache eins zu eins<br />
übernommen hat.<br />
FRAGEN OHNE ANTWORTEN<br />
In der letzten Ausgabe der <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong><br />
<strong>München</strong> haben wir vom „Hamburger<br />
Mietwagenmodell“ berichtet. Die<br />
dortige Aufsichtsbehörde definiert<br />
bereits bei der Anmeldung mehrerer<br />
Mietwagenkonzession klare Vorgaben,<br />
unter anderem den Nachweis entsprechender<br />
Stellplätze am Betriebssitz, das<br />
Vorhandensein entsprechender Pausen-<br />
und Sozialräume, die Vorlage einer<br />
Ertrags- und Kostenvorschau sowie den<br />
verpflichtenden Einbau eines unmanipulierbaren<br />
Wegstreckenzählers.<br />
Da alleine solche Vorgaben in Verbindung<br />
mit einer Überprüfung vor Ort<br />
den gröbsten Wildwest speziell der<br />
Uber-Partner eindämmen würden,<br />
wollte <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> unter anderem auch<br />
vom Landratsamt (LRA) Erding wissen,<br />
ob man ähnliche Bedingungen an die<br />
Vergabe von Mietwagenkonzessionen<br />
CHEFSACHE FÜR DEN LANDRAT stellt bzw. wo Abweichungen liegen<br />
Wahrscheinlich werden Günni und seine und begründet sind. Dezidiert wurden<br />
Kollegen bald doch wieder direkt an den sechs Fragen formuliert und es wurde<br />
Landrat Martin Bayerstorfer schreiben. um deren Beantwortung gebeten.<br />
Und der täte dann gut daran, die Sache Das LRA Erding beantwortete diese<br />
zu seinem ganz persönlichen Anliegen zu Frage lediglich dadurch, indem unserer<br />
machen. <br />
jh<br />
Euro-<strong>Taxi</strong>-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1<br />
Redaktion<br />
ein Schreiben<br />
zugeschickt<br />
wurde, auf<br />
dem Mietwagenunternehmer<br />
im Landkreis<br />
Erding über die wichtigsten<br />
Punkte des genehmigungspflichtigen<br />
Mietwagengewerbes<br />
gemäß § 49<br />
Abs. 4 PBefG informiert werden.<br />
Das Schreiben enthält allerdings<br />
keinerlei Hinweise auf Parkplätze,<br />
Sozialräume oder Einbau eines<br />
Wegstreckenzählers. Von daher hat<br />
die Behörde unsere konkrete Anfrage<br />
nach diesen Vorgaben nicht beantwortet.<br />
??<br />
Fazit: Die Behörde vernachlässigt<br />
nicht nur ihre Aufsichtspflicht innerhalb<br />
der gewerblichen Personenbeförderung,<br />
sondern geht auch mit der<br />
gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflicht<br />
gegenüber den Medien<br />
sehr ungenügend um. Auch dafür<br />
?<br />
muss sich letztlich Landrat Bayerstorfer<br />
verantworten. <br />
jh<br />
FOTO: Pixabay / DerSilent<br />
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TAXI SEPTEMBER / <strong>2019</strong><br />
25
SATIRE<br />
ENDLICH:<br />
KEIN STOPP<br />
MEHR BEI ROT<br />
FOTO: Adobe Stock / Destina<br />
Scheuer beschließt: An roten Ampeln muss nicht mehr<br />
angehalten werden. Damit hat der Verband der Lobbyisten<br />
ein lange und hartnäckig verfolgtes Ziel erreicht.<br />
Beim Verband der Lobbyisten<br />
(VdLob) knallen aktuell die Korken.<br />
Sie hatten schon lange dafür plädiert,<br />
mit der Zeit zu gehen und rote Ampeln<br />
keinerlei Regelungen mehr zu unterwerfen.<br />
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen,<br />
waren sie selbst mit gutem Beispiel<br />
vorangegangen und hatten seit Jahren jede<br />
rote Ampel konsequent überfahren. Dies sei<br />
nötig gewesen, um alle Termine einhalten<br />
zu können, rechtfertigten sich die Regelbrecher,<br />
wenn sie von erbosten gesetzestreuen<br />
Autofahrern oder gefährdeten Fußgängern<br />
zur Rede gestellt wurden.<br />
Bei wichtigen Terminen mit hochrangigen<br />
Politikern hatten die Lobbyisten jedoch<br />
bewusst an roten Ampeln angehalten und<br />
waren dadurch um bis zu zehn Minuten zu<br />
spät erschienen – eine Zeit, die jeder Politiker<br />
sinnlos wartend absitzen musste. Dies<br />
zeigte die erwünschte Wirkung. Der amtierende<br />
Verkehrsminister Scheuer erkannte<br />
den immensen Zeitverlust, den rote Ampeln<br />
mit sich bringen, und setzte schnurstracks<br />
eine Gesetzesvorlage für eine notwendige<br />
Änderung innerhalb der Straßenverkehrsordnung<br />
durch.<br />
ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE<br />
Neben dem offiziellen Argument des Zeitgewinns<br />
schlage man laut Insidern mit der<br />
Liberalisierung (freie Fahrt für freie Bürger)<br />
gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.<br />
Zum einen fehlte es den Kommunen bisher<br />
schlicht am notwendigen Personal, um die<br />
ständig wachsende Zahl an Rotlicht ignorierenden<br />
Lobbyisten zu erwischen und zu<br />
bestrafen. Zum anderen konnte man deren<br />
Fahrzeuge nicht von denen unbescholtener<br />
Bürger unterscheiden.<br />
Mit der rückwirkend zum 1. Januar<br />
2014 in Kraft tretenden Neuregelung (was<br />
auch eine gleichzeitige Einstellung aller<br />
bisherigen Rotlicht-Bußgeldverfahren<br />
bedeutet) findet ein jahrelanger Rechtsstreit<br />
ein Ende und bringt nervige Proteste<br />
vereinzelter Interessengruppen hoffentlich<br />
zum Verstummen. Die Fachvereinigungen<br />
des Krankenwagen- und Rettungsdienstverbandes<br />
hatten beispielsweise vor einer<br />
Existenzbedrohung ihrer Sparte gewarnt,<br />
weil sie bei Notfällen nun trotz Blaulicht<br />
und Sirene nicht mehr schnell am Einsatzort<br />
eintreffen würden. Sie müssten künftig<br />
selbst an grünen Ampeln den Querverkehr<br />
abwarten.<br />
Der VdLob hatte dafür kein Verständnis.<br />
Blaulicht und Sirene seien Relikte aus dem<br />
vergangenen Jahrhundert, konnte man den<br />
Politikern in den zahlreichen Gesprächen<br />
klarmachen. In Zeiten der Digitalisierung sei<br />
es kein Problem, sämtliche Fußgänger und<br />
andere Verkehrsteilnehmer per Smartphone<br />
davor zu warnen, bestimmte Kreuzungen zu<br />
betreten oder zu überfahren, wenn dort zeitgleich<br />
ein Lobbyist bei Rot fährt.<br />
Und sollte es doch einmal zu einer Kollision<br />
mit Personenschaden kommen, organisiere<br />
die Lobby Holding mit der eigens<br />
geschaffenen „LobbyHELP“ eine schnelle<br />
Erstversorgung der Verletzten. Selbst für<br />
den unwahrscheinlichen Fall, dass an einer<br />
Kreuzung vier großräumige Pooling-Fahrzeuge<br />
(BerlKönig, Moia, Clever Shuttle und<br />
Free Now) aus unterschiedlichen Richtungen<br />
ineinanderkrachen, habe man vorgesorgt:<br />
Dann organisiert „LobbyFLY“ einen<br />
zügigen Abtransport der 35 Verletzten in<br />
speziell dafür mit Fördermitteln des Bundes<br />
angefertigten Rettungsdrohnen (für<br />
deren Fluggenehmigungen das Bundesverkehrsministerium<br />
bereits die notwendigen<br />
Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht<br />
hat). „Und sollte jede Hilfe zu spät kommen“,<br />
verspricht Kavis Tralanick, CEO der<br />
Lobby Holding, „werde man mit „Lobby-<br />
DIED“ die schnelle und geräuschlose Entsorgung<br />
der Verunfallten abwickeln. hs<br />
IMPRESSUM<br />
Verlag<br />
taxi-times Verlags GmbH,<br />
Frankfurter Ring 193 a<br />
80807 <strong>München</strong>, Deutschland<br />
Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91<br />
Fax: +49 (0)89 / 215 48 30 79<br />
E-Mail: info@taxi-times.taxi<br />
Internet: www.taxi-times.taxi<br />
Geschäftsführung: Jürgen Hartmann<br />
Bankverbindung<br />
Stadtsparkasse <strong>München</strong><br />
BLZ 70150000, Kontonummer 1003173828<br />
IBAN: DE 8970 1500 0010 0317 3828<br />
BIC: SSKMDEMM<br />
UST-ID: DE293535109<br />
Handelsregister: Amtsgericht <strong>München</strong><br />
HRB 209524<br />
Redaktion (tt)<br />
V. i. S. d. P.: Jürgen Hartmann (jh),<br />
Simon Günnewig (sg)<br />
Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />
Wim Faber (wf), Wilfried Hochfeld (wh), Stefan<br />
Köller (sk), Axel Rühle (ar),<br />
Hayrettin Simsek (hs)<br />
Grafik & Produktion<br />
Katja Stellert (Artdirektion),<br />
Martina Jacob<br />
Raufeld Medien GmbH,<br />
Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin<br />
Telefon: +49 (0)30 695 665 936<br />
Anzeigenleitung, Online-Verkauf<br />
und Vertrieb<br />
Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi<br />
Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 92<br />
Fax: +49 (0)89 / 14 83 87 89<br />
Druck<br />
Druckteam, Maik Roller & Andreas Jordan GbR,<br />
Gustav-Holzmann-Str. 6, 10317 Berlin<br />
Erscheinungsweise 6 x pro Jahr<br />
Heftpreis 3,50 €, Jahres-Abo 28 €<br />
(inkl. MwSt. und Versand)<br />
ISSN-Nr.: 2367-3850<br />
Weitere <strong>Taxi</strong>magazine aus dem Verlag:<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> DACH<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> Berlin<br />
Die IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale GmbH & Co KG<br />
und der <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong> e. V. (TVM)<br />
bekommen in <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> <strong>München</strong> eigens<br />
gekennzeichnete Mitteilungsseiten,<br />
für deren Inhalte die beiden Genannten<br />
im Sinne des Presserechtes selbst<br />
verantwortlich sind.<br />
26 SEPTEMBER / <strong>2019</strong> TAXI
FEHLT IHNEN WAS (AUF)?<br />
Uns schon! Wie auch schon in den letzten Ausgaben,<br />
fehlen auch in dieser <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> wichtige Werbekunden.<br />
Verkaufs- und Imageanzeigen von Fahrzeugherstellern<br />
und der Industrie waren bisher immer ein wesentlicher standteil der Finanzierung unserer redaktionellen<br />
Be-<br />
Arbeit.<br />
Trotzdem werden wir als Sprachrohr der <strong>Taxi</strong>branche<br />
unsere Berichterstattung auf keinen Fall reduzieren. Das<br />
sind wir gerade in der jetzigen Phase allen <strong>Taxi</strong>unter-<br />
nehmern schuldig, aber auch den Politikern und Aufsichtsbehörden,<br />
die ebenfalls zu unseren Lesern gehören.<br />
<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> wird also weiterhin berichten. Online wie per<br />
Print. Für uns ist das selbstverständlich. Für Sie auch?<br />
Dann werden Sie jetzt Abonnent von <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> und<br />
unterstützen Sie unsere Arbeit mit 35.- € pro Jahr, damit<br />
wir wiederum Ihre Arbeit weiterhin begleiten und unterstützen<br />
können.<br />
www.taxi-times.taxi/Heftbestellung<br />
oder per E-Mail:<br />
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EIN MUSS<br />
FÜR ALLE<br />
35,- EURO<br />
6 Ausgaben inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer und inklusive Versandkosten
Lexus ES 300h Hybrid<br />
Benzinmotor mit 131 kW (178 PS) und Elektromotor mit 88 kW (120 PS), Systemgesamtleistung<br />
160 kW (218 PS) , Stufenlose Automatik, Comfort <strong>Taxi</strong>, 5-türig<br />
Ausstattungs-Highlights:<br />
Pre-Collision System, Vinyl-Ledersitze, Reifendruckwarnsystem, Privacy-Glas,<br />
Regensensor, lenkradintegirerte Bedienelemente für Audiosystem, Bluetooth Freisprecheinrichtung,<br />
USB/AUX Anschlüsse mit iPod-Steuerung, Rückfahrkamera, el.<br />
Fensterheber vorn, und hinten, Tempomat, Start-Stop-Knopf, Smart-Key, Klimaautomatik,<br />
Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/60 R 1 6 u.v.m.<br />
Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/komb. 5,0/4,4/4,5 l/100 km.<br />
CO2-Emission kombiniert 103 g/km. Energieeffizienzklasse A+.<br />
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Hauspreis 41.272,70 €<br />
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Finanzierungsrate 2 499<br />
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Anzahlung 8.821.81 €<br />
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Nettodarlehensbetrag 33.430,89 €<br />
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Atilla Döger<br />
Telefon: 089 / 54 71 77 211<br />
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Landsberger Straße 222<br />
80687 <strong>München</strong><br />
Telefon: 089/547 177-95<br />
info.lbs@toyota-dit.de<br />
Frankfurter Ring 166<br />
80807 <strong>München</strong><br />
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info.ffr@toyota-dit.de<br />
Neumarkter Straße 80<br />
81673 <strong>München</strong><br />
Telefon: 089/437370-25<br />
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1) Unverb. Preisempf. des Herstellers/Importeurs. 2) Ein Angebot der Lexus Financial Services (ein Geschäftsbezeichnung der Toyota Kreditbank GmbH) Toyota Allee 5, 50858 Köln, Laufzeit 60 Monate, Laufleistung 40.000km/Jahr, Sollzins geb. p.a. 2,95%, eff.<br />
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