fahrrad.de Magazin Winter 2019

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Mit der neuen Ausgabe unseres fahrrad.de Magazins möchten wir euch daran erinnern, dass wir trotz Kälte, Regen und Schnee schöne Momente auf dem Rad erleben können. Zugegeben, vor uns liegt nicht die beliebteste Jahreszeit, um auf dem Rad unterwegs zu sein, aber mit der richtigen Vorbereitung, Ausrüstung und inneren Einstellung verliert vermeintlich „schlechtes“ Wetter für die meisten sportlichen Ausfahrten bald seinen Schrecken. Etwas anders sieht es vielerorts leider noch für Alltagsradler im Straßenverkehr aus. Schlecht beleuchtete Strecken und große Pfützen erinnern uns daran, dass die Straßen vor allem für Autos geplant wurden. Es gibt noch einiges zu tun für den Radverkehr in unseren Städten. Dass in Zukunft vieles möglich ist, bestätigen uns auch zwei Expertinnen im Heft. Bis dahin sollten wir nicht vergessen, dass Fahrräder und E-Bikes schon jetzt in fast allen Situationen unser Leben angenehmer, freier und schöner machen. Wir wünschen euch viel Spaß auf der Lesetour durch die folgenden Seiten.

HERBST | WINTER 2019

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EDITORIAL

FAHRRAD.DE MAGAZIN

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Liebe Radfans, liebe Leserinnen und Leser,

mit der neuen Ausgabe unseres Magazins möchten wir

euch daran erinnern, dass wir trotz Kälte, Regen und Schnee

schöne Momente auf dem Rad erleben können. Zugegeben,

vor uns liegt nicht die beliebteste Jahreszeit, um auf dem

Rad unterwegs zu sein, aber mit der richtigen Vorbereitung,

Ausrüstung und inneren Einstellung verliert vermeintlich

„schlechtes“ Wetter für die meisten sportlichen Ausfahrten

bald seinen Schrecken.

Etwas anders sieht es vielerorts leider für Alltagsradler im

Straßenverkehr aus. Schlecht beleuchtete Strecken und große

Pfützen erinnern uns daran, dass die Straßen vor allem

für Autos geplant wurden. Wie schön könnte es sein, wären

auch die Radwege von nassem Laub und Schnee geräumt?

Oder müssten Radfahrer, dank verbesserter Ampelschaltungen,

nicht mehr befürchten, vom abbiegenden Verkehr

übersehen zu werden? Es gibt noch einiges zu tun für den

Radverkehr in unseren Städten. Dass in Zukunft vieles möglich

ist, bestätigen uns auch zwei Expertinnen im Heft.

Bis dahin sollten wir nicht vergessen, dass Fahrräder und

E-Bikes schon jetzt in fast allen Situationen unser Leben angenehmer,

freier und schöner machen. Sei es, weil sie helfen,

uns den Weg zur Arbeit zu verkürzen, uns fit zu halten oder

ein bekanntes Reiseziel aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Wir wünschen euch viel Spaß auf der Lesetour durch die

folgenden Seiten und weiterhin eine tolle Zeit im Sattel.

Euer fahrrad.de Team

3


4 fahrrad.de

- DRAUFGEHALTEN -


Aber die Sonne duldet kein Weißes – Das nächste Frühjahr kommt auch nach

diesem Winter gewiss. Und mit ihm die ersten sonnigen Tage im Sattel. Wenn im

Tal schon der Frühling in der Luft liegt und endlich wieder „kurz“ gefahren werden

kann, sorgen Schneereste in der Höhe noch für eine einzigartige Stimmung.

Unser Kollege Stephan nutzte einen der ersten Kaiserwettertage im März für

eine ausgedehnte Rennradtour im Nordschwarzwald, vorbei an den Allerheiligen-

Wasserfällen und hinauf zur Hornisgrinde. Kurze Asphaltunterbrechungen

konnten die Saisonvorfreude nicht ausbremsen.

Fahrer: Ben Suhr

Fotograf: Stephan Geiß

5


Grip auf Granit und für immer verliebt

– „Mensch, wir müssen nach British

Columbia“, waren unser Kollege Bastian

und sein Schulfreund vor zehn Jahren

schon überzeugt. Bilder und Videos

können kaum realistisch wiedergeben, wie

atemberaubend diese Landschaft ist, und

wie teils furchteinflößend die Wege darin.

Vergangenen Herbst haben die beiden die

berühmten Trails zwischen Vancouver und

Whistler selbst in Augenschein genommen,

und schwärmen seitdem. Der Trail „Dirk’s

Diggler“ über Squamish markiert das Ende

ihres zweiten Tages in Kanada und den

Anfang einer Leidenschaft für die langen und

steilen Felsbänder.

Fahrer: Bastian Steinecker

Fotograf: Björn Röhricht

6 fahrrad.de


INHALT

DRAUFGEHALTEN

Radmomente in Bild

4

ELLA & DAS E-BIKE

Cannondales EWS-Pilotin präsentiert das Habit NEO

10

WORAUF WIR ABFAHREN

Philipp und sein VOTEC VXs

15

FAHRSPASS IM SCHNEE

Ist Plus fett genug?

16

RIDE TO WORK

Sieben Gründe fürs Fahrrad

21

UNSER FAHRRAD.DE STORE DÜSSELDORF

Das Beste aus zwei Welten

24

WORAUF WIR ABFAHREN

David und sein FIXIE Inc. Floater

29

RAUS AUS DER SACKGASSE

Mit dem Fahrrad für die Verkehrswende

30

JACKE WIE HOSE?

Radbekleidung richtig waschen

35

QUICK´N DIRTY BIKE WASH

Schnelles Putzen nach der Schlammschlacht

40

GRAVELLORCA

Mit breiten Reifen die Saison verlängern

44

WORAUF WIR ABFAHREN

Julia und ihr Orbea Orca Aero

49

7


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CANNONDALES JUNGE EWS-PILOTIN

PRÄSENTIERT DAS NEUE HABIT NEO

10 fahrrad.de


© Laurence Crossman-Emms

Mountainbikes sind heutzutage in

einer verwirrenden Anzahl an Kategorien

erhältlich. Umso erfrischender

ist es, dass Cannondale ihr Habit

schlicht als „Ein Mountainbike zum

Mountainbiken“ bewirbt. Mit seinen

29"-Laufrädern und 130 mm Federweg

rollt es über alles hinweg, ob

Haustrails oder Alpenüberquerung.

Diese Vielseitigkeit schrie förmlich

danach, durch einen Motor noch weiter

ausgebaut zu werden. Vorhang

auf für das Habit NEO!

Etwas überraschend ist auf den ersten

Blick die Wahl der schottischen

Endurofahrerin Ella Conolly als Star

für den Launch des Habit NEOs. Denn

sie ist nicht nur jung, sondern auch

topfit, also nicht unbedingt die Person,

die dem Klischee nach einen

Motor brauchen würde. Wir haben

bei ihr nachgehorcht, wieso sie sich

trotz Weltcupfitness für E-Bikes begeistern

kann.

11


Beschreib doch mal deine bisherige

Fahrradkarriere.

Als mein kleiner Bruder angefangen

hat, in unserem Heimatort Cross

Country-Rennen zu fahren, habe ich

das auch einfach versucht. Nach und

nach bin ich dann aufgestiegen und

wurde schließlich ins Entwicklungsprogramm

für Cross Country von British

Cycling aufgenommen, wo ich

© Laurence Crossman-Emms

unter anderem auch Weltcuprennen

gefahren bin. Ende 2017 bin ich dann

auf Enduro umgestiegen, weil ich

einfach keinen Spaß mehr an Cross

Country hatte.

Warst du schon mal E-Bikes fahren,

bevor du dein erstes Habit NEO bekommen

hast?

Nein, das war mein erstes Mal auf einem

E-Bike. So ein bisschen gezweifelt

hatte ich schon, für mich waren

E-Bikes immer für faule Fahrer*innen,

die sich nicht damit abmühen wollten,

aus eigener Kraft Berge hochzufahren.

Meine Meinung habe ich definitiv

geändert. Ich verstehe jetzt viel besser,

wofür E-Bikes da sein können.

Was war denn deine erste Reaktion,

als du das Habit NEO gefahren bist?

Ich habe es einfach nicht kapiert – du

hättest mein Grinsen sehen sollen!

Wir waren immer so schnell oben und

bergab habe ich dann vergessen, dass

ich auf einem E-Bike sitze, so gut fährt

es sich. Es ist wirklich faszinierend,

wie es sich bergab anfühlt, aber auch

steiles Terrain bergauf macht plötzlich

tierisch Spaß. Das Rad hat alle

meine Erwartungen übertroffen.

Mit deiner Fitness brauchst du eigentlich

keinen Motor. Wann entscheidest

du dich trotzdem für das

Habit NEO anstelle von deinem

Jekyll?

Gerade bei langen Touren im Gebirge

kommt man mit Motorunterstützung

viel weiter. Wenn ich nur wenig Zeit

habe, aber möglichst viele Runden auf

den Trails drehen will, oder wenn ich

mit Leuten unterwegs bin, die schneller

sind als ich, dann greife ich gerne

auf den Boost zurück, den das Habit

NEO mir bietet.

12 fahrrad.de


ICH HABE ES EINFACH NICHT

KAPIERT – DU HÄTTEST MEIN

GRINSEN SEHEN SOLLEN!

Baust du das Habit NEO in dein Training

ein?

Ja, das Rad ist zum Training extrem

hilfreich. Wenn ich an einem Ruhetag

Trails fahren will, kann ich das

tun, ohne mich zu sehr anzustrengen.

Oder wenn ich mich an einem Tag auf

die Abfahrtstechnik konzentrieren

möchte, aber kein Lift da ist, kann ich

mit dem Habit NEO viel mehr Abfahrten

machen.

Nachdem du jetzt von E-Bikes

überzeugt bist: Was hältst du von

E-Bike-Rennen?

Da bin ich mir noch nicht sicher. Ich

sehe viele andere Einsatzmöglichkeiten

für E-Bikes, aber kann mir gerade

nicht vorstellen, damit ein Rennen zu

fahren. Aber grundsätzlich ist es super,

wenn mehr Leute Rad fahren und

Lust bekommen, an Rennen teilzunehmen.

Also warten wir einfach mal

ab, wie sich das alles entwickelt.

13


Ein leichter Rahmen mit effizienter

Federung und sorgfältige Komponentenauswahl

sind bei einem E-Bike

allerdings nur die halbe Miete. Die andere

Hälfte kommt vom Antrieb. Zum

Einsatz kommt hier der stark verbesserte

2020er Bosch Performance CX

Motor. Der ist im Vergleich zu älteren

Modellen um die Hälfte kleiner und

ermöglicht dadurch ganz neue Freiheiten

im Rahmendesign. Cannondale

konnte den Antrieb so besonders tief

und recht weit vorne im Rahmen anbringen,

um den Schwerpunkt optimal

zu setzen.

DAS CANNONDALE HABIT NEO

Weil das Habit als Spaßrakete bereits

erprobt war, gab es keine Veranlassung,

das Rad neu zu erfinden.

An den Eckdaten wurde also nur minimal

geschraubt.

Das Habit NEO baut auf einem

Hauptrahmen aus BallisTec Carbon

auf. Wer daran zweifelt, ob Carbon

das richtig Material für Mountainbikes

ist: Cannondale gewährt eine lebenslange

Garantie auf den Rahmen. Wie

gehabt bietet der Rahmen hinten 130

Millimeter Federweg, die durch 140

Millimeter Federweg an der Gabel ergänzt

werden. Cannondale setzt auch

beim Habit NEO auf ihr „Proportional

Response“-Konzept, durch das die

Federung auch für sehr kleine/leichte

bzw. große/schwere Fahrer*innen

optimal funktioniert.

Dank der Verkleinerung und der großzügigen

Verwendung von Magnesium

speckt allein der Antrieb satte 1,3 Kilogramm

ab. Trotzdem wurde die Leistung

noch einmal gesteigert, sodass

man nun auf 340% maximale Unterstützung

zählen kann. Dank einer

neuen Steuerung wird diese Power

deutlich sanfter an- und abgeregelt.

Auch in schwierigen Kletterpassagen

bleibt die Bodenhaftung so jederzeit

gewährleistet.

Wir hatten bereits Gelegenheit,

uns von den angepriesenen Trailbike-Genen

des Habit NEOs mit neuem

Bosch-Antrieb zu überzeugen.

Die Integration der fein dosierbaren,

aber kraftvollen neuen Bosch-Einheit

macht aus dem elektrischen Habit

einen unglaublich vielseitigen Begleiter

mit ausgewogenem Handling und

Fahrspaß-Garantie auf (fast) allen

Wegen. Cannondale schafft auch bei

der E-Version ihres Habits den Spagat

aus Spritzigkeit und satter Fahrstabilität.

14 fahrrad.de


VOTEC VXs ELITE

29“ Trail-Fully

PHILIPP

VOTEC VXS

WORAUF Wir ABFAHREN

Wer bist du und was machst du bei

fahrrad.de?

Ich bin Philipp, seit vier Jahren bei

fahrrad.de und koordiniere die

Marketingzusammenarbeit mit den

Herstellern. Wenn eine Marke beispielsweise

etwas Neues in der Pipeline

hat, dann gehöre ich zu den Ersten,

die davon erfahren. Ich sorge

dafür, dass wir bei fahrrad.de

den Hersteller und seine Neuheiten

angemessen berücksichtigen.

Außerhalb des Büros schlägt mein

Herz für die höheren Berge und längeren

Anstiege. Da fahre ich immernoch

gern nur aus eigener Kraft rauf.

Ich habe in Innsbruck studiert und im

Biken meine Ausdauersportart gefunden.

Gelegentlich fahre ich Marathon-Rennen,

aber ich brauche weniger

den Wettbewerb als die sportliche

Betätigung für mich selbst.

Welches Bike fährst du und warum?

Ich bin seit einer Weile auf einem

VOTEC VXs unterwegs. Jahrelang habe

ich aufs klassische Race-Hardtail (natürlich

26 Zoll) geschworen. Irgendwann

wollte ich wissen, was dran ist

an 29 Zoll und Vollfederung. Beide

Aspekte haben mich voll überzeugt.

Die Vorteile von 29ern sind hinlänglich

bekannt. Ein Fully mit 120 mm bietet

für mich noch eine gewisse Sportlichkeit.

Gleichzeitig erweitert es die Abfahrtstauglichkeit

enorm und ist über

lange Distanzen weniger ermüdend.

Ich habe abweichend von der Serie

noch etwas schmalere Tubeless-Reifen

montiert. Die findet man sonst

wohl eher an Race-Fullys. Dadurch

wurden Rollwiderstand und Gewicht

spürbar reduziert. Außerdem wurden

noch alle Kontaktpunkte auf meine

Bedürfnisse hin optimiert: ESI-Griffe,

leichter und trotzdem bequemer

SQlab-Sattel und ein negativ montierter

Newmen-Vorbau, der für mehr

Druck auf dem Vorderrad sorgt.

15


IST PLUS

FETT GENUG?

FAHRSPASS IM SCHNEE

16 fahrrad.de


Sobald der erste Schnee in der Luft

liegt beginnt sich die Mountainbike-Gemeinde

zu spalten. Durchfahren

im Schnee oder doch auf Ski

und Board umsatteln? Wer sich nicht

ums Wetter kümmert und seiner

Mountainbike-Sucht auch im Winter

nachgeht, stellt sich jetzt vielleicht

die Frage: „Brauche ich ein spezielles

Bike für den Schnee?“

Grundsätzlich könnte man sich für

ein Fatbike mit bis zu fünf Zoll breiten

Reifen entscheiden. Warum sollte

man auch Kompromisse eingehen? Ist

aber der Schnee erst geschmolzen,

wird man schnell feststellen, dass

Fatbikes eben doch echte Spezialisten

für Schnee und sandige Pisten bleiben.

Über normale Trails im Frühjahr,

Sommer und Herbst will sich der gewohnte

Flow mit den dicken Walzen

nicht recht einstellen.

© Stephan Peters

Unsere These: Genau diese Nische

könnte ein Plus-Bike mit schmaleren

Reifen als eine Fatbike, aber breiteren

als ein herkömmliches Mountainbike,

bedienen. Sind die 2.8 bis 3.0 Zoll

genug, um im Schnee aufzutrumpfen?

Wir haben eins dieser Räder mehrere

Tage lang im Schnee unter die Lupe

genommen und überprüft, ob man

auch mit weniger Gummi Spaß im

Schnee haben kann.

17


WAS IST

EIGENTLICH B+?

B+-Räder sind Mountainbikes, die darauf

ausgelegt sind, deutlich breitere

Felgen und Reifen aufnehmen zu können.

Wir sprechen meist von einer bis

zu 50 Millimeter breiten 27,5-Zoll-Felge

in Kombination mit einem mindestens

2,8 Zoll breiten Reifen. Diese

Kombination ergibt etwa den gleichen

Außendurchmesser wie herkömmliche

29-Zoll-Räder. Sie rollt etwas

besser über Hindernisse, liefert sehr

viel Grip und spürbar mehr Komfort.

Die Zwischengröße hat besonders

dem Hardtail-Segment frisches Leben

eingehaucht, leistet aber auch an vielen

E-MTBs sehr gute Dienste.

© Stephan Peters

SCHNEESPASS IM

SAUERLAND

Unser Testbike steht auf 2,8 Zoll breiten

„Crown Gem“-Reifen von Vee Tire

- deutlich breiter als ein herkömmlicher

Mountainbike-Reifen, wie wir ihn

an einem solchen Hardtail erwarten

würden. Um ausreichend Schnee für

unseren Test vorzufinden, sind wir ins

Sauerland gefahren und haben dort

die Trails unsicher gemacht. Auf einer

Tour über verschneite Wege haben wir

– warm angezogen – nach einer Weile

tatsächlich den Winter um uns herum

vergessen. Egal ob bergauf oder bergab:

Der breite Reifen brachte auch

auf Schnee und Eis jede Menge Traktion,

ohne dass wir dabei das Gefühl

hatten, übermäßig viel Energie aufwenden

zu müssen.

Um nicht schon zu Beginn Gefahr zu

laufen, im tiefen Schnee stecken zu

bleiben, haben wir uns als Nächstes

18

fahrrad.de


gebaute Trails mit jeder Menge Anliegern

und kleinen Sprüngen vorgenommen.

Hier war der Schnee nur

einige Zentimeter hoch und der Boden

darunter gefroren. Schon nach wenigen

Metern wurde klar, dass dies

ideale Bedingungen für unsere Reifen

waren. Grip ohne Ende, ordentlich

Traktion und das Rad ließ sich fahren,

als wäre der Untergrund sommerlich

trocken.

Als Nächstes ging es an komplett

verschneite Naturtrails. Bevor es

hier bergab gehen sollte, mussten

erst mal einige Höhenmeter bergauf

erklommen werden. Im Schneckentempo

versuchten wir uns einen Weg

durch tiefen, losen Schnee zu bahnen.

Mit mäßigem Erfolg: Selbst mit deutlich

gesenktem Luftdruck hatte der

2,8 Zoll breite Reifen hier nicht genug

Auflagefläche. Teilweise mussten wir

schieben. Zu tief ist eben zu tief! Oben

angekommen offenbarte sich uns

ein offener Trail mit ordentlich Gefälle

und tiefem Schnee. Mit Schwung

setzten wir uns in Bewegung und hatten

bereits nach wenigen Sekunden

ein breites Grinsen im Gesicht – geil!

Hatten wir bergauf noch geflucht, so

wurden wir jetzt mit Fahrspaß vom

Allerfeinsten belohnt.

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FAZIT

Ein B+-Bike ist leider nur bedingt dafür

geeignet, durch Tiefschnee zu

fahren oder eine arktische Expedition

zu unternehmen. Auf festem

Schnee, gebauten Trails und befahrenen

Naturtrails mit mittelmäßig tiefer

Schneedecke hingegen entfaltet

es seine Fähigkeiten und bietet eine

optimale Möglichkeit, auch im Winter

echten Trailspaß zu genießen. Im Ge-

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19


gensatz zum Fatbike kannst du mit dem B+-Bike aber auch

den Rest des Jahres mit demselben Set-up viel Spaß haben.

Kurzum: Wer in seinem Keller in Zukunft nur ein Bike für

das ganze Jahr stehen haben möchte, dem können wir nur

empfehlen, in ein B+-Bike zu investieren. Soll die nächste

Tour in die Antarktis gehen, ist das Fatbike mit vier oder fünf

Zoll breiten Reifen aber doch die bessere Wahl!

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RIDE TO WORK

Ausreden gibt es keine!

Nervige Staus, verspätete Bahnen, vollgestopfte Busse – wer mit Auto oder Öffis ins

Büro gondelt, riskiert schon vor Arbeitsbeginn schlechte Laune. Und dann wartet ja

noch der Weg nach Hause. Kommt dir bekannt vor? Dann wird’s höchste Zeit, mal

wieder mit dem Bike zur Arbeit zu fahren! Die kalte Jahreshälfte können wir kaum

als Ausrede gelten lassen. Warum? Hier unsere sieben ultimativen Gründe.

21


1) Raus aus der

Komfortzone

Klar ist es am schönsten zu Hause, die

Heizung auf fünf und die Kuchengabel

im Mund. Aber so richtig würdigen

kann man das doch erst, wenn man es

sich verdient hat. Eine Fahrt bei Nieselregen

und Temperaturen knapp über

der Gefriergrenze erinnert einen mal

wieder daran, dass man lebt. Es gibt

kaum etwas Schöneres, als nach einer

knackig kalten Fahrt glücklich und

zufrieden nach Hause zu kommen und

unter die warme Dusche zu springen.

2) Mehr

Schlemmen

Auch wenn man den ganzen Tag nur

sitzt – Hunger bekommt man irgendwann

trotzdem. Mit gutem Gewissen

zu schlemmen, ist dann allerdings

schwierig. Bist du hingegen früh schon

ins Schwitzen gekommen, hast du deinen

Stoffwechsel in Schwung gebracht

und kannst dir ordentlich was gönnen.

Für die Strecke nach Hause brauchst

du schließlich auch noch Energie. Die

Plätzchenzeit kann kommen!

3) Mehr Zeit am

Abend

Nutze die tägliche Fahrt gezielt als

Trainingseinheit. Fahr morgens absichtlich

zu spät los und gib dann ordentlich

Gas! Oder du nimmst auf dem

Weg nach Hause den Umweg über

das Naturschutzgebiet mit dem kleinen

Berg? In jedem Fall hast du nach

deiner Heimkehr dein Sportpensum

schon erfüllt und kannst dich anderen

schönen Dingen widmen – fahrrad.

de/Brügelmann/Bikester Magazin lesen

zum Beispiel.

4) Neue Wege

gehen

Den Weg zur Arbeit kennt jeder von

uns in- und auswendig. Wirklich? Radelnd

kann man völlig neue Seiten

seiner Nachbarschaft entdecken. Planungssoftware

wie Komoot kann zum

Beispiel helfen, unentdeckte Ecken

auszukundschaften und versteckte

Highlights aufzuspüren.

22 fahrrad.de


6) Geld sparen

Radfahren spart Geld. Und zwar jede

Menge! Die Kohle für Benzinkosten,

Versicherung, Reparaturen oder teure

Monatskarten kannst du mit gutem

Gewissen für etwas anderes auf den

Kopf hauen – ein neues Lieblings-Bike

zum Beispiel?

5) Gesund &

glücklich

Fahrradfahren macht Erkältungen

das Leben schwer, denn es fördert

das Herz-Kreislauf-System und stärkt

die Abwehrkräfte. Außerdem ist es

gelenkschonend und gut für den Rücken

– perfekt für alle, die den lieben

langen Tag auf ihrem Hintern sitzen

müssen. Glückshormone werden übrigens

auch noch freigesetzt. Was will

man mehr? Geistige Fitness vielleicht,

denn die fördert das Radeln ebenfalls.

Dein Bike macht dich also nicht nur

gesund und glücklich, sondern auch

produktiver, stressresistenter und

leistungsfähiger – dein*e Chef*in wird

sich freuen!

7) Umwelt

schonen

Autofahren ist schlecht für die Umwelt

– das ist kein Geheimnis. Radfahren

bietet die perfekte Chance,

nachhaltig unterwegs zu sein und

keine stinkigen Abgase in die Luft zu

pusten. Als Radfahrer*innen lieben

wir die Natur. So können wir auch

einen kleinen Beitrag dazu leisten,

dass sie uns erhalten bleibt. Also immer

schön sauber bleiben!

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23


© Martin Donat

UNSER FAHRRAD.DE

STORE DÜSSELDORF

DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN

Düsseldorf, die Stadt am Rhein und – spätestens seit dem Grand Départ der Tour

de France 2017 – die Stadt des Radsports. Doch so weit muss man gar nicht die

Zeit zurückdrehen, um auf das neueste Fahrrad-Highlight der NRW-Landeshauptstadt

zu stoßen: Seit etwas mehr als einem Jahr beheimatet Düsseldorf

einen von deutschlandweit fünf stationären fahrrad.de Stores. Offline statt online.

Echter Radladen statt virtueller Warenkorb. Doch was steckt hinter dieser

Neuausrichtung?

24 fahrrad.de


© Martin Donat

Der Standort des neuen fahrrad.de

Stores in Düsseldorf könnte kaum

passender sein. Das 500 Quadratmeter

große Radler-Paradies befindet

sich mitten auf der Düsseldorfer Automeile

im Süden von Flingern. Zwischen

kleinen und großen Blechkarossen

steht der große Fahrradladen

für die Mobilität der Zukunft und läutet

gleichsam eine neue Ära im Hause

fahrrad.de ein: Fünf „Offline-Stores“ in

fünf großen Städten (Stuttgart, Berlin,

Hamburg, Düsseldorf und Dortmund)

wurden mittlerweile eröffnet und –

dem großen Erfolg Rechnung tragend

– es werden wohl noch mehr werden.

Doch schafft man sich so nicht eine

Konkurrenz im eigenen Hause? Fakt ist:

Im Gegensatz zum virtuellen Online-

Shop kann man den Düsseldorfer

Radladen ganz in echt betreten, Produkte

anschauen, anfassen und sogar

Probe fahren. Das Angebot ist durchaus

beeindruckend: Rund 200 Fahrräder

und jede Menge Zubehör finden

auf der riesigen Verkaufsfläche Platz.

Und dennoch ist das ziemlich wenig

im Vergleich zum Sortiment des Online-Pendants,

wo der Kunde auf rund

40.000 Artikel von 500 Marken Zugriff

hat. Doch genau das ist der Clou: Jeder

Kunde kann sich online ausgesuchte

Artikel in den Laden kommen lassen

und dort live und in Farbe begutachten,

um dann eine Kaufentscheidung zu fällen.

Dazu gibt es fachkundige Beratung,

persönliches Bikefitting, einen netten

Plausch von Biker zu Biker, einen frischen

Kaffee und vielleicht noch einen

Event-Tipp fürs kommende Wochenende

oder eine Sightseeing-Idee für die

Zeit nach dem Shoppen. Der fahrrad.de

Store vereint somit das Beste aus

beiden Welten: das riesige Portfolio

des Online-Shops und die fachkundige

Beratung, den bestmöglichen Service

und den persönlichen Kontakt eines

klassischen Radladens.

25


‚‚ ICH KONNTE DABEI HELFEN,

26 fahrrad.de

ETWAS NEUES AUFZUBAUEN,

UND GLEICHZEITIG MEIN HOBBY

ZUM BERUF MACHEN.

Thorsten Bußmann,

fahrrad.de Store-Manager Düsseldorf

© Martin Donat

‚‚

Thorsten Bußmann ist Store-Manager

in Düsseldorf und ein „Händler zum

Anfassen“. Er verkörpert die Leidenschaft,

die hinter dem neuen Konzept

steht. „Hier konnte ich dabei helfen,

etwas Neues aufzubauen, und gleichzeitig

mein Hobby zum Beruf machen“

– eine Chance, die sich das Urgestein

aus dem Ruhrpott nicht entgehen lassen

wollte. Und wenn er nicht gerade

die herrlichen (Bahntrassen-) Radwege

rund um seinen Wohnort Gelsenkirchen

unsicher macht, kümmert

er sich um „seinen“ neuen Laden und

um seine Mitarbeiter, die ebenfalls

alle ein bisschen fahrradverrückt sind.

So wie der lockere Typ mit Dreadlocks

namens Sam: Wenn er keine

Fahrräder verkauft, sitzt er auf dem

Mountainbike und genießt seine Wochenenden

zum Beispiel im Bikepark

Winterberg oder im Bikepark Olpe.

„Natürlich muss ich als Chef ab und

zu Verständnis für die schmerzhaften

Momente des Bikens aufbringen“,

schwärmt Thorsten augenzwinkernd

über sein Team, „aber natürlich bin ich

trotzdem froh über die Leidenschaft

meiner Mitarbeiter.“ Dieser Bezug zum

Radfahren macht die Atmosphäre aus,

die jeder Kunde im Düsseldorfer Store

zu spüren bekommt: Hier haben alle

richtig Lust auf Biken, und vor allem

viel Ahnung davon. Hier stehen das

5.000-Euro-Mountainbike von Santa

Cruz, das 200-Euro-Citybike oder das

technisch anmutende E-Bike nebeneinander

– und jeder Kunde bekommt

seine maßgeschneiderte, fachkundige

Beratung und kompetenten Service.

Wie bei jedem richtigen Radladen gehört

auch ein anständiger Werkstattservice

dazu – für jeden Kunden. Man

weiß oft ganz genau, ob das Rad bei

fahrrad.de gekauft wurde, oder nicht.

Geholfen wird aber jedem, der hier

Radhilfe sucht.


© Martin Donat

Das Thema E-Bike ist in den neuen

Stores besonders präsent: „E-Bikes

sind um einiges komplexer, bedürfen

einer intensiveren Wartung und

richten sich zum Teil an Kunden, die

wir online gar nicht abholen würden“,

weiß Store-Manager Thorsten. Nach

mehr als einem Jahr ist Thorstens

Zwischenfazit durchweg positiv:

„Die neuen Stores wurden vom ersten

Tag an angenommen. Wir hatten enormen

Rückenwind durch die Bekanntheit

der Marke, es war ein Start von 0

auf 100. Offenbar haben wir hier wirklich

einen Nerv getroffen, weshalb in

Dortmund ein weiterer fahrrad.de

Store eröffnet werden konnte.“

27


Der Weg nach Düsseldorf lohnt sich

gleich doppelt: „Mal abgesehen vom

Portugiesen nebenan, bei dem wir

gern unsere Pause machen und wo

das Essen richtig gut schmeckt, kann

ich nur jedem empfehlen, einen Abstecher

in die Innenstadt von Düsseldorf

zu machen. Vor allem die Rheinpromenade

lohnt sich richtig. Hier mit

dem Fahrrad entlangzufahren, das

hat einfach was.“ Für alle, die ihr neues

Zweirad direkt standesgemäß einweihen

möchten, haben Thorsten und

sein Team jedenfalls immer den passenden

Tipp parat. „Wer nicht in die

Stadt fahren, sondern lieber ein paar

Mountainbike-Trails unsicher machen

möchte, der fährt am besten in den

nahe gelegenen Aaper Wald. Da gibt

es viel Grün und ein paar Trails, eine Art

Mini-Bikertreff, sehr zu empfehlen.“

Überhaupt ist in Düsseldorf immer

etwas los: „Ende August fand in Eller

die Deutsche Skateboard Meisterschaft

statt. Da befindet sich nämlich

Deutschlands größter Skatepark und

es ist toll zu sehen, wie die Kids hier

ihre Zeit verbringen.“ Ein schönes Ziel

für eine kleine Düsseldorf-Radtour,

das nur rund eine Viertelstunde vom

Shop entfernt liegt. Während man

die Skateboarder bei ihren Manövern

beobachtet, kann man sich am Trinkwasserbrunnen

erfrischen und sogar

an einer E-Bike-Ladestation Energie

tanken. Damit ist eigentlich auch

schon der einzige echte Nachteil des

neuen fahrrad.de Stores in Düsseldorf

klar: Es wäre beinahe zu schade, hier

einfach nur „mal eben schnell“ einzukaufen.

Der neue Store ist – wie ganz

Düsseldorf – einen Besuch wert und

es lohnt sich, etwas Zeit einzuplanen.

Und wenn’s mal schnell gehen soll,

gibt es ja immer noch die bewährte

Online-Variante auf fahrrad.de!

CANNONDALE TREADWELL NEO EQ 27.5“

Urbanbike

MARIN HEADLANDS 2

Gravelbike

ORBEA WILD FS M10

E-MTB Fully

28 fahrrad.de


FIXIE INC. FLOATER

Singlespeed Bike

DAVID

FIXIE INC. FLOATER

WORAUF Wir ABFAHREN

Wer bist du und was machst du bei

fahrrad.de?

Ich bin David. Mit Unterbrechungen bin

ich bereits seit sieben Jahren bei fahrrad.de.

Ich arbeite im Produktmanagement

an neuen Radmodellen – exklusiv

für unseren Shop. Dabei gilt es,

den Überblick über den Markt, Trends

und Innovationen zu behalten. Außerdem

muss man Sachen selbst ausprobieren,

um Entscheidungen über

Komponenten oder neue Standards

zu treffen. Seit ich in Stuttgart wohne,

begleitet mich das Thema Radfahren

in der Stadt – weil es einfach schöner

und schneller ist, weil gerade die lokale

Fixed-Szene richtig Spaß macht und

nicht zuletzt als politisches Statement

inmitten der Blechlawinen.

Welches Bike fährst du und warum?

Mit Abstand am häufigsten sitze ich auf

meinem FIXIE Inc. Floater - natürlich mit

starrer Nabe. Es bringt mich jeden Morgen

verlässlich und fix ins Büro und irgendwie

macht es in jeder Aufbaustufe

Spaß. Wir haben schon eine Alpenüberquerung

zusammen durchgestanden

und eine Monster-Tagestour von Stuttgart

über den Schwarzwald bis nach

Freiburg. Das Rad ist wendig, schnell,

genügsam und supereffizient. Der robuste

Rahmen hält auch mal was aus.

Das ist am Radständer in der Stadt oder

in der Bahn leider auch nötig. Apropos

Aufbaustufen! Das Testen verschiedener

Anbauteile hinterlässt seine Spuren.

Vom Serientrimm ist mittlerweile

fast nur der Rahmen geblieben. Neuestes

Testobjekt ist der breite Lenker mit

zusätzlicher Mittelposition. Der bringt

mir eine bessere Kontrolle, mehr Power

am Berg und dient als Halterung für

die Lenkertasche. Ein alter Schlauch im

vorderen Rahmendreieck hat sich in der

Praxis ebenfalls als „Gepäckfach“ für

die Regenjacke empfohlen, wird so aber

sicher nie ein serienmäßiges Feature.

29


RAUS

AUS DER

SACKGASSE

MIT DEM FAHRRAD DIE VERKEHRSWENDE VORANTREIBEN

30 fahrrad.de

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© Martin Ohliger

Es ist ein Rekord, aber keiner, über

den man sich freuen sollte: Am 1.

Januar 2019 waren in Deutschland

47,1 Millionen Pkw zugelassen. Die

Auswirkungen spürt man jeden Tag:

Zur Rushhour geht in und um Berlin,

Hamburg oder Stuttgart nichts mehr

auf den Straßen. Wer sich nicht mit

dem eigenen Auto fortbewegt, der

trifft auf unterfinanzierten und unzuverlässigen

Nahverkehr, zugeparkte

Gehwege und eine Fahrradinfrastruktur,

die meistens einem

gemeingefährlichen Flickenteppich

ähnelt. Einfach so weitermachen wie

bisher kann nicht die Lösung sein. Es

braucht eine Verkehrswende, und

zwar um 180 Grad.

31


© Martin Ohliger

VERKEHRSWENDE

ERKLÄRT

Ragnhild Sørensen

Pressesprecherin bei Changing Cities

„WIR WOLLEN DEN PLATZ

AUF DER STRASSE IN EINEM

GERECHTEREN VERHÄLTNIS

AUFTEILEN.“

Was das genau bedeutet, erklärt

Ragnhild Sørensen. Sie ist Pressesprecherin

bei Changing Cities, einem

Berliner Verein, der 2016 den erfolgreichen

„Volksentscheid Fahrrad“ angestoßen

hat, der zur Verabschiedung

des ersten fortschrittlichen Mobilitätsgesetzes

in Deutschland führte:

„Seit 70 Jahren wurde bei der Verkehrsplanung

nur an das Auto gedacht.

Das führt dazu, dass heute ca. 60%

des Raumes im städtischen Straßenverkehr

dem ruhenden oder fließenden

Autoverkehr gehören. 40% des

Raumes sind für Busse, Radfahrer*innen,

Fußgänger*innen ... In Berlin zum

Beispiel sind 70% der Menschen nicht

mit dem Auto unterwegs und müssen

sich dann auf dem engen Platz

zusammentun. Die Verkehrswende

bedeutet genau das: Wir wollen den

Platz auf der Straße in einem gerechteren

Verhältnis aufteilen.“

DAS FAHRRAD

ALS ZENTRALER

BESTANDTEIL DER

VERKEHRSWENDE

Das Fahrrad war schon immer ein

fantastisches Fortbewegungsmittel

für kurze Distanzen – es ist flexibel,

sauber und günstig. Die inzwischen

weite Verbreitung des E-Bikes und die

sinkenden Preise machen es für breite

Schichten der Bevölkerung noch

attraktiver. Vor allem für Lastenräder

ist die Tretunterstützung ein Segen.

Wenn man ohne Schwitzen erst die

Kinder zur Schule fahren und danach

den Wocheneinkauf erledigen kann,

32 fahrrad.de

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„DIE MEHRHEIT DER

TEILNEHMER*INNEN WAR SO

ZUFRIEDEN, DASS SIE BESCHLOSSEN

HAT, ÜBER DIE STUDIE HINAUS

WEITER ZU RADELN.“

Prof. Dr. Heimel

Projektleiterin „PendlerRatD“

dann überlegt man sich doppelt, ob

das Auto wirklich nötig ist. Bikesharingprogramme

sind zudem die perfekte

Ergänzung zum öffentlichen

Nahverkehr. Eine Autofahrt verliert

drastisch an Attraktivität, wenn zu

Beginn oder Ende einer S-Bahn-Fahrt

statt 15 Minuten Fußweg nur 3 Minuten

Radfahrt warten.

All diese Faktoren greift das von fahrrad.de

unterstützte Forschungsprojekt

„PendlerRatD“ der Hochschule

Heilbronn auf. Dort sollen bisher mit

dem Auto pendelnde Menschen motiviert

werden, auf andere Verkehrsmittel

und vor allem das Rad umzusteigen.

Projektleiterin Prof. Dr. Heimel

fasst die Ergebnisse der ersten Praxisphase

zusammen: „Wir haben den

Testradler*innen ein Fahrrad und

Equipment zur Verfügung gestellt,

dazu zwei Pendelstrecken: eine schöne

und eine schnelle. Die Mehrheit der

Teilnehmer*innen war so zufrieden,

dass sie beschlossen haben, über die

Studie hinaus weiter zu radeln.“

IST DIE

VERKEHRSWENDE

MACHBAR?

Selbst angesichts solcher positiven

Nachrichten scheint die Verkehrswende

ein schwieriges Projekt im Autoland

Deutschland. „Es ist halt wahnsinnig

schwer, weil immer nur für das

Auto geplant wurde und alle denken,

dass es so sein muss“, so Ragnhild

Sørensen. „Ein bisschen mehr Mut,

wie beispielsweise im Umweltbundesamt,

wäre angebracht. Dessen

Ziele würden für Berlin mehr als eine

Halbierung des Autoverkehrs bis 2030

bedeuten.“

Bei PendlerRatD geht Prof. Dr. Heimel

die Herausforderung von der anderen

Seite an: „Ich kann nicht persönlich die

Infrastruktur ändern, dafür ist vornehmlich

die Politik verantwortlich.

Deswegen ist es mir in meinen Projekten

wichtig, etwas an den Einstellungen

einzelner Menschen zu ändern.

Das erreichen wir bei PendlerRatD

zum Beispiel dadurch, dass wir transparent

machen, was die Vorteile von

einem Umstieg aufs Fahrrad sind. Das

ist die sogenannte PendlerRatD-Bilanz.

Dort fließt ein, wie viel Geld ge-

33


spart wurde, wie viel CO 2

und Lärm

vermieden wurde, und natürlich auch,

was man für seine Gesundheit getan

hat. Wenn man das transparent

macht, kann man viele Leute zum Umsteigen

motivieren.“

Fakt ist: Die Verkehrswende lässt sich

nicht über Nacht herbeizaubern. Doch

im urbanen Raum gibt es ein enormes

Potenzial, um auch die vorhandene

Motivation, aufs Rad umzusteigen,

mit einer guten Infrastruktur zu unterstützen.

Das muss nicht einmal

schwierig sein: „Radwege zu bauen,

ist keine Raketenwissenschaft – die

Welt weiß, wie man sichere Infrastruktur

baut“, so Ragnhild Sørensen.

Fangen wir endlich damit an, unsere

Städte nicht nur sicherer und nachhaltiger,

sondern auch lebenswerter

zu gestalten!

© Fixie Inc., David Schultheiß

4 PFOTEN

AUF ZWEI RÄDERN

FÜR HUNDE BIS 45 KG.

WWW.CROOZER.COM

34 fahrrad.de


JACKE WIE

HOSE?

RADBEKLEIDUNG RICHTIG WASCHEN

35


DIE BASICS

Das Waschen von Fahrradklamotten

ist nicht gerade die schönste

Beschäftigung. Meistens wird der

stinkende Haufen aus verschiedenen

Bekleidungsstücken und Materialien

schnell zusammen in die Waschtrommel

geschmissen. Wenn du die Hose,

das Trikot oder die Jacke dann am

nächsten Tag schon wieder brauchst,

kommen sie noch schnell in den

Trockner. Leider führt das ruckzuck

zu Materialermüdung – wie etwa eine

ungepflegte Kette. Wann, wie oft und

womit du deine Lieblingsstücke am

besten wäschst, erfährst du hier.

Das Motto „Jacke wie Hose“ ist so ungefähr

das Ungünstigste, was du deinen

Sachen antun kannst. Denn vor

allem ist es wichtig, jedes Kleidungsstück

einzeln und für sich zu nehmen.

Allein schon der kleine Zettel an den

Klamotten mit den vielen Zeichen,

die wir alle nicht so recht zu deuten

wissen, lässt ahnen, dass es gewisse

Unterschiede gibt. Deswegen ist

das grundlegende Motto: separieren,

vorsortieren und individualisieren.

Das heißt vor allem: Sportbekleidung

wird nicht mit „normalen“ Klamotten

zusammen gewaschen. Die empfindlichen

Stoffe und Nähte deiner

Funktionsbekleidung könnten sonst

zum Beispiel durch raue Jeansstoffe,

Knöpfe und nicht geschlossene Reißverschlüsse

Schaden nehmen.

36 fahrrad.de


REINIGUNG

Wie oft muss ich meine Sachen

waschen?

Was darf in die Waschmaschine?

In jedem Fall sollten Hosen mit Sitzpolster

nach jeder Ausfahrt in die

Waschmaschine. Die Bakterien, welche

sich durch die Bewegung und den

Schweiß ins Sitzpolster arbeiten, machen

nämlich gleich doppelt Ärger. Einmal

„zerfressen“ sie in Kombination mit

den Salzkristallen das Sitzpolster. Des

Weiteren reizen sie euren Allerwertesten

enorm. Wie oft ihr eure Trikots,

Socken und andere Textilien wascht,

ist dagegen abhängig von eurem Geruchsempfinden

(und eurem Anstand).

Grundlegend erst einmal alles, wenn

es auf dem Etikett nicht anders

vermerkt ist. In vielen Fällen bietet

es sich an, Waschsäcke zu benutzen,

um die Reibung durch andere Textilien

und die Waschtrommel zu reduzieren.

Die Wäschestücke sollten vor dem

Waschen auf links gedreht werden

und alle Klett- sowie Reißverschlüsse

sollten geschlossen sein.

37


PFLEGETIPPS

VON ASSOS

Simone Hermann von Assos: „Manche

Kund*innen glauben, sie kaufen

eine Hose, die ein Leben lang hält. Diese

Erwartung können wir natürlich bei

intensiver Nutzung der Textilien nicht

erfüllen. Aber mit der richtigen Pflege

kann die Lebensdauer der Produkte

stark verlängert werden.“

Welches Programm für welches

Kleidungsstück?

Der Schonwaschgang ist generell die

richtige Wahl. Die Temperatur findest

du auf dem Waschetikett, im Zweifelsfall

sind 30 Grad die richtige Wahl.

Den Schleudergang lässt du lieber

aus, stattdessen drückst du das Wasser

sanft aus der Kleidung.

Welche Waschmittel sollte ich verwenden

und welche nicht?

Auf keinen Fall solltest du Weichspüler

oder Bleichmittel benutzen. Auch Pulverwaschmittel

solltest du vermeiden.

Am besten ist spezielles Waschmittel

für Funktionsbekleidung. Für wasserabweisende

Kleidungsstücke solltest

du Imprägnierwaschmittel benutzen.

30

Kann ich den Trockner benutzen?

Auf gar keinen Fall solltest du den

Trockner benutzen. Einzige Ausnahme:

Produkte mit GORE-TEX-Membran

(keine Shake-Dry-Jacken!) kannst du

trocken für 20 Minuten in den Trockner

geben, um die Imprägnierung zu

reaktivieren.

UNTERWEGS AUF

TOUR

Auf einer mehrtägigen Radtour ist es

absolute Pflicht, seine Sachen zu reinigen.

Wenn du das versäumst, machen

sich während des zweiten Tages

im Sattel Bakterien und Salz unangenehm

bemerkbar. Daneben wird deine

Bekleidung darunter leiden. Wenn du

aus Platzgründen oder um Gewicht zu

sparen, kein Waschmittel mitnehmen

kannst, dann spüle gleich nach Ankunft

die Hose gründlich mit lauwarmem

Leitungswasser aus und häng

sie ins Freie. Dringend abraten wollen

wir davon, Handseife oder Duschbad

zum Reinigen zu benutzen. Die zieht

zwar gut ins Polster und in den übrigen

Stoff ein, doch dann wäscht du

dich dusselig, bis das Zeug wieder

komplett raus ist.

Neben der Pflege deiner Fahrradbekleidung

ist es aber auch wichtig,

dass du dich selbst nicht vergisst.

Dazu empfehlen wir eine heiße Dusche,

ein kühles Getränk und eine angemessen

große Pizza, am besten in

dieser Reihenfolge.

38 fahrrad.de


1 2 3 4

1 ASSOS ACTIVE WEAR CLEANSER 300ML | Waschmittel

2 ACLIMA WOOL SHAMPOO 300ML | Wollwaschmittel

3 NIKWAX TECH WASH 100 ML | Flüssigseife für wasserdichte Bekleidung

4 HOLMENKOL TEXTILE WASH 500ML | Spezialwaschmittel

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AWARD 2019

KÄRCHER TO GO.

Jetzt noch besser: der neue Mobile Outdoor Cleaner OC 3 Plus.

Wenn die Fahrradreinigung anstrengender als eine Bergetappe ist, wird’s

Zeit für den Mobile Outdoor Cleaner OC 3 Plus mit Bike Box. Der Flachstrahl

befreit sensible Teile sicher von Schmutz, mit der Universalbürste

lässt sich hartnäckiger Dreck mühelos entfernen. Ausgestattet mit integriertem

Lithium-Ionen-Akku und neuem, abnehmbarem 7 Liter-Wassertank

ist er der perfekte Begleiter bei jeder Bike-Tour.

www.kaercher.de/oc3plus

39


QUICK

AND

DIRTY

BIKE WASH

SCHNELLES PUTZEN NACH DER SCHLAMMSCHLACHT

Mountainbiker schreckt kein

Schlamm, und auch alle anderen

Radfahrer sammeln bei schlechtem

Wetter gewaltig Dreck am Rad.

An sich unproblematisch, denn die

der funktionieren trotzdem. Jedoch

setzt man dem Material damit

ordentlich zu. Unsere Empfehlung

nach der Herbsttour: nach dem Spaß

nicht ausruhen, sondern putzen. So

erhöhst du die Lebensdauer deines

Equipments deutlich.

Warte nach der Ausfahrt nicht zu lange

mit der Radwäsche. Solange der

Schmutz nicht angetrocknet ist, geht

er schnell wieder runter. Mit etwas

Wasser, Fahrradreiniger, Bürsten und

Kettenöl ist dein Bike schnell sauber

und knarzfrei bereit für den nächsten

Einsatz. Wir zeigen dir, was für eine

gute Bike-Wäsche nötig ist und wie du

das Bike in wenigen Schritten wieder

sauber bekommst.

40 fahrrad.de


MIT DIESEM

MATERIAL

GELINGT DIE

PUTZAKTION:

• ein Montageständer ist ideal,

ein Fahrradständer funktioniert

ebenfalls gut

• ein Eimer mit warmem Wasser

oder ein Gartenschlauch mit

Wasseranschluss

• weiche Bürste, Schwamm oder

Lappen für die Nasswäsche

• Baumwolllappen für die

Trockenwäsche

• fusselfreier Lappen für die Kette

• biologisch abbaubarer Fahrradreiniger,

Kettenreiniger, Kettenöl,

Pflegespray

• Bürsten für hartnäckigen Schmutz

an Rahmen, Laufrädern und Antrieb

Nicht eingetrocknet lässt sich der grobe

Dreck mit einer weichen Bürste und

etwas Wasser gut entfernen. Getrockneten

Schlamm an Rahmen, Gabel,

Dämpfer, Laufrädern und Antriebsteilen

sollte man zuerst mit Wasser,

einer weichen Bürste oder einem

Schwamm einweichen. Danach kann

das Rad mit einem Fahrradreiniger

großzügig eingesprüht werden. Fünf

Minuten Einwirkzeit genügen, bevor

es weitergeht. Zum Abspülen des Reinigers

nimmst du erneut die weiche

Bürste und sauberes Wasser. Trockne

dann die nassen Stellen an deinem

Rad mit einem sauberen Lappen ab.

41


Als Nächstes werden Kassette, Kettenblätter,

Schaltwerk und Umwerfer

vom Schmutz befreit. Nutze dafür am

besten eine spezielle Ritzelbürste.

Sprühe jetzt die Kette mit dem Kettenreiniger

ein und lass auch diesen

fünf Minuten einwirken. Achte

darauf, dass kein Reiniger an die

Scheibenbremse oder Bremsscheibe

kommt. Die Bremse könnte dadurch

ihre Funktionstüchtigkeit verlieren.

Mit einem Lappen lässt sich danach

der Reiniger und der Schmutz von der

Kette wischen. Ist der Dreck etwas

hartnäckiger, wiederhole das Ganze.

Trage das Kettenöl tröpfchenweise

auf die Kette auf. Lass das Öl auch

hier wieder ein paar Minuten einwirken

und drehe einige Male die Kurbel

rückwärts. So kann sich das Öl gleichmäßig

verteilen. Danach ziehst du die

Kette durch einen Lappen, bis sie wieder

relativ trocken ist. Denn zu viele

Ölreste auf der Außenseite ziehen

neuen Dreck wieder magisch an.

42 fahrrad.de


Als Letztes sprühst du gleichmäßig

das Pflegespray auf Rahmen und Antriebsteile.

Lass es kurz einziehen,

bevor du zum Trocknen und Polieren

übergehen kannst.

Das Rad glänzt nun wieder wie neu

und ist bereit für den nächsten Einsatz.

VIER TIPPS

FÜR DEINEN

NACHHALTIGEN

BIKE WASH:

• Benutze bitte keinen Hochdruckreiniger

an der Tankstelle. Fette

und Öle werden so aus den

Lagern gespült. Wasser gelangt

in Rahmen und Gabel. Für Eilige:

Es gibt Rad-Druckreiniger, die

mit geringerem Druck arbeiten.

Rückwärtsdrehen der Kurbel

lässt sich der Dreck mit einem

Reifenheber schnell beseitigen.

• Knarzt oder quietscht die Kette

nach der Ölung, solltest du

die Reinigung wiederholen.

• Vergiss nicht, die Umlenkröllchen

am Schaltwerk zu reinigen.

Hier sammelt sich schnell

viel Dreck und die Kette läuft

immer mittendurch. Durch

• Nutze bei trockenem Wetter

Trockenschmiermittel. Fährst

du häufig bei feuchten Bedingungen,

greife zu einem speziellen

Nassschmiermittel.

Peaty's Foaming Drivetrain Degreaser 500ml

biologisch abbaubarer Antriebsreiniger

Muc-Off 8 in 1 Bike Cleaning Kit

großes Putzset mit Reiniger und Bürsten

Dynamic Wet 2-K Kettenschmierstoff 100ml

dünnflüssiges Kettenöl für nasse Bedingungen

43


44 fahrrad.de


GRAVELLORCA

MIT BREITEN REIFEN DIE SAISON VERLÄNGERN

Mallorca ist für Rennradler*innen ein echter Klassiker. Trainingslager

auf der Baleareninsel gehören zum Standard-Tipp aller, die auch dann

die dünnen Reifen surren lassen möchten, wenn das heimische Frühjahr

noch nasskalten Winterblues hervorruft. Ist Mallorca auch etwas

für den späten Saisonausklang, wenn zu Hause eher der Wunsch nach

Glühwein aufkommt? Und macht die Insel auch mit dem Gravelbike

Spaß? Wir haben im Herbst „Gravellorca“ kurzerhand ausprobiert.

45


Bis wir unsere Finca erreichten, war alles

wie gewohnt. Der Flug war günstig

und kurz und mit dem Mietauto waren

wir ruckzuck am Ziel in Cala Llombards.

Der kleine Ort liegt im Süden der Insel,

rund 45 Autominuten vom Flughafen

entfernt. In der Nebensaison liegt hier

sprichwörtlich der Hund begraben.

Kaum angekommen, fühlten wir uns

schon wie im Urlaub. Gemütliche Fincas,

enge Gassen und statt Eichen und

Fichten sorgten Palmen und Kakteen

für grüne Akzente. Getaucht ins rote

Licht der untergehenden Sonne, zeigte

sich uns Mallorca zur Begrüßung von

seiner schönsten Seite. Wir konnten es

kaum erwarten, am nächsten Tag zur

ersten großen Tour aufzubrechen.

DIE MORGENSONNE

TAUCHTE DIE

FELSEN IN WARMES

LICHT. JEDER

SCHNAPPSCHUSS

SAH GLEICH AUS

WIE AUS DEM

REISEKATALOG.

Der Traum vom Frühstück auf der

Dachterrasse platzte beim morgendlichen

Blick aus dem Fenster, der zu

Hause in Deutschland nicht grauer

hätte sein können. Was war denn hier

los? Nun – wir hatten November, und

zu dieser Zeit hat auch auf Mallorca

der Sommer Pause. Die Chancen auf

freundliches Wetter bei angenehmen

Temperaturen sind hier dennoch höher

als daheim. Auch wenn es die ersten

zwei Tage tüchtig regnete, freuten

wir uns später über herrlichen Sonnenschein

– perfekt für die lange Tour,

die wir geplant hatten. Wir wollten ein

Stück parallel zur Küste fahren, bevor

wir dann hoch zum Sant Salvador klettern

wollten. Allerdings wollten wir

ihn nicht über die Straße bezwingen,

sondern hatten unsere GPS-Geräte

mit einer Offroad-Variante gefüttert.

46 fahrrad.de


MALLORCA

Die Tour war kaum gestartet, schon

legten wir die erste Pause ein. Die Aussicht

von den Klippen hinunter aufs

Mittelmeer war einfach derart schön,

das mussten wir einen Moment lang

genießen. Die Morgensonne tauchte

die steilen Felsen in ein warmes Licht,

das dafür sorgte, dass jeder mit dem

Handy geschossene Schnappschuss

aussah wie aus dem Reisekatalog.

Als es weiterging, erblickten wir am

Horizont dunkle Wolken, die für eine

dramatische Stimmung sorgten, vor

allem aber der von uns missachteten

Wettervorhersage Nachdruck verliehen.

Würde es Regen geben? Die

Frage war bald beantwortet, als wir

bibbernd im Eingang des Mini-Supermarkts

von S’Horta darauf warteten,

dass der Regen nachließ.

47


Als es etwas trockener wurde, fuhren

wir weiter. Von der Hauptstraße auf

die Nebenstraße, auf den Feldweg,

auf den Singletrail, auf den astreinen

Wanderpfad. Zwar mussten wir immer

wieder mal absteigen, dennoch war

es richtig schön hier und wir genossen

das Abenteuer. Zwischendurch,

wenn sich die tiefen Wolken über uns

etwas auflockerten, konnten wir einen

Blick auf das Christkönig-Monument

auf dem Gipfel des Puig de Sant

Salvador erhaschen. Angesichts der

immer schmaler werdenden Wege

wurden wir allerdings das Gefühl

nicht los, dass wir noch eine ordentliche

Wanderung vor uns hatten. Damit

lagen wir leider nicht falsch …

Die Rennradfahrerin, die soeben über

die Straße nach oben gefahren war,

staunte nicht schlecht, als wir mit den

Bikes über den Schultern aus der entgegengesetzten

Richtung angestapft

kamen, um ebenfalls unser Zielfoto zu

schießen.

1

2

Auf diese Weise erkundeten wir im

Laufe der Woche noch einige andere

„Leckerbissen“ wie zum Beispiel

den Bahntrassenradweg von Manacor

nach Artà. Spätestens nach der

perfekten Rückfahrt über autofreie

Schotterstraßen waren wir uns sicher,

dass es sich absolut gelohnt hatte,

Mallorca mit dem Gravelbike zu entdecken.

Auf jeder unserer Touren hatten

wir so schöne Orte entdeckt, die

wir niemals gefunden hätten, wenn

wir von asphaltierten Straßen und

Wegen abhängig gewesen wären.

Gravellorca? Gravellorca! Unser Geheimtipp

für die Insel, die selbst ganz

sicher kein Geheimtipp ist.

3

4

1 CERVELO ASPERO GRX | Carbon-Gravelbike

2 ALÉ CYCLING KLIMATIK KLIMA WINTER JERSEY | Langarm-Rennradtrikot

3 EVOC ROAD BIKE BAG PRO 300L | Radtransporttasche

4 BIEHLER NEO CLASSIC THERMAL RAIN BIKE PANTS | wasserabweisende Bibshorts

48 fahrrad.de


ORBEA ORCA AERO M20i

TEAM DISC

Aero-Rennrad

JULIA

ORBEA ORCA AERO

WORAUF Wir ABFAHREN

Wer bist du und was machst du bei

fahrrad.de?

Ich bin Julia und kümmere mich bei

fahrrad.de primär um die Kommunikation

unserer Stores. Es ist eine extrem

spannende Aufgabe zu erarbeiten, wie

sich fahrrad.de „in echt“ anfühlt – also

da, wo man die Marke ganz physisch

erleben kann. Die Zeit, die mir neben

dem Job bleibt, verbringe ich vor allem

mit Sport – vor allem Triathlon bis ca.

zur Mitteldistanz. Natürlich spielt deswegen

das Rennrad nicht nur beruflich,

sondern auch als Trainingspartner und

Wettkampfgerät eine besondere Rolle.

Ich bin „Späteinsteigerin“ im Triathlon

– was aber nicht bedeutet, dass

ich nicht versuche, als ambitionierte

Amateurin die bestmögliche Leistung

zu bringen. Eine gesunde Portion Ehrgeiz

steckt wohl in mir.

Welches Bike fährst du und warum?

Auf mein Orbea Orca Aero mit Scheibenbremsen

habe ich mich unheimlich

gefreut. Es ist nicht einfach, ein

Bike „von der Stange“ für kleine Frauen

zu finden, das alle Anforderungen und

Wünsche erfüllt und optisch ansprechend,

also kein „Mädchenrad“ ist.

Bei 47 cm Rahmenhöhe wird die Luft

plötzlich sehr dünn, wenn eine sportliche

Sitzposition mit etwas Überhöhung

im Lastenheft steht. Gefunden

habe ich alles in dem kleinen spanischen

„Orca“, mit dem ich wirklich happy

bin. Mit noch ergänztem Laufradsatz

(Swiss Side Hadron 625) und der

Lenker-Vorbau-Einheit (Vision Metron

6D) ist es ready to race. Ich freue mich

schon sehr auf die gemeinsamen Runden

und Rennteilnahmen in der Zukunft.

ORBEAUTY oder ORBEAST – ein

bisschen stimmt beides, und gerade

deswegen ist es ein „perfect match“.

49 fahrrad.de


In der nächsten Ausgabe ...

BERICHTE VON UNTERWEGS

Zum Inspirieren und Nachfahren

AUSRÜSTUNG UND BERATUNG

Für eine bessere Zeit im Sattel

TIPPS AUS DER WERKSTATT

Damit Schrauben Spaß macht

Impressum

fahrrad.de Magazin | Einzelheft € 5,-

Herausgeber:

Internetstores GmbH, Friedrichstraße 6,

70174 Stuttgart

service@fahrrad.de

www.fahrrad.de

Amtsgericht Stuttgart

HRB 741359 – Sitz: Stuttgart

Geschäftsführer/Verantwortliche

für Herausgabe und Inhalt:

Dr. Hans Dohrmann, Thomas Neumann,

Thomas Spengler (V. i. S. d. P.)

Druckerei:

Firmengruppe APPL Holding GmbH & Co. KG

Senefelderstraße 3-11, 86650 Wemding

Anzeigen:

Philipp Seyb

Friedrichstraße 6, 70174 Stuttgart

Redaktion und Grafik:

Anton Hoge, Bastian Steinecker, Christian Wenglorz,

Florian Winter, Jonas Christoph, Jürgen Grotsch,

Martin Ohliger

Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Björn Röhricht, Eva Hauck, Florian Ahlbeck, Herwig

Frenzel, Julia Appel, Julia Heckmann, Martin Donat,

Martin Staffa, Stephan Geiss, Stephan Peters

Datenschutz:

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oder schreibe eine E-Mail an: datenschutz@fahrrad.de

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Urheberrecht:

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und elektronischen Datenträgern sowie Einspeisung

in Datennetze nur mit schriftlicher

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© VAUDE, Moritz Attenberger

Redaktioneller Stand: 08. Oktober 2019

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