Bikester Magazin Winter 2019

BikesterMagazin

Für BIKESTER geht es seit dem Sommer mit neuem Design in die Zukunft. Mit der aktuellen Magazin-Ausgabe präsentiert sich BIKESTER nun auch im Magazin mit frischem Look, offensivem Bekenntnis fürs Velo im Alltag und vielen persönlichen Empfehlungen von Bikester-Mitarbeitern. In der Herbst- und Winterausgabe möchten wir alle Velofahrer daran erinnern, dass wir auch weiterhin schöne Momente auf dem Bike erleben können – trotz Kälte, Regen oder Schnee. Zugegeben, vor uns liegt nicht die beliebteste Jahreszeit, aber mit der richtigen Vorbereitung, Ausrüstung und inneren Einstellung verliert auch vermeintlich „schlechtes“ Wetter schnell den Schrecken. Auf den folgenden Seiten dürft ihr einige hilfreiche Tipps erwarten, um weiterhin gut vorbereitet und motiviert aufs Velo zu steigen.

HERBST / WINTER 2019

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LIEBE VELOFANS,

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

im Onlineshop konntet ihr es schon im Sommer entdecken. Für

BIKESTER geht es mit neuem Design, Logo und einer klaren Mission

in die Zukunft. Mit dieser Ausgabe präsentiert sich BIKESTER

nun auch in gedruckter Form neu. Neben dem frischen Design könnt

ihr unser offensives Bekenntnis für das Velo im Alltag finden. Unsere

Mitarbeiter bringen im Magazin verstärkt ihre persönlichen Erfahrungen

in Berichte und Empfehlungen ein. Und noch einen Unterschied

zu vorangegangenen Ausgaben werdet ihr bemerken: Wir haben auf so

manche Produkte im Heft verzichtet, um Platz zu schaffen für mehr

Inspiration und bessere Servicetipps.

In der Herbst- und Winterausgabe möchten wir alle Velofahrer daran

erinnern, dass wir auch weiterhin schöne Momente auf dem Bike

erleben können – trotz Kälte, Regen oder Schnee. Zugegeben, vor uns

liegt nicht die beliebteste Jahreszeit, aber mit der richtigen Vorbereitung,

Ausrüstung und inneren Einstellung verliert auch vermeintlich

„schlechtes“ Wetter schnell den Schrecken.

Auf den folgenden Seiten dürft ihr einige hilfreiche Tipps erwarten,

um weiterhin gut vorbereitet und motiviert aufs Velo zu steigen.

Wir wünschen viel Spass auf der Lesetour durch die neue Ausgabe.

Euer BIKESTER Team

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BIKESTER.CH


DRAUF-

GEHALTEN

Camp Out Vibes – Unsere Kollegen Stephan

und Alex reisten nach Feierabend kurz entschlossen

mit dem Rad zum Heidelberger

Flare Bicycle Festival. Trotz leichtem Gepäck

am Gravelbike war alles Nötige an Bord, um

die Nacht im Grünen zu verbringen – Hängematte

inklusive. Am darauffolgenden Morgen

präsentierte sich der Odenwald als echter

Dschungel und liess Kurzurlaub-Feeling aufkommen.

Das Fazit der Kollegen: Manchmal

genügen weniger als 24 Stunden, um sich komplett

aus dem Alltag zu fahren.

Fotograf: Stephan Geiss

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BIKESTER.CH


INH

ALT.

DRAUFGEHALTEN

Bikemomente in Bild

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ELLA & DAS E-BIKE

Cannondales EWS-Pilotin präsentiert das Habit NEO

10

WORAUF WIR ABFAHREN

Philipp und sein VOTEC VXs

15

FAHRSPASS IM SCHNEE

Ist Plus fett genug?

16

BIKEPACKING DURCH DEN WILDEN WESTEN

Joanna im Land der Canyons

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RAUS AUS DER SACKGASSE

Mit dem Velo für die Verkehrswende

26

RIDE TO WORK

Sieben Gründe fürs Velo

31

Steil ist Ansichtssache – Im Sommer pushte

Whistlers berühmteste French Connection

die Grenzen des Fahrbaren vor spektakulärer

Kulisse. Was der Freerider Remy Metailler

unter die Stollen nimmt, würde manch einer

nicht als Klettersteig in Betracht ziehen

wollen. Der Mann hinter der Kamera

– Yoann Barelli – stellt sich als Enduro-Profi

mit lautem Gelächter normalerweise dem

gleichen Trail-Kaliber. Nach einer Verletzung

zu Saisonbeginn konzentrierte er sich

vor allem auf die Kamera, und darf 2019 als

Fotograf die Red Bull Rampage begleiten.

Das Bild entstammt einer Trainingssession

für das Freeride-Spektakel.

Fahrer: Remy Metailler

Fotograf: Yoann Barelli

WORAUF WIR ABFAHREN

David und sein FIXIE Inc. Floater

BIKEKLAMOTTEN RICHTIG WASCHEN

Basics und Pflegetipps für Funktionsbekleidung

QUICK´N DIRTY BIKE WASH

Schnelles Putzen nach der Schlammschlacht

WORAUF WIR ABFAHREN

Julia und ihr Orbea Orca Aero

GRAVEL MALLORCA

Mit breiten Reifen die Saison verlängern

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35

40

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45

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ELLA

DAS

E-BIKE

CANNONDALES JUNGE

EWS-PILOTIN PRÄSENTIERT

DAS NEUE HABIT NEO

Mountainbikes sind heutzutage in einer verwirrenden

Anzahl an Kategorien erhältlich. Umso erfrischender

ist es, dass Cannondale ihr Habit schlicht als „Ein

Mountainbike zum Mountainbiken“ bewirbt. Mit seinen

29"-Laufrädern und 130 mm Federweg rollt es über

alles hinweg, ob Haustrails oder Alpenüberquerung.

Diese Vielseitigkeit schrie förmlich danach, durch einen

Motor noch weiter ausgebaut zu werden. Vorhang

auf für das Habit NEO!

Etwas überraschend ist auf den ersten Blick die Wahl

der schottischen Endurofahrerin Ella Conolly als Star

für den Launch des Habit NEOs. Denn sie ist nicht

nur jung, sondern auch topfit, also nicht unbedingt die

Person, die dem Klischee nach einen Motor brauchen

würde. Wir haben bei ihr nachgehorcht, wieso sie sich

trotz Weltcupfitness für E-Bikes begeistern kann.

BIKESTER.CH


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BIKESTER.CH


ELLA

CONOLLY

Beschreib doch mal deine bisherige

Velokarriere.

Als mein kleiner Bruder angefangen hat, in

unserem Heimatort Cross Country-Rennen

zu fahren, habe ich das auch einfach versucht.

Nach und nach bin ich dann aufgestiegen

und wurde schliesslich ins Entwicklungsprogramm

für Cross Country von British Cycling

aufgenommen, wo ich unter anderem auch

Weltcuprennen gefahren bin. Ende 2017 bin

ich dann auf Enduro umgestiegen, weil ich

einfach keinen Spass mehr an Cross Country

hatte.

Warst du schon mal E-Bikes fahren, bevor

du dein erstes Habit NEO bekommen

hast?

Nein, das war mein erstes Mal auf einem

E-Bike. So ein bisschen gezweifelt hatte

ich schon, für mich waren E-Bikes immer

für faule Fahrer*innen, die sich nicht damit

abmühen wollten, aus eigener Kraft Berge

hochzufahren. Meine Meinung habe ich definitiv

geändert. Ich verstehe jetzt viel besser,

wofür E-Bikes da sein können.

Was war denn deine erste Reaktion, als

du das Habit NEO gefahren bist?

Ich habe es einfach nicht kapiert – du hättest

mein Grinsen sehen sollen! Wir waren immer

so schnell oben und bergab habe ich dann vergessen,

dass ich auf einem E-Bike sitze, so gut

fährt es sich. Es ist wirklich faszinierend, wie

es sich bergab anfühlt, aber auch steiles Terrain

bergauf macht plötzlich tierisch Spass.

Das Bike hat alle meine Erwartungen übertroffen.

Mit deiner Fitness brauchst du eigentlich

keinen Motor. Wann entscheidest

du dich trotzdem für das Habit NEO

anstelle von deinem Jekyll?

Gerade bei langen Touren im Gebirge kommt

man mit Motorunterstützung viel weiter.

Wenn ich nur wenig Zeit habe, aber möglichst

viele Runden auf den Trails drehen will,

oder wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die

schneller sind als ich, dann greife ich gerne

auf den Boost zurück, den das Habit NEO

mir bietet.

Baust du das Habit NEO in dein Training

ein?

Ja, das Bike ist zum Training extrem hilfreich.

Wenn ich an einem Ruhetag Trails fahren will,

kann ich das tun, ohne mich zu sehr anzustrengen.

Oder wenn ich mich an einem Tag

auf die Abfahrtstechnik konzentrieren möchte,

aber kein Lift da ist, kann ich mit dem Habit

NEO viel mehr Abfahrten machen.

Nachdem du jetzt von E-Bikes überzeugt

bist: Was hältst du von

E-Bike-Rennen?

Da bin ich mir noch nicht sicher. Ich sehe viele

andere Einsatzmöglichkeiten für E-Bikes,

aber kann mir gerade nicht vorstellen, damit

ein Rennen zu fahren. Aber grundsätzlich ist

es super, wenn mehr Leute biken und Lust

bekommen, an Rennen teilzunehmen. Also

warten wir einfach mal ab, wie sich das alles

entwickelt.

13


HABIT NEO

Weil das Habit als Trailrakete bereits erprobt

war, gab es keine Veranlassung,

das Rad neu zu erfinden. An den Eckdaten

wurde also nur minimal geschraubt.

Das Habit NEO baut auf einem Hauptrahmen

aus BallisTec Carbon auf. Wer daran zweifelt,

ob Carbon das richtig Material für Mountainbikes

ist: Cannondale gewährt eine lebenslange

Garantie auf den Rahmen. Wie gehabt

bietet der Rahmen hinten 130 Millimeter Federweg,

die durch 140 Millimeter Federweg

an der Gabel ergänzt werden. Cannondale

setzt auch beim Habit NEO auf ihr „Proportional

Response“-Konzept, durch das die Federung

auch für sehr kleine/leichte bzw. grosse/

schwere Fahrer*innen optimal funktioniert.

Ein leichter Rahmen mit effizienter Federung

und sorgfältige Komponentenauswahl sind

bei einem E-Bike allerdings nur die halbe

Miete. Die andere Hälfte kommt vom Antrieb.

Zum Einsatz kommt hier der stark verbesserte

2020er Bosch Performance CX Motor.

Der ist im Vergleich zu älteren Modellen

um die Hälfte kleiner und ermöglicht dadurch

ganz neue Freiheiten im Rahmendesign.

Cannondale konnte den Antrieb so besonders

tief und recht weit vorne im Rahmen anbringen,

um den Schwerpunkt optimal zu setzen.

Dank der Verkleinerung und der grosszügigen

Verwendung von Magnesium speckt allein

der Antrieb satte 1,3 Kilogramm ab. Trotzdem

wurde die Leistung noch einmal gesteigert,

sodass man nun auf 340% maximale Unterstützung

zählen kann. Dank einer neuen

Steuerung wird diese Power deutlich sanfter

an- und abgeregelt. Auch in schwierigen Kletterpassagen

bleibt die Bodenhaftung so jederzeit

gewährleistet.

Wir hatten bereits Gelegenheit, uns von den

angepriesenen Trailbike-Genen des Habit

NEOs mit neuem Bosch-Antrieb zu überzeugen.

Die Integration der fein dosierbaren,

aber kraftvollen neuen Bosch-Einheit macht

aus dem elektrischen Habit einen unglaublich

vielseitigen Begleiter mit ausgewogenem

Handling und Fahrspass-Garantie auf (fast)

allen Wegen. Cannondale schafft auch bei der

E-Version ihres Habits den Spagat aus Spritzigkeit

und satter Fahrstabilität.

BIKESTER.CH


VOTEC VXs Elite

29“ Trail-Fully

WORAUF WIR

ABFAHREN

PHILIPP — VOTEC VXS

Wer bist du und was machst du bei

Bikester?

Ich bin Philipp, seit vier Jahren bei Bikester

und koordiniere die Marketingzusammenarbeit

mit den Herstellern. Wenn eine Marke

beispielsweise etwas Neues in der Pipeline

hat, dann gehöre ich zu den Ersten, die davon

erfahren. Ich sorge dafür, dass wir bei Bikester

den Hersteller und seine Neuheiten angemessen

berücksichtigen.

Ausserhalb des Büros schlägt mein Herz für

die höheren Berge und längeren Anstiege. Da

fahre ich immernoch gern nur aus eigener

Kraft rauf. Ich habe in Innsbruck studiert und

im Biken meine Ausdauersportart gefunden.

Gelegentlich fahre ich Marathon-Rennen,

aber ich brauche weniger den Wettbewerb als

die sportliche Betätigung für mich selbst.

Welches Bike fährst du und warum?

Ich bin seit einer Weile auf einem VOTEC

VXs unterwegs. Jahrelang habe ich aufs klassische

Race-Hardtail (natürlich 26 Zoll) geschworen.

Irgendwann wollte ich wissen, was

dran ist an 29 Zoll und Vollfederung. Beide

Aspekte haben mich voll überzeugt. Die Vorteile

von 29ern sind hinlänglich bekannt. Ein

Fully mit 120 mm bietet für mich noch eine

gewisse Sportlichkeit. Gleichzeitig erweitert

es die Abfahrtstauglichkeit enorm und ist

über lange Distanzen weniger ermüdend.

Ich habe abweichend von der Serie noch etwas

schmalere Tubeless-Reifen montiert. Die

findet man sonst wohl eher an Race-Fullys.

Dadurch wurden Rollwiderstand und Gewicht

spürbar reduziert. Ausserdem wurden

noch alle Kontaktpunkte auf meine Bedürfnisse

hin optimiert: ESI-Griffe, leichter und

trotzdem bequemer SQlab-Sattel und ein

negativ montierter Newmen-Vorbau, der für

mehr Druck auf dem Vorderrad sorgt.

15


FAHRSPASS IM SCHNEE

BIKESTER.CH


PLUS

17


Sobald der erste Schnee in der Luft liegt

beginnt sich die Mountainbike-Gemeinde

zu spalten. Durchfahren im Schnee

oder doch auf Ski und Board umsatteln?

Wer sich nicht ums Wetter kümmert und

seiner Mountainbike-Sucht auch im Winter

nachgeht, stellt sich jetzt vielleicht

die Frage: „Brauche ich ein spezielles

Bike für den Schnee?”

rundsätzlich könnte man

sich für ein Fatbike mit bis

zu fünf Zoll breiten Reifen

entscheiden. Warum sollte

man auch Kompromisse eingehen?

Ist aber der Schnee erst geschmolzen,

wird man schnell feststellen, dass Fatbikes

eben doch echte Spezialisten für Schnee und

sandige Pisten bleiben. Über normale Trails

im Frühjahr, Sommer und Herbst will sich der

gewohnte Flow mit den dicken Walzen nicht

recht einstellen.

Kona Big Honzo DL –– Plus-Hardtail

Unsere These: Genau diese Nische könnte

ein Plus-Bike mit schmaleren Reifen als eine

Fatbike, aber breiteren als ein herkömmliches

Mountainbike, bedienen. Sind die 2.8 bis 3.0

Zoll genug, um im Schnee aufzutrumpfen?

Wir haben eins dieser Bikes mehrere Tage

lang im Schnee unter die Lupe genommen

und überprüft, ob man auch mit weniger

Gummi Spass im Schnee haben kann.

Santa Cruz Chameleon 7 AL D-Kit –– Plus-Hardtail

Cube Reaction TM –– Plus-Hardtail

BIKESTER.CH


© Stephan Peters

WAS IST

EIGENTLICH

B+?

B+-Räder sind Mountainbikes, die darauf

ausgelegt sind, deutlich breitere Felgen und

Reifen aufnehmen zu können. Wir sprechen

meist von einer bis zu 50 Millimeter breiten

27,5-Zoll-Felge in Kombination mit einem

mindestens 2,8 Zoll breiten Reifen. Diese

Kombination ergibt etwa den gleichen Aussendurchmesser

wie herkömmliche 29-Zoll-

Räder. Sie rollt etwas besser über Hindernisse,

liefert sehr viel Grip und spürbar mehr

Komfort. Die Zwischengrösse hat besonders

dem Hardtail-Segment frisches Leben eingehaucht,

leistet aber auch an vielen E-MTBs

sehr gute Dienste.

SCHNEE-

SPASS IM

SAUERLAND

Unser Testbike steht auf 2,8 Zoll breiten

„Crown Gem“ - Reifen von Vee Tire - deutlich

breiter als ein herkömmlicher Mountainbike-Reifen,

wie wir ihn an einem solchen

Hardtail erwarten würden. Um ausreichend

Schnee für unseren Test vorzufinden, sind

wir ins Sauerland gefahren und haben dort

die Trails unsicher gemacht. Auf einer Tour

über verschneite Wege haben wir – warm

angezogen – nach einer Weile tatsächlich

den Winter um uns herum vergessen. Egal

ob bergauf oder bergab: Der breite Reifen

brachte auch auf Schnee und Eis jede Menge

Traktion, ohne dass wir dabei das Gefühl

hatten, übermässig viel Energie aufwenden

zu müssen.

Um nicht schon zu Beginn Gefahr zu laufen,

im tiefen Schnee stecken zu bleiben, haben

wir uns als nächstes gebaute Trails mit jeder

Menge Anliegern und kleinen Sprüngen vorgenommen.

Hier war der Schnee nur einige

Zentimeter hoch und der Boden darunter

gefroren. Schon nach wenigen Metern wurde

klar, dass dies ideale Bedingungen für unsere

Reifen waren. Grip ohne Ende, ordentlich

Traktion und das Bike liess sich fahren, als

wäre der Untergrund sommerlich trocken.

Als Nächstes ging es an komplett verschneite

Naturtrails. Bevor es hier bergab gehen sollte,

mussten erst mal einige Höhenmeter bergauf

erklommen werden. Im Schneckentempo versuchten

wir uns einen Weg durch tiefen, losen

Schnee zu bahnen. Mit mässigem Erfolg:

Selbst mit deutlich gesenktem Luftdruck

hatte der 2,8 Zoll breite Reifen hier nicht

genug Auflagefläche. Teilweise mussten wir

schieben. Zu tief ist eben zu tief! Oben angekommen

offenbarte sich uns ein offener Trail

mit ordentlich Gefälle und tiefem Schnee.

Mit Schwung setzten wir uns in Bewegung

und hatten bereits nach wenigen Sekunden

ein breites Grinsen im Gesicht – geil! Hatten

wir bergauf noch geflucht, so wurden wir jetzt

mit Fahrspass vom Allerfeinsten belohnt.

19


FAZIT

Ein B+-Bike ist leider nur bedingt dafür

geeignet, durch Tiefschnee zu fahren oder

eine arktische Expedition zu unternehmen.

Auf festem Schnee, gebauten Trails und befahrenen

Naturtrails mit mittelmässig tiefer

Schneedecke hingegen entfaltet es seine

Fähigkeiten und bietet eine optimale Möglichkeit,

auch im Winter echten Trailspass zu

geniessen. Im Gegensatz zum Fatbike kannst

du mit dem B+-Bike aber auch den Rest des

Jahres mit demselben Set-up viel Spass haben.

Kurzum: Wer in seinem Keller in Zukunft

nur ein Bike für das ganze Jahr stehen haben

möchte, dem können wir nur empfehlen, in

ein B+-Bike zu investieren. Soll die nächste

Tour in die Antarktis gehen, ist das Fatbike

mit vier oder fünf Zoll breiten Reifen aber

doch die bessere Wahl!

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BIKE-

PACKING

DURCH

DEN

WILDEN

WESTEN

21


HI, ICH BIN JOANNA! IN MEINEM NORMALEN LEBEN ARBEITE ICH BEI

BIKESTER, ABER LETZTEN FRÜHLING HABE ICH MIR EINEN TRAUM ERFÜLLT:

DIE TEILNAHME AM BIKE JAMBOREE, EINEM SPASSRENNEN EINMAL

UM DIE GANZE WELT. GEMEINSAM MIT ZWEI FREUNDEN HABE ICH DIE

FÜNFUNDZWANZIGSTE ETAPPE BEWÄLTIGT UND FUHR EINEN MONAT DURCH

DIE BEEINDRUCKENDEN LANDSCHAFTEN VON ARIZONA UND UTAH. DIESER

BERICHT SOLL DIR EINEN KLEINEN EINBLICK IN DIESE GANZ BESONDERE

TOUR VERSCHAFFEN. VIEL SPASS DAMIT!

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Bleigetränkte Schiessereien, rasante Pferderennen

und allgemeine Goldgräberstimmung

– von Abenteuern im Wilden Westen haben

wir als Kinder wohl alle geträumt. Obwohl

ich aus dem Alter raus bin, versetzte mich

mein Trip durch Arizona und Utah sofort in

Cowboy-und-Indianer-Stimmung. Die roten

Felsformationen schreien förmlich nach Winnetou,

Old Shatterhand und Co.

Statt Viehdieb*innen jagten wir jedoch unser

ganz persönliches Bikepacking-Abenteuer

und legten die 1.700 Kilometer durch zwei

Staaten demnach nicht auf Pferden, sondern

auf Bikes zurück.

Los ging es mit einem absoluten Wunder

der Natur– dem Grand Canyon. Das Areal

der fast zwei Kilometer tiefen Schlucht bietet

fantastische Aussichten und wundervolle

Wanderungen. Wir campten nahe am Rand

des Canyons und wurden mit einem unvergesslichen

Sonnenuntergang belohnt. Kein

schlechter Start für unseren Trip!

CANYONS,

CANYONS

UND NOCH

MEHR

CANYONS

Der Grand Canyon war nur der Anfang. Unsere

Tour war ein einmonatiges Canyon-Festival.

Little Colorado River, Canyonlands,

Marble, Red, Gold, Coral und viele namenlose

Canyons! Ich glaube, es verging kein einziger

Tag, an dem wir nicht mindestens eines

dieser Naturwunder passierten. Diese wilden

Landschaften waren wirklich einzigartig.

Superbeeindruckend fand ich den Antelope

Canyon: Durch Erosion des Sandsteins

entstanden hier die malerischsten Formationen.

Das gesamte Areal kann nur mit einem

Führer begangen werden, denn bei starkem

Regen kann der Canyon komplett überflutet

werden.

Eins meiner absoluten Highlights war der

Bryce Canyon in Utah. Die charakteristischen

Felsformationen werden Amphitheater

genannt. Sie bestehen aus unzähligen einzelnen

Felsstatuen, den sogenannten Hoodoos,

und erscheinen in den beeindruckendsten

Farbvariationen.

SO VIEL ZU

SEHEN, SO

WENIG ZEIT

Die Fahrt durch Monument Valley wird mir

noch lange in Erinnerung bleiben. Die beliebte

Region war schon Schauplatz etlicher Filme

– der wohl bekannteste unter ihnen: Forrest

Gump. Hier beschliesst Forrest, seinen

Dauerlauf zu beenden. Nach dem vergleichsweise

bergigen Umland bot uns das relativ

flache Monument Valley eine willkommene

Verschnaufpause. Eines ist sicher: Zwischen

diesen riesigen Sandsteinplateaus gab es mit

Abstand die schönsten Sonnenuntergänge,

die ich je in meinem Leben gesehen habe!

Nach ungefähr der Hälfte unseres Trips gönnten

wir uns einen Aufenthalt in Moab, dem

Outdoor-Mekka nahe Arches National Park

und Canyonlands. Egal ob Klettern, Rafting,

Canyoning, Wandern oder Jeep-Safaris – hier

findest du alles!

Um uns vom Velofahren eine Pause zu genehmigen,

entschieden wir uns für eine neue

Perspektive jenseits der Strasse beim Rafting

auf dem Colorado River! Unser Guide Daryl

unterhielt uns mit spannenden Geschichten

und jeder Menge Sprüchen. Die perfekte Erholung

vor unserer Weiterreise.

23


SCHNEE

ODER HITZE

Jenseits der Hauptsaison zu reisen hat zwar

viele Vorteile, aber das Wetter kann zu einer

echten Herausforderung werden.

Wenn wir uns morgens nicht gerade frierend

aus dem Schnee herausgraben mussten, war es

die brennend heisse Sonne, die uns aus den

Zelten schmiss. Aber wir hatten Glück – es

regnete Gott sei Dank nur bei Nacht! Ausserdem

haben wir erfreut herausgefunden, dass

Schnee ein super Isolator ist. Das Konzept

Iglu verstand ich erst zu diesem Zeitpunkt so

richtig.

UNVERHOFFT

KOMMT OFT

Neben den fantastischen Aussichten und der

atemberaubenden Natur machten vor allem

die Menschen, die wir unterwegs trafen, den

Trip zu einem unvergesslichen Erlebnis. Alle

wollten mehr über unser Bikepacking-Abenteuer

erfahren, sich austauschen oder uns

helfen.

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Mitten im Nirgendwo trafen wir beispielsweise

Jonathan, einen Mann aus Navajo, der uns

zum Abendessen mit seiner Familie zu sich

nach Hause einlud. Jonathan war genauso an

uns interessiert wie wir an ihm und so tauschten

wir uns die ganze Nacht über unsere

Kulturen aus. Wir sprechen unterschiedliche

Sprachen, haben unterschiedliche Geschichten

und leben unterschiedliche Leben, aber

eins hatten wir gemeinsam: unsere Liebe zum

Biken. Als Teenager fuhr Jonathan durchs Navajo

County und ist bis heute vom Bike-Fieber

angesteckt.

Ein kleines Stückchen unserer Strecke konnten

wir nicht per Bike zurücklegen: Im Zion

National Park gab es einen knapp zwei Kilometer

langen Tunnel, durch den man leider

nicht fahren durfte. Das hätte ein riesiges

Problem werden können! Zum Glück organisierte

uns ein freundlicher Ranger eine Mitfahrgelegenheit:

ein hilfsbereites Pärchen in

einem Pick-up Truck. Die beiden zögerten

keine Sekunde, schafften Platz auf der Ladefläche

und fuhren uns und unsere Bikes sicher

durch den Tunnel.

Während unseres Trips hatten wir etliche

solch netter Begegnungen. Ob es wohl an unseren

Velos lag? Ich bin mir sicher, dass sie uns

Glück brachten!

25


RAUS

AUS DER

SACKGASSE

MIT DEM VELO DIE VERKEHRSWENDE VORANTREIBEN

BIKESTER.CH


27


© Martin Ohliger

In der Schweiz stehen wir vergleichsweise

gut da: Es gibt hier einen fantastischen

öffentlichen Verkehr, mit dem

man zuverlässig bis auf die entlegenste

Bergspitze gebracht wird. Nichtsdestotrotz

stehen auch wir vor gewaltigen Herausforderun

gen: In den Städten staut

sich der Verkehr, während Jahr für Jahr

mehr Autos zugelassen werden und auf

den Bergen die Gletscher schmelzen.

Einfach so weitermachen wie bisher

kann nicht die Lösung sein. Es braucht

mindestens eine Verkehrswende, und

zwar um 180 Grad.

„WIR WOLLEN DEN PLATZ

AUF DER STRASSE IN EINEM

GERECHTEREN VERHÄLTNIS

AUFTEILEN.“

Ragnhild Sørensen

Pressesprecherin bei Changing Cities

VERKEHRS-

WENDE

ERKLÄRT

Was das genau bedeutet, erklärt Ragnhild

Sørensen. Sie ist Pressesprecherin bei Changing

Cities, einem Berliner Verein, der 2016

den erfolgreichen „Volksentscheid Fahrrad“

angestossen hat, der zur Verabschiedung des

ersten fortschrittlichen Mobilitätsgesetzes

in Deutschland führte: „Seit 70 Jahren wurde

bei der Verkehrsplanung nur an das Auto gedacht.

Das führt dazu, dass heute ca. 60% des

Raumes im städtischen Strassenverkehr dem

ruhenden oder fliessenden Autoverkehr gehören.

40% des Raumes sind für Busse, Radfahrer*innen,

Fussgänger*innen ... In Berlin zum

Beispiel sind 70% der Menschen nicht mit

dem Auto unterwegs und müssen sich dann

auf dem engen Platz zusammentun. Die Verkehrswende

bedeutet genau das: Wir wollen

den Platz auf der Strasse in einem gerechteren

Verhältnis aufteilen.“

DAS VELO ALS

ZENTRALER

BESTANDTEIL

DER VER-

KEHRSWENDE

BIKESTER.CH


„DIE MEHRHEIT DER

TEILNEHMER*INNEN WAR

SO ZUFRIEDEN, DASS SIE

BESCHLOSSEN HAT, ÜBER DIE

STUDIE HINAUS WEITER ZU

RADELN.“

Prof. Dr. Heimel

Projektleiterin „PendlerRatD“

Das Velo war schon immer ein fantastisches

Fortbewegungsmittel für kurze Distanzen

– es ist flexibel, sauber und günstig. Die inzwischen

weite Verbreitung des E-Bikes und

die sinkenden Preise machen es für breite

Schichten der Bevölkerung noch attraktiver.

Vor allem für Lastenvelo ist die Tretunterstützung

ein Segen. Wenn man ohne Schwitzen

erst die Kinder zur Schule fahren und danach

den Wocheneinkauf erledigen kann, dann

überlegt man sich doppelt, ob das Auto wirklich

nötig ist. Bikesharingprogramme sind zudem

die perfekte Ergänzung zum öffentlichen

Nahverkehr. Eine Autofahrt verliert drastisch

an Attraktivität, wenn zu Beginn oder Ende

einer S-Bahn-Fahrt statt 15 Minuten Fussweg

nur 3 Minuten Velofahrt warten.

All diese Faktoren greift das Forschungsprojekt

„PendlerRatD“ der Hochschule

Heilbronn in Süddeutschland auf. Im – für

Verkehrsprobleme berüchtigten – Bereich

Stuttgart sollen bisherige Autopendler motiviert

werden, auf andere Verkehrsmittel und

vor allem das Velo umzusteigen. Projektleiterin

Prof. Dr. Heimel fasst die Ergebnisse der

ersten Praxisphase zusammen: „Wir haben

den Testradler*innen ein Velo und Equipment

zur Verfügung gestellt, dazu zwei Pendelstrecken:

eine schöne und eine schnelle.

Die Mehrheit der Teilnehmer*innen war so

zufrieden, dass sie beschlossen haben, über

die Studie hinaus weiter zu radeln.“

IST DIE

VERKEHRS-

WENDE

MACHBAR?

Selbst angesichts solcher positiven Nachrichten

scheint die Verkehrswende ein schwieriges

Projekt im Autoland Deutschland. „Es ist

halt wahnsinnig schwer, weil immer nur für

das Auto geplant wurde und alle denken, dass

es so sein muss“, so Ragnhild Sørensen. „Ein

bisschen mehr Mut, wie beispielsweise im

Umweltbundesamt, wäre angebracht. Dessen

Ziele würden für Berlin mehr als eine Halbierung

des Autoverkehrs bis 2030 bedeuten.“

Bei PendlerRatD geht Prof. Dr. Heimel die

Herausforderung von der anderen Seite an:

„Ich kann nicht persönlich die Infrastruktur

ändern, dafür ist vornehmlich die Politik verantwortlich.

Deswegen ist es mir in meinen

Projekten wichtig, etwas an den Einstellungen

einzelner Menschen zu ändern. Das erreichen

wir bei PendlerRatD zum Beispiel dadurch,

dass wir transparent machen, was die Vorteile

von einem Umstieg aufs Velo sind. Das ist die

sogenannte PendlerRatD-Bilanz. Dort fliesst

ein, wie viel Geld gespart wurde, wie viel CO2

und Lärm vermieden wurde, und natürlich

auch, was man für seine Gesundheit getan

hat. Wenn man das transparent macht, kann

man viele Leute zum Umsteigen motivieren.“

29


Fakt ist: Die Verkehrswende lässt sich nicht

über Nacht herbeizaubern. Doch im urbanen

Raum gibt es ein enormes Potenzial, um auch

die vorhandene Motivation, aufs Velo umzusteigen,

mit einer guten Infrastruktur zu unterstützen.

Das muss nicht einmal schwierig

sein: „Radwege zu bauen, ist keine Raketenwissenschaft

– die Welt weiss, wie man sichere

Infrastruktur baut“, so Ragnhild Sørensen.

FANGEN WIR

ENDLICH DAMIT

AN, UNSERE

STÄDTE NICHT NUR

SICHERER UND

NACHHALTIGER,

SONDERN AUCH

LEBENSWERTER ZU

GESTALTEN!

© Fixie Inc., David Schultheiss

4 PFOTEN

AUF ZWEI RÄDERN

FÜR HUNDE BIS 45 KG.

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WWW.CROOZER.COM


RIDE

TO

WORK

Nervige Staus, verspätete Bahnen, vollgestopfte Busse – wer mit Auto oder Öffis ins Büro

gondelt, riskiert schon vor Arbeitsbeginn schlechte Laune. Und dann wartet ja noch der Weg

nach Hause. Kommt dir bekannt vor? Dann wird’s höchste Zeit, mal wieder mit dem Bike zur

Arbeit zu fahren! Die kalte Jahreshälfte können wir kaum als Ausrede gelten lassen. Warum?

Hier unsere sieben ultimativen Gründe.

31


1RAUS AUS DER

KOMFORTZONE

Klar ist es am schönsten zu Hause, die Heizung

auf fünf und die Kuchengabel im Mund.

Aber so richtig würdigen kann man das doch

erst, wenn man es sich verdient hat. Eine

Fahrt bei Nieselregen und Temperaturen

knapp über der Gefriergrenze erinnert einen

mal wieder daran, dass man lebt. Es gibt kaum

etwas Schöneres, als nach einer knackig kalten

Fahrt glücklich und zufrieden nach Hause

zu kommen und unter die warme Dusche zu

springen.

2MEHR SCHLEMMEN

Auch wenn man den ganzen Tag nur sitzt –

Hunger bekommt man irgendwann trotzdem.

Mit gutem Gewissen zu schlemmen, ist

dann allerdings schwierig. Bist du hingegen

früh schon ins Schwitzen gekommen, hast

du deinen Stoffwechsel in Schwung gebracht

und kannst dir ordentlich was gönnen. Für

die Strecke nach Hause brauchst du schliesslich

auch noch Energie. Die Plätzchenzeit

kann kommen!

3

MEHR ZEIT AM ABEND

Nutze die tägliche Fahrt gezielt als Trainingseinheit.

Fahr morgens absichtlich zu

spät los und gib dann ordentlich Gas! Oder du

nimmst auf dem Weg nach Hause den Umweg

über das Naturschutzgebiet mit dem kleinen

Berg? In jedem Fall hast du nach deiner Heimkehr

dein Sportpensum schon erfüllt und

kannst dich anderen schönen Dingen widmen

Bikester Magazin lesen zum Beispiel.

BIKESTER.CH


4

NEUE WEGE GEHEN

Den Weg zur Arbeit kennt jeder von uns inund

auswendig. Wirklich? Velofahrend kann

man völlig neue Seiten seiner Nachbarschaft

entdecken. Planungssoftware wie Komoot

kann zum Beispiel helfen, unentdeckte Ecken

auszukundschaften und versteckte Highlights

aufzuspüren.

GELD SPAREN

6zum Beispiel?

Velofahren spart Geld. Und zwar jede Menge!

Die Kohle für Benzinkosten, Versicherung,

Reparaturen oder teure Monatskarten kannst

du mit gutem Gewissen für etwas anderes auf

den Kopf hauen – ein neues Lieblings-Bike

5GESUND & GLÜCKLICH

5Velofahren macht Erkältungen das Leben

5schwer, denn es fördert das Herz-Kreis-

lauf-System und stärkt die Abwehrkräfte.

Ausserdem ist es gelenkschonend und gut für

den Rücken – perfekt für alle, die den lieben

langen Tag auf ihrem Hintern sitzen müssen.

Glückshormone werden übrigens auch noch

freigesetzt. Was will man mehr? Geistige

Fitness vielleicht, denn die fördert das Velofahren

ebenfalls. Dein Bike macht dich also

nicht nur gesund und glücklich, sondern auch

produktiver, stressresistenter und leistungsfähiger

– dein*e Chef*in wird sich freuen!

7UMWELT SCHONEN

Autofahren ist schlecht für die Umwelt – das

ist kein Geheimnis. Velofahren bietet die

perfekte Chance, nachhaltig unterwegs zu

sein und keine stinkigen Abgase in die Luft

zu pusten. Als Velofahrer*innen lieben wir die

Natur. So können wir auch einen kleinen Beitrag

dazu leisten, dass sie uns erhalten bleibt.

Also immer schön sauber bleiben!

33


Fixie Inc. floater

Singlespeed Bike

WORAUF WIR

ABFAHREN

DAVID — FIXIE INC. FLOATER

Wer bist du und was machst du bei

Bikester?

Ich bin David. Mit Unterbrechungen bin ich

bereits seit sieben Jahren bei Bikester. Ich

arbeite im Produktmanagement an neuen

Velomodellen – exklusiv für unseren Shop.

Dabei gilt es, den Überblick über den Markt,

Trends und Innovationen zu behalten. Ausserdem

muss man Sachen selbst ausprobieren,

um Entscheidungen über Komponenten

oder neue Standards zu treffen. Seit ich in

Stuttgart wohne, begleitet mich das Thema

Velofahren in der Stadt – weil es einfach schöner

und schneller ist, weil gerade die lokale

Fixed-Szene richtig Spass macht und nicht

zuletzt als politisches Statement inmitten der

Blechlawinen.

Welches Bike fährst du und warum?

Mit Abstand am häufigsten sitze ich auf

meinem FIXIE Inc. Floater - natürlich mit

starrer Nabe. Es bringt mich jeden Morgen

verlässlich und fix ins Büro und irgendwie

macht es in jeder Aufbaustufe Spass. Wir haben

schon eine Alpenüberquerung zusammen

durchgestanden und eine Monster-Tagestour

von Stuttgart über den Schwarzwald bis nach

Freiburg. Das Bike ist wendig, schnell, genügsam

und supereffizient. Der robuste Rahmen

hält auch mal was aus. Das ist am Veloständer

in der Stadt oder in der Bahn leider auch

nötig. Apropos Aufbaustufen! Das Testen

verschiedener Anbauteile hinterlässt seine

Spuren. Vom Serientrimm ist mittlerweile

fast nur der Rahmen geblieben. Neuestes Testobjekt

ist der breite Lenker mit zusätzlicher

Mittelposition. Der bringt mir eine bessere

Kontrolle, mehr Power am Berg und dient

als Halterung für die Lenkertasche. Ein alter

Schlauch im vorderen Rahmendreieck hat

sich in der Praxis ebenfalls als „Gepäckfach“

für die Regenjacke empfohlen, wird so aber

sicher nie ein serienmässiges Feature.

BIKESTER.CH


35


Das Waschen von Bikeklamotten ist nicht

gerade die schönste Beschäftigung.

Meistens wird der stinkende Haufen aus

verschiedenen Bekleidungsstücken und

Materialien schnell zusammen in die

Waschtrommel geschmissen. Wenn du

die Hose, das Trikot oder die Jacke dann

am nächsten Tag schon wieder brauchst,

kommen sie noch schnell in den Trockner.

Leider führt das ruckzuck zu Materialermüdung

– wie etwa eine ungepflegte

Kette. Wann, wie oft und womit du deine

Lieblingsstücke am besten wäschst, erfährst

du hier.

DIE BASICS

Das Motto „Jacke wie Hose“ ist so ungefähr

das Ungünstigste, was du deinen Sachen antun

kannst. Denn vor allem ist es wichtig, jedes

Kleidungsstück einzeln und für sich zu nehmen.

Allein schon der kleine Zettel an den

Klamotten mit den vielen Zeichen, die wir alle

nicht so recht zu deuten wissen, lässt ahnen,

dass es gewisse Unterschiede gibt. Deswegen

ist das grundlegende Motto: separieren, vorsortieren

und individualisieren. Das heisst vor

allem: Sportbekleidung wird nicht mit „normalen“

Klamotten zusammen gewaschen. Die

empfindlichen Stoffe und Nähte deiner Funktionsbekleidung

könnten sonst zum Beispiel

durch raue Jeansstoffe, Knöpfe und nicht geschlossene

Reissverschlüsse Schaden nehmen.

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REINIGUNG

Wie oft muss ich meine Sachen waschen?

In jedem Fall sollten Hosen mit Sitzpolster

nach jeder Ausfahrt in die Waschmaschine.

Die Bakterien, welche sich durch die Bewegung

und den Schweiss ins Sitzpolster arbeiten,

machen nämlich gleich doppelt Ärger.

Einmal „zerfressen“ sie in Kombination mit

den Salzkristallen das Sitzpolster. Des Weiteren

reizen sie euren Allerwertesten enorm.

Wie oft ihr eure Trikots, Socken und andere

Textilien wascht, ist dagegen abhängig von eurem

Geruchsempfinden (und eurem Anstand).

Was darf in die Waschmaschine?

Grundlegend erst einmal alles, wenn es auf

dem Etikett nicht anders vermerkt ist. In

vielen Fällen bietet es sich an, Waschsäcke zu

benutzen, um die Reibung durch andere Textilien

und die Waschtrommel zu reduzieren.

Die Wäschestücke sollten vor dem Waschen

auf links gedreht werden und alle Klett- sowie

Reissverschlüsse sollten geschlossen sein.

37


PFLEGETIPPS VON ASSOS

Welches Programm für welches Kleidungsstück?

Der Schonwaschgang ist generell die richtige

Wahl. Die Temperatur findest du auf dem

Waschetikett, im Zweifelsfall sind 30 Grad

die richtige Wahl. Den Schleudergang lässt du

lieber aus, stattdessen drückst du das Wasser

sanft aus der Kleidung.

Simone Hermann von Assos:

„Manche Kund*innen glauben, sie kaufen

eine Hose, die ein Leben lang hält. Diese Erwartung

können wir natürlich bei intensiver

Nutzung der Textilien nicht erfüllen. Aber

mit der richtigen Pflege kann die Lebensdauer

der Produkte stark verlängert werden.“

Welche Waschmittel sollte ich verwenden

und welche nicht?

Auf keinen Fall solltest du Weichspüler oder

Bleichmittel benutzen. Auch Pulverwaschmittel

solltest du vermeiden. Am besten ist

spezielles Waschmittel für Funktionsbekleidung.

Für wasserabweisende Kleidungsstücke

solltest du Imprägnierwaschmittel benutzen.

Kann ich den Trockner benutzen?

Auf gar keinen Fall solltest du den Trockner

benutzen. Einzige Ausnahme: Produkte mit

GORE-TEX-Membran (keine Shake-Dry-Jacken!)

kannst du trocken für 20 Minuten in

den Trockner geben, um die Imprägnierung

zu reaktivieren.

BIKESTER.CH


UNTERWEGS

AUF TOUR

Auf einer mehrtägigen Velotour ist es absolute

Pflicht, seine Sachen zu reinigen. Wenn

du das versäumst, machen sich während des

zweiten Tages im Sattel Bakterien und Salz

unangenehm bemerkbar. Daneben wird deine

Bekleidung darunter leiden. Wenn du aus

Platzgründen oder um Gewicht zu sparen

kein Waschmittel mitnehmen kannst, dann

spüle gleich nach Ankunft die Hose gründlich

mit lauwarmem Leitungswasser aus und häng

sie ins Freie. Dringend abraten wollen wir

davon, Handseife oder Duschbad zum Reinigen

zu benutzen. Die zieht zwar gut ins Polster

und in den übrigen Stoff ein, doch dann

wäscht du dich dusselig, bis das Zeug wieder

komplett raus ist.

Neben der Pflege deiner Bikebekleidung ist

es aber auch wichtig, dass du dich selbst nicht

vergisst. Dazu empfehlen wir eine heisse Dusche,

ein kühles Getränk und eine angemessen

grosse Pizza, am besten in dieser Reihenfolge.

assos –– Active Wear Cleanser Spray, 300ml

Aclima –– Wool Shampoo, 300ml

Nikwax –– Tech Wash Liquid Soap, 100ml

Holmenkohl –– Textile Wash Special Detergent, 500ml

WINNER

AWARD 2019

KÄRCHER TO GO.

Jetzt noch besser: der neue Mobile Outdoor Cleaner OC 3 Plus.

Wenn die Fahrradreinigung anstrengender als eine Bergetappe ist, wird’s

Zeit für den Mobile Outdoor Cleaner OC 3 Plus mit Bike Box. Der Flachstrahl

befreit sensible Teile sicher von Schmutz, mit der Universalbürste

lässt sich hartnäckiger Dreck mühelos entfernen. Ausgestattet mit integriertem

Lithium-Ionen-Akku und neuem, abnehmbarem 7 Liter-Wassertank

ist er der perfekte Begleiter bei jeder Bike-Tour.

www.kaercher.de/oc3plus

39


BIKE

WASH

SCHNELLES PUTZEN NACH DER SCHLAMMSCHLACHT

Mountainbiker schreckt kein Schlamm, und auch alle anderen Velofahrer sammeln bei

schlechtem Wetter gewaltig Dreck am Bike. An sich unproblematisch, denn die Bikes

funktionieren trotzdem. Jedoch setzt man dem Material damit ordentlich zu. Unsere Empfehlung

nach der Herbsttour: nach dem Spass nicht ausruhen, sondern putzen. So erhöhst

du die Lebensdauer deines Equipments deutlich.

BIKESTER.CH


Warte nach der Ausfahrt nicht zu lange mit

der Bikewäsche. Solange der Schmutz nicht

angetrocknet ist, geht er schnell wieder runter.

Mit etwas Wasser, Bikereiniger, Bürsten

und Kettenöl ist dein Bike schnell sauber und

knarzfrei bereit für den nächsten Einsatz. Wir

zeigen dir, was für eine gute Bike-Wäsche nötig

ist und wie du das Bike in wenigen Schritten

wieder sauber bekommst.

MIT DIESEM MATERIAL

GELINGT DIE PUTZAKTION:

• ein Montageständer ist ideal, ein Veloständer funktioniert ebenfalls gut

• ein Eimer mit warmem Wasser oder ein Gartenschlauch mit Wasseranschluss

• biologisch abbaubarer Bikereiniger, Kettenreiniger, Kettenöl, Pflegespray

• weiche Bürste, Schwamm oder Lappen für die Nasswäsche

• Baumwolllappen für die Trockenwäsche

• fusselfreier Lappen für die Kette

• Bürsten für hartnäckigen Schmutz an Rahmen, Laufrädern und Antrieb

Nicht eingetrocknet lässt sich der grobe

Dreck mit einer weichen Bürste und etwas

Wasser gut entfernen. Getrockneten

Schlamm an Rahmen, Gabel, Dämpfer, Laufrädern

und Antriebsteilen sollte man zuerst

mit Wasser, einer weichen Bürste oder einem

Schwamm einweichen. Danach kann das Bike

mit einem Reiniger grosszügig eingesprüht

werden. Fünf Minuten Einwirkzeit genügen,

bevor es weitergeht. Zum Abspülen des Reinigers

nimmst du erneut die weiche Bürste und

sauberes Wasser. Trockne dann die nassen

Stellen mit einem sauberen Lappen ab.

41


Als Nächstes werden Kassette, Kettenblätter,

Schaltwerk und Umwerfer vom Schmutz

befreit. Nutze dafür am besten eine spezielle

Ritzelbürste.

Sprühe jetzt die Kette mit dem Kettenreiniger

ein und lass auch diesen fünf Minuten einwirken.

Achte darauf, dass kein Reiniger an die

Scheibenbremse oder Bremsscheibe kommt.

Die Bremse könnte dadurch ihre Funktionstüchtigkeit

verlieren. Mit einem Lappen lässt

sich danach der Reiniger und der Schmutz von

der Kette wischen. Ist der Dreck etwas hartnäckiger,

wiederhole das Ganze.

Trage das Kettenöl tröpfchenweise auf die

Kette auf. Lass das Öl auch hier wieder ein

paar Minuten einwirken und drehe einige

Male die Kurbel rückwärts. So kann sich das

Öl gleichmässig verteilen. Danach ziehst du

die Kette durch einen Lappen, bis sie wieder

relativ trocken ist. Denn zu viele Ölreste auf

der Aussenseite ziehen neuen Dreck wieder

magisch an.

BIKESTER.CH


Als Letztes sprühst du gleichmässig das Pflegespray

auf Rahmen und Antriebsteile. Lass

es kurz einziehen, bevor du zum Trocknen

und Polieren übergehen kannst.

Das Bike glänzt nun wieder wie neu und ist

bereit für den nächsten Einsatz.

VIER TIPPS FÜR DEINEN

NACHHALTIGEN BIKE WASH:

• Benutze bitte keinen Hochdruckreiniger an der Tankstelle. Fette und Öle werden

so aus den Lagern gespült. Wasser gelangt in Rahmen und Gabel. Für Eilige: Es

gibt Druckreiniger, die mit geringerem Druck arbeiten.

• Vergiss nicht, die Umlenkröllchen am Schaltwerk zu reinigen. Hier sammelt sich

schnell viel Dreck und die Kette läuft immer mittendurch. Durch Rückwärtsdrehen

der Kurbel lässt sich der Dreck mit einem Reifenheber schnell beseitigen.

• Knarzt oder quietscht die Kette nach der Ölung, solltest du die Reinigung

wiederholen.

• Nutze bei trockenem Wetter Trockenschmiermittel. Fährst du häufig bei

feuchten Bedingungen, greife zu einem speziellen Nassschmiermittel.

Peaty's –– Foaming Drivetrain Degreaser Muc-Off –– 8 in 1 Bike Cleaning Kit Dynamic –– Wet 2-K Kettenschmierstoff

43


Orbea Orca Aero M20i

Team Disc

Aero-Rennvelo

WORAUF WIR

ABFAHREN

JULIA — ORBEA ORCA AERO

Wer bist du und was machst du bei

Bikester?

Ich bin Julia und kümmere mich bei Bikester

primär um Kommunikation und Brandingthemen.

Es ist eine extrem spannende Aufgabe

zu erarbeiten, wie sich Bikester „in echt“

anfühlt – also wie und wo man die Marke

wirklich erleben kann. Die Zeit, die mir neben

dem Job bleibt, verbringe ich viel mit

Sport – vor allem mit dem Rennvelo und beim

Triathlon bis ca. zur Mitteldistanz. Natürlich

spielt deswegen das Bike nicht nur beruflich,

sondern auch als Trainingspartner und Wettkampfgerät

eine besondere Rolle.

Ich bin „Späteinsteigerin“ im Triathlon – was

aber nicht bedeutet, dass ich nicht versuche,

als ambitionierte Amateurin die bestmögliche

Leistung zu bringen. Eine gesunde Portion

Ehrgeiz steckt wohl in mir.

Welches Bike fährst du und warum?

Auf mein Orbea Orca Aero mit Scheibenbremsen

habe ich mich unheimlich gefreut.

Es ist nicht einfach, ein Bike „von der Stange“

für kleine Frauen zu finden, das alle Anforderungen

und Wünsche erfüllt und optisch

ansprechend, also kein „Mädchenrad“ ist.

Bei 47 cm Rahmenhöhe wird die Luft plötzlich

sehr dünn, wenn eine sportliche Sitzposition

mit etwas Überhöhung im Lastenheft

steht. Gefunden habe ich alles in dem kleinen

spanischen „Orca“, mit dem ich wirklich

happy bin. Mit noch ergänztem Laufradsatz

(Swiss Side Hadron 625) und der Lenker-Vorbau-Einheit

(Vision Metron 6D) ist es ready

to race. Die Feuertaufe haben wir schon beim

VELOFONDO 24h-Rennen erfolgreich hinter

uns gebracht. Ich freue mich schon sehr

auf mehr gemeinsame Runden und Rennteilnahmen.

ORBEAUTY oder ORBEAST – ein bisschen

stimmt beides, und gerade deswegen ist es ein

„perfect match“.

BIKESTER.CH


GRAVEL

M A L L O R C A


Mallorca ist für Rennvelofans ein echter

Klassiker. Trainingslager auf der Baleareninsel

gehören zum Standard-Tipp

aller, die auch dann die dünnen Reifen

surren lassen möchten, wenn das heimische

Frühjahr noch nass kalten Winterblues

hervorruft. Ist Mallorca auch etwas

für den späten Saisonausklang, wenn zu

Hause eher der Wunsch nach Glühwein

aufkommt? Und macht die Insel auch

mit dem Gravelbike Spass? Wir haben

im Herbst „Gravellorca“ kurzerhand ausprobiert.

Bis wir unsere Finca erreichten, war alles wie

gewohnt. Der Flug war günstig und kurz und

mit dem Mietauto waren wir ruckzuck am

Ziel in Cala Llombards. Der kleine Ort liegt

im Süden der Insel, rund 45 Autominuten

vom Flughafen entfernt. In der Nebensaison

liegt hier sprichwörtlich der Hund begraben.

Kaum angekommen, fühlten wir uns schon

wie im Urlaub. Gemütliche Fincas, enge

Gassen und statt Eichen und Fichten sorgten

Palmen und Kakteen für grüne Akzente.

Getaucht ins rote Licht der untergehenden

Sonne, zeigte sich uns Mallorca zur Begrüssung

von seiner schönsten Seite. Wir konnten

es kaum erwarten, am nächsten Tag zur ersten

grossen Tour aufzubrechen.

Der Traum vom Frühstück auf der Dachterrasse

platzte beim morgendlichen Blick aus

dem Fenster, der zu Hause in Deutschland

nicht grauer hätte sein können. Was war denn

hier los? Nun – wir hatten November, und zu

dieser Zeit hat auch auf Mallorca der Sommer

Pause. Die Chancen auf freundliches Wetter

bei angenehmen Temperaturen sind hier

dennoch höher als daheim. Auch wenn es die

ersten zwei Tage tüchtig regnete, freuten wir

uns später über herrlichen Sonnenschein –

BIKESTER.CH


DIE

MORGENSONNE

TAUCHTE

DIE FELSEN

IN WARMES

LICHT. JEDER

SCHNAPPSCHUSS

SAH GLEICH AUS

WIE AUS DEM

REISEKATALOG.

perfekt für die lange Tour, die wir geplant hatten.

Wir wollten ein Stück parallel zur Küste fahren,

bevor wir dann hoch zum Sant Salvador klettern

wollten. Allerdings wollten wir ihn nicht über

die Strasse bezwingen, sondern hatten unsere

GPS-Geräte mit einer Offroad-Variante gefüttert.

47


Santini Sleek 99 Jersey SS

Kurzarm-Rennvelo-Trikot

Kask Rapido

Rennvelo-Helm

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Armlinge

Giro Bravo Gel

Kurzfinger-Velohandschuhe

Die Tour war kaum gestartet, schon legten

wir die erste Pause ein. Die Aussicht von

den Klippen hinunter aufs Mittelmeer war

einfach derart schön, das mussten wir einen

Moment lang geniessen. Die Morgensonne

tauchte die steilen Felsen in ein warmes

Licht, das dafür sorgte, dass jeder mit dem

Handy geschossene Schnappschuss aussah

wie aus dem Reisekatalog. Als es weiterging,

erblickten wir am Horizont dunkle Wolken,

die für eine dramatische Stimmung sorgten,

vor allem aber der von uns missachteten Wettervorhersage

Nachdruck verliehen. Würde

es Regen geben? Die Frage war bald beantwortet,

als wir bibbernd im Eingang des Mini-Supermarkts

von S’Horta darauf warteten,

dass der Regen nachliess.

Als es etwas trockener wurde, fuhren wir

weiter. Von der Hauptstrasse auf die Nebenstrasse,

auf den Feldweg, auf den Singletrail,

auf den astreinen Wanderpfad. Zwar mussten

wir immer wieder mal absteigen, dennoch

war es richtig schön hier und wir genossen

das Abenteuer. Zwischendurch, wenn sich

die tiefen Wolken über uns etwas auflockerten,

konnten wir einen Blick auf das Christkönig-Monument

auf dem Gipfel des Puig

de Sant Salvador erhaschen. Angesichts der

immer schmaler werdenden Wege wurden

wir allerdings das Gefühl nicht los, dass wir

noch eine ordentliche Wanderung vor uns

hatten. Damit lagen wir leider nicht falsch

… Die Rennvelofahrerin, die soeben über

die Strasse nach oben gefahren war, staunte

nicht schlecht, als wir mit den Bikes über den

Schultern aus der entgegengesetzten Richtung

angestapft kamen, um ebenfalls unser

Zielfoto zu schiessen.

Auf diese Weise erkundeten wir im Laufe der

Woche noch einige andere „Leckerbissen“ wie

zum Beispiel den Bahntrassenweg von Manacor

nach Artà. Spätestens nach der perfekten

Rückfahrt über autofreie Schotterstrassen

waren wir uns sicher, dass es sich absolut gelohnt

hatte, Mallorca mit dem Gravelbike zu

entdecken. Auf jeder unserer Touren hatten

BIKESTER.CH


wir so schöne Orte entdeckt, die wir niemals

gefunden hätten, wenn wir von asphaltierten

Strassen und Wegen abhängig gewesen wären.

Gravellorca? Gravellorca! Unser Geheimtipp

für die Insel, die selbst ganz sicher kein Geheimtipp

ist.

GRAVELLORCA?

GRAVELLORCA!

49


© VAUDE, Moritz Attenberger

IMP

RES

SUM.

Bikester Magazin | Einzelheft CHF 5.00

Herausgeber:

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www.bikester.ch

Amtsgericht Stuttgart

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Redaktioneller Stand: 08. Oktober 2019

Redaktion und Grafik:

Anton Hoge, Bastian Steinecker, Christian Wenglorz, Florian Winter,

Jonas Christoph, Jürgen Grotsch, Martin Ohliger

Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Florian Ahlbeck, Herwig Frenzel, Joanna Mackiewicz, Julia Appel,

Julia Heckmann, Martin Donat, Martin Staffa, Stephan Geiss,

Stephan Peters

Unsere Druckerei und das Papier des Bikester Magazins sind

FSC-zertifiziert

BIKESTER.CH


DRAUSSEN

M EHRERLEBEN!

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