Berliner Zeitung 11.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

Preisdrücker: Warum sich Feilschen lohnt – Wirtschaft Seite 6

Kolumne

von

Katja Berlin

Seite 8

1°/8°

Sonnig,aber kalt

Wetter Seite 28

Berliner Senat will

gläserne Verwaltung

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Das Erfolgsgeheimnis

von Union Berlin

Sport Seite 20

Montag,11. November 2019 Nr.262 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Als in Ost-Berlin der erste

private Modeladen entstand

Stadtgeschichte Seite 10

Brasilien

Gegenspieler

des starken

Mannes

VonKlaus Ehringfeld

Eswar eine kämpferische Rückkehr

aus dem Gefängnis auf die

politische Bühne Brasiliens.Vor Tausenden

Anhängern inSão Bernardo

do Campo im Süden São Paulos präsentierte

sich Lula da Silvanur einen

Tag nach seiner überraschenden

Haftentlassung: „Ich bin wieder da“,

rief der 74-Jährige am Sonnabend,

sichtlich schlanker und mit neuer

Freundin.

Seine 45-minütige

Rede auf

einem Lastwagen

vor dem Sitz

der Metallarbeitergewerkschaft

wurde live imInternet

und Pay-

Lula da Silva, TV übertragen.

raus aus dem Gefängnis,

zurück in der Politik der Ex-Präsident

Jetzt ist klar, dass

die brasilianische

Politik aufmischen und die Konfrontation

mit seinem Erzfeind suchen

wird, dem rechtsradikalen

Staatschef Jair Bolsonaro. Dabei ist

nicht klar, wie lange Lula überhaupt

auf freiem Fußbleiben kann.

580 Tage hatte der linke Ex-Präsident,

er regierte von 2003 bis 2010,

nach einer von Zweifeln überschatteten

Verurteilung wegen Vorteilsnahme

im Gefängnis gesessen. Lula

profitierte jetzt von einem höchstrichterlichen

Urteil, das es verbietet,

Angeklagte vor der letztinstanzlichen

Entscheidung in Haft zu nehmen.

Mit Lula kommen rund 5000

weitere Häftlinge frei. Er muss erst

dann wieder hinter Gitter, wenn in

dem aktuell laufenden Verfahren alle

Instanzen ausgeschöpft sind und er

rechtskräftig verurteilt werden sollte.

Lula da Silva wurde im Januar

2018 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Die Richter sahen es trotz fehlender

Beweise als erwiesen an, dass er in

seiner Amtszeit den Baukonzern

OAS bevorteilte. Dafür habe er von

dem Unternehmen im Gegenzug

eine teure Penthouse-Wohnung im

Seebad Guarujá aufwendig renovieren

lassen. Die Liegenschaft gehört

zwar weder Lula noch seiner Familie,

aber die baulichen Veränderungen

sollen nach den Wünschen seiner im

Februar 2017 verstorbenen Frau Letizia

vorgenommen worden sein.

Am Sonnabend versprach er, die

Annullierung seiner Strafen und Verfahren

erreichen zu wollen. Zumal es

Hinweise gibt, dass es sich um ein

politisch motiviertes Urteil handelte,

um ihn von der Präsidentschaftskandidatur

vergangenes Jahr abzuhalten.

Lula da Silva führte in allen

Umfragen, bevor er im Gefängnis

verschwand.

Lulas Worte waren nun voller

Wut, aber auch Kampfeswillen.

„Wenn wir gut arbeiten und den

Kopf einsetzen, dann können wir,die

so genannte Linke, die Bolsonaro so

sehr fürchtet, die Ultrarechte 2022

schlagen“. Lula kündigte zudem an,

in den kommenden Wochen ganz

Brasilien bereisen zu wollen. Es war

eine Wahlkampfrede, ohne dass es

einen Wahlkampf gibt.

Wendezeiten

Berlin feiert den Mauerfall. Christian Schulz, Fotograf der Berliner Zeitung,

war in der Stadt unterwegs –wie schon vor 30 Jahren. Seiten 2und 3 3

Gesundheitsrisiko Bundestag

Nach dem Kollaps von zwei Abgeordneten fragt die Berliner Zeitung Parlamentarier: Ist die Belastung zu hoch?

VonChristine Dankbar

Zwei Notfälle im Bundestag

haben Ende vergangener

Woche ein Schlaglicht auf

die Arbeitsbedingungen

der Bundestagsabgeordneten geworfen.

Der CDU-Politiker Matthias

Hauer war am Donnerstag während

seiner Rede zusammengebrochen,

die Linken-Abgeordnete Simone

Barrientos erlitt am frühen Abend einen

Schwächeanfall, als sie während

einer namentlichen Abstimmung in

der Schlange stand, um ihr Kärtchen

in die Urne zu werfen. Beide Male

wurde die Sitzung unterbrochen.

Nungibt es eine Diskussion über die

Arbeitsbelastung vonPolitikern.

Auf schriftliche Anfrage der Berliner

Zeitung meldeten sich binnen

kurzer Zeit fast hundert Bundestagsabgeordnete,

umAuskunft über ihre

Arbeitsbelastung zu geben: Diemeisten

gaben an, zwischen 70 bis 80

Stunden proWoche zu arbeiten, verbanden

diese Angabe aber jeweils mit

dem Hinweis, dass man sich aber

nicht beschweren wolle. Die Lage ist

heikel für die Volksvertreter, weil sie

als privilegiertund gut bezahlt gelten.

Beschwerden über die Arbeit kommen

da beimWähler eher ungut an.

Interessanterweise erklärten viele

Abgeordnete in den Mails,dass ihnen

weniger die Arbeitsbelastung zu

schaffen mache als die Geringschätzung

der Öffentlichkeit. Sie habe das

Gefühl, ständig beobachtet zu werden

und bei jeder Gelegenheit gnadenlos

vorgeführt zu werden, gab

eine Politikerin an. Das musste auch

der CDU-Abgeordnete Hauer erfahren.

Er fing während seiner Rede vor

laufenden Kameras an zu zitternund

musste sich dann vorOrt mithilfe von

Kollegen hinlegen. In Minutenschnelle

waren ersten Bilder davon in

den sozialen Medien aufgetaucht –

zum Teil verbunden mit hämischen

Kommentaren. Da verwundert es

kaum, dass viele Abgeordnete die Arbeit

in ihren Wahlkreisen sehr viel lieber

machen als die in Berlin. Die

Hauptstadt wird von einigen als ruppig

und rücksichtslos beschrieben.

Für den Neuköllner SPD-Abgeordneten

Fritz Felgentreu ist das eher

kein Problem. Er sehe die „Ochsentour“

durch die Partei, die Arbeit in

der Kommunal- oder Landespolitik

sowie die harten Wahlkämpfe auch

„als eine ArtBestenauslese,die garantiert,

dass nur Personen in das Amt

des Bundestagsabgeordneten gelangen,

die die psychische und physische

Stärke dafür besitzen“, sagte der

51-Jährige der Berliner Zeitung. Seine

Arbeitszeit in Sitzungswochen

schätzte er auf 70 Stunden, in Wahlkreiswochen

auf 50 bis 60 Stunden

proWoche. Felgentreu sitzt seit 2013

im Bundestag. In dieser Legislaturperiode

sei die Arbeit wegen der vielen

Fraktionen und der schwierigen Verhältnisse

aber noch einmal anstrengender

geworden. Vorallem die Sitzungstage

seien länger geworden.

Dasbestätigt auch die Grünen-Abgeordnete

KatjaKeul.„Dieparlamentarischen

Verfahren laufen schlicht aus

dem Ruder“, teilte sie per Mail mit.

Aus dem Ruder läuft regelmäßig

die Tagesordnung am Donnerstag –

dem Tag, an dem die beiden Abgeordneten

umkippten. Ein Abgeord-

„Die parlamentarischen Verfahren laufen

schlicht aus dem Ruder.“

Katja Keul,

Grünen-Bundestagsabgeordnete,

über lange Parlamentssitzungen

neter schickte als Anlage seiner Mail

das sogenannte „Balkenschreiben“

mit. Darinist der genauereAblauf für

den vergangenen Donnerstag aufgelistet,

mit dem Hinweis auf namentliche

Abstimmungen, zu denen die

Abgeordneten anwesend sein müssen.

Laut Ablaufplan war das Ende

des Sitzungstages für Freitagfrüh

4.30 Uhr vorgesehen, es wurde im

Laufe des Tages dann aber auf 5.30

Uhr festgesetzt. Dreieinhalb Stunden

später sollte der Bundestag

schon wieder zur großen Mauerfalldebatte

zusammentreten, natürlich

möglichst vollzählig, weil sich das

sonst im Fernsehen schlecht macht.

Diese Praxis kritisierte auch der

frühere SPD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete

Martin Schulz.

Es mache die Leute kaputt, wenn sie

in Bundestagswochen in Berlin ständig

Abendveranstaltungen und

Nachtsitzungen absolvieren müssten,

sagte Schulz dem ARD-Hauptstadtstudio.

Die Linken-Abgeordnete

Anke Domscheit-Berghatte zuvor

getwittert, sie kenne kaum Bundestagskollegen

ohne chronischen

Schlafmangel.

Dass zumindest am Donnerstag

alle etwas früher ins Bett kamen, lag

an der AfD. Deren Fraktion hatte die

Beschlussfähigkeit des Parlaments

angezweifelt und eine namentliche

Abstimmung beantragt. Dabei zeigte

sich, dass weniger als die Hälfte der

Abgeordneten anwesend war,die Sitzung

wurde abgebrochen. Die AfD

hatte eine derartige Situation bereits

im vergangenen Jahr heraufbeschworen.

Damals hatten die Abgeordneten

einen AfD-Kandidaten bei der Wahl

zum Bundestagsvizepräsidenten

durchfallen lassen. Am Donnerstag

geschah das Paul Podolay von der

AfD. Im Januar 2018 hatte Fraktionschef

Alexander Gauland den Abbruch

der Sitzung als Revanche für die gescheiterteWahl

bezeichnet.

Diezunehmende Aggressivität im

Parlament bezeichneten viele Abgeordneten

bei der Umfrage der Berliner

Zeitung als einen weiteren

Grund für die gestiegene Arbeitsbelastung.

Es gab allerdings auch andere

Stimmen. So sagte der Linken-

Abgeordnete Klaus Ernst: „Jammern

gilt nicht. Keiner ist gezwungen, Abgeordneter

zu werden.“

CHRISTIAN SCHULZ

Koalition

einigt sich auf

Grundrente

Einkommen wird geprüft,

nicht die Bedürftigkeit

VonTobias Peter

Die große Koalition hat sich nach

langem Streit beim Thema

Grundrente geeinigt. Menschen, die

Jahrzehnte in die gesetzliche Rentenversicherung

eingezahlt haben,

aber nur eine sehr geringe Rente bekommen,

sollen damit besser gestellt

werden. Die kommissarische

SPD-Vorsitzende Malu Dreyer

sprach nach stundenlangen Verhandlungen

im Kanzleramt in Berlin

von einem „sozialpolitischen Meilenstein“.

CDU-Chefin Annegret

Kramp-Karrenbauer sagte, es sei

„eine gute und auch für die CDU vertretbareLösung“

gefunden worden.

DieGrundrente soll bis zum 1. Januar

2021 für Bestands- und Neurentner

eingeführt werden. Konkret

geht es um Menschen, die 35 Beitragsjahre

haben, inklusive Zeiten

für Kindererziehung und Pflege.

Weniger Arbeitslosenversicherung

Die designierte SPD-Vorsitzende

Malu Dreyer sagte, vor allem Frauen

würden vondem Kompromiss profitieren.

Die von der Koalition geplante

Grundrente soll zwischen 1,2

und 1,5 Millionen Menschen erreichen.

Nach Angaben von CSU-Chef

Markus Söder ist mit Kosten von 1

bis 1,5 Milliarden Euro zu rechnen.

„Der Zugang zur Grundrente erfolgt

über die Feststellung des Bedarfes“,

heißt es im Einigungspapier

von CDU, CSU und SPD. Dabei soll

es eine Einkommensprüfung geben:

Wer ein Einkommen von mehr als

1250 Euro als Einzelperson oder von

mehr 1950 Euro als Paar hat, soll

keine Grundrente bekommen. Allerdings

soll es beim Einkommensfreibetrag

wie auch bei der Zahl derRentenjahreeine„kurze,wirksame

Gleitzone“

geben. Das Einkommen wird

zwischen Rentenversicherung und

Finanzbehörden abgeglichen.

WeitereTeile der Einigung: Wer35

Jahre indie Rentenkasse eingezahlt

hat und trotzdem Grundsicherung

beziehen muss,sollmehr vonder eigenen

Rente behalten können. Die

betriebliche Altersvorsorge soll gestärkt

werden. Und: Der Beitrag zur

Arbeitslosenversicherung soll befristet

bis Ende 2022 auf 2,4 Prozent gesenkt

werden.

PolitikSeite 4, Kommentar Seite8

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2* Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Zeitenwende

Übermut und Überforderung.Checkpoint Charlie am 9. November 1989. CHRISTIAN SCHULZ (12)

Diskret indiskret. Helga-Paris-Ausstellung in der Akademie der Künste.

Go West. S-Bahnfahrtzum Zoo am 10. November 1989.

Es sollte dieses Jahr etwas

Neues sein, etwas Kleineres,

Dezentrales, Nachdenklicheres

– und am Ende war es

doch wie immer:Die Bühnenshowam

30. Jahrestag des Mauerfalls am Sonnabend

vor dem Brandenburger Tor

platzte aus allen Nähten. Tausende

Menschen streunten bei immerhin zunehmend

freundlicher werdendem

Herbstwetter im großen Bogen um das

Brandenburger Torherum. Aufder Suche

nach einem Eingang zum Festgelände,

bei dem man nicht mindestens

eine Stunde lang an den Kontrollstellen

anstehen musste.

So spielten Dirk Michaelis, Anna

Loos, Die Zöllner,Trettmann, Zugezogen

Maskulin und die Staatskapelle

Berlin zwar vorZehntausenden, die es

irgendwie zum Torgeschafft hatten –

etliche blieben aber Zaungäste.

Bereits am Nachmittag mussten

mehrere Eingänge geschlossen werden,

darunter jene an der Ebertstraße

und zum Reichstagsgebäude hin. Der

Andrang sei zu groß gewesen, sagte die

Polizei. Wasdazu führte, dass es an allen

anderen Eingängen nur quälend

langsam voranging. Viele Besucher

drehten genervt um. Keine Ahnung,

wie viele sich an diesem Abend rühmten,

Grenzen überwunden zu haben –

und ging es diesmal nur um Zäune,die

es zu überklettern galt, um sich

schließlich durch die Büsche des

dunklen Tiergartens zu schlagen.

So wurde es zu einem Abend der

Nebenschauplätze. Ob nun am Alexanderplatz,

wo Passanten entspannt

mit ihren Handys die Videoinstallationen

filmten, die auf die Behrens-Bauten

projiziert wurden; oder im Sony-

Center am Potsdamer Platz, wo die

Menge zu den Klängen einer Rockband

voller alter Männer wippte –die

Stadt war bis spät in den Abend auf

den Beinen.

Derweil ging es auf der Bühne am

Brandenburger Torrecht ernsthaft zu.

So sagte Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier, dass die Mauer zwar

weg sei. Aber in Deutschland seien

„neue Mauern entstanden, Mauern

aus Frust, Mauern aus Wut und Hass,

Mauern der Sprachlosigkeit und der

Entfremdung“. Jeder könne dazu beitragen,

sie wieder einzureißen. „Wir

dürfen nicht zulassen, dass Menschen

ausgegrenzt und angegriffen werden“,

dass die Demokratie verhöhnt werde.

Der Regierende Bürgermeister Michael

Müller (SPD) sagte, man müsse

„Populisten, die Hass und Hetze verbreiten“,

entgegentreten. Er erinnerte

an die Opfer der SED-Diktatur und die

Menschen in der DDR, die für ihre

Freiheit gekämpft haben. Die friedliche

Revolution sei eine unglaubliche

Leistung gewesen, die großen Mut erfordert

habe. Dasselbe hatte er fast

wortgetreu bereits am Freitag im Abgeordnetenhaus

gesagt. Aber wie eine

Aussage durch Wiederholung nicht

Feiern und ein

Moment der Stille

Zehntausende sahen sich die Show anlässlich

des Jahrestags des Mauerfalls am

Brandenburger Toran. Doch es wird auch an

die Pogromnacht von 1938 erinnert

VonElmar Schütze

gleich richtig wird, wirdsie dadurch sicher

auch nicht gleich falsch.

Es gab einen starken Moment: Marianne

Birthler, Bürgerrechtlerin und

später Beauftragte für die Stasi-Unterlagen,

sorgte für Stille. Der Moment

sollte dem Gedenken an diejenigen

dienen, deren Leben durch die Diktatur

zerstörtwurde oder die ums Leben

kamen. An jene, die in sowjetische

Straflager kamen, denen eine höhere

Schulbildung verwehrt wurde, die

überwacht, eingesperrt oder verraten

oder an der Grenzegetötet wurden. Sie

denke aber auch an die, die verraten

haben und heute darunter leiden.

Birthler sagte auch noch, dass nur

diejenigen das moralische Recht hätten,

sich auf die friedliche Revolution

zu berufen, die heute für Offenheit

und Freiheit eintreten. „Wer dagegen

seinem Hass freien Lauf lässt und anderemit

Worten und Taten bedroht, ist

nicht besser als die Stasi, die Menschenleben

zersetzte und zerstörte.“

Sie wolle nicht zulassen, dass die AfD

den Herbst 89 für sich vereinnahme.

Bereits am Vormittag hatten Bundespräsident

Steinmeier und Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) in der

Mauergedenkstätte an der Bernauer

Straße Blumen in die Hinterlandmauer

gesteckt. Zur Erinnerung an

den Mutder DDR-Opposition wurden

Kerzen angezündet. An den Feierlichkeiten

nahmen die Staatspräsidenten

der Slowakei, Polens,Tschechiens und

Ungarns teil. Steinmeier dankte den

Menschen in diesen Staaten für ihren

Beitrag zurWiedervereinigung. Anders

als in früheren Jahren war kein Staatsoder

Regierungschef der Weltkriegs-

Alliierten angereist.

Merkel sagte bei einer Andacht in

der Kapelle, dass der 9. November ein

Schicksalstag für die Deutschen sei

und mit den Novemberpogromen von

1938 und dem Fall der Mauer 1989 die

„fürchterlichsten und glücklichsten

Momente in der deutschen Geschichte“

vereine. Im Übrigen solle

man sich nicht entmutigen lassen,

denn: „Keine Mauer, die Menschen

ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so

hoch oder so breit, dass sie nicht doch

durchbrochen werden kann.“

Freundin und Helferin. Zur Feier waren vor allem Touristen unterwegs.

Wahnsinn. Sogar ein Moskwitsch 412 kam durch.

Dieses Lächeln. Selfie am Checkpoint Charlie.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 3 *

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Zeitenwende

Flagge zeigen. Der Pariser Platz, wenige Tage vor den Jubiläumsfeierlichkeiten.

„Man muss die Gesichter zeigen“

Fotograf Christian Schulz war am Abend des 9. November 1989 an der Mauer –und nun, 30 Jahre danach, erneut

Wie für ihn die Nacht der

Nächte begann, weiß

Christian Schulz noch

genau. Er sei von seinen

damaligen Chefs bei der taz geschickt

worden, sagt der 58-Jährige, der seit

vielen Jahren regelmäßig für die Berliner

Zeitung fotografiert. Also ging er

los und hielt den zeitgeschichtlichen

Moment in zahllosen Bildern fest.

Jetzt, 30 Jahre danach, sei vom Zauber

des 9. 11. 1989 jedoch fast nichts geblieben,

sagt er.

ZUR PERSON

Christian Schulz kam 1981 als 20-Jähriger aus dem Sauerland nach West-Berlin. Hier fotografierte

er Ereignisse, Menschen und die Stadt mit ihrer alternativ-punkigen Hausbesetzerszene,

deren Konzerte und Partys.

Ichwar zwar drüben, habe aber tatsächlich

so gut wie nicht fotografiert.

Das ist eigentlich schade, aber es gab

immer so eine Angst, dass das verboten

ist. Dabei hat mich der Osten schon

interessiert. Ich habe mich immer gefragt,

warum er immer so grau dargestellt

wird. Das konnte doch nicht

stimmen. Als ich dann das erste Mal

drüben war,war ich überrascht, dass es

tatsächlich so grau war.Obwohl: West-

Berlin war auch grau, aber mit Coca-

Cola-Reklame dazwischen.

Original oder Fälschung? Auf Berlin-Besuch an der East Side Gallery.

Christian, weißt du noch, wo du am

9. November 1989 zuerst hingegangen

bist?

Zum Checkpoint Charlie. Die taz-

Redaktion lag ja gleich um die Ecke.

Am Potsdamer Platz war ich erst später.AmCheckpoint

Charlie bin ich auf

eine Mauer an der Seite des Grenzübergangs

geklettert und habe mir alles

angeguckt. Ichmochte und mag eigentlich

keine Massenansammlungen.

Viele an dem Abend waren ja euphorisch.

Dastrifft es bei mir nicht so ganz,

aber beeindruckend war es schon.

Es gibt viele Bilder von dem Abend, für

die Fotografen weit oben gestanden haben,

um möglichst den Überblick zu

haben, die Massen zu zeigen. Wie hast

du gearbeitet?

Ganz anders.Mir ist es immer wichtig,

alle Facetten festzuhalten. Man

muss die Gesichter zeigen, die Körper,

wie sie sich zueinander verhalten. Ich

stand also auf dieser Mauer, als die

Aus den 80ern stammen auch die Bilder aus seinem Buch „Die wilden Achtziger.Fotografien

aus West-Berlin“, erschienen 2016 im Lehmstedt Verlag.

Am Tag, als die Mauer fiel, war Christian Schulz in der Stadt unterwegs. Damals fotografierte

er in Schwarz-Weiß. Die Berliner Zeitung hat ihn gebeten, genau 30 Jahre danach, erneut mit

seiner Kamera die Stimmung in der Stadt einzufangen.

Menschen vor und hinter mir die

Grenze passierten. Zum Glück war

meine Mauer nicht so hoch, vielleicht

zwei Meter.Sowar ich nah dran.

DieFrage klingt jetzt doch sehr allgemein,

aber: Washat sich denn für dich verändertinden

vergangenen 30 Jahren?

Meine Arbeitsmöglichkeiten haben

sich natürlich enorm verbreitert. Obwohl

ich mich daran erinnern kann,

dass ich bereits vor dem Mauerfall, es

wird etwa Oktober 1989 gewesen sein,

im Auftrag der NewYorkTimes einen Jugendclub

in Köpenick fotografierthabe.

Wieich an den Auftrag gekommen bin,

weiß ich heute aber gar nicht mehr.

Aber nach dem Mauerfall ging’s richtig

los, auch mit Aufträgen für den Stern

und so.Das wäreohne den Mauerfall sicherlich

nicht so einfach gewesen. Ich

habe durch den Mauerfall mit Ost-Berlin

und der DDR eineWelt entdeckt.

Du bist Anfang der 80er-Jahre nach

West-Berlin gezogen. Warst du vor dem

Auftrag in Köpenick mal im Osten und

hast dortvielleicht auch fotografiert?

Und wenn wir jetzt über Berlin in den

vergangenen 30 Jahren sprechen: Wie

hat sich die Stadt verändert?

Sie ist extrem hässlich geworden.

Viele tolle Orte sind verschwunden

und mit Funktionsarchitektur zugeknallt

worden. Wenn man sich die Gegend

um den Hauptbahnhof anschaut

oder das,was rund um die große Arena

am Ostbahnhof gebaut wird: Das ist

einfallslos und hässlich.

Nunwarst du auch in den vergangenen

Tagen in der Stadt unterwegs. Wie vor

30 Jahren also.Wie ist es dir ergangen?

Die Stimmung ist natürlich ganz

anders.Ich habe den Eindruck, dass in

erster Linie Touristen die Feierlichkeiten

besuchen. Klar waren wieder viele

Menschen auf den Straßen, aber ich

habe nicht diese Mischung aus Irritation,

Überforderung, Freude und

Übermut erlebt. Wieauch?

DasGespräch führte Elmar Schütze.

Die Mauer kommt weg. Die Schlesische Straße am Tagdanach.

Erinnerung.Transparent an der Gethsemanekirche.

Zum Wohl. Grenzschützer auf verlorenem Posten.

Alles so schön bunt hier.Kunstinstallation auf der Straße des 17. Juni.


4** Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Hannover wählt Grünen Onay

zum Oberbürgermeister

DerGrüne Belit Onay wirdOberbürgermeister

vonHannover. In der

Stichwahl setzte sich der Landtagsabgeordnete

am Sonntag mit 52,9 Prozent

gegen den CDU-Bewerber EckhardScholz

durch, der auf 47,1 Prozent

der Stimmen kam. Hannoverist

nach Freiburg, Darmstadt und Stuttgartdie

vierte Großstadt, in der ein

Grüner zum Oberbürgermeister aufrückt.

Dertürkischstämmige Onay ist

bundesweit der erste Oberbürgermeister

mit Migrationshintergrund

in einer Landeshauptstadt. (dpa)

Jüdischer Friedhof in

Dänemarkgeschändet

Aufeinem jüdischen Friedhof in Dänemarksind

Dutzende Gräber geschändet

worden. Ausgerechnet am

Jahrestag der Pogromnacht vom9.

November 1938 war der Vorfall gemeldet

worden, wie die Polizei am

Sonntag mitteilte.Unklar blieb zunächst,

ob die 84 Grabsteine an diesem

Tagbeschädigt worden waren.

DiePolizei fahnde nach den Tätern.

DieGrabsteine seien mit grüner

Farbe beschmiertund einige umgestoßen

worden. DerFriedhof in der

westdänischen Stadt Randers

stamme aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Bürgermeister Torben

Hansen verurteilte die Tatals „feige

und abscheulich“. (dpa)

Tausende demonstrieren in

Bielefeld gegen Rechts

Der Protest in Bielefeld richtete sich gegen

die Partei Die Rechte.

GETTY

Rund 14 000 Demonstranten sind in

Bielefeld gegen einen Neonazi-

Marsch auf die Straße gegangen. Organisierthatte

den Aufmarsch die

Partei DieRechte NRW, ihrem Aufruffolgten

nach Polizeiangaben 230

Teilnehmer.Diese seien mit zahlreichen

Sperren vonden 14 Gegendemos

in verschiedenen Teilen der

Stadt ferngehalten worden. Die

Rechte ist laut Verfassungsschutzbericht

in NRWein Sammelbecken

für Neonazis. (dpa)

Scholz: Kein Steuervorteil

für reine Männervereine

Finanzminister Olaf Scholz (SPD)

will reinen Männervereinen die Gemeinnützigkeit

entziehen. „Wer

Frauen ausschließt, sollte keine

Steuervorteile haben und Spendenquittungen

ausstellen“, sagte er der

Bild am Sonntag. DerBundesfinanzhof

hatte 2017 einer Freimaurerloge

die Gemeinnützigkeit abgesprochen,

weil sie Frauen vonder

Mitgliedschaft ausschloss. (AFP)

Iran nimmt in Fordo

Urananreicherung auf

DerIranhat nach mehr als vier Jahren

die Urananreicherung in der unterirdischen

Anlage Fordowieder aufgenommen

und damit erneut gegen

das internationale Atomabkommen

verstoßen. DieFührung in Teheran

will den Druck auf dieVertragspartner

erhöhen, ihrenVerpflichtungen aus

dem Atomdeal nachzukommen. Das

Wiener Abkommen von2015 soll verhindern,

dass die Iran Atomwaffen

entwickeln kann. (dpa)

Sie sind erleichtertüber die Einigung: Malu Dreyer,Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder (v.r.).

Grundrente über Steuern finanziert

Die Koalition einigt sich in letzter Minute. Die Bedürftigkeit wird durch einen Einkommensabgleich geprüft

VonTobias Peter

Bis zu 1,5 Millionen Menschen

können künftig eine

Grundrente erhalten, die

höher liegt als die Grundsicherung.

DieGesamtkosten für diese

Leistungen belaufen sich auf bis zu

bis 1,5 Milliarden Euro. Darauf verständigten

sich die Spitzen der großen

Koalition von CDU, CSU und

SPD am Sonntag in Berlin. Zugleich

soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung

zurückgefahren werden,

von derzeit 2,5 Prozent vom Bruttolohn

auf 2,4 Prozent bis Ende 2022.

Bereits beschlossen ist, dass danach

dieser Beitrag wieder auf 2,6 Prozent

steigen soll.

Die Höhe der Grundrente ist abhängig

davon, wie viele Renten-

Punkte („Entgeltpunkte“) eine Person

im Verlauf ihres Erwerbslebens

gesammelt hat. Einen Entgeltpunkt

erhält jemand, der für ein durchschnittliches

Jahreseinkommen

(derzeit knapp 38.000 Euro) Rentenbeiträge

zahlt.

Wer im Schnitt weniger als 0,8

Punkte proJahr gesammelt hat, profitiert:

Seine Rentenansprüche werden

erhöht. Allerdings es gibt eine

Untergrenze: Man muss im Schnitt

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) hat sich für mehr europäisches

Engagement in der Nato

ausgesprochen. Die europäischen

Mitglieder der Nato müssten „in Zukunft

mehr Verantwortung übernehmen“,

sagte Merkel in ihrem am

Sonntag veröffentlichten wöchentlichen

Podcast. Auch die Bundeswehr

sei weiterhin gefragt –nicht nur in

Konfliktregionen. Dafür brauche sie

die „entsprechenden finanziellen

Ressourcen“.

Merkel verwies auf die ständige

strukturierte Zusammenarbeit in

der europäischen Sicherheitspolitik

(Pesco). Künftig würden auf europäischer

Ebene auch gemeinsam Waffensysteme

entwickelt, kündigte

Merkel an. Dazu gehöre das Projekt

eines Kampfflugzeugs sowie die Entwicklung

eines Kampfpanzers.

„Deutschland und Frankreich sind

hier an der Spitze der Entwicklung“,

betonte Merkel.

Treffen in Berlin

wenigstens 0,3 Punkte erreicht haben,

also 30 Prozent des deutschen

Durchschnittseinkommens verdient

haben. Werinseinem Leben immer

nur Minijobs ausgeübt hat, profitiert

daher nicht vonder Grundrente.

Milliarden für neue Technologien

Zudem will die Koalition die Verbreitung

der zusätzlichen Arbeitgeber-finanzierten

betrieblichen Altersversorgung

bei Geringverdienernmit einem

Monatseinkommen bis 2200

Euro brutto stärker fördern. Dazu soll

der Förderbetrag zur betrieblichen

Altersversorgung von maximal 144

Euro auf 288 Euro verdoppelt werden.

Um die Attraktivität von Mitarbeiter-

Kapitalbeteiligungen zurVermögensbildung

zu erhöhen, wollen Union

und SPD auch den steuerfreien

Höchstbetrag in diesem Bereich von

360 Euro auf 720 Euro anheben.

Die Koalition einigte sich zudem,

bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau

einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien

von bis zu zehn

Milliarden Euro aufzulegen, insbesondereinden

Bereichen Digitalisierung

und Klimatechnologien.

Die Koalition will zudem einen

Freibetrag beim Wohngeld im Volumen

vonetwa 80 Millionen Euro einführen.

So soll verhindert werden,

dass die Verbesserung in der Rente

durch eine Kürzung des Wohngeldes

aufgefressen wird.

DieGrundrente sowie die geplanten

Freibeträge in der Grundsicherung

und beim Wohngeld sollen über

Steuern und ohne Beitragserhöhung

in der Rentenversicherung finanziert

werden. Dazu werde der Bundeszuschuss

zur allgemeinen Rentenversicherung

erhöht, heißt es.

Der Streit zwischen Union und

SPD über die Grundrente hat sich

über mehrere Monate hingezogen.

DieUnion beharrte auf einer Bedürftigkeitsprüfung.

Die SPD lehnte

diese –trotz einer entsprechenden

Festlegung im Koalitionsvertrag –ab,

da sie von vielen Menschen als entwürdigend

empfunden werde. Jetzt

ist klar: Geprüft wird das Einkommen,

aber nicht das Vermögen. Niemand

muss für die Prüfung aufs Amt

gehen. Und: Es wird zwar von einer

Prüfung des Bedarfes gesprochen,

aber nicht von einer Bedürftigkeitsprüfung.

So können alle in der Koalition

sich als Gewinner verkaufen.

Dasist für alle Beteiligten aus den

Spitzen vonUnion und SPD wichtig.

Auch Befürworter der großen Koalition

in der SPD wieVize-Kanzler Olaf

Ein Plädoyer für die Nato

Merkel fordert nach Macrons vernichtender Kritik mehr Engagement der Europäer

Bundeswehrsoldaten waren bis Oktober 2013 im afghanischen Kundus stationiert.

Zuletzt hatten Äußerungen des französischen

Präsidenten Emmanuel

Macron zur Nato in Deutschland für

heftigen Widerspruch gesorgt. In einem

Interview mit der britischen

Zeitschrift The Economist hatte

Macron das Transatlantik-Bündnis

als „hirntot“ bezeichnet. Merkel bezeichnete

die Nato dagegen als „unabdingbar

für uns“. Bundesaußenminister

Heiko Maas (SPD) sagte am

Sonntag: „Es wäre ein Fehler, wenn

wir die Nato unterminieren würden.“

Macron wurde am Sonntagabend

in Berlin erwartet. Nach einem Empfang

durch Bundespräsident Frank-

Walter Steinmeier in Schloss Bellevue

stand ein Abendessen mit Merkel

auf dem Programm.

In ihrem Podcast hob Merkel

auch die Bedeutung der Bundeswehr

hervor. Durch den Ukraine-

Konflikt sei die Landes- ebenso wie

die Bündnisverteidigung stärker in

den Fokus gerückt. „Damit beide

Aufgaben gut erfüllt werden können,

DPA

braucht die Bundeswehr auch die

entsprechenden finanziellen Ressourcen“

und „die nötigen finanziellen

Spielräume“, sagte die Kanzlerin.

Macrons Äußerungen im Economist

haben auch in Bosnien-Herzegowina

Aufregung verursacht –allerdings

nicht wegen der Bemerkung,

die Nato sei „hirntot“, sondern weil

er das südosteuropäische Land als

„Zeitbombe“ bezeichnet hat. Der

französischen Botschafter wurde

deshalb vorgeladen. Das Außenministerium

Paris bestätigte, dass der

Botschafter am Freitag ins Staatspräsidium

„eingeladen“ worden sei,

nannte allerdings den Grund dafür

nicht. Das bosnische Regionalfernsehen

N1 berichtete, dass Botschaf-

Scholz haben immer wieder durchblicken

lassen, dass ohne Grundrente

eine Fortsetzung des Bündnisses

schwer vorstellbar wäre. Genau

dafür muss Scholz aber –sollte er

SPD-Chef werden –einen Parteitag

im Dezember gewinnen. Aus der

SPD-Linken gab es allerdings bereits

Kritik. Die Bundestagsabgeordnete

Hilde Mattheis kritisierte in der Welt,

die geplante Einkommensprüfung

sei „weit vondem SPD-Anspruch einer

Grundrente ohne Bedarfsprüfung

entfernt“. Statt der drei Millionen

Bezieher, von denen Bundeswirtschaftsminister

Hubertus Heil

(SPD) gesprochen hatte, werden es

nun nur 1,5 Millionen sein.

Merkel wirbt für den Kompromiss

Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-

Karrenbauer steht erheblich unter

Druck. Ein komplettes Einschwenken

auf die Vorstellungen der SPD

hätte die CDU kaum mitgemacht.

DieAbsenkung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung

dürfte ein

Werbegeschenk an den Wirtschaftsflügel

sein. Bundeskanzlerin Angela

Merkel (CDU) wiederum hatte in der

Unions-Fraktion eindringlich für einen

Kompromiss mit der SPD geworben.

(mit dpa, AFP)

ter Guillaume Rousson mit dem Leiter

der dreigliedrigen bosnischen

Präsidentschaft, Zeljko Komsic, zusammentraf.

Bosnien als Zeitbombe

DPA

Macron hatte Bosnien-Herzegowina

als „die erste Frage“ in der Balkanregion

bezeichnet. „Die Zeitbombe,

die direkt neben Kroatien tickt und

vor dem Problem der Rückkehr von

Dschihadisten steht, ist Bosnien-

Herzegowina“, sagte er in dem am

Donnerstag veröffentlichten Gespräch

mit Blick auf Kämpfer der

Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die

nach Europa zurückkehren könnten.

50 Prozent der Bevölkerung Bosniens

sind bosnische Muslime. Sie

leben ihren Glauben zum überwiegenden

Teil auf moderate Weise.

Nach dem verheerenden Krieg zwischen

Muslimen, Serben und Kroaten

(1992-1995) verstärkte sich der

Einfluss fundamentalistischer

Kräfte aus der arabischen Golfregion.

Serbien, Bosnien-Herzegowina,

Montenegro, Mazedonien

und Kosovo führten ab 2015 relativ

strenge Gesetze gegen Menschen

ein, die sich Terrororganisationen

wie dem IS angeschlossen haben.

Rückkehrer werden seitdem meist

zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

(BLZ/AFP,dpa)

Spanien

bleibt

unregierbar

Sozialisten gewinnen,

haben aber keine Mehrheit

VonMartin Dahms, Madrid

Die Spanier haben an diesem

Sonntag ein neues Parlament

gewählt. Nach Auszählung von rund

90 Prozent der Stimmen bleibt das

bisherge politische Patt zwischen

linken und rechten Parteien bestehen.

Keiner der beiden Blöcke links

und rechts der Mitte nähert sich der

absoluten Mehrheit. Sozialisten

(PSOE), Unidas Podemos und Más

País kamen demnach gemeinsam

auf knapp 44 Prozent der Stimmen –

weniger als ein Punkt vorder konservativenVolkspartei

(PP), Ciudadanos

undVoxmit gemeinsam etwa 43 Prozent.

Stärkste Partei, mit leichten

Stimmenverlusten, wurde wieder

die PSOE des amtierenden Ministerpräsidenten

Pedro Sánchez. Zugelegt

haben die PP und die rechtsextreme

Vox, zulasten der dritten

Rechtspartei Ciudadanos, die einbrach.

Triumph für Rechtsextreme

DieWahlen haben damit das Ergebnis

erbracht, mit dem die meisten

gerechnet hatten: Spanien bleibt unregierbar

–wenn sich die Politiker

nicht einen gewaltigen Ruck geben.

Genau dazu waren sie nach den

Wahlen im April nicht in der Lage.

Was die Parteien eint, ist ihre Tendenz,

„rote Linien“ zu ziehen, die bei

möglichen Verhandlungen keineswegs

überschritten werden dürfen.

Bemerkenswert ist, dass die Spanier

an diesem Sonntag trotzdem noch in

nennenswerter Zahl zu den Urnen

gegangen sind. Die Wahlbeteiligung

PSOE-Ministerpräsident Pedro Sánchez

hat sich verkalkuliert.

ABACA PRESS

lag um 18 Uhrmit knapp 57 Prozent

zwar deutlich unter der Ende April,

aber doch nur wenig unter dem Mittel

der vergangenen vier Jahrzehnte.

Verkalkuliert hat sich vor allem

Ministerpräsident Sánchez, der sich

nach den letzten Wahlen auf Koalitionsverhandlungen

mit den Linkspopulisten

von Unidas Podemos einließ,

aber nach nur wenigen Tagen

das Handtuch warf. Stattdessen

setzte er lieber Neuwahlen an, aus

denen er gestärkt hervorzugehen

hoffte.Das Gegenteil ist eingetreten.

Verkalkulierthat sich auch Ciudadanos,

die bei diesen Wahlen eingebrochen

sind. Sie waren einst als liberale

Partei angetreten, um das

starre Zweiparteiensystem aufzubrechen,

wanderten dann aber immer

weiter nach rechts. Nach den

Wahlen im April hätten Sánchez’

PSOE und Ciudadanos problemlos

gemeinsam eine Regierung bilden

können, aber dafür war die PSOE nur

ungern und Ciudadanos überhaupt

nicht zu haben. Diese Tür für eine ist

nun verschlossen.

Leicht erholt hat sich die PP unter

Pablo Casado, der im April auf 16,7

Prozent abgestürzt war und nun

rund 20 Prozent bekam. Grund zum

Feiern hat die rechtsextreme Partei

Vox, die mit 16 Prozent drittstärkste

Kraft im Lande ist.

Wird die Prognose bestätigt,

bleibt nur eine große Koalition aus

PSOE und PP für eine stabile Regierung

–eine Idee,die sowohl Sánchez

als auch Casado während des Wahlkampfs

ausgeschlossen haben.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 5 **

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Politik

Morales tritt zurück

Angesichts anhaltender Proteste lenkt Boliviens Präsident ein. Die Ankündigung von Neuwahlen reichte nicht mehr aus

VonKlaus Ehringfeld

Es war ein langes Wochenende

in Bolivien, an dem

sich die Spannungen aufgrund

der umstrittenen

Präsidentenwahl vor drei Wochen

immer weiter verschärften. Und am

Sonntag zog dann schließlich Evo

Morales die Reißleine. Der seit 13

Jahren amtierende bolivianische

Präsident trat zunächst am Morgen

vor die Presse und kündigte überraschend

Neuwahlen an. Zudem

werde erden umstrittenen Wahlrat

TSE komplett auswechseln, versicherte

er.

Zuvor hatte die Organisation

Amerikanischer Staaten (OAS) signalisiert,

dass ihreNachzählung der

Wahlergebnisse vom 20. Oktober

Unstimmigkeiten mit den offiziellen

Resultaten ergeben habe. Demnach

hatte Morales knapp den notwendigen

Vorsprung von zehn Prozentpunkten

für einen Wahlsieg in der

ersten Runde gegen seinen konservativen

Herausforderer Carlos Mesa

erreicht.

Doch am Abend forderten ihn

dann die Chefs der Streitkräfte und

der Polizei zum Rücktritt auf. Daraufhin

erklärte Morales in einer

Fernsehansprache, dass er dem Parlament

ein Rücktrittsschreiben geschickt

habe.„Ichverzichte auf mein

Präsidentenamt“, sagte Morales.

„Unser großer Wunsch ist es, dass

der soziale Frieden wiederkehrt“,

sagte er. Auch sein Vizepräsident

ÁlvaroGarcía Lineratratzurück.

In den vergangenen Tagen war es

in dem Andenstaat vermehrt zugewaltsamen

Auseinandersetzungen

gekommen. Bei Ausschreitungen

zwischen Gegnern und Anhängern

des Präsidenten waren mindestens

drei Menschen getötet worden. Zuletzt

trat in mehreren Provinzen die

Polizei in den Ausstand und schloss

sich den Protesten an. Dann hatten

am Sonnabend Demonstranten zwei

staatliche Rundfunksender besetzt.

Zudem ließ das Militär durchblicken,

dass es nicht gegen die Bevölkerung

vorgehen werde. Der erste indigene

Staatschef Boliviens sprach seit langem

davon, dass ein „Staatsstreich“

gegen ihn im Gange sei.

Die OASäußertZweifel

Polizisten haben sich einem Protestzug in Santa Cruz angeschlossen.

AFP

„Ich habe entschieden, Neuwahlen

auszurufen, damit das bolivianische

Volk seine neue Regierung auf demokratische

Weise wählen kann“,

sagte der Präsident in einer kurzen

Pressekonferenz im Hangar des

Flughafens von ElAlto, der Millionenstadt

oberhalb von La Paz. Er

habe die Entscheidung getroffen,

um die Spannungen im Land abzubauen

und „Bolivien zu befrieden“.

Der linke Staatschef hatte offen

gelassen, ob er bei der Neuwahl antreten

wolle. ImInterview mit dem

venezolanischen Fernsehsender Telesur

betonte er, dass sein Mandat

noch bis zum 22. Januar laufe.Erverzichte

auf seinen Wahlsieg, um den

sozialen Frieden zu bewahren, sagte

Morales. Einen Termin für die Neuwahl

nannte er nicht.

Doch es war zu spät: DerOberbefehlshaber

der Streitkräfte, Williams

Kaliman, und der Polizeichef, Vladimir

Calderón Mariscal, traten unabhängig

voneinander am Sonntag vor

die Kameras und forderten Morales

im Sinne des Friedens zum Rücktritt

auf. Zudem erklärten mehrere Kabinettsminister

sowie der Präsident der

Abgeordnetenkammer,Víctor Borda,

und die Chefin des Wahltribunals,

María Choque Quispe, ihre Rücktritte.

Die Generalstaatsanwaltschaft

kündigte Ermittlungen gegen Mitglieder

des Wahltribunals wegen der

Unregelmäßigkeiten bei derWahl an.

Die Proteste befeuert hatte ein

vorläufiger Bericht der OAS, wonach

die Organisation „eindeutige Manipulationen“

an Boliviens Wahlsystem

gefunden habe, was es ihr unmöglich

mache, das Ergebnis zu

überprüfen. Es sei aber sehr unwahrscheinlich,

dass Morales den Zehn-

Punkte-Vorsprung erzielt habe, den

das offizielle Ergebnis auswies. Zudem

seien manipulierte Wahlzettel

und gefälschte Unterschriften gefunden

worden.

Morales hatte im Anschluss an

die umstrittene Wahl mit der OAS

ausgehandelt, dass er sich an das Ergebnis

der Überprüfung halten und

gegebenenfalls den Urnengang wiederholen

lassen werde. DasErgebnis

war sehr fragwürdig zustandege

kommen. Der Wahlrat unterbrach

die Schnell-Auszählung nach Auswertung

von 84Prozent der Urnen

aus „technischen Gründen“. Zu dem

Zeitpunkt deutete alles auf eine

Stichwahl hin. 24 Stunden später

nahm der Wahlrat die Auszählung

wieder auf und erklärte anschließend

Morales zum Sieger.

DieWut der Bolivianer speist sich

auch daraus, dass sich Morales die

vierte Beteiligung an der Präsidentenwahl

unter sehr fragwürdigen

Umständen gesichert hatte. Anfang

2016 ließ die Regierung selbst ein Referendum

über eine Verfassungsänderung

abhalten, um das dortverankerte

Wiederwahlverbot abzuschaffen.

Morales verlor die Bürgerbefragung,

hielt sich aber nicht daran.

Knapp zwei Jahre später entschied

das Verfassungsgericht TCP, dass die

Beschränkung der Wiederwahl gegen

die Menschenrechte verstoße.

Das Votum der Morales-freundlichen

Richter kam einer Rechtsbeugung

gleich.

Die vierte Amtszeit

Seit 2006 ist der Aymara-Indianer

Präsident in dem Andenstaat, einem

der ärmsten Länder Lateinamerikas.

Kein Staatschef hat Bolivien länger

regiert, keiner ist in Lateinamerika

länger ununterbrochen an der

Macht. Morales wollte jetzt noch

eine vierte Amtszeit hinten dranhängen.

Mindestens. (mit dpa)

Ein Urteil, das Indien

spaltet

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Farbprüfungbestanden

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Oberstes Gericht erlaubt Bau eines Hindu-Tempels

VonAgnes Tandler

Jai Shri Ram“ (Es lebe Gott Ram), erklang

es am Sonnabend im Gerichtssaal

in NeuDelhi. DieObersten

Richter des Landes hatten in einem

der brisantesten Streitfälle Indiens

grünes Licht für den Bau eines Ram-

Tempels gegeben und Indiens hindunationalistischem

Regierungschef

NarendraModi einen phänomenalen

Triumph beschert. Die Richter entschieden

über den rechtmäßigen Besitz

eines Grundstücks in der nordindischen

Stadt Ayodhya, das nur etwa

so groß wie eineinhalb Fußballfelder

ist. DenMuslimen wurde ein anderes

Stück Land in Ayodhya zugeteilt, wo

sie eine neue Moschee bauen dürfen.

Ihr Bauland ist etwa doppelt so groß

wie das umstrittene Areal.

Der Konflikt um das Grundstück

entzweit Indiens Hindus und Muslime

seit Jahrzehnten. Modis Partei,

die Bharatiya Janata Party (BJP), war

mit dem Wahlversprechen angetreten,

einen Ram-Tempel in Ayodhya

zu bauen. Bis Dezember 1992 stand

an dem umstrittenen Platz in Ayodhya

die Babri-Moschee aus dem

16. Jahrhundert. Sie wurde im Dezember

vonradikalen Hindus demoliert,

die dort einen Tempel für dem

Hindu-Gott Ram bauen wollten, der

an dieser Stelle geboren sein soll.

Die Zerstörung der Moschee

führte zu den schwersten religiösen

Muslime stellen etwa14Prozent der Bevölkerung

in Indien.

AP

Unruhen in Indien seit der Unabhängigkeit

1947. Bei den tagelangen

blutigen Verfolgungen von Hindus

und Muslimen starben über 2000

Menschen. Das Grundstück, auf

dem die zerstörte Moschee stand, ist

seit einem Vierteljahrhundert abgesperrtund

streng bewacht. Nunwird

erwartet, dass Premierminister Modi

in den kommenden Wochen dort

den Grundstein für den Ram-Tempel

legt, der seit den 80er-Jahren von

den Hindunationalisten zur politischen

Schicksalsfrage des Landes

gemacht wurde.

Das Oberste Gericht stützte sich

bei seiner Urteilsfindung auf archäologische

Funde und historische Berichte

aus Ayodhya. Die nun zerstörte

Babri-Moschee sei auf einem

alten Fundament errichtet worden,

das nicht islamisch sei, befanden die

Richter. Die gilt allerdings, wie Kritiker

einwenden, für zahlreiche andere

Plätze inIndien. In der heiligen

Stadt Varansi etwa teilen sich die

Gyanvapi-Moschee und der Kashi

Vishwanath-Tempel eine gemeinsame

Mauer.Radikale Hindus haben

jüngst begonnen, kleine Statuen von

Hindu-Göttern an der Moschee-

Mauer einzugraben, um zu beweisen,

dass die Moschee auf altem

Tempel-Grund errichtet wurde und

das Land eigentlich Hindus gehört.

Ähnlichen Streit gibt es auch um andereMoscheen.

Etwa 80 Prozent der 1,3 Milliarden

Einwohner des südasiatischen

Landes sind Hindus.Die zweitgrößte

Religionsgruppe sind die Muslime

mit etwa 170 Millionen. Siestellen um

die 14 Prozent der Bevölkerung. Unter

der hindunationalistischen Bharatiya

Janata Partei, die seit 2014 Indien

regiert, hat sich das einst religiös

tolerante Indien gewandelt. Der Bau

des Ram-Tempels in Ayodhya ist ein

weiterer Schritt auf dem Wegineinen

Hindu-Staat. Im August hatte die Regierung

die vollständige Integration

des mehrheitlich muslimischen

Kaschmirs in den indischen Staat beschlossen

und den Sonderstatus der

Himalaya-Region abgeschafft.

Die Aufgabe war

nicht leicht: Ein

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6 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Nach Streik wieder

Normalbetrieb

Nach dem Ende der zweitägigen

Streiks der Flugbegleiter ist der Flugverkehr

bei der Lufthansa am Wochenende

wieder weitgehend normal

verlaufen. An den beiden größten

deutschen Flughäfen Frankfurtund

München gab es aber noch vereinzelte

Flugausfälle.Die Gewerkschaft Ufo

bewertete den Streik als „vollen Erfolg“.

Denn es gibt Hoffnung auf ein

Ende des Tarifkonflikts für die rund

21000 Lufthansa-Flugbegleiter.Ufo

und die Airline berieten am Sonntag

über eine mögliche Schlichtung. Beide

Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen.

Wegen des Streiks hatte die

Lufthansa 1500 Flüge abgesagt. (dpa)

Iran entdeckt

neues Ölfeld

Deriranische Präsident Hassan Ruhani

hat die Entdeckung eines neuen

Ölfelds im Süden des Landes verkündet.

DasÖlfeld mit einem Potenzial

von53Milliarden Fass (je

159 Liter) liege in der Provinz Chuzestan,

sagte der Präsident am

Sonntag im Staatsfernsehen. Inwieweit

das neue Ölfeld dem Iran wirtschaftlich

helfen könne,müsse noch

untersucht werden. Trotzdem sei die

Entdeckung mit Blick auf die amerikanischen

Ölsanktionen gegen den

Iran enormwichtig, sagte der Präsident.

Dasölreiche Land steckt wegen

der amerikanischen Sanktionen

in einer Wirtschaftskrise. (dpa)

Ein Viertel der Bürger

kann kaum sparen

Oft bleibtamMonatsendenicht viel zum

Sparen.

FOTO: FRISO GENTSCH/DPA

Beimehrals einem Viertel der Bürger

in Deutschland ist am Monatsende

der Geldbeutel nahezu leer.

Nach Abzug aller Lebenshaltungskosten

haben im bundesweiten

Schnitt 28 Prozent am Monatsende

höchstens 50 Euro übrig, die sie auf

die Seite legen können. Dashaben

die Versicherung Swiss Life und das

Umfrageinstitut YouGov ermittelt.

Für die repräsentativeUntersuchung

wurden im Juni mehr als

2000 Bürger im Bundesgebiet befragt.

Dementsprechend ist die

Angst vorAltersarmut weit verbreitet:

Mehr als jeder Dritte (36 Prozent)

macht sich Sorgen, im Alter

nicht die nötigen finanziellen Mittel

zur Verfügung zu haben, um gut leben

zu können. Dergrößte Kostenblock

ist oft die Miete. (dpa)

Zeichnungsfrist

für Aramco-Aktien

Nach langer Verzögerung beim geplanten

Aramco-Börsengang soll am

kommenden Sonntag die Zeichnungsfrist

für Aktien des saudischen

Ölkonzerns beginnen. Privatanleger

können die Aktien voraussichtlich

vom17. bis 28. November zeichnen,

institutionelle Anleger haben bis

zum 4. Dezember Zeit für ihreOrder.

Dasgeht aus dem Börsenprospekt

hervor, den der Staatskonzernveröffentlichte.Eine

Woche zuvor hatte

Saudi-Arabiens Finanzmarktbehörde

die Genehmigung für den seit

drei Jahren angestrebten Gang aufs

Parkett erteilt. Erwartet wirdeiner

der größten Börsengänge aller Zeiten.

(dpa)

Warum sich Feilschen wieder lohnt

Schnäppchen sind im Internet immerschwieriger zu bekommen. Warum dann nicht mal verhandeln?

Von Theresa Dräbing

Feilschen hat hierzulande

keinen guten Ruf. DieKultur

des nachdrücklichen Verhandelns

ist in Deutschland

viel weniger ausgeprägt als in südlichen

Ländern. Das kann mit Bequemlichkeit

zu tun haben. Anderen

ist es unangenehm. „Die wenigsten

vonuns feilschen gern“, sagt KaiHudetz,

Geschäftsführer des Instituts

für Handelsforschung (IFH) Köln.

„EineWeilehatunsdasInternetdiese

Mühe auch abgenommen, weil man

mittels Preisvergleichen immer unkompliziert

das günstigste Angebot

finden konnte“, sagt er.

Inzwischen seien die meisten

Händler aber bei ihrer Preispolitik im

Internet weniger flexibel. „Am Anfang

haben Onlinehändler verstärkt

auf günstige Preise gesetzt, um sich

gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen.

Irgendwann müssen sie aber

auch schauen, dass sie Geld verdienen.“

Deshalb werdeeswieder spannender,

mit dem Händler im Laden

über einen Preisnachlass zu verhandeln.

„Dageht vielleicht noch etwas,

weil dieser Rabatt ja nicht gleich für

alle anderen gilt“, meint Hudetz.

Doch wie groß ist der Spielraum,

den ein Verkäufer hat? Mitder größeren

Preistransparenz, die über Vergleichsportale

im Internet entstanden

ist, müssen auch stationäre

Händler klarkommen. „Die Margen

sind über alle Branchen hinweg gesunken“,

sagt Hudetz. Feilschen ist

also nicht unbedingt leichter geworden.

Werdie Tricks beherrscht, kann

aber durchaus auch Schnäppchen

im Laden um die Ecke machen.

Drei psychologische Kniffe

Wie man dabei ambesten vorgeht,

weiß Roman Trötschel, Sozialpsychologe

am Institut für Psychologie

derLeuphana-UniversitätLüneburg.

„Beim Verhandeln gibt es drei universelle

Tricks“, sagt Trötschel. Der

erste und zugleich bekannteste ist

der,als Erster einen Preis zu nennen

und somit einen „Anker“ für die

nachfolgende Verhandlung zu setzen,

wie es in der Fachsprache heißt.

„Es muss sich dabei um einen

Preis handeln, der für die andereSeite

erst einmal nicht akzeptabel ist“,

betont Trötschel, ohne dabei ein zu

dreistes Gebot aufzurufen. Um eine

Preisvorstellung zu rechtfertigen,

könne beispielsweise auch ein virtueller

„Anker“ gesetzt werden.

EinBeispiel:FüreinFahrradistein

Preis von 1200 Euro veranschlagt.

Der Kunde sagt, er hätte das Rad zu

Jahresbeginn für 999 Euro gesehen,

wäre aber bereit, auch 1100 Euro zu

bezahlen. „Auch wenn es den Preis

von999EuroinWirklichkeitniegegebenhat,hatderpotenzielleKäuferim

Kopf des Händlers einen ,Anker‘ gesetzt

und zusätzlich noch sein Entgegenkommen

signalisiert“, erklärt

Trötschel.

Der zweite Trick: Immer eine ungeradeZahlnennen.„NennteinKunde

eine Preisvorstellung von 972 anstatt

800 Euro,hat dies den Anschein,

Von Erich Reimann

Für den Kaffee zum Frühstück

oder einen Espresso zwischendurch

greifen die Verbraucher in

Deutschland tief in die Tasche.Allein

im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten

gaben sie zwischen

Anfang Oktober 2018 und Ende

September 2019 rund 3,9 Milliarden

Euro für ihren Lieblingswachmacher

aus. Das entspricht fast

50 Euro proKopf.

Das geht aus einer Analyse des

Marktforschungsunternehmens

Nielsen hervor. Hinzu kamen noch

Online: Ein Drittel der Händler variiertseine

Onlinepreise um bis zu 10 Prozent. Das hat

das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln

innerhalb einer Studie von2018 festgestellt.

Demgegenüber stehen aber auch 57 Prozent

der Händler,die für ihre Produkte garkeine

Preisveränderungen vornehmen.

einmal rund 690 Millionen Euro oder

8,61 Euro pro Kopf für Tee. „Beim

Tee- und Kaffeegenuss liegt bio besonders

im Trend“, berichtete Nielsen-Expertin

Christiane Stuck.

Während der Kaffeeabsatz insgesamt

leicht rückläufig sei, habe sich

der Absatz von Biokaffee innerhalb

von zwölf Monaten mengenmäßig

um 14 Prozent erhöht. DerBiomarktanteil

liege damit bei 4,3 Prozent.

Auch beim Teekonsum zeigten sich

die Verbraucher umweltbewusster.

Der Absatz von Biotee erhöhte sich

um 13,3 Prozent. DerMarktanteil der

Biotees stieg damit auf 8,8 Prozent.

WIESTABIL DIE PREISE SIND

Stationär: Im stationären Handel ändern

sich die Preise weniger stark. Laut der Erhebung

des IFH Köln von2018 waren es nur

12 Prozent der Produkte, für die die Preise

einmal variiertworden sind. Bei 88 Prozent

der Waren blieb der Preis hingegen die ganze

Zeit über stabil.

Kaffee ist den Deutschen lieb –und teuer

Knapp 4Milliarden Eurowerden für den MuntermacherimJahrausgegeben

Wasdie Zubereitungsart angeht,

lieben es die Bundesbürger bequem.

Beim Tee liegt der Teebeutel mit

einem Marktanteil von 82 Prozent

klar auf Platz eins.Auf losen Teeentfallen

gerade einmal 16 Prozent des

Konsums. Teekapseln spielen kaum

eine Rolle.

Teeist einWintergetränk

Kaffee kaufen Bundesbürger am

liebsten fertig gemahlen. Auf den

Klassiker entfiel rund die Hälfte der

im Handel umgesetzten Kaffeemenge.EinweiteresViertelwurdealsganze

Bohnen verkauft. Löslicher Kaffee

GRAFIK: SASCHA JAECK

als hätte er bei der Konkurrenz recherchiertundseigutüberdenMarkt

informiert. „Gleichzeitig signalisiert

er der Gegenseite damit auch, dass er

nichtmitgroßenSchrittenaufihnzukommen

wird, weil er bereits sehr genaue

Preisvorstellungen hat“, sagt

Trötschel.

Derdritte Punkt: Beider Verhandlung

sollte das Geld in den Vordergrund

gerückt werden und nicht die

Ware. Alsobessersagen:„IchbieteIhnen

972 Euro für das Fahrrad“, anstatt:

„Das Fahrrad hätte ich gernund

würde dafür 972 Euro geben.“ Trötschel

erklärt das so: „Sobald die

Gegenseite merkt, dass im Zentrum

des Vorschlags die Ware steht und

nicht das Geld, merkt die Gegenseite,

wie wichtig es Ihnen ist, das Fahrrad

zu bekommen, und wirddavon ausgehen,

dass Sie auch mehr zahlen

würden.“

Es kommt auch aufdie Branche an

Natürlich sind auch Verkäufer für

Verhandlungssituationen geschult,

sagt Hudetz vom IFH. Ein Händler

müsse einschätzen können, ob ein

potenzieller Käufer als Kunde verlorenist,

wenn er ihm nicht mit einem

Preisnachlass entgegenkommt, und

ob es sich um einen Kunden handelt,

der,nachdem er einen Preisnachlass

bekommen hat, wiederkommt. „Rabatte

tun dem Händler dann weh,

wenn es sich nur um einen Einmalkäufer

handelt. Dann hat der Händler

nichts gewonnen.“

Auch deswegen arbeiten Verkäufer

ihrerseits mit Tricks. „Eine Kundenkarte

ist ein solches Instrument,

um Käuferneinerseits Rabatte zu gewähren,

sie andererseits aber auch

zum wiederholten Kauf zu animieren.“

Es kommt aber auch auf die Branche

an, ob sich ein Verkäufer überhaupt

auf Verhandlungen einlässt.

Während es im Automobilbereich

ungeschriebenes Gesetz ist, dass der

Listenpreis eher als Verhandlungsmarke

dient, braucht wohl kein Kunde

im Supermarkt über denJoghurtpreis

zu verhandeln. Im Lebensmittelmarkt

sind die Preise so gut wie gesetzt.

„Verhandeln lässt sich da am besten,

wo die Produkte einen gewissen

Preis haben und außerdem vergleichbar

sind“, sagt Hudetz. Das

könne zum Beispiel das Fahrrad sein,

aber auch Möbel oder Waren aus

dem Elektronikbereich. Wie zum

Beispiel ein Smartphone, das aufgrund

identischer Speicherplatzkapazität

mit anderen Modellen gut

vergleichbar ist.

„Wenn sich Kunde und Verkäufer

allein beim Preis dennoch nicht einig

werden, könnte der Kunde nach kostenlosen

Zusatzleistungen fragen“,

rät Trötschel. Um beim Beispiel des

Fahrrads zu bleiben, beispielsweise

Fahrradhelm und Schutzblech. Das

nütztdannimbestenFallbeiden:Der

Käufer ist zufrieden, und der Verkäufer

verbrennt nicht so viel seiner kostbaren

Marge, die bei Zusatzartikeln

viel geringer ist als beim eigentlichen

Artikel.

belegte mit einem Marktanteil von

rund 11 Prozent den dritten Rang.

DenRestdes Markts teilten sich Pads

und Kapseln.

Doch schwankt der Tee- und Kaffeekonsum

mit der Jahreszeit, wie die

Zahlen zeigen. Denmeisten Teekaufen

die Deutschen im Winter, wenn

manessichmiteinerTassefrischaufgebrühtem

Tee gemütlich machen

kann. „Von Oktober bis Februar ist

der monatliche Teeabsatz fast doppelt

so hoch wie im Sommer“, berichtete

Stuck. DerKaffeekonsum erreichte

dagegen erst zur Osterzeit im

Aprilseinen Höhepunkt. (dpa)

Milliarden für

Bahn verärgern

Wettbewerber

Konkurrenzunternehmen

beschweren sich bei der EU

Von Matthias Arnold

Von den im Klimapaket festgelegten

Milliarden für die Deutsche

Bahn darf aus Sicht der Wettbewerber

nicht ausschließlich der Staatskonzern

profitieren. Das Netzwerk

EuropäischerEisenbahnen(NEE)sowie

der Interessenverband Mofair

wollen deshalb die EU-Kommission

darüber informieren.

Aus ihrer Sicht ist die zusätzliche

Finanzierung für das bundeseigene

Unternehmen eine „unzulässige Beihilfe,weil

sie den Wettbewerb im Bereich

der Verkehrsunternehmen auf

der Schiene zu Gunsten der Deutschen

Bahn verzerrt“. Zu diesem

Schluss kommt ein Rechtsgutachten,

das die Konkurrenten der Deutschen

Bahn in der kommendenWoche der

EU-Kommission übermitteln wollen.

Um den Schienenverkehr zuverlässiger

und für mehr Menschen attraktiv

zu machen, will der Bund als

Eigentümer der Deutschen Bahn

11 Milliarden Euro Eigenkapital zuschießen

–verteilt über jährlich eine

Milliarde bis 2030.

„Dadurch wirddie Gesellschaft in

die Lage versetzt, zusätzliches Kapital

in die Modernisierung, den Ausbau

und die Elektrifizierung des

SchienennetzesunddasBahnsystem

zu investieren“, heißt es in dem vor

einigen Wochen beschlossenen Klimapaket.

Davon profitierten auch

die Wettbewerber, weil sie dieselbe

Infrastruktur nutzen. Mofair und

NEE begrüßen Investitionen in die

Infrastruktur. Sie fürchten aber, dass

das Geld nicht für diesen Zweck eingesetzt

werden könnte. Essei keine

wirtschaftliche Investition des

Bunds, sondern eine staatliche Beihilfe,die

vonder EU genehmigt werden

müsste, argumentieren die Anwälte

in dem Gutachten.

Fondsals Alternative

Anstatt das Geld an den Konzern zu

geben, fordern sie als Alternative

einen zweckgebundenen Fonds,

oder eine weitere Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung

(LuFV),

die zusätzlich zu der bestehenden

aufgelegt werden müsse. „So würde

sichergestellt, dass die Förderung

ausschließlich und direkt dem wettbewerbsfreien

Infrastrukturbereich

zufließt“, heißt es in dem Gutachten.

In derLufVlegen Bahn und Bund

fest, wie viel Geld über einen bestimmten

Zeitraum in den Bahnverkehr

investiert werden soll und wer

wie viel davon zu tragen hat.

Die Deutsche Bahn weist die BedenkenderWettbewerberzurück:Alles

werde regelkonform umgesetzt,

teilte eine Sprecherin mit.

DieBahn konnte sich zuletzt über

mehrere finanzielle Zusagen des

Bunds freuen. Die jüngst ausgehandelte

LufV sieht für die kommenden

zehn Jahre ein Gesamtvolumen von

rund 86 Milliarden Euro vor. Das ist

erheblich mehr Geld als bisher. Davon

will der Bund laut Bundesrechnungshof

insgesamt rund 58 Milliarden

Euro übernehmen. DerBundestag

muss der Vereinbarung noch zustimmen.

(dpa)

Das Gleisnetz ist vielerorts marodeund

muss erneuertwerden. FOTO: T.TRUTSCHEL/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 7· ·

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Wirtschaft

„Die Regierung hat den Ernst der Lage nicht erkannt“

Industriepräsident Dieter Kempf über Investitionsanreize gegen den drohenden Abschwung, Erleichterungen beimPlanungsrecht und einen Weltraumbahnhof

Beim Bundesverband der

deutschen Industrie (BDI)

setzt man auf die große Koalition

–obwohl Verbandspräsident

Dieter Kempf mit der

Arbeit der Bundesregierung längst

nicht in allen Punkten zufrieden ist.

Herr Kempf, jahrelang hat die deutsche

Industrie das Wachstum

Deutschlands und sogar Europas gezogen.

Jetzt werden Ihre Unternehmen

zum Bremsklotz. Wasist da los?

Der Begriff gefällt mir nicht, weil

kein Unternehmen aktiv für die Abkühlung

der Konjunktur ist. Es sind

vor allem die internationalen Entwicklungen,

die uns Probleme bereiten.

Der Handelskonflikt zwischen

den USA und China, der Brexit. DarunterleidetdieWeltkonjunktur,und

darunter leidet unsere Exportwirtschaft.

Wie viel Angst vor dem Abschwung

müssen wir haben?

Angst wäre kein guter Ratgeber.

Aber alle sollten die Herausforderungen

erkennen und rasch reagieren.

Die Bundesregierung müsste angesichts

der abflauenden Konjunktur

massiv gegensteuern. Ichhabe nicht

den Eindruck, dass sie den Ernst der

Lage schon erkannt hat.

Sie fordern ein Konjunkturprogramm?

Es geht nicht darum, Symptome

zu bekämpfen, sondern Ursachen

anzugehen. Wirmüssen private und

öffentlicheInvestitionenstärken.Die

Politik könnte eine ganzeMenge machen,

um unsere Industrien von

ihren Fesseln zu befreien. Unternehmenssteuersenken,Verwaltungdigitalisieren.

Das würde sofort Investitionen

durch die Wirtschaft bewirken.

DieSchuldenbremse lässt einen

Spielraum über die kommenden Jahre

von rund 10Milliarden Euro für

neue Kredite.Den solltenwir nutzen.

Damit könnte die GroKo sofort den

Soli vollständig abschaffen. Auch bei

der Vereinfachung des Planungsrechts

muss die Regierung schneller

vorangehen.

Wasläuft beim deutschen Planungsrecht

schief?

Ein Beispiel: Zwischen Duisburg

und Düsseldorf ist eine der am

stärksten befahrenen Bahnstrecken

der Republik. Auf diesem Korridor

sollen die Schienenkapazitäten ausgebaut

werden, um die Straße zu entlasten,

wogegen eine Bürgerinitiative

mobil macht. EinHebel, mit dem das

Vorhaben verhindertwerden soll, ist

die Behauptung, für die ursprüngliche

Bahnstrecke aus dem Jahr 1843

gebe es keine Genehmigung, sie sei

also ein Schwarzbau. Dass sich unsere

Gerichte mit solchen Possen herumplagen

müssen, ist ein Witz.

Siefordern, die Einspruchsrechte von

Bürgerinitiativen zu beschneiden?

Ichappelliereandie Menschen in

unserem Land, sich klarzumachen,

dass unser Wohlstand nicht daher

rührt, dass alles immer genau so geblieben

ist, wie es war. Wenn jeder

DieterKempf: „Wir müssen dieInvestitionen stärken.“

ZUR PERSON

FOTO: KAY NIETFELD/DPA

Dieter Kempf begann seine berufliche Laufbahn in den Siebzigerjahren in München parallel

zum Studium als einer der ersten Mitarbeiter bei McDonald’s. Der heute 66-jährigeDiplomkaufmann

arbeitete danach langefür die Unternehmensberatung Ernst &Young,bei der er zum

Mitgesellschafter aufstieg.Während der25Jahre, die Kempf anschließend für Datevtätig war,

entwickelte er das Unternehmen zu einem der größten IT-Dienstleister Europas.

nur den sprichwörtlichen eigenen

Hinterhof im Blick hat, bleibt das Gemeinwohl

auf der Strecke, weil verbindende

Ziele fehlen.

Waskannder Staat tun?

Wir müssen an das deutsche Planungsrecht

ran. Es braucht zügigere

Verfahren und schnellere Rechtssicherheit.

Sonst lassensich die großen

Herausforderungen, die vor uns liegen,

nicht bewältigen. Nehmen Sie

den Netzausbau. Um die Energiewende

zu schaffen, benötigen wir

7700 Kilometer neue Übertragungsleitungen.

Gerade mal 1100 davon

sind gebaut, mehr als 20 Prozent

noch nicht einmal geplant. Der

Atomausstieg soll aber schon 2023

stattfinden. Man muss kein Prophet

sein, um zu der Prognose zu kommen,dassdieNetzesonichtrechtzeitig

fertig werden.

Manche unterstellen der Wirtschaft,

ein verzögerter Kohle- oder sogar

Atomausstieg wäreihr ganz recht.

Die Behauptung ist Unsinn. Die

Industrie hat Lösungsvorschläge gemacht.

Anfang 2018 hat der BDI eine

umfangreiche Studie zum Klimaschutz

in Deutschland präsentiert.

Darin haben wir festgestellt, dass

eine Reduzierung des deutschen

Ausstoßes von Treibhausgasen um

80 Prozent ohne gravierende volkswirtschaftliche

Schäden technisch

möglich ist –wennman dierichtigen

Anreize setzt und die Politik sich

gleich an die Arbeit macht. Dafür

sind wir bejubelt worden. Doch die

Politik hat bisher kaum eine unserer

Empfehlungen umgesetzt. Und

dann, anderthalb Jahre später, heißt

es plötzlich, zack, jetzt soll es sogar

Treibhausgasneutralität sein. Dabei

sind die Weichen für die 80 Prozent

noch gar nicht gestellt. WersoPolitik

macht, gefährdet die Zukunftsfähigkeit

unseres Landes.

Der Wirtschaftsminister immerhin

hört noch auf Sie. Der unterstützt ja

inzwischen sogar ihre Forderung

nach einem Weltraumbahnhof.

Über die Zusage Peter Altmaiers,

unsere Initiative zuprüfen, habe ich

mich gefreut. Satelliten- und Weltraumtechnik

sind eine Schlüsseltechnologie

für die gesamte Industrie.

Sie können Waldbrände mit

Flugzeugen suchen oder einen Satelliten

ins All schießen. Siekönnen das

Land mit Funkmasten zupflastern

oder auf ein Satellitennetz setzen.

Beim autonomen Fahren sind wir

zwingend auf Positionsdaten aus

dem All angewiesen. Ich will, dass

Deutschland bei dieser Technologie

weiter ganz vorn mitmischt.

Es gehtalso eher um Satelliten als um

Spaceshuttles?

Natürlich. Ich rede über sogenannte

Micro-Launcher, die kleine

Satelliten ins All befördern können.

Wirwollen keine Ariane-Raketen von

der Berliner Friedrichstraße aus starten.

DasGespräch führte

Andreas Niesmann.

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Mysteriöse Nervenschmerzen

Vergesslichkeit

im Alter: Was

kann wirklich

helfen?

Mal wieder sind Brille oder

Schlüssel unauffindbar? Im

Alter nimmt die Vergesslichkeit

immer mehr zu.

Schuld sind oft verkalkte

Hirngefäße, die die Arterien

verengen. Dadurch gelangen

weniger Sauerstoff und

Nährstoffe ins Gehirn. Die

Folge: Gedächtnisleistung

und Konzentration lassen

nach.Dochesgibtwirksame

Hilfe aus der Apotheke: Die

Arzneitropfen Sclerocalman

bekämpfenverkalkte Hirngefäße

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lesen Sie die Packungsbeilage

und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Ausstrahlende Rückenschmerzen?

Brennende

Schmerzen in Beinen und

Füßen? Oder muskelkaterartige

Schmerzen? Vielen

unbekannt: Dahinter stecken

häufig geschädigte oder gereizte

Nerven. Herkömmliche

Schmerzmittel helfen

bei diesen sogenannten Nervenschmerzen

nicht, so eine

neu veröffentlichte Leitlinie

deutscher Neurologen. Das

spezielle Arzneimittel Restaxil

bekämpft hingegen speziell

Nervenschmerzen und

begeistert bereits zahlreiche

Betroffene.

Mysteriöse Nervenschmerzen –

was steckt dahinter?

Mehr als23MillionenDeutsche

klagen heutzutage über

chronische Schmerzen. Was

viele nicht wissen: Die Ursache

sind häufig geschädigte

oder gereizte Nerven! Mediziner

sprechen von sogenannten

Neuralgien (Nervenschmerzen).

Diese können durchStoffwechselstörungenwie

Diabetes

entstehen, aber auch Folge eines

Bandscheibenvorfalls sein.

Sogar hinter muskelkaterartigenSchmerzen

können geschädigte

Nerven stecken.

Nervenschmerzenanders

bekämpfen

Bisher griffen Betroffene

häufig zu herkömmlichen

Schmerzmitteln. Überraschend:

Diese wirken bei

Nervenschmerzen nicht, warnen

jetzt auch Mediziner der

Deutschen Gesellschaft für

Neurologie. 1 Der Grund: Viele

Schmerzmittel bekämpfenEntzündungen,

die jedoch häufig

nicht die Ursache von Nervenschmerzen

sind. Unsere

Experten empfehlen daher ein

rezeptfreies Arzneimittel namens

Restaxil (Apotheke), das

anders wirkt. Das Besondere:

Restaxil wurde speziell zur Behandlung

von Nervenschmerzen

entwickelt und bekämpft

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Die fünf enthaltenen Arzneistoffe

wurden gemäßdem Ähnlichkeitsprinzip

auf die zu behandelnden

Nervenschmerzen

abgestimmt. In unverdünnter

Form können siedie genannten

Symptome auslösen. In spezieller

Dosierungwie in Restaxil

bewirken sie allerdings genau

das Gegenteil –sie

bekämpfen die

Beschwerden!

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Dank der Tropfenform

des Arzneimittels

werden

die Wirkstoffe

direkt über die

Schleimhäute

im Mund aufgenommen.

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lässt sich

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Schmerzen

individuell dosieren!

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verträglich

und schlagen nicht auf den

Magen. Neben- oder Wechselwirkungen

sind nicht

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Einbegeisterter

Anwender berichtet:

„Nach einem Bandscheibenschaden

habe ich seit

drei Jahren Schmerzen. Jetzt

kann ich mich wieder besser

bewegen, schlafe besser. Ich

werdeeswieder kaufen.Dieses

Mittel ist fürmichdie Wucht.“

(StefanL.)

¹SchlerethT.etal.,Diagnose undnicht interventionelleTherapieneuropathischerSchmerzen,S2k-Leitlinie, 2019,in: Deutsche Gesellschaftfür Neurologie(Hrsg.),

Leitlinienfür Diagnostikund Therapieinder Neurologie. Online:www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 14.10.2019)•Abbildungen Betroffenen nachempfunden,Namegeändert

RESTAXIL. Wirkstoffe: Gelsemium sempervirens Dil. D2, Spigelia anthelmia Dil. D2, Iris versicolor Dil. D2, Cyclamen purpurascens Dil. D3, Cimicifuga racemosa Dil. D2. Homöopathisches Arzneimittel bei Neuralgien (Nervenschmerzen).

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Nackenschmerzen

…treten oft aufgrund von Verspannungen

auf. Dann drückt der

verhärtete Muskel auf die Nerven,

diese werden gereizt und Nervenschmerzen

entstehen.

Wiederkehrende

Rückenschmerzen

…können z.B.durch einen Bandscheibenvorfall,

Unfall oder das

Ischias-Syndrom bedingt sein. Die

Folge: eine Verletzung, Quetschung

oder Reizung der Nerven.

Brennende Schmerzen,

Kribbeln und Taubheitsgefühle

…treten häufig in Beinen oder

Füßen auf. Vor allem Diabetes-

Patienten leiden darunter, denn

die Stoffwechselerkrankung führt

oft zuNervenschädigungen.

FürIhren Apotheker:

Restaxil

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8* Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Meinung

Transparenzgesetz

ZITAT

Traut

euch!

Annika Leister

wünscht sich, dass der Senat mehr

Wahrheit und Bürgernähe wagt.

Der rot-rot-grüne Senat in Berlin will

sich ein Transparenzgesetz geben.

Noch werden die Inhalte unter Verschluss

gehalten. Damit die Arbeit überhaupt

lohnt, ist Innenverwaltung und Senat allerdings

dringend zu empfehlen: Traut

euch! Seid mutig im Bürgersinne. Legt

eureVerträge offen, eureLobbyisten-Treffen,

und ja, auch eureImmobilienkäufe.

Denn es ist nichts anderes als fair,

wenn Bürger einsehen können, wofür die

Politik ihre Steuergelder verwendet. Geheimniskrämerei

erstickt notwendige Debatten.

Ein Beispiel: Im Kosmosviertel

kaufte der Senat im Februar mehr als

1800 Wohnungen über die landeseigene

Wohnungsbaugesellschaft zurück. Wie

üblich hieß es danach, den Kaufpreis

wolle man nicht verraten –umdie Spekulationsspirale

nicht anzutreiben und in

Verhandlungen mit Privaten benachteiligt

zu sein. Doch aus der FDP sickerte

durch, dass 250 Millionen Euro den Besitzerwechselten

–und damit fast das Doppelte

der einst beim Verkauf der Wohnungen

eingenommenen Summe. Der Senat

verweigerte eine Stellungnahme. Die

Summe hing von daanimRaum –doch

eine ordentliche Debatte darüber,obund

in welchen Fällen die Berliner eigentlich

einen solchen Aufschlag zahlen wollen,

wurde auf dieser Basis nie geführt.

Ein weitreichendes Transparenzgesetz

würde einzelnen Bürgern, Initiativen,

Lobbyverbänden und nicht zuletzt Journalisten

den Blick auf wichtige Details

und die Hintergründe politischer Entscheidungen

erleichtern. Die Debatten

würden unbequemer für den Senat, alte

Verstecke würden abgerissen. Ob es der

Senat wirklich ernst meint, wirdschon der

für Dezember angekündigte Gesetzesentwurfzeigen.

Grundrente

Vernünftige

Lösung

Tobias Peter

warnt aber,Menschen dürfen nicht

zu Bittstellernwerden.

Die gesetzliche Rentenversicherung in

Deutschland ist eine komplizierte

Sache. Ihre Funktionsweise kann man

sich bildlich grob so vorstellen: In einem

Restaurant geht eine große Runde von

Menschen essen. Sie begleicht ihre Rechnung

aber nicht selbst. Das ist Aufgabe

der nächsten Runde, die dort einkehren

darf. Deren Rechnung übernehmen wiederum

die folgenden Gäste. Das nennt

man Generationenvertrag. In diesem Restaurant

darf sich aber nicht jeder einfach

so viel nehmen, wie er will. Das, was er bekommt,

hängt stark davon ab, wie viel er

von der Rechnung der Vorgänger übernommen

hat. Prinzip: Wer höhere Rentenbeiträge

einzahlt, bekommt auch eine

höhereRente.

Dieses Prinzip ist grundsätzlich vernünftig

und fair. Esstößt aber auch an

Grenzen. Die Gesellschaft darf nicht die

Menschen vergessen, die jeden Taghart

arbeiten, aber dafür nur niedrige Löhne

bekommen.Wenn die Frisörin oder die alleinerziehende

Krankenschwester jahrzehntelang

Rentenbeiträge zahlen, aber

am Ende nur eine Rente herausbekommen,

vonder sie kaum leben können, verletzt

das jedes Gerechtigkeitsempfinden.

Deshalb ist es überfällig, dass die Politik

sich endlich zu einer Grundrente aufgerafft

hat. Für die Frage der umstrittenen

Bedürftigkeitsprüfung haben Union und

SPD eine vernünftige Lösung gefunden.

Es ist angemessen zu prüfen, ob neben

der Rente hohe Einkommen vorhanden

sind. Wichtig ist aber auch eine Lösung,

bei der Menschen nicht zu Bittstellern

werden. Wernach einem Leben voller Arbeit

den Eindruck hat, er müsste sich auf

dem Amt komplett ausziehen, wird das

als respektlos empfinden.

Hurra, der Grundrenten-Kompromiss ist da!

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer,

die bipolareWelt verschwand, und

bald darauf verkündete der USamerikanische

Politikwissenschaftler

Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“.

Vorallem in der westlichen Welt

wurde die These, dass sich nun das liberale

Ordnungsmodell aus Demokratie und Marktwirtschaft

auf Dauer etablieren werde, begeistert

aufgenommen. Doch das war ein Trugschluss.30Jahre

und etliche,grausame Kriege

später wissen wir:Geschichte hat kein Ende.

Waswir derzeit durchleben, ist eine Neuordnung

der weltweiten Sicherheitsarchitektur,

deren genaue Auswirkungen auf Europa

und Deutschland sowie deren Verhältnis zu

den USA noch weitgehend unscharf sind.

Das Gebälk der Diplomatie und des Militärs

wird durchgeschüttelt. Dabei fehlt es nicht

an großenWorten. Deramtierende EU-Kommissionspräsident

Jean-Claude Juncker

spricht gerne von der „Weltpolitikfähigkeit“

der Europäischen Union. Seine designierte

Nachfolgerin Ursula von der Leyen möchte

einer „geopolitischen EU-Kommission“ vorstehen.

Allein: Hinter diesen Begrifflichkeiten

ist wenig Konkretes zu erkennen.

Im Gegenteil: Gerade hat Frankreichs Präsident

Emmanuel Macron die Nato für

„hirntot“ erklärt. Das mag weniger dramatisch

klingen als tot, meint aber das Gleiche.

Macron fordertnun also,dass sich die EU gemeinsam

militärisch von anderen Partnern,

also den USA, unabhängig machen müsse.

Europa, so der forsche Präsident aus Paris,

müsse sich als einheitliche politische Kraft

verstehen. Sonst bestehe das Risiko, das Europa

geopolitisch verschwinde.

Doch klingen Macrons Worte einerseits

nach einer Retourkutsche für das Desinteresse,mit

dem die Bundesregierung auf seine

Gibt’s den Berliner Humor eigentlich

noch? Siewissen schon. Diese Schnauze

mit Herz, diese schmunzelige Ruppigkeit.

Diese Art von Busfahrer, der im Regen so

lange wartet, bis man die Haltestelle erreicht

hat und einem dann die Türen vor der Nase

schließt und losfährt. Einfach zum Piepen!

Mir ist das schon länger nicht mehr passiert.

Vielleicht wurde es aber auch modernisiert.

In Bussen zum Flughafen Tegel läuft

jetzt diese automatische Durchsage, dass

man sich aus Sicherheitsgründen bitte gut

festhalten solle. Allerdings nur auf Deutsch.

Das ist so hintersinnig touristenfeindlich,

dass ich mir dabei einen dieser besagten

Busfahrer vorstelle, der wegen zahlreicher

Beschwerden nassgeregneter Kunden von

der BVGindie Abteilung zur Planung der automatisierten

Banddurchsagen strafversetzt

wurde.

Beim Humor zeigen sich große kulturelle

Unterschiede. Das, worüber ein Spanier

lacht, kann einer Belgierin vielleicht nur ein

müdes Augenrollen abtrotzen. Finninnen

finden andere Sachen lustig als Italiener

und je mehr von ihnen nach Berlin kommen,

desto vielfältiger wird unsere Humorlandschaft.

Das mag lieb gewonnene Gewohnheiten

verändern, aber den Berliner

Humor kann man ja schlecht unter Denkmalschutz

stellen. Witze unterliegen auch

dem Zeitgeist. Früher haben die Leute in

Berlin über Heinrich Zille, Helga Hahnemann

oder Harald Juhnke gelacht, heute

über die Mietpreise.

Europa

Sinnlose

Spaltung

Damir Fras

hält die Kritik vonFrankreichs Präsident Macron am Zustand

Europas und der Nato für richtig –vermisst aber Vorschläge.

europapolitischen Vorschläge reagiert, besser:

nicht reagiert hat. Das ist menschlich

verständlich, zeugt aber nicht von Souveränität.

In Macrons Anamnese der geopolitischen

Unordnung und in seiner Weigerung,

Beitrittsverhandlungen mit dem Zwergstaat

Nordmazedonien zu beginnen, schimmert

die Furcht vordemWahlerfolg der Rechtsextremisten

in Frankreich durch. Diese Furcht

mag real sein, doch ihr nachzugeben, ist

falsch.

DieUneinigkeit zieht sich durch alle Ebenen.

In Deutschland zoffen sich Verteidigungsministerin

und Außenminister wegen

eines unausgegorenenVorschlags zur Befriedung

Syriens. Die Kanzlerin sieht zu, als

ginge sie das Ganze nichts an. Frankreich

KOLUMNE

Berliner

Humor und

die CDU

Katja Berlin

Autorin

In den vergangenen Jahren sind viele Briten

und US-Amerikaner hergezogen und haben

die Kunst der Stand-up-Comedy mitgebracht,

die in Deutschland noch ziemlich

unterentwickelt ist. Jetzt gibt es zahlreiche

Comedyclubs,auf deren Bühnen junge,englischsprachige

Männer stehen und fünf Minuten

lang alle die gleichen Gags über die

Humorlosigkeit von Deutschen aufsagen.

Gut, Humor muss auch nicht zwangsläufig

HEIKO SAKURAI

und Deutschland, die beiden größten EU-

Mitgliedsstaaten und wichtige Nato-Länder,

kommen derzeit nicht zusammen. DasVerhältnis

der Europäer untereinander ist zerrüttet.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Unfähigkeit

der EU-Regierungen, sich auf eine

Flüchtlingspolitik zu einigen.

Und die Bindungskraft der transatlantischen

Beziehungen lässt gefährlich nach,

seit imWeißen Haus inWashington ein Präsident

sitzt, der an multilateraler Geopolitik

ungefähr in dem Maße interessiertist wie ein

Narziss am guten Aussehen der anderen.

Alle Beteiligten –mit Ausnahme Trumps –

haben erkannt, dass der Streit nicht produktiv

ist. Sieführen ihn trotzdem. Europa ist gespalten.

Das ist sinnlos. Das gibt Akteuren

wie Russland und China die Gelegenheit,

ihreInteressen durchzusetzen. UndPotentaten

wie der türkische Präsident Erdogan haben

freie Bahn.

Macrons Analyse, was den Krankheitszustand

der Nato und der EU angeht, ist korrekt.

Doch es fehlen die Vorschläge, wie die

Miserezuüberwinden wäre. Sietaugen nicht

einmal als Weckruf für den Nato-Gipfel Anfang

Dezember in London, bei dem die westliche

Verteidigungsallianz ihren 70. Geburtstag

feiern will. Es lässt sich schon heute sagen:

Auch dieses Ereignis wird –wieder einmal

– nur von einem Mann beherrscht

werden. Donald Trump wird, ähnlich wie es

sein Außenminister Mike Pompeo am Wochenende

in Deutschland getan hat, die

Schuld für die Miserebei den Partnernverorten.

Trump sieht Geopolitik ausschließlich

durch die Brille des Geschäftsmannes. Geld

regiertdie Welt –andereWeisheiten sind von

Trumpnicht zu erwarten.

Und die Europäer? Sie zerlegen sich und

träumen dabei von„Weltpolitikfähigkeit“.

überraschen. Es gibt ja auch Memes und

Running Gags, die durch Wiederholung und

Variationen desselben Motivs vom Wiedererkennungseffekt

profitieren. Witzschablonen

helfen weniger kreativen Leute beim

Lustigsein. Wenn man weiß, dass es gleich

witzig wird, lacht man auch schneller. Der

BER hat sich alleine deshalb schon gelohnt,

weil selbst der unkomischste Mensch noch

ein, zwei Witzchen über dieses Baudesaster

reißen kann.

Trotzdem mag ich persönlich am liebsten

Humor, der mich unvermittelt trifft. In diesem

Sinne hat mich dieser Tage ausgerechnet

die Berliner CDU-Fraktion überrascht,

die eine Hommage an den links-alternativen

Humor der 80er- und 90er-Jahre twitterte.

Kurz nachdem in Thüringen knapp ein Viertel

der Wähler für eine Partei mit einem faschistischen

Spitzenkandidaten gestimmt

hat und jeden Tagneue Bedrohungslagen

zum Rechtsterror bekannt werden, stellt sie

ausgerechnet jetzt ihren „Aktionsplan gegen

linke Gewalt“ vor. Dieser möchten sie mit

Gefährderdateien und beschleunigter Strafverfolgung

entgegentreten. In Zeiten von

rechtsextremistischen Morden fordert sie

Aussteigerprogramme für Linke. Das ist in

seiner ganzen Eberharddiepgenhaftigkeit

ein Witz wie aus einem Gerhard-Seyfried-

Comic, in dem hundert Polizisten vor einer

Wohnungstür stehen, weil jemand „über

dreikommanullfüneff [sic] Gramm Hanf aus

unerlaubtem Anbau“ hat. Wäre esnicht so

traurig, ich könnte herzlich darüber lachen.

„Ich muss die Dinge

verstanden haben, bevor

ich entscheide.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin,

erklärt inder Süddeutschen Zeitung ihren manchmal

als stoisch beschriebenen Politikstil.

AUSLESE

Gefahren des

Nationalismus

Das Haupthema in den Kommentarspalten

der internationalen Presse ist

der Mauerfall vor 30Jahren. So appelliert

die spanische Zeitung El Mundo an Europa:

„Dreißig Jahre nach dem Mauerfall

ist Großbritannien gerade dabei, die EU

zu verlassen. UndWerte wie Freiheit, Toleranz

und Respektwerden vomAufkommen

rassistischer und europhober Populisten

bedroht, die bestrebt sind, neue

Mauern zu errichten. Die Europäer dürfen

sich nicht von Führern bezirzen lassen,

die die erzielten Fortschritte und die

realisierten Träume zerstören wollen.“

Und sowarnt auch das schwedische

Boulevardblatt Expressen voreinem wachsenden

Nationalismus: „Die liberalen

Wertehaben heute ihren Glanz und ihr Primat

verloren. Auch westliche Demokratien

sind nicht die leuchtenden Vorbilder, die

sie vor einigen Jahrzehnten gewesen sind.

Ein überdeutliches Beispiel dafür ist DonaldTrump,der

Präsident, der starke Männer

liebt und offen seine Verachtung für

alte Verbündete und die demokratischen

Institutionen der USA zeigt.“

Neue Mauern gerade im Osten

Deutschlands sieht der Kommersant aus

Moskau: „Drei Jahrzehnte nach dem

Mauerfall meldet sich der Osten

Deutschlands mit lauterer Stimme zu

Wort. Bei den Wahlen inBrandenburg,

Sachsen und in Thüringen haben die

Ostdeutschen, die sich offenbar als Bürger

zweiter Wahl empfinden, ihren Unmut

zum Ausdruck gebracht. Es sieht so

aus, als sei die Mauer keineswegs überwunden.

Sie bleibt in den Köpfen der

Menschen erhalten, sogar bei jenen, die

in ihrem Leben die richtige Grenze zwischen

den zwei politischen Systemen nie

gesehen haben. Matthias Roch

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Seite 3/Report:Bettina Cosack.

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Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Berlins Polizisten

halten einen

traurigen Rekord

Seite 14

Kreativ: In Ost-Berlins erster privater Modeboutique wurden Schlüpfer zu Pullovern Seite 10

Chaotisch: Eine Klimademo im Flughafen Tegel sorgte für lange Staus drum herum Seite 12

Zu Gast bei den

Bratvögeln

Wir haben unsere Weihnachtsgans

besucht. Dasmachen wir

jedes Jahr, Anfang November. Esist

ein großes,kräftiges Tieregeworden.

DasGefieder ist schneeweiß und der

Schnabel schimmertrot. Dunkle Augen

hat sie und schnattertaus vollem

Hals. Mittlerweile ist unser Besuch

bei dem Federvieh kurz vorm St.

Martinstag zum Ritual geworden.

UnsereGans lebt (noch) in einem

kleinen Dorfinder Prignitz. Dorthat

sie viel Platz. Tagsüber ist der Vogel,

zusammen mit seinen Artgenossen,

auf der Weide. Nachts werden sie in

einem Stall eingeschlossen. Der hat

ein dickes Fundament. Füchse haben

dortkeine Chance,eine Gans zu

stehlen. So schlau sind sie nun auch

nicht.

Unser Vogel hat sich gut entwickelt.

Der Bauer sagt, dass er bis

Weihnachten zwischen fünf und

sechs Kilogramm auf die Waage

bringen wird. Stolzes Tier.Bei unserem

Besuch hat die Gans uns hochnäsig

ignoriert. Nicht einmal angeguckt

hat sie uns, als wir auf dem

Hofwaren. Entweder ahnte sie,dass

sie bald in der Röhre brutzeln wird,

gefüllt mit Orangen, Äpfeln und Beifuß.

Oder es hat sie einfach nicht interessiert,

dass ihr unbekannte

Menschen beim Schnattern zuschauen.

Sie wird ihre Ignoranz

noch bereuen, sagte einer von uns

und sprach aus, was alle in diesem

Moment dachten. Ich dachte an

eine der beiden Keulen.

Unser Bauer in der Prignitz besitzt

50 Gänse und zieht sie auch auf.

Seine Kunden kommen aus Berlin.

Die Hälfte der Gänse werden heute

Abend am St.Martinstag aufgetischt.

23Vögel müssen kurzvorWeihnachten

Federn lassen. Zwei behält der

Bauer zum Christfest für sich selbst.

Das reiche für das Festessen, sagt er

jedes Jahr. Und er macht sich damit

immer etwas vor. Es reicht für ihn

und seine große Familie natürlich

nicht. Deshalb hält er auch noch

zwei Enten. Die waren ebenso arrogant.

Egal.

Unsere Gans hat keinen Namen.

Wir wollten kein schlechtes Gewissen

kurz vor dem Schlachten aufkommen

lassen. Werverspeist schon

ein Tier, das er vorher mit dem Namen

gerufen hat?Wirnicht. Beieiner

Bekannten ließ der Besuch beim

Bauern Zweifel aufkommen. Ihr tat

die Gans leid. In den vergangenen

Jahren hatte sie solche Empfindungen

nicht. Nein, sie wolle keinen

Gänsebraten, sagte sie auf der Rückfahrt.

Jetzt schmaust ihre Freundin

mit uns. Die ist auch lockerer. Gans

und gar.

Ahnungslos.

Stadtbild

Lutz Schnedelbach

freut sich über die heute

beginnende Gans-Saison.

IMAGO STOCK&PEOPLE

Kurz mal weg

Blick über die Moltkebrücke zum Reichstag am Sonntagmorgen: Das

nasskalte Novemberwetter gönnte den Berlinern zumindest in der

zweiten Halbzeit desWochenendes noch mal eine Pause.Auf einen verregneten

Sonnabend folgte ein sonniger und trockener Sonntag. Und

Zeigt her eure Daten

Initiativen fordern ein Transparenzgesetz, das zentraleDokumente aus allen Verwaltungen öffentlich macht

VonAnnika Leister

Transparenz soll Politik

durchschaubar machen für

ihre Bürger. Ein grunddemokratischer

Anspruch,

der überhaupt erst möglich macht,

dass Bürger verstehen, loben oder

protestieren können, kurz: die Möglichkeit

haben, sich einzumischen.

Der rot-rot-grüne Senat in Berlin

hat sich die Entwicklung eines Transparenzgesetzes

bereits 2016 im Koalitionsvertrag

vorgenommen. Lange

Zeit ist nichts passiert. Jetzt aber bestätigt

die Senatsinnenverwaltung

auf Nachfrage der Berliner Zeitung,

dass man Eckpunkte für ein Transparenzgesetz

erarbeitet habe und diese

gerade mit den anderen Senatsverwaltungen

abstimme. Eine Senatsvorlage

soll noch vor Weihnachten

eingebracht werden. Inhalte will man

zurzeit noch nicht kommunizieren.

In der rot-rot-grünen Koalition gilt

das Vorhaben keineswegs als Selbstläufer.

Oliver Wiedmann vom Verein

„Mehr Demokratie“ ist gespannt auf

den Entwurf des Senats. Schon jetzt

aber hat er die Befürchtung, dass man

den „Bock zum Gärtner macht“,

wenn man der Verwaltung selbst

überlässt, sich die Regeln zur Veröffentlichung

zu verordnen. Deswegen

setzt „Mehr Demokratie“ sich mit der

Open Knowledge Foundation und 40

anderen Organisationen –vor allem

Umwelt-, Bürger- und Transparenzinitiativen

–ineinem Bündnis für ein

Volksbegehren für ein Berliner Transparenzgesetz

ein und hat selbst einen

Gesetzesentwurfvorbereitet.

Der68-seitige Entwurfverpflichtet

das Land, zentrale Dokumente aus allen

Verwaltungen und landeseigenen

Das Volksbegehren: 28 000

Unterschriften hat das Bündnis

für ein Berliner Transparenzgesetz

gesammelt. Noch

bis Ende November kann unterzeichnet

werden –zum

Beispiel in den Räumen von

„Mehr Demokratie e.V.“

(Greifswalder Straße 4,

Prenzlauer Berg).

HAMBURG ALS VORBILD

Informationsfreiheit: Nach

dem zurzeit gültigen Informationsfreiheitsgesetz

muss die

Verwaltung keine Anfragen zu

laufenden Verfahren, Personen,

Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen

beantworten.

Die Bearbeitung kostet

bis zu 500 Euro. Werden

Antrag stellt, muss zahlen.

Transparenz: Bei einem

Transparenzgesetz verpflichten

sich die Länder,eigenständig

und kostenlos zentrale

Dokumente online zu

veröffentlichen. VonBürgerinitiativen

als fortschrittlichstes

und weitreichendstes Gesetz

gelobt wird der HamburgerEntwurf.

Unternehmen kostenlos online zu

veröffentlichen. 28 000 Unterschriften

hat das Bündnis laut Wiedmann

in den vergangenen Wochen bereits

gesammelt. Am 3. Dezember sollen

die Unterschriften zur Prüfung bei

der Senatsinnenverwaltung eingereicht

werden. Sind mehr als 20 000

der gesammelten Stimmen gültig,

muss sich in einem ersten Schritt das

Abgeordnetenhaus mit dem Vorschlag

der Initiativebefassen.

Zurzeit gibt es in Berlin bloß ein

Informationsfreiheitsgesetz. Bedeutet:

DasLand gibt Informationen heraus,wennBürger

einen Antrag darauf

stellen. Wiedmann und seine MitstreiterimBündnis

haben Erfahrung

damit: Im Verwaltungssprechkorrekt

formuliert müssen die Anträge sein,

oft ist die Antwort mit monatelanger

Wartezeit verbunden und manche

Akten bleiben trotz aller Beharrlichkeit

unter Verschluss, erzählt Wiedmann.

EinTransparenzgesetz könnte

das ändern: Mitihm verpflichten sich

die Länder dazu, ohne Anfrage zentrale

Daten für jedermann zu veröffentlichen.

Doch auch hier ist die

Bandbreite groß: Bremen hat ein

Transparenzgesetz, auch Thüringen

diskutiert darüber.„Aber das ist alles

nicht so weitreichend wie in Hamburg

oder unser Entwurf“, so Wiedmann.

DerEntwurfder Berliner Initiative

sieht vor, dass für Bürger relevante

Dokumente aus allen Verwaltungen

sowie Informationen zu Treffen der

Senatoren mit Lobbyisten offengelegt

werden müssen. Das Land sowie alle

Unternehmen, an denenesmit mehr

als 25 Prozent beteiligt ist, soll dazu

verpflichtet werden, alle Verträge ab

einem Wert von 100 000 Euro zu veröffentlichen.

Das schließt zum Beispiel

Krankenhäuser oder Wohnungsbauunternehmen

mit ein. Und

viele Immobiliengeschäfte, zudenen

zurzeit lediglich Gerüchte darüber

kursieren, wie viel der Senat investierte:

Veröffentlicht werden sollen

damit auch „sämtliche Verträge und

Preise, wenn Berlin Grundstücke

DPA-ZENTRALBILD/SOEREN STACHE

so geht es an diesem Montag sogar noch in die Verlängerung. Es bleibt

sonnig. Erst Dienstagabend wirddas Novemberwetter samt Regen zurückkommen.

Es ist davon auszugehen, dass es ein längerer Aufenthalt

wird. Berlin kann sich seine Gäste eben nicht aussuchen.

kauft oder verkauft, dasVorkaufsrecht

zieht oder auch in Abwendungsvereinbarungen

darauf verzichtet“, sagt

Wiedmann.

In der für das Transparenzgesetz

wieVolksbegehren zuständigen Berliner

Senatsinnenverwaltung stöhnt

man hinter vorgehaltener Hand, wird

der Entwurfdes Bündnisses erwähnt.

Zu aufwendig, zu weitreichend, zu

unrealistisch seien die Forderungen.

Wiedmann ist von der Reaktion

wenig überrascht. Doch „Mehr Demokratie“

sei schon am Volksbegehren

für ein Hamburger Transparenzgesetz

beteiligt gewesen und habe

sich recht eng an den dort 2012 umgesetzten

Entwurfgehalten, sagt er.

Hamburg ist bisher mehr als zufrieden:

Von2014 bis 2017 habe man

knapp 66 000 Dokumente im Transparenzportal

veröffentlicht, auf die

mehr als 22,7 Millionen Malzugegriffen

wurde. teilt die für das Transparenzgesetz

zuständige Hamburger

Justizbehörde auf Nachfrage der Berliner

Zeitung mit. Manhabe einen erheblichen

Mehraufwand vorab befürchtet,

das aber habe sich nicht bestätigt.

„Im Mittel folgt nur ein geringer

Mehraufwand je Stelle aus der

Veröffentlichungspflicht.“ DasTransparenzportal

werdeüberwiegend von

Privatpersonen mit persönlichem Interesse

ankonkreten Vorgängen genutzt.

Und: „Auch die Verwaltung

nutzt es als Informationsplattform.“

Voneiner „Erfolgsgeschichte“ spricht

André Otto, Sprecher der Behörde.

Hamburg habe deswegen im Sommer

beschlossen, dass ab 2021 auch

alle Körperschaften, Anstalten und

Stiftungen des öffentlichen Rechts

unter dieVeröffentlichungspflicht fallen

–um„letzte Lücken“ derInformationsfreiheit

zu schließen.

NACHRICHTEN

Schlafplätze für Obdachlose

zu 70 Prozent ausgelastet

DieZahl der Notschlafplätzefür Obdachlose

in Berlin ist in der vergangenen

Woche noch einmal etwas gestiegen.

„Seit dem 6. November haben

wir 1044 Plätzeinder Kältehilfe“,

teilte die Sprecherin der

Senatsverwaltung für Soziales,Regina

Kneiding, mit. Bisher seien die

Plätzezurund 70 Prozent ausgelastet.

Um Obdachlose mit warmen Getränken

und Schlafsäcken zu versorgen,

sind seit Monatsbeginn wieder

Teams in Kleinbussen im Einsatz.

DieKältehilfe rät Bürgern, die Obdachlose

auf der Straße sehen, zuerst

nachzufragen, ob diese Hilfe annehmen

möchten. Ab 18 Uhrkann der

Wärmebus des Berliner DRK

(030/60 03 00 10 10) und ab 21 Uhr

der Kältebus der Stadtmission angerufen

werden (0178/523 58 38).

(dpa)

Weltkriegsbombe wird in

Hellersdorf entschärft

MehrereTausend Anwohner müssen

an diesem Montag (ab 9.30 Uhr) in

Berlin-Hellersdorffür die Entschärfung

einer 250 Kilogramm schweren

Weltkriegsbombe ihreWohnungen

verlassen. Zunächst wirdrund um

den Fundortauf dem Gelände des

Stadtguts Alt-Hellersdorfein Sperrkreis

eingerichtet, wie aus einer gemeinsamen

Mitteilung vonBezirksamt,

Polizei und Feuerwehr hervorgeht.

DieEntschärfung soll gegen

Mittag erfolgen. Notunterkünfte gibt

es in drei Sporthallen des Sartre-

Gymnasiums und der Jean-Piaget-

Schule.Der Sprengkörper war am

Donnerstagmittag bei Bauarbeiten

entdeckt worden. (dpa)

Initiative bringt Mauerstück

für Trump nach Washington

Zum30. Jahrestag des Mauerfalls hat

ein Berliner Verein ein Mauerstück

nach Washington gebracht –adressiertanUS-Präsident

Donald

Trump.Bei dem 2,7 Tonnen schwerenMauerstück

handelt es sich nach

Angaben der InitiativeOffene Gesellschaft

um ein Originalstück der

Mauer.AmSonnabend wurde es vor

das Weiße Haus gekarrt, wo es abgegeben

werden sollte.„Deutschland

ist wieder vereint und in Berlin erinnernuns

nur vereinzelte Stücke

daran, dass keine Mauerewig hält“,

steht auf dem Mauerstück in BriefformanTrump

gerichtet. DieAnnahme

sei allerdings zunächst verweigertworden,

sagte JörgWaschescio

stellvertretend für den Verein in

Washington. Sollte das Weiße Haus

das Mauerstück auch in den kommenden

Tagen nicht annehmen,

werdeesauf eine „kleine Tour durch

die Staaten gehen“, sagte Waschescio.

(dpa)

Ein Stückchen Mauer für Donald Trump.

Doch der scheint nicht begeistert. DPA


10 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Stadtgeschichte

„Aus Schlüpfern nähten wir Pullover“

Josefine Edle von Krepl eröffnete 1980 die erste private Modeboutique Ost-Berlins. Sie spricht von kreativen Zeiten, tollen Kundinnen und dummen Amtsschikanen

ImGarten des alten Pfarrhauses

in der Prignitz hängen Gebilde,

die Josefine Edle von Krepl aus

Atlantikmüll geknüpft hat: Fischernetze,

Plastik, gelbe, grüne, türkisfarbene

Strippen. Ihrletztes großes

Werk,das Modemuseum Meyenburg,

hat sie Nachfolgern übergeben. Jetzt

richtet sie immer wieder Ausstellungen

mit ihrer nach wie vor viele Tausend

Exemplare zählenden Kleidersammlung

aus,organisiertLesungen

und Konzerte. Doch im Interview

sprechen wir über die Pioniertat der

Modegestalterin in Ost-Berlin: In der

Boxhagener Straße 44 gründete sie

1980 die erste private Modeboutique

Ost-Berlins – mit ausschließlich

selbstentworfenen und ausschließlich

aus Naturmaterialien in eigener

Werkstatt genähten Stücken.

Frau von Krepl, ein privater Modeladen

in Ost-Berlin –wie haben Siedas

angestellt?

Leute haben mir voneiner Händlerin,

einer Bulgarin in der Boxhagener

Straße,erzählt, die dorteinen Laden

als Kommissionärin führte, also

halbstaatlich Sachen verkaufte. Der

war es zu schwierig geworden. Für

mich eine Riesenchance! Um das

Geld für die Abstandszahlungen zusammenzubekommen,

habe ich

buchstäblich Tagund Nacht in der

Küche meiner Einraumwohnung in

der Greifenhagener Kleider genäht.

Mein Partner hat die Teile versäubert.

Nebenher zog ich wochenlang

ins Ordnungsamt beim Rat des

Stadtbezirkes am Bersarinplatz und

kämpfte mit der Bürokratie. Vor allem

musste ich denen einflößen,

dass ich Künstlerin war, dass ich Eigenes

verkaufen wollte, keine geschmacklich

schlechten Sachen. Ich

konnte also keine Kommissionärin

sein, sondern brauchte eine Gewerbegenehmigung

als Private.

GabesVorbilder in Ost-Berlin?

Nein. Aber schließlich sagte das

Amt: „Machen Se,auf eigene Verantwortung.“

Und offiziell bekam man

etwas zum Vorzeigen: „Seht her, wir

lassen privaten Handel zu, und eine

junge Frau darf was ausprobieren.“

Andererseits gab es dann ständige

Kontrollen, bis hin zu Schikane.

Wasgeschah da?

Wenn ich zum Beispiel von einer

Stoffbahn 3,50 Meter abgeschnitten

hatte, habe ich den Stoff vorgekocht

in der Waschmaschine.Dalief er um

zehn Prozent ein. So konnte ich die

Kundinnen vor späteren Problemen

schützen. DasAmt hat heimlich Einkäufer

geschickt, die ein Kleid auftrennten

und nachmaßen. Da waren

es dann nur 3,10 Meter,und es hieß:

Betrug! VonKrumpfwerten verstanden

die nichts.Ich musste Strafe zahlen.

Und jedes Jahr hatte ich Tiefenprüfung

vom Finanzamt und wurde

separat geführt.

Warum haben Sie sich für den Weg

entschieden?

Ich war umfassend ausgebildet

und habe mich als Moderedakteurin

bei der Frauenzeitschrift Für Dich

nicht ausgelastet gefühlt. Auch die

massive Gängelung störte mich immer

stärker;jeder Text wurde bekrittelt.

Allzu viel Initiative war nicht erwünscht.

Mit dem Laden konnte ich

etwas Eigenes machen. Und der Erfolg

war ja unübersehbar. Wenn der

Laden morgens um zehn aufmachte,

standen die Frauen in Doppelreihen

vor der Tür. Zwischendurch musste

ich zumachen, weil ich keine Ware

mehr hatte.

Wiehaben Siegearbeitet?

Ichhabe zusammen mit einer engen

Freundin ausnahmslos eigene

Ideen kreiert und umgesetzt. Fünf

bis sechs Angestellte nähten in der

Werkstatt, halbtags, oft länger. Wir

produzierten ohne Ende, ich hätte

eine ganze Fabrik beschäftigen können.

Die Leute haben die Sachen

sooo sehr gemocht. Diekamen praktisch

von der heißen Nadel auf den

Ladentisch. Im Laden, der war etwa

Josefine Edle von Krepl in ihrem Garten hinter dem wieder hergerichteten alten Pfarrhaus in Kuhbier (Prignitz). So still wie hier sitzt sie selten.

60 Quadratmeter groß, gab es noch

eine Verkäuferin, und meistens war

ich auch da, zum Beraten und Erzählen.

Istimmer gut für den Verkauf.

Haben Sie Kollektionen entworfen,

die dann genäht wurden?

Nein, das ging ja gar nicht. Man

wusste ja nie, welches Material man

haben würde. Von der Materiallage

hing alles ab.Die jeweils verfügbaren

Stoffe breiteten wir vor uns aus und

machten etwas daraus. Modewellen

haben wir nicht ausgelöst. Wir entschieden

völlig frei, aus dem Lameng:

So oder so machen wir das. Immer

nach einfachen Schnitten, tragbare

Mode. Elegantes nur für Ausstellungen

oder seltene Extrawünsche.

Waswaren das für Stoffe, und woher

kamen die im DDR-Mangelsystem?

Ausnahmslos Naturmaterial –

Baumwolle, Seide, Zellstoff, also Viskose

–haben wir verwendet. Daswar

damals in der DDR mit den vielen am

Körper klebenden Kunststoffen etwas

Besonderes. Seide führte der DDR-

Großhandel reichlich, wegen der guten

Beziehungen zu China. Allerdings

meist mit grässlichen Mustern–riesigen

Blumen und grellen Farben. Das

ließ sich durch Färben bessern. Leinen

und Spitzen besorgte ich bei Reisen

übers Land. Bauern verkauften

Tisch- und Bettwäsche und anderes.

Das wurde aufgetrennt, umgearbeitet,

neu zugeschnitten, anders zusammengenäht.

Aus Bauernleinen

entstanden zum Beispiel lange

Schlabbermäntel oder Latzhosen.

Baumwolle war schwierig. Aber um

Berlin gab es ja die Russenenklaven,

Militärsiedlungen im Wald, ganze

umzäunte Städtchen mit Schulen

und Kaufhäusern. Durchein Loch im

Zaun bin ich in die Russensiedlung

bei Röbel. Einer mir vertrauten Verkäuferin

im „Magazin“ brachte ich

West-Bohnenkaffee oder Nagellack

aus dem Intershop und bekam ganze

Ballen reinweiße Baumwolle –50bis

100 Meter. Das war Goldstaub! Daraus

haben wir Kleider gemacht. Farbpigmente

holte ich aus dem Chemiekombinat

Bitterfeld. ZumImprägnierengegen

das Ausbluten nahmen wir

Salz und Essig.

Gabesbesonders begehrte Stücke?

Oja, die Pulloveraus Viskose-Damenschlüpfern.

DieUnterhosen mit

Herkunft: Josefine Edle von

Krepl wurde 1944 in Fürstenwalde/Spree

geboren. Ihr

Wiener Vater arbeitete in der

dortigen Torpedofabrik als

Dienstverpflichteter.Seine

Frau war ihm gefolgt. 1950

zog die Familie nach Berlin.

Hochzeit im Sommer 1989. Für das Foto

fuhr man zum Kino International, wo gerade

„Schrei nach Freiheit“ lief.

BIOGRAFISCHES

Beruf: Nach dem Abitur

lerntesie Schneiderin, studierte

dannModegestaltung.1977

wurde sie Moderedakteurin

in der FrauenzeitschriftFür

Dich und

absolvierte einZusatzstudium

derJournalistik.

Künstlerin: 1985 nahm sie

der Verband Bildender

Künstler auf. So durfte sie

auch eigene Ausstellungen

ausrichten und dafür Kollektionen

entwerfen. 2006

gründete sie das Modemuseum

Meyenburg.

Josefine-Vitrine im Museum in der Kulturbrauerei:

Patchworkrock, für die Weste

nähte sie Schafwolle auf Scheuerlappen.

Boutique Josefine, Boxhagener 44, vor der Eröffnung 1980. STIFTUNG HAUS DER GESCHICHTE, BERLIN (3)

MARITTA TKALEC

langem Bein in Rosa und Hellblau,

ich nannte sie Sturzbomber, gab es

für vier bis fünf DDR-Mark zukaufen.

Sie hatten eine glatte Außenseite,

innen waren sie aufgeraut. Wir

kauften die großen Größen. Diewurden

aufgetrennt, als Pullover wieder

zusammengenäht und mit wilden

Mustern gesteppt und verziert: mit

Perlen, Blumen, Lederapplikationen.

Dafür benutzten wir zum Beispiel

Fensterputzlappen aus Hirschleder.

Die gab es im Handel. Daraus

haben wir Hot Pants oder kleine

Westen mit Fransen gemacht –ein

Renner. Bei der PGH Orthopädie im

Prenzlauer Berg durfte ich Lederreste

holen. Daraus habe ich auch

Accessoires wie Täschchen gebaut.

Und von volkseigenen Kleiderfabriken

konnte ich ausgediente Stoffmustermappen

erbetteln. Da klebten

auf jeder Seite drei Musterproben,

manchmal ein Muster in zehn

Farben. Aus diesen Stoffflecken ließen

sich witzige Blusen nähen. Wir

haben alles, wirklich alles verwendet.

Man musste sich was einfallen

lassen.

Klingt nicht nach Serienproduktion.

Eine Auflage vom Ordnungsamt

verlangte Unikate,höchstens vier bis

fünf Stücke von einem Schnitt, um

die Seriezuvermeiden. Aber das war

kein Problem, es wurde ohnehin immer

variiert –anKragenecken, Taschenschlitzen

oder -klappen, Applikationen.

Werwaren IhreKundinnen?

Frauen, die mal etwas anderes

als die recht eintönigeWare aus dem

staatlichen Einzelhandel wollten.

Etwas Besonderes, Ausgefallenes,

Einzigartiges. Eskamen Schauspielerinnen;

die Damen des Maxim-

Gorki-Theaters kleideten sich bei

mir ein: Uta Schorn, Ursula Werner.

Gregor Gysi hatte sein Büro umdie

Ecke und schaute rein, um für seine

Frau einzukaufen. Es kamen Leute

aus anderen DDR-Städten, mache

kauften rauschhaft auf Vorrat, viele

suchten Jugendweihekleider. Auch

aus West-Berlin kamen Kunden, Diplomatinnen

…Und viele normale

Frauen, Studentinnen, denen der

Exquisit zu teuer war.Bei mir kosteten

die Kleider um die 180 Mark,die

feineren für die Jugendweihe 220

Mark.

Beisogroßer Popularität interessierte

sich doch sicherlich auch die Staatssicherheit

für Ihr Treiben?

Wenn ich zum Beispiel in dem

kleinen Laden neben dem Hauptgeschäft

Ausstellungen machte –und

das geschah oft –, gab es Vernissagen,

ganz einfach mit Schmalzstullen,

Stierblut, Kerzen und 40-50

Freunden. Da liefen immer Leute

rum, die ich nicht kannte.Wenn ich

fragte, wer sie seien, sagten sie, jemand

habe sie mitgebracht und eierten

herum, wenn ich fragte, wer

denn. Oder es stand ein Lada mit vier

Männern vor der Tür. Die Herren

habe ich dann gefragt, ob sie Kaffee

oder Teewollten. Dann sind sie weggefahren,

und waren bald wieder da.

Die interessierten sich vor allem für

die Ausländer und für die Künstler,

die ich bei mir ausstellen ließ: Das

waren oft Leute,die Ausreiseanträge

gestellt hatten und nicht arbeiten

durften. Ich bin mit den Stasi-Sachen

gelassen umgegangen, habe

mich nicht verrückt machen lassen.

ich sagte mir:„Solln se doch, bei mir

gibt’s nichts zu spionieren.“ Höchstens

Gespräche waren aufzuschnappen.

Meine Stasi-Akte umfasst drei

fette Ordner.

1987 haben sie einen Ausreiseantrag

gestellt. Warum? Sie hatten doch mit

dem Laden vergleichsweise viel Freiheit

und direkt sichtbaren Erfolg?

Ich wollte nicht, dass meine beiden

Söhne in der DDR aufwachsen.

Und eswar doch zu eng geworden.

Außerdem war die Hälfte meiner

Freunde schon weg. Im Sommer

1989 durfte ich schließlich meinen

Partner aus dem Westen heiraten

und reiste aus kurz bevor die Mauer

fiel. Erst lebte ich im Lager Marienfelde,dann

in einem Aussiedlerhaus.

Kaum saß ich einer eigenen Wohnung,

fiel die Mauer. Da habe ich

Rotz und Wasser geheult: So viel

durchgemacht, wartend und hoffend.

Unddann –alles umsonst.

Wiewar es in West-Berlin?

Sehr schwierig. Ich hatte mir eingebildet,

ich sei clever, gut, hoch

qualifiziert, gesund und tatendurstig.

Ichwürde etwas finden, zum Beispiel

als Kostümbildnerin in einem

Theater.Doch das Arbeitsamt wollte

mich als Textilarbeiterin an ein

Fließband schicken. Dann habe ich

alles Mögliche angestellt und

schließlich einen Laden für Antikmode

in Wilmersdorfübernommen.

Aber der lief nicht. Die Damen hielten

das Geschäft für ein Museum mit

Sachen zum Anprobieren, kauften

aber nichts.

Sie haben den Vergleich: War die

DDR-Frau modemäßig eine graue

Maus?

Gezwungenermaßen, vor allem

außerhalb der Städte. Die Frauen

lebten nicht hinterm Mond, aber im

Mangel an Möglichkeiten. Wo sie

konnten, saugten sie Inspiration auf,

suchten Schnitte oder Tipps zum

Umarbeiten vonKleidern. Siemachten

viel selbst, da war enorme Kreativität

unterwegs. Viele konnten tatsächlich

nähen. Und die Gestalter

vom staatlichen Modeinstitut entwarfen

zwar tolle, richtunggebende

Kollektionen für die Textilindustrie,

verfügten über tolle Materialien –

aber die Industriedesigner, die die

Vorgaben für die Produktion umsetzen

sollten, schlichen mit hängenden

Köpfen davon, weil sie nicht die

Voraussetzungen dafür hatten.

Wiesehen Siedie heutige Mode?

DieWertschätzung für Textilien ist

durch Massenproduktion und -konsum

verloren gegangen. Neulich sah

ich in der Oper in FrankfurtamMain

junge Leute in Sportkleidung! Ich

konnte das nicht fassen. Wie stillos.

Undesist eine Unsitte, zujeder Saison

Neues zu kaufen und dann wegzuwerfen.

Das geht so nicht weiter.

Welche Kleider aus heutiger Mode

sind denn noch museumsfähig?

DasGespräch führte Maritta Tkalec.


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** Bitte beachten Sie, dass diese Artikel nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. Sie können daher zu bestimmten Zeiten der Aktion ausverkauft sein.

A Quelle: Kundenmonitor® Deutschland 2019 (www.kundenmonitor.de: Rubrik „Serviceprofile“), ServiceBarometer AG,München. Stand: 12.09.2019

ALDI Einkauf GmbH &Co. oHG, Eckenbergstr.16+16A, 45307Essen. Firma und Anschrift unserer regional tätigen Unternehmen finden Sie unter aldi-nord.de unter

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11112019


12 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Berlin

Neues Dach für

Tempelhof-Tower

Terrasse soll ab Sommer

2021 geöffnet werden

Die Vorbereitungen, den Tower

des früheren Flughafens Tempelhof

für Besucher zu öffnen, schreiten

voran. Der Tower und eine neue

Dachterrasse sollen ab Sommer 2021

für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

DerAuftrag seit erteilt, wie die Vergabekammer

des Senats mitteilte. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 9-28-31-33-40-44

Superzahl: 7

Spiel 77: 4329446

Landeslotterie Super 6: 634728

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6=10Euro

12 =25Euro

006 =100 Euro

5108 =1000 Euro

76 182 =10000 Euro

988 111 =100 000 Euro

572 473 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 3517 661.

ARD-Fernsehlotterie:

7070 210 gewinnt einen BMW 118i

3479 010 gewinnt einen Mini Cooper

7861 749 eine Reise nach Warnemünde

0015 036 eine Reise nach Dollenberg

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

2127 993 gewinnt 1000 000 Euro

255 186 gewinnt 100 000 Euro

69 240 gewinnt 10 000 Euro

8005 gewinnt 1000 Euro

56 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Die Pinguine wollen wiederkommen

Klimaschützer demonstrieren im Flughafen Tegel. Großeinsatz der Polizei führt zu langen Staus im Umkreis

VonPeter Neumann

Die junge Frau mit dem

Zopf trug ein lustiges

Pinguin-Kostüm. Doch

die Demonstrantin, die

sich Lisa Kaiser nannte, und ihre

Mitstreiter meinten es ernst. „Dies

wird ganz sicher nicht die letzte Aktion

dieser Art gewesen sein“, sagte

die Berliner Sprecherin von„Am Boden

bleiben“, einer Gruppe vonAktivisten,

die sich dafür einsetzt, dass

der Flugverkehr drastisch verringert

wird. Am Sonntag machten sich

mehrereHundertKlimaschützer per

Rad und BVG auf, um im Flughafen

Tegel gegen die Luftfahrtindustrie zu

demonstrieren. Obwohl die meisten

von der Polizei aufgehalten wurden

und es nur knapp 50 ins Terminal A

schafften, herrschte rund um den

wichtigsten Flughafen Ostdeutschlands

bis zum Nachmittag Chaos.

„Das ist doch Schwachsinn“, rief

EckartWeiß. DerBrandenburger aus

dem Oderbruch, der vonTegel nach

Georgien fliegen wollte, schaute

skeptisch auf die Demonstranten,

die sich zwischen dem Café Leysieffer

und einem Krawattenshop auf

dem Boden niedergelassen hatten.

Luftverkehr bleibt unbehelligt

„Von denen hat doch sicher noch nie

jemand gearbeitet“, so Weiß. Undsicherlich

seien sie meist mit dem Rad

unterwegs. „Die Ideen dieser Leute

treffen nur den kleinen Mann.“ Dagegen

seien die meisten Pendler aus

Brandenburg auf ihr privates Auto

angewiesen, nach Georgien komme

man vonhier aus nicht per Bahn.

Tausende Fluggäste hatten an

diesem Sonntagmittag einen längeren

Spaziergang hinter sich, bevor

sie die Terminals erreichten. An der

Auf andere Kontinente in den Urlaub fliegen –muss das sein? Umweltaktivisten haben

sich im Flughafen auf dem Boden niedergelassen.

FOTO: SABINE GUDATH

Zufahrt, kurz vorm Tunnel, hatten

Polizisten einen Kontrollpunkt aufgebaut.

Sie schauten in jedes Taxi

und sahen sich auch die Insassen anderer

Autos an. Die Linienbusse der

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

wurden an der Haltestelle Luftfracht

mit rotweißer Kelle gestoppt. Alle

Fahrgäste mussten aussteigen und

sich einer langen Warteschlange anschließen,

um dann Polizisten zu erklären,

was sie im Flughafen wollten.

Wer kein Flugticket oder einen

Presseausweis vorweisen konnte,

durfte nicht passieren. „Wir wollen

Verwandte abholen, aber die Polizei

lässt uns nicht rein“, klagte ein

Mann, der mit Frau und Kindernrat-

los vordem Kontrollpunkt stand. Ein

Polizist bat die Fluggäste um Verständnis:

„Wenn wir hier nicht kontrollieren

würden, könnte keiner von

ihnen heute vonTegel abfliegen.“

Den Polizeibeamten gelang es,

viele Aktivisten von„Am Boden bleiben“

aus dem Menschenstrom zu fischen

–obwohl sich die Klimaschützer

mit Rollkoffern oder Rucksäcken

als Fluggäste getarnt hatten. Dem

Fahrradkorso,der sich um kurznach

9 Uhr am Platz der Luftbrücke in

Tempelhof aufgemacht hatte,gelang

es ebenfalls nicht, an der Polizei vorbeizukommen.

Deren Großeinsatz

wirkte sich weiträumig auf den Verkehr

aus. Rund um den Flughafen

Tegel gab es Stop-and-go und Stillstand,

auf der Autobahn A111 standen

die Kraftfahrzeuge bis zum Jakob-Kaiser-Platz

an. Auch Taxis und

Busse steckten im Stau fest.

„Wer den Flughafen tatsächlich

im großen Stil blockiert, ist die Polizei

Berlin“ –sofasste Georg Kurz,

Bundessprecher der Grünen-Jugend,

auf Twitter die Verkehrslage

zusammen. Die Aktion von„Am Boden

bleiben“ sei rein symbolisch,

niemand werde amFliegen gehindert.

In der Tat: Der Luftverkehr in

Tegel wurde nicht beeinträchtigt, bestätigte

ein Flughafensprecher. Blockiert

wurde allenfalls der Durchgang

vordem Kuchentresen vonLeysieffer,

den Polizisten immer wieder

freiräumen mussten. „Mein Taxi

brauchte fünf Minuten länger, sonst

gab es keine Auswirkungen“, berichtete

KaiSauer,Fluggast aus Berlin.

Umweltdebatte im Terminal A

„Unser Protest richtet sich nicht gegen

einzelne Passagiere, sonderngegen

die Flugindustrie, gegen klimaschädliche

Subventionspolitik und

gegen die unhinterfragte Normalität

des Fliegens“, stand auf einem Flugblatt

der Aktivisten. Es gehe nicht um

einen moralischen Zeigefinger,sagte

eine Frau im Pinguin-Kostüm. Doch

sie stelle erfreut fest, dass Menschen,

die sie kennt, nun seltener fliegen.

Eines haben die Demonstranten

auf jeden Fall erreicht: DasTerminal

Awurde Schauplatz einer klimapolitischen

Debatte. „Ich unterstütze

den Protest, es gibt ein Recht zu demonstrieren“,

meinte Kai Sauer.

„Meine Kinder schimpfen, dass ich

zu viel fliege“, sagte Sylvia Wegener,

unterwegs über Köln in die Schweiz.

„Es stimmt, nach Zürich hätte ich

auch den Zugnehmen können.“

TELEFONFORUM

Volkskrankheit

Diabetes

Diabetes hat sich zur Volkskrankheit

entwickelt. Jeder zehnte

Deutsche ist Diabetiker. Betroffen

sind schätzungsweise weitere zwei

Millionen, die aber nichts von ihrer

Erkrankung ahnen. Denn Diabetes

tut nicht weh. Manchmal gibt es

überhaupt keine Anzeichen. Doch

die Früherkennung ist wichtig, um

gezielt Maßnahmen für die Normalisierung

des Blutzuckerspiegels ergreifen

zu können. Denn das Risiko,

einen Herzinfarkt oder Schlaganfall

zu erleiden, ist für Patienten mit Diabetes

zwei- bis dreimal höher als für

Nicht-Diabetiker.

DieVeranlagung für einen Typ-2-

Diabetes ist zwar genetisch bedingt.

Doch Übergewicht und Bewegungsmangel

erhöhen das Erkrankungsrisiko

drastisch. Auch Stress und

Schlafstörungen sind Risikofaktoren

wie Rauchen, Alkoholkonsum und

bestimmte Medikamente.

Wie man sein persönliches Diabetes-Risiko

erkennen und verringern

kann, welche Anzeichen echte

Warnsignale sind, und wie man feststellen

kann, ob man wirklich betroffen

ist, darüber geben am morgigen

Dienstag Experten am Lesertelefon

der Berliner Zeitung Auskunft: Dr.

Sylvia Kemmet vom Universitätsklinikum

Göttingen und Prof. Andreas

Pfeiffer, Direktor der Abteilung für

Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin

an der Charité

und Wissenschaftler im Deutschen

Zentrum für Diabetes-Forschung,

stehen dazu am 12. November Rede

und Antwort. Sie sind von 16bis 18

Uhr über die kostenfreie Telefonnummer

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Berliner Zeitung Leserreisen

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 13 *

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Berlin

Mit den Fans gereift

UWE SCHNEIDER

wirkt wie ein Kind kurz vor der Bescherung.

Er und seine beiden Mitstreiter

Michael Uhlich und Alexander

Möbius haben in die legendären

Hansa-Studios in der Köthener

Straße eingeladen. Als die Mauer

noch stand, nahm hier David Bowie

auf, zuletzt wurde in diesen heiligen

Hallen Cher am Tagnach ihrem Berliner

Konzert gesehen. Schneider, Uhlich

und Möbius haben in dieser Umgebung

einen Teil ihrer Jugend verbracht.

Sie waren der Kern der Berliner

Band The Teens und nennen sich

deshalb jetzt, wo sie wieder gemeinsam

musizieren, The Teens Core. Ins

Studio 1inder vierten Etage, indem

sie früher schon oft aufgenommen

hatten, haben sie gebeten, um die Ergebnisse

ihrer gemeinsamen musikalischen

Arbeit nach langer Pause vorzustellen.

In freundschaftlicher Atmosphärespielten

die gereiftenTeens

(die so große Stars waren, dass die

Bravo über jedes Bandmitglied ein

Sonderheft herausgab) zum ersten

Mal ihr neues Album „Friends“, das

im Märznächsten Jahres herauskommen

wird. Unter den Getränken, die

bereitstanden, kam das alkoholfreie

Radler besonders gut an. Michael Uhlich

scherzt: „Wir haben auch ein Sixpack

richtiges Bier, aber das schleppen

wir schon seit zwei Jahren herum,

das trinkt keiner.“ Er freut sich: „Es ist

ein tolles Ding, hier aufnehmen zu

können – davon träumen andere

Bands.“

Schneider erklärt, wie die Gruppe

wieder zusammengekommen ist: Ei-

nes der alten Bandmitglieder hatte

gerade eine schwierigeTrennung hinter

sich und brauchte Ablenkung.

Also traf man sich und musizierte gemeinsam.

Unddann waren da diese

Fans. Schneider wundert sich heute

noch: „Ich hatte davon gehört, dass

sich alte Fans in Berlin treffen und die

Orte der Band besichtigen wollten.“

DieNeugier der Musiker war geweckt.

Sie überraschten ihre Anhänger mit

einer Einladung zu Kaffee und Kuchen

(dies nur zum Stand von Sex &

Drugs &Rock’n’Roll!). Positiv war dabei

die Erfahrung, dass die Fans wie

die Musiker gereift waren. Schneider:

„ImGegensatz zu früher wurde nicht

gekreischt. Das war schon mal sehr

angenehm.“ Die Idee für ein erstes

gemeinsames Konzert wurde geborenund

verwirklicht.

Alexander Möbius erklärt, was das

Schöne an der anschließenden Arbeit

am ersten Album seit Jahrzehnten

war: „Es war ganz entspannt, niemand

von uns hängt von einem Erfolg

dieses Albums ab.“ Schneider

verweist auf die abgeschrabbelten

braunen Ledersofas in der Ecke und

stellt die Frage:„Wie lange hält sich eigentlich

DNA?“ Er kennt sich nicht so

damit aus: „Auf jeden Fall hat man

immer das Gefühl, man möchte seine

Klamotten reinigen lassen, wenn

man da mal drauf gesessen hat.“

Das Album „Friends“ kommt im

kleinen Kreis richtig gut an. Uwe

Schneider, der alle Songs (darunter

neue und aktuelle Aufnahmen der alten

Teens-Hits) gesungen hat, bekommt

Komplimente dafür, dass er

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Der alte Kern der Band The Teens hat

ein neues Album aufgenommen. Axel

Prahl steht jetzt als Hauptkommissar

Thiel bei Madame Tussauds

Teens-Reunion: Alexander Möbius, UweSchneider und Michael Uhlich (v.l.) am legendären

SSL 4000E-Mischpult der Hansa-Studios. CHRISTIAN SCHULZ (2)

nicht in die Trickkiste gegriffen und

seinen Gesang durch Wunder der

Schwindeltechnik wie Autotune aufgehübscht

hat. Im Laufe des späteren

Abends posten Teilnehmer dieser Abhöraktion

bei Facebook erste Eindrücke.Promptmelden

sich Fans,die das

Album unbedingt besitzen wollen.

Die müssen sich noch bis zum 13.

Märzgedulden. An diesem Abendsoll

es das Album zum ersten Mal am

Rande des Konzerts von The Teens

Core im Columbia-Theater geben.

Demnächst wird der Vorverkauf starten.

Die nächsten Konzerte gibt es

dann in Hamburg, Frankfurt am

Main undKöln. Aufdem Albumsind

alle Lieder auf Englisch. Schneider

verrät: „Für einen Titelhatten

wir allerdings zuerst einen

deutschen Text.“ Vielleicht gibt

es den später ja mal als Bonusauf

Deutsch.

AXEL PRAHL

freut sich über diese

besondere Ehre.

Seine Wachsfigur in

Originalklamotten

seiner

bekanntesten

Fernsehrolle komplettiert

den neuen „Tatort“-Bereich

bei Madame Tussauds Unter

den Linden. Die Wachsfigurenausstellung

kennt er voneinem

früheren Besuch mit seinen

inzwischen großen Kindern.

Und jetzt steht er als

Hauptkommissar Frank Thiel

selbst mittendrin. Sein erster Eindruck:

„Bin ich wirklich so klein?“

Aber nur wenige Schritte entfernt findet

er Trost: „Einstein war ja auch

nicht größer.“ Prahl fühlt sich„ausgesprochen

gut getroffen“, gibt aber

auch zu:„Natürlich ist es zunächst ein

seltsames Gefühl, neben sich selbst

zu stehen. Aber dann erfüllt es mich

auch mit Stolz.“ DieFrage,welche Ehrungen

jetzt noch so kommen sollen,

beantwortet er mit seinem Scherz:

„Ja, ich stehe bei Madame Tussauds –

aber nur in Berlin!“ Doch weil der

„Tatort“ international längst nicht so

ein großer Hit wie „Derrick“ ist, wird

sich daran wohl auch nichts ändern.

Prahl &

Prahl bei

Madame

Tussauds:

das

Original

und

die Kopie.

Statt Studium: Zufrieden

als Zimmerin

Fachgemeinschaft Bau in Lichterberger Schule zu Gast

VonMechthild Hennecke

Ich kenne keinen Beruf, in dem die

Menschen so zufrieden sind, wie in

meinem“, sagt DoraJelev.Die 18-Jährige

macht gerade eine Ausbildung

zur Zimmerin. Nach ihrem Abitur in

diesem Jahr habe sie zunächst überlegt,

Geisteswissenschaften zu studieren,

doch dann entschied sie sich

anders. „Da ich öfters auf Techno-

Festivals bin und dortbeim Bühnenaufbau

helfe, kam ich auf die Idee,

eine duale Ausbildung im Baugewerbe

zu machen“, erzählt sie.

Die junge Frau steht an diesem

Tag in Zimmermanns-Kluft vor

Schülern der 9. und 10. Klasse der

George-Orwell-Schule in Lichtenberg.

DerLeiter der Sekundarstufe I,

Daniel Glage,hat DoraJelev und Göran

Golz vom Berufsförderungswerk

der Fachgemeinschaft Bau Berlin

und Brandenburgeingeladen, damit

diese über Ausbildungen im Handwerk

sprechen. „Es ist doch etwas

ganz anderes,jemanden zuzuhören,

der selbst im Berufsteht, als nur über

einen Berufzulesen“, sagt er.

Golz stellte den Schülerndie Ausbildungsberufe

vor. Bevor esjedoch

an die Aufgaben von Maurern,

Hochbauarbeitern und Stuckateuren

ging, erkundigte er sich bei den

Schülern nach deren Vorstellungen

von einen Beruf im Baugewerbe.

Schule trifft Bau: Göran Golz ,Dora Jelevund Daniel Glage (v.l.).

„Die Arbeit ist schwer, gefährlich

und schlecht bezahlt“, sagten einige.

Andere: „Man muss früh aufstehen,

ist abends müde und es macht keinen

Spaß.“ Golz griff die einzelnen

Punkte auf und glich sie mit dem Alltag

eines Lehrers ab. Sekundarstufenleiter

Glage bestätigte, dass er

früh aufstehen müsse,abends müde

sei und die Arbeit auch nicht immer

nur Spaß mache.„Ihr seht: Kein Beruf

ist leicht“, sagte Golz. In einem

wichtigen Punkt konnte er eine Fehlmeinung

ausräumen. „Der Berufdes

Handwerkers ist heute nicht mehr

schlecht bezahlt“, sagte er. Angesichts

des Handwerkermangels

seien die Löhne gestiegen.

Aber ist es möglich, ein Leben

lang einen Beruf im Baugewerbe

auszuüben? Göran Golz erklärt, wie

vielseitig die Weiterbildungsmöglichkeiten

für Gesellen sind: einen

Meister machen, Ausbilder werden

und wie Golz zum Beispiel beim Berufsförderungswerk

Unterricht erteilen.

„Es gibt kaum ein Berufsfeld,

wo man stehenbleibt“, sagt er.

Als die Stunde vorbei ist, zeigt sich

Daniel Glage zufrieden. Manche der

Schüler würden Schwierigkeiten haben,

den Mittleren Schulabschluss

zu erreichen, sagt er. Eine Ausbildung

im Baugewerbe könnte seit

diesem Tag einigen als Alternative

klarer vorAugen stehen.

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Berlin

Redaktion

rollt von

Ost nach West

Berliner Zeitung

arbeitet live in der U2

Lieder wurden gesungen und sogar

Tränen vergossen –imSonderzug

der Berliner Zeitung, der am Sonnabend

auf der Linie der U2 zwischen

Ost und West tingelte. Die Berliner

Zeitung, ehemals eine Ost-Zeitung,

feierte das 30-jährige Jubiläum des

Mauerfalls gemeinsam mit dem Tagesspiegel,

einem originär Westberliner

Blatt. Zeitzeugen waren geladen –

und sehr viele Berliner stiegen ein

und schilderten selbst ihreEindrücke

vonder historischen Nacht.

Michael Raphaelian war in der

Nacht des Mauerfalls als Busfahrer

für die BVG unterwegs. Mit der Linie

100 fuhr er als einer der ersten durch

das Brandenburger Tor. Ein „erhebendes

Gefühl“, sagt er.Weil der Andrang

in den Westen so groß war, die

Busse hoffnungslos überfüllt, kamen

Kollegen aus anderen Städten und

halfen den Kollegen. Der ehemalige

Bundestags-Präsident Wolfgang

Thierse (SPD) erzählte,wie er vorder

Mauer stand und mit anderen rief:

„Lasst uns rüber, wir kommen wieder!“

Er lehnt den Begriff „Wende“

strikt ab,empfindet ihn als Herabsetzung

der Leistung der Bürgerbewegung

gegenüber. Was er heute am

meisten bedauere, so Thierse: „Die

fehlende Bereitschaft vieler Ostdeutscher

zur positiven Selbstwahrnehmung.“

Ostdeutsche sollten stolz sein

auf ihrefriedliche Revolution.

Regine Sylvester, Kolumnistin der

Berliner Zeitung, wirdnoch heute zur

wütenden „Ostfrau“, wenn jemand,

der keine Ahnung vom Osten hat,

schlecht über ihn redet. Sie war bei

der Öffnung der Mauer dabei, wurde

mit ihrer kleinen Tochter erst vonden

Menschenmassen fast zerdrückt,

dann durch einen Spalt „in den Westen

gespuckt“. (BLZ)

Chefredakteur Jochen Arntz im Gespräch

mit Regine Sylvester.

GERD ENGELSMANN

Die Polizei ist in Berlin im Dauereinsatz. Die Belastung der Beamten ist enorm. Der Krankenstand leider auch.

Traurige Rekorde

Polizisten sind im Durchschnitt fast 50 Tage im Jahr krank. Bei der Feuerwehr sind es sogar 60 Tage

VonAndreas Kopietz

Als am vergangenen Donnerstag

der US-Außenminister

zu Besuch in Berlin

war, hatte die Polizei mit

dessen Schutz viel zu tun. Für den

Diplomaten gilt die höchste Sicherheitsstufe.

Doch anstatt sich um

Mike Pompeo kümmern zukönnen,

wurden Bereitschaftspolizisten für

den Abend abkommandiert, umWache

zu stehen vor den Botschaften

der USA, Großbritanniens und Brasiliens.

Sosteht es in einer internen

Anweisung, die der Berliner Zeitung

vorliegt.

Die Berliner Zeitung hatte am

Donnerstag exklusiv über eine Gesundheitsstudie

der Freien Universität

berichtet, wonach viele Beamte

unter Burnout oder Depressionen

leiden. Dieinterne Weisung wirft ein

Schlaglicht darauf, wie es um den

Gesundheitszustand von Polizisten

und Feuerwehrleuten bestellt ist.

Immer mehr Mitarbeiter lassen sich

krankschreiben.

DerObjektschutz vorBotschaften

und anderen gefährdeten Einrichtungen

ist eigentlich Sache des Zentralen

Objektschutzes (ZOS) der Polizei.

DieMitarbeiter sind keine Vollzugsbeamten,

sondern Angestellte,

die nicht die vollen Rechte haben

wie Beamte. Doch wie bei den Vollzugsbeamten

ist auch bei den etwa

1500 Objektschützern der Krankenstand

hoch. Er liegt bei etwa 15 Prozent.

„Aufgrund zusätzlicher Objektschutzmaßnahmen

an den Botschaften

Kamerun und Brasilien,

den Wohnsitzen zweier Schutzpersonen

und des an diesem Tage vorliegenden

Kräftefehlstands durch erkrankte

Mitarbeiter des ZOS muss

der ZOSUnterstützungskräfte anfordern“,

heißt es in der internen Anweisung.

„Spätestens jetzt sollte jedem Politiker

in unserer Stadt klar sein, dass

der Personalkörper des Zentralen

Objektschutzes nicht ausreicht, um

alle hauptstadtbedingten Aufgaben

wahrnehmen zu können“, sagte der

Sprecher der Gewerkschaft der Polizei,

Benjamin Jendro, auf Anfrage.Es

könne nicht sein, dass Polizeibeamte

als Lückenfüller vor eine Botschaft

gestellt würden.

In allen Sicherheitsbehörden Berlins

ist der Krankenstand hoch. Bei

den Vollzugsbediensteten, Objektschützernund

anderen Angestellten

der Polizei lag die Zahl der Krank-

„Es ist menschlich und personalwirtschaftlich

ein Trauerspiel, wie der Senat mit der

Leistungskraft der Polizei umgeht und so

die Sicherheit der Bürger gefährdet.“

Marcel Luthe, FDP-Abgeordneter

heitstage je Beschäftigten im vergangenen

Jahr bei durchschnittlich 49,5

Tagen. Das war ein Anstieg um 0,4

Prozentpunkte im Vergleich zu 2016,

obwohl mehrere Hundert junge

Nachwuchspolizisten eingestellt

wurden. Dies geht aus einer noch

unveröffentlichten Antwort der Senatsfinanzverwaltung

auf eine Anfrage

des FDP-Abgeordneten Marcel

IMAGO

Luthe hervor, die dieser Zeitung vorliegt.

Nach Angaben derVerwaltung lag

die Zahl der Krankheitstage sogar bei

60,6 –eine Steigerung um zwölf Prozentpunkte

im Vergleich zu 2016.

Das sind mit Abstand die höchsten

Zahlen im Vergleich zu anderen Berliner

Landesbehörden. So waren bei

der Staats- und der Amtsanwaltschaft

Beschäftigte im Schnitt 35

Tage krankgemeldet.

SPD-Innensenator Andreas Geisel

gelinge es nicht, den Krankenstand

zu senken. Stattdessen steige

er immer weiter, sagte der FDP-Abgeordnete

Luthe.„Es ist menschlich

und personalwirtschaftlich ein Trauerspiel,

wie der Senat mit der Leistungskraft

der Polizei umgeht und so

die Sicherheit der Bürger gefährdet.“

Dass sich viele Polizisten krank

fühlten, wurde in der Gesundheitsstudie

der FU unter anderem auf die

Arbeitsbelastung, die krank machenden

Dienstpläne und Defizite

beim Gesundheitsmanagement zurückgeführt.

Die Ergebnisse der Untersuchung

würden derzeit geprüft,

informierte Polizeipräsidentin Barbara

Slowik ihre Mitarbeiter. Ziel sei

es, aus den Handlungsempfehlungen

Maßnahmen im Gesundheitsmanagement

und in der Personalentwicklung

abzuleiten.

POLIZEIREPORT

Schläge auf den Kopf.

In der Pannierstraße in Neukölln hat

am Sonnabendmorgen ein 22-Jähriger

einen Mann mit einem Hammer

lebensgefährlich verletzt. DerTäter

schlug dem 29 Jahrealten Opfer

mehrfach auf den Kopf. DasOpfer

überlebte nur durch eine Notoperation.

Täter und Opfer stammen aus

Neumazedonien. DieHintergründe

der Tatsind noch nicht bekannt.

Haftbefehl wegen eines versuchten

Tötungsdelikts wurde erlassen.

Frau lebengefährlich verletzt.

Beieinem Brand in einem Einfamilienhaus

in Zehlendorfist am Sonnabendvormittag

eine 28 Jahrealte

Frau lebensgefährlich verletzt worden.

Zusammen mit ihrer jüngeren

Schwester wohnt die behinderte

Frau bei ihren Elterninder Uhldingerstraße.Eine

Betreuerin entdeckte

das Feuer im bewohnten Keller des

Hauses.Sie alarmierte die Feuerwehr

und brachten die leblose Frau

aus dem Gebäude.Einem Notarzt

gelang es,die Mieterin zu reanimieren.

Polizisten angegriffen.

Eine 40 Jahrealte Frau hat in der

Nacht zum Sonnabend in der Turmstraße

in Moabit Polizisten mit einer

abgebrochenen Flasche bedroht.

DieBeamten waren gerufen worden,

weil die Frau mehrmals auf die Fahrbahn

gelaufen war und Autofahrer

behinderthatte.Beim Versuch, die

Frau zu fesseln, ging sie mit der Flasche

auf die Beamten los.Ihnen gelang

es mit Reizgas sowie mit Androhung

des Schusswaffengebrauchs,

sie zu überwältigen. Die40-Jährige

verletzte sich an den Händen.

Zu schnell auf der Avus.

EinMercedes-Fahrer raste am Sonnabend

gegen 21.45 Uhrauf der Avus

in Richtung Funkturmaneiner Zivilstreife

vorbei. Der35-jährige Fahrer

war mit 202 Kilometernpro Stunde

unterwegs,zulässig sind 100. Der

Mann wurde gestoppt. Er sei auf

dem Wegnach Hause,sagte er.Ihn

erwarten mindestens 680 Euro Bußgeld,

zwei Punkte in Flensburgund

ein dreimonatiges Fahrverbot. (ls.)

20-Jähriger verprügelt.

Unbekannte haben in der Nacht zu

Sonntag im James-Simon-Parkgegenüber

der Museumsinsel einen

20-Jährigen angegriffen und schwer

verletzt. DerMann sei vonzweiTäternwährend

des Gesprächs mit einer

jungen Frau attackiertworden,

wie die Polizei mitteilte.Erkam

schwer verletzt in ein Krankenhaus.

DieTäter entkamen unerkannt.

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Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 15 *

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Brandenburg

Sandmännchen

als deutsche

Symbolfigur

Erster Auftritt war am

22. November 1959

Brandenburgs

Wirtschaftsstaatssekretär

Hendrik Fischer hat das

Sandmännchen als eine „gesamtdeutsche

Symbolfigur“ gewürdigt.

„Für mich war der Sandmann immer

fortschrittlich“, sagte er zur Eröffnung

der Ausstellung„Mit dem Sandmann

auf Zeitreise“, die das Filmmuseum

Potsdam anlässlich des 60. Geburtstags

des Sandmännchens ab

Montag zeigt. „Er besuchte Budapest

mit dem Tragflächenboot, den Meeresgrund

mit seiner Unterwasserkugel

und –inder heutigen Sichtweise

politisch etwas unkorrekt –die Müritzer

Seenplatte mit dem Wasserflugzeug.“

Seinen ersten Auftritt hatte das

Sandmännchen am 22. November

1959 im DDR-Fernsehen. Neun Tage

später konterte der Sender Freies Berlin

(SFB) mit einer westdeutschen

Sandmännchen-Figur.

Neben seinen Besuchen etwa bei

den Grenztruppen oder im Pionierferienlager

sei der ostdeutsche Sandmann

„auch ein wenig subversiv gewesen“,

sagte Fischer am Sonntag.

„Als er beispielsweise in einer Episode

mit einem Heißluftballon ankam,

wurde diese Folge von der SED

verboten, weil sie als technische Anleitung

zur Republikflucht angesehen

wurde.“ Zudem habe der Sandmann

ein frühes Torzur weiten Welt geöffnet,

sagte Fischer. (dpa)

Grüne wollen Kenia-Koalition

Erster Stimmungstest auf Sonderparteitag. Jetzt sollen die Mitglieder per Urwahl entscheiden

VonKlaus Peters

Die Parteiführung der

Brandenburger Grünen

hatte sich nach der

Landtagswahl schwergetan,

sich statt für eine rot-rot-grüne

Wunschkoalition für ein rotschwarz-grünes

Bündnis auszusprechen.

Doch ein Sonderparteitag gibt

dafür als Stimmungstest grünes

Licht.

Mit großer Mehrheit haben die

Mitglieder bei dem Sonderparteitag

der Brandenburger Grünen für das

sogenannte Kenia-Bündnis mit SPD

und CDU gestimmt. Für den Leitantrag

des Vorstands, mit dem die Annahme

des Koalitionsvertrags befürwortet

wird, stimmten am Sonnabend

79 der 97 Delegierten. Daswaren

81,4 Prozent Ja-Stimmen.

Dagegen stimmten 15 Delegierte,drei

enthielten sich. Damit ist bei den

Bündnisgrünen aber noch nicht über

die Annahme des Koalitionsvertrags

entschieden. Die endgültige Entscheidung

treffen die knapp 2000 bis

zum kommenden Sonnabend.

Die Grünen-Bundesvorsitzende

und Brandenburger Bundestagsabgeordnete

Annalena Baerbock hatte

zum Auftakt des Parteitags mit einer

kämpferischen Videobotschaft für

die geplante Kenia-Koalition geworben.„Es

ist wichtig, dass gerade in einer

Braunkohleregion Bündnisgrüne

mit in der Verantwortung stehen,

um den Kohleausstieg mit zu

gestalten“, sagte sie am Sonnabend

in ihrer Botschaft an die Delegierten.

Ursula Nonnemacher,Fraktionsvorsitzende der Grünen in Brandenburg.

DPA

Dies unterstrich auch die Grünen-

Verhandlungsführerin und Fraktionschefin

Ursula Nonnemacher.

„Durch uns gibt es keine neuen Tagebaue,keine

Erweiterung vonTagebauen

und keine Umsiedlung von

Dörfern mehr“, sagte sie in ihrer

Rede. „Mit einem weiteren Tagebau

ist diese Koalition sofortbeendet.“

Selbstverständlich seien die Grünen

auch Kompromisse eingegangen,

räumte Nonnemacher ein. So

gebe es weiterhin kein Klagerecht

von Tierschutzverbänden, keine

Fortschritte bei der Entkriminalisierung

von Cannabis und kein umfassendes

Transparenzgesetz, das Verwaltungsakten

der Behörden öffentlich

einsehbar machen würde.„Aber

Kompromisse sind kein Verrat, sondern

Voraussetzung dafür, dass Demokratie

überhaupt möglich ist“,

betonte sie.

Baerbock ergänzte mit Blick auf

den Ausgang der Landtagswahl in

Thüringen und der Annäherung von

Teilen der dortigen CDU an die AfD,

es sei wichtig, dass die Grünen in

Brandenburg in der Landesregierung

seien. Der Koalitionsvertrag sei

auch „ein Stück klare Kante gegen

die AfD, die das Sprachrohr für

Rechtsextremismus ist“.

Den deutlichsten Widerspruch

gegen die Kenia-Koalition formulierte

der Delegierte EberhardMüller

aus Oberhavel. Bei den Klimazielen

hätten die Grünen im Koalitionsvertrag

wenig erreicht, kritisierte er.Außerdem

gebe es kein Beschleunigungsprogramm

für die Windenergie,sondernnur

Bremsen in denVereinbarungen.

„Ich stimme daher

gegen den Koalitionsvertrag“, sagte

er.

Kritik kam auch von Gerrit

Prange, der für die Grüne Jugend

sprach. „Was soll ich der Bewegung

Fridays for Future sagen?“, fragte er.

„Womöglich sind wir nicht alt genug,

um zu verstehen, warum wir eine

Kröte nach der anderen schlucken

müssen.“ Prange sprach sich aber

nicht explizit gegen die Koalition

aus. Ein Änderungsantrag der Grünen

Jugend, demzufolge der Parteitag

den Mitgliedern keine Empfehlung

für die Urwahl geben sollte,

fand keine Mehrheit. Dafür stimmte

nur ein Dutzend der Delegierten.

DasErgebnis der Urwahl der Grünen-Mitglieder

soll am 18. November

verkündet werden. Zuvorwollen

SPD und CDU auf Parteitagen über

die Annahme des Koalitionsvertrags

entscheiden. Beider CDU läuft auch

noch eine Mitgliederbefragung, die

aber nicht bindend ist. Die Wiederwahl

vonMinisterpräsident Dietmar

Woidke (SPD) im Landtag ist für den

20. November geplant. (dpa)

NACHRICHTEN

Heinrich-Böll-Preis

geht an Juli Zeh

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) hat der im

Havelland lebenden Autorin Juli Zeh

zu ihrer Auszeichnung mit dem

Heinrich-Böll-Preis gratuliert. Zeh

sei „eine große künstlerische und

politische Stimme unseres Landes“.

Mitdem Roman „Unterleuten“ habe

sie dem Land Brandenburg„eine literarische

Bühne gegeben“, betonte

Woidke.Die Jury der Stadt Köln hatte

den mit 30 000 Euro dotierten Literaturpreis

an die 45-jährige Autorin

verliehen. Zehs Werkeseien voller

Botschaften und relevanter Fragen,

ohne jemals „den pädagogisierenden

Zeigefinger“ zu erheben, hieß es

in der Begründung. Zehist als Verfassungsrichterin

in Brandenburg

tätig. (dpa)

Autofahrer nach Unfall auf

der B5 überrollt

Nach einem Unfall auf der B5 bei

Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland)

am Sonntagabend ist ein Familienvater

aus demWagen ausgestiegen

und überrollt worden, teilte das

Lagezentrum mit. Im Wagen saßen

auch eine Frau und drei Kinder –nach

Angaben des Sprechers handelte es

sich um die Frau und die Kinder des

Mannes.Die Kinder seien verletzt

worden, die Frau stehe unter Schock.

DerWagen war gegen 18.45 Uhrgegen

eine Leitplanke gefahren. An der

Bundesstraße war die Sicht wegen

Nebels eingeschränkt. (dpa)

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Lokalsport

Zuwenig Akzeptanz in der

Öffentlichkeit, zu wenig

Sponsoren, zu wenig Infrastruktur,

trotzdem Förderung

nur bei außerordentlichem Erfolg:

Es ist ein Teufelskreis, mit dem

viele Randsportarten in Deutschland

zu kämpfen haben. Auch das

Kunstschwimmen –besser bekannt

als Synchronschwimmen. Es hat Anfang

des Jahres auch deswegen eines

seiner Talente verloren. Unter diesen

Bedingungen Leistungssportzutreiben,

erfordert einen hohen Aufwand.

Einen zu hohen, findet Michelle

Zimmer. „Man gibt seine Zukunft

auf“, sagt sie. Die 22-Jährige

gehörte jahrelang zur Nationalmannschaft.

Ende Januar trat die

Berlinerin dortzurück.

Es war keine Entscheidung gegen

die Sportart, sonderngegen den

Leistungssport auf ganz hohem Niveau.

UndZimmer hörte auch nicht

abrupt auf, sie trainiertnoch immer

–so, dass es zumindest auf nationalem

Niveau noch für vordere Plätze

reicht. An diesem Wochenende ist

sie mit ihrem Team, dem SC Wedding

1929, bei den Internationalen

Deutschen Meisterschaften angetreten.

Ungefähr 30 Kunstschwimm-Vereine

gibt es in

Deutschland, als stärkstes Bundesland

gilt Bayern. 15deutsche Klubs

und ein polnischer Vertreter kämpften

am Sonnabend und Sonntag in

der Sport- und Lehrschwimmhalle

SchönebergumTitel.

Kaum Chancen auf Olympia

Entscheidung für die Zukunft

Michelle Zimmer ist Anfang des Jahres aus der Nationalmannschaft der Kunstschwimmer zurückgetreten.

Wurden am Wochenende Dritte im Duett: Michelle Zimmer (r.) und Thora Götting vom SC Wedding 1929. SABINE GUDATH (2)

Mit dem Solo, dem Duett, der

Gruppe mit vier bis acht Schwimmerinnen

und die Kombination mit bis

zu zehn Teilnehmerinnen gibt es vier

Disziplinen. Nach einer technischen

Kür, bei der alle Mannschaften die

gleichen Übungen zeigen müssen,

folgt die freie Kür mit Vorkampf und

Finale, inder die Teams selbst entscheiden,

was sie präsentieren.

DieWeddingerinnen um Zimmer

waren mit großen Ambitionen gestartet,

in sämtlichen Gruppendisziplinen

sollte eine Medaille her, dreimal

Silber und dreimal Bronze kam

heraus. Zimmer schwamm in fünf

vonsechs Disziplinen, nur auf einen

Start in der Technischen Kür Solo

verzichtet sie. Eine Silbermedaille in

der Einzeldisziplin hatte sich die 22-

Jährige vorgenommen –eine ungewöhnliche

Zielsetzung. „Ich weiß,

dass mein Leistungsniveau mittlerweile

ein anderes ist“, formulierte sie

vor den Meisterschaften, „es ist einfach

nicht mehr mein Anspruch,

Erste zu werden.“ Tatsächlich wurde

sie in der Freien Solokür Zweite.

Zimmer hat anWelt- und Europameisterschaften

teilgenommen, war

2015 bei den European Games. Die

Chancen auf eine Olympia-Teilnahme

waren gering. Ihre stärkste

Disziplin, das Solo, ist nicht mehr

olympisch, um einen Platz im Duett

kämpfte sie bis zuletzt. Weil ihre

Münchner Konkurrentinnen, Marlene

Bojer und Daniela Reinhardt,

die in Berlin ihre neue Kür vorstellten,

seit Jugendtagen zusammen

trainieren, und Zimmer als Ersatzschwimmerin

in Berlin lebt, waren

die Voraussetzungen dafür schlecht.

„Ich hätte für zwei Jahre nach München

ziehen müssen, um überhaupt

eine Chance zu haben“, sagt die 1,65

Meter große Schwimmerin.

Strapaziös,anmutig, anstrengend

und extrem trainingsintensiv ist die

Sie wollte ihr Leben nicht einer unsicheren Olympiaqualifikation unterordnen

VonAnnika Schultz

„Die Kombination aus Wasser, Musik

und dem Künstlerischen

begeistert mich immer noch.“

Michelle Zimmer erläutert, warum sie weiterhin einen Großteil ihrer Zeit

dem Synchronschwimmen beim SC Wedding 1929 widmet.

Sportart, auch wenn sie häufig belächelt

wird. Kunstschwimmen ist eine

Disziplin, die Einflüsse aus vielen

anderen Sportarten vereint: Turnen,

Tanzen, Eiskunstlauf, Schwimmen

und Wasserball. Der Sport verlangt

hohe körperliche Leistungen, in den

letzten Jahren ist er noch athletischer,

noch schneller geworden.

Auch deshalb sollten sich Duettpartner

im Idealfall schon in jungen Jahrenfinden.

„Dann lernt man vonAnfang

an, die gleichen Bewegungen zu

machen. Man ist aufeinander abgestimmt.“

Selbst wenn es Zimmer gelungen

wäre, Teil des Duetts zu werden:

Der Kampf um einen Platz bei

Olympia ist hart. Im weltweiten Vergleich

hinkt das deutsche Kunstschwimmen

hinterher, bei der WM

belegte das Team Rang 13.

Seit Juni dieses Jahres gibt es immerhin

eine feste Bundestrainer-

Stelle, Doris Ramadan, Olympia-

Teilnehmerin von 1988, kümmert

sich nun hauptamtlich um die Sportart.

Sie soll das Duett zu den Spielen

führen. Ein schwieriges Unterfangen,

aber 2020 gibt es noch mal zwei

Duettplätze weniger. Dafür wollte

Zimmer ihr Leben in Berlin nicht

aufgeben, sie entschied sich, das

Projekt zuverlassen. Das hatte zur

Folge, dass sie nicht mehr im Kader

aufgeführt wurde, ihr die Förderung

gestrichen wurde.

Männer gesucht

Auch die Hoffnung auf ein Mixed-

Duett zerschlug sich. Seit 2015 erlaubt

der internationale Schwimm-

Verband (Fina) auch Männern, bei

offiziellen Kunstschwimm-Wettbewerben

zu starten, 2024 könnte die

Disziplin olympisch werden. Die

Spitze bewegt sich bereits auf ähnlichem

Niveau wie die Frauen, in

der Breite sind die Männer deutlich

schwächer. Zimmer sieht in der

Disziplin eine Chance für das deutsche

Kunstschwimmen: „Dadurch,

dass die Disziplin noch nicht so

weit entwickelt ist, könnten wir

schneller gute Platzierungen erreichen.“

In anderen Ländern wird gezielt

nach Männern gesucht, in Deutschland

kommt das noch zu kurz. Für

Zimmer käme es ohnehin zu spät.

„Wir haben aktuell keinen männlichen

Schwimmer. Und ein Duett

kann man nicht innerhalb weniger

Monate aufbauen, das bedarf jahrelanger

Vorbereitung“, sagt sie.

Jetzt will sie sich auf ihr Studium

der Biotechnologie konzentrieren,

erste berufliche Erfahrungen sammeln,

in einem Jahr den Abschluss

machen. Auch wenn es ihr schwergefallen

ist: Zimmer wirkt im Reinen

mit ihrer Entscheidung. Zumal sie

dem Kunstschwimmen national

weiterhin erhalten bleibt. Sie ist in

ihrem Heimat-Verein SC Wedding

1929, Berlins einzigem Club mit einer

Kunstschwimm-Abteilung, weiterhin

aktiv,trainiertviermal dieWoche.

Sie sagt, sie genieße es einfach,

sich zu Musik zubewegen, Emotionen

auszudrücken, jemandem eine

Freude zumachen: „Die Kombination

aus Wasser, Musik und dem

Künstlerischen begeistert mich immer

noch.“

Annika Schultz

würde Kunstschwimmen

niemals belächeln.

Der Zehlendorfer Weg

Fußball-Oberligist Hertha 03 hat schon viele Bundesliga-Profis hervorgebracht. Jetzt kann der Ausbildungsverein dank seiner guten Jugendarbeit selbst aufsteigen

VonJakob Lobach

Als Kamyar Niroumand am Vormittag

an sein Telefon geht, sitzt

er gerade im Auto. Der 59-Jährige ist

vielbeschäftigt. Unterstützt er nicht

gerade als Unternehmensberater

Firmen, ist er in seinem zweiten Amt

aktiv:dem des Präsidenten des Fußballklubs

Hertha 03 Zehlendorf. Das

Ergebnis ist viel Arbeit und viele Termine.Zeit

für ein Gespräch über den

Oberligisten nimmt sich Niroumand

trotzdem. Angefangen hat Niroumands

Zeit bei Hertha 03 einst als

Spieler der Altliga-Mannschaft, seit

2004 ist er Präsident, 2014 gelang der

Aufstieg in Deutschlands fünfthöchste

Spielklasse. Dort steht Hertha

03 nach zwölf Spieltagen an der

Tabellenspitze –amgestrigen Sonntag

gab es einen 5:1-Heimsieg über

Victoria Seelow. Niroumand und

seine Zehlendorfer haben ambitionierte

Ziele.

Hertha 03 Zehlendorfist ein gutes

Beispiel dafür,dass ein Ausbildungsverein

von hervorragender Arbeit

profitieren kann. Dass es sich lohnt,

in die Jugend zu investieren, nicht

nur Geld sondernEngagement allgemein.

Schnellstmöglich will Hertha

03 in die Regionalliga aufsteigen.

Unabdingbar dafür ist die gute Jugendarbeit,

für die der Klub bekannt

ist. Sieprägt die Philosophie und hat

bereits viele Profis hervorgebracht

Pierre Littbarski etwa wechselte

einst von den Zehlendorfern zum

1. FC Köln, RobertKovac ging später

von Hertha 03 zum FC Nürnberg,

Bruder Niko zu Hertha BSC. Zuletzt

bewiesen die Abwehrspieler John

Anthony Brooks und Antonio Rüdiger,dass

derVerein seinen Rufals Talentschmiede

auch heute noch zu

Recht trägt. Jedes Jahr wechseln etliche

Zehlendorfer Spieler in die Jugendprogramme

deutscher Bundesligisten.

„Alleine in den zurückliegenden

Jahren haben rund 15 ehemalige

Spieler vonuns in der ersten,

zweiten oder dritten Liga einen Profivertrag

unterschrieben“, sagt Präsident

Niroumand stolz.

Möglich machen die Ausbildung

der Talente viele qualifizierte Trainer

und die professionellen Strukturen,

die der Klub seit Niroumands Amtsantritt

geschaffen hat. Diese reichen

von der medizinischen Betreuung

über Hilfe bei den Hausaufgaben bis

Alles auf Angriff: Der Zehlendorfer LennyStein (r.) im Spiel gegen Seelow.

hin zu einer Kooperation mit Hertha

BSC. Während der Bundesligist dabei

vorallem dadurch profitiert, dass

er immer wieder von talentierten

Zehlendorfer Spielern erfährt und

diese zu sich ins Programm holen

kann, macht sich Hertha 03 die Expertise

des großen Namensvetters

zum Vorteil.

So gehören vonTrainerndes Erstligisten

geleitete Übungseinheiten

genauso zum Kooperationspaket

ANDREAS KLUG

wie Einblicke in die Programmgestaltung

und die Analysetools im Jugendbereich

des Profiklubs. Die Zusammenarbeit

mit der großen Hertha

macht die Zehlendorfer im Gegenzug

wiederum zu einer für

ambitionierte Nachwuchsfußballer

interessanten Adresse.

Es ist die große Durchlässigkeit

vom Nachwuchs zu den Männermannschaften,

die das Jugendprogramm

von Hertha 03 attraktiv

macht. In jeder Saison schaffen

mehrere Spieler den Sprung aus der

A-Jugend in die Oberligamannschaft.

„Mehr als die Hälfte der

Mannschaft besteht aus Zehlendorfer

Jungs“, sagt Niroumand. Und sie

sind es eben nun, die den Aufstieg in

die Regionalliga realisieren sollen.

Niroumand sagt: „Natürlich würden

wir aufsteigen. Aber nur, wenn der

Zehlendorfer Weg der Jugendarbeit

das möglich macht.“

Niroumand und die restlichen

Verantwortlichen bei Hertha 03 vertrauen

dem eigenen Nachwuchs und

trauen ihm etwas zu. Und das, obwohl

es laut dem Präsidenten durchaus

Alternativen gibt zu dem Zehlendorfer

Weg. Immer wieder erhalte er

Angebote von Privatpersonen, „die

von außen an uns herantreten und

sagen: ,Hier habt ihr 500 000 Euro,

damit könntet ihr euch Spieler einkaufen

und sofort aufsteigen’.“Zuletzt

wurde ein solches Angebot auf

der Mitgliederversammlung im

Frühjahr diskutiert. „Am Ende waren

wir uns einig, dass wir so etwas ablehnen“,

sagt Niroumand. Sein Klub

möchte lieber auf seine Artindie Regionalliga

gehen.

Die Zuversicht, dass dies zeitnah

gelingt, ist in Zehlendorf groß. Hertha

03 steht in der Tabelle gut. Dasist

die kurzfristige Perspektive. Langfristig

gesehen ist Niroumands Verein

in den zurückliegenden 15 Jahren

strukturell und finanziell gewachsen

und wird dies auch weiterhin

tun. Rund 2000 Mitglieder zählt

Hertha 03 derzeit. Fast alle vonihnen

spielen aktiv für die Zehlendorfer,

die auch finanziell immer breiter

aufgestellt sind.

Rund 600 000 Euro Schulden, die

der Klub bei Niroumands Amtsantritt

hatte,sind abgebaut. Dasjährliche

Budget von 900 000 Euro speist

sich aus Zuwendungen von Geldgebern,

durch Feriencamps,abund an

sind Ausbildungsentschädigungen

fällig: bei Antonio Rüdigers Wechsel

zu Chelsea 190 000 Euro etwa. Ähnlich

interessant wie die Quelle des

Geldes ist auch dessen Verteilung:

Hertha 03 gibt mit je rund 200 000

Euro so viel Geld für die Jugend- wie

für die Männermannschaft aus. Ein

weiteres Zeichen für die große Bedeutung

der Jugendarbeit, für den

Erfolg und dafür,dass Niroumandso

gernüberseinenKlub spricht.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 17 *

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Sport

Platz

für

Talente

DEB fordert Umdenken im

Umgang mit jungen Spielern

Auf dem Eis verpasste die zweite

Garde der Nationalspieler trotz

starker Leistungen beim Deutschland

Cup knapp den Turniersieg,

hinter der Bande erhöhte der Verband

den Druck auf die Deutsche

Eishockey Liga (DEL). Mehr Eiszeit

für die stark verbesserten heimischen

Talente und eine Reduzierung

der Ausländerstellen in der Profiliga

forderte der Deutsche Eishockey-

Bund (DEB) − und bekam beste Argumente:

Auch ohne die meisten

Olympiahelden und WM-Stammspieler,

dafür mit vielen Neulingen

überzeugte das Team von Bundestrainer

Toni Söderholm und belegte

nach dem 2:3 (1:0, 1:1, 0:1, 0:1) nach

Verlängerung zum Abschluss gegen

die Slowakei den zweiten Platz.

Der Nürnberger Andreas Eder (7.

und 29.) erzielte dieTore für die DEB-

Auswahl, die in der Schlussphase

den Turniersieg verspielte. AmEnde

fehlte ein Punkt zur Schweiz. Schon

beim 4:3 gegen Russland und der unglücklichen

3:4-Niederlage nachVerlängerung

gegen die Eidgenossen

hatte die deutsche Mannschaft ihre

internationale Klasse bewiesen.

Forderung an die Liga

Jetzt sei die Liga gefordert, sagte

DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel.

Nach den verstärkten Anstrengungen

in der Nachwuchsarbeit in

den vergangenen Jahren sei eineVerringerung

der Importspieler „die logische

Konsequenz“, betonte er und

mahnte zur Eile: „Es darf keine Zeit

verloren werden.“ Bis 2026 will der

Verband die Ausländerstellen pro

Klub auf maximal sechs beschränken.

Derzeit dürfen elf Kontingentspieler

verpflichtet und neun in einem

Spiel eingesetzt werden.

DieDEL lehnt eine weitereReduzierung

ab und argumentiert, dass

deutsche Spieler teurer seien und die

Kluft zwischen den Klubs größer

würde. Schaidnagel sieht dagegen

mit mehr jungen deutschen Spielern

„eher eine finanzielle Ersparnis“. Am

Montag will Schaidnagel beim Treffen

der DEL-Manager in Düsseldorf

für seinen Vorstoß werben.

Für Söderholm, der Alternativen

für die WM im nächsten Jahr in der

Schweiz testete, ist die Auswahl größer

geworden. „Je mehr Auswahl

man hat, desto besser wirdjeder Einzelne

und desto mehr Druck macht

man auf die DEL wegen der Ausländerregelung“,

sagte der Krefelder

Daniel Pietta. (sid)

Es ist zum Schreien: LukeSikma hat mit den Kollegen wieder mal gut gespielt beim Deutschen Meister,aber am Ende hat es wieder nicht gereicht.

Wieder nur nah dran

Alba Berlin muss sich im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga einmal mehr dem FC Bayern geschlagen geben

VonChristian Kattner

Wütend stapfte Rokas

Giedraitis zur Bank.

Bevor sich Alba Berlins

Flügelspieler in

der 33. Spielminute nach seinem

vierten Foul auch noch die Wasserflasche

und das Handtuch vom

Teambetreuer abholte, musste er

seinen Frust mit einem Tritt gegen

die Werbebande rauslassen. 17

Punkte hatte Giedraitis in der ersten

Halbzeit erzielt, fünf Dreier getroffen.

In der zweiten Hälfte sammelte

er in zehn Minuten auf dem Feld nur

zwei Fouls, aber keine weiteren

Punkt mehr, bekam überhaupt keinen

Wurf. Von der Bank musste der

Litauer sehen, wie seinTeam den Anschluss

verlor. Als er knapp drei Minuten

vor dem Ende wieder auf das

Feld geschickt wurde,konnte auch er

die 80:84-Niederlage, die erste der

Bundesligasaison, beim FC Bayern

München nicht mehr verhindern.

Einen Schock mussten die Berliner

schon einen Tagvor dem Spiel

hinnehmen: Im Training hatte sich

Peyton Siva verletzt. Sollte sich der

Verdacht eines Muskelfaserrisses bestätigen,

wird der Aufbauspieler

Panathinaikos: Der Spielplan

bleibt für Alba anspruchsvoll.

Das Team von

Trainer Reneses tritt am Donnerstag

in der Euroleague

beim Tabellensiebten in

Athen an. Alba belegt den

18. und letzten Platz.

HARTES PROGRAMM

Ludwigsburg: Das Team aus

dem Ländle ist am Sonntag

Gastgeber der Berliner.In

schwäbischer Gründlichkeit

hat es sich auf Platz drei der

Bundesligahinter den Bayernund

Bamberg vorgearbeitet.

Alba ist Vierter.

Roter Stern: Die Belgrader

bescheren Alba am Dienstag

kommender Woche dann

wieder ein Heimspiel, das es

in sich hat. Die Serben gehen

auch in dieser Euroleague-Saison

gewohnt ambitioniertzuWerke.

DPA/BALK

mehrere Wochen fehlen. Besonders

ärgerlich, weil Siva schon den Beginn

der Saison verletzungsbedingt verpasst

hatte. Daneben Siva zudem

Tyler Cavanaugh kurzfristig passen

musste, fehlte den Berlinern unter

dem Korb ein wichtiger Spieler. Gerade

im ersten Viertel war die Abstinenz

der beiden US-Amerikaner

nicht zu spüren. Alba Berlin stellte

die Münchner mit guter Verteidigung

vor Probleme und hatte mit

Giedraitis einen treffsicheren Spieler.Allein

im erstenViertel traf der Litauer

vier Dreier und hatte damit einen

großen Anteil daran, dass die

Berliner mit 19:9 in Führung gingen

und den ersten Durchgang mit 22:16

gewinnen konnten. Im Duell der Euroleague-Teilnehmer

wirkten die

Berliner frischer und konzentrierter.

EinEindruck, der sich im zweiten

Abschnitt drehen sollte: Bereits nach

vier Minuten hatten die Gastgeber

zum 28:28 ausgeglichen. Die Bayern

hatten die Intensität in der Verteidigung

erhöht und mit Greg Monroe

einen Spieler in den Reihen, der den

Unterschied machte. Neben seinen

elf Punkten und fünf Rebounds waren

es die vier Ballgewinne sowie

seine Präsenz unter den Körben, mit

denen der ehemalige NBA-Spieler

Kopfzerbrechen bereitete. „Er ist

groß, physisch, liest die Positionen

sehr gut und ist ein cleverer Spieler“,

sagte Johannes Thiemann auf dem

Weg indie Kabine gegenüber Magenta-Sport.

Auch Albas Center ließ

sich in einer Situation den Ball stibitzenund

ließ sich im Nachgang zu einem

unsportlichen Foul hinreißen.

Dennoch waren Thiemann und

seine Mitspieler beim 38:41-Pausen-

Rückstand in Reichweite.

Daran sollte sich auch im dritten

Viertel nichts ändern. Alba lag über

die kompletten zehn Minuten in

Rückstand, ließ sich aber nicht aussichtslos

abschütteln. Auch, weil

beide Teams ihre Müdigkeit aus der

Euroleague nicht aus den müden

Knochen spielen konnten. Die erste

zweistellige Führung der Bayern

mussten die Berliner mit Beginn des

Schlussviertels hinnehmen. Ausdiesem

65:55 wurde am Ende ein 84:80-

Sieg der Münchner. Auch weil Giedraitis

nicht mehr in das Spiel gefunden

hatte und sechs Sekunden vor

dem Abpfiff nach seinem fünften

Foul wieder auf die Bank musste.

NACHRICHTEN

Füchse gewinnen deutlich

bei Schlusslicht Nordhorn

HANDBALL. DieFüchse bleiben in

der Bundesliga in der Verfolgergruppe

des Spitzenduos TSVHannover-Burgdorfund

THW Kiel dabei.

DieBerliner siegten am Sonntag

souverän vor2900 Zuschauernbeim

Tabellenschlusslicht HSG Nordhorn-Lingen

mit 34:24 (18:12). Beste

Werfer bei den Füchsen waren Hans

Lindbergmit neun sowie Johan Koch

und Paul Drux mit je vier Treffern.

BR Volleys bleiben in dieser

Saison ungeschlagen

VOLLEYBALL. DieBRVolleys sind

derzeit nicht zu stoppen. Nach dem

3:0 (25:19, 25:23, 25:15)-Erfolg am

Sonnabend beim bisherigen Tabellenfünften

Volleys Herrsching bleibt

der deutsche Meister in dieser Saison

weiter ungeschlagen: acht

Pflichtspiele,acht Siege.Eine derart

gute Startbilanz verzeichnete der

Verein letztmals in der Saison

2010/11, als die Mannschaft noch

unter dem Namen SCCBerlin sogar

die ersten zehn Partien siegreich beendet

hatte.

Erfolgreicher WM-Sonntag

für Para-Leichtathleten

PARA-LEICHTATHLETIK. Erst avancierte

Johannes Floors zum schnellsten

100-m-Sprinter überhaupt auf

Stelzen, dann gewann Niko Kappel

Kugelstoß-Silber.Schließlich sorgte

Weitspringer Leon Schäfer für den

goldenen Abschluss.Ein deutsches

Trio hat am Tagnach dem 200-Meter-Gold

für IrmgardBensusan (Leverkusen)

für einen erfolgreichen

Sonntag der deutschen Para-Athleten

bei derWM in Dubai gesorgt. Der

beidseitig amputierte Floors (Leverkusen)

lief in 10,54 SekundenWeltrekord.

„Geiler Lauf, geiler Weltrekord“,

sagte Floors.Als größten Rivalen

um Gold am Montag sieht er

Teamkollege Felix Streng, der seinen

Vorlauf in 10,99 Sekunden gewann.

Djokovic siegt mühelos zum

Startder ATP-Finals

TENNIS. Vorjahresfinalist Novak

Djokovic ist mit einem überzeugenden

Sieg in die ATPFinals in London

gestartet. DerWeltranglisten-Zweite

ließ dem Turnier-Debütanten Matteo

Berrettini am Sonntag beim 6:2,

6:1 keine Chance.Innur 63 Minuten

setzte sich der 32 Jahrealte Tennisprofi

aus Serbien gegen seinen italienischen

Kontrahenten durch.

Thorsten Harmsen liest aus seinem neuen Buch

Der Mond

ist ein Berliner

Am 20. November 2019

18.30 Uhr − 22.00 Uhr

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LESUNG

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18 * Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Sport

ZAHLEN

Fußball

2. Bundesliga, 13. Spieltag

FC St. Pauli−VfL Bochum 1:1

Dyn. Dresden−SVWehen 1:0

Kiel −Hamburger SV 1:1

Sandhausen−Gr. Fürth 3:2

VfL Osnabrück−VfB Stuttgart 1:0

Nürnberg−Arm.Bielefeld 1:5

Heidenheim −Hannover96 4:0

Darmstadt 98 −Regensburg 2:2

Karlsruher SC −Erzg.Aue Mo., 20.30

1 Arm. Bielefeld 13 29: 14 28

2 Hamburger SV 13 30: 12 26

3 VfB Stuttgart 13 20: 18 23

4 Heidenheim 13 21: 14 20

5 Erzg.Aue 12 19: 18 19

6 Gr.Fürth 13 16: 18 18

7 Regensburg 13 24: 20 17

8 Sandhausen 13 14: 14 17

9 VfL Osnabrück 13 14: 12 16

10 FC St. Pauli 13 17: 17 15

11 Karlsruher SC 12 21: 23 15

12 Kiel 13 15: 18 15

13 Darmstadt 98 13 14: 18 15

14 Nürnberg 13 21: 27 14

15 Hannover96 13 14: 22 14

16 VfL Bochum 13 24: 26 13

17 Dyn. Dresden 13 14: 24 12

18 SV Wehen 13 14: 26 10

3. Liga, 15. Spieltag

Viktoria Köln−FCCZJena 2:2

KFC Uerdingen −Kaiserslautern 0:3

Ingolstadt −FSV Zwickau 4:2

Großaspach −SVWaldhof Mannheim 0:3

Unterhaching −SVMeppen 0:0

Hallescher FC−München 0:1

Hansa Rostock−Duisburg 1:2

B. München II−Magdeburg 2:1

Chemnitzer FC −Würzb.Kickers 0:0

Pr.Münster−Braunschweig Mo., 19.00

1 Duisburg 15 33: 20 31

2 Ingolstadt 15 32: 19 28

3 Unterhaching 15 22: 14 28

4 Hallescher FC 15 28: 15 25

5 Braunschweig 14 23: 18 24

6 SV Waldhof Mannheim 15 25: 21 22

7 Hansa Rostock 15 19: 19 22

8 Viktoria Köln 15 28: 27 21

9 B. München II 15 28: 31 21

10 SV Meppen 15 30: 23 20

11 Magdeburg 15 20: 14 20

12 München 15 21: 23 20

13 Würzb.Kickers 15 23: 33 20

14 FSV Zwickau 15 22: 20 19

15 KFC Uerdingen 15 15: 22 19

16 Kaiserslautern 15 25: 32 16

17 Chemnitzer FC 15 22: 26 15

18 Großaspach 15 16: 32 15

19 Pr.Münster 14 22: 28 12

20 FC CZ Jena 15 14: 31 6

RegionalligaNordost, 15. Spieltag

Babelsberg−Rathenow 3:2

Halberstadt−Lok Leipzig 0:2

Viktoria −Dynamo 0:0

Fürstenwalde −Cottbus 3:3

Bischofswerda −Auerbach 2:1

Altglienicke−Hertha II 3:0

Chemie Leipzig−Meuselwitz 0:2

Nordhausen−Berliner AK 2:0

Lichtenberg 47 −RWErfurt 4:0

1Altglienicke 15 41: 18 34

2 Lok Leipzig 15 27: 15 32

3 Cottbus 15 38: 26 30

4 Hertha II 15 46: 25 29

5 Nordhausen 15 36: 22 29

6 Fürstenwalde 15 26: 20 22

7 Lichtenberg 47 15 20: 15 22

8 Dynamo 15 17: 20 22

9 Viktoria 15 17: 12 21

10 Chemie Lei. 15 16: 18 18

11 Auerbach 15 26: 32 17

12 Berliner AK 15 24: 27 16

13 Meuselwitz 15 20: 25 16

14 Halberstadt 15 20: 27 15

15 RW Erfurt 15 15: 24 14

16 Babelsberg 15 15: 25 11

17 Rathenow 15 12: 32 11

18 Bischofswerda 15 13: 46 8

Handball

BundesligaMänner

12.Spieltag

Melsungen−Leipzig 31:34

HSG Nordhorn−Füchse Berlin 24:34

Flensburg −Göppingen 28:22

Lemgo−Ludwigsh.-Fr. 27:19

HSG Wetzlar−Hannover 25:25

Magdeburg −Minden 31:29

1 Hannover 12 351: 314 20: 4

2 Flensburg 12 315: 284 18: 6

3 Magdeb. 13 406: 361 18: 8

4 THW Kiel 10 308: 264 16: 4

5 Füchse 12 339: 301 16: 8

6 RN Löwen 12 340: 311 16: 8

7 Leipzig 12 340: 341 16: 8

8 Melsung. 12 332: 336 15: 9

9 Göppingen 12 312: 311 11:13

10 Bergisch. 12 319: 330 11:13

11 HSG Wetzlar 11 316: 320 10:12

12 Erlangen 12 310: 318 10:14

13 Minden 12 320: 329 10:14

14 Balingen 11 311: 330 8:14

15 Stuttgart 11 277: 309 6:16

16 Lemgo 12 327: 355 6:18

17 Ludwigsh.-Fr. 12 286: 334 3:21

18 HSG Nordhorn 12 298: 359 2:22

Das große Versprechen

Bei der Jahreshauptversammlung vertrösten die Hertha-Oberen die nervösen Mitglieder mit Rekordzahlen

VonMichael Jahn

Maskottchen Herthinho und Präsident Werner Gegenbauer.

„Das haben wir

jetzt auch.“

Herthas Geschäftsführer Ingo Schiller auf die Frage,

ob sein Klub jetzt auch über ein Festgeldkonto wie

der Branchenprimus FC Bayern verfüge.

JÜRGEN ENGLER

Das Rumoren wird lauter

Als am Sonntagvormittag

die Tore der Messehalle 22

geöffnet wurden, stürmten

viele Mitglieder von Hertha

BSC in den Saal. Sie wollten für

die turnusmäßige Versammlung die

besten Plätze ergattern, möglichst

weit vorn,woauf einem Podium das

Präsidium Platz genommen hatte.

1452 Herthaner waren gekommen.

Sie repräsentierten die 37 000 Mitglieder

des Hauptstadtklubs. Noch

vor Beginn des mehr als vierstündigen

Treffs stellte sich Trainer Ante

Covic den Medien. Bei den Fans ist

der 44-Jährige nach der sechsten Saisonniederlage

heftig umstritten. Ein

wenig kurios, dass zeitgleich das Interesse

des 1. FC Köln an Covic-Vorgänger

PalDardai publik wurde.

Als Covic und die Mannschaft, die

komplett im Saal vertreten war,nach

einer Stunde von Präsident Werner

Gegenbauer mit den Worten verabschiedet

wurde: „Ab auf den Trainingsplatz!

Macht’s gut!“, gab es vereinzelte

Buh-Rufe und nur sehr verhaltenen

Beifall. Herthas Mitglieder

sind ob der Leistungen frustriertund

fürchten den Abstiegskampf.

Ganz vorn am Saal-Eingang warb

die Faninitiative „Blau-Weißes Stadion“

für eine reine Fußballarena auf

dem Olympiagelände.Weit mehr als

11 000 Unterzeichner wollen eine

Petition beim Senat und Abgeordnetenhaus

einreichen. Präsident Gegenbauer

ging in einer emotionalen,

starken und kämpferischen Rede auf

die Stadionfrage ein. DerSenat hätte

als Standort für ein reines neues

Fußballstadion auch den Festplatz

nahe dem Flughafen Tegel ins Spiel

gebracht. Das sei ein Zeichen, dass

die Politik endlich den Wunsch von

Hertha, eine eigene Arena zu bekommen,

ernst nimmt. „Wir bleiben aber

dabei, dass ein neues Stadion auf

dem Olympiagelände unsere erste

Option ist. Dafür kämpfen wir!“

Gegenbauer versuchte auch die

Ängste vieler Herthaner vor Investor

Lars Windhorst zu nehmen. „Durch

den Investor sind wir finanziell gefestigt

wie noch nie. Wir haben das

Geld über eine Kapitalerhöhung erhalten.

Das Geld war beinahe schon

auf unserem Konto, noch bevor wir

die Verträge unterschrieben hatten.“

Gegenbauer bezeichnete Windhorst

als „ausgesprochen kundigen und

verlässlichen Partner“. Erst am zurückliegenden

Freitag hatte die Tennor

Holding von Windhorst die

zweite Tranche in Höhe von 99Millionen

Euro überwiesen, nachdem

im ersten Schritt 125 Millionen Euro

geflossen waren. Tennor ist nun im

Besitz von 49,9 Prozent der Anteile

der Hertha BSC GmbH &Co. KGaA.

„Dieser Investor ist das Beste, was

uns derzeit passieren konnte. Aber

wir behalten als Hertha immer das

Kommando!“, sagte Gegenbauer.

Er verurteilte das Abschießen von

Raketen durch Teile der Hertha-Fans

beim Derby ander Alten Försterei

scharf und nannte es „kriminell“.

Der Auftritt im Fanblock habe dem

Image des Vereins geschadet. Er

habe mit Union-Präsident Dirk Zingler

telefoniert, sich entschuldigt. Der

Beifall im Saal war groß.

Im neuen Format, einer Interviewrunde

mit Hertha-Urgestein Axel

Kruse auf dem Podium, kamen später

Manager Michael Preetz und Finanzchef

Ingo Schiller zu Wort. Schiller,

maßgeblich am Vertragswerk mit

Windhorst beteiligt, konnte positive

Zahlen vermelden. In Kurzfassung:

2018/19 betrugen die Einnahmen

170,8 Millionen Euro, die Ausgaben

170,1 Millionen. All das war noch

ohne die Investitionen von Windhorst

erwirtschaftet worden. Durch

die erste Tranche von 125 Millionen

Euro vonTennor konnte das Eigenkapital

auf 123,7 Millionen gesteigert

werden. Die Verbindlichkeiten der

KGaA betragen 87,4 Millionen Euro,

da ja zuvor die Anteile des US-Investors

KKR in Höhe von 71Millionen

Euro zurückgekauft wurden. Schiller

stolz:„DerWert der Mannschaft ist inzwischen

verdreifacht worden.“

DasSchlusswortdes Präsidenten

Michael Preetz hatte einen weitaus

schwereren Stand. „Wir sind nach elf

Spielen hinter dem Plan, elf Punkte

sind dürftig“, sagte Preetz, „wir können

mehr und wollen mehr.“ Viele

Leistungsträger seien im sportlichen

Tief. Als einige Herthaner im Saal

Trainer Ante Covic heftig kritisierten

(„Ich hoffe, dass wir uns die Trainerfrage

stellen!“) antwortete Preetz:

„Wir haben im Sommer eine bewusste

Entscheidung getroffen. Auch

wenn die Entwicklung nicht so ist,

wie bisher, haben wir nach wie vor

Überzeugung in den Trainer. Ich verstehe

es als unsereVerpflichtung, unserer

Überzeugung nachzukommen

und mit dem Trainer gemeinsam den

Wegaus der Krise zu gehen.“

DasSchlusswortgebührte Gegenbauer.Errief

in den Saal: „Wir haben

ausreichend Geld, aber zu wenig

Punkte im Moment. BisWeihnachten

sollte sich das zweite ändern.“

Weil sich Hertha BSC von RB Leipzig auskontern lässt, spitzt sich die Diskussion um Trainer Ante Covic weiter zu

VonSebastian Schmitt

Sichtlich aufgekratzt, aber bemerkenswert

aufgeräumt präsentierte

sich Ante Covic am Tagnach

der 2:4-Niederlage gegen RB Leipzig.

Einerseits weiß Herthas Cheftrainer,dass

die dritte Niederlage in

Folge und das Vorbeiziehen des 1.

FC Union in der Tabelle den gestiegenen

Ansprüchen im Westend

nicht gerecht werden und dass sich

dadurch der Druck auf seine Position

weiter erhöht. Denn Hertha

trennen nur noch zwei Punkte vom

Relegationsplatz.

„Elf Punkte aus elf Spielen. Ich

glaube, das haben wir uns alle anders

vorgestellt“, kommentierte Covic

den schlechtesten Saisonstart

seit fünf Jahren (ebenfalls elf

Punkte). Andererseits haderte der

Berliner mit dem Spielverlauf gegen

Leipzig. „Wir haben gegen eine

spielstarke Mannschaft gespielt, die

zuletzt national wie international

alles dominierthat“, sagte Covic.RB

hätte bis zu dem Zeitpunkt als Hertha

alles nach vorne warf, keine

klareTorchance gehabt. „Wir haben

taktisch vieles richtig gemacht, aber

bekommen die Tore quasi aus dem

Nichts“, erklärte Covic.

Es stimmt, dass Hertha zunächst

gegen den müde wirkenden Champions-League-Teilnehmer

auf Augenhöhe

agierte,sogar trotz der von

Covic gewählten Mauer-Taktik

durch den strammen Distanzschuss

von Maximilian

Mittelstädt nach einer

halben Stunde in Führung

ging. Doch durch einen

vonKarim Rekik verschuldeten

Handelfmeter – es

war bereits der fünfte

Strafstoß gegen Hertha in

dieser Spielzeit –kassierten

die Blau-Weißen erst

den Ausgleich und gerieten

noch vor der Pause in

Rückstand.

Richtig ist auch, dass Hertha gegen

die Sachsen in der zweiten

Halbzeit Pech hatte. Soflog weder

Konrad Laimer wegen eines Remplers

gegen Javairo Dilrosun mit

Gelb-Rot vomPlatz, noch entschied

Schiedsrichter Sören Storks auf Elfmeter,

als Stefan Ilsanker Niklas

In ungemütlicher

Lage: Ante Covic.

Stark mit dem Unterarm die Nase

brach. Herthas Innenverteidiger

wurde bereits am Sonntag im Virchow-Klinikum

operiert und wird

aller Voraussicht nach abermals auf

sein DFB-Debüt warten müssen.

Zur Wahrheit gehört aber auch,

dass Hertha, eine Woche nach dem

blutleeren Auftritt im

Stadtduell beim 1. FC

Union, insbesondere in

der zweiten Halbzeit abermals

kaum spielerische

Mittel fand und letztlich

ausgekontert wurde. Der

vom Klub herbeigesehnte

GETTY IMAGES/KERN

Entwicklungsschritt ist

trotz der gestiegenen

Qualität im Kader bisher

nicht zu erkennen.

Dass Covic ein heißer

Herbst bevorsteht, wurde auf der

ordentlichen Mitgliederversammlung

in der Messehalle 22 am Sonntag

klar. ImUmfeld von Hertha rumort

es, nicht wenige Fans sehnen

bereits den jüngst beim FC Bayern

entlassen Berliner Niko Kovac herbei

und fürchten die noch vorWeihnachten

anstehenden Spiele gegen

Klubs aus dem oberen Tabellendrittel.

„Ich finde das legitim“, sagte Covic

zu den ersten Diskussionen um

seine Position. Das sei normal,

„wenn man Spiele verliert“. Noch

genießt er das Vertrauen vonManager

Michael Preetz. „Als Neuling in

der Liga ist die Rückendeckung vom

Manager und vom gesamten inneren

Zirkel des Vereins extrem wichtig“,

erklärte Covic.

Gleichzeitig will der Kroate

nichts vom drohenden Abstiegskampf

wissen. Bewusst ist ihm aber,

dass er nach der Länderspielpause

in Augsburg unter Zugzwang steht.

„Um inruhigem Wasser zu fahren,

sollten wir dort punkten. Das steht

außer Frage“, erklärte Covic, der als

langjähriger Herthaner sicherlich

die Saison 2014/2015 noch vor Augen

hat: Damals gewann zwar Jos

Luhukay am zwölften Spieltag mit

2:1 in Köln. Retten konnte der Sieg

den Niederländer aber nicht.

Im Februar folgte Pal Dardai, der

Hertha erst am letzten Spieltag

2014/2015 und lediglich wegen der

besseren Tordifferenz vor dem Abstieg

bewahrte.

„Sowas

von

gut“

Klopps FC Liverpool baut

die Tabellenführung aus

Trainer Jürgen Klopp hat mit dem

FC Liverpool einen weiteren

wichtigen Schritt in Richtung Fußball-Meisterschaft

in England geschafft.

Der Tabellenführer der Premier

League besiegte am Sonntag

daheim den Titelverteidiger Manchester

City mit 3:1 (2:0) und liegt

nun schon neun Punkte vorPep Guardiolas

Team. Fabinho (6. Minute),

Mohamed Salah (13.) und Sadio

Mané (51.) sorgten mit ihren Toren

am 12. Spieltag für ausgelassenen Jubel

in Anfield. DerTreffer vonBernardo

Silva (78.) für die Gäste kam zu

spät.

„Die Jungs waren komplett fokussiert

und konzentriert“, lobte Klopp

beim Sender BBC. „Es war sowas von

gut. Das ist die einzige Möglichkeit,

wie wir City schlagen können.“ Seine

Reds haben damit 34 Zähler aus den

ersten zwölf Ligapartien geholt.

Manchester City (25) geht als Tabellenvierter

in die Länderspielpause.

Ob Guardiola den Rückstand auf

den Spitzenreiter mit seiner Mannschaft

noch aufholen kann? „Keine

Ahnung“, sagte der City-Coach leicht

verärgertbei SkySports.„Ichbin kein

Zauberer. Ich kann nicht in die Zukunft

schauen.“ VorManchester City

und jeweils acht Zähler hinter Spitzenreiter

Liverpool liegen die punktgleichen

Clubs Leicester City (Platz

2/26 Punkte) und FC Chelsea (3).

Zunächst schien Manchester City

in Anfield besser ins Spiel zu kommen.

Schon nach wenigen Minuten

forderten die Gäste einen Handelfmeter,

weil Trent Alexander-Arnold

den Ball im Strafraum mit dem Arm

touchiert hatte. Doch stattdessen

schoss Fabinho Liverpool direkt im

Gegenzug mit der ersten Chance in

Führung. City machte mehr Druck,

doch schon mit dem nächsten Konter

erhöhte Salah per Kopf auf 2:0.

Leicester auf Rang zwei

Auch in der zweiten Hälfte ließ die

Guardiola-Elf – mit Claudio Bravo

für den verletzten Ederson im Tor–

nicht locker. Doch vor allem Sergio

Agüeroverfehlte das Gehäuse mehrfach.

Liverpool machte es besser.

Auch Mané traf per Kopf gegen die

defensiv anfälligen Citizens. Nach

Silvas Treffer setzte der Meister die

Reds noch mal deutlich unter Druck,

kam aber in der hektischen Schlussphase

nur noch zum Ehrentreffer.

Leicester City hatte am Sonnabend

mit einem 2:0-Sieg gegen den

kriselnden FC Arsenal den zweiten

Platz erobert. Jamie Vardy (68.) und

James Maddison (75.) trafen für den

Champion von2016, der aktuell besser

dasteht als zum selben Zeitpunkt

in der Meistersaison. Leicester-

Coach Brendan Rodgers versicherte

dennoch:„Wir denken nicht wirklich

über das Titelrennen nach.“

Arsenal, das erneut mit Mesut

Özil in der Startelf begann, ist mit 17

Punkten abgeschlagener Sechster.

Direkt dahinter liegt mit 16 Zählern

Rekordmeister Manchester United,

der am Sonntag mit 3:1 (2:0) gegen

Brighton & Hove Albion gewann.

Andreas Pereira (17.), Davy Pröpper

(19./Eigentor) und Marcus Rashford

(66.) trafen für United, Lewis Dunk

(64.) für Brighton. (dpa)

Mit Herz und Seele dabei: Liverpools Trainer

Jürgen Klopp.

IMAGO IMAGES


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 19 *

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Sport

Heute back’ ich, morgen

brau’ ich“ gilt als verbürgt,

die Sache mit dem Königskind

sowieso, und auch

das unvorsichtige Ausplauderndes

eigenen Namens ist

überliefert. Nicht überliefert

ist hingegen, dass

Rumpelstilzchen

bei seinen Hüpfereien

ums Feuer

ausgerufen hätte:

„Es war kein Foul!“

Aber vielleicht haben

es die Brüder

Grimm nur nicht

für relevant erachtet,

oder Robert

Hartmann kennt

eine andere Version der Geschichte.Auf

jeden Fall zeigte

der Schiedsrichter Fortuna

Düsseldorfs Trainer Friedhelm

Funkel nach einem

Temperamentsausbruch die

Gelbe Karte, obwohl dieser

schwört, nichts Böseres als

besagten Foul-Ausspruch

getan zu haben. Oder doch?

„Weil Sie hochgesprungen

sind wie Rumpelstilzchen“,

habe der Referee auf

Nachfrage die Verwarnung

begründet, sagte Funkel,

nicht ohne hinzuzufügen,

Hoffentlich ist es nicht

wörtlich zu nehmen,

was von Patrick Herrmann

zu lesen gewesen ist. Der28-

Jährige, teilte eine Nachrichtenagentur

vor der Partie gegen

Bremen mit, trage das

Trikot von Borussia Mönchengladbach

seit elf Jahren.

Lag es daran, dass eine Verehrerin

des Rechtsaußen in

Tränen ausbrach, als ihr dieser

sein Hemd auf die Tribüne

reichte, weil sie mittels

Transparent darum bat?

Durchgeschwitzt wird es

schon gewesen sein, das

Hemd, nach dem 3:1-Sieg, zu

dem Herrmann zwei Tore

Fortuna Düsseldorf

Einfach

märchenhaft

F. Rumpel –pardon:

Funkel.

GETTY

Elf Jahre und

ein Hemd

dass er wahrscheinlich die

Rote Kartebekäme,würde er

den Schiedsrichter Rumpelstilzchen

nennen. Auf seine

Beschwerde hin habe Hartmann

schließlich nur gesagt:

„Jadann, schönen Tag.“

Den hatte Funkel

trotz aller Karten-Kalamitäten

beim Spiel gegen

Schalke 04 in Gelsenkirchen,

vor allem

wegen des

ziemlich märchenhaften

Verlaufs.

Kurz vor Schluss

erzielte Düsseldorfs

Rouwen

Hennings ein bildschön herausgespieltes

Torzum 3:3-

Endstand, es war der dritte

Treffer des Stürmers, dem

Funkel eine„traumwandlerische

Sicherheit vordem Tor“

bescheinigte, und der dritte

Ausgleich. Der Freudentanz

des 65-jährigen Trainers

nach dem unverhofften

Happy End blieb erstaunlicherweise

ohne Folgen von

Schiedsrichterseite, dabei

hatte er mindestens das Prädikat

Rumpelstilzchen hoch

drei verdient. (mali.)

Borussia Mönchengladbach

beisteuerte. Haben sie die

Frau zu Tränen gerührt?

Beide erzielte er in bester

Mönchengladbachmanier:

mit schneller Auffassungsgabe

und schnellen Beinen.

Schon in der Jugend

spielte Herrmann für die Borussia.

Angebote, etwa nach

seinen bisher einzigen Länderspielen,

gegen die USA

und Gibraltar 2015, gab es

schon, doch er traf weiter für

Mönchengladbach. 253 Partien,

44 Tore, im selben Team,

nicht im selben Trikot. Auch

wenn es jetzt heißt, Herrmann

habe für den Klub sein

letztes Hemd gegeben. (cs.)

Frischetest: Marcus Thuram geht Patrick Herrmann an die Wäsche. AFP

BUNDESLIGA

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 M'gladbach 11 8 1 2 24: 11 25

2 RB Leipzig 11 6 3 2 29: 12 21

3 München 11 6 3 2 29: 16 21

4 SC Freiburg 11 6 3 2 20: 12 21

5 Hoffenheim 11 6 2 3 16: 14 20

6 Bor.Dortmund 11 5 4 2 23: 15 19

7 FC Schalke04 11 5 4 2 20: 14 19

8 Leverkusen 11 5 3 3 17: 15 18

9 Eintr.Frankfurt 11 5 2 4 21: 16 17

10 VfL Wolfsburg 11 4 5 2 11: 10 17

11 Union Berlin 11 4 1 6 13: 17 13

12 Hertha BSC 11 3 2 6 17: 21 11

13 Düsseldorf 11 3 2 6 15: 19 11

14 SV Werder Bremen 11 2 5 4 18: 24 11

15 FC Augsburg 11 2 4 5 13: 24 10

16 Mainz 05 11 3 0 8 12: 30 9

17 1. FC Köln 11 2 1 8 10: 23 7

18 SC Paderborn 11 1 1 9 11: 26 4

Mann ohne Engelsgeduld

Frankfurts Kapitän David Ángel Abraham (l.) ist

nicht das, was sein Name suggeriert. Oder

üben Engel Bodychecks mit Petrus? Gut, die Partie

zwischen Freiburgund Frankfurtging ja auch nicht

in Eintracht zu Ende: In der Nachspielzeit, als Nils

Petersen längst das einzige Tor(77.) geglückt war,

rammte Abraham ohne Engelsgeduld Freiburgs

12. Spieltag,22. bis 24.11.:

Dortmund -Paderborn Fr.,20.30

Leverkusen -Freiburg Sa., 15.30

Frankfurt-Wolfsburg Sa., 15.30

Bremen -Schalke04 Sa., 15.30

Düsseldorf -FCBayern Sa., 15.30

1. FC Union -M’gladbach Sa., 15.30

RB Leipzig -1.FCKöln Sa., 18.30

Augsburg -Hertha BSC So., 15.30

Hoffenheim -Mainz So., 18.00

Torjäger:

16 Tore: Lewandowski (FC Bayern)

11 Tore: Werner (Leipzig)

9Tore: Hennings (Düsseldorf)

6Tore: Paciencia (Frankfurt), Petersein

(Freiburg)

5Tore: Alcácer (Dortmund), Andersson

(1. FC Union), Harit (Schalke04), Reus

(Dortmund), M. Thuram (Gladbach)

IMAGO IMAGES/JAN HUEBNER

Trainer Christian Streich. Derfiel rücklings zu Boden.

Daraufhin stürzte sich Freiburgs Bankpersonal

auf Abraham. Dersah Rot, Freiburgs Vincenzo

Grifo auch. Schon vorder Pause war Frankfurts Gelson

Fernandes vom Platz gestellt worden. Und

was sagte Abraham hinterher zu Streich?„Ich habe

gedacht, du bist ein bisschen stabiler.“

SC Paderborn

Auf zur Schlacht

an den Thermopylen

Schaut man sich Spiele der

Eishockeyliga NHL aus

den Siebzigerjahren an, wirken

diese ziemlich merkwürdig:

Niemand trägt einen

Helm, außer den Torhütern.

Durchaus möglich, dass späteren

Generationen Bilder

aus der heutigen Fußball-

Bundesliga genauso fremdartig

vorkommen – zumindest

wenn sich Klaus Gjasula

durchsetzt. DerMittelfeldakteur

vomSCPaderbornspielt

mit Helm, seit er sich 2013 einen

Jochbogenbruch zuzog,

allerdings hat seine Kopfbedeckung

wenig Ähnlichkeit

mit den inzwischen obligatorischen

Eishockeymodellen

oder jenen der Footballspieler.

Gjasula wirkt eher so, als

wäre erzur Schlacht an den

Thermopylen im Zweiten

Perserkrieg unterwegs.

Wasdem 29-Jährigen bewusst

ist. Es sähe vielleicht

„etwas komisch“ aus, sei

aber der Gesundheit zuträglich,

begründete er seine Anregung,

auch im Fußball eine

Helmpflicht einzuführen.

Mediziner finden dies keineswegs

abwegig, zumal sich

Zusammenstöße bei Kopfballduellen

zu häufen scheinen,

das Gros der Profis will

aber mit Helmen so wenig zu

tun haben wie E-Scooter-

Heldendarsteller mit Helm: der

Paderborner Klaus Gjasula. DPA

Fahrer. Viele fürchten eine

Einschränkung des Blickfeldes,und

sie könnten sich bestätigt

fühlen durch den Elfmeter,

den Gjasula beim 0:1

seines Teams gegen den FC

Augsburg in der 7. Minute

ausführte und den Keeper

Tomas Koubek locker parierte.

Dabei war der lasche

und unplatzierte Vollzug

wohl weniger einem Sichtproblem

geschuldet als stilistischen

Mängeln. Ob die

Helmpflicht eine gute Idee

ist, muss sich erweisen, dass

aber Trippelschritte beim

Elfmeteranlauf keine gute

Idee sind, wenn man nicht

Neymar heißt, weiß seit dem

Sonnabend nun auch Klaus

Gjasula. (mali.)

Ganz unten auf der

Bruno-Labbadia-Skala

Sie fragen sich, wie es im

Herbst 2019 um Ihren

Klub steht? Haben aber bei

der Suche nach einer schnellen

Antwort keinen konkreten

Anhaltspunkt? Nun, da

hilft ein Blick auf die Bruno-

Labbadia-Skala! Sollte beispielsweise

Bruno Labbadia

ihrem Herzensklub eine Absage

erteilt haben, bevor ihr

Herzensklub bei Bruno Labbadia

angefragt hat, dann

steht es um ihren Herzensklub

gar nicht gut. Man

könnte auch sagen, dann

steht ihr Herzensklub in der

vonStufe 0bis 10 reichenden

Bruno-Labbadia-Skala auf 0.

Womit wir beim 1. FC

Köln angekommen wären,

bei diesem drolligen Bundesligisten,

der nach dem 1:2

gegen Hoffenheim mit der

vorzeitigen Trennung von

Sportvorstand Armin Veh

und der Entlassung vonTrainer

Achim Beierlorzer übers

Wochenende flugs ein Demission-Doppelpack

1. FC Köln

schnürte und am Sonntag

über Lizenzspielleiter Frank

Aehlig Folgendes mitzuteilen

hatte: „Bruno Labbadia hat

uns gesagt, dass er nicht zur

Verfügung steht.“ Ob als

neuer Sportvorstand oder

Trainer ließ Aehlig offen,

wichtig wäreimHinblick auf

die Skala ohnehin nur gewesen,

wer wen zuerst kontaktierthat.

Bei all den Fußballfreunden,

die es mit dem FSV

Mainz halten, bitten wir indes

an dieser Stelle noch um

etwas Geduld. Bei Redaktionsschluss

dieser Ausgabe

gab es nämlich noch keine

Anhaltspunkte, ob sich die

Klubverantwortlichen der

05er nach dem am Sonntag

vollzogenen Rauswurf von

Trainer Sandro Schwarz

schon mit demThema Bruno

Labbadia auseinandergesetzt

haben. Oder umgekehrt:

Ob sich Bruno Labbadia

schon beim FSV gemeldet

hat. (lot.)

ELFTER SPIELTAG

1:2 (1:0)

KÖLN–HOFFENHEIM

0:1 (0:1)

PADERBORN–AUGSBURG

2:3 (0:2)

MAINZ–1. FC UNION

1:0 (0:0)

FREIBURG–FRANKFURT

3:3 (1:0)

SCHALKE–DÜSSELDORF

4:0 (1:0)

BAYERN–DORTMUND

2:4 (1:2)

HERTHA BSC–LEIPZIG

3:1 (2:0)

M’GLADBACH–BREMEN

0:2 (0:1)

WOLFSBURG–LEVERKUSEN

1. FC Köln: T. Horn-Bornauw

(83. K. Schindler), Mere, Czichos

-Ehizibue, Skhiri (70. Verstraete),

Hector,Jakobs -

Schaub (79. Drexler) -Cordoba,

Terodde

1899 Hoffenheim: Baumann -

Posch, Vogt, B. Hübner -Kaderabek,

Grillitsch, Skov -Rudy, L.

Rupp (46. Adamjan) -Bebou

(74. Stafylidis), Locadia

SR: Kampka -ZS: 49 100

Tore: 1:0 Cordoba (34.), 1:1

Adamjan (48.), 1:2 Locadia

(90.+8/Foulelfmeter)

GK: Czichos (1), Bornauw (2),

Hector (4), Cordoba (1) /Skov

(1), Rudy(4), Locadia (1)

SC Paderborn: Zingerle -Jans

(79. Zolinski), Kilian, Schonlau,

Collins -Gjasula (60. S. Michel)

-Vasiliadis, Sabiri -Pröger,Holtmann

(46. Antwi-Adjej) -

Mamba

FC Augsburg: Koubek -Framberger,

Jedvaj, Uduokhai, Max -R.

Khedira, Baier (75. Moravek) -

M. Richter,Niederlechner (85.

Cordova), Vargas -Finnbogason

(90.+2 Gouweleeuw)

Schiedsrichter:Fritz

Zuschauer:13758

Tore: 0:1 Max (41.)

GK: Collins (1) /Jedvaj(1), Moravek(1),

Max (2)

Mainz: Zentner -Brosinski, St.

Juste, Niakhaté, Martín (77.

Burkardt) -Öztunali (52. Maxim),

Fernandes, Baku -Boetius

(61. Onisiwo) -Szalai, Quaison

1. FC Union: Gikiewicz -M.

Friedrich, K. Schlotterbeck (32.

Parensen), Subotic -Trimmel,

Andrich, Gentner,C.Lenz -Ingvartsen

-Andersson (88. Ujah),

Polter (76. Kroos)

SR: Osmers -ZS: 24 349

Tore: 0:1 Brosinski (30./ET),

0:2 Andersson (45.+3), 0:3 Andersson

(51.), 1:3 Onisiwo

(81.), 2:3 Brosinski (90.+4)

GK: St. Juste (3) /Andrich (5),

Parensen (1), Polter (1), M.

Friedrich (2)

SC Freiburg: Flekken -Schmid,

Lienhart, Heintz, Günter -Sallai

(76. Kwon), R. Koch, Höfler,

Grifo (57. L. Waldschmidt) -Höler

(90.+4 N. Schlotterbeck),

Petersen

Eintr.Frankfurt: Rönnow-Abraham,

Hinteregger,N´Dicka -

Durm(83. A. Silva), Sow, G.

Fernandes, Kostic -Kamada

(67. Gacinovic) -Paciencia (46.

Kohr), Dost

SR: Dr.Felix Brych (München) -

ZS: 24 000 (ausverkauft)

Tor: 1:0 Petersen (77.)

GK: Höler (1) /-Gelb-Rot: -/G.

Fernandes (45.+1/wiederh.

Foul.) Rot: Grifo (90.+10/Tätlk.)

/Abraham (90.+6/Tätlichk.)

Schalke04: Nübel -Kenny, Kabak,

McKennie, Oczipka -Serdar,Mascarell

-D.Caligiuri, Harit,

Schöpf (75. Uth) -Raman

(70. Matondo)

Düsseldorf: Steffen -Ayhan,A.

Hoffmann,Adams Nuhu -Zimmer

(71.Thommy), Zimmermann,

Bodzek (75. O. Fink), Morales

(90.+2 Sobottka), Gießelmann -

Hennings, Kownacki

SR: Hartmann -ZS: 61 831

Tore: 1:0 D. Caligiuri (33.), 1:1

Hennings (62./HE), 2:1 Kabak

(67.), 2:2 Hennings (74.), 3:2

Serdar (79.), 3:3 Hennings (85.)

GK: McKennie (3), Serdar (2) /

Morales (4), O. Fink (1), A. Hoffmann

(2), Ayhan (4)

Bayern München: Neuer -Pavard,

Javi Martinez, Alaba, Davies

-Kimmich -Gnabry(70.

Philippe Coutinho), Müller,Goretzka

(72. Thiago), Coman (75.

Perisic) -Lewandowski

Borussia Dortmund: Bürki -Hakimi,

Akanji, Hummels, Schulz -

Weigl (61. Alcácer), Witsel -

Sancho (36. Guerreiro), Brandt,

T. Hazard -M.Götze (61. Reus)

SR: Zwayer-ZS: 75 000

Tore: 1:0 Lewandowski (17.),

2:0 Gnabry(47.), 3:0 Lewandowski

(76.), 4:0 Hummels

(80./ET)

GK: Coman (1), Kimmich (4) /

Reus (1)

Hertha BSC: Jarstein -Klünter,

Boyata, N. Stark (78. Selke),

Rekik, Mittelstädt -M.Wolf (74.

Ibisevic), Löwen, Darida, Dilrosun

-Lukebakio (87. Leckie)

RB Leipzig: Gulacsi -Mukiele

(80. Ampadu), Ilsanker (54.

Kampl), Upamecano, Klostermann

-Laimer,Demme -Sabitzer,Forsberg

(73. Nkunku) -

Poulsen, Werner

SR: Storks -ZS: 48 532

Tore: 1:0 Mittelstädt (32.), 1:1

Werner (38./Handelfmeter),

1:2 Sabitzer (45.+1), 1:3

Kampl (86.), 1:4 Werner

(90.+1), 2:4 Selke(90.+2)

Gelbe Karten: Mittelstädt (2),

Darida (2) /Ilsanker (1)

Mönchengladbach: Sommer -

Lainer,Ginter,Elvedi, Bensebaini

-C.Kramer (34. Hofmann),

Bénes (59. Neuhaus), Zakaria -

P. Herrmann, Pléa (81. Stindl),

Thuram

Bremen: Pavlenka -Gebre Selassie,

Veljkovic, Langkamp, Friedl

(81. Sargent) -M.Eggestein, Sahin

(73. Goller), Bittencourt,

Klaassen -Osako, Rashica

SR: Stieler -Zuschauer:54022

Tore: 1:0 Bensebaini (20.), 2:0 P.

Herrmann (22.), 3:0 P. Herrmann

(59.), 3:1 Bittencourt(90.+3)

GK: Elvedi (2), Lainer (4), P. Herrmann

(2) /Veljkovic (2), N. Sahin

(2), Klaassen (3), Friedl (1)

GRK: Bensebaini (87.)

VfL Wolfsburg: Pervan -Knoche

(83. Nmecha), Bruma, Tisserand

-William, Guilavogui, Arnold,

Roussillon -Klaus (74.

Steffen), Victor (62. Brekalo) -

Weghorst

BayerLeverkusen: Hradecky -

Weiser,Tah, S. Bender,Wendell -

Ch. Aranguiz, Demirbay(90.

Paulinho) -Bellarabi (46. Diaby),

Havertz(42. Baumgartlinger),

Amiri -K.Volland

Schiedsrichter:Gräfe

Zuschauer:24112

Tore: 0:1 Bellarabi (25.), 0:2

Paulinho (90.+6)

Gelbe Karten: Victor (1), Tisserand

(4) /K.Volland (1), Hradecky

(1)


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 – S eite 20 *

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Sport

Die Union-Fans haben Recht, zumindest für den Moment.

IMAGO IMAGES/KOCH

Lob muss sein

Coach Fischer hat Union die Furcht vor der Bundesliga abtrainiert. Dass sein Team nach elf Spieltagen in der Tabelle vor Hertha liegt, interessiert ihn indes nur am Rande

VonMarkus Lotter

und Mathias Bunkus

Man kommt nach dem

ersten Auswärtssieg

des 1. FC Union in der

Bundesliga, diesem

3:2 in Mainz, nicht umhin, diesen

Mann erneut ausgiebigst zu loben.

Für seinen mutigen Matchplan, der

vorsah, das vorwiegend über das

Zentrum laufende Aufbauspiel des

Gastgebers mit einer Doppelspitze

(Sebastian Polter und Sebastian Andersson)

plus einem offensiven Mittelfeldspieler

(Marcus Ingvartsen) zu

stören. Für sein gutes Gespür bei der

Besetzung der Ersatzbank, was sich

am Sonnabend vorallem an der Personalie

Michael Parensen festmachen

ließ, da der„ewige Micha“ nach

der verletzungsbedingten Auswechslung

von Keven Schlotterbeck

(leichte Gehirnerschütterung) ab der

30. Minute ohne Anlaufschwierigkeiten

sogleich seine Formstärke unter

Beweis stellen konnte. Und

grundsätzlich natürlich für seine Fähigkeit,

Spieler in jedweder Hinsicht

auf Erstliganiveau zu trimmen. Siehe

Christopher Trimmel, der sich durch

seine konstant guten Leistungen in

der Bundesliga eine weitere Nominierung

für die österreichische Nationalmannschaft

verdient hat.

Siehe Christopher Lenz, der seine

Leidenschaft endlich in die richtigen

Bahnen zu lenken weiß. Siehe natürlich

auch Robert Andrich, der bei

den Eisernen inzwischen ja nicht

mehr als Vorkämpfer, sondern als

Symbolfigur für den Aufschwung

wahrgenommen wird.

Mitgrimmigem Blick

Betreuen: Co-TrainerJan-

Moritz Lichte wird den FSV

Mainz nach der Trennungvon

Trainer Sandro Schwarz betreuen.Dies

sagte Sportvorstand

RouvenSchröder, betonte

aber:„Wirwerdeneinen

neuen Cheftrainer suchen.“

MAINZ SUCHT EINEN NEUEN CHEFTRAINER

Beidem Vielgelobten handelt es sich

natürlich um Urs Fischer, umden

Schweizer Fußballlehrer, der dem

1. FC Union die Furcht vor der

höchsten deutschen Spielklasse genommen

hat. Mit13Punkten aus elf

Spielen nehmen die Köpenicker derzeit

Platz elf der Tabelle ein, liegen

damit einen Platz vordem Stadtrivalen

Hertha BSC, was dem Aufsteiger

für die anstehende Länderspielpause

das beste nur denkbareGefühl

verleiht. Dennoch war Fischer, wie

sich an seinen Aussagen ablesen

lässt, im Nachgang der Partie aber

nicht vollends zufrieden. Kein Wunder,

hatte sich seine Mannschaft

nach einer 3:0-Führung, die der

Mainzer Daniel Brosinski mit einem

Eigentor (30.) und Doppeltorschütze

Sebastian Andersson (45.+2, 51.)

herbeigeführthatten, doch fast noch

um den Lohn der Arbeit gebracht.

Beenden: Einen Tagnach

dem 2:3 gegenUnion hatten

die Mainzer die Zusammenarbeit

mit Schwarz beendet.

Der Vertrag des 41-Jährigen

lief ursprünglich bis zum 30.

Juni 2022, er war seit Mai

2017 im Amt.

Betonen: Schröder sprach

voneinem sehr emotionalen

Abschied. Schwarz ist aber

offensichtlich nicht selbst

zurückgetreten. „Es ist schon

so, dass wir als Verein den

Takt vorgeben“, betonte der

Manager.

„Das waren zunächst 60 sehr gute

Minuten von uns, in denen wir,

glaube ich, alles richtig gemacht haben

und verdient in Führung lagen.

Aber dann folgten 30 Minuten, in denen

das, was zuvor gut lief, bei uns

nicht mehr funktioniert hat. Da hat

man gesehen, wie schnell es im Fußball

auch mal gehen kann. Da waren

wir plötzlich passiv, haben nicht

mehr nach vorne verteidigt und

auch mit dem Ball Fehler gemacht.

Am Ende hatten wir das nötige Wettkampfglück“,

befand Fischer beispielsweise

in der Pressekonferenz.

Und erklärte in Reaktion auf eine

Nachfrage eines Reporters mit doch

ziemlich grimmigem Blick Folgendes:

„Ich wüsste nicht, warum wir

abheben sollten. Nach der letzten

Länderspielpause hatten wir vier

Niederlagen am Stück, haben uns

auch da nicht aus der Ruhe bringen

lassen. Wir werden schön auf dem

Boden bleiben und weiter arbeiten.“

In dieser Hinsicht kann er sich auf

die leidenschaftliche Mitarbeit von

Torhüter Rafal Gikiewicz verlassen.

DerPole war nämlich auch weit nach

Spielschluss ob der Nachlässigkeiten

seiner Vordermänner richtig aufgebracht.

„Zwei Gegentore inden letzten

15 Minuten, das geht einfach

nicht“, wetterte er.„Wir haben Spieler

mit Erfahrung und stehen zu tief.

Wenn man vorher zwei, drei gute

Bälle gehalten hat, dann ist das

Scheiße.“ Wie Fischer wollte auch

der 32 Jahrealte Schlussmann der Eisernen

nicht auf die aktuelle Tabellensituation

und eine mögliche Genugtuung

bezüglich der Krise von

Hertha BSC eingehen. „Das war eine

neue Woche,und ab Montag ist auch

wieder eine neue Woche. Wir brauchen

35 bis 38 Punkte –und das ist

unser Ziel. Wir sind zufrieden, aber

wir wissen, wie viele Punkte wir noch

holen müssen“, sagte er.

Kurzurlaub als Belohnung

Eine kleine Belohnung hatte Urs Fischer

für seine Schützlinge übrigens

dann doch parat. Nach demTestspiel

gegen Holstein Kiel, das am Mittwochabend

(17.30 Uhr) im Stadion

An der Alten Försterei stattfinden

wird, bietet sich für diejenigen, die

nicht mir ihren Nationalteams unterwegs

sind, die Gelegenheit zu einem

mehrtägigen Kurzurlaub. Beginnend

am Donnerstagnachmittag,

endend am Sonntagnachmittag. Ab

Montag kommender Woche beginnt

dann die Vorbereitung auf das sonnabendliche

Heimspiel gegen Tabellenführer

Borussia Mönchengladbach.

Wieein Herbststurm

Weil der FC Bayern gegen Borussia Dortmund an frühere dominante Zeiten erinnert, dürfte Hansi Flick längerfristig Trainer bleiben

VonMaik Rosner,München

So gegensätzlich die Leistungen

im Topspiel der Bundesliga ausgefallen

waren, so diametral unterschieden

sich anschließend auch die

Stimmungsbilder.Zufrieden und bestärkt

registrierten sie beim FC Bayern

die erneute Machtdemonstration

beim 4:0 (1:0) gegen Borussia

Dortmund und dehnten in Person

vonVorstandschef Karl-Heinz Rummenigge

umgehend den Auftrag an

Übergangstrainer Hansi Flick, 54,

unbefristet aus.Unterlegt war der Jubel

vonjener Selbstgewissheit, die in

den zurückliegenden Krisenwochen

verloren gegangen war.Den BVBdagegen

ließ dieses Spiel so konsterniertzurück,

dass die Fassungslosigkeit

und Wut noch mehr als eine

Stunde nach dem Abpfiff in jedem

Satz von Sportdirektor Michael Zorc

zum Ausdruck kam, nachdem er zuvor„Männerfußball“

und „Kerle“ gefordert

hatte.Von einer „Nicht-Leistung“

sprach er nun, „wir haben

nicht stattgefunden“ und „überhaupt

keinen Fußball gespielt“. Den

ebenso erschütterten und erbosten

Trainer Lucien Favre nahm er sofort

aus der Schusslinie. Umdas Warum

für diesen alles andere als titelreifen

Auftritt zu ergründen, empfahl Zorc:

„Fragen Siedie Spieler.“

Hoeneß bedankt sich

bot und für Rummenigge

auch ernsthaft dafür in

Frage kommt, die damals

am Ende insgesamt 40 Ligatreffer

der Vereinslegende

zu übertreffen. „Er ist der

Erste,der diesem Rekordwirklich gefährden

kann“, sagte Rummenigge.

Am Sonntag wurde bekannt, dass

der Pole seine nötige Leisten-OP auf

die Winterpause vertagen wird und

damit wie Flick auch nach der Länmidzic

zum Sportvorstand verabschiedet

werden soll. Und Flick, der

nach dem 1:5 in Frankfurt und der

Trennung von Niko Kovac auf die

Siege in der Champions League gegen

Piräus (2:0) und nun gegen Dortmund

zurückblicken konnte, freute

sich erst einmal auf „ein

schönes Glas Rotwein“

zum Abschluss einer turbulenten

Woche.

Hinter allen Beteiligten

lag ein Klassiker mit ho-

Kommt gut an:

Hansi Flick

BONGARTS/HASSENSTEIN

Kurz zuvor hatte Uli Hoeneß der eigenen

Belegschaft nach seinem letzten

Spiel als Präsident des FC Bayern

das Prädikat „Weltklasse“ ausgestellt

und sich für einen sportlichen Ausstand

ganz nach seinem Geschmack

bedankt. „Die Mannschaft hat von

der ersten bis zur letzten Sekunde

überragend Fußball gespielt“, sagte

der 67-Jährige selig vor seinem Abtritt

am Freitag auf der Jahreshauptversammlung,

vor der an diesem

Montag bei der letzten Aufsichtsratssitzung

unter seinem Vorsitz noch

die Beförderung von Hasan Salihalich

dafür zeichnete wieder einmal

Stürmer Robert Lewandowski mit

zwei Toren (17./76.), zudem trafen

Serge Gnabry (47.) und der im Sommer

von München nach Dortmund

gewechselte Innenverteidiger Mats

Hummels per Eigentor (79.).

Nebenbei waren es bereits

Lewandowskis Tore

15 und 16 im elften Ligaspiel

dieser Saison, womit

er Gerd Müllers Rekordaus

der Saison 1968/69 zu diesem

Zeitpunkt (15) über-

hem Wiedererkennungswert,der

wegen der jüngsten

Krise des FC Bayern so

nicht erwartet worden war.

Schon die vorherigen fünf

Ligaspiele in München

hatten sie gegen Dortmund meist

hoch gewonnen (5:0, 6:0, 4:1, 5:1,

2:1). Nun erweiterten sie diese Serie

um ein weiteres,fast schon gewohnheitsmäßiges

Debakel für den BVB

und auf 26:3-Tore in dem halben

Dutzend Spiele. Hauptverantwortderspielpause

in Düsseldorf dazu

beitragen kann, dass die erfolgreiche

Rückkehr zum Miasan mia unterfüttertwird.

Mit dem beliebten Flick hat das

offenbar ebenso viel zu tun wie mit

der Trennung von Kovac. „Hansi

Flick hat uns daran erinnert, warum

man eigentlich Fußball spielt: Es soll

Spaß machen“, sagte Leon Goretzka.

„Es hat sicherlich Strömungen innerhalb

der Mannschaft gegeben,

die den Trainer weg haben wollten,

und deswegen hat die Führung entsprechend

reagiert“, sagte Hoeneß

im ZDF-Sportstudio. Fast schon erlöst

wirkt die Mannschaft und sehr

gewillt, die neuen Vorgaben von

Flick umzusetzen, den Kapitän

Neuer als „Menschenfänger“ bezeichnete.

Die Bayern sind auf Stabilität bedacht,

aber verteidigen nun höher.

Aggressiver ist die gesamte Ausrichtung,

und sie wirdgetragen voneiner

neuen Achse, die vonTorwart Neuer

über den sehr präsenten Sechser Joshua

Kimmich und den ebenso engagierten

Thomas Müller bis hin zu Lewandowski

verläuft. In wenigen Tagen

hat Flick eine Struktur geschaffen,

die an den FC Bayern vor Kovac

erinnert, trotz Notabwehr mit den

Aushilfs-Innenverteidigern Javier

Martínezund David Alaba.

Die Dortmunder traten den

Münchnern nur anfangs halbwegs

gleichwertig entgegen, ehe sie sich

hinwegfegen ließen wie lose Blätter

voneinem Herbststurm. Dasvor der

Saison ausgerufene Ziel Titelgewinn

wirkte einigermaßen deplatziert.„Ab

der 15. Minute war es wirklich nix

mehr, dawaren wir die klar unterlegene

Mannschaft. Bayern war besser

in allen Belangen“, sagte Hummels

und befand übergeordnet, dieser

wehrlose Auftritt sei „ein Zeichen für

uns,dass wir keine Toptruppe sind“,

vor allem auswärts. Der FC Bayern

dagegen scheint zurück im Mia san

mia.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Das No-Limits-Festival

behinderter Performer

verändertden Blick.

Seite 23

„Unvorstellbar,dass er sein Leben auf einem Stuhl verbracht hat.“

Arno Widmann in einem Dramolett zu Hans Magnus Enzensbergers Neunzigstem Seite 22

Plagiat

Unter

Verdacht

Harry Nutt über einen Fall

unlauteren wissenschaftlichen

Zitierens.

Die Liste ähnlich lautender, aber

nicht oder unzureichend

kenntlich gemachter Zitate wird immer

länger. Das Buch „Die Gesellschaft

des Zorns“ (Transcript Verlag)

vonder Darmstädter Soziologin Cornelia

Koppetsch steht im Verdacht,

sich an zahlreichen Stellen der Gedanken

und Formulierungen anderer

Autoren bedient zu haben. Entsprechende

Verweise sucht man in

den nun öffentlich gemachten Passagen

des Buches vergeblich.

Die Jury des Bayerischen Buchpreises

nahm die Nominierung von

Koppetschs Text nun zurück. Voneiner

Liste für einen Sachbuchpreis

des NDR hat der Transcript Verlag

das Buch inzwischen selbst zurückgezogen.

Verlag und Autorin haben

gegenüber dem NDR eingeräumt,

dass es Textübernahmen enthalte,

die als Zitat hätten gekennzeichnet

werden müssen.

Cornelia Koppetsch hat in ihrer

vonden Kritikernweithin gefeierten

Arbeit den Rechtspopulismus im

globalen Zeitalter untersucht. Es sei

ein großer Wurf, schrieb etwa die

FAZ, „und zwar

deshalb,weil das

Buch, anders als

die meisten anderen

der mittlerweile

schwer

zu überblickenden

Beiträge

zum Thema, der

Die Autorin Dimension der

Cornelia Koppetsch populistischen

Provokation gerecht

wird.“ Koppetsch verstehe den

Aufstieg des Populismus nicht nur

als Schluckauf des Systems,sondern

als Zeichen eines „aktuellen epochalen

Umbruchs“. DieOriginalität dieser

Überlegungen wird nun aber

stark angezweifelt. Abgeschrieben

habe Koppetsch laut einer FAZ-Recherche

etwa bei ihrem Kollegen

Andreas Reckwitz aus dessen Buch

„Die Gesellschaft der Singularitäten“

(Suhrkamp Verlag). Betroffen seien

außerdem Autoren wie Slavoj Zižek,

Wendy Brown oder der Soziologe

Sighard Neckel von der Universität

Hamburg.

Knut Cordsen, Mitglied der Jury

des Bayerischen Buchpreises,hat auf

der Homepage des Bayerischen

Rundfunks plagiatsverdächtige Beispiele

aus „Die Gesellschaft des

Zorns“ zusammengestellt. Er weist

dort nach, dass etliche Passagen des

Buches Ähnlichkeiten mit den Texten

anderer Autoren haben und teilweise

nur leicht abgewandelt wurden.

Zwar ist Cornelia Koppetschs

zum Bestseller avanciertes Buch

streng genommen keine akademische

Arbeit. Das unterscheidet die

AffäreKoppetsch denn auch vonFällen,

in denen Politikern die Doktorwürde

streitig gemacht wurde. Die

Darmstädter Professorin wird sich

aber die Frage gefallen lassen müssen,

in welchem Verhältnis ihr populär

gewordener Titel zu ihrer wissenschaftlichen

Reputation steht.

In Soziologenkreisen wird Koppetschs

wissenschaftliche Integrität

schon seit einiger Zeit mit Skepsis

betrachtet. Vonmöglichen Plagiaten

betroffene Autoren wollten sich gegenüber

der Berliner Zeitung allerdings

nicht öffentlich äußern.

MICHAEL DEBETS/IMAGO IMAGES

Zappeln bis zur Erschöpfung

Die britische Performerin Charli XCX trieb ihr Publikum mit tänzerischer Unermüdlichkeit durch die Nacht

VonMarkus Schneider

Das Live-Konzert ist eine

relative Kategorie im aktuellen

Pop. Zwar bringen

mittlerweile selbst

studiotechnisch höchstgestylte Acts

wenigstens eine Art Alibiband mit.

Aber für die Musik braucht es sie

meist nicht. Im digital gedopten Pop

von Künstlerinnen wie Charli XCX,

die am Sonnabend im Friedrichshainer

Astra auftrat, erinnert praktisch

nichts an analoge Sounds –weshalb

der Konzertablauf wesentlich vorproduziert

ist. Wo mittlerweile auch

die Stimmen durch technologische

Effekte optimiert und verfremdet

werden, steht also die Performance,

meist verstärkt durch Tänzer und

austatterische Akzente,imZentrum.

Als erste Überraschung des Konzerts

könnte man daher Charlotte

Aitchisons, so XCXens Klarname,

Konsequenz (oder Mut) bewundern,

knapp anderthalb Stunden allein auf

der Bühne zu stehen. Statt Videoscreens

oder Blendbauten gab es nur

einen transparenten, effektvoll ins

Lichtgeballer einbezogenen Würfel

in der Bühnenmitte, hinter dem die

DJ-Pulte sich verbargen.

Gelockt von enthusiastischen

„Charli“-Rufen und heftigen Nebeln

springt Aitchinson elastisch und offenbar

gut aufgewärmt auf die

Bühne: Sie wird dort unablässig traben,

federn, rennen und bouncen,

und sie setzt noch nicht mal Garderobeneffekte:

Zu Beginn trägt sie zum

wippenden Pferdeschwanz ein

bauchfreies Sprinterinnen-Outfit mit

einem blauem Schleier um die Schultern

und an den Beinen Cowboychaps.Letzterezieht

sie später aus.

Die Musik kommt allein aus dem

Computer,als schrieben wir –soder

letzte, hochinfektiöse und mit entsprechenden

Zeitmotiven spielende

Titel –„1999“, als die vorläufige Herrschaft

des Laptop-Performers gerade

in die entscheidende Phase

ging. Bemerkenswert ist dieser

Hauch Old School auch, weil es sich

bei XCXens Musik um die vermutlich

modernistischste Popmusik des

Overgrounds handelt. Bei ihr treffen

sich gradlinigster Popappeal aus

zuckrigen Melodiehooks mit abstrakten

Geräuschen und Beats aus

den Katakomben der Clubs.Sie sei ja

irgendwie Pop, dann aber doch irgendwie

nicht, dann vielleicht doch,

erklärtdie 27-Jährige zwischendurch

Charlotte Aitchison alias Charli XCX im Friedrichshainer Astra

selbst das Rätsel, warum sie seit einigen

halben Hits in den letzten Jahren

und nunmehr drei Alben noch nicht

ganz oben angekommen ist.

DieUnschärfe liegt indes auch an

einigen –livenicht repräsentierten –

Häutungen, die sie von einem vage

experimentellen Synthiesound über

ROLAND OWSNITZKI

Rockeinflüsse zum aktuellen Avantpop

führten. Zu diesem kam es offenbar

vorallem durch die Produktionsunterstützung

von A.G. Cook,

dem Chef des PC Music Labels, dessen

Produkte sich, grob gesagt, die

schroffsten Clubsounds als Bubblegum-Pop

vorstellen.

Ikarus mit Schatten

Die Entscheidung, ihr Ding alleine

durchzuziehen, bekommt aber

auch deswegen einen speziellen

Nachdruck, weil sie ihr aktuelles Album

„Charli“, das sie komplett abspielen

läßt, mit einer 13-köpfigen

Gästeliste besetzt hat. Diese wiederum

liest sich wie ein Who’s Who

der musikalischen LBGTQ-Mittelschicht,

vonder Indiepopperin Chris

(tine and the Queens) über den

EDM-Popper Troye Sivan und die

körperfrohe R&B-Queen Lizzo zur,

sagen wir sexpositiven Rapperin

Cupkakke und der schwulen Crossdresserin

Big Freedia. Deren „Shake

It“ diente in Berlin als Shout Out an

die lokale queere Community, die

sich mit flamboyanten, genderoffenen

Tanzenden darstellen darf.

Am Erstaunlichsten war jedoch,

dass man während der ganzen Performance

gar nicht auf die Idee kam,

etwas zu vermissen –außer vielleicht

angenehmeres Wetter, das es dem

kreischend partyfrohen Publikum

ermöglicht hätte, etwas mehr als

nackte Schultern und interessante

Frisuren zu zeigen.

Aitchinson trieb uns mit einer furiosen

tänzerischen Unermüdlichkeit

durch die Tracks, mimte, übernahm

oder überspielte die abwesenden

Vokalgäste und zappelte bis zur

schnaufenden Erschöpfung mit der

beneidenswerten Ausdauer einer

Athletin. Die Musik schien gegenüber

dem Album druckvoll aufgepumpt

und hergerichtet, wobei die

Songs neben kinnstarkem, hedonistischem

Selbstbewusstsein durchaus

und oft im gleichen Atemzug

auch balladische Zerbechlichkeit

und Unsicherheit vermitteln.

Neben den jüngeren Singles,

voran die eigentlich sicheren, deutlich

auf Konsens gebügelten Hits wie

„White Mercedes“, gab es mit dem

dröhnenden Hartgummiknüppel

„Vroom Vroom“,dem europoppigen

„I Love It“ und dem bezaubernd

bliependen und blubbernden„Boys“

auch drei etwas ältereTracks.

Ob es sich um ein gutes Konzert

gehandelt hat, mag ich allerdings gar

nicht entscheiden. Nur: Besser lässt

sich diese gleichermaßen leutselige

wie radikal zerschossene Tanzmusik

wohl nicht auf die Bühne bringen.

Markus Schneider

ließ sich vonCarli XCX ganz

gerneinEkstase bringen.

Der Kinder-und Jugendtheaterpreis für das Grips und eine Ko-Produktion des Theaters an der Parkaue mit TurboPascal

VonCornelia Geißler

Die Ikarus-Preisverleihung ist immer

ein fröhliches Fest, weil jedes

vorausgewählte Stück kurz präsentiert

wird. Acht besondere Inszenierungen

für noch nicht erwachsene

Menschen kamen am

Freitagabend in Häppchen auf die

Bühne des Theaters an der Parkaue.

Diesmal hing allerdings zeitweilig

ein Schatten über der Veranstaltung.

Denn eigentlich waren ja neun Inszenierungen

für den Berliner Kinder-

und Jugendtheaterpreis nominiert.

Der kommissarische Intendant

des Theaters an der Parkaue

Florian Stiehler begrüßte die Gäste

in seinem Haus und erklärte kurz,

was das Theater auch auf einem Zettel

für die Programmhefte gedruckt

hatte: Die Parkaue wollte die Nominierung

ihres Stücks „Rohe Herzen“

nicht mehr annehmen. Es wurde

vonVolker Metzler inszeniert, jenem

Regisseur, dessen Vertrag als Schauspieldirektor

mit dem Theater im

Sommer aufgelöst worden war (siehe

Berliner Zeitung vom 1.11.).Vorausgegangen

war eine Auseinandersetzung

um rassistische Beleidigungen

und um den Führungsstil am Haus.

Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen,

sagte Stiehler.

Torsten Wöhlert, Staatssekretär in

der Senatsverwaltung für Kultur und

Europa, empfahl eingangs das Kinder-

und Jugendtheater als Ort, um

auch Respekt im Umgang miteinander

zu lernen. Er begrüßte, dass sich

das Theater an der Parkaue nun dem

Problem stelle.

Florian Stiehler hatte noch ein

zweites Mal die Gelegenheit, ans Mikrofon

zu treten. Denn die professionelle

Jury erkannte seinem Theater

den Ikarus für „Unterscheidet Euch!“

zu, das in Koproduktion mit Turbo

Pascal entstanden ist. Ein „Gesellschaftsspiel“

heißt die Inszenierung

im Untertitel: Sie bezieht das Publikum

ein, kann jedes Mal anders

sein. Mit dem Preis sind 5000

Euro verbunden. Genauso viel

erhielt das Grips-Theater für

seine Inszenierung„Dschabber“.

Diesen Ikarus vergab

das eigentliche Zielpublikum,

nämlich die

Jugendjury. Wie

schön, dass ihr

Preis

gleich hoch

dotiert

ist.

nun

NACHRICHTEN

„Systemsprenger“ nominiert

für Europäischen Filmpreis

Dasdeutsche Drama „Systemsprenger“

ist für den Europäischen Filmpreis

nominiert. DasSpielfilmdebüt

vonNoraFingscheidt um ein extrem

schwieriges Kind tritt gegen die Konkurrenzbeiträge

„J’accuse“, „Les

Misérables“, „The Favourite“, „The

Traitor“ und „Leid und Herrlichkeit“

an. Dieelfjährige Hauptdarstellerin

von„Systemsprenger“, Helena Zengel,

ist darüber hinaus als beste europäische

Schauspielerin nominiert.

Als bester europäischer Schauspieler

hat unter anderen Alexander Scheer

(„Gundermann“) eine Nominierung

erhalten. Für die beste Regie nominiertsind

PedroAlmodóvar,Marco

Bellocchio,Yorgos Lanthimos,Roman

Polanski sowie Céline Sciamma.

DieGala findet am 7. Dezember

in Berlin statt. (dpa)

Schweizer Buchpreis für

Roman von Sibylle Berg

Für ihren düsteren Zukunftsroman

„GRM. Brainfuck“ ist Sibylle Berg mit

dem diesjährigen Schweizer Buchpreis

ausgezeichnet worden. Das

Werk sei eine „eispickelharte Gesellschaftskritik“,

sagte Jury-Mitglied

Christine RichardamSonntag in ihrerLaudatio

in Basel. DieinWeimar

geborene und in der Schweiz lebende

Autorin begleitet in ihrem

Buch vier Jugendliche durch ein gesellschaftlich

gespaltenes Großbritannien,

in dem künstliche Intelligenz

die Kontrolle übernommen

hat. DerPreis gilt als die wichtigste

Auszeichnung für deutschsprachige

Literatur aus der Schweiz. (dpa)

Neue Missbrauchsvorwürfe

gegen Roman Polanski

Kurz vorder Premiereseines Films

„J’accuse“ (Nominiertfür den Europäischen

Filmpreis) sind gegen Roman

Polanski (86) neue Vergewaltigungsvorwürfe

öffentlich geworden.

Diefranzösische Schauspielerinund

Fotografin Valentine

Monnier beschuldigt den polnischfranzösischen

Regisseur,sie 1975

als 18-Jährige in der Schweiz vergewaltigt

zu haben. Polanski

weist die Anschuldigungen

zurück. Wiedie Nachrichtenagentur

AFP berichtete,erwägt

der Regisseur

juristische

Schritte gegen

die Veröffentlichung

dieser

Aussagen.

(dpa)

DEATH

IN VENICE

22., 27. November;

5. Dezember 2019

Benjamin Britten

Markus Stenz Musikalische Leitung

Graham Vick Inszenierung

Mit Ian Bostridge, Seth Carico, Tai Oney, Rauand Taleb u.a.

Karten und Infos: deutscheoperberlin.de, +4930343 84-343


22 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Feuilleton

Hans Magnus Enzensberger,aufgenommen von dem kürzlich gestorbenen Fotografen Stefan Moses 1989 in Kaufbeuren. ©2019 BYNACHLASS STEFAN MOSES/COURTESY SCHIRMER/MOSEL (2)

Kopf an. Happiness!

Heute vor 90 Jahren wurde Hans Magnus Enzensberger geboren. Unser Autor kennt ihn lange, seine Gesprächspartnerin kennt nur das letzte Buch. Eine Annäherung

VonArnoWidmann

ein alter Mann, der

Hans Magnus Enzensberger

vor mehr als 50

A.ist

Jahren das erste Mal

sah. S. ist die Freundin seines Enkels,

eine junge Frau, die von Enzensberger

nur das im Maierschienene Buch

„Eine Experten-Revue in 89 Nummern“

kennt. Siesitzen in einem Lokal

im Prenzlauer Berg und warten

auf A.s Enkel.

S: Ich wollte erst nicht: „… in 89

Nummern“ das ist ein Altherren-

Witz. Man sieht die Zunge des Autors,

wie sie aus weitgehend zahnlosem

Mund kommt und sich über die

Lippen streicht.

A: Enzensberger hat sich zeitlebens

aufs Geld verstanden. Ich bin

sicher, sein Gebiss wurde von den

besten Zahnärzten in Schuss gehalten

oder in Ordnung gebracht. Falls

dir die Experten-Revue gefallen hat,

empfehle ich dir „Immer das Geld.

Einkleiner Wirtschaftsroman“.

S: Den hast du mir erst vor ein

paar Tagen geschickt. Hast du das

schon wieder vergessen? Oder soll

das ein Rüffel sein? Ichhabe ihn erst

einmal beiseitegelegt. Mir sind zu

viele Bilder darin. Lauter bunte Fotos,

dann noch farbige Texte am

Rand. Da verschwindet der Roman.

Wenn es denn einer ist.

A: Ich glaube, Enzensberger hat

sich Bücher von Umberto Eco angeschaut

und wollte auch mal so etwas

probieren. Er ist ein großer Probierer.

Er setzt sich hin und macht etwas.

Dann schaut er es sich an, wirft es

weg, beginnt vonNeuem.

S: Er ist Lyriker. Die machen das

so. Ich mag die Experten-Revue.

Ganz kurze Texte: drei, vier Seiten zu

ständig wechselnden Themen: Mausefallen,

Primzahlen, Herrenschneiderei,

Falkner,Heiligenkalender,Uhren,

Hemden, das Unendliche,Natriumchlorid...

Ein Blog. Zahlen, Daten,

Wissen ohne Ende. Aber ganz

leicht dabei. Alles ganz frisch, von

heute. Dabei ist er ein kleines,

schwaches Männlein. Ich habe ihn

mir auf YouTube angesehen. Hippelig

ist er. Unvorstellbar, dass er sein

Leben auf einem Stuhl verbracht hat.

Er hat gar keinen Hinterndafür.

A: Er war viel unterwegs, hat in

vielen Ländern gewohnt, kann bestimmt

ein halbes Dutzend Sprachen

und kannte vor dreißig Jahren

Der Schriftsteller Hans

Magnus Enzensberger arbeitete

zunächst als Rundfunkredakteur,ehe

er 1957 mit

dem Gedichtband „die verteidigung

der wölfe“ bekannt

wurde. Er gehörte zudem der

Gruppe 47 an.

DER JUBILAR

Als Essayist wurde Enzensberger

früh zum intellektuellen

Stichwortgeber der Generation

der 68er.Zwischen

1965 und 1975 war er Herausgebers

des Kursbuchs,

1980 gründete er das Magazin

Transatlantik.

Eine HommageinBildern

ist soeben bei Schirmer/Mosel

erschienen.

Stefan Moses: Hans Magnus

Enzensberger,Schirmer/Mosel,

München 2019,

102 Seiten, 29,80 Euro

Die ElternAndreas und Leonore Enzensberger mit den Söhnen Hans Magnus, Martin,

Christian und Ulrich (v.l.), Februar 1984

jeden Autor auf der Welt. Er war in

Russland und Kuba, in Schweden

und den USA. Es gab in den 50erund

60er-Jahren keinen deutschen

Autor,der so weltläufig war wie er.Er

war damals wohl auf der Flucht vor

Deutschland. Ich glaube, ich habe

ihn das erste Mal Anfang der 60er-

Jahregesehen, da war ich noch Schüler,

bei einer Lesung in Darmstadt.

Aber vielleicht stimmt das gar nicht.

S: EinMythos deiner Jugend?

A: Enzensberger ist ein bundesrepublikanischer

Mythos. Das Gegenmodell

zur deutschen Literatur jener

Zeit. Also extrem auffällig. Grass und

Walser lieferten dicke Romane. Enzensberger

schmale Gedichtbände

und Essays. Erwurde gerne abgetan

als ein Luftikus, der an allem

schnupperte. Folgte man seinen

Empfehlungen und interessierte

sich zum Beispiel für die Revolutionäre

umFidel Castro, war Enzensberger

schon wieder woanders. Er

war immer woanders.

S: Als ich vorhin vonseiner Experten-Revue

sprach, sprach ich von

Primzahlen, Hemden und anderen

Sachen. Dabei ist das Buch ein Buch

über Menschen, über Experten. Berühmte

und Unbekannte bunt

durcheinander. Wer die Namen

sucht, dem hilft kein Verzeichnis.

A: „Mausoleum –Siebenunddreißig

Balladen aus der Geschichte des

Fortschritts“, eines meiner Lieblingsbücher

von ihm, erschien 1975.

Da gibt es ganz am Schluss ein Verzeichnis

der besungenen Größen

vonGutenbergbis Che Guevara.

S: Wie amEnde der Vorstellung,

wenn alle beieinanderstehen und

sich den Applaus abholen. Wie bei

einer Revue.Dass er es bei der Experten-Revue

weggelassen hat!

A: Hast du alles gelesen?

S: Es war super. Ich hätte noch

mehr lesen wollen über noch Abwegigeres

oder noch Wichtigeres. Unsere

Leidenschaften stürzensich auf

was sie wollen. Man hat uns im Geschichtsunterricht

beigebracht, dass

die Deutschen vor 90Jahren Hitler

sexy fanden. Ich wundere mich, in

wenich mich alles verliebt habe …

A: Kein böses Wort über meinen

Enkel.

S: Diese Experten-Revue zeigt,

dass es nichts gibt, für das sich nicht

jemand entflammen könnte. Dem

Ganzen ist ja ein Dialog vorangestellt

zwischen der Natur und einem Unzufriedenen.

Die Experten sind Produkte

der Arbeitsteilung und sie treiben

sie an. Dass jeder seine Sache

macht, hilft dem Betrieb. Ohne die

Konzentration auf das Eine läuft

nichts. Aber zusammen müssen sie

kommen.

A: Schön gesagt!

S: Du wieder! Hat Enzensberger

auch Dramen geschrieben? Ganze

Stücke wie diesen Dialog?

A: Er hat lange vonHörspielen gelebt,

die so gebaut waren. Es gibt Libretti

von ihm. Es gibt nur wenig, das

er nicht ausprobierthat. Wirbewundernihn

immer für seine Beweglichkeit,

das Umtriebige.Aber er ist auch

sehr treu. Diderot zum Beispiel. Den

liebt er, und er möchte, dass wir alle

ihn lieben. Diese Dialoge hat er ihm

abgeschaut. Siesind klug, wach, aber

pointenlos.Sosind auch Enzensbergers

Dialoge. Das ist ihre große

Schwäche. Aber jetzt bin ich alt genug,

um zu begreifen, dass es auch

ihreStärke ist.

S: Die Entdeckung der Langeweile?

A: Es ist mehr die Liebe zum Leben.

Das läuft nämlich nicht auf

Pointen hinaus. Kommt es zu einer,

geht es weiter. Menschen unterhalten

sich. Sie tun das gerade nicht als

Unterhalter. Mal redet der eine. Mal

der andere. Mal hören sie zu, mal

nicht. Man weiß nicht, wann sie das

eine tun und wann das andere.Wann

gelingt einem schon einmal ein solches

Gespräch? S: Hat Enzensberger

es geschafft?

A: Wahrscheinlich. Aber mir fällt

tatsächlich gerade keines ein. Ich

habe Aufsätzeund Gedichte in Erin-

nerung, aber keinen Dialog. DasVerlangen

nach Gespräch gab es immer

bei ihm. Das Konversationsstück ist

vielleicht einer seiner unerfüllten

Träume. Ein paar Herrschaften, auf

einem englischen Landsitz oder auf

einem russischen Gut oder auch

Frau Jenny Treibel, die die ganzeWelt

durchhecheln – vielleicht hätte er

das gerne gekonnt. Manchmal

denke ich: Er hat es immer wieder

probiert.

S: Konversationsstück nennt man

auch eine bestimmte Artvon Gemälden

des 17. und 18. Jahrhunderts –

womit wir wieder bei Diderot wären

–, auf denen man ein paar Damen

und Herren zuschauen kann, wie sie

sich unterhalten. Damals ging man

zum Beispiel auch in eine Galerie,

betrachtete die Gemälde und dann

kam die Hauptsache:Man unterhielt

sich darüber.Man liebte den Gedankenaustausch.

A: Hast du das Plakat gesehen

„App an. Kopf aus.Happiness“?

S: Das hast du dir gerade ausgedacht.

A: Reklame für eine Park-App.

S: Für den Stillstand. „Kopf an.

Happiness“. Das ist die Parole der

Experten-Revue.Dafür liebe ich sie.

A: Daswar,was Enzensberger uns

beibrachte: Keine Intelligenz ohne

Beweglichkeit. DieRichtung mal ändern.

Wasist da drüben? Wie sehen

die das? Er hat mir und vielen meiner

Generation das Gründeln abgewöhnt.

Das Suchen nach einem festen

unverrückbaren Boden, auf dem

sich sicher bauen lässt. Vernünftig

soll es schon zugehen. Aber doch immer

mit einer Vernunft, die weiß,

dass sie angewiesen ist auf das Unvernünftige,

wenn sie vorwärtskommen

möchte.

S: Wo war er unvernünftig?

A: Er hatsich sehr weit vorgewagt

in die revolutionäre Gewalt, auch in

den Terrorismus.Esgibt einen Essay

von ihm, indem er die russischen

Zarenattentäter beschreibt, der hat

Ende der 60er-Jahre die erste Generation

der RAF inspiriert.

S: Er hat geschrieben. Nicht geschossen.

A: Richtig. Wo hätte eraufhören

sollen, beim Niederschreiben seiner

Vorstellungen über das Zusammenlebender

Anarchisten, über ihreMotive

und ihre Aktionen? Man könnte

auch eine Gegenrechnung aufmachen:

Wie vielen, die diesen Text lasen,

führte er vorAugen,wie ein Verbrechen

zum nächsten kommt? Wie

viele hat er abgeschreckt, diesenWeg

zu gehen?

S: Ihr habt damals darüber gesprochen?

Wart ihr verrückt?

A: Selbstverständlich.

S: Wasist selbstverständlich?

A: Beides. Irgendwann wirst du

auch zurückblicken und merken,

dass du in einem völlig falschen Zug

gesessen hast. Womöglich mit sehr

vielen anderen. Du hast dich wohl

gefühlt, warst dir sicher, dass ihr das

Richtige tut. Und dann stellt sich

heraus: alles verkehrt.

S: Enzensberger hat euch da nicht

geholfen?

A: Wir waren nicht so beweglich

wie er.Wir waren viele. Erwar einer.

Wir wollten viele sein. Sein Versepos

„Der Untergang der Titanic“ (1978)

beginnt mit den Sätzen: „Einer

horcht. Er wartet. Er hält/ den Atem

an, ganz in der Nähe,/ hier. Ersagt:

Derdaspricht,das binich.“

S: Aber genau darum geht es

doch, dass man selber spricht. Das

habt ihr ihm nicht abgeguckt?

A: Wir wollten nicht horchen und

warten. Wir wollten tun. Wir haben

zu sehr auf ihn gehört und zu wenig

darauf geachtet, was er tat. Er

schrieb, er gründete Zeitschriften.

Wirtaten das auch. Mitdeutlich weniger

Resonanz. Daneben besetzten

wir Universitäten, Plätze, Straßen,

Flugbahnen und ich weiß nicht

mehr was alles.

S: Daswar doch gut.

A: Mal ja, mal nein. Jedenfalls ist

es nichts, dem ein erwachsener

Mensch über Jahre als Hauptbeschäftigung

nachgehen sollte.

S: Ach, hören wir auf damit. Dahinten

kommtdein Enkel. Ichwill dir

nur noch sagen, wie wunderbar das

Regenwurm-Kapitel in der „Experten-Revue“

ist. Enzensberger zitiert

den Regenwurmexperten Charles

Darwin: „Es ist wohl wunderbar,

wenn wir uns überlegen, dass die

ganzeMasse des oberflächlichen Humus

durch die Körper der Regenwürmer

hindurchgegangen ist und alle

paar Jahre wiederum durch sie hindurchgehen

wird.“ Ich bekomme

Gänsehaut bei dem Gedanken, dass

das Kleinste Größtes bewirken kann!

Arno Widmann sprach mit

der Freundin seines Enkels

über Enzensberger.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 23

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Feuilleton

Klatschmarsch

im

Retrosound

Ursli und Toni Pfister als

„Cindy &Bert“ im Tipi

VonIrene Bazinger

Während überall das Ende des

Fernsehens durch das Internet

beschworen wird, versucht man im

Tipi am Kanzleramt den Gegenbeweis

–und zwar amüsant und erfolgreich.

Denn es sind immerhin Christoph

Martiund Tobias Bonn als Ursli

und Toni Pfister, die hier als Schlagerduo

„Cindy &Bert“ unter dem Titel

„So, als ob du schwebtest“ die

große Samstagabend-Show wieder

beleben wollen.

Bei ihrem Ausflug in die 70er-

Jahre heißt die deutsche Hauptstadt

Bonn und das Farbfernsehen ist

noch kaum verbreitet. Die Männer

haben lange Haare und dicke Koteletten,

die Frauen wollen von ihnen

durch die Welt geführt werden. Natürlich

ist das nicht die feministische

Lesart der Geschichte, aber wir befinden

uns ja auch in den bunt schillernden,

paillettengeschmückten

und neckisch tapezierten Tiefen der

heimischen Schlagerhölle. Erschlossen

wird sie durch eine erstklassige

geschwungene Showtreppe, die den

„Sonntagskindern der Musik“ wie

ihrem fünfköpfigen Begleitchor

prächtige Auftritte erlaubt. Rund

sechzig Kostüme und zwanzig Perücken

wurden für sie angefertigt. Bert

begrüßt am Anfang die Fernseh-Zuschauer

in der Rheingoldhalle in

Mainz, worüber das Publikum im

Tipi gleich laut auflacht. Alles ist leidenschaftlich

auf Retro gebürstet

und dockt damit an frühkindliche

Erfahrungen der Gäste an.

Nur dadurch lässt sich erklären,

warum bei Liedern wie „Hallo, Herr

Nachbar“ oder „Ein Karussell ist

diese Welt /von dem man leicht mal

runterfällt“ frenetischer Jubel ausbricht,

der selbst die „Werbung“

nicht ausschließt, mit der vom Chor

etwa eine Zahncreme („Strahler 70“)

oder ein Schokoriegel („Nuts hat’s“)

gefeiert werden. Während dieser

Werbepausen ziehen sich Cindy und

Bert um und kehren dann zum Beispiel

in Dirndl und Trachtenanzug

zurück, um über die Freuden der Natur

zu singen. Parodistisch wirkt das

Ästhetisches Neuland

Ohne Beitrittsgebot: Das No-Limits-Festival für Theater von und mit Behinderten hat begonnen

VonDoris Meierhenrich

Man hätte in letzter Zeit

denken können, ein

Festival wie das No Limits,

das alle zwei

JahreTheater vonund mit Behinderten

nach Berlin holt, sei eigentlich

gar nicht mehr nötig. Inklusion allerorten

und jede größere Bühne

dieser Stadt hat mittlerweile mindestens

eine inklusive Produktion

im Repertoire, sei es ein hoch getunter

Klassiker wie die „Antigone“ im

Deutschen Theater, sei es eine gruselige

Freakshow wie das „Dekameron“

im Berliner Ensemble.

Tatsächlich folgt all das zweifellos

dem besten Willen, doch verrät

schon der Begriff Inklusion, „Einschließung“,

dass es sich dabei keineswegs

um eine offene Begegnung

auf Augenhöhe handelt, um eine

ernst gemeinte Verschiebung der

Wahrnehmungen vor allem auch

der Nichtbehinderten in einen Bereich

jenseits ihrer herrschenden

Normen. Stattdessen ist es selten

mehr als ein nur etwas freundlicher

gestalteter Hinweis von Menschen

ohne an Menschen mit Behinderungen,

dem herrschenden Normenkanon

doch bitte beizutreten. Gut

bleibt, was erfolgreich ist, und Kunst

kommt hier zuerst vonKönnen.

Radikale Andersheit

Dann aber begann in der vergangenen

Woche zum neunten Mal seit

2005 wieder das No-Limits-Festival,

und schon nach drei Veranstaltungstagen

schaut man plötzlich

wieder ganz anders auf die Möglichkeiten

eines solchen theatralen

Crossovers. Denn gleich mehrere

der dort auftretenden Künstler aus

zehn Ländern entwickeln so radikal

andere Sinnlichkeiten und schaffen

so verdrehte Denk- und Erlebniswelten,

dass ihnen in einem paternalistischen

Theaterbetrieb dafür

gewiss kein Platz eingeräumt würde.

In einer Zeit, in der behinderte

Künstler immer mutiger werden

und selbstbestimmt arbeiten wollen,

bleibt das No-Limits-Festival,

das dieses Jahr von dem Wiener

Choreografen, Performer und Philosophen

Michael Turinsky mit kuratiertwurde,wichtig

wie je.

Die italienische Performerin

ChiaraBersani ist eine solche Künstlerin,

der mit ihrem intensiven

Kriech-Solo „Gentile Unicorn“ so etwas

Besonders gelungen ist. Chiara

ist 98 cm groß, wobei die kleinen

Beine den kompakten Körper nicht

tragen können, weshalb ihrestarken

Arme sie über den Boden des HAU2

ziehen. Schnell springen einem diverse

Tierbilder in den Kopf, aber

Chiara bewegt sich so konzentriert

langsam gegen alle Schnellschüsse

an und schaut so offen und klar,

Die italienische Performerin Chiara Bersani in „Gentile Unicorn“

Das No-Limits-Festival für

Disability &Performing Arts

findet seit 2005 statt. Veranstalterin

ist die Lebenshilfe

Kunst und Kultur mit: HAU,

Theater Thikwa, Ballhaus

Ost, Sophiensäle und Nordberliner

Werkgemeinschaft.

DAS FESTIVAL

Mitkurator Michael Turinsky

ist ein behinderter

Choreograf, Performer und

Körper-Philosoph, der in

Wien lebt und arbeitet. Für

„Ravemachine“ (mit Doris

Uhlich) erhielt er 2017 den

Nestroy-Spezialpreis.

CHIARA BERSANI

Das Programm findet bis

16. November in den beteiligten

Häusernstatt. U. a.

sind noch Jo Bannon, Monster

Truck, Claire Cunningham

und Tiziana Pagliaro &Theater

Hora zu sehen.

www.no-limits-festival.-de

dann auch verletzt, scheu, lasziv

und immer befremdlich jedem ins

Gesicht, dass man schnell aufhört,

sie zu taxieren, und stattdessen nur

noch ihrer Choreografie der Blicke

folgt.

Bald kontrollieren ihreAugen die

Szenerie und Bersani im weißen

Hemdchen dehnt ihren nackten

Fuß, winkelt keck das Bein an und

wirft den Oberkörper zurück: ein fabelhaftes,

auch erotisch spielendes

Kugelwesen. EinEinhorn?Vielleicht.

Eher rutscht sie an den Zuschauern

entlang wie ein Tiger am Gitter eines

Käfigs. Was in dieser ungeheuer

dichten, auch provokativen Stunde

entsteht, ist genau das, was Michael

Turinsky die radikale „Neuaufteilung

des Sinnlichen“ nennt. Es ist

die langsame Verführung und Überlagerung

konventioneller Vorstellungen

von Einhorn-Schönheit,

Wohlklang, Erotik in die Kugelrumpf-Schönheit

Bersanis.

Befreiung statt Kontrollverlust

Eine ähnlich radikale Wahrnehmungsverschiebung,

in der das,was

man „Figur“ nennt, als Deformation

erst ganz zu sich selbst kommt, vollzieht

der Brasilianer Marcos Abranches

in seiner beeindruckenden

choreografischen Farbmanscherei

namens „Corpo Sobre Tela“. Langsam

befreit sich der dünne,spasmatische

Tänzer darin von Hemd und

Krawatte und entdeckt die Kraft der

Farben. Immer energischer wälzt er

sich im bunten Brei, bis die Grenzen

zwischen ihm und der feindlichen

Umwelt verwischen und er als zerflossene

Francis-Bacon-Figur dasitzt.

Und plötzlich bedeuten seine

Spasmen nicht mehr Kontrollverlust,

sondernBefreiung.

DenGipfel der Ambiguität dieser

viel gesuchten Befreiung aber erklomm

sicher einen Tagspäter die

gehbehinderte Londoner Performerin

Noemi Lakmaier mit ihrem

Langzeit-Spektakel „Cherophobia“.

Der leer geräumte Saal des HAU1

war gerade groß genug für ihrespektakuläreVersuchsanordnung,

in der

20 000 Luftballons die Performerin

selbst zehn Stunden lang in der Luft

schweben ließen.

Ein Solitär unter den Performances,gewiss,auch

weil es um das

höchst seltene psycho-soziale Phänomen

geht, Angst vor Freude oder

Glück zu haben. Wasist hier Glück?

Der Moment des freien Schwebens?

Die ungeheure Fleißarbeit eines

Heers von Arbeitern, die zur Vorbereitung

eine ganze Nacht lang Ballons

aufgeblasen haben? Dieluftige,

bunte Pracht selbst oder die abertausend

Seile, die die Performerin

wie in einen Kokon einspannen und

unter der sogar in sich noch fixierten

Ballonsäule festzurrten? Das Glück

ist doch ein Paradox. Angst auch.

Die

rote

Baskenmütze

Berlinische Galerie kauft

Lotte-Laserstein-Gemälde

VonIngeborg Ruthe

Spät, aber zum Glück nicht zu spät

erleben Kunstfreunde die Wiederentdeckung

der jüdischen Malerin

Lotte Laserstein (1898–1993).

Große Ausstellungen in der Nationalgalerie

2010, die dafür bereits das

Laserstein-Hauptwerk „Abend über

Potsdam“ von 1930 erwerben

konnte,inFrankfurtamMain, in Kiel

und vor wenigen Monaten in der

Berlinischen Galerie beschleunigten

diesen längst fälligen Prozess der Renaissance

einer großartigen Malerin

der Weimarer Republik.

Nun ist es gelungen, für die Dauerausstellung

des Landesmuseums

Lasersteins prägnantes Bildnis

„Dame mit roter Baskenmütze“ von

1931 anzukaufen –ein Synonym des

Idealtypus der Neuen Frau in der

Zwischenkriegszeit. DasSpannungsfeld

zwischen Tradition und Moderne

beherrschte Lotte Laserstein

souverän. Um 1930 veränderte sich

ihr Malstil, der Farbauftrag wurde lockerer,

offener und flächiger. Die

junge Frau sitzt in Straßenkleidung

Modell. Ihre rote Baskenmütze harmoniert

mit der Farbe des Lippenstifts.Während

Kopf und Oberkörper

vollständig ausgearbeitet sind, ist die

Partie unterhalb der Knie nur skizzenhaft

angedeutet. Die junge Frau

wirkt entspannt und selbstbewusst.

Für die Berlinische Galerie ist es

das allererste LasersteinWerk.Eswar

hier in der Ausstellung „Von Angesicht

zu Angesicht“ zu sehen. Finanziell

möglich machte den Ankauf der

Förderverein des Hauses. Die

Summe bleibt ungenannt.

„Das Bild schließt eine Lücke in

unserem Bestand und ist vonbesonderer

Qualität und Modernität“, sagt

Thomas Köhler, Direktor des Landesmuseums.

Laserstein-Ankäufe

sind nur selten möglich, denn die

meisten Bilder der 1937 ins schwedische

Exil geflüchteten Künstlerin

sind in Privatbesitz, daher nur in

Ausnahmen öffentlich zu sehen.

Die „Dame mit roter Baskenmütze“

konnte durch Vermittlung

des Kunsthändlers Michael Nöth erworben

werden. Er hatte das Bild bei

einer Auktion in Stockholm aus dem

Nachlass eines schwedischen

Sammlers erstanden. Ihm hatte Laserstein

das Bild einst geschenkt.

Ursli und Toni Pfister als Schlagerduo

„Cindy &Bert“

FOKKE HOEKMAN

nicht gerade, viel eher euphorischbewundernd

nachgestellt. Hatte

schon das Originalduo nicht unbedingt

Stimmen, die einen Kronleuchter

zum Schwingen bringen,

sind ihnen die Berliner Pfister-Wiedergänger

sogar in dieser Hinsicht

sehr ähnlich.

Freilich ist alles bestens einstudiert,

der lange Abend hat keine

Durchhänger, voller Energie wird

Nummer an Nummer gereiht, bis einzig

die lustvolle Kapitulation vor all

dem Schwachsinn möglich erscheint.

Die Choreographien von Danny

Costello sind herrlich albern, die

Kostüme von Heike Seidler in

schönster Peinlichkeit rekonstruiert.

Allerdings sind die Arrangements

von Johannes Roloff für seine sechs

Musiker enttäuschend schlicht, und

zu fast jedem Lied könnte auch marschiert

werden, was nun wahrlich

das Gegenteil vonSchweben wäre.

Cindy &Bert: So, als ob du schwebtest bis 5. 1.,

Tipi am Kanzleramt, Tel.: 39 06 65 50

Im herbstlichen Goldton

Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Ivan Fischers Brahms-Programm beim Berliner Konzerthausorchester

VonGerald Felber

Die alte Vertrautheit, sie ist wieder

(oder immer noch) da,

wenn Ivan Fischer zum Berliner

Konzerthausorchester zurückkehrt.

Manmerkt das nicht nur an den vielen

Blumensträußen, die zum

Schluss aus dem Publikum heraufgereicht

werden, sondernschon den

ganzen Abend zuvor an einer Atmosphäre

gelassener, sehr freundlicher

Entspannung: Wie dadie Stücke ineinandergleiten,

Zwischenbeifall

nur einen kurzen Akzent setzt, und

dann geht es weiter, ohne erst den

Fluss der musikalischen Erzählung

abreißen zu lassen.

Deren Autor ist diesmal den

ganzen Abend über Johannes

Brahms, und eine Erzählung wird

es wirklich, obwohl doch die einzelnen

Abschnitte ganz divergente

Themen haben, die sich scheinbar

kaum zueinander bringen lassen.

Da wechseln todtraurige oder pathetische

Gesänge mit munteren

Tänzen, handfeste Stimmungsbilder

mit mythisch raunenden

Beschwörungen.

Doch Fischer und die Musiker

fassen genau jenen

Geist einer durchlichteten

Elegie und melancholischen

Versöhnung, der

alles das zusammenfügt:

trostvolle Trauer und me-

Der Dirigent

Ivan Fischer

nen ziehen als Stationen einer Wanderung

vorbei, hinter denen sich immer

nur das nächste Sehnsuchtsbild

öffnet und die selbst im mächtig aufrauschenden

Finale ein vorläufiges

Ziel, aber keine endgültige

Glückserfüllung zu finden

vermag. Wie differenziert

die Charaktere hier vom

Tänzelnden bis zum Gehetzten

entfaltet werden!

Wirkten in diesem Orchesterstück

die hohen

DPA/BRITTA PEDERSEN

Holzregister manchmal

ein wenig vordringend

und überschärft, so war es

andererseits immer wieder

gerade die Holzbläsergruppe,die mit

satt leuchtenden Tönungen in den

beiden großen Chorkompositionen

nach Schiller („Nänie“) und Hölderlin

(„Schicksalslied“) Momente abwesend

entrückten Verweilens ent-

lancholische Heiterkeit,

Herbstnebel mit einer

Sonne dahinter, die nicht

sichtbar ist und dennoch das Laub

leuchten lässt.

So bleiben drei Ungarische Tänze

bei allem Temperament erdverwurzelt

ohne eitlen, effekthascherischen

Zirkuslärm; und die Haydn-Variatiostehen

ließ. Sie fügten sich wunderbar

zu den weich verschmolzenen,

wie gedämpftfarbige Seidenstoffe

leuchtenden und ineinander gleitenden

Gesangslinien des Genter

Collegium Vocale, das durch Philippe

Herreweghe jahrzehntelang

immer wieder in jener warmtönig

strömenden Homogenität und lyrischen

Tiefe nachgeformt worden ist,

die sich an diesem Abend abermals

bestätigte –sei es im a-cappella-Gesang

des „Abendständchens“ aus

Brahms’ op. 42, sei es bei dessen op.

17 mit der aparten Kombination von

Frauenchor, Hörnern und Harfe

oder eben in den schon genannten

ausladenden Stücken.

Besonders das mattgoldene

Leuchten der „Nänie“-Vertonung,

dieser staunenswerten Seltsamkeit

eines lichterfüllten Trauergesangs,

war kaum schöner vorstellbar.

Lotte Laserstein: „Frau mit roter Baskenmütze“,

1931. E. WITTE/ VG BILD-KUNST,SE/ BONN 2019

TOP 10

Sonnabend, 9. November

1 Erzgebirgkrimi ZDF 6,2 21 %

2 Tagesschau ARD 5,9 21 %

3 Sportschau ARD 4,8 20 %

4 Der Staatsanwalt ZDF 4,0 15 %

5 Fragdoch mal… ARD 3,4 12 %

6 Das Supertalent RTL 3,2 11 %

7 Sportschau ARD 3,0 16 %

8 heute-journal ZDF 3,0 13 %

9 Das aktuelle Sp. ZDF 2,8 16 %

10 heute ZDF 2,6 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Ost (✆ 44 03 91 68)

19.00: No Limits: Die Frühwirts (Mezzanin Theater,

Graz)

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: „Kunst“

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Die zwölf Geschworenen

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

18.30 Foyer: Opernwerkstatt: Heat Chamber

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.30: Ausweitung derKampfzone

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

Jugendstrafanstalt Berlin

(Friedrich-Olbricht-Damm 40) 17.30 Kultursaal:

Woyzeck (aufBruch –Kunst Gefängnis Stadt)

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: 4. Berliner Herbstsalon: Rewitching Europe

20.30 Studio: 4. Berliner Herbstsalon: Oder:Du

verdienst deinen Krieg (Eight Soldiers Moonsick)

RambaZamba Theater (✆ 44 04 90 44)

19.30: ... und sind wir selberGötter –Die Winterreise

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Studio: The Human Condition

20.00: status quo

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Novecento –Die Ballade vomOzeanpianisten

(Thomas Borchert)

Scotty (Oranienstr.46)

16.00: 4. Berliner Herbstsalon –DE-Heimatize it!:

Atem (Mehtap Baydu)

Theater Thikwa (✆ 61 20 26 20)

19.30: No Limits: One at aTime(Alessandro Schiattarella

&Cie BewegGrund)

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Jüdische Kulturtage: Der rote Jud aus Preußen

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

21.00: Cosmic ComedyOpen-Mic –English Comedy

Berlin (Dharmander Singh, Neil Numb u. a.)

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Zaubershow(Siegfried &Joy)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: 8Songs (Gastspiel Gandini Juggling,London)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Zukunft istkeinPonyhof (Studio-Ensemble)

20.00: Zirkus Angela

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

19.30: Die LiveShowmit TV-Aufzeichnung

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Jüdische Kulturtage: Lerne Lachen ohne zu

weinen III

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

19.00: Roski-Reloaded (Florian Schroeder (Moderation)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Früher war ich älter (Horst Evers)

KLASSIK

Bethanien (Mariannenpl. 2)

12.30: Klangwerkstatt Berlin –Festival für Neue

Musik: Tafelmusik –Ensemble JungeMusik, Musik

und Imbiss zur Mittagszeit –Werkevon Samuel

Johnstones, Felix Kruse, Jialu Yang,Wei Hao, Taymur

Streng,Dong-Myung Kim, Sujin Lee, Georg Katzer,

Matthias Jann, Helmut Zapf, Taner Akyol, Alexandra

Filonenko

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen Marstall

(✆ 203 09 21 01)19.00 Galakutschen-Saal I:

Vortragsabend Violakammermusik –Simone Jandl

Staatsoper Unter denLinden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Staatskapelle Berlin, Ltg.Daniel Barenboim,

Lisa Batiashvili (Violine), Christian Schmitt (Orgel),

AbonnementkonzertII, Werkevon Camille Saint-Saëns

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

9.30, 10.45 Studio: Teddybär tanzt, RobertMetcalf &

Dieter Sajok (ab 2J.)

10.30: Die Ministerpräsidentin (ab 9J.)

Berliner Dom (✆ 20 26 91 36)

18.00: Hauptstadtblech &Eunuchentröte ,Mädchen

der Sing-Akademie zu Berlin, Knaben des Staatsund

Domchores, Ltg.FriederikeStahmer,Kai-Uwe

Jirka, Das Spiel vomHeiligen Martin –Kinder- und

Familienkonzert

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (✆ 29 04 78 40)

16.00: „Im Kiez zu Hause“ bei CABUWAZI Kreuzberg,

Mitmachzirkus für die ganze Familie (ab 8J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FELD –Theater für Kinder und Erwachsene

(✆ 54 08 69 48) 15.00: Die Wortfängerin, Theater

7Schuh, Erzähltheater (ab 5J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: Hase undIgel, Theater Lakritz, Puppentheater

(ab 3J.)

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

10.00: Schnubbel(ab 6J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

9.30, 11.00: DieGeschichte vomheiligen Martin

(ab 4J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: HerrEichhornund der erste Schnee, puppen.

etc, Puppentheater (ab 3bis 6J.)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: Lewins Ziegenkauf, Marionettentheater

Kaleidoskop (ab 3J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem

Walde (ab 8bis 12 J.)

Theater Lichterfelde (✆ 84 31 46 46)

10.00: Das Rübchen und andere Geschichten zum

Großwerden, Puppentheater Parthier (ab3bis 8J.)

LITERATUR/VORTRAG

Babylon Mitte (✆ 242 59 69)

19.00: Quichotte, Salman Rushdie, Mod.: Bernhard

Robben

Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25)

20.00: Postcolonial Poly Perspectives: Alltäglich

Widerspenstig,Lahya S. Aukongo, Pasquale Virginie

Rotter,ToDoan, Lesung,kuratiertvon Chima Ugwuoke

Begine (✆ 215 14 14)

19.00: Literaturrunde: Kim Thuy „Die vielen Namen

der Liebe“, Lesung und Diskussion

EWA Frauenzentrum (✆ 442 55 42)

19.00: 30 Jahre Mauerfall: „Zweimal verfolgt. Eine

Dresdner Jüdin erzählt“, Carolyn Gammon und Christiane

Hemker,Film- &Buchvorstellung.Anm. erf.

Geistesblüten (✆ 49 96 17 92)

19.00: Jüdischen KulturtageBerlin: „Monster“, Yishai

Sarid, Wanja Mues, Lesung und Gespräch mit Shelly

Kupferberg

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

20.00: Black Feminism, Lesung und Podiumsdiskussion

mit Morgan Jerkins und Gästen in englischer

Sprache

Hugendubel Steglitz (✆ 34 04 84)

20.15: 10. Krimimarathon Berlin-Brandenburg:

„Geblendet“, Andreas Pflüger,Buchvorstellung

Landesvertretung Saarland (In denMinistergärten

4) 18.00: 10. Krimimarathon Berlin-Brandenburg:

„Offline“, Arno Strobel, Buchvorstellung.Anm.erf.

Rock

Retro

zum

Quadrat

Als die Detroit Cobras vor25

Jahren ihr giftzähniges

Haupt erhoben, spielten sie

ausschließlich Coversongs.

Unddabei ist es geblieben. Im

Grunde genommen covern sie

ihreeigenen Coversongs heute

selbst, sie sind also retro zum

Quadrat. Die kleine Band um

ihreSängerin Rachel Nagy und

die Gitarristin Mary Ramirez

bringt mit ihrer Mixtur aus

Rhythm’n’Blues, Girl-Group-

Pop, Motown-Soul, Garagenpunk

und Rock’n’Roll jeden

Saal in Sekundenbruchteilen

zum Schwitzen. Die Vorlagen

für ihre obskure Setlist wird

man eher nicht im heimischen

Plattenarchiv finden, sondern

mit sehr viel Glück auf Flohmarktsingles.

Nach einigen

Jahren ohne Veröffentlichung

alter Musik ist vorkurzemeine

neue Single der Detroit Cobras

erschienen –auf Jack Whites

Label ThirdMan Records,dem

Hort des guten Geschmacks.

Rauchen erlaubt, zumindest auf

der Bühne. Frank Junghänel

Detroit Cobras 20 Uhr, Lido,Curvystr.7

Ritter und

andere Kreative

Diese Berliner Literaturwoche wird vom persönlichen

Erscheinen Salman Rushdies schon zu Anfang

gekrönt, aber auch in den Tagen darauf geht es noch

um Superstartum als Wille und Vorstellung der Kunst

Salman Rushdie 2015 in Spanien

Schon vor 400 Jahren, als Miguel

de Cervantes seinen

„Don Quijote“ schrieb, war

das heroische Individuum

ein Auslaufmodell. Mit Erfindung

des Schießpulvers war dessen bevorzugtes

Aktionsfeld, der bewaffnete

Konflikt, zur anonymen, ja mechanischen

Angelegenheit geworden. Wer

brauchte da noch Helden, Edelmut

und Eigensinn? In Ritterromanen,

die Don Quijote im gleichnamigen

Buch stapelweise verschlingt, sind

diese Eigenschaften allerdings noch

genauso lebendig wie heute in

Superhelden-Filmen. Und soist der

für seinen eigenen Heroismus wie

für seine Dulcinea entflammte Edelmann,

der auf einem Karrengaul gegen

Windmühlenflügel kämpft, eine

hintersinnige Ritter- oder Helden-

Parodie –und eine Studie über das

Verschwimmen von Illusionen,

Idealen und Wirklichkeit.

Wenn sich nun Salman Rushdie,

selbst tatsächlich ein Held, der mit

furchtlosem Schreiben einer Todesdrohung

trotzt, des Quijote-Stoffes

annimmt, ist das natürlich interessant.

Zumal er ja nicht für überschaubare

Spannungsbögen oder

strahlende Hauptfiguren bekannt

ist, sondern für ausschweifende,

vieldeutige Sondierungen unserer

Wirklichkeit, sei sie nun indisch-islamisch,

europäisch, amerikanisch

oder eine Mischung aus allem. Sein

„Quichotte“ erzählt voneinem hageren,

fernsehsüchtigen, indisch-amerikanischen

Pharmavertreter, der

sich via Bildschirm ineine Moderatorin

verliebt, seinen Jobverliertund

sich, um das Herz der Angebeteten

zu gewinnen, auf Reisen begibt. Er

nennt seine Mission wie in der Artus-Epik

oder in Onlinespielen

„Quest“.

Diese Abenteuerfahrtführt durch

ein trostloses Amerika voller Rassismus,

Drogen und Motels, sie führt

aber auch in die schillernden Sphären

der Popkultur, insbesondere der

TV-Unterhaltung. Es gibt einen Sancho

Pansa beziehungsweise Sohn,

allerdings nur in seiner Phantasie,es

gibt Familie, Einsamkeit und, vor allem,

Unterwegssein. Auf über 400

Seiten vermengen sich –wie bei Cervantes

– Wirklichkeit und Fiktion,

eine manchmal unübersichtliche,

dabei aber sehr unterhaltsame Lektüre.

Wer diese Hommage an Cer-

Sabine Rohlf

musste im Studium Ritter-Epik auf

Mittelhochdeutsch lesen

und fand das richtig gut.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.30, 17.15; The Untouchables –Die

Unbestechlichen 20.00

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 14.50, 17.40, 20.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Lara 13.40, 15.00,

16.00, 17.30, 18.20, 20.00, 20.30; Parasite

14.40, 17.30, 20.40; Das perfekte Geheimnis

13.30, 16.15, 19.00, 21.40; Verteidiger des Glaubens

–Defender ofthe Faith 13.50; 2040 –Wir

retten die Welt! 16.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 18.10, 21.00; Systemsprenger 15.40;

Deutschstunde 18.20; Joker (OmU) 21.00; Der

Glanz der Unsichtbaren 16.15; Downton Abbey

(OmU) 18.40; Joker (OF) 21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Deutschstunde

20.00; Happy Ending –70ist das neue 70 17.00;

Im Niemandsland 18.45; Das Wunder von Marseille

–Fahim (OmU) 20.30

Kant Kino (✆ 319 98 66) Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.45, 20.30; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 15.40; Joker 17.20, 20.00; Eshätte

schlimmer kommen können –Mario Adorf 17.40;

Zoros Solo15.15, 20.00; Unsere Lehrerin, dieWeihnachtshexe

15.00; Ich war noch niemals inNew

York 17.15, 20.00; Nurejew 14.30,17.20,20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 2966) Atmos: Das

perfekte Geheimnis 14.00; Queen of Drags 18.00;

DieAddams Family 14.50; Das perfekte Geheimnis

17.15,20.00,22.50; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.30; Der letzte Bulle 17.30,20.10, 22.50;

Der letzte Bulle 14.40; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 17.10; Joker 20.00; Once Upon aTime

in...Hollywood 22.50; Ich war noch niemals in New

York 14.15; Joker 17.15; Terminator –Dark Fate

20.10, 23.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 15.15; Joker (OF) 17.30; Maleficent: Mächte

der Finsternis 20.20,23.00;AdAstra –Zuden Sternen

14.45; DieAddamsFamily 17.30; Ichwar noch

niemals in NewYork 19.50; Joker (OF) 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Easy Love

(DFmenglU) 11.00; Der Goldene Handschuh (DFmenglU)

12.30; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

14.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

16.30; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU) 18.00;

Parasite –Gisaengchung (OmU)19.40;Midsommar

(OmU) 21.50; Born in Evin –Alles über Evin (OmU)

11.00; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit –

Escher: Het oneindige zoeken: Journey Into Infinity

(OmU) 12.45; Djon Africa (OmU) 14.15;

Deutschstunde 15.50; ImNiemandsland (DFmenglU)

18.00; Systemsprenger (DFmenglU) 19.30;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 21.40;

Systemsprenger (DFmenglU) 10.30; Diego Maradona

12.40; Wer 4sind –Die Fantastischen Vier

15.00; Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles

(OmU) 16.45; Joker (OmU) 18.30, 20.30, 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; Systemsprenger (OmenglU) 16.00;

2040 –Wir retten die Welt! (OmU) 18.15; Joker

(OmU) 20.00; Parasite – Gisaengchung (OmU)

22.15; Über Grenzen –Der Film einer langen Reise

14.00; Und der Zukunft zugewandt 16.15; Verteidiger

des Glaubens –Defender of the Faith 18.15;

Frau Stern 20.00; Congo Calling (OmU) 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.45; Angry Birds 2: Der

Film 13.45,16.45; Das perfekte Geheimnis 14.00,

16.30, 17.00,19.30, 20.00, 20.45; IMAX3D: Avengers:

Endgame 14.00; Joker 14.10, 17.10, 20.40;

Unsere Lehrerin, dieWeihnachtshexe 14.20; Bayala

–Das magischeElfenabenteuer 14.20, 18.00; Dora

und die goldene Stadt 14.30; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.45, 17.40; Ballon 14.45; Gemini

Man 15.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

15.00; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.15;

DieAddams Family 15.15;Midway–Für dieFreiheit

16.15, 19.40; Das Wunder von Marseille 16.15,

21.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser 17.10,

20.30; 3D: Die Addams Family 17.30; Gut gegen

Nordwind 17.45; Ich war noch niemals inNew York

17.50; Spider-Man: Far From Home 18.00; Joker

(OF) 19.15; Terminator –Dark Fate 19.30; Zombieland

2: Doppelthält besser–Zombieland 2: Double

Trap (OF) 19.40; IMAX: Joker 20.00; Sneak Preview

20.30; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

20.40; Halloween Haunt 21.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Joker (OmU) 20.20, 22.40;Weitermachen

Sanssouci (OmenglU) 18.00; Der Glanz

der Unsichtbaren–Les invisibles (OmU) 19.45; Nevrland

(OmU) 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Ich war noch

niemals in New York 16.30, 19.45; Joker 16.40,

19.50; Die Addams Family 16.50; Das perfekte

Geheimnis 17.00, 20.00; Recep Ivedik VI(OmU)

17.10, 20.10; Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

17.20;Terminator –Dark Fate 19.30; Scary Stories

to Tell in the Dark 19.40; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 20.10

Kino Kiste (✆ 998 74 81)Eine ganz heißeNummer

2.0 14.00; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

15.45; Lieber Antoine als gar keinen Ärger 18.00;

Rocketman 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.30, 20.15; Der König der

Löwen 14.20; Angry Birds 2:Der Film 14.20; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.30; Die Addams

Family 14.30, 17.30; Ich war noch niemals inNew

York 14.40, 17.20, 19.40; Der letzte Bulle 14.50,

17.15, 20.15; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

15.00; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

15.10; Midway –Für die Freiheit 16.50, 20.00;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 17.00, 20.10;

Joker 17.10, 19.45; Terminator –Dark Fate 17.15,

20.00; Gemini Man 19.30

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Joker (OmU) 16.45,

19.30,22.15; B Once Upon aTime in...Hollywood

(OmU) 17.20, 20.40

fsk am Oranienplatz (✆ 614 2464) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 17.30, 21.45; Lara (OmenglU)

17.45, 19.45, 22.30; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

20.00

Moviemento (✆ 692 4785) Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 14.15; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

16.30; Perro Bomba (OmenglU; m. Diskussion)

19.00; Midsommar (OmU) 22.00; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 11.00, 15.30; Mein

Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! 13.15;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 17.45,20.30; Pornfilmfestival:

Die traurigen Mädchen aus den Bergen

(OmenglU) 23.15; Midsommar (OmU) 13.45; Systemsprenger

16.45, 19.30, 22.15

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Lebenszeichen

–Jüdischsein in Berlin 20.30

Sputnik (✆ 6941147) DerGlanz derUnsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 16.00; Das Forum (OmU; m.

Gespräch) 18.00; Parasite –Gisaengchung (OmU)

20.15; Scary Stories to Tell in the Dark (OmU)

22.30; Im Niemandsland 16.00; Human Nature:

DieCRISPRRevolution(OmU) 17.30; Systemsprenger19.30;

Joker(OmU)21.30; Kinobar im Sputnik

Berlin Bouncer 20.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Systemsprenger14.30;Parasite

17.10,20.00; New Lara 16.00,18.20,20.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 5389590) Die Addams Family

14.00, 16.00, 18.00; Bayala 14.00, 16.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.30, 20.00; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 14.45; Das perfekte

Geheimnis 14.45, 17.30, 20.00; Midway –Für die

Freiheit 17.00, 20.15; Zwingli – Der Reformator

17.15; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 18.00;

Terminator –Dark Fate 20.15; Joker 20.30

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Systemsprenger

13.00; Lieber Antoine als gar keinen Ärger

13.00; Ich war noch niemals inNew York 13.00;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.30; Happy

Ending–70ist dasneue 70 15.30, 20.15; Parasite

17.45; Das perfekte Geheimnis 17.45, 20.15; Im

Niemandsland 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00, 16.45; Dem

Horizont so nah 14.00; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00, 20.00; Everest 14.15; Dora und die

goldene Stadt 14.30; Die Addams Family 14.30;

Bayala 14.30; Angry Birds 2: Der Film 14.30; Midway

–Für die Freiheit 16.30, 19.45; Terminator –

Dark Fate 16.45, 19.45; Ich war noch niemals in

NewYork 16.50;Joker 17.00,20.00;Zombieland 2:

Doppelt hält besser 17.15, 20.15; 3D: Die Addams

Family 17.15; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

19.45; Scary Stories to Tell in the Dark 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke –Das

Chaos ist zurück 17.00; Zwingli –Der Reformator

18.45; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU)

21.15; Verteidiger des Glaubens –Defender of the

Faith (OmU) 18.00; Es werde Licht –Let There Be

Light (OmenglU) 20.00; Das Kapital im 21. Jahrhundert

–Capital in theTwenty-First Century (OmU)

21.45

Babylon (✆ 242 59 69) Systemsprenger (OmenglU)

17.15; Die Khello Brüder 17.45; Im Niemandsland

(m. Gast u.Gespräch) 19.30;Alpgeister –Mythen

und Mysterien der Bayerischen Alpen 19.30;

IndoGerman Film: Bala (Hindi) 21.30; Die Dreigroschenoper

22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Lieber

Antoine als garkeinen Ärger–Enliberte! (OmU)

13.15; Joker (OmU) 15.30,18.15, 21.00; Zombieland

2: Doppelt hält besser –Zombieland 2: Double

Trap (OF) 10.00, 14.00, 17.45, 20.00, 22.15; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 12.00; Fritzi –Eine

Wendewundergeschichte 16.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 11.00; Die Addams Family

11.00, 13.15, 17.20; Das perfekte Geheimnis

11.00, 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.10, 15.30; Der

König der Löwen 11.10; Angry Birds 2: Der Film

11.15; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

11.30, 14.00; Maleficent: Mächte der Finsternis

11.45, 13.45, 16.45; Dora und die goldene Stadt

11.45; Joker 13.30, 16.30, 19.30, 22.55; Dem

Horizont so nah 13.30; Ich war noch niemals in

New York 13.50, 16.20; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

14.30; Downton Abbey 14.45; Midway

–Für die Freiheit 16.30, 19.30, 22.50; Scary Stories

toTell in the Dark 17.30, 23.00; Zombieland

2: Doppelt hält besser 17.50, 20.30, 23.10; Der

letzte Bulle 17.50, 19.50,23.15;Terminator –Dark

Fate 19.45,22.40; Sneak Preview (OF) 20.00; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 20.15; Halloween

Haunt 20.30; Es: Kapitel II22.30

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Berlin Babylon

(DFmenglU) 14.30; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) 16.30, 21.30; Systemsprenger

(DFmenglU) 19.00; Weitermachen Sanssouci (DFmenglU)

14.45; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille en feu (OmU) 16.45,

19.15; Easy Love 21.45; M. C. Escher: Reise indie

Unendlichkeit (OmU) 14.30; Nurejew –The White

Crow (OmU) 16.30; Parasite (OmU) 19.15, 22.00;

Deutschstunde 14.30; Joker (OmU) 17.00, 19.30,

22.00; Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles

(OmU) 15.15; Lara (DFmenglU) 17.30, 19.45,

22.00

International (✆ 24 75 60 11)Lara 14.30, 17.00,

19.30; Siegessäule und Teddy präs. MonGay: Preview:

Booksmart (OmU) 22.00

NEUKÖLLN

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Systemsprenger (DFmenglU)

10.00; The Report (OmU) 12.10; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 14.20; Joker (OmU)

16.45; Neuköllner Buchladen gegen Rechtspopulismus

und Rassismus: Kleine Germanen (OmU)

19.00; Lunar: MyFirst Film (OmenglU; m. Gast u.

Gespräch) 21.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 16.20; Joker (OF) 19.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.40

Passage (✆ 68 23 70 18) Joker (OmU) 17.45,

20.30, 21.20; Systemsprenger 16.00, 18.40; Das

perfekteGeheimnis 16.40, 19.15, 21.45; Der Glanz

der Unsichtbaren 16.30, 21.00; 2040 –Wir retten

die Welt! (OmU) 18.50

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 17.00, 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.30, 20.30; Joker (OF) 18.00,

20.45; Marianne &Leonard –Words of Love (OmU)

19.00,21.15; Porträteiner jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille en feu (OmenglU) 16.20,

19.20,22.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Das

perfekte Geheimnis14.00, 17.00, 20.05; Doraund

die goldene Stadt 14.10; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer14.15; DemHorizont so nah 14.20;

Die Addams Family 14.30; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.40, 17.30; Ich war noch niemals in

New York 16.30; Joker 16.45, 19.50; Zombieland

2: Doppelt hält besser 16.50, 20.30; 3D: Die Addams

Family 17.15; Terminator –Dark Fate 19.35;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 19.40;Sneak

Preview 20.10

Wolf (✆ 921 039333) Born in Evin –Alles über

Evin (OmU) 12.00, 19.00; Die Insel der hungrigen

Geister –Island of the Hungry Ghosts (OmenglU)

12.10; Djon Africa (OmU) 14.00; Kurenai nobuta

–Porco rosso 16.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

16.40, 21.00; Bait (OmU) 19.10; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.10

PANKOW

BlauerSternPankow (✆ 47 61 18 98) Lara15.15,

18.00, 20.20; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

15.45; Ich war noch niemals in New York 17.30;

Parasite 20.15

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Lara 15.15,

17.30, 19.45; Sneak Preview 22.00; 2040 –Wir

retten die Welt! 14.40; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

15.20; Joker (OmU) 17.30, 20.50; Porträt

einer jungen Frau in Flammen 16.50, 19.30;

Das perfekte Geheimnis 15.00, 17.45, 20.30; Parasite

15.10, 18.00, 20.15

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Rocca verändert die Welt 9.30;TKKG –Jede Legende

hat ihren Anfang 10.00; Hi, AI –Liebesgeschichten

aus der Zukunft 10.30; Ich war noch niemals

in NewYork 13.30; Lara 13.45, 17.00, 19.30; Das

Wunder vonMarseille –Fahim(OmU)13.45, 20.00;

Joker(OmU)14.00, 17.00, 20.00; Dasperfekte Geheimnis

14.00, 16.45, 19.40, 22.45;


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

LITERATUR

Salman Rushdie: Quichotte,Moderation:

Bernhard Robben, Sprecher:Denis

Abrahams, 11. 11., 19 Uhr Babylon,

Rosa-Luxemburg-Straße 30

JanPeter Bremer:Der jungeDoktorand,

Moderation Cornelia Geißler,14. 11. ,

20 Uhr,Literaturforum im Brecht-Haus,

Chausseestr.125

DPA

vantes’ hintersinnige Ritterparodie

und seinen Verfasser, einen echten

Literatursuperstar, kennenlernen

möchte,kann das an diesem Montag

im Babylon.

In der Kunst ist heroische Männlichkeit

ja noch fast so lebendig wie

im Kino, und zwar in Form des von

der Muse geküssten Genies.Dass die

Wirklichkeit in Ateliers ein bisschen

schnöder ist, zeigt Jan Peter Bremer

in „Der junge Doktorand“. Hier geht

es um einen alternden Maler und

seine Gattin, beide hungern nach

Aufmerksamkeit. Er,weilervom späten

Ruhm, sie,weilsie vonerotischer

Spannung träumt. Bevor der Doktorand

bei den beiden eintrifft und

sich als allenfalls durchschnittlich

attraktiv erweist, malt sie sich sein

Äußeres aus: In ihren Träumen ist er

ein dunkel gelockter Jüngling, der

auf einem „königlichen Reitturnier

in Andalusien“ vom Pferd fällt –was

sicher nicht zufällig an spanische

Ritterromane denken lässt.

Auch in diesem Buch geht es also

um Phantasie und Realität, um den

Wunsch, begehrt oder besonders

wichtig genommen zu werden. Der

Maler steht eine ganzeWeile im Mittelpunkt

dieses Geschehens, während

das Klischeebild des eitlen Kulturschaffenden

in subtilen, dabei

sehr lustigen Szenen vorgeführt

wird. „,Der junge Doktorand’ ist ja

auf besondereWeise ein Künstlerroman.

Er beschäftigt sich mit der Abhängigkeit

des Künstlers von Aufmerksamkeit“,

stellte Cornelia Geißler,

die Literaturredakteurin dieser

Zeitung, in ihrerBesprechung fest.

Spätestens als sich der junge Gast

im Verlaufdes Romans Personen zuwendet,

die wirklich Beachtung

brauchen, kommt die Sache inBewegung.

Statt um die Kunst kümmert

er sich um geflüchtete Menschen,

wählt eine soziale Aufgabe

statt eines Kulturjobs. In diesem

Buch geht es nicht zuletzt darum,

eine verstaubte, aber zähe Vorstellung

von Bedeutung gegen andere

Maßstäbe oder Ideale zu tauschen.

In unserer geltungssüchtigen Zeit

müsste das nicht nur abgedriftete

Möchtegern-Ritter, selbstbezogene

Kreative und andere Egomanen interessieren,

sonderneigentlich alle.

Jan Peter Bremer, dessen Vater

übrigens Maler ist, liest am Donnerstag

aus seinem Buch.

Pop

Die

Zigarette

davor

Das Image des süß-frechen

Mädchens, das in ihrem

Hit „Das Spiel (Ich will

doch nur spiel’n)“ angelegt

war, wurde Annett Louisan,

die Annett Päge heißt und

1977 in Havelberg geboren

wurde,danach kaum noch los.

Die subtile Qualität ihrer

Songs ist leicht zu überhören.

Tatsächlich war auch nicht jedes

Stück von sprachlicher Finesse

durchdrungen, und

doch ist Annett Louisan als

deutsche Chansonsängerin

ein wenig unterschätzt. Okay,

man muss ihren Einfällen

nicht folgen, wenn sie etwa in

dem Stück „Belmondo“ singt:

„Ich rauch’ die Zigarette danach

schon davor.“ Im Fernsehen

läuft was mit Belmondo

und Deneuve, und Annett

Louisan sinniert melancholisch

über das Verblassen einer

einst großen Liebe. Ihre Band

versteht sich auf sanfte

Lounge-Atmosphäre. Warum

also nicht. HarryNutt

AnnettLouisan 20 Uhr,Tempodrom, Möckernstraße

10

Lettrétage (✆ 692 45 38)

19.00: Lapidarium. Natürlicher Hypertext, Georgi

Gospodinovund GabyBergmann

Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 282 20 03)

20.00: Ein Meer, 10 Länder.Ostseedialoge: Meerwärts,

eine polnisch-deutsche Annäherung,Esther

Kinsky und DanielOdija, Lesung undGespräch, Mod.:

Dorota Danielewicz

Literaturhaus Berlin (✆ 887 28 60)

21.00: Wortservierungen: Der Hahnenschrei –Drei

Reden, vonArnoGeiger,mit Richard Burger

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.00: Lesedüne,Marc-UweKling,Julius Fischer,

SebastianLehmann, Maik Martschinkowsky u. a., mit

Musik vonBoris the Beast

Wahlkreisbüro Franziska Becker (Fechnerstr.6a)

19.00: 10. Krimimarathon Berlin-Brandenburg: „Herrenhaus“,

Gisela Witte, Buchvorstellung.Anm. erf.

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in denaktuellen Ausstellungen

Bärentouren (✆ 015 20 -5 22 67)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

14.00: Berlin on theSecond View –Berlin insider

tour to famous historical sights, Meeting point:

‚Granitschale’ (big stone bowl), Lustgarten, Führung in

engl. Spr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit derRomantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann über die Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-Berliner Sagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischen Hackeschem

Markt und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm.erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Haus der Kulturen derWelt (✆ 39 78 71 75)

13.00: Kuratorenführung,AnselmFranke

Meyers Stadtgänge (✆ 442 32 31)

11.00: VonCharlottenburgs Stadttor zur Kgl.Prozellanmanufaktur,zum

Hansaviertel: Gründerzeit-Ikonen,

Weltdorfsiedlung der Architekturmoderne Bauhaus

100, Bernd S. Meyer, Treff: Straße des 17. Juni/ Ecke

Salzufer.Anm. erf.

Olympiastadion (✆ 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00: Hörspaziergang Friedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge,Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblick ins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: Andreas Schmidt (p) &Friends

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Chris de Burgh &Band

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter +Poets

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Tabea Booz &Band, support: Sam Mpungu

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Uri Gurvich Quartet

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: AshleyHenry

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.30: Surf Curse, Violet Fields

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

20.00: Pup, support: Sløtface

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Grieves&TooManyT’s

Columbiahalle (✆ 69 81 75 86)

20.00: Mac Demarco

Dorfkirche Marienfelde (✆ 755 12 20 15)

19.30: Lena Liberta (Moderation, Gesang), Christopher

Benn (Schlagzeug), David Menge(Klavier,Gesang),

Sing mit uns –Das 14. Mitsingwunschkonzert

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: La Pegatina

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Matt Simons

LabSaal (✆ 41 10 75 75)

19.00: Schüler*innen der Musikschule Reinickendorf

spielen aus ihrem Programm, Ltg.Gisela Messollen

und Martin Eckenweber,Jour Fixe

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: Tropical Fuck Storm, RVG

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: MondayNight Pro Jam Session mitJürgen

Bailey

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Tujah

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Tengil, Nathan Aeli, JaaRi, Süper!Nice!

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: Annett Louisan, Kleine große Liebe

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.00: Jonathan Kreisberg NY Quartet

CLUB

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Nice One, Vito Fattore, Andrea Di Rocco

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: Electric MondayMonth –5Years, Justin Massei,

Dario, FrankieFlowerz, Ricardo Rodriguez

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Hungry Monday

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Scandal, TC

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 18.00: Multisexual Boxhopping

21.00: Sing on stagewith Ripsy

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 +4Bar:House of Waxx, Gel Abril, Markus Fix,

RobertDrewek

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Salsa, Flori, Wilbert, Naudy

KINO

Bayala – Das magische Elfenabenteuer 14.00; Nurejew

–The White Crow (OmU) 14.20; Der Glanz der

Unsichtbaren –Les invisibles (OmU) 14.45; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 16.10; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune

fille en feu (OmU) 16.10, 20.40, 22.45; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 16.30, 19.30, 22.40;

Deutschstunde 17.10; Systemsprenger 17.15;

2040 –Wir retten die Welt! (OmU) 18.20; Sneak

Preview 20.00; Midsommar (OmU) 22.10; Lieber

Antoine als gar keinen Ärger –Enliberte! (OmU)

22.30; Joker (OF) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Der seltsame Klang des

Glücks 18.00; Victory Day: Tag des Sieges –Den‘

Pobedy (OmU) 19.30; Vulkan – Volcano (OmU)

21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) NewOrder:Decades

(OF) 18.30; French Game (OmU) 20.00; Hustlers

Convention (OF) 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00)Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.15; Der König der Löwen

14.15; Ballon 14.15; Das perfekte Geheimnis

14.20, 17.10, 20.00, 23.00; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.25; Die Addams Family 14.30;

Dora und die goldene Stadt 14.35; Unsere Lehrerin,

die Weihnachtshexe 14.40; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 14.45, 17.00; Angry Birds 2:

Der Film 14.45; Midway –Für die Freiheit 16.35,

19.45,22.40; Terminator –Dark Fate 16.40, 19.40,

22.50; Ich war noch niemals in New York 16.55;

Joker 17.00, 19.55,23.00; 3D: DieAddams Family

17.05; Zombieland 2:Doppelt hält besser 17.10,

19.55, 22.40; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.10, 20.00; Der letzte Bulle 17.10, 19.50,

22.40; Once Upon aTime in... Hollywood 19.20;

Scary Stories to Tell in the Dark 19.45; Zombieland

2: Doppelt hält besser –Zombieland 2: Double Trap

(OF) 20.00; Midsommar 22.45; Halloween Haunt

22.55; 3D: Gemini Man 22.55

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) DieAddams

Family 13.40, 17.05; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 13.50; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.00, 16.55; Das perfekte Geheimnis 14.00,

17.00, 20.00; Dora und die goldene Stadt 14.05;

Angry Birds 2: Der Film 14.15; Unsere Lehrerin,

die Weihnachtshexe 14.30; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 14.40; Bayala – Das magische

Elfenabenteuer 14.40; Midway –Für die Freiheit

16.05, 19.30; Ich war noch niemals in New York

16.30; Zombieland 2: Doppelt hält besser 16.45,

19.40; Joker 17.00,19.50;

Der letzte Bulle 17.15, 20.15; Dem Horizont so

nah 17.25; Sneak Preview (OF) 20.00; Terminator

–Dark Fate 20.05;3D: Maleficent: Mächteder Finsternis

20.05; ScaryStoriestoTell in theDark 20.25

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Lieber Antoine als gar keinen Ärger 14.45; Downton

Abbey 17.35, 20.25

Cosima (✆ 85 07 58 02) Deutschstunde 18.00;

Systemsprenger 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait delajeune fille en feu (OmU)

15.30,20.30; Marianne &Leonard –Words of Love

(OmU) 18.15

Xenon (✆ 78 00 15 30)Porträt einer jungen Frau in

Flammen 17.30; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille enfeu (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 10.00, 12.10,

14.15; Die Addams Family 10.00, 12.30, 14.45;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.00; Bayala

–Das magische Elfenabenteuer 12.10, 14.00;

Maleficent: Mächte der Finsternis 12.15, 14.20;

Das perfekte Geheimnis 14.30, 17.15, 20.00;

Joker 16.30; Zombieland 2: Doppelt hält besser

16.45, 20.15; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.00; Midway –Für die Freiheit 17.10,19.30;

Terminator–DarkFate 19.30; SneakPreview20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Downton Abbey 10.30, 15.15; Und der Zukunft

zugewandt 13.00; Systemsprenger 17.45; Deutschstunde

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Ich war noch niemals

in NewYork 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Unsere Lehrerin,die Weihnachtshexe 10.00, 12.15,

14.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

10.00, 12.05, 14.30; Die Addams Family 10.00,

12.05, 14.20; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

10.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

12.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 12.10,

14.30; Angry Birds 2: Der Film 12.10; Dora und die

goldene Stadt 12.15, 14.50; Joker 14.20, 17.00,

20.05, 22.30; Das perfekte Geheimnis 14.30,

16.35, 17.20, 20.00, 20.05, 22.50; Midway –Für

die Freiheit 16.50, 19.45, 22.50; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.15, 19.30; 3D: Die Addams

Family 17.15;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 17.20, 20.00,

22.45; Terminator –Dark Fate 19.45; Halloween

Haunt 22.45; Sneak Preview (OF) 23.00; Sneak

Preview 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 15.45; Dora und die goldene

Stadt 15.45; Die Addams Family 15.45; Das

perfekte Geheimnis 15.45, 18.00, 20.30; Systemsprenger

17.45; Ich war noch niemals in New York

17.45; Zombieland 2: Doppelt hält besser 18.15;

Terminator –Dark Fate 20.30; Joker 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Afrikamera: Lusophone

Shorts 2018-2019 (OmenglU; m. Gast) 18.30; Afrikamera:

Baamum Nafi –Nafis Vater (OmenglU; m.

Gast) 20.30; Filmdokument: Gefährlicher Freund.

Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch in der DDR

(Kurzfilmprogramm; m. Einführung) 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

Joker 12.50, 13.30, 16.00, 16.50, 19.10, 20.00,

22.30; Das perfekte Geheimnis 13.00, 14.00,

16.15, 17.20, 20.30, 23.10; Downton Abbey

13.20, 15.50, 21.15; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm13.30; 3D:Maleficent:Mächte der Finsternis

13.30, 16.30, 19.30, 22.30; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 13.40; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer13.40;Maleficent: Mächteder Finsternis

13.45, 16.30; Good Boys 13.50; Playmobil:

Der Film 14.00; Lara 14.00, 17.00, 19.40, 22.45;

Die Addams Family 14.00; Angry Birds 2:Der Film

14.00; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe 14.15;

Das Wunder von Marseille 14.15, 16.20, 20.00; A

ToyStory: Alles hört auf kein Kommando 14.15; Ich

war noch niemals inNew York 16.20, 19.30; Terminator

–Dark Fate 16.30, 19.45, 23.00; Der letzte

Bulle 16.30, 19.20, 22.20; 3D: DieAddams Family

16.45; Der König der Löwen16.45,19.30;Parasite

16.50, 19.10, 22.40; Dora und die goldene Stadt

16.50; Zombieland 2: Doppelt hält besser 17.00,

19.45, 22.30; Gemini Man 17.00, 19.30; Midway

–Für die Freiheit 17.10,19.30,23.00; 2040 –Wir

retten die Welt! 18.45; Halloween Haunt 19.40,

22.15; Sneak Preview 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood 20.10; Es: Kapitel II20.30; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 22.40; Scary Stories to Tell

in theDark 22.45; Ad Astra–Zuden Sternen 22.45;

47 Meters Down: Uncaged 22.45

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

Maleficent: Mächteder Finsternis –Maleficent: Mistress

ofEvil (OF) 13.30,19.30; Die Addams Family

–The Addams Family (OF) 13.30, 16.45;

Dora und die goldene Stadt –Dora theExplorer (OF)

13.45; Terminator –Dark Fate (OF) 13.50, 16.15,

19.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm –

Shaun the Sheep Movie: Farmageddon (OF) 14.15;

Midway –Für die Freiheit (OF) 16.30, 19.45; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis – Maleficent:

Mistress of Evil (OF) 16.30; Downton Abbey (OF)

17.00; Zombieland 2:Doppelt hält besser –Zombieland

2: DoubleTrap (OF) 18.00,20.10; Parasite

19.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 0200) 3D, IMAX:

Galapagos: Wunderland der Natur 11.45; 3D,IMAX:

Pandas 13.20; 3D, IMAX: Buckelwale: Giganten der

Meere 14.50; IMAX: Terminator –Dark Fate (OF)

16.30; IMAX: Joker (OF) 19.45

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 18.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Die Addams Family 14.00,

16.00; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

14.30, 18.00; Ich war noch niemals inNew York

14.30, 17.15; Das perfekte Geheimnis 14.30,

17.15, 20.00, 22.30; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

16.00; Midway –Für die Freiheit 17.00,

20.00, 22.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser

18.00, 20.00, 22.45; Joker 20.00, 22.30; Terminator

–Dark Fate 20.30; Halloween Haunt 23.00

Casablanca (✆ 677 5752) Nurejew –The White

Crow 18.00; Ich war noch niemals in New York

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.30,

17.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

11.30; Angry Birds 2: Der Film 11.30, 14.30;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 11.45,14.00; Die

Addams Family11.45,14.45, 17.15; DerKönig der

Löwen 11.45; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

11.45; Maleficent: Mächte der Finsternis

12.00, 14.00, 17.10;AToy Story: Alles hört aufkein

Kommando 12.00; Das perfekte Geheimnis 14.00,

17.00, 20.00; RecepIvedikVI(OmU) 14.15, 17.00,

19.45; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe 14.30;

Ratatouille 14.30; Dora und die goldene Stadt

14.45; Ich war noch niemals inNew York 16.45;

Midway – Für die Freiheit 16.50, 19.50; Joker

17.10, 20.15; Zombieland 2: Doppelt hält besser

17.15, 20.15; Once Upon aTime in... Hollywood

19.35; Terminator –Dark Fate 19.45; Midway –Für

die Freiheit (OF) 19.50; Scary Stories toTell inthe

Dark 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Das

kleine Gespenst 10.30; Die Addams Family 14.15,

17.10; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.15; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.20;

Das perfekte Geheimnis 14.20, 17.15,20.10; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.30; Dora und die

goldene Stadt 14.40; Recep Ivedik VI (OmU) 14.45,

16.30,17.30, 19.30, 20.15; 3D: Maleficent:Mächte

der Finsternis 16.45; Joker 16.50; 7. Kogustaki

Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben (OmU) 17.20,

20.15; Terminator –Dark Fate 19.30; Sneak Preview

20.00; Sneak Preview (OF) 20.10

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Geschichten jener

Nacht 18.00; Im Niemandsland 20.15

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Das perfekte Geheimnis

13.00,15.30, 21.00; BerlinerFilmmontag:

Die Halbstarken 18.00; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

12.30; Ich war noch niemals inNew York

14.45, 20.00; Das perfekte Geheimnis 17.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Systemsprenger

15.30; The Report 18.00; Der Glanz der Unsichtbaren

20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Downton Abbey

15.15; Ich war noch niemals in New York 17.45;

Happy Ending –70ist das neue 7020.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Fisherman‘s Friends –Vom Kutter

in die Charts 18.00; Blinded bythe Light 20.30

Capitol (✆ 8316417) Lara 15.00, 20.30;Parasite

17.30

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) ImNiemandsland

13.30; Lara 13.30, 16.30, 18.45;

Deutschstunde 14.00; Verteidiger des Glaubens –

Defender of the Faith 14.15; Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 15.30, 20.45; Das perfekte Geheimnis

15.30, 18.00, 20.45; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

16.15; Das Salz der schwarzen Erde

–SÛl ziemi ezarnej (OmU; m. Einführung) 18.00;

Marianne &Leonard –Words of Love (OmU) 18.30;

Systemsprenger 20.45; Parasite – Gisaengchung

(OmU) 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Maleficent:

Mächte der Finsternis 13.50, 16.40; Ich

warnoch niemals in NewYork 13.50, 16.50, 20.15;

Everest:Ein Yeti willhochhinaus13.50,17.10; Das

perfekte Geheimnis 13.55, 16.55, 19.40, 19.55;

Dem Horizont so nah 14.00; Die Addams Family

14.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.20; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.30; Midway – Für die Freiheit 16.20, 19.40; Joker

16.50, 19.50; Zombieland 2: Doppelt hält besser

17.15, 20.15; 3D: Die Addams Family 17.20;

Terminator – Dark Fate 19.45; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis 17.15,

20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Mein Leben mitAmanda 17.15; Idioten der Familie

20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Terminator

–Dark Fate 17.00, 20.15; Ich war noch niemals

in NewYork 17.00; Das perfekte Geheimnis 17.00,

20.00;Maleficent: Mächteder Finsternis 17.15; Joker

17.15, 20.00; Midway –Für die Freiheit 17.30,

19.50; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.30,20.20; Preview: Zombieland 2: Doppelt hält

besser 17.40, 20.30; Die Addams Family 17.40;

Der letzte Bulle 17.45, 20.15; Scary Stories to Tell

in the Dark 20.10; 3D: Gemini Man 20.10; Halloween

Haunt 20.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Maleficent:

Mächte der Finsternis 15.00; Das perfekte

Geheimnis 15.00, 17.45, 20.30; Die Addams Family

15.30; Systemsprenger 17.45; Ich war noch

niemals inNew York 17.45; Terminator –Dark Fate

20.30;3D: Maleficent: Mächteder Finsternis 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Die Addams Family 14.30; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.45, 17.15; Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.30, 20.00; Angry Birds 2: Der Film

15.30;3D: DieAddamsFamily 16.15;Ich warnoch

niemals inNew York 17.45; Joker 18.00, 20.30;

Late Night –Die Show ihres Lebens 19.45; Terminator

–Dark Fate 20.15

Kino-Cafe Dahme (✆ 03 54 51/343) Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 17.00; Ich war noch niemals

in NewYork 20.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Dasperfekte

Geheimnis 14.00,17.15, 20.00; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 15.00; Ich war noch niemals

in NewYork 18.00; Joker 20.45


26 Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019

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Spreewild

Klartext

Tanzt doch

mal mehr!

VonTamina Grasme, 24 Jahre

Ich war gerade auf einem Konzert

in der Columbiahalle.Endlichwieder

ausgelassene Stimmung, gute

Musik und wildes Tanzen! Denkste.

Das Publikum schien nicht besonders

begeistert von der Idee, sich zu

den zum Tanzen verleitenden Melodien

zu bewegen. Stattdessen wurde

ich sogar mehrfach von der Seite

dumm angemacht, weil ich genau

daran Spaß hatte.

Warum wird

auf Konzerten

nicht mehr getanzt

wie früher?

In so manchem

Pogokreis der

Vergangenheit

herrschte ein

netteres Miteinander

als an

Taminasehnt sich diesem Abend

nach den guten alten in der Columbiahalle.

Die

Pogokreisen zurück.

Menschen dort

haben sich zwar rumgeschubst, aber

immer liebevoll hochgeholfen. Obwohl

es physisch mehr Gerangel gab,

herrschte eine lockerereStimmung.

Stellt sich die Frage, wieso Leute

dann auf Konzerte gehen? Im Prinzip

kann man dort drei Dinge tun: hören,

sehen, tanzen. Denteuren Konsum

von Getränken lassen wir mal

außen vor. Das reine Hörvergnügen

kann man dank Spotify auch günstiger

zu Hause haben. Mansieht ja sowieso

vonden meisten Plätzen nicht

besonders toll, es sei denn, man ist

zwei Meter groß. Tanzen geht dafür

überall. Wenn alle in Bewegung

sind, haben sogar kleine Menschen

manchmal das Glück, zwischen den

wackelnden Körpern hindurch einen

Blick auf die Bühne werfen zu

können. Und nichts ist schöner, als

nass geschwitzt, aber glücklich am

Ende des Abends die stickige Halle

wieder zu verlassen und einen schönen

Tanz mit Fremden gehabt zu

haben.

PRIVAT

Tanzt ihrwild oder steht ihr nur rum?

Sagt es uns auf www.spreewild.de.

Filmprobe

Von Kristina Vasilevskaja, 18 Jahre

Lotti Spieler geht in die

11. Klasse eines Berliner

Gymnasiums. Sie liebt Dattel-Walnuss-Brot

und trägt

gerne selbst gemachte, ausgefallene

Ohrringe. Ihre wahre Passion gilt jedoch

der Lyrik. Dieses Jahr war ein

ziemlich ereignisreiches, denn im

April gewann Lotti bereits den Jugendschreibwettbewerb

THEO in

der Kategorie „Lyrik 14 bis 16“. Jetzt

ist sie Preisträgerin des Treffens der

jungen Autoren, das ab Donnerstag

stattfindet und von den Berliner

Festspielen veranstaltet wird.

Jugendliche aus ganz Deutschland

waren aufgefordert, eigene Texte

aller Art einzusenden. Knapp 500

sind diesem Aufruf gefolgt. Eine Jury

hat schließlich die besten 20 gekürt

und zum Treffen der jungen Autoren

nach Berlin geladen. Schon komisch

für Lotti, in die eigene Stadt eingeladen

zu werden. Die 15-Jährige freut

sich trotzdem. Für ihre Einsendung

erstellte sie neben Gedichten auch

eine Gedichtcollage –ausgeschnittene

Worte, zu einem neuen Text

zusammengefügt. In Schreibworkshops

und Werkstätten wird sie nun

gemeinsam mit den anderen Preisträgernanihrer

Schreibe feilen.

Dem Wort verschrieben

Die besten Nachwuchsautoren treffen sich inBerlin –Spreewild hat zwei von ihnen getroffen

Einfach draußen treffen statt in einer Bar –das spart ordentlich Geld.

Die 15-jährige Lotti Spieler ist eine der 20 diesjährigen Preisträger.

KRISTINA VASILEVSKAJA

„Mit Lyrik hatte ich das erste Mal

in der Grundschule zu tun“, erzählt

sie. Mit etwa 13 Jahren habe sie angefangen,

selbst zu schreiben. „Früher

dachte ich, dass Lyrikschön sein

muss, soschnörkelig. Aber ich habe

gemerkt, dass das nicht stimmt.“

Ihre aktuellen Texte sind ein Mixaus

Lyrikund Prosa.

Dass sie ein etwas ungewöhnliches

Hobby hat, weiß Lotti. Lyrik ist

nicht unbedingt Mainstream –aber

auf bestem Wege dorthin. In Buchhandlungenfinden

sich immer häufiger

Gedichtbände, die tatsächlich

von noch lebenden, teilweise sogar

jungen Autoren stammen. Vorallem

Gedichte, die sich von den Normen

und Maßstäben herkömmlicher Gedichte

abwenden, finden Anklang

bei jungen Erwachsenen und auch

Jugendlichen. Es geht um das Experimentieren

und gleichzeitig um

Ausdruck. „Für mich ist Lyrik ein

Weg, Gefühle auszudrücken, es gibt

nichts Vorgeschriebenes und jeder

hat Interpretationsspielraum“, sagt

Lotti.

SELLY HÄUSSLER

Auch Lukas Friedland gehört zu

den diesjährigen Preisträgern. Er

ist etwas älter als Lotti und schreibt

auch anders – realitätsferner. Zurzeit

studiert erKreatives Schreiben

in Hildesheim und macht seine Leidenschaft

zum Lebensinhalt. Seinen

Zugang zum Schreiben fand er

über das Theater .„Klar,meine Texte

haben sich imLaufe der Jahre echt

gewandelt“, erzählt er. „Vor allem

absurde Minidramen und absurdes

Theater reizen mich sehr.“ Einige

Jahre hat Lukas jeden Tagein kurzes

surreales Drama geschrieben. Nun

liegt esanihm, diese Text-Flut zu

bändigen und in einen größeren Zusammenhangzuverarbeiten.

Inspiration findet er in Filmen.

Underführt Listen mit Ideen, die er

in Texte einbindet. „Einfach mit offenem

Blick und Ohrendurch die Welt

gehen“, empfiehlt Lukas. Für seine

Arbeit ist ihm neben dem Surrealismus

sehr wichtig, genderneutral zu

schreiben und zu zeigen, dass das

möglich ist. Er selbst bezeichnet sich

als nicht-binär.

Am Freitag lesen alle Preisträger

ab 19 Uhr eine Auswahl ihrer Texte

im Haus der Berliner Festspiele.

Mehr Infos und Tickets unter

www.berlinerfestspiele.de.

Leben

am Limit

Studenten sind immer ziemlich

pleite. Aber irgendwie

überleben wir doch – dank

ausgeklügelter Strategien, wie

draußen trinken statt in der

Bar! Werjetzt sagt, Drinks seien

nicht wichtig, liegt nicht

ganz richtig. Wir Menschen

sind Rudeltiere. Und als Student

findet man sozialen Anschluss

eben meistens in einer

Bar. Dasgilt natürlich auch für

Softdrink-Freunde. Wo sollen

wir die Kommilitonen oder das

Date sonst treffen? Nicht immer

kann oder will man jeden

nach Hause einladen. Also:

draußen. Ja, das geht auch im

bisher recht freundlichen Winter.

Jenach Budget können es

die Bänke am Späti sein, der

Park oder ein Plätzchen an der

Spree. Decken nicht vergessen!

Selly Häußler,28Jahre

Gefangene

spielen

Theater

Jugendstrafanstalt Berlin

führt „Woyzeck“ auf

Von Selly Häußler, 28 Jahre

Ein junger Mann inder Jugendstrafanstalt

Berlin schlägt verzweifelt

die Hände über dem Kopf

zusammen:„Stich, stich die Zickwolfin

tot! –Soll ich! Muss ich? Hör ich’s

da auch?“ Er schaut mit zusammengezogenen

Augenbrauen nach oben.

Der 23-jährige Salah stellt hier eine

von Woyzecks letzten Halluzinationen

dar, bevor er die Mutter seines

Kindes ersticht.

Salah hat den Text für die Hauptrolle in nur

zwei Wochen gelernt.

THOMAS AURIN

Der Verein aufBruch arbeitet seit

2005 mit Gefangenen, die sich freiwillig

für das Projekt melden. Die

18- bis 23-Jährigen singen, tanzen,

beziehen das Publikum ein. „Ich

war schon mal dabei, aber jetzt hatte

ich noch mehr Spaß“, erzählt der

21-jährige Jamal. „Wir haben davor

nicht mal geredet und jetzt sind wir

wie eine Familie.“ Sieben Wochen

lang haben sie sich gemeinsam vorbereitet.

Etwa 18 Stunden in der Woche

nimmt das Theaterspielen ein,

zusätzlich zur regulären Arbeit. Dazu

kommtnochdas Textlernen.

„Peter und die anderen vom

Team aufBruch behandeln uns anders

als die anderen hier drin. Und

sie haben das Unmögliche möglich

gemacht und uns Döner gebracht“,

sagt Jamals Kollege mit leuchtenden

Augen. Während der Vorstellung erscheint

es surreal, dass die Schauspieler

nicht rauskönnen.

„Die meisten sind wegen Gewaltdelikten

hier“, meint Peter Atanassow,

der Regisseur. Wie auch

Woyzeck seien sie Außenseiter in

der Gesellschaft mit begrenzten Perspektiven.

Auf der Bühne entdecken

die Jungs Fähigkeiten, vondenen sie

nichts wussten. Es ist eine Abenteuerreise

–für Gefangene wie Zuschauer

gleichermaßen.

Vorstellungen finden noch am

11., 13., und 15. November statt.

Tickets sind online erhältlich unter

www.shop.gefaengnistheater.de.

„Booksmart“

Amy (Kaitlyn Dever) und Molly

(Beanie Feldstein) waren ihre gesamte

Schulzeit über Musterschülerinnen.

Siehaben fleißig gelernt, nur

gute Note bekommen, waren stets

brav.Klar,geht ja auch nicht anders,

wenn man einen Platz auf einer der

renommierten Universitäten ergatternwill.

Oder? Als sie erfahren, dass

auchMitschüler,die gar nicht so fleißig

und brav waren, auf gute Colleges

gehen werden, wendet sich das

Blatt, und Amy und Molly versuchen

aufzuholen, was sie all die Jahreverpasst

haben –innur einer Nacht. In

der schlagen sie odentlich über die

Stränge. Den Zuschauer erwarten

witzige bis peinliche Szenen. Eine

typische Coming-of-Age-Geschichte,wie

sie im Drehbuch steht. (jill.)

Fazit Lustige Teenie-Kömodie, deren Plot

leider teilweise etwas überzogen ist.

Vonder Spreewild-Redaktion

Bloggen ist für viele wie Tagebuch

schreiben. Siewollen ihr Gedankenwirrwarr

abladen. Dass es im

Netz steht, bedeutet, es „loszuwerden“.

Wernicht nur für sich schreiben,

sondern mit seinem Content

ein Publikum erreichen will, sollte

einiges beachten. Worauf es ankommt,

hat die Journalistin Nhi Le

auf den Jugendmedientagen erklärt,

die gerade in Berlin stattfanden.

Rund 300 Jugendliche haben an

dem Kongresse für junge Medienmachende

teilgenommen. Die Jugendredaktion

Spreewild hat teilgenommen

und berichtet online,

Wo junge Medienmacher lernen

In Berlin fanden gerade die Jugendmedientage statt. Spreewild war für euch dabei und berichtet aus den Workshops

welche Kompetenzen in den verschiedenen

Workshops durch Branchenexperten

vermittelt wurden.

Mit dabei waren unter anderem die

ZDF-Journalistin Aline Abboud, der

YouTuber Mirko Drotschmann (Mr.

Wissen2Go), der syrische Schauspieler

und Autor Firas Alshater, der

Journalist Rudolf Porsch und der

funk-Reporter Frank Seibert.

Letzterer thematisierte die Frage,

wie man die Geschichte eines Menschen

journalistisch erzählt. So lernten

die Teilnehmer unter anderem,

dass es in näherer Zeit ein prägnantes

Ereignis im Leben der Person geben

sollte, bei dem man dabei sein

kann. Denn im Porträt versucht man

immer, einen Menschen auch außerhalb

seines alltäglichen Lebens

darzustellen. Das erzeugt Spannung

und zeigt die Reaktionen der Menschen

auf ungewöhnliche Situationen.

So sollte man zum Beispiel

einen Politiker, den man im Porträt

zeigt, nicht nur in seinem Büro

treffen, sondern ihn gerade auch in

Extremsituationen wie Wahlkampfveranstaltungen

begleiten. Hier

kann er seine Schlagfertigkeit unter

Beweis stellen und zeigen, wie er

mit Stresssituationen umgeht –und

dadurch ein realistischeres Bild von

sich zeigen.

Über die Dos und Don’tsdes Recherchierens

referierte Gregor Landwehr,

Mitgründer der Akademie für

neuen Journalismus. Ein bisschen

fühlten sich die Workshopteilnehmer

wie Privatdetektive auf geheimer

Mission. Dass IP-Adressen zu

lokalisieren, Nicknames mit ein paar

Kniffen zu enttarnen undVideoquellen

zurückverfolgen keinesfalls nur

auf die To-do-Liste eines Hackers,

sondern die eines Journalisten gehören,

war wohl die größte Überraschung

der Veranstaltung.

Wasnoch gelehrtwurde und wie es

hinter den Kulissen der großen Berliner

Medienhäuser aussieht, lest ihr

auf www.spreewild.de/jugendmedientage-2019.

MELDUNG

Messe für den Einstieg

in die eigene Zukunft

Wernoch nicht weiß, was er nach

dem Schulabschluss eigentlich

machen soll, kann sich auf derBerliner

Messe „Einstieg“ über Ausbildung,

Studium und Auslandsaufenthalte

schlaumachen. Rund

210 Hochschulen, Unternehmen

und Gap-Year-Anbieter informieren

am Freitag und Sonnabend in der

Messe Berlin über ihreAngebote.

DerEintritt kostet 5Euro. (jill.)

Alle Infos findet ihr unter

www.einstieg.com.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

instagram.com/spreewild_de

facebook.com/spreewild

twitter.com/Spreewild


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Fluss

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Morden im Norden 19.45 (für

HG) Wissen voracht –Zukunft 19.55 (für HG)

Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Hirschhausen macht Schule –

Warum Bildung gesund macht

Bildung und Gesundheit hängen

zusammen. WerinSachen Beruf und

Wohnsituation benachteiligt ist, lebt fünf

bis zehn Jahre kürzer.

21.00 (für HG) Hart aber fair

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Die Story imErsten:

Ungenügend! Wie der Lehrermangel

unsere Grundschüler abhängt

23.30 (für HG) Islam. Macht. Schule.

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.10 Explosiv –Weekend 6.00 Guten Morgen

Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte

Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap

9.30 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 10.00

Der Blaulicht Report. Reality-Soap 11.00 Der

Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 15.00 Schätze aus Schrott 16.00

Mensch Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz

über Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell

19.03 RTL Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau

Dateshow. Zwei Hofwochen enden, zwei

neue beginnen und eine läuft aus dem

Ruder:Michael hatte seine Wahl

eigentlich getroffen, doch ihm sind über

Nacht Zweifel gekommen.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 SpiegelTV

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

0.30 Die Alltagskämpfer –Überleben in

Deutschland

1.15 Ohne Filter –

So sieht mein Leben aus!

MDR

12.30 (für HG) 1:0 für das Glück. Komödie, D

2008 13.58 (für HG) MDR aktuell 14.00 (für

HG) MDR um 2 15.15 (für HG)Die gefährlichsten

Schulwegeder Welt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05 (für HG)

Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für

HG) Unser Sandmännchen 19.00 Regionales

19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50 (für HG)

Mach dich ran 20.15 (für HG) Go Trabi go.

Komödie, D1991 21.45 (für HG) MDR aktuell

22.05 (für HG) Fakt ist! 23.03 MDR aktuell

23.05 (für HG) Weissensee 0.40 Salto Postale

Bayern

13.30 (für HG) Verrückt nach Zug 14.15 (für HG)

Hofgeschichten 14.45 (für HG) Gefragt –Gejagt

15.30 (für HG) Schnittgut 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Querbeet

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Landfrauenküche

21.00 (für HG) Bayern erleben 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien

22.45 (für HG) Der Kaiser vonSchexing 23.30

Schleichfernsehen 0.15 Rundschau Nacht

Vox

5.15 CSI: NY 6.00 CSI: NY 6.55 (für HG) CSI:

Den Täternauf der Spur 7.50 (für HG) CSI: Den

Täternauf der Spur 8.50 Verklag mich doch!

9.50 Verklag mich doch! 10.50 Nachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind 12.00 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping Queen

16.00 4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 Goodbye Deutschland! 23.15 Survivor

0.40 Nachrichten 1.00 Medical Detectives

Super RTL

8.55 PawPatrol 9.25 Die Oktonauten 9.45

Calimero 10.05 Sammy 10.40 Grizzy &die

Lemminge 11.05 Alvinnn!!! 11.35 Go Wild!

12.05 Friends 12.25 Trolls 12.45 Polly Pocket

13.15 Tomund Jerry 13.45 Bugs Bunny&

LooneyTunes 14.15 Angelo! 14.45 Dragons

15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10 Sally

Bollywood 16.40 Die Nektons 17.10 Mighty

Mops 17.40 Angelo! 18.10 Bugs Bunny&

LooneyTunes 18.35 Woozle Goozle 19.05

Alvinnn!!! 19.45 Tomund Jerry 20.15 On the

Case 0.25 Infomercials

Sport1

5.00 SportClips 5.30 Antworten mit Bayless

Conley 6.00 Die Arche-Fernsehkanzel 6.30

Teleshopping 15.30 Cajun Pawn Stars –Pfandhaus

Louisiana 16.30 StorageWars–Die

Geschäftemacher.Doku-Soap 17.30 Container

Wars. Doku-Soap 18.30 Sport1 News Live 19.00

Goooal! –Das internationale Fußball Magazin

19.30 Fußball. Viktoria –Zwischen Traum und

Trauma 20.00 Darts. Grand Slam of Darts.

Gruppenspiele, 1. Runde, live 0.00 3. LigaPur.

15. Spieltag 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.00 (für HG) ZDF.reportage 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

Eiskalt abserviert 17.00 (für HG)

heute 17.10 (für HG) hallo deutschland 17.45

(für HG) Leute heute 18.00 (für HG) Soko

Potsdam. Robin Hoods 19.00 (für HG) heute

19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Irgendwas bleibt immer

Thriller,D2019. Mit Lisa Maria Potthoff,

Manuel Rubey. Ärztin Nina lernt während

einer Zugfahrtden charismatischen Mark

kennen. Ausdem Flirtwird schnell etwas

Ernstes. Doch Mark hat eine Geheimnis.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Der Killer &sein Bodyguard

Actionkomödie, BG/RC/NL/USA 2017.

Mit Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson

0.00 heute+

0.15 Congo Calling

Dokumentarfilm, D/B 2019

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring 17.00 Klinik am Südring –Die

Familienhelfer.Ein Teenager macht seinen

Freunden das Leben schwer.Seine Scherze

werden immer geschmackloser./Jonas ist seit

kurzem leidenschaftlicher Mini-Gärtner.Er

schwänzt deswegensogar die Schule. 17.30

Klinik am Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine

18.00 Die Ruhrpottwache 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Mörderische Tage –Julia

Durant ermittelt

Kriminalfilm, D2019. Mit Sandra

Borgmann. An der Alten Mainbrücke

hängt ein Strick, an ihm der Leichnam

einer in Rosenöl eingesalbten Frau.

22.15 akte.

23.15 Dem Todauf der Spur –Die Fälle des

Prof. Tsokos

0.15 Promis Privat

1.10 Promis Privat

2.00 Promis Privat

2.45 Promis Privat

WDR

10.30 (für HG) Sessionseröffnung Kölner

Karneval2019/2020 12.45 (für HG) WDR

aktuell 13.00 (für HG) Sessionseröffnung Kölner

Karneval2019/2020 16.00 (für HG) WDR

aktuell 16.15 (für HG) Jetzolaache 17.45 Du

Ei! 18.00 (für HG) WDR aktuell /Lokalzeit 18.15

(für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Regionales 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Land und lecker

21.00 (für HG) Der Vorkoster 21.45 (für HG)

WDR aktuell 22.10 (für HG) 11.11. –Sing mit

Köln! 1.40 (für HG) Best of ...

NDR

14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) NDR Info 16.20

(für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für HG)

Leopard, Seebär &Co. 18.00 Regionales 18.15

(für HG) Die Nordreportage 18.45 (für HG) DAS!

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Mehr

wissen –besser leben 21.45 (für HG) NDR Info

22.00 (für HG) 45 Min 22.45 (für HG)

Kulturjournal 23.15 (für HG) Kommissar Beck –

Die neuen Fälle: Auge um Auge.Krimireihe, D/S

1997 0.40 (für HG) Mehr wissen –besser leben

Kabel eins

5.50 Without aTrace 6.40 (für HG) The Mentalist

7.35 Blue Bloods 9.30 (für HG) Navy CIS: L.A.

10.20 Navy CIS 11.05 Without aTrace 12.05

Numb3rs 13.00 (für HG) Castle 13.55 (für HG)

The Mentalist 14.55 (für HG) Navy CIS: L.A.

15.50 kabel eins news 16.00 Navy CIS 16.55

Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung

Kontrolle! Wirkümmernuns drum 20.15 (für HG)

Looper.Actionfilm, USA 2012 22.35 (für HG)

Last BoyScout –Das Ziel ist Überleben.

Actionfilm, USA 1991 0.35 kabel eins late news

RTLZWEI

5.15 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 Die

Straßencops Ruhrgebiet –Jugend im Visier 7.00

Die Straßencops Ruhrgebiet –Jugend im Visier

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Station B1 15.00 Die

Wache Hamburg 16.00 Die Wache Hamburg

17.00 News 17.05 Krass Schule –Die jungen

Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Die Geissens –Eine schrecklich

glamouröse Familie! 21.15 Die Reimanns 22.15

Hartes Deutschland –Leben im Brennpunkt 0.15

Exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

8.30 Tischtennis. WorldTeam Cup in Tokio (JPN).

Highlights 10.30 Sambo. Weltmeisterschaft 2019

in Cheongju (KOR). Tag311.30 Snooker.English

Open 2019 in Crawley(GBR). Finale 13.00

Snooker.World Open in Yushan. Das Finale 13.45

Snooker.NorthernIreland Open in Belfast. Tag1,

live 19.00 Snooker.English Open 2019 in

Crawley(GBR). Finale 19.40 Nachrichten 19.45

Snooker.NorthernIreland Open in Belfast. Tag1,

live 0.00 Nachrichten 0.05 Radsport. 110. Die

„Classicissima’“ über 291 km

TV-Tipps

ZDF, 22.15 UHR ACTIONKOMÖDIE

Der Killer &sein Bodyguard

Bodyguard Michael Bryce (Ryan Reynolds,r.) arbeitet für eine der renommiertesten

Personenschutz-Agenturen der Welt und macht niemals

Fehler.Zumindest dachte er das, bis einer seiner Klienten vor seinen Augen

erschossen wurde.Die Schuld gibt er seiner Freundin Amelia Roussel, da

sie als Einzige den Namen des Klienten wusste. Die Beziehung geht in die

Brüche.Michael fällt in ein tiefes Loch, aus dem ihm nicht einmal die Arbeit

helfen kann. Er gerät zudem immer wieder mit dem Auftragskiller Darius

Kincaid (Samuel L. Jackson) aneinander,der ebenfalls Profi auf seinem tödlichen

Gebiet ist. Eines Tages bekommt Bryce einen neuen Auftrag und traut

seinen Ohrenkaum: Er soll eben jenen Darius Kincaid beschützen, also zum

Bodyguard eines eiskalten Killers werden.

(BG, RC, NL, USA/2017)

Foto: ZDF

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NORMALVARIANTE –MITTEL mittel

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AUFLÖSUNG Auflösung

VOM vom9./10. 9.11.2019

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RBB

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

9.45 (für HG) In aller Freundschaft –die jungen

Ärzte 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG)

Sturmder Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine

ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Das

Geheimnis des Rosengartens. Liebesfilm, D1999

15.30 (für HG) Tiere bis unters Dach 16.00 (für

HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 (für HG) Panda,

Gorilla &Co. 17.55 (für HG) Unser Sandmännchen

18.00 rbb wetter 18.02 rbb UM6 18.27

zibb 19.27 rbb wetter 19.30 Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Super.Markt.

Janna Falkenstein präsentiertNeues für

Verbraucher:Milch im Test /Ärger mit

Betriebsrenten /Höhere Bußgelder in

Berlin /AbzockeNachhilfeunterricht /

Nackenmassagegeräte

21.00 (für HG) Die Charité

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Tatort: Unvergessen

Krimireihe, D2013. Mit Adele Neuhauser

23.30 (für HG) Polizeiruf 110: Eifersucht

Krimireihe, DDR 1988. Mit Peter Borgelt

0.55 (für HG) Heiter bis tödlich: Akte Ex

ProSieben

5.50 Mr.Griffin –KeinBock auf Schule.

Comedyserie 6.45 Eine schrecklich nette Familie.

Sitcom 7.50 Last Man Standing.Comedyserie

8.45 (für HG) HowIMet Your Mother.Sitcom

10.35 Fresh Off the Boat. Sitcom. Das verflixte

fünfzehnte Jahr 11.00 Mike&Molly.Sitcom.

Saisonstart 11.25 2BrokeGirls. Sitcom 12.20

Mom. Sitcom 13.15 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 14.35 The Middle. Comedyserie. Der

neue Job/Die Pyjama-Party 15.35 (für HG) The

Big Bang Theory. Sitcom. Akt und Extrakt /Spaß

mit Flaggen 2/Das Rätsel der 43 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons.

Zeichentrickserie. Homers vergessene Kinder /

Grampa auf Abwegen 19.05 Galileo

20.15 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Das Plagiats-Problem. Präsident

Siebertverlangt vonAmy und Sheldon,

sich bei Dr.Pemberton und Dr.Campbell

zu entschuldigen, um ihre Chance auf

den „Nobelpreis“ zu wahren.

20.45 (für HG) Young Sheldon

Comedyserie

21.10 (für HG) Die Simpsons

22.05 Fahri sucht das Glück

Doku-Soap. Rio

23.10 Late Night Berlin

0.20 (für HG) The Big Bang Theory

Arte

8.00 (für HG) VonTierenund Hexen 8.45 Stadt

Land Kunst 9.40 360° 11.30 (für HG) Der alte

Mann und der Storch 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.45 Gemma

Bovery –Ein Sommer mit Flaubert. Komödie, F

2014 15.45 (für HG) Die Inseln der Queen

16.40 Xenius 17.10 Fotografen auf Reisen

17.35 Mein Papa, der Mönche 18.30 (für HG)

Stadt, Land, Fuchs! 19.20 Arte Journal 19.40

Re: 20.15 (für HG) Topas. Thriller,USA/GB 1969

22.15 Der zerrissene Vorhang.Thriller,USA 1966

0.20 (für HG) Arguments. Doku-Film, F2018

3Sat

12.45 Schätze der Welt –Erbe der Menschheit

13.00 (für HG) ZIB 13.15 (für HG) Matera, da

will ich hin! 13.45 Amalfiküste, da will ich hin!

14.15 (für HG) Mykonos, da will ich hin! 14.45

(für HG) Über den Inseln Afrikas 17.00 Tropische

Traumziele 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Aufden Schienen des Doppeladlers

22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 Barstow, California.

Dokumentarfilm, D2018 23.40 (für HG) Der

Funktionär.Dokumentarfilm,D2019 0.50 (für

HG) Wo ist meine Familie?

Phoenix

10.00 phoenix vorort 10.30 Schule im

Brennpunkt 11.30 Die Populismus-Show 12.00

phoenix vorort 12.45 Die Wohnungsfrage 13.30

Terror vonrechts 14.00 phoenix vorort 14.45

Bundeswehr am Limit? 15.45 Rohstoff Sand

16.00 (für HG) Kampf gegenden IS-Terror 17.15

Sudan im Aufbruch 17.30 phoenix der tag 18.00

Unsere Kleidung 18.30 Ausgedieselt 19.15

SchmutzigeReifen 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Die Supersinne der Tiere 21.45

(für HG) heute journal 22.15 unter den linden

23.00 phoenix der tag 0.00 unter den linden

Kika

12.25 (für HG) Die Sendung mit der Maus 12.50

Ernest &Rebecca 13.15 Die Wilden Kerle 13.40

(für HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein

–Erfurt 15.00 Ninja Nanny 15.25 Ein Fall für

TKKG 15.50 Miss Moon 16.15 Die Piraten von

nebenan 16.50 (für HG) Geronimo Stilton 17.35

Der kleine Ritter Trenk 18.00 Ein Fall für die

Erdmännchen 18.15 Esme &Roy 18.35 Ernest

&Celestine 18.47 Baumhaus 18.50 Unser

Sandmännchen 19.00 Sherazade 19.25 (für

HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo!

20.00 Kika Live 20.10 (für HG) Find me in Paris

Dmax

5.25 Feueralarm! –Einsatz in Dänemark 6.00

Die Aquarium-Profis 6.50 Infomercial 8.55

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.55

Infomercial 10.15 BaggageBattles 11.15 Die

Zwangsvollstrecker 13.15 Dubai Airport 14.15

Ausgesetzt in der Wildnis 15.15 Naked Survival

XXL 16.15 Die Zwangsvollstrecker 17.15 Combat

Dealers 18.15 Steel Buddies 19.15 A8 –Abenteuer

Autobahn 20.15 Der Geiger 21.15 Fast N’

Loud 22.15 Fast N’ Loud 23.10 DMAX News

23.15 Chris &Mäx 0.15 Pick-Up Battle USA

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Hausbesuch –Das DDR-Musterdorf

Mestlin 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15

Alles Wissen 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.20 Weltspiegel 20.00

Tagesschau 20.15 Anne Will 21.15 Tagesschau

21.17 Extra 21.30 Westpol –Politik in Nordrhein-

Westfalen 22.00 Markt 22.45 Tagesschau vor20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Im Notfall:

Werrettet mich? 0.00 Sportinside 0.30

Europamagazin 1.00 Nachtmagazin 1.20

Kowalski &Schmidt 1.50 Abendschau

ONE

9.10 kinokino 9.25 Lindenstraße 9.55 Hot in

Cleveland 10.15 Hot in Cleveland 10.35

Lindenstraße 11.05 Morden im Norden 11.55

Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe 13.30

Um Himmels Willen 14.20 Die Landärztin: Ein

neues Leben. Arztreihe, D/A 2008 15.50 Morden

im Norden 16.40 Hot in Cleveland 17.00 Hot in

Cleveland 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder

Liebe 20.15 Grand Hotel 21.00 Grand Hotel

21.45 Nuhr im Ersten 22.30 Private Eyes 23.10

Hot in Cleveland 23.30 Hot in Cleveland 23.55

Allmen und das Geheimnis der Libellen.

Kriminalfilm, D2016 1.25 Grand Hotel

ZDF NEO

5.45 (für HG) Inspector Barnaby: Unter die

Gürtellinie. Krimireihe, GB 2010 7.15 (für HG)

Kerners Köche 8.00 Topfgeldjäger 8.50

Lafer!Lichter!Lecker! 9.35 (für HG) Bares für

Rares 10.30 (für HG) Bares für Rares 11.20

Dinner Date 12.10 (für HG) Monk 12.50 (für HG)

Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 14.55 (für HG)

Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00

Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35

Bares für Rares 19.20 Bares für Rares 20.15 (für

HG) Inspector Barnaby: Mord vonMeisterhand.

Krimireihe, GB 2010 21.45 (für HG) Inspector

Barnaby: Unter die Gürtellinie. Krimireihe, GB

2010 23.15 ArtofCrime 0.05 ArtofCrime

ZDF INFO

5.00 Mythen-Jäger 5.45 Aufgedeckt 6.30 (für

HG) Die Welt der Ritter 7.58 heute Xpress 8.00

(für HG) Die Welt der Ritter 8.45 (für HG)

Hexenwahn 9.15 Hate Crime 10.00 Der Fall

Brian Lewis 10.45 Hate Crime 12.15 ZDF-History

12.45 Bigfoot 13.30 Rätselhafte Tote 15.45

Aufgedeckt 18.00 Mythen-Jäger 18.45 (für HG)

Die sieben größten Gefahren für die EU 19.30

(für HG) Schafft Europa sich ab? EU-Gegner auf

dem Vormarsch 20.15 Warumwir hassen 21.00

Angriff auf die Demokratie 21.45 Trumps Wegan

die Macht 22.30 Citizen Trump 23.15 Die sieben

größten Tricks der Populisten 0.00 Die sieben

größten Fehler der EU

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Orpheus Britannicus –Königliche

Oden vonHenryPurcell. Mit Bernhard Schrammek,

ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Jazzfest Berlin, Haus der Berliner

Festspiele: Ambrose Akinmusire: Origami Harvest,

ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Zum 80. Geburtstag vonLucia

Popp. Mit Rainer Damm, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama Kammermusikfest „Spannungen“

2019: Wolfgang Amadeus Mozart/

Ferdinand Ries /BohuslavMartinu /Ludwig van

Beethoven, ca. 105 Min.

0.05 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

ARD-Nachtkonzert Felix Mendelssohn Bartholdy:

„Italienische Sinfonie“ /Wolfgang Amadeus

Mozart: „Straßburger Konzert“ /Giuseppe Verdi:

„Stabat Mater“ /Franz Schubert: Fantasie f-Moll,

D940 /Joseph Haydn: Symphonie Nr.97C-Dur,

ca. 56 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Lesung

Der Ursprung der Welt (16/16) vonUlrich Tukur.

Gelesen vomAutor, ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Kriminalhörspiel Solo Hand. Nach dem

gleichnamigen Roman vonBill Moody. Regie:

Bärbel Jarchow-Frey, ca. 57 Min.

MAGAZIN

13.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Länderreport „Freu dich, lebe, aufwärts strebe“

–Der thüringische GrenzortProbstzella 30 Jahre

nach dem Mauerfall, ca. 55 Min.

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit Nach dem AKW: Eine litauische Stadt

erfindet sich neu. VonBerthold Forssman und

Martin Sander,ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Berliner Blau: Die wundersame

Geschichte einer Farbe, ca. 26 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Klangkunst Der Sänger im globalen Opernbetrieb.Von

Jürgen Kesting.Orientier,ca. 30 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Der politische Songwriter Randy

Newman. Mit Ortrun Schütz, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Neue Musik Die ECM-Woche auf rbbKultur,Teil 1.

Mit Andreas Göbel, ca. 56 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 262 · M ontag, 11. November 2019 – S eite 28

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Sophia Loren (85) hat offenbar ein

Faible für Kreuzfahrtschiffe.AmWochenende

beehrte die Diva in einem

silberfarbenen Glitzerkleid den blau

illuminierten Hamburger Hafen, um

die Taufe der MSC Grandiosa vorzunehmen.

„Es ist meine 15. Taufe.

Aber die Emotion ist immer die gleiche“,

sagte die italienische Schauspielerin.

Un momento per favore,

Kreuzfahrten, war da nicht was?

StichwortSchadstoffausstoß, StichwortTouristenmassen?

Nunja, immerhin

attestierte der Nabu der Reederei

einen technischen Sprung im

Vergleich zu Anbietern, die gar

nichts machen in Sachen Umweltschutz.

So verfügt das 331 Meter

lange Schiff über Stickoxid-Katalysatoren,

Abgaswäscher und eine Müllaufbereitungsanlage

an Bord.

Naruhito und Masako (59 und 55)

kommen aus dem Feiernnicht heraus.Erst

die Amtsübernahme,dann

die Zeremonie zur Inthronisierung

und nun eine prachtvolle Parade

durch Tokio: Am Sonntag zeigten

sich Japans neuer Kaiser und seine

Gemahlin unter dem Jubel Zehntausender

Menschen ihrem Volk. Achja:

Als nächstes steht die Shinto-Zeremonie

des Daijo-sai im Kalender,

eine ArtErntedankritual. Puh!

Florian David Fitz (44) verzweifelt ob

der Masse der heutigen Kommunikationswege.Ersei

voreiniger Zeit zu

WhatsApp gezwungen worden und

komme nun durcheinander:Kam die

Info per Mail, SMS oderWhatsApp?

Daten-Dschungel am Limit! (avo.)

TIERE

In einer Bucht bei Wladiwostok

wurden die Tiere eingepfercht.

DPA

Letzter Akt: Monatelang wurden im

Osten Russlands knapp 100 Orcas

und Belugas in viel zu kleinen Becken

gehalten. Es stand zu befürchten,

dass sie an chinesische Aquarien

verkauft werden. Doch der Aufschrei

vonTierschutzorganisationen zeigte

Wirkung: Nunsind alle Walewieder

in Freiheit. Am Sonntag wurden die

letzten 31 Belugas in einer Bucht am

Japanischen Meer freigelassen. „Free

Willy“ auf Russisch. (avo.)

Symbol der Brutalität

Warum das berüchtigte Gefängnis Rikers Island

in New York geschlossen wird

Der Rapper Tupac Shakur und der Politiker Dominique Strauss-Kahn saßen hier ein: Wegen Gewalt und schlechter Haftbedingungen geriet RikersIsland in Verruf.

VonSebastian Moll, New York

Wer kurz vor der Landung

am New Yorker

La Guardia Flughafen

einen Blick aus der

Maschine wagt, der kann eine kleine

Insel im East River sehen, bebaut mit

Backsteingebäuden, Baracken und

einer von Stacheldraht gekrönten

Mauer. Von der Skyline des nahen

Manhattan und deren Verheißungen

in den Bann geschlagen, fragen sich

jedoch nur die wenigsten, was auf

dieser Insel wohl vorsich geht.

Im Bewusstsein der New Yorker

spielt die Insel zwischen der Bronx

und Queens hingegen durchaus eine

gewichtige Rolle. Wer in New York

den Namen Rikers Island fallen lässt,

der wird eine Reaktion irgendwo

zwischen Abscheu und Schaudern

ernten, je nachdem, in welchem

Stadtteil und in welcher Gesellschaft

er oder sie sich befindet.

Mythen und Horrorgeschichten

Rikers Island ist das New Yorker Alcatraz,

ein gigantisches, von Wasser

umspültes Gefängnis, umdas sich

allerlei Mythen und Horrorgeschichten

ranken. Rikers gilt als einer der

grausamsten Orte im riesigen Netzwerk

des amerikanischen Strafvollzugs,

eine Hölle sowohl für Insassen

als auch für Wärter. Nun soll Rikers,

nach jahrzehntelangen vergeblichen

Versuchen, die Anstalt zu reformieren,

geschlossen werden.

Nachdem Bürgermeister Bill de

Blasio schon seit seinem Amtsantritt

versprochen hatte, den Schandfleck

von der New Yorker Karte zutilgen,

hat Mitte Oktober die Stadtverordnetenversammlung

acht Milliarden

Dollar bewilligt, um Rikers bis 2026

dichtzumachen. Bisdahin sollen auf

dem Stadtgebiet vier kleinere, humanere

Vollzugsanstalten entstehen,

die das größte Untersuchungsgefängnis

an der Ostküste ersetzen.

De Blasio feiert den Beschluss als

großen Erfolg seiner Amtszeit, die

2021 endet. DerItaloamerikaner,der

mit einer Afroamerikanerin verheiratet

ist, hatte sich vonAnfang an politisch

als Linksaußen positioniert, er

wollte mit Nachdruck die soziale Ungleichheit

in der Stadt angehen, bezahlbaren

Wohnraum schaffen und

das soziale Netz für die Schlechterverdienenden

ausbauen.

Das amerikanische Strafrechtswesen

mit seiner Brutalität und seinem

eingebauten, systematischen

Rassismus ist ebenfalls ein zentrales

Thema der amerikanischen Linken –

und das nicht erst, seit die Black-

Lives-Matter-Bewegung das Problem

auf die Tagesordnung gesetzt hat.

Soziologen wie Michelle Alexander

und Manning Marable beschreiben

seit Jahrzehnten, dass der nationale

„Krieg gegen die Drogen“, den

die Regierung seit der Reagan-Ära

führt, als Mittel zur dauerhaften Unterdrückung

der nicht-weißen Unterschicht

in den USA eingesetzt

wird. Einschockierend großer Anteil

der armen afroamerikanischen Bevölkerung

wurde seit den 80er-Jahren

imNamen dieses Krieges kriminalisiert,

eingesperrt und dauerhaft

von der Teilhabe an der amerikanischen

Gesellschaft ausgeschlossen.

Dass einer der schlimmsten Vollstreckungsorte

dieses Systems ausgerechnet

in New York beheimatet

ist, war de Blasio ein Stachel im

Fleisch. Die Brutalität unter den Gefangenen

und die Misshandlungen

durch das Personal sind nirgends so

schlimm wie auf Rikers Island. Resozialisierung

findet nicht statt, das

Gegenteil ist an der Tagesordnung.

Wereinmal auf Rikers Island gelandet

ist, der findet nur schwer in die

Derzeit sind noch rund 7000 Menschen auf der Gefängnisinsel inhaftiert.

IMAGO IMAGES

Gesellschaft zurück –auch wenn das

Delikt eine Bagatelle war.

So machte der Fall von Kalief

Browder aus der Bronx Schlagzeilen.

Der 16-Jährige wurde beschuldigt,

einem mexikanischen Jugendlichen

den Rucksack gestohlen zu haben –

eine Tat, die ihm nicht nachgewiesen

werden konnte. Browder kam nach

Rikers, umdort seine Anklage abzuwarten.

Weil sowohl das Gericht als

auch sein Pflichtverteidiger überlastet

und die Beweislage unklar war,

zögerte sich sein Gerichtstermin immer

weiter hinaus. Browder war

schließlich drei Jahre auf Rikers, er

wurde misshandelt und gequält. Als

schließlich die Anklage fallen gelassen

wurde, war er schwer traumatisiert

und hatte entscheidende Jahre

seiner Ausbildung verloren. 2015 beging

er Selbstmord.

Es war bei weitem nicht die einzige

Horrorgeschichte, die in den

vergangenen Jahren aus Rikers an

die Öffentlichkeit drang. Und: Die

überwiegende Mehrheit der geschätzten

4000 jährlichen Fälle von

Gewaltanwendung durch Beamte in

Rikers wurden nicht aufgearbeitet.

So bleibt der Politik nur noch die

Schließung der Anstalt.

Wohin mit den Insassen?

GETTY IMAGES

Doch damit ist das Problem bei weitem

nicht gelöst. Dank sinkender

Kriminalitätsraten und einem weit

weniger drastischen Vorgehen der

NewYorkerPolizei gegen Kleinkriminelle

ist der Bedarf an Untersuchungsgefängnissen

zwar geschrumpft.

Die Stadt benötigt dennoch

weiterhin rund 7000 Plätze.

Die sollen nun auf vier Stadtbezirke

verteilt werden, wo integrative

Reformgefängnisse mit einem erstklassigen

Angebot an Bildungs- und

Resozialisierungsmaßnahmen gebaut

werden sollen. Die Anwohner

sind jedoch bislang noch eher zurückhaltend.

Auch in Gegenden wie

Brooklyn undder Bronx, wo man einen

besseren, humaneren Strafvollzug

befürwortet, will man lieber kein

Gefängnis in der Nachbarschaft haben,

schon gar nicht, wenn der Vollzug

durchlässig ist.

Der New Yorker Politik steht also

noch ein langer Weg bevor. Bill de

Blasio selbst ist indes fein raus. Er

kann den politischen Erfolg für sich

verbuchen. Um die Umsetzung

müssen sich dann anderekümmern.

Historiker

gesteht Mord

an Geliebter

Der Napoleon-Experte wollte

die Leichenteile versenken

Der prominente russische Historiker

Oleg Sokolow hat gestanden,

eine ehemalige Studentin getötet

und zerstückelt zu haben. „Erhat

seine Schuld zugegeben“, sagte Sokolows

Anwalt am Sonntag. Der63-Jährige

war am Sonnabend bei dem Versuch

festgenommen worden, die Leichenteile

der jungen Frau, die auch

seine Geliebte war,imFluss Moika in

St.Petersburgzuversenken.

Russische Medien berichteten,

der Universitätsprofessor sei betrunken

in die Moika gefallen, als er versucht

habe, die Leichenteile verschwinden

zu lassen. DiePolizei rettete

den Historiker aus dem eiskalten

Fluss und entdeckte in seinem

Rucksack dann die Arme einer Frau.

In der Wohnung des Napoleon-Experten

fanden die Beamten die enthauptete

Leiche der 24-Jährigen, mit

der Sokolow mehrere Bücher geschrieben

hatte, sowie eine blutverschmierte

Säge.

Sokolow sagte den Ermittlern, er

habe seine Geliebte im Streit erschossen

und dann ihren Kopf, die

Arme und Beine abgesägt. Sein Anwalt

sagte, der Historiker bereue die

Tatund kooperiere mit den Ermittlern.

Berichten zufolge wollte sich

der Professor der staatlichen Universität

St. Petersburg nach dem Versenken

der Leichenteile das Leben

nehmen. Demnach wollte er sich als

Napoleon verkleidet von der Peterund-Paul-Festung

stürzen. Sokolow

ist der Autor mehrerer Werke über

Napoleon Bonaparte und trat als Geschichtsexperte

in mehreren Dokumentarfilmen

auf. Überdies lehrte er

an der renommierten französischen

Sorbonne und ist Mitglied der französischen

Ehrenlegion. Studenten

beschrieben den Gelehrten, der sich

gern in Historienkostümen zeigte,

als begabten Dozenten, aber auch

als „Freak“ und Exzentriker. (AFP)

Russlandfeldzug: Oleg Sokolow schlüpfte

auch gernins Napoleon-Kostüm. AFP

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute klettern die Höchsttemperaturen auf 7bis 9Grad. Dazu wechseln

sich Sonne und Wolken ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südlichen

Richtungen. In der Nacht behalten Wolken insgesamt die Oberhand,

doch zuweilen lassen sich die Sterne blicken. Dabei kühlt sich die Luft bis

auf 2Grad ab.

Biowetter: Die derzeitige Wetterlage

verursacht verstärkt Kopfweh,

Migräneattacken, erhöhten Blutdruck

und beschleunigten Stoffwechsel.

Auch rheumatische

Schmerzen treten oftmals auf.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 35 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 50 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 17 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 74%

Gefühlte Temperatur: maximal 8Grad.

Wind: schwach aus Süd.

Wittenberge

0°/8°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

-1°/8° 1°/8°

Luckenwalde

-1°/8°

Cottbus

-2°/9°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

stark bewölkt stark bewölkt Regen

4°/9° 4°/8° 3°/6°

Prenzlau

1°/7°

Frankfurt

(Oder)

0°/8°

Mitteleuropa befindet sich weiterhin unter leichtem Hochdruckeinfluss. Bei einer

typischen Novembermischung aus Nebel, Wolken und Sonne ist es dort meist

trocken. Dagegen kommt es über dem westlichen und zentralen Mittelmeer zu

kräftigem Regen. VonMallorca bis Sizilien besteht örtlich Unwettergefahr.

Köln

1°/10°

Sylt

2°/7°

Saarbrücken

0°/7°

Hannover

0°/8°

Konstanz

0°/8°

Hamburg

0°/7°

Erfurt

-1°/7°

Frankfurt/Main

1°/8°

Stuttgart

2°/9°

Rostock

0°/7°

Magdeburg

1°/8°

Nürnberg

-1°/8°

München

-1°/8°

Rügen

0°/7°

Dresden

1°/6°

Deutschland: Heute gibt es stellenweise

reichlich Wolken. Sonst

scheint jedoch die Sonne, und die

Temperaturen steigen am Tage auf

6bis 10 Grad. Nachts gehen die

Wertedann auf 4bis 1Grad zurück.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus südlichen Richtungen. Morgen

scheint zuweilen die Sonne. Sehr vereinzelt

fällt aus dichteren Wolken

etwas Regen. Die Höchstwerte kommen

auf 5bis 8Grad voran, und der

Wind weht schwach bis mäßig aus

Südwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 8°-10°

Nordsee: 9°-12°

Mittelmeer: 16°-26°

Ost-Atlantik: 11°-18°

Mondphasen: 12.11. 19.11. 26.11. 04.12.

Sonnenaufgang: 07:20 Uhr Sonnenuntergang: 16:19 Uhr Mondaufgang: 16:21 Uhr Monduntergang: 05:36 Uhr

Lissabon

19°

Las Palmas

21°

Madrid

14°

Reykjavik


Dublin


London

10°

Paris

10°

Bordeaux

11°

Palma

16°

Algier

13°

Nizza

17°

Trondheim

-4°

Oslo

-2°

Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

10°

Tunis

16°

Rom

15°

Warschau


Wien

8° Budapest

11°

Palermo

18°

Kiruna

-12°

Oulu

-3°

Dubrovnik

19°

Athen

22°

St. Petersburg


Wilna


Kiew

14°

Odessa

19°

Varna

20°

Istanbul

24°

Iraklio

25°

Archangelsk

-3°

Moskau


Ankara

20°

Antalya

28°

Acapulco 33° heiter

Bali 31° heiter

Bangkok 31° heiter

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 22° wolkig

Casablanca 17° Regen

Chicago 0° Schnee

Dakar 30° wolkig

Dubai 29° sonnig

Hongkong 26° sonnig

Jerusalem 23° wolkig

Johannesburg 26° Gewitter

Kairo 30° sonnig

Kapstadt 25° wolkig

Los Angeles 22° sonnig

Manila 29° bewölkt

Miami 28° wolkig

Nairobi 29° wolkig

Neu Delhi 30° heiter

New York 14° wolkig

Peking 16° sonnig

Perth 30° sonnig

Phuket 32° heiter

Rio de Janeiro 26° Gewitter

San Francisco 22° wolkig

Santo Domingo 29° wolkig

Seychellen 29° wolkig

Singapur 32° Gewitter

Sydney 30° heiter

Tokio 21° Schauer

Toronto 3° Schnee

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