03 | 2019 msg Studienband

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IT-KONSOLIDIERUNG IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG

Vorwort

Die DLZ-Studie 2019 beleuchtet ausführlich die Rolle der

IT-Dienstleistungszentren als Fundament einer modernen öffentlichen

Verwaltung. Sie knüpft an die Studienbände aus den Jahren

2017 und 2015 an und zeigt, wie sich die Lage der IT-Dienstleistungszentren

und die Planungen der IT-Konsolidierung in den letzten

beiden Jahren entwickelt haben und welche Herausforderungen

sich ergeben haben.

Dafür führten wir im Frühjahr 2019 insgesamt 153 Befragungen

und über 20 vertiefende Interviews mit Verantwortlichen aus der

öffentlichen Verwaltung im Bund, in den Ländern und im kommunalen

Bereich.

Im Index der EU-Kommission für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft

2019 belegt die Bundesrepublik Deutschland Rang 12

(2018: Rang 13, 2017: Rang 11) und ist damit weiterhin Mittelmaß

unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten. Der jährlich gemessene Index

setzt sich aus fünf Themenfeldern zusammen: Konnektivität,

Humankapital, Internetnutzung, Integration der Digitaltechnik

und Digitale öffentliche Dienste.

Während Deutschland bei den Themen „Humankapital“ (Rang 10)

und „Internetnutzung“ (Rang 9) über dem EU-Durchschnitt liegt, sind

im Bereich „Integration der Digitaltechnik“ keine Fortschritte sichtbar.

Beim Thema „Digitale öffentliche Dienste“ liegt Deutschland

an 24. Stelle unter den EU-Staaten und damit weit unter dem

EU-Durchschnitt. Laut DESI-Auswertung sind die Online-Interaktionen

zwischen Behörden und den Bürgerinnen und Bürgern

gering. Nur 43 % der deutschen Internetnutzer nutzen auch

E-Government-Dienste; der EU-Durchschnitt liegt bei 64 %.

In diesem Bereich ist Deutschland gegenüber der Erhebung

2018 um vier Plätze nach hinten gerutscht. Die größte digitale

Herausforderung besteht für Deutschland in der Verbesserung

der Online-Interaktion zwischen Behörden und den Bürgerinnen

und Bürgern. Nach wie vor werden E-Government-Dienste nur

in geringem Umfang genutzt bzw. angeboten. Das lässt auch

Rückschlüsse auf die Digitalisierung innerhalb von Behörden und

behördenübergreifend in Deutschland zu, das im Vergleich zur EU

in diesem Bereich immer mehr zurückfällt.

Warum das so ist? Darauf liefert diese Studie Hinweise, die wir

aus den Interview-Antworten gewonnen haben.

Unser Dank gilt allen, die zur Entstehung dieser Studie beigetragen

haben. Insbesondere den zahlreichen Interview- und Gesprächspartnern

in Behörden, Dienstleistungszentren und Ministerien,

die mit ihren Informationen in den Gesprächen die eigentliche und

unentbehrliche Grundlage für diese Studie geliefert haben.

Dramatisch ist die Situation in den Bereichen „Konnektivität“ und

„Digitale öffentliche Dienste“.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und freuen uns

auf eine angeregte Diskussion.

Bei der „Konnektivität“ hat Deutschland bei den meisten Konnektivitätsindikatoren

Fortschritte gemacht. Da andere Länder jedoch

schneller vorankamen, fiel es vom 9. auf den 11. Rang zurück.

Deutschland steht weiter vor Herausforderungen auf dem Festnetz-

und dem Mobilfunkmarkt. Ganz offensichtlich besteht eine

digitale Kluft zwischen Stadt und Land in Bezug auf die Festnetzbreitbandabdeckung.

Auch ist der Anteil der Glasfaseranschlüsse

immer noch sehr gering.

Jürgen Fritsche

Geschäftsleitung Public Sector

Werner Achtert

Geschäftsleitung Public Sector

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