TRENDYone | Das Magazin - Allgäu - August 2017

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„Ehe für alle“ ist beschlossen

Bundestagsentscheidung sorgt für kontroverse Diskussionen

Lange und intensiv wurde darüber diskutiert, in zahlreichen anderen

Ländern wie Frankreich, Spanien oder den USA ist sie schon erlaubt:

Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Am 30. Juni hat das Parlament

im Bundestag nun darüber abgestimmt und den Gesetzentwurf zur „Ehe für

alle“ offiziell beschlossen.

Bei vier Enthaltungen stimmten dabei

393 Abgeordnete für die Gleichstellung

von gleichgeschlechtlichen Ehen

und 226 dagegen, darunter auch Bundeskanzlerin

Merkel. Diese hatte das

Thema zur Gewissensentscheidung

gemacht und war damit von der bisherigen

Linie der Union abgewichen. Gegen

deren Willen hatten demnach SPD,

Grüne und Linke im Rechtsausschuss

für die entsprechende Gesetzesvorlage

gestimmt, was zur erwähnten Abstimmung

führte. Zuvor hatten einige

Parteien bereits die „Ehe für alle“ zur

Koalitionsbedingung für die bevorstehende

Bundestagswahl im September

gemacht.

Was sich für gleichgeschlechtliche

Paare genau ändert

Während Homosexuelle bisher nur eine

Lebenspartnerschaft amtlich eintragen

lassen konnten, dürfen diese nun

auch eine Ehe mit all ihren Rechten und

Pflichten schließen. Im Paragraf 1353

heißt es daher künftig: „Die Ehe wird

von zwei Personen verschiedenen oder

gleichen Geschlechts auf Lebenszeit

geschlossen“. Die größte Benachteiligung

betraf bisher das Adoptionsrecht,

da Lebenspartner nicht gemeinsam

Kinder adoptieren durften, was mit

CLAUDIA ROTH

ANTON KLOTZ

Bildquelle: Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Mit der Ehe für Alle wird endlich Recht, was

eigentlich selbstverständlich ist: Menschen,

die sich lieben, füreinander Verantwortung

übernehmen und heiraten wollen, sollen das

auch dürfen. Jahrzehntelang haben wir Grüne

gemeinsam mit vielen Verbündeten auf

diesen Tag hingearbeitet, gegen heftigsten

Widerstand. Allein in dieser Legislaturperiode

hatten Union und SPD die Beratung unseres

Gesetzentwurfs zur Ehe für Alle im Rechtsausschuss

des Bundestages dreißig Mal

verweigert.

Doch jetzt ist es vollbracht, Deutschland

geht einen wichtigen Schritt in Richtung

umfassender Gleichstellung – und spricht nach Jahren der Ausgrenzung ein längst

überfälliges Ja-Wort gegenüber unserem Grundgesetz aus. Artikel 6 nämlich stellt

doch nicht die heterosexuelle Ehe und Familie unter besonderen Schutz, sondern die

Ehe und Familie als solche.

Claudia Roth, MdB

Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

Ehe und Familie werden durch das Grundgesetz

unter besonderen Schutz gestellt.

Die Ehe definiert sich darin als Verbindung

zwischen Mann und Frau. Das will ich

auch aus meiner christlichen Überzeugung

heraus so bekräftigen.

Anton Klotz,

Landrat des Kreises Oberallgäu

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