Berliner Kurier 15.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

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HINTERGRUND

Brandenburg–

es kann so elektrisch sein

Tesla-Chef Elon Musk

sorgte mit seiner

Ankündigung für

überraschte Gesichter.

DerTraum vomTesla-Land

KURIER besuchte das Gewerbegebiet

Freienbrink –hier soll demnächst

Elon Musks „Gigafactory“ entstehen

VordreiTagen verkündete

Elon Musk,seine Autos

künftig auch in Brandenburgbauen

zu wollen.

Von

FREDERIK BOMBOSCH

Das Tesla-Werk? Der Besitzer

des Autohofs

winkt ab. Wieder ein

Reporter. „Die kommen hier im

Halbstundentakt vorbei und fotografieren

alles, ohne mich zu

fragen“, sagt er. Mehr will er

dann auch nicht erzählen. Außer,

dass er doch erstmal anfangen

soll, der Elon Musk. Und

dass an der Ladesäule für Elektroautos

noch nie jemand ge-

tankt hat. Zumindest hatte der

Mann den richtigen Riecher.

Freienbrink ist ein Gewerbegebiet

sieben Kilometer südwestlich

von Grünheide am östlichen

Berliner Autobahnring.

Früher betrieb die Stasi hier eine

Anlage, wo sie die Habseligkeiten

ausgereister und geflüchteter

DDR-Bürger verteilte

und West-Pakete durchsuchte

und plünderte. Heute

unterhalten hier Lidl und Edeka

riesige Verteilzentren. Die

Bahngleise sind überwuchert

oder längst abgetragen.

Auf der anderen Seite der Landesstraße

38 ist die Fläche, die

schon vor zwanzig Jahren für

Großes reserviert wurde. BMW

suchte damals nach einem

Standort für eine Fabrik. Leipzig

bekam den Zuschlag. Und

wahrscheinlich war das ein

Glück. Am Dienstagabend verkündete

Tesla-Chef Elon Musk,

dass er eine neue Fabrik in Berlin

bauen wollte. In Berlin? Verzeihung,

in Grünheide. Mehr

als 3000 Arbeitsplätze sollen

zum geplanten Produktionsstart

entstehen. Und der ist

ziemlich bald, wenn alles funktioniert.

2021 soll der erste Tesla

made in Grünheide vom

Band laufen.

Bernd Rühl ist einer, der an

diesem Tag aus Begeisterung

nach Grünheide gekommen ist.

Er ist Photovoltaik-Unternehmer

aus Berlin. Seinen nagelneuen

weißen Tesla Model 3

hat er neben den Bahngleisen

geparkt, er wollte sich das Gelände

mal anschauen. „Ich bin

ein riesiger Fan von Elon

Musk“, erzählt er. Er hat extra

in diesem Jahr den Führerschein

gemacht hat, im fortgeschrittenen

Erwachsenenalter.

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