Berliner Zeitung 25.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

Berlins Gedächtnis: ein Besuch im Depot des Stadtmuseums – Stadtgeschichte Seite 10

Sachsen:

Ein Dorf wird

angehoben

Seite 28

2°/7°

Viele Wolken

Wetter Seite 2

Schweinepest: Brandenburg

bereitet den Ernstfall vor

Tagesthema Seite 2

www.berliner-zeitung.de

Im Senat: Die Zukunft

des Checkpoint Charlie

Berlin Seite 12

Montag,25. November 2019 Nr.274 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Hertha verliert

in Augsburg 0:4

Sport Seite 20

Sachsen-Anhalt

Ein Hardliner

unter

Beschuss

VonKai Gauselmann

Rainer Wendt ist als Polizeifunktionär

keine zarte Seele, der 62-

Jährige kann ganz schön ruppig sein.

Nennt etwa Aussagen vonPolitikern,

die er ablehnt, „einfach nur dummes

Zeug“. Oder fordert inden Fußballstadien

einen härteren Kurs mit der

Abschaffung aller Stehplätze, höheren

Zäunen und höheren Geldstrafen

für Vereine bei Randale. Seit

zwölf Jahren ist

der Bundeschef

der Deutschen

Polizeigewerkschaft.

Unddann

sollte der gebürtige

Duisburger

Innenstaatssekretär

in Sachsen-

Rainer Wendt

legt sich gernemit der

Politik an.

Anhalt werden,

für die CDU. Das

passte den Koalitionspartnern

überhaupt nicht. Der Landesvorstand

der SPD lehnten die Berufung

ab.Auch die Grünen teilten mit, man

halte ihn für das Amt für ungeeignet

–persönlich und beamtenrechtlich.

Nun, Wendt legte sich vornehmlich

mit Vertretern des linken Parteienspektrums

an. Er gilt als rechter

Hardliner. Als 2015 die Zahl der

Flüchtlinge zunahm, schlug Wendt

vor: „Wenn wir ernst gemeinte

Grenzkontrollen durchführen wollen,

müssen wir einen Zaun entlang

der deutschen Grenzebauen. Ichbin

dafür,dass wir das machen“, sagte er

damals. Vor drei Jahren veröffentlichte

Wendt, der zum dritten Mal

verheiratet ist und fünf Kinder hat,

sein Buch „Deutschland in Gefahr:

Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit

aufs Spiel setzt“. Es ist eine

Art Zusammenfassung seiner Positionen,

inklusive Kritik am öffentlichen

Sparkurs,amAbbau im öffentlichen

Dienst und an der Flüchtlingspolitik

der Bundesregierung.

Wendts administrative Erfahrungen

halten sich in Grenzen; an der

Spitze eines Ministeriums stand er

nie.Erhat 25 Jahreinder Schutzpolizeigearbeitet

und ist seit einem Fachhochschul-Studium

Diplom-Verwaltungswirt.

In die Kritik war Wendt

auch geraten, weil er jahrelang weiter

eine Besoldung als Polizeihauptkommissar

durch das Land Nordrhein-

Westfalen erhielt, obwohl er diese Tätigkeit

gar nicht ausübte.Wie das dortige

Innenministerium zugeben

musste, gab es diese Praxis als „Förderung

der Gewerkschaftsarbeit“. Regress

wurde nicht gefordert.

Wendt sei durch Ressentiments

und Vorverurteilungen aufgefallen,

sagt SPD-Landeschef Burkhard

Lischka. Außerdem müsste Wendt

mehrere Laufbahnstufen überspringen.

Dem würde die SPD nicht zustimmen.

Am Sonntagabend dann

der Rückzug. Wendt habe auf die Berufung

verzichtet, sagte CDU-Innenminister

Holger Stahlknecht. Via

Bild-Zeitung verbreitete Wendt seine

Version: Die CDU habe ihr Angebot

zurückgezogen und sei eingeknickt.

„Das Kommando dazu kam aus dem

Kanzleramt“, versichertWendt.

Linke will Bodenpreise deckeln

Stadtentwicklungssenatorin Lompscher kündigt Maßnahmen gegen Grundstücks-Spekulation an

VonElmar Schütze

Wenn’s einmal läuft,

dann läuft’s. Kaum

hatte Stadtentwicklungssenatorin

Katrin

Lompscher (Linke) auf dem Landesparteitag

einhelliges Lob für ihre Arbeit

am Mietendeckel eingeheimst,

setzte sie noch einen drauf. „Nach

dem Mietendeckel müssen wir über

die Bodenpreise reden“, sagte sie in

ihrer Rede. Diese seien viel zu hoch,

lüden zur Spekulation ein und seien

damit die größte Neubaubremse.

„Wir müssen deswegen preissenkende

Beschlüsse fassen“, sagte

Lompscher unter großem Applaus.

Lompscher favorisiert dafür nach

eigenen Worten eine Reform der sogenannten

Gebietsausweisung.

Künftig müsse Berlin festlegen können,

wo ausschließlich sozialer Wohnungsbau

möglich sei –was automatisch

zu Preisregulierungen führen

werde. Als Vorbild nannte sie einmal

mehr Österreichs Hauptstadt Wien,

die bei Berlins Rot-Rot-Grünen ohnehin

seit einiger Zeit als Paradies sozialerWohnungspolitik

gehandelt wird.

Außerdem möchte Lompscher

das kommunale Vorkaufsrecht massiv

erweitern. Sobald auch nur bekannt

werde, dass ein Mietshaus verkauft

werden solle, müsse die Verwaltung

mitbieten können. Auch

über diesen Wegseien Preissenkungen

erreichbar,sagte die Senatorin.

Bei all diesen Regulierungsplänen

hilft Lompscher jeder Rückenwind.

Den bekam sie nicht nur

vomParteitag, sonderninden Tagen

zuvor auch vom Berlin-Trend, einer

Tabellenführerbesieger

Union schlägt den aktuellen

Spitzenreiter der Bundesliga.

Und die Erfolgsgeschichte ist noch

nicht zu Ende. Seite 3

Umfrage des Instituts Infratest dimap

im Auftrag der RBB-„Abendschau“

und der Morgenpost. Demnach

begrüßen mehr als 70 Prozent

den Plan, die Mieten fünf Jahre lang

einzufrieren und Obergrenzen einzuführen.

Selbst eine Mehrheit der

Anhänger von AfD und CDU unterstützedas

Vorhaben.

Am Dienstag will die Senatorin

den Mietendeckel-Entwurferneut in

den Senat einbringen – nur leicht

verändert. Der Mietenstopp falle

weiterhin in die Zuständigkeit der

Bezirke. Pro Bezirk sollen dafür

durchschnittlich vier Stellen besetzt

werden. In Lompschers eigener Senatsverwaltung

sollen sich rund 130

Sachbearbeiter um zu hohe Mieten

und die zu erwartenden Reduzierungsanträge

der Mieter kümmern.

Die landeseigene Investitionsbank

Berlin soll prüfen, ob bei Modernisierungen

Kosten auf die Miete umgelegt

werden dürfen. Auch Härtefall-Anträge

von Vermietern soll die

IBB prüfen.

Das Festhalten an dieser Aufgabenverteilung

trägt sicher nicht dazu

bei, Skeptiker in den eigenen Reihen

zu überzeugen. So haben die Bezirksbürgermeister

per Mehrheitsbeschluss

erklärt: „Der Rat der Bürgermeister

lehnt eine Aufgabenwahrnehmung

durch die Bezirke

ab.“ Vorallem SPD-Bezirkschefs wie

Helmut Kleebank (Spandau) und

Martin Hikel (Neukölln) gelten als

Kritiker der Arbeitsteilung, wie sie

Lompscher geplant hat. In der SPD

wird mit einer Klagewelle gerechnet

–und die von ihr geführten Bezirke

fürchten, davon überrollt zu werden.

„Es geht um einen Paradigmenwechsel.

Das Gemeinwohl ist die oberste Pflicht

politischen und staatlichen Tuns.

Dafür sind wir gewählt worden.“

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung (Linke)

Eine Klage darf schon jetzt als sicher

gelten. Auf Betreiben der Berliner

CDU wird die Unions-Bundestagsfraktion

aufgefordert, vor dem

Bundesverfassungsgericht eine Normenkontrollklage

gegen den Mietendeckel

anzustrengen. Dashat der

CDU-Bundesparteitag am Wochenende

beschlossen. Dem Mietendeckel

stehe„dieVerfassungswidrigkeit

auf die Stirn geschrieben, weil er die

grundgesetzliche Kompetenzordnung

grob missachtet“, heißt es in

einer Erklärung. Berlin greife verfassungswidrig

in Bundesrecht ein.

„Die vielen mieterschützenden

Regelungen, die wir als Bundesgesetzgeber

in Kraft gesetzt haben, hebelt

er aus. Mietpreisbremse, Mietspiegel

und Kappung der Modernisierungskosten

– all dies wird in

Berlin nicht mehr gelten, wenn der

Mietendeckel kommt“, sagte Jan-

MarcoLuczak, CDU-Bundestagsabgeordneter

vonTempelhof-Schöneberg.

Stattdessen müssten Mieter

mit hohen Nachzahlungen oder sogar

Kündigungen rechnen, wenn

der Deckel vor Gericht kassiert

werde.

Für den Rechtsexperten ist der

Mietendeckel aber auch politisch ein

grober Fehler. „Er verhindert dringend

benötigten Neubau und verschärft

so das Problem steigender

Mieten“, sagte er. Außerdem sei der

Deckel sozial ungerecht, „weil gut situierte

Mieter in teuren, sanierten

Altbauwohnungen am meisten von

ihm profitieren werden“.

Der Widerstand gegen den Mietendeckel

aus dem bürgerlichen und

auch unternehmerischen Lager wird

kaum nachlassen.Waserst passieren

würde, wenn sich Rot-Rot-Grün tatsächlich

auf die ebenso angedachte

Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne

einigen würde, ist nicht

absehbar. Eines ist aber klar: Dieser

massive Einschnitt ins Eigentumsrecht

ist derzeit unpopulärer als der

zeitlich begrenzte Mietendeckel.

Laut Berlin-Trend sind 61 Prozent

der Befragten gegen die Forderung

einer Bürgerinitiative nach Enteignung.

Einzig unter den Linke-Anhängern

war eine Mehrheit (54 Prozent)

dafür. Kommentar Seite 8

GETTY IMAGES/MATTHIAS KERN

Länder

lehnen den

Bildungsrat ab

Baden-Württemberg und

Bayern machen nicht mit

Der Nationale Bildungsrat in

Deutschland ist gescheitert, bevor

ermit der Arbeit begonnen hat.

Am Sonntag teilte Bayern mit, dass

es sich nicht an dem Gremium beteiligen

werde. Kurz darauf verabschiedete

sich auch Baden-Württemberg

von dem Plan. Das Gremium hatten

Union und SPD im Koalitionsvertrag

vereinbart. Experten und Vertreter

von Bund und Ländern sollen sich

darin um die Unterschiede bei der

Bildung zwischen den Ländern und

beispielsweise die Vergleichbarkeit

des Abiturs kümmern.

„Bayern wird sich zurückziehen“,

bestätigte ein Sprecher der bayerischen

Staatskanzlei am Sonntag der

Deutschen Presse-Agentur. Zuvor

hatte der Bayerische Rundfunk darüber

berichtet.„Wir befürchten, dass

am Ende ein Berliner Zentralabitur

das Ziel ist, was eine Verschlechterung

des Bildungsniveaus in Bayern

bedeuten würde“, sagte Ministerpräsident

Markus Söder (CSU) dem

Sender. „Das bayerische Abitur

bleibt bayerisch, übrigens genauso,

wie die Ferienzeiten bleiben.“

Schon im Oktober hatte Söder auf

der Ministerpräsidentenkonferenz

mit dem Ausstieg aus dem geplanten

Gremium gedroht. „Es wird ein bürokratisches

Monstrum, das am

Ende aus Berlin in die kleinen Schulstuben

hineinregiertund in die Klassenzimmer“,

sagte er damals.

Mit einer ähnlichen Begründung

schied auch Baden-Württemberg

aus dem Gremium aus. „Auch ich

halte den Nationalen Bildungsrat für

ein komplett überflüssiges Gremium,

auf das man folgerichtig verzichten

kann“, teilte die badenwürttembergische

Kultusministerin

Susanne Eisenmann (CDU) am

Sonntag mit. „Wir brauchen keine

Vorgaben aus Berlin, sondern wir

Länder sind stark genug, um selbst

verbindliche und einheitliche Standards

zu entwickeln.“

Bundesbildungsministerin Anja

Karliczek (CDU) bedauert die Absagen.

„Die Länder müssen nun beraten,

wie sie mit dem Projekt weiter

umgehen wollen.“ Vergleichsstudien

hätten gezeigt, dass Deutschland

nur im Mittelfeld liegt. „Ich finde,

dass sich alle für Bildung Verantwortlichen

nicht mit diesem Befund

abfinden können.“ (dpa)

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499;

leser-blz@berlinerverlag.com

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

berlin.anzeigen@berlinerverlag.com

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

4

194050

501603

11048


2 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Tagesthema

Afrikanische Schweinepest

Betroffene Länder mit dem Jahr des ersten Befalls;

Stand: 25. November 2019

ESTLAND

2014

Afrikanische Schweinepest

In Polen werden immer neue

Fälle der hochgefährlichen

Schweinepest nachgewiesen.

Die Tierkrankheit ist nur noch

80 Kilometer von der Grenze

nach Brandenburg entfernt

Wann ist es

so weit?

Orte mit aktuellen Fällen der vergangenen 3Monate

Hausschwein

Wildschwein

BELGIEN

2018

FRANKREICH

SCHWEIZ

DÄNEMARK

DEUTSCHLAND

November 2019

LETTLAND

2014

LITAUEN

2014

POLEN

2014

TSCHECHIEN

2017 UKRAINE

2014

SLOWAKEI

2018

ÖSTERREICH

UNGARN

2018

RUMÄNIEN

2017

WEISS-

RUSSLAND

2013

MOLDAWIEN

2016

RUSSLAND

2007

VonJens Blankennagel, Potsdam

ITALIEN

BULGARIEN

2018

BLZ/HECHER; FRIEDRICH-LÖFFLER-INSTITUT

Es war nur eine Frage der

Zeit, bis die Afrikanische

Schweinepest wieder

Schlagzeilen füllt sowie

Existenzängste bei den Bauern und

massive Verunsicherungen bei den

Verbrauchern auslöst. Die hochgefährliche

Tierkrankheit grassiert bereits

seit Jahren im Nachbarland Polen

–bislang kam es nur im Osten zu

Infektionen. Doch von dort wandert

sie immer weiter nach Westen, Richtung

Deutschland. Am 15. November

meldeten die Behörden einen

Fall nahe der Ortschaft Tarnów Jezierny,

etwa 80 Kilometer von der

GrenzezuBrandenburgentfernt.

EinWildschwein starb bei einem

Verkehrsunfall –und der Test im Labor

ergab, dass es das tödliche Virus

in sich trug. Inzwischen sind dort22

Fälle vonSchweinepest bestätigt.

In Deutschland – vor allem in

Brandenburg und Sachsen –laufen

nun die Vorbereitungen auf Hochtouren.

„Die Afrikanische Schweinepest

kann jederzeit in jedem Bundesland

in Deutschland ausbrechen“,

sagte Stephan Nickisch, der

Brandenburger Landestierarzt, der

Berliner Zeitung. „Aber Brandenburgist

sehr gut vorbereitet. Wirhaben

alle nötigen Vorkehrungen getroffen.

Die Krisenpläne sind seit

sehr vielen Monaten fertig, und die

Krisenstäbe können jederzeit aktiviertwerden.“

Für die Verbraucher ist es nun

wieder an der Zeit, sich eine neue

Abkürzung merken. Anfang der

90er-Jahrewar es beim Rinderwahnsinn

das Kürzel BSE, bei der Vogelgrippe

war es ab 2006 das Kürzeldes

Erregers H5N1. Nun also ASP –Afrikanische

Schweinepest. Dass der Begriff

Pest benutzt wird, zeigt die Gefahr.

Alle Schweine, die sich infizieren,

sterben meist innerhalb einer

Woche. Esgibt bislang keinen Impfstoff.

Wegen der Infektionsrisiken

und des Krankheitsverlaufs ist oft

von„Ebola für Schweine“ die Rede.

DasProblem ist der Mensch

Wieder Name bereits verrät, stammt

die Krankheit aus Afrika und wurde

2007 per Schiff nach Georgien eingeschleppt.

Seither wandert sie nach

Westen, erreichte 2014 das Baltikum

und Ostpolen –und ist nun offenbar

unaufhaltsam nach Westen unterwegs.

Die Hauptgefahr droht nicht

so sehr durch die Übertragung von

Wildschwein zu Wildschwein in

freier Natur.Diese Ansteckungskette

verläuft relativ langsam. Es ist der

Mensch, der immer wieder für sogenannte

Sprunginfektionen sorgt,

weil er das Virus unabsichtlich über

große Strecken transportiert.

„Auch die aktuellen Fälle in Polen

zeigen, dass es jederzeit zu einem

Ausbruch bei Wildschweinen kommen

kann –auch weit entfernt von

den bisherigen Verbreitungsgebieten“,

sagte Landestierarzt Nickisch.

„Das Risiko einer sogenannten

Sprunginfektion ist hoch.“ Zwei ähnliche

Fälle gab es bereits ganz in der

Nähe von Deutschland. Immer

Wildschweine sind Überträger der gefährlichen Tierseuche ASP.

wurde die Krankheit über Hunderte

Kilometer von Osten bis weit in den

Westen gebracht: Per Lastwagen gelangte

der Erreger 2017 nach Tschechien,

konnte aber gestoppt werden.

Im September 2018 war dann Belgien

dran: Das Virus klebte wohl an

der Kleidung von Soldaten, die bei

einer Übung im Baltikum waren.

Gefährlich ist es,wenn Jäger,Bauern,

Wanderer oder Soldaten in Kontakt

mit infizierten Tieren im Wald

kommen –oder ihreAusrüstung und

Kleidung. Die Körperflüssigkeiten

sind hochinfektiös. Toten Tieren ist

nicht anzusehen, ob sie an ASP verendet

sind. Der Nachweis ist nur im

Labor möglich. Deshalb gilt: Kadaver

auf keinen Fall anfassen und schnell

den Behörden melden.

Um die Gefahr einer möglichen

Einschleppung zu minimieren, sollen

Schweinehalter nun ihre Ställe

besonders gut schützen. Die Brandenburger

Landesregierung hat nun

noch einmal alle Halter angeschrieben,

damit sie die Bestimmungen

zur Hygiene an Ställen und alle „Biosicherheitsmaßnahmen“

einhalten.

„Ich bitte alle Menschen, die aus den

vonder Afrikanischen Schweinepest

DPA/LINO MIRGELER

betroffenen Regionen nach Brandenburg

reisen, keine fleischhaltigen

Lebensmittel mitzubringen“,

sagte Brandenburgs neue Gesundheitsministerin

Ursula Nonnemacher

(Grüne). Befürchtet wird, dass

Fernfahrer oder Touristen aus Osteuropa

an den vielen deutschen Autobahnen

achtlos Essensreste wegwer-

fen, in denen sich infiziertes Fleisch

befindet. In Salami oder in Schinken

überleben die Erreger einige Monate.

Wildschweine räumen gerne

die Mülleimer an den Raststätten

aus und fressen die Reste.

Für die Gesundheit des Menschen

ist ASP kein Problem: Siekönnen

daran nicht erkranken, selbst

wenn sie kontaminiertes Fleisch essen.

Aber die Krankheit kann sich

schnell zu einer Art GAU für einen

wichtigen bundesdeutschen Industriezweig

entwickeln. Denn trotz des

Trends zur veganen Ernährung ist

Deutschland ein Fleischland, besser

gesagt: ein Schweinefleischland.

Fast 26 Millionen dieser Nutztiere

werden hier gehalten –das ist Platz 2

in Europa nach Spanien. Weltweit

hält China mehr als 50 Prozent aller

Hausschweine, Deutschland liegt

mit 3,4 Prozent nur auf Platz 5. In

China grassiert ASP seit Jahren –mit

schweren wirtschaftlichen Folgen,

ebenso in Russland, wo sich die

Krankheit ausbreitet.

Denn ist ein Stall befallen, müssen

alle Tiere getötet werden. Auch

wenn es bislang keinen Hinweis auf

eine Gefahr für Menschen gibt, will

man kein Risiko eingehen –wie bei

der Vogelgrippe auch.

Um die Ausbreitung im Ernstfall in

Brandenburg möglichst schnell eindämmen

zu können, ist die Früherkennung

wichtig. Deshalb hat die Regierung

nun eine Prämie für Jäger erhöht:

Die bekommen seit Anfang

2018 für jedes Wildschwein, vondem

sie eine Probe ins Labor schicken, 30

Euro.Ab1.Dezember sind es 50 Euro.

„Jefrüher die Afrikanische Schweinepest

erkannt wird, desto größer sind

die Chancen, einen möglichen Ausbruch

der Seuche in unserem

Schwarzwildbestand erfolgreich zu

bekämpfen“, sagte Nonnemacher.

Nickisch sagte:„ImJahr2018 wurden

vom Brandenburger Landeslabor

etwa 470 Stück Schwarzwild untersucht.

Das waren tot gefundene

Wildschweine oder Tiere, die beiVerkehrsunfällen

ums Leben kamen.

Beikeinereinzigen Probe wurde ASP

festgestellt.“ Er rechnet damit, dass

nun auch mehr toteWildschweine in

Deutschland untersucht werden.

„Durch die höhere Aufwandsentschädigung

und vor allem die höhere

Sensibilisierung gehen wir davonaus,dassdie

Jäger vermehrt Fallwildproben

einsenden.“

EinZaun um den Fundort

Im Ernstfall ist ein bestimmtes Krisenszenario

vorgeschrieben: Um

den Fundort eines infizierten Wildschweins

wirdimRadius vondreiKilometern

ein Zaun gebaut: Kein

Schwein soll mehr heraus oder hinein.

In dieser Kernzone erschießen

die Jäger dann alle Wildschweine.

Für gerade erst ernannte rotschwarz-grüne

Landesregierung in

Brandenburg kann ASP zum ersten

großen Krisenfall werden,der zu bewältigen

ist. Denn es ist wohl nur

eine Frage der Zeit, bis es hier den

ersten Fall geben wird.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute scheint die Sonne bei stark bewölktem Himmel nur selten. Die

Höchstwerte machen bei 6bis 9Grad halt, und der Wind weht schwach

aus Südost. Inder Nacht ist der Himmel stark bewölkt oder bedeckt.

Dabei sinken die Temperaturen auf Wertevon 6bis 3Grad.

Biowetter: Bisweilen wird das allgemeine

Wohlbefinden durch Kopfweh

und Migräneattacken beeinträchtigt.

Schwindelgefühle und Kreislaufbeschwerden

können auftreten. Der 2°/6°

Wittenberge

Schlaf ist nicht sehr erholsam.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 19 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 8µg/m 3 ;

Schwebstaub: 35 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 82%

Gefühlte Temperatur: maximal 7Grad.

Wind: leichter Wind aus Südost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

1°/8° 2°/7°

Luckenwalde

1°/7°

Cottbus

2°/9°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

bedeckt bedeckt bedeckt

6°/9° 5°/9° 6°/10°

Prenzlau

1°/6°

Frankfurt

(Oder)

3°/8°

An der westtürkischen Küste und im Adriaumfeld besteht Unwettergefahr durch

heftige Regenfälle. Russlandhoch Quincy sorgt für trockenes, teils trübes, teils

freundliches und mildes Wetter bei uns. Ein Tief über den Britischen Inseln lenkt

seine Regenwolken ostwärts nach Frankreich und zur Iberischen Halbinsel.

Köln

4°/10°

Sylt

3°/7°

Saarbrücken

5°/10°

Hannover

3°/8°

Konstanz

5°/10°

Hamburg

1°/6°

Erfurt

2°/8°

Frankfurt/Main

4°/9°

Stuttgart

5°/9°

Rostock

0°/5°

Magdeburg

2°/8°

Nürnberg

5°/9°

München

4°/8°

Rügen

1°/5°

Dresden

5°/9°

Deutschland: Heute ist der Himmel

vielfach wolkenverhangen, und die

Temperaturen steigen am Tage auf

5bis 10 Grad. Nachts sinken die

Wertedann auf 7bis 2Grad. Der

Wind weht nur schwach aus südöstlichen

Richtungen. Morgen gibt es etliche

Wolken am Himmel.

Zwischendurch scheint kurzzeitig die

Sonne, und es ist mit Temperaturen

von maximal 7bis 12 Grad zurechnen.

Der Wind weht nur schwach aus

Süd.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 6°-9°

Nordsee: 7°-10°

Mittelmeer: 14°-25°

Ost-Atlantik: 11°-16°

Mondphasen: 26.11. 04.12. 12.12. 19.12.

Sonnenaufgang: 07:45 Uhr Sonnenuntergang: 16:01 Uhr Mondaufgang: 05:46 Uhr Monduntergang: 15:46 Uhr

Lissabon

21°

Las Palmas

21°

Madrid

17°

Reykjavik


Dublin

12°

London

13°

Paris

10°

Bordeaux

16°

Palma

19°

Algier

19°

Nizza

19°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

15°

Tunis

17°

Rom

18°

Warschau


Wien

8° Budapest

10°

Palermo

13°

Kiruna

-3°

Oulu


Dubrovnik

18°

Athen

20°

St. Petersburg

-1°

Wilna

-1°

Kiew

-1°

Odessa


Varna

13°

Istanbul

19°

Iraklio

21°

Archangelsk

-2°

Moskau

-4°

Ankara

12°

Antalya

18°

Acapulco 32° heiter

Bali 30° heiter

Bangkok 32° heiter

Barbados 30° wolkig

Buenos Aires 19° Regen

Casablanca 21° sonnig

Chicago 10° bewölkt

Dakar 30° sonnig

Dubai 26° sonnig

Hongkong 26° bewölkt

Jerusalem 18° wolkig

Johannesburg 32° sonnig

Kairo 29° sonnig

Kapstadt 26° wolkig

Los Angeles 17° sonnig

Manila 32° heiter

Miami 27° sonnig

Nairobi 22° Schauer

Neu Delhi 27° heiter

New York 11° heiter

Peking 3° wolkig

Perth 29° heiter

Phuket 32° wolkig

Rio de Janeiro 22° heiter

San Francisco 14° sonnig

Santo Domingo 29° heiter

Seychellen 30° Gewitter

Singapur 31° Gewitter

Sydney 34° wolkig

Tokio 22° bewölkt

Toronto 8° bedeckt


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 3 *

·························································································································································································································································································

Seite 3

Die Big-City-Story

Hier geht keiner nach Hause. An der Alten Försterei wird gefeiert.

DPA/SÖREN STACHE

Und alle staunen. Und (fast) alle

sind begeistert. Und jeder fragt

sich, wie das sein kann, dass der

1. FC Union in seiner ersten Bundesliga-Saison

nach zwölf Spieltagen mit

sechzehn Punkten auf Platz elf zu finden ist.

Dass man inzwischen schon gar nicht mehr

von einer Überraschung sprechen und

schreiben mag, wenn die Köpenicker –wie

am Sonnabend geschehen –vor heimischem

Publikum den Tabellenführer Borussia Mönchengladbach

verdient mit 2:0 bezwingen.

Ja,Union ist nicht nur zu Besuch in der höchsten

deutschen Spielklasse, sondern indiesen

Tagen fraglos die aufregendste Nummer im

deutschen Klub-Fußball – oder eben nach

vier Siegen aus den letzten fünf Spielen die

Mannschaft der Stunde. So verabschiedete

sich auch Max Eberl, der Manager der Mönchengladbacher,

mit einem dicken Lob an

den Sieger aus Berlin.„Wir haben gegen einen

guten Gegner gespielt, der würdig in der Bundesliga

und total angekommen ist“, sagte er.

Und: „Wir gehen immer davon aus, dass ein

Aufsteiger Fußball spielen kann. Aber sie machen

das eben herausragend.“

Die Antwort auf die Frage, wie das sein

kann, ist allerdings komplex. Weil sich die

Gegenwart imBesonderen für diesen Klub

nicht ohne einen Blick in die Vergangenheit

erklären lässt. Undweil es sich bei dieser Erfolgsgeschichte

nicht um das Werk einer Interessensgruppe,sondernumdasWerk

einer

Glaubensgemeinschaft handelt. Nun, der

Stadtrivale Hertha BSC mag vielleicht eines

Tages tatsächlich der Big-City-Klub sein, den

der Investor Lars Windhorst im Zuge seines

Engagements im Sinn hat, die Big-City-Story

schreibt in diesen Tagen aber fraglos der

1. FC Union.

Euphorie in Energie umgewandelt

Es war einmal ein Außenseiter: Union ist nicht nur zu Besuch in der

höchsten deutschen Spielklasse, sondern in diesen Tagenfraglos die

aufregendste Nummer im deutschen Klub-Fußball

Es ist die Geschichte eines Klubs, der aufgrund

seiner wechselvollen Geschichte tatsächlich

nur noch als Kiezklub wahrgenommen

wurde. Der in den Neunzigerjahren,

aber auch zu Beginn des neuen Jahrtausends

mehr Tiefen als Höhen erlebte, sich aber

doch tatsächlich mit ganz langem Atem neu

erfunden hat. Als Selfmade-Klub mit unverwechselbarem

Image. Alles wirkt bei Union

echt –und kein bisschen aufgesetzt. Da muss

keine Markenbotschaft zwanghaft formuliert

und übermittelt werden, alles ist ganz

einfach: Unsere Liebe. Unsere Mannschaft.

Unser Stolz. Unser Verein. Eisern Union! So

ist es letztlich vielleicht gar nicht so verwunderlich,

dass der Klub seine durch den Aufstieg

gewonnene Euphorie in Energie umwandeln

konnte. Union ist der bewegte Verein,

der durch den Aha-Effekt Aufstieg womöglich

erst sein ungeheures Potenzial

entfalten kann.

Sonnabend, 15. Spielminute: Mönchengladbachs

Mann für das Zentrum, Denis Zakaria,

patzt bei der Ballannahme im Mittelfeld,

Unions Christopher Lenz spurtet flugs

dazwischen, passt mit seinem zweiten Kontakt

sogleich auf Marcus Ingvartsen, der mit

seinem Laufweg über den linken Flügel die

Abwehr der Gäste letztlich vor ein unlösbares

Problem gestellt hat. Ingvartsen verliert

dank seiner feinen Technik bei der Ballmitnahme

nicht an Tempo, nimmt nach fünf,

sechs schnellen Schritten den Kopf hoch,

sieht, dass Anthony Ujah vom rechten Flügel

in die Mitte zieht. Ingvartsen flankt mit

viel Gefühl über die gegnerischen Verteidiger

hinweg, Ujah köpft mit aller Wucht zum

1:0 ein – und hat nach ein paar Handküsschen

Richtung Haupttribüne ein konkretes

Ziel: die Ersatzbank der Eisernen, wo

er schließlich Ersatzspieler Sebastian Polter

in die Arme fällt.

Was sich aus diesen 15 Sekunden zwischen

dem frühen Ballgewinn durch Lenz

und dem ungewöhnlichenTorjubel vonUjah

und Polter ablesen lässt, ist einerseits ein

Hinweis auf die spielerische Qualität, welche

die Eisernen seit dem Aufstieg gewonnen haben,

andererseits auch ein Hinweis auf den

Teamspirit, der die Eisernen allem Anschein

nach eint und bewegt. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit,

dass sich zwei Angreifer,die

sich die Woche über im Training indirekt um

einen Platz in der Startformation duellieren,

den Erfolg gegenseitig gönnen. Alles eine

Frage des Charakters! Alles zu schön, um

wahr zu sein? Das Bild, das bleibt, und die

Worte, die folgten, sprechen dagegen.

Dort der 29 Jahre alte Nigerianer, der im

Sommer für die Rekordablösesumme von

zwei Millionen Euro aus Mainz gekommen

war und sich als erfahrener Bundesligaprofi

grundsätzlich wohl auch ein bisschen mehr

Einsatzzeit erhofft hatte. Hier der 28 Jahre

alte Wilhelmshavener, der in Köpenick seit

seiner Rückkehr im Januar 2017 als Identifikations-

und Integrationsfigur in Erscheinung

tritt und wahrscheinlich gerade deshalb

schon im vergangenen Jahr mit seiner

Reservistenrolle doch arg zukämpfen hatte.

„Wir unterstützen einander. Egal, wer spielt.

Die Harmonie müssen wir beibehalten“, erklärte

Ujah, der bei Polters Siegtreffer im

Stadtderby gegen Hertha BSC als erster Gra-

VonMarkus Lotter und Patrick Berger

tulant zur Stelle gewesen war.Den Subtext zu

seinem Jubel mit Polter wollte er indes nicht

liefern. „Da müssen Sie den Trainer fragen.

Ich kann das nicht verraten. Wir haben da

eine kleine …naja, nur der Trainer kann sagen,

was war. Wenn er darüber sprechen

möchte, gerne.“ Undder Erfolg gegen Mönchengladbach?

Ujah antwortete: „Überrascht

bin ich nicht. Wir wissen schon, was

wir können.“

AnthonyUjah (M.) feiertmit Sebastian Polter das

1:0, Michael Parensen (r.) lobt den Schützen. CONTRAST

Nun kann ein Trainer nicht alles beeinflussen,

was in der Kabine passiert, wie sich

im Alltag der Profis zwischenmenschlich das

eine mit dem anderen fügt. Doch scheint der

Schweizer UrsFischer in Absprache mit Manager

Oliver Ruhnertbei der Zusammenstellung

seines Erstligakaders schon mal fast alles

richtig gemacht zu haben. Beim Relaunch

einer Aufstiegsmannschaft ist das kein leichtes

Unterfangen. Hierarchien verschieben

sich, Helden werden zu Ergänzungsspielern,

Zugänge im besten Fall zu neuen Helden.

Siehe den aus Heidenheim verpflichteten

RobertAndrich, der den imVorjahr gesetzten

Manuel Schmiedebach aus der Startelf verdrängt

hat. Siehe den vom belgischen Meister

KRC Genk verpflichteten Ingvartsen, der

nach einer kurzen Eingewöhnungsphase

zum Leidwesen vonSuleiman Abdullahi immer

besser in Schwung kommt. InsbesondereFischer

ist da als Psychologe und Moderator

gefragt, als einer, der offen, zugleich

überzeugend mit seinen Spielernkommuniziert,

und das nicht nur mit seinem Spielführer,

sondernauch mit der Nummer 32 im Kader.

Abschied vomCapo

Fakt ist, dass Fischer und Ruhnert den Klub

im sportlichen Bereich eine bis dato noch nie

dagewesene Professionalität verliehen haben

und bestens auf das Abenteuer Bundesliga

vorbereitet waren. Da wird nicht von

Klub-DNA geschwafelt wie andernorts, sondern

einfach aus Überzeugung gearbeitet.

Da verfällt keiner in Panik, was nach dem 0:4

beim Ligadebüt gegen RB Leipzig schon

leicht mal hätte der Fall sein können. Alles

immer ganz cool, was für den Beobachter indes

nicht immer ganz so einfach ist. So gab

Fischer nach dem Erfolg gegen die hoch gehandelte

Borussia aus Mönchengladbach

freilich mal wieder den Mahner. Hören wir

nur kurzmal rein: „ImMomentsiehtessehr

gut aus, aber das ist nur eine Momentaufnahme.“

Und: „Es kann ganz schnell gehen.

Wir dürfen auch nicht zu euphorisch werden.

Jetzt sind wir wieder gefordert, Ruhe zu

bewahren.“

Sonnabend, unmittelbar nach Spielschluss:

Hier bewahrt keiner die Ruhe. Keiner

geht hier nach Hause. Im Stadion An der

Patrick Berger

träumt schon vom

Europapokal.

AltenFörsterei wirdgefeiert. UndTränen fließen,

weil Fabian Voss zuvor seinen letzten

Auftritt als Einpeitscher auf derWaldseite gegeben

hat und nun von den Spielern auf

Händen getragen wird. Der Verein hat zum

Abschied des „Capo“ ein T-Shirt bedrucken

lassen. „10.5.2006 VonFinkenkrug bis Gladbach

23.11.2019 steht drauf“ und in dicken

Letternzudem„Danke,Vossi!“ DerVorsänger

hat alles miterlebt, vonder Oberliga bis zum

Aufstieg in die Bundesliga, ab sofort will er

sich aber mehr um seine Familie kümmern.

Nicht Ujah oder Andersson, der in der

Schlussminute das 2:0 gegen Mönchengladbach

erzielte, stehen im Mittelpunkt, nein,

Voss ist also letztlich der Star des Spätnachmittags.„Es

ging nicht nur um uns und um

das Fußballspiel“, sagte Kapitän Christopher

Trimmel. „Wie man gesehen hat, ist unser

Capo heute abgetreten und der Tagwar wirklich

perfekt.“

Und auch hier hatte man nicht das Gefühl,

dass einem etwas vorgegaukelt wird.

Die Kurve ist bei Union nicht nur Kulisse,

hier schlägt das Herz des 1. FC Union, hier

wird die Niederlage nicht nur als betrübliches

Ereignis wahrgenommen, sondern als

kollektiver Schmerz. Wenngleich es auch in

der eisernen Kurve freilich schwarze Schafe

gibt, wie der Versuch eines Platzsturms nach

dem Schlusspfiff beim Derbygezeigt hat.

Der 1.FCUnion, das darf andieser Stelle

aber nicht unerwähnt bleiben, darf imUmfeld

der Bundesliga inzwischen aber nur

noch bedingt als „David“ wahrgenommen

werden. Am Mittwochabend schon wirdPräsident

Dirk Zingler auf der Jahreshauptversammlung

von einem neuen Rekordumsatz

berichten dürfen, darüber hinaus von einer

ziemlich guten Perspektive samt wachsenden

Mitgliederzahl und der Aussicht auf ein

Stadion mit einem Fassungsvermögen von

38 000 Zuschauern. Das zieht im Umkehrschluss

eine doch ziemlich anstrengende

Konsequenz nach sich: Es gibt kein Zurück

mehr.

So weit mag Fischer natürlich noch nicht

denken. Für den Mittwoch hat er folgende

Einschätzung parat: „Die Siege geben uns

natürlich ein gutes Gefühl. Es ist meine

zweite Mitgliederversammlung hier bei

Union und auf die freu ich mich.“ Und für

den Freitag, wenn Union bei Schalke 04 zu

Gast ist, dies hier:„Schalke wirdeine schwierige

Aufgabe, ähnlich wie Gladbach. Ich

glaube aber, dass Schalke weiß, was auf sie

zukommt.“

Stimmt schon: Es war einmal ein Außenseiter,der

hieß Union.

Markus Lotter

ist überzeugt, dass Union

die Klasse hält.


4** Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Clan-Chef Ibrahim Miri

erneut abgeschoben

Derlibanesische Clanchef Ibrahim

Miri ist erneut aus Deutschland abgeschoben

worden. EinenTagnachdem

das BremerVerwaltungsgericht den

Wegfür die sofortige Abschiebung

freigemacht hatte,wurde Miri am

Sonnabend vonder Bundespolizei an

die Behörden im Libanon übergeben,

wie das Bundesinnenministerium

mitteilte.Bremens Innensenator Ulrich

Mäurer (SPD) sagte,bei erneuter

Rückkehr drohe dem Clanchef eine

mehrjährige Haftstrafe. (AFP)

Bei US-Präsidentenwahl tritt

nun auch Bloomberg an

DerMilliardär und frühereNew Yorker

Bürgermeister Michael Bloombergwill

US-Präsident Donald

Trump 2020 herausfordern. DerDemokrat

kündigte am Sonntag an, offiziell

ins Präsidentschaftsrennen

einzusteigen. Bloomberghatte sich

zuletzt in NewYorkfür die unter ihm

eingeführte und später als verfassungswidrig

eingestufte Taktik des

„Stop and Frisk“ entschuldigt. Dabei

konnten Polizisten Menschen willkürlich

durchsuchen. (dpa)

Papst ächtet

Atomwaffen

Papst Franziskus hat den Gebrauch

vonAtomwaffen als Verbrechen verurteilt

und eine „perverse“ Logik der

atomaren Aufrüstung kritisiert. In

den japanischen Städten Nagasaki

und Hiroshima forderte er ein weltweites

Ausfür Nuklearwaffen.„Inder

Welt vonheute,woMillionen von

Kindernund Familien unter menschenunwürdigen

Bedingungen leben,

ist es ein himmelschreiender

Anschlag, wenn für die Herstellung,

die Modernisierung, den Erhalt und

den Verkauf vonWaffen mit immer

stärkerer Zerstörungskraft Gelder

ausgegeben und damitVermögen erzielt

werden“, sagte er . (dpa)

Demo gegen Rechte und für

angefeindete Journalisten

Bunt statt braun: Demo gegen rechts in

Hannover.

DPA

In Hannoverhaben am Sonnabend

Tausende Menschen gegen einen

Aufzug der rechtsextremen NPD und

Anfeindungen vonJournalisten demonstriert.

Nach Polizeiangaben beteiligten

sich an den Gegendemonstrationen

unter anderem unter dem

Motto „Bunt statt braun in Hannover“

rund 7000 Menschen. An der

NPD-Kundgebung, die erst nach einer

Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts

in Lüneburgstattfinden

durfte,nahmen rund 120 Menschen

teil. (AFP)

Rumäniens Präsident

Iohannis im Amt bestätigt

Klaus Iohannis bleibt Staatspräsident

in Rumänien. Nach Auszählung von

99,3 Prozent der Stimmen der Stichwahl

entfielen auf ihn 63,1 Prozent,

wie dieWahlbehörde in Bukarest am

Sonntag mitteilte.Erlag damit deutlich

vorseiner KontrahentinViorica

Dancila vonder sozialdemokratischen

PSD,die auf 36,9 Prozent kam.

Dervon der Regierungspartei PNL

unterstützte Iohannis gilt als bürgerlich

und als Pro-Europäer. (dpa)

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte, das Cfür „Christlich“ im Parteinamen sei ein Auftrag zu nachhaltiger Politik.

Die grüne Konkurrenz

Auf den Parteitagen von CDU und Grünen zeigt sich eine neue Nähe –und eine neue Rivalität

VonMarina Kormbaki

Tilman Kuban hat das Wort beim

Leipziger Bundesparteitag der

CDU. Schnell spricht er, die Stimme

überschlägt sich. Kuban ist empört,

vor allem regen den Vorsitzenden

der Jungen Union die Grünen auf.

Kuban ruft: „Solange diese Grünen

für Tofuwurst und Avocadobrötchen

den Regenwald abholzen, solange

haben die unseren Bauerngar nichts

zu sagen in diesem Land.“ Müdes

Lächeln, mitunter Kopfschütteln.

Die Grünen taugen nicht mehr zur

Schreckgestalt für Konservative.

Alte Feindschaft,neue Nähe

Diese Zeiten sind vorbei. Lagerübergreifende

Koalitionen sind das neue

Normal –imWesten wie im Osten

Deutschlands. Die erstarkenden

Grünen drängen die immer schwächereSPD

ins Abseits.Sie rücken vor

an die Schaltstellen der Macht und

damit an die Seite der Union.

Die Grünen sind demnächst an

elf Landesregierungen beteiligt; in

sechs davon regieren sie mit der

CDU. Auch daran liegt es wohl, dass

auch ein anderer markiger Anti-

Grüne-Satz beim Leipziger CDU-

Parteitag nicht so recht zünden will.

Die Grünen kämen nett daher und

machten auf sympathisch, sagt Generalsekretär

Paul Ziemiak. Aber wo

sie Verantwortung trügen, so Ziemiak,

„sehen wir das Elend ihrer Politik“.

Die Delegierten, von denen

viele aus Ländern mit schwarz-grüner

Regierungsbeteiligung angereist

sind, sparen mit Applaus.

Kurz vor Beginn des CDU-Bundesparteitags

hat das Meinungsforschungsinstitut

Forsa eine Studie

veröffentlicht, die unter den Delegierten

in Leipzig für einiges Aufsehen

sorgt. Demnach verliert die

CDU –anders als die konservativen

Merkel-Kritiker in der Union meinen

–deutlich mehr Wähler an die Grünen

als an die AfD.Das Team um den

Meinungsforscher Manfred Güllner

fand heraus: Neun von100 CDU-Abwanderern

würden derzeit die AfD

wählen – aber viermal mehr (37)

würden die Grünen wählen. Und 29

würden zurzeit gar nicht an einer

Wahl teilnehmen.

Bayerns Ministerpräsident Markus

Söder hat den Befund dieser Studie

ganz offensichtlich beherzigt.

Der CSU-Chef fordert die Union bei

seinem Besuch in Leipzig zum Kurswechsel

auf. Ihr„Feind“ sei jetzt die

AfD. Die Grünen aber seien „natürlich“

Hauptherausforderer im

Kampf um die bürgerliche Mitte –„ja

wer denn sonst“, sagt Söder.

„Schwarz-Grün ist bis zur Bundes-

tagswahl nicht die Frage“, ruft er von

der Parteitagsbühne. Über Koalitionen

solle man sich jetzt mal keine

Gedanken machen. „Schwarz oder

Grün ist die Frage.“

Söder geht sogar noch weiter: Er

rät der CDU, sich die Grünen zum

Vorbild zu nehmen. Deren demonstrative

Zuversicht sei ihr Erfolgsrezept.

„Die verbreiten eine Stimmung,

eine Harmonie, eine Freude,

dass man denkt, na ja, mit denen

könnte man ja doch die Zukunft packen“,

sagt Söder. Erselbst schreckt

jedenfalls vordem Kopieren der Grünen

nicht zurück: Söder gibt sich in

Bayern als oberster Bienen- und

Baumschützer, nachdem die Grünen

bei der Landtagswahl im vergangenen

Jahr die absolute Mehrheit

der CSU verhinderthaben.

Die Spitzen von Union und Grünen

bewegen sich aufeinander zu.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer

lobte in ihrer Rede am Freitag

die Fortschritte ihrer Partei in Sachen

Klimapolitik. Mehr noch: DasC

für „Christlich“ im Parteinamen sei

ein Auftrag zu nachhaltiger Politik.

Undmit dem Appell zu einem besseren

Schutz von Kindern vor Armut

griff Kramp-Karrenbauer ein Herzensanliegen

der Grünen auf. Auch

die Grünen-Spitzedemonstrierte bei

ihrem Bielefelder Bundesparteitag

Delegierte im Dauerklatschmodus

vor einer Woche Kompromiss- und

Koalitionsbereitschaft. Ob in der

Klima-, Wirtschafts- oder Sozialpolitik:

Der offensiv formulierte Machtanspruch

der Grünen ist zugleich

das Eingeständnis, dass grünes Regieren

ohne die Union nicht geht.

Beide Parteien wissen um die Risiken

der schwarz-grünen Annäherung.

Die Union droht Zuspruch an

ihrem rechtenRand zu verlieren, die

Grünen an ihrem linken. Undgewiss

ist man in vielen Punkten noch weit

voneinander entfernt –bei der Landwirtschaftspolitik

etwa, in der Sozialund

Wohnungspolitik.

Kompromiss als Strategie

Doch beide Parteien kalkulieren Verluste

an ihren Rändern ein zugunsten

vonZugewinnen in der Mitte.IhrenStrategen

ist klar,dass die Regierbarkeit

Deutschlands von der Kompromissbereitschaft

der Parteibasis

abhängt. So stimmten die Unionsparteien

und Grüneauf ihren Parteitagen

auf eine Zukunft ein, für die

nicht wenige in ihren Reihen

schwarz-grün sehen.

Marina Kormbaki

beobachtet erstauliche

Kompromissbereitschaft.

Beim CDU-Parteitag spricht CSU-Chef Markus Söder ein Grußwort, das eher an eine Bewerbungsrede erinnert

VonDaniela Vates

Esreißt die Delegierten von den

Stühlen. Sieklatschen begeistert,

es fehlt nicht viel zum Jubel. Auf der

Bühne des CDU-Parteitags steht

Markus Söder, lächelt freundlich

und winkt. Er hat ein Grußwort gehalten,

so steht es im Programm.Tatsächlich

ist es eine Bewerbungsrede.

Auf der Bühne der CDU steht ein

weiterer Interessent um die Kanzlerkandidatur

der Union –oder zumindest

einer, der seinen Anspruch

deutlich macht, mitzureden.

Söder sagt das nicht direkt, er hat

bisher jegliche Ambitionen strikt zurückgewiesen.

Aber man kann sich ja

auch anders ins Gespräch bringen.

„Nur wenn wir uns selbst begeistern

können, werden wir auch anderebegeistern“,

sagt er. Es gehe auch

darum, wen die Bürger „am liebsten

ins Wohnzimmer einladen“. DieDelegierten

im Dauerklatschmodus.

Söder ist ein guter Redner, ein

Meister der Effekte. Seine politischen

Botschaften kleidet er in Bilder,

ineinfache Sätze ohne Parteiprogramms-Worte,

gemischt mit

Augenzwinkern und spontan wirkenden

Kunstpausen.

„Das Auto ist in Deutschland

nicht der Feind“, ruft Söder.Und die

Grundrente, ander der Wirtschaftsflügel

so nagt, sei gut, schon allein

aus strategischer Sicht: „Mit sozialen

Fragen macht man keine Wahlkämpfe.“

Er spart sich die CSU-Chef-typischen

Elogen auf bayerische Sensationspolitik,

mit der Ausnahme seines

Raumfahrtprogramms.Aber die entschärft

er mit einem Gag: Er wisse

schon, wen ermit einer Rakete zum

Mond schicken würde. Söder zelebriert

die Bescheidenheit, die CSU

ist bei ihm nur die „kleine Schwester“,

die halt etwas aufsässig sei.

Fast nebenbei wischt Söder die

Urwahl des Kanzlerkandidaten vom

Tisch, mit ein paar Sätzen. Die SPD

praktizieredies ja, und dieser Ablauf

sei „nicht gerade ein totales Vorbild

für uns“, sagt er. Die Delegierten jubeln

–dass die Junge Union ihren

Antrag später nicht durchbringen

wird, ist da schon klar.

Söder:„Ich finde nicht, dass unser Akku

leer ist. Meiner sowieso nicht.“ GETTY IMAGES

Und fast wie nebenbei kommt

auch eine Entschuldigung daher. Es

klappe nicht, die AfD durch immer

schärfereRhetorik zu überholen und

damit Wähler zurückzugewinnen,

„ohne tief in der bürgerlichen Mitte

Substanzverluste zu haben“. Söder

wendet sich Merkel direkt zu, auch er

ist sie im Flüchtlingsstreit hartangegangen.

Die Kanzlerin nickt lä-

AFP

chelnd. EinUnions-Kanzlerkandidat

bräuchte auch die Merkel-Anhänger.

Ein Kanzlerkandidat braucht

auch die Abgrenzung. Söder behauptet,

die Grünen würden Drogen

freigeben und Fleisch verbieten.

Die AfD erklärt ernicht zum Herausforderer,

nicht zum Gegner, sondern

zum „Feind“. Söder mahnt zu

Geschlossenheit und Optimismus:

„Ich finde nicht, dass unser Akku leer

ist. Meiner sowieso nicht.“ Hätte

Friedrich Merz diese Rede gehalten,

wäre esvielleicht kritisch geworden

auf dem Parteitag für Annegret

Kramp-Karrenbauer. Hätte Kramp-

Karrenbauer so gesprochen, statt die

Vertrauensfrage zu stellen, wären ihr

die Delegierten möglicherweise zu

Füßen gelegen.

Zu Kramp-Karrenbauer sagt Söder:„Die

Annegret macht einen tollen

Jobals Verteidigungsministerin.“

DenParteivorsitz lässt er weg.

Kramp-Karrenbauer geht mal lieber

schnell ans Pult:„Das ist dein Applaus“,

sagt sie und Söder geht mit

ihr von der Bühne. Der Effekt ist gesetzt.

Erfolg für

demokratische

Kandidaten

Hohe Wahlbeteiligung bei

Ratswahlen in Hongkong

Schlange stehen vor der Bezirksratswahl

in Hongkong.

DPA

Mit einer Rekordbeteiligung bei

den Bezirkswahlen und starken

Zugewinnen für demokratische

Kandidaten hat Hongkongs Bevölkerung

der Protestbewegung den Rücken

gestärkt. Wiedie Wahlkommission

in der Nacht zu Montag (Ortszeit)

mitteilte, lag die Wahlbeteiligung

bei 71,2 Prozent. 2,94 Millionen

der 4,1 Millionen wahlberechtigten

Hongkonger gaben demnach ihre

Stimmen ab –soviele wie nie zuvor.

Die Auszählung begann direkt

nach Schließung der Wahllokale.

Laut der Hongkonger Zeitung South

China Morning Post lagen gegen 5.15

Uhr am Montagmorgen (Ortszeit)

die demokratischen Kandidaten

deutlich vorn. Ansie gingen bis dahin

201 der 452 zu vergebenen Sitze.

Das waren bereits zu diesem Zeitpunkt

deutlich mehr, als sie zuvor

hatten. An das Pro-Peking-Lager,das

bisher etwas drei Viertel der Posten

besaß, gingen demnach zunächst

nur 28 Sitze. Unabhängige Kandidaten

sicherten sich 12 Sitze. 211 Sitze

der 18 Bezirksräte der Stadt waren

noch nicht ausgezählt.

Erstmals seit Monaten erlebte die

chinesische Sonderverwaltungsregion

ein Wochenende ohne große

Demonstrationen und Ausschreitungen.

Stattdessen bildeten sich am

Sonntag lange Warteschlangen vor

den Wahllokalen.

Mit dem große Interesse an der

Wahl unterstrichen die Hongkonger

ihrenWunsch nach echter Demokratie

und politischen Veränderungen

und sendet zugleich eine klare Botschaft

an Peking. Beobachter hatten

in dem Urnengang ein Referendum

darüber gesehen, ob die schweigende

Mehrheit nach fast sechs Monaten

andauernder Proteste noch

hinter der Anti-Regierungsbewegung

steht. Bleibt es bei dem starken

Ergebnis für die Demokraten, wäre

das zudem eine Schlappe für Regierungschefin

Carrie Lam, deren

Rücktritt gefordertwird.

Dennoch haben die Wahlen vor

allem symbolische Bedeutung, da

die Bezirksräte der Stadt nicht wirklich

über politische Macht verfügen.

Sie können keine Gesetze verabschieden

oder selbst nennenswerte

Entscheidungen treffen. Als Gremien

beraten sie die Regierung und

machen Vorschläge, wie sich die Lebensqualität

in den Stadtteilen verbessernlässt.

Dasbei derWahl dominierende

Lager erhält Sitze im1200-

köpfigen Wahlkomitee, das alle fünf

Jahre den Hongkonger Regierungschef

wählt. In demGremium ist aber

sichergestellt, dass am Ende stetsder

von Peking favorisierte Kandidat gewinnt.

Mehr als 1000 Kandidaten traten

bei diesen Lokalwahlen an. „Die

Wahl ist die letzte Möglichkeit, unsere

Meinung zu äußern. Die meisten

Proteste wurden von der Regierung

verboten“, sagte ein 26 Jahrealter

Bankangestellter nach der Abgabe

seiner Stimme.„Beiden letzten

Wahlen gab es in unserem Bezirk nur

Pro-Peking-Kandidaten. Dieses Mal

warauch eine demokratische Kandidatin

dabei. Es hat sich etwas geändert.“

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 5· ·

·······················································································································································································································································································

Politik

Alle 72 Stunden stirbt eine Frau

Zehntausende gehen international auf die Straßen, um gegen Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. Allein in Paris waren es fast 50 000 Menschen

Zehntausende Menschen

haben in Parisund Romein

Ende der Gewalt gegen

Frauen gefordert. In der

französischen Hauptstadt waren

ganzeStraßenzüge in Lila getaucht –

die Farbe der Bewegung. Die Demonstrationen

fanden im Vorfeld

des Internationalen Tages gegen Gewalt

an Frauen statt, der jährlich am

25. November begangen wird. In

Deutschland mahnten SPD und Gewerkschaften

einen wirksamen

Schutz vonFrauen vorGewalt an. Allein

in Paris gingen nach einer von

mehreren Medien in Auftrag gegebenen

unabhängigen Zählung 49 000

Menschen auf die Straße. Landesweit

gab es rund 30 Kundgebungen.

Die Teilnehmer wollten unter anderem

auf die hohe Zahl sogenannter

Femizide aufmerksam machen –

also Tötungen vonFrauen wegen ihresGeschlechts.Zudem

forderten sie

einen besseren Schutz für Frauen.

„Brecht das Schweigen“

Auf Schildern inParis war unter anderem

„Brecht das Schweigen, nicht

die Frauen“ oder „Aggressoren, Stalker,ihr

seid erledigt, die Frauen sind

auf der Straße“ zu lesen.

Die Veranstalter sprachen ihrerseits

von100 000 Demonstranten allein

in Paris. Es habe sich um den

„größten Marsch der französischen

Geschichte“ gegen sexistische und

sexualisierte Gewalt gehandelt, erklärte

eine der Organisatorinnen,

Caroline De Haas. Landesweit seien

rund 150 000 Menschen auf die

Ganze Straßenzüge hatten die Demonstranten in Paris am Sonnabend anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen in Lila getaucht.

Straße gegangen. Zu den Protesten

hatten knapp 70 Organisationen,

Parteien, Gewerkschaften und Verbände

aufgerufen. „Das individuelle

und kollektive Leugnen dauert

schon zu lange an“, sagte die 53-jährige

Cathy Augier, die bei dem Protestzug

in Paris mitlief. „Es gibt so

viele schreckliche Geschichten und

so viele Frauen, die das hinnehmen

müssen. Dasmuss aufhören.“

Nach Recherchen der Nachrichtenagentur

AFP hat es in diesem Jahr

mindestens 116 Femizide in Frankreich

gegeben, im gesamten vergangenen

Jahr waren es 121. Experten

des Europarats hatten Frankreich in

dieser Woche einen Mangel an

Schutzunterkünften und zu laxe Gesetze

vorgeworfen. Justizministerin

Nicole Belloubet hatte das Versagen

der öffentlichen Einrichtungen ein-

AFP

gestanden. „Unser System schafft es

nicht, diese Frauen zu schützen“,

sagte Belloubet. Diefranzösische Regierung

will am Montag Ergebnisse

eines Runden Tischs gegen häusliche

Gewalt vorstellen.

In Rom marschierten Zehntausende

Menschen hinter einem

Spruchband mit dem Motto „Gegen

eureGewalt, wir sind die Revolution“

durch die Stadt. Die meisten Teilnehmer

waren Frauen. Nach Angaben

vonFrauenorganisationen stirbt

in Italien alle 72 Stunden eine Frau

durch die Gewalt eines ihr bekannten

Mannes,meist des Partners.Drei

der vier sogenannten Femizide finden

zu Hause statt. Um der Opfer zu

gedenken, setzten sich alle Teilnehmer

des Demonstrationszuges in

Rom für einige Minuten still auf die

Straße.Sie wollten damit nach Angaben

der Organisatoren ein Zeichen

setzen für die Frauen, die ihre

Stimme nicht mehr erheben könnten,

weil sie durch Gewalt von Männern

gestorben seien. Der italienische

Wirtschaftsminister Roberto

Gualtieri kündigte an, die Regierung

werde amMontag zwölf Millionen

Euro für die Waisen getöteter Frauen

freigeben. Das Geld könne den

„Mangel an Zuneigung“ nicht ausgleichen,

trage jedoch zur Finanzierung

der Ausbildung, ärztlichen Versorgung

und beruflichen Eingliederung

der Betroffenen bei, schrieb er

im Onlinedienst Twitter.

120 Millionen Euro zum Schutz

Derweil gingen in Russland knapp

200 Gegner einer geplanten Gesetzesverschärfung

zum Schutz von

Frauen auf die Straße. Das Gesetz

sieht härtere Strafen für häusliche

Gewalt vor. Der Organisator der

Kundgebung, der orthodoxe Aktivist

Andrej Kormuchin, sagte, die bestehenden

Gesetze würden Frauen bereits

ausreichend schützen. Die Änderungen

verstießen gegen die „traditionellen

Familienwerte“.

In Deutschland forderten Gewerkschaften

die Bundesregierung

auf, die im Sommer verabschiedete

Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation

gegen Gewalt und

Belästigung in der Arbeitswelt zu ratifizieren.

SPD-Generalsekretär Lars

Klingbeil zufolge stellt der Bund in

den nächsten vier Jahren 120 Millionen

Euro für Frauenhäuser und Beratung

bereit. (AFP)

ANZEIGE

Gesunde

Gelenke auch

im Alter?

Nervenschmerzen mitBegleiterscheinungenwie

ANZEIGE

BrennendeSchmerzen,Kribbelnoder

Taubheitsgefühle in Beinen undFüßen?

Dassollten Siewissen!

Nervenschmerzen in denFüßen

können vonverschiedenenArten von

Missempfindungen begleitet werden

Spezielle Mikro-

Nährstoffe unterstützen

Gelenkgesundheit

Steife Hüfte, unbewegliche

Schultern, müdeKnie: Probleme

mit den Gelenken

treten imAlter häufig auf.

Doch für die Gelenkgesundheit

kann jeder etwas

tun. In dem speziellen

Mikro-Nährstoffdrink

Rubaxx Gelenknahrung

(Apotheke) stecken nicht

nur vier wichtige körpereigene

Gelenkbausteine,

sondern auch 20spezifischeVitamine

und Mineralstoffe.Diese

fördern u.a. die

Funktion von Knorpel und

Knochen (z.B. Ascorbinsäure)

oder tragen zum

Erhalt gesunder Knochen

bei(z.B. Phyllochinon).

Unser Tipp: 1x täglich

ein Glas Rubaxx

Gelenknahrung.

Für Ihren Apotheker:

Rubaxx

Gelenknahrung

(PZN 14290705)

Schenken Sie

Beweglichkeit

fürs neue

Jahr!

++AKTUELL++Bei brennenden SchmerzenoderKribbelnund TaubheitsgefühleninBeinenoderFüßengreifenPatienten

sehr schnellzuherkömmlichen Schmerzmitteln.Was vielejedochnicht wissen:

DieUrsache dieser Schmerzensindhäufig geschädigteNerven. DaherhelfenherkömmlicheSchmerzmittel

hier oft nicht. Dieneu veröffentlichte Leitliniefür Diagnostik undTherapie in derNeurologie 1

warntnun sogarausdrücklichvor demEinsatz herkömmlicher Schmerzmittelbei Nervenschmerzen.

Ob brennende Schmerzen in Beinenund

Füßen oder ein Gefühl, als

würde manineinem Ameisenhaufenstehen:

DieseSymptometreten

häufigals Begleiterscheinungenvon

Nervenschmerzen (Neuralgien)

auf. Für zahlreiche Diabetiker gehören

Nervenschmerzen zum Alltag.

Viele herkömmliche Schmerzmittel

helfen Betroffenen jedoch

nurwenig.Davor warnen nunauch

deutscheMediziner in der im September

neu veröffentlichten Leitlinie

für Diagnostik und Therapie

in der Neurologie ausdrücklich.

Wörtlichbesagtdiese:

Wenig überraschend für Experten,

denn: Herkömmliche Schmerzmittel

bekämpfen Entzündungen.

Diesesindjedochnicht die Ursache

vonNervenschmerzen.

Wasalsotun,wennman unter

Nervenschmerzenleidet?

Mit einem Arzneimittel namens

Restaxil (Apotheke), das

speziell zur Behandlung von Nervenschmerzen

entwickelt wurde,

können diese Schmerzen wirksam

bekämpft werden –und das

ganz ohne bekannte Neben- oder

Wechselwirkungen.

Empfehlung: Nicht-Opioidanalgetika (NSAR, Cox-2-Inhibitoren,

Paracetamol, Metamizol) sollten nicht zur Therapie chronischer

neuropathischer Schmerzen jeglicher Ursache verwendet werden,

da es keine Evidenz einer Wirksamkeit gibt.¹

Auszug aus der neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

>> Die sogenannten Leitlinien der Wissenschaftlichen

Medizinischen Fachgesellschaften geben Ärzten Hilfestellungen

und Empfehlungen zur Diagnose und Therapie verschiedener

Krankheitsbilder. Sie basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen

und sollen für mehr Sicherheit in der Medizin sorgen.

5-fach-Wirkkomplex

überzeugt

In Restaxil steckt die Kraft aus

fünf Arzneipflanzen, die sich bei

Nervenschmerzen bewährt haben.

So setzt z. B. Gelsemium

sempervirens laut Arzneimittelbild

im zentralen Nervensystemanund

wird bei Schmerzen am ganzen

Körper eingesetzt. Iris versicolor

hatsichwiederum beider Behandlung

von brennenden Schmerzen

in den Füßen bewährt. Diese zwei

Arzneipflanzen wurden mitder natürlichenWirkkraftaus

Spigelia anthelmia,

Cimicifuga racemosa und

Cyclamen purpurascens kombiniert.

Durchdie spezielleDosierung

und Abstimmung aller Wirkstoffe

ergibt sich die außergewöhnliche

5-fach-Wirkformel vonRestaxil.

Entscheidende Vorteile:

gute Verträglichkeitund

Tropfenform

Besonders Diabetes-Patienten,

die ohnehin schon viele Medika-

mente nehmen müssen, profitieren

bei Nervenschmerzen von

einem Arzneimittel, das sowohl

wirksam als auch gut verträglich

ist –Restaxil bietet beides. Dank

der Tropfenform können Anwender

Restaxil individuell dosieren.

Die Tropfenschlagenzudem nicht

auf den Magen und haben keine

Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln. Restaxil ist rezeptfrei

in jeder Apothekeerhältlich.

Für Ihren Apotheker:

Restaxil

(PZN 12895108)

Abbildung Betroffenen nachempfunden •

www.rubaxx.de

¹SchlerethT.etal.,Diagnose undnicht interventionelleTherapieneuropathischer Schmerzen,S2k-Leitlinie, 2019,in: Deutsche Gesellschaft fürNeurologie(Hrsg.),Leitlinienfür Diagnostikund Therapieinder Neurologie.Online: www.dgn.org/leitlinien(abgerufenam14.10.2019)

RESTAXIL.Wirkstoffe: GelsemiumsempervirensDil.D2, Spigelia anthelmiaDil.D2, Iris versicolorDil.D2, Cyclamen purpurascens Dil. D3,Cimicifuga racemosa Dil. D2.HomöopathischesArzneimittel beiNeuralgien(Nervenschmerzen). www.restaxil.de•ZuRisiken undNebenwirkungen

lesenSie die Packungsbeilageund fragen SieIhren Arzt oder Apotheker.•Restaxil GmbH,82166 Gräfelfing


6* Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

NACHRICHTEN

Telekom-Betriebsrat

will keine Huawei-Technik

Im Streit um Huawei-Technik im

5G-Netz schaltet sich der Telekom-

Betriebsrat ein. Dessen Vorsitzender

Josef Bednarski ist mittelfristig für

den Ausschluss des chinesischen

Netzwerkausstatters.Man

sollte in zwei bisdreiJahren auf

Huawei-Technik verzichten, „um

die Gefahr chinesischer Datenspionage

in der deutschen Industrie und

Politik zu minimieren“. DieEUsei in

der Pflicht, europäische Netzwerkausstatter

zu stärken und Arbeitsplätzezuerhalten.

(dpa)

Medikamente sind in

Deutschland teuer

Verschreibungspflichtige Medikamente

sind in der Bundesrepublik

vergleichsweise teuer.Wie die britische

Healthtech-Firma Medbelle in

einer Untersuchung festgestellt hat,

liegt Deutschland hinter den USA

auf Platz zwei der Länder mit den

weltweit höchsten Preisen für Arzneien.

Laut Medbelle liegen die hiesigen

Preise 126 Prozent über dem

internationalen Durchschnitt. Verglichen

wurden die Preise von13

weit verbreiteten Medikamenten in

50 Ländern. (hö)

Auslastung der Fernzüge

deutlich gestiegen

Fernzüge derDeutschen Bahn werden

immer voller.

FOTO: CHRISTIAN CHARISIUS/DPA

DieAuslastungder Fernzüge der

Deutschen Bahn ist in den vergangenen

zehn Jahren deutlich gestiegen.

2008 waren Intercity und ICE

im Schnitt nicht mal halb voll –

durchschnittlich 44,2 Prozent der

Plätzewaren besetzt. Bis2018 stieg

diese Quote auf 56,1 Prozent, wie der

Bahnbeauftragte der Bundesregierung,

Enak Ferlemann, mitteilte.Bei

0,1bis 0,7 Prozent der Züge mussten

demnach Passagierewegen Überfüllung

wieder aussteigen. (dpa)

Altmaier: Freies Internet

sollte Menschenrecht sein

Bundeswirtschaftsminister Peter

Altmaier vergleicht den Zugang zu

freiem Internet mit dem Recht auf

Bildung oder medizinische Versorgung.

„Der freie Zugang zum Internet

muss ein Grund- und Menschenrecht

sein, das für alle Menschen

weltweit gilt“, erklärte der

CDU-Politiker am Sonntag. „Sowie

es ein Grundrecht ist, Zugang zu

Wasser,zur Gesundheitsversorgung

oder zu Bildung zu haben.“ Das

Internet müsse auch für Bürger in

Schwellen- und Entwicklungsländern„global

und frei bleiben“, so

der Minister weiter. (dpa)

Dübelkönig Fischer fordert

innovativeren Klimaschutz

Derauch Dübelkönig genannte

Unternehmer Klaus Fischer aus dem

Nordschwarzwald vermisst in

Deutschland den richtigen politischen

Rahmen für Klimaschutz. Der

beschlossene Preis für CO 2 bedeute

„bürokratischen Mehraufwand ohne

transparenten Nutzen“, kritisierte

der Chef des Befestigungsspezialisten

Fischerwerke. Zuvorwar das

Unternehmen mit dem Deutschen

Nachhaltigkeitspreis in der KategorieGroßunternehmen

ausgezeichnet

worden. (dpa)

Jedes Grad zählt

Die Heizkosten werden steigen. Verbraucherkönnen einiges tun, um ihre Ausgaben zu senken

Von Mechthild Henneke

Nach den ersten kalten TagenkommenschnellFragen

nach den Heizkosten

auf. Dieser Herbst lässt

sich kühler an als der im Vorjahr.Das

Klimapaket der Bundesregierung

droht zusätzlich, die Preise für die

fossilenBrennstoffeÖlundGasindie

Höhe zu treiben. Zunächst sind

10 Euro proTonne CO 2 geplant –eine

Auflage, die die Energieunternehmen

möglicherweise an die Kunden

weitergeben. Wir erklären, mit welchen

Preisen in der laufenden Saison

zu rechnen ist und wie die Kosten gedrosselt

werden können.

Preisentwicklung: „Für die meisten

Energieträger werden die Heizkosten

steigen“, sagt Sophie Fabricius

von CO2online. Die Gesellschaft erstellt

einmal im Jahr gemeinsam mit

dem Deutschen Mieterbund im Auftrag

des Bundesumweltministeriums

den Heizspiegel für die Bundesrepublik.

Allein die kühle Witterung

des laufenden Jahres lasse darauf

schließen, dass es voraussichtlich

mehr Tage geben wird, an denen

man heizen muss. „Das führt dazu,

dass meine Rechnung höher wird“,

sagt Fabricius.

Einzelne Energieträger: Wermit Erdgas

heizt, wird indiesem Jahr vermutlich

draufzahlen müssen. Rund

735 Euro werden voraussichtlich im

Durchschnitt fällig für Bewohner

einer 70 Quadratmeter großen Vergleichswohnung,

wie CO2online errechnete.

Das wären 35Euro mehr

als im vergangenen Jahr.„BeiÖlbleiben

die Preise voraussichtlich

gleich“, sagt Fabricius. Das Portal

kam auf eine Summe von 845 Euro

für 2019 –das ist genauso viel wie in

2018. „Dieser Preis ist schon relativ

hoch“, sagt Fabricius. Für Fernwärme

rechnet die Gesellschaft mit

einem Anstieg von rund 50Euroauf

910 Euro im laufenden Jahr. Den

Daten zufolge heizt nahezu die Hälfte

der mehr als 40 Millionen Haushalte

in Deutschland mit Erdgas

(48 Prozent). Heizöl kommt bei rund

einem Viertel aller Haushalte zum

Einsatz (26 Prozent), Fernwärme bei

rund 14 Prozent. Wärmepumpen,

die natürliche Wärme aus dem Boden,

der Luft oder dem Grundwasser

nutzbar machen und als klimaneutrale

Alternative gelten, beheizen

bislang lediglich 2Prozent der Haushalte.Sie

werden allerdings schon in

30 Prozent der Neubauten eingebaut.

Neue Klimaschutzgesetze: Die CO 2 -

Bepreisung vonBenzin, Diesel, Heizöl

und Erdgas soll 2021 mit einem

Festpreis für Verschmutzungsrechte

von 10Euro pro Tonne CO 2 starten,

so der Plan des Gesetzgebers. Bis

2025 soll der Preis schrittweise auf

35 Euro steigen. Wiesich diese Neuerung

auf die Brennstoffpreise auswirkt,

kann Fabricius noch nicht sagen.

„Wir müssen erst abwarten, was

genau gesetzlich beschlossen wird.“

Staubsaugerbeutel,

Katzenstreu,

Windeln oder Stoffreste – und

ruck, zuck ist die Mülltonne voll.

Rund 13,1 Millionen Tonnen Hausoder

auchRestmüll haben die Deutschen

laut Statistischem Bundesamt

2017 und 2016 pro Jahr produziert.

Wenn die Bürger für die Abholung

der schwarzen Tonne künftig tiefer

in die Tasche greifen müssen, kann

das auch am geplanten Ausstieg aus

der Braunkohle liegen. Denn ein Teil

der aus dem Hausmüll hergestellten

sogenannten Ersatzbrennstoffe

Online-Heizkostenrechner: Über die Webseite

heizspiegel.de können vomVerbraucher

Daten aus der Heizkostenabrechnung,die

Wärmequelle und die Postleitzahl eingegeben

werden, um zu erfahren, ob die eigenen

Kosten im Vergleich zu anderen Haushalten

niedrig,mittel oder hoch sind.

EXPERTEN GEBEN TIPPS

Tipps der Verbraucherzentrale: Aufder Webseite

der Verbraucherzentrale gibt es zahlreiche

Links zum Thema Heizkosten sparen. Diese

beziehen sichzum einen auf das eigene

Heizverhalten, zum anderen auf die Optimierung

der Heizanlage(verbraucherzentrale.de/

wissen/energie/heizen-und-warmwasser).

Wohin mit dem Abfall?

GRAFIK: SASCHA JAECK

EinAnstieg voneinigen Cent proKilowattstunde

hält Fabricius für möglich.

Wereine alte Ölheizung gegen

eine klimafreundlichere Variante

auswechselt, soll mit einer Austauschprämie

von bis zu 40 Prozent

der Kosten gefördert werden. Der

Einbau neuer Ölheizungen soll ab

2026 verboten sein –„in Gebäuden,

in denen eine klimafreundlichere

Wärmeerzeugung möglich ist“, so

die Gesetzesvorlage.Für die energiesparende

Gebäudesanierung ist eine

steuerliche Förderung geplant.

Das Heizverhalten: Ein wesentlicher

Faktor zum Senken der Heizkosten

liegt im eigenen Verhalten. „Wer auf

ein Grad Wärme in der Wohnung verzichtet,

spart schon 6 Prozent der

Heizkosten“,sagtFlorianMundervon

der Verbraucherzentrale Berlin. Er

empfiehlt eine Temperatur von

20 Grad für Wohnräume. Das Schlafzimmerkönne

etwas weniger beheizt

werden –unter Umständen nur bis

18 Grad. Diemeisten Heizungen verfügen

inzwischen über Thermostatknöpfe

mit Ventil.Die Stellung 3entsprichtdabeiinderRegeleinerRaumtemperatur

von 20 Grad. „Je Stufe

steigtdie Temperatur um drei bis vier

Grad an“, sagt Munder. Und ganz

wichtig:DieTürenvomSchlafzimmer

oder anderen niedriger geheizten

RäumenzumRestderWohnungmüssen

geschlossen bleiben. „Es gilt, den

Austauschzwischen den verschieden

erhitzten Luftmassen zu verhindern“,

sagt Munder. Anden kälteren Stellen

bestehe sonst die Gefahr, dass sich

Feuchtigkeit niederschlage – das

kann zu Schimmelführen.

Heizcheck vor Ort: Wer das Gefühl

hat, dass seine Heizungsanlage nicht

richtig eingestellt ist, kann diese von

der Verbraucherzentrale überprüfen

lassen. „Der Check ist anbieterneutral“,

sagt Munder. Ratsuchende

müssen einen Eigenanteil von

30 Euro zahlen, der Rest wird durch

öffentliche Förderung übernommen.

„Dieser Check wendet sich an

alle,die Zugang zur Heizungsanlage

haben“, sagt Munder. Das sind

neben Eigenheimbesitzern auch

Mieter, die eine Gasetagenheizung

haben. Ein Experte kommt, um die

Effizienz der Maschine zu überprüfen.

Außerdem wirdein Datenlogger

an die Anlage angeschlossen, der die

Funktion der Anlage über 24 Stunden

dokumentiert. DasErgebnis der

Überprüfung wird per Post zugesandt.

„Außerdem gibt es Empfehlungen

zur Optimierung der Anlage“,

sagt Munder.

Abrechnungen überprüfen: Auch Heizungsabrechnungen

können von

der Verbraucherzentrale geprüft

werden. „Bei den Abrechnungen

werden öfter Fehler gemacht, als

man denkt“, sagt Munder.Die Beratung

zur Heizkostenabrechnung in

den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale

sind für die Ratsuchenden

kostenfrei. Fabricius kritisiert,

dass die Abrechnungen für die Verbraucher

schwer verständlich sind.

Weil die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden,fehlen Kapazitäten beider Müllverbrennung

Von Martin Kloth

(EBS) wird dann nicht mehr in den

Kohlekraftwerken zur Stromerzeugung

mitverheizt. Experten sehen

daher derzeit eine Verunsicherung

auf demMüllmarkt.

Im Zuge der Energiewende würden

sukzessive Kohlekraftwerke

außer Betrieb genommen, heißt es

in einer Studie mit dem Titel „Energieerzeugung

aus Abfällen –Stand

und Potenziale in Deutschland bis

2030“ des Umweltbundesamtes

(UBA). Damit werdespätestens2030

auch die Mitverbrennung vonAbfällen

in diesen Anlagen nicht mehr

möglich sein. Laut Bundesumweltministerium

wurden zuletzt etwa

1,5 Millionen Tonnen Müll als EBS in

Kohlekraftwerken mitverfeuert.

„Der Kohleausstieg ist ein Unsicherheitsfaktor

für die Müllentsorgung.

Wenn ein Block wegfällt,

bleibt Müll liegen“, sagt deshalb

Knut Förster, Geschäftsführer der

kommunalen Abfallverwertungsgesellschaft

Chemnitz (AWVC). Deren

aufbereitete Abfälle werden bislang

im KraftwerkJänschwalde verfeuert

–doch im Sommer 2020 soll damit

Schluss sein. Die bisher 3500 Lkw-

Ladungen Abfallpellets aus Chemnitz

sollen dann zur Müllverbrennungsanlage

Zorbau in Lützen in

Sachsen-Anhalt transportiert werden.Laut

Förster sind nun die Preise

für die Entsorgung indie Höhe geschossen:

Die AWVC hat inklusive

Transport und Logistik bislang

61 Euro pro Tonne anJänschwalde

gezahlt. Künftig werden 65 Euro pro

Tonne fällig –ohne Transport und

Logistik.

Hinzu kommt: Die bundesweit

66 Müllverbrennungsanlagen waren

laut Institut für Energieverfahrenstechnik

und Chemieingenieurwesen

(IEC) in Freiberg 2016 zu

97,5Prozent ausgelastet. (dpa)

BMW will

keine eigenen

Batterien

Lieferverträgebis ins

Jahr2031abgeschlossen

Von Thomas Magenheim

Der Autohersteller BMW bereitet

sich auf steigende Verkaufszahlen

für Elektroautos vor. Doch anders

als die Konkurrenz willder Konzern

vorerst ohne eigene Batterieproduktion

auskommen. Während

VW zusammen mit Northvolt eine

Fabrik in Salzgitter bauen will und

Tesla für sein Berliner Werk eine „Gigafactory“

ankündigt, will BMW die

benötigten Batteriezellen weiter bei

den Spezialisten einkaufen – das

aber in großem Stil.

Deshalb hat der Premiumhersteller

nun Aufträge für Batteriezellen

im Umfang vonüber 6Milliarden

Euro neu vergeben. „Damit sichern

wir langfristig unseren Bedarf an

Batteriezellen“, sagt BMW-Einkaufschef

Andreas Wendt. Für

3,3 Milliarden Euro kaufen die

Münchner beim chinesischen Lieferanten

CATL ein, der gerade ein Batteriezellwerk

im thüringischen Erfurt

errichtet. Das setzt auf bestehende

CATL-Bestellungen im Volumen

von 4 Milliarden Euro auf.

Beim südkoreanischen Zweitlieferanten

Samsung ordert BMW jetzt

Batteriezellen für 2,9 Milliarden

Euro neu. In der Summe bestehender

und neuer Verträge ergibt das ein

Einkaufsvolumen von 10,2 Milliarden

Euro.

Das soll die Elektroautoproduktion

bei BMW bis 2031 abdecken. Jede

Zellgeneration vergeben die Bayerndabei

an den technologisch und

betriebswirtschaftlich führenden

Zellhersteller. Wer das ist, glaubt

BMW durch eigene Zellforschung

im soeben für200Millionen Euro gebauten

und konzerneigenen Batteriezentrum

ermitteln zu können.

Dort werden auch Prototypen gebaut,

die Lieferanten als Muster dienen.

„Sohaben wir zu jeder Zeit Zugang

zur bestmöglichen Zelltechnologie“,

sagt Wendt zurStrategie.

BMW geht anderen Wegals VW

Die unterscheidet sich grundsätzlich

vonder bei VW.Die Wolfsburger

wollen in Salzgitter Batteriezellenin

einer eigenen Fabrik bauen, was

BMW bislang nicht plant. Die Bayern

lassen sich aber eine Hintertür

offen. „Ob wir Zellen zu einem späteren

Zeitpunkt selbst in Serie produzieren,

hängt maßgeblich vonder

Entwicklung des Lieferantenmarkts

ab“, sagt Wendt. Hochziehen könne

man eine solche Fertigung notfalls

binnen gut zwei Jahren, sagen Experten

im eigenen Haus. BMW

nimmt für sich in Anspruch, die

Wertschöpfungsprozesse bei der

Zellfertigung vollständig zu analysieren

und zu verstehen.

Außerdem kauft BMW für den

Batteriebau kritische Rohstoffe wie

Kobalt selbst in nachweisbar nachhaltigabbauendenMinen

in Australienund

Marokko ein und verpflichtet

CATL sowie Samsung dazu, nur

diese Materialien zu verwenden.Aus

dem Kobalt-Hauptabbauland Kongo

bezieht BMW keinen Rohstoff,

weil dort oft sehr umweltschädlich

und auch mittels Kinderarbeit geschürftwird.MitLithiumkauftBMW

auch einen anderen wichtigen Batterierohstoff

selbst ein.

Ab der bei BMW fünften Generation

von Elektroantrieben, die ab

2021 in Stromer eingebaut wird, haben

die Münchner zudem einen

Weggefunden, komplett ohne seltene

Erden auszukommen. „Damit

machenwir uns unabhängig vonderen

Verfügbarkeit“, erklärt Wendt.

Die Zelltechnologie erforscht BMW

mit dem schwedischen Batteriespezialisten

Northvolt und dem belgischen

Materialexperten Umicore.

BisEnde dieses Jahres soll rund eine

halbe Million elektrifizierter BMW

auf den Straßen der Welt fahren. Bis

2025 soll der Absatz dann jährlich

um knapp ein Drittel steigen.


1Rubbellos

gratis

Erhalte1Extra-Los

Extra-Los

fürjedes gekaufte

Aktionsprodukt und

gewinnetolle Preise

bei derYellow Week

Losparty

PREISE ZUM ABFEIERN:

EINE WOCHESUPER-ANGEBOTE!

Nutella,

1000 g

1000 g

3. 99

Milka Schokolade

versch. Sorten, 87 –100 g

(-.59 –-.68 /100 g)

Maggi Fix

versch. Sorten,

26 –92g

(-.48 –1.69 /100 g)

Aktion

–.59 *

Aktion

–.44 *

Trauben hell kernlos

Brasilien/Peru, Kl. l

Sorte: siehe Verpackung

(4.98 /kg)

kernlos

Mon Cheri Kirschpralinen

versch. Sorten, 157g

(1.41 /100 g)

500 gSchale

2. 49*

Lätta, 550g

(1.60 /kg)

XXL

550 g

–.88 *

1Rubbellos

gratis

Pepsi,

Schwip

Schwap,

Mirinda

oder 7up,

6x1,5 Liter

teilweise

koffeinhaltig,

versch.

Sorten,

zzgl. Pfand

1.50

(-.33 /l)

Einzelpreis:

-.99

(-.66 /l)

6x1,5 Liter

2. 99*

2.5.94

–25%

2. 22*

2.2.99

Montag, 25.11.19 –Samstag, 30.11.19

KW 48 /national

Netto Marken-Discount AG &Co. KG •Industriepark Ponholz 1•93142 Maxhütte-Haidhof

Die abgebildeten Artikel sind nicht in allen Filialen erhältlich und können wegen des begrenzten Angebots schon am ersten Tagausverkauft sein.

*Erhältlich bei Netto City (nicht in allen Sorten). Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen.

online

Artikelmit diesem HinweissindimAktionszeitraum auch bestellbar unternetto-online.de

zum angegebenen Preis inkl. MwSt.zzgl. 4.95 € Versandkosten(versandkostenfreiab50€Warenwert)


8* Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Meinung

Mietendeckel

ZITAT

Populismus

in der Mieterstadt

Elmar Schütze

sieht die CDU bei der Wohnungspolitik

in einem Dilemma.

Zahlen lügen nicht. Man muss sie nur

richtig interpretieren. Wenn also bei

einer Umfrage mehr als 70 Prozent der befragten

Berliner für den Mietendeckel

sind, heißt das in allererster Linie, dass

das Wort von der Mieterstadt Berlin immer

noch stimmt. Derweit überwiegende

Teil der Hauptstädter wohnt zur Miete.

Kein Wunder, dass sich da eine satte

Mehrheit für fünf Jahre lang eingefrorene

Mieten, Obergrenzen und im Zweifel sogar

eine Absenkung findet.

Rot-Rot-Grün weiß sich also auf der

populären Seite, wenn der Deckel vor

dem Verfassungsgericht einmal in Karlsruhe

landen wird. Dortwirdersicher landen

– die Bundestagsfraktion der

CDU/CSU will ihn vom höchsten deutschen

Gericht klären lassen. Das hat jetzt

die CDU in Leipzig beschlossen.

Dabei sind die Umfragezahlen ein echtes

Dilemma für die CDU. Schließlich

muss die Volkspartei ein viel breiteres Klientel

abdecken als die übrigen Oppositionsparteien

in Berlin. Die FDP kann bei

der Deckelfrage unbeschadet als Hausund

Grundbesitzerpartei agieren. Unddie

AfD kann die Antisozialismuskeule noch

viel kräftiger schwingen als die Partei mit

dem CimNamen.

Wasbietet also die CDU den Mietern

unter ihren Wählern? Sie versucht es mit

einem „Berliner Mietergeld“. Dabei sollen

auch Haushalte mit mittlerem Einkommen

Mietzuschüsse bekommen. Etwa

400 000 Berliner wären berechtigt, laut

CDU-Berechnungen müsste das Land

jährlich 130 Millionen Euro aufbringen.

Kann man machen. Bloß dann sollte

man auch ehrlich sagen, wem das „Mietergeld“

zugute kommt: den Vermietern,

die sich über diese staatliche Subvention

freuen werden.

Abschiebung

Kein Platz

in diesem Land

Andreas Niesmann

freut sich, dass sich der Staat beim

Clan-Chef Ibrahim Miri durchsetzt.

Clan-Chef Ibrahim Miri ist in den Libanon

abgeschoben worden. Das ist

eine gute Nachricht. Endlich zeigt der

deutsche Rechtsstaat seine wehrhaften

Seite.Eswurde höchste Zeit.

Es war und ist unerträglich, wie der

Wiederholungstäter die deutsche Justiz,

den deutschen Staat und die deutsche

Gesellschaft verhöhnt hat. Deutschland

bot dem Mann eine Heimat, zum Dank

trat er die Regeln und Werte seines Gastlandes

mit Füßen. 19 Verurteilungen hat

er in 25 Jahren gesammelt, von Raub bis

Drogenhandel war alles dabei. Für einen

Mann wie ihn ist kein Platz in diesem

Land. Der Fall Miri zeigt, wie schwer sich

unsere offene Gesellschaft damit tut, IntensivtäternihreGrenzen

zu zeigen. Dass

der 46-Jährige nach seiner ersten Abschiebung

im Juli zurück nach Deutschland

kam und dann auch noch die Unverfrorenheit

besaß, einen Asylantrag zu stellen,

spricht Bände.

Das einzige Mittel dagegen ist Härte.

Nicht physische, aber die des Gesetzes.

Deshalb war es richtig, alle rechtlich zur

Verfügung stehen Mittel zu nutzen, um

den Mann loszuwerden. Das gilt selbst

dann, wenn die Behauptung seiner Anwälte

zutrifft, dass MirisSicherheit in seiner

libanesischen Heimat stärker gefährdet

ist als hierzulande.

Gut möglich, dass das stimmt. Ganz

ohne jeden Zweifel aber ist die Sicherheit

der deutschen Gesellschaft mit Miri gefährdeter

als ohne ihn. In Fällen wie diesem

geht es nicht darum, einen Kriminellen

zu bekehren. Es geht einzig und allein

darum, die Gesellschaft vor ihm zu beschützen.

Abschieben ist eine Lösung dafür.

Sollte Miri ein weiteres Mal zurückkommen,

bliebe nur noch wegsperren.

Transparentgestalter vor seinem Werk,sinnend

Zehntausende Frauen und einige

Männer haben am Wochenende in

Paris und Rom gegen die Misshandlung

von Frauen protestiert.

An diesem Montag, dem „Internationalen

Taggegen Gewalt an Frauen“, erstrahlen in

mehr als 100 deutschen Städten Gebäude in

Orange. Das ist kein ritualisierter Protest, es

ist auch keine feministische Folklore. DerRuf

der Frauen nach Respekt und Sicherheit ist

ein Akt kollektiver Selbstverteidigung. Die

Proteste machen ein scheinbar unsichtbares

Problem sichtbar.Sie zerren es aus den eigenen

vier Wänden heraus auf die Straße.Kein

Ort ist für Frauen so gefährlich wie ihr Zuhause,

niemand ist so gefährlich wie der eigene

Partner.

Jeden Tag versucht in Deutschland ein

Mann, seine aktuelle oder ehemalige Partnerin

zutöten. An jedem dritten Taggeschieht

eine solch furchtbareTat. Diese entsetzliche

Statistik ist vom Bundeskriminalamt. Juristen

sprechen vonTrennungstötungen. Jeder

Fall ist anders. Eines aber haben sie gemein:

Es sind geschlechtsbezogene Taten. Frauen

werden getötet, weil sie Frauen sind. Weil sie

in den Augen der Täter der ihnen zugeschriebenen

Rolle nicht entsprechen.

Häusliche Gewalt ist ein Tabuthema. Eine

Seltenheit ist sie nicht. Die Zahl der Frauen,

die von ihrem Partner angegriffen wurden,

entsprach mit bundesweit rund 114 000 erfassten

Fällen in den vergangenen Jahren der

Zahl der Wohnungseinbrüche. Weil Straftaten

–zumal dann, wenn sie von einer nahe

stehenden Person verübt werden –nicht immer

gemeldet werden, ist das tatsächliche

Ausmaß vonhäuslicher Gewalt noch größer.

Dasdarfeine Gesellschaft, die sich Gleichberechtigung

auf die Fahnen schreibt, nicht

hinnehmen.

Berlin gilt als tolerante Stadt, aber das ist

natürlich relativ. Kopftuchträgerinnen

oder Kippaträger werden andere Erfahrungen

machen als zum Beispiel ein weißer

Mann namens Burkard Dregger, seines Zeichens

Vorsitzender der Berliner CDU-Fraktion.

In dieser Funktion fordertereine Rückkehr

zur Null-Toleranz-Politik, die in dem

Fall ausnahmsweise aber mal nichts mit

Kopftüchern zu tun hat. Dregger möchte

nämlich, dass schon der Besitz geringer

Mengen von Cannabis wieder strafrechtlich

verfolgt wird. Derzeit bleiben Besitz und

Konsum vonbis zu 15 Gramm ja straffrei.

Allerdings zeigte sich unter CDU-Innensenator

Frank Henkel bereits 2015, dass eine

Null-Toleranz-Drogenpolitik das Problem

verlagert, aber nicht löst. Logisch, bei härteren

Kontrollen im Görlitzer Park gehen die

Dealer eben woanders hin. Die Stadt wirbt

mit ihren mehr als 2500 Parks und Gärten.

Wir könnten also im Schichtdienst 6,8 Vollzugsbeamte

pro Grünfläche abkommandieren,

dann hätten wir allerdings keine Polizisten

mehr übrig, die parkende Autos auf Radwegen

ignorieren. Oder sich eben um Einbrüche,Körperverletzungen

und Diebstähle

kümmern. Vonder überlasteten Justiz ganz

zu schweigen.

Eine Möglichkeit wäre es, dem Vorbild

Portugals zu folgen und den Besitz vonDrogen

aller Art als Ordnungswidrigkeit und

nicht mehr als Straftat zu ahnden. Dort sanken

die Zahlen der Konsumenten und Drogentoten

drastisch, weil auch auf Prävention

Gewalt gegen Frauen

Keine

Privatsache

Marina Kormbaki

findet, dass jeder dazu beitragen muss, Gewalt gegen

Frauen zu verhindern–vor allem aber die Männer.

Unddoch passiert oft genau das. Das gesellschaftliche

Bewusstsein für das Ausmaß

von geschlechtsspezifischer, oft sexualisierter

Gewalt ist nicht genügend ausgeprägt. Sie

wirdkaschiert. Etwa dann, wenn Medien von

einer „Familientragödie“ oder einem „Eifersuchtsdrama“

berichten, wo doch knallharte

Brutalität vorliegt. Solche Begriffe verharmlosen

das Verbrechen. Zudem schwingt da

der Vorwurfeiner Mitschuld des Opfers mit.

Voreiner Missdeutung geschlechtsbezogener

Gewalt ist auch die Justiz nicht gefeit. So

stufen Richter nach Angaben des Deutschen

Juristinnenbundes Trennungstötungen oft

nicht als Mord ein, also als Tataus niedrigen

Beweggründen. Sondern als Totschlag –mit

entsprechend milderen Strafen für Täter. Die

KOLUMNE

Weinläden

zu

Buchhandlungen

Katja Berlin

Autorin

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Richter berufen sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes

von2008. Dieses stellt Mord

in Abrede,wenn„die Trennung vondem Tatopfer

ausgeht und der Angeklagte durch die

Tat sich dessen beraubt, was er eigentlich

nicht verlieren will“. Der Besitzanspruch von

Männern an Frauen dient hier als Grundlage

der Rechtsprechung. Den getöteten Frauen

ruft man„Selbst schuld!“ hinterher.

Einen Aufschrei ruft Gewalt gegen Frauen

hervor, wenn den Tätern ein migrantischer

Hintergrund zugeschrieben werden kann.

Wenn sogenannte Ehrenmorde, Genitalverstümmelungen

oder Zwangsehen als Beleg

für die zivilisatorische Rückständigkeit bestimmter

Kulturkreise herhalten sollen.

Dann aber überwiegt nicht die Sorge um

Frauen,sonderndas Bedürfnis,Vorurteile zu

bestätigen. Tatsächlich ist Gewalt gegen

Frauen über soziale Schichten und ethnische

Milieus hinweg ein Problem. Werseine

persönliche Betroffenheit über geschlechtsbezogene

Gewalt vonder Herkunft der Täter

abhängig macht, macht die misshandelten

Frauen einzweites MalzuOpfern.

Die Bundesregierung nimmt das Thema

ernst. Sie hat sich international verpflichtet,

Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, hat

Runde Tische eingerichtet und stellt Geld

zum nötigen Ausbau vonFrauenhäusernbereit.

Gefragt ist aber nicht nur die Politik, gefragt

ist jeder: Eltern, Lehrer, Medienschaffende.Die

Achtung vonFrauen wirdinErziehung

und Sozialisation vermittelt – oder

eben nicht. Rollenbilder sind entscheidend.

Mitunter müssen sie hinterfragt werden,

etwa wenn Härte und Dominanzstreben als

männlich gelten –nicht aber Empathie. Der

Kampf gegen geschlechtsbezogene Gewalt

darfnicht allein den Frauen überlassen werden.

Er muss zurMännersache werden.

und Aufklärung gesetzt wurde. Aber warum

pragmatisch handeln, wenn es auch anders

geht? Wäre Heroin legal, würde ich es trotzdem

nicht nehmen, aber mit einem Alkoholverbot

müsste ich nachher nicht zum Glascontainer

laufen, um zwei leere Weinflaschen

zu entsorgen. Schon aus diesem rein

egoistischen Grund plädiere ich für eine

wirklich konsequente Handhabung der

Null-Toleranz-Politik. Also nicht nur für Kokain,

Heroin und Cannabis, sondern auch

für die als Lebergift eingestufte Droge Alkohol.

Stichwort absolute Prohibition. Eckkneipen

zu Wohnungen und Weinläden zu

Buchhandlungen!

Wir wären nicht nur dünner und gesünder,

esgäbe auch keine Betrunkenen mehr

am Steuer oder in der U8. Stellen Siesich nur

all die Weihnachtsfeiern vor, indenen kein

Kollege nach dem dritten Glühwein anzüglich

wird. Unddas Schönste:Wirmüssten nie

wieder bei Dates zugucken, wie Männer auf

Rotwein rumkauen. Warum daalso aufhören?

Verbieten wir doch auch gleich noch

diese psychoaktive Substanz namens Koffein.

Wegmit Kaffeeatem im Büro, Cappuccino

für fünf Euro und Dutt-Trägern, die uns

ungefragt den perfekten Filterkaffee erklären

wollen. Undweil wir gerade so schön in Fahrt

sind, können wir doch auch gleich noch Nikotin,

Zucker und Smartphones verbieten.

Istdoch auch alles irgendwie ungesund und

gefährlich.

Um das Verbot konsequent durchzusetzen,

müsste die Berliner Polizei dementsprechend

besser aufgestellt werden, aber Baristas,

Barkeeper und Konditoren wären dann

ja alle auf Jobsuche.Diese konsequente Null-

Toleranz-Politik hätte außerdem den Vorteil,

dass hier niemand mehr herzöge. Sie würde

also gleich auch noch den Mietendeckel obsolet

machen. So viele Fliegen mit nur einer

Klappe! Da soll noch mal jemand sagen, dass

komplexe Probleme komplexe Lösungen erfordern.

Prost!

„Manchmal steht man

eben lieber eine Stunde im

Zug, wenn man dafür

mehrere Stunden früher

am Ziel ankommt.“

Enak Ferlemann,

Bahnbeauftragter der Bundesregierung,

zur Frage, ob es eine Reservierungspflicht

für ICE geben sollte.

AUSLESE

CDU-Parteitag

ohne Aufbruch

Auf den CDU-Parteitag fokussierten

sich viele politische Berichterstatter

seit Tagen. Eine der Fragen: Würde es zum

Showdown von Friedrich Merz kommen?

Die Süddeutsche Zeitung sieht es rückblickend

so: „Die Backen erst mächtig aufblasen

und dann nicht einmal leise pfeifen,

ist keine kluge Strategie. (...) Seine

Rede in Leipzig war zwar kürzerund kurzweiliger

als die der Parteichefin. Aber was

Merz denn nun genau in der Außen-, Innen-

oder Wirtschaftspolitik vorhat, das

wussten die Delegierten auch nach seinem

Auftritt nicht.“ Die Welt am Sonntag

kommt zu dem Ergebnis: „Kramp-Karrenbauer

ist noch nicht fertig. Und esist

auch nicht gelungen, sie fertigzumachen.

Aber mit diesem Parteitag muss die unglückliche

Phase enden, in der sich die

CDU befindet, seit Kramp-Karrenbauer

Vorsitzende ist. Noch stärker als Pleiten,

Pech und Pannen aus einer Parteizentrale,deren

Neuaufstellung im ersten Versuch

misslang, sind die Mitglieder,Wähler

und potenziellen Wähler der CDU etwas

anderes leid: den Streit.“ DerStandard aus

Wien vermeldet einen Erfolg der Parteichefin,

aber:„Siekann jetzt einmal durchatmen,

die vielen Fallstricke jedoch sind

nicht weniger geworden. DerCDU laufen

die Wählerinnen und Wähler davon, die

Stimmung in der großen Koalition ist

schlecht, die Unzufriedenheit in der Partei

verschwindet nicht einfach. Und im

Kanzleramt sitzt Angela Merkel, die nicht

weichen will.“ KaiSchlieter

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

Chefredakteur: Jochen Arntz (ViSdP).

Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft):

Tobias Miller,Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report:Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: UweDulias, Marco Fenske.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen, Moskau: Stefan Scholl,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@berlinerverlag.com

Berliner Verlag GmbH, Geschäftsführer:Holger Friedrich, Dr.Michael Maier.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Anzeigen: BVZ Berliner Medien GmbH, Dr.Michael Maier.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,

Geschäftsführer Steffen Helmschrott

Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin,

Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt

monatlich 18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf

(Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und

Entschädigungsanspruch. Erfüllung und Gerichtsstand Berlin-Mitte.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keine Haftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2018 in Berlin und

Brandenburg täglich 274 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 – S eite 9 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Ausgezeichnetes

Ehrenamt: Preise in

Potsdam vergeben

Seite 14

Achtung, Staugefahr: Landwirte protestieren mit Sternfahrt Seite 11

Vorsicht, Flora und Fauna: Naturschützer bremsen Tesla-Euphorie Seite 15

Stadtbild

Besonders

gelber Tag

BarbaraWeitzel

fährtweg und würde

am liebsten bleiben.

Schon in der Straßenbahn zum

Hauptbahnhof fängt es an. Statt

der üblichen Kette vonSmartphones

und verkabelten Köpfen sehe ich:

Viele Fahrgäste halten ein Buch in

der Hand oder gar nichts. Unterhalten

sich. Sehen aus dem Fenster.Die

drei Mädchen, die in der Nähe meines

Sitzplatzes stehen, sprechen mit

liebevollem Respekt vor deren Anderssein

über eine Klassenkameradin,

die immer Reiterhosen trägt,

auch in der Schule.Kurze Zeit später

geht es übergangslos um eine unvergessliche

Folge vonBibi Blocksberg.

Eine Dame ein Stück weiter hört

genauso aufmerksam zu und schickt

mir ein Lächeln plus Verschwörerinnen-Blick.

„Ich mag die drei auch“,

sagt der Blick. Meiner wandert über

ihr Outfit. Ichweiß nicht, was ich am

schicksten finde. Den Mantel? Die

Stiefel? DasTuch? Sie sieht unerhört

elegant aus. Als ich die ockergelben

Lederhandschuhe sehe, weiß ich,

was ich am schicksten finde.

Am Hauptbahnhof angekommen,

frage ich mich, ob es für diesen

Tagnicht nur eine kollektive Smartphone-Verweigerungs-Verabredung

gibt, sondern auch eine für dieses

warme Gelb. Überall sehe ich die

Farbe. Hier ein Rock, da ein Mantel,

und die Schweizerin am Backwarenstand

trägt eine Pudelmütze in

leuchtendem Ocker.Neben ihr steht

ihr Freund oder Mann; sie beide sind

im Partnerlook unterwegs: gleiche

Jacke, gleiche Sneakers. Nur in der

Kopfbedeckung unterscheiden sie

sich. Er hat eine Berlinmützeauf.

Siestrahlen sich die ganzeZeit an

und küssen sich, während der Verkäufer

ihr Essen einpackt. Als der

sich entschuldigt, dass die Schokobrötchen

ausverkauft sind und fragt,

ob es auch Croissants seien dürften,

grinst der Mann breit: „Passt scho!“

Verliebtsein macht großzügig.

AufdemWegzum Zeitschriftenladen

kommt mir eine Frau mit Doppelkinderwagen

entgegen. Außerdem

hängt an jedem ihrer Arme ein

weiteres Kind. In ihren Winteranzügen

sehen sie aus wie kleine Litfaßsäulen;

und wie so oft staune ich,

dass man auf so kurzen Beinen laufen

kann. EinKind löst sich, als es einen

Hund erblickt, rennt los und fällt

um. Steht wieder auf. Schaut mich

an aus Augen wie blaue Murmeln.

Das weißblonde Haar, elektrisiert

von der herabgerutschten Kapuze,

schwebt wie ein fedriger Kranz um

den Kopf. „Da?“, fragt es und zeigt zu

seiner Mutter.„Ja“, sage ich.

Ein junger Mann sucht nach zwei

Zeitschriften im Laden: Nach der Titanic

und nach Flow.Was für eine Kombination,

denke ich: ein Satire-Magazin

und eine Zeitschrift „ohne Eile,

über kleines Glück und das einfache

Leben“. Unwillkürlich suche ich nach

seiner weiblichen Begleitung.

Warumeigentlich? Männer brauchen

vielleicht auch mal ein wenig

Flow, denke ich und finde ihn sympathisch.

Wie überhaupt alle Menschen,

die an diesem Morgen meinen

Weg gekreuzt haben. An manchen

Tagen macht es einem diese oft

so garstige Stadt ganz schön schwer,

sie zu verlassen. Sind das besondere

Tage? Ich glaube, essind besonders

normale Tage,andenen man sie nur

anders sieht. Gelber,vielleicht.

Dame gegen Turm

Der Bau des ersten Hochhauses am Alexanderplatz steht kurz bevor.Ein zweites wird in Zweifel gezogen

VonUlrich Paul

Seit mehr als 25 Jahren wird

über die Hochhausplanung

für den Alexanderplatz gestritten,

jetzt soll dort der

ersteTurm gebaut werden. Derrussische

Investor Monarch will am Mittwoch

dieser Woche den ersten Spatenstich

für seinen 150 Meter hohen

Wohnturm feiern, der neben dem

Einkaufszentrum Alexa entstehen

soll. Dasteilte Monarch in einer Einladung

mit. Ob ein zweiter 150 Meter

hoher Turm, der vom US-Investor

Hines geplant wird, gebaut werden

kann, ist dagegen wieder fraglich.

Der Monarch-Turm ist direkt neben

dem Haupteingang des Alexa an

der Grunerstraße/Ecke Alexanderstraße

geplant. Mit 35oberirdischen

Geschossen soll das Gebäude das

höchste Wohnhaus Berlins werden.

Vier weitere Geschosse sind unterirdisch

geplant. Gestaltet wird der

Turm nach Plänen des Architekturbüros

Ortner +Ortner. Ihr Entwurf

sieht den Bau von 377 Wohnungen

mit Größen von 30bis 250 Quadratmeternvor.ZweiEtagen

sind für eine

Club-Lounge, ein Kino, einen Pool

mit Gym-Bereich, Wellness-Spa sowie

Konferenz-Räume und ein Restaurant

reserviert.

Planung von1993

Mit dem Bau des Monarch-Turms soll am Mittwoch begonnen werden.

Für das geplante Hines-Hochhaus steht die Baugenehmigung noch aus.

CONCERN MONARCH

GEHRY PARTNERS

Der Wohnturm ist das erste Hochhaus

am Alexanderplatz, das nach

dem preisgekrönten Entwurfdes Architekten

Hans Kollhoff aus dem

Jahr 1993 gebaut wird. Der Plan sah

vor, rund um den Alexanderplatz fast

ein Dutzend Hochhäuser mit einer

Höhe von 150 Metern zuerrichten.

Viele Häuser aus der DDR-Zeit sollten

danach abgerissen werden, darunter

das heutige Hotel Park Innund

das Haus des Reisens. Dadie zum

Abriss vorgesehenen Häuser jedoch

gut genutzt wurden und am Bauvon

Türmen kein Bedarf war, geschah

lange nichts.ImJahr 2015 ließ der Senat

den Kollhoff-Plan überarbeiten.

Danach sollten mehr Gebäude aus

der DDR-Zeit stehen bleiben, deren

Abriss eigentlich geplant war. Das

Haus des Reisens und das frühere

Haus des BerlinerVerlags wurden sogar

unter Denkmalschutz gestellt. Es

waren aber weiterhin neun bis zu

150 Meter hohe Türme möglich.

In der Amtszeit vonStadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher

(Linke) hat sich der Umgang mit der

Hochhausplanung geändert. Lompscher

will in Absprache mit den

Grundstückseigentümern erreichen,

die bis zu 150 Meter hohen Hochhäuser

zu verkleinern. Siesollen sich, soweit

möglich, am Hotel Park Inn orientieren

und eine Höhe von130 Metern

nicht überschreiten. Der Blick

auf den Fernsehturm soll so weniger

starkbeeinträchtigt werden.

Beim Monarch-Turm war eine

Verringerung der Höhe jedoch nicht

mehr möglich. Denn für den 150 Meter

hohen Turm liegt bereits mit Datum

vom 21. Februar 2018 die Baugenehmigung

vor. Der Baubeginn

war immer wieder verschoben worden,

sodass zwischenzeitlich gemutmaßt

wurde, Monarch wolle sein

Grundstück verkaufen –dem wurde

aber von Projektbeteiligten stets widersprochen.

Zum ersten Spatenstich

am Mittwoch, um 11 Uhr, haben

sich nun neben dem Regierenden

Bürgermeister Michael Müller

(SPD) der Gründer der Unternehmensgruppe

Monarch, Sergej Ambartsumyan,

und der Vorstandschef

einer Projektentwicklungsgesellschaft

vonMonarch, Vanik Badeyan,

angekündigt. Bei der Linken stoßen

die Hochhauspläne seit Jahren auf

Kritik. „Für Berlin wäre es ein

Glücksfall, wenn uns der pompöse

Turm für den internationalen Jetset

erspartbleibt, da er für die Stadt keinen

Zweck hat, sondernlediglich die

Kassen der Immobilienhaie füllt“,

hatte die Linken-Abgeordnete Katalin

Gennburg im August erklärt.

„Berlin braucht keine Monarchen,

sondernpreiswerteWohnungen und

Raum zum Leben und Produzieren.“

Während der Monarch-Tower

nicht mehr zu verhindernist,richtet

sich die Kritik nun gegen den geplanten

Turm des US-Investors Hines.

Hines will neben dem Grundstück

mit dem Elektronikmarkt Saturn einen

150 Meter hohen Turm nach Plänen

des Architekten Frank O. Gehry

errichten. Dafür ist aber ein neues

Bebauungsplanverfahren nötig, weil

Hines den Standort für das Hochhaus

verschoben hat. Ursprünglich

sollte der Turm in etwa dort entstehen,

wo der Elektronikmarkt errichtet

wurde. Dadort jetzt kein Platz

mehr ist, soll der Turm etwas weiter

versetzt entstehen. Die Arbeiten am

Bebauungsplan liegen bisher noch

auf Eis, bis sich Hines und die Berliner

Verkehrsbetriebe (BVG) auf eine

Vereinbarung zum Schutz des Betriebs

auf der U-Bahn-Linie 5verständigt

haben.

Neue Argumente

Grund: Derneue Standortfür dasHines-Hochhaus

befindet sich auf einem

aus dem Jahr 1930 stammenden

Fundamentblock. Durch diesen

Block verläuft der Tunnel der U-

Bahn-Linie 5. Zwar haben sich Hines

undBVG verständigt, dass es technische

Lösungen zur Absicherung des

U-Bahnverkehrs gibt, doch will die

Stadtentwicklungsverwaltung das

Bebauungsplanverfahren erst wieder

aufnehmen, wenn auch die

Technische Aufsichtsbehörde ihr

Okay gegeben hat. So hieß esjedenfalls

noch zuletzt.

Doch jetzt tauchen auf einmal

neue Argumente gegen den Hines-

Turm auf. Senatsbaudirektorin Regula

Lüscher teilt in einer noch unveröffentlichten

Antwort auf eine

Anfrage der Linken-Abgeordneten

Gaby Gottwald und Katalin Gennburg

mit, dass „eine rechtlich bindende

Vereinbarung über einen

neuen Hochhausstandort“ nicht abgeschlossen

worden sei. Auf die

Frage, obesrechtlich zulässig wäre,

dasBebauungsplanverfahren fürdas

Hochhaus abzubrechen oder nicht

zu Ende zu führen und stattdessen

einen neuen Bebauungsplan aufzustellen,

um etwa die Sichtachse auf

die Karl-Marx-Allee freizuhalten,

antwortet Lüscher mit „Ja“. Der Investor

habe derzeit nur einen

Rechtsanspruch auf eine Bebauung

mit einer Oberkante von 36,70 Metern

über demGehweg.

Für die Linken-Abgeordnete

Gaby Gottwald ist damit klar:„Hines

hat sein Baurecht für ein Hochhaus

verkauft. Dies wurde nicht genutzt.

Ein neues Baurecht für anderen Ort

gibt es nicht.“ Niemand sei gezwungen

zu erlauben, auf dem BVG-Tunnel

einen Turm zu bauen. Gottwald:

„Mir fällt kein städtebaulich vernünftiger

Grund ein.“

Ulrich Paul

beobachtetdie Planung am

Alex seit 1993.

NACHRICHTEN

Spielplatz nach Fund einer

Rasierklinge gesperrt

Am Sonnabend hat ein Mann, der

mit seiner Tochter auf dem Spielplatz

auf dem Arnswalder Platz in

Prenzlauer Berg war,dorteine Rasierklinge

gefunden. DerMann informierte

die Polizei. Beieiner Suche

seien keine weiteren Klingen gefunden

worden, teilte die Polizei mit. Sicherheitshalber

wurde der Spielplatz

aber gesperrt. DiePolizei ermittelt

wegen versuchter Körperverletzung.

In Berlin haben schon häufiger Unbekannte

in Parksund Spielplätzen

Rasierklingen ausgelegt. (dpa)

Störungsfreies Gedenken an

getöteten Hausbesetzer

MehrereHundertMenschen haben

am Sonnabend in Friedrichshain des

Hausbesetzers Silvio Meier gedacht.

Meier war 1992 in einem U-Bahnhof

vonNeonazis erstochen worden.

DerDemonstrationszug verlief störungsfrei,

sagte eine PolizeisprecherinamSonntag.

Unter dem Motto

„Antifa ist Liebe“ zogen die Demonstranten

vonder Silvio-Meier-Straße

zur Samariterstraße.Ander Gedenktafel

in der nahe gelegenen U-Bahn-

Station, in der Meier getötet worden

war,legten Teilnehmer Blumen nieder.Zudem

Gedenken hatte in diesem

Jahr der Politiker HaukeStiewe

vonder Bergpartei aufgerufen. (dpa)

Gottfried Curio möchte

AfD-Vorsitzender werden

Eine Woche vordem Bundesparteitag

der AfD in Braunschweig hat der

Berliner Bundestagsabgeordnete

Gottfried Curioseine Kandidatur für

den Parteivorsitz angekündigt. Am

Sonnabend veröffentlichte er auf

seiner Facebook-Seite ein Bewerbungsvideo.Während

Curioinsozialen

Medien viel Zustimmung erhält,

ist man in der eigenen Fraktion weniger

vonihm überzeugt: Beider

Neuwahl der FraktionsspitzeimSeptember

hatte er erfolglos für zwei

Posten kandidiert. (dpa)

Urteil: Tempo 30 statt

Tempo 10 in Mitte

In der Berliner Dircksenstraße in der

Nähe des Alexanderplatzes soll von

Montag an zwischen Karl-Liebknecht-Straße

und der Straße An der

Spandauer Brücke Tempo 30 statt

Tempo 10 gelten. DerBezirkMitte

reagiertdamit auf das Urteil des

Oberverwaltungsgerichtes Berlin-

Brandenburgaus der letztenWoche.

Demnach ist die Anordnung einer

„Tempo-10-Zone“ in Berliner Straßen

nicht zulässig. Grund: In der Straßenverkehrsordnung

und imVerkehrszeichenkatalog

existiertkeinVerkehrschild„Tempo-10-Zone“.

(dpa)

In der Dircksenstraße gilt bald wieder

Tempo 30 statt Tempo 10.

IMAGO


10 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Stadtgeschichte

Das Gedächtnis Berlins

Im Depot des Stadtmuseums lagern Millionen Objekte, die Geschichten erzählen. Ein Besuch in Spandau

Elektrifizierung der Hauswirtschaft:

Teppichkehrmaschinen

Ein Exemplar der legendären Wellenbadschaukel

Sammlungsleiter Peter Matuschek

mit einer Vorformdes Rollators

VonMaritta Tkalec

Jedem Berliner sein Wellenbad,

eine Art Whirlpool für die

Mietskasernen – das war um

1900 keine Utopie, sondern

eine Frage von 42Reichsmark. Für

diesen Preis gab es die Wellenbadschaukel

aus verzinktem Blech und

hölzernen, am gewölbtem Boden

angebrachten Leisten. Sie war so

handlich und leicht, dass sie sich gut

auf einem Hängeboden oberhalb

der Wohnungstür im Flur verstauen

ließ. Hygiene mit Spaß also.

Undwer hat’s erfunden? DerBerliner

Klempner Carl Dittmann konstruierte

den Badeapparat 1889, gebaut

hat ihn die Firma Moosdorf &

Hochhäuser in Treptow. Siewarb mit

dem Spruch „Bade zu Hause“ und

verkaufte etwa 100 000 Exemplare.

In der Gebrauchsanleitung hieß

es: „Man fülle die Schaukel mit 2–4

Eimer Wasser, setze sich möglichst

hoch in die Rückenlehne derselben

und halte sich mit beiden Händen an

dem oberen Wulst; durch Anziehen

und Strecken der Beine erzeugt man

das Schaukeln und erzielt nach aufgewendeter

Energie bis 12 Sturzwellen

in der Minute, die sich brausend

über den Körper ergießen.“

So viel Berlin in einem Objekt.

Kein Wunder, dass die Wellenbadschaukel

zu den Lieblingsstücken

von Peter Matuschek gehört, dem

Leiter der Sammlung Alltagskultur

des Stadtmuseums. Etwa 69 000 Objekte

befinden sich in seiner Obhut –

nur ein Bruchteil der etwa vier Millionen

Stücke, die insgesamt im

Spandauer Depot des Stadtmuseums

lagern –in16Sammlungsbereichen

von Skulptur über Mode bis

Fotografie. Wobei die geschätzte

Zahl vier Millionen wohl zu niedrig

liegt, denn ein Tafelservice mit 98

Teilen schlägt als ein Objekt zu Buche,

ebenso wie die Spielzeugkiste

mit Dutzenden Pferdchen, Wägelchen

oder Püppchen.

Nunsteckt das Museum mitten in

der Riesenarbeit der Digitalisierung

der Sammlungsbestände. Ein Nebeneffekt

der digitalen Erschließung

und der daraus folgenden Öffnung

der Bestände für das Publikum wird

deren genauereErfassung sein.

Eierschränkchen und Bordell

Symbol bürgerlichen Wohlstands: noble Teile der Lampensammlung CHRISTIAN SCHULZE (7)

Lauter Schatzkammern verbergen

sich hinter den feuersicheren Türen

des Gebäudes in Spandau, das 1928

als Kabelwerk errichtet wurde und

seit 2010 fast alle bis dahin über Berlin

verstreut gelagerten Kulturgegenstände

der Stiftung Stadtmuseum

vereinigt. Irina Tlusteck, Sammlungskuratorin

für Keramik, übertreibt

also keineswegs,wenn sie sagt:

„Wir sind das Gedächtnis der Stadt.“

Nur der geringste Teil dieser

Schätzekann ausgestellt werden, für

Dauer- und Sonderausstellungen

wählen die Kuratoren die jeweils

aussagestärksten Stück aus, solche,

die Geschichten und Geschichte erzählen.

So wie die Eierschränkchen,

in denen Familien ihreLebensmittel

vor der Kühlschrankzeit hinter luftigen

Gazetüren und -wänden rattenund

mäusesicher lagerten. Oder die

Kronleuchter der Bürgerfamilien.

Oder die sparsam bekleidete Frauenfigur,

die Peter Matuschek vor ein

paar Jahren voneinem Schutthaufen

in der Schönhauser Allee barg. Dort

räumten Arbeiter gerade ein ehemaliges

Bordell aus.„Ichhabe immer einen

Beutel dabei“, sagt der Sammlungsleiter,

der als Museologe seit

1986 dabei ist.

Sammelleidenschaft gehört also

dazu. Andererseits betonen die Museumsmitarbeiter,

dass man privat

auf Sammelei verzichten soll –wegen

möglicher Interessenkonflikte.

Diese Regel haben sie seit dem Studium

verinnerlicht. Auf Suche nach

Objekten für ihrestädtischen Sammlungen

befinden sie sich gleichwohl

immer. Heike-Katrin Remus ist für

die mehr als 70 000 Objekte (plus Fotos)

umfassende Textiliensammlung

zuständig. Sie spricht von kriminalistischem

Gespür beim Auffinden

der Geschichten hinter den Stücken:

„Man muss den Faden finden, den

man spinnen kann.“ Undsie spricht

vom Gänsehautmoment, wenn eine

Entdeckung geglückt ist.

Das Glück, die Sammlung zu bereichern,

bemisst sich allerdings

nicht am materiellen Wert: Zeitgeschichtlich

wertvoll ist etwa das Kostüm

eines Jungen aus türkischer Familie,das

er am Tagseiner Beschneidung

trug: billig, teils aus Papier,

nutzlos nach dem einen großen Tag.

Auch solche Stücke gehören zu

Berlin. Wie das Wäscherollbrett aus

dem Haushalt der Bismarcks. Oder

eine kleine Handarbeit der Königin

Luise, die sie einer ihrer Kammerzofen

überließ. Oder der um das Jahr

1970 selbstgenähte Bananenrock einer

Ost-Berlinerin.

Wenn es um das Geschichte-Erzählen

geht, stehen solche Dinge im

Rang neben einem Gemälde des

Norwegers Malers Edvard Munch,

der in Berlin als Wegbereiter des Expressionismus

seinen Durchbruch

feierte und dessen Gemälde im Wert

in Millionen Euro bemessenen wird.

Solche Solitäre und die Vielfalt

des scheinbar Banalen – wie die

weltgrößte Sammlung elektrischer

Zigarettenanzünder –gehören in einem

Stadtmuseum zusammen. Leider

hat das Märkische Museum über

die Jahrzehnte seinen anfänglichen

Charakter als Bürgerinitiative eingebüßt.

Als es 1874 durch eine Initiative

der Berliner Bürgerschaft gegründet

wurde, legten Bürgerinnen

und Bürger den Grundstock der

Sammlungen an und bereicherten

diese fortwährend. Sie wollten die

Geschichtszeugnisse des alten Berlins

sammeln, bewahren und der Öffentlichkeit

zugänglich machen.

Auch wenn die Bindung gegenwärtig

loser ist –die Spendenfreude

blieb. Heute setzt regelmäßig ein

Schenkungsfluss im Zusammenhang

mit Ausstellungen ein. Zurzeit

kommen vor allem Objekte aus den

1980ern, oft vonFrauen, die ihr Haus

aufräumen oder fürchten, die Kinder

würden Dinge nicht wertschätzen

und wegwerfen. Kürzlich meldete

sich ein Sammler vonPVC-Objekten

–ins Museumsdepot schaffte es unter

anderem eine Schürze.

Steuermittel für Neuaufkäufe,

zum Beispiel bei Auktionen, stehen

zwar zur Verfügung, müssen aber

überlegt eingesetzt werden, zum

Beispiel zum Schließen von Sammlungslücken.

Klimawandel fürs Depot

Über den Vergleich mit Eichhörnchen,

die eifrig an der Maximierung

ihrer geheimen Depots arbeiten,

können die Museologen nur milde

lächeln. Erstens, weil Eichhörnchen

gelegentlich vergessen, wo sie etwas

abgelegt haben. Zweitens, weil ein

Museum nichts verbergen will. Immer

wieder müssen Stücke ansLicht

der Öffentlichkeit – immerhin hat

das Stadtmuseum fünf Ausstellungsorte,

und ab 2020 kommt noch eine

im neuen Humboldt-Forum hinzu,

der sich dem Austausch zwischen

Berlin und der Welt widmen wird.

Der allerneueste Zugang stammt

aus einer noch längst nicht historisierten

Geschichte.Erträgt vielmehr

die Zukunft in sich: ein Plakat, das

acht Jahre alte Mädchen der dritten

Klasse einer Berliner Grundschule

selbst gefertigt haben und mit dem

sie dann zu einer „Fridays-for-Future“-Demonstration

gezogen sind.

Besonderes Detail: die Unterschrift

desRegierenden Bürgermeisters Michael

Müller. Das Plakat geht ein in

die Sammlung von Transparenten

solcher historischer Demos –wie der

am Ende der DDR am 4. November

1998 aufdem Alexanderplatz.

Ausden Sammlungen zeigtdas Stadtmuseum

regelmäßig dasObjektdes Monats.Für November:

www.stadtmuseum.de/objekt-des-monats/eisenstuhl-karl-friedrich-schinkel

Auf der Rückseite des Schildes steht

zusammengeschrieben: Petristr.

Ehrlich im Straßenverkehr:Taxameter

verschiedener Ausführung

Fund aus dem Schutt: Figur aus

einem Bordell in der Schönhauser

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Gegen das Vergessen

Grüne Heyde

1990 –das letzte Jahr

Zwischen 1940 und 1944 beherbergte das heutige Seminar-

und Verwaltungsgebäude der Hochschule für Wirtschaft

und Recht (HWR) Berlin die Abteilung Kriegsgefangenenwesen

des Oberkommandos der Wehrmacht.

Die NS-Behörde erarbeitete hauptsächlich Richtlinien

für die von den Nationalsozialisten betriebenen Kriegsgefangenenlager.

Im Zuge der Aufarbeitung der Geschichte

ihrer Gebäude wurde an diesem am 7. November

eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Kriegsgefangenen

angebracht.

Gedenktafel-Tryptichon mit Informationen und Abbildungen,

HWR-Gebäude, Badensche Str.50–51inSchöneberg

Werschon alles im Gebiet von Grünheide sein Heil gesucht

hat, dem eventuellen künftigen Standortdes Tesla-

Werks. Um das Jahr 1000 vor unserer Zeitrechnung wanderte

aus dem Balkanraum eine Gruppe Illyrer ein. In

Fangschleuse fanden Archäologen ein Gräberfeld und am

Peetzsee auch Überreste einer illyrischenTöpferwerkstatt.

Um 500 v. u.Z. rückten Gruppen ein, die man später „Germanen“

nannte. Sie hinterließen ein Gräberfeld bei Sieverslake.Wiederum

tausend Jahrespäter besiedelten Slawen

das seenreiche Gebiet –Orts- und Flurnamen wie

Löcknitz oder Dämeritzsee zeugen davon. Als die Askanier

Brandenburg eroberten, ließen sich ab dem 13. Jahrhundert

überwiegend Bauern und Handwerker des Reichs

nieder. Das heutige Grünheide hatte unfruchtbare Sandböden,

Sümpfe und Wälder. Esblieb lang unbewohnt.

DenBegriff„Grüne Heyde“ führte Kurfürst Joachim II. ein,

der Mittedes 16. Jahrhunderts ein Jagdhaus auf einer Insel

im Werlsee besaß. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lag die

Gegend entvölkert da. 1662 genehmigte der Große Kurfürst

die Ansiedlung einer Sägemühle. Jenes Jahr gilt als

Grünheides Gründungsjahr.Zwischen 1748 und 1763 siedelte

König Friedrich II. Kleinbauernund Holzfäller an. Als

die Löcknitz 1875 schiffbar gemacht wurde und das nahe

Fangschleuse einen Bahnanschluss erhielt, kam der Aufschwung

–und Berliner, darunter Gerhart Hauptmann,

bauten sich an den Seen ihre Sommerhäuser.(mtk.)

Nach dem Mauerfall änderte sich in nur wenigen Monaten

für die Menschen in der DDR nahezu alles.Das politische

System sowie die Wirtschaftsordnung brachen zusammen,

zugleich schwappte die fremde Welt des Westens

hinüber.1990 war das Jahr des Aufbruchs ins Ungewisse.

Das DDR Museum widmet sich in einer

Sonderausstellung der Frage,was diese Ereignisse für die

Menschen in ihrem alltäglichen Leben konkret bedeuteten.

ZurEröffnung stellt der Zeithistoriker Jürgen Danyel

seine Sicht auf das letzte Jahr der DDR vor.

Letztes Jahr DDR –Aufbruchins Ungewisse. Eröffnung am 27. November

um 18 Uhr,Besucherzentrum DDR Museum in der St. Wolfgang-Str.2


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 11

· ·

·······················································································································································································································································································

Berlin

Traktoren legen Verkehr lahm

Eine Initiative von Landwirten protestiert am Dienstag mit Sternfahrt gegen die Agrarpolitik –Polizei warnt vor Staus bereits ab Montagabend

VonAndreas Kopietz

Zehntausend Landwirte

wollen an diesem Dienstag

mit 5000 Traktoren und

Landmaschinen in Berlin

demonstrieren. Mit der Sternfahrt

will die Bewegung „Land schafft Verbindung“

gegen das Agrarpaket der

Regierung protestieren, das unter

anderem ein Verbot von Herbiziden

und Insektiziden vorsieht. In der Initiative

haben sich Tausende Landwirte

zusammengeschlossen, die

mehr Mitsprache in der Agrarpolitik

mit neuen Vorgaben zum Umweltund

Tierschutz und ein besseres Ansehen

ihres Berufsstandes in der Gesellschaft

verlangen.

Auf fünf Routen wollen sich die

Bauern auf den Wegzum Brandenburger

Tormachen, wo eine Kundgebung

geplant ist. DieBerliner Polizei

erwartet den ganzen Tagüber erhebliche

Verkehrsbeeinträchtigungen

entlang der Routen, in den Bezirken

Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf

sowie insbesondere auf der

Achse Heerstraße – Kaiserdamm –

Bismarckstraße –Straße des 17. Juni.

Hier sind zudem umfangreiche

Halteverbotszonen eingerichtet.

Die Polizei rät, an diesem Tagauf

das Auto zu verzichten und den öffentlichen

Nahverkehr zu nutzen. Im

Bus- und Straßenbahnverkehr ist

ebenfalls mit erheblichen Behinderungen

zu rechnen. Auch die Brandenburger

Polizei geht vonmassiven

Route 5

Traktorensternfahrt

am 26. November 2019

SPANDAU

B5

Route 1

REINICKENDORF

CHARLOTTENBURG–

WILMERSDORF

STEGLITZ–

ZEHLENDORF

B96

MITTE

Großer Stern

TEMPELHOF-

SCHÖNEBERG

PANKOW

FRIEDRICHSH.-

KREUZBERG

B96

Route 4

NEUKÖLLN

B2

BLZ/GALANTY; QUELLE:POLIZEI

Route 2

LICHTEN-

BERG

MARZAHN-

HELLERSDORF

TREPTOW-

KÖPENICK

B1

Die Bauernkommen: Allein aus Thüringen

rollen 1500 Traktoren an. DPA/CHARISIUS

Route 3

Großer

Müggelsee

Beeinträchtigungen des Verkehrs

aus –und zwar schon ab Montag.

Denn schon am Montag machen

sich von Thüringen aus etwa 1500

Traktoren unter Polizeibegleitung

Richtung Hauptstadt auf den Weg.

Mehrere Kolonnen werden sich bilden

und ab Mittag auf die Autobahnen

fahren, so der Landesbauernverband.

Es geht nach den Angaben

über die A71auf die A4unddann auf

die A9.Die rechte Spur wurde nach

den Angaben vorsorglich gesperrt.

Die Agrar-Fahrzeuge sind mit geringer

Geschwindigkeit unterwegs.

Ein weiterer Sammmelpunkt befindet

sich nach derzeitigen Informationen

im Bereich Beelitz (Potsdam-Mittelmark),

dort werden sich

am Montagabend etwa tausend

Traktoren einfinden. Ein größerer

Sammelpunkt für Traktoren aus dem

Norden der Bundesrepublik wird im

Raum Perleberg sein. Von Niedersachsen

und Sachsen-Anhalt fährt

eine Gruppe am Montag mit etwa

100 Fahrzeugen über dieB1bis zum

Brandenburger Tor. Aber auch auf

den Bundesstraßen 81, 184, 188, 189,

190 und 246 wirdesnur langsam vorwärts

gehen.

Die Abreise nach Versammlungsende

am Dienstag ab 16 Uhr wird

nach Einschätzung der Polizei wiederum

zu erheblichen Verkehrsbehinderungen

in Berlin und auf den

betroffenen Bundes- und Landesstraßen

im Land Brandenburg führen.

(mit dpa)

Adventsmärkte: Experte

warnt vor Panikmache

BDK beklagt Erschütterung des Vertrauens in den Rechtsstaat

VonPhilippe Debionne

Am Montag startet die Weihnachtsmarkt-Saison

und wegen

des Terror-Anschlags am Breitscheidplatz

wird erneut die Frage

diskutiert, ob und wie sicher ein Besuch

solcher Märkte ist. Zu Unrecht,

sagt Sebastian Fiedler,Bundesvorsitzender

beim Bund Deutscher Kriminalbeamter,

im Gespräch mit der

Berliner Zeitung. Nach seinen Worten

sei es deutlich gefährlicher,ohne

Helm auf einen Elektroroller zu steigen.

Hintergrund für die Aussagen des

erfahrenen Kriminalpolizisten sind

Umfragen, die belegen sollen, dass

das Sicherheitsgefühl der Deutschen

sinke. Dies liege aber nach Ansicht

von Fiedler nicht an der realen Kriminalitätsrate

oder an der terroristischen

Gefährdungslage, sondern sei

das Ergebnis eines „gezielt gesteuerten

Erschütterns des Vertrauens in

den Rechtsstaat und die Sicherheitsbehörden,

unter anderem durch

links- und rechtsextreme Kräfte“.

Fiedler sagte, man könne „an dieser

Stelle ruhig auch die AfD ansprechen,

denn das ist genau deren Programmatik:

den Menschen erzählen,

wie gefährdet sie sind, in Deutschland

Opfer einer Straftat zu werden“.

Auch die Medien tragen nach

Fiedlers Ansicht einen Teil dazu bei,

die Bevölkerung zu verunsichern. Er

hält es „für schwierig, wenn jedes

TODESFALL IN ACHTERBAHN

Jahr wieder vonZeitungen und Fernsehsenderngefragt

wird, ob und wie

sicher der Besuch eines Weihnachtsmarkts

in diesen Zeiten ist“.

Grundsätzlich sei es „um ein Vielfaches

sicherer, zehnmal auf einen

Weihnachtsmarkt zu gehen, als ein

einziges Mal ohne Helm auf einen

Elektroroller zu steigen“. Darüber

würde sich aber kaum jemand Gedanken

machen. Natürlich sei es absolut

richtig, dass Veranstaltungen

wie Weihnachtsmärkte stärker gesichert

werden, sagte Fiedler. Dennoch

müsse man sich die Frage stellen,

ob es richtig sei, „jedes Jahr aufs

Neue darüber zu diskutieren und die

Leute damit überhaupt erst dazu zu

bringen, sich zu fragen, ob man sich

auf einen Weihnachtsmarkt trauen

kann oder nicht“.

Fakt ist: Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit,

Opfer einer Gewalttat

zu werden, hat in den vergangenen

Jahrzehnten stetig abgenommen.

Am Montag wirddie Weihnachtsmarkt-Saison

um 17 Uhr offiziell an

der Gedächtniskirche eröffnet, auch

der regierende Bürgermeister Michael

Müller (SPD) wird hier erwartet.

Zeitgleich öffnen neben vielen

kleineren Märkten auch der Weihnachtsmarkt

am Roten Rathaus, ein

weiterer am Alexanderplatz sowie

der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt.

Im Westteil der Stadt

wird zudem noch der Markt am

Schloss Charlottenburgeröffnet.

Warum der Flug EJU5841von Berlin

nach Wien in dieGeschichte eingehen wird.

Der Flug EJU5841 am 19. November war für uns ein ganz besonderer.

Denn seitdem gleichen wir die durch Treibstoffverbrennung verursachten

CO2-Emissionen allerinternationalen wie nationalen easyJet-Flüge aus.

Flugreisen bleiben ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und vieler

besonderer Momente: Sie bringen uns in andere Länder, zu Verwandten

und Freunden sowiezuGeschäftspartnern und ermöglichen es uns, andere

Kulturen zu erleben. Doch Fliegen hat nachweislichAuswirkungen auf

unseren Planeten. Das müssen wirkompensieren. Deshalb gleichen wir

alle durch unsere Flüge verursachten CO2-Emissionen ausund investieren

in Klimaschutzprojekte, in denen beispielsweiseBäume gepflanzt werden

und Abholzung verhindert wird.

Wir wissen, dass Emissionsausgleichnicht perfekt ist, glauben aber, dass

er derzeit die beste Option darstellt. Langfristig mussdie Luftfahrtbranche

ganz neue Wege finden. Wir tragen mit unserer Beteiligung an der

Entwicklung von Elektro- und Hybridflugzeugen maßgeblich dazu bei –

zum Beispiel durch unsere neue Partnerschaft mit Airbus.

Wir richten weiterhin alles konsequent auf die Minimierung unserer

Umweltauswirkungen aus. So lassen unsere Piloten bereits jetzt auf

den Rollwegen nur ein Triebwerk laufen und wir erneuern unsere Flotte

ausschließlich mit treibstoffsparenden Maschinen.

Das Fliegen besser und erschwinglicher zu machen war schon immer

Teil unserer Philosophie. Dass wir nun weltweit die erste große

Fluggesellschaft sind, diealle CO2-Emissionen ihres Treibstoffverbrauchs

ausgleicht, ist einweitererSchritt auf unserer Reise.

Mehr Infos: easyJet.com/nachhaltigkeit

Tödlicher Zwischenfall: Aufeinem Weihnachtsmarkt

an der Landsberger Allee ist am

Sonnabend ein Mann voneinem Achterbahn-Waggon

überrollt worden und gestorben.

Wiederbelebungsversuche seien erfolglos

geblieben, so ein Feuerwehrsprecher.Die

vier Menschen, die in dem Waggon saßen,

seien psychologisch betreut worden.

Ermittlungen: Bei Untersuchungen stellte

sich heraus, dass es sich weder um einen

Unfall noch um eine Strattat handelt. Der

Mitarbeiter des Fahrgeschäfts hat offenbar

Suizid begangen. Normalerweise berichten

Zeitungen nicht über Selbsttötungen. Sollten

Sie Suizidgedanken haben, finden Sie professionelle

Hilfe unter 0800/11 1011 1.


12 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Positionskämpfe am Checkpoint Charlie

Vorder Senatsentscheidung über die Zukunft des ehemaligen Grenzübergangs bringen sich Investoren und andere Akteure mit ihren Vorstellungen ins Gespräch

VonUlrich Paul

Was wird aus dem

Checkpoint Charlie?

Mit dieser Frage soll

sich die Berliner Landesregierung

am morgigen Dienstag

beschäftigen. Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher (Linke) will

dann ihren Bebauungsplanentwurf

für den ehemaligen Grenzübergang

zur Abstimmung stellen. Ob Lompschers

Plan akzeptiertwird, ist jedoch

offen. Der Grund: Eine Vielzahl von

Interessen prallt aufeinander. Wer

sich am Ende durchsetzt, lässt sich

schwer vorhersagen.

Lompschers Plan sieht vor, auf

den östlichen Flächen des Checkpoint

Charlie einen Bildungs- und Erinnerungsort

einzurichten. Dort soll

ein Museum entstehen, das an die

Zeit des Kalten Kriegs erinnert. Ein

Hotel, wie es der Investor Trockland

mal plante, ist in Lompschers Entwurfnicht

vorgesehen. Aufdem größten

Teil derWohnungsbauflächen soll

ein Anteil von 30Prozent für Sozialwohnungen

reserviert werden. Geplant

ist überdies ein Stadtplatz auf

dem westlichen Areal des Checkpoint

Charlie. Die denkmalgeschützten

Brandwände, die an die große Leere

des Ortes während der deutschen

Teilung erinnern, sollen in das Konzept

einbezogen werden.

Trockland will investieren

Lompschers Plan hebt sich deutlich

ab von den Überlegungen des Investors

Trockland, mit dem das Land

Berlin sehr lange verhandelte,zudem

es aber nach Berichten über ein komplexes

Firmennetzwerk mit Zweigen

in Steueroasen wie Luxemburg und

Zypern auf Distanz ging. Aus Kreisen

der SPD gibt es aber Bestrebungen,

mitTrockland wieder ins Gespräch zu

kommen. So plädiert die SPD-Abgeordnete

Iris Spranger dafür, dass „es

wieder Gespräche zwischen dem

Land Berlin und dem Investor geben“

müsste.

Nach dem Mauerfall hatte das

Land Berlin die Grundstücke am

Checkpoint Charlie verkauft. Statt der

geplanten fünf Gebäudeblöcke für

ein American Business Center wurden

jedoch nur drei realisiert. Dieübrigen

Grundstücke landeten beim Insolvenzverwalter.

Trockland ist zwar

nicht Eigentümer der Grundstücke,

doch erwarb das Unternehmen die

auf den Flächen lastenden Grundschulden

–und ließ sich als Erwerber

im Grundbuch vormerken. So wurde

das Unternehmen zum Verhandlungspartner

für das Land Berlin.

Trockland will weiter an dem ehemaligen

Grenzübergang investieren –

und zeigt sich kompromissbereit.

Der Eiserne Vorhang als Fassade: So könnte sich das Museum Kalter Krieg in der Zimmerstraße 19 präsentieren, schlägt der Investor Alexander Ruddat vor. GRÜNTUCH ERNST ARCHITEKTEN

„Wir würden begrüßen, zusammen

mit dem Land Berlin zu einem abgestimmten

Bauantrag auf der Grundlage

einer verbesserten Bauleitplanung

zu kommen“, erklärtUnternehmenssprecherin

Marion Schumacher.

„Wir haben dem Regierenden

Bürgermeister unsere ernsthafte Absicht

für eine Kooperation mitgeteilt.“

Trockland wolle das Projekt

„grundsätzlich nur in Abstimmung

mit der zuständigenVerwaltung realisieren“.

Sollte das „mehr Zeit benötigen,

um ein optimales Ergebnis zu erzielen,

so werden wir selbstverständlich

kooperieren“, so die Sprecherin.

Dabei habe man „zur Kenntnis genommen,

dass ein Hotel vom Senat

nicht erwünscht“ sei. „Wir bedauern

das,aber haben es zu akzeptieren“, so

die Sprecherin.

Für den Bebauungsplanentwurf

aus dem Hause Lompscher hat der

Investor indes wenig übrig. „Der Entwurfist

unserer Meinung nach an vielen

Stellen mangelhaft, fantasielos

und wird dem Standort nicht gerecht“,

so die Sprecherin. Ausdiesem

Grund habe Trockland dem Senat zugesichert,

„für einen angemessenen

Zeitraum die vorliegenden Bauvorbescheide

nicht zu realisieren“ bezie-

Entwurf des Bebauungsplans von Senatorin Lompscher

überwiegend Wohnen

Zimmerstr.

MITTE

Mauerstr.

Stadtplatz

Checkpoint

Charlie

Kochstr.

Alternativ-Vorschlag des Investors Alexander Ruddat

MITTE

Zimmerstr.

Flächendenkmal

Museum Kalter Krieg

Mauerstr.

Friedrichstr.

Friedrichstr.

Checkpoint

Charlie

Kochstr.

Schützenstr.

überwiegend Wohnen

Museum

Charlottenstr.

Wohnen

Schützenstr.

Flächendenkmal

Charlottenstr.

BLZ/HECHER

hungsweise andere Bauanträge zu

stellen. So solle sichergestellt werden,

dass Zeit bleibe, „ein für alle Seiten

optimales Ergebnis zu erzielen“.

Rein rechtlich läuft allerdings das

Land Berlin Gefahr, dass sich vor allem

kommerzielle Interessen am

Ende durchsetzen. Sollte Lompschers

Bebauungsplan für den Checkpoint

Charlie nicht bis zum Februar 2020

rechtskräftig werden,droht eine Umgestaltung

des Checkpoint Charlie

nach Plänen des Investors, wie Senatsbaudirektorin

Regula Lüscher

vor kurzem im Stadtentwicklungsausschuss

des Abgeordnetenhauses

klarmachte. Für das östliche Grundstück

gebe es danach zwar zurzeit

eine sogenannte Veränderungssperre,

wodurch die Interessen Berlins

während der Arbeiten am Plan

gewahrt werden. Doch im Februar

2020 laufe die Sperre aus. Sollte bis

dahin kein Bebauungsplan in Kraft

gesetzt sein, könnte ein Investor eine

Blockrandbebauung mit einerinnenstadttypischen

Nutzung realisieren,

also zum Beispiel mit Läden, Eigentumswohnungen

undBüros.

Während es in SPD-Kreisen heißt,

dieVeränderungssperre für das östliche

Grundstück könnte verlängert

werden, weist Lüscher dies zurück.

Dies sei nur möglich, wenn besondereUmstände

vorlägen. Dies sei hier

aber nicht der Fall.

Die Initiative„Checkpoint Charlie

erhalten“, die sich für eine nicht renditegetriebene

Planung einsetzt, kritisiert

ineinem offenen Brief an den

Regierenden Bürgermeister Michael

Müller (SPD) die „Blockadestrategie“

gegen das Bebauungsplanverfahren

des Senats. Esgehe unter anderem

darum, „ob Berlin die Planungshoheit

an diesem Ortdurchsetzen kann

oder sich von einer internationalen

Investorengruppe am Nasenring

durch die Manege führen“ lasse.

Scheitere Lompschers Bebauungsplan,

werdeder hohe Anteil an Sozialwohnungen

sicher nicht verwirklicht.

Die Unterstützer des geplanten

Museums des Kalten Kriegs sehen

das ganz anders.Sie sprechen sich in

einem Brief an Michael Müller dafür

aus, die Planung mit Trockland voranzutreiben.

Würde der Investor

„zum Ausstieg gezwungen, bliebe

wegen der dann erforderlichen

neuen Beschlüsse und Neuplanungen

dieser wichtige Ort für mindestens

weitere zehn Jahre touristischer

Rummelplatz“.

EinAlternativ-Plan

Es gibt jedoch auch noch einen ganz

anderen Vorschlag. Der Bremer Investor

Alexander Ruddat bietet an,

das Museum des Kalten Kriegs in

dem von ihm erworbenen Haus an

der Zimmerstraße 19 einzurichten –

in unmittelbarer Nähe zum Checkpoint

Charlie. „Damit hat Berlin die

Chance, den geschichtlichen Ort der

Blockkonfrontation von Bebauung

freizuhalten und mit einerAussichtsplattform

Besucherinnen und Besuchern

die Möglichkeit zu geben, Geschichte

zu sehen, anstatt denOrt zuzubauen

und damit Geschichte ungeschehen

zu machen“, beschreibt

Ruddat sein Angebot. Beraten wird

Ruddat vom Unternehmen des ehemaligen

SPD-Parteichefs und Stadtentwicklungssenators

Peter Strieder.

Die Senatsverwaltung für Kultur

bescheinigt Ruddat, dass sein Vorschlag

zwar „in einigen Punkten

durchaus akzeptable Bedingungen

für den geplanten Bildungs- und Erinnerungsort“

biete. Als Alternative

seien sie aber „nur ernsthaft in Betracht

zu ziehen, falls sich die Bebauungspläne

auf den beiden Freiflächen

östlich und westlich der Ecke

Friedrich-/Zimmerstraße vollends zu

Ungunsten des geplanten Bildungsund

Erinnerungsortes entwickeln“.

Am StandortZimmerstraße 19 würde

das Museum „wesentlich an Anziehungskraft

einbüßen“. Ein frei stehendes

Museum wäreattraktiver.

Das letzte Echo

Eine Trauerfeier in der Marienkirche in Mitte würdigt 54 Menschen, die in diesem Jahr im Bezirk einsam verstorben sind

VonMechthild Henneke

Sie sind jung oder alt, haben wenig

Geld oder sind wohlhabend,

wohnen in guten Gegenden oder in

einfachen Wohnlagen –die 54 Menschen,

die in diesem Jahr im Bezirk

Mitte einsam verstorben sind. „Es

gibt kein Schema, es kann jeden treffen“,

sagt Superintendent Bertold

Höcker vomEvangelischen Kirchenkreis

Berlin Stadtmitte. Einsam sterben

–das heißt, sterben, ohne dass

Verwandte oder Freunde da sind

und sich um Beerdigung und Nachlass

kümmern, sodass der Bezirk alles

regeln muss. Es heißt, einfach

sterben –ohne ein Echo.

Doch am Freitagabend bekamen

diese Menschen in der Marienkirche

in Mitte eine Trauerfeier, auf der ihr

Leben gewürdigt wurde und ihr

Name noch einmal erklang. Höcker

und Bezirksbürgermeister Stephan

vonDassel haben gemeinsam die Initiativezuder

Feier ergriffen. DieBezirke

Reinickendorf und Steglitz-

Zehlendorf haben bereits ähnliche

Gedenkstunden organisiert.

Und so kommen am Freitagabend

um 17 Uhr ein paar Dutzend

Menschen in die Marienkirche an

der Karl-Liebknecht-Straße,inderen

Nachbarschaft gerade der Weihnachtsmarkt

aufgebaut wird. Mit

Glockenläuten und Orgelmusik beginnt

die Feier. Judy Garland singt

„Somewhere over the rainbow“ und

drei verschiedene Texte zum Thema

Todstimmen zum Thema ein. Einer

stammt von dem Dichter Khalil Gibran,

der aus dem Libanon stammt.

„Erst wenn die Erde deine Glieder

geforderthat, wirst du wahrhaft tanzen“,

heißt es darin.

Die Pfarrerin von St. Marien, Corinna

Zisselsberger, betont in ihrer

Ansprache die Einzigartigkeit jedes

Menschen. „Jeder der 54 Verstorbenen

ist ein Mensch aus Fleisch und

Blut gewesen. Und seine Würde

bleibt erhalten, über den Todhin-

Pfarrerin Zisselsberger und Superintendent Höcker bei der speziellen Trauerfeier M.WÄCHTER

aus“, sagt sie. Doch sie fragt auch

nach den Gründen dafür,warum sie

einsam starben. „Soziale Isolation,

freiwillig gewählt oder unfreiwillig,

Anonymität der Großstadt“, nennt

sie. Ihr selbst sei der Respekt für

Menschen eine Verpflichtung, sich

Zeit zu nehmen für einen Plausch

im Treppenhaus, eine Karte zum

Geburtstag und ein Angebot zur

Unterstützung. Danach werden die

Namen der 54 einsam Verstorbenen

verlesen: „Irmtraut Hentsch, geboren,

um zu sterben am 12. April

1934, gestorben, um ewig zu leben

am 6. Januar 2019 in der Gottschedstraße“,

beginnt Zisselsberger. Die

lange Reihe an Namen ist bedrückend.

DieVerstorbenen, 20 Frauen

und 34 Männer, waren zwischen 40

und 93 Jahre alt und stammten –

dem Namen nach –bis auf einen

alle aus Deutschland. Zwei von ihnen

waren wohnungslos.Die Hälfte

lebte im Stadtteil Wedding, gleich

viermal fällt der Name Koloniestraße.

„Zweimal wurde die Grüntaler

Straße in Wedding erwähnt. Da

wohne ich auch“, sagt Dankwart

Kirchner,der zurTrauerfeier gekommen

ist. Der 78-jährige Gesprächstherapeut

hat Mitgefühl mit den einsamVerstorbenen.

Die53-jährige Architektin

Natascha Meuser besuchte

die Feier, weil es„nichts Traurigeres

gibt, als allein zu sterben“. DieLiturgie

sei schön gewesen. „Die Menschen

wurden liebevoll verabschiedet“,

sagt sie. Die Bezirksverordnete

Ana-Anica Waldeck erlebte eine

Schrecksekunde bei der Verlesung

der Namen. Die SPD-Lokalpolitikerin

kannte zwei Verstorbene. „Ich

habe sie als ehrenamtliche Sozialhelferin

getroffen, aber schon damals

haben sie keinen an sich herangelassen“,

sagt sie. Inder Feier seien ihr

die Tränen in die Augen geschossen,

als sie vonihrem Toderfuhr.„Dastat

ganz schön weh.“

Bürgermeister vonDasselwill die

Feiern jährlich abhalten. „Es ist

wichtig, Solidarität zu zeigen“, sagt

er. Superintendent Höcker weiß,

dass weitere Bezirke dem Beispiel

folgen werden. In der Anonymität

der Großstadt sei es sehr wichtig, sie

abzuhalten. „Das Wissen um eine

solche Trauerfeier verwandelt das

Leben“, sagt er, denn die Menschen

wüssten dadurch, dass die Gemeinschaft

sich um den Einzelnen kümmert.


ab Mo. 25.11.

© &TMLucasfilmLtd.

Zum Filmstart:

großer Frozen-Spaß

ZUM

Auch am Donnerstagfinden

SievieleinteressanteAngebote

in Ihrer ALDI Filiale.

Kundenmonitor ® Deutschland 2019 A

Platz 1 ALDI

Preisführer

Kategorie:Preis im Wettbewerbsvergleich

in derBranche Lebensmittelmärkte –Discounter 2019

Hasbro Frozen

Fashion &Doll

Für Kinder ab3Jahren; Puppe im Stil

der beliebten Charaktereaus Disneys

Die Eiskönigin 2; verschiedene Ausführungen;

inkl. 1weiteresOutfit

Stück

24. 99*

3+

verschiedene

Outfits

Ohne Deko

Pyjama

Für Kinder; reine Baumwolle;

86/92–122/128

Garnitur

5. 99*

Bettwäsche

Garnitur

FürKinder; 100%Polyester, Mikrofaser

Fleece;Bettbezug, B×L: ca.135 ×200 cm,

Kopfkissenbezug, B×L: ca.80×80 cm

19. 99*

Ohne Deko

Einfach

Freude

schenken.

© &TMLucasfilmLtd.

5+

4+

Hasbro

Star Wars Episode 9

Lichtschwert/Maske

Für Kinder ab 4bzw.5Jahren; Lichtschwert

mit aufleuchtender Klinge oder Rollenspielmaske,

verschiedene Charaktere

Stück

9. 99*

Pyjama

Für Kinder; reine Baumwolle, Hose Star Wars

grau-melange 93 %Baumwolle, 7%Polyester;

86/92–122/128

Garnitur

5. 99*

Bettwäsche

FürKinder; 100%Polyester,Mikrofaser

Fleece;Bettbezug, B×L: ca.135 ×200 cm,

Kopfkissenbezug, B×L: ca.80×80 cm

Garnitur

19. 99*

Mehr Angebotefinden Sieauchinden ALDI Filialen oder unter aldi-nord.de/angebote

Mo. 25.11.–Sa.30.11.

KNALLER-

PROZENTE!

KNALLHARTREDUZIERT!

iglo SchlemmerFilet

àlaBordelaise 3

100%saftigesFischfilet;mit

knusprig-krosser Kruste; MSC-zertifiziert

-34%

380-g-Packung

1.95 **

(kg=5.13)

2.99

-22%

Packung

0.77 **

(100 g=0.51/0.39)

0.99

LeibnizButterkeks

Knackfrisch; in den Sorten Butterkeks mit30%

weniger Zucker B ,150 g, Butterkeks DasOriginal

oder Kakaokeks, je 200g

B

Im Vergleich zumLeibniz Butterkeks

Das Original

-33%

Packung

0.59 **

(100 g=0.98/0.91/0.89

0.84/0.81/0.80)

0.89

Dr.Oetker

Paradies Creme

Verschiedene Sorten undGewichte,

60 g, 65 g, 66 g, 70 g, 72,5 g goder74g

g

RotkäppchenSekt

Verschiedene Sorten

-33%

0,75-L-Flasche

2.66 **

(Liter=3.55)

3.99

-36%

450-g-Beutel

0.88 **

(kg=1.96)

1.39

Coppenrath &Wiese

Weizen-Brötchen 3

Fertig gebacken; 9Stück

aldi-nord.de/aktion

* Bitte beachten Sie, dass diese Aktionsartikel im Unterschied zu unserem ständigvorhandenen Sortiment nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen.

Sie können daher schonamVormittagdes erstenAktionstages kurz nach Aktionsbeginn ausverkauft sein.

** Bitte beachten Sie, dass diese Artikel nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. Sie können daher zu bestimmten Zeiten der Aktion ausverkauft sein.

1 Aus der Kühlung 3Aus der Tiefkühlung

A Quelle: Kundenmonitor ® Deutschland 2019 (www.kundenmonitor.de: Rubrik „Serviceprofile“), ServiceBarometer AG,München. Stand: 12.09.2019

ALDI Einkauf GmbH &Co. oHG, Eckenbergstr.16+16A, 45307 Essen. Firma und Anschrift unserer regional tätigen Unternehmen finden Sie unter aldi-nord.de unter

„Filialen und Öffnungszeiten“.Ferner steht Ihnen unserekostenlose automatisierte telefonische Hotline unter 0800-723 48 70 zur Verfügung.

25112019


14 * Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Berlin /Brandenburg

POLIZEIREPORT

Fäkalien-Attackeauf Fußballfans.

Unbekannte haben am Sonnabend

gegen 10.40 UhrinMoabit Fäkalien

und Eier aus Eimernauf ein Fahrgastschiff

gekippt, das auf der Spree-

Oder-Wasserstraße in Richtung Regierungsviertel

unterwegs war.Auf

dem Schiff befanden sich nach Polizeiangaben

Fans des Fußballvereins

Borussia Mönchengladbach, die auf

dem Wegzum Spiel gegen Union

Berlin waren. Zeugen beobachteten

mehrerevermummte,dunkel gekleidete

Personen, die vomWullenwebersteg

aus den Inhalt mehrerer Eimer

auf das Deck des Schiffes ausleerten.

Anschließend flüchteten die

Täter unerkannt. DiePolizei ermittelt.

KindernDrogen angeboten.

EinPassant hat am Sonnabend, gegen

20.20 Uhr, beobachtet, wie zwei

Männer am U-Bahnhof Schönleinstraße

einem etwa zehnjährigen

Mädchen mutmaßliche Drogen sowie

eine Spritzeanboten. Dasberichtet

die Polizei. DerPassant sei

dann dazwischengegangen, habe

die Männer vondem Kind getrennt

und die Polizei alarmiert. Kurz darauf

wurden die Männer im Alter von

31 und 33 Jahren vonEinsatzkräften

festgenommen.

Fünf Verletzte bei Unfall.

Beim Zusammenstoß zweier Autos

in Lichterfelde sind am Sonnabend

fünf Menschen verletzt worden. Laut

Polizei hatte eine 58 Jahrealte Autofahrerin

auf dem Ostpreußendamm

aus bislang noch ungeklärten Gründen

die Kontrolle über ihren Hyundai

verloren und war in den Gegenverkehr

geraten. Dortstieß sie mit

dem Renault einer 28-Jährigen zusammen.

Diebeiden Fahrerinnen

erlitten bei den Zusammenstoß

schwereVerletzungen. Ebenfalls verletzt

wurden weitereInsassen des

Renault: ein 16-Jähriger sowie eine

44 Jahrealte Frau und ein 47 Jahrealter

Mann.

Farbattackeauf Basar.

MehrereUnbekannte haben am

Sonnabend in Tegel die Besucher eines

Weihnachtsbasars attackiert.

Laut Polizei fuhren dieVermummten

auf Fahrrädernandem Basar auf

dem Vorplatz der Justizvollzugsanstalt

Tegel an der Seidelstraße vorbei

und warfen mehreremit rosafarbenen

Lack gefüllte Christbaumkugeln

in Richtung des Eingangstores.Eine

29 Jahrealte Besucherin des Marktes

wurde getroffen, abgestellte Fahrräder,Schilder,ein

Zaun und der

Gehweg wurden mit Farbe bespritzt

und beschädigt. (BLZ)

SABINE WERTH

pflegt ein misstrauisches Verhältnis

zum Begriff „Lebenswerk“, wie die

Gäste bei der Verleihung des Take Off

Awards, des deutschen Preises für

das Ehrenamt, am Sonnabend in der

Schinkelhalle in Potsdam erleben

durften. Die Gründerin der Berliner

Tafel e.V. und damit so etwas wie die

Mutter aller Tafeln in Deutschland

nahm den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk

nämlich ausdrücklich nur unter

der Bedingung an, dass damit ihr

Lebenswerk nicht als abgeschlossen

gelten muss: „Ich habe noch viele

Ideen.“ Landesbischof Christian

Stäblein hatte in seiner Laudatio

daran erinnert, dass die 62-jährige

Ehrenpreisträgerin die Parole ausgegeben

haben soll: „Mit 90 gehe ich

auf halbtags.“ Die 1993 von Sabine

Werth und Mitstreitern gegründete

Berliner Tafel e.V. bezeichnete Stäblein

als „ein geöltes Räderwerk für

Mitmenschlichkeit“ und fügte

hinzu: „Im Grunde beschämend,

dass es das in unserer so reichen Gesellschaft

braucht.“ Aber weil es nun

mal benötigt werde, sei es gut, dass

es das gibt.

ANDREAS TÖLKE &ULRIKE LESSIG

kamen mit einer Drittelchance auf

den Preis in der Kategorie „Ausbildung“

nach Potsdam. Die beiden

Vorstandsmitglieder des Vereins Be

an Angel, der das Restaurant Kreuzberger

Himmel betreibt und bisher

mehr als 60 Geflüchtete in Ausbildungen

gebracht hat, wussten schon

vorher genau, wofür sie die

10 000 Euro Preisgeld verwenden

wollen, wenn sie sich gegen die beiden

Mitnominierten durchsetzen

können. Wasdann tatsächlich auch

gelang. Tölke erklärt es: „Wir haben

immer wieder Kosten für Anwälte in

Asylverfahren, in denen entgegen

der Gesetzeslage Asylanträge abgelehnt

wurden. Wir retten mit dem

Geld also Menschenleben.“ Tölke

freut sich über einen erfreulichen

Nebeneffekt des Abends: „Wir sind

hier von Vertretern von drei großen

Hotelgruppen auf Auszubildende

angesprochen worden. Die brauchen,

wir sollen liefern.“ Weil seine

Vorstandskollegin Ulrike Lessig mit

ihrem Rollstuhl nicht auf die Bühne

kam, wurde die Auszeichnung von

„Be anAngel“ kurz entschlossen vor

die Bühne verlegt.

ELKE BÜDENBENDER

überreichte als Schirmherrin des

Abends die dekorative Kleinplastik

aus Glas also auf der Tanzfläche.Die

Ehefrau von Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier hatte die

VonEngeln und Helden

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Bei der Vergabe der Take Off Awards

standen Menschen im Mittelpunkt,

die sich ehrenamtlich engagieren.

Der Ehrenpreis ging an die

Tafel-Gründerin Sabine Werth, der

Sonderpreis an Marianne Birthler

Mutter aller Tafeln: Sabine Werthbei der

Preisverleihung in Potsdam CHRISTIAN SCHULZ(4)

Verdienste für die Wiedervereinigung:

Marianne Birthler

CHRISTIAN SCHULZ

Kreuzberger Engel: UlrikeLessig und Andreas

Tölkevon „Be Angel“.

Ein Loblied auf die stillen Helden: Stargast

Christian Anderssang es.

Preisträger des Abends zuvor dafür

gelobt, dass die sich aufgemacht hätten,

anderen zu helfen: „Sie haben

nicht einfach weggeschaut.“ In der

Kategorie „Bildung“ gewann der Verein

Freunde fürs Leben e.V.,der sich

der Aufklärungsarbeit zu Depressionen,

Suizid und Suizidprävention

verschrieben hat. In der Kategorie

Mitmenschlichkeit hatte sich die

Jury,inder auch die Berliner Zeitung

vertreten war, für den BrandenburgerWünschewagen

entschieden, der

Menschen am Ende ihres Lebens einen

letzten Herzenswunsch erfüllt.

MARIANNE BIRTHLER

bekam für ihre Verdienste um die

Wiedervereinigung und Demokratie

einen Sonderpreis. Und erklärte

selbst: „Ich bin eigentlich kein Fan

vonsolchen Preisen.“ Sienutzte ihre

Dankesrede, um an Heinz Baumbach

zu erinnern, der 1952 in der

DDR verhaftet und zum Tode verurteilt,

dann in Moskau erschossen

wurde. Ihre 10000 Euro Preisgeld

spendet die ehemalige Chefin der

Stasi-Unterlagenbehörde an die Organisation

Memorial Deutschland,

die eine Idee vonMemorial Russland

übernommen hat und mit kleinen

Gedenktafeln Häuser als „Letzte

Adresse“ von Stalinismus-Opfern

kenntlich macht.

CHRISTIAN ANDERS

war als Stargast für das Unterhaltungsprogramm

des Abends verpflichtet

worden. Die Schlager-Legende

muss bei so einem Aufritt natürlich

immer seinen größten Hit„Es

fährt ein Zug nach Nirgendwo“ singen.

Aber für Abende, andenen Ehrenamtler

geehrt werden, hat er einen

besonderen Song im Repertoire:

„Dann singe ich gern mein Lied

‚Stille Helden‘, weil es ja wirklich gut

passt.“ Anders bewundertdie Ehrenamtler

und stellt, ganz ernsthaft, wie

er betont, die Frage: „Warum versuchen

wir es nicht mal mit ehrenamtlichen

Politikern?“

STEFFEN SCHROEDER

geht ganz lässig damit um, dass er als

cooler Kommissar TomKowalski in

der ZDF-Serie „SOKOLeipzig“ auf so

einerVeranstaltung wie dem Take Off

Award mehr oder weniger unverblümt

angehimmelt wird. Der Potsdamer,

der sich darüber freute, dass

er für eine schicke Veranstaltung mal

nicht extra indie Nachbarstadt Berlin

fahren musste,hat eine große Affinität

zum Thema des Abends: „Ich

bin selbst ehrenamtlich unterwegs,

arbeite beispielsweise als Botschafter

des Weißen Rings.“

Rechte Chats

schärfer

kontrollieren

Verfassungsschutzchef

kündigt Intensivierung an

Bei der Beobachtung der rechtsextremistischen

Szene will der

Verfassungsschutz das Internet noch

stärker als bisher ins Visier nehmen.

„Rechtsextremisten nutzen die

Kommunikationsmittel, die das Internet

schon länger zur Verfügung

stellt, intensiver als früher, umihre

Agitation und Propaganda abzusondern.

Da müssen wir sehen, wie wir

da besser rankommen“, sagte der

Chef des Berliner Verfassungsschutzes,

Michael Fischer. Es sei unabdingbar,

dass der Verfassungsschutz

im Internet als Beobachter präsent

sei. Auch müsse man sich „mit den

aktuellen Spielen, die einen Gewaltbezug

haben, mit Ego-Shooter-Spielen

etwa, auseinandersetzen“.

Am 9. Oktober hatte ein Attentäter

in Halle versucht, sich mit Waffengewalt

Zutritt zu einer Synagoge zu verschaffen.

Er erschoss eine Passantin

und einen Mann in einem Imbiss.Der

Attentäter, der in der Internet-Spielszene

aktiv war,veröffentlichte einen

Bekennertext mit antisemitischen,

rechtsextremen Motiven.

Fischer räumte ein, seine Behörde

müsse „sicherlich noch stärker

personenzentriertarbeiten“. Die

Nutzer hinterließen durchaus ihre

Spuren. „Trotz anonymer Namen

lassen sich auch im Internet Extremisten

identifizieren“, sagte er. Der

Verfassungsschutzchef, der seit einem

Jahr im Amt ist, appellierte an

die Verantwortung jedes Einzelnen.

„Wenn zwei, drei oder vier Leute miteinander

chatten und jemand äußert

rechtsextremistische Parolen,

sehe ich den Unterschied zwischen

dem Stammtisch und einem solchen

Chatraum nicht“, betonte er. Erforderte

die Nutzercommunity auf, derartige

Äußerungen anzuzeigen. „Da

darf sich keiner in die Anonymität

zurückziehen“, sagte Fischer.

Die Zusammenarbeit von Polizei

und Verfassungsschutz lasse sich

noch verstärken, so Fischer. Esgebe

inzwischen ein gemeinsames Informations-

und Bewertungszentrum.

„Wir versuchen, die Personen, die relevant

sind in der Szene und die sich

möglicherweise radikalisieren, gemeinsam

zu bewerten.“ Dabei seien

schon Informationen zusammengeführt

und Maßnahmen vereinbart

worden, die sonst nicht gekommen

wären. „Aber vielleicht können wir da

noch mehr machen“, sagte er. (dpa)

berliner adressen

Vermischtes

dienstleistungen

Entrümp.,10%Rabatt f. Seniorenbei Leerwhg.

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

gesundheitstipps

stellenmarkt

Dienstleistungen/

weitere Berufe

Winterdienstmitarbeiter (m/w/d)

mit PKW-FS auf 450,00 €-Basis

(Minijob). Tel.: 030-47 00 09 09

an- und Verkäufe

Kaufgesuche

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

Immobilienwelten

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design

“Dank der St. Josefs

Indianerschule lese und

lerne ich mit Begeisterung!”

Mehr Informationen auf:

stjosefs.de/indianerschule

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50


*

)

St. Josefs Indianer Hilfswerk e.V.


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 15

·························································································································································································································································································

Brandenburg

NACHRICHTEN

Gewinner bei Euro-Jackpot

aus Brandenburg

DerEurojackpot ist geknackt –und

ein Spieler oder eine Tippgemeinschaft

in Brandenburgkönnen sich

über etwa drei Millionen Euro

freuen. Im 2. Gewinnrang wurde in

Helsinki achtmal diese Summe ausgeschüttet

–und einmal geht sie

nach Brandenburg. Ob das Geld eine

Tippgemeinschaften oder Einzelgewinner

bekommen, ist noch unbekannt.

DerEuro-Jackpot war mit

90 Millionen Euro gefüllt. (dpa)

Mordverdächtiger tot in

Gefängniszelle gefunden

Ein50Jahrealter Mordverdächtiger

hat sich offenbar in der Untersuchungshaft

in der JVANeuruppin

das Leben genommen. DerTote sei

am Donnerstag in seiner Zelle tot

entdeckt worden, sagte eine Sprecherin

Brandenburger Polizeipräsidiums.Der

Mann, gegen den Anklage

wegen Mordes erhoben worden

war,sei tot. Er soll im Märzseine

Ex-Frauaus der Wohnung in Zossen

gelockt haben. Seitdem ist sie verschwunden.

(dpa)

Land unterstützt Ausbau

einer KZ-Gedenkstätte

DieBegegnungsstätte im ehemaligen

KZ-Außenlager Schlieben-Berga

(Elbe-Elster) kann weiter ausgebaut

werden. Auch für die Anschaffung

vonInventar stelle das Land

4700 Euro aus Lottomitteln bereit.

Dasteilte die Staatskanzlei mit. Der

Verein leiste in ausschließlich ehrenamtlicher

Arbeit Bemerkenswertes,

sagte Ministerpräsident Dietmar

Woidke (SPD). Geforscht werdezur

Geschichte des KZ-Außenlagers,

aber auch Veranstaltungen und Begegnungen

mit Zeitzeugen werden

organisiert.(dpa)

Dorf feiert, dass es nicht

abgebaggertwird

Nach der Erklärung im Koalitionsvertrag,

dass in Brandenburgkeine

neuen Tagebaue entstehen sollen,

haben etwa 120 Bürger am Sonnabend

in Proschim (Spree-Neiße)

gefeiert. Wichtig sei nun eine

schnelle Änderung des Braunkohlenplans,umdie

Ankündigung auch

formal festzuschreiben, sagte Thomas

Burchardt, Sprecher der „Klinger

Runde –Netzwerkfür den Erhalt

der Heimat“. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 5-11-24-26-28-36

Superzahl: 5

Spiel 77: 8120188

Landeslotterie Super 6: 539276

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

4=10Euro

18 =25Euro

325 =100 Euro

7701 =1000 Euro

35012 =10000 Euro

556417 =100000 Euro

564260 =100000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10000 Euro auf die Nummer 8327533.

ARD-Fernsehlotterie:

3462292 gewinnt VW Golf Sportsvan

1686607 gewinnt VW Polo

7164498 gewinnt Reise nach Südtirol

5606314 gewinnt Reise zum Europa-Park Rust

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

4113471 gewinnt 1000000 Euro

929056 gewinnt 100000 Euro

16346 gewinnt 10000 Euro

2266 gewinnt 1000 Euro

21 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Flora und Fauna contra Tesla

Naturschützer bezweifeln, dass der Bebauungsplan für die „Giga Factory“ noch geltendem Recht entspricht

VonGudrun Janickeund

Jens Blankennagel, Potsdam

Die Euphorie in Brandenburg

über die mögliche Ansiedlung

des US-Elektroauto-Bauers Tesla in

Grünheide (Oder-Spree) könnte

durch den Naturschutz getrübt werden.

Nahe der Autobahn A10soll auf

einem 300 Hektar großen Gewerbegebiet

eine sogenannte Giga Factory

vonTesla gebaut werden. Es wäreder

bislang erste StandortinEuropa.

Der Standort inBrandenburg ist

zwar offiziell ein Industriegebiet,

doch dort stehen ganzeWälder. Naturschützer

appellieren bei aller

Freude über die mögliche Milliardeninvestition

an die Regierung, die

Belange der Tier- und Pflanzenwelt

ausreichend zu berücksichtigen.

„Noch wurden weder Bürger oder

Naturschutzverbände in das Projekt

einbezogen“, sagte Friedhelm

Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender

des Naturschutzbundes (Nabu).

Im Bedarfsfall steuernd eingreifen

An dem Standortwolle ursprünglich

ein anderer Autobauer eine Fabrik

errichten. Im Jahr 2001 hatte BMW

angekündigt, ein Werk mit 2500 bis

4000 Arbeitsplätzen zu errichten.

Doch dann wurde in Leipzig gebaut.

Fast 20 Jahre lang konnten sich dort

Floraund Fauna ungehindertentfalten.

Welche Pflanzen oder Tiere sich

dort ihren Lebensraum erobert haben

– möglicherweise auch schützenswerte

–sei bislang unbekannt,

sagte Schmitz-Jersch.

Wie die Staatskanzlei mitteilte,

liege für den Standort ein rechtsgültiger

Bebauungsplan vor. „Dies kann

das weitereVerfahren inhaltlich und

zeitlich vereinfachen“, heißt es. Für

die Umweltschutzbelange gibt es

noch keine Genehmigung. „Für das

immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren

mit konzentrierender

Wirkung muss Tesla prüffähige

Unterlagen für alle relevanten

Bereiche beim zuständigen Landesamt

für Umwelt vorlegen“, teilt die

Staatskanzlei mit. DieRegierung will

bei diesem Milliarden-Projekt nichts

riskieren und hat bereits zwei Tage

Kulturministerium

zieht doch nicht

nach Cottbus

Plan der vorherigen

Regierung aufgegeben

Der geplante und heftig umstrittene

Umzug des Potsdamer

Wissenschafts- und Kulturministeriums

nach Cottbus kommt nach Angaben

der neuen Ressortchefin

Manja Schüle (SPD) nicht zustande.

Um gut miteinander arbeiten zu

können, sei die Landesregierung auf

kurze Wege angewiesen, sagte

Schüle in der RBB-Sendung „Brandenburg

aktuell“. Der Strukturwandel

in der Lausitz habe für ihr Ministerium

trotzdem Priorität, sagte sie.

Ursprünglich wollte die frühere

rot-rote Regierung den Umzug bis

2023, um die unter dem Braunkohleausstieg

leidende Lausitz zu stärken.

Dagegen hatte es starken Widerstand

gegeben.

Die Partner in der rot-schwarzgrünen

Landesregierung vereinbarten

im Koalitionsvertrag, dass alle

Ministerien – auch das Wissenschaftsministerium

– in Potsdam

bleiben, sagte Regierungssprecher

Florian Engels auf Anfrage.Eskönne

jedoch wie bisher Außenstellen geben.

Wie esmit der Stabsstelle des

Wissensschafts- und Kulturministeriums

sein werde, berate die Landesregierung.

Es gehe insbesondereum

die Stärkung des Wissenschaftsstandortes

und den Aufbau der medizinischen

Hochschulausbildung

in Cottbus. (dpa)

In dem Kiefernwald hinter dem freien Gewerbegebiet will Tesla bauen.

„Man muss jetzt erfassen,

welche schützenswerten Arten dort

sind. Wir werden uns auch ein

eigenes Bild machen.“

DPA/PATRICK PLEUL

Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) über den

Standort Grünheide. Schmitz-Jersch war früher selbst Umweltstaatssekretär in Potsdam

Telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

nach ihrer Ernennung die Task Force

Tesla geschaffen. Das erste Treffen

war auch schon. Dort wirken neben

Ministerpräsident Dietmar Woidke

(SPD) auch die Minister für Wirtschaft,

Finanzen, Umwelt und Infrastruktur

mit. Beim ersten Treffen

stellen Tesla-Vertreter ihr Pläne vor:

Investitionen im einstelligen Milliarden-Bereich

seien geplant, Baubeginn

solle möglichst 2020 sein und

2021 solle die Produktion beginnen.

DieStaatskanzlei teilte zum selbst

gestellten Anspruch der Task Force

mit: „Das Gremium wirdein konzertiertes

und abgestimmtes Vorgehen

bei sämtlichen anstehenden Fragen

sicherstellen und im Bedarfsfall

steuernd eingreifen.“ Wenn Tesla

bauen sollte,müssen die Kiefernwälder

abgeholzt werden. Nach Angaben

der Landesregierung habe Tesla

bereits angekündigt, die dreifache

Menge wieder aufforsten zu lassen.

Seltene Tiereund Großprojekte

Erfahrungen mit seltenen und unter

Schutz stehenden Tieren als Projekt-

Verhinderer gibt es bundesweit. So

stoppten Fledermäuse der ArtKleine

Hufeisennase in Dresden zeitweise

den Bauder Waldschlößchenbrücke.

Zudem lebten Zauneidechsen, Juchtenkäfer,

Mopsfledermäuse, Wachtelkönige,

Großtrappen oder Feldhamster

dort, wo Bauvorhaben geplant

waren. Für „Stuttgart 21“, das

Milliardenprojekt der Deutschen

Bahn, mussten Eidechsen umgesiedelt

werden.

Für den Standort Grünheide

sagte Nabu-Chef Schmitz-Jersch:

„Man muss jetzt erfassen, welche

schützenswerten Arten dort sind.

Wir werden uns auch ein eigenes

Bild machen.“ Ausseiner Sicht ist zu

klären, ob der mittlerweile 20 Jahre

alte Bebauungsplan noch allen naturschutzrechtlichen

Anforderungen

genügt. Es stelle sich die Frage:

„Ist das, was es damals gab, heute

noch gültig?“ DieRahmenbedingungen

haben sich aus seiner Sicht entscheidend

geändert. „Wir erwarten

Offenheit und Dialogbereitschaft“,

sagte er. Keinesfalls dürfe jetzt Zeitdruck

ins Spiel kommen. (mit dpa)

ExklusivE adrEssEn

BLACK WEEK

15% PREISVORTEILAUF DIE GESAMTEKOLLEKTION

BOCONCEPT BERLIN

FRIEDRICHSTRASSE 63

KANTSTRASSE 17 IM STILWERK

STRAUSBERGER PLATZ 19

25.11.–02.12.2019

AfD-Nähe als

Problem bei

Kita-Suche

Tagesmütter lehnten Kind

wegen der Eltern ab

VonFrank Pawlowski, Potsdam

Eine ungewöhnliche Absage hat

eine Familie in Brandenburg auf

der Suche nach einem Betreuungsplatz

für ihren ein Jahr alten Sohn bekommen:

Statt einer Einladung zu

einem Kennenlerngespräch hat die

Familie Nimmrich eine Absage per

SMS erhalten. Dasberichtet die Märkische

Allgemeine Zeitung (MAZ).

Darin hieß es, die Tagesmütter täten

sich mit Veröffentlichungen der

Nimmrichs im Internet schwer.„Wir

sind beide politisch anders eingestellt

und haben große Bauchschmerzen“,

so die Tagesmütter.Die

Elternarbeit sei wichtig und komme

auch den Kindern stark zugute. Ein

Kennenlernen sei daher wenig sinnvoll.

„Wir wünschen euch dennoch

weiterhin viel Erfolg bei der Suche.“

Die betroffene Familie ist der

MAZ zufolge fassungslos. „Es geht

doch um die Betreuung des Kindes“,

sagt die Mutter Serena Nimmrich.

Sie und ihr Mann Peter Nimmrich

sind Anhänger der AfD, gehören der

Partei aber nach eigenem Bekunden

nicht an.

Elternteilten AfD-Beiträge

Welche Beiträge die Tagesmütter

meinen, lässt sich nicht mehr überprüfen.

Serena und Peter Nimmrich

haben ihre Facebook-Accounts auf

privat gestellt, sie sind nicht mehr öffentlich

zugänglich. Das Paar beteuert,

keine rassistischen und rechtsextremen

Inhalte veröffentlicht zu haben.

Es wurden offenbar mehrere

AfD-Beiträge geteilt, außerdem befinden

sich AfD-Mitglieder in der

Freundesliste.

Die Tagesmütter wollten sich auf

MAZ-Anfrage nicht zu dem Fall äußern.

Sie ließen aber durchblicken,

dass sie ihre Nachricht im Nachhinein

für einen Fehler halten. Die

Nimmrichs fanden inzwischen eine

neue Tagesmutter, bei der sie bald

ein Vorstellungsgespräch haben.


16 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Lokalsport

Angriff in der Max-Schmeling-Halle: LennartGliese vor knapp einem Jahr,als er noch für die Füchse Berlin in der Bundesliga spielte.

IMAGO IMAGES/BERND KÖNIG

Spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen

HandballerLennart Gliese ist von den Füchsen nach Dessau in Liga drei gewechselt. Diesen Weggehen etlicheSpieler,die sichinBerlinnicht auf Anhieb durchsetzen

VonChristian Kattner

Natürlich hat Lennart

Gliese seinen 22. Geburtstag

in Berlin verbracht.

Mit Freunden

war er am Abend ausgegangen, wie

man das so als Hauptstadtkind

macht. Noch vor einem Jahr blieb

dafür keine Zeit: Bei den Profis der

Füchse Berlin musste er damals aushelfen,

als es aufgrund von Verletzungen

personell eng wurde.Die Belastung

aus EHF-Cup und Bundesliga

ließ da keinen Raum für große

Geburtstags-Feierlichkeiten.

Diesmal, vor wenigen Tagen,

blieb nach einem Spiel in der Halle

der zweiten Füchse-Mannschaft etwas

mehr Zeit. Dritte Liga statt EHF-

Cup-Quali in Malmö, aber auch Dessau-Roßlauer

HV (DRHV) statt

Füchse Berlin. Zusammen mit Tim

Bielzer hat LennartGliese im zurückliegenden

Sommer den Verein und

die Stadt gewechselt. Dort, wo er jahrelang

trainiert und gespielt hatte,

stand er nun „mit einem komischen

Bauchgefühl gegen meine alte

Mannschaft“ auf dem Feld.

Über den 34:25-Sieg, den zwölften

im zwölften Spiel, hat er sich

auch deshalb etwas verhaltener gefreut.

Mit dem Team aus Sachsen-

Anhalt ist er Tabellenführer, die

Füchse-Reserve nur Vorletzter. Und

trotzdem spielt er weiterhin in der

dritten Handball-Liga. Stillstand

oder gar ein Rückschritt in einer Karriere,

die noch vor einem Jahr etwas

mehr versprach?

Nicht für LennartGliese.„Im jungen

Alter ist Spielzeit das wichtigste.

Undweil ich hier auf meine Spielzeit

komme,ist es kein Rückschritt“, sagt

er.Unterstützung, ja eigentlich sogar

vollen Zuspruch hat der 22-Jährige

von Bob Hanning bekommen. Obwohl

Lennart Gliese vor einem Jahr

bei den Profis gespielt hat und ordentliche

Leistungen zeigte, hätte er

zukünftig kaum weitereEinsätzebekommen.

Weil er sehr verletzungsanfällig

ist, körperlich noch Probleme

mit der harten Spielweise in

der stärksten Handballliga der Welt

hatte und vor allem „an Fabian

Wiede, Michael Müller und Marko

Kopljar nicht vorbeikommt“, wie

Füchse-Geschäftsführer Hanning

sagt: „Die Qualität hat er auch nicht.

Irgendwann brauchst du einen

neuen Reiz. Denn wenn du siehst,

dass du es nicht schaffst, verlierst du

dein Ziel aus dem Auge.“

DasBeste für den Spieler

Der zweiten Mannschaft, da ist sich

Hanning sicher, würde Lennart

Gliese den Klassenerhalt sichern.

Aber darum geht es bei den Füchsen

nicht. Viel mehr wird bereits im

Nachwuchsalter darauf geachtet,

was das Beste für den Spieler ist.„Wir

versuchen, das Maximum aus den

Spielern rauszuholen, wissend, dass

nur die Wenigsten bei uns spielen

können und nur ein Teil in die Erste

oder Zweite Bundesliga kommt“,

sagt Hanning, „die Verantwortung

tragen wir und versuchen, ihnen die

bestmöglichen Rahmenbedingungen

zu geben.“

Das Wohlfühlpaket beinhaltet

perfekte Trainingsmöglichkeiten sowie

eine sportliche, beratende und

medizinische Betreuung. Wer es

nicht dauerhaft in den Bundesligakader

schafft, wirdnicht fallen gelassen.

Die Füchse leisten sich deshalb

den Luxus einer zweiten Mannschaft.

Auferfahrene Spieler wirddabei

verzichtet, auch die Platzierung

ist nicht so wichtig, „aber wir bieten

den Spielern die Möglichkeit für

noch einmal ein Jahr, manchmal

auch zwei, unter professionellen Bedingungen

arbeiten zu können“,

sagt Hanning, „das ist eine Säule,die

aber auch irgendwann endet. Und

dann muss man sich überlegen, was

Zu Gast in der Heimat: LennartGliese vor der Partie seiner Dessauer in Berlin. VOLKMAR OTTO

man mit dem Spieler macht.“

Die Modelle bei den Füchsen sehen

da ganz unterschiedlich aus.

Manche gehen zum Partnerverein

nach Potsdam. Andere werden weiter

ausgebildet, sind aber während

ihrer Zeit in der zweiten Mannschaft

mit einer Doppellizenz noch für einen

anderen Verein in der Zweiten

Bundesliga, wenn sie dort ausreichend

Spielzeit in Aussicht gestellt

bekommen, im Einsatz. Für Lennart

Gliese und Tim Bielzer aber ging der

Weg indiesem Sommer nach Dessau-Roßlau.

Zum Zeitpunkt ihrer

Vertragsunterschrift spielte der Verein

noch in der Zweiten Liga. Es wäre

die perfekte Bühne für die weitere

Entwicklung gewesen.

Trainer Jungandreas formt Talente

Im Sommer 2016 waren bereits Max

Scheithauer und Moritz Schade den

Wegaus Berlin in die Kleinstadt gegangen.

Während Scheithauer nach

zwei Kreuzbandrissen noch immer

dort spielt, hat Schade nach nur einem

Jahr den Sprung zum TuSN-

Lübbecke geschafft und ein Jahr in

der Ersten Liga absolviert. Allein vor

diesem Hintergrund „hätte ich Lennart

auch gewünscht, dass er in der

Zweiten Liga spielt“, sagt Hanning.

Doch auch, wenn es jetzt die Dritte

Liga ist, hat der Füchse-Geschäftsführer

ein gutes Gefühl bei diesem

Wechsel.

Vor allem wegen Uwe Jungandreas.

„Das ist ein Trainer, der mit

jungen Leuten gut kann, aber auch

konsequent und hart ist. Da passt

Lennarthin, das ist für ihn und seine

Entwicklung gut“, sagt Hanning,„ich

weiß, dass ich ihn guten Gewissens

nach Dessau geben kann. Und so

guckt man, ob ein Spieler zu dem

Verein und dort der Trainer zum

Spieler passt.“ Für den Spieler selbst

kann einWechsel wichtig für die Entwicklung

sein. Er verlässt die Komfortzone

bei den Füchsen, muss sich

in einem neuen Verein, einer neuen

Stadt und einer neuen Rolle im Team

zurechtfinden, plötzlich Verantwortung

übernehmen. „Es ist schon ein

Unterschied, wenn man von den

Füchsen hierher kommt“, erzählt

Lennart Gliese,„man merkt, dass es

ein richtiger Männerverein ist.“

Es ist schon imTraining mehr körperliche

Härte zu spüren, die Trainingszeiten

finden nicht mehr am

frühen Morgen vor den Unterrichtsstunden

mancher Teamkollegen

statt. Seine erste, eigene Wohnung

habe er nach wenigen Monaten gut

im Griff, vor kurzem hat er auch ein

Fernstudium im Bereich Gesundheitsmanagement

angefangen. Die

Kleinstadt Dessau bietet natürlich

nicht so viel, wie das große Berlin,

aber das muss nicht einmal schlecht

sein. Erst recht nicht, wenn er weiß,

dass er weiterhin auf Unterstützung

aus seiner Heimatstadt setzen darf.

„Wenn Lennart mich anruft und

meinen Ratbei einem Spielerberater

oder Wechsel braucht, nehme ich

mir die Zeit“, sagt Bob Hanning. So

viel Hingabe zahlt sich aus.Dadurch,

dass der Spieler vielleicht eines Tages

zurückkommt oder in einem anderenVerein

sein Glück findet.

Turmbau zu Berlin

Serie –Tierisch fit: Die Vereinigung Adler 1912 hat eine Gruppe von Castellers aufgenommen. Jetzt bauen die Katalanen in Kreuzberg vor Publikum meterhohe Figuren aus Menschen

VonChristian Kattner

Nein, mit dieser exakten Beschreibung

kann man sich

nicht verlaufen: Einfach auf das Gelände

einer Grundschule nahe dem

U-Bahnhof Görlitzer Park, dem Weg

folgen, nach links zum Fußballfeld,

auf der linken Seite befindet sich die

Sporthalle. Das steht in einer netten

und persönlichen Nachricht, aber

auch auf der Facebookseite der Castellers

de Berlin geschrieben, jener

Abteilung der Vereinigung Adler

1912 aus Kreuzberg.

Wenn man zusätzlich das Glück

hat, dass sich vor der Halle auch

noch ein Mitglied der Abteilung aufhält

und einen darauf hinweist, dass

man doch bitte seine Straßenschuhe

ausziehen möge, wenn man ihm

dann im Zickzack durch die mit

Trennwänden geteilte Halle folgt,

landet man problemlos am Zielort.

DieHalle der Kampfsportler ist leicht

durchquert, den Basketballernmuss

man beim Freiwurftraining ausweichen,

aber dann ist es geschafft. Es

ist Freitagabend und ein Großteil der

Abteilung bereitet sich auf die Trainingseinheit

vor.

Bauchbinde und Kopftuch

Paarweise werden Bauchbinden um

die Körper gewickelt, ein paar Kletterübungen

an Stangen gemacht,

auch das Kopftuch bekommt seinen

Platz. Das war es dann aber schon.

Statt mit dem buntesten und

schicksten Outfit sind Dennis Basaldella

und seine Mitstreiter mit Jeans

und einem Hemd bekleidet. „Man

benötigt nicht viel“, erzählt der Social-Media-Beauftragte,„ein

reißfestes

Hemd mit großem Kragen und

eine Jeans, die reißen kann, sind

wichtig. Dazu noch eine Bauchbinde

und ein Kopftuch.“

Das Kopftuch ist ein Wiedererkennungsmerkmal,

auf dem das

Logo der Castellers de Berlin

zu sehen ist. Das Wort

Castells kommt aus dem

Katalanischen und heißt

Burgen. Die werden in der

Region rund um Barcelona

aus Menschen gebaut.

Meistens auf öffentlichen

Plätzen, gerne auch am

Wochenende, wenn alle

Mitglieder einer Colla, so

heißt die Gruppe, die eine

dieser Menschenpyramiden baut,

Zeit haben.

Auch in Berlin hat sich am 10. Januar

2018 eine solche Colla gegründet

und ist bis heute die einzige in

Deutschland. Das erste offizielle

Training hatte noch unter freiem

Turmbauer:

Dennis Basaldella.

Himmel stattgefunden, der Blankensteinpark

unweit der Storkower

Straße war der Trainingsort. „Wir

wollten die Tradition der Castellers

gerne nach Deutschland

bringen“, erzählt Dennis

Basaldella. Er spricht dabei

für sich, aber vor allem

über die Katalanen, die in

Berlin arbeiten, leben und

zu dieser Gruppe von 50

BLZ/CHRISTIAN KATTNER

Mitgliedern gehören.

„Viele davon sind in Katalonien

geboren und kennen

den Sport natürlich.

Nicht alle haben es vorher

gemacht“, sagt Basaldella, „unser

Hauptpublikum, das wir auch vor

Ort ansprechen wollen, ist aber

deutsch.“

So, wie die Vereinigung Adler aus

Kreuzberg. DerVerein mit dem Greifvogel

im Vereinsnamen existiert seit

1912 und ist Heimat für Basketballer,

Fußballer und Handballer, hat eine

Capoeira-Gruppe und Kung-Fu-

Kämpfer aufgenommen und

schließlich den Castellers de Berlin

am 4. September 2018 Zutritt zu seinem

Horst gestattet.

Gerade jetzt in den Wintermonaten

profitieren die Castellers im Alter

von sieben bis 70 Jahren von den

Vorzügen einer Vereinszugehörigkeit.„Wir

haben eine Halle zurVerfügung,

in der wir trainieren können.

Dasmacht uns viel flexibler,weil wir

wetterunabhängig trainieren können.

Außerdem sind wir durch den

Verein auch versichert“, sagt Dennis

Basaldella.

Von den Adlern wurden er und

seine Mitstreiter sehr gut aufgenommen,

alles läuft sehr familiär ab.Das

passt hervorragend zu einer Sportart,

in der vorallem Wert auf Zusammengehörigkeit

und Vertrauen gelegt

wird. Schließlich muss beim Bau

einer Menschenpyramide alles perfekt

passen. „In der Basis stehen die

Castellers sehr eng beieinander, damit

das Gerüst sehr stabil ist. Man

darf keine Scheu vor Menschenkontakt

haben“, sagt Basaldella.

Ihre Kletterkünste und Stabilität

in der Basis haben die Berliner Castellers

auch schon öffentlich gezeigt.

Im Sommer bei einem internationalen

Treffen in Kopenhagen, aber

auch in Berlin beim Karneval der

Kulturen. Beim Training am vergangenen

Freitag bauten sie Burgen mit

kleineren Türmen. Etwas mehr soll

bei einer Weihnachtsaufführung am

6. Dezember ab 19 Uhr gezeigt werden.

Und wer es sich ansehen

möchte, muss einfach der genauen

Wegbeschreibung auf der Facebookseite

folgen.


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 17 *

·························································································································································································································································································

Sport

Zack, bumm, bäng

Der reformierte Davis Cup erntet neben Kritik auch Lob, bringt Deutschland ein glückliches Los und eine aufstrebenden Tennisnation wieder ein Stück nach vorn

VonDoris Henkel, Madrid

Offiziell heißt das neue

Ding, das in der vergangenen

Woche in Madrid

Premiere feierte, Davis

CupbyRakuten Finals,aber so nennt

es natürlich keiner. Manche sagen

neuer Davis Cup oder reformierter

Davis Cup, manche übernahmen

Roger Federers Formulierung Piqué

Cup nach dem Chef und Gründer

der Kosmos Unternehmensgruppe,

die die Rechte an dem Mannschaftswettbewerb

für unfassbar viel Geld

vom Internationalen Tennisverband

(ITF) erworben hatte.Was früher im

Davis Cup bei Heim- und Auswärtsspielen

drei Tage Zeit zum Wachsen

hatte, das wird jetzt an einem einzigen

TagimSchnellverfahren abgehandelt.

Die alte Form des 119 Jahre

alten Wettbewerbs erinnerte an einen

Roman mit Verwicklungen,

Wendungen und allerlei Leidenschaft;

die neue Form liest sich eher

wie ein Cartoon mit fetten Untertiteln.

Zack, bumm, bäng.

Einwürdiger Rahmen

In den ersten Tagen dominierte das

Gefühl, das Neue habe mit dem Alten

nichts mehr zu tun: leere Ränge,

Nachtschichten, undurchsichtige

Regeln. Der Präsident der ITF, der

Amerikaner David Haggerty, und

Spaniens Fußballstar Gerard Piqué

meinten in ihrer Bilanz, sicher,manche

Dinge seien verbesserungswürdig,

daran gelte es zu arbeiten.Wenig

überraschend versicherten sie sich

aber am Ende gegenseitig, dieWoche

sei ein fantastischer Start gewesen

und mache Lust auf mehr.Das Finale

jedenfalls,das Spanien mit Anführer

Rafael Nadal unter dem Beifall von

König Felipe gegen Kanada gewann,

Engagiert, aber nicht mehr ganz so frisch: Philipp Kohlschreiber schlägt im Viertelfinale des Davis Cup gegen Großbritannien auf.

fand in einem Rahmen statt, der dem

Ereignis angemessen war.

Aber es gab bei aller Kritik auch

positive Ansätze im reformierten

Wettbewerb, und dazu gehört die

Aufwertung des Doppels. Im alten

System lag das Doppel zwischen den

beiden Einzel-Tagen, auch bei dieser

Konstellation stand der Sieger einer

Begegnung manchmal schon nach

dem Doppel fest. Doch das war die

Ausnahme. Im neuen System mit

zwei Einzeln fiel die Entscheidung in

vielen Spielen im abschließenden

Doppel, und das ist gut für die Emotionen

und die Bilder davon. Wenn

sich Partner miteinander freuen,

dann wackelt der Boden.

Fünf der sechs Spiele im Viertelund

Halbfinale wurden im Doppel

entschieden, nur die deutsche Begegnung

gegen die Briten nicht. Ke-

vin Krawietz und Andreas Mies wären

zugern noch mal auf den Platz

gegangen, um die Sache zu einem

glücklichen Ende zu bringen, doch

da nach den Einzeln schon alles entschieden

war,fiel das Doppel flach.

Ausgegen die Briten

AFP/SORIANO

Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard

Struff fehlte es in ihren Einzeln

nicht an Engagement, aber sie wirkten

nicht mehr so frisch wie in den

Begegnungen zuvor und scheiterten

an stark spielenden Briten, an Kyle

Edmund und DanEvans.

DasFazit des deutschen Kapitäns

und Bundestrainers Michael Kohlmann

hörte sich trotzdem positiv an.

DasTeam habe sich sehr gut präsentiert,

sagte er,was mit drei Neulingen

nicht so leicht gewesen sei. „Wir sind

jetzt zwei Jahre hintereinander ins

Viertelfinale gekommen –klar, das

ist noch nichts Außergewöhnliches,

aber wir haben gezeigt, dass wir immer

eine Rolle spielen und alles geben.

Wir gehen sehr zuversichtlich

ins Jahr 2020.“

Mit dem Einzug ins Halbfinale

hätte sich die Mannschaft für die

Endrunde im kommenden Jahr qualifiziert,

so geht das nur über einen

Sieg in der ersten Runde im März, die

wie im alten System in vier Einzeln

und einem Doppel entschieden

wird. Doch bei der Auslosung am

Sonntag in Madrid hätte es sicher

schlimmer kommen können: Am

ersten März-Wochenende werden

die Deutschen zuhause gegen Weißrussland

spielen. UndobesamSystem

lag oder schlichtweg Zufall ist:

Die Endrunde brachte eine Nation

ins Finale,die nie zuvor um den großen

Pokal gespielt hatte und für die

dieses Jahr mit der nächsten dicken

Schlagzeile zu Ende geht.

Nach Feiernund Feuerwerken allerorten

in Kanada für den Sieg von

Bianca Andreescu bei den US Open

deutet der Erfolg der Herren Kollegen

nun darauf hin, welche Rolle das

Land auf dem Planeten Tennis spielen

kann. Bis zum Finale erledigten

Routinier Vasek Pospisil und der 20

Jahrealte Denis Shapovalovzuzweit

alle Aufgaben überzeugend und mit

Leidenschaft, der ein Jahr jüngere,

hochtalentierte Felix Auger-Aliassime

saß auf der Bank.

Biszum Finale,dann war er dran.

Dass diese erste Partie des Finales

eine höchst emotionale Sache werden

sollte,lag aber vorallem am spanischen

Gegner, Roberto Bautista

Agut, dessen Vater Mitte der Woche

gestorben war. Erfuhr nach Hause,

kehrte zurück und fand Trost in einer

Mannschaft vonFreunden.

Ausgewählte Reisen in Europa

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

06187–480 48 40

KENNWORT:

BERLINER ZEITUNG

Der Golf von Sorrent

8-tägige Flugreise ab Berlin ·Italienisches Flair

im Boutiquehotel ·inkl. Ausflugsprogramm

Hidden Paradise: Insel Jersey

8-tägige Flugreise ab Berlin ·die britischen

Kanalinseln im Ärmelkanal

Hamburg &Elbphilharmonie

3-tägige Reise im First-Class-Hotel ·inkl. Bahnreise

ab Berlin und Top-Konzert in der „Elphi“

©Kesu -stock.adobe.com

©JFL Photography -stock.adobe.com, GLOBALIS Erlebnisreisen ©alagz -stock.adobe.com, GLOBALIS Erlebnisreisen ©Mapics -stock.adobe.com, GLOBALIS Erlebnisreisen

Unvergessliche Tage zwischen

Im Preis enthaltene Leistungen:

Ein Stück Frankreich, das Im Preis enthaltene Leistungen:

Die „Elphi“ ist seit ihrer

Neapel und der •Flug mit easyJet von Berlin-Tegel nach

ins Meer gefallen ist und •Flug mit Blue Islands nonstop von Berlin Eröffnung ein Publikums-

Amalfiküste: Genießen Sie Neapel und zurück

von England aufgesammelt nach Jersey und zurück via Guernsey (kein magnet, und die Konzerte

das italienische Flair im • CO2 Kompensation des Flugs (atmosfair) wurde: So beschrieb Victor Umstieg)

begeistern Gäste aus aller

Boutiquehotel Torre Barbara

•Flugabhängige Steuern und Gebühren

Hugo die Kanalinseln. Dar-

• CO2 Kompensation des Flugs (atmosfair) Welt. Grund genug Ham-

und entdecken Sie den •Transfers im Zielgebiet lt. Programm

aus ergeben sich faszinie-

•Flugabhängige Steuern und Gebühren

burg und seiner neuen

sonnigen Süden rund um

den Golf von Sorrent. Zum

•7xÜbernachtung imHotel Torre Barbara )

•7xFrühstück

rende Kontraste: britischer

Lifestyle und französisches

•Transfers im Zielgebiet lt. Programm

•7xÜbernachtung im Hotel der Landeskategorie

Perle einen Besuch abzustatten.

Wir zeigen Ihnen

Ausflugsprogramm zählen •4xAbendessen im Hotel

Savoir-vivre, die exzellente

3auf Jersey (Hotel Merton o.ä.) darüber hinaus zahlreiche

die Altstadt Neapels, der •1xAbschiedsessen im Fischereihafen

französische Küche und •7xFrühstück

Sehenswürdigkeiten der

Ausgrabungsort Pompeji •Ganztagesausflug Sorrent und Hinterland Fish &Chips am Meer. Aber •Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort Hansestadt. Am 1. Abend

und die malerische Amalfiküste.

•Ganztagesausflug Amalfitanische Küste das Schönste ist, dass die •Reiseliteratur

erwartet Sie ein exklusiver

Das Hotel bietet ei-

•Ganztagesausflug Pompeji und Vesuv

Kanalinseln vom Massen-

kulinarischer Höhepunkt in

nen traumhaften Ausblick •Ganztagesausflug Neapel

tourismus bis jetzt immer Zusätzliche Kosten p. P.:

einer der Hamburger Restaurant-Ikonen.

auf die Bucht von Neapel. •Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort noch verschont blieben. •EZ-Zuschlag: € 339,–

•Reiseliteratur

•7xAbendessen im Hotel: €195,–

•Ausflugspaket mit 4Ausflügen auf Jersey

16.04. –23.04.2020 19.09. –26.09.2020 26.05. –28.05.2020

ab €1.399,–

Preis p. P. im DZ

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: € 300,–

•Zusatzausflug auf die Insel Capri: €95,–

•Zusatzausflug Avellino: €95,–

ab €1.099,–

Preis p. P. im DZ

inkl. Eintrittsgelder: €369,–

•Zusatzausflug Jersey War Tunnels: €47,–

•Zusatzausflug Insel Sark: €145,–

•Zusatzausflug Insel Guernsey: €108,–

ab €799,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Bahnreise Berlin–Hamburg–Berlin,

2. Klasse inkl. Sitzplatzreservierung

•2xÜbernachtung im First-Class-Hotel

Reichshof Hamburg Curio by Hilton

•2xFrühstücksbüffet

•1x3-Gang-Menü in der Schifferbörse

Hamburg (ohne Getränke)

•Eintritt für das Konzert in der Elbphilharmonie,

Preiskategorie 2mit Werken von

Beethoven und Dvořák, Budapest Festival

Orchestra, am Klavier Sir András Schiff,

Dirigent Iván Fischer

•3-stündige Stadtrundfahrt

•Reiseleitung in Hamburg

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: € 200,–

•Kultur- und Tourismustaxe der Stadt

Hamburg (3 –4€ p.P./Nacht), diese muss

persönlich im Hotel bezahlt werden

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Globalis Erlebnisreisen GmbH, Uferstraße 24, 61137 Schöneck

Berliner Zeitung Leserreisen

LESERREISEN


18 * Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Sport

NACHRICHTEN

Geiger fällt beim

Weltcup-Auftakt zurück

SKISPRINGEN. Skispringer Karl Geiger

hat beim SaisonstartinWisla, Polen,

einen möglichen Podestplatz

verpasst. DerWeltmeisterschaftszweite

lag beim Debüt vonBundestrainer

Stefan Horngacher nach dem

ersten Durchgang noch in Führung,

stürzte bei schwierigen Bedingungen

aber auf den siebten Rang ab.

DerSieg ging an Skiflug-Weltmeister

Daniel-André Tande (Norwegen) vor

AnzeLanisek (Slowenien) und Lokalmatador

Kamil Stoch. Weltmeister

Markus Eisenbichler zoginder

Windlotterie dagegen eine Niete und

verpasste auf dem letzten Platz

ebenso wie der Tournee-Dritte Stephan

Leyhe,Constantin Schmid und

Moritz Baer den zweiten Durchgang.

Doppelsitzer retten den

Saisonstartder Rodler

RODELN. DieWeltmeister Toni Eggert/Sascha

Benecken haben dem

deutschen Rennrodel-Team zum

Weltcup-Auftakt den ersten Sieg gesichert.

DieGesamtweltcup-Gewinner

setzten sich am Sonnabend in

Innsbruck-Igls im spannenden

zweiten Lauf knapp gegen die deutschen

Olympiasieger Tobias Wendl/

Tobias Arlt durch. Beiden Frauen

landeten Jessica Tiebel und Julia

Taubitz zeitgleich auf Rang drei. Felix

Loch kam nur als Sechster ins Ziel.

BR Volleys besiegen

Eltmann und haben Losglück

VOLLEYBALL. Weil sie größtenteils

mit der zweiten Reihe auf dem Feld

standen, hatten die BR Volleys am

Sonntag beim 3:0 (25:17, 27:25,

25:23) gegen den Tabellenletzten Eltmann

in Bambergmehr Mühe als erwartet.

Am Ende stand jedoch der

neunte Sieg im neunten Bundesligaspiel

für den deutschen Meister,dem

am Sonntag ein Heimspiel im Halbfinale

des DVV-Pokals zugelost

wurde: Am 8. Dezember (14.30 Uhr)

empfangen die Berliner die Volleys

Herrsching in der Schmelinghalle.

Marco van Basten sorgt

für TV-Eklat

FUSSBALL. Mitseinem Ausspruch

„Sieg Heil“ hat der ehemalige niederländische

Nationalspieler Marcovan

Basten für einen Eklat gesorgt. Am

Sonnabend saß er beim Erstliga-

Spiel Ajax Amsterdam gegen Heracles

Almelo als TV-Experte im Studio

des Senders FoxSports.Vor dem

Spiel wurde Almelos deutscher Trainer

Frank Wormuth interviewt. Kurz

nach dem Gespräch, vondem das

„Algemeen Dagblad“ ein Video veröffentlichte,hörtman

den früheren

Weltklassestürmer im Studio die

Worte„Sieg Heil“ sagen.

Chemnitzerinnen auf den

Plätzen sechs und sieben

TURNEN. DieChemnitzer Turnerinnen

Lisa Zimmermann und Sophie

Scheder haben beim Weltcup in

Cottbus im Finale am Schwebebalken

die Plätzesechs und sieben belegt.

Zimmermann, 16, erturnte am

Sonntag vor1500 Zuschauerntrotz

eines Absteigers 12,433 Punkte.Auch

Scheder,22, musste das Gerät verlassen

und kam auf 12,300 Zähler.

Wasserfreunde Spandau

landen zwei Kantersiege

WASSERBALL. MitzweiKantersiegen

haben die Wasserballer vonRekordmeister

Spandau 04 ihreTabellenführung

in der Deutschen Wasserball-Liga

(14:0 Punkte) ausgebaut.

Nach dem 14:2-Erfolg gegen

Aufsteiger SV Ludwigsburg08am

Sonnabend setzten sich die Berliner

am Sonntag mit 22:4 gegen den SSV

Esslingen durch.

Ein bisschen Rest-Rost

Obwohl er Alba Berlin bestens kennt, sucht Bogdan Radosavljevic noch seinen Rhythmus im neuen Team

VonChristian Kattner

Eswar fast so,als wäreernie

weg gewesen. Mit der Rückennummer

zwei lief Bogdan

Radosavljevic nach

mehr als einem Jahr Pause und zwischenzeitlich

drei unterschiedlichen

Teams wieder einmal in der Arena

am Ostbahnhof auf, mit einemTrikot

vonAlba Berlin. Er wurde dafür lautstark

von den mehr als 10 000 Fans

begrüßt. „Es war mega schön. Ich

habe mich auch riesig gefreut, dass

es wieder Berlin ist. Ich habe mich

auf die Halle, die Jungs, die Coaches

gefreut, auf alles, das ich schon

kenne“, sagte Boggy, nach dem

90:77-Sieg gegen Oldenburg. Boggy,

so wird ernoch immer liebevoll von

den Berliner Anhängern, Mitspielern

und dem Alba-Stab genannt.

Beidiesem Comeback der besonderen

Artwar kaum aufgefallen, dass

neben Peyton Siva, Johannes Thiemann,

Tyler Cavanaugh und Stefan

Peno auch Tim Schneider fehlte.

Während die anderen vier Spieler die

Partie immerhin in der Halle verfolgen

konnten, lag Schneider mit einer

Lungenentzündung im Bett. „Tim

wirdmindestens für eineWoche ausfallen,

auf jeden Fall in den nächsten

beiden Spielen nicht dabei sein“,

sagte Sportdirektor Himar Ojeda,

„auch deshalb ist es sehr wichtig,

dass Boggy hier ist. Er kann uns als

Deutscher auch in allen Wettbewerben

helfen.“

Ankunft in der Nacht

Auf die Größe kommt es auch an: Bogdan Radosavljevic.

Statistisch gesehen bewegte sich die

Hilfe in seinem ersten Auftritt nach

seiner Rückkehr in überschaubaren

Sphären. 3:29 Minuten vorder Halbzeitpause

durfte er erstmals aufs

Spielfeld, leistete gleich einen

Schrittfehler zum Einstand. In seinen

insgesamt 6:23 Minuten sollte es

allerdings der einzige Ballverlust

bleiben. Neben zwei Fouls lieferte

der Mann mit der Nummer zwei

auch zwei Punkte durch Freiwürfe,

zwei Rebounds und einen Assist.

„Es war etwas rostig, aber das ist

ja normal, da ich erst wenige Stunden

hier bin“, erzählte der 26-Jährige,

dessen Vertrag beim italienischen

Erstligisten New Basket Brindisi

am Mittwoch ausgelaufen war

und nicht verlängert wurde. Am

Donnerstag gab es über seinen

Agenten den ersten Kontakt zu Alba

Berlin und eine schnelle Zusage des

Centers.Aber:„Freitagmittag war ich

noch in Italien“, sagte Radosavljevic,

„dann bin ich nach Hause geflogen,

Spürbare Energie

Die Eisbären erkämpfen sich ein 4:0 gegen Augsburg

VonChristian Kattner

ImStädteduell hatten die Fußballer

am Sonntag vorgelegt. Nicht nur

mit dem Sieg des FC Augsburggegen

Hertha BSC, sondern mit der Höhe

von4:0. Diese Partie war gerade vorbei,

da schickten sich die Eisbären

Berlin mit dem Führungstreffer gegen

die Augsburger Panther in der

heimischen Arena am Ostbahnhof

an, für den Ausgleich

imVergleich der beiden

Städte zu sorgen. Es

dauerte allerdings bis 130

Sekunden vor dem Ende

bis die Eishockeyspieler

mit dem 4:0 auch das Torverhältnis

ausgeglichen

hatten.

WasamEnde eine deutliche

Angelegenheit für die

Eisbären war, musste sich erst mal

erarbeitet werden. Die Berliner waren

nach dem 3:7 in Mannheim gerade

in der Anfangsphase um Sicherheit

im eigenen Spiel bemüht. Offensivbestrebungen

waren auf beiden

Seiten deshalb nur in Ansätzen zu erkennen,

Torschüsse Mangelware.

Den ersten groben Fehler leisteten

sich die Gäste. Bei Puckbesitz im eigenen

Drittel wechselten die Augsburger,

verloren aber auch die

Scheibe an Austin Ortega, der gut

störte und auf Marcel Noebels

passte, der die Nerven behielt und

zum 1:0 für die Eisbären traf (13.).

Es schien so, als brauchte es dieses

eine Erfolgserlebnis, um den

CITY-PRESS/MATTHIAS RENNER

Frust vom Freitagabend endgültig

aus den Gliedern zuschütteln. Die

Eisbären erarbeiteten sich im Verlauf

des ersten Drittels ein Übergewicht

und nutzten in der 17. Minute eine

der weiteren Chancen. Scheiterte

Frank Hördler zunächst noch am

Pfosten, behielten die Gastgeber die

Scheibe in ihren Reihen. Auf einen

Pass vonHördler folgte ein Schlenzer

von Noebels in Richtung

Tor, den Ortega entscheidend

abfälschte.

Auch nach der Drittelpause

gaben die Eisbären

weiter den Tonan. Daswar

insbesondere wieder einmal

an einem deutlichen

Plus bei den Torschüssen

Torschütze: zu sehen. Während die Eisbären

aus allen Lagen auf

André Rankel.

das gegnerische Torschossen,

gab es für die Gäste nur wenig

Einschussmöglichkeiten. Und besonders

bitter ist es, wenn dann aus

einem der wenigen Schüsse ein Konter

resultiert und der von Lukas Reichel,

nach Pass durch Maxim Lapierre,

auch noch eiskalt zum 3:0 abgeschlossen

wird(27.).

Die Eisbären waren auch danach

das dominierende Team, brauchten

allerdings bis zur 58. Minute bis

André Rankel in Überzahl für den

4:0-Endstand sorgte. „Es war einer

dieser Tage,andem ich auf der Bank

die Energie gespürt habe“, sagte

Trainer Serge Aubin und zeigte sich

mit der Antwortauf das 3:7 in Mannheim

sehr zufrieden.

BERND KÖNIG

habe kurz geduscht, mich frisch gemacht

und bin wieder zum Flughafen

und nach Berlin.“

Irgendwann gegen ein Uhr inder

Nacht von Freitag auf Sonnabend

war er in der deutschen Hauptstadt,

wo es nach dem Aufstehen in die

Halle zum Einwerfen und von dort

zum Medizincheck ging. „Es war für

ihn nicht einfach“, sagte Ojeda, „wir

hoffen, dass er in den nächsten Tagen

besser integriert werden und

uns noch mehr helfen kann. Es wird

wichtig sein, dass er Landry(Nnoko,

d. Red.) mit seinen Minuten auch

mal Zeit für Pausen gibt.“

Gerade auf den großen Positionen

ist Alba durch die Ausfälle von

Tyler Cavanaugh und Johannes

Thiemann arg gebeutelt und zum

Handeln gezwungen gewesen. Damit

Nnoko gerade bei der hohen Belastung

des Spielplans nicht auch

noch ausfällt, war es wichtig, dass

mit Radosavljevic ein Spieler verpflichtet

wurde,der keine lange Eingewöhnungszeit

benötigt. Er kennt

das System des Trainers und einen

Großteil der Spieler aus seiner Alba-

Zeit zwischen 2016 und 2018.

Ganz glücklich ist er nicht gegangen,

in zwei Verletzungen sieht er die

Ursache für seine Formschwankungen

im letztenVertragsjahr.„DieHerausforderung,

dass ich es besser machen

kann als in meinem letzten Jahr

bei Alba, hat mich mehr gereizt als

das Geld bei einem anderen Verein“,

sagt er. Zwei, drei gut dotierte Angebote

mit einer längeren Vertragslaufzeit

habe er vorliegen gehabt, sich

aber bewusst für Alba entschieden.

„Ich liebe Berlin, unser Sohn ist hier

geboren und ein echter Berliner.Wir

haben hier viele schöne Momente

erlebt“, sagt er.

Anschluss gehalten

Der Sieg gegen Oldenburg dürfte

sich in die Reihe der schönen Momente

nahtlos einreihen. Nach zwei

Bundesliga-Niederlagen in Folge

drohte Alba Berlin etwas den Anschluss

zu verlieren, wären sie auch

gegen Oldenburg unterlegen gewesen.

„Um inder Bundesliga weiter

wettbewerbsfähig zu sein, war es

sehr wichtig, dass wir gewonnen haben.

Diese Artvon Spielen sind nicht

unbedingt Schlüsselspiele,aber sehr

wichtig, um Mentalität, Rhythmus

und die Motivation hoch zu halten“,

sagt Ojeda. Und genau das braucht

es, umauch am Dienstagabend in

Bonn, im Duell mit dem ehemaligen

Alba-Trainer Thomas Paech, bestehen

zu können.

Genervter Kapitän

Die Füchse erreichen die Gruppenphase des EHF-Cups

VonCarolin Paul

Kein Siegestanz, kein übermäßiger

Jubel – so richtig freuen

konnten sich die Füchse nicht. Dabei

hatte das Team vonVelimir Petkovic

nach dem 34:27-Hinspielerfolg am

Sonntag ebenso das Rückspiel gegen

die HK Malmö gewonnen. Miteinem

27:26(13:11)-Sieg zogen die Berliner

in die EHF-Gruppenphase ein und

dürfen ab Februar weiter

um den Europapokal mitspielen.

Es war allerdings nicht

das Spiel, das sich die

Füchse erwartet hatten.

Anders sah es bei den

Schweden aus. Trotz der

sieben Tore Rückstand war

Malmö nicht an die Spree

gereist, um den Berlinern

zum Weiterkommen zu

gratulieren. Die Schweden rechneten

sich durchaus etwas aus,spielten

frei auf, gestalteten die Partie in der

ersten Viertelstunde ausgeglichen.

Erst nach dreizehn Minuten gelang

es den Berlinern, die eigene

Qualität abzurufen. Zunehmend

stärker in der Abwehr und mit einem

überzeugenden Silvio Heinevetter

zwischen den Pfosten ließen sie

mehr als zehn Minuten keinen Gegentreffer

zu und konnten wiederholt

Gegenstöße laufen. Daraus resultierte

eine Vier-Tore-Führung, die

allerdings nicht lange anhielt.

Unkonzentrierte Ballabgaben

und technische Fehler halfen den

Gästen, um das Torverhältnis abermals

anzugleichen –sehr zum Unmut

des Berliner Kapitäns Hans

Lindberg. Mehrfach wandte er das

Wort an seine Teamkollegen und

mahnte zu mehr Aufmerksamkeit.

„Das war nicht unserebeste Leistung.

Es nervt mich, dass wir uns hier

heute so präsentiert haben –auch

vor sovielen Zuschauern“, befand

Lindbergnach der Partie.

Es war der dänische

Rechtsaußen, der seine

Mannschaft antrieb.Inder

zweiten Halbzeit markierte

er die ersten beiden

Füchse-Tore und war mit

seinen acht Treffernerneut

DPA/HENDRIK SCHMIDT

bester Werfer seines

Teams. Während der 38-

Antreiber: Jährige wiederholt gegen

Hans Lindberg. die schwedische Abwehr

anrannte, hatte man bei

seinen Teamkollegen des öfteren

den Eindruck, als ob sie im Kopf

schon abgeschaltet hatten. Starke

Phasen wechselten sich mit Schwächeperioden

ab,indenen die Füchse

unnötig den Ball wegwarfen.

„Wir haben nicht unser Maximum

gezeigt, das hat gereicht, dass

Malmö wieder herankommt“ sagte

Trainer Velimir Petkovic, „aber ich

habe meinen Jungs gesagt, dass ich

hier unbedingt einen Sieg will. Den

haben wir geschafft und darüber bin

ich glücklich.“ Froh über den Sieg

war am Ende auch Hans Lindberg:

„Wir haben gewonnen und sind weiter.Das

ist das Wichtigste.“

ZAHLEN

Fußball

2. Bundesliga, 14. Spieltag

VfL Bochum −VfL Osnabrück 1:1

Erzg.Aue−FCSt. Pauli 3:1

Hamburger SV −Dyn. Dresden 2:1

Arm. Bielefeld −Sandhausen 1:1

SV Wehen−Kiel 3:6

VfB Stuttgart−Karlsruher SC 3:0

Regensburg −Heidenheim 3:1

Gr.Fürth −Nürnberg 0:0

Hannover96−Darmstadt 98 Mo., 20.30

1 Hamburger SV 14 32: 13 29

2 Arm. Bielefeld 14 30: 15 29

3 VfB Stuttgart 14 23: 18 26

4 Erzg.Aue 14 23: 20 23

5 Regensburg 14 27: 21 20

6 Heidenheim 14 22: 17 20

7 Gr.Fürth 14 16: 18 19

8 Kiel 14 21: 21 18

9 Sandhausen 14 15: 15 18

10 VfL Osnabrück 14 15: 13 17

11 Karlsruher SC 14 22: 27 16

12 FC St. Pauli 14 18: 20 15

13 Darmstadt 98 13 14: 18 15

14 Nürnberg 14 21: 27 15

15 VfL Bochum 14 25: 27 14

16 Hannover96 13 14: 22 14

17 Dyn. Dresden 14 15: 26 12

18 SV Wehen 14 17: 32 10

3. Liga, 16. Spieltag

FC CZ Jena −Hallescher FC 0:3

FSV Zwickau −Pr. Münster 4:2

Braunschweig−Chemnitzer FC 2:1

Würzb.Kickers −KFC Uerdingen 1:2

Magdeburg −Unterhaching 3:0

SV Meppen −Großaspach 2:1

SV Waldhof Mannheim −Ingolstadt 0:0

Kaiserslautern−Hansa Rostock 2:0

München−B.München II 1:1

Duisburg −Viktoria Köln Mo., 19.00

1 Duisburg 15 33: 20 31

2 Ingolstadt 16 32: 19 29

3 Hallescher FC 16 31: 15 28

4 Braunschweig 16 26: 20 28

5 Unterhaching 16 22: 17 28

6 Magdeburg 16 23: 14 23

7 SV Meppen 16 32: 24 23

8 SV Waldhof Mannheim 16 25: 21 23

9 FSV Zwickau 16 26: 22 22

10 Hansa Rostock 16 19: 21 22

11 B. München II 16 29: 32 22

12 KFC Uerdingen 16 17: 23 22

13 Viktoria Köln 15 28: 27 21

14 München 16 22: 24 21

15 Würzb.Kickers 16 24: 35 20

16 Kaiserslautern 16 27: 32 19

17 Chemnitzer FC 16 23: 28 15

18 Großaspach 16 17: 34 15

19 Pr.Münster 16 25: 33 13

20 FC CZ Jena 16 14: 34 6

Regionalliga, 16. Spieltag

RW Erfurt−Altglienicke 1:1 (1:1)

Cottbus −Halberstadt 1:0 (1:0)

Rathenow−Bischofswerda 1:0 (1:0)

Meuselwitz−Babelsberg 3:2 (1:2)

Lok Leipzig −Lichtenberg 47 2:2 (1:1)

Viktoria −Hertha II 0:1 (0:0)

Berliner AK−Chemie Leipzig 1:1 (1:0)

1Altglienicke 16 42: 19 35

2 Cottbus 16 39: 26 33

3 Lok Leipzig 16 29: 17 33

4 Hertha II 16 47: 25 32

5 Nordhausen 15 36: 22 29

6 Lichtenberg 47 16 22: 17 23

7 Fürstenwalde 16 28: 23 22

8 Dynamo 15 17: 20 22

9 Viktoria 16 17: 13 21

10 Auerbach 16 29: 34 20

11 Chemie Lei. 16 17: 19 19

12 Meuselwitz 16 23: 27 19

13 Berliner AK 16 25: 28 17

14 Halberstadt 16 20: 28 15

15 RW Erfurt 16 16: 25 15

16 Rathenow 16 13: 32 14

17 Babelsberg 16 17: 28 11

18 Bischofswerda 16 13: 47 8

Eishockey

DEL Herren Hauptrunde

Thomas Sabo Ice Tigers −Düsseldorfer EG 3:0

Schwenninger Wild Wings −Straubing Tigers 2:0

Eisbären Berlin−Augsburger Panther 4:0

Kölner Haie −Krefeld Pinguine 2:1

Iserlohn Roosters−Adler Mannheim 0:5

ERC Ingolstadt −EHC Red Bull München 6:4

Pinguins Bremerhaven−Grizzlys Wolfsburg 3:4

1 EHC Red Bull München 21 72: 44 54

2 Straubing Tigers 21 81: 51 44

3 Adler Mannheim 21 72: 61 38

4 Thomas Sabo Ice Tigers 21 59: 56 35

5 Düsseldorfer EG 21 58: 48 34

6 Eisbären Berlin 20 61: 54 34

7 ERC Ingolstadt 21 66: 63 32

8 Kölner Haie 21 46: 57 31

9 Pinguins Bremerhaven 21 55: 57 30

10 Grizzlys Wolfsburg 21 54: 61 24

11 Augsburger Panther 21 55: 72 22

12 Krefeld Pinguine 21 57: 70 21

13 Iserlohn Roosters 21 42: 67 20

14 Schwenninger W. Wings 20 50: 67 19


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 19 *

·························································································································································································································································································

Sport

Bayer Leverkusen

BUNDESLIGA

VfL Wolfsburg

Dass das sportliche Niveau

der mehr oder weniger

prominenten Kandidaten

bei der TV-Show „Dancing

On Ice“ gelegentlich zu

wünschen übrig lässt, ist

nicht nur der Jurorin Katarina

Witt aufgefallen.Vielleicht

sollte

man mal ein paar

Fußballprofis von

Bayer Leverkusen

dazu holen. Diese

schliddern und

flutschen durch die

Gegend, dass es

eine wahre Freude

ist, waghalsige Pirouetten

inbegriffen.

Kürzlich erst hatte Sportchef

Rudi Völler festgestellt,

dass kein anderer Bundesligaspieler

so oft ausrutschen

würde wie Verteidiger Wendell.

Der hielt sich in dieser

Hinsicht beim 1:1 gegen den

SC Freiburg eher zurück, dafür

verloren andere ständig

die Kontrolle über ihren Körperschwerpunkt,

wenn es

darum ging, die vielen exzellenten

Torchancen zu verwerten.

Kevin Volland, Karim

Bellarabi, Lucas Alario und

Ein Fall für

Katarina Witt

Guter Gleiter:

Moussa Diaby.

DPA

auch Moussa Diaby, der elegant

den Torhüter ausspielte,

um dann den Boden unter

den Füßen zu verlieren und

den Ball im Rahmen eines

dreifachen Rittbergers am

Torvorbeizuschieben.

Immerhin

wahrte der Franzose

sein Gleichgewicht,

als er das

einzige Leverkusener

Tor erzielte,

und war beim ersten

Startelfeinsatz

auch sonst die

reinste Augenweide.

Der 20-Jährige

erinnert an

seinen berühmten Landsmann

Kylian Mbappé, hatte

aber das Pech, im selben

Klub wie der echte Mbappé

zu spielen. So kam er vonParis

St. Germain nach Leverkusen,

wo er nur noch Standfestigkeit

lernen muss, was

aber für das gesamte Team

gilt.

„Auf diesem Platz ist es

sehr schwierig, nicht auszurutschen“,

sagt Trainer Peter

Bosz. Weiß der Teufel, wie die

Gegner das immer hinkriegen.

(mali.)

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 M'gladbach 12 8 1 3 24: 13 25

2 RB Leipzig 12 7 3 2 33: 13 24

3 München 12 7 3 2 33: 16 24

4 SC Freiburg 12 6 4 2 21: 13 22

5 FC Schalke04 12 6 4 2 22: 15 22

6 Bor.Dortmund 12 5 5 2 26: 18 20

7 VfL Wolfsburg 12 5 5 2 13: 10 20

8 Hoffenheim 12 6 2 4 17: 19 20

9 Leverkusen 12 5 4 3 18: 16 19

10 Eintr.Frankfurt 12 5 2 5 21: 18 17

11 Union Berlin 12 5 1 6 15: 17 16

12 FC Augsburg 12 3 4 5 17: 24 13

13 Mainz 05 12 4 0 8 17: 31 12

14 SV Werder Bremen 12 2 5 5 19: 26 11

15 Hertha BSC 12 3 2 7 17: 25 11

16 Düsseldorf 12 3 2 7 15: 23 11

17 1. FC Köln 12 2 1 9 11: 27 7

18 SC Paderborn 12 1 2 9 14: 29 5

13. Spieltag,30.11. bis 2.12.:

Schalke04-1.FCUnion Fr., 20.30

Hoffenheim -Düsseldorf Sa., 15.30

Hertha BSC -Dortmund Sa., 15.30

1. FC Köln -FCAugsburg Sa., 15.30

Paderborn-Leipzig Sa., 15.30

Bayern -Leverkusen Sa., 18.30

M’gladbach -Freiburg So., 15.30

Wolfsburg -Bremen So., 18.00

Mainz -Frankfurt Mo., 20.30

Torjäger

16 Tore: Lewandowski (FC Bayern)

12 Tore: Werner (Leipzig)

9Tore: Hennings (Fortuna Düsseldorf)

6Tore: Andersson (1. FC Union)

Harit (FC Schalke), Paciencia (Frankfurt),

Petersen (Freiburg), Reus (Dortmund),

Weghorst (Wolfsburg)

Auch wenn der Nachname

anderes vermuten lässt:

Ein klassischer Siegertyp ist

Wolfsburgs Stürmer João

Victor nicht.Wasweniger mit

den Leistungen bei den Niedersachsen

als vielmehr mit

dem Umweg zutun hat, wie

er aus Brasilien über die österreichische

Provinz seinen

Weganden Mittellandkanal

gefunden hat.

Wie essich gehört für einen

Fußballer aus ärmlichen

Verhältnissen, wollte auch er

die Karriere inEuropa dazu

nutzen, den Liebsten zu

Hause größere Geldbeträge

zu überweisen. Beim SV

Karpfenberg inder zweiten

österreichischen Liga verdiente

Victor bei der Ankunft

2015 allerdings nur rund

1000 Euro, wie er der Sportbild

mal verriet. Nur400 Euro

seien ihm zum Leben mit

seiner Frau geblieben.

Zwei Jahre später stand

seine Karrieresogar gänzlich

auf der Kippe. Weil er sich

wegen Kopfschmerzeninder

nicht gut sortierten Hausapotheke

seiner Mutter bediente,

verstieß der Brasilianer

gegen die Antidoping-

Regeln, wofür er sechs Monate

gesperrtwurde.

Siegertyp mit

Umwegen

Erstes Torinder Bundesliga:

João Victor.

IMAGO IMAGES/SIMKA

Dennoch hatte der Außenstürmer

das Interesse

des österreichischen Bundesligisten

Linzer ASK geweckt,

trainiert von Oliver

Glasner. Unter dessen Führung

wurde Victor ein Torjäger,

der in zwei Jahren 20 Ligatore

für den LASK erzielte

und auch maßgeblich beteiligt

war, dass der Klub in der

vergangenen Saison Platz

zwei belegte. Gemeinsam

zog essie im Sommer nach

Wolfsburg. Und seit Sonntag

weiß Victor nun auch, wie es

sich anfühlt, in der deutschen

Bundesliga ein echter

Siegertyp zu sein: Er erzielte

das 2:0 in Frankfurt. (pae.)

Claudio Pizarromuss jene

Studie in die Hände gefallen

sein, der zufolge die

Frisur eines Mannes signalisiert,

ob dieser gesund und

temperamentvoll ist oder

nicht. Jedenfalls erschien

Werder Bremens Stürmer zur

Partie gegen Schalke 04 wie

sein eigener Friseur. Blonde

Haare, akkurat getrimmter

Bart,sosaß Pizarrobis zu seiner

Einwechslung in der 54.

Minute auf der Bank, sah das

0:1, das 0:2 und durfte dann

endlich mitwirken.

Quasi als Barbier von Siewill-ja.

Denn das Bestreben

Werder Bremen

Blond kickt

gut

der Bremer Elf, ein Torzuerzielen,

wurde nun deutlich.

Dank Pizarro, der in der 80.

Minute mit viel Temperament

eine Flanke schlug: Gebre

Selassie scheiterte an

Schalkes Torwart Alexander

Nübel, Yuya Osako aber erzielte

per Abstauber das 1:2.

Wie die Frisur, soihr Träger.Auf

den 41 Jahrealten Pizarro

trifft das also zu. Mal

sehen, ob er die haarige Studie

an Florian Kohfeldt weiterleitet.

Und ob Werders

Trainer jetzt beim Spiel in

Wolfsburg mit blonden

Strähnchen aufläuft. (cs.)

Die Mütze macht’s: Claudio Pizarro mit blondem Haar.

DPA/JASPERSEN

Ein Schritt zurück beim Trainerdebüt

GETTY IMAGES/HITIJ

Wasauch immer Markus Gisdol an der Seitenlinie

Jonas Hector auf dem Wegzurück ins Spiel

mitgegeben hat, was auch immer er den Profis

des 1. FC Köln zuvor erzählt haben mag, wie sie

bei RB Leipzig aufzutreten hätten –eskam nicht

an. Sein Debüt als Trainer des abstiegsgefährdeten

Aufsteigers ging 1:4 (1:3) verloren. DasErgebnis

war schmeichelhaft. Für den ebenfalls neuen

Manager Horst Heldt war es „ernüchternd“. Was

die Mannschaft anstellte, überstieg bisweilen

das Vorstellungsvermögen von Sportchef und

Trainer. Heldt meinte zutreffend: „Man sieht,

dass die Mannschaft gehemmt ist. Sie geht eher

einen Schritt zurück als einen nach vorn.“

Langsam wirdesbeängstigend.

Schon 104 Bundesligaminuten

hat Robert Lewandowski

nicht getroffen.

Im polnischen Nationalteam

sind es besorgniserregende

36 Minuten, und am Sonnabend

vor einer Woche ging

er beim 2:1 in Jerusalem gegen

Israel sogar völlig leer

aus, obwohl er nach seiner

Einwechslung noch eine

gute halbe Stunde Zeit hatte.

Mit der Nullnummer beim

4:0 gegen Fortuna Düsseldorf

sind das zwei torlose

Spiele binnen einer Woche.

Wasist da los? Und: Quo vadis,BayernMünchen?

Nach ganz oben natürlich,

wie immer, lautet derzeit

die gängige Antwort von

der Isar. Solange Lewandowski

trifft, wenn die Mannschaft

schlecht spielt, und

die Mannschaft gut spielt,

wenn Robert Lewandowski

nicht trifft, was soll da schon

passieren?

Außerdem haben sie ja

jetzt diesen Supertrainer,der

gleich sensationell gegen

FC Bayern München

Immer Pech

mit der Fortuna

Olympiakos Piräus und Fortuna

Düsseldorf gewonnen

hat. Eigentlich keine Kontrahenten,

über die man früher

in München auch nur ein

Wort verlor, aber andererseits

genau solche, mit denen

die Bayern zuletzt die

größten Schwierigkeiten hatten,

im Gegensatz zum aktuellen

Lieblingsgegner aus

Dortmund, der gern jede

Woche kommen könnte.

Robert Lewandowski

nahm es gelassen, dass er im

zwölften Saisonspiel erstmals

ohne Torblieb.„Irgendwann

musste das mal passieren“,

sagte der 31-Jährige,

und wenn, dann sowieso gegen

die Fortuna, die ihm

noch nie einen Treffer gegönnt

hat.

Kritisch könnte es erst

werden, wenn die Mannschaft

trotz aller Hansi-Flick-

Magie mal wieder schlecht

spielt und Lewandowski

nicht trifft. Klingt irgendwie

vertraut, aber bis zum Frühjahr

ist ja noch ein bisschen

Zeit. (mali.)

ZWÖLFTER SPIELTAG

3:3 (0:3)

DORTMUND–PADERBORN

4:1 (3:1)

LEIPZIG– KÖLN

1:1 (1:1)

LEVERKUSEN–FREIBURG

1:5 (0:1)

HOFFENHEIM–MAINZ

0:2 (0:1)

FRANKFURT–WOLFSBURG

1:2 (0:1)

BREMEN–SCHALKE

0:4 (0:3)

DÜSSELDORF–MÜNCHEN

2:0 (1:0)

UNION–M’GLADBACH

4:0 (2:0)

AUGSBURG–HERTHA

Borussia Dortmund: Bürki -

Piszczek, Weigl, Hummels, N.

Schulz (46. Hakimi) -Dahoud

(46. T. Hazard), Witsel -Sancho,

Reus, Guerreiro -Alcácer

(45.+2 Brandt)

SC Paderborn07: Zingerle -

Jans, Kilian, Schonlau, Collins -

Gjasula, Vasiliadis (40. Sabiri) -

Pröger,Holtmann (62. Antwi-

Adjej) -Zolinski (77. S. Michel),

Mamba

SR: Dingert-ZS: 81 365

Tore: 0:1 Mamba (5.), 0:2

Mamba (37.), 0:3 Holtmann

(43.), 1:3 Sancho (47.), 2:3

Witsel (84.), 3:3 Reus (90.+2)

GK: Hummels (3), Weigl (4), Hakimi

(3) /Collins (2)

RB Leipzig: Gulacsi -Klostermann,

Ilsanker,Upamecano,

Halstenberg (82. Saracchi) -

Laimer,Demme -Sabitzer,Forsberg

(80. Haidara) -Nkunku

(76. Schick), Werner

1. FC Köln: T. Horn-Ehizibue,

Bornauw,Czichos, Hector -

Skhiri (46. F. Kainz), Höger (70.

Terodde), Verstraete -K.Schindler

(59. Risse), Modeste, Jakobs

Schiedsrichter:Schröder

Zuschauer:42036

Tore: 1:0 Werner (22.), 2:0 Forsberg

(32./Foulelfmeter), 3:0

Laimer (37.), 3:1 Czichos (39.),

4:1 Forsberg (79.)

Gelbe Karten: -/F.Kainz (1),

Verstraete (2), Terodde (4)

BayerLeverkusen: Hradecky -

Weiser (26. L. Bender), Tah, S.

Bender,Wendell -Ch. Aranguiz,

Demirbay-Bellarabi, Amiri (89.

Paulinho), Diaby-K.Volland

(74. Alario)

SC Freiburg: Flekken -Lienhart,

R. Koch, Heintz -Schmid, Haberer,Höfler,Günter

-Petersen

(90.+3 N. Schlotterbeck), Höler

(90.+2 Frantz), Borrello (57.

Sallai)

Schiedsrichter:Aytekin

Zuschauer:29032

Tore: 0:1 Höler (5.), 1:1 Diaby

(36.)

Gelbe Karten: -/Lienhart(2),

Schmid (1), Höfler (4)

Hoffenheim: Baumann -Posch

(77. Stafylidis), Benjamin Hübner

(55. Baumgartner),Akpoguma

(46. Kramaric) -Kaderabek, Rudy,

Vogt, Grillitsch, Skov -Bebou, Locadia

Mainz: Zentner -Baku, St. Juste

(90.+1Alexander Hack), Niakhate,

Martin -Fernandes, Malong,

Öztunali -Boetius -Onisiwo(75.

Awoniyi), Quaison (87. Latza)

SR: Dankert, ZS: 23 129

Tore: 0:1 Öztunali (33.), 0:2 Kaderabek

(52., Eigentor), 0:3 Malong

(62.), 1:3 Kramaric (83.),

1:4 Boetius (90.), 1:5 Malong

(90.+3)

Rot: Baku (gr. Foul n.Videobew.

45.+2), GKAkpoguma (2) -Onisiwo(2),

Malong (4), St. Juste (4)

Eintracht Frankfurt: Wiedwald -

Hinteregger,Hasebe, N´Dicka

(61. da Costa) -Durm, Rode

(46. Kamada), Kostic, Sow, Gacinovic

(68. A. Silva) -Dost, Paciencia

VfL Wolfsburg: Casteels -

Brooks, Bruma, Tisserand -William,

Guilavogui -Roussillon,

Mehmedi (46. Knoche), Arnold

(87. Schlager) -Victor (77. Steffen),

Weghorst

SR: Siebert-ZS: 50 700

Tore: 0:1 Weghorst (19.), 0:2

Victor (65.)

GK: Sow(2), Hinteregger (3),

Kostic (1) /Arnold (2), Guilavogui

(3), Steffen (2) -GRK: -/

Tisserand (45.+1/Foulspiel)

Werder Bremen: Pavlenka -Veljkovic,

N. Sahin (54. Pizarro),

Langkamp (85. Goller) -Gebre

Selassie, Bargfrede (72. J. Eggestein),

Augustinsson -M.Eggestein,

Klaassen -Rashica,

Osako

FC Schalke04: Nübel -Kenny,

Nastasic, Kabak, Oczipka -Mascarell

-D.Caligiuri, Serdar -Uth

(73. McKennie), Harit (87.

Burgstaller) -Raman (80. Matondo)

SR: Cortus -ZS: 42 100

Tore: 0:1 Harit (43.), 0:2 Raman

(53.), 1:2 Osako(79.)

Gelbe Karten: M. Eggestein (1),

Langkamp (1), Bargfrede (1) /

Nastasic (1), Mascarell (3)

Fortuna Düsseldorf: Z. Steffen -

Mat. Zimmermann, Ayhan,

Adams Nuhu, Gießelmann -

Thommy (87. J. Zimmer), Bodzek,

Morales, Kownacki (79. Sobottka)

-O.Fink (66. Suttner) -

Hennings

Bayern München: Neuer -Pavard,

Javi Martinez, Alaba, Davies

-Kimmich (76. Goretzka) -

Tolisso (71. Thiago), Philippe

Coutinho -Gnabry(63. Perisic),

Müller -Lewandowski

SR: Willenborg -ZS: 53 000

Tore: 0:1 Pavard (11.), 0:2 Tolisso

(27.), 0:3 Gnabry(34.),

0:4 Philippe Coutinho (70.)

Gelbe Karten: Hennings (1) /

Javi Martinez (3)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz -

M. Friedrich, K. Schlotterbeck,

Subotic -Trimmel, Kroos (71.

Schmiedebach), Gentner,C.

Lenz -Ingvartsen (87. Ryerson) -

Andersson, Ujah (78. Bülter)

Bor.Mönchengladbach: Sommer

-Lainer,Ginter,Elvedi (61.

Strobl), Wendt -C.Kramer,Neuhaus

(58. Stindl), Zakaria -P.

Herrmann, Pléa, Thuram (78.

Embolo)

SR: Brych -Zuschauer:22012

Tore: 1:0 Ujah (15.), 2:0 Andersson

(90.+1)

Gelbe Karten: Kroos (1) /Stindl

(1)

FC Augsburg: Koubek -Framberger,

Gouweleeuw,Jedvaj, Max -

R. Khedira, Baier -M.Richter

(26. Hahn), Vargas -Niederlechner

(85. Moravek), Cordova

(72. Schieber)

Hertha BSC: Jarstein -Klünter,

N. Stark, Boyata, Mittelstädt -

Skjelbred (30. Smarsch), Grujic

(70. Maier) -M.Wolf, Darida,

Dilrosun (46. Lukebakio) -Selke

SR: Stegemann -ZS: 29 233

Tore: 1:0 Max (17.), 2:0 Cordova

(26.), 3:0 Hahn (52.), 4:0

Niederlechner (79.)

Gelbe Karten: -/Grujic (3), N.

Stark (2)

Rote Karten: -/Jarstein

(28./grobes Foulspiel)


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 – S eite 20 *

·························································································································································································································································································

Sport

Doppelt bestraft: Sergio Córdova erzielt das 2:0 für den FC Augsburg,Herthas Keeper Rune Jarstein, der zuvor leichtfertig den Ball verspielte, fliegt für den überharten Einsatz auch noch vom Platz.

OTTMAR WINTER

Schlafmützen im Dämmerzustand

Bei der 0:4-Niederlage in Augsburg bringt sich Hertha BSC mit groben Fehlern selbst zunehmend in Bedrängnis –und damit auch Trainer Ante Covic

VonMaik Rosner,Augsburg

Mitte der zweiten Halbzeit

stand Ante Covic

wieder vor seiner

Bank, doch der anfängliche

Elan, mit dem er seine Elf

gecoacht hatte,war längst verflogen.

Regungslos verharrte der Trainer von

Hertha BSC, was auch daran lag,

dass seine Instruktionen wohl ohnehin

nichts mehr hätten ändern können

an der vierten Liganiederlage in

Serie. 0:3 stand es schon aus Berliner

Sicht.

Am Ende reiste die Hertha mit einer

0:4 (0:2)-Niederlage beim FC

Augsburg durch die Gegentore von

Philipp Max (17.), Sergio Córdova

(26.), André Hahn (52.) und Florian

Niederlechner (79.) in die Hauptstadt,

in der am Sonnabend der Vergleich

der Enttäuschten ansteht. Borussia

Dortmund kommt ins Olympiastadion,

in dem die Frage im Mittelpunkt

stehen dürfte, welcher

Trainer mehr um seinen Job bangen

muss: BVB-Coach Lucien Favreoder

Covic –sofernnicht schon vorher etwas

passiert. „Ruhiger wird’s nicht,

berechtigterweise“, sagte Covic später.Ersei

in einer solch „schwierigen

Situation“ aber „der Allerletzte, der

an sich denkt. Es geht nur um den

Verein, dem ich seit 20 Jahren diene.“

Und esgehe darum, „dass man die

Situation umbiegt. Dazu haben wir

schon am Samstag die Gelegenheit.“

Erholen müssen sich die Berliner

zunächst von der happigen Niederlage,

die Verteidiger Niklas Stark als

„Schlag in die Fresse“ bezeichnete.

Es seien „einfach zu viele Sachen“,

an denen es gerade hapere, so könne

man in der Bundesliga nicht agieren,

meinte der Nationalspieler. „Wir

sind nicht mehr so eklig und trauen

uns nicht hinten raus zu spielen“,

befand Marius Wolf und ergänzte zu

Covic: „Es ist nicht meine Aufgabe,

darüber zu diskutieren. Wir haben

unter ihm zu trainieren. Wenn wir

seineVorgaben nicht umsetzen, wird

es auch schwer für den Trainer.“ Manager

Michael Preetz hatte Covic vor

dem Spiel noch gestärkt, danach

wollte er sich nicht näher äußern.

Nursoviel: Er müsse das„erstmal sacken

lassen“.

Covic hatte das Spiel zunächst

fast ununterbrochen im Stehen verfolgt

und dabei mal korrigierend,

mal aufmunternd Einfluss zu nehmen

versucht auf das Geschehen,

„Da kann man trainieren wie ein Weltmeister,

und dann spielt man so wie wir.

So zu verlieren ist schon ein

Schlag in die Fresse.“

Hertha-Verteidiger Niklas Stark drückt seine Enttäuschung

über die Niederlage indeftigen Worten aus.

das manche Beobachter bereits als

schicksalhaft für ihn eingeschätzt

hatten. Wassich im Verlauf der ersten

Halbzeit ereignete, war Covic

aber kaum anzulasten, sondernvielmehr

der wiederholten Schlafmützigkeit

seiner Spieler. Vor dem 0:1

dämmerte die gesamte Berliner Hintermannschaft

bei der Freistoßflanke

von Max, die auf ihrer langen

Flugbahn im Strafraum aufsetzte

und ins lange Eck sprang. Gleich

mehrere Augsburger hatten den Ball

dabei erstaunlich freistehend verpasst.

Herthas Spieler waren gar

nicht erst eingelaufen.

Beim 0:2 war vor allem Torwart

Rune Jarstein gedanklich nicht auf

der Höhe. Einen Rückpass von Niklas

Starknahm er trotz des nahenden

Niederlechner an, der ihm den Ball

wegschnappte, ehe Córdova diesen

ins leereTor schoss. Jarstein hatte es

zudem geschafft, sowohl Niederlechner

als auch Córdova bei seiner

mehrfach verunglückten Aktion mit

zwei groben Foulspielen abzuräumen,

was ihm auch noch die Rote

Karteeinbrachte.

UndCovic? Sahall das mit Schrecken,

sprach von einem „richtigen

Aussetzer“ bei Jarstein und setzte

sich nach beiden Gegentoren und

nach dem Platzverweis jeweils auf

die Bank. Auch er musste die Rückschläge

in schneller Folge wohl erst

mal sacken lassen. Dabei hatte Hertha

zunächst gleichwertig begonnen,

sich aber mit groben Fehlernin

die missliche Lage manövriert, die

sich in Unterzahl nicht mehr korrigieren

ließ. Zwar kamen auch die

zehn Berliner durchaus zu Torannäherungen,

doch Augsburg blieb die

bestimmende und gefährlichere

Mannschaft. Dassah auch Covic, der

nun immer häufiger seinen Sitzplatz

auf der Bank aufsuchte, nachdem er

notgedrungen Ersatztorwart Dennis

Smarsch zum Bundesligadebüt verholfen

und dafür Mittelfeldspieler

PerSkjelbred ausgewechselt hatte.

Doch auch der 20 Jahre alte

Smarsch konnte nicht verhindern,

dass der für den angeschlagenen

Marco Richter eingewechselte Hahn

kurznach der Pause mit einem platzierten

Schuss auf 3:0 für den FCA erhöhte.Weitere

Augsburger Chancen

und Niederlechners wuchtiger Abschluss

aus spitzem Winkel zum 4:0

folgten. Covic sah es im Sitzen. Und

zwar „sehr, sehr enttäuscht“, wie er

später sagte.

„Reißt euch zusammen!“

Nach dem 3:3 gegen Paderborn ist die Stimmung bei der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund angespannt, personelle Konsequenzen bleiben aber vorerst aus

VonDaniel Theweleit, Dortmund

Zumindest Hans-Joachim Watzke

ist sein strategisches Geschick

nicht abhandengekommen dieser

Tage, indenen Borussia Dortmund

orientierungslos durch die Bundesliga

taumelt. Statt die Spieler oder

den Trainer an den Pranger zu stellen,

richtete der Geschäftsführer des

BVB die klarsten Worte der Kritik an

sich selbst und seine engsten Mitarbeiter

in der Klubführung. Die Analyse

der sportlichen Schieflage, die

am Freitagabend in einer desaströsen

ersten Halbzeit gegen den SC Paderborn

gipfelte, habe ergeben,

„dass wir einen Fehler gemacht haben“,

verkündete Watzke auf der

Mitgliederversammlung am Sonntagnachmittag.

„Wir hätten eine

zweite Nummer neun verpflichten

müssen“, einen Stürmer, der in der

Lage ist, den verletzungsanfälligen

Paco Alcácer zu ersetzen. So nahm er

einen Teil der bleiernen Last vonder

gebeutelten Mannschaft und von

Lucien Favre, über dessen Nachfolger

bereits spekuliertwird.

Zuvor waren die Profis mit zornigen

„Pfui“- Rufen und Pfiffen empfangen

worden. Einige Leute in den

Westfalenhallen applaudierten aufmunternd,

aber in den Augen der

meisten Mitglieder tragen die Spieler

die Verantwortung für die enttäuschenden

Ergebnisse. Irgendwann

fand auch Watzke klareWorte gegenüber

den Spielern, die wie Schuljungen

beim Rapport wirkten. Die Entschuldigung

von Marco Reus für die

schlimme erste Halbzeit beim 3:3 sei

zwar richtig gewesen, merkte der Geschäftsführer

kritisch an. „Aber ihr

als Mannschaft müsst auch wissen,

dass es mit Worten nicht getan ist,

dass ihr jetzt gefordert seid, Taten

folgen zu lassen.“ Am Trainer will die

Klubführung vorerst festhalten, „Lucien,

du hast weiter unser Vertrauen“,

rief Watzke hinüber zu

Favre, ergänzte aber sogleich eine

Einschränkung: „Du bist schon so

lange im Fußball dabei, und am

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watze kritisiertseine Mannschaft.

Ende ist Fußball immer über Ergebnisse

definiert.“ Sollte in den Partien

beim FC Barcelona am Mittwoch

und bei Hertha BSC am kommenden

Sonnabend nicht die erhoffte Leistungssteigerung

sichtbar werden,

droht wohl die Entlassung.

Taktische Fehler

Bis zum Freitag sah Favre sich eher

diffusen Vorwürfen ausgesetzt. Er

AFP/FASSBENDER

verbreite zu wenig mitreißende Leidenschaft

hieß es, amFreitag waren

nun substanzielle fußballerische

Fehleinschätzungen zu beobachten.

Paderborns Sportdirektor Martin

Prdzondziono ahnte schon vor dem

Anpfiff, dass der BVB-Trainer einen

folgenschweren Fehler gemacht haben

könnte, als er eine Innenverteidigung

mit den spielerisch starken,

aber nicht besonders schnellen Pro-

fis Julian Weigl und Mats Hummels

nominiert hatte. „Das war ja schon

fast provokativ.Ich weiß nicht, ob sie

nicht wussten, wie schnell Streli

Mamba ist“, sagte er nach dem Spiel.

Mamba war den Dortmundern

mehrfach davongelaufen und hatte

zwei Tore geschossen. Kapitän Reus

bemerkte über die „absolute

Scheiße“, die das Team in der ersten

Hälfte gespielt habe, dass er und

seine Kollegen gar nicht gewusst hätten,

„wie wir richtig pressen sollen“.

UndMats Hummels erklärte nach einer

viel zu spät erfolgten taktischen

Abkehr vom4-2-3-1-System, das der

Schweizer Fußballtüftler für die

meisten Spiele wählt: „Sagen wir so:

Wir tun uns im 4-1-4-1 leichter. Ich

belasse es dabei.“

Im Stadion war am Freitag gegen

Ende der ersten Halbzeit eine gespenstische

Atmosphäre entstanden,

nicht nur,weil das eigene Team

ausgepfiffen wurde, den Paderbornern

wurde für gelungene Aktionen

zynisch applaudiert. „Wer vorgibt

BVB-Fan zu sein und die Tore des

Gegners bejubelt, der sollte unsere

Gemeinschaft einfach verlassen“,

zürnte Watzke auf der Mitgliederversammlung

und erhielt viel Applaus.

Pfiffe seinen hingegen angemessen,

genauso wie die Reaktion der Südtribüne

nach der Partie. Als die Mannschaft

nach der Aufholjagd der zweiten

Halbzeit in der Hoffnung auf einen

Schulterschluss vor die Südtribüne

trat, wurden die Spieler

fortgeschickt. Es hat in Dortmund

immer wieder mal solche Reaktionen

gegeben, zuletzt vorzweiJahren

unter dem Trainer Peter Bosz, der

kurzdarauf entlassen wurde.

In diesen Tagen hoffen sie weiter

auf eine Wende mit Favre, auch weil

niemand weiß, ob eine Entlassung

Früchte tragen würde.Vielmehr deutete

Watzke ungeschminkt an, dass

es Probleme im Kader gibt. „Reißt

euch zusammen, strafft euch“, rief er

hinüber zu den Spielern, „dann werden

wir auch ganz bestimmt wieder

eine Einheit.“


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 – S eite 21

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Ulrich Seidler sieht

„Hekabe“ –ein Abend

über Trojas Frauen.

Seite 23

„Jeder ist hier Datenspender.“

Irmgard Berner über die Rauminstallation „Latent Being“ im Kraftwerk Mitte Seite 22

Precht und Schulze

Fragen der

Erfahrung

Cornelia Geißler

sieht einem

Ost-West-Gespräch zu

Im Fernsehen gibt es eine Reihe

von Sendungen, die den Namen

ihrer Gesprächsführer tragen. Eine

im ZDF heißt „Precht“ wie der mit

allgemein verständlichen Bücher zu

großer Bekanntheit gekommene

Philosoph Richard David Precht.

Anders als etwa Lanz oder Maischberger

hat er nur einen Gast und

sitzt mit dem am Tisch, und zwar so

dicht, dass die beiden Menschen

sich gegenseitig an die Nase fassen

könnten. Richard David Precht hat

den Schriftsteller Ingo Schulze am

späten Sonntagabend (ab morgens

bereits in der Mediathek zu besichtigen)

nicht berührt. Er nutzte allerdings

die Nähe, umgleich persönlich

zu beginnen: „Wir sind ungefähr

gleich alt. Wasglauben Sie, welche

Erfahrung trennt uns am

meisten?“

Precht ist 1964 in Solingen geboren,

Schulze1962 in Dresden. Beide

leben erst seit 1990 in demselben

Land. Es gibt keine Einspielfilme in

der Sendung und kein Publikum.

DerGastgeber hat nicht einmal Karteikarten

mit Fragen. Dieräumliche

Nähe der Gesprächspartner, die

Konzentration allein auf sie lässt einen

intensiven Dialog zu. Undsoist

hier ein gelungenes Beispiel für einen

deutsch-deutschen Austausch

zu besichtigen.

„Ich vermute,esist die Erfahrung

des Geldes“, sagte Ingo Schulze.

Denn in der DDR seien andere

Dinge wichtig gewesen, als Geld zu

haben. Wer seine Bücher gelesen

hat, findet es einleuchtend, dass

diese Antwort kommt. Nicht nur

seine Streitschrift „Unsere schönen

neuen Kleider. Gegen eine marktkonforme

Demokratie –für demokratiekonforme

Märkte“, vorsieben

Jahren als Buch erschienen, auch

sein jüngster Roman „Peter Holtz.

Sein glückliches Leben, erzählt von

ihm selbst“ zeigt, wie Geld eine Gesellschaft

formt. Die größten Meinungsunterschiede

habe er mit den

Ostdeutschen, sagte Ingo Schulze

dann auch, weil er finde,der Kapitalismus

verhalte sich eben so, wie es

seinem Wesen entspreche.

Precht wollte das Gespräch zum

Mauerfall-Jubiläum nicht bei den

Unterschieden des Anfangs lassen,

fragte nach den Folgen vonGlobalisierung

und Digitalisierung. Europa

wurde ein Thema, die Klimakrise

kurz gestreift. Am Ende erkundigte

sich Precht nochmal nach den unterschiedlichen

Erfahrungen. Ingo

Schulzes Antwortfasst das Gespräch

auf eine Weise zusammen, dass es

den Zuschauer optimistisch zurücklässt:

„Es ist möglich, die Welt zu verändern.“

Der Schriftsteller Ingo Schulze im Studio

mit Richard David Precht. ZDF/JULIANE EIRICH

Die australische Rapperin IggyAzalea (in Gelb) trat bei der IMA-Gala gemeinsam mit der britischen Sängerin Alice Chater auf. DPA/FABRIZIO BENSCH (2)

Unterhaltsames Mittelding

Nach dem Echo: In Berlin wurde der neue Musikpreis International Music Award(IMA) vergeben

VonJohannes von Weizsäcker

Udo Lindenberg (l.) hielt die Laudation auf Sting,der als „Hero“ ausgezeichnet wurde.

Der International-Music-Award (IMA)

wurde in neun Kategorien vergeben:

Sound: Anna Calvi

Future: Holly Herndon

Visuals: Tierra Whack

Viele geladene Gäste, aber

auch viele Besucher mit eigens

gekauften Eintrittskarten

hatten sich am Freitagabend

in der „schönen neuen

Verti Music Hall“ (so der anwesende

Rockstar Sting) versammelt, als hier

erstmals der International Music

Award(IMA) gefeiertwurde.

Nach dem Antisemitismus-Skandal

um Farid Bang und Kollegah

wurde bekanntlich der an Verkaufszahlen

orientierte Echo eingestellt.

VomAxel-Springer-Verlag als dessen

Nachfolgepreis ins Leben gerufen

und vonder bei Springer angesiedelten

deutschen Ausgabe des Rolling

Stone veranstaltet, bildet der International

Music Awardalso nicht (wie

bisher) die Beliebtheitsrealität aktueller

Popmusik beim deutschen Publikum

ab –die in den letzten Jahren

unter anderem vonmehr oder weniger

nationalistischem Schlager-Rock

und Gewaltrap geprägt war –sondern

versteht sich nun eher als impulsgebendes

Statement: So wurden

die Preisträgerinnen und Preisträger

in Sparten wie etwa „Commitment“

für Engagement oder „Future“ für

Newcomer voneiner Jury aus Musikjournalisten

sowie Musikerinnen

und Musikern wie Charli XCX, Liam

Gallagher oder auch Sterne-Sänger

Frank Spilker gewählt.

Dadurch gestaltete sich der IMA,

anders als sein Vorgänger und auch

als angloamerikanische Vorbilder

wie der Grammy oder der BRIT

Award, deutlich weniger expansiv:

Nurneun Kategorien gab es,was den

angenehmen Nebeneffekt einer

überschaubaren Zeremoniedauer

mit sich brachte. Obsich die durch

Sponsoren und Ticketverkäufe finanzierte

Ehrung neben dem seit

2016 existierenden Preis für Pop-Kultur

als weitere Echo-Alternative

langfristig wird etablieren können,

muss sich noch zeigen. Denn bei aller

Kritik besaß der Echo ein klares

Auswahlkriterium: Kommerzialität.

Beim IMA aber wird esschwammiger,die

Preisträger,sospürte man,

sollten schon irgendwie massentauglich

sein und dem ausrichtenden

Verlag sowie der Stadt Berlin ein

Glamour-Zertifikat verleihen, aber

irgendwie auch quer liegen. So wurden

viele Mitteldinger und wenige

Überraschungen ins Lobeslicht gerückt.

Die Gitarristin und Sängerin

Anna Calvi etwa, die den Preis der

Kategorie „Sound“ verliehen bekam,

bezeichnete sich als „left-field“, was

soviel wie „seltsam“ oder eben „unkommerziell“

bedeutet; in der Realität

verkauft Calvi, deren Post-PJ-Harvey-Act

gar so seltsam nicht ist, regelmäßig

mittelgroße Hallen aus.Sie

ist also zwar weder ein Popstar noch

gänzlich unbekannt.

Undselbst eine nur mäßig mainstreamtaugliche

Künstlerin wie

Holly Herndon, die den „Innovation“-Preis

für ihre stimmverfremdenden

Techno-Exkursionen erhielt,

ist eher eine Art Vorzeige-Avantgar-

DIE GEWINNER

Style: Lizzo

Commitment: Slowthai

Beginner: Billie Eilish

Performance: Rammstein

Courage: Udo Lindenberg

Hero: Sting

distin, die zwar durchaus anregende,

aber keineswegs innovative Musik

macht. Seit zwei Jahrzehnten kann

man sich Konzerte ansehen, in denen

Audio-Signale, wie hier Herndons

Stimme, durch Software ins

Ätherische, Arpeggierende verfremdet

werden.

Doch trotz einiger inhaltlicher

und technischer Probleme blieb der

Wille spürbar, Pop zurück in die

Rolle der Utopieprojektionsfläche zu

führen: Kaum eine Plattform lässt

sich effektiver für die Bewerbung sozialen

Engagements nutzen. Und so

mochte die selbstverständlich auf

Englisch stattfindende Doppelmoderation

durch den Musical-Sänger

und Netflix-Star Billy Porter und das

Model Toni Garrn zwar nicht die

Schmissigste gewesen sein –schön

auch der für den Großteil des Publikums

sichtbare Teleprompter – ,

doch als Porter, vom Skript abweichend,

in einfachen Worten seine

Existenznöte als junger schwarzer

Schwuler im NewYork der Achtziger

beschrieb, war alles gesagt und auf

den Punkt gebracht.

Ein Highlight der Zeremonie bestand

darin, dass die Electro-Punk-

Sex-Göttin Peaches anlässlich der

Verleihung des „Performance“-Ordens

an die Gruppe Rammstein –

welche kurz vor der Zeremonie abgesagt

und zwei Fanclubleiter geschickt

hatte, den Award entgegenzunehmen

–das Rammstein-Stück

„Du hast“ in ein glorreich trashiges

Queer-Metal-Disco-Manifest verwandelte.

Die für ihre Body-Positivity

bekannte Rapperin Lizzobekam

den Style-Award, dessen Entgegennahme

anlässlich ihres unlängst absolvierten

Berlin-Konzertes im Backstagebereich

der Columbiahalle

stattfand und am Freitagabend auf

Video gezeigt wurde.

Aber auch mittelalte bis alte

weiße Männer kamen nicht zu

kurz, Max Herre moderierte „Mädchen

aus Ost-Berlin“ singend Udo

Lindenberg an, welcher später aus

seiner aus dem Englischen abgelesenen

Laudatio für die Verleihung

des „Hero“-Lebenswerk-Preises an

Sting eine memorable Comedy-

Performance machte. Der Preisträger

selbst spielte zum Abschluss

dann zwei seiner schönsten Stücke,

nämlich „If you love somebody set

them free“ in passend Berlin-hafter

Electro-Disco-Version und „So lonely“

vonThe Police.

Das schönste Teenagerkreischen

riefen indes die Auftritte der K-Pop-

Gruppe The Rose sowieder Rapperin

Iggy Azalea hervor, auch toll war der

dicht choreografierte Achtziger-

Funk vonChristine and the Queens.

Eininseiner Gesamtheit durchaus

unterhaltsames Musikpreislein, das,

wenn man denn an die Notwendigkeit

solcher Zeremonien glaubt, vielleicht

im nächsten Jahr noch ein wenig

an Stringenz und Mut gewinnen

könnte. Dass nun ausgerechnet ein

Megastar wie Billie Eilish den Newcomer-Awardgewinnen

musste,schien

dann doch etwas uninspiriert.

NACHRICHTEN

Internationale Konferenz

zum Bauhaus-Jubiläum

Unter dem Motto „Bauhaus sammeln“

treffen sich Experten aus der

ganzen Welt vom2.bis 5. Dezember

zu einer Konferenz im neu gebauten

Bauhaus Museum Dessau. Darunter

sind Teilnehmer aus den USA wie

vomNew Yorker Museum of Modern

Art(MoMA), aus Israel, Europa und

Asien. „Interessant wirdsein, wie

man in anderen Teilen der Welt das

Thema Bauhaus sammelt und ausstellt“,

sagte die Direktorin der Stiftung

Bauhaus Dessau, Claudia Perren.

Es gehe darum, sich darüber

auszutauschen, wie Exponate,die

Geschichte des Entstehens und der

Migration vonObjekten sowie Ideen

des Bauhauses künftigen Generationen

präsentiertwerden können. Mit

knapp 50 000 Stücken habe Dessau

die weltweit zweitgrößte Bauhaus-

Sammlung. (dpa)

Mario Adorf in Braunschweig

mit Filmpreis geehrt

DerSchauspieler MarioAdorf(89) ist

mit dem Hauptpreis des 33. Internationalen

Filmfestivals Braunschweig

ausgezeichnet worden. DasFestival

ehrte ihn für seine herausragenden

darstellerischen Leistungen undVerdienste

um die europäische Filmkultur,wie

es hieß. DieAuszeichnung

„Die Europa“ ist mit 20 000 Euro dotiert.

Im vergangenen Jahr hatte die

französische Schauspielerin Sandrine

Bonnaireden Preis erhalten.

Das33. Internationale Filmfestival

Braunschweig ist am Sonntag zu

Ende gegangen. (dpa)

Mario Adorf bei der Preisverleihung in

Braunschweig

DPA/PETER STEFFEN

Künstler Heinz Mack wehrt

sich gegen Vorwürfe

35 Jahreliegt ein Brand im Atelier des

ZERO-Künstlers Heinz Mack zurück.

Dabei wurden auch Arbeiten von

Macks Künstlerfreunden beschädigt.

Erstmals räumt der heute 88

Jahrealte Mack Fehler im Umgang

mit den Werken ein, die er später eigenhändig

restaurierte und verkaufen

wollte.Zuvor hatten der wegen

Betrugs verurteilte Kunstberater

Helge Achenbach und der Galerist

Rudolf Zwirner Täuschungsvorwürfe

erhoben. Achenbach hatte

Ende der 80er-JahreArbeiten von

Mack gekauft, sieihm dann aber wegen

Zweifeln an der Echtheit zurückgegeben.

Sechsdurch das Feuerbeschädigte

Arbeiten vonYvesKlein,

Joseph Beuys, MaxBill und Arman

habe er mit restauriert, und zwar „im

Dialog“ mit zwei Restauratoren.

Mack betonte,erhabe Achenbach

„von Beginn an über die Restaurationen

in Kenntnis“ gesetzt. Achenbach

hatte erklärt, erst voneinem Restaurator

über die Eingriffe informiert

worden zu sein. (dpa)


22 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Refik Anadols Rauminstallation „Latent Being“ in der Halle des früheren Heizkraftwerks Mitte

REFIK ANADOL STUDIO

Der Sound der Großstadt

Mit einer bildgewaltigen Raum-und-Toninstallation von Refik Anadol eröffnet die neu gegründete Kunststiftung LAS im Kraftwerk Mitte

VonIrmgard Berner

Angenommen, die Fassaden

unserer Häuser würden

plötzlich schmelzen. Vor

unseren Augen sich verwerfen,

zerfließen und mutieren. Die

Dächer,Türme,Mauernwürden sich

verbiegen und langsam in sich zusammensinken

und verflüssigen zu

einem krustigen Brei, der Berliner

Dom, der Alexanderplatz mit Fernsehturm,

Gründerzeitfassaden und

ganze Straßenzüge Berlins würden

sich in amorphe Massen verwandeln,

um in anderer Form wieder

aufzuerstehen.

DerBeton, der Stahl, das Glas,aus

dem sie gebaut sind, würden Schlieren

ziehen, zergehen und sich nur

noch als fluide Schlacke über Flächen

breiten, als wären sie Gemälde,

die sich vordem Betrachterauge immer

weiter wandeln und verändern.

Fiktion? Albtraum? Oder vielleicht

doch ein mitreißender Traum?

Auf einer überdimensionierten

Lichtwand in der kathedralenhaften

Halle des Kraftwerks Mitte passiert

gerade genau das. Düster ist die Atmosphäre,

dumpf dröhnen Bässe

durch den Bau und lassen die weite

Betonarchitektur vibrieren. Nach

und nach stechen höhere Töne aus

dem dunklen Klangmeer und mit ihnen

rasen Lichtlinien durch das

schwarze Umfeld –horizontal, quer,

vertikal. Grüne, gelbe, weiße Linien

zeichnen imaginäre Grenzen, während

der Tonwie ein Herzschlag pulsiert.

Plötzlich flitzen Tausende Bilder

unter den Füßen hinweg –ein rasender

Teppich aus Berlinbildern,

der einen schwindeln lässt.

Das sind mit die stärksten Momente

in der 27-minütigen, überbordenden

Raum-Bild-Zeit-Installation

„Latent Being“ des türkischen

Künstlers Refik Anadol. Sie mutiert

von konkret zu abstrakt, von imaginativ

bis magisch spielt sie mit den

Mitteln der Kunst. Mansteht mittendrin

und ist plötzlich selbst Teil der

Show,weil die Maschine,die dies alles

steuertund auswirft, so programmiertist

–oder lernt sie? Vielleicht.

Der Zauber jedenfalls wirkt, versetzt

in Staunen, wenn plötzlich

Suchscheinwerfer von ganz oben

Rasterfelder auf einzelne Besucher

werfen, sie leuchtend im Quadrat

markieren und so zu Skulpturen machen.

Fantastisch neue Welt, jeder ist

hier eine Datensammlung – und

dank Geocoding zugleich Datenspender.

Denn in der Plastikkarte,

die man beim Eintritt umgehängt

bekommt, ist, ganz banal und doch

etwas unheimlich, ein Chip versteckt.

Dank Künstlicher Intelligenz

generiert das Maschinenbewusstsein

das Material für seine Träume

aus allem hier –aus uns,aus dem Internet

und für seinen Psycho-Sound

aus den vielen Klängen, die diese

Stadt rund um die Uhrerzeugt. Es ist

eine vielschichtige, technologisch

wie philosophisch komplexe Arbeit.

DasEintauchen in die Dunkelheit

wirdzudem zum sinnlichen Einstieg

in ein Anliegen, das sich paradoxerweise

dem Medium Licht verschrie-

ben hat. Denn diese audiovisuelle

Installation ist das Pilotprojekt einer

neu gegründeten, gemeinnützigen

Kunststiftung, die sich Light Art

Space nennt, kurzLAS,und hier groß

ihreerste Duftmarke setzt.

Düster ist die Atmosphäre, dumpf dröhnen

Bässe durch den Bau und lassen die weite

Betonarchitektur vibrieren. Nach und nach

stechen höhere Töne aus dem dunklen

Klangmeer und mit ihnen rasen Lichtlinien

durch das schwarze Umfeld –

horizontal, quer, vertikal.

DieStiftung versteht sich als Plattform

für Kunst, Wissenschaft und

Technologien, ihr Fokus liegt auf der

Förderung zeitgenössischer Arbeiten,

aber auch der Präsentation historischerWerkeimLicht-Kontext.

Die erste Idee dazu wurde schon

2016 geboren, sagt Bettina Kames,

Mitbegründerin und Leiterin des

LAS-Teams. Der Ausstellungsort im

Kraftwerk sei das Ergebnis der

Raumsituation in dieser Stadt, eine

permanente Wirkungsstätte habe

die Stiftung in Berlin bislang nicht.

Dafür aber visionärePläne für die

Zukunft. So sei eine Arbeit aus Quantencomputing

in Auftrag gegeben,

man wolle ins Eis gehen, aber auch

in die Wüste, nach Israel, und dort

mit dem natürlichen Licht und mit

Astrophysikern arbeiten. „Der interdisziplinäre

Zugang soll den Blick

weiten –sowohl auf die Gegenwart

wie auch die Zukunft“, heißt es in der

Erklärung. Begleitend würden in

LAS+ Diskurse geführt. Zu ihren

Netzwerken zählt LAS das Zentrum

für Kunst und Medien in Karlsruhe,

die Berliner Festspiele und den Gropius

Bau. Ein internationaler Beirat

aus Wissens- und Ideengebern bereichert

das Team, mit dabei ist die

Direktorin der Dia Art Foundation,

New York, der Leiter des einzigen

Museums für Medienkunst in China,

Schanghai, sowie der Technologe

und Kurator Ben Vickers von den

Serpentine Galleries in London. Stifter

und Mäzen von LAS ist der

Münchner Unternehmer und Kunstsammler

JanFischer.

Er wolle der Kunst neue Impulse

geben, sagt Refik Anadol, damit sie,

wie das Medium Licht, in alle Richtungen

strahle.Anadol schöpft seine

Datenströme aus dem kollektiven

Gedächtnis wie aus Erinnerungsarchiven

.„Latent Being“ sei mit der

Einspeisung von Bildern aus jeder

anderen Stadt generierbar, sagt er.

1985 in Istanbul geboren, lebt Anadol

inzwischen in Los Angeles.

Als Artist in Residence bei Google

wurde er von den neuen Technologien

infiziert. Seitdem arbeitet und

experimentiert er mit Künstlicher

Intelligenz und neuronalen Netzwerken

–und den „vier Dimensionen“,

die er für eine begreifbare, ja

magische Sinneserfahrung auf drei

herunterbreche. Eskursiere zuviel

Schlechtes in der Welt, dem wolle er

etwas Positives entgegensetzen.

Träume schaffen und die Fantasie

beflügeln –den Impuls hat er gesetzt:

als eine kraftvolle Anti-Dystopie.

Kraftwerk Berlin Köpenicker Straße 70,Mo, Mi,

Do 15–21 Uhr,Frund Sa 12–23 Uhr, So 12–21

Uhr,Digeschlossen. www.lightartspace.org

Irmgard Berner

ließ sich bei ihrem Besuch

ins Staunen versetzen

Momente unter der Haut

„Kanon“: She She Pop und ihre Verschworenen pfeifen auf die Flüchtigkeit ihrer Kunst und blättern im Familienalbum der Theatererinnerungen

VonJanis El-Bira

Sich ans Theater zu erinnern

heißt, dem eigenen Altern zubegegnen.

Weil es keine Konserven

überliefert, die den Geist vondamals

wieder aus der Flasche zaubern

könnten, bleibt seine Vergegenwärtigung

eine trügerische Sache. Was

uns wie gestern erscheint, ist oft

schon fünfzehn Jahre her. Genau

deshalb ist das Reden vom Gestern

eine Lieblingsbeschäftigung unter

Fans: Wo den Jüngeren kein materielles

Erbe vorliegt, das sie selbst wiegen

und prüfen könnten, da wirdim

Theater eben kanonisch, worüber

lange gesprochen wird. Als kompetent

gilt, werviel zu erzählen hat.

So gesehen haben She She Pop,

längst selbst Säulenheilige unter den

Performance-Kollektiven, mit „Kanon“

den perfekten Abend fürs erinnernde

Foyer-Gespräch geliefert.

Tatsächlich wird dieses schon gegen

Ende dieser kurzenzweiStunden auf

den Weg gebracht, wenn Sebastian

Bark das Publikum auffordert, die

Köpfe zusammenzustecken und sich

gegenseitig vom schönsten Theatererlebnis

aller Zeiten zu erzählen.

Nur nennt sich das hier anders

und ein bisschen beflissener: Das

Unvergessliche soll heraufbeschworen

werden, der geniale Moment,

jene Arbeiten, die unbedingt „auf die

Liste“ des Kanons gehören. Kostümbildnerin

Lea Søvsø hat den Spielerinnen

und Spielerndafür die Werke

der Performance-Mütter und -Väter

auf den Leib geschneidert. Getragen

werden ikonische Arbeiten von Joseph

Beuys, Isadora Duncan, Yoko

Ono oder Valie Export –alles liebevoll

gebastelt aus wallenden Roben

und Pappmaché-Utensilien.

Das Spiel, das „Kanon“ dann

nicht mehr verlässt, geht so: Reihum

berichten die Performenden von

vergangenen Theatermomenten, die

sie seither unter der Haut tragen;

vage Erinnerungen ziehen herauf,

Kindergeburtstag im Uneinholbaren.

Beschreibungen vonLicht und Dunkelheit,

Menschen und Gerätschaften.

Emsig wirdunterdessen im Hintergrund

gewerkelt. Mit allem, was

ihnen zu Händen ist, soll die be-

HAU

schriebene Szene so genau wie möglich

nachgestellt werden. Am Schluss

kommt mit der Frage „Wo waren

wir?“ die Auflösung. Bei Christoph

Schlingensief zum Beispiel, bei der

Natural-Theatre-Company, Johann

Kresnik oder Susanne Kennedy.

Es ist ein Familienalbum, in dem

She She Pop und die ihnen Verschworenen

blättern. Gemütlich wie

ein Pub-Quiz zum postdramatischen

Theater, dessen Begriffsprägung

vor 20Jahren durch den Theaterwissenschaftler

Hans-Thies Lehmann

das HAU gerade mit einem

Festival ehrt. Erkennbar geht es der

Gruppe um das warme Herz des Performativen,

das in seiner Offenlegung

von Material und Konstruktion,

Machern und Gemachtem oft

mehr Identifikationspotenzial liefert

als die bruchlosen Repräsentationstechniken

klassischen Schauspiels.

Schön ist das, wenn Sebastian

Bark die gastierende Tänzerin Brigitte

Cuvelier fragt, ob er wirklich seinen

blanken Hintern zur Rasur hergeben

muss,wie es die zitierte Szene

aus Kresniks „Mörder Woyzeck“ verlangt.

Er muss.Anderes dagegen, wie

Schlingensiefs „100 Jahre CDU“, ersäuft

in seiner Wiederbelebung als

Kindergeburtstag im Uneinholbaren.

Es fehlt an der Ambition, der Erinnerung

mehr als einen Augenblick

zu entreißen, das private Plaudern

zu verlassen.

Einmal nur, wenn Ilia Papatheodorou

„Cinderella“ von Radikalperformerin

Ann Liv Young nachgespielt

haben will, wirdesunbequem.

Da muss der vonder GobSquad ausgeliehene

Sean Patten in einen Eimer

pinkeln. Sein Urin wird anschließend,

wie damals die Ausscheidung

Youngs,imPublikum feilgeboten.

Das leicht entschärfte

Reenactment aber löst raschdie Fesseln,

die Youngs Performance ihren

Zuschauern damals anlegte. Der

doppelte Boden des Spiels ist wieder

eingezogen. Erinnern heißt eben

nicht erleben.

Kanon 25., 26.November, 20 Uhr,

HebbelamUfer (HAU 2),Kartenunter Tel.:

25900427 oderhebbel-am-ufer.de


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 23

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Frische

Luft

für Faust

Das DSO unter Robin

Ticciati mit Hector Berlioz

VonClemens Haustein

Fortsetzung des Französisch-Kurses,

den Robin Ticciati dem

Deutschen Symphonie-Orchester

seit Beginn seiner Amtszeit als Chefdirigent

vor zwei Jahren aufgebrummt

hat. Er verläuft erfolgreicher

als jener in historischer Aufführungspraxis,

der vor einer Woche zu

einer blassen Wiedergabe der drei

letzten drei Sinfonien Wolfgang

Amadeus Mozarts auf Darmsaiten

und mit Naturhörnern und -trompete

geführthatte.AmSonnabend in

der Philharmonie geht es zu Hector

Berlioz und dessen „Damnation de

Faust“. Ein Komponist, für dessen

Musik Ticciati ein tiefes Verständnis

hat. Federleicht lässt er sein Orchester

spielen, die Streicher verwenden

nur sparsames Vibrato, die Bläser

pflegen den luftigen Ton. Eine

Durchsichtigkeit des Klangbildes

stellt sich dabei ein, die auf ganz natürlich

anmutende Weise die Instrumentationskunst

des Komponisten

herausstellt. Was da anVogelstimmen,

Höllenposaunen, dumpfem

Orgelton und gewitztem Streichergezupfe

zu hören ist: Es ist so abwechslungsreich

wie ein vielgestaltiger

Roman.

Eine „Dramatische Legende“

nannte der französische Komponist

das Stück in seiner typischen Manier,

die Genregrenzen zu verwischen,

und Ticciati nimmt das epische Moment

dieser „Legende“ sehr ernst.

Dramatisch wird eserst ganz zum

Schluss,wenn Faust in die Hölle und

Gretchen in den Himmel fährt, begleitet

vomseligen Klang der Harfen

und vom Gesang eines Knabenchores.

Zuvorlässt Ticciati erzählerische

Gelassenheit walten. Mit traumwandlerisch

anmutender Sicherheit

findet er Tempi, die dem In-sich-Ruhen

von Berlioz’ Musik gerecht werden,

langsam genug, dass man den

klangfarblichen Reichtum wahrnehmen

kann, schnell genug, dass kein

Eindruck von selbstverliebter Tändelei

entsteht. Goethes Vorlage, der

„Faust I“, der Berlioz so fasziniert

hatte, dass er das Buch kaum zur

Robin Ticciati und das Deutsche Symphonie-Orchester

KAI BIENERT

Seite legen wollte, hier wird erans

Licht und an die frische Luft gesetzt.

Starke Gesangssolisten fügen sich in

das feine Bild: Allan Clayton als Faust

mit einem Tenor, der mediterranen

Schmelz mit der Differenziertheit eines

Liedsängers verbindet; als Mephisto

Alexander Vinogradov, ein

schmal gebauter Resonanzriese,

dessen Bass die ganzePhilharmonie

zu füllen scheint, und der seiner

Rolle doch die feinen Schattierungen

zu verleihen vermag, die es zur Darstellung

mephistophelischer Ironie

und Zynik braucht; Karen Cargill als

Margarete kann es mit voluminösem

Mezzosopran mit Vinogradovs Mephisto

aufnehmen, in ihrem Sinn für

ariose Eleganz folgt sie Allan Claytons

Faust. DerRundfunkchor Berlin

wirkt ungewohnt unterbelichtet, im

Zusammenwirken mit dem Orchester

hakelt es, die Knaben des Staatsund

Domchores verleihen der Himmelfahrt

Margaretes güldenen

Glanz. Nur einer von sehr vielen

Traummomenten an diesem Abend.

Essenz in Zement

„Hekabe“ im Deutschen Theater: Stephan Kimmig friedet das Drama der Troerinnen ein

VonUlrich Seidler

Die klassische Musik ist

gefangen in der Konzertsituation.

Vorn sitzen die

Leute an den Instrumenten

hinter ihren Pulten, im Saal die

disziplinierten Zuhörer. Das gilt einerseits

als langweilig und elitär,andererseits

scheitern die Versuche,

dieser Situation zu entrinnen, oft

kläglich. Hinzufügungen oder Änderungen

am Arrangement werden als

Kokolores kritisiert, der vom Eigentlichen,

vonder Essenz einer solchen

Veranstaltung ablenkt −der Musik.

Im vergleichsweise freien Schauspiel

stehen dagegen die Grundabmachung

und die Spielregeln jedes Mal

neu zur Diskussion.

Nun hat der Regisseur Stephan

Kimmig im Deutschen Theater „Hekabe“,

einen Abend über Trojas

Frauen, ausdrücklich als „Konzert“

inszeniert. Die Vorderbühne ist mit

hellen Holzwänden hermetisch abgeteilt.

DiedreiSchauspielerinnen −

Vertreterinnen dreier Generationen:

Katharina Matz, Almut Zilcher und

Linn Reuse −sowie als männliche

Gegenstimme Paul Grill stehen hinter

Notenpulten vor aufgeklappten

Klemmmappen. Singen werden sie

nicht, sondernsie denken, lesen nur

selten ab,sprechen und blätternum.

Manchmal erstarren sie, gehen ein

paar Schritte in die Tiefe oder drehen

sich weg. Manchmal glitzert ein sadistischer

Funken in den Augen und

manchmal schließen sie sich im

Schmerz. Oder es wirdein unerträglicher

Gedanke brüllend oder lachend

ausgeschieden.

Nach dem Krieg

Es soll also technisch und trocken

bleiben und essenziell werden an diesem

Abend. Das Drama soll sich in

Klang und Sinn der Rede entfalten, in

der Partitur,nicht, oder nur rudimentär,

imSpiel, im Arrangement. Auch

die Identifikation mit den Figuren soll

keinen individuellen Halt bieten, die

Rollen wechseln wahllos.

Mit zumeist rhythmisierten Texten

von Homer und Euripides wird

das erzählt, was der Heldengeschichte

von der trickreichen Einnahme

Trojas nach einem zehnjährigen

Gemetzel folgt, wie die griechischen

Sieger mit den Feinden umgehen,

wie sie die Mauern Trojas

schleifen, wie sie Beute machen, wie

sie die Frauen vergewaltigen, versklaven,

entführen und wie sie in

Furcht vor später Rache Säuglinge

ermorden. Es soll das Drama der

Geheiligt sei die Partitur! Almut Zilcher,Katharina Matz und Paul Grill (v.l.)

Hekabe.ImHerzen der Finsternis,nach

Homer/Euripides

Regie: Stephan Kimmig

Bühne: Katja Haß

Kostüme: Anja Rabes

STAB, BESETZUNG UND TERMINE

Es spielen: Paul Grill,

Katharina Matz, Linn Reusse

und Almut Zilcher

Musik, komponiertund live

gespielt: Michael Verhovec

ARNO DECLAIR

Vorstellungstermine:

28. Nov.,4.,7. Dez., 20 Uhr;

29. Dez., 19 Uhr

Karten: Tel. 28441225

oder:deutschestheater.de

Es gibt nichts Gutes, außer man sieht es

Dulderinnen erzählt werden, die,damit

es ihr Drama werden kann, zu

Handelnden werden müssten. Die

also die Macht über ihreerst vonden

Griechen zerstörte und dann umgedeutete

Lebensgeschichte wieder an

sich reißen wollen −vielleicht ist das

ja die tief in die Seele eingeschriebene

Funktion von Rache, die doch

so widersinnig erscheint, weil sie die

Gewaltspirale nur immer weiter eskalieren

lässt.

Nach den Worten

Vielleicht − jetzt sind wir wieder bei

der Inszenierung − istdas der Grund,

warum Kimmig den dramatischen

Saft abklemmt, ausgerechnet wenn

die Frauen mal dran wären. Die

weiblichen Figuren sind stark, aber

vonalters her doch zu Passivität verurteilt:

Andromache, die mitansehen

muss,wie Odysseus ihren Säugling

töten lässt. Kassandra, die den

Gott Apollon verschmähte und deshalb

zur Prophetin wird, der keiner

Glauben schenkt. Polyxena, die über

dem Grab von Achilleus geschlachtet

wird. Und Hekabe, die fünfzig

Kindern das Leben schenkt und alle

im Krieg verliert. Für den jüngsten,

Polydor,der in der Obhut eines habgierigen

thrakischen Schutzherrn

stirbt, nimmt sie Rache. Wird dann

aber von den Griechen mit Steinen

beworfen und verwandelt sich zu einer

schwarzenHündin.

In dem Moment, in dem sie von

der Trauernden zur Wütenden

wird, sich zur Handelnden ihres

Dramas emanzipiert, nimmt ihr

der Mythos die Sprache.Sohatte es

Kassandra ihrer Mutter vorhergesagt:

„Nur weil du glaubst, du bist

am Ende,/ Ist esnoch lange nicht

vorbei./ Es gibt ein Unten, unter allem,

für das/ Die Worte fehlen.

Dann kommt Knurren.“

Oder es kommen dumpfe, wabernde,

schlagende, schluckende,

singende Klänge, die der Musiker

Michael Verhovec mit Schlegel, Bogen,

Händen und elektronischerVerzerrung

an seinem mit Nägeln gespickten

Tisch live generiert. Ausgerechnet

diese illustrativ atmosphärische

Musik lenkt neben ein paar

knalligen Lichtwechseln bei diesem

„Konzert“ von der Essenz ab, friedet

sie ein im artifiziellen Rahmen.

Vorgeführt wird indiesem theaterfeindlichen

Versuch die −imProgrammheft

klug kritisierte und beklagte

−Machtlosigkeit der Frauen

und der Kolonialisierten. Manwohnt

frierend einer Zementierung bei, wo

ein Ausbruch gut getan hätte.

Die beste Berliner Kinderoper seit langem: Andersens „Schneekönigin“ in der Tischlerei der Deutschen Oper

VonClemens Haustein

Joooo! Noch hundert Meilen!“ ruft

das Rentier, wenn es von Gerda

mal wieder gefragt wird, wie weit es

denn noch ist bis zum Palast der

Schneekönigin. Hundert Meilen,

und noch einmal hundert, und noch

einmal. Das Rentier (der Tubist Jack

Adler-McKean mit plüschigem Geweihhelm)

bläst derweil in sein Instrument,

dass es röhrt, und freut

sich scheckig, wie es nun nach Norden

geht in die heimische Kälte.

Gerda (Larissa Wäspy) aber will

Wärme bringen, wohin es ihren

Freund Kay verschlagen hat: zur

Schneekönigin mit ihrer eisigen Vernunft.

Ein Glassplitter im Auge und

einer im Herz haben Kayverzaubert.

Gerdawurde ihm plötzlich zur dummen

Gans,dieWelt als Ganzes erhielt

–sosteht es auch im Original von

Hans Christian Andersen –die Anmutung

von „gekochtem Spinat“.

Wie dem aggressiven Miesepeter

helfen? Indem Gerda ihn dazu verführt,

über sich selbst zu lachen. Gemeinsam

prusten sie über den „gekochten

Spinat“, die Schneekönigin

Glitzernde Kälte in „Die Schneekönigin“ in der Tischlerei der Deutschen Oper. THOMAS AURIN

spürt, dass ihr in diesem Moment die

Macht über Kayentgleitet.

Es ist eine neueWendung, die sich

Regisseurin Brigitte Dethier und Librettist

Christian Schönfelder hier

ausgedacht haben. Bei Andersens

„Schneekönigin“ waren es noch Gerdas

Tränen des Mitleids, die die Rettung

brachten. Psychologisch ist die

neue Version auf Andersens Höhe:

Kays böser Perfektionismus ist nicht

denkbar ohne ein krankhaft überzogenes

Selbstbild.

So gelingt bei der Uraufführung in

der Tischlerei der Deutschen Oper

ein Abend, der Kinder wie Erwachsene

zu begeistern vermag. Was ist

hier nicht alles zu sehen: eine Blu-

menkönigin, deren abgehobene Art

als eine logische Facette ihres Hippietums

erscheint, ein vor Glück

dusseliges Prinzenpaar,das mit antiquiertem

„Itzo“ und „Ihro“ sein zuckersüß

höfisches Leben inszeniert,

eine Räubertochter, die auf einer

Mülltonne auf die Bildfläche geritten

kommt. Brigitte Dethiers Regie ist

vonüberbordernder Fantasie,Christian

Schönfelders Libretto zeigt Lust

am Spiel mit der Sprache wie Mutzur

Poesie, und Samuel Penderbaynes

Musik entfaltet ihre Kraft gerade in

der Sparsamkeit ihrer Mittel. Fünf

Instrumentalisten bewegen sich

über die Bühne, neben den sechs

Sängernagieren sie zugleich als Darsteller.

Penderbaynes Musik pendelt

dabei zwischen klassisch-romantischer

Anmut, Jazz und Rock. Tatsächlich

schwebt der aus Australien

stammende Komponist über den

Stilen, der Ausdruck wird universell

wie die Botschaft dieser Schneekönigin-Version:

Es gibt nichts rein Gutes

und nichts rein Böses,eskommt darauf

an, das Gute sehen zu können.

WasOper für Kinder betrifft: in Berlin

das Beste seit langer Zeit.

Idylle

als

Labor

„Drei Männer im Schnee“

im Kleinen Theater

VonIrene Bazinger

Natürlich wusste Erich Kästner,

dass Geld allein nicht glücklich

macht –oder unglücklich. Ein Kapitalismuskritiker

ist er deswegen

nicht geworden, oder doch?Waserin

seinem Roman „Drei Männer im

Schnee“ über Armut und Reichtum

schreibt, ist gar nicht harmlos. Es

kommt bloß freundlich daher und

endet gut. Wegen des Geldes? Nein,

trotz der Millionen, die hier nicht

wegzuleugnen sind. Das Buch erschien

1934 in der Schweiz, weil die

Nationalsozialisten Kästner ein

Publikationsverbot erteilt hatten. Im

Kleinen Theater in Friedenau hat Intendantin

Karin Bares nun eine

Adaption für die Bühne inszeniert.

Der vorzüglich das ewige Kind gebende

Matthias Freihof spielt den

Millionär Tobler, der sich als mittelloser

Schlucker verkleidet, um in einem

Grand Hotel in den bayerischen

Alpen das normale Leben kennenzulernen.

UrsWerner Jaeggi schlüpft

mit kokettem Verdruss aus der Rolle

seines Dieners in die eines vermögenden

Reeders und folgt ihm inkognito.Florian

Sumerauer schließlich

ist der arbeitslose Werbetexter Hagedorn,

der den Aufenthalt im Hotel

bei einem Preisausschreiben gewonnen

hat. Die Herren freunden sich

an, ohne dass Hagedorn weiß, mit

wem er es zu tun hat, oder dass

Hilde, indie er sich verliebt hat, in

WahrheitToblersTochter ist …Selbst

auf der schmalen Bühne funktioniert

die Verwechslungskomödie

ganz wunderbar und amüsiert mit

hübschen Volten.

Karin Bares begleitet das siebenköpfige

Ensemble ganz nahe an der

Vorlage entlang, um die Winkelzüge

der Handlung auszuleuchten, die

Pointen des gesellschaftlichen

Durcheinanders zu genießen. Ob auf

zierlichen Stühlen in der Lobbyoder

im Liegestuhl vor dem verschneiten

Bergpanorama, ob mit Sektglas oder

Zipfelmütze, das thematische Spektrum

entfaltet sich auch in der Reduktion

und bewahrt durch die gepflegt-präzise

Erzählweise sein systemkritisches

Profil. Die Idylle zeigt

sich als Labor, indem die sozialen

Paradigmen und privaten Neigungen

durchleuchtet werden. Und obwohl

Tobler sich mit Freude in den

Alltag der kleinen Lohnempfänger

stürzt, lässt Matthias Freihof doch

immer wieder durchblicken, wer für

gewöhnlich den Ton angibt. Dann

wirdseine gutmütiger Habitus plötzlich

sehr frostig und die jovial angeraute

Stimme so kalt wie die Eiszapfen

in Toblers Mansarde.

Geschickt und heiter wahrt die

Aufführung die Balance zwischen

Kitsch und Empörung, zwischen

Träumereien vonder heilenWelt und

Angst vor der harten Realität. Sie

nimmt „Drei Männer im Schnee“

ernst, was dem schönen Spaß, den

sie bereitet, nur noch erhöht.

Drei Männer im Schnee 6.–8., 17.–19.,

28.–31.Dezember, 22.–26. Januar,

Kleines Theater,Südwestkorso 64

TOP 10

Sonnabend, 23. November

1 Tagesschau ARD 6,40 23 %

2 Stralsund ZDF 5,96 20 %

3 Wer weiß denn ...? ARD 5,56 20 %

4 Sportschau ARD 5,02 21 %

5 Der Staatsanwalt ZDF 3,76 13 %

6 Das Supertalent RTL 3,32 11 %

7 Sportschau ARD 3,07 16 %

8 heute ZDF 2,79 12 %

9 Tagesschau ARD 2,44 13 %

10 RTL aktuell RTL 2,43 10 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Naunynstraße (& 75 45 37 25)

20.00: Patterns

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Baal

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Passagier 23

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Turandot

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.00: 30 nach 89: Franziska Linkerhand

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.30 Box: Hool (Junges DT)

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

HAU2(&25 90 04 27)

20.00: Alles ist Material /20Jahre„Postdramatisches

Theater“: Kanon (She She Pop)

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Die Nacht vonLissabon

20.00 Container:Herzstück

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Der nackte Wahnsinn

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

21.00: Cosmic ComedyOpen-Mic –English Comedy

Berlin (Dharmander Singh, Neil Numb u. a.)

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Sukhishvili –Das georgische Nationalballett

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Die Vorteile des Lasters (Lisa Eckhart)

BKA (& 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (& 204 47 04)

19.30: Der Zweck heiligt den Abend

20.00: Skandal im Spreebezirk

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

19.00: die schreib:maschine (Tom vanHasselt (Mod.)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Augenzuund durch (Tutty Tran)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Wegvon hier (Frank-Markus Barwasser als

Erwin Pelzig)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Gr.Saal: Klassische Philharmonie Bonn,Ltg.

HeribertBeissel, Darya Dadykina (Klavier), Wiener

Klassik, Werkevon Händel, Mozart, Schubert

Philharmonie (& 25 48 83 01)

19.15: Einführung (Cecilia Bartoli)

20.00: Cecilia Bartoli (Mezzosopran) mit Les

Musiciens du Prince-Monaco, Ltg.Gianluca Capuano,

Arien aus dem 18.Jahrhundert

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Mandelring Quartett, Beethoven: Streichquartett

D-Dur op.18Nr. 3, Streichquartett C-Dur op. 59

Nr.3„Razumowsky“; Bartók: Streichquartett Nr.3

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Hinrich Alpers, Sinfonien Beethovens in der

Klavierbearbeitung vonLiszt II: Sinfonien Nr.5und 7

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: DieHauptstadtTenöre, So leuchten die Sterne,

Konzertgala mit Arien aus Oper und Operette sowie

Filmschlagern

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

20.00 Apollosaal: Tilia-Quartett, KammerkonzertIII,

Werkevon Mendelssohn Bartholdy, Schubert/Colemann,

Beethoven

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00: Anna und die Wut, Christiane Kampwirth

(ab 4J.)

10.30: RonjaRäubertochter (ab 7J.)

Brotfabrik (& 471 40 01)

10.00: Dornröschen, Maria Mägdefrau, musikalisches

Erzähltheater (ab 3J.)

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (& 29 04 78 40)

16.00: „Im Kiez zu Hause“ bei CABUWAZI Kreuzberg,

Mitmachzirkus für die ganze Familie (ab8J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.30: Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch, Theater

con Cuore, (ab 4bis 11 J.)

Fliegendes Theater (& 692 21 00)

10.30: Der kleine König Dezember, Fliegendes Theater,Figurentheater

(ab 4bis 8J.)

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

10.30: Die fabelhaften Millibillies (ab 5J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

11.00: Ben And The Smugglers, Platypus Theater,

Englisches Kindertheater (ab 8bis 12 J.). Anm. erf.

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Aufder Suche nach derDunkelheit, Theater

Malinka (ab 2J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00 Bühne 3: Die Biene im Kopf (ab 7bis 11 J.)

10.00: Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin

(ab 7J.)

Theater Lichterfelde (& 84 31 46 46)

10.00: HerrEichhornund der erste Schnee, puppen.

etc &Nicole Gospodarek,Puppentheater (ab 3J.).

Anm. erf.

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

11.00: Spaaaß!, InterAktives Theater zum Thema

Mobbing für Teenies (ab 8. Klasse) (ab 13 J.)

Ölbergkirche (& 616 93 10)

16.30: Das Berliner Puppentheater, Rudolf mit der

roten Nase

LITERATUR/VORTRAG

daadgalerie (& 261 36 40)

20.00: Über den Weiden des Exils /The Herbs of Exile,

Nada Al Khawwam, Lesung auf Arabisch, Gespräch

auf Englisch und Arabisch

Haus für Poesie (& 48 52 45 -0)

17.00: SelbstVERSuche –auf dem Werksgelände

leben. Unarchitektur im Gedicht, Daniel Falb,Dichter

und Philosoph. Anm. erf.

Heinrich-Böll-Stiftung (& 28 53 40)

18.00: Seid doch laut! Frauen für den Frieden in

Ost-Berlin, Buchvorstellung und Diskussionmit Almut

Ilsen (Herausgeberin) und

Rommy Baumann-Sevim (Ko-Autorin) Moderation:

Vera Lorenz

Lettrétage (& 692 45 38)

19.30: Literally Speaking: AFiction ReadingSeries,

Lesung in englischer Sprache, Mod.: Traci Kim

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

19.30: My favorite kitab: Mohammad Abdul-Wali

„TheyDie Strangers“, Gespräch mit Samah Shagdari;

Mod.: Ramy Al-Asheq

21.00: Wortservierungen: Über die Toleranz, von

Voltaire, mit Richard Burger

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

SO36 (& 61 40 13 06)

19.00: Lesedüne, Marc-Uwe Kling,Julius Fischer,

Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky u. a., mit

Musik vonBoris the Beast

Urania (& 218 90 91)

19.30: Die Galle auf Zimmer 7–Welche Medizin

wollen wir?, Prof. Dr.Jochen Vollmann, Buchvorstellung

und Gespräch

Soul

Hölle

und

Himmel

Power“ heißt die neue LP der

Seratones und so klingt sie

auch. DasQuintett aus Shreveport,

Louisiana, spielt seit 2014

zusammen. Als die Gruppe

mit ihrem Debüt „Get Gone“

dem immer ein bisschen unter

Schickiverdacht stehenden

Retrosoul einen leicht garagenrockartigen

Touch verlieh,

war sie indes noch zu viert. Die

jüngst erfolgte Personalaufstockung

schlägt sich nun auch in

einem breiter aufgestellten

Sound nieder, wie der BWLer

sagen würde. Aber ob es jetzt

nach Motown, Big Beat oder

Doo Wopklingt, ist eigentlich

auch egal, solange Frontfrau AJ

Haynes ihre Stimme erhebt.

Wie essich für die Südstaaten

gehört, hat sie seit ihrem sechsten

Lebensjahr in der Baptist

Church ihr Organ trainiert. Die

singt nicht nur, sie heult, zirpt

und gurrt, bis der Teufel sie

holt, wieder hergibt und in

himmlische Höhen schweben

lässt. Frank Junghänel

Seratones 20 Uhr Maze,Mehringdamm61,

Tickets: 18,30 Euro

Der Flamingo ist

nicht zu fassen

Lesungen laden ein zum Entziffern einer großen Stadt

und der Nahbarkeit eines Sportmythos.

Und die Akademie der Künste erinnert an den großen

Europäer György Konrád

Der Autor und das Objekt seiner Langzeitforschung: Thomas Pletzinger und DirkNowitzki

Esist eine Bewegung wie ein

Gedicht ohne Reim. Der

schwere Körper weicht zurück,

aber obwohl sich alles

in aufreizender Langsamkeit

vollzieht, ist es der gegnerischen

Mannschaft nicht möglich, den sich

anschließenden Wurf abzuwehren.

Im Basketball nennt man es einen

Flamingo-Fadeaway. Dirk Nowitzki

hat den Sprung, der kein dynamisches

Vorpreschen, sondern ein geschicktes

Sich-zurückfallen-Lassen

ist, zu seinem Markenzeichen gemacht.

Der Flamingo hebt auf einem

Bein ab, jeder kann den schönen

Vogel sehen, aber aufzuhalten

ist er nicht. Der wuchtige, ungelenk

wirkende Körper Dirk Nowitzkis erscheint

dann schwerelos, und Thomas

Pletzingers Biografie über das

„german wunderkind“ in der NBA

liest sich an manchen Stellen wie

geglückte Poesie.

Es ist natürlich zuallererst die Geschichte

eines Sportlers. „Dieses

Buch ist die unwahrscheinliche Geschichte

vonDirkNowitzki“, heißt es

gleich zu Beginn, „der von einem

schmächtigen Jungen in Würzburg-

Heidingsfeld zu einem Superstar in

Harry Nutt

rät zu einem neuen Blick auf einen bekannten

Sportler,erinnertaneinen großen

Europäer und lässt sich durch Jens

Biskys Berlin-Biografie treiben.

Dallas,Texas,wurde.“ Undwarum ist

es doch sehr viel mehr als eine gewöhnliche

Sportler-Biografie? Thomas

Pletzinger erklärt sich das so:

„Es ist auch meine Geschichte. Die

Geschichte von einem, der an diesem

Spiel gescheitert ist, und der

trotzdem nicht aufgehört hat, Basketball

zu lieben.“ Eine ambivalente

Beziehung also. Esgeht um Willen,

Perfektion und die wundersamen

Wegen dorthin. Pletzinger versteht

es, trotz einer erstaunlichen Nähe,

die er zu dem 2,14-Meter-Riesen

Dirk Nowitzki aufgebaut hat, dessen

Karriere und Leben immer wieder

auch aus der Halbdistanz zu beschreiben.

Das geht natürlich nicht, wenn

man sich selbst charakterisieren soll.

Auf die Frage nach seiner Berufsbezeichnung

hatte der kürzlich gestorbene

ungarische Schriftsteller György

Konrád gleich eine ganze Liste

von Tätigkeiten anzubieten: „Budapest-Forscher,

Liebesforscher, Freiheitsforscher,

Verbrechensforscher,

Todesforscher, Gottesforscher, Spaziergänger.“

In den Romanen und Essays von

György Konrád findet sich vonallem

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.30

Cinema Paris (& 881 3119) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 14.50, 17.40; Bernadette 20.30

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Lara 15.00,

17.30,20.00

Delphi LUX (& 322 931040) Bis dann, mein

Sohn 15.15; Friends 25: Jubiläums Special (Teil 2)

19.30; Marianne &Leonard –Words of Love (OmU)

14.50; Parasite 17.10, 20.00; Land des Honigs –

Honeyland (OmU) 14.30, 19.00; Official Secrets

(OmU) 16.30, 21.00; Pferde stehlen 13.40,16.20;

Ich bin Anastasia 16.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.45; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit13.30;

Das perfekte Geheimnis 15.30; Russische

Filmwoche: Byk –The Bull: Der Stier (OmU)

19.00;Russische Filmwoche: Lyubovnitsys–Lovers:

Die Geliebten (OmU; mit Gespräch) 21.15; Die Eiskönigin

II –Frozen 2(OF) 14.50, 17.10, 19.00,

21.20; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 14.00, 18.10; Downton Abbey (OmU)

18.40; Joker (OmU) 21.20

Filmkunst 66 (& 882 1753) Zwingli –Der Reformator

17.00; The Irishman (OmU) 19.30; Deutschstunde

17.30; Morgen sind wir frei 20.00

Kant Kino (& 319 98 66) Bernadette 14.40,

17.40; Die Eiskönigin II 15.20, 18.00, 20.40; The

Irishman (OmU) 20.30; Das perfekte Geheimnis

14.50,17.30,20.15; Ich war noch niemals in New

York 15.50; Es hätte schlimmer kommen können –

Mario Adorf 18.30; Official Secrets 17.30, 20.00;

Nurejew –TheWhite Crow 15.15, 20.15

Zoo Palast (& 018 05/22 2966) 3D,Atmos: Die

Eiskönigin II 14.30,17.15; Atmos: Das perfekte Geheimnis

20.00;Atmos: Joker 23.00; Die Eiskönigin

II 14.30; Das perfekte Geheimnis 17.30, 23.10;

Joker 20.15; Last Christmas 14.30,17.10; 3D: Die

Eiskönigin II 19.45; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 22.20; Die Addams Family 14.10; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 16.30, 19.45; 3D:

Die Eiskönigin II 23.10; Das perfekte Geheimnis

15.00; Joker 17.45; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 20.45; Der letzte Bulle 14.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.15; Last Christmas

23.15; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.45; Die Eiskönigin II 17.30; Last Christmas

20.00;Terminator –Dark Fate 22.35

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Das Forum

(OmU) 11.00; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit

–Escher: Het oneindige zoeken: Journey

Into Infinity (OmU) 12.55; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 14.15; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 16.30; Bernadette –Where‘d You Go,

Bernadette (OmU) 18.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 19.50; Midsommar (OmU) 22.00; Born in

Evin –Alles über Evin (OmU) 11.00; 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 12.45; Bamboo Stories

(OmU) 14.15; Deutschstunde 15.50; Land des

Honigs –Honeyland (OmU) 18.00; Systemsprenger

(DFmenglU) 19.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.40; Smuggling Hendrix 11.00;

Systemsprenger (DFmenglU) 12.30; Porträt einer

jungen Frau in Flammen 14.40; Gott existiert, ihr

Name istPetrunya –Gospodpostoi, imetoi‘ePetrunija

(OmenglU) 16.45; Pferde stehlen 18.30; Joker

(OmU) 20.30, 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU)

16.00; Deutschstunde 17.45; The Irishman (OmU)

20.00; Joker (OmU) 23.45; Congo Calling (OmU)

14.15; Verteidiger des Glaubens –Defender of the

Faith 16.00; Ich bin Anastasia 17.45; Bitte nach

Mitte! 19.45; Frau Stern 21.00; PJHarvey –ADog

Called Money (OmU) 22.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.45; 3D: Die Eiskönigin

II 13.45, 16.30; Die Eiskönigin II14.00, 15.00,

17.00, 17.45, 19.45; Die Addams Family 14.00;

Das perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 19.15,

19.30, 20.00; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.30; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.45, 17.40; LastChristmas 14.45, 17.40, 20.45;

IMAX 3D:Die EisköniginII14.45,17.30, 20.15;Joker

15.00,18.00,21.00; Everest: Ein Yeti will hoch

hinaus 15.00; Dora und die goldene Stadt 15.15;

Le Mans 66: Gegenjede Chance16.00, 19.30; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.20,20.40;

Angry Birds 2: Der Film 16.50; Ich war noch niemals

in NewYork 17.50; Bernadette 17.50, 20.45;

Friends25: JubiläumsSpecial (Teil 2) 20.00; Sneak

Preview 20.30; Zombieland 2: Doppelt hält besser

21.00

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Parasite –Gisaengchung (OmU)

20.20; Joker(OmU) 22.50; BerlinBouncer (OmenglU)

18.00; Searching Eva (OmU) 20.00; Weitermachen

Sanssouci (OmenglU) 21.45

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (& 04 51/703 02 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 16.30; Die Eiskönigin

II16.30, 19.30; Last Christmas 16.40, 19.40;

Joker 16.40, 20.00; Ich war noch niemals in New

York 16.50; 3D: DieEiskönigin II 17.00, 20.00;Das

perfekte Geheimnis 17.10, 20.10; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 19.30; Zombieland 2:Doppelt

hält besser 19.50

Kino Kiste (& 998 74 81) Ich war noch niemals in

New York 13.50; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

16.00; Parasite 17.45; Systemsprenger 20.05

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (&

038 71/211 41 09) Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.00; Last Christmas 14.10, 16.50,

19.30; Die Eiskönigin II 14.20, 16.00, 17.00,

19.40; Der König der Löwen 14.20; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.30, 20.15; Die Addams

Family 14.40; Das perfekte Geheimnis 14.45,

17.30, 19.50; Angry Birds 2: Der Film 14.50; 3D:

Die Eiskönigin II 15.00, 17.30, 20.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.45, 19.40; Joker

17.00, 20.20; Ich war noch niemals inNew York

17.10; Der letzte Bulle 17.15; LeMans 66: Gegen

jede Chance 19.50; Zombieland 2:Doppelt hält

besser 20.10

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (& 61 60 96 93) Joker (OmU)

16.20,19.30,22.15; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) 17.10; Parasite – Gisaengchung

(OmU) 19.00, 21.50

fsk (& 614 24 64) PJHarvey –ADog Called Money

(OmU) 18.00, 22.15; Gott existiert, ihr Name

ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ePetrunija

(OmU) 18.00; Lara (OmenglU) 19.45; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille

en feu (OmU) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 21.45

Moviemento (& 692 4785) Unsere Lehrerin, die

Weihnachtshexe 13.45; Searching Eva (OmenglU)

16.00; Ich bin Anastasia 21.00; Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten 10.00; Fritzi

–Eine Wendewundergeschichte 14.15; Cinefete:

Wohne lieber ungewöhnlich –C‘est quoi cette famille?!

(OmU) 16.15; Land des Honigs –Honeyland

(OmU) 18.30; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

20.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 10.30;

Benjamin Blümchen 12.30; Booksmart (OmU)

14.45, 19.45; Systemsprenger 17.00; Searching

Eva (OmU) 22.00

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Systemsprenger

19.30

Sputnik (& 694 1147) Gott existiert, ihr Name

ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ePetrunija

(OmU) 16.00; Der Glanz der Unsichtbaren –Les

invisibles (OmU) 18.00; Bernadette –Where‘d You

Go, Bernadette (OmU) 19.45; Joker (OmU) 22.00;

Morgen sind wir frei 16.00; Systemsprenger 17.45;

Was gewesen wäre 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 21.45; Berlin Bouncer 22.00

Yorck (& 78 91 32 40) Land des Honigs –Honeyland

(OmU) 15.00; Parasite 17.00, 20.00; New

Yorck Lara 14.50, 17.10, 19.30, 21.50

KÖPENICK

Spreehöfe (& 538 9590) Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.30, 17.15; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.15; Die Eiskönigin II 15.00,

17.30; DieAddams Family 15.15; 3D: Die Eiskönigin

II15.30, 18.00, 20.30; Last Christmas 17.30,

20.00; Bernadette 20.15; Joker 20.30

Union (& 65 01 31 41) Le Mans 66: Gegen jede

Chance 13.15, 16.45, 20.00; 3D: Die Eiskönigin

II 13.30, 15.45, 18.00, 20.15; Bernadette 13.30,

18.00; Land des Honigs 16.00; Depeche Mode:

Spirits inthe Forest 20.30

MARZAHN

UCI Eastgate (& 93 03 02 60)Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.00; Last Christmas 14.00,17.15,

19.50; Die Eiskönigin II14.00, 14.15, 16.30; Das

perfekte Geheimnis 14.10, 17.00, 19.50; Everest:

Ein Yeti will hochhinaus 14.15;Dora und die goldene

Stadt14.15;3D: DieEiskönigin II 14.30, 17.15,

20.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.45, 20.15; Ich war noch niemals in New York

16.45; Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.55,

20.00; Joker 17.00, 20.00; Friends 25: Jubiläums

Special (Teil 2) 20.00; Zombieland 2:Doppelt hält

besser 20.20

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 17.00; Zwingli –Der Reformator 18.45;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 21.00; Dokumentarfilm

(„Nighthas comes“; m. Vorfilm) 18.45; Morgen sind

wir frei 22.00

Babylon (& 242 59 69) Born tobeWild: Kusama:

Infinity (OmU) 17.45; Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 18.00; Born tobeWild:Ask

the Sexpert (EnglF) 18.15; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 19.30; Deutschstunde 20.00;

Lieber Antoine als gar keinen Ärger –Enliberte!

(OmU) 20.00; Korea: DieTaschendiebin:The Handmaiden

–Ah-ga-ssi (OmU) 22.15; Born tobeWild:

Harold und Maude (OmU) 22.30; Korea: Salinui

chueok –Memories of Murder (OmU) 22.30

Central (& 28 59 99 73) Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 10.00; Midsommar (OmU) 12.45; Joker

(OmU) 15.30, 18.15, 21.00; Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 14.00; Fritzi–Eine Wendewundergeschichte

16.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser

–Zombieland 2: Double Trap (OF) 18.00, 20.15

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) 3D: Die

Eiskönigin II11.00, 14.00, 17.00, 20.00, 22.30;

Das perfekte Geheimnis 11.00, 13.45, 16.40,

19.45, 22.50; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

11.00; Shaundas Schaf: DerFilm:UFO-Alarm

11.10; Dora und die goldene Stadt 11.10; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 11.15; Die Addams Family

11.30, 14.00; Die Eiskönigin II11.40, 13.40,

16.30, 19.15; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

12.10; Dem Horizont so nah 13.10; Ich war

noch niemals inNew York 13.30; Last Christmas

13.50, 16.20, 20.30, 22.50; Booksmart 14.20;

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30, 17.30; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 16.00, 19.20; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.30,19.45,

23.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser 16.40,

23.15; Joker 17.00, 20.10, 23.10; Sneak Preview

(OF) 20.00; Friends 25: Jubiläums Special (Teil 2)

20.00; Terminator –Dark Fate 22.40; Midway –Für

die Freiheit 23.00; Der letzte Bulle 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Systemsprenger

(DFmenglU) 14.15; Bernadette (OmU) 17.00,

19.30; Parasite – Gisaengchung (OmU) 22.00;

Was gewesen wäre 15.00,19.00; Land des Honigs

–Honeyland (OmU) 17.00; Marriage Story (OmU)

21.00; Pferde stehlen –Utogstjaele hester (OmU)

14.00, 20.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian

chang (OmU) 16.30; Joker (OmU) 22.30; Berlin

Babylon (DFmenglU) 15.00; Marianne &Leonard –

Words of Love (OmU) 17.00; The Irishman (OmU)

19.30; Lara (DFmenglU) 14.30, 19.30; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune

fille enfeu (OmU) 16.45, 21.45

International (& 24 75 60 11)Lara 14.00, 16.30,

19.00; Siegessäule und Teddy präs. MonGay: Preview:

ARainy Day In NewYork (OmU) 22.00

Kino imRussischen Haus der Wissenschaft und

Kultur (& 20 30 23 20) Russische Filmwoche:

Odessa (OmU; mit Gespräch) 19.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

Booksmart 14.05; Das perfekte Geheimnis 14.10,

16.40;Recep Ivedik VI (OmU)14.15, 17.10, 17.45,

20.20; Last Christmas 14.15, 16.55, 19.40; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.20; Die Addams

Family 14.20, 17.00; Dora und die goldene Stadt

14.30; 3D: Die Eiskönigin II 14.30, 17.15, 20.00;

Die Eiskönigin II 15.00, 17.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 16.40, 19.30; 7. Kogustaki

Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben (OmU) 16.50,

19.50; LeMans 66: Gegen jede Chance 19.30;

Sneak Preview (OF) 20.00; Sneak Preview 20.00;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.10

IL KINO (& 91 70 29 19) Joker (OmU) 10.10,

21.50; Systemsprenger (DFmenglU) 12.40; Parasite

–Gisaengchung (OmenglU) 15.00; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille

en feu (OmU) 17.30; Pferde stehlen –Utogstjaele

hester (OmU) 19.40

Neues Off (& 62 70 95 50) Booksmart (OmU)

16.30, 19.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

21.30

Passage (& 68 23 70 18) Bernadette –Where‘d

You Go, Bernadette (OmU) 17.40, 20.30; Bis dann,

mein Sohn –Dijiu tian chang (OmU) 17.00; Joker

(OmU) 20.40; Land des Honigs –Honeyland

(OmU) 16.30; Systemsprenger 18.30; Bernadette

–Where‘dYou Go, Bernadette (OF) 21.00; Das perfekte

Geheimnis 17.20, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Official Secrets (OmU)

16.50, 19.30, 22.10; Friends 25: Jubiläums

Special (Teil 2) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.30, 20.30; Die Eiskönigin II–Frozen

2(OF) 15.20, 17.40, 20.00, 22.20; LeMans 66:

Gegen jede Chance –Ford vFerrari (OmU) 15.45;

But Beautiful –Nichts existiert unabhängig (OmU)

17.20; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille enfeu (OmenglU) 19.00; Joker

(OF) 21.40

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Die Eiskönigin II13.50, 14.10, 16.30; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 16.45, 19.50; Dora und die

goldene Stadt 14.20; Last Christmas14.25, 16.50,

20.15; 3D: Die Eiskönigin II14.30, 17.15, 20.00;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 17.00,

19.40; Maleficent: Mächte der Finsternis 17.05;

Friends 25: JubiläumsSpecial (Teil2)20.00; Sneak

Preview 20.15

Wolf (& 921 03 93 33) Marriage Story (OmU)

12.00, 21.00; Götter von Molenbeek: Gods of Molenbeek

(OmU) 12.00; Parasite – Gisaengchung

(OmenglU) 14.00; PJ Harvey –ADog Called Money

(OmU) 14.40; Tonari no Totoro –Mein Nachbar Totoro

16.30; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portraitdelajeunefille en feu(OmU) 16.40;Querencia

–Heimkehren (OmU) 18.30; Gott existiert,

ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ e

Petrunija (OmU) 19.00; Bis dann, mein Sohn –Di

jiu tian chang (OmU) 20.30


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

ein bisschen, aber er wusste auch,

was es heißt, sich zu entscheiden.

Tatsächlich hat Konrád zunächst als

eine Art Stadtforscher begonnen. Zu

Beginn der 60er-Jahrearbeitete er für

die Vormundschaftsbehörde eines

Budapester Stadtbezirks und war

später als Soziologe mit urbanen Planungsaufgaben

befasst.

In seinen frühen literarischen

Texten, die vom Überleben seiner

Familie inUngarn während der NS-

Diktatur handeln, trat sein Drangzur

Freiheits- und Liebesforschung bald

ausdrucksstark inErscheinung, und

als Intellektueller und Essayist war er

in den 70er-Jahren einer der einflussreichsten

Denker seiner Zeit,

der im Namen einer neuen Idee von

Mitteleuropa darauf aus war, die

Konfrontation zwischen Ost und

West aufzuheben.

In der Liste der biografischen Stationen

überliest man allzu leicht,

dass Konráds Jahre als Präsident der

Berliner Akademie der Künste von

1997 bis 2003 der glanzvolle Höhepunkt

eines immer auch selbstkritischen

künstlerischen und politischenWirkens

in undfür Europa waren.

Dabei ist György Konrád immer

LESUNGEN

Thomas Pletzinger,The great Nowitzki,

Montag,25.11., 19 Uhr,Wist. Der Literaturladen,

Dortustr.17, Potsdam

György-Konrad-Abend,Montag,25.11.,

20 Uhr,Akademie der Künste, Pariser

Platz

Jens Bisky: Berlin,Mittwoch, 27.11.,

20 Uhr,Literaturforum im Brecht-Haus,

Chausseestraße 125

PETER HARTENFELSER/IMAGO

auch ein Spaziergänger geblieben,

der seine Aufmerksamkeit für die

nahe Umgebung und das große

Ganze aus unmittelbarer Anschauung

gewinnt. Die Akademie der

Künste feiert ihren früheren Präsidenten

unter dem Stichwortder Autonomiedes

Geistesfür beides.

Zum Spazierengehen durch Berlin

bietet sich seit Kurzem ein neues

Orientierungswerk an. Zwar ist Jens

Biskys knapp 1000 Seiten umfassende

Stadtchronik nichts für die Jackentasche.

Aber wer es einmal –

und sei es auch nur kapitelweise –in

die Hand genommen hat, wird die

Stadt fortan mit anderen Augen sehen.

Jens Bisky verhält sich dabei zu

der Stadt, in der er lebt, wie ein Flaneur,der

keine Zeit für Abkürzungen

hat. Vieles wird nur kurz angerissen

und eher episodisch erzählt. Sehr

ausführlich widmet er sich indes

dem Hohenzollernschloss,das in der

preußischen Geschichte wechselnde

Rollen bei der Repräsentation von

Macht ausgeübt hat. Typisch Berlin

sei, so Bisky, aber auch der Umstand,

intelligent mit der Stadt umzugehen,

weil sie so viel Geschichte hat.

Theater

Ein Roman, der

auf der Bühne

weiterlebt

Was bei der Besprechung

der Premiere vor fast einem

Jahr nicht in den Text gepasst

hat, war der Umstand,

dass das von Hakan Savas Mican

für das Gorki-Theater

adaptierte Remarque-Buch:

„Die Nacht vonLissabon“ nicht

nur den Regisseur, die grandiose

Schauspielerin Anastasia

Gubareva und ihren Kollegen

Dimitrij Schaad inspiriert hat,

sondernlange vorher auch den

Schriftsteller Edgar Hilsenrath,

der nach dem Krieg einsam in

einem Café in Palästina das

Buch las und auf einmal

wusste, wie er von seinen

schrecklichen Erlebnissen im

Getto von Moghilew-Podolsk

zu schreiben hatte. Erließ sich

einen Stapel Papier und Rotwein

reichen und schrieb den

Anfang von„Unten“. Die leise,

poetische Arbeit im Gorki, in

die auch die Biografien der

Schauspieler einfließen, zeigt,

wie Literatur im Weiterspielen

lebt. Ulrich Seidler

DieNacht von Lissabon 19.30Uhr,im

Gorki-Theater,Tel.: 20221115

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Montagslesung: Die Reise nach Berlin, von

Adolf Heilborn, mit Reinhard Scheunemann, Autor/in:

Adolf Heilborn

Reinhard Scheunemann

W. M. Blumenthal Akademie

(Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1) 19.30

Klaus Mangold Auditorium: Die drei Leben der Hannah

Arendt, Lesung und LiveComic Drawing mit dem

ComiczeichnerKen Krimstein und demSchauspieler

Hanns Zischler

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.30: Beim Anblick der Endmoräne, Martin

Bartholmy

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

19.30: offene Lesenbühne Pankow

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

14.00: Kuratorenführung in denaktuellen Ausstellungen

Bärentouren (& 015 20 -5 22 67)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit der Romantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann über die Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-Berliner Sagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischen Hackeschem

Markt und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm.erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

15.00: Wilhelm und Alexander vonHumboldt,

Öffentliche Führung

Meyers Stadtgänge (& 442 32 31)

14.00: Brennpunkt Babylon. Kämpfe, Kino, Kräche.

Morde. VomJahrhundertortRosa-Luxemburg-Platz

zum Soho, Bernd S. Meyer, Treff: Eing.Volksbühne

Olympiastadion (& 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

Schloss Charlottenburg (& 32 09 14 40)

15.30: Prunkvolle Säleund private Kammern. Das

Alte Schloss Sophie Charlottes und Friedrichs I., Treff:

Gruppenkasse im Ehrenhof; Führung für blinde und

sehbehinderte Besucher

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr, Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblickins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Andreas Schmidt (p) &Friends

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.00: Open-Stage–Singer-Songwriter+Poets

Auster Club (& 611 33 02)

20.00: Rachel Sermanni

b-flat (& 283 31 23)

21.00: b-flat Jazz Orchestra, Ltg.Maria Baptist

Ballhaus Berlin (& 282 75 75)

20.00: Insolito Universo

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Paris Shadows

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue Moonday Jazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

20.00: Electric Mary,Eat the Gun

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Helgi Jonsson

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

20.00: Marshall &Alexander

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (& 44 31 51 00)

20.00: Time for Three

Maze (& 55 51 84 54)

20.00: Seratones

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: lovelytheband +RH2

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.PianoSeries: Marque Löwenthal

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: TomKlose

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Sarah ChaksadOrchestra

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: Asen Doykin Quartet

CLUB

KitKat/Sage-Club (Köpenicker Str.76)

23.00: 5years Electric MondayMonth, Diana May,

IngoRieber,Frankie Flowerz, Ricardo Rodriguez

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59 +4Bar:House of Waxx, Projekt Gestalten,

Digital Groove Affair,Wittes

MUSEEN

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

10.00: Deutsche Geschichte in Bildernund Zeugnissenr

10.00: Die Armbrust –Schrecken und Schönheit

10.00: Wilhelm und Alexander vonHumboldt, tgl.

10-18 Uhr

Neues Museum (& 266 42 42 42)

10.00: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

10.00: Museum für Vor- und Frühgeschichte mit

Objektender Antikensammlung

10.00: Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit

10.00: Schätze aus dem Rhein –Der Barbarenschatz

vonNeupotz

10.00: Die Krone vonKertsch. Schätze aus Europas

Frühzeit

10.00: Berlins größte Grabung

10.00: 10-jähriges Jubiläum: Perspektivenwechsel

10.00: 10 Jahre Neues Museum, tgl./Feiert. 10-18,

Do 10-20 Uhr

Pergamonmuseum (& 266 42 42 42)

10.00: Transkulturelle Beziehungen, globale Biografien

–islamische Kunst?

10.00: Antikensammlung

10.00: Museum für Islamische Kunst (Steinfassade

vonMschatta)

10.00: Vorderasiatisches Museum (Ischtar-Tor)

10.00 Museum für Islamische Kunst: Traum und

Trauma. Wiedereröffnung der Teppichsäle

10.00: Der Babel-Bibel-Streit

10.00: Capturing the Past, tgl./Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Pergamonmuseum. Das Panorama

(Am Kupfergraben 2) 10.00: Pergamon. Meisterwerke

der antiken Metropole und 360°-Panorama von

Yadegar Asisi, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

KINO

PANKOW

Blauer Stern (& 47 61 18 98) Die Eiskönigin II

13.30, 15.50, 18.10, 20.30; Lara 15.30, 17.50,

20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Die Eiskönigin

II 15.00, 17.20, 19.40; Sneak Preview22.00;

Bernadette 14.40, 17.30; Bernadette –Where‘d

You Go, Bernadette (OmU) 20.20; Lara 15.20,

17.40, 20.00; Land des Honigs – Honeyland (OmU)

15.00; Bis dann, mein Sohn 17.00; Das perfekte

Geheimnis 17.20, 20.40; But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig (OmU) 14.45; Parasite 20.00

Kino & Bar in der Königstadt (& 01 63/262 72 80)

Die Geldwäscherei –The Laundromat (OmU) 17.00;

The Irishman (OmU) 19.00

Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00) Deutschstunde

13.30; Das perfekte Geheimnis 13.30,

16.45, 19.30; Lara 13.45, 16.30; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune fille

en feu (OmU) 14.00, 22.50; Die Eiskönigin II

14.00, 17.00; Booksmart (OmU) 14.00; Systemsprenger

14.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.20; Joker (OF) 16.20, 22.50; Bernadette

–Where‘dYouGo, Bernadette (OmU) 16.20, 19.00;

Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles (OmU)

16.30; Official Secrets (OmU) 16.50, 21.40; Parasite

17.00, 22.40; Around The World in 14 Films:

Honey Boy (OF) 19.30; Around The World in 14

Films: Parwareshgah –Das Kinderheim (OmenglU)

19.45; Sneak Preview 20.00; Pferde stehlen –Ut

og stjaele hester (OmU) 20.00; Die Eiskönigin II–

Frozen 2(OmU) 20.00, 22.30; Le Mans 66: Gegen

jede Chance –Ford vFerrari (OmU) 21.30; Around

The World in 14 Films: Preview: Angelo (OmenglU)

21.30; Around The World in14Films: Tlamess

(OmenglU) 21.45

Krokodil (& 44 04 92 98) Was gewesen wäre

18.00; Land des Honigs–Honeyland (OmU) 19.30;

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi,imeto

i‘ ePetrunija (OmU) 21.15

Lichtblick (& 44 05 81 79) Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 18.00; One World Berlin –Themenabend:

Rechtsrockland 20.00; Land des Honigs –Honeyland

(OmU) 22.30

UCI Colosseum (& 44 01 92 00) Das perfekte

Geheimnis 14.10, 17.00, 19.45, 23.00; Die

Eiskönigin II 14.15, 16.50; 3D: Die Eiskönigin II

14.20, 17.10, 20.00, 22.45; Angry Birds 2: Der

Film 14.25; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

14.30; Booksmart 14.30; Last Christmas 14.40,

17.15, 19.50; Die Addams Family 14.40; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.45; Dora und die goldene

Stadt 14.45;LeMans 66:Gegen jede Chance

16.40, 19.30; Joker 16.45, 19.50, 23.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.55, 20.20,

22.40; Ich war noch niemals in New York 17.05;

3D: Die Addams Family 17.15; Bernadette 17.15,

20.15; Friends 25: Jubiläums Special (Teil 2)

20.00; 3D: Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 20.00;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.05, 22.45;

Scary Stories to Tell in the Dark 22.50; Terminator

–Dark Fate 22.55

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 0200) Angry Birds

2: Der Film 13.30; Last Christmas 13.40, 16.30,

19.40; 3D: Die Eiskönigin II 13.45, 16.45, 19.45;

Das perfekte Geheimnis 13.50, 16.30, 20.10; Die

Addams Family 14.00; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.05, 16.45; Die Eiskönigin II14.30,

17.15, 20.15; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.30; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

14.40; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.05, 19.30; Joker 16.50, 19.55; Ich war noch

niemals in NewYork 17.15; Der letzte Bulle 17.15;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 19.40; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.20

SCHÖNEBERG

Cinema Walther-Schreiber-Platz (& 852 3004)

Ich war noch niemals in New York 14.30, 17.15,

20.15

Cosima (& 85 07 58 02) Ich war noch niemals in

NewYork 18.00; Systemsprenger 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Bernadette –Where‘dYou

Go, Bernadette (OmU) 15.20, 20.30; Marianne &

Leonard –Words of Love (OmU) 18.10

Xenon (& 78 00 15 30) Leid und Herrlichkeit

(OmU) 18.00; Porträt einerjungen Frau in Flammen

–Portrait de la jeune fille en feu (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 10.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00, 12.00; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 10.00; Die Eiskönigin II

10.00, 12.30, 15.00, 17.40; Die Addams Family

10.00, 12.10; 3D: Die Eiskönigin II 11.55, 14.25,

17.10, 20.00; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

12.10; Das perfekte Geheimnis 14.00, 17.15,

20.20; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.10;

Last Christmas 14.10, 16.50, 20.10; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 16.40, 19.30; Sneak Preview

20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81)

Ich war noch niemals in New York 12.45, 17.45;

Deutschstunde 15.15; Systemsprenger 20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11)Last Christmas 14.30,

17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.00, 14.45; Dora und die goldene Stadt 10.00;

Die Eiskönigin II10.00, 12.10, 15.00, 17.45; 3D:

Die Eiskönigin II 10.00, 14.15, 17.15, 20.15; Die

Addams Family 10.00, 12.35, 14.25; Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 10.00; Angry Birds 2:Der

Film 10.00; Everest:Ein Yeti willhoch hinaus 12.00;

Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe 12.10; Maleficent:

Mächte der Finsternis 12.15; Das perfekte

Geheimnis 14.10, 17.00, 17.35, 20.00, 20.30;

Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 14.15; Bernadette

14.50; Joker 16.40, 19.50, 23.00; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 16.45, 19.30, 23.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 17.00, 20.30,

22.45; Zombieland 2:Doppelt hält besser 20.30,

23.00; Sneak Preview (OF) 23.00; Sneak Preview

23.00

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Ich war noch

niemals in New York 15.15; 3D: Die Eiskönigin II

15.15, 18.00, 20.30; Die Addams Family 15.30;

Das perfekte Geheimnis 15.30, 18.00, 20.30;

Deutschstunde 17.45; Last Christmas 18.00,

20.30; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Cinepoetic Lecture #12:

Vortrag (Patricia Pisters) 18.00; Cinepoetic Lecture

#12: Evolution (OmenglU) 20.00; Filmspotting:

Stau –Jetzt geht‘s los (OmenglU; m. Einführung)

19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Die Eiskönigin II 12.30, 14.00, 16.30, 18.00,

19.30, 19.35, 22.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 13.00, 16.40, 20.15, 22.50; Le Mans

66: Gegen jede Chance 13.00, 16.30, 20.15,

22.40; 3D: Die Eiskönigin II13.00, 15.00, 16.00,

17.00, 20.00, 23.00; Playmobil: Der Film 13.30;

Joker 13.30, 16.10, 19.40, 20.50, 22.50; Der

König der Löwen 13.30, 16.00; Angry Birds 2: Der

Film 13.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

13.40; Maleficent: Mächte der Finsternis 13.40;

Last Christmas 13.40, 16.45, 19.45, 23.00; Bayala

–Das magische Elfenabenteuer 13.40; Ich war

noch niemals in NewYork 13.50; Dora und die goldene

Stadt 13.50; Das perfekte Geheimnis 14.10,

17.20, 20.30, 23.00; Systemsprenger 16.30; Parasite

16.30, 22.30; Official Secrets 16.30, 19.30;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 16.40,

19.50; Booksmart 16.40; Bernadette 16.50,

19.45; Zombieland 2: Doppelt hält besser 17.00,

19.30,22.30;Lara 17.00, 19.50;Terminator –Dark

Fate 19.50, 22.50; Sneak Preview 19.50, 20.00;

Friends 25: Jubiläums Special (Teil 2) 20.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 22.30; Midway –Für

die Freiheit 22.30; Black and Blue 22.40; Halloween

Haunt 23.00

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

Le Mans 66: Gegen jede Chance –Ford vFerrari

(OF) 13.20, 16.00, 19.40; Booksmart (OF) 13.20;

3D: Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 13.30, 16.30,

19.30; Maleficent: Mächte der Finsternis –Maleficent:

Mistress of Evil (OF) 13.50; Last Christmas

(OF) 14.00, 17.40, 20.30; Die Eiskönigin II –Frozen

2(OF) 14.15, 17.00, 20.30; Die Addams Family

–The Addams Family (OF) 14.30; Bernadette

–Where‘d You Go, Bernadette (OF) 16.50; Joker

(OF) 17.00, 20.00; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen (OF) 19.30; Friends 25: Jubiläums Special

(OF) 20.00

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Gigantender Meere11.30;3D: Die Eiskönigin

II –Frozen 2(OF) 13.15, 16.15; 3D: Die Eiskönigin

II 19.15

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 17.30; Joker (OmU) 20.00;

Zombieland 2:Doppelt hält besser –Zombieland 2:

DoubleTrap (OF) 22.15

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) Die Eiskönigin II 14.00,

16.30; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.00; Das perfekte Geheimnis 14.30, 17.15,

20.00, 22.30; 3D: Die Eiskönigin II15.00, 17.30,

20.00, 22.45; Die Addams Family 15.00; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 16.00; Stephen Kings

Doctor Sleeps Erwachen 17.00, 20.00, 22.00; Last

Christmas 18.00, 20.30; Zombieland 2: Doppelt

hält besser 20.00, 22.45; Joker 22.30

Casablanca (& 677 57 52) Systemsprenger

18.00; Joker 20.30

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park (&

04 51/703 02 00) Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.00; Dora und die goldene Stadt 14.00; 3D:

Die Eiskönigin II 14.00, 17.15, 20.00; Angry Birds

2: Der Film 14.00; Ich warnoch niemals in NewYork

14.15; Die Addams Family 14.15, 17.10; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 16.40, 20.10; Last Christmas

14.30, 17.05, 19.40; Die Eiskönigin II 14.30,

16.45, 19.30; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.25,19.45; LeMans 66: Gegen jede Chance

16.25, 19.45; Joker 17.00, 20.15; Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.15; Sneak Preview (OF)

20.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 0311) Recep

Ivedik VI (OmU) 14.00, 17.10, 20.10; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00; Last Christmas 14.10,

17.00, 19.50; Das perfekte Geheimnis 14.10,

17.00; 3D: Die Eiskönigin II14.20, 16.45, 19.30;

Die Addams Family 14.20; Die Eiskönigin II15.00,

17.45; LeMans 66: Gegen jede Chance 16.20,

20.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.45,20.00; Sneak Preview20.00;Sneak Preview

(OF) 20.10

WEISSENSEE

Brotfabrik (& 471 4001) Götter von Molenbeek:

Gods of Molenbeek (OmU) 18.00; Einfach Leben

(OmU) 19.30; PJHarvey –ADog Called Money

(OmU) 21.30

Toni (& 92 79 12 00) Die Eiskönigin II 10.00,

12.15,14.30, 16.45,19.00; Das perfekte Geheimnis

12.30, 15.00, 17.30, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Der Glanz der

Unsichtbaren 15.30; Parasite 18.00; Bernadette

20.30

Eva (& 92 25 53 05) Was gewesen wäre 15.30;

Land des Honigs –Honeyland(OmU) 17.45; Official

Secrets 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) #Female Pleasure 17.00;

Deutschstunde 20.30

Capitol (& 831 6417) Lara 15.30, 18.00, 20.30

POTSDAM

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Das Forum

(OmU) 14.00; Marianne &Leonard –Words ofLove

(OmU) 14.15; Lara 14.15, 16.15, 18.45; Das perfekte

Geheimnis 15.30, 18.00, 20.45; Bernadette

–Where‘dYou Go, Bernadette (OmU) 16.15, 20.45;

Was gewesen wäre 16.30; But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig 18.15; Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 18.30; Pferde stehlen –Utogstjaele hester

(OmU) 20.45; Official Secrets (OmU) 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

Die Addams Family 13.40; Die Eiskönigin II13.45,

14.10, 16.40; Das perfekte Geheimnis 13.50,

16.50, 20.00;Last Christmas 14.00, 17.10, 19.55;

3D: Die Eiskönigin II 14.00, 17.00, 20.00; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.10; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 14.15; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 16.20, 19.40; Ich war noch niemals

inNew York 16.30; Maleficent: Mächte der

Finsternis 16.45; Joker 16.45, 19.55; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 19.50; Friends 25: Jubiläums

Special (Teil 2) 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 20.15

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 8877) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis17.15,

20.00

Capitol Königs Wusterhausen (&

033 75/46 9777) Das perfekte Geheimnis 17.15;

Der Distelfink 20.00

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (& 04 51/

703 02 00) Le Mans 66: Gegen jede Chance

16.30, 19.30; Die Eiskönigin II 16.30, 19.30;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.45,

19.45; Maleficent: Mächte der Finsternis 17.00;

3D: Die Eiskönigin II17.00, 20.00; Der letzte Bulle

17.05; Das perfekte Geheimnis 17.15, 20.10; Last

Christmas 17.20, 20.00; Joker 17.20, 20.15; Die

Addams Family 17.30; Midway –Für die Freiheit

19.45; Terminator –Dark Fate 20.15; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.20

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Ich war

noch niemals in NewYork 15.00; 3D: Die Eiskönigin

II 15.30, 18.00,20.30; DieAddams Family 15.30;

Deutschstunde 17.45; Das perfekte Geheimnis

17.45, 20.30; Last Christmas 20.30

FilmpalastOranienburg (& 03301/70 48 28) Die

Eiskönigin II 14.30,17.00; Das perfekte Geheimnis

14.45, 17.15, 20.15; 3D: Die Eiskönigin II 15.00,

17.30, 20.00; Maleficent: Mächte der Finsternis

15.15; Last Christmas 17.45; LeMans 66: Gegen

jede Chance 19.45; Nach dem Urteil 20.00

Haveltor Rathenow (& 033 85/51 57 58) Ich war

noch niemals in New York 15.00; Die Addams Family

15.00; Das perfekte Geheimnis 15.00,17.45,

20.15; 3D: Die Eiskönigin II 15.15, 17.45, 20.15;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 17.00,

20.15; Last Christmas 17.45, 20.15

Weltspiegel Kino Finsterwalde (& 035 31/22 11)

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.45; 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.30, 20.00; Gloria: Das Leben

wartet nicht 17.30, 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019

·························································································································································································································································································

Anzeigensonderveröffentlichung

Zeitungspaten

„Lesen und Schreiben werden überall erwartet“

Anzeigensonderveröffentlichung

Göran Golz weiß, wie wichtig eine gute Bildung ist. Sein Unternehmen, die Fachgemeinschaft Bau, engagiert sich daher als Zeitungspate

Projektbüro Lesepaten

Über kompetente Azubis

freut sich jeder Arbeitgeber.

Das Berufsförderungswerk

der Fachgemeinschaft

Bau hat daher zehn Zeitungspatenschaften

übernommen,

um junge Menschen in ihrer Medien-

und Entscheidungskompetenz

zu stärken. Wir haben mit Göran

Golz über das Engagement seines

Unternehmens gesprochen.

Washat Sie dazu bewogen, eine Zeitungspatenschaft

zu übernehmen?

Wir Nachwuchsreferenten freuen

uns, mithilfe der Sozialkasse des

Berliner Baugewerbes das Projekt

Zeitungspaten in den Schulen zu unterstützen.

Wir wollen auf diesem

Wege junge Menschen erreichen,

um ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten

für eine berufliche Ausbildung

zu stärken.

Welche Hoffnungen verbinden Sie

mit dieser Patenschaft?

Sie ist ein Unterstützungsangebot,

um die Ausbildungsreife der Jugendlichen

zu verbessern. Sokönnen

wir helfen, zum Beispiel Leseund

Informationskompetenzen weiterzuentwickeln.

Würden Sie eine Patenschaft auch

anderen Personen, Unternehmen

oder Vereinen empfehlen?

Auf jeden Fall! Wenn die genannten

Kompetenzen erworben

wurden, profitieren letztlich alle davon.

Je mehr Menschen sich also der

Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung

stellen, umso besser

sind unsere jungen Menschen auf

das Leben vorbereitet.

Göran Golz ist Nachwuchsreferent auf dem Lehrbauhof Berlin des Berufsförderungswerks der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg.

Warum, glauben Sie, wird heute

weniger gelesen als früher?

Wiralle werden heute über viele

Kanäle angesprochen. Jeder kann

sich die Informationsquellen aussuchen,

über die er sich ammeisten

angesprochen fühlt.

Wie wichtig ist Lesen für unsere

Demokratie?

Um in einer Demokratie Akteure,

Abläufe und Zusammenhänge zu

verstehen, braucht jeder Mensch die

Fähigkeit und Möglichkeit, sich In-

Zeitungspate werden

können Unternehmen,

Stiftungen oder Einzelpersonen

–kurz: alle, die

junge Leser fördern und

einen gesellschaftlichen

Beitrag leisten wollen.

DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Junge Leser erhalten

dabei täglich eine regionale

Nachrichtenquelle,

die ihre Medien- und

Entscheidungskompetenz

stärkt und ihre Allgemeinbildung

fördert.

Die Vorbildfunktion

macht die Berliner Zeitung

deutlich: Sie stellt

jeden Paten namentlich

vor. Das Motto: „Tun SIE

Gutes: WIR reden darüber,

gemeinsam!“

PRIVAT

formationen zu beschaffenund weiterzuverarbeiten.

Nur so erreichen

wir verantwortungsbewusste und

selbstständig handelnde Menschen.

Die Aufmerksamkeitsspanne verringert

sich, besagen Studien. Bemerken

Siedas auch?

Die Merk- und Ausdauerleistungen

haben abgenommen. Informationen

müssen heute punktgenau,

kurz und knapp ankommen.

Hier ist wohl keine Gruppe ausgenommen.

Welche Veränderungen nehmen Sie

aktuell beider Azubi-Suche wahr?

Viele Jugendliche haben verstanden,

dass Unternehmen aller

Branchen Nachwuchskräfte suchen.

Sie vergleichen Angebote.

Gleichzeitig sind sie von der Vielfalt

der Möglichkeiten überfordert. Hier

sind Entscheidungskompetenzen

gefragt.

Waswürden Sie sich im Hinblick auf

die Azubi-Bewerbungen wünschen?

Schulische Basiskenntnissesind

die Grundlage für jede Ausbildung.

Hier mangelt es sehr oft. Lesen und

Schreiben wirdüberall erwartet. Mathematische

und wirtschaftliche

Grundkenntnisse sollten Schülern

praxisorientierter beigebracht werden.

Das kommt derzeit zu kurz.

Und letztlich sollte darüber nachgedacht

werden, das Lernen zu lehren.

Welche Ausbildungsberufe bietet Ihr

Unternehmen an?

Auf dem Lehrbauhof Berlin finden

überbetriebliche Lehrunterweisungen

im Rohrleitungsbau, Kanalbau,

Straßenbau, Maurern und Beton-

und Stahlbetonbau statt. Weiterhin

werden Auszubildende zum/r

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/

in, Zimmer/in, Trockenbaumonteur/in

oder Stuckateur/in ausgebildet.

In einem dualen Studiengang

können Interessenten ihre Karriere

zum/r Bauingenieur/in starten.

Unterscheidet sich die heutige Ausbildung

beiIhnen im Vergleich zu 1990?

Die Einstellung zur Arbeit hat

sich geändert.Der Marktist hartumkämpft.

Als Unternehmen muss

man kreativ sein, um junge Menschen

zu gewinnen und zu binden.

Werden Sie Zeitungspate

Als Zeitungspate sorgen Sie dafür, dass

Kindern und Jugendlichen ein umfangreicher

Zugang zu aktuellen lokalen und

internationalen Nachrichten gewährleistet

und ein breites Wissen über alle gesellschaftlich,

wissenschaftlich und politisch

relevanten Bereiche vermittelt wird.

Unser Zeitungspaten-Team beantwortet

Ihnen gerne alle Fragen!

Tel. 030/23 27 70 69

Fax 0800/55 30 300

E-Mail: berlinerpaten@dumont.de

OPTIK &HÖRGERÄTE THÜRNAGEL

Jens Thürnagel, Geschäftsführer

ALLESBRILLE OPTIKER GMBH

Stefan Koch, Geschäftsführer

HAUS SPREETALHOF BERLIN-ALTGLIENICKE

F. Kathe und S.Eckardt, Einrichtungsleitung

„Als Traditionsunternehmen in dritter

Generation, welches sich seit nunmehr

fast 70 Jahren am Markt behauptet

und weiterentwickelt hat,

bieten wir für viele Menschen

zu den Themen Hören und

Sehen den Schlüssel zur

Kommunikation. Wir möchten

dafür sorgen, dass die

Menschen die Dinge sehen

und den Menschen verbunden

bleiben. Dabei ist die

Zeitung eine wichtige Informationsquelle

und dient als Möglichkeit, Informationen

aus dem Internet zu hinterfragen.

Dies gilt sicher auch umgekehrt.

Wir unterstützen sehr

gerne unsere Patenschule,

das Albert-Einstein-Gymnasium,

mit einer Zeitungspatenschaft

der Berliner

Zeitung und wünschen den

Schülern und Schülerinnen

viel Spaß beim Lesen.“

ROLLENDES FOTOSTUDIO

„Als ein im Kiez verwurzeltes Unternehmen

haben wir uns im Rahmen unseres

lokalen, gesellschaftlichen Engagements

bewusst für eine Lesepatenschaft

für die Schüler der Friedensburg-Schule

entschieden.

Als ,Staatliche Europa-Schule

Berlin‘ steht sie für dieselben

Werte, für die wir auch einstehen:

größtmögliche Diversität

und Bereicherung durch neue

Kultureinflüsse. Wir sind davon

überzeugt, dass Tageszeitungen

immer noch das mit Abstand wichtigste

Medium zur Orientierung am Wohnort

sind. Wer sonst nimmt sich

die Zeit, auch über das Lokalpolitische

genauestens zu

recherchieren? Deshalb freuen

wir uns, wenn täglich eine

aktuelle Ausgabe der Berliner

Zeitung für die Schülerinnen

und Schüler zum Lesen ausliegt.“

ANETTE KOROLL FOTOS

„Die Tageszeitung gehört für uns noch

immer zum Alltag: morgens mit der

Zeitung in die Bahn einsteigen oder

während der Zugfahrt in der

Zeitung des Nebenmanns die

Schlagzeilen mitlesen –wer

kennt das nicht? Gerade für

uns aus der Altenpflegebranche

ist es wichtig, nicht nur

Bewährtes zu erhalten, sondern

gleichzeitig auch Neues

zu fördern. Unsere Motivation

ist es daher, die Zukunft zu gestalten

–und die Zukunft sind unsere Kinder.

Daher möchten wir allen Schülerinnen

und Schülern die Möglichkeit

bieten, nicht nur Zugang zu

einem so wichtigen Medium

wie der Tageszeitung zu haben,

sondern das Zeitunglesen

auch richtig zu erlernen.

Aus diesem Grunde unterstützen

wir das Projekt sehr

gerne als Zeitungspaten.“

PRIVAT

REWE MARKT GÖRLITZ-KRÜGER OHG

Mandy Görlitz-Krüger, Inhaberin

WE DO COMMUNICATION GMBH GWA

Gesellschafter G. Blach, Geschäftsführerin I. v. Holly

STADT UND LAND WOHNBAUTEN-GESELLSCHAFT

Anne Keilholz und Ingo Malter, Geschäftsführer

„Wir freuen uns sehr, die Zeitungspatenschaft

für das Galileo-Gymnasium zu

übernehmen. In der heutigen Zeit ist es

besonders wichtig, unseren

Kindern die richtigen Werte

zu vermitteln. Wir als Kiezmarkt

sehen uns ein kleines

Stück in der Verantwortung,

unseren Kindern gesunde

Ernährung, viel Bewegung

sowie einen sorgsamen Umgang

mit Ressourcen zu

vermitteln. Aber auch bei der Vermittlung

von Informationen anunsere

Kinder möchten wir mitwirken. Das

Lesen von Zeitungen lehrt

die Kinder, sich selbst zu

informieren, und motiviert

sie dazu, sich stets zu allen

Themen eine eigene Meinung

zu bilden. Dies ist ein

wertvolles Gut, welches wir

gern fördern. Viel Spaß beim

Lesen!“

PRIVAT

„Als Agentur steht WE DO für Kampagnen

mit Inhalt und Haltung. Da können

wir natürlich gar nicht anders, als eine

Zeitungspatenschaft zu

übernehmen. Wir wollen die

Schüler*innen des Berliner

John-Lennon-Gymnasiums

darin unterstützen, sich eigene

Meinungen zu bilden und

Haltung zu unterschiedlichen

Themen zu entwickeln. Unsere

Gesellschaft braucht junge

Menschen, die mitreden wollen und ihren

eigenen Kopf haben. Nur so können sie

sich für ihre Interessen einsetzen und die

Zukunft aktiv mitgestalten.

Zeitunglesen ermöglicht demokratische

Teilhabe. Gerne

fördern wir Journalismus,

der aufklärt und einordnet,

und Leser*innen, die keine

Angst davor haben, Fragen zu

stellen und Dinge infrage zu

stellen.“

WE DO COMMUNICATION GMBH GWA

„Als gesellschaftlicher Akteur in der

Stadt- und Quartiersentwicklung steht

die STADT UND LAND zu ihrer Verantwortung.

Mit unserer Zeitungspatenschaft

möchten

wir dazu beitragen, dass

Kinder und Jugendliche im

Zeitalter von digitaler Informationsflut

und Schnelllebigkeit

befähigt werden, durch

das Lesen einer Tageszeitung

komplexe Texte zu verstehen,

sich eigenständig Wissen zu aktuellen

Sachverhalten und Themen anzueignen

und so gut informiert am Tages- und

Weltgeschehen teilzuhaben.

Wir hoffen, dass wir mit

den vier Patenschaften

Schülerinnen und Schüler

in unseren Quartieren für das

Zeitunglesen nachhaltig

begeistern und das Interesse

an Nachrichten wecken

können.“

OLIVER LANG /STADT UND LAND

BRILLENKAMMER

Katharina Pech, Inhaberin

„Ich bin Zeitungspatin, weil es mir wichtig

ist, dass Kinder und Jugendliche über

das aktuelle Nachrichtengeschehen in

Berlin, Deutschland und der

Welt Bescheid wissen. Nachrichten

wahrzunehmen, zu

verstehen, einzuordnen und

vor allem auch kritisch zu

hinterfragen, will gelernt sein.

Damit kann man gar nicht

früh genug starten, und die

Schule ist dafür ein perfekter

Ort! Mit der tatkräftigen Unterstützung

pädagogisch ausgebildeter Fachkräfte

erleben die Schülerinnen und Schüler

bei der Lektüre einer hochwertigen

Tageszeitung wie

der Berliner Zeitung den Unterschied

zwischen persönlichen

Meinungsäußerungen

(zum Beispiel über soziale

Netzwerke) und fundiertem

Journalismus. Und das ist

auch gut so!“

KIRSTEN BREUSTEDT

PRÄSIDENT DES ABGEORDNETENHAUSES, BERLIN

Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses

„In Zeiten stetig kürzerwerdender Aufmerksamkeitsspannen

mag das Lesen

einer gedruckten Zeitung als eine kaum zu

bewältigende Herausforderung

erscheinen. Mit meinerZeitungspatenschaft

für dieWilly-

Brandt-Oberschule im Wedding

möchte ich den Schülern die

Möglichkeit eröffnen, sich dieser

Challenge zu stellen. Vielleicht,

um zu bemerken, dass

Instagram und WhatsApp auch

später noch funktionieren. Bestenfalls aber,

um zu entdecken, dass man sich ohne

Schaden auf längere Hintergrundberichte

einlassen kann und dadurch

nicht dümmer wird. Das setzt

natürlich qualitativ hochwertigen

Journalismus voraus. Und

der kostet Geld. Mit meiner Patenschaft

möchte ich zugleich

die Berliner Zeitung ermutigen,

den Pfad einer Qualitätszeitung

auch zukünftig zu beschreiten.“

PRIVAT

Diese Schulen freuen sich über einen Zeitungspaten

Sie möchten junge Menschen in

Ihrer Nähe fördern? Das Lesepaten-

Projektbüro verrät Ihnen gern,

welche Schulen sich über Ihre

Unterstützung freuen.

Aktuell suchen unter anderem diese

Schulen einen Zeitungspaten:

• Fachschule für Sozialpädagogik in

Lichtenberg

• RENAFAN Akademie gGmbH in

Reinickendorf

• Ernst-Adolf-Eschke-Schule für Gehörlose

in Charlottenburg-Wilmersdorf

• Konkordia-Grundschule in Spandau

• Schule an der Wuhlheide in Treptow-

Köpenick

• Schule am Wildgarten in Treptow-

Köpenick

• Freie Montessori Schule Köpenick in

Treptow-Köpenick

• Grundschule an der Mühle in Marzahn-

Hellersdorf

• ABT gGmbH in Pankow

• Albert-Einstein-Gymnasium in Neukölln


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun 9.55

(für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Wer weiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Wer weiß denn sowas?

18.50 (für HG) Morden im Norden 19.45 (für

HG) Wissen vor acht –Zukunft 19.50 (für HG)

Wetter 19.55 (für HG) Börse 20.00 Tagesschau

20.15 (für HG) Was Deutschland bewegt

Beuteland. Der Beitrag zeigt, dass

arabische Clans nicht nur national,

sondern durchaus auch international

vernetzt sind. Sie funktionieren wie

Wirtschaftsunternehmen.

21.00 (für HG) Hart aber fair

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Die Story im Ersten: Verliebt,

verlobt, verprügelt

Gewalt gegen Frauen

23.30 (für HG) Der Schah und der Ayatollah

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.15 Explosiv –Weekend 6.00 Guten Morgen

Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte

Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap

9.30 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 10.00

Der Blaulicht Report. Reality-Soap 11.00 Der

Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 15.00 Schätze aus Schrott 16.00

Mensch Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz

über Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell

19.03 RTL Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau

Auch bei den letzten Bauern enden heute

die Hofwochen. Bei Thomas, Burkhard,

Rudi, Kai, Michael und Henry schlägt die

Stunde der Wahrheit.Wer hat vielleicht

schon Schmetterlinge im Bauch?

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 Spiegel TV

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 Die Alltagskämpfer –

Überleben in Deutschland

1.15 Ohne Filter

MDR

13.58 (für HG) MDR aktuell 14.00 (für HG) MDR

um 2 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für

HG) MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell

19.50 (für HG) Thomas Junker unterwegs –Hoch

im Norden 20.15 (für HG) Polizeiruf 110: Bis

dass der Tod euch scheidet. Krimireihe, D2006

21.40 (für HG) MDR aktuell 22.05 (für HG) Fakt

ist! 23.03 MDR aktuell 23.05 (für HG)

Saboteure im Eis 0.35 (für HG) Salto Postale

Bayern

14.15 (für HG) Hofgeschichten 14.45 (für HG)

Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00 (für

HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir in Bayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

Querbeet 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Landfrauenküche im Advent 21.00 (für HG) Jahre

des Untergangs 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien 22.45 (für

HG) Der Kaiser von Schexing 23.30 Kabarett aus

Franken 0.15 Rundschau Nacht

Vox

5.15 CSI: NY 6.55 CSI: Den Tätern auf der Spur

8.50 Verklag mich doch! 10.50 Vox Nachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 12.00 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 Goodbye Deutschland!Viva

Mallorca! 23.15 (für HG) Survivor 0.40 Vox

Nachrichten 1.00 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

8.55 Paw Patrol 9.25 Thomas &seine Freunde

9.35 WeihnachtsmannJunior 10.10 Sammy

10.40 Grizzy &die Lemminge 11.10 Alvinnn!!!

11.40 Go Wild! 12.10 Friends 12.30 Trolls

12.50 Polly Pocket 13.15 Tom und Jerry 13.45

Weihnachtsmann &Co. KG 14.15 Angelo! 14.45

Dragons 15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10

Sally Bollywood 16.40 Barbie 17.10 Grizzy &die

Lemminge 17.40 Angelo! 18.10 Weihnachtsmann

&Co. KG 18.40 Woozle Goozle und die

Weltentdecker 19.10 Alvinnn!!! 19.40 Tom und

Jerry 20.15 On the Case 0.25 Infomercials

Sport1

6.30 Teleshopping 15.30 Cajun Pawn Stars –

Pfandhaus Louisiana 16.30 Storage Wars –Die

Geschäftemacher. Doku-Soap 17.30 Storage

Wars –Geschäfte in New York 18.00 Darts.

Auslosung WM 2020, live 18.30 Sport1 News

18.55 Goooal! 19.25 VIKTORIA –Matchbälle

19.55 Fußball 20.15 Fußball.SSV Ulm 1846 –

Kickers Offenbach, 18. Spieltag, live 22.10

Wetten? Was! Fußball &mehr! 22.20 Sport1

News 22.30 Sport1 Reportage. Servus Uli 23.30

3. Liga Pur 0.15 Sport Clips

ZDF

5.00 ZDF.reportage 5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin

9.00 (für HG) heute Xpress 9.05 (für

HG) Volle Kanne –Service täglich 10.30 (für HG)

Notruf Hafenkante 11.15 (für HG) Soko Wismar

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG)

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops.Die Reisen des

Herrn Stuckenthaler 17.00 (für HG) heute 17.10

(für HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute

heute 18.00 (für HG) Soko Potsdam. Krimiserie.

Verlorene Söhne 19.00 (für HG) heute 19.20 (für

HG) Wetter 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Solo für Weiss:

Für immer schweigen

Krimireihe,D2019. Nora Weiss hat den

Sexualstraftäter Karl Strasser verhaftet.

Doch er wird einen Tag später aufgrund

eines Formfehlers entlassen.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) West of Liberty (2/2)

Thriller, D/S/M 2019. Mit Wotan Wilke

Möhring, Michelle Meadows

23.50 heute+

0.05 (für HG) Tiere

Dokumentarfilm, D2019

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf Streife

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring. Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer. Ein Zwölfjähriger hat seit

zwei Wochenunkontrollierte Wutanfälle.Beim

Kinderarzt keimt der Verdacht auf, dass der

schmächtige Junge offenbar heimlich etwas

einnimmt, das dieses Verhalten auslöst. 17.30

Klinik am Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine

18.00 Die Ruhrpottwache 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Das Nebelhaus

Thriller, D2017. Mit Felicitas Woll. Die

Mutter ihrer Schulkameradin Leonie Korn

wendet sich an Journalistin Doro Kagel.

Leonie liegt im Koma und soll vor zwei

Jahren ihre Freunde erschossen haben.

22.20 akte.

23.20 Zugriff! Einsatz für die Bundespolizei

–Die Sat.1 Reportage

0.15 Promis Privat

1.15 Promis Privat

2.00 Promis Privat

2.45 Promis Privat

WDR

14.25 (für HG) Tierärztin Dr. Mertens 16.00 (für

HG) Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

Aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Land und lecker im Advent 21.00 (für

HG) Der Vorkoster 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Unterwegs im Westen 22.40 (für HG)

Böttinger trifft 23.10 (für HG) Stadtleben 23.55

(für HG) Holocaust –Die Geschichte der Familie

Weiss (3/4): 1942 –1944. Drama, CS/USA

1978 1.25 (für HG) Jüdisches Leben

NDR

14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) NDR Info 16.20

(für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für HG)

Leopard, Seebär &Co. 18.00 Regionales 18.15

(für HG) Die Nordreportage 18.45 (für HG) DAS!

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Mehr

wissen –besser leben 21.45 (für HG) NDR Info

22.00 (für HG) 45 Min 22.45 (für HG)

Kulturjournal 23.15 (für HG) Kommissar Beck –

Die neuen Fälle: Das Monster. Krimireihe, D/S

1997 0.40 (für HG) Mehr wissen –besser leben

Kabel eins

5.50 Blue Bloods –Crime Scene New York 9.25

(für HG) Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.10

Without aTrace –Spurlos verschwunden 12.05

Numb3rs –Die Logik des Verbrechens 13.00 (für

HG) Castle 13.55 (für HG) The Mentalist 14.50

(für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins news

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns

drum 20.15 (für HG) Mission: Impossible 3.

Actionfilm, USA/D 2006 22.50 The Patriot.

Actionfilm, USA 1998 0.30 kabel eins late news

RTLZWEI

6.00 Die Straßencops Süd –Jugend im Visier

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend im Visier

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Daniela Katzenberger –Mit

Lucas im Babyglück 15.00 Die Wache Hamburg

16.00 Die Wache Hamburg 17.00 News 17.04

Wetter 17.05 Krass Schule –Die jungen Lehrer

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Die Geissens –Eine schrecklich

glamouröse Familie! 21.15 Die Reimanns 22.15

Hartes Deutschland –Leben im Brennpunkt 0.15

Exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

8.30 Mein Olympischer Moment 9.00 Mein

Olympischer Moment 9.30 Watts Sportzapping

9.45 Schwimmen 10.20 Schwimmen 11.25

Rennrodeln 12.20 Rennrodeln 13.20

Rennrodeln 14.10 Curling 16.00 Curling 17.25

Ski Alpin 17.55 Ski Alpin 18.25 Ski Alpin 18.55

Ski Alpin 19.30 Pferdesport 20.00 Nachrichten

20.05 Skispringen 20.55 Nachrichten 21.00

Schach 22.00 Nachrichten 22.35 Curling 23.25

Nachrichten 23.35 Rennrodeln 0.00 Rennrodeln

0.30 Dreiband-Billard

TV-Tipps

ZDF, 20.15 UHR KRIMIREIHE

Solo für Weiss: Für immer schweigen

InLübeck wird ein angesehener syrischer Arzt bei einem Bombenanschlag

getötet. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Simon Brandt (Jan Krauter) von

der Kripo Lübeck geht Nora Weiss (Anna MariaMühe) unter extremem

Zeitdruck der Frage nach, ob es sich bei dem Mord um einen Terroranschlag

handelt. Eine erste Spur aber führtsie zu der WitweKarin Brendner.Deren

elfjähriger Sohn Paul wurde wenige Monate zuvor von dem kürzlich ermordeten

Arzt operiertund starb nach frühzeitiger Entlassung aus dem Krankenhaus

an den Folgen der OP.Karin Brendner gibt dem Arzt die Schuld am

Todihres Sohnes,und dessen älterer Bruder stellt sich als Sprengstoff-Experte

heraus.Als Nora und Simon ihn befragen wollen, taucht er unter.Jetzt ist

die Zielfahnderin gefragt, um den Flüchtigen aufzuspüren.

(D/2019)

Foto: ZDF

SAT.1, 20.15 UHR THRILLER

Das Nebelhaus

Leonie soll vor zwei Jahren bei einem

Treffen auf einer einsamen Ostseeinsel

ihreFreunde getötet haben.

Heute liegt sie selbst im Koma. Ihre

Mutter glaubt an die Unschuld ihrer

Tochter und möchte,dass die Journalistin

Doro Kagel (Felicitas Woll)

der Sache nachgeht. Doro sträubt sich

zuerst, doch dann stößt sie auf einige

Ungereimtheiten –und gerät in immer

größereGefahr ... Basierend auf Eric

Bergs gleichnamigem Roman, entwickelten

Sven Poser und Britta Stöckle

das Drehbuch zu „Das Nebelhaus“.

Gedreht wurde in Berlin, Brandenburg

und Mecklenburg-Vorpommern.

(D/2017)

Foto: Sat.1

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL mittel

8 2 3

7 1

2 7

8 7 6

3 9 4

1

5 4

9 6 1

4 8 2

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

1 7

3 2

6 3 9

5

4

7

5 9

3 6

8 2

AUFLÖSUNG Auflösung

VOM vom23./24. 23.11.2019

2019

MITTEL mittel

3 7 9 6 2 4 8 1 5

4 6 1 8 5 3 2 7 9

5 2 8 7 9 1 6 3 4

6 8 2 1 3 5 9 4 7

7 9 5 4 8 6 3 2 1

1 4 3 9 7 2 5 8 6

9 1 7 3 6 8 4 5 2

2 3 6 5 4 7 1 9 8

8 5 4 2 1 9 7 6 3

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM

vom

23./24.

23.11.2019

11. 2019

SCHWER schwer

2 5 9 8 6 4 1 3 7

6 3 4 7 1 5 2 9 8

7 1 8 3 9 2 5 4 6

1 2 3 6 5 8 4 7 9

9 7 5 1 4 3 6 8 2

4 8 6 2 7 9 3 5 1

8 9 1 5 3 6 7 2 4

5 6 2 4 8 7 9 1 3

3 4 7 9 2 1 8 6 5

RBB

7.00 rbb Gartenzeit 7.30 Streetphilosophy 8.00

(für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

9.45 (für HG) In aller Freundschaft –die jungen

Ärzte 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG)

Sturm der Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine

ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Fluss 14.00 (für HG) Schicksalstage

in Bangkok. Melodram, D2009 15.30 (für

HG) Tiere bis unters Dach 16.00 (für HG) rbb24

16.15 (für HG) Gefragt–Gejagt 17.00 (für HG)

rbb24 17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.02 rbb

UM6 18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Super.Markt.

Neues für Verbraucher: Black Box

Daunenjacke /Kaffeeautomaten im Test

/Dominosteine vom Discounter /

Vorsorgevollmacht /Wintercheck für’s

Auto /gefährliche Antibiotika

21.00 (für HG) Die Charité

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Tatort: Schleichendes Gift

Krimireihe, D2007. Mit Dominic Raacke

23.30 (für HG) Polizeiruf 110: Der Kreuzworträtselfall

Krimireihe, DDR 1988

0.55 (für HG) Heiter bis tödlich: Akte Ex

ProSieben

7.15 (für HG) The Big Bang Theory. Sitcom.

Sheldon 2.0 /Die Erdnuss-Reaktion /Stein,

Schere, Spock /Das Placebo-Bier /Freiflug nach

Genf /Nie mehr dumme Typen /Die animalische

Amy /Herz zwei /Such Dir eine Inderin! /

Fruchtzwerg fliegt ins All /Spoileralarm!/

Prinzessinnender Wissenschaft /Wenn Männer

Händchen halten ... /Reife Leistung,Playboy! /

Sheldon und der Troll /Die Intimitäts-Beschleunigung

/Die Helium-Krise /Spionewie wir /Die

Beschimpfungs-Theorie /Der Stelzen-Traum /

Das Machtwechsel-Modell /Die Reifendoktor-

Reise 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für

HG) The Big Bang Theory. Der Fortpflanzungs-

Vorschlag /Das Roller-Revival 19.05 Galileo

20.15 (für HG) The Big Bang Theory

Die Keine-Konstante-Katastrophe. Ein

Traum geht für Sheldon in Erfüllung: Amy

und er bekommen den Nobelpreis für

Physik. Doch damit, dass sich sein Leben

plötzlich ändert, hat er nicht gerechnet.

20.45 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Das Stockholm-Syndrom

21.15 (für HG) Die Simpsons

22.15 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Das Warteschlangen-Problem

23.10 Late Night Berlin

0.20 (für HG) The Big Bang Theory

Arte

8.45 Stadt Land Kunst 9.40 360° 11.30 (für

HG) Stadt, Land, Fuchs! 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.55 (für HG)

Der zerrissene Vorhang. Thriller, USA 1966 16.00

(für HG) Die Inseln der Queen 16.50 Xenius

17.20 Amerika mit David Yetman 17.45

Albaniens letzte Züge 18.30 Auf Du und Du mit

Pottwalen 19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15

Zwölf Uhr mittags. Western, USA 1952 21.35 (für

HG) Mission. Abenteuerfilm, GB/F 1986 23.40

Der nackte König. Dokumentarfilm, D/PL/CH

2019 1.30 Arte Journal

3Sat

12.15 (für HG) sonntags 12.45 Schätze der Welt

–Erbe der Menschheit 13.00 (für HG) ZIB 13.20

Wilde Überlebenskünstler 14.05 Die Gesichter

der Savanne 16.15 Die Königinnen der Savanne

17.45 Baumeister der Wildnis 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort: Für immer

und dich. Krimireihe,D2019 21.45 (für HG)

Lotte am Bauhaus. Drama,D2019 23.30 (für

HG) Inspektor Jury –Der Tote im Pub. Krimireihe,

D/A 2013 1.00 (für HG) 37°: In den Fängen von

Scharlatanen

Phoenix

10.00 Anne Will 11.00 Typisch Merkel –Eine

Bilanz 12.00 phoenix vor ort 12.45 Risiko

Antibiotika? 14.00 phoenix vor ort 14.45

Naturkatastrophen 15.30 Die Rückkehr des

Wolfes 16.00 D-Mark, Einheit, Vaterland 16.45

Kunden in der Warteschleife 17.30 phoenix der

tag 18.00 Süßes ohne Sünde 18.30 Rotes Gold

19.00 Kunstfleisch 19.30 Die Rohstoff-Pioniere

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 China –Geschichte

einer Großmacht 21.00 China 21.45

(für HG) heute journal 22.15 unter den linden

23.00 phoenix der tag 0.00 unter den linden

Kika

13.20 Piets irre Pleiten 13.45 (für HG) Die

Zeitfälscherin 14.10 Schloss Einstein –Erfurt

115.00 (für HG) Tinkas Weihnachtsabenteuer

15.25 (für HG) Schneewelt 15.50 (für HG)

Mascha und der Bär 16.05 (für HG) Chi Rho

16.50 Peter Pan 17.35 (für HG) Der kleine Prinz

18.00 Ein Fall für die Erdmännchen 18.15 Esme

&Roy 18.35 (für HG) Weißt du eigentlich, wie

lieb ich dich hab? 18.47 Baumhaus 18.50

Unser Sandmännchen 19.00 Sherazade 19.25

(für HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) Kika Live 20.10 Find me in Paris

Dmax

5.35 Outback Inferno 6.00 Die Aquarium-Profis:

Reise nach Dubai 6.50 Infomercial 8.50

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.50

Infomercial 10.15 BaggageBattles 11.15 Die

Zwangsvollstrecker 12.15 Steel Buddies 13.15

Airplane Repo 14.15 Australian Gold –Schatzsuche

Down Under 16.15 Outback Opal Hunters

17.15 SteelBuddies 18.15 A8 –Abenteuer

Autobahn 19.15 Deutschland 24/7 20.15 Der

Geiger 21.15 Fast N’ Loud 23.10 DMAX News

23.15 Chris &Mäx 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Vergesslich oder schon dement? 10.00

Tagesschau-Nachrichten 10.15 Alles Wissen

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.20 Weltspiegel 20.00 Tagesschau

20.15 Anne Will 21.15 Tagesschau 21.17 Extra

21.30 Westpol–Politik in Nordrhein-Westfalen

22.00 Markt 22.45 Tagesschau vor 20 Jahren

23.00 Tagesthemen 23.30 Junior-Akademie –

Lernenmit Lust 0.00 Sport inside 0.30

Europamagazin 1.00 Nachtmagazin 1.20

Westpol –Politik in Nordrhein-Westfalen

ONE

8.25 Party of Five 9.10 kinokino 9.25

Lindenstraße 9.55 Hot in Cleveland 10.15 Hot i

Cleveland 10.35 Lindenstraße 11.05 Hubert un

Staller 11.55 Sturm der Liebe 12.40 Sturm der

Liebe 13.30 Um Himmels Willen 14.20 Die

Landärztin:UmLeben und Tod. Arztreihe, D/A

2010 15.50 Hubert und Staller 16.40 Hot in

Cleveland 17.00 Hot in Cleveland 17.20

Lindenstraße 17.50 Hart aber herzlich 18.40

Sturm der Liebe 19.25 Sturm der Liebe 20.15

Grand Hotel 21.00 Grand Hotel 21.45 Nuhr im

Ersten 22.30 Private Eyes 23.10 Hot in

Cleveland 23.30 Hot in Cleveland 23.55

Bauerfeind–Die Show zur Frau

ZDF NEO

7.20 (für HG) Kerners Köche 8.05 Topfgeldjäger

9.00 Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares

für Rares 10.35 (für HG) Bares für Rares 11.30

Bares für Rares 12.15 (für HG) Monk 12.55 (für

HG) Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 15.00 (für

HG) Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych

17.00 Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares

18.35 Du &Ich –Unverbesserlich!? 19.20 (für

HG) Bares für Rares 20.15 (für HG) Inspector

Barnaby: Gesegnet sei die Braut. Krimireihe,GB

2011 21.45 (für HG) Inspector Barnaby: Mr.

Bingham ist nicht zu sprechen. Krimireihe,GB

2011 23.15 (für HG) Broadchurch III 0.45

Spooks –ImVisier des MI5

ZDF INFO

5.15 Treffpunkt Kiosk 7.55 Russlanddeutsche

8.53 heute Xpress 8.55 (für HG) Kein Geld für’n

Supermarkt 9.30 Täterjagd 10.15 Täterjagd

11.00 Täterjagd 11.45 Der Fall Gemma

McCluskie 12.30 Ermittler! 12.55 Ermittler!

13.30 ZDF-History 14.15 ZDF-History 15.00

ZDF-History 15.45 ZDF-History 16.30 ZDF-Histor

17.15 ZDF-History 18.00 ZDF-History 18.45

Sternstunden der Evolution 19.30 Sternstunden

der Evolution 20.15 Das Neandertaler-Rätsel.

Dokumentation 21.00 Der Neandertaler-Code

21.45 Sex in der Steinzeit 22.25 Wunderwerk

Penis 23.10 Leschs Kosmos 23.40 Mysterien

des Weltalls 0.20 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik MusikalischeGartenkunst –Il

Giardino Armonico, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

In Concert Jazzfest Berlin –A-Trane: Melissa

Aldana Quartet, ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Schön

Stimmen Der Bariton Tom Krause. Mit Rainer

Damm, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama Neue Produktionen aus dem

Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Nesthäkchen

–auf dem Pulverfass: Operetten-Einakter

von Jacques Offenbach, Pomme d’api. Trafalgar

sur un volcan, ca. 105 Min.

HÖRSPIEL

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Kontrovers Politisches Streitgespräch mit

Studiogästenund Hörern, ca. 80 Min.

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Lesung

Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles –eine Ehe i

Briefen (6/20). Von Theodor Fontane /Gelesen v

JenniferAntoni, Max von Pufendorf, ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Kriminalhörspiel Der Amokläufer. Nach Stefan

Zweig /Bearbeitung: Christoph Prochnow/

Regie: Ulrike Brinkmann, ca. 57 Min.

MAGAZIN

15.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Tonart Musiktipps /Live Session, ca. 115Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Pflanzen mit Migrationshintergrund

Wie Erbsen und Kirschen zu uns kamen. Von

Claudia Heissenberg, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Politik und Soziales Offene

Jugendarbeit –ein Auslaufmodell? Von Ulrike

Köppchen, ca. 55 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Einstand Junge iranische Klassik: Der Tarspieler

Ali Ghamsari. Von Babette Michels, ca. 30 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die Jazzsängerin Ruth Cameron. Mit

Lothar Jänichen, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Neue Musik Die Donaueschinger Musiktage

2019. Mit Andreas Göbel, ca. 56 Min.

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik Unterwegs in zwei Kulturen –Iranische

Komponistinnen und Komponisten in

Deutschland. Von Egbert Hiller, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 274 · M ontag, 25. November 2019 – S eite 28 **

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Greta Thunberg (16) tritt in die Fußstapfen

vonPrinz Harry, Angelina Jolie

und Stephen Hawking. DieKlima-

Aktivistin wirdzwischen Weihnachten

und Neujahr für einen TagChefredakteurin

einer in Großbritannien

sehr beliebten Radiosendung –der

Morgensendung vonRadio 4. Die16-

Jährige hat auch schon konkrete

Pläne: Siewill mit mehreren Klimaschützernund

Kämpfernfür die

Rechte indigener Völker sprechen.

Außerdem hat sie Reportagen aus

der Antarktis und Sambia vorgeschlagen,

so die BBC. Stay tuned.

Anna Netrebko (48) gibt sich ganz bodenständig.

In der Bild am Sonntag

beteuerte die Opernsängerin, sie

könne problemlos auf ihren Jobverzichten.

„Ich könnte ganz leicht

Hausfrau sein! Ehrlich“ ,sagte sie im

Interview.„Jedes Mal, wenn ich auch

nur ein paar Tage Urlaub habe,habe

ich überhaupt keine Lust, wieder zur

Arbeit zu gehen.“ Siehabe zwar eine

Haushaltshilfe,„aber ich koche

selbst. Undich kann auch Wäsche

waschen und putzen, wenn ich

muss.“ Tja, vonder Arie zu Ariel ist es

manchmal nur ein kleiner Schritt.

Jeanette Biedermann (39) hat nach

der Auflösung ihrer Band

„Ewig“ in diesem Jahr

mal wieder ein Soloalbum

aufgenommen

und gerade erst im Prominenten-Special

von

„Wer wirdMillionär“

gezeigt, dass sie noch

immer so redet, wie ihr

der Schnabel gewachsen

ist. Demprivaten

Rundfunksender Hit

Radio FFH verriet die

Sängerin jetzt zudem,

dass sie sich nicht

mehr viele Gedanken

über ihr Aussehen

macht: „Der ganzePlastik-Quatsch

und Glitzer

und im Schlüpfer auftreten

–das ist nichts für

mich.“ Hey, nichts gegen

Glitzer,bitteschön! (avo.)

Dieses funkelnde Outfit haben

wir natürlich mit Absicht

rausgesucht. IMAGO IMAGES

TIERE

Hier wache ich: Schäferhund Hunter

passt auf Giraffe Jazz auf. AP

Neues aus der Reihe„Ungewöhnliche

Tierfreundschaften:Wirkennen Geschichten

vonAffen, die junge Katzen

bemuttern, vonNilpferden, die mit

Schildkröten schmusen oder vonTigern,

die einen als Futter vorgesehenen

Ziegenbock verschonen und lieber

mit ihm spielen. ZarteBande,die

auch die kleine Tierkastenredaktion

nicht kalt lassen. Umso mehr freuen

wir uns über diese Geschichte: Babygiraffe

Jazz wurde entkräftet und verlassen

im Busch gefunden und in ein

Tierheim in der südafrikanischen

Provinz Limpopo gebracht. Dortfand

sich sogleich ein williger Beschützer:

Hunter,derWachhund des Heims,

widmet sich hingebungsvoll der kleinen

Langhälsin. Geht es ihr schlecht,

verweigertersein Fressen, streng

wacht Hunter darüber,wer Jazz besuchen

darf. Eintolles Paar! (avo.)

Beschaulich: Blick von der Boselspitze ins Elbtal mit den DörfernSörnewitz, Brockwitz und der Kreisstadt Coswig.

Hoch hinaus

Ein DorfinSachsensollzum Schutz vorElbeflutenangehobenwerden. Jetzt entscheidet sich die Finanzierung

VonAndreas Förster

Das mehr als 1000 Jahre

alte Dorf Brockwitz

zwischen Coswig und

Meißen hat schon viel

erlebt. In den letzten beiden Jahrzehnten

aber waren es vor allem

die Hochwasser der ein paar

Hundert Meter weiter südlich

vorbeifließenden Elbe, die dem

Dorfzusetzten. Es traf vorallem die

elbwärts gelegene sogenannte Niederseite

des Ortes,die gut zwei Meter

tiefer liegt als der nördliche Teil der

Gemeinde. Sowohl 2002 als auch

2013 waren dort Grundstücke überschwemmt

worden, in den Häusern

hatte die braune Brühe Keller und

Erdgeschoss geflutet. Doch wenn alles

gut geht, könnten in den nächsten

Jahrhunderten alle Brockwitzer

Bürger trockene Füße behalten,

wenn die Elbe mal wieder über die

Ufer tritt –weil die Niederseite einfach

angehoben werden soll.

Häuser auf Pfählen

Vor einigen Tagen hatte der Haushaltsausschuss

des Bundestages beschlossen,

in den kommenden Jahren

insgesamt zehn Millionen Euro

in ein Vorhaben namens HUeBro zu

stecken. Hinter der Abkürzung verbirgt

sich das Modellprojekt „Haushebung

in Ueberschwemmungsgebieten

am Beispiel des Elbe-Dorfes

Brockwitz“. Wenn der Bundestag an

diesem Donnerstag den Empfehlungen

des Ausschusses folgen und den

Bundeshaushalt beschließen wird,

soll das Geld ab 2020 verteilt über

sechs Jahre in das Projekt fließen.

Und damit den Traum von Olaf Lier

und seinem Sohn Martin wahr werden

lassen.

Olaf Lier ist der Ordnungsamtsleiter

der Stadt Coswig,zuder Brockwitz

seit den 1950er-Jahren gehört.

Gern erzählt er, wie er während des

letzten Elbehochwassers 2013 mit

seinem Sohn Martin auf der heimischen

Terrasse saß und über die verschiedenen

Möglichkeiten debattierten,

Siedlungen wie Brockwitz

vor Hochwasserfluten zu schützen.

Da habe er plötzlich einen Geistesblitz

gehabt, sagt Olaf Lier:Wenn die

„Niederseite“ von Brockwitz zu tief

liegt – warum hebt man sie dann

nicht einfach an? „Mein Sohn hatte

damals gerade sein Stadtplanungsstudium

in Nordrhein-Westfalen begonnen“,

erzählt Lier. „Er fand die

Idee genial, und gemeinsam machten

wir uns daran, ein Modell zu basteln,

an dem sich die Anhebung der

südlichen Dorfseite einleuchtend

darstellen lässt.“

Die Idee von Vater und Sohn

klingt ebenso einfach wie kühn, und

sie fand sehr schnell viele Anhänger.

Wissenschaftler und Behörden aus

ganz Deutschland befassten sich mit

dem Projekt, die Bundesregierung

schoss Forschungsgelder zu, sogar

die EU ließ sich unterrichten. Allen

war klar,dass die –wie Lier sie nennt

–„verrückte Idee“, ein Dorf anzuhe-

Bedrohlich: Im Jahr 2013 stand Brockwitz unter Wasser.

Meißen

Brockwitz

Elbe

Coswig

SACHSEN

ben, den Hochwasserschutz in

Deutschland revolutionieren

könnte. „Inzwischen haben wir alle

auf unserer Seite –Wissenschaftler,

Denkmalschützer, Naturschützer“,

sagt Lier.„Undnun auchdie Politik.“

Wenn dasProjekt umgesetzt wird,

müssen in den kommenden Jahren

zwischen 50 und 60 Gebäude in

Brockwitz–Wohnhäuser,Scheunen,

denkmalgeschützte Fachwerkbauten

–rund zwei Meter angehoben

werden.

Rein bautechnisch betrachtet ist

das eher simpel. DieBewohner können

währenddessen sogar im Gebäude

wohnen bleiben. Nurder Keller

muss beräumt werden, weil darin

die Zylinder und Zugstangen durch

Bohrungen in den Boden eingebracht

werden, über die die Bodenplatte

mitsamt dem darauf stehenden

Haus hydraulisch hochgefahren

wird. Das Haus ruht dann plötzlich

auf 20 Pfählen und schwebt millimeterweise

nach oben. Der entstehende

Freiraum darunter wirdsofort

mit Beton verfüllt, so dass man am

Radebeul

Dresden

2km

BLZ/HECHER

DPA

Ende praktisch eine mehr als zwei

Meterdicke Bodenplatte hat.

Nur drei bis vier Tage dauert es,

dann steht das Haus zwei Meter höher.

So etwas lässt sich sogar mit den

Fachwerkhäusern inBrockwitz machen,

diekeine Bodenplatte haben –

sie werden entweder über die Außenwände

hochgehoben, oder man

gießt eine neue tragfähige Bodenplatte

darunter. Ist die fertig, wird

das Gebäude über die neue Platte

nach oben gezogen.

Aber mit dem Anheben der einzelnen

Gebäude allein ist es nicht getan,

weil diese dann wie Inseln aus

der Niederseite herausragen würden.

Für die Denkmalschutzbehörde

wäre das eine inakzeptable Vorstellung,

wie Nils M. Schinker sagt. Der

Architekt arbeitet am Institut für

Baugeschichte, Architekturtheorie

und Denkmalpflege der TU Dresden.

„Brockwitz ist ein über Jahrhunderte

organisch gewachsener Ort, solche

,Hausinseln‘ würden das gesamte

Dorfbild völlig verändern“, sagt er.

Deshalb sei es unumgänglich, nicht

nur einzelne Häuser, sondern auch

das gesamte sie umgebende Gelände

anzuheben –also Grundstücke,

Mauern, Gehwege und Straßen

samt allen darin befindlichen RohrundKabelleitungen.

EinDeich istkeine Lösung

IMAGO IMAGES

Das klingt zunächst alles viel teurer

und aufwendiger als ein Deichbau,

ist es aber nicht. „Der Baueines Deiches

ist sehr zeit- und kostenaufwendig

und löst längst nicht alle Probleme“,

sagt Robert Schwarze vom

Institut für Hydrologie und Meteorologie

der TU Dresden. „In Brockwitz

würde, selbst wenn der Deich den

Fluten standhält, das Grundwasser

trotzdem die Gärten und Hauskeller

überschwemmen.“ Hinzu kommt,

dass das kleine Dorfbei Meißenvermutlich

noch Jahrzehnte auf einen

Deichwartenmüsste.

Die Bewohner der Brockwitzer

Niederseite sind von der Idee sehr

angetan, auch wenn nochnicht feststeht,

wie viel sie aus eigener Tasche

beitragen müssen. Das wird Gegenstand

künftiger Verhandlungen sein,

sagt Olaf Lier. „Viel kann sicher

durch Eigenleistungen abgefangen

werden, etwa eine neue Pflasterung

für den Hofoderdie Bepflanzung der

neuen Gärten.“ Einig seien sich jedenfalls

alle darin, dass das alte

Brockwitz inseinem Kerncharakter

erhalten bleiben muss undeine auch

schon ins Gespräch gebrachte Umsiedlung

der Niederseite nicht infrage

kommt. „Denn wenn wir die

Kulturlandschaft Elbe erhalten wollen,

brauchen wir auch die Dörfer

dazu“, sagt Lier.

Andreas Förster istgespannt,

wann die Arbeiten

in Brockwitz beginnen.

Wetterchaos in

Südfrankreich und Italien

Heftige Unwetter haben in Südfrankreich

vier Menschen das Leben

gekostet und Hunderte in Italien von

der Außenwelt abgeschnitten. Bei

Savona in Ligurien stürzte ein Autobahnviadukt

auf einer Länge von

etwa 30 Meternein. Ursache könnte

ein Erdrutsch sein, schrieb die Region

Ligurien auf Twitter.Tote oder

Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

EinVideo zeigte Fahrzeuge,

die anscheinend dicht vorder

Bruchstelle zum Stehen gekommen

waren. Innenminister Christophe

Castaner bestätigte,dass zwei Menschen

starben und dass nach vier

Menschen gesucht werde. Später berichteten

Medien ,inTanneron im

Hinterland vonCannes sei ein Ehepaar

tot in einem Auto gefunden

worden. (dpa)

Mannheim: Großeinsatz bei

Hochhausbrand

Wegen eines Feuers in einem Mannheimer

Hochhaus mussten am

Sonntagmorgen mehr als 110 Menschen

ihreWohnungen verlassen.

Ausnoch ungeklärter Ursache habe

es im Müllabwurfschacht eine Verpuffung

gegeben und ein Feuer sei

ausgebrochen, teilte die Stadt Mannheim

mit. Dabei habe sich starker

Rauch gebildet, der sich in Teilen des

Gebäudes verteilte.Die betroffenen

Wohnungen wurden daraufhin geräumt.

Rund 170 Rettungskräfte warenimEinsatz.

Drei Menschen erlitten

den Angaben zufolge leichte

Rauchvergiftungen, einer vonihnen

kam ins Krankenhaus. (dpa)

Totenstadt mit Statuen und

mumifizierten Löwenbabys

Die Funde sollen aus dem 7. Jahrhundert

vor Christus stammen. DPA/SAMER ABDALLAH

Archäologen haben in der altägyptischen

Totenstadt Sakkarasüdlich

vonKairoeine Kammer mit wertvollen

Statuen und mumifizierten Tierenentdeckt.

Erste Untersuchungen

deuteten darauf hin, dass unter den

mumifizierten Tieren auch fünf Löwenbabys

seien, so Ägyptens Minister

für Altertümer,Chaled El-Enani.

Entdeckt wurden auch mumifizierte

Katzen, Kobras,Krokodile und Skarabäus-Käfer.Überdies

seien Dutzende

hölzerne und bronzene Statuen

geborgen worden, die altägyptische

Gottheiten wie etwa Osiris und

Anubis darstellten. (AFP)

Tote Schweinswale nach

Sprengung in der Ostsee

DieMarine hat mit der Sprengung

von39alten Seekriegsminen im Ostsee-Naturschutzgebiet

Fehmarnbelt

Kritik auf sich gezogen. „Die Sprengungen

der Marine gefährden den

Bestand der streng geschützten

Schweinswale in der Ostsee“, sagte

Schleswig-Holsteins Umweltminister

JanPhilipp Albrecht (Grüne) am

Sonntag. DerNaturschutzbund

Deutschland hatte erklärt, im Zeitraum

nach den Sprengungen im Rahmen

eines Nato-Manövers im August

seien insgesamt 18 tote Schweinswale

gefunden worden. (dpa)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine