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Leseprobe »Ardèche und Cevennen mit Kindern«

Leseprobe zum Familienwanderführer »Ardèche und Cevennen mit Kindern« aus dem Naturzeit Reiseverlag. Erhältlich im Buchhandel oder unter www.naturzeit-verlag.de. ISBN 9783944378190, €17,90

Leseprobe zum Familienwanderführer »Ardèche und Cevennen mit Kindern« aus dem Naturzeit Reiseverlag. Erhältlich im Buchhandel oder unter www.naturzeit-verlag.de.
ISBN 9783944378190, €17,90

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ABENTEUER UND ERHOLUNG FÜR FAMILIEN

Regina Stockmann ⁄ Stefanie Holtkamp

ARDÈCHE UND

CEVENNEN MIT KINDERN

50 Wander- und Entdeckertouren zwischen

Ardèche, Chassezac, Tarn und Gardon

NATURZEIT Reiseverlag


2 Inhalt

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Ardèche und Cevennenmit Kindern

Klima und Reisezeit ..................... 8

Cenennen aktiv ......................... 11

Wandern in den Cevennen .......... 15

Wandern mit Kindern ................. 15

50 Wander- und Entdeckertouren

An Ardèche und Chassezac ........ 22

❱ Tour 1: ................................ 28

700 Stufen in die Unterwelt

Ein Besuch in der Tropfsteinhöhle

Aven d‘Orgnac

(ab 6 Jahre, 1 h)

Von Stalaktiten und Stalagmiten .... 31

oder wie ein Tropfstein entsteht

❱ Tour 2: ................................ 32

Der Uferweg von Sauze

Ein Blick in die Schlucht der Ardèche

(ab 6 Jahre, 2 h 15, 88 m)

❱ Tour 3: ................................ 36

Sentier de la Grosse Pierre

Botanischer und historischer Lehrpfad

an der Grotte Saint-Marcel

(ab 4 Jahre, 1 h 15, 65 m)

Pflanzen im mediterranen Wald... 39

❱ Tour 4: ................................ 40

Badestrand und Wasserfall

Die Wanderrunde auf dem Sentier

Saut du Loup

(ab 6 Jahre, 2 h 45, 300 m)

❱ Tour 5: ................................ 44

Cirque de Gaud

Abstieg ins Herz der Ardècheschlucht

(ab 10 Jahre, 3 h 15, 350 m)


ARDÈCHE UND CEVENNEN

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❱ Tour 11: .............................. 70

Zum Dolmen von Saint-Alban

Kleine Wanderrunde auf dem Plateau

de Gras

(ab 4 Jahre, 1 h 30, 85 m)

❱ Tour 12: .............................. 74

Die Ruinen von Chastelas

Rundweg durch ein verlassenes Dorf

(ab 4 Jahre, 1 h 15, 120 m)

❱ Tour 6: ................................ 49

Caverne du Pont d‘Arc

Die Bilderwelt der Steinzeit

(ab 6 Jahre, 2 – 3 h)

Kunst in der Steinzeit ............... 51

Die Techniken der Höhlenmalerei

❱ Tour 7: ................................ 52

Die Ardèche mit dem Kanu

Auf dem Wasser zwischen Pont d‘Arc

und Dent Noir

(ab 8 Jahre, 5 – 7 h)

❱ Tour 8: ................................ 58

Dorfidylle am Fluss

Die Ardèche bei Balazuc

(ab 6 Jahre, 2 h 45, 150 m)

❱ Tour 9: ................................ 62

Felsenweg hoch über der Beaume

Labeaume und die Gorges de la

Beaume

(ab 6 Jahre, 1 h 30, 71 m)

❱ Tour 10: .............................. 66

Cascade de Beaumicou

Eine Wanderrunde rund um Vernon

(ab 4 Jahre, 1 h 30, 135 m)

❱ Tour 13: .............................. 77

Grotte de Saint-Arnaud

Romantischer Höhleneingang und

aufregende Unterwelt

(ab 6 Jahre, 1 h, 40 m)

❱ Tour 14: .............................. 80

Cirquit de la Grotte du Renard

Im Felsenchaos hoch über dem

Chassezac

(ab 6 Jahre, 1 h, 90 m)

❱ Tour 15: .............................. 84

Cirque d‘Endieu

Wanderpfad durch die Gorges du

Chassezac

(ab 6 Jahre, 2 h, 180 m)

❱ Tour 16: .............................. 88

Sentier de la Vièrge

Entdeckungstour im Märchenwald des

Bois de Païolive

(ab 4 Jahre, 1 h, 65 m)

❱ Tour 17: .............................. 91

La Corniche im Bois de Païolive

Durch einen Feenwald hoch über der

Schlucht des Chassezac

(ab 6 Jahre, 1 h 30, 100 m)


4

Inhalt

❱ Tour 18: .............................. 94

Grotte des Protestants

Zu einer Fluchthöhle der Kamisarden

(ab 6 Jahre, 2 h, 230 m)

❱ Tour 19: .............................. 99

Mini-Bergtour mit großer Aussicht

Aufstieg zur Chapelle de Saint-

Sebastien

(ab 4 Jahre, 45 min, 100 m)

❱ Tour 20: .............................108

Die Schlucht des Chassezac

bei La Garde-Guérin

In den Schlupfwinkel des Teufels

(ab 6 Jahre, 2 h 30, 230 m

Rund um den Mont Lozère .......102

❱ Tour 21: .............................112

Cevennen intensiv

Drei Tage unterwegs mit Urso dem Esel

(ab 6/10 Jahre, 4 – 5 h, ca. 500 m)

Robert Louis Stevenson – ........123

ein Outdoor-Pionier

❱ Tour 22: .............................124

Von Felgerolles zur Pont du Tarn

Entlang unterschiedlicher Wasserwege

am Mont Lozere

(ab 8 Jahre, 3 h 45, 180 m)

❱ Tour 23: ..............................129

Sentier Mas Camargues

Zwischen Bauernland und Wildnis

(ab 4 Jahre, 1 h 15, 60 m)

❱ Tour 24: .............................132

Sommet de Finiels

Durch grüne Hügel am Mont Lozère

(ab 6 Jahre, 2 h, 200 m)

❱ Tour 25: .............................136

Cascade de Runes

Ausflug zum Wasserfall

(ab 4 Jahre, 45 min, 90 m)

❱ Tour 26: .............................138

Au Pays des Menhirs

Spaziergang durch die Vergangenheit

im »Land der Menhire«

(ab 6 Jahre, 2 h, 185 m)

Menhire und Dolmen ................141

Relikte aus der Zeit der großen Steine

Tarn, Jonte und die Causses .....142

❱ Tour 27: .............................148

Hoch über Florac

Auf dem Rand der Causse Méjean

(ab 6 Jahre, 1 h 30, 70 m)

❱ Tour 28: .............................151

Das Chaos von Nîmes-le-Vieux

Von Felslabyrinth, Wanderwirtschaft

und Wildwiesen

(ab 6 Jahre, 3 h, 200 m)

❱ Tour 29: .............................156

Im Reich der wilden Pferde

Die Przewalskipferde von Villaret

(ab 6 Jahre, 2 h 15, 125 m)

❱ Tour 30: .............................160

Chapelle de Saint-Côme

In den Hügeln der Causse Méjean

(ab 4 Jahre, 1 h 30, 60 m)

❱ Tour 31: .............................163

Ein Dorf ohne Straßen

Auf dem Tarnuferweg von La Malène

nach Hauterives

(ab 8 Jahre, 3 h, 135 m)

❱ Tour 32: .............................166

Mit dem Kanu auf dem Tarn

Flotte Wildwasserfahrt für sportliche

Kanuten

(ab 8 Jahre, 3 – 5 h)

❱ Tour 33: .............................170

Ferme Caussenarde d‘Autrefois

Leben auf den Causses im letzten und

in diesem Jahrhundert

(ab 4 Jahre, 1 – 2 h)


INHALT

5

Causses und Gorges................ 173

❱ Tour 34: ..............................174

Arcs de Saint-Pierre

Mystische Felsformationen in stillem

Wald

(ab 4 Jahre, 1 h 30, 130 m)

❱ Tour 35: ..............................178

Unter Geiern

Mit dem Auto durch die Gorges de la

Jonte und zum Info-Zentrum Maison

des Vautours

(ab 8 Jahre, ½ Tag)

Geier in den Cevennen..............180

❱ Tour 36: ..............................182

Eremitage Saint-Michel

Zu Fuß durch die Gorges de la Jonte

(ab 10 Jahre, 4 h 15, 600 m)

❱ Tour 37: ..............................187

Auf dem Tarnuferweg

Von Le Rozier in die Gorges du Tarn

(ab 6 Jahre, 2 h 30, 120 m)

❱ Tour 38: ..............................191

Kletterpfade und Felsgestalten

Im Chaos de Montpellier-Le-Vieux

(ab 4 Jahre, 1 h 30, 125 m)

❱ Tour 39: ..............................194

Ausritt zu den Bisons

Weite wilde Landschaft und mächtige

Wildrinder

(ab 10 Jahre, 1 – 3 h)

Täler und Berge der Cevennen...196

❱ Tour 40: ..............................202

Panoramaweg am Mont Aigoual

Eine Miniwanderung mit aufregender

Wegvariante

(ab 6 Jahre, 1 h, 70 m)

❱ Tour 41: ..............................205

L‘Hort de Dieu

Zum Arboretum am Mont Aigoual

(ab 8 Jahre, 2 h 15, 300 m)

❱ Tour 42: ..............................209

Abîme de Bramabieu

Vom Verschwinden und Auftauchen

eines Flusses

(ab 4 Jahre, 1 h, 140 m)

❱ Tour 43: ..............................212

Sentier de Traces du Mufflon

Das Leben der Mufflons

(ab 6 Jahre, 1 h, 80 m)

Der Mufflon.............................215

Kletterkünstler mit Kringelhörnern

❱ Tour 44: ..............................216

Vom Bergbach zum See

Durch den Foret du Lingas zum Lac

de Pises

(ab 4 Jahre, 2 h, 65 m)

❱ Tour 45: ..............................220

Sentier de l‘Escale

Aus einem Cevennental auf die

einsamen Höhen

(ab 10 Jahre, 4 h, 360 m)

❱ Tour 46: ..............................224

Corniche des Cévennes

Mit dem Auto quer durch die

Cevennen

(ab 4 Jahre, 1 – 5 h)

Seidenraupe und Maulbeerbaum.....230

Seidenherstellung in den Cevennen

❱ Tour 47: ..............................232

Sentier de Rocs de Galta

Schieferplateau mit Weitblick

(ab 6 Jahre, 2 h 15, 200 m)

❱ Tour 48: ..............................235

Pic d‘Arbousse

Von Bäumen und Weitsicht

(ab 4 Jahre, 1 h 45, 200 m)

❱ Tour 49: ..............................238

Grotte de Valaurie

Höhlenentdeckung und aussichtsreiche

Höhenrunde

(ab 8 Jahre, 2 h 30, 200 m)

❱ Tour 50: ..............................242

Dolmen de la Grande Pallière

Relikte der Megalithkultur, versteckt

im knorrigen Wald

(ab 4 Jahre, 1 h 15, 110 m)

Reiseinformationen

Anreise in die Cevennen.............246

Autofahren in den Cevennen.......247

Unterkunft und Übernachtung.....248

Register..................................257

Autorinnen..............................258

Impressum...............................259


6 Reiseziel Ardèche und Cevennen

Das Tal der Ardèche und der

Nationalpark Cevennen liegen

am südöstlichen Rand des französischen

Zentralmassives. Im

Osten grenzt die Region an das

Rhônetal. Die nächsten größeren

Städte sind Montélimar,

Nîmes und Avignon.

Das Tal der Ardèche

Die Landschaft zwischen Ardèche

und Chassezac liegt am Rand

der Cevennen. Das Klima und

die Landschaft sind hier lieblicher

als im Cevennen-Nationalpark.

Die Ardèche ist im

Sommer ein besonders beliebtes

und gut besuchtes Ziel zum

Kanufahren. Der Fluss selbst

ent springt in den Kastanienwäldern

des Nationalparks Monts

d‘Ardèche und fließt bei Pont-

Saint-Esprit in die Rhône. Der

mit dem Kanu befahrbare Abschnitt

durch die berühmte

Schlucht »Gorges de l‘Ardèche«

befindet sich kurz vor der Mündung

zwischen den Orten Vallon-Pont-d‘Arc

und Saint-Martin-d‘Ardèche

[› Tour 7]. Auch

der Chassezac schlängelt sich

durch eine beeindruckende

Schlucht, ist aber etwas sanfter

als die wilde Ardèche. An

seinem Ufer gibt es besonders

viele schöne Campingplätze

mit kindertaug lichen Badeplätzen.

Parc National des Cévennes

Die Bergregion der Cevennen

steht seit 1970 unter Schutz.

Der Parc National des Cévennes

mit den rauen, einsamen Bergmassiven

des Mont Lozère und

des Mont Aigoual umfasst ein

Gebiet von 3200 Quadratkilometern.

Das Informationszentrum

des Nationalpar kes befindet

sich in der Kleinstadt

Florac-Trois- Rivières, die im

Zentrum des Parkes liegt und so

ein wichtiger Orientierungspunkt

für unsere Reise werden

könnte. Hier finden wir zwischen

den Bergregionen nicht

nur Informationen, sondern

auch so nützliche Dinge wie einen

Supermarkt, eine Bank

oder eine Tankstelle. Nördlich

des Ortes liegt mit dem Mont

Lozère der höchste Gipfel der

Cevennen. Die Landschaft um

den Pass am Sommet de Finiels

[› Tour 24] ist von karger

Schönheit. Felsen sprenkeln die

Wiesenlandschaft in den höheren

Lagen und etwas weiter unten

blüht im Frühsommer ein gelbes

Ginstermeer. Besonders gut gefallen

haben uns die beiden Touren

am Oberlauf des Tarn. [› Tour

22 und 23]

Der Name »Florac-Trois-Rivières«

(Florac an den drei Flüssen)

kommt nicht von ungefähr: In


ARDÈCHE UND CEVENNEN

7

der wasserreichen Stadt fließen

Tarnon und Mimente in den Tarn.

Auch sonst ist Was ser in den

Cevennen allgegenwärtig, was

einen guten Teil ihrer besonderen

Attraktivität für Reisende

ausmacht. Die Flüsse Tarn,

Jon te, Dourbie, Chassezac, Beaume

und Ardèche haben über

die Jahrhunderte tiefe Schluchten

in den Kalk stein gefressen.

Zwischen den Flusstälern

mit ihren beeindruckenden

Steilwänden liegen windzerzauste,

nur dünn besiedelte

Hoch ebe nen – die Causses. Die

Causse Méjean zwischen Tarn

und Jonte ist die größte von

ihnen. Hier ist es einsam genug,

dass in den Steilwänden

der Abbruchkan ten Gänsegeier

brüten. Auf der Hochebene

weidet außerdem eine kleine

Herde der als Urpferderasse

geltenden Prze wals ki pferde.

[› Tour 29 und 35].

Südlich der Causse Méjean liegt

die kleinere Causse Noir zwischen

den Flüssen Jonte und

Dourbie. Wichtigstes Touris tenziel

ist dort das Felsenchaos

Montpellier-Le-Vieux [› Tour 38],

mit vielen bizarren Steinformationen.

Ansonsten ist auch diese

Hoch ebene recht einsam.

In den Tälern zwischen den

Causses und Anduze fließt

das Wasser von Westen nach

Südosten. Alle Flüsse sind

Quellflüsse des Gardon, der bei

Avignon unter der alten Römerbrücke

Pont du Gard hindurchrauscht,

und sie tragen

auch hier oben schon diesen

Namen. Am weitesten nördlich

fließt der Gardon d‘Alès, in

dessen Tal auch die am besten

ausgebaute Straße der Region

verläuft. Sie verbindet Alès

mit Florac. Etwas südlicher ist

der Gardon-de-Saint-Croix oder

auch Gar don-de-Mialet zu finden

und am südlichsten sprudeln

die Fluten des Gardon-de-

Saint-Jean, der nahe des Mont

Aigoual entspringt. Diese Region

ist der unzugänglichste

Teil der Ceven nen. Die Dörfer

in den Bergen sind winzig,

sehr abgelegen und nur über

schmale Sträßchen erreichbar,

die Auto fahrer mit wenig Bergerfah

rung schnell an ihre Grenzen

bringen werden. Einen guten

und stressfreien ersten

Eindruck bekommen wir auf

der gut ausgebauten Höhenstraße

»Corniche« [› Tour 46],

die mitten durch die grünen

Berge führt.

Fauna und Flora

Das Landschaftsbild der Cevennen

ist vielfältig und umfasst

unterschiedliche Klima zonen.

Entsprechend artenreich sind

auch Flora und Fauna.

In den Cevennen wachsen über

2000 Pflanzenarten. Grundlage

dafür sind einerseits die unterschiedlichen

Böden (Schiefer,

Granit, Kalkstein) und andererseits

die vielfältigen klimatischen

Einflüsse in Höhen zwischen

300 und 1700 Metern,

sowie die geografische Ausrichtung

zum Mittelmeer oder zum

Landesinneren. In den Tälern

gedeihen Wälder und Moore mit


8 Reiseziel Ardèche und Cevennen

fleischfressenden Pflanzen wie

dem Sonnentau. Vierzig Orchideenarten

sind in den Cevennen

heimisch, und auf den

südlichen Hängen findet man

mittelmeertypische Vegetation

mit Stein eichen und Buchsbaum,

aber auch Buchen- und

Nadelwälder. In den Höhenlagen

dominieren Bergheide und Wacholder.

Im 13. Jahrhundert begann man,

Esskastanien zu pflanzen. Sie

waren über Jahrhunderte ein

Haupt nahrungsmittel der Menschen,

da die steilen Hänge

kaum Ackerbau zulassen. Im

Winter 1709 erfror ein Großteil

der Bäume mit der Folge einer

großen Hungersnot. Aufgeforstet

wurde nach 1709 oft mit

den aus Asien stammenden

Maulbeerbäumen für die Seidenraupenzucht.

Eine weitere botanische

Besonderheit wächst

in Anduze. Hier wird Sa fran

angebaut, eine im Herbst blühende

Krokusart. Seine Blütenfäden

sind eines der teuer sten

Gewürze der Welt.

Zu den besonders geschützten

Tieren im Nationalpark zählen

Auerhuhn, Ginster katze, Biber,

Stein bock und Mufflon. Auf den

Causses kon nte man auch zwei

der vier europäi schen Geier arten

wieder ansiedeln [› Seite 180].

2011 wurde der Nationalpark

von der UNESCO als Welterbe

der Menschheit anerkannt, vor

allem wegen der Transhumanz,

der dort immer noch betriebenen

Wanderweidewirtschaft.

Ein Blick in die Geschichte

Besiedelt ist die Region schon

seit der Altstein zeit. In der

Grotte Chauvet an der Ardèche

wurden 1994 hunderte von Malereien

entdeckt, die auf ein

Alter von etwa 30.000 Jahren

geschätzt werden. Die Tierdarstellungen,

ge malt mit Holzkohle,

Ocker und Lehm, beeindrucken

durch ihre Detail genauigkeit

und lebendige Wir kung.

Zum Schutz der einmaligen

Werke ist die Höhle nicht

zugäng lich. Kopien der Zeichnungen

sind jedoch in ei nem

Nachbau der Grotte zu se hen,

der als »Caverne du Pont d’Arc«

oder neuerdings »Chauvet 2«

bezeichnet wird. [› Tour 6].

Etwa 5000 Jahre alt und damit

aus der Jungsteinzeit sind die

Dolmen und Menhire, denen wir

auf unseren Wanderungen begegnen.

[› Tour 3, 11, 26, 49, 50]

Wichtige Gebäude aus der römischen

Zeit sind ganz in der

Nähe unseres Tourengebietes

in Nîmes und Avignon zu sehen.

Besonders hervorzuheben wären

da das Amphithea-


ARDÈCHE UND CEVENNEN

9

ter in Nîmes und der dreistöckige

Aquädukt Pont du Gard.

Im Mittelalter war das Gebiet

der Ardèche katholisch geprägt,

das der Cevennen aber

evangelisch. Die Religionskriege

und die Verfolgung der

Hugenotten hinterließen die

Cevennen verwüstet und fast

menschenleer. [› Tour 18]

Im zweiten Weltkrieg wurden

die schlecht zugänglichen Berge

zum Rückzugsgebiet für die

Resistance. [› Tour 5, 21, 46].

Wichtige Wirtschaftszweige der

Cevennen waren der Anbau von

Esskastanien und seit dem 14.

Jahrhundert die Produktion von

Seide [› Seite 230] sowie die

Wanderschäferei [› Tour 28].

Außerdem spielte der Bergbau

mit dem Abbau von Metallerzen

und Stein kohle eine Rolle.

Mit der Industrialisierung und

dem Ende der Seidenherstellung

ver loren die Cevennen erneut

einen Großteil ihrer Bevölkerung.

Erst in den 1980ern entwickelten

sich Tourismus und

extensive Landwirtschaft.

Klima und Reisezeit

Am mildesten ist es an der

Ardèche, die schon ziemlich

nahe am Rhônetal fließt. Hier

kann man schon an Ostern

recht warme Sonnentage erwischen.

Weiter in den Bergen

beginnt die angeneh me Wander-

und Reisezeit Anfang Mai

und reicht bis in den Oktober.

Die Cevennen liegen zwar in

Südfrankreich, haben aber durch

die bergige Struktur mit Gipfeln

bis zu 1700 Metern Höhe

kein echtes Mittelmeerklima.

Von Mitte Juni bis in den September

sind die Flüsse warm

genug zum Baden. Mitte Juli

wird es dann mit dem Beginn

der französischen Sommer ferien

voll an den Flussufern, und auf

dem Wasser schwimmen viele

bunte Kajaks. Für eine Reise

während der Sommerferien

sollten Sie alle Unterkünfte,

auch Cam pingplätze, rechtzeitig

im Voraus buchen. Im Hochsommer

ist es meist heiß und

trocken, nur in den Bergregionen

um Mont Aigoual und

Mont Lozère bleiben die Temperaturen

gemäßigt. Im Winter

liegt hier regelmäßig Schnee.

Außerhalb der trockenen Sommermonate

sind die Cevennen

bekannt für ihr recht extremes

Wetter. Wenn es hier einmal

regnet, dann regnet es oft sehr

ergiebig. Ein kräftiger Gewitterguss

setzt schnell mal eine

Straße unter Wasser und in

den sonst so lieblichen Flüssen

brodeln braune Wassermassen.

Auf allen Campingplätzen, die

direkt am Flussufer liegen, stehen

Warnschilder. Hat man ein mal

beobachtet, wie schnell das

Wasser bei heftigen Regenfällen

steigt, wird man diese durchaus

ernst nehmen. Oberhalb

der Ardèche entwässern Chassezac

und Beaume, zwei liebliche

kleine Flüsschen, eine

ganze Bergregion und geben

das gesammelte Wasser direkt

an die Ardèche weiter.


10 Aktivitäten mit Kindern

Kanutouren

Baden

Viele saubere Flüsse, in denen

man gut baden kann, machen

die Ardèche und Cevennen zu

einem attraktiven Sommerreiseziel.

Manchmal reicht das Wasser

nur für ein Fußbad und ist

perfekt zum Planschen für die

Jüngsten – an einigen Stellen

gibt es aber auch tiefe Gumpen,

in denen man richtig schwimmen

kann. Auch der ein oder

andere Sprung von den Uferfelsen

ins tiefe Wasser ist möglich.

Viele Campingplätze der Region

liegen direkt am Fluss ufer und

haben eigene Badestellen mit

Kies- oder Sandufer.

Die schönen Wildflüsse der Cevennen

sind ein beliebtes Kanuund

Kajak revier, eignen sich

aber nur begrenzt für Anfänger

im Paddeln. Im Frühjahr, wenn

die Ardèche viel Wasser führt

und wild schäumt und sprudelt,

treffen sich hier die Wild was serfahrer

zum Training. Es gibt an

Ardèche, Chassezac und Tarn

aber auch viele Verleihstationen

und im Sommer, bei moderatem

und niedrigem Wasserstand,

lässt man jedermann

auf den Fluss.

Verliehen werden fast ausschließlich

die flachen Sit-on-

Top-Kajaks, die sehr stabil im

Wasser liegen und bei einer

Kenterung nicht volllaufen und

sinken. Das ist wichtig, denn

ohne unfreiwillige Schwimmeinlage

schafft es wohl kaum

ein Anfänger durch die Stromschnellen.

Vor allem an den

Wochenenden ist im Sommer

or dent lich was los auf dem

Wasser und das Gewühle aus


ARDÈCHE UND CEVENNEN

11

manövierunfähigen Kajaks an

den mar kan ten Passagen macht

die Sache nicht unbedingt einfacher.

In der Hochsaison stehen

an einigen Stellen Helfer

am Flussufer, trotzdem kommt

es in der Schlucht der Ardèche

immer wieder zu Unfällen.

Besser geeignet für Familien

mit wenig Kanuerfahrung sind

die untere Etappe des Tarn und

der Chassezac. Sie sind einfacher

zu fahren, und die Paddelstrecke

ist nicht so lang.

Aber auch auf diesen Flüssen

sind Sie im leichten Wildwasser

unterwegs.

Wenn Sie bereits in der Lage

sind, ein Kanu zu lenken und

ihre Kids sicher schwimmen

und keine Angst vor Wasser haben,

ist die Fahrt durch eine

Schluch t aber natürlich ein

nachhaltig beeindruckendes

Erlebnis – vor allem, wenn man

unterwegs auch noch übernachtet,

wie es in der Ardèche-

Schlucht möglich ist.

Genauere Informationen über

die befahr baren Flussabschnitte

finden sie bei [› Tour 7 und 32].

Canyoning

Canyoning ist eine besonders

abenteuerliche Art, ein Flusstal

oder eine Klamm zu entdecken.

Ganz nah dran an der

Natur folgt man dem Fluss

oder Bach weglos in seinem

Bett. Dort wo das Wasser über

Felsstufen fällt, werden diese

mit Abseilen überwunden. Fortgeschrittene

nutzen Felsrinnen

zum Rutschen und tiefere

Pools für Sprünge vom Felsen

in die Wasserbecken.

Beim Can yoning trägt man einen

Neo pren anzug. Zur Ausrüstung

gehören außerdem Kletter

gurt und Helm. In weniger

schroffen Schluch ten werden

auch Touren für Familien mit

Kindern ab sechs Jahren angeboten.

Diese einfachen Flusswanderun

gen werden in Frankreich

als »Randonneé aquatique«

bezeichnet.

Geeignete Schluchten findet

man in den abgelegenen Ce vennentälern.

Auf den einfa chen

Aqua Randos werden zum Beispiel

die Gorges du Soucy oder

die Gorges du Valmale durchquert.

Etwas schwieriger, aber


12 Aktivitäten mit Kindern

immer noch für Einsteiger geeignet

sind die Routen durch

die Gorges du Tapoul und an

den Cascades d‘Orgon.

Die Adressen der Anbieter finden

Sie bei den einzelnen Regionen.

Klettersteige

Eine Sportart zwischen Klet tern

und Wandern, die für bergbegeisterte

Familien mit größeren

Kindern interessant wird,

ist das Bege hen von Klet tersteigen.

Hier läuft man gesichert

mit Helm, Kletter gurt und in

eine Draht seil führung eingehäng

ten Siche rungsseilen über

präparierte Berg »wege«. Via

Ferrata werden Kletter steige

auch manchmal genannt: Ei senstraße.

Neben den Draht seilen

sind die Wege mit Metallbügeln

und Leitern begehbar gemacht.

Auf einfacheren Stei gen

hat man auf stark ausgesetzten

Pfa den mit Klet ter stellen meistens

noch Boden unter den

Füßen, während die schwierigeren

Klet ter steige auch mal

senk recht an Fels wänden hin-

Der Einsteigerparcours der Via Ferrata von

Villefort ist durchaus anspruchsvoll.


ARDÈCHE UND CEVENNEN

13

auf führen. Die Grund lagen und

den richti gen Umgang mit der

Aus rüs tung muss man sich,

genau wie das richtige Klet tern,

zeigen lassen.

In den Cevennen sind es fast

immer die gleichen Anbieter, die

neben Canyo ning auch Klettersteigtouren

anbieten. Anfängertaugliche

Klettersteige gibt es

zum Beispiel in Thaurac, in

Rousses, in Villefort und am

Chaos von Montpellier-Le-Vieux

[› Tour 38]. In Anduze ist eine

weitere Via Ferrata für Einsteiger

im Entstehen.

Am Chassezac bei Casteljau gibt

es außerdem eine Via Corda,

einen Klettersteig, der mit

Seilsicherung auf Felssimsen

entlangführt. Angeboten wird

diese Tour für Familien mit

mutigen Kids ab zehn Jahren

von La Maison de l‘Aventure in

La Garde-Guérin.

Hochseilgarten

In Frankreich heißen die schaukelnden

Parcours zwischen den

Bäumen »Parcours Aventure«

und sind überall weit verbreitet.

Ein Ausflug in einen Hochseilgarten

sorgt für Spaß und

Action und schult den Gleichgewichtssinn.

Allerdings sollten

alle Familienmitglieder weitgehend

schwindelfrei sein.

Auch die Eltern, denn Kinder

unter zwölf Jahren dürfen auch

in Frankreich nur in Begleitung

zwischen die Bäume. Bei den

Ausflugszielen haben wir auch

einige Hochseilgärten vorgestellt.

Fahrradtouren

Große Teile der Region sind zum

entspannten Radfahren zu steil

und zu kurvig. Da Radfahrer sich

enge Straßen mit Autos teilen,

ist dies auch aus Sicherheitsgründen

mit Kindern nicht empfehlenswert.

Reiten

Die einsamen Hochebenen und

die schwer zugänglichen Berge

der Cevennen lassen sich mit

ortskundiger Führung auch vom

Pferderücken erleben. Durch das

anspruchsvolle Reitgelände eignen

sich diese Ausritte aber eher

für etwas größere Kinder mit

solider Reiterfahrung. Für einen

einstündigen Ausritt zahlt man

etwa € 20, längere Ritte haben

einen entsprechend günstigeren

Stundenpreis.

Ein besonders schönes Ziel für

ihre Ausritte hat Randals Bisons

zu bieten. Sie führen zu den Weiden

der farmeigenen Bisonherde,

die auf der Causse Noir ein Zuhause

gefunden hat. [› Tour 39]

Weitere Adressen für Ausritte

finden Sie bei den einzelnen Regionen.


14 Aktivitäten mit Kindern

Eselwandern

Viel aufregender als ein Ausflug

auf den Ponyhof sind Ausflüge

mit einem Esel in die Berge. Esel

sind bestens geeignet für solche

Touren: Sie sind freundlich, besonnen

und besonders trittsicher.

Auch ängst liche Kinder

fassen schnell Vertrauen zu den

sanften Lang ohren. Esel wurden

früher in vielen Bergregionen

Frankreichs zum Transport von

Waren eingesetzt. Die Idee, die

sympathischen Vierbeiner auf

Wanderungen beim Gepäcktransport

helfen zu lassen, lag nahe.

Für Familien ergeben sich so ganz

neu Perspektiven: Plötz lich ist

eine mehr tägige Wandertour

auch mit kleineren Kindern ein

umsetzbares Vorhaben. Die Motivation

des Nach wuch ses ist

jedenfalls kein Thema mehr.

Kleinere Kinder können unterwegs

streckenweise auf dem

Esel reiten, größere dürfen ihn

während der Wanderung selbstständig

führen. [› Tour 21]

Märkte

Die bunten Wochenmärkte gehören

einfach zum fran zösischen

Lebensgefühl und ein gemütlicher

Spaziergang über den

Markt kann zu einem sehr entspannten

Familienausflug werden.

Die wichtigsten Markttage

sind bei den Ausflugszielen angegeben.

Außerdem können Sie

nach Ihrem Urlaubsort suchen

in www.jours-de-marche.fr.


ARDÈCHE UND CEVENNEN

15

Wandern mit Kindern

Kinder wandern anders

Wer mit Kindern unterwegs ist,

muss umdenken. Erwachsene laufen

zielorientiert. Kinder begeistern

sich nicht für das Laufen

an sich. Sie wollen beim Wandern

spielen und klettern und

alles bestaunen, anfassen und

einsammeln, was rechts und

links am Wegrand wächst oder

krabbelt. Will man sich nicht ärgern,

sollte man sich einlassen

auf diesen besonderen Zauber

der Kinderwelt. So verändert

sich dann für uns Erwachsene

nicht nur das Wandertempo,

sondern auch der Blickwinkel.

Von breiten Wegen und

schmalen Pfaden

Kinder langweilen sich auf breiten,

ebenen Forstwegen – ein

schmaler steiniger Pfad weckt

dagegen schnell neue Lebensgeister.

Felspassagen, an denen

man klettern kann, kleine Treppchen

oder enge Durch gänge zwischen

Fel sbrocken spre chen

Spieltrieb und Fan tasie an und

Auf Kinderart zu wandern, braucht

Zeit. Vor allem mit den Jüngsten

geht es eher gemächlich

vorwärts. Die Wanderstrecke darf

daher erst einmal nicht zu lang

sein und gefährliche Strecken

sind für die Kleinsten zunächst

tabu.


22

Ausflugsziele für Familien

6

Chassiers

Largentière

D104

10

Vernon

Die Region zwischen den Ausläufern des Massif Central und dem ebenen

Bessèges Rhonetal ist karstig und durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Kaum irgendwo anders kann man so viele Höhlen besuchen. Die meisten

sind üppig geschmückt mit Tropfsteinen, in einer Höhle entdeckte

man im Jahr 1994 Gammal aber auch Zeichnungen Saint Ambroix aus der Steinzeit. Deren

St. Jean-deoriginalgetreue

Kopie kann man seit 2016 in einem Nachbau sehen. Maruéjolset-Avéjan

Landschaftlicher Höhepunkt sind die tief

St. Florentsur-Auzonneten

der Ardèche, des Chassezac und der Beaume. Auf der Nordseite

St. eingeschnittenen Victor-de-Malcap Schluch­

Le Mages

der Gorges de l'Ardèche verläuft eine Straße mit mehreren Aussichtspunkten,

von denen man die mächtigen Flussschleifen mit

Allègres-lesbe

ihren fast 300 Meter

D904

hohen Wänden aus der Vogelperspektive betrachten

kann. Vor dieser ungewöhnlichen Kulisse entfaltet sich im

Fumades

Sommer ein buntes Freizeitspektakel. Ardèche und Chassezac gehören

Rosiers zu den beliebtesten Paddelrevieren Frankreichs und Kanus wer­

St. Julien-lesrtin-de-Valgalgueden

an jeder Ecke verliehen. Salindres Die Flüsse eignen sich aber auch gut

zum Baden, in den Felsen kann man klettern, es gibt ein gut markiertes

Netz an Wanderwegen und an den Flussufern liegen etliche

St. Privatdes-Vieux

schöne Campingplätze.

Brouzet-lès-Alès

ALÈS

Celas

Laurac-en-

Vivarais

Joyeuse

5

Rosières

Ch

La Beaume

9

3

Labeaume

Ruom

Le C h assezac

5

Les Vans

18

11 8

Saint-Alban

Chassagnes 15 13

20 18

17 4 14

Maison-Neuve 12

16

L‘Ardèche

Sala

19

Banne

D104

19

St. Paul-le Jeune

7

D904

Ba

Méja

L


èche

Lachapellesous-Aubenas

Lanas

Lavilledieu

AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

Alba-la-Romaine

23

N102

Le Te

D104

10

16

8

Chauzon

Balazuc

D107

Ruoms

11

L‘Ardèche

6

Vallon-Pont-d‘Arc

Salavaz

St. Remèze

2

17

12

Bourg-Saint-Andéol

9

Barjac

1

5

7

13

4

3

14

2

1

15

Aiguèze

L‘Ardèche

D86

St. Martin-d‘Ardèche

St. Juliende-Peyrolas

e-

-

Pont-Saint-Esprit

St. Laurent-de-Carnols

Baden

2 Pont d‘Arc

N86

Méjannes-le-Clap

Am breiten Kiesufer vor dem Pont

1 Sauze

d‘Arc ist immer was los. Auf der

Malerische Uferfelsen La und Roquesur-Cèze

kleine Kiesbuchten

machen den Badeplatz am der Stromschnelle des Charle ma g ne

St. Michel-d‘Euzet

rechten Seite kämpfen die Kanuten mit

unteren Ende der Gorges de l‘Ardèche und am linken Rand der Kiesbank Vénéjan

besonders attraktiv. Die besten Badeplätzchen

spannt sich der imposante Stein bogen

befinden sich direkt unter­

über den Fluss, und den möchte

halb des Park platzes oder ein Stück schließlich jeder mal gesehen haben.

flussaufwärts weiter hinten in der Der Platz ist Bagnols-sur-Cèze

zudem gut erreichbar:

Lussan

Schlucht [› Tour 2]. Am Ufer gibt es Oben an der Straße gibt es einen

D6

zwei Restaurants und den großen großen Parkplatz und ein gepflegter,

Camping des Gorges.

St. Marcelde-Careiret

breiter Fußweg führt durch parkähn­

N580


24 Ausflugsziele für Familien

4

liche Wiesenlandschaft in wenigen

Minuten zum Wasser.

3 Labeaume

Die alten Steinhäuser von Labeaume

staffeln sich malerisch vor einem

schroffen Felsen am Hang. Ein Spaziergang

durch die Gassen lohnt

ebenso wie die Einkehr in eines der

Restaurants am Dorfplatz. Hier befindet

sich auch der längere Teil des

Kiesstrandes, der aus zwei Buchten

besteht. Der zweite, ruhiger gelegene

Badeplatz ist ein kleines Stück

weiter flussaufwärts auf Höhe des

großen Parkplatzes am Dorfrand zu

finden. Meist ist das Wasser der

Beaume allerdings nicht sehr tief.

Ein Wanderweg führt von hier aus in

die Schlucht hinein. [› Tour 9]

4 In der Schlucht des Chassezac

Bei Casteljau, wenige Kilometer östlich

von Les Vans, zieht sich eine

große breite Kiesbank um eine Flusskurve

in der Schlucht. Von der Brücke

am Camping Mazet Plage (an der

D252 zwischen Les Vans und Maison

Neuve) ist sie gut erreichbar. Direkt

hinter der Brücke links bei GPS N

44°23‘46.0, E 4°11‘45.5“ befindet

sich ein großer Parkplatz (maximale

Höhe 2,20 m, einige Plätze davor am

Straßenrand).

5 Pont de Nassier

Diese Badestelle findet sich wenige

Kilometer nordwestlich von Les Vans.

Oberhalb der Brücke erweitert sich

der Chassezac zu einem Pool, um

dann eine Felsrutsche hinunterzufließen,

ober- und unterhalb gibt es einen

Kiesstrand.

Von Les Vans auf die D 10 Richtung

Saint Laurent les Bains, bei Chambonas

vor der Chassezac-Brücke geradeaus,

durch die Ansiedlung Mar vignes

fahren. Bei GPS N 44°25‘26.5“, E 4°

6‘34.4“ hinter einem Trafohäus chen

sowie auf der anderen Seite des Chassezac

befinden sich Parkplätze. Über

den Fluss geht es auf einem schmalen,

aber befahrbaren Asphalt steg.

Ausflugsziele

5 Markt in Joyeuse

Der Markt in der Kleinstadt Joyeuse

mit ihrem hübschen mittelalterlichen

Ortskern ist mit etwa 400 Ständen einer

der größten und schönsten der

Region. Im Café »Le Grain de Malice«

kann man anschließend in fast tropischem

Flair am kleinen Teich sitzen.

6 Tour de Brison

Auf einer Höhe von 781 Meter auf

einem Höhenzug gelegen, überwacht

der Turm die Ortschaften Vernon,

Beaumont und Sanilhac. Seine Geschichte

ist unbekannt, wahrscheinlich

gehörte er zu einem Burgen komplex,

der zugunsten einer kom fortableren

Burg aufgegeben wurde. Heute befinden

sich hier Picknickbänke und laden

ein, einige Stunden die grandiose

Aussicht zu genießen. Der Turm wird

als Ausguck für Brandmelder genutzt.

Einen Kilometer nördlich von Joyeuse

auf der D 303 nach Sanilhac, nach elf

Kilometern links ab Richtung »Tour


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

25

de Brison« (kleines Schild), weitere

drei Kilometer aufwärts bis zum

Parkplatz am Ende der Straße bei GPS

N 44°32’41.6‘‘ E 4°13’01.7‘‘.

7 Grotte de la Cocalière

In dieser an Höhlen reichen Gegend

bewirbt sie sich als eine der schönsten

Grotten Frankreichs. Ein kleiner

Teil des 30 Kilometer langen Höhlennetzes

ist für Führungen erschlossen.

Teils farbig angeleuchtete Tropfsteine

in unterschiedlichsten Formen, stille

Wasserbecken und die Nachbildung

einer prähistorischen Szene erwarten

den Besucher. Nach der Besichtigung

erfolgt der Rückweg mit einem kleinen

Zug. Oberirdisch kann der Besuch

mit einem Spaziergang auf einem

Lehrpfad durch ein Felsenlabyrinth

ergänzt werden.

Die Temperatur in der Höhle liegt

konstant bei 14°C, an entsprechende

Kleidung denken!

Geöffnet Mitte März bis November

10 – 12 und 14 – 17 Uhr, Juli und

August 10 – 18 Uhr. Eintritt € 11,50,

Kinder 6 – 12 Jahre € 8,

Tel. +33 (0)4 66 24 34 74.

www.grotte­cocaliere.com

8 Randa Ardesca Archeosite

Auf dem Gelände von Randa Ardesca

bei Saint­Alban­Auriolles entsteht

ein gallisches Dorf. Ein engagiertes

Team von Freiwilligen baut es mit

den Techniken, Werkzeugen und Materialien,

die schon unsere Vorfah ren

vor über 2000 Jahren verwendeten,

jedes Jahr ein Stück weiter auf.

Zurzeit gibt es eine Töpferei, eine

Glashütte, eine Holz schnitzerei, eine

Webe rei und natürlich auch eine

Taverne. Gebaut wird an einem Oppidum,

einer gallischen Festung aus

dem Jahr 500 vor unserer Zeit rechnung.

In allen Werk stätten arbeiten

Hand werker in gallischer Kleidung und

demon strieren die uralten Handwerks

techniken. Die Kera mik wird im

Feuer gebrannt und das Glas mit der

Hitze des Feuers geschmolzen – auch

gekocht wird über dem Feuer.

Besucher erfahren, wie die Gallier

Kleidung herstellten und was sie gegessen

haben. Das Freilicht museum

Randa Ardesca ist sozusagen gelebte

Archäologie.

Geöffnet von April bis Oktober.

Zeitweise ist das Dorf aber wegen

Bauarbeiten geschlossen. Die

aktuellen Termine und Öffnungszeiten

finden Sie nur auf der Website.

Eintritt € 7, Kinder 6 – 18 Jahre € 6

inkl. Führung auf Französisch.

Infomaterial auch auf Englisch und

Deutsch. Tel. +33 (0)6 40 210 214.

randaardesca.fr

9 Indy Parc

Familienorientierter Hochseilpark im

Wald südlich von Vallon­Pont­d‘Arc,

der alleine fünf kleine Parcours für

Kletteraffen zwischen vier und acht

Jahren anbietet. Vier weitere fantasievoll

angelegte Strecken eignen

sich für Kids ab acht Jahren.

Indy­Pitchoun Parcours für die

Kleinsten € 16 für 2 h, ansonsten € 16

pro Parcours (etwa 1 1/2 h),

Tel. +33 (0)4 75 37 97 84.

www.indy­parc.com

10 Balazuc

Die Häuser von Balazuc staffeln sich

am Hang über einer Kiesbucht an der

Ardèche. In der Antike verschanzten

sich in hier die Gallier, um den In vasoren

aus Rom entgegenzutreten.

Marschieren wir heute durch die

3


44 Tour 5: Cirque de Gaud

350 m

8,5 km

3 h 15

ab 10

Tour 5:

Cirque de Gaud

Abstieg ins Herz der Ardècheschlucht

Wir nähern uns der Ardèche vom weniger touristisch erschlossenen

Süden und erleben ihre beeindruckende Schönheit auf auch im

Sommer relativ einsamen Wegen. Voller wird es erst am Fluss, auf

dem in der Hochsaison viele Kanuten unterwegs sind. Auf abwechslungsreichen

Pfaden geht es von der Hochebene in die Schlucht

hinunter, wobei wir die Größe dieses Naturwunders wirklich intensiv

erleben – zuerst an der Höhe der uns überragenden Felswände und

im Anschluss beim schweißtreibenden Anstieg aus der Schlucht.

Wanderung: Vom Parkplatz aus wenden wir uns nach rechts und

wandern auf Asphalt an den alten Häusern des Weilers »Les

Crottes« vorbei. Nach den Häusern wechselt der Belag zu Schotter.

Wir passieren ein privates Wiesengrundstück mit drei Hütten

zur Rechten. An dessen Ende und nach insgesamt gut 500

Metern beschreibt unser Fahrweg eine leichte Linkskehre 1

und wir verlassen ihn geradeaus auf einem mit verfallenen Mauern

gesäumten Fußweg. An einer Kreuzung 300 Meter weiter

wenden wir uns nach links und gehen auf dem jetzt teilweise

sehr gerölligen Weg bergab. Er führt durch dichten, märchenhaften

Wald. Bäume und Steine sind mit Moos bewachsen und

mit Flechten behangen. Wir folgen dem Pfad immer in direkter

Nähe des Talgrundes, ignorieren eine Verzweigung nach rechts

nach 1,1 Kilometern und treten 400 Meter weiter aus dem Wald

hinaus an das Ufer der Ardèche 2 .


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

45

Nur knappe 250 Meter links von uns befindet sich die Furt, an

der der Ardèche­Uferweg an einer flachen Stelle mitten durch

den Fluss führt. Wir aber wenden uns nach rechts auf den gelbweiß

markierten Uferweg, der hier meist knapp oberhalb der

Ardèche durch den beginnenden Uferbewuchs führt. Nur 200

Meter weiter blicken wir auf den Rapide de la Dent Noire 3 ,

eine der vielen kleineren Stromschnellen der Ardèche, über der

sich beeindruckende Felswände auftürmen. Ein Ausflug auf die

weite Sand­Kiesbank in der Flusskehre ist hier lohnenswert. Im

Sommer stehen Rettungskräfte im Wasser und versuchen, den

Kanuten den richtigen Weg zu weisen. Unser Weg führt auf der

Böschung weiter durch lichten Wald, dann über eine breite, von

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Von Labastide­de­Virac kommend

auf der D 217 in Richtung Süden

fahren. Nach 800 Metern links abbiegen

in ein kleines Sträßchen in Richtung

»Hameau des Crottes« (Schild ist bei

Anfahrt aus südlicher Richtung nicht zu

sehen), dann immer der Beschilderung

»Hameau des Crottes« folgen: nach 250

Metern rechts, 1,7 Kilo meter weiter an

der Y­Verzweigung links, 700 Meter weiter

rechts zum Parkplatz (Durch fahrt geradeaus

nur für Anwohner) bei GPS N

44°21’18.7‘‘, E 4°25’58.5‘‘.

Anspruch und Charakter: Aufgrund der

felsigen Passagen in der Schlucht nicht

bei Nässe gehen! Überwiegend schmale

Pfade, teils steinig­geröllig, in der

Schlucht kurze Etappen über Fels, mit

Haltestangen gesichert. Für trittsichere

Kinder eine spannende, abwechslungsreiche

Tour. An­ und Abstiege im Schatten,

ansonsten nur teilweise Schatten.

Unterschätzen Sie den Rückweg nicht:

Ab Verlassen des Flusses liegen noch 3,7

Kilometer Wegstrecke vor Ihnen mit

einem Anstieg von 200 Höhenmetern

auf dem ersten Kilometer und 1,6 Kilometer

schattenlos auf Asphalt. Nehmen

Sie reichlich Trinkwasser mit, in der

Schlucht kann es im Sommer sehr warm

werden! Badesachen nicht vergessen.

Highlights: Wenig gegangene Runde

durch Wälder und am Ufer der Ardèche,

kurze klettersteigähnliche Abschnitte

(einfach), Bademöglichkeiten.

In der Nähe: Hochseilgarten Indy Parc,

Aiguèze mit mittelalterlichem Ortskern.


46 Tour 5: Cirque de Gaud

Die Geschichte von Les Crottes

Felsen überragte Wiesenfläche.

Der Ort trägt den traurigen Beinamen Märtyrerdorf.

Am 27. Februar 1944 floh eine Gruppe

Schon in der nächsten Linkskehre

verändert sich die Umge

bung, denn der Uferpfad

von Widerstandskämpfern vor den Gefechten

in der Nähe von Labastide-de-Virac nach Les

Crottes. Die Einwohner des kleinen Dorfes verläuft jetzt in einem steilen

versorgten die völlig geschwächten Männer Felshang. Für etwa 30 Meter

trotz ihrer eigenen äußerst geringen Mittel. geht es auf einem Felsband

Am 2. März zog die deutsche SS in Richtung

über dem Fluss entlang, Metallstangen

dienen als Sicherung.

des Weilers, die Widerstandskämpfer warnten

die Bewohner und flohen. Die Ein wohner

von Les Crottes jedoch wollten ihr weniges In der Folge müssen eine Leiter

und einige Metallstufen

Hab und Gut nicht aufgeben. Am 3. März

wurden 15 Einwohner von Les Crottes im überwunden werden, dann folgt

Alter von 15 bis 73 Jahren brutal von der SS

noch ein kurzes mit Haltestangen

ermordet. Ein Gedenkstein erin nert an diese

barbarische Tat und an die Toten.

gesichertes Fels stück. Schließlich

erreichen wir an einem

großen ebenen Platz unter einem Felsüberhang 4 einen

idealen schattigen Rastplatz.

Anschließend führt der Weg unter Bäumen kurz steil bergauf und

wird dann wieder zu einem guten Pfad im Wald, der teils hoch

über dem Fluss entlang führt. Dann folgen wir den Markierungen

hinunter auf eine breite Kiesbank 5 , an der wir gut baden können.

Ab jetzt wandern wir auf einem holprigen Pfad über Felsen und

Steine, der immer ein kleines Stück oberhalb der Ardèche bleibt.

In der folgenden langen Linkskehre führt uns der Pfad auf Klippen

oberhalb des Flusses und erreicht dann wieder die Wasserhöhe.

Nach insgesamt vier Kilometern kommen wir an einem

schönen Badeplatz 6 für größere Kinder vorbei. Vorsicht: Die

Felsen im Wasser sind hier sehr rutschig, dafür aber ist der

Badespaß im tiefen Wasser vor den Felsen umso größer!


200

100

200

AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

47

Wir laufen jetzt auf einem sehr

breiten Felsband, während auf

der anderen Flussseite die beeindruckenden

Felswände des

Cirque de Gaud in den Himmel

ragen. Kurz vor der Rechtskehre

bringt uns unser Weg noch einmal

hoch zu den Klippen und

wieder hinunter an den Kiesstrand.

Auf den folgenden 300

Metern, bis wir den Fluss verlassen,

finden sich schöne

Plätze am breiten Kiesstrand

mit flachem Zugang zum Wasser.

Wir folgen dem Uferpfad

noch einmal kurz in den Wald, ignorieren dort eine Abzweigung

nach rechts und erreichen einen weiten Sandstrand 7 . Erst

wenn die markante Felswand der nächsten Linkskehre des

Flusses sichtbar ist, biegen wir auf einem deutlichen Pfad rechts

in den Wald ab. Das weiß-gelbe Kreuz an den dicken Stämmen

eines ersten Busches zeigt an, dass wir jetzt den Ardèche­Uferweg

verlassen.

Parkplatz

300

200

Uferweg (2)

Felsüberhang (4)

Lastenseilbahn (8) Kreuzung (9)

Kiesbank (7)

Parkplatz

100

0

0.30 0.55 1.45 2.15 2.40 3.15

Start 1 2 3 4 5 6 7 8 8,5 km

evennen - Tour 05 - Ansgar Jöbkes - 12.01.2019

100

2

7

3

200

1

4

100

6

8

Les Grottes

5

Ardèche

200

100

0 250 500 Meter

10

9


48 Tour 5: Cirque de Gaud

Nach 100 Metern erreichen wir ein

verfallenes Haus. An diesem gehen

wir links vorbei und steigen

über Felsstufen bergauf. Der gute

Weg führt uns in Serpentinen im

schattigen Wald bergauf. Nach

weiteren 700 Metern passieren wir

einen Durchgang zwischen Felsen

und haben den Anstieg jetzt fast

geschafft. Nur 100 Meter weiter erreichen

wir eine schmale Straße.

Hier befindet sich rechts eine alte

Lasten seilbahn 8 .

Wir wenden uns nach links und halten

uns an der direkt folgenden

Verzweigung rechts. Für die folgenden

1300 Meter folgen wir der

Straße noch kurz aufwärts, dann immer leicht abwärts. Bei

einem Stromkasten geht es geradeaus und bei Stromleitungen

um eine Rechtskehre. Dann erreichen wir eine Querstraße unterhalb

des schon seit längerem sichtbaren Sendemastes 9 .

Wir wenden uns nach rechts und verlassen die Straße 300 Meter

weiter in einer Linkskehre geradeaus in den Wald 10 auf den

GR 4. Im Schatten des Waldes wandern wir zuerst auf Kies, dann

Fels und Erde, und halten uns an einer Kreuzung sowie einer

Verzweigung jeweils geradeaus. Schließlich treffen wir auf die

Häuser von Les Crottes. Der Pfad vor den Häusern nach links

führt zum Denkmal für die Ermordeten von Les Crottes. Wir gehen

vor den Häusern nach rechts und direkt nach links zu einem

gemauerten Durchgang, der uns auf die Zufahrtstraße des Ortes

bringt. Unser Parkplatz befindet sich 100 Meter links.


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

49

©

Caverne de Pont d'Arc, SYCPA

Tour 6:

Caverne du Pont d‘Arc

Die Bilderwelt der Steinzeit

Die Wände der Grotte Chauvet, einer Höhle in der Steilwand einer

inzwischen ausgetrockneten Schleife der Ardèche, wurden vor etwa

30.000 Jahren mit Pferden, Mammuten, Auerochsen und anderen

Tieren bemalt. Die Künstler der Steinzeit verwendeten dazu Holzkohle

und Ocker. Wie auch in anderen Höhlen in Südfrankreich sind

die Tiere sehr naturalisisch und mit vielen Details so auf die Höhlenwände

gezeichnet, dass durch die natürliche Struktur des Felsens

eine räumliche Wirkung entsteht. So ziehen im flackernden Licht

des Feuers äußerst lebendige Tierherden am Betrachter vorbei.

2 –3 h

ab 6

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Der Nachbau zur Höhle liegt

östlich von Vallon-Pont-d‘Arc und ist

aus dem Ort über die im Norden von

Vallon nach Saint Remèze führende D4

zu erreichen. Das Museum ist gut beschildert.

Der riesige Parkplatz befindet

sich an einem Kreisel bei GPS N

44°24‘21.6“, E 4°25‘53.1“.

Museum: Ganzjährig geöffnet. Die Zeiten

sind sehr aufwändig gestaffelt und im

Detail auf der Website nachzusehen.

Von Mai bis Okto ber ist jedoch mindestens

von 9 – 18.30 Uhr geöffnet, im

Juli und August sogar bis 21 Uhr und an

den Donnerstagen in der Hochsaison bis

23 Uhr. Im Hochsommer gibt es auch

Führun gen auf Deutsch. Eintritt € 15,

Kinder 10 – 17 Jahre € 7,50 (Ticket beinhaltet

Besuch der Cité Préhistorique der

Aven d’Orgnac innerhalb von 7 Tagen)

cavernedupontdarc.fr

Anspruch und Charakter: In der nachgebauten

Höhle entsprechen selbst Luftfeuchtigkeit

und Temperatur dem Original,

sodass sich das Ganze mehr nach

Höhlenbesuch als nach Museum anfühlt.

Allerdings ist die Zeit für die Führungen

recht knapp bemessen, die nächste

Grup pe folgt in kurzem Abstand.

Highlights: Die beeindruckenden Zeichnungen

aus der Steinzeit.

In der Nähe: Badeplatz am Pont d‘Arc.


50 Tour 6: Caverne du Pont d‘Arc

Führungen mit Audioguide

Es empfiehlt sich den Besuch im Museum zu In der riesigen Höhle wurden

planen, um eine Führung in der passenden bisher etwa 400 Wandbilder

Sprache zu bekommen. Reichen Ihre französischen

Sprach kenntnisse nicht aus, versu­

mit über 1000 Tieren erfasst.

Viele von ihnen sind mit Holzkohle

gezeichnet, was die unchen

Sie, einen Platz in einer englischsprachigen

Führung zu reservieren. Das geht

auch online. Führungen auf Deutsch gibt es gefähre Bestimmung ihres Alters

mit der Radio-Carbon-Me­

nur in der Hochsaison.

Alternativ bietet man Ihnen am Eingang einen thode möglich macht. Es wur den

deutschsprachigen Audio guide an. Davon

dabei Daten zwischen 37.000

raten wir jedoch ab: Der deutsche Text vom

Band entspricht nämlich nicht dem, was der und 28.000 Jahren ermittelt,

Guide gerade zeigt und erklärt und das irritiert

total. Leider können Sie unterwegs auch der Grotte Chauvet zu den äl­

womit die Tierzeichnungen in

nicht einfach auf die Original führung umsteigen,

da alle Besucher den Erklärun gen

testen Kunstwerken der Welt

gehören. Dass die Bilder heute

über Kopfhörer lauschen. Es befinden sich

oft mehrere Gruppen in der Höhle, sodass die noch in einem so guten Zustand

sind, haben wir einer

Guides nur leise sprechen und ohne Kopfhörer

kaum zu verstehen sind.

Naturkatastrophe zu verdanken.

Vor etwa 22.000 Jahren während

der Würm-Eiszeit brach ein riesiger Felsbrocken über dem Eingang

ab und verschloss den Zugang zur Höhle.

Erst im Dezember 1994 wurde die Höhle von drei französischen

Speläologen unter der Leitung von Jean Marie Chauvet, nach

dem die Grotte anschließend auch benannt wurde, neu entdeckt.

Da man zu dieser Zeit schon auf Erfahrungen in anderen Höhlen

wie zum Beispiel Lascaux zurückblickte, wo die uralten Werke

durch die Veränderung des Höhlenklimas in Mitleidenschaft gezogen

wurden, war Chauvet nie für die Öffentlichkeit zugänglich.

2015 wurde jedoch einige Kilometer von der Originalgrotte entfernt

ein Nachbau der wichtigsten Höhlenräume fertiggestellt,

die Caverne de Pont-d‘Arc oder Chauvet 2, wie das Museum neuerdings

genannt wird. Neben dem Nachbau der Höhle informiert

die Galerie de L‘Aurignacien über das Leben unserer Vorfahren

und die Tierwelt in der Steinzeit.


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

51

Kunst in der Steinzeit

Die Techniken der Höhlenmalerei

In Frankreich sind etwa 200

Höhlen, in Spanien 150 Höhlen

mit Fels zeichnungen registriert.

Besonders bekannt ist die Höhle

von Altamira in Kantabrien,

die bereits 1868 entdeckt wurde.

Die Motive ähneln sich in allen

Höhlen: Dar ge stellt sind Tiere,

nur sehr selten auch stilisierte

menschliche Figuren. Die ältesten

Zeichnungen sind etwa 40.000

Jahre alt. Eine genaue Datierung

ist jedoch nicht ganz einfach,

da die dazu übliche C14-Metho de

die Exis tenz von Kohlenstoff

voraussetzt, was nicht in allen

Höhlen gegeben ist.

Bei vielen Motiven sind die

Umrisse des Tieres mit einem

Feuer steinwerkzeug in den Stein

geritzt und dann mit Farbe gefüllt.

Ihre Farben stellten die

Steinzeitkünstler aus Ocker,

Metall oxiden oder Holzkohle

her. Das Pigmentpulver wurde

mit Fett oder Wasser vermischt

und so in einen vermalbaren

Zustand gebracht. Aufgetragen

hat man die Farbe mit den Fingern,

mit Pinseln oder Tupfern

aus Tierhaar oder zerfaserten

Zweigen. Auch das Aufsprühen

der flüssigen Farbe durch ein

Röhrchen war eine gängige Technik.

Dabei verwendete man die

Hände oder Schablonen, um klar

umrandete Kanten zu erzeugen.

Schaut man genauer hin, ist zu

erkennen, dass die Tiere nicht

zufällig platziert wurden. Vorsprünge

in der Felswand bilden

die plastische Rundung eines

Bauches oder einer Kruppe.

Räumliche Wirkung wurde aber

auch durch die Anordnung der

Tiere in Gruppen, übereinander

oder neben einander erzielt.

Typische Pferdedarstellungen aus dem Museum

am Nachbau der Höhle von Lascaux.

Der Zweck der kunstvoll ausgestatteten

Höhlen ist Gegenstand

wissenschaftlicher Spekulation.

Sicher ist, dass die

Menschen nicht ihr Jagdwild

malten und dass die Höhlen

nicht als Behausung dienten.

Man vermutet vielmehr, dass die

Höhlen spirituelle Orte waren,

sozusagen die tief im Bauch

der Mutter Erde liegenden Kathedralen

der Vorzeit. Ansonsten

gibt es auch heute noch

mindestens so viele Fragen wie

halbwegs gesicherte Antworten.

Warum malte man in der

Steinzeit nur Tiere und keine

Menschen? Warum waren es

gerade diese Tierarten? Und

was bedeuten wohl die geheimnisvollen

Zeichen, die in

allen Höhlen neben den Tierzeichnungen

ge funden wurden?

Die Antworten auf diese

und andere Fragen werden wohl

auf ewig ungewiss bleiben.


62 Tour 9: Felsenweg hoch über der Beaume

71 m

4 km

1 h 30

ab 6

Tour 9:

Felsenweg hoch über der Beaume

Labeaume und die Gorges de la Beaume

Die Schlucht des Flüsschens Beaume kann es in Sachen Schönheit

locker mit ihrer großen Schwester an der Ardèche aufnehmen. Der

Uferweg, der sich im Dorf Labeaume beginnend in die Felsen frisst,

ist wirklich spektakulär, erfordert aber schon ein wenig Trittsicherheit.

Schöne Felsen­Badeplätze am Fluss und der Besuch des bildhübschen

Ortes Labeaume machen diese Tour zu etwas ganz Besonderem.


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

63

Wanderung: Der Weg zum Fluss beginnt an der oberen langen

Seite des Parkplatzes. Schon nach wenigen Schritten führt ein

erster Abstecher links zur Beaume und zu einem besonders schönen

Badeplatz mit Sandstrand 1 . Unser Uferweg führt hier geradeaus

weiter. Es ist dabei egal, ob wir auf dem breiten Weg am

Wiesenrand laufen oder auf dem etwas zugewachsenen Pfad im

Uferwald, wie die gelb­weiße Markierung es vorschlägt. Bald

treffen beide Wege aufeinander und ein gut erkennbarer Pfad

führt uns durch einen dichten grünen Urwald mit hohen Bäumen.

Dann lichtet sich der Wald und kurz darauf spazieren wir auf

Felsplatten einige Meter über dem Fluss entlang. Der Blick ins

Tal ist schon hier grandios. Der Weg steigt an und wird schmaler,

bis wir auf einem gut einen Meter breiten Felssims hoch über

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: In Ruoms halten wir uns in

Rich tung Labeaume, überqueren die

Ardèchebrücke und biegen direkt dahinter

erst links und dann wieder rechts

nach Labeaume ab. Die schma le Straße

ist gut befahrbar, aber für Wohnmobile

und Gespanne gesperrt. Wohnmobile

dürfen in Labeaume auch nicht parken,

was außerhalb der Saison von Fahrern

kleinerer Mobile ignoriert wird. Parkplatz

am Ortsrand bei GPS N 44°26‘52.5“, E

4°18‘23.8“.

Anspruch und Charakter: Sehr eindrucksvolle

Kurzwanderung in der Steilwand

der Beaume­Schlucht. Der Weg ist gut

angelegt und im Prinzip einfach zu laufen,

führt aber zeitweise nahe am Abgrund

entlang, sodass Trittsicherheit erforderlich

ist und Kinder entsprechend

beaufsichtigt werden müssen. Labeaume

ist bildhübsch und im Sommer immer

gut besucht.

Highlights: Aufregender Weg und schöne

Rastplätze am Wasser, grandioser Blick in

die Schlucht, sehr schönes klei nes Dorf.

Einkehr: Restaurants in Labeaume.

In der Nähe: Randa Ardesca Archeosite,

Kanuverleih Balazuc.


64 Tour 9: Felsenweg hoch über der Beaume

dem Tal entlangwandern. Der Weg bleibt immer breit genug für

ein sicheres Gefühl, trotzdem ist hier Trittsicherheit gefragt und

einigermaßen schwindelfrei sollten wir auch sein. Kinder gehören

hier auf jeden Fall unter Aufsicht.

Am Ende des Felsplateaus 2 zweigt im Wald der gelb-weiß

markierte Pfad rechts ab. Hier können wir später zu einer schmalen

Straße hinaufsteigen, die auf dem kürzesten Weg nach Labeaume

zurückführt. Zuerst verlassen wir jedoch den markierten Weg

und steigen links hinunter. Gleich darauf haben wir wieder besten

Blick in die Schlucht. Besonders gut ist er von der kleinen

Steinterrasse mit Mäuerchen 3 in der ersten Kurve. Kurz darauf

geht es rechts am Tor eines Privatgrundstückes vorbei und

dann an der nächsten Kreuzung links hinunter. Der Weg ist mit

Steinmännchen markiert. An einer Hausruine, von der nur noch

die Grundmauern zu sehen sind, heißt es aufpassen. Geradeaus

geht es direkt zum Fluss hinunter. Wir biegen hier rechts ab und

wandern am Hang entlang weiter. Der Weg ist streckenweise

leicht zugewachsen. Er endet auf einem weiteren Felsplateau,

diesmal auf Flusshöhe 4 . Die Felsplatten bilden angenehme

Stufen, die bis ins Wasser reichen und in tiefe Wasserbecken

führen. Ist die Strömung nicht zu stark, haben hier gut schwimmende

Kinder ihren Spaß. Zum Planschen ist die Stelle allerdings

weniger geeignet. In der Steilwand hinter dem Uferbereich gibt

es mehrere kleine Höhlen zu entdecken, die aber nicht allzu

weit in den Berg hineinführen.

Auf dem Rückweg müssen wir kurz hinter der Hausruine zweimal

aufpassen, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Zuerst

zweigt ein breiterer Weg links ab, dann verzweigt sich unser Weg

in zwei Pfade. Wir gehen hier links hinauf. Die Stelle ist auch mit

Steinmännchen markiert. Kurz darauf kommen wir wieder zur


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

65

Felsterrasse mit der tollen Aussicht 3 und dann zur Kreuzung

2 , an der die gelb­weiße Wegmarkierung wieder auftaucht.

Hier steigen wir hinauf und treffen an der Straße auf die

hängenden Gärten mit Aussichtspunkt 5 . Dann geht es auf

der schmalen Straße weiter in Richtung Labeaume. Wir folgen

dem braunen Schild »access pietonne« zweimal nach rechts und

kommen so zum Dorfeingang von Labeaume. Geradeaus geht es

durch die schmalen steingepflasterten Gassen und dann rechts

hinunter zum besonders idylli schen Dorfplatz 6 am Fluss. Hier

warten gleich drei Res tau rants, in denen wir den Ausflug ausklingen

lassen können. Am Platzrand

beginnt auch der Bade platz

(2) (4) (2) (5) (6)

Parkplatz

200

an der Beaume, über den wir zurück

zum unteren Parkplatz kom­

100

men.

Cevennen - Tour 09 - Ansgar Jöbkes - 12.01.2019

0.20 0.35 0.55 1.15 1.30

Parkplatz

Start 1 2 3 4 km

Grotte du

Bridour

200

4

3

2

Les Jardins

Suspendus

5

Labeaume

6

La Beaume

1

0 125 250 Meter


70 Tour 11: Zum Dolmen von Saint-Alban

Tour 11:

Zum Dolmen

von Saint-Alban

Kleine Wanderrunde auf dem

Plateau de Gras

Die Hochebene zwischen Rosières

und der Ardèche hat eine ganz

besondere Atmosphäre. Zwischen

zwei besiedelten Tälern liegt hier

eine einsame, steinige Landschaft

mit knorrigen Bäumen und Grasflächen,

die von niedrigen Trockensteinmauern

durchzogen ist. Zwischen

diesen Mauern führen Fußwege

über das Plateau und unser

Rundweg bringt uns außerdem zum

Aussichtsplatz an einer Kapelle und

zu einem gut erhaltenen Dolmen.

85 m

4,5 km

Wanderung: Vom Parkplatz folgen

wir der Straße in Richtung

Ort und sehen schon nach wenigen Schritten einen ersten Wanderwegweiser

1 . Hier ist auch der Dolmen, der unser erstes

Ziel ist, bereits beschildert. Wir folgen dem Pfeil geradeaus weiter

und dann durch eine Rechtskehre bis zu einer Kreuzung mit

1 h 30

ab 4


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

71

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Von Ruoms kommend fahren wir

über die Ardèche und auf der westlichen

Seite des Flusses bis zum Dorf Saint­

Alban­Auriolles. Unser Wanderparkplatz

liegt am Ortsende bei GPS N 44°25‘29.8“,

E 4°17‘49.6“ rechts neben der Straße

und ist beschildert. Mit jüngeren Kindern

können wir die Tour kürzen, indem wir

sie am oberen Parkplatz beginnen. Dazu

biegen wir schon an der Ortseinfahrt

rechts ab in Richtung Wohnmobil stellplatz,

fahren an diesem vorbei und parken

auf einer Schotter­Wiesenfläche auf

der rechten Seite kurz vor einer Kreu zung

mit Steinkreuz. An dieser treffen wir dann

auf die beschriebene Wanderroute.

Anspruch und Charakter: Kurzer Weg

durch das Dorf auf einer schmalen,

kaum befahrenen Asphaltstraße. Auf

dem Plateau schmale, meist unebene

Wanderwege zwischen niedrigen Steinmauern.

An vielen Stellen schöner Weitblick.

Highlights: Einsames, stilles Hoch plateau

mit vielen Bienen, Heuhüpfern und

anderen Insekten, ein gut erhaltener

Dolmen, spannende Pfade zwischen vielen

Steinmäuerchen.

Einkehr: Pizzeria Le Rendez­vous im Ort

In der Nähe: Randa Ardesca Archeosite,

Hochseilgarten Ardèche Adventurecamp.

einem Steinkreuz 2 . Hier geht

es links die schmale Straße

zwischen schönen Steinhäusern

hinauf. Nach 200 Metern zweigt

dann links ein grob geschotterter

Weg ab, der steil bergauf

führt. Diesem folgen wir bis

zu einem mit einer Mauer eingefassten

Picknickplatz. Dort

biegen wir links ab und gehen,

dem Schild zum Dolmen folgend,

an der Mauer entlang.

Den ersten Abzweig lassen wir

links liegen, am zwei ten biegen

wir in einen stei ni gen Wanderpfad

ein. Links führt ein Abste­


72 Tour 11: Zum Dolmen von Saint-Alban

cher zu einer Kapelle, die an

einem erstklassigen Aus sichtspunkt

erbaut ist. Zurück auf dem

Hauptweg folgt dann gleich

darauf der Abzweig zu einem

stattlichen Dolmen 3 .

Nach dem Besuch am Dolmen

lohnt noch eine kleine Runde

über das einsame Plateau. Wir

gehen dazu zurück zur letzten

Kreuzung und folgen hier dem

links abzweigenden Weg. Zwischen

niedrigen Stein mauern

geht es über eine einsame Hochebene.

Man hört nur das stetige

Brummen und Surren der Bienen,

die eifrig von Blüte zu Blüte

fliegen, und das leise Rauschen

des Windes.

Wir kommen noch einmal an

eine Kreuzung 4 . Links ginge

es auf kürzestem Weg nach

Saint-Alban zurück, rechts sind

es noch gut drei Kilometer bis

zu den Klippen, von denen man

in die Beaumeschlucht hinuntersehen

kann. Dieser Weg ist


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

73

Cevennen - Tour 11 - Ansgar Jöbkes - 12.01.2019

200

5

4

3

Saint-Alban

2

1

0 250 500 Meter

gelb­weiß markiert und wir folgen

ihm nach rechts. Auf halber

Strecke ist links noch eine

kleine Hütte in Trockensteinbauweise

zu sehen. Auch am

Parkplatz

200

100

Parkplatz

Dolmen (3) (5) (2)

0.20 0.50 1.30

Start 1 2 3 4 4,5 km

nächs ten Abzweig weist uns die gelb­ weiße Markierung den

Weg nach rechts. Kurz darauf mündet unser Wanderpfad in einen

breiteren Weg 5 . Hier biegen wir rechts auf den unmarkierten

Weg ab, der uns in etwa 20 Minuten zum Ortsrand von Saint­Alban

zurückbringt.

Am Ortsrand biegen wir noch einmal rechts in Richtung Dolmen

ab und wandern am bereits bekannten Picknickplatz entlang.

An dessen Ende geht es dann durch den Ort hinunter. Kurz vor

der Kreuzung mit dem Steinkreuz zweigt der markierte Wanderweg

links in eine Seitengasse ab und führt an einem Bächlein

entlang direkt auf den oberen Parkplatz. Hier biegen wir rechts

ab und folgen der Straße immer geradeaus, dann durch die

Linkskehre und zurück zum Parkplatz.


88 Tour 16: Sentier de la Vièrge

65 m

2 km

1 h

ab 4

Tour 16:

Sentier de la Vièrge

Entdeckungstour im Märchenwald des Bois de Païolive

Wer schon zur Corniche oder zum Cirque d‘Endieu gewandert ist

und glaubt, der Wald könne nicht mystischer werden, wird hier

eines Besseren belehrt: Uns erwartet ein faszinierendes Felslabyrinth,

eingebettet in einen verwunschenen Wald. Wir begeben uns auf eine

verwinkelte Entdeckungstour, herausragend geeignet auch für kleine

Kinder wegen der abwechslungsreichen Wege und vielen Felsskulpturen.

Aber auch für Erwachsene ist die kleine Runde ein Genuss

und lädt zum Staunen ein!

Wanderung: Unsere Wanderung startet beim Schild »Depart«.

Nach 50 Metern erreichen wir einige große Felsblöcke, der Weg

verläuft rechts von diesen. Die Baumgruppe im Felsrund im Hintergrund

bietet einen schönen Rahmen für ein Picknick bei der

Rückkehr.

Ab jetzt sind die grünen Markierungen unser Wegweiser im Labyrinth.

Wechselnd führt der Pfad zwischen Bäumen hindurch,

an Felsen vorbei, durch Felsen hindurch, über Felsen hinweg.

Nach 300 Metern erreichen wir den Beginn der Runde. Hier folgen

wir der Markierung nach rechts und einige Felsstufen hinauf,

dann schwenkt der Pfad nach links. Nach insgesamt 500

Metern ist die Felsgruppe »Le Bestiare« 1 nach links beschil­


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

89

dert: Wenn wir dem felsigen

Pfad aufwärts und nach links

folgen, kommen wir zu einem

kleinen Felsbogen. Beim Rückweg

von diesem lohnt es sich,

im »Bestiare« weiter geradeaus

zu gehen und einem schmalen

Pfad hinter den großen Felsen

hinab zum Hauptweg zu folgen.

Dort ange kommen geht es

rechts weiter. Jetzt folgt ein

dunkler, feuchter Abschnitt,

lange Flechten hängen von

den niedrigen Bäu men.

Nach einem Kilometer gehen

wir durch ein Felsentor 2 .

Wenig später bieten links zwei

kleine, offene Felsenplateaus

etwas Aussicht über die dicht

bewaldete Umgebung.

Zwei Felsdurchgänge 3 erwarten uns bei einem weiteren Abste

cher nach einem guten Kilometer. 100 Meter weiter befindet

sich links eine Höhle. Schließlich erreichen wir den links abzweigenden

Pfad zu »La Vièrge« 4 : Durch einen Felsendurchgang

geht es abwärts in einen grünen Kessel. Hoch in den Felsen

auf der rechten Seite befindet sich die Namensgeberin unserer

Tour, eine fast schwarze Mutter­Gottes­Statue. Noch ein kleines

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Die Wanderung beginnt am

Park platz »des Clairières« bei GPS N

44°23’40.3‘‘, E 4°10’41.1‘‘ an der D 252

zwischen Les Vans und Maison Neuve.

Von Les Vans kommend auf der D 901

Richtung Alès und nach fünf Kilometern

links Richtung Casteljau fahren, dann

1300 Meter bis zum Parkplatz. Von

Maison Neuve kommend auf der D 104

nach Süden und hinter der Brücke über

den Chassezac nach rechts Rich tung

»Casteljau« abbiegen und der Straße für

sechs Kilometer folgen.

Die Zufahrt zum Parkplatz (D 252 zwischen

Casteljau und der D 901) ist gesperrt

für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen

und im Juli und August auch für Gespanne

und Fahrzeuge breiter als 2,10 Meter.

Die Wanderung ist sehr beliebt, was aufgrund

der vielen Kehren und Felsen

kaum stört. Aber der Parkplatz ist im

Sommer tagsüber meist gefüllt, starten

Sie deshalb möglichst früh oder spät.

Anspruch und Charakter:

Weitgehend einfacher Weg im Schatten

des Waldes, kleinere Kletterpassagen

vor allem bei den Abstechern. Bei Nässe

sind die Felsen rutschig. Viel Schatten.

Für den kurzen Abstieg in die kleine

Höhle beim Abstecher »La Vièrge« brauchen

Sie Taschenlampen. Grüne Markierung.

Rechnen Sie zusätzliche Zeit zum

Erfor schen und Felsenklettern.

Highlights: Felsen und Wald in wildromantischem

Zusammenspiel.

In der Nähe: Les Vans mit Markt.


90 Tour 16: Sentier de la Vièrge

Stück weiter im Felskessel

führt der Pfad zu einem Höhleneingang

4 rechts im Rund.

Wir klettern zunächst eine etwas

höhere Stufe hinab, dann ist

der schmale Einschnitt im Fels

aber gut zu begehen und kann

mit Taschenlampen einige Meter

erforscht werden.

Parkplatz

(2)

Parkplatz

Unser Hauptweg führt uns weiter

durch das Felslabyrinth und

kurz darauf stehen wir schon

wieder am Start der Runde. Wir

biegen rechts ab und wandern

auf bereits bekanntem Weg

zurück zum Parkplatz.

Parkplatz

(2) (4) (5)

Parkplatz

Tour 16

200

100

0.30 1.00

en - Tour 16 - Ansgar Start Jöbkes - 12.01.2019 1

2 km

Tour 17

200

100

Start 1 2

0.30 0.50 1.10 1.30

3 3,6 km

2

3

200

4

Chassezac

Tour 17

1

5

Tour 16

200

Le

Bestiaire

1

4

3

Le Labyrinthe

2

0 250 500 Meter


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

91

Tour 17:

La Corniche im Bois de Païolive

Durch einen Feenwald hoch über der Schlucht des Chassezac

Wer ihn durchquert, versteht, warum der Bois de Païolive auch den

Spitznamen Feenwald, »Bois des Fados«, trägt. Auf seinen 16 Quadratkilometern

haben Millionen von Jahren aus den Kalksteinablagerungen

aus Jura und Kreidezeit wundersame Skulpturen geschaffen,

die von einem grünen Dickicht überwuchert werden. Durch dieses

Wunderwerk wandern wir zu einem Aussichtsweg hoch über der

Schlucht des Chassezac, eine wahrlich beeindruckende Rundtour.

100 m

3,6 km

1 h 30

ab 6

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Die Wanderung beginnt am

Park platz »des Clairières« bei GPS N

44°23’40.3‘‘, E 4°10’41.1‘‘ an der D 252

zwischen Les Vans und Maison Neuve.

Von Les Vans kommend auf der D 901

Richtung Alès und nach fünf Kilometern

links Richtung Casteljau fahren, dann

1300 Meter bis zum Parkplatz. Von

Maison Neuve kommend auf der D 104

nach Süden und hinter der Brücke über

den Chassezac nach rechts Rich tung

»Casteljau« abbiegen und der Straße für

sechs Kilometer folgen.

Die Zufahrt zum Parkplatz (D 252 zwischen

Casteljau und der D 901) ist gesperrt

für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen und

im Juli und August auch für Gespanne

und Fahrzeuge breiter als 2,10 Meter.

Die Wanderung ist sehr beliebt, was aufgrund

der vielen Kehren und Felsen kaum

stört. Aber der Parkplatz ist im Sommer

tagsüber meist gefüllt, starten Sie deshalb

möglichst früh oder spät. Falls der

Parkplatz »des Clairières« voll ist, können

Sie versuchen, auf den Parkplatz

»Lestong« 1,5 Kilometer weiter in Richtung

Maison Neuve auszuweichen.

Anspruch und Charakter: Teils felsig,

teils fester Boden mit kleinen An­ und

Abstiegen. Schattig bis zur »Cor niche«.

Diese ist ein felsiger, teils stufiger Pfad,

am oberen Rand der Schlucht des Chasse

zac mit gut einem Meter Breite, an

einzelnen Stellen nahe an den senkrecht

abfallenden Felsen, aber nicht ausgesetzt.

Weg und Aussichtsstellen sind ungesichert,

bei Regen rutschig, mit zuverlässigen

Kindern gut zu gehen. Gelbe

Markierungen.

Highlights: Viele Felsen im knorrigen

Wald, Aussicht in die Schlucht.

In der Nähe: Kanutouren Chassezac


92 Tour 17: La Corniche im Bois du Païolive

Wanderung: Vom Parkplatz aus

gehen wir zurück zur Straße, wenden

uns nach rechts und gehen für

60 Meter an der Straße entlang.

Dann zweigt ein deutlicher, beschilderter

Pfad nach links in den

Wald ab. Nach knapp 200 Metern

felsigen Anstiegs halten wir uns an

einer Ver zweigung rechts. Schon

200 Meter weiter erreichen wir die

nächste Verzweigung 1 und wählen

den linken Weg. Wir durchwandern

ein grünes Tal zwischen niedrigen

Felswänden, die viele kleine

Kletter möglichkei ten bieten. Dann

öffnet sich der Blick nach links in

einen wilden, felsgesäumten Talkessel.

Der Weg führt abwärts und an einer Felswand entlang,

die über und über mit Moos bewachsen ist. Dahinter erreichen

wir eine Verzweigung 2 , an der wir rechts zur »Corniche« abbiegen.

Jetzt geht es zwischen Felsen hindurch und über Felsen

abwärts. Nach 100 Metern führt der Hauptweg links weiter. Vorsicht:

Hier beginnen die Steilkanten der Corniche! Nach gut 1,5


AN ARDÈCHE UND CHASSEZAC

93

Kilometern erreichen wir einen

ersten Aus sichtspunkt 3 mit

weitem Blick über das Karst­

Plateau »des Gras« und die mit

100 Meter hohen Felswänden gesäum

ten Schleifen des Chas sezac.

Wir gehen diesen Weg andersherum als auf

den Wanderkarten angegeben, denn wir

erreichen einen der schönsten Aus sichtspunkte

direkt zu Beginn der »Corniche«.

So haben auch die Eltern eine Chance auf

gute Aussicht, denen der weitere Weg zu

gefährlich erscheint, denn sie können

nach der ersten Aussicht umkehren.

Die nächsten 300 Meter unse res Weges verlaufen nah an der Steilkante,

immer auf felsigem Grund, über Stufen ansteigend, mit

fantastischen Ausblicken in die Schlucht unter uns. Dann passieren

wir eine kleine Höhle zur Rechten und der Weg rückt ein

wenig ins Landesinnere. Von der Abbruchkante ist er ab jetzt

meist durch Bewuchs getrennt. Gut 50 Meter weiter befindet

sich noch einmal ein schöner Aussichtspunkt 4 . An der folgenden

Verzweigung halten wir uns rechts, bei der nächsten

großen Kreuzung 5 200 Meter weiter ebenfalls rechts (hier

geht es links zum Parkplatz »Lestong«).

Auf einem breiten Weg wandern wir zuerst weiter durch niedriges

Buschwerk, dann wieder durch dichteren Wald. Wir passieren

eine Felsspalte und 200 Meter weiter erreichen wir die Verzweigung

1 , an der unsere Runde begann. Zweimal gehen wir geradeaus,

dann links hinunter zur Straße und zurück zum Parkplatz.


112 Tour 21: Cevennen intensiv

ca. 500 m

9 – 12 km

4 – 5 h

ab 6/10

Tour 21:

Cevennen intensiv

Drei Tage unterwegs mit Urso dem Esel

Die Cevennen mit ihren steilen, dicht bewachsenen Tälern und rauen

Hochebenen gelten als eine der letzten wilden Ecken Europas. Auf

dieser Wanderung erleben wir sie drei Tage lang intensiv und in

allen ihren Facetten – mit traumhaften Aussichten, Heideflächen

auf den Höhen, Nadel­ und Buchenwäldern an den Hängen und Bächen

in den Tälern. Wir erfahren die Einsamkeit der Landschaft und

die Ruhe des Wanderns in Begleitung von einem oder zwei liebenswerten

Lang ohren, die geduldig unser Gepäck tragen. Eine durch

das steile Gelände durchaus anspruchsvolle, aber sehr abwechslungsreiche

und wunderschöne Wanderrunde.


RUND UM DEN MONT LOZÈRE

113

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Zufahrt zum Eselstall ab Vialas

gut fünf Kilometer auf sehr schmalen

Straßen, nicht geeignet für Wohnmobile.

Von der D 998 in Vialas an der Kirche nach

Osten in Richtung »Route des Crêtes«

abbiegen, knapp 200 Meter weiter nach

rechts nochmal in Richtung »Route des

Crêtes«, dann nach 1,4 Kilometern scharf

rechts hoch Richtung »Castagnols« und

der Straße für 3,5 Kilometer folgen.

Dann kommt ein breiter Parkstreifen bei

GPS N 44°19’23.0‘‘, E 3°53’13.4‘‘ auf

der rechten Straßen seite. Etwas weiter

oben gibt es eine gute Wendemöglichkeit

in einer Straßenkehre.

Eselverleih: €57 pro Esel und Tag, Rabatt

ab dem dritten Tag. Zusätzlich €13 pro

Tag für die Organisation der Wande rung.

Bei Buchung fester Unter künfte reicht

ein Esel in der Regel für das Gepäck von

drei Personen (maximal 40 Kilo), darf

dann aber kein Kind mehr zusätzlich tragen.

Kostenlose Zeltmöglichkeit (ohne Dusche

und WC) am Hof, im Weiler Castagnols

gibt es auch eine Wanderhütte (€19 pro

Person) sowie Gästezimmer (€ 35).

Telefon +33 (0)4 66 41 04 16.

ane­et­randonnee.fr

Anspruch und Charakter: Wechselnde

Wege von Asphalt (kaum befahrene Straßen)

bis zu schmalen Pfaden. An spruchsvoll

vor allem aufgrund der Höhenmeter

und steiler Wegabschnitte. Gute Mi schung

aus Schatten und Sonne. Eltern mit solider

Wandererfahrung können die Runde

auch mit jüngeren Kindern gehen, wenn

diese zeitweise reiten. Dazu muss aber

ein zweiter Esel mit auf die Tour.

Highlights: Einsame Höhen und enge

grüne Täler, alle Merkmale der Cevennen,

Übernachtungen unterwegs, Wandern mit

Esel, Esel selbst versorgen.

Unser Abenteuer startet schon

am Vor abend des ersten Wandertages

um 17 Uhr am Eselsstall

mit einer ausführlichen

Einweisung über den Umgang

mit dem Esel auf Deutsch.

Tag 1: Gentiane – Le Lauzas

12,3 km, 210 m, 500 m, 4 h 15

Eselwandern mit Gentiâne

Alles Wichtige zum Esel erfahren Sie bei

Gentiâne. Ebenso werden ausführliche

Weg beschreibungen auf Deutsch und mit

Bildern zur Verfügung gestellt. Größere

Kinder können sehr gut einen Esel führen,

aber bei allen schmalen oder steileren

Stellen sollte ein Erwachsener dies übernehmen.

Gentiâne bietet eine Vielzahl von Touren

an – mit unterschiedlichen Längen und

Schwierigkeitsgraden. Als Tagestour führt

die »Tour des Ventalon« auf den südlichen

Bergkamm mit großartigen Aussichten

und die »Tour de Soleyrols« zu romantischen

Badestellen im Tal. Die hier beschriebene

Tour gehört zu den Familientouren

mit mittelschweren Etappen.

Michael Schumm,Telefon +33 (0)4 66 41

04 16, www.ane­et­randonnee.fr

Am nächsten Morgen gegen neun

Uhr werden die Packtaschen

gewogen und wir können unsere(n)

Esel übernehmen. Vom

Eselsstall aus wenden wir uns

auf der Straße nach links, gehen

in der Straßenkehre gerade aus

weiter und erreichen nach 500

Metern einen alten, aus Natursteinen

gemauerten Hof des Weilers Castagnols. An diesem

gehen wir rechts hoch, vorbei an weiteren teils liebevoll restaurierten

Häusern, bis zur Straße, an der wir nach links abbiegen.

An der nächsten Verzweigung gehen wir geradeaus weiter und

kommen direkt danach am Friedhof 1 vorbei. Dem dort abzweigenden

breiten, geschotterten Weg mit gelb-roter Markierung

folgen wir für 2,4 Kilometer mit angenehmer Steigung aufwärts,

immer am Hang entlang, erst überwiegend durch Wald,


132 Tour 24: Sommet de Finiels

200 m

5,5 km

2 h

ab 6

Tour 24:

Sommet de Finiels

Durch grüne Hügel am Mont Lozère

Der Sommet de Finiels ist der höchste Gipfel des Mont Lozère, was

aber eigentlich kaum auffällt. Wir wandern durch eine zauberhaft

raue Heidelandschaft aus grünen Hügeln, auf denen etliche Felsbrocken

verstreut liegen und vereinzelt Kiefern ihre knorrigen Äste

gen Himmel strecken. Von der kahlen Hügelkuppe des Sommet des

Finiels kann man dann weit über die Landschaft gucken, der Nachbargipfel

mit seiner steinigen Spitze ist dagegen ein echtes Kinder­Kletterparadies.

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Am östlichen Ortseingang von

Le Pont­de­Montvert in Richtung Col de

Finiels fahren und der gut ausgebauten

Straße sechs Kilometer bis zum Dorf

Finiels und dann noch einmal 5,5

Kilometer bis zum Parkplatz auf der

Passhöhe bei GPS N 44°25‘26.9“, E

3°46‘05.9“ folgen.

Am Pass ist auch ein kürzerer Themenweg

mit dem spiralförmigen Naturpark­

Symbol markiert. Wir treffen zwischendurch

auf diesen Weg, folgen aber nicht

dessen Trasse, die nicht zum Gipfel des

Mont Lozère (Sommet de Finiels) führt.

Anspruch und Charakter: Einfache Wande

rung mit sanfter Steigung und auf

breiten Wegen. Auf dem Rückweg schma le

Pfade mit nicht ganz eindeutiger Wegführung,

sodass man grundlegendes

Orien tierungsvermögen braucht. Unterwegs

kein Schatten.

Highlights: Wilde, karge Landschaft,

Gipfelblick am Sommet de Finiels, Stei ne

klettern auf dem Rückweg.

Einkehr: Picknick mitnehmen.

In der Nähe: Le­Pont­de Montvert mit

romantischen Ortskern, Badeplatz am

Fluss und Museum.


RUND UM DEN MONT LOZÈRE

133

Wanderung: Der Wanderweg beginnt und endet auf der linken

Straßenseite am oberen Ende des Parkplatzes an der rot-weißen

GR-Markierung. Wir wählen hier zunächst den Pfad, der ein

Stück parallel zur Straße verläuft. An einer Steinbrücke 1

überqueren wir einen Bach und steigen dann, dem deutlich

sichtbaren Pfad folgend, links den

Hang hinauf. Der Boden ist dunkel

und moorig und rechts und links des

Weges wuchern Blaubeerbüsche und

Heidekraut. Links neben uns sehen

wir den steinigen Gipfel, über den

wir später zurückkommen werden.

Auf der Höhe 2 treffen wir auf einen

mit Steinsäulen markierten Querweg,

der von Finiels heraufkommt. Es

handelt sich dabei um die Route des

Stevensonweges [› Seite 123]. Wir überque

ren den Weg und folgen dem Hinweisschild

Sommet de Finiels und

der rot­weißen Markierung des GR

geradeaus weiter auf den nächsten

Hügel, auf dem schon von weitem ein großer Steinhaufen erkennbar

ist. Durch eine letzte Senke steigen wir zur unauffälligen

Graskuppe des Sommet des Finiels 3 hinauf, der mit

1699 Metern der höchste Gipfel am Mont Lozère ist. Drei Infotafeln

erklären das Panorama in verschiedenen Richtungen. Der Weitwanderweg

geht leicht links abknickend weiter und steuert die

nächste Gipfelkuppe an. Wer die Wanderung verlängern möchte,

kann ihm hier noch ein Stück folgen und erreicht nach gut drei

Kilometern und einer Stunde Gehzeit den Signal de Laubies.


134 Tour 24: Sommet de Finiels

Unser Rundweg führt hier zum Pass zurück. Wir wählen dazu einen

unmarkierten und zuerst schlecht erkennbaren Pfad, der an

der linken Panoramatafel vorbei im spitzen Winkel zurückführt.

Nach wenigen Metern sieht man in der Senke einen breiteren Weg,

auf den unser Pfad zuhält. Dort angekommen folgen wir dem

breiten Wanderweg nach links, bis er erneut den Stevensonweg

kreuzt 4 , der an den auffälligen Steinstelen erkennbar ist.

An der Kreuzung zweigt außerdem ein breiter Fahrweg ab, der

ebenfalls zum Pass zurück führt. Wir möchten jedoch noch auf

den vor uns liegenden Hügel hinauf, der mit seinem steinigen

Gipfelplateau noch einmal ein landschaftlicher Höhepunkt ist.

Der Pfad ist am Grasrücken zuerst nur schwach erkennbar, wird

aber schnell deutlicher. Bald wandern wir zwischen ersten Felsbrocken,

die am Gipfel 5 immer dichter liegen und eine malerische

Steinlandschaft bilden. Hier oben treffen wir auch auf

Punkt 4 des Themenweges.

Der richtige Pfad hinab ist noch einmal schwer erkennbar. Wir

steuern daher am Rand der Steine die bereits unterhalb sichtbare

Straße an. Unser Parkplatz liegt dort am Waldrand. Schnell

entdecken wir dann auch den gesuchten Pfad, der sich durch

Blaubeersträucher und Heidekraut schlängelt. Beinahe unten

angekommen überqueren wir noch einmal den Bach 6 und

wandern das letzte Stück in vielen Kurven durch lichten Wald.

Dann stehen wir wieder am Parkplatz.


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

151

Tour 28:

Das Chaos von Nîmes-le-Vieux

Von Felslabyrinth, Wanderwirtschaft und Wildwiesen

Mitten aus dem leicht hügeligen, mit Weideflächen bedeckten Osten

der Causse Méjean ragen bizarre Felsformationen hervor, so als

wären sie beim Einebnen und Erschließen der Gegend übersehen

worden. Unser Weg führt mitten durch diese faszinierende Felslandschaft.

Dabei begegnen wir auch Spuren der unterschiedlichen

Nutzung dieser rauen Landschaft durch den Menschen, zum Beispiel

den alten Wegen der Transhumanz.

200 m

8 km

3 h

ab 6

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Am Col de Perjuret (höchster

Punkt der D 996 zwischen Vébron und

Meyrueis) nach Norden in Richtung

»L’Hom« fahren. An der ersten Ver zweigung

rechts, an der zweiten nach links

abbiegen. Knapp drei Kilometer hinter

dem Col erreichen wir dann den Parkplatz

am Eingang des Dorfes »L‘Hom«

bei GPS N 44°13’28.1‘‘, E 3°30’51.3‘‘.

Anspruch und Charakter: Im ersten

Bogen gut beschilderter, etwas gerölli ger

Pfad, viel Auf­ und Ab, kaum Schatten.

Im zweiten Bogen meist Feld wege, Querverbindung

aber teils weglos auf Tierpfaden

durch Wiesen ge lände sowie auf

Pfaden gegen die Be schilde rungs richtung

durch Chaos bei Le Veygalier. Bitten halten

Sie sich zum Schutz der Landschaft

an die »acces interdit« – Zutritt­Verboten­Schilder!

Die beiden Runden können

auch gut einzeln gelaufen werden (je

4 km, Geh zeit 1 h 30).

Eintritt: Der Lehrpfad bei L’Hom ist kostenlos.

Für den Sentier géologique bei

Le Veygalier sollen beim Start im Café

€ 2 (Kind € 1) bezahlt werden, allerdings

gehen wir nur einen Teil des Weges in

verkehrter Richtung und das Café liegt

für uns gar nicht am direkten Weg.

Highlights: Tolle Felsformationen zum

Angucken und Klettern.

Einkehr: Café in Veygalier, Imbiss in Gally

In der Nähe: Badeplätze am Tarnon


1100

152

Tour 28: Das Chaos von Nîmes-le-Vieux

Wanderung: Vom Parkplatz aus gehen wir auf der Straße weiter

bergauf ins Dorf, halten uns an einer Verzweigung links und erreichen

nach 200 Metern in einer scharfen Rechtskehre einen

Fahrweg, der nach links abzweigt 1 . Diesem folgen wir für 100

Meter, dann weist ein großes Schild auf den Beginn des Lehrpfades

hin und wir gehen auf dem Pfad rechts bergauf. Schnell

bringt er uns ins Land der Felsen. Natürliche Mauern, Sockel und

Stufen säumen und gestalten unseren Weg. An einer weiten Aussicht

nach Osten erläutert eine erste Hinweistafel die Landnutzung

durch den Menschen.

Die uns begleitenden Felsen werden jetzt höher, gewinnen mehr

Format und unser Weg führt teils mitten durch das Labyrinth.

Eine zweite Lehrtafel informiert über hier vorkommende Vögel

und andere flinke Bewohner der Felsen und Büsche (»Farfadet«

= Kobold). Dann queren wir ein Gatter und wandern weiter durchs

Labyrinth, das jetzt Blicke auf die bewaldeten Kuppen im Norden

freigibt.

Die Entstehung des Felsenchaos ist Thema der nächsten Lehrtafel.

Die Causse entstanden aus Kalkablagerungen der Meere

des Erdmittelalters (Trias, Jura und Kreide, früher als »Sekundär«

Parkplatz

Steinbruch (6)

1200 Senke (2)

Gally (4)

(1)

Lehrpfad (8)

1100

Parkplatz

1000

0.25

en - Tour 28 - Ansgar Jöbkes - 12.01.2019

0.45 1.30 1.45 2.15 3.00

Start 1 2 3 4 5 6 7 8 km

1100

7

1100

6

9

8

Le Veygalier

3

2

5

1

L‘Hom

1100

4

Gally

1100

1153m

0 250 500 Meter


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

153

bezeichnet, vor 250 bis 65 Millionen

Jahren). Kohlensäurehaltiges

Regenwasser löste die

Teile der Felsen auf, übrig blieben

die widerstandsfähigeren

Bereiche. Dabei wurden Bögen,

Säulen, Mauern und kleine

Schluchten geschaffen, aber

auch Höhlen.

Die Wege der Transhumanz

Als Transhumanz, französisch »draille«,

bezeichnet man die Wanderweide wirtschaft,

bei der halb sesshafte Hirten mit

ihren Herden mit den Jahreszeiten die

Weidegebiete wechseln. In den Cevennen

ist die Transhumanz seit dem 7. Jahrhundert

belegt. Dass auch heute noch

Wander schä ferei betrieben wird, war ein

wichtiger Grund für die Anerkennung der

Cevennen als Welterbe der Menschheit

durch die UNESCO.

Dann folgt eine meist etwas

feuchte Senke 2 , in der sich im dichten Buschwerk viele Schmetterlinge

tummeln. Dahinter erreichen wir ein weiteres Gatter.

Jetzt wandern wir oberhalb des Felsenchaos über einen Wiesenhügel

und haben an der Leiter 3 , die den nächsten Zaun überquert,

eine beeindruckende Weitsicht auf die Bergzüge des Mont

Aigoual. Mit scharfen Augen sind bei gutem Wetter die beiden

hohen Stahltürme auf seinem Gipfel zu sehen, der nur 14 Kilometer

Luftlinie entfernt ist.

Wenig später treffen wir auf die Tafel »Zwischen zwei Welten«

(»Entre deux Mondes«), die am Col de Perjuret zusammentreffen:

Vor uns erheben sich die mit Schwarzkiefern aufgeforsteten

Hänge des Mont Aigoual, an denen seit jeher Forstwirtschaft

betrieben wurde. Im Tal unter uns verlief der Weg der Wanderhirten,

die mit ihren Schafherden den Jahreszeiten folgend Weidegründe

aufsuchten.

Jetzt geht es eine Weile vor allem abwärts durch Felsen und

Haselnuss-Gebüsch, dann folgt felsiges Grasland mit freier Sicht.

Bei Kilometer 2,1 führt ein Abstecher nach rechts in

den Weiler Gally 4 mit einer Imbissstube. Wir

wandern geradeaus weiter. Entlang eines


154 Tour 28: Das Chaos von Nîmes-le-Vieux

Zaunes bringt der Pfad uns in ein Haselnussdickicht zur nächsten

Hinweis tafel »l’Abri« und zu einer kleinen Oase auf dem nackten

Hochplateau. Dann folgt ein Anstieg durch schattenloses Gelände.

Wir übersteigen erneut einen Zaun 5

und laufen dann rechts an ihm entlang,

jetzt geht es nur noch leicht

aufwärts. 200 Meter weiter wartet

die nächste Leiter auf uns, dann

wandern wir durch schöne Felsformationen

abwärts. Kurz darauf wendet

sich der Pfad nach links und unser

Ziel ist in Sicht. Die letzten zwei

Lehrtafeln handeln vom Kampf der

Pflanzen beim Überleben auf nacktem

Fels und einem Lied der Hirten,

das die Vokale des Alphabets wie in

einer Beschwörung moduliert.

Abenteuerlustige können jetzt die zweite, viel einsamere Runde

anschließen. Bei Erreichen der Asphaltstraße wenden wir uns

nicht nach rechts zum Parkplatz, sondern nach links bergauf.

Die Straße beschreibt eine Linkskehre und führt dann oberhalb

einer feuchten Wiesenfläche entlang, die als gesperrte Schutzzone

für Niederwild ausgewiesen ist, zu dem Fasane, Wachteln,

Rothühner und Hasen zählen. Nach 500 Metern endet unser Anstieg

auf einem Kamm. Dahinter erwartet uns links ein ehemaliger

Steinbruch 6 .

Von der nächsten Kuppe haben wir beste Aussicht auf weite,

karge Wiesenflächen im Hinterland. Hier ist auch der weitere

Weg, der am Hang entlang rechts von uns leicht abwärts führt,

gut sichtbar. Von der nächsten Verzweigung aus gehen wir einige

Schritte geradeaus und klettern, dort wo die Trittsteine liegen,

über den Zaun 7 zur Rechten. Wir laufen am rechtwinkling

wegführenden Zaun entlang, bis an seiner Ecke der Weg am

Hang wieder erkennbar wird. Auf diesen halten wir zu und folgen

ihm leicht abwärts in eine wilde, urwüchsige Gras land schaft.


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

155

Wir überqueren einen zweiten, niedrigen Zaun und gehen auf

deinem Pfad oberhalb von Büschen und einem Mäuerchen weiter.

Wenn er sich zu verlieren scheint, bleiben wir immer deutlich

oberhalb des Talgrundes zur Rechten. An einem rechteckigen

Geröllhaufen, Reste eines früheren Hirtenunterschlupfes, gehen

wir links vorbei. Dann halten wir weglos und leicht ansteigend

auf einen von einer Baumreihe gesäumten Fahrweg zu.

Knapp 100 Meter bevor wir den Weg erreichen, können wir in

einem weiten Rechtsbogen zu ihm hochgehen und wenden uns

nach rechts. Nach etwa 200 Metern sehen wir die blauen Markierungen

des Sentier géologique 8 . Wir folgen dem deutlichen

Pfad nach rechts, er führt rechts an einem kleinen Plateau

vorbei und abwärts. Der Weg ist hier meist gut zu erkennen,

trotzdem achten wir auf die Markierungen, deren Farbseite sich

leider immer auf der von uns abgewandten Seite befindet.

Im Einschnitt unterhalb des Plateaus halten wir uns schräg

rechts. Hinter einem Felsendurchgang wandern wir leicht aufwärts

und über eine kleine Graskuppe. Dann beschreibt unser

Weg eine lange Linkskehre zwischen den Felsen hindurch und

führt einen Hang abwärts. Vor einer Felsgruppe geht es rechts

weiter, unter Felsen und Haselgebüsch wenden wir uns dann

nach links. Wir durchqueren ein wunderschönes, einsames, von

stillen Felsenwächtern gesäumtes Wiesental. Nur einige Felsen

weiter erreichen wir ein zweites, kleineres Tal. Dort gehen wir in

Richtung des Zaunes und an diesem entlang zu einem Gatter 9 .

Wir wandern zwischen kleineren Felsen hindurch, überqueren eine

Wiese und erreichen hinter einem zweiten Gatter einen Wiesenpfad.

Ein Abstecher nach links führt zum Café du Veygalier. Um

zum Parkplatz zu kommen, folgen wir dem Wiesenpfad nach

rechts. An der Verzweigung nach 200 Metern halten wir uns

links. 500 Meter weiter erreichen wir

Bäume und kurz darauf den Ort L’Hom.

Unser Weg führt auf eine Straße, auf

der es durch den kleinen Ort und links

runter zum Parkplatz geht.

Hier wächst der Akanthusblättrige

Eberwurz, eine kalkliebende, distelähnliche

Pflanze, deren einzelne Blüte

nur knapp über dem Erdreich von einer

Rosette aus gezahnten Blättern

umgeben ist. Sie ist streng geschützt!

Ihr wohlklingender französischer

Name lautet Cardabelle.


170 Tour 33: Ferme Caussenarde d‘Autrefois

1 – 2 h

ab 4

Tour 33:

Ferme Caussenarde d‘Autrefois

Leben auf den Causses im letzten und in diesem Jahrhundert

Endlos grüne Hügel, in denen Schafe grasen und über denen Geier

ihre Kreise ziehen, dazu ein bisschen Wald und steil abfallende

Klippen an den Rändern – die Landschaft der Causse Méjean ist von

faszinierender, herber Schönheit. Oft pfeift auch ein kräftiger Wind

über die Hochebene und die Sommer sind heiß und trocken. Es gibt

nur wenige Dörfer und in einem davon können wir einen Blick in

das tägliche Leben der Menschen und Tiere auf den Causses werfen.

Das Leben auf den Causses war karg und hart, denn auf den

Hochflächen gibt es kein Wasser. Die Flüsse fließen unten in den

Tälern und den Bauern und Hirten auf den Hochebenen blieb nur

der Bau von Zisternen, den »Lavogne« genannten Sammelbecken

für Regenwasser und das Graben tiefer Brunnen. Wenn das

Wasser in heißen Sommern nicht reichte, musste es im Karren

aus den Tälern hinauf transportiert werden.


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

171

Die größten Flächen der Hochebenen sind Weideland. Über

10.000 Schafe weiden im Sommer auf den Causses. Sie werden

auch heute noch von Schäfern begleitet. Oft sind auch Patous

im Einsatz, die großen, weißen Hütehunde, die mit den Schafen

aufwachsen. Inzwischen sind die Dörfer auf den Hochebenen

ans öffentliche Wasser- und Stromnetz angeschlossen und das

Leben hier oben ist deutlich bequemer geworden, und doch ist

die Landwirtschaft eine der wenigen Lebensgrundlagen für die

Menschen in den wenigen Dörfern geblieben.

Eines dieser Dörfer ist der winzige Weiler Hyelzas. Hier hat mit

der Ferme Caussenarde d‘Autrefois (Bauernhof der Causses von

früher) in bescheidenem Umfang der Tourismus Einzug erhalten.

Die bekannte Höhle Aven Armand ist nicht weit und manche

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Von Meyrueis der D 968 folgen,

die einmal quer über die Causse Méjean

führt. Nach gut neun Kilometern links

an der gut beschilderten Zufahrt zur

Höhle Aven Armand abbiegen, an deren

Park platz vorbeifahren und dahinter

links in Richtung Hyelzas und Ferme

Caussenarde d‘Autrefois fahren. Am Ortseingang

vom Hyelzas kommen wir an

der Käserei vorbei. Der Parkplatz befindet

sich bei GPS N 44°12‘59.9“, E

3°19‘32.8“ mitten im Ort. Von dort

geht man zwei bis drei Minuten durch

das Dorf zum Eingang der Ferme.

Ferme Caussenarde: Geöffnet April, Okto

ber, November 12.30 – 18 Uhr, Mai,

Juni und September 11.30 – 18.30 Uhr,

Juli und August 11 – 19 Uhr. Eintritt

€ 6,20, Kinder 6 – 17 Jahre € 5. www.ferme-caussenarde.com

Anspruch und Charakter: Besichtigung

eines typischen kleinen Bauernhofes der

Causses, der nicht mehr bewirtschaftet

wird. Es gibt Kaninchen, einige Hühner

und Schafe.

Highlights: Die einzelnen Zimmer erkunden.

Auch die Kammern unter dem

Dach sind zugänglich.

In der Nähe: Fromagerie im Ort, Aven

Armand


178 Tour 35: Unter Geiern

21 km

½ Tag

ab 8

Tour 35:

Unter Geiern

Mit dem Auto durch die Gorges de la Jonte und zum

Info-Zentrum Maison des Vautours

Seit Jahrhunderten brüteten Geier in den Felswänden der Causses.

Doch zum Anfang dieses Jahrhunderts veränderte sich ihr Lebensraum.

Viel seltener als früher starben Schafe auf den Bergweiden

und Gesetze schrieben vor, dass verendete Weidetiere fachgerecht

»entsorgt« werden müssen. So wurde dem Geier, der sich ausschließlich

von Aas ernährt, das Futter knapp. Dass die riesigen

Vögel außerdem auch noch beliebte Jagdtrophäen waren, besiegelte

ihr Schicksal. 1940 gab es in den Cevennen keine Geier mehr. Die

Kolonie, die heute hier lebt, wurde in einer einzigartigen Aktion vor

40 Jahren wieder neu angesiedelt.

Wenn wir von Meyrueis nach Le Rozier durch die Schlucht fahren,

durchqueren wir eine eindrucksvolle Wildwestkulisse. Rechts

und links der Straße ragen steil abfallende Felswände auf, die

die Begrenzungen von zwei weiten Hochebenen sind. Rechts der

Straße liegt die Causse Méjean, auf der linken Seite die Causse

Noir. In den Felswänden finden die Gänsegeier sichere Nistplätze,

auch wenn man diese von unten zuerst gar nicht sehen kann.

Unterhalb der Straße gurgelt das schmale Flüsschen Jonte.

Die eindrucksvolle Schlucht ist nicht ganz so eng und man kann

sie gut von der Straße aus erleben. Kurz vor Le Rozier liegt dann

direkt am Straßenrand das Infozentrum »Maison de Vautours«,

das ganz den Geiern und der Geschichte ihrer Wiederansiedlung

in den Cevennen gewidmet ist.


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

179

1971 versuchte man zum ersten Mal, vier junge Gänsegeier aus

Spanien in den Causses auszusetzen. Der Versuch misslang. Ein

Vogel flog in eine Stromleitung, ein weiterer fiel einem Jäger

zum Opfer und zwei verschwanden spurlos.

Es brauchte also ein neues Konzept. Die Vögel mussten zuerst in

den Cevennen heimisch werden, erst dann konnte man sie fliegen

lassen. Die Wissenschaftler des Vogelschutzverbandes LPO

(Ligue pour la Protection des Oiseaux) bauten dazu eine große

Voliere, in der über zehn Jahre junge Geier aufgezogen wurden.

Am 14.12.1981 war der große Moment gekommen und man ließ

fünf in der Voliere geborene Brutpaare frei – allerdings diesmal

nicht ohne entsprechende Maßnahmen. Es wurden Nistplätze

vorbereitet und an speziellen Plätzen regelmäßig Kadaver abgelegt,

um die Geier beim Start in ein freies Leben zu unterstützen.

Vier Paare blieben vor Ort. Heute leben wieder rund 1000

Gänsegeier in den Schluchten der Jonte und des Tarn. Die Kolonie

breitet sich langsam aus und 2015 hatten sich auch jeweils

60 Brutpaare in den Gorges de Dourbie und am Tarn zwischen Le

Rozier und Millau angesiedelt. Man kann also in der ganzen Region

bei der passenden Thermik Geier am Himmel kreisen sehen. 1992

begann man dann, eine zweite der vier Geierarten anzusiedeln:

den Mönchsgeier, der heute mit 21 Brutpaaren vertreten ist.

Auf der Aussichtsterrasse des Infozentrums sind

starke Ferngläser installiert, mit denen wir die

Geier in den umliegenden Felsen beobachten

können. Sie beweisen auch eindrucksvoll, wie

wenig wir sehen, wenn wir nicht wissen, wie und

wo wir suchen sollen. Mitarbeiter des Infozentrums

helfen beim Ausrichten der Fernrohre, sodass

Sie garantiert einige der Vögel entdecken

werden. Ohne Anleitung sieht man diese eigentlich

nur, wenn Sie in Gruppen auf Beobachtungsflug

am Himmel ihre Kreise ziehen.

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Zwischen Meyrueis und Le

Rozier führt die D 996 durch die malerischen

Gorges de la Jonte. Mitten in der

Schlucht steht beim Weiler Le Truel direkt

an der Straße das Geier-Infozentrum

»Maison de Vautours«. Parkplatz bei GPS

N 44°11‘50.5“, E 3°14‘52.6“.

Maison de Vautours: Geöffnet Mai bis

September 9.30 – 19 Uhr, April und Oktober

10 –18 Uhr, Montag geschlossen (außer

Juli und August). Eintritt € 6,80,

Kinder 5 – 12 Jahre € 3.

Anspruch und Charakter: Autotour vom

hübschen Städchen Meyrueis durch die

Schlucht der Jonte nach Le Rozier.

Stopp an der Maison des Vautours.

Highlights: Von der Aus sichts plattform

im Infozentrum kann man auch einige

Nester in den umliegenden Klippen sehen.

Einkehr: In Meyrueis oder Le Rozier.

In der Nähe: Badeplätze am Tarn unterhalb

von Le Rozier.


180

Gänsegeier (Vautour fauve)

Geier in den Cevennen

Mit zweieinhalb bis drei Metern Flügelspannweite sind Geier die

größten flugfähigen Vögel Europas. Der größte von ihnen ist der

dunkel gefärbte Mönchsgeier, der als einzige Geierart nicht in Kolonien

lebt. Am häufigsten sieht man die Gänsegeier. Sie kreisen in

großen Gruppen über den Bergen und sind sogar von den Straßen

gut zu beobachten. Außer dem Mönchs- und dem Gänsegeier gehören

auch noch der Bartgeier, den man an der schwarz-weißen Zeichnung

im Gesicht erkennt, und der kleinere Schmutzgeier zu den

europäischen Geierarten. In den Pyrenäen sind noch alle vier Geierarten

präsent, in den Cevennen versucht man sie wieder anzusiedeln.

Alle Geierarten sind Aasfresser.

Sie ernähren sich ausschließlich

von bereits toten Tieren und

sind nicht in der Lage, selbst zu

jagen. Meist besteht ihr Futter

aus verunglückten Weide­ oder

Bergtieren wie Schafen, Kühen

und Gämsen. Um den gefährdeten

Geier bestand zu erhalten,

füttern Ranger in einigen Regionen

zu. Tote Tiere und Schlachtabfälle

werden dazu an speziellen

Futterstellen deponiert.

Geier auf Futtersuche sitzen

häufig an exponierten Plätzen

und beobachten. Hat ein Vogel

der Gruppe etwas entdeckt und

stürzt sich zu Boden, kommen

die anderen hinterher. Schmutzgeier,

die selbst nicht stark

genug sind, um ein totes Tier

zu zerlegen, halten sich gerne

in der Nähe der Gänsegeier auf,

um sich an den Resten eines

Mahles zu bedienen.

Mönchsgeier (Vautour moine) und Schmutzgeier

(Vautour percnoptère / rechts unten) gehören zu

den besonders seltenen Geierarten


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

181

Bartgeier (Gypaète barbu)

Die vergleichsweise häufig zu

sehenden Gänsegeier erkennt

man am hellen Kopf und am

gebogenen Hals. Der Körper ist

hellbraun und die Schwingen

sind dunkler, sodass der Vogel

von unten zweifarbig wirkt.

Gänsegeier sind Standvögel und

leben ganzjährig in den Cevennen.

Sie brüten von Januar bis

März in Kolonien. Der Jungvogel

sitzt etwa 120 Tage im

Nest und wird im Wechsel von

einem Elternteil beschützt,

während der andere nach Futter

sucht. Die erwachsenen Jungvögel

verlassen das Revier ihrer

Eltern und ziehen einige Jahre

umher, bevor sie sesshaft werden.

So kann man einzelne

junge Geier auch außerhalb

ihres üblichen Lebensraumes

beobachten. Gänsegeier werden

bis zu 40 Jahre alt und

wiegen, wenn sie ausgewachsen

sind, bis zu zwölf Kilo.

Die etwas größeren Bartgeier,

die bei uns auch Lämmergeier

genannt werden, gibt es seltener.

Charakteristisch ist ihre

schwar ze Gesichtsmaske, die

in einen spitzen Ziegenbart

aus läuft. Auch sonst ist der

Vogel mit seinem grauschwarzen

Gefieder, dem rotbraunen Gesicht

und einem kurzen kräftigen

Hals eindeutig erkennbar.

Bart geier leben im Hochgebirge,

fressen außer Aas auch Knochen

und sind besonders ausdauernde

Flieger, die geschickt die

Thermik nutzen.

Mit fast drei Metern Spannweite

ist der Mönchsgeier noch etwas

größer als der Bartgeier.

Sein Gefieder ist durchgängig

dunkelbraun und er hat einen

nackten, oft leicht bläulich

aussehenden Hals, der von einer

Federkrause umgeben ist.

Sein Lebensraum ist der Bergwald.

Er baut seine Nester in

Baumkronen. In Europa kommt

er außerdem noch in den Pyrenäen

und auf Mallorca vor.

Der Schmutzgeier fällt durch ein

kontrastreiches schwarz­weißes

Gefieder auf und ist mit seinem

knallgelben Gesicht leicht zu

erkennen. Er ist etwa so groß

wie ein Huhn und die einzige

Geierart, die im Winter in den

Süden fliegt. Er ernährt sich

von den Resten, die die größeren

Geier zurücklassen.


182 Tour 36: Eremitage Saint-Michel

600 m

10 km

4 h 15

ab 10

Tour 36:

Eremitage Saint-Michel

Zu Fuß durch die Gorges de la Jonte

Die Ruine der Eremitage Saint-Michel thront fotogen auf zwei nebeneinander

aufragenden Felsen in der Schlucht der Jonte. In den

gegenüberliegenden Felsen brüten Gänsegeier und das Infozentrum

Maison de Vautours ist von oben gut zu sehen. Von der Einsiedelei

führt ein Pfad am Hang hoch über der Schlucht entlang. Von einem

der vielen Aussichtspunkte werden Sie bestimmt auch einige der im

Tal lebenden Geier über den Felsen kreisen sehen. Um auch eines

der Nester zu entdecken, hilft ein gutes Fernglas, das auf dieser

Wanderung unbedingt in den Rucksack gehört.


TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

183

Wanderung: Vom Parkplatz führt eine Treppe hinunter zur Promenade

am Flussufer. Wir folgen dieser bis zur Brücke, steigen

dort wieder hinauf und überqueren den Fluss. Auf der anderen

Seite folgen wir der Straße bis in die nächste Kurve. Dort steht

eine Info-Tafel 1 für unseren Weg und hier beginnt auch die

gelbe Markierung.

Es geht links in einen Fahrweg und kurz darauf wieder rechts auf

einen steinigen Pfad, der steil bergauf führt. An einem Haus

treffen wir noch einmal auf eine Straße und folgen dieser nach

links. An der nächsten Kreuzung 2 heißt es aufpassen! Hier

sind beide Wege gelb markiert. Wer jetzt geradeaus weitergeht,

steigt zuerst und am Stück ganz hinauf auf die Hochebene. Wir

ziehen einen etwas softeren Einstieg vor und wählen die andere

Richtung. Das hat den Vorteil, dass die Höhenmeter sich besser

über die Wanderung verteilen.

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Der Wanderweg beginnt im

Zentrum des Ortes Le Rozier auf dem

Parkplatz bei GPS N 44°11‘26.2“, E

3°12‘27.8“ am Ufer der Jonte. Alter nativ

kann diese Wanderung auch direkt

am Camping Municipal gestartet werden.

Wir gehen dann einfach immer am Ufer

der Jonte entlang, bis wir die Brücke erreichen.

Anspruch und Charakter: Anspruchsvoller

Rundweg mit grandiosem Ausblick

und langem Aufstieg, der bereits recht

gute Kondition erfordert. Der Weg oben

am Hang ist schmal und führt stellenweise

nahe am Abhang entlang. Es gibt

viele Wurzeln, über die man fallen kann,

was auf dem schmalen Pfad an einigen

Stellen nicht ganz ungefährlich wäre.

Man sollte also nach dem Aufstieg noch

genug Reserven haben, damit man hier

oben nicht erschöpft vor sich hinstolpert.

Der Besuch der Ruine der Ein siedelei

ist nur für schwindelfreie Kletterer

zu machen, dann aber ein echtes Abenteuer.

Highlights: Kletterpartie zur Eremitage,

Weg oben am Rand der Schlucht mit vielen

Aussichtspunkten.

Einkehr: Restaurants in Le Rozier

In der Nähe: Maison des Vautours


184 Tour 36: Eremitage Saint-Michel

Wir biegen also links ab und spazieren die ersten Kilometer auf

einem Schotterweg beinahe eben am Hang entlang. Kurz vor

dem Ende dieses etwas eintönigen Wegabschnittes signalisiert

ein Metalltor den Zugang zu einem Haus. Dahinter wird der Weg

schmaler und wenig später Cevennen teilt - Tour er 36 sich - Ansgar 3 Jöbkes . Jetzt - 12.01.2019 beginnt für

uns der Aufstieg zur Eremitage.

Wir wählen den rechten Pfad,

der sich Kurve um Kurve durch

den Wald hinaufschraubt. 250

Meter höher stehen wir an einer

Kreuzung 4 . Hier geht es

rechts zur Eremitage. Der Pfad

Le Rozier

1

2

Peyreleau

Von der Causse Noir zur Eremitage

Wenn der fordernde Aufstieg aus der Schlucht

noch zu lang ist, können wir auch von oben

zum Klippenrand laufen. Ein beqeumer Weg

beginnt an der malerischen Kirchenruine

Saint-Jean-de-Balmes [› Seite 146] und

führt durch den Wald zum Klippen rand mit

Blick auf die Ruine der Eremitage. Folgen

Sie dazu an der Kirche dem breiten Wanderweg.

Er trifft auf einen Fahrweg, dem wir

geradeaus folgen bis zur nächsten Kreuzung.

Hier weist links ein Schild den Weg zur

Eremitage Saint-Michel. Kurz darauf geht es

dann etwa 100 Höhen meter steil hinunter

bis zum Weg am Klippen rand. Von hier aus

kann man rechts zur Ere mitage wandern oder

links mit bestem Blick in die Schlucht dem

Höhenweg folgen. Zurück geht es auf dem

gleichen Weg.

Aleyrac

500

600

700


600

700

TARN, JONTE UND DIE CAUSSES

185

ist unmarkiert! Der rechte bringt uns zum Turm der Anlage, der

linke zur Ruine des Gebäudes. Der Aufstieg zum Turm ist ohne

Kletterkenntnisse und Sicherung mit Kindern keinesfalls zu

empfehlen. Auch die Kletterei in das ehemalige Gebäude der Einsiedelei

erfordert absolute Trittsicherheit und schwindelfreie

Kinder und Eltern. Eine etwa zehn Meter hohe Metallleiter führt

auf den Felsen mit der Ruine 5 und dann über Felsstufen in

den oberen Teil des Gebäudes. Im groben Fels findet man gut

Halt für die Hände und viele Stufen zum Klettern für die Füße.

Ob Sie hier hinaufsteigen wollen, müssen Sie aber trotzdem selber

entscheiden und verantworten. Die Ruine ist ein ausgezeichneter

Ausguck auf die Felswände hinter der Maison des Vautours,

in der mehrere Geierpaare nisten. Man kann den Ausblick aber

Le Rozier

800

Eremitage (5)

Plateau (7)

Strommast (9)

Le Rozier

700

600

500

Wegkreuz (2) (3)

(2)

400

0.10 1.00 2.00 2.25 3.15 4.15

Start 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 km

La Jonte

3

500

7

6

5

4

800

9

8

700

800

Saint-Jeande-Balmes

0 250 500 Meter


216 Tour 44: Vom Bergbach zum See

65 m

5,3 km

2 h

ab 4

Tour 44:

Vom Bergbach zum See

Durch den Fôret du Lingas zum Lac de Pises

Nur eine holperige Straße führt in den Wald von Lingas im Kerngebiet

des Cevennen-Nationalparkes. Die Berglandschaft ist hier eher

lieblich als schroff und der kleine Stausee Lac de Pises ist von hüge li gem

Weideland umgeben und sieht von jeder Seite etwas anders aus.

Der Wanderweg zum See führt uns zuerst an einem glasklaren Wasserlauf

durch ein hübsches Tal und dann durch dichten Fichtenwald.

Wanderung: Am Parkplatz beginnt ein schmaler Pfad, der direkt

an einen glasklaren Bächlein entlangführt. Einige Holzstege

überbrücken feuchte Stellen. Nach kurzer Zeit wechseln wir über

eine Holzbrücke mit hohen Stufen 1 die Bachseite, und das

Tal wird immer idyllischer. Links von uns fällt der Blick auf eine

grüne Hügellandschaft, in der die Erosion Sandflecken freigelegt

hat. Trotzdem wirkt die ganze Landschaft wirklich malerisch.

Das erste Wegstück am Bach ist viel zu schnell vorbei. Rechts

geht es in den Wald hinauf, bis unser Weg auf einem Fahrweg

endet. Diesem folgen wir die letzten 600 Meter bis zum Ufer des

Lac de Pises, den wir hinter seiner Staumauer 2 an einem


TÄLER UND BERGE DER CEVENNEN

217

winzigen Kiesstrand erreichen. Ursprünglich wurde der See im

Jahr 1965 für den Tourismus angelegt. Seit 1981 gehört das Gebiet

zum Nationalpark Cevennen und der Lac de Pises damit zum

Naturschutzgebiet. Deshalb darf man hier auch nicht baden.

Wir treffen hier auf einen zweiten markierten Weg, den Sentier

d‘interprétation »Lac de Pises«, den wir sehr gut mit unserem

Weg verbinden können. Die Markierung unseres Sentier »La

Fôret du Lingas« schickt uns jetzt rechts um den See, um kurz

darauf durch den Wald zurückzuführen 3 .

Bevor wir rechts in den Wald abbiegen, drehen wir noch eine

Runde um den See. Der Weg führt immer ein Stück oberhalb des

Ufers entlang und ist mit Tafeln mit einem schwarzen Punkt

markiert. Er wäre aber auch ohne Markierung kaum zu verfehlen.

Je nach Perspektive wechselt der kleine See mit seinen Buchten

das Gesicht, sodass die kurze Runde wirklich abwechslungsreich ist.

TOUREN-STECKBRIEF

Anfahrt: Im Dorf L‘Esperou folgen wir

der D 48 in Richtung Le Vigan bis zur

Passhöhe Col de Miniers. Hier zweigt

rechts eine Privatstraße ab. Ein Schild

mahnt eine Maximalgeschwindigkeit von

45 Stundenkilometern an, was angesichts

der löchrigen Asphaltdecke definitiv zu

schnell wäre. Umkurvt man die Löcher,

ist die Straße aber unkompliziert zu fahren

und nach knapp vier Kilo me tern ist

links der Straße bei GPS N 44°03‘06.0“,

E 3°31‘00.1“ ein größerer geschotter ter

Parkplatz erreicht. Hier beginnt der Sentier

d‘interpretation »La Fôret du Lingas«.

Für die kürzere Variante fahren wir noch

1,5 Kilometer weiter bis zum nächsten

beschilderten Parkplatz.

Anspruch und Charakter: Abwechslungsreiche

Runde mit viel Wasser und drei

ganz unterschiedlichen Landschaften.

Highlights: Weg am Bach, verschiedene

schöne Plätze am Seeufer.

Einkehr: Picknick mitnehmen.

In der Nähe: Abîme de Bramabiau


218 Tour 44: Vom Bergbach zum See

Zurück an der Staumauer 2 folgen wir dem Pfad hinab zu einer

Holzbrücke und wieder hinauf zur bekannten Kreuzung mit unserem

Hinweg. Wir folgen noch einmal dem Pfad am See, bis die

gelbe Markierung uns rechts in den Wald hinauf schickt 3 . Es

folgt Punkt 7 des Themenweges. Dann treffen wir auf einen

Fahrweg 4 , dem wir nach rechts folgen. Der Weg ist hier nur

sporadisch gelb markiert, dafür gibt es viele rote Markierungen.

Nach etwa 200 Metern biegen wir links in einen Waldpfad ein,

der immer in Sichtweite eines unterhalb gelegenen Schotterweges

bleibt. Hier könnte man gut ein kleines Kinder-Wanderabenteuer

einbauen, wenn die Eltern auf dem breiten Weg weitergehen

und die Kids ganz alleine den Markierungen und dem

abenteuerlichen Wurzelpfad folgen. Kurz bevor der Pfad auf dem

Forstweg endet, steigt er noch einmal kräftig an und führt in

den Wald hinauf. Das ist die einzige Stelle, an der die Kids auf

dem Wanderpfad außer Sicht geraten. Gleich darauf führt der

Pfad dann endgültig hinunter und auf den breiten Forstweg.

Wenige Schritte weiter stehen wir an der Straße und sehen

rechts neben uns den Parkplatz.


TÄLER UND BERGE DER CEVENNEN

219

nen - Tour 44 - Ansgar Jöbkes - 12.01.2019

0 250 500 Meter

Parkplatz

Lac de Pises

Parkplatz

Forêt de Lingas

1

4

3

1300

Lac

des Pises

2

1400

Parkplatz

Parkplatz

Lac des Pises (2)

1300 Brücke (1) (3)

(3) (4)

1200

0.40 0.45 1.30 1.40 2.00

Start 1 2 3 4 5,3 km

Variante für die Kleinsten

3 km, 1 h, eben

Statt am ersten Parkplatz zu

halten, kann man auch noch

1,5 Kilometer weiter bis zum

Parkplatz »Lac de Pises«

fah ren. Ein angenehmer

Wald weg führt von hier in

gut zehn Minuten zum oberen

Ende des Sees, den man

dann auf dem Uferpfad umrunden

kann.


An den Flüssen Ardèche und Tarn ist die Landschaft

geprägt durch tief eingefurchte Täler mit schroffen

Felswänden und stille, dünn besiedelte Hochebenen.

So verlaufen viele unserer Wanderrouten auf aufregenden

Pfaden oder am Wasser entlang. Schöne Badeplätze an

den Flussufern und Campingplätze direkt am Wasser

ermöglichen aber auch faule Urlaubstage. Nebenan in den

Cevennen treffen wir dann auf eine ursprüngliche Berglandschaft

mit viel Wald und wilden, einsamen Höhenzügen.

DAS GIBT , S HIER ZU ENTDECKEN:

› Unsere 50 Wander- und Entdeckertouren für Familien

führen auf kurzen, abenteuertauglichen Routen durch

Schluchten und in die Berge, durch mittelalter lich

anmutende Dörfer, zu Wildpferden und Gänse geiern,

versteckten Höhlen, schönen Plätzen am Fluss, durch

einen Zauberwald, zu einem verlassenen Dorf oder auf

felsige Gipfel mit Weitblick.

› Kinder-Infos zu Natur, Umwelt und Kultur

› Badeplätze an Seen und Flüssen, familien taugliche

Ausflugsziele wie Höhlen, Museen und Parks

› Campingführer und andere Übernachtungstipps

ISBN 978-3-944378-19-0

€ 17,90 [D]

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