hallertau-magazin_2019-2

Hallertau

Entdecken Sie das bayerische Hopfenland! Reportagen über Menschen, Landschaft, Feste, Freizeitangebote, Spezialitäten, Geschichte, Hopfen und Bier...

Hallo Daniela, Hallo Texas!

Eine freudige Überraschung: Anke erhält einen Anruf von

Freundin Daniela Isenmann. Sie will Anke für zwei Tage

begleiten. Am Freitagabend wird sie ihr Pony per Anhänger

nach Neustadt transportieren und Anke zu Fuß bis Hienheim

begleiten. Die kleine „Texas Hexe“ wird das Gepäck

tragen. Für die beiden ist es eine Premiere in puncto „Wandern

mit Pferd“. Daniela ist Feuer und Flamme. Vor der

Querung der verkehrsreichen Brücke, die am Samstagmorgen

zu Beginn der Wanderung ansteht, sorgt sie sich allerdings.

Anke hat ebenfalls gemischte Gefühle. Wie werden ihre

Pferde reagieren? Dicht an dicht zwischen den Leitplanken

ohne Ausweichmöglichkeit. Eventuell passiert ein Sattelschlepper

die Brücke zeitgleich mit ihnen. Der Blick in die

Tiefe, eine Irritation auf dem Fluss – zum Beispiel eines der

beliebten Partyflöße – schwer vorherzusehen wie Benny

und Texas da reagieren werden. Bianka Rothdauscher, die

Inhaberin des Pferdehofs, bietet den beiden ihre Unterstützung

an. Sie ist schon oft über die Brücke geritten. Mit

einem verkehrssicheren, gelassenen Pferd wird sie voranreiten

und die beiden Freundinnen mit ihren Pferden sicher

an das andere Donau-Ufer geleiten.

Donauwellen und Lagerfeuer

Verschwitzt und erschöpft, aber rundum zufrieden entlassen

Anke und Daniela ihre Pferde in der Mittagshitze auf

eine Koppel in Hienheim. Der Vollblüter und die kleine

Ponydame verstehen sich prächtig. Sie checken gemeinsam

die Pferde auf der Nachbarweide, wälzen sich ausgiebig und

beginnen friedlich zu grasen, Seite an Seite. Alles passt –

nach einem tollen Ritt durch sonnige Wiesen und schattige

Auen und einer gastfreundlichen Begrüßung auf der Scheitl-

Ranch. „Heute Abend machen wir ein Grillfeuer und feiern,

da seid ihr selbstverständlich herzlich eingeladen“, eröffnet

Inhaber Ludwig Eckinger, als er für Anke und Daniela das

Reiterstüberl aufsperrt „und aus dem Kühlschrank nehmt

euch gerne Getränke wie ihr mögt.“ Das urige Holzhaus mit

Veranda hat Ludwig Eckinger selbst gebaut. Drinnen ist es

gemütlich. Ein großer Tisch, ein Bullerofen für den Winter.

Die vielen Fotos, Andenken und Trophäen laden ein, auf

Entdeckungstour zu gehen. Ein überraschter Ausruf: „Ich

glaub‘s nicht: Der Taunusreiter war hier!“ Anke beugt sich

gebannt über das Gästebuch und zitiert fasziniert „... auf

dem Winterritt vom Spitzingsee Richtung Norddeutschland

(5. Nacht), Frank Mechelhoff und Korsheet“. Der

Hesse Mechelhoff ist der wohl bekannteste Wanderreiter

Deutschlands. Auf seiner Webseite Taununsreiter.de hat

Anke sich viele wertvolle Tipps geholt für die Vorbereitung

ihres Abenteuers. Korsheet ist eine weiße Araberstute. Irgendwie

ein schöner Zufall hier auf seine Spur gestoßen zu

sein, denkt Anke, während Daniela ausrechnet, dass der

Taunusreiter im Schnitt etwa 35 km pro Tag zurückgelegt

haben muss. Schließlich haben beide nur noch einen Gedanken:

eintauchen in die erfrischende Donau und den

Staub und Schweiß des Tages abspülen. Das machen sie

dann auch. Anschließend genießen sie im Biergarten an

der Fähre in Eining eine kulinarische „Donauwelle“. [Anm.

der Red.: „Donauwelle“ nennt man eine Torte aus Rührteig mit

Sauerkirschen, Buttercreme und Kakao. Heller und dunkler

Teig symbolisiert den Wellengang der Donau].

Vor dem Aufbruch werden Bennys Muskeln gedehnt.

Das wärmt auf und macht beweglich.

Täglich inspiziert Anke die empfindlichen Hufe.

Mehr als 250 Kilometer pro Monat können

die wenigsten Pferde ohne Hufschutz gehen.

Deshalb legt Anke Hufschuhe an. Die Alternative

zum Eisenbeschlag ist keine Erfindung der Neuzeit:

Schon die Römer schnürten ihren Pferden

„Hippo-Sandalen“ um die Hufe. Für Lieblingspferde

der Kaiser soll es sogar Modelle aus Gold

und Silber gegeben haben.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine