hinnerk Dezember 2019 / Januar 2020

blumediengruppe

32 WELLNESS

PARTYDROGEN

NUR ZUM

SPASS?

Man trifft sich seit Jahren –

mit einer gewissen Regelmäßigkeit

– in den gerade angesagten

Klubs und hat so etwas wie eine

„Freundschaft“ aufgebaut. Um das

persönliche Verhältnis zu unterstreichen

und noch mehr Spaß zu

haben, nimmt man Drogen.

Sei es der Joint zum Chillen, der ganz

offen an der Theke gebaut wird, oder eine

Line zum Wachwerden und Durchhalten

backstage oder auf dem Klo. Das verbotene

Tun schweißt zusammen und die erworbene

aufgedrehte Heiterkeit bringt auch die sich

stockenden Smalltalks wieder in Gang. Und

manch einer finanziert sein Studium mit

dem Verkauf und Weiterverkauf von Gras,

Speed und Pillen, wenn er auch nicht als

„Dealer“ bezeichnet werden will. Wer dann

irgendwann keinen Bock mehr auf endlose

Partytage und diverse Pulver und Gräser hat,

gilt schnell als „komisch geworden“, „zurückgezogen“

und „verschlossen“. Und manchmal

stirbt dann auch die Party-Freundschaft.

Überzogen? Nein. Drogen gehören zum

Metropolen-Nachtleben wie der Farn zum

Wald. Hier findest du alles, was du wissen

musst über die verschiedenen Drogen, deren

Wirkung und Safer-Use-Regeln. *rä

SPEED

Speed, auch Pep oder Amphetamin genannt,

wird meist als weißes Pulver durch die Nase

gezogen, es kann aber auch oral, in Wasser

aufgelöst oder in Zigarettenpapier gewickelt,

konsumiert werden. Dass Speed so billig

ist, hat einen Grund: Der Reinheitsgehalt ist

Schwankungen von 10–80% unterlegen. Die

Wirkungsdauer schwankt genauso, zwischen

6–12 Stunden, manchmal auch 24 Stunden

ist man euphorisch, reizbar, selbstbewusst

und energiegeladen. Dann folgt ein Tag

Kopfweh, Übelkeit Nasenbluten, Halsweh

und manchmal auch Erbrechen und Durchfall.

Wer Speed konsumiert, sollte seinem

Körper nach einem Partywochenende

viel Vitamine und Mineralien gönnen und

schon während des Feierns daran denken,

nicht nur Alkohol zu trinken, denn das

erhöht den Kater später. Speed

führt zu Herzrasen und kann

paranoide Zustände auslösen,

regelmäßige User berichten

auch von gereiztem

Zahnfleisch und sogar

Zahnfleischrückbildungen.

KETAMIN

Ketamin, auch Special K

oder Vitamin K genannt,

wurde 1962 als Pferdenarkosemittel

entwickelt, aber auch

am Menschen eingesetzt. Wer meint es

konsumieren zu müssen, läuft Gefahr einen

Atemstillstand mit Todesfolge zu riskieren.

Ketamin sorgt für eine gefühlte Loslösung

deiner Psyche von deinem Körper. User

berichten von einer innigen Verbindung aus

Seele, Umgebung und Körper. Ketamin wird

durch die Nase gezogen, oral geschluckt

oder gespritzt. Der Rausch setzt nach

wenigen Sekunden oder Minuten ein und

dauert bis zu drei Stunden. Oft sackt der

User in sich zusammen, verbunden mit

einer kurzzeitigen Ohnmacht birgt Ketamin

daher auch ein hohes Verletzungsrisiko.

Geschmacks- und Geruchssinn sind

ausgeschaltet, das Schmerzempfinden, die

Redelust und Emotionen sind herabgesetzt.

Je nach Dosis ist der Körper stillgelegt

und befindet sich in einer Art Wachtraum.

Risiko bei längerfristigen Konsum: Paranoia,

Gedächtnisausfälle, Gehirnschäden

allgemein.*rä

CANNABIS

Als Marihuana (Gras), das aus den getrockneten

Blüten, Stängeln und Blättern der

weiblichen Cannabispflanze besteht,

zum anderen als Haschisch

(Dope/Shit/Piece), das

aus dem gepressten

Harz der weiblichen

Cannabispflanze

hergestellt wird

bekannt. Cannabis

wird im Joint geraucht

oder oral in Teigwaren

eingenommen. Der

Rausch setzt beim

Rauchen sofort ein und hält

sich ca. ein bis vier Stunden.

Bei der oralen Einnahme ist die

Wirkungsdauer länger (bis zu 10 Stunden),

aber setzt auch erst nach ein bis drei

Stunden ein. Der Rausch wird als entspanntes

Glücksgefühl wahrgenommen.

Das Reaktionsvermögen ist eingeschränkt,

der User wird müde. Beim regelmäßigen

Konsum treten vermehrt Sinnestäuschungen,

Konzentrationsschwierigkeiten,

Herzrasen und Denkstörungen auf. Ein

großes Problem ist die schnell entwickelte

psychische Abhängigkeit, die zum Abbruch

von Sozialkontakten führen kann. *rä

Weitere Infos auch unter

www.iwwit.de/drogen

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