hinnerk Dezember 2019 / Januar 2020

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REISE

SCHÖNE UNBEKANNTE

FOTOS: DAX

BANGKOK

Bang Krachao

Thailands Hauptstadt

ist bekannt als

Kulturmetropole, Szenehotspot

und Shopping-

Paradies. Doch Bangkok

bietet weit mehr: Oft nur

wenige Kilometer abseits

der Touristenströme

findet man üppig grüne

Natur, dörfliches Idyll und

vergessene Tempel.

noch verirren sich wenige Touristen

hierher: Wer sich mit Grasshopper

Adventures auf eine Radtour durch

das alte Bangkok begibt, fährt nicht etwa

an Königspalast, Wat Pho oder dem Tempel

des Goldenen Berges vorbei. Vielmehr führt

die Tour auf die andere Seite des die Stadt

teilenden Flusses Chao Phraya in den Stadtteil

Thonburi. Nur wenige Jahre, zwischen

1772 und 1782, lag hier die Hauptstadt von

Siam, bevor diese ans Ostufer nach Bangkok

verlegt wurde. Viele Relikte aus dieser Zeit

lassen sich nur über schmale Gassen und

Brücken, die über unzählige Kanäle führen,

erreichen und liegen so versteckt, dass man

sie ohne Führer kaum findet. Etwa jener Tempel,

dessen Existenz selbst den Behörden bis

vor ein paar Jahren nicht bekannt war und

dessen Mauern zum Teil in den Gärten von

Privathäusern stehen. Direkt am Flussufer

gibt es auch noch einige jener Pfahlbauten,

in denen die Menschen seit Jahrhunderten

leben und die den gewaltigen Kräften des

Chao Phraya ebenso lange trotzen. Man

kann sich kaum vorstellen, dass nur ein paar

hundert Meter weiter modernste Hochhäuser

und Hotels das Ufer säumen.

TRADITION

es sind jene Kontraste zwischen

moderner Metropole und dörflichem

Leben, die Bangkok ungeheuer

spannend machen. Immer wieder gibt

es kleine Bezirke und Gemeinden, deren

Selbstverwaltung dafür sorgt, dass alte

Strukturen erhalten bleiben. Nang Loeng

ist so ein Beispiel: Mitten in der Stadt, unweit

der populären Khaosan Road gelegen,

versucht die Gemeinde, Traditionen wie

alte thailändische Tänze oder Handwerk

zu bewahren. Der zum Bezirk gehörende

Markt zählt dabei zu Bangkoks authentischsten

Märkten mit thailändischen

Spezialitäten. Mit Anbietern wie Hivsters

kann man individuelle Touren, etwa zum

Thema Kochen, Tanz oder Kultur buchen

und kommt mit den dort lebenden und

arbeitenden Menschen zusammen.

OASE

e

in Erlebnis ganz anderer Art ist ein

Besuch von Bang Krachao. Die von

einer Flussschleife des Chao Phraya

gebildete Insel wird auch als grüne Lunge

Bangkoks bezeichnet. Hier erwarten den

Besucher Mangrovenwälder, Plantagen,

Palmenhaine und kleine Dörfer, die sich am

besten mit dem Fahrrad erkunden lassen

– entweder auf einer geführten Tour oder

individuell. Am einfachsten gelangt man auf

die Insel mit einer Fähre, die am Tempel Wat

Bang Na Nok in der Nähe der Skytrain-Station

Bang Na ablegt. Fahrräder gibt es dann

auf der anderen Seite zu mieten.

NERVENKITZEL

wer es abenteuerlich mag,

sollte sich nach Mae Klong

begeben. Die etwa neunzig

Kilometer westlich von Bangkok gelegene

Kleinstadt ist berühmt für ihren Markt, der

auf Bahngleisen liegt. Mehrmals am Tag

packen die Händler bei Durchfahrt des Zuges

in Windeseile ihre Sachen zusammen

und räumen diese ebenso schnell wieder

zurück, sobald der letzte Waggon ihren

Stand passiert hat. Idealerweise besteigt

man ein paar Stationen vorab den Zug,

fährt einmal mitten durch und beobachtet

das Spektakel dann vom Markt aus, wenn

der Zug den Kopfbahnhof in Mae Klong

wieder verlässt. Zwischen Marktbesuchern

und Zug bleiben bei der Durchfahrt nur

wenige Zentimeter Platz – sicher nichts

für schwache Nerven. Auch dieser Ausflug

lässt sich mit Veranstaltern, etwa mit dem

Thailand-Spezialisten Diethelm Travel, als

Tagestour buchen. *dax

Mae Klong

www.gothaibefree.com

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