hinnerk Dezember 2019 / Januar 2020

blumediengruppe

KUNST

Norbert Bisky „NO SIGNAL“, 2018

AUSSTELLUNG

NORBERT BISKY:

„Ohne den Mauerfall wäre ich nicht Künstler geworden“

2019 jährt sich der Mauerfall,

das Ende der DDR, zum 30.

Mal. Zeit für den in Leipzig geborenen

Maler zu reflektieren.

Erfahrungen von Totalitarismus und Willkür

prägten Biskys Auseinandersetzung mit

der DDR: „Ohne den Mauerfall wäre ich

nicht Künstler geworden“, so Norbert Bisky,

der einst als NVA-Deserteur im Ostberliner

Militärgefängnis eingesperrt wurde. Erst

die neue Freiheit für alle machte es ihm

möglich, seine Berufung zu leben. Äußerst

erfolgreich: Bisky ist einer der wichtigsten

und populärsten lebenden deutschen

Maler.

Die Ausstellung „RANT“ startet am 9.

November und läuft bis in den Februar

2020 (Villa Schöningen, Berliner Straße

86, 14467 Potsdam). Inhaltlich setzt sich

die Ausstellung mit „deutsch-deutschen

Grabenkämpfen“ auseinander. Einen Tag

später eröffnet die Ausstellung „POMPA“ in

der St. Matthäus-Kirche in Berlin (Matthäi—

kirchplatz), sie hat die Nachwendezeit mit

ihrem Hedonismus, der Euphorie und all

dem Opportunismus zum Thema.

Norbert Bisky „Durruti“, 2018

Mit dem Fall der Mauer begann dein

Weg als Künstler.

Ja, vorher war ich aber auch zu jung, in der

DDR war ich noch in der Schule. Den Gedanken,

in der DDR Künstler zu sein, fand

ich schrecklich.

Schrecklich?

Fast alle interessanten Künstler haben das

Land ja verlassen, weil die Schwachköpfe,

die das Land regierten, dachten, dass sie

von allem eine Ahnung haben und alles

zensieren und vorgeben wollten. Das ist

natürlich grauenvoll für Künstler.

Wie muss man sich den Kunstunterricht

vorstellen?

Ich habe so lustige Aufgabenstellungen

bekommen wie „Jugend – Erbauer des

Kommunismus“, dazu sollte ich ein Bild

malen. Das mache ich irgendwie heute

noch, dieses blöde Thema verfolgt mich

weiter. (lacht) Mein Kommunismus sieht

aber abgedrehter aus ... Und mein Bild

damals hat natürlich nicht gepasst, weil ein

nackter Mann drauf war.

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