Berliner Zeitung 28.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

Kippt das Klima schneller als gedacht? – Wissenschaft Seite 19

Heute

mit

Kulturkalender

8°/12°

Wolken und Schauer

Wetter Seite 2

Missbrauchsverdacht:

Ein YouTuber vor Gericht

Berlin Seite 13

www.berliner-zeitung.de

Gekündigt: Sage Club und

KitKatClub vor dem Aus

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 12

Donnerstag,28. November 2019 Nr.277 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Hetty Berg leitet das

Jüdische Museum

Feuilleton Seite 23

Protest der

geschminkten

Schülerin

VonJörg Hunke

Kann man schon so machen, um

als Schülerin weltweit wahrgenommen

zu werden: Die 17 Jahre

alte US-Amerikanerin Feroza Aziz

zeigte ihrer Community in einem Video,

wie man seinen Wimpern mit

einer Wimpernzange den ultimativen

Schwung verpasst. Nach ein

paar Sekunden wechselte sie unvermittelt

das Thema und wurde sehr

politisch. Sie informierte

über

die Verfolgung

der uigurischen

Minderheit in

China. Und bekam

die Kraft der

Zensur zu spüren.

Die Platt-

Feroza Aziz

ärgertdie Staatsmacht

in China.

Uiguren

form TikTok

sperrte ihren Account.

In ihrem Video

macht sie deutlich, wie sehr sie

das Vorgehen der chinesischen Regierung

verurteilt. Sie zählt auf, dass

Muslime in den Lagern gezwungen

werden, Schweinefleisch zu essen,

drangsaliert und umgebracht werden.

„Eine neue Form von Konzentrationslagern,

über die keiner

spricht“, sagt die bekennende Muslimin.

Gut möglich, dass der chinesischen

Regierung das zu viel Kritik

war und sie sich in den Fall eingeschaltet

hat, um für die Sperrung des

Accounts zu sorgen. Aber das sind

Spekulationen. Offiziell erklärte der

Konzern, dass Feroza Aziz zuvor unter

dem Nutzernamen feroza.x ein

Video gepostet habe,indem ein Foto

von Osama bin Laden zu sehen war,

damit habe sie gegen die Regularien

verstoßen. Was auch immer der

wahre Grund gewesen sein mag: Feroza

Aziz gehörtzuder jungen Generation,

die neue Wege sucht, um ihre

Zielgruppe auch mit politischen Botschaften

zu erreichen. In Deutschland

hatte der YouTuber Rezo im Mai

Schlagzeilen gemacht, als er atemlos

die CDU-Politik kritisierte.

In den USA, und nicht nur dort,

wirdjetzt über die Lage der Muslime

in China diskutiert –und genau das

war das Ziel vonAziz. Siehat das mit

einem Schminktutorial erreicht, das

sie simpel im Selfie-Modus aufgenommen

hat und das nach 40 Sekunden

endet. Mitdem Hinweis übrigens,

das politische Thema aufmerksam

zu verfolgen, aber die

Wimpernzange auch nicht zu vernachlässigen.

Weressehen will: Bei

Twitter ist es noch zu finden (Account:

@x_feroza). Politik Seite 4

Herthas

Wintermärchen

Jürgen Klinsmann entfachte bei der

WM im Sommer 2006 ungeahnte

Begeisterung. Jetzt wird er

Cheftrainer in Berlin. Wird ihm

wieder etwas Besonderes gelingen?

Seite 3

Die Autolobby bekommt eine Chefin

Frühere CDU-Politikerin Hildegard Müller soll den VDA führen –einst arbeitete sie im Kanzleramt

VonMatthias Koch

Eine Frau an der Spitze der

mächtigen deutschen Autolobby

soll die Branche in

den kommenden Jahren

zusammenhalten und das schlechte

Image aufpolieren. Nach monatelanger

Suche hätten sich die führenden

Vertreter der Konzerne auf die

frühere CDU-Politikerin Hildegard

Müller als neue Präsidentin des Verbandes

der Automobilindustrie

(VDA) geeinigt, hieß es am Mittwoch

aus Industrie- und Berliner Koalitionskreisen.

Offiziell bestätigt wurde

die Personalie noch nicht, Müller,52,

selbst äußerte sich ebenfalls nicht.

Der finale Beschluss des VDA-Präsidiums

stand auch noch aus, dem

Vernehmen nach geht es aber nur

noch um Details.

Der VDA ist einer der einflussreichsten

Lobbyverbände in

Deutschland, die Autobranche mit

mehr als 800 000 direkt Beschäftigten

eine Schlüsselindustrie.Die steht

allerdings seit Jahren wegen des Dieselskandals

schwer unter Druck. Die

Klimadebatte bietet ebenfalls viel

Stoff für Konflikte.

Müllers Name war in den vergangenen

Wochen immer mal wieder

gefallen. In der Autobranche ist sie

neu, es gibt aber für eine Lobbyistin

durchaus wichtige Anknüpfungspunkte

in ihrer Vita. BisOktober war

sie Netzchefin des Energiekonzerns

Innogy, eines der größten Betreiber

von Ladesäulen für Elektroautos in

Deutschland. Davor war sie knapp

acht Jahrelang Vorsitzende

Hildegard

Müller

der Hauptgeschäftsführung

des Bundesverbands

der Energie- und Wasserwirtschaft

(BDEW).

Müller gilt, und das war

den Autobossen dem Vernehmen

nach sehr wichtig,

nicht nur als gut vernetzt in

der Politik, sondern auch

als erfahren in der Welt der

Verbände. Von 1998 bis

2002 führte sie die Junge

Union. Und vor allem: Von2005 bis

2008 war sie Staatsministerin im

Bundeskanzleramt und als solche

zuständig unter anderem für die

Bund-Länder-Beziehungen.

Die designierte VDA-Vorsitzende

wirdesdennoch schwerer haben als

ihreVorgänger, die sich noch auf einen

Autokanzler wie GerhardSchröder

verlassen konnten. Angela Merkel

hat in der Vergangenheit klare

Worte über die Autoindustrie gesprochen

und viele Lobbyisten auf

den Plan gerufen, die das fragile Verhältnis

der Bundesregierung mit der

Branche kitten sollten. Im Dezember

2018 hatte Merkel grünes Licht für

einen ehrgeizigen Plan der Brüsseler

Kommission gegeben: Der Kohlendioxidausstoß

vonNeuwagen soll bis

zum Jahr 2030 um steile

37,5 Prozent reduziert

werden. Das war das

Wecksignal für eine Branche,

die aus Sicht der

Kanzlerin trotz vieler Warnungen

ihre Zukunft zu

verschlafen drohte.

Eilends sondierte die

DPA

Industrie, obMerkel allen

Ernstes eine so harte neue

Linie wolle. Aus dem

Kanzleramt kam nicht nur

ein kühles und klares Ja zurück, sondern

auch noch der Hinweis, die

Kanzlerin sei es leid, sich für diese

Branche in Brüssel in die Bresche zu

werfen.

DieBranche war fassungslos.Vorstandschefs,

Investoren, Zulieferer,

aber auch Arbeitnehmervertreter

schlugen Alarm. Vor einer „unkontrollierbaren

Rutschpartie“ warnte

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh,

es drohe der Wegfall von Hunderttausenden

Arbeitsplätzen. War

das, was Merkel sich erlaubt hatte,

eine „Kriegserklärung“ an die Konzerne,

wie manche in der Industrie

es damals ausdrückten?

„Zumindest war es ein Bruch mit

den Gepflogenheiten“, sagt Thomas

Steg, oberster VW-Lobbyist, heute.

DerAdvent 2019 aber wirdharmonischer

sein für die Autobranche als

der im Jahr 2018. Denn Steg und sein

Stuttgarter Kollege Eckart von Klaeden,

Cheflobbyist von Daimler, haben

hinter den Kulissen die politischen

Trümmer beseitigt, die die

Kollision zwischen Kanzlerin und

Konzernen hinterlassen hat.

Ein für alle Welt sichtbares Zusammenrücken

bekamen Bundesregierung

und Konzerne am 4. November

2019 hin. Morgens war die Kanzlerin

zu Gast im VW-Werk Zwickau,

wo sie ander Seite von Konzernchef

Herbert Diess die Produktion des

Elektroautos ID.3 anschob.

Abends war Diess dann zu Gast bei

Merkel, beim Autogipfel im Kanzleramt.

„Zum Glück“, sagt Steg, „gibt es

jetzt so etwas wie einen neuen deutschen

Autokonsens.“ Den soll nun

Hildegard Müller haltbar machen,

mit guten Kontakten ins Kanzleramt

und zu denVerbänden. (mit dpa)

CITY-PRESS GMBH

Internetportal

darf für Mieter

klagen

BGH-Grundsatzurteil gibt

wenigermiete.de recht

VonUlrich Paul

Der Bundesgerichtshof (BGH)hat

die Rechte von Verbrauchern

gestärkt. Die BGH-Richter entschieden

am Mittwoch, dass das Internetportal

wenigermiete.de als Inkassounternehmen

rechtliche Ansprüche

von Mietern durchsetzen darf. Die

Tätigkeit des Internetportals sei von

der Befugnis gedeckt, Inkassodienstleistungen

zu erbringen.

Zwar ging es bei der Entscheidung

lediglich um den Fall eines

Mieters aus Berlin, der laut Mietspiegel

rund 24 Euro zu viel Miete zahlte.

DasUrteil gilt aber als richtungsweisend,

weil auch andereInternet-Unternehmen,

die Verbraucher im Dieselskandal

oder bei Flugverspätungen

vertreten, mit einem ähnlichen

Geschäftsmodell arbeiten.

„Die heutige Entscheidung des

Bundesgerichtshofs ist ein Meilenstein

für den Verbraucherschutz“,

sagte Daniel Halmer, Rechtsanwalt

und Gründer von wenigermiete.de.

Die Durchsetzung von kleinen und

mittleren Ansprüchen über klassische

Kanzleien sei bisher so teuer

gewesen, dass kaum ein Verbraucher

seine Rechte eingefordert

habe. „Unternehmen wussten das

und haben deshalb systematisch

gegen geltendes Recht verstoßen“,

so Halmer.

Der Berliner Mieterverein (BMV)

erklärte: „Mit dem BGH-Urteil war

zu rechnen.“ Denn schon das Bundesverfassungsgericht

habe im Jahr

2002 eine umfassende und vollwertige

Beratung durch Inkassounternehmen

als zulässig erachtet. Allerdings

seien Online-Checks nicht für

alle und auch nicht in allen Fällen als

sachgerechte Beratung anzusehen,

so BMV-Geschäftsführer Reiner

Wild. Berlin Seite 9

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2* Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Tagesthema

Stirbt der Wald?

So sehr haben die Bäume seit 300 Jahren nicht gelitten. Der

Berliner Waldzustandsbericht spricht für 2019 von einer

dramatischen Entwicklung. Anders als vor Jahrzehnten sind

nicht die Industrieabgase daran schuld. Ursache ist die enorme

Trockenheit. Schon jetzt ist absehbar,dassdie Probleme dieses

Jahres auch Folgen im nächsten Jahr haben

VonJens Blankennagel

Im Grunewald: DerkEhlert, der Natur- und Tierexperte der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt.

BENJAMIN PRITZKULEIT

Bild und Tonpassen nicht

zusammen. Vor uns sind

die Spuren der Wildnis

deutlich zu sehen:Wirsind

nur ein kurzesStück in den Wald gelaufen,

doch direkt neben dem Weg

sind im Boden tiefe Furchen, die die

Wildschweine gegraben haben. Die

Bäume tragen noch immer bunt.

Überall leuchtet es gelb und orange

und satt rot. DieSonne scheint ungestört

und lässt den Wald erstrahlen

wie auf einem Herbstgemälde.

Doch der Tonstört das idyllische

Bild. Hinter uns dröhnt der Lärmder

Zivilisation. Züge und S-Bahnen zischen

vorbei, von der Autobahn

weht ein Dauergrollen herüber.

VonHitzeamstärksten betroffen

Dabei sind wir doch mitten in der

Natur.Wir sind zu einen Ortstermin

mit Derk Ehlertverabredet, dem Naturexperten

der Senatsverwaltung

für Umwelt. Vom Bahnhof Grunewald

sind wir keine 200 Meter gelaufen

und schauen uns den Wald an:

Wiegeht es ihm nach den Hitzesommern2018

und 2019?

Selbst Laien begreifen, dass etwas

nicht stimmt. So sieht eigentlich kein

Wald um diese Jahreszeit aus. Da

steht diese etwa 30 Meter hohe Birke:

Fast alle Äste sind kahl, nur an der

Spitze streckt sich ein Trieb mit ein

paar gelben Blättern in die Höhe.

„Das sind die Folgen der Hitze“, sagt

Ehlert. Aber der Baum sei noch nicht

abgestorben, auch wenn er ziemlich

übel aussieht. „Das Ganze ist ganz

klar eine Folge der Trockenheit der

vergangenen zwei Jahre“, sagt er.Die

Region Berlin-Brandenburg war

bundesweit nun mal vonder Dauerhitzeamstärksten

betroffen.

Mittwochvormittag, knapp zehn

Kilometer östlich, in Berlin-Mitte.

Regine Günther, die Umweltsenatorinvon

den Grünen, stellt den Waldzustandsbericht

für 2019 vor, und

ihre Botschaft ist klar: Dem Wald in

Berlin geht es so schlecht wie noch

nie –jedenfalls seit es Forstwirtschaft

gibt und damit eine regelmäßige Beobachtung

der Wälder. „Die Zahlen

machen deutlich, wie dramatisch

die Entwicklung ist“, sagt sie. „Die

beiden Jahrewaren geprägt vonDürren

und Trockenheit, die dem Stadtwald

signifikant zugesetzt haben.“

Günther zählt auf: DieWaldfläche

mit Schäden hat sich gegenüber 2018

mehr als verdoppelt –von 15 auf 36

Prozent. „Nur noch jeder zehnte

Baum ist ohne sichtbare Schäden“,

sagt sie.Bei den Kiefern, die fast zwei

Drittel des Berliner Waldes ausmachen,

sind nur sieben Prozent nicht

geschädigt, vorher waren es 24 Prozent.

Bei den Eichen sank der Wert

von 22auf fünf Prozent. „Diese Bestandsaufnahme

ist alarmierend“,

sagt sie.„DieFolgen der Erderhitzung

zeigen sich dieses Jahr in Berlins Wäldern

dramatisch.“ Zwei Prozent der

Bäume seien bereits gestorben. Das

klingt wenig, ist aber zehnmal mehr

als im Jahr davor.

Günther kündigt an, dass dieses

Jahr 335 000 Laubbäume gepflanzt

werden. Sonst sind es 250 000. Im

Vorjahr aber wurde kein neuer Baum

gepflanzt; sie hätten wegen der Trockenheit

keine Chance gehabt, anzuwachsen.

DerEtat für das Personal

im Forst und für die Waldpflege soll

deutlich aufgestockt werden, von

20,6 Millionen auf 32 Millionen Euro.

Es kommen 16 neue Stellen und vier

Azubis dazu. „Wir sind in einer kritischen

Lage“, sagt Günther.„Aber wir

haben die Botschaft des Waldzustandsberichtes

verstanden und versuchen,

den Wald, diesen großen

Schatz Berlins,zubewahren.“

Im Grunewald erzählt Derk Ehlert,

dass Bäume grundsätzlich auch

mit Trockenheit klarkommen. Das

ist gut bei gefällten Bäumen zu sehen:

In guten Jahren sind die Jahresringe

dick, in schlechten sind sie

dünn. Den bislang letzten großen

Dürresommer gab es 2007. „Da

brauchten die Wälder auch zwei

Jahre, um sich davon zu erholen“,

sagt er. Das Problem bei der aktuellen

Hitze ist, dass nach dem Dürrejahr

2018 nicht etwa ein Regensommer

folgte,auch kein Durchschnittssommer,sondernwieder

Hitze.

Ehlert hat einen Vergleich für das

Dilemma der Region. Der Westen

Deutschlands ist vom maritimen

Klima des Atlantiks geprägt, und so

fallen etwa in Oldenburg

1070

Liter Niederschlag

pro Quadratmeter

und

Jahr. Im trockenen

Kontinentalklima

von

Berlin sind es

570 Liter. Liegt

der Wert unter

400 spricht man

von Steppe. Im

Jahr 2018 fielen

Baumarten in Berlin

Anteile in Prozent, 2018

Kiefer

60

Buche

4

in Tempelhof

375,9 Liter.

Weiter geht es

in den Wald hinein, hier stehen auch

Kiefern zwischen den Laubbäumen.

Dicht gedrängt imWald haben sie nur

wenige Äste am langen Stamm, die

Nadeln sind ganz oben, wo das Licht

ist. „Das nennt man Schopfkrone –

üblicherweise eine dichte Krone mit

kräftig dunklen Nadeln“, sagt Ehlert,

„so dicht, dass man nicht durchschauen

kann.“ Die Kiefern hier sehen

zerzaust aus, löchrig und licht

und so zart benadelt, wie man es auf

alten japanischen Zeichnungen sehen

kann.

Bäume wachsen, Bäume sterben.

Oder sie werden gefällt –früher entwickelte

sich das oft zu einem regelrechten

Raubbau, der dafür sorgte,

dass es etwa in Spanien, England,

Nordamerika oder Griechenland riesige

baumlose Regionen gibt. Um in

Deutschland den Wald zu erhalten,

erfand vor300 Jahren der Sachse Carl

von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit:

Jedes Jahr soll nicht mehr

Holz gefällt werden, als in den zwölf

Monaten nachgewachsen ist. Nun

aber stirbt wieder Wald ab. Nicht

durch Abgase der Industrie und der

Autos wie vor 40 Jahren, sondern

durch endlose Sommer.

Dazu kommt, dass der Regen vor

zwei Jahrzehnten noch gleichmäßiger

übers Jahr verteilt fiel. Es folgte

eine Phase,inder

es zwar nicht we-

Eiche

21

Sonstige

Laubbäume

10

Sonstige

Nadelbäume

5

BLZ/HECHER;

QUELLE:WALDZUSTANDSERHEBUNG WZE 2018,SENAT BERLIN

niger Niederschlag

gab. Aber

die Sommer waren

oft trocken,

zum Ausgleich

kam der Niederschlag

dann im

Winter und Frühjahr.

„Dieses Mal

wurde das Wasserdefizit

nicht

im Winter ausgeglichen“,

sagt Ehlert.

Dieses Mal

kam das Wetter

auch nicht mehr wie meist vomWesten

und brachte die typischen Sommergewitter.

Das Wetter kam aus

Südost und brachte monatelang nur

Trockenheit und Hitze. Undder Wind

sorgte dafür, das der wenige Regen

auch ganz schnell verdunstete.

Ehlert zeigt nach rechts zu einer

Rotbuche.„Wenn Hitzeund Trockenheit

zu lange anhalten, haben Bäume

keine Erholungsphasen mehr.“ Auch

dieser Baum ist 30 Meter hoch: Die

Krone ist schütter, die neuen Triebe

dieser Saison sind sehr dünn und

kurz, und es ist nur wenig Laub da.

Dafür hängen Unmengen schwarzerFrüchte

schwer an den Ästen. „Es

sind etwa zwei Drittel mehr als in einem

Durchschnittsjahr “, sagt der

Fachmann. Das nenne sich „Mast“,

weil sich Wildschweine daran laben.

„So viele Früchte bilden die Bäume

nicht, wenn es ihnen gut geht, sondern

in Zeiten des Mangels. Dann

wollen sie sich noch mal vermehren.“

Gegen Trockenheit wehren sich

Bäume selbst auch ganz aktiv: Sie

werfen alte Äste ab und bilden kleine

Blätter. Anfang der Woche gab das

Bundesagrarministerium bekannt,

dass in den vergangenen zwei Jahren

deutschlandweit 105 Millionen Kubikmeter

Schadholz durch Hitzeund

Käferfraß anfielen. Allein in Brandenburg

stieg der Wert von 400000 auf

sieben Millionen Kubikmeter.

Dort ist das Problem, dass auf 70

Prozent der Waldfläche nur Kiefern

stehen. Oft ist es eigentlich gar kein

klassischer Wald, also kein natürlich

gewachsener Gesamtorganismus,

sondern eine gezielte Pflanzung des

Menschen –ein Forst.

In Brandenburgdominieren noch

immer dunkle Kiefernwälder, die

aussehen wie Armeen –als stünden

Tausende Soldaten in Reih und Glied.

Beileichtem Regen bleibt fast das gesamte

Wasser an ihren Nadeln hängen.

So gut wie nichts gelangt an die

Wurzeln oder gar in die Grundwasserspeicher.Die

Bäume leiden.

Seit Jahren wirdderWald gezielt zu

widerstandsfähigeren Mischwäldern

umgebaut. Mischung ist wichtig.

Denn wenn zum Beispiel Borkenkäfer

einen Nadelwald befallen, finden

sie –sowie derzeit im Harz –endlos

Futter, werden zur Plage und hinterlassen

eine kahle Landschaft. Aber in

einem gut gemischten Wald, in dem

die Bäume nicht zu eng beieinander

stehen, ist es für Schädlinge schwieriger,zum

nächsten Baum zu gelangen.

In Berlin sieht es mit der Mischung

schon etwas besser aus als in Brandenburg.

Früher standen auch hier 70

ProzentKiefern, nun sind es 60. Überall

werden Laubbäume unter die Kiefern

gepflanzt, die dann irgendwann

die alten Bäume ersetzen werden.

Der Wald inGrunewald ist bunt

gemischt. Es gibt Kiefernund Birken,

Buchen und Eichen. Berlins Wälder

tragen das FSC-Siegel, die höchste

Kategorie der nachhaltigen Waldwirtschaft.

Der Vorteil der Berliner

Wälder ist, dass sie laut Gesetz vorallem

der Erholung dienen sollen und

nicht der Forstwirtschaft.

In diesem Wald ist es feucht, es

riecht satt nach Erde und Pilzen.

Kaum zu glauben, dass hier Bäume

leiden. „Ein geschwächter Baum ist

anfälliger für Krankheiten“, sagt Ehlert.

„Das ist wie beim Menschen:

Wer erkältet ist, kann leichter eine

Lungenentzündung bekommen.“

Bei einem gesunden Baum fällt es

den Krankheiten, Pilzen oder Käfern

schwerer,einzudringen.

„Esfehlt der Vergleich“

Undwie langehält ein Wald das aus?

„Wir wissen es einfach nicht“, sagt

Ehlert. „Solch extremes Wetter gleich

zwei Jahre hintereinander gab es

noch nicht. Es fehlt der Vergleich.“

Er zeigt auf eine Eiche. „Die hat

erhebliche Schäden durch den Trockenstress:

abgestorbene Äste,kurze

Triebe, kleine Blätter.“ Das sind vor

allem Folgen des Jahres 2018. Denn

Blätter, Triebe und Blüten wachsen

nicht erst im Frühling, wenn die Naturerwacht.Bereits

im Herbst davor

werden sieimBaumangelegt, bevor

der Baum sein Laub abwirft.

Dasheißt: DieHitze des Sommers

2019 wird auch im nächsten Jahr für

Problem sorgen. Selbst wenn der

Hundertjährige Kalender einen kühlen

und feuchten Sommer verspricht.

Aber gilt dieser Kalender

noch in Zeiten des Klimawandels?

Ehlert schaut zur Eiche.„Jetzt gilt

es fürdie Bäume,zuüberleben. Denn

Wälder kann mannicht gießen.“

Jens Blankennagel

war überrascht vonden

offensichtlichen Schäden.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute laden Wolken immer wieder Regenschauer ab. Die Höchstwerte betragen

11 bis 13 Grad, und der Wind weht frisch, in Böen stark aus Südwest.

In der Nacht betragen die Tiefstwerte8bis 5Grad. Dazu ist es

wechselnd bis stark bewölkt, hin und wieder gibt es Schauer.

Biowetter: Rheumatiker klagen

über Gliederschmerzen. Muskelverspannungen

stehen ebenfalls mit

der Wetterlage inZusammenhang.

Mit einem Wärmeschutz kann man

die Beschwerden lindern.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 9µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 26 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 20 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 85%

Gefühlte Temperatur: maximal 12Grad.

Wind: frisch aus Südwest.

Wittenberge

9°/11°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

8°/13° 8°/12°

Luckenwalde

8°/12°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

bedeckt wolkig wolkig

3°/9° 0°/4° -3°/3°

Prenzlau

7°/11°

Cottbus

7°/12°

Frankfurt

(Oder)

8°/12°

Weite Teile des europäischen Kontinents werden von einem Tief über der Nordsee

und dessen Randtiefs dominiert.Von den Britischen Inseln über Frankreich

und Deutschland bis ins Baltikum und zum Balkan regnet es immer wieder. Zwischen

Südspanien und Italien ist es hingegen relativ freundlich und trocken.

Sylt

7°/10°

Hannover

8°/11°

Köln

9°/12°

Saarbrücken

8°/10°

Konstanz

7°/11°

Hamburg

7°/10°

Erfurt

8°/10°

Frankfurt/Main

9°/11°

Stuttgart

8°/12°

Rostock

6°/10°

Magdeburg

8°/12°

Nürnberg

7°/11°

München

6°/12°

Rügen

6°/10°

Dresden

7°/12°

Deutschland: Heute gehen bei größtenteils

starker Bewölkung gelegentlich

Regenschauer nieder. Dabei

werden im Tagesverlauf 10 bis

13 Grad erreicht, nachts kühlt es

dann auf 9bis 3Grad ab. Der Wind

weht örtlich mit stürmischen Böen

aus Südwest. Morgen teilen sich

etwas Sonne und viele Wolken den

Himmel. Stellenweise gibt es Regengüsse,

und die Temperaturen steigen

auf 7bis 10 Grad. Der Wind weht

mäßig, in Böen frisch aus West.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 8°-10°

Nordsee: 9°-11°

Mittelmeer: 15°-24°

Ost-Atlantik: 11°-16°

Mondphasen: 04.12. 12.12. 19.12. 26.12.

Sonnenaufgang: 07:49 Uhr Sonnenuntergang: 15:58 Uhr Mondaufgang: 09:41 Uhr Monduntergang: 17:32 Uhr

Lissabon

19°

Las Palmas

24°

Madrid

14°

Reykjavik


Dublin


London

11°

Paris

13°

Bordeaux

15°

Palma

19°

Algier

21°

Nizza

18°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin

12°

Mailand

12°

Tunis

21°

Rom

14°

Warschau

11°

Wien

11° Budapest

12°

Palermo

17°

Kiruna

-13°

Oulu


Dubrovnik

19°

Athen

20°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa

13°

Varna

14°

Istanbul

18°

Iraklio

21°

Archangelsk


Moskau

-1°

Ankara

12°

Antalya

18°

Acapulco 33° sonnig

Bali 30° wolkig

Bangkok 33° wolkig

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 27° sonnig

Casablanca 23° sonnig

Chicago 3° bewölkt

Dakar 27° sonnig

Dubai 28° sonnig

Hongkong 24° heiter

Jerusalem 17° sonnig

Johannesburg 32° heiter

Kairo 23° heiter

Kapstadt 33° sonnig

Los Angeles 9° Schauer

Manila 31° wolkig

Miami 29° sonnig

Nairobi 28° Schauer

Neu Delhi 27° Schauer

New York 13° bewölkt

Peking 1° sonnig

Perth 31° heiter

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 25° Schauer

San Francisco 10° wolkig

Santo Domingo 29° heiter

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 33° Gewitter

Sydney 29° sonnig

Tokio 13° Regen

Toronto 8° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 3 *

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Seite 3

Der mit kleinen Sponsorenlogos

und großen Stadionbildern geschmückte

Medienraum, in dem

Hertha BSC die wichtigen und

weniger wichtigen Dinge zu erklären pflegt,

bietet etwa dreißig Sitzplätze und ein paar

Quadratmeter für Fragen aus dem Stand.

Selbst wenn der Klub in den vergangenen

Jahren sehr Wichtiges angekündigt hatte,

war das Interesse stets überschaubar. Es

reichte, pünktlich zum Termin zu erscheinen,

es herrschte bis zuletzt freie Platzwahl.

Nicht so am Mittwochnachmittag.

Eine Stunde vor dem Pressegespräch warendie

meisten Lederstühle besetzt oder kollegial

reserviert, hatte die Gerüchteküche geschlossen,

lagen endlich die Fakten auf dem

Tisch, wurde eifrig unter knapp hundert Experten

diskutiert: Washeißt das jetzt alles für

Hertha, für dieses Sorgenkind der Stadt, dem

angeblich die Zukunft gehören soll, das aber

erst einmal mit dieser blöden Gegenwart

klarkommen muss?

Kurz vorelf Uhrhatte der Klub mitgeteilt,

dass Ante Covic die sportliche Verantwortung

für die Bundesligamannschaft entzogen

wird –nach vier Niederlagen in Serie –

und dass bis zum Saisonende im MaiJürgen

Klinsmann übernimmt. DerfrühereStürmer

und Weltmeister, der spätere Sommermärchenerzähler.

Eine Trainerentlassung allein ist schon

ein großes Ding, aber meist ein lokales Phänomen.

Dagegen ist eine Pressekonferenz

mit Klinsmann ein Ereignis von internationaler

Bedeutung. Selbst in Kalifornien waren

die Folgen zu spüren. Denn dort, in einer

Villa am Huntington Beach in der Nähe von

Los Angeles,wohnt die Familie Klinsmann.

Frau Klinsmann ist nicht unbedingt

glücklich darüber, dass sie Thanksgiving

ohne ihren Mann verbringen muss. Aber sie

hat ihrem Jürgen erlaubt, ohne Rückflugticket

nach Berlin zu reisen, um eine heikle

Mission zu erfüllen: die Rettung von Hertha

BSC vordem Abstieg.

Die Bausteine zusammensetzen

Klinsmann, 55, Pulli, Jackett, wie immer gesunde

Sonnenbräune im Gesicht, wirkte

noch etwas müde an diesem grauen und verregneten

Nachmittag. Der Berliner Winter

wartet. UndKlinsmanns Rettungsmission ist

es, eine ohnehin schon zittrige, neulich in

Augsburg (0:4) sogar verdächtig lustlos auftretende

Mannschaft aus den Niederungen

der Tabelle (Platz 15) nach oben zu führen.

Doch bevor der neue Trainer erklärte, dass

dies nur langsam und„Schritt für Schritt“ gehen

wird, weil ja schon am Wochenende „ein

kleiner Brocken“ (Borussia Dortmund) im

Olympiastadion wartet und er erst noch alle

„Bausteine zusammensetzen“ muss, sodass

attraktiver Fußball vorerst „allenfalls ein Idealbild“

sein kann, bevor also seine ersten

Sätze akustisch mit dem Klackern der Fotokameras

konkurrierten, startete Klinsmann

mit einem Witz in den ersten Arbeitstag. Zu

den Fotografen sagte er:„Ich brauche ja ein

neues Passbild für den Reisepass.“ Er fliege

so viel. Später gestand er:„Der Jetlag ist Teil

meines Lebens.“

Zuletzt war Klinsmann Anfang November

in Berlin; Hertha verlor ein Heimspiel gegen

Leipzig, gewann dafür ein neues Mitglied im

Aufsichtsrat. Undfür alle, die sich bereits davor

gefragt hatten, was Lars Windhorst, der

Mann, der sich im Sommer über seine Beteiligungsfirma

Tennor und für 225 Millionen

Euro bei Hertha eingekauft hatte, eigentlich

vorhat mit seinem Investment, war diese Personalie

ein erster Hinweis; noch drei weitere

Aufsichtsräte darf erberufen. Windhorst, der

Hertha ja zu einem „Big City Club“ umbauen

will, lässt sich verständlicherweise nur voneinem

Big Player des Fußballs beraten, „sportspezifisch“,

wie Klinsmann es nennt.

Ohnehin war „Lars“ der am häufigsten genannte

Name im Medienraum. Nochmal

Klinsmann: „Der Lars hat dem Klub einen

kleinen Schubser gegeben.“ Der Großaktionär

muss also nicht mal anwesend sein, um

seine neue Macht zu demonstrieren. Eine

Macht, die er etwa auch dazu nutzen kann,

um KlinsmannsWünsche zu erfüllen.

EinKlinsmann kommt ja selten allein, das

kennt man aus derVergangenheit, immer ordentlich

plus Xverlangt er für die Gästeliste.

Undsohat Hertha neben einem neuen Chefcoach

auch einen neuen Torwarttrainer

nach Berlin eingeladen. Andreas Köpke

kommt erst mal bis zum Ende des Jahres auf

Leihbasis vom DFB und folgt auf den bei

Fans und Mannschaft beliebten Zsolt Petry.

Dersagte vorein paar Monaten: „Erist noch

ein bisschen zu amerikanisch.“ Und: „Die

Persönlichkeitsentwicklung ist noch etwas

hängengeblieben.“ Gemeint war Jonathan

Klinsmann, die Nummer drei bis sechs in

Herthas Torwarthierarchie, der den Klub im

Sommer verließ. DerVater sagte nun: „Mein

Sohn wurde hier hervorragend ausgebildet.“

Da Klinsmann sich ständig fragt, „Was

wäre, wenn Südamerika? Was wäre, wenn

Freundliche

Übernahme

Jürgen Klinsmann hat eine heikle Mission übernommen:

die Rettung von Hertha BSC. Er weiß, dass die Erwartungen hoch

sind. Und dass das Umfeld zur Ungeduld neigt

Jürgen Klinsmann beim ersten Hertha-Training am Mittwoch

VonPaul Linke

CITY-PRESS/JAN-PHILIPP BURMANN

England? Was wäre, wenn Deutschland?“,

war er natürlich auch darauf vorbereitet,

erstmals nach zehn Jahren wieder eine Klubmannschaft

zu übernehmen; obwohl er das

stets vehement bestritten hatte, zuletzt vor

ein paar Wochen. Also trommelte er – es

wurde dann Deutschland –sein Schattenkabinett

für die Bundesliga zusammen, einen

„Stab auf Abruf“, zu dem Alexander Nouri

und Markus Feldhoff zählen. Beide waren

früher bei Werder Bremen und dem FC Ingolstadt

angestellt, jetzt werden sie Klinsmann

in Berlin assistieren.

Und noch eine Begleitperson ist dabei.

Arne Friedrich, früher Kapitän bei Hertha

und nach seiner Karriereals Kochbuchautor,

Werber und Berater tätig, soll als „Performance

Manager“ (Klinsmann) zwischen

Mannschaft und Geschäftsführung vermitteln,

ein offenes Ohr haben für die Bedürfnisse

der Spieler,ihreKarrieren mit Weitsicht

planen. „Arne ist ein bisschen auf der Suche

nach was Längerfristigem“, sagte Michael

Preetz, der am Mittwoch ja auch noch zu

Gast war im Medienraum. Ob er den Tagals

Machtübernahme empfinde,wurde Herthas

Manager dann gleich mal gefragt?

Preetz lächelte, als hätte er die Frage erwartet,

und antwortete,als wäresie nicht berechtigt.

„Die Zusammenarbeit zwischen

Hertha BSC und Lars Windhorst ist nicht so

alt“, sagte er, „dass wir wissen, wie Zusammenarbeit

funktioniert.“ Und weil Preetz zu

diesen Menschen gehört, die gerne Sprachmoden

aufgreifen, sagte er:„Wir haben uns

committet.“ Frei übersetzt: Sie haben sich

darauf geeinigt, dass sie es sehr, sehr ernst

meinen. Danach musste Preetz nur noch die

Theorie verneinen, die besagt, dass seine

Performance als Manager vielleicht nicht

mehr ausreicht und die Installation von

Friedrich ein Vorgriff auf die Zukunft sein

könnte, wenn die Veränderung des Klubs

dann in größeren Schritten voranschreitet.

Noch ist es ja eine friedliche Übernahme.

Preetz („der Micha“) und Klinsmann („der

Jürgen“) kennen sich seit vielen Jahren, sie

gelten als Fußballfreunde,man bleibt halt in

Kontakt. In Huntington Beach saßen sie

schon öfter zusammen, schmiedeten Pläne,

nun geht es also an die Umsetzung. Und

auch das kann man noch wissen: Im vergangenen

Jahr soll Klinsmann das Trainerangebot

ausgeschlagen haben.

Klinsmann hat sich den Ruf eines radikalen

Reformers erworben, dazu gilt er als knallharter

Verhandlungsführer in eigener Sache;

erst am späten Dienstagabend kam es zur finalen

Einigung. DieHärte verbirgt Klinsmann

hinter dem Image eines Sonnyboys,seine Radikalität

versteckt sich zwischen einem kindlichen

Lächeln und schmächtigen Schultern.

Seit Ende der Neunzigerjahre lebt Klinsmann

in Kalifornien. Dort lernte erdas Denken

in Großformaten, einen ansteckenden

Optimismus, diesen angstfreien Tatendrang.

„Wenn ich es mir nicht zutrauen würde“,

sagte er, „würde ich es nicht machen.“ Und:

„Wenn ich etwas übernehme, dann mache

ich es nicht halb.“ Aber auch: „Ich glaube

nicht, dass es um Veränderungen geht. Es

geht um Zusammenarbeit.“ Sie hätten sich

committet. Daswar nicht immer so.

Wo Klinsmann hinkam, blieb meist

nichts, wie es war. Sohandelte er als Nationaltrainer

beim DFB, woerzwischen 2004

und 2006 einen Altherrenverband entstaubte,

einen professionellen Betreuerstab

installierte, mit Teampsychologen und einem

amerikanischen Fitnesstrainer,der den

verdutzten Spielern bunte Therabänder anlegte

und sie im Entengang über den Rasen

watscheln ließ. Alles im Dienste der Körperstabilität.

Alles im Zeichen der Moderne.

Dem Magazin der Süddeutschen Zeitung

sagte Klinsmann damals: „Wir müssen alle

Rituale und Gewohnheiten hinterfragen.

Und zwar andauernd, nicht nur im Fußball.

Dasist doch nichts Schlimmes.“

Oder beim FC Bayern, woKlinsmann im

Juli 2008 den Reformstau im Fußballfreistaat

auflösen wollte,die Klubführung neue Computer

anschaffen ließ, die Mannschaft mit

Powerpointpräsentationen über Taktik belehrte

und die Innenarchitektur an der Säbener

Straße um Fachwissen und Spiritualität

erweiterte. Plötzlich hatten die Spieler Zugang

zu einer Bibliothek, und auf einer

Dachterrasse lagen und saßen Buddhas

herum. „Sie geben uns einen gewissen Energiefluss“,

sagte Klinsmann damals.AmMittwoch

sagte er:„Ichhabediese Buddhas nicht

aufgestellt.“

Wenn Energie in die falsche Richtung fließt

Die Energie floss jedenfalls schnell in die falsche

Richtung. Ein halbes Jahr und zu viele

Niederlagen später wurde Klinsmann entlassen.

Derdamalige Präsident UliHoeneß sagte

über den Nachfolger Jupp Heynckes: „Der hat

einenFlipchartund fünf Eddingstifte.Mit ihm

gewinnen wir Spiele für 12,50 Euro, und bei

Klinsmann haben wir viel Geld ausgegeben

und wenigErfolg gehabt.“

DieZeit in München gilt trotzdem als das

größte Trainermissverständnis der Klubgeschichte.

Klinsmann wollte zu viel und zu

sehr auf einmal. Als er noch für die Bayern

stürmte, nannten sie ihn Flipper, weil ihm

bei der Ballannahme oft die Fußkontrolle

versagte, die Bälle versprangen. Als Trainer

flipperte er so wild, dass es Tilt machte.

Der große Reformer Klinsmann trat zuletzt

im Juli 2011 in Erscheinung. Als Nationaltrainer

der USA wurden ihm im dritten

Anlauf jene Freiheiten zugesichert, die er gefordert

hatte. Wieder wollte Klinsmann die

Verbandsarchitektur verändern. Er ließ hier

ein Fenster einbauen, um die Strukturen

transparenter zu machen, trat dort eine Tür

ein, hinter der sich die Scoutingabteilung

verschanzt hatte. Erst ging alles gut bis sehr

gut, dann klappte immer weniger, und am

Ende ging vieles schief. Im November 2016

kam es zur Trennung.

Nun also Berlin, Hertha BSC, Big City

Clubvon derSpree,dem Klinsmann seit 2004

als einfaches Mitglied angehört. Mitgliedsnummer

18, wie früher auf dem Trikot. Der

Michahat dasmöglich gemacht.

Anfang November sagte Klinsmann über

Hertha,erwolle„Teildes spannendsten Fußballprojekts

in Europa“ werden. Und nun,

am Ende des Monats, ist er Teil der zurzeit

langweiligsten Fußballmannschaft der Bundesliga.

Und eines Umfelds, das zur Ungeduld

neigt. Jürgen Klinsmann weiß: „Berlin

wartetauf etwasGroßes.“

Wie er sich den Trainingsalltag so vorstellt,

wurde Klinsmann im zunehmend stickigen

Medienraum auch noch gefragt: „Ich

stehe da, beobachte, ich werde mich auch

einmischen, wenn es sein muss.Aberdie Assistenten

haben das laute Wort auf dem

Platz.“ Dann ging er in die Umkleidekabine,

um sich bei den Spielern vorzustellen. Beim

anschließenden Training stand er da, beobachtete

und mischte sich ein. Manchmal

musste es einfach sein.

Paul Linke

ist grundsätzlich ein Freund ehrgeiziger

Reformpläne.


4* Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Bundestag schafft

Nachtsitzungen ab

Nach Schwächeanfällen vonzweiAbgeordneten

im Bundestag werden die

Nachtsitzungen im Parlament voraussichtlich

abgeschafft. Michael

Grosse-Brömer,Fraktionsgeschäftsführer

der Union, sagte der Neuen

Osnabrücker Zeitung, die Parlamentsgeschäftsführer

hätten sich

„mit Mehrheit auf eine sinnvolle und

praktikable Straffung des Plenarbetriebs

geeinigt“. Diemeisten Debatten

sollen von38auf 30 Minuten verkürzt

werden. Fünf Tagesordnungspunkte

würden vomDonnerstag auf

Mittwoch vorgezogen. Nurdie AfD

lehnt die Reformab. (dpa)

Chrupalla will Gauland als

AfD-Chef folgen

Drei Tage vordem Bundesparteitag

der AfD hat sich BundestagsfraktionsvizeTino

Chrupalla entschieden,

für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Er werdeantreten, teilte Chrupalla

auf Anfrage mit. Damit wirdAlexander

Gauland auf dem zweitägigen

Parteitag in Braunschweig voraussichtlich

nicht für einen Posten im

Bundesvorstand kandidieren. (dpa)

Große Rentenunterschiede

bei Frauen und Männern

Im internationalen Vergleich ist der

Abstand zwischen Frauen und Männernbei

der Rente in Deutschland

besonders groß. Beiden Staaten der

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung

(OECD) bildet Deutschland bei dieser

Rentenlücke weiter das Schlusslicht,

wie die in Berlin präsentierte

neue OECD-Studie „Renten auf einen

Blick 2019“ zeigt. In Deutschland

ist die Rente bei Frauen über 65

heute im Schnitt um 46 Prozent

niedriger als bei Männern. In den

Niederlanden sind es 42, in Österreich

39, in Frankreich 33 und im

OECD-Schnitt 25 Prozent. Am geringsten

ist diese Lücke mit 2Prozent

in Estland. Sorgen macht sich die

OECD über die Absicherung vieler

Selbstständiger mit geringem Einkommen

in Deutschland. (dpa)

Justizausschuss lädt Trump

zu Anhörung ein

Die Ermittlungen gegen US-Präsident

Trump gehen in eine neue Phase.

DerJustizausschuss im US-Repräsentantenhaus

hat Donald Trump bei

den Impeachment-Ermittlungen gegen

seine Person zu einer Anhörung

eingeladen. Ausschusschef JerryNadler

fragte Trump in einem Schreiben,

ob der Präsident und seine Anwälte

an der Anhörung am Mittwoch

nächsterWoche teilnehmen oder

Zeugen befragen wollten. Es wird

nicht erwartet, dass Trump der Einladung

nachkommt. (dpa)

Deutschland erhöht Anteil

an Nato-Kosten

Deutschland wirdkünftig einen genauso

hohen Anteil an den Gemeinschaftskosten

der Nato tragen wie die

USA. Kurz vordem Jubiläumsgipfel in

London verständigten sich die 29

Mitgliedstaaten des Militärbündnisses,den

Aufteilungsschlüssel zu ändern.

Derdeutsche Anteil erhöht sich

von14,8 auf 16,35 Prozent. (dpa)

AFP

Im Übergangsstadium

Bei der Generaldebatte wirbt die Kanzlerin für die Koalition, während die Opposition Zukunftsfantasien hegt

VonMarina Kormbaki

Redner,die sichergehen wollen,

dass ihreBotschaft ankommt,

stellen sie am Ende

ihres Vortrags noch einmal

klar heraus. Die Kanzlerin beherzigt

diesen Rhetorik-Rat am Mittwoch im

Bundestag. Angela Merkel hat eine

gute halbe Stunde über die Projekte

der großen Koalition in der Außen-,

Klima-, Wirtschafts- und Sozialpolitik

gesprochen, als sie zusammenfassend

feststellt, dass es noch viel zu tun

gebe. „Wir sollten die Legislaturperiode

lang weiterarbeiten. Meine persönliche

Meinung“, sagt die Kanzlerin.

„Ich bin dabei.“ Undandie SPD:

„Schön, wenn Sie’sauch sind.“

Generaldebatte der Haushaltswoche

im Bundestag –der Tag, an dem

sich Regierung und Opposition einen

Schlagabtausch liefern. Merkel aber

wendet sich an zwei Adressaten, die

nicht zugegen sind. Einer davon ist

die Basis der SPD.Sie wirdmit ihrem

Votum für zwei neue Parteivorsitzende

auch darüber entscheiden, ob

die Sozialdemokraten in der Regierung

bleiben. Der zweite Adressat

Merkels ist Emmanuel Macron.

Frankreichs Präsident hatte der Nato

vor drei Wochen den Hirntod attestiert

und Zweifel an der Bündnisgarantie

der Allianz geäußert. „Stärker

als im Kalten Krieg ist der Erhalt der

Nato in unserem ureigenen Interesse“,

sagt die Kanzlerin mit einem

Nachdruck in der Stimme, wie man

ihn bei ihr nicht oft vernimmt. Sie

stellt fest: „Europa kann sich zurzeit

nicht allein verteidigen.“

Für Deutschlands Sicherheit

Merkel würdigt die Nato als„Bollwerk

für Freiheit und Frieden“. In Syrien

aber sei die Allianz „handlungsunfähig“.

Auch der Krieg in Libyen, der zu

einem Stellvertreterkrieg um Einfluss

ringender Regionalmächte wird, bereitet

der Kanzlerin Sorgen. In beiden

Konflikten bringe sich die Bundesregierung

ein. Merkel zufolge bemüht

sich Deutschland bei den Vereinten

Nationen um ein„robustes UN-Mandat“

für einen Einsatz südlich vonLibyen

in der Sahel-Zone. Stabilität in

dieser vonTerror heimgesuchten Region

sei wichtig für die Sicherheit in

Deutschland und Europa.

Merkels energisches Eintreten für

eine größereaußenpolitische Verantwortung

Deutschlands macht deutlich,

wo die Kanzlerin die Priorität ihrer

restlichen Amtszeit sieht. Sie teilt

die Einschätzung Macrons von der

geschwächten Nato. Daraus aber

zieht Merkel nicht den Schluss, dass

Im Fokus: In ihrer Rede würdigt die Kanzlerin die Nato als „Bollwerkfür Frieden“.

Entwurf des Bundeshaushalts 2020

Die Einzelpläne der Ministerien, in Milliarden Euro

Arbeit und Soziales

150,22

Verteidigung

Verkehr und digitale Infrastruktur

Bildung und Forschung

Gesundheit

Inneres, Bau und Heimat

Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Wirtschaft und Energie

Finanzen

Ernährung und Landwirtschaft

Auswärtiges Amt

Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt

Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Justiz und Verbraucherschutz

45,05

31,05

18,29

15,35

15,05

12,06

10,88

9,21

7,87

6,69

5,93

3,39

2,97

0,92

DPA

Veränderungen

gegenüber

2019 in %

+3,4

+4,2

+6,0

+0,1

+0,3

-5,0

+15,4

+6,2

+12,5

+9,6

+5,8

+1,8

+4,6

+29,9

+2,7

BLZ/GALANTY; QUELLE: HAUSHALTSAUSSCHUSS, BUNDESFINANZMINISTERIUM, DPA

die Nato ersetzt werden müsste.Vielmehr

will sie das Verteidigungsbündnis

voninnen heraus stärken.

Der Fokus der Kanzlerin auf die

Außenpolitik erscheint der SPD zu

einseitig. Als Fraktionschef Rolf Mützenich

ans Pult tritt, schlägt er fast

philosophische Töne an. Jede Generation

meine, dass ihr besonders

große Verantwortung zufiele. „Aber

Ihr Verantwortungsprinzip erschöpft

sich viel zu stark imMilitärischen“,

sagt Mützenich in Richtung der Kanzlerin

und der Verteidigungsministerin

Annegret Kramp-Karrenbauer.

„Wir wollen dieses Streben nach militärischer

Dominanz nicht mitgehen.

Wirwollen eine Dominanz der Diplomatie“,

ruft Mützenich.

Die Grünen flirten mit der Union

Die AfD arbeitet sich derweil an der

Klimapolitik der Regierung ab. Fraktionschef

Alexander Gauland wirft

ihr „Ökopopulismus“ angesichts des

gleichzeitigen Atom- und Kohleausstiegs

vor. Es drohten Stromausfälle.

„Selbst wenn unser Land morgen

zu existieren aufhörte,wären die

Auswirkungen auf die Welttemperatur

praktisch nicht nachweisbar“,

behauptet Gauland.

FDP-Chef Christian Lindner bemängelt

eine Vernachlässigung der

Wirtschaft: „Diese Bundesregierung

geht schlafwandlerisch auf einen

Wirtschaftsabsturzzu“, sagt er.

Die Linkspartei wirbt derweil für

sich als Koalitionspartner ineinem

künftigen Rot-Rot-Grünen Bündnis.

„Eine Kindergrundsicherung könnte

ein zentrales Projekt einer Mittelinks-Regierung

werden“, sagt Fraktionschef

Dietmar Bartsch. Die Grünenscheinen

darankeinInteresse zu

haben. Fraktionschef Anton Hofreiter

bietet der Bundesregierung Unterstützung

beim Windkraft-, Netzund

Schienenausbau an. „Kommen

Sieauf uns zu, sprechen Siemit uns“,

ruft er der Union zu. Prompt geht

Unionsfraktionschef Ralf Brinkhaus

darauf ein. Ja, man werde miteinander

reden, versicherterden Grünen.

Deutschland ist in einer Phasedes

Übergangs, das wird indieser Generaldebatte

deutlich. Merkel würde

gern an Schwarz-Rot festhalten.

Brinkhaus und Hofreiter kokettieren

derweil schon mit Schwarz-Grün.

Unddie Linke entwirft rot-rot-grüne

Alternativszenarien. Jetzt, da der

Haushalt für das kommende Jahr beschlossen

und damit eine große Unsicherheit

ausgeräumt ist, lassen

Deutschlands Spitzenpolitiker ihrer

farbenfrohen Fantasie für die Zukunft

freien Lauf.

„Deutsche Unternehmen müssen Standards einhalten“

Angesichts der Unterdrückung der Uiguren in China fordert der Grüne Reinhard Bütikofer auch EU-Sanktionen

Geheime Dokumente sollen die

systematische Verfolgung der Uiguren

in der chinesischen Region Xinjiang

belegen. DerGrünen-Europaabgeordnete

Reinhard Bütikofer erläutert,

wie der Westen sich gegenüber

Peking verhalten sollte.

Herr Bütikofer, wie bewerten Sie die

China Cables?

Vieles von dem, was wir jetzt

schwarzauf weiß nachlesen können,

haben Kritiker seit langem thematisiert.

Aber die chinesische Parteiführung

hat das immer radikal bestritten.

Dastut Peking weiterhin.

Heute steht aber fest, dass die Dementis

gelogen sind. Es gibt keinen

Grund, an der Authentizität der Dokumente

zu zweifeln. Ich finde an

diesen Enthüllungen bemerkenswert,dass

es sie überhaupt gibt. Man

kann die Publikation der Papiere als

Ausdruck eines Aufbegehrens gegen

diese brutale Politik sehen. Anscheinend

regt sich sogar im ParteiapparatOpposition.

Undzwar gegen Präsident

Xi Jinping selbst, der für diese

systematischen Übergriffe selbst

verantwortlich ist. Werdiese Dokumente

an die Öffentlichkeit gebracht

hat, empfindet vielleicht so etwas

wie Scham, dass der altehrwürdigen

Kulturnation China solche totalitären

Praktiken aufgezwungen

werden. Da werden

Professoren in Lager gesteckt,

und in den Dokumenten

heißt es, man

müsse den Lagerinsassen

beibringen, wie man sich

anständig anzieht. Das ist

zynisch.

Reinhard

Bütikofer

den, die vonZwangsarbeiternhergestellt

wurden.

Hat Peking Angst vor einer uigurischen

Unabhängigkeitsbestrebung?

Peking muss davor keine Angst

haben. Es gibt kein einziges

Land auf der Welt, das die

Unabhängigkeit von Tibet

oder Hongkong oder Xinjiang

fordert oder unterstützt.

Die fixe Idee in Peking,

man sei von lauter

DPA

Feinden eingekreist, ist nationalistische

Propaganda,

keine realistische Analyse.

Wassollte die Bundesregierung tun?

Die Bundesregierung hat gefordert,

dass die Vereinten Nationen Zugang

erhalten sollen. Das war schon

mal richtig. Wir müssen das Thema

auch immer wieder ansprechen,

wenn es Kontakt zur chinesischen

Parteiführunggibt. Zu schweigenden

Komplizen dürfen wir nicht werden.

Das Polizeistaatsregime, das Peking

in Xinjiang eingeführt hat, könnte

auch in anderen Regionen eingerich-

Viele europäische Unternehmen,

auch der deutsche VW-Konzern

haben in der Region investiert.

Wassollten diese Unternehmen nun

tun?

Das ist nicht so schwer. Eswäre

gut, wenn deutsche und andere Unternehmen

aus Europa in Xinjiang

dieselben Standards einhielten wie

zu Hause. Man muss zum Beispiel

die Religionsfreiheit akzeptieren.Wir

sollten auch alles dagegen tun, dass

Produkte gekauft oder verkauft wertet

werden, wo muslimische Minderheiten

leben. Wie man in Xinjiang

sieht, kann man mit dem Einsatz von

künstlicher Intelligenz Tausende und

Abertausende vonMenschenfür verdächtig

erklären und ins Lager stecken.

Dasist die ultimativeDystopie.

Sollte es EU-Sanktionen geben?

Ich bin sehr dafür, dass wir dafür

die rechtliche Grundlage schaffen.

Das Europäische Parlament hat

schon mit großer Mehrheit beschlossen,

dass es einen global wirksamen

Mechanismus geben soll, mit

dem einzelne Personen gezielt wegen

Menschenrechtsverletzungen

sanktioniert werden können. So etwasgibt

es schon in Kanada und den

USA. Doch da spielen die EU-Mitgliedsländer

bislang nicht mit. Nun

wäre eine gute Gelegenheit für die

Bundesregierung, sich neu zu positionieren.

Undich würde mich auch

sehr freuen, wenn sich die neue

Kommissionspräsidentin Ursula von

der Leyen dafür einsetzen würde.

DasGespräch führte Damir Fras.

Heil setzt

Hartz-IV-Urteil

durch

Bürokratie wollte um mehr

als 30 Prozent kürzen

VonRasmusBuchsteiner

Die Klarstellung kam prompt.

„Bevor es in der öffentlichen

Diskussion zu weiteren Missverständnissen

kommt, wirdklargestellt:

DerArbeitsminister schließt aus,dass

künftig innerhalb eines Monats mehr

als 30 Prozent sanktioniert werden

darf“, ließ Bundesarbeitsminister

Hubertus Heil (SPD) über eine Sprecherin

mitteilen. Eine entsprechende

Weisung werdeamFreitag ergehen.

Vorher waren Entwürfe aus dem

Ministerium für Weisungen an die

Jobcenter mit Konsequenzen aus

dem jüngsten Hartz-IV-Urteil des

Bundesverfassungsgerichts bekannt

geworden. DiePläne waren bei Sozialverbänden

auf Widerspruch gestoßen.

Denn sie hätten Leistungskürzungen

um mehr als 30 Prozent ermöglicht

–und zwar in Fällen, in denen

sich die Sanktionen etwa für das

Ablehnen eines Jobangebots und für

das Versäumen eines Termins beim

Fallmanager addiert hätten. Nun

aber hat Heil die Reißleine gezogen.

Mit ihrer Entscheidung Anfang

November hatten die Richter die bisherige

Sanktionspraxis zu weiten

Teilen gekippt. Leistungskürzungen

von mehr als 30 Prozent wurden als

grundgesetzwidrig eingestuft –unter

Verweis darauf, dass die Verfassung

den Schutz des Existenzminimums

verlangt. Sanktionen unterhalb der

30-Prozent-Schwelle seien jedoch

nicht zu beanstanden.

Regelungen für Jugendliche

Laut Neuer Osnabrücker Zeitung

plant das Arbeitsministerium, die

Sanktionen auch für unter 25-jährige

Hartz-IV-Empfänger zu entschärfen.

Bislang habe ihnen bei Pflichtverstößen

im Extremfall die komplette

Streichung des Regelsatzes gedroht.

Diese Regelung sei laut Ministerium

ausdrücklich nicht Gegenstand des

Urteils gewesen. Trotzdem soll die

Weisung an die Jobcenter nun auch

für die Gruppe der jungen Leistungsbezieher

gelten.

Die Kommunen erklärten, zum

Fordern in der Arbeitsmarktpolitik

gehörten in letzter Konsequenz auch

Sanktionen. „Die Jobcenter brauchen

die Möglichkeit der Leistungskürzung

im Fall von wiederholten

Terminversäumnissen, versäumten

Eigenbemühungen oder konsequenter

Arbeitsverweigerung. Klar

ist, dass die Jobcenter ganz überwiegend

mit den Sanktionsmöglichkeiten

im Rahmen des gesetzlich Möglichen

verantwortungsvoll und einzelfallgerecht

umgehen“, sagte Gerd

Landsberg, Hauptgeschäftsführer

des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.„Dasbedeutet

aber nicht,

dass generell darauf verzichtet werden

kann, denn letztlich geht es um

das Geld der Steuerzahler.“

Hartz-IV-Sanktionen

Gründe für neu festgestellte Sanktionen

gegenüber Hartz-IV-Empfängern in Prozent

53,6

23,4

17,5

5,5

2007

72,8

Meldeversäumnis

Weigerung Aufnahme /

Fortführung einer Arbeit,

Ausbildung oder Maßnahme

12,6

11,3

2013

77,5

Anzahl der

Sanktionen:

878 766

(2019*)

Weigerung Erfüllung der Pflichten

der Eingliederungsvereinbarung

Sonstige

10,5

8,4

3,6

2019*

BLZ/GALANTY; QUELLE: BA, AFP, *GLEITENDE JAHRESSUMME


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 5

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Politik

Glückwünsche für die neue Chefin: Am 1. Dezember nimmt die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen offiziell ihre Arbeit auf. Das Küsschen kommt vom neuen EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton.

DDP IMAGES

Brüsseler Spitze

Das Europaparlament bestätigtUrsula vonder Leyens EU-Kommissionmit großerMehrheit. Es istein Vertrauensvotum, das die CDU-Politikerin gut gebrauchen kann

VonDamir Fras, Brüssel

Der Auftritt wirkt wie bestellt,

ist es aber nicht:

Eine Gruppe von Herren

im gesetzten Alter stellt

sich am Mittwochnachmittag in die

Mitte des Innenhofs im Europaparlament

von Straßburg und stimmt

die Europa-Hymne an – erst auf

Französisch, dann auf Deutsch. Es

sind Männer der Freiwilligen Feuerwehren

von Hottviller in Lothringen

und Ballweiler im Saarland. DieVereine

aus Frankreich und Deutschland,

den beiden wichtigsten Mitgliedsländern

der EU, sind seit 50

Jahren befreundet.

Die Sänger haben sich für ihren

Besuch im Europaparlament einen

bedeutsamen Tagausgesucht. Denn

auch im Parlament geht es um Symbolik,

um die Beschwörung der Einheit,

um Aufbruch: Am Mittwochmittag

bestätigt das Europaparlament

die EU-Kommission unter der

Führung Ursula von der Leyens. Die

frühere deutsche Verteidigungsministerin

ist die erste Frau an der

Spitze der EU-Behörde. Sie kündigt

eine „Agenda des Wandels“ für die

EU an, die sie in den kommenden

fünf Jahren durchsetzen will.

707 von 751 Europa-Abgeordneten

geben ihre Stimme ab. 461 stimmen

für das Team vonder Leyen, 157

sind dagegen, 89 enthalten sich. Die

61 Jahre alte CDU-Politikerin sagt

danach: „Diese große Mehrheit

macht mich demütig. Ich sehe das

als Vertrauensvotum.“ Ihr Amtsvorgänger

Jean-Claude Juncker bekam

2014 weniger Ja-Stimmen. Siekönne

auf eine stabile Mehrheit bauen, sagt

vonder Leyen.

Klimawandel und Migration

Die wird sie auch brauchen. Denn

die Frau aus Niedersachsen will einen

„umfassenden Wandel“ in Europa

erreichen, der die gesamte Gesellschaft

und Wirtschaft erfassen

soll. Ihre Hauptziele sind der Kampf

gegen den Klimawandel, eine für alle

verträgliche Gestaltung der Digitalisierung,

in der es Standards und Regeln

geben soll, sowie ein neuer Migrationspakt.

Vorschläge,wie künftig

Flüchtlinge in der EU verteilt werden

sollen, will von der Leyen schon in

wenigen Monaten vorlegen.„Wir tun

das, weil es das Richtige ist, nicht

DIE KOMMISSION

Kommissionspräsidentin Ursula vonder Leyen(Deutschland)

Geschäftsführende Vize-Präsidenten

Wettbewerb und Digitales: Margrethe Vestager (Dänemark); Wirtschaft, Finanzdienstleistungen,

Kapitalmarktunion: Valdis Dombrovskis (Lettland); Klimapolitik: Frans Timmermans

(Niederlande)

Weitere Vizepräsidenten

Förderung der europäischen Lebensweise: Margaritis Schinas (Griechenland); Demokratie

und Demografie: Dubravka Suica (Kroatien); InterinstitutionelleBeziehungen und strategische

Planung: Maros Sefcovic (Slowakei); EU-Außenbeauftragter: Josep Borrell (Spanien);

Werteund Transparenz: Vera Jourova (Tschechien)

Einfache Kommissare

Justiz und Rechtsstaatlichkeit: Didier Reynders (Belgien); Innovation und Jugend: Mariya

Gabriel (Bulgarien); Energie: Kadri Simson (Estland); Internationale Partnerschaften: Jutta

Urpilainen (Finnland); Binnenmarkt und Industriepolitik: Thierry Breton (Frankreich); Handel:

Phil Hogan (Irland); Wirtschaft: Paolo Gentiloni (Italien); Umwelt, Ozeane, Fischerei:

Virginijus Sinkevicius (Litauen); Beschäftigung und soziale Rechte: Nicolas Schmit (Luxemburg);

Gleichstellung: Helena Dalli (Malta); EU-Haushalt und Verwaltung: Johannes Hahn

(Österreich); Landwirtschaft: Janusz Wojciechoski (Polen); Kohäsion und Reformen: Elisa

Ferreira (Portugal); Verkehr: Adina-Ioana Valean (Rumänien); Krisenmanagement: Janez

Lenarcic (Slowenien); Inneres: YlvaJohansson (Schweden); Erweiterung: Oliver Varhelyi (Ungarn);

Gesundheit: Stella Kyriakidou (Zypern)

weil es einfach sein wird“, sagt sie am

Mittwoch. „Lasst uns an die Arbeit

gehen.“

Schon am Sonntag will die neue

Kommissionspräsidentin –übrigens

die erste Deutsche seit mehr als 50

Jahren an der Spitze der Brüsseler

Behörde –ersten offiziellen Kontakt

mit den Mächtigen der Welt aufnehmen.

Sie werde mit den Partnern in

den G20 und den G7 telefonieren,

kündigt vonder Leyen am Mittwoch

an. Für Montag ist dann ein Redeauftritt

bei der Weltklimakonferenz in

Madrid geplant.

Startmit Verzögerung

Dort dürfte von der Leyen erklären,

wie die EU die Klimakatastrophe abwenden

will. In den ersten 100 Tagen

nach ihrem Amtsantritt will die neue

Präsidentin der Kommission einen

sogenannten „Green NewDeal“ vorlegen.

Darin soll das Ziel der Klimaneutralität

in der EU bis zum Jahr

2050 verankertwerden. Dasheißt: In

der EU darfnur noch so viel Kohlendioxid

ausgestoßen werden, wie an

anderer Stelle eingespart oder etwa

durch Aufforstungen kompensiert

wird.

Vonder Leyen, die Anfang Juli von

den Staats- und Regierungschef der

EU als Nachfolgerin von Kommissionspräsident

Juncker vorgeschlagen

wurde, sollte ihr Amt ursprünglich

schon am 1. November antreten.

Doch das Europa-Parlament lehnte

drei Bewerber für die Kommission

ab. Weil Ersatz gefunden werden

musste, verzögerte sich der Arbeitsbeginn

um einen Monat.

Während die Abgeordneten der

Europäischen Volkspartei, der europäischen

Sozialdemokraten und

der Liberalen am Mittwoch in Straßburg

für von der Leyens Team

stimmten, enthielten sich die europäischen

Grünen der Stimme. Sie

boten der neuen Kommissionspräsidentin

aber eine konstruktiveMitarbeit

an.

Daskönnte in manchen Streitfragen

entscheidend sein. Erstmals seit

der ersten Europawahl vor40Jahren

haben Konservative und Sozialdemokraten

zusammen nicht mehr die

Mehrheit. Von der Leyen muss auf

die Stimmen der Liberalen und mitunter

auch auf die der Grünen hoffen,

um Initiativen durch das Parlament

zu bekommen.

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6* Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▲ 13287,07 (+0,38 %)

28.8.19

27.11.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 64,14 (+0,09 %)

28.8.19

27.11.19

Euro in US-Dollar

▼ 1,1009 (–0,10 %)

Aroundtown

wächst kräftig

DerLuxemburger Gewerbeimmobilienspezialist

Aroundtown ist in den

ersten neun Monaten 2019 weiter

kräftig gewachsen. DieNettomieteinnahmen

kletterten im Jahresvergleich

auch dank Zukäufen um 22

Prozent auf 555 Millionen Euro.Auf

gleicher Fläche hätten die Einnahmen

um 4,3 Prozent zugelegt, die

Durchschnittsmiete stieg. Aroundtown

ist vorallem in Deutschland

und den Niederlanden aktiv.Das

Unternehmen will mit dem ebenfalls

börsennotierten Berliner Konkurrenten

TLGfusionieren. Dabei

würde der europaweit größte Anbieter

vonBüroflächen entstehen.(dpa)

28.8.19

Stand der Daten:27.11.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

Quelle

27.11.19

aus DAX und MDAX vom 27.11. zum Vortag

RTL Group 43,56 +3,08 WWWWWWWWW

ProSiebenSat.1 13,38 +3,00 WWWWWWWWW

United InternetNA 31,35

+2,48 WWWWWWWW

Aroundtown 7,83 +2,30 WWWWWWW

Nemetschek 54,40 +2,26 WWWWWWW

DeliveryHero 47,26 +1,83 WWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom27.11.zum Vortag

Knorr-Bremse 85,84 WWWWWWWWWWW –3,66

Rocket Internet 22,32 WWWWWWW –2,19

thyssenkrupp 11,47 WWWWWW –1,67

Healthineers 43,77 WWWWW –1,34

Airbus 133,94 WWWW –1,21

GrenkeNA 85,50 WWWW –1,04

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 27.11. ±% z. 26.11.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,20

3733/2909 3712,85

CAC 40 (FR) – 0,05

5967/4556 5926,84

S&P UK (UK) + 0,33

1562/1323 1498,24

RTS (RU) +0,01

1488/1033 1441,08

IBEX (ES) +0,41

9588/8286 9362,70

Dow Jones (US) +0,14

28175/21713 28161,13

Bovespa (BR) –0,33

109672/83892106340,60

Nikkei (JP) +0,28

23608/18949 23437,77

Hang Seng (HK) +0,03

30280/24897 26946,55

Stx Singap. 20 (SG) +0,46

1657/1395 1628,87

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Bigbank **

bigbank.de 1,10 1,30 -

Bank11

bank11.de 0,90 1,20 -

akf bank **

akf.de 0,95 1,10 1,10

Ziraat Bank

ziraatbank.de 0,85 1,10 -

Akbank **

akbank.de 0,80 1,05 -

Targobank

targobank.de 0,60 1,10 -

Santander

santander.de 0,45 0,60 0,60

ING

ing.de 0,03 0,10 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01

Postbank

postbank.de - - -

ISBANK

isbank.de 0,75 0,95 -

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - 0,15

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,67 0,80 0,62

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Im Werk Leipzigwird derelektrisch angetriebene BMW i8 montiert.

Von Carsten Hoefer

Ungeachtet des Drucks von Umweltinitiativen

nutzen die

15 weltgrößten Vermögensverwalter

ihre immense Marktmacht einer

neuen Studie zufolge bislang kaum

für klimafreundliche Investitionen.

Eine Mehrheit der Finanzfirmen legt

nach wie vor Milliardensummen in

der Öl-, Gas- oder Autoindustrie an,

wie die Londoner Initiative Influencemap

in einer am Mittwoch veröffentlichten

Analyse schreibt. Insgesamt

gebieten die 15 Unternehmen

demnach über Kapitalanlagen in

Höhe von 37 Billionen US-Dollar

(33,64 Bio. Euro), was etwa einem

Fünftel des globalen Kapitalmarkts

entspricht.Zu den wenigen in dem

Bericht positiv hervorgehobenen

BMW spart sanft

Der Konzern hält an der Stammbelegschaft fest, reduziertaber die Erfolgsbeteiligung

Von Thomas Magenheim

Nach Audi lässt mit BMW

nun auch ein zweiter

deutscher Premiumhersteller

seine Belegschaft

zurAder.Andersals bei der VW-Tochter

werden bei den Münchnernaber

keineStammkräfteabgebaut.Sieverlieren

jedoch Lohnbestandteile, die

sich für BMW jährlich auf eine kleine

dreistellige Millionensumme summieren,

wovon die Belegschaft am

Mittwoch in Betriebsversammlungen

informiert worden ist. „Wir haben

gemeinsam mit dem Betriebsrat

eine solidarische Lösung erzielt“, erklärte

BMW-Chef Oliver Zipse.BMW

könne auf drastische Maßnahmen

verzichten, die anderegerade ergreifen,

um ihreKostenzusenken.

Derneue BMW-Chef spielt damit

auf den Konkurrenten Audi an, der

am Vortag den Abbau von netto gut

7800 Stellen bis 2025 angekündigt

hat. BMW dagegen will die eigene Belegschaft

dieses und nächstes Jahr

bei konstant 135000 Beschäftigten

halten. BMW-Gesamtbetriebsratschef

Manfred Schoch zeigte sich mit

dem Erreichten auch deshalb zufrieden.

„UnsereeinzigartigeErfolgsbeteiligung

konnte langfristig abgesichert

werden, die Belegschaft erhält weiterhin

100 Prozent Weihnachtsgeld“,

erklärte er. Allerdings wird die Erfolgsbeteiligung

künftig anders berechnet,

was de facto ein Absinken

um knapp ein Fünftel zur Folge hat.

Hiobsbotschaften:Inder

deutschen Autoindustrie mit

ihren hierzulande gut

800 000 Beschäftigten häufen

sich die Hiobsbotschaften

–vor allem bei Zulieferernwie

Bosch, Schaeffler

oder Continental. Tausende

Stellen werden gestrichen.

Ganze Werkestehen auf der

Kippe –weil E-Autos weniger

Fertigungspersonal benötigenals

Verbrenner.

Daszeigt einRechenbeispiel. Haben

Beschäftigte unterer Tarifbereichen

zuletzt im Schnitt noch 9175 Euro erhalten,

wären es bei neuer Berechnung

7600 Euro gewesen, im Branchenvergleich

immer noch ein Spitzenwert.

Zusätzliche finanzielle Abstriche

machen müssen bei BMW zudem

Beschäftigte, die freiwillig 40 Stunden

wöchentlich arbeiten statt in der

Branche übliche 35 Stunden. Beidiesem

rund 17000 Personen umfassenden

Kreis wird Weihnachtsgeld und

Erfolgsbeteiligung künftig auf Basis

einer 35-Stunden-Woche berechnet

alsozusätzlichabgesenkt.DieAnzahl

der 40-Stunden-Verträge werdeaber

Klimatische Störung

Die großen Vermögensverwalter tun laut Studie zu wenig für eine CO 2 -neutrale Zukunft

TAUSENDE AUF DER STRASSE

Demonstration: Mehr als

3000 Mitarbeiter vonAutozulieferernhaben

am Mittwoch

in Schweinfurtfür die

Sicherung ihrer Arbeitsplätze

demonstriert. Die Beschäftigten

folgten einem Aufruf

der IG Metall, die eine Kundgebung

unter dem Motto „Sicherheit

in unsicheren Zeiten“

organisierthatte. Die

Gewerkschaft sprach von

3500 Teilnehmern.

Schwerpunkt: Schweinfurt

ist ein Schwerpunkt der

Autozulieferindustrie in der

Region. Bei den vier Werken

der Unternehmen SKF,Schaeffler,ZFund

Bosch-Rexroth

sind nach Angaben der IG

Metall mehr als 22 000 Mitarbeiter

beschäftigt. „Die Zukunftsfragekann

nur mit und

nicht gegendie Beschäftigten

beantwortet werden“,

heißt es bei der IG Metall.

Ausnahmen zählt der Münchner Allianz-Konzern,

zusammen mit der

Schweizer Bank UBS und der britischen

Legal & General. Diese drei

Unternehmen nehmen demnach

engagiert Einfluss auf ihre Kunden,

damit diese ihre Geschäftsmodelle

an die Pariser Klimaziele zur Begrenzung

der Erderwärmung anpassen.

AuchfürdiesedreigiltaberlautInfluencemap,

dass sie gemessen an den

Pariser Zielen überproportional in

vier CO 2 -trächtige Branchen investiert

sind: Öl- und Gasförderung,

Kohlebergwerke,Autohersteller und

Kraftwerke.

Kurz nach der Veröffentlichung

des Berichts gab der französische

Versicherungskonzern Axa bekannt,

dass er bis 2030 in Europa und bis

2040 weltweit aus jeglichen Geschäften

mit der Kohlebranche aussteigen

will. Darüber hinaus erklärten die

Axa und drei weiteregroße Finanzfirmen

ihren Beitritt zur Net-ZeroAsset

Owner Alliance, einem von der Allianz

initiierten Zusammenschluss

großer internationaler Investoren

unter dem Dach der Vereinten Nationen.

Die16Net-Zero-Unternehmen

streben bis 2050 klimaneutrale Portfolios

an, nach Angaben der Allianz

geht es dabei um eine Gesamtsumme

von3,9 Billionen Dollar.

Umweltschützer und Klimaaktivisten

setzen die Finanzbranche seit

JahrenunterDruck,ihreInvestmentstrategie

zu ändern und aus Branchen

mit hohem CO 2 -Ausstoß auszusteigen.

In Deutschland spielt dabei

die InitiativeUrgewald eine maßgebliche

Rolle. Die Klimaaktivisten

FOTO: JAN WOITAS/DPA

nicht angetastet, betonte ein Insider.

Ausnahme sei, wenn ein Projekt ausläuft

und der Grund für Mehrarbeit

wegfällt. Es gebe keine pauschale Reduzierung

der 40-Stunden-Verträge,

erklärtBMW dazu offiziell. Eigentlich

wollte das Management deren Umfänge

deutlich reduzieren. In der

Branche gilt tariflich die 35-Stunden-

Woche.

Lediglich umetikettiert werden

beim BMW im Zuge der neuen Vereinbarung

dividendenbasierte Bausteine

zur innerbetrieblichen Altersvorsorge,

die bislang ein Teil der Erfolgsbeteiligung

waren. Jetzt werden

sie dortherausgelöst und proPerson

und Jahr auf maximal 1200 Euro begrenzt.

Für den Einzelnen bedeute

das im Schnitt keine Reduzierung,

sagt ein Insider.Erbeziffertden jährlichen

Sparumfang der jetzigen Vereinbarung

für den Konzernauf rund

200 Millionen Euro.

Audi muss ein Mehrfaches dieser

Summe sparen. Die Lage von BMW

sei auch nicht im Ansatz mit der bei

dem Konkurrenten vergleichbar,

heißtesinMünchen.Manstündeviel

besser da. Deshalb seien auch die

Sparzwänge moderater. Als Vorteil

gegenüber der Premiumkonkurrenz

sehen die Bayerischen Motorenwerke

insbesondere, dass sie auch Elektromotoren

selbst bauen und nicht

wie Mercedes den gesamten E-Antrieb

bei ZF und damit einem Zulieferer

beziehen. Diese Wertschöpfung

im eigenen Haus nehme im Elektrozeitalter

Druck vomBMW-Personal.

Insider rechnen deshalb auch in

den Jahren nach 2020 bei BMW nicht

mit Stellenabbau. Ohnehin gilt bis

2025 innerbetrieblich eine Vereinbarung,

die betriebsbedingte Kündigungen

ausschließt. Die verlängert

sich jährlich automatisch um zwölf

Monate,wennsie nicht voneiner Seite

aufgekündigt wird.

Bangen müssen bei den Münchnern

derzeit wohl nur Leiharbeiter,

deren Zahl zuletztauf rund10000 Beschäftigte

beziffert worden ist. Die

Zeichen stünden in diesem Bereich

auf Reduzierung, heißt es vage.Unter

dem Strich fährt BMW in der heimischen

Branche damit aber den wohl

moderatesten Sparkurs.

lobten am Mittwoch die Axa und

warfen der deutschen Versicherungsbranche

Trägheit vor. In der Influencemap-Untersuchung

kommt

die Allianz allerdings besser weg als

die Axa.

Weit weniger aktiv in Sachen Klimaschutz

sind laut Influencemap

US-Firmen wie Blackrock oder die

Investmentbank Goldman Sachs.

Blackrock ist mit 6Billionen Dollar

Kapitalanlagen größter Vermögensverwalter

der Welt, Aufsichtsratschef

der deutschen Dependance wurde

2016 der CDU-Politiker Friedrich

Merz.

Grundlage der Untersuchung waren

öffentlich verfügbare Daten, in

welche Branchen und Unternehmen

dieVermögensverwalterihrGeldstecken.

(dpa)

Der Baubranche fehlen

Sand und Kies

Angesichts des Immobilienbooms

warnen Bau- und Rohstoffindustrie

vorLieferengpässen bei Sand und

anderen wichtigen Materialien. „Die

Versorgung vonBaustellen mit Kies,

Sand, Schotter und Splitt gerät ins

Stocken“, kritisierten die Verbände

am Mittwoch gemeinsam in Berlin.

Es müsse dringend gehandelt werden,

um stabile Lieferketten und genügend

Produktionsstätten zu sichern.

Sand oder Kies müssten teils

aus dem Ausland transportiertwerden,

monierte Matthias Jacob vom

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.Deutschlandhat

laut der

Bundesanstalt für Geowissenschaften

zwar reiche Vorkommen an Sand

und Kies,ein Großteil liege aber

unter Naturschutzgebieten und bebauten

Flächen. (dpa)

Rückschlag für

Boeing 737 Max

Die Aufsichtnimmtdie Boeingweiter

unter dieLupe.

FOTO: WARREN/AP

DieUS-LuftfahrtaufsichtFAA hat

keineEile bei der Wiederzulassung

desUnglücksjets Boeing737 Max,

fürden nach zwei AbstürzenStartverbote

gelten.„DieFAA wirdsich

alleZeit nehmen, die sie benötigt,

um zu gewährleisten, dassdas Flugzeug

sicherist“,sagteeineSprecherinder

Aufsichtsbehörde. DasFlugzeug

werdenicht wieder zugelassen,

bevorgründlicheTests abgeschlossen

seien.Der Konzernhatte

sichzuversichtlich geäußert, im Dezembereine

Zulassung der überarbeitetenSteuerungssoftware

zu

bekommen. (dpa)

Optimismus

auf dem Arbeitsmarkt

DerAusblick für denArbeitsmarkt

hat sich verbessert. DasNürnberger

Institut für Arbeitsmarkt- und

Berufsforschung (IAB) blickt im November

deutlich optimistischer in

die Zukunft als noch einen Monat

zuvor.GrößereZunahmen der saisonbereinigten

Arbeitslosigkeit seien

in den nächsten drei Monaten

nicht zu erwarten, so die Prognose

des Instituts.Das vomIAB monatlich

erstellte Arbeitsmarktbarometer

ergab im November einen Wert

von99,4 Punkten auf dem Arbeitslosigkeitsindex

–immer noch leicht

unter der neutralen Marke100,

aber deutlich besser als im Oktober,

als ein Wert von98,5 ermittelt worden

war. (dpa)


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8* Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Meinung

Nachtleben

ZITAT

Berlin muss seine

Clubs pflegen

Gerhard Lehrke

will wilde Nächte, auch wenn er

über das Club-Alter hinaus ist.

Der Senat schmückt sich gern mit

fremden Federn. Sei esmit den Museen,

die überwiegend vom Bund finanziert

werden, sei es mit Unternehmern,

die über mangelnde Wertschätzung im

täglichen Kampf mit der Bürokratie klagen,

oder sei es mit den Clubs, die vor allem

junge Menschen in die Stadt locken

und weltweit zum Renommee Berlins als

hippe Metropole beitragen.

Aber getan wird seitens der Landesregierung

wenig dafür. Seit Jahren müssen

Clubbetreiber immer wieder ihre Locations

räumen, weil sie wie jetzt Sage Club

und KitKatClub wegspekuliert oder von

einer alternden, lärmempfindlicher gewordenen

Ex-Hipsteria aus den Gegenden

geklagt werden, in die sie einstmals

wegen der tollen Szene gezogen war.

Sicher gibt es in der Verwaltung Menschen,

die sich Gedanken über die Zukunft

des Berliner Nachtlebens machen,

dem ja von der Wirtschaftsverwaltung

große Bedeutung bescheinigt wird. Auf

der anderen Seite jedoch hat man es zwar

gern lebendig, aber bitte sehr nicht zu

sehr, wie das Beispiel Holzmarkt-Areal

zeigt. DasProjekt sah sich einer Reihe von

Kontrollen ausgesetzt, die gewiss rechtmäßig

sind, die man aber durchaus für

kleinlich halten könnte.

Ob die Idee eines Kulturraumbüros

aus dem Hause vonSenator Klaus Lederer

da abhelfen kann, darfbezweifelt werden.

Geplant ist eine eierlegende Wollmilchsau,

die vom Bildhauer über das Streichquartett

bis zum Partyveranstalter allen,

die irgendwie mit Kultur zu tun haben, einen

geeigneten Raum vermitteln soll.

Vielleicht sollte sich Berlin häufiger daran

erinnern, dass die Stadt nur weiter anziehend

sein wird, wenn es auch ihreNächte

bleiben.

Hartz IV

Kalte

Bürokratenlogik

Rasmus Buchsteiner

stellt die Frage, ob es beim Fördern

und Forderndurch Hartz IV bleibt.

Man sollte ruhig noch einmal nachlesen,

wie das Bundesverfassungsgericht

geurteilt hat. Schon bei einer Kürzung

der Hartz-IV-Leistungen um 30 Prozent

sei die Belastungswirkung sehr hoch.

Und, so der Tenor der Entscheidung, Jobcenter

können solche Sanktionen nicht

eben mal so verhängen, die Maßnahmen

müssten im Einzelfall höchsten Anforderungen

der Verhältnismäßigkeit genügen.

Mehr als 30 Prozent Kürzungen hielten

die Verfassungsrichter für einen Verstoß

gegen das Grundgesetz, das zumindest

ein Existenzminium garantiert.

Streng genommen hatten die Richter

allerdings lediglich über Sanktionen geurteilt,

die der Ablehnung vonJob- oder Förderangeboten

folgen, nicht aber über solche,die

verhängt werden, wenn Langzeitarbeitslose

ohne gewichtigen Grund nicht

zu einem Jobcenter-Termin kommen. Ein

Weisungsentwurf an die Jobcenter sah

nun vor, dass Hartz-IV-Empfängerninbestimmten

Fällen –bei abgelehntem Jobangebot

und einem rasch danach versäumten

Termin – die Leistungen um

durchaus mehr als 30 Prozent gekürzt

werden können. Das aber ist eine kalte,

rein formalistische Bürokratenlogik. Gut,

dass Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil diesen Unsinn nun gestoppt hat. Die

Vorgaben der Bürokraten wirkten jedenfalls

wie ein dreister Versuch, das weise

Urteil auszuhebeln.

Die Debatte ist aber noch längst nicht

zu Ende.Die Jusos forderndie vollständige

Abschaffung der Sanktionen, die meisten

SPD-Vertreter wollen zumindest Rumpfsanktionen

erhalten. Es geht dabei um die

Frage, obesbeim Fördern und Fordern

bleibt, oder ob es sich der Sozialstaat künftig

erlauben kann, nicht mehr zu fordern.

Aerobic-Gruppe mit Vorturnerin

Ihren Platz in den Geschichtsbüchern

hat sie seit Mittwoch sicher:Ursula von

der Leyen ist zur ersten Frau an der

Spitze der EU-Kommission gewählt

worden. Endlich. Es war an der Zeit, dass der

träge EU-Betrieb sich einmal der Tatsache

besinnt, dass mehr als die Hälfte der

Menschheit aus Frauen besteht. Ob von der

Leyen in den kommenden fünf Jahren an der

Spitze der Brüsseler Mega-Behörde auch inhaltlich

Erfolge feiern kann, an die sich die

Nachwelt gerne erinnern wird, ist dagegen

noch nicht ausgemacht.

Immerhin: In ihrer Rede vordem Europaparlament

hat sie nichts Falsches gesagt. Der

Kampf gegen den Klimawandel, die Gestaltung

der Digitalisierung, ein Migrationsplan

–das sind die Schwerpunkte der Frau, die als

erste Deutsche seit mehr als einem halben

Jahrhundertdie EU-Kommission leiten wird.

Prompt beklagen sich einige Kritiker,dass

sie aber zu wenig auf die Frage der Steuergerechtigkeit

und die Notwendigkeit institutioneller

Reformen eingegangen sei. Auch erhebt

sich Kritik, weil von der Leyen ausgerechnet

einem Kommissar aus Ungarn das

Erweiterungsressortgegeben hat.

Doch erstens bekommt sie die Personalvorschläge

aus den Nationalstaaten, und

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán

würde niemals einen Anti-Orbánisten nominieren.

Und zweitens wird die EU in den

kommenden Jahren ohnehin nicht vergrößert.

Dauernörgeln hat also wenig Sinn. Von

der Leyen will den Ausgleich, sie will das Miteinander.Sie

sollte eine Chance bekommen.

Allen wird sie es ohnehin nie recht machen.

Dazu ist das Haus Europa viel zu verschachtelt.

Vonder Leyen ist vom ersten Amtstag an

eingezwängt in ein enges Korsett. Vonder ei-

Ein Auto der gehobenen SUV-Klasse bahnt

sich seinen Wegüber einen großen Haufen

abgelegter Elektroroller.„Endlich machen

Geländewagen in der Stadt einen Sinn“, titelt

MarioLars seinen Cartoon, und bringt so die

Absonderlichkeiten trendiger Verkehrsteilnehmer

und verfehlter Verkehrspolitik auf

den Punkt. Ichmusste an dieses Bild vonder

letzten Cartoon-Ausstellung der Frankfurter

Buchmesse denken, als mir in der vorigen

Woche „Das große SUV-Special“ als Beilage

eines Nachrichtenmagazins in die Hände fiel.

Angesichts des Erfolgsrausches, wonach inzwischen

mehr als 30 Prozent der Neuzulassungen

für Fahrzeuge auf SUV und Geländewagen

entfallen, ist es nicht verwunderlich,

dass auch die den Markttrend begleitenden

Medien daran partizipieren wollen. Natürlich

kritisch, denn auf der letzten Seite darf der

Sohn eines Motorjournalisten als Contrazum

PlädoyerdesVaters immerhin schreiben, dass

die Tage automobiler Dinosaurier gezählt

seien. Aber dieses kleine Feigenblatt eines

ökobewussten Journalismus kann die Blöße

nicht verdecken, mit der das bullig robuste

Statussymbol freudvoll vorgeführt wird.

Man wolle vor allem bei Kaufentscheidungen

helfen, argumentiert die Redaktion.

Aber die Grenzen zwischen PR für die Autoindustrie

und sachlicher Information über

die Folgen eines ungehemmt wachsenden

Verkehrs mitkaumnoch erreichbaren Zielen

der CO 2 -Reduktion sind deutlich zugunsten

der SUV-Freunde verschoben. Zwar hat der

Unfall mit einem der großformatigen Auto-

EU-Kommission

Kostbares

Europa

Damir Fras

plädiertfür eine Erhöhung der BeiträgeDeutschlands

an die Europäische Union.

KOLUMNE

Das Recht

der

Stärkeren

Klaus Staeck

Grafikerund Verleger

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

nen Seite ziehen die Staats- und Regierungschefs

an der ehemaligen deutschen Verteidigungsministerin,

von der anderen Seite das

Europaparlament.

Selten zuvor war es so schwer wie heute,

in der EU Politik zu machen. Die Runde der

Staats- und Regierungschefs ist uneinig. Da

ist Orbán, der den Begriff Solidarität vor allem

in der Flüchtlingspolitik nicht kennt. Da

ist aber auch Frankreichs Präsident Emmanuel

Macron, dem die Trägheit des EU-Systems

inzwischen offenbar so auf den Wecker

geht, dass er schwere Fehler begeht –wie

sein Veto gegen die Beitrittsverhandlungen

mit Nordmazedonien und Albanien.

Auch mit dem EU-Parlament wirdvon der

Leyen noch ihre Schwierigkeiten bekommen.

Ihr Vorgänger Jean-Claude Juncker

konnte darauf vertrauen, dass ihn Konservative

und Sozialdemokraten mit ihrer Mehrheit

tragen. Diese bequeme Zeit ist vorbei.

Vonder Leyen wird sich Mehrheiten suchen

müssen –ein zähes Unterfangen. Vielen guten

Ideen droht das elende Schicksal, bis zur

Unkenntlichkeit zerrieben zu werden.

Das zeigt schon die Debatte um den Klimaschutz.

Die Konservativen wollen keine

Verbote. Sie setzen auf neue Technologien,

die die Katastrophe abwenden sollen. Die

Grünen, deren Stimmen gebraucht werden,

wenn etwa die Liberalen sie nicht liefern, sehen

das völlig anders. Dabei sind sich beim

Klimaschutz im Grundsatz alle einig. Doch

ein Migrationspakt, dem sich vonUngarnbis

Italien alle Staaten anschließen –das gleicht

der Quadratur des Kreises.

Doch vonder Leyen ist eine gewiefte Taktikerin.

Um Klimaschutz muss sich in der

Kommission der Sozialdemokrat Frans Timmermans

kümmern, mit Digitalisierung beschäftigen

sich die Liberalen Margrethe Vestagerund

ThierryBreton. Personal- und parteipolitisch

mag das geschickt ausgedacht

sein. Unddoch ist es am Ende die Chefin, die

den Kopf hinhalten muss für einen Misserfolg

ihrer Kommission. Kein Zweifel: Vonder

Leyen ist begeisterte Europäerin. Doch das

reicht nicht aus, umeine erfolgreiche Kommissionspräsidentin

zu werden.

Es wird darauf ankommen, welche Hilfe

sie vor allem aus dem größten Mitgliedsland

bekommt: Deutschland. DieGroKo hat ihren

EU-Enthusiasmus bislang nur im Koalitionsvertrag

verschriftlicht. Da muss mehr kommen.

Vorallem darfsich die Bundesregierung

nicht länger höheren EU-Beiträgen verweigern.

Vonder Leyens Pläne kosten Geld, viel

Geld. Aber am Ende könnte es sich lohnen.

mobile,der vier Menschen in der Berliner Invalidenstraße

das Leben kostete, nachdenklich

gemacht. Doch die Propagandisten der

Autoindustrie kann das nicht erschüttern.

Kleinwagen seien wegen ihrer Bauweise

noch gefährlicher beim Umfahren von Fußgängern

und ab einer gewissen Geschwindigkeit

wäre esohnehin egal. UndSUV-Fahrer

hätten außerdem den Vorteil eines viel

besseren Überblicks –dank gehobener Sitzposition.

Als Motiv für die Kaufentscheidung

wird vor allem der Spaß am Fahrzeug genannt,

das mit der Geländewagenoptik auch

„einen Schuss Abenteuerflair“ mitbringt. Für

die Reisenden der Oberklasse gelte vor allem,

dass man „luxuriös ins Gelände“ fahren

wolle. Der gehobene SUV-Standard sei trotz

Diskussion über dessen Existenzberechtigung

für viele Käufer die erste Wahl, wobei

natürlich „eine gewisse Portion Selbstbewusstsein“

gefragt sei. Von der gelegentlichen

Selbstüberschätzung dieser Kategorie

Fahrzeuglenker können vor allem Radfahrer

und Fußgänger ein Lied singen. Aber gegen

das Argument „groß, sportlich, absatzstark“

ist mit leiserVernunft und demWunsch nach

einer gewissen Gleichberechtigung im täglichen

Straßenkampf kaum beizukommen.

Kürzlich erzählte mir ein Kleinwagenfahrer,

er sei mitten im Berliner Berufsverkehr

voneinem deutlich höher motorisierten Pkw

rechts überholt und dann mit einem Linksschwenk

in den eigenen Sicherheitsabstand

ausgebremst worden. Mit gleicher Brachialgewalt

wechselte der Raser indie nächste

Spur. Wegen der unfallträchtigen Situation

wurde der Übeltäter,der einige Straßen weiter

parkte,zur Rede gestellt. Einverhängnisvoller

Fehler. Der Verkehrsrowdy seinerseits

zeigte ihn an wegen Unfallflucht, Körperverletzung,

Beleidigung –esgab keine Zeugen.

Ein Verkehrsanwalt konnte immerhin die

Einstellung des Verfahrens erreichen, ohne

dass die Falschanzeige geahndet wurde.Das

Rechtdes Stärkeren eben.

„Ich kämpfe dafür, dass

dieses Verfahren annulliert

wird –dass ich wieder

behandelt werde, als wäre

diese Insolvenz nie

passiert.“

Boris Becker, ehemaliger Tennisprofi, in einem

Interview des Stern über das Insolvenzverfahren, das

in Großbritannien seit 2017 gegen ihn läuft

AUSLESE

Der Bauernfrust

rollt durch Berlin

Mit einem Traktorenkonvoi haben am

Dienstag Tausende BauerninBerlin

gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung

protestiert. Natürlich füllt der Protest

die Kommentarspalten der Zeitungen.

Verständnis für die Proteste zeigt die

Magdeburger Volksstimme: „Und während

der Bauer weiterackertund die günstigsten

und besten Lebensmittel seit

Menschengedenken für wenig Geld an die

Discounter liefert, wird ervon Stadtmenschen

als Bienenmörder und Tierquäler

beschimpft ... Ob Energie- oder Agrarwirtschaft:

Die Umweltpolitik zerstört Strukturen,

ohne neue zu schaffen.“

Ähnlich äußert sich der Mannheimer

Morgen: „Da hat sich einiges aufgestaut,

und der Unmut der Bauernschaft ist berechtigt.

Kein Wunder, dass mühsam gezimmerte

Kompromisse wie beim Agrarpaket

und dem Insektenschutz lediglich

als Verschärfungen und neue Drangsalierung

empfunden werden.“

Die Neue Osnabrücker Zeitung analysiert:

„Was bringen die Aktionen? Außer

imposanten Bildernwenig. Denn die Politik

– Hauptadressat des Unmuts – hat

kaum Spielraum: Beim Grundwasser hat

Berlin die EU im Nacken, beim Umbau der

Schweineställe Gerichte.Inder Politik kursiert

die Idee eines Gesellschaftsvertrages

mit der Landwirtschaft –eine Worthülse,

mehr nicht! Denn wie soll dieser Vertrag

aussehen? Mit wem soll er geschlossen

werden? Die Branche selbst ist über die

Ausrichtung gespalten.“ Matthias Roch

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Wasist da eigentlich

los? Unsere Seite

aus den Bezirken

Seite 10

Weniger Tanzfläche: Dem Sage-Club und dem Kitkat wurden die Räume gekündigt Seite 12

Mehr Wohnfläche: Am Alexanderplatz wird das erste Hochhausgebaut Seite 12

Stadtbild

Erst grau,

dann blau

Ruth Herzberg

kann der Jahreszeit doch

etwas abgewinnen.

Nachts im November schmieden

die Großstädter Pläne. Nachts

im November scheint alles machbar.

Es ist so schön, mal wieder wach zu

sein, es ist so schön, wenn die Kräfte

zurückkommen, nach dem dritten

Glas Rotwein.

Aber warum denn eigentlich nur

einen Kurzfilm drehen?Warumnicht

auch endlich einen Langfilm schreiben?

Undwas ist eigentlich mit dem

Roman? Daswärs doch! Erst den Roman

schreiben und dann die Filmrechte

verkaufen! Huch, ist ja schon

wieder früh um vier!

Im Spätherbst/Frühwinter verlagert

sich das Leben vom unerträglichen

Istzustand (Nieselregen, Minusgrade,

Grippewelle, Rückenschmerzen,

Geldsorgen, Vorweihnachtsstress)

in den Möglichkeitszustand.

Im gleißenden Zwielicht des Berliner

Nachtlebens träumt es sich besser,als

allein im Bett.

Ist das ein Berliner Phänomen?

Prekär lebende Kleinkünstler verjubeln

nächtens ihren Dispo und konzipieren

das eine große Ding, das sie

für immer hier rausholt und an südliche

Strände katapultiert? (Die

Science-Fiction-Zombieserie, der

Sachbuchroman, die Super-App?)

Man müsste mal und diesmal aber

wirklich. Natürlich nicht gerade

morgen, aber übermorgen dann auf

jeden Fall! Ja genau, endlich mal

nicht mehr reden, sondern machen.

Am Morgen danach ist man verkatert.

Alles tut weh, der Himmel ist

immer noch grau. Auf Facebook hat

man neue Freunde, imHandy neue

Nummern, aber wie soll man es

schaffen, die neuen Bekannten zu

kontaktieren, wenn man schon einen

Horror davor hat, in den Supermarkt

zu gehen, oder U-Bahn zu fahren?

Der Herbst –wenn man will, dann kann

man ihn mögen.

DPA/KAY NIETFELD

Im unbarmherzigen Novemberlicht

schlägt das Selbstmitleid zu

und man beneidet den Straßenbahnfahrer

und die Bäckerin. Die

machen einfach nur jeden Tagihren

Job und fallen abends müde

ins Bett, oder? Oder Goethe! Goethe

hat seinen Faust einfach so geschrieben

und nicht bloß nächtelang

in Weimarer Kneipen herumpalavert,

mal irgendwie was über

einen Gelehrten auf Abwegen zu

machen.

Das Handy klingelt. Y. ist dran.

„Was machst du heute Abend? Ich

hab ’ne super Idee für einen Podcast,

die wollte ich dir erzählen.“ Oh ja!

EinPodcast! Dasist es! Aber wirklich!

Und wir machen auch nicht so lang

heute Nacht. Das wird ’ne große Sache

mit dem Podcast. Aber echt jetzt!

Versprochen!

Fanal der Freiheit

Ein Sieg für wenigermiete.de

Bundesgerichtshof stärkt Internetportal, das sich für Interessen der Verbraucher einsetzt

VonUlrich Paul

Das Internetportal wenigermiete.de

darf als Inkassounternehmen

Ansprüche

von Mietern

durchsetzen. Das hat der Bundesgerichtshof

(BGH) am Mittwoch entschieden.

Die Tätigkeit des Internetportals

sei von der Befugnis gedeckt,

Inkassodienstleistungen zu erbringen,

entschieden die Richter.

Die Lexfox GmbH, die das Portal

wenigermiete.de betreibt, bietet auf

ihrer Homepage einen Mietpreisrechner

an, bei dem Mieter überprüfen

können, ob die Miete gegen die

Mietpreisbremse verstößt –und zwar

„ohne Kostenrisiko“, wie es heißt. Die

Mieter treten ihre Forderungen an

das Inkassounternehmen ab. Bezahlen

müssen die Mieter nur,wenn das

Portal erfolgreich ist. Als Honorar berechnet

wenigermiete.de einen Teil

der Ersparnis des Mieters.Ist das Portal

nicht erfolgreich, müssen die Mieter

nichts bezahlen.

Landgericht wies Klage ab

Die Gründung: Ende 2016

gründen die Juristen Daniel

Halmer und Frederik Gärtner

die Mietright GmbH. Im Januar

2017 bringen sie das

Online-Portal wenigermiete.de

auf den Markt, um

Mieternbei der Durchsetzung

der Mietpreisbremse zu

helfen.

Im vorliegenden Fall hatte der Berliner

Mieter das Internetportal beauftragt,

seine Forderungen im Zusammenhang

mit der Mietpreisbremse

zu vertreten. Wenigermiete.de verlangte

vonder Wohnungsgesellschaft

die Rückzahlung der überhöhten

Miete in Höhe vonrund 24 Euro.Außerdem

forderte das Internetportal

sogenannte Rechtsverfolgungskosten

in Höhe von 166,90 Euro. Das

Amtsgericht gab der Klage nur in Bezug

auf die Rückzahlung der überhöhten

Miete statt. Das Landgericht

wies die Klage in zweiter Instanz dagegen

vollständig ab. Es argumentierte,

dass dem Internetportal die

Befugnis fehle,die Ansprüche geltend

zu machen. Der Vorwurf: Wenigermiete.de

sei nicht nur als Inkassounternehmen

tätig, sondernrechtsberatend.

Die Tätigkeit gehe damit über

eine bloße Inkassodienstleistung hinaus.

Die Forderungsabtretung sei

nichtig. Dagegen zog wenigermiete.de

vorden Bundesgerichtshof.

Mitder Entscheidung desBGH ist

nun klar, dass die Tätigkeit des Internetportals

sehr wohl vom Inkasso-

Recht gedeckt ist. Setze das Inkassounternehmen

die von ihm verlangte,

überprüfte und für genügend befundene

Sachkunde bei der Einziehung

DAS UNTERNEHMEN

Die Fortentwicklung: Ein

halbes Jahr später bietet wenigermiete.de

die Abwehr

vonMieterhöhungen an. Anfang

2018 folgen Online-Angebote

zur Abwehr der Renovierungspflicht

beim Auszug

aus der Wohnung und für die

Entschädigung bei Mietmängeln.

Die Umbenennung: Anfang

2019 führtdas Unternehmen

Online-Angebote für höhere

Abfindungen bei Kündigungen

(mehrabfindung.de)

und für die Verringerung von

Internetkosten (weniger-internetkosten.de)

ein. In diesem

Zug wird die Mietright

GmbH zur Lexfox GmbH.

fremder oder zu Einziehungszwecken

abgetretener Forderungen ein,

so sei nicht erkennbar, dass damit

eine Gefahr für den Rechtsuchenden

oder den Rechtsverkehr verbunden

sein könnte, heißt es in einer BGH-

Mitteilung.

Zulässig ist laut BGH auch der Einsatz

des Mietpreisrechners.Wenigermiete.de

dürfe zudem eine Rüge gegenüber

dem Vermieter erklären, die

nötig ist, um die Forderungen zu erheben.

Sämtliche dieser Maßnahmenhängen

laut BGH mit der Einziehung

der Forderung, die den Gegenstand

des Inkassoauftrages bilde,eng

zusammen. Sie seien deshalb als Inkassodienstleistung

und nicht als

Rechtsdienstleistung anzusehen –

und damit zulässig. „Wir haben

mächtige Lobbys gegen uns gehabt:

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

„Freiheit für Julian Assange“ lautete das Motto, unter dem sich am

Mittwochmittag Demonstranten am Brandenburger Tor versammelt

haben. Der Wikileaks-Gründer und Whistleblower Assange

sitzt in London im Gefängnis und zeigt laut UN-Sonderberichterstatter

Anzeichen von„psychologischer Folter“. Die USA haben einen

Auslieferungsantrag gestellt, dort drohen ihm 175 Jahre Haft.

Das Foto zeigt eine Bronzefigur Assanges, die am Mittwoch enthüllt

wurde. Geschaffen hat das Werk der italienische Bildhauer

Davide Dormino, der neben der Figur von Assange auch noch zwei

Bronzestatuen von Edward Snowden und Chelsea Manning enthüllte.

Unter den Demonstrierenden waren auch die Linke-Politiker

SahraWagenknecht und Dietmar Bartsch, sowie Assanges Vater

John Shipton. Das Werk des Künstlers trägt den Titel „Anything to

say“. (mpw.)

DieAutomobilindustrie,die Anwälte,

die Immobilienkonzerne“, sagt Daniel

Halmer, Gründer von wenigermiete.de.

Keine dieser Parteien arbeite

im Interesse der Verbraucher.

Sein Unternehmen werdenun genau

dort weitermachen, wo es aktuell

schon dran sei: „Wir setzen uns dafür

ein, dass Mieter zu ihren Ansprüchen

kommen.“

Mieterverein begrüßtUrteil

Der Berliner Mieterverein (BMV)

zeigt sich zufrieden mit dem BGH-

Urteil. Zu begrüßen sei alles,was Mietern

bei der Umsetzung mietrechtlicher

Ansprüche helfe, so BMV-Geschäftsführer

Reiner Wild. Gleichwohl

sei nach Auffassung des BMV

nicht in jedem Fall ein Online-Check

sachgerecht. So hält der BMV bei

Kündigungen und Mängelbeseitigung

eine persönliche Beratung für

notwendig.„Wir können nachvollziehen,

das Ratsuchende ohne Rechtsschutz

sich zunächst auch nach der

preisgünstigsten Version der Interessenverfolgung

umsehen“, so Wild.

„Wer allerdings rechtzeitig in den

Mieterverein eintritt, kann mit dem

Rechtsschutz im Rücken bis zum

,Ende’seine Ansprüche durchfechten

und zu jedem Zeitpunkt ohne weitere

Kosten eine persönliche Mietrechtsberatung

erhalten.“

Ulrich Paul

hält die BGH-Entscheidung

für wegweisend.

NACHRICHTEN

Studentenrekord

in der Hauptstadt

In Berlin studieren so viele Menschen

wie nie zuvor:193 630 Studenten

und Studentinnen sind nach vorläufigen

Angaben des Statistischen

Bundesamtes derzeit an einer Berliner

Hochschule eingeschrieben,

0,8 Prozent mehr als im vergangenen

Wintersemester.Frauen machten

etwas mehr als die Hälfte der Studierenden

aus,mehr als jeder fünfte

Studierende besäße eine ausländische

Staatsangehörigkeit. (dpa)

Mutmaßlichem Autozündler

wird der Prozess gemacht

DieStaatsanwaltschaft hat gegen einen

mutmaßlichen Serientäter Anklage

wegen Brandstiftung an mehrerenAutos

erhoben. Dem30-Jährigen

wirdvorgeworfen, in Berlin und

Hamburginsgesamt 15 Kraftfahrzeuge

angezündet und zerstörtoder

beschädigt zu haben, teilte die

Staatsanwaltschaft mit. Dermutmaßliche

Brandstifter war im August

in Hamburgauf frischer Tatertappt

und festgenommen worden. (dpa)

Diesel-Fahrverbotschilder

in Neukölln montiert

In Neukölln haben Bauarbeiter am

Mittwoch die noch fehlenden Diesel-Fahrverbotsschilder

in der Hermannstraße

aufgestellt. DieDiesel-

Fahrverbote treten in Kraft, sobald

die Schilder stehen, so ein Bezirkssprecher.Weil

dafür aufwendige Betonfundamente

gegossen werden

mussten, hatte sich das mehrmals

verzögert. Bereits am Freitag waren

die Schilder auf der Silbersteinstraße

montiertworden. (dpa)

Verkehr normalisiertsich

rasch nach Bauernprotest

Nach dem großen Bauernprotest hat

sich die Verkehrslage in der Innenstadt

wieder entspannt. Bereits am

Dienstagabend wurden alle Straßensperrungen

aufgehoben, teilte die

Verkehrsinformationszentrale mit.

Zuletzt sei die Straße des 17. Juni freigegeben

worden. (dpa)

Friedrichstadt-Palast

erinnertanjüdische Wurzeln

DerFriedrichstadt-Palast will ein

Zeichen für jüdisches Leben in

Deutschland setzen. Seit Mittwoch

erinnertermit einer Fahne an seine

Ursprünge.Am29. November 1919

hatte MaxReinhardt das Große

Schauspielhaus gegründet, aus dem

später der Friedrichstadt-Palast hervorging.

Während des Nationalsozialismus

hatte Reinhardt Deutschland

verlassen müssen, sagte Intendant

Berndt Schmidt. (dpa)

Friedrichstadt-Palast-Intendant Schmidt

mit der Davidstern-Fahne DPA/JENS KALAENE


10 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 10

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Bezirke

Buch

Kreuzberg

Neuer Name für Straße

Das Bezirksamt und das

Institut für Geschichte

der Medizin und Ethik in der

Medizin der Charité laden

am 3. Dezember, um

19.30 Uhr, zu einer Informations-

und Diskussionsveranstaltung

zur Frage der Umbenennung

der Robert-

Rössle-Straße in Buch ein.

Jens Reich vom Max-Delbrück-Centrum

für Moleku-

lare Medizin und Ute Linz

von Linz-Mediconsult referieren

einführend über die

Rolle des Berliner Pathologen

Robert Rössle und seine

Rolle im Nationalsozialismus

und die Frage einer Umbenennung

der seit 1974 nach

ihm benannten Straße. Die

Veranstaltung findet statt in

der Stadtbibliothek Buch,

Wiltbergstraße 21. (mw.)

Krimiautoren helfen

Parallel zum Umbau der

Kirche der Jesus-Christus-Gemeinde

in der Hornstraße

in Kreuzberg sind

neue Räume geplant, die

auch als Begegnungszentrum

für bürgerschaftliches

Engagement dienen sollen.

Die Berliner Abteilung der

Autorenvereinigung Syndikat

unterstützt dies, indem

sie bei ihrem diesjährigen

Krimitag Spenden für die

Kosten der Bauarbeiten sammelt.

DasSyndikat veranstaltet

den Krimitag jedes Jahr

am 8. Dezember zu Ehren

Friedrich Glausers, der einer

der bedeutendsten Wegbereiter

des deutschsprachigen

Krimis war. InBerlin findet

der Krimitag in der Jesus-

Christus-Kirche statt. Der

Beginn ist um 19 Uhr. (mw.)

Wedding

Staaken

Himmelbeet muss weichen

Den Gemeinschaftsgarten gibt

es seit 2013.

KATJA REICHGARDT

Die Suche nach einem

neuen Standort für den

Gemeinschaftsgarten Himmelbeet

geht weiter.Die vorgesehene

Fläche am Mettmannplatz

wird nun doch

von der Deutschen Bahn beansprucht.

BisEnde Oktober

2020 muss der Standort an

der Ruheplatzstraße geräumt

werden. Dort entsteht

ein Sportzentrum. (kr.)

Fußball wieder möglich

Der Kunstrasenbelag auf

der Sportanlage in Staaken

West ist saniert. Voreinigen

Tagen wurde sie fertiggestellt

und vom Berliner Fußball-Verband

abgenommen,

sodass der Ball für die vielen

Teams des dort beheimateten

Fußballvereins FSV

Spandauer Kickers wieder

problemlos rollen kann,

teilte das Bezirksamt mit. Zu-

sätzlich wurden auf dem

Sportplatz in Staaken West

neue Großspielfeldtore, zwei

neue Trainerkabinen und

eine Barriere zur Trennung

des Spielfeldes vom Zuschauerbereich

aufgestellt

oder angebracht. Die Kosten

in Höhe von 350 000 Euro

wurden aus den Sportanlagensanierungsmitteln

des

Senats finanziert. (nm.)

SPD: Kulturorte gefährdet

Laut SPD-Fraktion im Bezirksparlament

ist der

Fortbestand wichtiger Kultureinrichtungen

in Gefahr.

Aufgrund der defizitären

Haushaltslage könnten demnach

das Kunsthaus Flora,

die Galerie M und die Jugendkunstschule

bald vor

dem Aus stehen. „In den

Haushaltsverhandlungen ist

der Kulturbereich vor allem

Marzahn

eins: leer ausgegangen. Es

fehlen Gelder für Personal,

Honorare und die Bewirtschaftung“,

erklärten die Sozialdemokraten.

Siekritisierten

außerdem, dass die Jugendkunstschule

am Kummerower

Ring im

kommenden Jahr der Volkshochschule

weichen muss,

weil deren Räumlichkeiten

saniertwerden. (ylla.)

Weltläufig

Dieses Stück der Berliner Mauer mag Ihnen

irgendwie bekannt vorkommen. Es

zeigt ein –mittlerweile weltberühmtes –

Graffito des Künstlers ThierryNoir,gemalt

auf ein Stück des Mauerstreifens an der

Mühlenstraße in Mitte. Doch dieses Stück

Mauer, ein Symbol der Unfreiheit und der

AP/DPA/BEBETO MATTHEWS

Kunst, steht nicht mehr in Berlin, sondern

in New York, im Battery Park. Teile oder

auch ganze Gruppen von Segmenten der

Mauer haben nach deren Abbau ihrenWeg

in die ganzeWelt gefunden, um dortandie

einst rund 160 Kilometer lange Grenzeum

West-Berlin zu erinnern. (BLZ)

Reinickendorf

Feiern ohne Plastik

Abdem 1. Januar darf bei

Veranstaltungen des Bezirks

Reinickendorfsowie bei

genehmigungspflichtigen

öffentlichen Events wie dem

Tegeler Hafenfest kein Plastik,

sondern nur noch wiederverwendbares

Geschirr,

Besteck und Trinkgefäße verwendet

werden. Das hat das

Bezirksamt jetzt beschlossen.

(nm.)

Hintergrund des Verbots ist der

Klimaschutz. IMAGO IMAGES/PICTURES POINT

Lichtenberg

Sprechendes Rathaus

Zwei wichtige Institutionen

des Bezirkes werden

wieder ein Stück barriereärmer.

Wer in Zukunft in das

Rathaus oder das Museum

Lichtenberg kommt und

zum Beispiel Sehschwierigkeiten

hat oder eine Leseschwäche,

dem hilft nun der

„Sprechende Wegweiser“.

Dabei handelt es sich um

Hinweise auf öffentliche Ein-

richtungen und touristische

Ziele im Bezirk. Entworfen

wurde eine Kombination aus

konventionellen Wegweisern

mit großen, übersichtlichen,

einfach verständlichen und

gut kontrastierten Darstellungen

mit zusätzlicher

Sprachausgabe und taktiler

Darstellung, sodass Orientierung

über Sehen, Hören und

Tasten möglich wird. (ylla.)

Zauberhaft. Unter dem Titel

„Vom Traum einer lichten

Zukunft“ zeigt die Weißenseer

Kaufhalle, Gürtelstraße

31, vom 1.bis 15. Dezember

Werke sowjetischer Maler

aus der Sammlung John und

zauberhafte Tonfiguren der

Künstlerin Doris Geiger.Zur

Vernissage am 30. November,

um 17 Uhr, spielt die russische

Band Madame Sascha.

TERMINE

Geschichte. Am 29. November,

10 Uhr, liest der israelische Autor

RonSegal aus seinem Debütroman

„Jeder Tagwie

heute“ in der Heinrich-Schulz-

Bibliothek, Otto-Suhr-Allee 96.

DerRoman handelt voneinem

Holocaust-Überlebenden, der

die zersplitterten Erinnerungen

seines Lebens aufschreiben

möchte.ImAnschluss Gespräch

mit dem Publikum.

Workshop. Derzweite öffentliche

Workshop zur Quartiersvision

Nikolaiviertel findet am

3. Dezember,19.30 bis 21.30

Uhr, im Zille Museum, Propststraße

12, statt. DieThemen

sind diesmal die Gestaltung

und Geschichte,Architektur,

Kultur sowie die Grün- und

Freiflächen und Lage und Verkehr.Anmeldungen

erfolgen

unter 030/52 66 06 42.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Plansche erhält Ozeanstrudel

Ab2021 soll, so das Straßen-

und Grünflächenamt,

derWasserspielplatz am

Dammweg grundlegend erneuert

werden. Das alte Betonbecken

sowie die Wassertechnik

sind stark sanierungsbedürftig.

Für die Freianlagenplanung

fand ein

nicht offener Realisierungswettbewerb

statt. Ende Oktober

kürte dieWettbewerbs-

Treptow

jury den Vorschlag des Berliner

Büros Hager Partner AG

zum Siegerentwurf. Demnach

soll der neue Wasserspielplatz

mitten im Erholungsgebiet

Plänterwald zu

einem „Ozeanstrudel“ gestaltet

werden. Dieser lässt

Spielangebote, Holzpodeste

und spielende Kinder um

sein zentrales Wasserlabyrinth

„treiben“. (ylla.)

Karriereinder

Hauptstadtregion

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Hier wird

Einkaufen

zum Erlebnis

Im modernisierten

Kaufland in Berlin-Schöneberg

ist die Auswahl groß.

AbsoluteFrischeund eine riesigeAuswahl –dafür stehendie KauflandFrischetheken.

Ein bisschen stolz ist Marktleiter Jens

Frisches vom Feld und aus dem Ofen

Produkte aus der Region

Werneke schon, wenn er über die 4.500

Quadratmeter große modernisierte Verkaufsfläche

läuft. „Durch den Umbau ist

wirklich eine ganz tolle, neue Einkaufs-

Obst und Gemüse wird im Kaufland

in der Bessemerstraße jeden Morgen frisch

angeliefert.Mit seinem saisonal wechselnden

Bereits seit vielen Jahren setzt Kaufland bei

seinem Sortiment auch auf Produkte aus

der Region. „Die Kunden möchten wissen,

in Kürze

atmosphäre entstanden“, sagt er.Breite Gänge

und niedrige Regale sorgen dafür, dass man

einen guten Überblick hat. Ein farbiges

Kundenleitsystem mit selbsterklärenden

Symbolen und Bezeichnungen sollen

zusätzlich den Einkauf erleichtern.

Angebot setzt das Handelsunternehmen aus

Neckarsulm auf regionaleVertragsbauern und

bezieht sein Obst und Gemüse bevorzugt

direkt aus Deutschland. „So stellen wir

sicher, dass jeder seine tägliche Portion

Vitamine bekommt“, sagt Jens Werneke.

woher ihre Lebensmittel stammen. Da ist es

besonders schön, dass wir mit zahlreichen

Lieferanten aus der Umgebung zusammenarbeiten

und den Kunden Produkte von

nebenan anbieten können“, sagt Werneke.

Alle regionalen Artikel sind im Regal ganz

leicht am Regio-Herz zu erkennen.

STANDORT:

Bessemerstraße 57-75

12103 Berlin-Schöneberg

ÖFFNUNGSZEITEN:

Montag bis Samstag

von 7bis 22 Uhr

An den Theken wird Service großgeschrieben

PARKEN:

Mehr als 440

kostenlose Parkplätze

Offener Blickindie Obst-und Gemüseabteilung.

Einfacher Einkauf zu günstigen Preisen Auch beim hauseigenen Frischebäcker ist

Frische Trumpf. Mehrmals täglich finden

Mit seinem neuen Flächenkonzept reagiert hier zahlreiche Backwaren frisch aus dem

Kaufland auf die veränderten Kundenbedürfnisse.

Ofen ihren Wegins Regal. Neben frischem

„Eine große Auswahl an Brot und Brötchen gibt es hier außerdem

qualitativ hochwertigen Produkten zu eine große Auswahl an süßen Stückchen

günstigen Preisen: Das alles bekommen Sie und herzhaften Snacks für die Mittagspause.

bei Kaufland“, fasst Werneke die aktuellen

Werfür diese lieber einen Salat oder

Kundenwünsche zusammen. Mit insgesamt Smoothie haben möchte, wird im To-goüber

32.000 Artikeln gibt es bei Kaufland Regal im Eingangsbereich fündig. „Gerade

eine große Auswahl für jeden Geschmack. in der Mittagspause haben die Kunden

So gibt es zahlreiche Bio- und Fairtrade- wenig Zeit. Bei uns kommen sie rein,

Produkte, laktose- und glutenfreie Artikel können sich gleich ihr Mittagessen

und ein großes Sortiment an vegetarischen schnappen und dann direkt zu den Kassen

und veganen Produkten – vieles davon gehen. So müssen sie nicht einmal durch

auch von den zahlreichen Kaufland- den ganzen Markt. Das spart einfach Zeit“,

Eigenmarken. Mit über 2.500 Artikeln erklärt Werneke.

bieten diese immer günstige Alternativen zu

bekannten Markenartikeln.

Auch der Thekenbereich mit seiner

großen Auswahl an Wurst-, Käseund

Antipasti-Spezialitäten wurde

komplett erneuert sowie vergrößert geschrieben. So haben zum Beispiel alle

und bietet den Kunden Frische pur. Die bei Kaufland gekauften Elektroartikel eine

geschulten Thekenmitarbeiter beraten die verlängerte Garantie von drei Jahren

Kunden hier gern bei ihrem Einkauf. Wer und können innerhalb von drei Monaten

unschlüssig ist oder eine der vielen gegen Vorlage des Kassenzettels zurückgegeben

Spezialitäten noch nicht kennt, darf dann

werden. Und wer länger als

auch gern probieren.

fünf Minuten an der Kasse warten muss,

erhält einen Gutschein in Höhe von

Der Kunde steht im Mittelpunkt

2,50 Euro. „Manchmal sind es die kleinen

Dinge, die dafür sorgen, dass unsere Kunden

Jens Werneke und sein Team hoffen, zufrieden nach Hause gehen. Deshalb geben

dass sich die Kunden im modernisierten wir jeden Tag unser Bestes, damit bei uns

Markt wohlfühlen werden. Denn Kundenzufriedenheit

Einkaufen nicht nur Pflicht ist, sondern auch

wird bei Kaufland groß Spaß macht“, sagt Jens Werneke.

Frisches,leckeres Brot undviele weitereBackwarengibtesbeimFrischebäcker.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Berlin

Ausgetanzt

Dem Sage Club und dem KitKatClub wurden die Räume in Mitte gekündigt. Ausgerechnet die CDU fordert mehr Unterstützung für das Nachtleben der Stadt

VonGerhard Lehrke

Hier spielt die Musik: An der EckeBrückenstraße und Köpenicker Straße locken Sage Club und KitKatClub Partygänger.

Die Berliner Club-Szene,

derer sich die Hauptstadt

rühmt, muss einen

neuen Schlag hinnehmen.

Dem KitKatClub für ein Fetisch-Publikum

und dem Sage Club

wurden die Räume gekündigt, die

unter der Woche dem Sage, amWochenende

dem KitKat dienen. Das

erklärte Lukas Drevenstedt, Geschäftsführer

der Clubcommission,

der Berliner Zeitung. DieClubs in einem

Gebäude Köpenicker Ecke Brückenstraße

sollen dieses im Juni 2020

verlassen.

Drevenstedt erklärte, dass noch

nicht klar sei, was an der Ecke geschehen

soll, und es gebe noch Hoffnung,

„dass man sich zusammenfinde.“

Für die Clubcommission, einen

Zusammenschluss von250 Berliner

Clubbetreibern und

Veranstaltern, ist die Kündigung eine

weitere Herausforderung, weil es

nicht die ersten Locations sind, die

ihren Standortaufgeben müssen.

So war Jonny Knüppel auf der

Lohmühleninsel im vergangenen

Jahr geschlossen worden. Ein

Crowdfunding, um die Finanzierung

besseren Lärmschutzes zu ermöglichen,

brachte zwar genug Geld ein,

der Vertrag wurde dennoch nicht

verlängert. Drevenstedt beklagt, dass

das Areal seither brachliege.

Diverse Clubs hatten in den vergangenen

Jahren Bauprojekten, steigenden

Mieten oder Beschwerden

aus der Nachbarschaft weichen

müssen. Zu nennen sind, ohne Anspruch

auf Vollständigkeit, das

Knaack, der Bassy Club,White Trash

oder Kingkong Club.

Die Clubcommission begrüßt in

diesem Zusammenhang eine Forderung

des CDU-Abgeordneten Christian

Goiny,der sich für die Clubszene

starkmacht. Er verlangt, dass der Senat

eine Koordinierungsstelle bei der

Senatskanzlei einrichtet, die zwischen

Hauptverwaltungen, Bezirksämtern

und Clubs vermittelt, Antrags-

und Genehmigungsverfahren

unterstützt. Denn bislang, so Goiny,

gebe es keine Hilfe vonseiten des

Landes Berlin, wenn es um die Sicherung

vonStandorten oder die Suche

nach neuen Räumen gehe.

Dabei ist die Szene mit rund 700

Orten und Veranstaltern ein wichtiger

Bestandteil der Berliner Kultur

und Wirtschaft. In einer 2019

vorgestellten Studie der Senatswirtschaftsverwaltung

wurde erhoben,

dass die Clubs pro Jahr fast

58 000 Veranstaltungen mit annähernd

71 000 Künstler-Auftritten

anbieten. 2017 erzielten sie damit

einen Umsatz von 168 Millionen

Euro.

Jeder Nachtleben-Tourist gab im

Schnitt weitere 60Euro bei seinem

Berlin-Aufenthalt aus, und jeder

dritte Tourist komme wegen der

Clubkultur nach Berlin. Die Szene

generiere damit einen Jahresumsatz

IMAGO/SCHÖNING

von 1,48 Milliarden Euro. Die Einrichtungen

beschäftigen rund 9000

Menschen, wenn auch nur zu knapp

30 Prozent sozialversicherungspflichtig.

DieCDU beklagt, dass trotz

des positiven Einflusses der Clubs

auf Berlin keine institutionelle Förderung

bestehe. Die 300 000 Euro,

die die Clubcommission jährlich aus

dem Haushalt des Musicboards bekommen

solle, würden nicht erreicht.

Drevenstedt erklärte,dass die

Clubcommission zum größten Teil

mit ehrenamtlicher Tätigkeit in der

Lage sei, Clubs und Veranstalter zu

beraten, wenn es um Konflikte mit

der Bauaufsicht, der Versicherung

oder der Nachbarschaft kommt. Dafür

müsse man jedoch Projektmittel

beantragen, was hohen bürokratischen

Aufwand darstelle. Die Mittel

seien auch nicht flexibel einsetzbar

und zudem befristet, sodass man

Fachleute nicht halten könne.

Man hoffe, dass die Unterstützung

aus dem Schallschutzfonds

weiterlaufe, der 2018/19 insgesamt

eine Million Euro umfasste,

und aus dem Fördermittel beantragt

werden können. Ein elektronisches

„Clubkataster“, das als Radar

für Betreiber diene, obpotenziell

Bedrohliches wie Bauprojekte

oder Bebauungspläne auf sie zukommt,

laufe an.

Die Senatskulturverwaltung erklärte,

dass –vorbehaltlich der Zustimmung

des Abgeordnetenhauses

zum Haushalt 2020/21 – ein

Kulturraumbüro seine Arbeit 2020

aufnehmen könne. Essoll sich um

die Bereitstellung von Arbeitsund

Präsentationsräumen für Kultur

aller Art kümmern. Da werde

niemand ausgeschlossen, auch

Clubs nicht. Ein Sprecher: „Angesichts

der Raumnot in Berlin kann

man leider nicht erwarten, dass

schnell neue beziehungsweise Ersatzräume

beschafft werden können.“

Drevenstedt: „Wir würden uns

da gerneinbringen.“

Anzeige

Militär- undBlasmusik

kommt nachBerlin

MUSIKPARADE –Europas größte Tournee in der Max-Schmeling-Halle

Neues Programm 2020: Mehr als 400 Musiker aus 7Nationen.

Die MUSIKPARADE kommt mit

neuen Orchestern und neuer

Show 2020 in die Max-Schmeling-

Halle nach Berlin: Mehrere Hundert

Künstler präsentieren am 23. Februar

(Beginn 15.30 Uhr) das europaweit

einzigartigeund größte Livemusik-Spektakelder

Blasmusik.

Die internationale Vielfalt der

MUSIKPARADE wird durch Orchesteraus

Italien,England,Kasachstan

und vielen weiteren Ländern zum

Ausdruck gebracht. Erstklassige

Orchester wie die „Show- and Marchingband

Rijnmondband“ und die

„Regimental Band ofthe Yorkshire

Volunteers“ werden dabei ihre Heimat

musikalisch vertreten. Der

Chor, die „International Golden

Voices“, begleitetdazudie gesamte

Tournee.Er hat sich eigens für die

MUSIKPARADE aus mehreren Ländern

Europaszusammengefunden.

Pipesand Drums

Wie in den schottischen Highlands

dürften sich Fans der Dudelsackmusik

fühlen: Dutzende Pipes

and Drums nehmen an der MUSIK-

PARADE teil, die – ähnlich dem

Edinburgh-Tattoo in Schottland –

eine majestätische Präsentation

traditioneller schottischer Musik

zeigen. Im Mittelpunkt der Show

stehen neben den Dudelsackspielern

die internationalen Stars der

Blasmusik, von denen viele durch

zahlreiche TV-Auftritte nicht nur

Kennern einBegriff sind.

Höhepunkt ist das große Finale,

bei dem sich alle Teilnehmer zum

„Orchester der Nationen“ vereinen

–neben Klassikern wie „Amazing

Grace“ oder dem „Radetzky

Marsch“ gibt esauch ganz aktuelle

Hits. Die Besucher der MUSIKPA-

RADE 2020 erwartet in der rund

dreistündigen Show neben fesselnden

Choreografien und beeindruckenden

Uniformen somit eine

Anzeige

überaus anspruchsvolle, moderne

Livemusik-Show rund umdie Blasmusik

– ein Feuerwerk an Musik

undFarben, Show undTanz.

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Verschenken Sie die MUSIKPA-

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nur telefonisch

beimVeranstaltererhältlich(s.u.).

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Gebühren nurdirektunter Tel. 0441-

2050920 (Mo-Fr: 8-20 Uhr, Sa/So:

10-18Uhr)sowie online:

www.musikparade.com

Turmbau

am Alex beginnt

Monarch startet Bauarbeiten für 150-Meter-Turm

VonUlrich Paul

Der Himmel war grau verhangen,

aber das konnte der guten

Laune von Sergey Ambartsumyan

nichts anhaben. „Heute haben wir

einen besonderen Tag“, sagte der 67-

jährige Gründer des russischen Unternehmens

Monarch –und setzte

kurz darauf mit dem Regierenden

Bürgermeister Michael Müller (SPD)

am Mittwoch den symbolischen ersten

Spatenstich für den Alexander

Tower. Das Hochhaus ist der erste

150-Meter-Turm, der nach dem

Masterplan von Hans Kollhoff aus

dem Jahr 1993 errichtet wird.

DerMonarch-Turmsoll direkt neben

dem Haupteingang des Einkaufszentrums

Alexa an der Grunerstraße/Ecke

Alexanderstraße in die

Höhe wachsen. Mit35oberirdischen

Geschossen wird das Gebäude das

höchste Wohnhaus Berlins.Vier weitereGeschosse

sind unterirdisch geplant.

Gestaltet wird der Turm nach

Plänen des Architekturbüros Ortner

+Ortner. Ihr Entwurf sieht den Bau

von377Wohnungen mit Größen von

24 bis 423 Quadratmetern vor. Die

Wohnungen verteilen sich auf 29 Geschosse.

Auf den übrigen sind Büround

Konferenzräume, ein Fitnessstudio,

eine Club-Lounge, ein Pool,

ein Wellness-Spa sowie ein Restaurant

vorgesehen. Monarch investiert

den Angaben nach 250 Millionen

Euro.ImJahr 2023 soll der Turm,der

eine Geschossfläche von 42000

Quadratmeternhat, fertig sein.

Sergey Ambartsumyan, ein gelernter

Bau-Ingenieur, hat sein Unternehmen

vor 25Jahren gegründet.

ProJahr errichtet es Gebäude mit einer

Fläche von 450 000 bis 500 000

Quadratmeter Geschossfläche –darunter

Kliniken, Hotels und Bürogebäude.InBerlin

hat Monarch bisher

ein Haus gebaut: ein Wohngebäude

an der Bernauer Straße.Ambartsumyan

verriet in kleiner Runde, dass er

das etwa 60 mal 25 Meter große

Grundstück am Alexanderplatz

Ende 2013 für rund 30 Millionen

Euro erworben habe. Damals habe

man ihn für verrückt gehalten, weil

der Kaufpreis so hoch war. Erhabe

sich aber für Berlin entschieden, weil

er glaube, dass die Stadt andere europäische

Hauptstädte in der Entwicklung

überholen werde. Im Turm

am Alex solle die europäische Zentrale

vonMonarch einziehen.

Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) sagte,erhoffe,

dass der Baubeginn für den Alexander

Towerder Startschuss für weitere

Hochhäuser am Alexanderplatz ist –

und signalisierte damit, dass er die

Hochhausplanung nicht infrage

stellt. AusReihen des Koalitionspartners

vonder Linken war zuvor gefordertworden,

auf den Baudes Hines-

Hochhauses am Alex zu verzichten.

Spatenstich: der Regierende Bürgermeister (2. von rechts) beim Baustart.

S. GUDATH


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 13

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Berlin

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Berliner Youtuber Yo Oli steht vor Gericht. Er soll zwei Jugendliche und ein Kind in sein Auto gelockt und sexuell missbraucht haben

VonKatrin Bischoff

Er rühmte sich in einem Video

damit, eine Millionen

Abonnenten auf Youtube

zu haben. Er sprach davon,

dass „4 000 Girls“ ihn feiernwürden.

Er wusste, dass Teenager, vor allem

junge Mädchen, auf seineVideos stehen

würden und wohl davon träumten,

in einem solchen Clip die

Hauptrolle spielen zu können. Das

nutzte der Youtuber Yo Oli offenbar

schamlos aus.

Seit Mittwoch muss sich JunusW.,

so der bürgerliche Name des Influencers,vor

einer Jugendkammer des

Berliner Landgerichts verantworten.

Wegen sexuellen Missbrauchs von

drei Teenagern. Eines der Mädchen

war erst 13 Jahre alt und damit noch

ein Kind.

Opferschutz geht vor

Junus W.,ein blasser junger Mann,

wurde in T-Shirt, Jeans und Turnschuhen

aus der Untersuchungshaft

vorgeführt. Er wirkt wesentlich jünger

als seine 25 Jahre. Dem Gericht

gab er bereitwillig Auskunft über Geburtstag,

Wohnort, Familienstand

und Staatsbürgerschaft. Das war

aber auch schon alles, was man an

diesem ersten Verhandlungstag von

dem in seinen Videos sonst so redegewandt

und cool daherkommenden

jungen Mann hörte.

Denn es war ein kurzer Prozess

für das Publikum. Keine zehn Minuten

nach dem Aufruf zur Verhandlung

und noch vorder Verlesung der

Yo Oli machte sich auf Youtube einen Namen. Er versprach seinen mutmaßlichen Opfern, ein Video für seine Social-Media-Kanäle zu drehen.

Anklage verkündete Gregor Hain,

der Vorsitzende Richter der 5. Großen

Strafkammer, die Öffentlichkeit

bis auf Weiteres auszuschließen.

Die Begründung, die Hain

nannte, war durchaus nachvollziehbar:Die

Geschädigten seien im minderjährigen

Alter. In der Anklage

würden Details genannt, die die Intimsphäre

der Mädchen und damit

den Kern ihrer Privatsphäre berührten.

Der Prozess sei eine besondere

Belastung für die Jugendlichen. Opferschutz

gehe in diesem Fall vorÖffentlichkeit.

Die Anklage wirft Junus W. sexuelle

Nötigung, Vergewaltigung, sexuellen

Missbrauch von Kindern, Freiheitsberaubung

und Körperverletzung

vor. Der junge Mann soll drei

zur Tatzeit 13, 14 und 16 Jahre alte

Mädchen bei Instagram und Snapchat

kennengelernt, sich mit ihnen

verabredet und sie unter einem Vorwand

in sein Auto gelockt haben.

Der Angeklagte soll den Traum

der Mädchen, mit einem Video auf

seinem Social-Media-Kanälen bekannt

zu werden, ausgenutzt haben.

Doch statt ein Video zu drehen, sei

DPA/NICOLAS ARMER

Junus W. mit jedem der Teenager zu

einem entlegenen Parkplatz in

Schleswig-Holstein oder Nordrhein-

Westfalen gefahren. Dorthabe er die

Mädchen missbraucht.

Bei den für die Taten benutzten

Fahrzeugen handelte es sich teilweise

um Leihwagen. Die Autos soll

Junus W. präpariert und mit Matratzen

ausgestattet haben. Die Staatsanwaltschaft

wirft dem Angeklagten

insgesamt fünf Missbrauchstaten

vor, die er zwischen Februar 2018

und Juni dieses Jahres begangen haben

soll. Junus W.,der in Berlin lebt

und der daher am Landgericht der

Hauptstadt auf der Anklagebank

sitzt, war nach der letzten mutmaßlichen

TatMitte Juni verhaftet worden

und saß zunächst rund vier Wochen

in Untersuchungshaft.

Er kam zunächst unter der Auflage

frei, die Sozialen Medien zu meiden.

Doch weil er die Auflage verletzte,wurde

der Haftverschonungsbeschluss

Mitte August dieses Jahres

wieder aufgehoben. Seitdem wartete

er in der Untersuchungshaftanstalt

Moabit auf seinen Prozess.

Urteil vorPublikum

Junus W. soll zu den Tatvorwürfen

geschwiegen haben. Deswegen

müssen die drei betroffenen Jugendlichen

–heute 14, 15 und 17 Jahrealt

–vor Gericht aussagen. Noch am ersten

Tagsollten eines der Mädchen

und dessen Familienangehörige als

Zeugen gehört werden –hinter verschlossenen

Türen.

Für das Verfahren gegen den Influencer,

der in der Youtube-Community

schon vor seiner Verhaftung

durchaus umstritten war,sind bisher

insgesamt acht Verhandlungstage

vorgesehen. Ein Urteil könnte demnach

am 20. Dezember fallen. Gregor

Hain, der Vorsitzende Richter,

versprach, dass die Entscheidung

des Gerichts „in jedem Fall öffentlich“

verkündet werden würde.

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Berlin

Notfalls

mit 14

Ländern

Berlin will Nationalen

Bildungsrat

Berlins Regierender Bürgermeister

Michael Müller (SPD) will

den Nationalen Bildungsrat notfalls

ohne Bayern und Baden-Württemberg

gründen. „Der schwarz-grüne

Ausstieg aus dem Bildungsrat ist

nicht akzeptabel“, sagte Müller dem

Spiegel mit Blick auf die Ankündigung

der Landesregierungen in

München und Stuttgart, sich aus den

Verhandlungen über den Bildungsratzurückzuziehen.

„Ich gehe davon

aus, dass der Bildungsrat zur Not

auch ohne die beiden Länder seine

Arbeit aufnimmt und forderealle im

Interesse der Zukunft unserer Kinder

zur Mitarbeit auf.“

Die Solidarität der Länder sei

nicht einseitig aufkündbar, kritisierte

Müller: „Eine klare Botschaft

Richtung Süden zu geben, ist deswegen

Aufgabe der 14 anderen Länder

und der Bundesregierung.“ Gleichwertige

Lebensverhältnisse zu schaffen,

sei Auftrag des Grundgesetzes.

„Beides sind für mich zentrale Aufgaben

der Politik. Herr Söder und

Herr Kretschmann scheinen hingegen

zu meinen, dass der Föderalismus

lediglich ein Zusammenschluss

egoistischer Eigeninteressen ist“,

sagte Müller.

Union und SPD im Bund hatten

den Aufbau des Nationalen Bildungsrates

im Koalitionsvertrag vereinbart.

Er sollte aus Experten und

Vertretern von Bund und Ländern

bestehen, die Empfehlungen zu viel

diskutierten Bildungsthemen aussprechen:

zur Vergleichbarkeit des

Abiturs beispielsweise oder dazu,

wie ein Umzug von Familien mit

Schulkindern von einem Bundesland

in ein anderes erleichtert werden

kann. (dpa)

Peter Steudtner ist mittlerweile frei und

aus der Türkeiausgereist. DPA/MICHAEL KAPPELER

Steudtner-Prozess:

Staatsanwalt

fordert Freispruch

Menschenrechtler wegen

Terrorvorwürfen angeklagt

ImProzess gegen den in der Türkei

wegen Terrorvorwürfen angeklagten

deutschen Menschenrechtler

Peter Steudtner hat die Staatsanwaltschaft

am Mittwoch Freispruch

gefordert. Die Anklage schlug auch

einen Freispruch für Steudtners

schwedischen Kollegen Ali Gharavi

und drei weitere der insgesamt elf

Angeklagten vor. Für den im selben

Verfahren angeklagten Amnesty-International-Ehrenvorsitzenden

der

Türkei, Taner Kilic, forderte sie eine

Strafe wegen Mitgliedschaft in einer

Terrororganisation. Fünf Angeklagte

sollen aus Sicht des Staatsanwalts für

Terrorunterstützung verurteilt werden.

Allen Beschuldigten wurde Mitgliedschaft

in einer Terrororganisation

beziehungsweise Terrorunterstützung

vorgeworfen. Darauf stehen

bis zu 15 Jahre Haft. Steudtner

hatte mehr als 100 Tage in türkischer

U-Haft gesessen, bevor er im Oktober

2017 ausreisen durfte. (dpa)

Capital Bra ist der kommerziell erfolgreichste deutsche Rapper.Erwuchs in Hohenschönhausen auf.

VonPhilippe Debionne

Es geht um kriminelle und

international vernetzte

Banden und um viel Geld.

Die Berliner Staatsanwaltschaft

ermittelt im Umfeld der Berliner

Rapper-Szene sowie dem kriminellen

Clan-Milieu. Konkret handelt

es sich um ein Verfahren „wegen versuchter

räuberischer Erpressung

zum Nachteil des Rappers Capital

Bra“, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft

bestätigte. Jetzt hat sich

das berühmt-berüchtigte Clan-

Oberhaupt Ahmad „Patron“ Miri zu

Wort gemeldet. Er sagt:„Ich habe mit

der Sache nichts zu tun.“

Drogendelikte und Haftstrafe

VonFlorian Thalmann

Wererpresste Capital Bra?

Berliner Oberhaupt des Miri-Clans streitet ab, den Rapper bedroht zu haben

CAPITAL BRA & AHMAD „PATRON“ MIRI

Capital Bra heißt mit bürgerlichem Namen

VladislavBalovatsky.Der 24-jährigeBerliner

wurde in Sibirien geboren und wuchs in Hohenschönhausen

aus. Er ist der derzeit erfolgreichste

Star der deutschen Rap-Szene.

Im Jahr 2018 landete er neun Nummer-eins-

Hits und löste damit ABBAander Spitze der

Statistik ab.Auf Spotify hat er 3,4 Millionen

Hörer,auf Instagram 3,7 Millionen Follower.

Ahmad Miri, auch Patron genannt, ist ein

führendes Mitglied des Miri-Clans, der vorallem

in Bremen, Essen und Berlin vertreten

ist. Der frühere Boxer Ahmad Miri saß wegen

eines Drogendelikts eine Haftstrafe ab und

spielte bei der Gründung eines arabisch-kurdischen

Rockerclubs eine zentrale Rolle. Anders

als die meisten Clan-Größen ist Ahmad

Miri in sozialen Netzwerken höchst aktiv.

Bei der mutmaßlichen Erpressung

soll es nach Angaben der Bild-Zeitung

um 500 000 Euro sowie Beteiligungen

an den zukünftigen Einnahmen

von Capital Bra gehen. Als

Grund dafür sollen die Erpresser

dem Vernehmen nach gesagt haben,

sie hätten Capital Bra beim Aufbau

seiner Karriere geholfen. Angeblich,

so die Zeitung weiter, sollen neben

einigen Tschetschenen auch Mitglieder

des El-Zein- sowie des Miri-

Clans in die Erpressung verstrickt

sein. In einem nun veröffentlichten

Video weist der in Berlin lebende Ahmad

Miri, ein Schwergewicht in der

Rap-Szene und bekanntes Clan-Mitglied,

diese Vorwürfe nun scharf zurück:

„Die Frage,die mir am meisten

gestellt wird: Ahmad, hast du mit der

Sache etwas zu tun? Hast du Streit

mit Capital? Hast du Capital bedroht?

Hast du Capital erpresst? Ich

muss etwas klarstellen: Ich habe mit

Capital nichts zu tun“, so der Mann.

Der 38-Jährige aus Wedding ist

kein Unbekannter: Er saß wegen

Drogendelikten bereits im Gefängnis,

war zeitweise Mitglied der als

höchst gefährlich und kriminell eingestuften

Bruderschaft Arabisch-

Kurdischer Clan (AKC) und gilt als eines

der Gründungsmitglieder des

mittlerweile wieder aufgelösten Rockerclubs

Guerilla Nation.

Mit dem aktuellen Fall will Ahmad

Miri aber nichts zu tun haben.

In seiner Videobotschaft sagt er weiter:„Weder

habe ich Capital erpresst,

weder habe ich ihn bedroht. (...). Ich

schulde Capital nichts. Und Capital

schuldet mir gar nichts.“

Dann appelliert eranseine Fans:

„Glaubt nicht an das, was berichtet

wird. Davon stimmt nicht einmal

drei Prozent. 97 Prozent davon ist gelogen,

damit die ihre Zeitungsartikel

verkaufen. Ob es Bild-Zeitung ist

oder N24 oder dieWelt.“ Er habe„mit

Aufkleben statt ausspucken

Kästen mit lustigen Bildern sollen die Verschmutzungen durch Kaugummis eindämmen

Orange und klebrig: Die Kästen von „Gum Wall“ hängen auch am Alexanderplatz.

Esgibt zwei Dinge,indie beim Flanieren

durch die Stadt wohl niemand

gerntritt: Hundekot und Kaugummis.

Doch während es für Hundehalter

Tüten-Spender gibt, sind

Berlins Plätze noch immer von dreckig-schwarzen

Flecken gesäumt,

verursacht durch platte Kaugummis.

Nun scheint eine Lösung gefunden:

Die Kästen von „Gum Wall“ wollen

die Gummi-Flut eindämmen –mit

bunten Bildchen und Psychologie.

Bereits 25 Boxen hängen an ausgewählten

Orten. Kaugummi-Kauer

sollten ihreausgelutschten Gummis,

anstatt sie auf die Straße zu werfen,

auf eins der bunten Bildchen kleben,

mit denen die 54 Zentimeter hohen

und 26 Zentimeter breiten Kästen

verziert sind. Erfinder Klaus Götz

setzt auf Psychologie.„Es ist ein Phänomen,

aber wir haben keinen Platz

in Europa gefunden, an dem die Idee

noch nicht funktionierthat“, sagt er.

„Die Aufforderung, den Gummi auf

ein buntes Bild zu kleben, hat etwas

Spielerisches. Und zugleich werden

Passanten dadurch, dass sie auf Augenhöhe

mit ekelhaften Kaugummis

konfrontiertwerden, zum Nachdenken

über ihren Müll sensibilisiert.“

Götzeerfand die „Gum Wall“, weil er

selbst genervt war vomKlebe-Dreck.

„Ich komme aus Heidelberg –und

trat vor viereinhalb Jahren in einen

Kaugummi. Erstmal dachte ich:

Kann man das nicht wegmachen?“

Leider nein, ergaben seine Recherchen.

„Ich stellte fest, dass es keine

Firmaauf der Welt gibt, die etwas für

die Kaugummi-Prävention erfunden

hat. Es wirderst dann aufwendig gereinigt,

wenn die Verschmutzung da

KLUG

ist.“ 2012, sagt Götze, habe es eine

Hochrechnung gegeben: Kommunen

gaben demnach 960 Millionen

Euro für das Entfernen vonKaugummiresten

aus. „Und das muss wirklich

nicht sein“, sagt er. Also baute

der Schlosser einen ersten Kasten

aus Holz. Inzwischen sind die Boxen

aus Metall und in sechs Ländernvertreten.

Großstädte setzen auf die

Idee. Beispiel Stuttgart: Hier probierte

man sie 2018 am Flughafen

aus.„Siewerden gut angenommen“,

der Sache nichts zu tun“. Werhinter

der Erpressung steckt, bleibt damit

weiterhin unklar. Der 24-jährige Capital

Bra selber geht unterdessen in

die Offensive. In einem Video spricht

er davon, dass es „unglaublich sei,

wie viele gerade versuchen, mich zu

ficken“, weil er „Millionen verdiene

und die davon einfach nichts abhaben“.

Streit mit Bushido

FOTO: DPA

Unklar ist zudem, wie die Polizei von

der Erpressung erfuhr.Sohieß es zunächst,

der bedrohte Rapper selbst

habe sich an die Polizei gewandt.

Das wurde aus dem Umfeld von Capital

Bra am Dienstag dementiert.

Vondem Musiker selbst gab es dazu

bislang keine öffentliche Stellungnahme.

Anfang des Jahres hatte Braeinen

Song mit dem Titel „Fick 31er“ veröffentlicht.

31er ist eine Bezeichnung

für eines Verbrechens beschuldigte

Personen, die mit Ermittlungsbehörden

kooperieren, um einen Strafnachlass

oder sonstigeVorteile zu erlangen.

Zudem hatte sich Capital Bra

von seinem damaligen Label-Boss

Bushido getrennt, nachdem und

weil sich dieser wegen eines Streits

mit seinem früheren Geschäftsfreund

Arafat Abou-Chaker an die

Polizei gewandt hatte.

sagte Sprecher Johannes Schumm.

DieVerschmutzung ging zurück.

Die BSR betreute Test-Standorte

am Alex, in der Wilmersdorfer Straße

und am Breitscheidplatz. „Der Test

verlief insgesamt positiv.Wir werden

daher die bestehenden 25 GumWalls

in den Regelbetrieb übernehmen“,

teilte BSR-Sprecher Sebastian Harnisch

auf Nachfrage der Berliner Zeitung

mit. Bezüglich weiterer Standorte

werdedas Gespräch mit den Bezirken

gesucht. Für die Stadtreinigung

könnten die Kästen eine

Bereicherung sein.„Die festgeklebten

Kaugummis lassen sich weder mit

Besen noch Kehrmaschine ausreichend

beseitigen“, sagt Harnisch.

Nur Hochdruckreiniger können helfen,

sie dürfen aber am sandverfugten

Straßenpflaster nicht eingesetzt

werden. „Es ist ein gleichbleibend

großes Problem für die Stadtsauberkeit,

dass immer noch viele Menschen

–wahrscheinlich aus Bequemlichkeit

–ihreKaugummis achtlos auf

den Boden spucken.“ Er appelliertan

die Eigenverantwortung der Bürgerinnen

und Bürger. Das Wegwerfen

von Kaugummis wird übrigens, wie

auch bei Zigarettenkippen, mit einem

Bußgeld von120 Euro geahndet.

POLIZEIREPORT

Toter bei Wohnungsbrand.

In Reinickendorfist am Mittwoch

ein Feuer in einer Einzimmerwohnung

ausgebrochen, dabei ist ein

Mensch gestorben. „Die Wohnung

stand in Vollbrand. Wirkonnten die

Person nur noch leblos bergen“,

sagte ein Feuerwehrsprecher.Bewohner

aus angrenzendenWohnungen

des dreigeschossigen Mehrfamilienhauses

hatten sich selbstständig

in Sicherheit gebracht und wurden

nicht verletzt. 80 Feuerwehrleute

kämpften gegen die Flammen in der

Wohnung in der obersten Etage in

der General-Woyna-Straße.

Schwer verletzt.

Beieinem Verkehrsunfall ist in der

Nacht zum Mittwoch in Mitte ein

Fußgänger schwer verletzt worden.

Laut Polizei fuhr ein 52-jähriger

BVG-Busfahrer der Linie TXLinder

Hessischen Straße in Richtung Hannoversche

Straße.Gegen 23.45 Uhr

bog der Fahrer nach rechts in die

Hannoversche Straße ab und erfasste

den 23-jährigen Mann, der gerade

die Fahrbahn überquerte.Der

Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht.

DerBusfahrer kam mit einem

Schock zur ambulanten Behandlung

in ein Krankenhaus.Wegen

Rettungsarbeiten und Unfallaufnahme

war die Unfallstelle für knapp

zwei Stunden gesperrt.

Jogger von Auto angefahren.

EinJogger ist in Steglitz schwer verletzt

worden. Nach Angaben der Polizei

joggte der 21-Jährige am Dienstagnachmittag

auf dem Gehweg der

Grunewaldstraße in Richtung Königin-Luise-Straße

und wollte dann

die Straßenseite wechseln. Zeugen

zufolge achtete er dabei offenbar

nicht auf den Verkehr,sodass ihn das

Auto eines 40-Jährigen erfasste.Der

Jogger prallte gegen die Windschutzscheibe

des Toyota und wurde dann

gegen ein geparktes Auto geschleudert.

Er erlitt Verletzungen an Oberund

Unterkörper und kam mit einem

Rettungswagen in ein Krankenhaus.

Nach diesen drei Verdächtigen sucht die

Polizei.

POLIZEI

Fahndung nach Räubern.

MitBildernaus einer Überwachungskamerafahndet

die Polizei

seit Mittwoch nach drei Männern.

Siesollen am 19. September,gegen

3.50 Uhr, im Hauptbahnhof einen

65-Jährigen überfallen haben. Dieser

hatte die McDonalds-Filiale verlassen

und lief in Richtung der Rolltreppen.

Plötzlich bekam er nach eigenen

Angaben vonden Unbekannten

unvermittelt Schläge vonder

Seite ins Gesicht und fiel daraufhin

zu Boden. Dortversuchten die Täter,

ihm seine Umhängetasche vonder

Schulter zu reißen, was ihnen auf

Grund des Widerstandes,den der

Mann leistete,zunächst nicht gelang.

Nachdem die Männer weiter

auf den 65-Jährigen einschlugen

und weiter an der Tasche zogen, riss

der Henkel der Tasche ab,und die

Gruppe konnte mit der Beute flüchten.

DerMann erlitt durch den Sturz

und die SchlägeVerletzungen im Gesicht

und am Brustkorb.

In U-Bahn-Gleise gefallen.

Am U-Bahnhof Moritzplatz ist

in der Nacht zum Mittwoch ein

Mann ins Gleisbett gestürzt und bewusstlos

liegen geblieben. Retter

hievten ihn zurück auf den Bahnsteig

und alarmierten gegen 0.40 Uhr

die Feuerwehr.Polizisten übernahmen

die Erstversorgung des

Verletzten. (kop.)


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 15 *

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Berlin

Tote Fische auf

dem Kleid: Julia

Scheele in ihrer

zum Ball-Motto

passenden

Abendgarderobe.

CHRISTIAN SCHULZ (3)

Ball-Veteranen Willy Weiland (l.) und Alfred J. Gertler

Ball-Cheforganisatorin Nadja Meister und Adlon-Manager Carsten Seubert

Durch die Demo zum Ball

ALFRED J. GERTLER

&WILLYWEILAND

haben, daran darf man sich ruhig

zum Bundespresseball an diesem

Freitag im Adlon noch mal erinnern,

dieses Ball-Ereignis vor genau

20 Jahren aus Bonn nach Berlin geholt.

Gertler organisierte den Ball im

Auftrag der Bundespressekonferenz

schon in der alten Bundeshauptstadt

und stand in Berlin vor einem

unerwarteten Problem: Einen ausreichend

großen Raum für den Ball

schien es zunächst nicht zu geben.

„Als ich 1998 überlegte,woman hier

den Bundespresseball veranstalten

könnte, war ich beim Berliner Presseball

im ICC –und wusste gleich:

dort nicht.“ Dem Adlon fehlte damals

noch der später gebaute Palais-

Saal, der eigentliche Ballsaal war viel

zu klein. Es blieb also nur das Interconti,

das damals Willy Weiland

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Vor20Jahren zog der Bundespresseball

nach Berlin. Am Freitag müssen sich

die Gäste ihren Wegdurch

„Fridays for Future“-Anhänger bahnen

führte.Deshalb sah sichWeiland den

letzten Ball in Bonn an. Gertler erinnert

sich: „Wir hatten viel zu viele

Anmeldungen: 3500 Gäste! Wir

mussten ein Zelt dazumieten.“

Miteiner Bonner Tradition wollte

Weiland nach dem Umzug unbedingt

brechen: dass Ballgäste jedes

Getränk extra bestellen und bezahlen

mussten. Weiland gefiel auch

nicht, dass jeder Gast einen Sitzplatz

hatte: „Bald sah man überall nur

noch leereTische. Das sah nicht gut

aus.“ Im ersten Jahr in Berlin wurde

sogar eine Empore inden Ballsaal

eingebaut, um einige Tische dazuzugewinnen.

Vomzweiten Jahr an gab

es Flanierkarten:„Nach drei Stunden

am Tisch hat man sich alles gesagt.

Ich nehme heute auch lieber eine

Flanierkarte“, sagt Gertler.

Viel Spott handelten sich die Organisatoren

des ersten Berliner Bundespresseballs

mit der Einladungskarte

ein. Beim Dresscode hatte man

den Smoking vergessen. Gertler

büßte dafür: „Von da an trug ich

beim Ball immer Frack.“

JULIA SCHEELE

darf am Bundespresseball-Abend

eine besondereVariante derWeisheit

„Kleider machen Leute“ erfahren.

Ihr selbst entworfenes Kleid „Meerwert“

wird ihr nämlich als Eintrittskarte

zum Ball dienen. Sie hat es als

Studentin am Fachbereich Textilund

Bekleidungstechnik der Hochschule

Niederrhein entworfen und

es passt mit seiner umweltpolitischen

Aussage –tote Fische auf ölpestschwarzem

Grund –zum diesjährigen

Ballmotto „Wandel“. Und

zum ersten klimaneutralen Ball, dessen

CO 2 -Fußabdruck durch die Zahlung

von3294,17 Euro an Klimaprojekte

in Peru und Indien ausgeglichen

wird.

NADJA MEISTER &

CARSTEN SEUBERT

stehen als die Chefin der Ballorganisation

und als Hotel-Manager des

Adlon in direkter Nachfolge von Alfred

J. Gertler und Willy Weiland. Die

aktuellen Organisatoren müssen ein

Problem bewältigen, das vor zwei

Jahrzehnten noch nicht existierte:

DasHotel Adlon wirdsich in den Anfangsstunden

des Balls auf einer umtosten

Insel befinden. Für den Freitag

ist eine riesige Demo unter dem

Motto„NeustartKlima“ rund um das

Brandenburger Torangekündigt. Es

wird wohl einen längeren Rückstau

von Limousinen geben, in denen

man lieber nicht sitzen möchte,

wenn davor für das Klima demonstriertwird.

©2019 & TM Lucasfilm Ltd.

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16 ** Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Berlin

Die

getauschte

Heimat

Lesung mit Anja Reich

und Yael Nachshon

Vor eineinhalb Jahren kannten

sich Anja Reich und Yael Nachshon

Levin kaum, nun sind sie Freundinnen,Vertraute.Inder

einenWoche

schickte Anja Reich eine E-Mail aus

TelAviv, inder nächsten antwortete

Yael Nachshon Levin aus Berlin. Zwei

Frauen, die in Berlin für kurze Zeit

Nachbarinnen gewesen waren und

nun in die Heimat der jeweils anderen

lebten. Die Briefe, die während

der vergangenen 18 Monate in der

Berliner Zeitung veröffentlicht wurden,

sind nun als Buch erschienen.

Am Mittwochabend lasen Anja

Reich, zurzeit Israel-Korrespondentin

der Zeitung, und die Sängerin

und Komponistin Yael Nachshon Levin

im ausverkauften Pfefferberg-

Theater daraus vor. Es ist ein berührender

Austausch, der zeigt, was das

Briefeschreiben kann: An jemand

anderen gerichtet, helfen die Worte

auch einem selbst, sich über manches

klarzuwerden, was sonst vage

geblieben wäre. Anja Reich und Yael

Nachshon haben ihren Briefwechsel

beendet, im Frühling wird Anja

Reich zurück nach Berlin ziehen. Sie

werden wieder Nachbarinnen sein.

Undjetzt auch Freundinnen.

Zuvor machen sie mit „Getauschte

Heimat“, so der Buchtitel,

aber noch eine Lesereise. Diesen

Donnerstag treten sie nochmal im

Pfefferberg auf, Tickets für 14,50

Euro gibt es an der Abendkasse.Eine

weitereLesung im Pfefferberg-Theater

ist am 9. Januar. (pa.)

Anja Reich (li.) und Yael Nachshon Levin

lesen aus ihrem Buch.

SABINE GUDATH

Auch Pittiplatsch und andere beliebte Figuren aus dem DDR-Kinderfernsehen sind gefragter denn je und werden auf der Ostprodukte-Messe verkauft.

Der Geschmack der DDR

Ab Freitag präsentieren bei der Ostpro mehr als 80 Hersteller ihre Produkte an der Landsberger Allee

VonNorbertKoch-Klaucke

In den sonst eher verwaisten

Etagen des Sport- und Erholungszentrums

(SEZ) an der

Landsberger Allee ist wieder

Leben eingekehrt. Es wird gehämmertund

gebohrt, Bretter werden zu

Verkaufsständen montiert. Immer

wieder schieben Männer schwere

Paletten mit Waren ins SEZ, auf denen

sich Schokoladentafeln von

einstigen DDR-Firmen wie Rotstern

oder Erdnussflips aus Wurzen befinden.

Es ist wieder Zeit für die Ostpro

–die größte Verkaufsmesse für Ostprodukte

öffnet an diesem Freitag.

DerAndrang war meist groß

Es ist mittlerweile die 60. Ostpro-

Ausgabe in Berlin und Brandenburg.

Jedes Jahr zu Ostern und zu Weihnachten

findet die Messe statt. Ihre

Besucher kommen vor allem aus

dem Osten Berlins,umihren Appetit

auf die einst beliebten Leckereien

aus der DDR zu stillen. DerAndrang

ist meist so groß, dass die Besucher

in Schlangen vor der Tür warten

müssen, ehe sie hineinkommen.

Mitten in dem Aufbautrubel steht

Ramona Oteiza. Sie dirigiert die

Handwerker, weist Händlern ihre

Plätzezu. Die61-Jährige ist die Chefin

der Ostpro. Mit der Messe sorgt

Ramona Oteiza läutet mit dem Weihnachtsmann die nächste Ostpro ein.

sie seit 28 Jahren dafür, dass DDR-

Produkte wieder auf den Marktkommen.

Als Diplom-Volkswirtin bei den

Elektro-Apparate-Werken (EAW) in

Treptow hatte Oteiza selber Anfang

der 90er-Jahremiterlebt, wie die ostdeutschen

Betriebe zusammenbrachen.

„DDR-Erzeugnisse,obTechnik

oder Lebensmittel, waren nicht

mehr gefragt“, sagt sie. „Im Osten

wollte man in dieser Zeit die scheinbar

besseren Produkte aus demWesten.“

Auch ihr EAW-Job ging aufgrund

dieser Entwicklung verloren.

„Ich habe dann bei einer Messefirma

ENGELSMANN

gearbeitet“, erzählt sie. Als es dort

nicht mehr so gut lief, habe sie mit

ihrem Vater einen eigenen Messebetrieb

gegründet. Als erstes organisierte

sie eine Eigenheimmesse.„Das

war 1991. Viele Aussteller und Händler

fragten sich, was aus den DDR-

Lebensmittelherstellern geworden

ist. Denn plötzlich merkte man, dass

die Westprodukte auch nicht besser

als die aus der DDR waren. Die Idee

zur Ostprowar geboren.“

Auf einer Erika-Schreibmaschine

schrieb Oteiza Firmen an. Ende 1991

fand dann die erste Ostpro in der

Werner-Seelenbinder-Halle statt,

BLZ/GERD ENGELSMANN

50 Firmen, darunter der Backmischungshersteller

Kathi und Rotkäppchen,

stellten aus. „Die Besucher

rannten uns die Bude ein. Waren

mussten nachbestellt werden,

wurden gleich vomLkw verkauft.“

Politiker kommen nicht mehr

DieOstprowar auf Anhieb ein Erfolg.

Die nächsten Messen fanden in der

Kongresshalle, imFernsehturm und

imVelodrom statt.„Seit 2016 sind wir

nun im SEZ, veranstalten die Ostpro

auch in Erfurt, Halle und in Cottbus“,

sagt Oteiza.„An einem Berliner

Messetag haben wir bis zu 6000 Besucher.Ostprodukte,die

leider noch

immer zu wenig in den Geschäften

zu finden sind, sind gefragter denn

je.“ Die Messe-Chefin wünscht sich

daher mehr Unterstützung seitens

der Politik. „Anfangs kamen noch

der Regierende Bürgermeister und

der Wirtschaftssenator zur Ostpro

vorbei. Heute lässt sich keiner aus

dem Senat mehr blicken.“

Dabei haben die mehr als 80 Aussteller

auf der Weihnachts-Ostpro,

die vom29. November bis 1. Dezember

läuft (täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt:

3 Euro), allerhand zu bieten.

Nicht nur Wurst, Fleisch, Gebäck

oder Liköre: Auch Möbel, Spielzeug

und Haushaltsgeräte aus dem Osten

sind im Angebot.

Tödliches

Ende einer

Beziehung

Mann soll Freundin

erstochen haben

Gegen fünf Uhr morgens am

Dienstag wurden Anwohner

der Kameruner Straße in Wedding

durch laute Schreie aus dem

Schlaf gerissen. Als die Polizei die

Wohnung stürmte, fand sie die

blutüberströmte Leiche einer 28-

jährigen Frau. Daneben lag ihr Lebensgefährte,

auch er war schwer

verletzt. Der Mann wurde formaljuristisch

festgenommen und

dann in ein Krankenhaus gebracht.

Mit mehreren Messerstichen

Zunächst hielten sich die Ermittler

der Mordkommission mit weiteren

Informationen zurück. Am

Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft

mit, dass man „Haftbefehl

wegen Totschlags“ gegen den

Mann beantragen werde. Nach

Angaben eines Sprechers handelt

es sich um eine Beziehungstat. In

der Obduktion sei festgestellt worden,

dass die Frau mit mehreren

Messerstichen getötet worden

war. Nach der Tathabe ihr Partner

dann „mutmaßlich versucht, sich

das Leben zu nehmen“, so der

Sprecher weiter.

Nachbarn des Pärchens berichtete,

dass die Frau und der Mann

vor etwa zwei Jahren in das Mehrfamilienhaus

in die Kameruner

Straße im Stadtteil Wedding gezogen

seien. Die junge Frau galt in

ihrem Bekanntenkreis als zielstrebig,

sie hatte in den Städten Dresden,

Bremen und Berlin unter anderem

Osteuropastudien und Slawistik

studiert. Zuletzt hatte sie

eine Anstellung als Wissenschaftliche

Mitarbeiterin der Christian-

Albrechts-Universität zu Kiel bekommen,

ihren Hauptwohnsitz in

der Hauptstadt aber behalten.

Möglicherweise war der Beruf

in Kiel auch der Grund dafür, dass

man die Frau zuletzt immer seltener

in Berlin sah. Ob es über diesen

Umstand mit ihrem Lebensgefährten

Streit gab, der nun in einem

tödlichem Drama endete,

müssen die weiteren Ermittlungen

von Mordkommission und Staatsanwaltschaft

zeigen. (pde.)

BERLINBEWEGER

IMMOBILIEN &WOHNUNGSWIRTSCHAFT

Lesen Sie in der Beilage am10.12.2019:

Die BerlinBeweger zum Thema Immobilien &Wohnungswirtschaft, wirdanken allen Teilnehmern.

Mietendeckel und Neubau : Berlin ringt um Lösungen für

bezahlbaren Wohnraum

Für den Bau begeistern: Wiedie Branche um Fachkräftewirbt

Prima Klima: Nachhaltiges Wohnen, sozial gestaltet

Katrin Lompscher,Birgit Möhring, Andree

Fritsche, Rainer Knauber,Mario Ruder,

Jan Kretschmar,Claus-Dieter Schmidt

Thomas Kleindienst, Ulrich Paul,

Jan Kretschmar,Dana Nela Heidner,

Birgit Möhring

Katrin Lompscher,Claus-Dieter Schmidt,

Rainer Knauber,Thomas Kleindienst

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Jan Kretschmar

Mario Ruder,Dr. Jürgen Leibfried,

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18 * Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

Prozess: Gequält und in die

Oder gestoßen

Im Prozess um einen lebensgefährlichen

Stoß in die Oder hat der psychiatrische

Gutachter am Mittwoch der

19 Jahrealten Angeklagten volle

Schuldfähigkeit bescheinigt. Die

junge Frau habe eine Persönlichkeitsstörung,

diese sei aber nur leicht

ausgeprägt, sagte er am 5. Verhandlungstag

am Landgericht Frankfurt

(Oder). Aufgrund langjähriger Alkohol-

und Drogensucht empfahl der

Gutachter für die junge Frau eine

mehrjährige Unterbringung im

Maßregelvollzug. In dem Verfahren

müssen sich zwei 31 und 19 Jahre

alte Frauen wegen versuchten Mordes

verantworten. Siesollen ihr

34 Jahrealtes Opfer am 7. Januar dieses

Jahres gemeinsam mit anderen

Beteiligten stundenlang gequält und

es anschließend in die Oder gestoßen

zu haben, um es zu töten. (dpa)

Alpaka-Babyaus dem

Streichelzoo verschwunden

Unbekannte haben offenbar ein eine

Woche altes Alpaka-Babyaus dem

Streichelzoo eines Hotels in Burg

(Spree-Neiße) gestohlen. Vondem

Jungtier Christinchen fehle seit

Sonnabend jede Spur,sagte der Geschäftsführer

des Landhotels Burg

im Spreewald am Mittwoch. (dpa)

Grüne Jugend ruft zu zivilem

Ungehorsam auf

DieGrüne Jugend in Brandenburg

hat dazu aufgerufen, bei den geplanten

Blockaden vonTagebauen und

Kraftwerken am Wochenende in der

Lausitz für einen sofortigen Braunkohleausstieg

mitzumachen. Derzivile

Ungehorsam sei ein notwendiges

Mittel, um die Dringlichkeit einer

klimapolitischen Wende zu bekräftigen.

DieProteste sollen

friedlich bleiben. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Mittwoch-Lotto:

1-12-20-33-40-41

Superzahl: 9

Spiel 77: 8677537

Landeslotterie Super 6: 109282

Alle Angaben ohne Gewähr!

Ein elektrischer O-Bus in Eberswalde: Diese Verkehrsmittel sind eine Idee aus der Vergangenheit, könnten jedoch auch die Zukunft sein.

VonTorsten Müller,Eberswalde

Der Eberswalder Betriebshof

der Barnimer Busgesellschaft

(BBG) sieht

eher aus wie ein Umspannwerk

denn wie ein Busdepot.

Ein Spinnennetz von Stromleitungen

zieht sich über das Gelände bis

hinein in die Großgaragen und

Werkstatthallen. Auf einem der Instandhaltungsplätze

unterm verkabelten

Dach schraubt David Sandow

an einem grün-weißen Gelenkbus

herum.

Der junge Eberswalder ist nicht

nur gelernter Kfz-Mechatroniker,

sondern auch ein spezialisierter

Hochvolttechniker. Denn das Gefährt,

das er da gerade unter seinen

Fittichen hat, holt sich mittels zweier

Strom-Abnahmestangen auf dem

Dach seinen „Sprit“ aus den Leitungen

über dem Kopf des Mechanikers.

Eberswalde (Landkreis Barnim) ist

die einzige Stadt in Ostdeutschland

und eine von lediglich drei Kommunen

im gesamten Bundesgebiet, in

der der mit Strom betriebene Oberleitungs-Bus

noch rollt. Die regionale

Busgesellschaft hat entgegen

vielen anderen deutschen Städten in

Ost und West immer am Fahrleitungsnetz

für die„Straßenbahn ohne

Schienen“ festgehalten.

Es wurde in den 40er-Jahren des

letzten Jahrhunderts in Eberswalde

Ohne Leitung

Der gute alte Trolleybus von Eberswalde wird zum aufgepeppten E-Mobil

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts

wurden O-Bus-Verkehrssysteme

in den Städten

eingerichtet. Als elektrifizierte,

aber „gleislose Bahn“

waren sie im öffentlichen

Personennahverkehr ein

praktischer Ersatz oder eine

gute Ergänzung für die herkömmliche

Straßenbahn.

angelegt und zieht sich vom Betriebshof

bis in entlegene Wohngebiete.

Der Verkehrsbetrieb leistet

sich dafür bis heute eine eigene Abteilung,

die die Infrastruktur instand

hält und die Fahrzeuge wartet. „Ich

wundere mich immer, dass sich Besucher

der Stadt über unsereTrolleys

so wundern“, sagt David Sandow.

„Für mich ist das nichts Besonderes,

ich bin damit schon zur Schule gefahren.

Er war und ist einfach da.

Cool ist natürlich, dass ich mit dabei

bin, da wir ihn jetzt sogar weiterentwickeln

und noch umweltfreundlicher

machen.“

David Sandowarbeitet mit daran,

dass der O-Bus künftig nicht nur

BVG PRÜFT NEUE TROLLEY-LINIEN

Ab der Mitte des Jahrhunderts

verschwanden sie aus

dem Stadtbild vieler Orte in

Europa –auch in West- und

Ostdeutschland. Besonders

verbreitet sind sie heute

noch in Osteuropa. Bundesweit

gibt es Trolleybusse neben

Eberswalde noch in

Esslingen und Solingen.

Die BVGprüft,obO-Busse

in Berlin eingeführtwerden

können. Machbarkeitsstudien

sind zunächst für Spandau

in Arbeit. Dabei geht es

auch um den Einsatz von

Hybrid-Oberleitungs-Fahrzeugen,

die sowohl mit als

auch ohne Leitung elektrisch

unterwegs sein können.

ohne Schiene, sondern auch ohne

Leitung auskommt –und zwar völlig

emissionsfrei. Er rüstet das knapp

zehn Jahre alte Fabrikat aus polnischer

Produktion gerade zusammen

mit seinen ebenfalls spezialisierten

Werkstattkollegen zu einem im

wahrsten Sinne des Wortes reinen

„Elektrostromer“ um. „Bis jetzt sind

die Busse noch mit einem Dieselaggregat

ausgestattet, damit sie im Fall

des Falles auch unabhängig vom

Strom Ausweichfahrten vornehmen

und wieder ins Depot zurückkommen

können“, sagt Benjamin Freudenberg,

der im Unternehmen für

die technischen Anlagen zuständig

ist. „Wir tauschen jetzt in unseren O-

GERD ENGELSMANN

Bussen die Dieselmotoren gegen E-

Batterien aus und bauen die Busse

so um, dass sie während der Fahrt

über den Oberleitungsstrom die Batterie

aufladen. Wir nennen das In-

Motion-Charging.“

Ziel ist es, die sogenannten Hybrid-O-Busse

auch in Stadtgebieten

einzusetzen, wo es keine Oberleitung

gibt, ohne dabei Kraftstoff zu

verbrennen. „Die Umrüstung ist

nicht billig, aber sie ist preiswerter,

als wenn wir völlig neue Strecken

elektrifizieren würden“, so Benjamin

Freudenberg. Der studierte Elektrotechniker

ist in der Region groß geworden

und als Jugendlicher oft mit

dem Trolley in Eberswalde gefahren.

Er fand die Technologie immer

grundsolide und vor allem umweltfreundlich.

„Während meines Studiums

spielte der O-Bus in einem Seminar

eine Rolle“, erzählt er. „Die

Kommilitonen staunten. Als ich

meinte, nadann kommt doch mal

nach Eberswalde und guckt euch das

genau an, schauten sie ungläubig.“

Jetzt sieht die Fachwelt gespannt

auf die märkische Stadt. In das mit

EU-Mitteln geförderte „Trolley 2.0-

Projekt“ sind verschiedene internationale

und nationale Partner aus

Forschung und Wirtschaft involviert.

Die Tests laufen, um zum Fahrplanwechsel

Mitte Dezember eine weitereStadtlinie

einrichten zu können,

die nur elektrisch betrieben wird.

Gewobag

lässt Mieter

bangen

Wohin mit der Miete

vor der Übernahme?

VonUlrich Paul

Die Verunsicherung unter den

Mietern ist groß. Am 1. Dezember

will die landeseigene Gewobag

fast 6000 Wohnungen in Spandau

und Reinickendorf, die sie von der

Ado Properties für 920 Millionen

Euro gekauft hat, übernehmen –

doch bislang wissen viele Bewohner

nicht, wohin sie die neue Miete überweisen

sollen. Mehr noch: In einem

Schreiben der Gewobag vom19. November

wirddie Übernahme zum 1.

Dezember sogar als nicht gesichert

dargestellt.

Darin heißt es, die Übernahme

der Wohnungen sei zum 1. Dezember

geplant, „vorausgesetzt, dass bis

dahin alle vertraglichen Voraussetzungen

erfüllt sind“. Wenn das gelinge,

erhielten die Mieter eine neue

Kontonummer zur Überweisung der

Miete. „Wann soll das passieren?“

fragt ein Mieter ratlos. Die Miete sei

in Kürze fällig. Und: Wann würden

die Mieter erfahren, an wen sie sich

wenden können, wenn irgendwas

im Haus nicht funktioniere?

Beim Alternativen Mieter- und

Verbraucherschutzbund (AMV)

häufen sich Fragen dieser Art. „Der

AMV fordert von der Gewobag eine

unverzügliche Erklärung dergestalt,

dass die Miete so lange noch an die

Ado zu zahlen ist, bis eine neue

Bankverbindung mitgeteilt worden

ist“, sagt AMV-Chef Marcel Eupen.

Außerdem müsse den Mietern

mitgeteilt werden, an wensie sich ab

dem 1. Dezember wenden können.

Die Bundestagsabgeordnete Helin

Evrim Sommer (Linke) äußert sich

ähnlich: „Es ist unerträglich und

nicht mehr hinnehmbar,wie sich die

Gewobag gegenüber ihren neuen

Mieterinnen und MieterninStaaken

verhält.“

Gewobag-Sprecherin Anne Grubert

sagt auf Anfrage, die Übernahme

zum 1. Dezember sei gesichert.

Die vertraglichen Voraussetzungen

lägen jetzt vor. „Auch für

eine Wohnungsbaugesellschaft unserer

Größe und Erfahrung ist die

Integration von knapp 6000 Wohnungen

in den eigenen Bestand innerhalb

von zwei Monaten eine

Herausforderung“, so Grubert. Die

Mieter erhielten in dieser Woche

Anschreiben mit den neuen Kontound

Kontaktdaten.

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PizzaNostra–neapolitanischer

Zauber im Helmholtz-Kiez

DasGeheimnis des unverwechselbaren Geschmackssinddie

frischen und authentischen Zutaten inKombination mit einer

mehr als 100-jährigen Tradition und echter Liebe für die

italienischeKüche:imPizza Nostralebendie Brüder Giuseppe

und Luca Giuliano das Dolce Vita, verführen ihre Gäste

mitLasagne aus demOfen,Salaten,Focaccia, Rollo, Saltimbocca,

Calzone und vor allem klassischen Pizzen nach überlieferten

Familienrezepten. Das kleine Restaurant liegt direkt

an der sonnendurchfluteten „Piazza“ an der Lychener

Straße am Helmholtz-Kiez inPrenzlauer Berg. So gemütlich

wie bei „Mamma“ empfängt das Pizza Nostra seine Gäste:

im Mittelpunktstehtder große Pizzaofen in deroffenen Küche,

anden roten Wänden hängen alte Familienbilder in

schwarz-weiß von Eltern, Tanten, Onkeln und Großeltern.

Lange, rustikale Holztische versprechen urgemütliche Stunden

mit Freunden. Die laute und fröhliche Atmosphäre

machtLust,sichdurch die Speisekarte zu probieren.„In Italien

nennt man Restaurants wie unseres, Pizzeria al taglio“

–hier wird geteilt und gemeinsam gegessen. Deshalb servieren

wir die Pizzen auf Wunsch auch inkleineren Stücken,

jedes für sich eine Geschmacksexplosion für Liebhaber der

einfachen, aber sehr guten italienischen Küche“, schwärmt

Luca Giuliano. Wichtig ist den Brüdern, dass die Gerichte

bodenständig, köstlich und vor allem regional, saisonal und

selbstgemacht sind. Das Konzept geht auf. „Unsere Gäste

lieben die frische, knusprige Pizza über alles – unsere

Stammkunden kommen aus ganz Berlin. Auch viele Touristen

lieben und schätzen unsere Qualität“, ergänzt Guiseppe

Giuliano. Erist der Pizzabäcker der Familie –und stolz darauf.

„Dieses Handwerk ist Familientradition. Wir haben die

Kunstvon unseremOnkel Mastro Enrico gelernt, derwiederum

die Familiengeheimnisse der Großeltern bewahrte, die

vor mehr als 100 Jahren zunächst eine Bäckerei, später eine

Pizzeria inNeapel eröffneten.“ Und dieser alte neapolitanische

Geistist in jedemBissen heute noch zu schmecken. Die

Brüder sind die ersten, die ihre Familienrezepte außerhalb

Italiens anbieten. „Das nehmen wir sehr ernst! Tradition,

Qualität und Authentizitätbedeuten unsalles!Genausowie

ein perfekterund freundlicher Service. Wirversuchen immer,

jeden Wunsch zuerfüllen –einschließlich unseres Lieferservice,

wenn jemand lieber Zuhause oder im Büro isst.“ Jedes

Gericht auf der Speisekarte ist mit der gleichen Hingabe zubereitet.„Ganz

gleich, wasSie beiuns bestellenund worauf

SieAppetithaben–allesist ausschließlichaus frischen Zutaten

liebevoll hergestellt.“ Um dieanspruchsvollen Gäste immer

wiederneu zu überraschen,offerierendie Brüder Giuliano

auf ihrer Wochenkarte regelmäßig neue Variationen der

vorhandenen Gerichte. „Die Pizza des Monats war gerade

eine vegetarische Variante mit Pesto, Walnüssen, Ricotta

und Burratakäse–ungewöhnlich und köstlich!“,lächelt Giuseppe.

Und Luca ergänzt: „Wir nehmen auch die saisonalen

Impulse mit auf. Bei uns gibt eszum Beispiel im Frühjahr

Pizza mit Spargel, Kürbis, Steinpilzen –jenach Jahreszeit.

Haben Sie schon einmal einen Belag aus selbstgemachter

Pistazien- oder Paprikacreme auf einer Pizza probiert? Ein

Hochgenuss! Unsere Gäste lieben diese Abwechslung!“

Dazu ein Glas Wein, imSommer auf der Terrasse, und als

Nachtisch die berühmte Tiramisu nach dem Rezept von

MammaTeresa Giugliano,und der Tagist perfekt!

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Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 19

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Wissenschaft

Wundererde

aus Kompost

und Kohle

Berliner Forscher entwickeln

fruchtbaren Boden

Das Erdsystem kippt

Der Punkt, an dem das Klima außer Kontrolle zu geraten droht, ist bedenklich nah, warnen Forscher

VonTorsten Harmsen

Querelen um

Studie zur

Homöopathie

Sie sind als Ergänzung zu

Antibiotika im Gespräch

VonAnja Sokolow

Frischer Elefantenmist türmt sich

auf dem Kompostgelände des

Botanischen Gartens inBerlin. Daneben:

Berge von Laub, Holzhäcksel

und säckeweise verkohlte Pflanzenteile,sogenannte

Pflanzenkohle.Aus

diesen Zutaten stellen Robert Wagner

und andere Forscher von der

Freien Universität (FU) Berlin Kompost

her, der Böden in besonders

fruchtbare Erde verwandeln soll.

Vorbild sind Amazonasvölker, die

schon vor Tausenden Jahren mit

Pflanzenkohle arbeiteten. Die noch

heute fruchtbare Erde imAmazonas

nennt sich Terra Preta (Schwarze

Erde). Der Geowissenschaftler Wagner

nennt sie auch Wundererde.

Entscheidender Bestandteil des

Kompostgemisches ist die Pflanzenkohle.Sie

kann durch ihregroße und

poröse Oberfläche langfristig Nährstoffe

und Wasser binden und macht

Böden dadurch dauerhaft fruchtbarer.

Das Prinzip hat hierzulande bereits

viele Anhänger. „Das Verfahren

wirdpraktisch überall eingesetzt, nur

noch nicht in der konventionellen

Landwirtschaft“, sagt der Bodenbiogeochemiker

Bruno Glaser aus Halle.

Die Berliner Wissenschaftler von

der Arbeitsgruppe Geoökologie testen

derzeit, wie sich die Methode

auch im Tierparkeinsetzen lässt. Auf

dem 160 Hektar großen Gelände fallen

jährlich 16 000 Kubikmeter Laub,

8000 Kubikmeter Mist, 155 Kubikmeter

Holz und 72 Kubikmeter

Grünschnitt an. Bislang werden viele

Abfälle von externen Anbietern entsorgt.

Künftig sollen sie in wertvolle

Komposterde verwandelt und bei

Pflanzungen eingesetzt werden.

DieFruchtbarkeit ist nur ein positiver

Aspekt: „Pflanzenkohle kann

pflanzlichen Kohlenstoff mehrere

Tausend Jahre imBoden speichern,

der sonst beim Verrotten oder Verbrennen

der Biomasse als Kohlendioxid

in die Atmosphärezurückgelangen

würde. Die Kohle wirkt damit

auch dem Klimawandel entgegen“,

sagt FU-Forscher Wagner. ImBotanischen

Garten, wo er und Kollegen

vorJahren ein erstes Forschungsprojekt

zu TerraPreta starteten, wirddas

Verfahren bereits angewendet.

Das Umweltministerium sieht

laut einer Sprecherin zwar die Potenziale,ist

aber hinsichtlich einer großflächigen

Anwendung skeptisch.

Wegen der nötigen Mengen an Biomasse

seien nachteilige Auswirkungen

auf Natur und Umwelt zu erwarten.

Zudem würden hohe Kosten zur

Erzeugung der Kohle anfallen. Viele

Experten sehen vor allem die deutsche

Düngemittelverordnung als

Hindernis.Die schreibt vor, dass nur

Holzkohle mit einem Trockenmasse-Kohlenstoffgehalt

von 80

Prozent für Düngemittel genutzt

werden darf.

Der FU-Geowissenschaftler RobertWagner

geht davon aus,dass die

deutsche Düngemittelverordnung

künftig geöffnet wird. In der Schweiz,

Österreich, Italien und außerhalb Europas

sei jedenfalls bereits jetzt auch

schon Pflanzenkohle, die nicht aus

Bäumen stammt, als Düngemittel zugelassen,

sagt er. (dpa/fwt)

Vorbild für Berliner Forscher:Terra Preta

der Amazonas-Ureinwohner. GETTY IMAGES

Kippelemente

Eiskörper

Strömungssysteme

Ökosysteme

Verbindung

Borealer Nadelwald

vermehrte Feuer,

verstärkter Schädlingsbefall

Zwei aktuelle Meldungen

aus dieserWoche: Eine UN-

Studie kommt zum Ergebnis,

dass die Länder ihre

AnstrengungenimKampf gegen den

Klimawandel immens verstärken

müssten, um die Erderwärmung auf

1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen

Zeitalter zu begrenzen.

Die Bundesregierung fasst in einem

Bericht die Folgen des Klimawandels

zusammen, die die Deutschen bereits

jetzt zu spüren bekämen: mit

vertrockneten Ernten und Wäldern,

Niedrigwasser in Flüssen und

Sturmfluten an der Küste.ImJahresdurchschnitt

2018 sei die Lufttemperatur

um 1,5 Grad höher gewesen als

1881, heißt es in dem Bericht.

DerForscherbericht, der am Mittwoch

im Wissenschaftsjournal Nature

erschienen ist, passt auf spektakuläreWeise

zu solchen Meldungen.

Er zeigt, dass die Erderwärmung

nicht linear verläuft, sondern sich an

bestimmten Punkten unumkehrbar

beschleunigen könnte. Grundlage ist

die These von den Tipping Points,

übersetzt: Kippelemente oder Kipp-

Punkte (siehe Infotext). Gemeint sind

Ereignisse wie derVerlust des Amazonas-Regenwaldes

oder des Westantarktischen

Eisschilds.

Erhöhte Wahrscheinlichkeit

Entgegen den Zweifeln mancher Politiker,

Ökonomen und Naturwissenschaftler

häuften sich die Beweise,

dass solche Kipp-Ereignisse „wahrscheinlicher

sein könnten als gedacht,

dass sie große Auswirkungen

haben und über verschiedene biophysikalische

Systeme miteinander

verbunden sind“, heißt es in der Nature-Analyse.Die

Autoren sind Timothy

Lenton, Direktor des Global Systems

Institutes der britischen University

of Exeter,sowie sechs weitereForscher

aus Dänemark, Australien und

Deutschland. Allein vier gehören zum

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

(PIK).

Als der Weltklimarat IPCCdie Idee

der Kippelemente vorzweiJahrzehnten

einführte, habe man solche Erscheinungen

nur dann als wahrscheinlich

angesehen, wenn die globale

Erwärmung um fünf Grad Celsius

über das vorindustrielle Niveau

steigt, schreiben die Klimaforscher.

Diebeiden IPCC-Sonderberichte von

2018 und 2019 legten jedoch nahe,

dass diese Kipp-Punkte bereits bei einer

Erwärmung zwischen ein und

zwei Grad überschritten werden

könnten.

Amazonas-Regenwald

häufige Dürren

Grönländischer

Eispanzer

Eisverlust beschleunigt

sich

Chaostheorie. Die Physik der

nichtlinearen Dynamikzeigt,

dass komplexe Systeme sich

nichtnur linear verändern,

sondernaußer Kontrolle geraten

können.Das betrifft

nach Meinungvon Forschern

auch das System der Erde.

Ein mögliches Überschreiten des

Kipp-Punkts sehen die Forscher bereits

in derWestantarktis.Sie nennen

die Region der Amundsen Sea Embayment.

Es handelt sich um eines

der wichtigsten Eis-Entwässerungsbecken

der Westantarktis, etwa so

groß wie der US-Bundesstaat Texas.

Die Eisdecke ist hier etwa drei Kilometer

dick. Schon im März 2007

zeigten Satelliten- und Luftaufnahmen,

dass sich das Eiserheblich ausdünnt.WärmeresWasser

fließe unter

der Eisdecke, berichteten Forscher

damals.

EinModell zeige,dass ein Zusammenbruch

der Amundsen Sea Embayment

den Rest des westantarktischen

Eisschilds destabilisieren

könnte –wie umstürzende Dominosteine,

heißt es im Nature-Bericht.

Ein Abtauen des Eises würde zu einem

Anstieg des weltweiten Meeresspiegels

um über drei Meter führen –

im Zeitraum von Jahrhunderten bis

Jahrtausenden. Neueste Daten zeigten,

dass auch ein anderer Teil der

Antarktis, das Wilkes-Becken, ähnlich

instabil sein könnte. Modellsimulationen

ergäben einen Anstieg

Arktisches Meereis

Fläche verringert sich

Umwälzströmung im Atlantik

schwächtsich seit den 1950er-

Jahren ab

Westantarktischer Eisschild

Eisverlust beschleunigt sich

DIE THEORIE DER KIPPELEMENTE

Tipping Points. Als Kippelement

wird ein Bestandteil

des globalen Klimasystems

bezeichnet, der durch Veränderungen

in einen neuen Zustand

umschlagen kann,

wenn er einen bestimmten

Kipp-Punkt erreicht.

Fragile Bereiche. Zu den

Kippelementen gehörenetwa

dasarktischeund antarktische

Eis,der Regenwald, die

Permafrostböden und die borealen

Wälder.Ihr Verlust

könnte eine dramatische Erderwärmung

auslösen.

Brände in der sibirischen Taiga, 2019. Möglicher Treiber des Klimawandels.

DPA/TASS

Dauerfrostböden

Auftauen setzt

Kohlendioxid und

Methan frei

Korallenriffe

großflächiges

Absterben

Ostantarktis

Eisverlust

beschleunigt sich

BLZ/HECHER; QUELLE: NATURE/T.M. LENTON ET AL

des Meeresspiegels um weitere drei

bis vier Meter. Auch das Abschmelzen

des Grönländischen Eisschilds

beschleunige sich, wodurch weitere

sieben Meter Meeresspiegelanstieg

hinzukommen könnten.

Nach Aussagen der Forscher ist

die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs

noch beeinflussbar.

Siehänge vomAusmaß der globalen

Erwärmung ab. Bei 1,5 Grad könnte

es 10 000 Jahre dauern, bei 2Grad

weniger als 1000 Jahre. Insgesamt

fordern die Forscher bessere Modelle,

beruhend auf früheren und

heutigen Daten, um herauszufinden,

wie schnell die Eisschilde zusammenbrechen

könnten.

Zu weiteren Kipp-Punkten gehört

laut Bericht der nahezu vollständige

Verlust der tropischen Korallen bei einer

Erderwärmung um zwei Grad –

für die Forscher „ein schwerwiegender

Verlust von Artenvielfalt der

Meere und Lebensgrundlagen der

Menschen“. Der Rückgang des Amazonas-Regenwaldes,

der borealen

Nadelwälder und das Auftauen der

Permafrostböden könnte – zusammen

mit Bränden –zu weiteren Treibern

des Klimawandels werden.

Waldregionen, die heute noch CO 2

aufnehmen (Kohlenstoffsenken),

könnten CO 2 und andere Treibhausgase

wie Methan freisetzen. Nach

Auffassung der Forscher dürften weltweit

insgesamt nur noch 500 Gigatonnen

CO 2 in die Atmosphäre geraten,

um innerhalb der angestrebten

Erwärmung von1,5 Gradzubleiben.

Gefährliche Kaskade

„Aus unserer Sicht wäre esein eindeutiger

Notfall, wenn wir uns einer

globalen Kaskade von Kipp-Punkten

näherten“, schreiben die Forscher.

Dies könnte zu einer Heißzeit führen,

mit Temperaturanstiegen weit über

das prognostizierte Maß hinaus.

Nach Darstellung der Forscher verstärkt

das Schmelzen des arktischen

Eises die regionale Erwärmung. Die

Grönlandschmelze führt zu einem

Zustrom frischen Wassers in den

Nordatlantik. Daskönntezur 15-prozentigen

Verlangsamung des Golfstrom-Systems

– der Atlantischen

Umwälzzirkulation (AMOC) – seit

Mitte des 20. Jahrhunderts beigetragen

haben, so die Forscher.Die Zirkulation

ist ein Schlüsselelement nicht

nur des globalenWärmeaustauschs.

Eine weitere Verlangsamung des

Golfstroms könnte das Westafrikanische

Monsunsystem destabilisieren,

das den Rhythmus vonNiederschlägen

und Trockenheit über West-und

Zentralafrika steuert. Die Folge wären

extreme Dürre inder Sahelzone.

Zudem könnten auch der Amazonas

austrocknen, der ostasiatische Monsun

gestört und die Hitzeentwicklung

im Südpolarmeer gefördert

werden, was den Eisverlust in der

Antarktis beschleunigen würde.

Die Forschung habe im letzten

Jahr 30 Typen von Systemveränderungen

analysiert –vom Kollaps des

Westantarktischen Eisschilds bis zur

Verwandlung des Regenwalds in eine

Savanne, schreiben die Forscher. Es

zeige sich, dass das Überschreiten

von Kipp-Punkten in einem System

das Risiko der Überschneidung mit

anderen erhöhen kann. Angesichts

solcher Entwicklungen sprechen die

Forscher vom „planetarischen Notstand“.

Siebekräftigen, dass es unbedingt

notwendig sei, über gemeinsames

internationales Handeln die Erderwärmung

auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Strikt lehnen sie ökonomische

Debatten ab, denen zufolge es aus

Kosten-Nutzen-Sicht am günstigsten

sei, die Erwärmung auf drei Grad zu

begrenzen.

Pläne aus Bayern für eine Studie

zu homöopathischen Mitteln

anstelle von Antibiotika haben in

Fachkreisen scharfe Kritik ausgelöst.

„Ich bin überrascht, dass die Studie

in Auftrag gegeben wird und weiß

nicht, welchen Mehrwert das bringen

soll“, sagt etwa Stephan Sieber

von der Technischen Universität

München. Er betont: „Inder Wissenschaft

gibt es keine Belege dafür,das

Homöopathie wirkt.“

Homöopathie könne weder den

Einsatz von Antibiotika reduzieren

noch die Abwehrkräfte stärken, sagt

der Professor für organische Chemie,

der seit Jahren zur Entwicklung

neuer Antibiotika forscht. „Auf einer

wissenschaftlichen Grundlage müssen

Sie mit einem Wirkstoff Bakterien

töten“, erläutert der Experte.

Dazu benötige man Konzentrationen,

die mit der Homöopathie nie

erreicht werden.

Mit Stimmen von CSU, Freien

Wählern und Grünen hatte der

Landtag am 7. November beschlossen,

untersuchen zu lassen, wie ein

reduzierter Antibiotikaeinsatz im

medizinischen Bereich realisiert

werden kann. „Auch soll in diesem

Zusammenhang eine mögliche positive

Rolle von gegebenenfalls ergänzend

verabreichten homöopathischen

Präparaten beleuchtet werden“,

heißt es in dem Antrag .

Homöopathie ist ein in Deutschland

weit verbreitetes Verfahren, bei

dem die Selbstheilungskräfte des

Körpers aktiviert werden sollen. Die

Substanzen werden extrem verdünnt

und meist als Tropfen, Tabletten oder

Kügelchen (Globuli) verabreicht. In

Deutschland gehört Homöopathie

nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen

Krankenversicherungen.

Allerdings erstatten viele Kassen Behandlungskosten

für Naturheilverfahren.

Dies ist immer wieder Anlass

für Debatten. (dpa)

Berliner sollen zu

Hause Stickoxid

messen

Technische Universität will

interaktiven Atlas erstellen

Berliner Bürger,die wissen wollen

wie viel Stickstoffdioxid (NO 2 )sie

zu Hause einatmen. können sich an

einem wissenschaftlichen Projekt

beteiligen. Gesucht werden möglichst

viele Freiwillige, die bei sich

zeitweise eine Sammelvorrichtung

aufhängen, teilte die Technische

Universität (TU) am Mittwoch mit.

Es gehe um einen Zeitraum vonzwei

Wochen, danach würden die Messröhrchen

ausgewertet.

Wo genau der Sammler platziert

wird, ist den Teilnehmern überlassen.

Wer mitmacht, bekomme die

Auswertung und genaue Informationen

über die NO 2 -Belastung im eigenen

Umfeld. Auch die Teilnahme an

Workshops zum Thema sei möglich.

DieWerte sollen in einen interaktiven

NO 2 -Atlas Berlins einfließen,

den man im Internet einsehen kann.

Auch die Senatsmessungen und eigene

Messungen mit Studenten würden

dorterfasst, hieß es.Bisher seien

200 Sammler verteilt worden.

Mit dem Projekt will das Team

vom TU-Fachgebiet Umweltchemie

und Luftreinhaltung verlässliche

Werteaus dem gesamten Stadtgebiet

bekommen. Manerhoffe sich außerdem

Erkenntnisse zu weiteren NO2-

Quellen außer Verkehr und Heizungen

und zu Einflussfaktoren. (dpa)

WeitereInfos unter:

www.no2-atlas.de/index.html


20 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Sport

Verkörpertinternationale Klasse: Julia Behnke.

IMAGO IMAGES/MIS

Sehnsucht nach der großen Bühne

Die deutschen Handballerinnen wollen sich endlich einer breiten Masse präsentieren, bei der anstehenden WM ist das nur bedingt möglich

VonMichael Wilkening

Es zählt zu den oft gehörten

und als richtig erwiesenen

Weisheiten im Sport, dass

es hilft, sich immer nur auf

die direkt vor einem liegende Aufgabe

zu fokussieren. Daran versuchen

sich gerade die deutschen

Handball-Frauen, die im Süden Japans,

in der Präfektur Kumamoto,

am Sonnabend in die Weltmeisterschaft

starten. Im Duell gegen Brasilien

sind die Schützlinge von Henk

Groener gleich zum Auftakt gefordert

und benötigen einen Sieg, um

gute Chancen auf den Einzug in die

Hauptrunde zu bewahren. Mannschaft

und Trainer sind voll auf den

WM-Auftakt konzentriert, während

derVerband weiter denkt und ein gutes

Abschneiden in Japan nutzen

möchte, um die Möglichkeit aufrechtzuerhalten,

im nächsten Sommer

nach Tokio reisen zu dürfen.

Wie es um den Stellenwert des

Frauen-Handballs in Deutschland

bestellt ist, zeigt die Vergabe der

Übertragungsrechte im größten nationalen

Handballverband der Welt.

Die deutschen Partien werden alle

liveimInternet gestreamt, bei sportdeutschland.tv.Das

sorgt zumindest

für etwas Aufmerksamkeit, aber die

Tatsache, dass sich nicht einmal ein

Spartensender wie Sport1 für die

deutschen Partien interessierte,

sorgte beim Verband für Ernüchterung.

Und für Gewissheit, dass sich

im kommenden Juli die letzte

Chance für die kommenden Jahre

bieten wird, das Frauenteam auf die

große Bühne zu bringen.

Zweimal Olympia verpasst

„Wir hoffen, dass die Aussicht auf

Olympischen Spiele für eine Bonus-

Motivation sorgt“, sagt Axel Kromer,

der Sportvorstand des Deutschen

Handballbundes (DHB). Sollte sich

das deutsche Team für die Spiele im

nächsten Jahr in Tokio qualifizieren,

wären Übertragungen in den öffentlich-rechtlichen

Sender garantiert,

der Frauen-Handball könnte sich einer

breiten Masse präsentieren.

Letztmals gab es diese Möglichkeit

im Jahr 2008 in Peking, danach verpasste

der DHB mit den Frauen zwei

Maldas Ziel Olympische Spiele.„Natürlich

wäre das eine große Chance

für uns“, erklärt Kromer die Sehnsüchte

der Funktionäre. Immerhin

können sich Kromer und seine Kollegen

in der DHB-Spitzeallemal darauf

verlassen, dass die Spielerinnen

in Kumamoto alles versuchen werden,

denn die Teilnahme an den

Olympischen Spielen ist nicht nur

für Co-Kapitänin Julia Behnke „ein

Traum“.

An ein drittes Scheitern hintereinander

wollen die Verantwortlichen

im Verband deshalb noch nicht

„Wir haben sicher die schwerste Gruppe mit

starken Gegnern erwischt,

aber die Teams in der Vorrunde werden sich

auch vor uns fürchten.“

Henk Groener hat ehrgeizige Ziele, weiß aber auch, dass seine Kampagne

kein Selbstläufer wird.

denken, weshalb das teaminterne

und das vonaußen vorgegebene Ziel

für die WM im Süden Japans identisch

sind. Der siebte Platz ist die

Vorgabe, denn er bedeutet die verbindliche

Teilnahme an einem

Olympia-Qualifikationsturnier im

kommenden Frühjahr.

DerWeg dorthin wird für Groener

und sein junges Team beschwerlich,

denn die Deutschen haben zweifellos

die schwerste von vier Vorrundengruppen

erwischt. Nach dem Auftakt

gegen Südamerikameister Brasilien

und dem Duell gegen Außenseiter

Australien geht es gegen Weltmeister

Frankreich, Dänemark und Asien-

Champion Südkorea. Nur die besten

drei Mannschaften qualifizieren sich

für die Hauptrunde und wahren die

Chance auf die Olympischen Spiele.

„Wir haben sicher die schwerste

Gruppe mit starken Gegnern erwischt,

aber die Teams in der Vorrunde

werden sich auch vor uns

fürchten“, sagt der Niederländer

Groener, der mit dem Team seiner

Heimat 2015 Vize-Weltmeister

wurde und seit knapp 20 Monaten

versucht, Deutschland an die Weltspitzeheranzuführen.

„Die Entwicklung

geht vorwärts“, erklärt der

Handball-Lehrende, dessen Arbeit

langfristig ausgerichtet ist, parallel

dazu aber trotzdem kurzfristig Erfolge

bringen soll.

Mit Ausnahme von Xenia Smits,

die wegen einer Schulter-Operation

ausfällt, stehen Groener die besten

Spielerinnen zur Verfügung. Weil mit

Smits (Metz Handball) und Behnke

(Rostow amDon) zur zwei Deutsche

bei internationalen Topklubs spielen

und die Bundesliga nicht zur internationalen

Spitze zählt, baut Groener

darauf, mit einem starken Kollektiv

punkten zu können. „Unser Plus ist

die Ausgeglichenheit, wir werden alle

16 Spielerinnen brauchen“, sagt der

Niederländer. Dennoch baut er auf

Torhüterin Dinah Eckerle, Behnke

am Kreis sowie die Rückraumachse

Kim Naidzinavicius, Alicia Stolle und

Emily Bölk.„Wir werden eine Stamm-

Mannschaft haben, aber bei so vielen

Spielen in kurzer Zeit viel wechseln

müssen“, erklärt der Bundestrainer.

Und essollen schließlich möglichst

viele Partien werden. Um mindestens

Siebter zu werden, müssten die Deutschen

neun Partien in 14Tagen absolvieren

– es wird anstrengend, die

Hoffnung auf Tokio 2020 aufrechtzuerhalten.

Immobilienwelten

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Minuten zum Wohlfühlen

WieAlba vor dem Euroleague-Spiel gegen Kaunas der Personalknappheit trotzt

VonChristianKattner

Nach knapp sieben Minuten des

ersten Viertels am Dienstagabend

in Bonn wurde Marcus Eriksson

durch Peyton Siva ersetzt. Ein

noch vor wenigen Tagen Verletzter

ging, ein anderer Rekonvaleszent

kam. Die Personalsituation verbessert

sich, und doch lässt sich Alba

Berlin im Herbst 2019 noch immer

mit einem Lazarett vergleichen. Johannes

Thiemann, Stefan Peno,Tim

Schneider und Tyler Cavanaugh fallen

weiter verletzt aus. Auch Ergänzungsspieler

Malte Delow, der in dieser

Saison bereits Einsatzzeiten in

der Bundesliga, im Pokal und in der

Euroleague erhielt, fehlt verletzungsbedingt.

Dennoch konnte Alba

die wichtigen Bundesliga-Spiele gegen

Oldenburgund nun in Bonn gewinnen

und damit in der Tabelle den

Anschluss an die Spitzehalten.

Am Mittwoch ging es für den gesamten

Tross wieder nach Berlin, bereits

an diesem Donnerstagabend

(20 Uhr) empfängt das Team von

Trainer Aíto García Reneses mit Zalgiris

Kaunas den nächsten Gegner in

der Euroleague.Auch Siva wirddann

wieder auf dem Spielfeld stehen.

Wunderdinge sind von ihm weiterhin

nicht zu erwarten. Dass der Aufbauspieler

in Bonn bei 13 Minuten

Und? Fit? Die Alba-Basketballer LukeSikma

und Marcus Eriksson.

IMAGO IMAGES

Einsatzzeit ohne Punkt blieb und sogar

an der Freiwurflinie beide Versuche

vergab,kann man ihm nicht zum

Vorwurf machen. Schließlich –und

das ist das größte Problem, dem Alba

Berlin derzeit unterliegt – bleibt

durch viele Reisen und einen eng getakteten

Spielplan keine Zeit für den

Formaufbau zwischen den Partien.

„Wir müssen eigentlich mehr trainieren,

aber das ist im Moment nicht

möglich“, sagt Coach Reneses.

Auch muss jeder vormals angeschlagene

Spieler schnell wieder auflaufen,

auch wenn er sonst noch Zeit

zum Pausieren bekommen hätte.

Wasbei einem Center nicht so sehr

ins Gewicht fallen mag, ist bei den

sensibleren SpielernimAufbau oder

auf dem Flügel gravierender. „Gerade

für Werfer wie Marcus Eriksson

ist es wichtig, dass sie ihren Rhythmus

finden. Er muss sich auf dem

Feld wohlfühlen und das tut er,wenn

viel und gut spielt“, sagt Reneses. So

sind Spiele,die mit einer deutlichen,

sich früh abzeichnenden Niederlage

enden, hilfreich. „Wenn wir keine

großen Chancen auf den Sieg haben,

können wir den Spielern von der

Bank mehr Einsatzzeit geben. Andere

Spieler wie Martin Hermannsson

oder Rokas Giedraitis bekommen

dadurch wichtige Pausen.“

Eriksson war in Bonn mit 24

Punkten Albas Topscorer und wirkte

so wie vor seinem Muskelfaserriss.

Es bauchte aber auch zuvor vier

Spiele,indenen der Schwede seinen

Rhythmus und sein gutes Gefühl finden

musste. Peyton Siva hat am

Dienstagabend den ersten Schritt in

seinem Formaufbau getan. Da auch

zwischen Bonn und Kaunas wieder

einmal die Rückreise nach Berlin

und Regeneration im Fokus standen,

blieb für ein ausgiebiges Training

keine Zeit. Albas bestes Training ist

derzeit das Spiel. Besonders knifflig

ist es,wenn man gerade die Spiele in

der Bundesliga auch noch gewinnen

muss, umnicht ins Hintertreffen zu

geraten.


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 21 **

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Sport

Die

die Lücke

schließen soll

Denise Herrmann ist die neue

Frontfrau der Biathleten

Genug ist genug. Mehr als ein halbes

Jahr liegt der aufsehenerregende

Rücktritt von Biathlon-Königin

Laura Dahlmeier nun zurück,

höchste Zeit also, umendgültig abzuschließen.

„Wir müssen nach

vorne schauen, das haben die Mädels

und die gesamte Mannschaft

verdient“, fordert Bundestrainer

Mark Kirchner:„Ichverstehe die Diskussionen

nicht, jede Karriere geht

einmal zu Ende.“

Einfach zur Tagesordnung übergehen

also? Kirchner weiß selbst

ganz genau, dass das in diesem so

besonderen Fall nicht möglich ist.

Zwei Olympiasiege,sieben WM-Titel

und 20 Weltcup-Erfolge fehlen mit

einem Schlag im Team des Deutschen

Skiverbandes (DSV), „Laura

hat enorme Erfolge eingefahren“,

weiß Kirchner. Ihr Rücktritt im Alter

von nur 25 Jahren „eröffnet aber

auch neue Chancen. Wirkonzentrieren

uns jetzt nicht auf etwas, das

war.“

Mit dieser Einstellung sind die

Verantwortlichen beim DSV in den

vergangenen Jahren häufig gut gefahren.

Nach Uschi Disl kamen Kati

Wilhelm und Andrea Henkel, dann

kam Magdalena Neuner und zuletzt

eben Dahlmeier. Wer die Lücke der

Bayerinschließen soll, die als Grund

für ihr Karriereende die fehlende

„hunderprozentige Leidenschaft für

den Profisport“ anführte, ist längst

geklärt. „Denise Herrmann wirddieses

Jahr die absolute Frontfrau des

Damenteams sein“, prophezeite

Kirchner, der dabei die Erfolge der

ehemaligen Langläuferin allein bei

der zurückliegenden WM in Östersund

aufzählt. Je einmal Gold, Silber

und Bronze –das war eine bessere

Ausbeute als die vonDahlmeier.

Wunderbare Erinnerungen an Östersund:

Denise Herrmann. IMAGO IMAGES/BILDBYRAN

Passenderweise beginnt die neue

Weltcup-Saison an diesem Wochenende

mit den Mixed-Staffeln und den

Sprints wieder in Östersund. Dembeschaulichen

Ort in Mittelschweden

also, der „mir irgendwie viel Energie

gibt“, sagt Herrmann.Wasvermutlich

vor allem den wunderbaren Erinnerungen

geschuldet ist. Noch vor der

famosen WM im März hatte die 30-

Jährige in Östersund schon 2019 mit

den ersten beiden Weltcup-Siegen

bewiesen, dass ihr Wechsel zum Biathlon

offenbar goldrichtig war. In

Windeseile schwang sie sich auch

dank der Ratschläge von Dahlmeier

zur Spitzenathletin und deutschen

Nummer eins auf.

Die üblichen Verdächtigen

Wo Herrmann jetzt steht, will Simon

Schempp wieder hin. Lange Zeit galt

der 31-Jährige sogar als möglicher

Gesamtweltcup-Sieger, gesundheitliche

Probleme,vor allem im vergangenen

Winter, warfen ihn aber zurück.

Nach einer langen Regenerationsphase

und herausragenden

deutschen Meisterschaften ist der

viermalige Weltmeister aber heiß auf

neue Glanztaten. Gemeinsam mit

den üblichen Verdächtigen – Arnd

Peiffer,Benedikt Doll und Erik Lesser

– will das Quartett dem norwegischen

Dominator Johannes Thingnes

Bö das Leben so schwer wie

möglich machen. (sid)

Veredler und Profiteur

An Rekordstürmer Lewandowski ließ sich gut aufzeigen, was sich unter Trainer Flick alles verändert hat beim FC Bayern

VonMaik Rosner,Belgrad

„Wir wachsen und wachsen“

Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung des 1. FC Union ist ausgelassen wie nie

VonPatrick Berger

Ein Hauch von Alter Förstereiwehte

durch die voll besetzte

Verti Music Hall in

Friedrichshain. Aufden Tag

genau sechs Monate nach dem historischen

Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus

hielt der 1. FC Union

am Mittwochabend seine Mitgliederversammlung

ab. Sie wurde zur

Gute-Laune-Sitzung. Der Gassenhauer

„Stadtmeister,Stadtmeister …

Berlins Nummer eins!“, wurde freilich

auch an diesem Abend mehrfach

gesungen. Allen voran, als die

Profi-Mannschaft auf die Bühne der

voll besetzten Halle kam. Die emotionalen

Bilder vomAufstieg wurden

kurz zuvor gezeigt, genauso wie die

aktuellen Bundesliga-Highlights:

Die Siege gegen Dortmund, Freiburg,

Mainz, Gladbach und freilich

auch gegen Hertha BSC.

Als das entscheidende Elfmeter-

Torvon Publikumsliebling Sebastian

Polter im Stadtderby noch einmal

über die riesige Leinwand flimmerte,

fühlten sich die rund 2500 anwesenden

Mitglieder für einen Moment ins

heimische Stadion zurückversetzt.

So laut war der Applaus. „Das sind

Momente, die für ewig auf meiner

Festplatte abgespeichert sind“, befand

etwa Trainer Urs Fischer, einer

der Architekten dieses Erfolges. Und

ein weiterer, Sportdirektor Oliver

Ruhnert, sprach von Bildern, „die

man nie vergisst“.

Stabilität durch sportlichen Erfolg

Hat Freude an den Zahlen: Union-Präsident DirkZingler.

Es wurde gelacht, gesungen, gefeiert,

applaudiert. Unddas in sich stetiger

Reihenfolge. Soausgelassen war die

Stimmung bei einer eisernen Mitgliederversammlung

noch nie.Klubpräsident

Dirk Zingler hatte Freude,

daran die Zahlen des 1. FC Union

vorzustellen. Mit einem Lächeln im

Gesicht trug der 53-Jährige also vor:

13 000 neue Mitglieder seit dem Aufstieg,

306 Vereinsmitarbeiter, 452

Sponsoren, mehr als eine halbe Millionen

Follower in den Sozialen

Netzwerken, dazu geplante Einnahmen

für die Premieren-Saison in

Höhe von 74,5 Millionen Euro. „Wir

wachsen und wachsen“, sagte Zingler.

Sportlich läuft es für die Eisernen

natürlich wesentlich besser als erwartet.

Nicht mal die größten Optimisten

hätten geglaubt, dass Union

zu diesem Zeitpunkt mit zwölf Punkten

und einem Torverhältnis von 9:4

aus den vergangenen fünf Spielen

seit der Länderspielpause im Oktober

die beste Mannschaft der Liga

stellt. Nüchtern sagte Zingler: „Wir

sind in der Bundesliga, im härtesten

Wettbewerb unseres Landes, angekommen!“

Man sei positiv überrascht

vombisherigen Saisonverlauf

und auch einen Tick weit stolz,

führte Zingler aus, dass man 16

Punkte auf dem Konto habe.

In den wirtschaftlichen Planspielen

für das Geschäftsjahr 2019/2020

haben sich die Klubverantwortlichen

um Zingler und Oskar Kosche,

52, Geschäftsführer Lizenzierung ein

Hinterher standen sie beim FC

Bayern vorder gar nicht so leicht

zu beantwortenden Frage,auf wendie

größten Lobeshymnen angestimmt

werden sollen. AufRobertLewandowski,

der mit seinem Viererpack in 14

Minuten seinem Ruf als Rekordstürmer

einmal mehr gerecht geworden

war? Oder auf Trainer Hansi Flick, der

seine Bilanz mit dem 6:0 (1:0) bei Roter

SternBelgrad auf vier Siege in vier

Spielen mit 16:0-Toren ausgebaut

hatte?

Einfach war die Entscheidung

nicht nach dem Spiel, das den vorzeitigen

Gruppensieg, den höchsten

Auswärtssieg in der Champions

League nach dem 7:1 bei der AS Rom

am 21. Oktober 2014, den schnellsten

Viererpack des Wettbewerbs und die

beste Startbilanz einesTrainers des FC

Bayern hervorgebracht hatte. Für Lewandowski

und Flick aber stellte sich

die Frage gar nicht. Für sie gab es bei

der Entscheidung zwischen Lewandowski

und Flick nur eine Antwort:

DieMannschaft hatte die Elogen verdient.

Flick verwies auf die vier Wechsel

in seiner Startformation, in der diesmal

einige Hauptakteureder vorherigen

drei Siege fehlten, also Thomas

Müller, Joshua Kimmich, Serge Gnabry

und David Alaba. Umso mehr

freute sich Flick, dass sich die Personalwahl

als nachrangig erwies.„Alles

ist nahtlos so weitergegangen“, sagte

der 54-Jährige,was man auch als Lob

für seine übergeordneten Veränderungen

im Spiel des FC Bayern nach

der Trennung von Niko Kovac werten

konnte.Sointerpretierte das auch Lewandowski

nach seinem Viererpack

(53., HE/60./64./67.), der eingerahmt

wurde von Leon Goretzkas erstem

Treffer in der Champions League

(14.), dem Schlusspunkt

von Corentin Tolisso (89.)

und einem durchweg dominanten

Auftritt.

„Wir spielen als Mannschaft

sehr kompakt, sehr

gut defensiv,auch offensiv“,

sagte Lewandowski und bezeichnete

Flicks Vorgabe,

nach vorne denken und

spielen zu lassen, unterfüttertvom

hohenVerteidigen,

als „gute Entscheidung“, wodurch

man „als Offensivspieler mehr zeigen

kann“. Lewandowski sagte: „Das alles

funktioniert richtig gut. Jeder Spieler

hat Spaß, gibt Gas. Egal, werspielt, wir

spielen als ganze, als eine Mannschaft,

und alle zusammen wollen

nach vornegehen.“

An Lewandowski ließ sich gut aufzeigen,

was sich alles verändert hat

Nicht zu stoppen:

Lewandowski

beim FC Bayern unter Flick. Für Tore

und manch einen Rekordwar der 31-

Jährige immer zuständig gewesen bei

den Münchnern seit seinem Wechsel

aus Dortmund 2014. Doch nun hatte

er seineTore nicht in der Rolle des Retters

einer problembeladenen Mannschaft

erzielt, die in den ersten Monaten

dieser Saison oft auf die Dienste

des Ausnahmekönners angewiesen

war.Nun war er alsVeredler und Profiteur

eines starken Kollektivs aufgetreten,

das zuvor nicht funktioniert und

vonLewandowski profitiert

hatte. Ohne die oft selbst

erarbeiteten Tore des sonderbegabten

Solisten wären

die vorherigen Krisenwochen

wohl weitaus dramatischer

ausgefallen. Nun

GETTY IMAGES/BARON

DPA/ANDREAS GORA

Ziel gesetzt:„Wir haben den Klassenerhalt

mit 36 Punkten einkalkuliert“,

verriet Kosche.

Klar ist zudem, dass sich der Klub

auf Dauer in der Bundesliga etablieren

will. Zingler dazu: „Es ist nicht

mein Ziel, am Ende des Jahres Millionen-Erträge

zu erwirtschaften. Wir

wollen kontinuierlich wachsen und

uns entwickeln.“ Denn: „Nur sportlicher

Erfolg erzeugt wirtschaftliche

Stabilität.“ Vorbilder sind dabei Vereine

wie der FSV Mainz 05, der FC

Augsburgoder der SC Freiburg. Zingler

mahnt allerdings: „Zurzeit sind

wir von der Wirtschaftlichkeit noch

nicht dazu in der Lage.Dazu müssen

wir alle Gas geben: Die Spieler auf

dem Feld und wir im Forsthaus.“

Den genannten Klubs sei man in

puncto Jahresumsatz „rund 25 Mio.

Euro entfernt“.

DerVerein plant in der laufenden

Saison mit Einnahmen in Höhe von

74,481 Millionen Euro, wovon allein

16,696 Millionen aus TV-Geldern

kommen sollen. Die Ausgaben sollen

sich auf 74,356 Millionen Euro

belaufen – das wäre ein Plus am

Ende von 125 000 Euro. 27,4 Millionen

Euro fließen in den Profi-Kader

(Trainer, Betreuer, Scouting, Transfers)

–das sind neun Millionen mehr

als imVorjahr.„Wirplanen konservativ“,

sagt Zingler.„Der Klassenerhalt

steht über allem. Dann wären wir

richtig glücklich.“ ZumVergleich: In

der Saison 2018/2019 nahm der Klub

noch 54,687 Millionen Euro ein und

gab 54,439 Millionen aus.

Mattuschka als Botschafter

Apropos Hertha: Demetablierten Rivalen

aus der Hauptstadt sitzt Union

im Nacken. Während die Blau-Weißen

37 000 Vereinsmitglieder haben,

steht Union Stand heute bei 34 681.

Auch dafür gab es natürlich Applaus.

37 Prozent der Neu-Mitglieder sind

sogar Nicht-Berliner. Zingler sagte:

„Wir haben ein rasantes Mitgliederwachstum

vorzuweisen und sogar

viele, die nicht aus dem Osten kommen.

Das freut uns sehr.“ Weitere

Zahlen, die denWachstum der Köpenicker

unterstreichen: Hatte der Verein

2018/2019 noch 278 Mitarbeiter,

sind es aktuell 306. Die Zahl der

Sponsoren ist in der Bundesliga von

407 auf 452 gestiegen, die Social-Media-Anhängerschaft

schoss von

410 000 auf 519 000 in die Höhe.

Beider Versammlung wurden zudem

verdienstvolle Mitglieder geehrt,

darunter die erste Frauenmannschaft

des Klubs, die einst vor

50 Jahren gegen den Ball trat. Unternehmer

Michael Kölmel, 65, der dem

Klub vorrund zwanzig Jahren als Investor

in schweren Zeiten half, bekam

die Ehrenmitgliedschaft, Vereinslegende

Torsten Mattuschka, 39,

wurde zum Botschafter des Klubs ernannt

und Ultra-Capo und Vorsänger

Fabian Voss erhielt die Silberne

Ehrennadel.

Zingler verdeutlichte noch mal,

dass man sich trotz des Erfolges als

Klub treu bleiben werde. Seine Kernbotschaft:„Die

Bundesliga verändert

uns nicht!“

erhält Lewandowski von

der Mannschaft jene Unterstützung,

die er ihr zuvor

hatte zukommen lassen.

„Die Qualität und die

Fähigkeit, so viele Tore zu schießen,

hat er schon sehr,sehr lange“, befand

Müller und erinnerte an Lewandowskis

Fünferpack innerhalb von8:59 Minuten

gegen den VfL Wolfsburg vom

22. September 2015. „Aber“, sagte

Müller, „wenn wir so spielen, dann

kriegt er natürlich auch vieleTorchancen.

Wenn wir den Gegner von der

ersten bis zur 90 Minuten dominieren,

haben wir viel mehr Phasen, in

den wir Chancen herausspielen können.“

Auch Goretzka deutete LewandowskisViererpack

als Qualitätsnachweis

des gesamten Teams: „Man kann

es vielleicht auch ein Stück weit als

Kompliment an die Mannschaft sehen,

weil er muss auch immer erst in

die Situationen gebracht werden.“

Nebenbei kommen alle Offensivkräfte

vermehrt zuChancen. Hauptamtlicher

Torschütze aber wird Lewandowski

wohl bleiben. Wohin das

führt? „Ich weiß nicht, was er noch für

Rekorde knacken will dieses Jahr“,

sagte Goretzka, „er scheint mir auf jeden

Fall sehr motiviertzusein.“

Die weitere gute Nachricht aus

Sicht der Bayern:Das gilt auch wieder

für alle Kollegen von Lewandowski.

Und das wiederum veranlasste Karl-

Heinz Rummenigge zu einem Sonderlob

für Flick. „Es ist eine Serie, die

langsam ungeheuerlich wird“, sagte

der Vorstandschef auf dem Bankett,

„neben den Ergebnissen ist die Spielqualität

das Wichtigste. Alle, die hier

sind, haben Spaß an dem Spiel unserer

Mannschaft.“ Mit „lieber Hansi“

sprach er Flick in seiner Lobeshymne

an, die ebenfalls eine grundlegende

Veränderung beim FC Bayern erkennen

ließ. Für Kovac hatte Rummenigge

derartige Schwärmereien nie

verwendet, eher im Gegenteil.

NACHRICHTEN

RB Leipzig im Achtelfinale

der Champions League

FUSSBALL. RB Leipzig hat mit Glück

und dank Emil Forsbergerstmals in

seiner Klubgeschichte das Achtelfinale

der Champions League erreicht.

DenSachsen genügte im vorletzten

Gruppenspiel gegen Benfica Lissabon

ein mühevolles 2:2 (0:1). Vor

38 339 Zuschauernbrachten Pizzi

(20.) und Carlos Vinicius (59.) die

Gäste in Führung, mit einem Doppelpack

in der Schlussphase erlöste

Forsberg(90./90.+6) die Leipziger.

DBB-Auswahl steht vor

großer Herausforderung

BASKETBALL. Beider letzten

Chance auf die Teilnahme an den

Olympischen Spielen in Tokio 2020

warten auf die deutsche Nationalmannschaft

anspruchsvolle Aufgaben.

DasTeam trifft im kommenden

Juni in einem vonvier Qualifikationsturnieren

auf Russland und Mexiko.Inder

zweiten Gruppe des Turniers

in Split spielen Kroatien, Tunesien

und Brasilien. Nurder Sieger des

Events qualifiziertsich für Olympia.

Doping-Opfer können bis Ende

des Jahres Antrag stellen

DOPING. Doping-Opfer des DDR-

Sports können noch bis Ende des

Jahres finanzielle Unterstützung beantragen.

Darauf weist der Thüringer

Landesbeauftragte zur Aufarbeitung

der SED-Diktatur,Peter Wurschi,

hin. Wird ein Antrag positiv beschieden,

erhält der frühereAthlet

einmalig 10 500 Euro.

ZAHLEN

Fußball

Champions League, 5. Spieltag

Gruppe A

GalatasarayIstanbul -FCBrügge 1:1 (1:0)

Real Madrid -Paris Saint-Germain 2:2 (1:0)

1. Paris Saint-Germain 5 12: 2 13

2. Real Madrid 5 11: 7 8

3. FC Brügge 5 3: 9 3

4. GalatasarayIstanbul 5 1: 9 2

Gruppe B

Tottenham -Olympiakos Piräus 4:2 (1:2)

RS Belgrad -BayernMünchen 0:6 (0:1)

1. Bayern München 5 21: 4 15

2. Tottenham Hotspur 5 17:11 10

3. Roter SternBelgrad 5 3:19 3

4. Olympiakos Piräus 5 7:14 2

Gruppe C

Manchester City -Schachtjor Donezk 1:1 (0:0)

Atalanta Bergamo -Dinamo Zagreb 2:0 (1:0)

1. Manchester City 5 12: 3 11

2. Schachtjor Donezk 5 8:10 6

3. Dinamo Zagreb 5 9: 9 5

4. Atalanta Bergamo 5 5:12 4

Gruppe D

LokomotiveMoskau -Bayer Leverkusen 0:2 (0:1)

Juventus Turin -Atlético Madrid 1:0 (1:0)

1. Juventus Turin 5 10: 4 13

2. Atlético Madrid 5 6: 5 7

3. BayerLeverkusen 5 5: 7 6

4. LokomotiveMoskau 5 4: 9 3

Gruppe E

FC Liverpool -SSC Neapel 1:1 (0:1)

KRC Genk -Red Bull Salzburg 1:4 (0:2)

1. FC Liverpool 5 11: 8 10

2. SSC Neapel 5 7: 4 9

3. Red Bull Salzburg 5 16:11 7

4. KRC Genk 5 5:16 1

Gruppe F

FC Barcelona -Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

Slavia Prag -Inter Mailand 1:3 (1:1)

1. FC Barcelona 5 7: 3 11

2. Inter Mailaind 5 9: 7 7

3. Borussia Dortmund 5 6: 7 7

4. Slavia Prag 5 3: 8 2

Gruppe G

Zenit St. Petersburg -Olympique Lyon 2:0 (1:0)

RB Leipzig -Benfica Lissabon 2:2 (0:1)

1. RB Leipzig 5 8: 6 10

2. Olympique Lyon 5 7: 6 7

3. Zenit St. Petersburg 5 7: 6 7

4. Benfica Lissabon 5 7:11 4

Gruppe H

FC Valencia -FCChelsea 2:2 (1:1)

OSC Lille -Ajax Amsterdam 0:2 (0:1)

1. Ajax Amsterdam 5 9: 8 10

2. FC Chelsea 5 8: 7 8

3. FC Valencia 5 8: 7 8

4. OSC Lille 5 3:12 1


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 – S eite 22

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Sport

Auf Tauchgang in Tottenham: Jürgen Klinsmann erfindet den Diver.

IMAGO IMAGES

Als Jürgen Klinsmann ein Brötchen erfand

Werist das, der bei Hertha BSC an diesem Sonnabend als Cheftrainer auf der Bank Platz nimmt? Ein Porträt in sechs Teilen

VonChristian Schwager

Man kann ja viel erzählen,

kann versuchen

zu erklären, werdaam

kommenden Sonnabend

im Berliner Olympiastadion

auf der Trainerbank von Hertha BSC

Platz nimmt. Werbei dem Fußballbundesligisten

jetzt erst mal sportlich

das Sagen hat. Aber entspricht

das auch der Realität? Werist Jürgen

Klinsmann wirklich? Sechs Gegenstände

und ein Faktencheck.

Weckle: Was in Berlin gefälligst

Schrippe zu heißen hat, taugt nur

bedingt als Beleg für die Behauptung,

Jürgen Klinsmann habe etwas

Anständiges gelernt. Vater Siegfried

betrieb zwar in Stuttgart-Botnang

eine Bäckerei. Auch ist von ihm das

Angebot an seinen Sohn überliefert:

„Bäcker kannst du bei mir machen,

da kannst du zum Training gehen,

wann du willst.“ Das Diplom ist angeblich

auf Wunsch einsehbar. Wie

viele Weckle aber Geselle Klinsmann

fabrizierte, ist nicht dokumentiert.

Hartnäckig hält sich die Behauptung,

er habe ein WM-Weckle erfunden,

das unter dem Namen Weltmeisterbrötchen

1990 für beinahe

ebenso viel Furore sorgte wie der Titelgewinn

damals. Der Hersteller

lobte sich und die „Mohn-Sesam-

Mischung“, die dem „Geschmack einen

interessanten Akzent“ verleihe.

DasWM-Weckle sieht nach Vollkorn

aus, ist aber nur aus Weizenmehl.

Wasdas über den Fußballprofi Klinsmann

aussagt? Aufzum Tauchgang!

Taucherbrille: Selten war sie so beliebt

wie seinerzeit in England, als

Klinsmann eine Erfindung zur Patentreife

brachte. Als der Stürmer

1994 zu Tottenham Hotspur wechselte,

ging in London die Kunde, er

sei zuvor bei Inter Mailand und dem

AS Monaco im Strafraum oft leichtfertig

gefallen und habe so Elfmeter

geschunden. Klinsmann sei ein Diver,

Taucher, Schwalbenkönig, was

die Schiedsrichter nun dazu bewogen

haben mochte, berechtigte Elfmeter

zu verwehren. DerBenachteiligte

erfand daraufhin den Torjubel

als Schwalbenflug über die Grasnarbe.Als

Klinsmann dann noch mit

einer Taucherbrille auf einer Pressekonferenz

erschien, war sein Marketingcoup

perfekt. Wasdas über den

Verkäufer Jürgen Klinsmann aussagt?

Einwenig Zahlenmystik.

Trikot: Nach dieser Episode hat Jürgen

Klinsmann noch ein paar Mal

die Brille aufgehabt, sprichwörtlich,

wobei er 1995 beim Einsteig in München

noch glimpflich davonkam. Eigentlich

hatte er die Rückennummer

9haben wollen, doch die war beim

FC Bayern durch Jean-Pierre Papin

VomWeckle lernen, heißt siegen lernen: In der Backstube der Klinsmanns.

Doppelte Neun, doppeltes Glück: Jürgen

Klinsmann im Bayern-Trikot. IMAGO IMAGES

IMAGO IMAGES

Als die Buddhas den Bayernaufs Dach

stiegen ...

IMAGO IMAGES

blockiert, Mist. Klinsmann verdoppelte

den Zahlenwert und die Einnahmen

durch Merchandising, so

ungefähr jedenfalls. Dass die Trikotnummer

18 für Rechtsaußen stehe,

ist eine Unterstellung politisch Gestriger.

Klinsmann war Mittelstürmer,

und zwar ein guter mit 110 Treffern

in 221 Bundesligaspielen. Was das

für Klinsmann bedeutet, dass sich

alle 18 JahreSonnen- und Mondfinsternis

abwechseln? EinGriff in die ...

Tonne: Die Redensart vom Griff in

ebendiese gab es schon vor1997. Der

Tritt in die Tonne dagegen könnte

Klinsmanns vierte Erfindung sein

nach dem WM-Weckle, des Fußballtauchgangs

und der 18. Unddas kam

so: Am 10. Mai1997 mühten sich die

Bayern gegen den Tabellenletzten

Freiburg 80 Minuten lang. Trainer

Trapattoni wollte mehr Torgefahr,

holte Klinsmann vom Platz, der

prompt traf, per Fuß ineine Werbetonne.

Doch er zeigte Reue: „Ich

habe mich gleich in der Kabine bei

ihm entschuldigt.“ Wasdas über die

Lieblingsorte des Jürgen Klinsmann

aussagt? EinBlick in die Umkleide.

Wand: Anders als die Tonne in München

nahm die Kabine im Dortmunder

Stadion im Juni 2006 nur verbal

Schaden. In der Halbzeit des WM-

Gruppenspiels Deutschland-Polen

hielt Teamchef Klinsmann die berühmteste

Ansprache der Fußballgeschichte.Sie

führte mutmaßlich zum

1:0-Sieg durch ein Tor von Oliver

Neuville. Kernsatz des Monologs:

„Sie stehen mit dem Rücken zur

Wand und wir knallen sie durch die

Wand hindurch.“Wasalles passieren

kann, wenn jemand durchknallt?

Zurück nach München.

Gipsfigur: DerPfad zum Nirwana besteht

in Erkenntnis und Gesinnung,

richtigem Handeln, Leben, Anstrengen,

in Achtsamkeitund Sammlung.

Darauf ist nicht Klinsmann gekommen,

sondern Buddha. Weil er sich

aber dachte, dass Anstrengen und

Achtsamkeithelfen, also Klinsmann,

nicht Buddha, hat er zum Start als

Bayern-Trainer 2008 Buddha-Figurenüberdas

Münchner Klubgelände

verteilt. An Anstrengung mangelte es

fortan nicht, aber an Sammlung, von

Torennämlich. DerFCBayernscheiterte

jeweils im Viertelfinale der

Champions League und des DFB-

Pokals. ImApril 2009 sammelte der

FC Ruhmreich allen Mutzusammen

und stellte Klinsmann frei. Wasdas

für Hertha BSC bedeutet? Abwarten.

Es wirdjagerade viel erzählt.

Christian Schwager

hat im Archiv der Berliner

Zeitung den Diver gemacht.

Pikante Personalie

Weil Jürgen Klinsmann es so will, ersetzt sein Vertrauensmann Andreas Köpke den im Klub hoch geschätzten Zsolt Petry als Torwarttrainer

VonMichael Jahn

Die kleine Gruppe der Torhüter

von Hertha BSC mit Rune Jarstein,

Thomas Kraft und Dennis

Smarsch bekommt gleich zwei neue

Vorgesetzte: den Cheftrainer Jürgen

Klinsmann und den Torwarttrainer

Andreas Köpke. Der 57-Jährige, seit

2004 Bundestorwarttrainer, löst den

UngarnZsolt Petry, 53, bei Hertha ab.

Diese Personalie ist durchaus überraschend,

da Petry, seit 2015 beim

Hauptstadtklub, als absoluter Fachmann

gilt und unter Pal Dardai und

auch unter Ante Covic viele Freiheiten

im Umgang mit den Keepernbekam.

Nun also Köpke, der gemeinsam

mit Klinsmann 1990 in Italien Weltmeister

und 1996 in England Europameister

geworden war und als

Torwart 59 Länderspiele für

Deutschland bestritt. Mit Teamchef

Klinsmann erlebte Köpke zudem bei

der WM 2006 das sogenannte Sommermärchen.

Solche Gemeinsamkeiten

verbinden natürlich. „Bis auf

Weiteres“, formulierte Klinsmann

gestern, „wird Andy für uns bei Her-

tha arbeiten.“ Vom DFB

hat Köpke eine Freigabe

bis Endes des Jahres bekommen.

Manager Michael

Preetz hatte mit

DFB-Direktor Oliver Bierhoff

gesprochen und sagte

nun: „Der DFB fand das

völlig in Ordnung.“

Warumder Ungar Petry,

einst auch Nationaltorhüter

seines Heimatlandes, ins zweite

Glied rücken muss –ersoll aber weiter

bei Hertha beschäftigt werden –

wurde gestern nicht beantwortet.

Zurück in Berlin:

Andreas Köpke.

IMAGO IMAGES

Köpke ist der absolute

Wunsch von Klinsmann

und gehörtzudessen„Stab

auf Abruf“, wie er es formulierte.

Als weltweit vernetzter

Trainer hat Jürgen

Klinsmann stets einige

wichtige Mitstreiter in der

Hinterhand, die er bei Bedarfkontaktiert.

Einwenig

pikant ist eine Episode aus

dem Jahr 2018, als Klinsmanns Sohn

Jonathan, 22, bei Hertha als Keeper

unter Vertrag stand. Petry kritisierte

den 1,92 mgroßen Torhüter einst mit

denWorten: „Ihm fehlt noch die Körpersprache.

Und das ernsthafte, das

konzentrierte, das fokussierte Herangehen.

Er ist noch ein bisschen zu

amerikanisch.“ Jonathan Klinsmann

ist derzeit beim Schweizer Erstligisten

FC St.Gallen unter Vertrag.

Andreas Köpke aber kehrt nach

vielen Jahren beruflich nun nach

Berlin zurück. Als junger Profi erlebte

er eine Zeit, in der es dem Berliner

Spitzenfußball äußerst schlecht

ging. 1983 wechselte er vonHolstein

Kiel zum damaligen Zweitligisten SC

Charlottenburg. Dort bestritt er

sämtliche 38 Saisonspiele, konnte

aber den Abstieg des Außenseiters

nicht verhindern. Danach löste er

bei Hertha BSC den Stammkeeper

Gregor Quasten ab,schaffte es in der

Zweiten Bundesliga mit dem Team

um HanneWeiner und Heikko Glöde

auf Platz 14. In der Saison 1985/86

aber stieg Köpke mit der Hertha sogar

in die Amateuroberliga ab.Dann

kehrte er Berlin den Rücken und

wechselte in die Bundesliga zum

1. FC Nürnberg. Im deutschen Fußball

ist er seitdem eine allseits anerkannte

Größe.


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 – S eite 23

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Feuilleton

The National:

Wielangespielen sie

wohl noch in Klubs?

Seite 24

„Natürlich regnet es die ganze Zeit, es ist Herbst und wird nie hell.“

Petra Kohse verspricht sich viel von dem Stück „Die Anderen“, das in der Schaubühne uraufgeführt wird Seiten 27 und 28

Musik &Talk

Wasmacht das

mit Ihnen?

Peter Uehling

hat sprachverlassene

Gebiete durchwandert

Christoph Eschenbach, der neue

Chefdirigent des Konzerthausorchesters,

ragt als einer der letzten

Vertreter der guten alten Klassikwelt

in unsere Zeit. Im Gespräch mit Daniel

Hope am Dienstagabend im

Werner-Otto-Saal des Konzerthauses

scheint es ihm darum zu gehen,

die Sache glatt hinter sich zu bringen,

also findet man im Prinzip alles

wunderbar. Manches muss zugestanden

werden, etwa dass im Kulturbetrieb

mit Autorität fahrlässig

umgegangen wird. Aber da heute

kein Dirigent mehr mit Diktator-Allüren

durchkäme, lohnt eine Vertiefung

nicht –als säße nicht ein paar

Hundert Meter weiter einer, der damit

glänzend durchkommt.

Dass Hopes Fragen –inder Regel

vom Typ: „Was macht das mit

Ihnen?“ –nicht gerade Diskussionen

provozieren, kommt hinzu.

Vermutlich landen gerade diese

Fragen, die auf das Gefühl zielen,

bei Eschenbach in einem sprachverlassenen

Gebiet.

Die traumatisierende Jugend als

Flüchtlingskind ohne Eltern, das als

einziger Überlebender in einer Typhus-Baracke

aufgefunden wird, riegelte

den jungen Eschenbach innerlich

ab, bis die Musik der Cousine

seiner Mutter –seine zweite Mutter,

wie er sagt –ihn wieder öffnete.

Eschenbach ist kein Musiker, der

eitel oder berufen genug wäre, sich in

origineller Weise zu den Dingen der

Welt zu verhalten, wie es Daniel Barenboim

in kämpferischer Weise tut

und daraus sein gesellschaftliches

Engagement ableitet. Das bleibt bei

Eschenbach auf die Arbeit mit Jugendorchesternbeschränkt.

Manmerkt, dass der Mann bei der

Arbeit möglichst nicht gestörtwerden

will. Für Eschenbach gehört das

menschliche Interesse an seinen Musikernallerdings

dazu.Viele Besucher

hat das Gespräch grundlegend über

Eschenbachs Leben informiert. Einblick

in sein Denken, in Details seiner

künstlerischen Einstellung hat er

nicht erlaubt. Dasmuss er auch nicht,

aber der Abend hätte gewonnen.

Willkommen in Berlin

Die niederländische Kulturmanagerin Hetty Berg wird neue Direktorin des Jüdischen Museums

VonHarry Nutt

In der Hollandschen Schouwburg,

einem ehemaligen Theater

in Amsterdam, das zur Zeit

der deutschen Besatzung als

Sammellager für jüdische Gefangene

diente, bevor sie in die Lager

Westerborkoder Herzogenbusch deportiertwurden,

ist derzeit eine Ausstellung

zu sehen, die sich den verschiedenen

Möglichkeiten einer

Darstellung des Holocaust widmet.

In einem kurzenFilm kommen überlebende

Zeitzeugen zu Wort, ein anderer

Teil der Ausstellung stellt den

Schrecken der Lager in Form statisch-nüchterner

Fotos vor, die

schon die Architektur der Lager als

Instrument einer Vernichtungsmaschinerie

zeigen.

Wenn die Schau „Blik op de Holocaust“

im Mai 2020 endet, hat Hetty

Berg, die Chefkuratorin des Jüdischen

Kulturviertels in Amsterdam,

zu dem neben dem Jüdischen Historischen

Museum auch das Kindermuseum,

die Portugiesische

Synagoge, das Nationale Holocaust-

Museum sowie die Gedenkstätte

Hollandsche Schouwburg gehören,

bereits eine Berliner Adresse. Vom

1. April 2020 an wird die 58-jährige

niederländische Kulturmanagerin

die Leitung des Jüdischen Museums

in Berlin übernehmen, das im Sommer

in eine handfeste Führungskrise

geraten war.

Eine Schwingung zuviel

Hetty Berg leitet ab 2020 das Jüdische Museum.

Auslöser für den Rücktritt desamtierenden

Direktors des Hauses,des Judaisten

Peter Schäfer,war dabei eine

kurze Leseempfehlung aus dem

Pressebüro des Jüdischen Museums

per Twitter, inder auf einen Text der

israelkritischen Boykottbewegung

BDS hingewiesen worden war. Der

Verdacht, dass die Absenderin der

Nachricht womöglich mit dem umstrittenen,

vom Deutschen Bundestag

als antisemitisch eingestuften

BDS sympathisiere, war vielen Kritikerndes

Museumseine Schwingung

zu viel. Der Streit um das Selbstverständnis

des Jüdischen Museums, in

dessen Verlauf sich sogar der israelische

Ministerpräsident Benjamin

Netanjahu mit einer Kritik an der

Berliner Ausstellung „Welcome to Jerusalem“

eingemischt hatte,war politisch

extrem aufgeladen. Zur Beschwichtigung

der Lage beorderte

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

schließlich den erfahrenen Museumsmannund

Politiker Christoph

Stölzl als Schlichter und Interimsleiter

in die Kreuzberger Lindenstraße.

Die Politik der ruhigen Hand

scheint geglückt, denn mit der am

Dienstag einstimmig getroffenen

JMB/YVES SUCKSDORFF

Entscheidung für Hetty Berg zeigten

sich auch jene zufrieden, die zuvor

heftig gegen das Erscheinungsbild

des Jüdischen Museumsinterveniert

hatten, allen voran Josef Schuster,

Präsident des Zentralrats der Juden,

der unter anderem die Frage aufgeworfen

hatte, obein jüdisches Museum

nicht zwingend auch voneiner

Person jüdischen Glaubens geleitet

werden müsse.

Schuster, der auch Mitglied im

Stiftungsrat des Jüdischen Museums

ist, begrüßte die Wahl am Dienstag

nun ausdrücklich. MitHetty Berg sei

eine Person gefunden worden, die

sowohl eine hohe Qualifikation als

Museumsmanagerin als auch als Kuratorin

von Ausstellungen mitbringe.

„Wir gehen davon aus, dass

sie die Tradition anspruchsvoller

Ausstellungen im Jüdischen Museum

Berlin (JMB) fortsetzen und

zugleich Empathie für die jüdische

Gemeinschaft in Deutschland und

Israel aufbringen wird“, so Schuster

in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung

Jüdische Allgemeine. Dass

nach einer ziemlich verfahrenen Situation

nun ein Neustart möglich

scheint, ist nicht zuletzt auch Kulturstaatsministerin

Monika Grütters

zuzuschreiben, der es in den letzten

Wochen gelungen ist, die Personalentscheidung

geräuschlos und überraschend

schnell voranzutreiben.

Inhaltliche Eigenständigkeit

Der kulturpolitischen Entspannungsdiplomatie

wird nun aber

auch eine inhaltliche Konsolidierung

für die attraktive Berliner Ausstellungs-

und Forschungseinrichtung

folgen müssen. Im Streit um

den Rückzug von Peter Schäfer, der

nach seiner Demission im Juni umgehend

die Rückendeckung von

zahlreichen Fachkollegen aus aller

Welt erhalten hatte,ging es nicht zuletzt

auch um die inhaltliche Eigenständigkeit

der Museumseinrichtung,

die zuletzt spürbar in das Minenfeld

politischer Interessen geraten

war. So musste sich Schäfer

insbesondere seitens der israelischen

Regierung den Vorwurf machen

lassen, im März2019 einenVertreter

des Kulturrats der Islamischen

Republik Iran empfangen zu haben.

Die Ausstellungsmacherin Hetty

Berg, die mit dem Fotografen

Frédéric Brenner liiertist,dessen Arbeiten

auch in der Sammlung des

JMB vertreten sind, wird ihre programmatische

Eigenständigkeit unter

Beweis stellen müssen, ohne sich

dabei der politischen Dynamik zu

entziehen, die die Darstellung von

Geschichte und Religion, aber auch

des Alltags des jüdischen Lebens verlangt.

NACHRICHTEN

Samuel Finzi moderiert

Berlinale-Gala

DerSchauspieler Samuel Finzi soll

durch die Eröffnungsgala der 70.

Berlinale2020 führen. Er folgt damit

der langjährigen Moderatorin Anke

Engelke.„Seine Wortgewandtheit,

sein Esprit und

seine Improvisationskunst

versprechen

einen

unterhaltsamen

Festivalstart“,

erklären die Festivalleiter

Mariette

Rissenbeek

und Carlo

Chatrian dazu

am Mittwoch.

Laut Berlinale dreht Finzi (53) derzeit

mehrereFilme und spielt

Hauptrollen am Burgtheater Wien

und am Deutschen Theater in Berlin.

DieJubiläumsausgabe

(20.2.−1.3.) ist die erste unter der

neuen Leitung. Anke Engelke war

während der Äravon Festivalchef

Dieter Kosslick die Stamm-Moderatorin

der Eröffnung. (dpa)

Bauakademie: Architekten

protestieren gegen Pronold

DPA /BRITTA PEDERSEN

Der Schauspieler

Samuel Finzi

Rund 180 Architekten, Kuratoren

und Museumsdirektoren haben gegen

die Ernennung des SPD-Politikers

Florian Pronold zum Gründungsdirektor

der Berliner Bauakademie

protestiert. DerSPD-Bundestagsabgeordnete

und

Staatssekretär im Bundesumweltministerium

besitzenicht die Qualifikationen

für das Amt, zudem habe

es dem Auswahlverfahren an Transparenz

gefehlt, heißt es in einem offenen

Brief an den zuständigen

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(CSU) und den Stiftungsrat der

Bundesstiftung Bauakademie.Zu

den Unterzeichnerngehören die Architekten

HG Merz,Christoph Ingenhoven,

Louisa Hutton, JanKleihues,Volkwin

Marg und Gesine

Weinmiller,der Präsident der Technischen

Universität Berlin, Christian

Thomsen, die KunsthistorikerinBénédicte

Savoyund der frühere

Hamburger Oberbaudirektor Jörn

Walter.Das federführende Innenministerium

äußerte sich auf Anfrage

zunächst nicht. (dpa)

UNTERM

Strich

Hundeleben

Zu Gast beim

Gelben Engel

VonCornelia Geißler

Es gibt wenige Momente im Leben, da

hätte ich lieber einen kleinen Hund.

Manchmal dehnen die Momente sich zu

Stunden, zum Beispiel beim Autofahren.

Denn Lotta steigt ungern ins Auto. Und weil

sie längere Strecken halbwegs ruhig nur auf

einem Menschenschoß erträgt, träume ich –

in die Rolle als Hundeunterlage gezwängt –

vonDackeln und Jack Russel Terriern.

Nunkann man, wenn man sowieso schon

nachdenkt, in Erwägung ziehen, dass sich

unser Hund bewusst so verhält. Oder reflexhaft.

Angeblich handeln Hunde eher instinktgetrieben.

Lotta ist noch jung. Die Jugend

kämpft, an die Zukunft denkend, gegen

benzinbetriebene Pkw. Wäre Lotta ein kleiner

Hund, würde sie andereAusdrucksmöglichkeiten

für ihren Unmut finden. Sie

könnte Übelkeit simulieren.

JüngereLebewesen sind also um die Umwelt

besorgt, ältere Autos dagegen machen

Sorgen. Vor zwei Jahren hatten wir eine

Panne,die die Familie zum Umstieg in einen

Zug nötigte. Handtaschenhunde-Besitzer

winken in solchen Fällen ein Taxi heran und

lassen sich zum Bahnhof fahren. Für unsere

Setterlabradorhündin sind wir auf eine Busstation

inWerkstattnähe oder besonders gutwillige

Taxifahrer angewiesen und müssen

im Zugnatürlich auch eine Fahrkarte kaufen.

VorzweiWochen war Lotta mit uns im Familienauto

unterwegs in Richtung Norden.

BLZ/ANJA KÜHL

Das Gefährt begann hinter dem Linumer

Bruch zu stotternund zu würgen, bis es nicht

mehr weiterwollte.

DieVertreterin der für Hilfe in diesen Fällen

zuständigen Organisation riet Menschen

und Tier, das Auto zu verlassen und, bekleidet

mit Gelbwesten, auf einen Gelben Engel

zu warten. DieHündin ließ sich zunächst auf

dem Feld-, Wald- und Wiesenstreifen hinter

der Leitplanke kaum bändigen, wollte –endlich

raus aus der Stotterkiste –große Sprünge

machen, musste aber sicherheitshalber angeleint

bleiben. Magsie das unsrige Auto als

unangenehm empfinden, wir wissen, dass

die anderen für sie viel gefährlicher sind.

Lotta nutzte die Pause schließlich für ausgiebige

Grabungsarbeiten. Offenbar hausen in

Autobahnnähe besonders viele Mäuse. Ihre

Gänge liegen jetzt offen.

Der Engel kam nach anderthalb Stunden

ohne Flügel, aber mit dem guten Willen, unser

Auto wieder in Bewegung zu setzen. Ein

Versuch zeigte allerdings, dass weder sein

Werkzeug noch seine Freundlichkeit reichten.

Menschen und Hündin und Auto konnten

nicht dortbleiben, wo sie waren, am Straßenrand

bei Kilometer 223,5. Der Gelbengel

nahm unser Auto huckepack und forderte

Menschen und Hündin auf, in seine Fahrerkabine

zu steigen.

Oh, wie habe ich mir da gewünscht, dass

Lotta klein und leicht wäre! Schon fällt es läuferisch

oder bergsteigerisch trainierten Zweibeinern

leichter als untrainierten, die hohen

Treppenstufen des ADAC-Abschleppwagens

zu erklimmen. DenHund (24 Kilo) hinaufzuhieven,

erforderte außerdem vereinte Armkraft,

gutes Zureden und hinterher eine Fusselbürste,

umdie unter Stress abgeworfenen

Haarevom Beifahrersitz zu entfernen.

Es war ein Sonntag, unser kaputtes Auto

musste auf einem Werkstatthof übernachten,

wir suchten uns ein hundefreundliches

Hotel in Neuruppin. Dort, am Ruppiner See,

kann man wunderbar spazieren gehen. Und

das macht –nichts gegen Dackel und Jack

Russel Terrier –mit einem großen Hund besonders

viel Spaß.


24 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Feuilleton

„Es sind Kräfte am Werk, die größer sind als die einer Nation“

Die amerikanische Historikerin Jill Lepore im Gespräch über ihr Standardwerk „Diese Wahrheiten“ –und über den Vergleich zwischen Nixon und Trump

Die Amerikaner stammen

von Eroberern und Eroberten

ab, von Menschen,

die als Sklaven gehalten

wurden, und von Menschen

die Sklaven hielten“, heißt es zu Beginn

des schon jetzt als Standardwerk

zur amerikanischen Geschichte

geltenden Buches „Diese

Wahrheiten“ von Jill Lepore. Wir

sprachen mit der Historikerin über

die Arbeit an ihrer über 1000 Seiten

umfassenden Gesamtdarstellung.

Frau Lepore, hatten Sie von Anfang

an die Idee, die Geschichte der USA

mit der Entdeckung Amerikas durch

Kolumbus beginnen zu lassen?

Es schien mir sinnvoll, mit Kolumbus

anzufangen bzw. mit dem

Problem eines Anfangs. Diese Frage

stellt sich einem bereits, wenn man

in den USA eine Schulklasse in amerikanischer

Geschichte unterrichtet:

Wo soll man anfangen? Man kann

mit 1776 anfangen, mit der Unabhängigkeitserklärung,

in der die Nation

entsteht. Aber dann lässt man

einen großen Teil der Geschichte außer

Acht. Ich habe mich dazu entschlossen,

mit einer Kontroverse zu

beginnen: Wiesinnvoll ist es,mit Kolumbus

anzufangen, und was

spricht dafür,was dagegen?

Eigentlich hatten Siegeplant, mit der

Inauguration von Barack Obama zu

enden. Doch dann kam alles anders.

Ich wollte es mit dem Tagder Inauguration

von Obama 2009 beschließen,

was ja ein dramatischer

Moment in der US-Geschichte war.

Ob man Obama gewählt hat oder

nicht: Es war ein Meilenstein in der

US-Geschichte und eine sehr dramatische

Inaugurationsfeier. Es

schien mir eine gute Landung meines

Projektes zu sein. Nicht auf parteipolitische

Weise, sondern als ein

Aspekt der amerikanischen Geschichte.Auch

wenn Historiker nicht

allzu gerne über die Gegenwartoder

die nahe Vergangenheit schreiben,

hätte dieses Ereignis beim Erscheinen

des Buches bereits zehn Jahre

zurückgelegen.

Die Schlacht von Williamsburg während des amerikanischen Bürgerkriegs, 1862 in Virginia. GETTY IMAGES (2)

Unddann?

Als ich über den amerikanischen

Bürgerkrieg schrieb, wurde Trump

zum Präsidenten gewählt. Diese

Wahl markierte eine weitere Wende

in der amerikanischen Geschichte.

Mir wurde klar, dass das Buch an einem

anderen Ort enden musste.

Hätte ich das Buch mit Obama abgeschlossen,

hätten mir die Leute vorgeworfen,

die mit Trump verbundene

Revolution zu ignorieren. Deshalb

hatte ich die Pflicht, es zu ändern.Wasman

oft übersieht, ist, dass

es lange Zeit braucht, um die Bedeutung

einer Wahl zu verstehen. Das

gilt ja auch für den Brexit, viele verstehen

auch drei Jahre später nicht,

was da vorgegangen ist.

Was waren die Gründe für Trumps

Erfolg?

Es ist schwierig, nur amerikanische

Gründe für dessen Wahl anzuführen,

wenn es Trump-ähnliche Figuren

in ganz Europa gibt. Es sind

Kräfte am Werk, die größer sind als

die einer Nation, um rechte,populistische

und nationalistische Politiker

in verschiedenen Teilen der Welt an

die Macht zu bringen. Diese Kräfte

erwuchsen aus der sozialen Ungleichheit,

den Fehlern der ökonomischen

Globalisierung, um das Leiden

der Menschen anzugehen, die

durch den technologischen Wandel

zurückgelassen wurden. Undsie beinhalten

ein Versagen der Ideen. Es

war ein Fehler,inden 80er-und 90er-

Jahren eine Globalisierung loszutreten,

ohne die Notwendigkeit zu sehen,

den Nationalstaat als liberale

Körperschaft zu stützen. Es hatte zur

Folge,dass die Einzigen, die über einen

Nationalstaat redeten, Nationalisten

waren. Ich denke, dass dies

den Wegfür Politiker wie Trump bereitet

hat.

Den Populismus gab es bereits am

Ende des 19. Jahrhunderts in den USA.

Wiestarkhat er Amerika verändert?

DIE AUTORIN

Jill Lepore, 1966 in West Boylston, Massachusetts, geboren, lehrtGeschichte an der Harvard

University.InIhrem Buch „Diese Wahrheiten“ erzählt Lepore die Geschichte der USA vonihren

Anfängen bis zur heutigen Weltmacht in der Krise. Es ist 2019 im C.H. Beck Verlag erschienen.

Ausdem Englischen vonWerner Roller,1120 Seiten, 39,95 Euro

DerPopulismus trat am Ende des

19. Jahrhundert inden USA auf und

ging nie wieder. Zunächst war es ein

Populismus der Linken –kein Sozialismus,

er hatte aber große Verwandtschaft

zu ihm. Als der Sozialismus

in Europa auftrat, trat zur selben

Zeit ein linker Populismus in

den USA auf. Er vereinte Lohnarbeiter

und Farmer und schloss eine Kritik

an Konzernen und Finanzoligarchien

und an der wachsenden Monopolisierung

der Wirtschaft ein.

DerWeg, der zum Verschwinden des

Populismus führte, war der, dass

fortschrittliche Reformer im frühen

20. Jahrhundert, von 1890ern bis zu

den 1930er-Jahren, mit dem New

Deal von Franklin D. Roosevelt, die

Klagen und Beschwerden der Arbeiter

und Farmer ernst nahmen. Diese

Fortschrittlichen starteten eine

Reihe von Reformen. Nun wurden

Konzerne stärker reguliert, sodass

die starke Ungleichheit beim Einkommen

abnahm. Daswar in dieser

Ärawirklich erfolgreich.

Undheute?

Der Populismus der Linken hat

sich in einen Populismus der Rechten

verwandelt. Die Kritik konzentriert

sich nun nicht mehr auf die

Konzerne, sondern auf die Regierung

selbst. Es scheint dieselbe Art

vonLeuten zu sein, die den Populismus

unterstützen und unter ähnlichen

Dingen leiden wie geringem

Einkommen und Arbeitslosigkeit,

aber sie geben der Regierung die

Schuld dafür. Auch Progressive haben

es versäumt, Maßnahmen zu ergreifen,

die gegenüber den negativen

Entwicklungen Abhilfe hätten

schaffen könnten.

Auch RichardNixon sah sich, wie vermutlich

jetzt Trump,einem Amtsenthebungsverfahren

gegenüber. Gibt es

zwischen beiden Ähnlichkeiten?

Eigentlich nicht. Nixon war extrem

clever.Und er kannte sich in der

Außenpolitik bestens aus. Als die

Watergate-Untersuchungen 1974

begannen, behaupteten die Republikaner,

dass viele US-Präsidenten

schlimme Dinge getan hätten, bei

Nixon seien sie durch die Tonbandaufnahmen

eben nur rausgekommen.

Die Demokraten erwiderten:

Das können wir rausfinden. Daraufhin

setzten sich über den Sommer

1974 viele Historiker zusammen und

erstellten eine Liste der US-Präsidenten,

die sich eines vorsätzlichen

Fehlverhaltens schuldig gemacht

hatten. Heraus kam eine faszinierende

Untersuchung. Ich habe alle

noch lebenden beteiligten Historiker

angerufen und sie gefragt, wie sie das

sehen, weswegen Trump angeklagt

wird und wofür Nixon angeklagt

wurde. Das war noch vor den Enthüllungen

in der Ukraine-Affäre. Alle

haben gelacht, als ich sie das fragte.

DerVergleich mit Nixonsei idiotisch.

Nixon hatte ein Rechtsbewusstsein,

auch in dem Moment, als er das

Recht brach. Sein Rücktritt war eine

Folge des Bewusstseins,dass die Demokratie

durch Gesetzefunktioniert

und die Amerikaner ihreGesetzeakzeptierten.

Ihr Buch trägt den Titel „Diese Wahrheiten“

und darunter sind politische

Gleichheit, naturgegebene Rechte

und Volkssouveränität zu verstehen.

Gelten die Rechte auch heute noch

universell oder nur relativ für uns?

Diese Rechte beruhen auf Ansprüchen,

die eine Universalität

beanspruchen. Ichhabe das als Titel

des Buches gewählt, um an die

Ambition des Gedankens zu erinnern.

Wir sehen, welche Rolle sie

in der Geschichte der Welt gespielt

haben, etwa bei der Verkündung

der Menschenrechte 1948 durch

die Vereinten Nationen. Nun sind

wir in eine Phase eingetreten, in

der einige sagen, dass es eine Art

des Imperialismus sei, diese Universalität

der Rechte einzufordern.

Doch diese Debatte ist

nichts weiter als eine ziemlich verlogene

Diskussion.

DasGespräch führte Michael Hesse.

Nächster Halt Stadion

The National mit Frontmann Matt Berninger spielten in der Columbiahalle und erfreuen sich wachsender und inniger Gefolgschaft

VonMarkus Schneider

In einem berühmten Aufsatz erklärte

der amerikanische Kulturwissenschaftler

Fredric Jameson

einst die Herzbindung in der Popmusik

als eine Art Bewusstseinsecho:

Durch Wiederholung flechte

sich ein Song „unmerklich in den

existenziellen Stoff des eigenen Lebens,weshalb

wir genau genommen

uns selbst und den vergangenen

Hörmomenten zuhören“. Die Liebe

zu einem jeweiligen Song hängt also

ebenso sehr an unserer Vertrautheit

mit ihm wie am Stück selbst.

Wichtigkeit vonLiebesliedern

Mit den Worten „Alles ist vergeben/

die Schwäne schwimmen wieder/

und ich werd es den anderen Geeks

erklären“, beendeten am Dienstag

The National ihren diesjährigen Auftritt

in Berlin, den ersten von zwei

ausverkauften in der Columbiahalle.

Dasheißt, die eigentliche Arbeit kam

vom Publikum: Seit 2010 bringt die

Band diesen Titel −„Vanderlyle Crybaby

Geeks“ −zum Schluss, spielt

aber nur mit akustischen Gitarren

und ein paar Schellen mit, während

das Publikum singt. Leidenschaftlich,

text- und melodiesicher vergeben

sich die dreieinhalbtausend

Leute dafür, dass sie das Konzert

über Matt Berninger ins Gejammer

über Beziehungen gefolgt sind und

sich ihm hingegeben haben. Das ist

okay und läutert, so das ungefähre

Resümee des Songs und Abends,

und am Ende richtet sich schon alles

wieder.

Die innige Gefolgschaft, die sich

auch im argvollgepackten Saal zeigt,

verwundert zunächst. The National

spielen einen für sich ziemlich wohltemperierten

Indierock, Berningers

mittlerer Bariton ist keine große

Stimme, und die Bandmitglieder sehen

selbst aus wie die Geeks, denen

man die Wichtigkeit von Liebesliedernerklären

muss.

Siekennen sich seit der Jugend in

Cincinatti, Ohio.Als Band fanden sie

sich 1999 in Brooklyn. Die Rhythmusgruppe

bilden die Brüder Devendorf,

Bryan an den Drums, Scott

am Bass; die Kompositionsarbeit

Matt Berninger entfaltet erstaunliches Charisma.

kommt wesentlich von den etwas

zauseligen, hochbegabten Dessner-

Zwillingen Aaron und Bryce, Multiinstrumentalisten,

die in der Freizeit

auch Festivals kuratieren, im Museum

of Modern Art auftreten oder

ein monumentales Grateful-Dead-

Tribute ausrichten. Im Trophäenregal

von Bryce steht ein Grammy für

seine Kammermusik neben der

Bandauszeichnung für das vorletzte

Album „Sleep Well Beast“ von2017.

ROLAND OWSNITZKI

Selten wirdman vonSongs direkt

angesprungen; aber wie der eine

oder andere gescheiterte Versuch

mitzuklatschen unterstreicht, sind

sie auf raffinierte und effektvolle

Weise dynamisiert und arrangiert.

Oft bemerkt man den Druck und das

gleichsam innere Tempo der Stücke

gar nicht, weil die Dessners geschickt

die melodischen Bögen weiten,

und auch in den eher balladischen

Stücken jede Menge im

Dickicht der Instrumente passiert.

Mit gutem Grund stehen auf der

Bühne zehn Leute, ein zweiter

Drummer,zweiBläser,die auch Synthiesounds

können, sowie zwei Sängerinnen

als helles Gewicht gegen

Berningers dunklen Ton.

Dehnung und Erschöpfung

So sehr die Band als Band funktioniert,

so selbstverständlich steht Berninger

im Zentrum. Mit der Aura eines

sacht vernachlässigten Literaturdozenten,

die Brille dick gerahmt, die

Bewegungen eher latschend und

schlenkernd, entfaltet der 48-Jährige

ein erstaunliches Charisma. Er wirkt

zunächst etwas distanziert, plaudert

lakonisch über gefährliche Tequilamischungen

oder lobt die Leute dafür,dass

sie sich in der klaustrophobischen

Umgebung nicht prügeln.

Aber er mischt sich munter ins Publikum

und läuft einmal sogar singend

über den Tresen der langen Bar

am Hallenrand, wobei er den 1,90

großen Körper mehr oder weniger

zusammenklappen muss. Seine eher

schwere Körpersprache dehnt, ähnlich

wie die Arrangements,die dichte

Dynamik, aber die Spannung hinter

der Beiläufigkeit erkennt man, wenn

ihm in der Zugabe bei „Mr. November“

die Stimme schließlich erschöpft

ausgeht.

„Wir haben lange gebraucht“,

sagte er vorzweiJahren im Interview,

„um zu lernen, wie man kleine Songs

auf große Weise spielt.“ 24 davon

bringen sie im Konzert unter, knapp

die Hälfte vom aktuellen achten Album„I’mEasy

to Find“.Vielleicht ein

paar zu viel, aber es überrascht dann

doch, wie hoch die Zahl der Indiehymnen

aus den letzten 14 Jahren

ausfällt. Technisch erinnert das natürlich

an Bands wie Radiohead oder

Arcade Fire. Nächster Halt Stadion,

sollte man meinen. Aber jedes Mal,

wenn Berninger beim kleinen Publikumsbummel

einer schiefen

Stimme das Mikro zum Singen hinhält,

spürt man wie nah sich die

Leute den Stücken fühlen und fühlen

wollen. Und wie sehr Berninger

nicht nur seine Musik, sondernauch

sich selbst in diese zwei schönen Hörerstunden

verhakt.


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 25

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Feuilleton

Kinder von

heute als

Erwachsene

Der halb dokumentarische

Film „Als ich mal groß war“

VonCornelia Geißler

Die Idee ist bestechend: Drei Kinder

erzählen in die Kamera, wie

sie sich selbst in der Zukunft sehen,

parallel dazu spielen drei Schauspieler

das vor. Die Filmemacher Lilly

Engel und Philipp Fleischmann haben

Lucas und Marius aus Berlin sowie

Renée aus Stuttgart 2014, 2015

und Anfang 2019 befragt. Constantin

von Jascheroff, Sebastian Schwarz

und Isabell Polak schlüpften in deren

Rollen im Erwachsenenalter.„Als ich

mal groß war“ erzählt also von den

Perspektiven aufs Leben, von Kindheit

und Erwachsensein und über

Freundschaft. Es ist ein Hybrid aus

Dokumentar- und Spielfilm. Man

lernt einiges beim Zuschauen.

DieUmsetzung der schönen Idee

krankt allerdings an verschiedenen

Problemen. Lucas und Marius sind

neun und zehn Jahre alt, als sie zum

ersten Malbefragt werden: zwei lebhafte

Jungs,die einen großen Teil ihrer

Freizeit bei der Jugendfeuerwehr

verbringen. Natürlich wollen sie

Feuerwehrmänner werden. Sie machen

Späße, während sie von ihrer

Zukunft sprechen, doch sie als (mögliche)

Erwachsene als tollpatschige

Retter zu zeigen, denunziert ihren

Anspruch, einmal für andere Menschen

da zu sein. Erstaunlich kleinkariert

erscheint das Frauenbild der

Jungs. Sie plappern daher, Frauen

seien fürs Kinderkriegen nötig, erwarten

Geld von ihnen, aber vielleicht

könne man sie loswerden, sobald

man die Kinder habe.

Ich geh zur Feuerwehr! (Sebastian Schwarz,

Constantin von Jascheroff, v.l.) PANDORA FILM

Renée aber sieht sich in zwanzig

Jahren als Modedesignerin, die dazu

noch einen Blumenladen hat. In der

Spielszene erscheint sie als Karikatur

in Glitzerkleid und Pumps. Rührend

wirkt die Zuneigung zwischen Lucas

und Renée in klein, heiraten wollen

sie.Sie hatten sich vorJahren im Urlaub

kennengelernt, die Eltern sorgen

dafür, dass sie sich regelmäßig

treffen können, mal in Stuttgart, mal

in Berlin. Eltern tauchen angenehmerweise

im Film gar nicht auf.

Der Sprung in die Pubertät wirft

alle Zukunftsbilder über den Haufen.

Die nun 13-, 14-jährigen Kinder

sind eingebunden in einen strengen

Schul- und Freizeitrhythmus. Die

Freundschaften sind eingeschlafen.

Lucas rudert und will Atomphysiker

werden. Marius,immer noch bei der

Feuerwehr, sieht neben ihm wie ein

Verlierer aus. Renée wirkt abgeklärt.

Allein die Spielszenen behalten den

komödiantischen Stil. So erscheinen

die Aussagen der kindlichen Protagonisten

über Liebe und Heldentum

rückblickend recht putzig –was

nicht für die Perspektive der Filmemacher

spricht.

Die Neun- und Zehnjährigen

träumen beim Spiel mit Legosteinen

von einem funktionierenden Flughafen

BER, fünf Jahre später ist der

immer noch ein Problemfall. Wasfür

ein Witz aus der Erwachsenenwelt.

Alsich mal groß war. Deutschland2019.

Regie und Buch: LillyEngel,Philipp Fleischmann;

Kamera: PeterNix; Darsteller:Constantinvon

Jascheroff, Isabell Polak,Sebastian Schwarz;

85 Minuten, Farbe, FSK ab 6

Küssen fast, schlagen fest: Willem Dafoe (l.) als Thomas Wake und RobertPattinson als Ephraim Winslow

Wenn der Wahnsinn einsickert

Robert Eggers’ klaustrophobischer Thriller „Der Leuchtturm“ mit Willem Dafoe und Robert Pattinson

VonKarsten Munt

Eine einäugige Möwe ist der

einzige Besucher, den die

Leuchtturmwärter Thomas

Wake (Willem Dafoe) und

Ephraim Winslow(RobertPattinson)

zu Gesicht bekommen werden. Auf

der namenlosen felsigen Insel sind

sie nur mit den Naturgewalten und

sich selbst konfrontiert. Ein klassisches

Horrorfilm-Szenario, das sich

besonders in Independent-Produktionen

großer Beliebtheit erfreut.

Gefeierte Filme wie „Midsommar“,

„It Comes at Night“, „Green Room“

und Robert Eggers’ Spielfilmdebüt

„TheWitch“ finden den Schrecken in

der Zurückgezogenheit.

War esinEggers beeindruckendem

Erstling noch eine Puritaner-

Familie,die sich in der selbst gewählten

Einsamkeit mit einem okkulten

Grauen konfrontiert sah, entfernen

sich die Protagonisten seines zweiten

Films noch weiter von den

Schutzräumen der Zivilisation. Den

alten Volksglauben um Dämonen

und Hexen aus „The Witch“ setzt der

Regisseur als Amalgam aus Seemannsgarn

und Prometheussage

fort. Den abgelegenen Hof ersetzt

ein Leuchtturm. Ein Monolith der

Isolation und damit der perfekte Ort,

um verrückt zu werden.

Eben das beschreibt im Grunde

die gesamte Handlung des Films:

Zwei Männer verlieren in der Abgeschiedenheit

den Verstand. Für zwei

Wochen sollen sie den Leuchtturm

beziehen. Wake wird das Licht und

damit die einzige Verbindung zur

Außenwelt hüten, Winslow wird die

Böden schrubben, das Trinkwasser

der Zisterne austauschen und das Öl,

das das Leuchtfeuer nährt, die Wendeltreppe

hinauftragen.

Pfeife und Schiffermütze

Die historischen Details trägt der

Film dabei ebenso mit Stolz vor sich

her wie die unzähligen aus Mythen,

Sagen und Seefahrergeschichten entlehnten

Motive. Peacoat, Pfeife, und

Schiffermützesitzen so perfekt wie jedes

Wort der biblisch-nautischen

Sprache,die direkt vonHerman Melville

zu stammen scheint und Eggers

sowohl der historischenVerortung als

auch derVerfremdung dient.

Wenn Willem Dafoe als Wake mit

seinem Reibeisen-Bariton in einer

Mischung aus Lyrik, Vulgarität und

Essensresten Kommandos ausspuckt,

gerät das fragile Miteinander,

das ohnehin nur in einer klaren zeitlichen

Begrenzung denkbar scheint,

jedes Malerneut insWanken.

Undtatsächlich erreicht nach Ablauf

der geplanten Dienstzeit statt

des Schiffs,das die Ablösung bringen

soll, nur der Wahnsinn die Insel.

Trotz der spürbaren Feindseligkeit,

die jederzeit droht, das auf einer brüchigen

Hierarchie basierende Verhältnis

beider Männer in Mord und

Totschlag zu eskalieren, schafft es

der Film, den Wahnsinn fast unbemerkt

einzuschleichen. Denn nicht

die Diskrepanz zwischen Kommandierendem

und Kommandiertem

löst letztlich den Wahnsinn aus,sondern

die Zeit, auf die plötzlich kein

Verlass mehr ist, die plötzlich keine

Sicherheit mehr gibt.

Wie lange warten beide schon auf

besagtes Schiff? Das wievielte Mal

streiten sie schon über Kleinigkeiten?

Wird überhaupt jemals ein Schiff

kommen, um sie zu holen? Mit der

Ungewissheit macht sich ein Leuchtturmkoller

breit: Eine kleine Meinungsverschiedenheit

reicht, damit

der Zorn Neptuns in einer vorPathos

explodierendenWutrede beschworen

wird. Statt Schnaps saufen beide nun

Lampenöl und der Tanz zu einem

Shanty endet fast in einem Kuss,dann

aber doch in einer Schlägerei.

Mit dem Eintritt des Wahnsinns

zieht Eggers die Schrauben an –

nicht über wenige Minuten eines

großen Finales, sondern über mehr

als die Hälfte der Laufzeit des Films.

Stetig, unumgänglich und doch nie

vorhersehbar steigern sich die Exzesse

der Männer, mischen sich die

Albtraumbilder aus Seemannsgeschichten

und Mythen und werden

mit dem perfekt getakteten, unaufhörlichen

Dröhnen des Nebelshorns

Nachher ist man immer klüger

bis zur Unerträglichkeit gesteigert.

DieKontrolle,die Eggers und der Kameramann

Jarin Blaschke über jeden

Frame des fast quadratischen

Schwarz-Weiß-Bildes ausüben, ist

auch in ihrer zweiten Zusammenarbeit

zweifelsohne beeindruckend.

Leider kommt die zunehmend symbolische

Überhöhung, mit der die

groteske Schönheit des Deliriums

präsentiertwird, nicht über eine unmittelbare,

immer im Moment verhaftete

Wirkung hinaus. Der Fiebertraum,

in dem sich Leuchtfeuerwärter

zu Titanen erheben, um das Licht

in dieWelt zu bringen, kann in seiner

Flüchtigkeit den Eindruck der Nummernrevue

nie ganz ablegen.

Möwenfutter

Vielleicht ist gerade die Prometheussage,

die Eggers als wichtigstes Leitmotiv

dient, auch am ehesten geeignet,

um den Mangel seines Films zu

verdeutlichen. Erzählen die antiken

Epen noch von einem Titanen, der

sich opfert, um der Menschheit das

Feuer zu bringen, bleibt in Eggers’

Film nur noch das Bild einer einäugigen

Möwe, die die Eingeweide eines

Mannes verschlingt.

DerLeuchtturm USA, Kanada2019.Regie:RobertEggers;Buch:

Eggers, MaxEggers; Darsteller:

Willem Dafoe, Robert Pattinson,Valeriia Karaman

u.a., 109Min. Schwarz-Weiß. FSK: 16

Weitere Rezensionen im Kulturkalender

Parzinger und Grütters setzen falsche Prioritäten und reagieren populistisch auf den Diebstahl im Grünen Gewölbe

VonNikolaus Bernau

Erst einmal das Offensichtliche,

auch wenn es manchen Blitz-Leserbriefschreibern

und Politikern

schwer fällt einzugestehen: Absolute

Sicherheit gibt es nicht. Auch nicht

in den seit dem 17. Jahrhundert tresorartig

ausgebauten Räumen des

Grünen Gewölbes im Dresdner

Schloss.Wenn wie am Montag energische

Diebe kommen, die ohne jede

Rififi-Raffinesse mit Trennschleifer,

Axt, Feuerlöscher und geradezu beleidigender

Brutalität zuschlagen,

kann man nur versuchen, für den

nächsten Fall zu lernen.

Trauma-Arbeit

Der Präsident der Stiftung Preußischer

Kulturbesitz, Hermann Parzinger

fordert deswegen eine Taskforce

aus Bundes- und Landeskriminalämtern

sowie Sicherheitsfachleuten der

Museen. Ihm hängt immer noch das

Diebstahltrauma der zwar scheußlichen,

aber wertvollen Goldmünze

aus dem Bode-Museum an.

Die Taskforce solle nun beraten,

wie man darauf reagiert, dass aus

Parzingers Perspektive immer öfter

nicht mehr der Kunstwert der gestohlenen

Objekte das Ziel von Dieben

sei, sondern nur noch ihr Materialwert.

Auch Kulturstaatsministerin

Monika Grütters (CDU) fordert

eine neue Expertenkommission, um

Sicherheit und Öffentlichkeit in den

Museen zu vereinbaren. Es handele

sich, so Grütters, um „Milliardenwerte“,

die zu schützen seien.

Diese Reaktionen grenzen an Populismus.

Dass Juwelendiebe brutal

zuschlagen können, wissen seit Jahrzehnten

alle Schmuckhändler.

Ebenfalls ist seit langem bekannt:

Die Diebstahlsicherheit in Museen,

Bibliotheken und Archiven hängt

wesentlich von auskömmlichen Betriebsetats

ab. Gerade die aber werden

in Deutschland immer wieder

gekürzt. Monika Grütters etwa ist

zwar ganz groß darin, immense Baugelder

zu verteilen – Museum der

Moderne, Humboldt-Forum, neue

Depots in Berlin, das Hafenmuseum

in Hamburg, um nur einige Beispiele

zu nennen. Aber Gelder für den Betrieb

all dieser Flächen und damit

auch ihreSicherung zu organisieren,

fehlen oft: Selbst die mit Neubaugeldern

gehätschelte Preußen-Stiftung

muss ihren Betrieb und damit ihre

Sicherheit bis heute faktisch mit

dem Etat von 1996 finanzieren, der

nur durch zeitlich begrenzte Zuschüsse

aufgestockt wurde.

Diskrete Diebe

Vorallem aber haben viele kleinere

und mittelgroße Institutionen tatsächlich

vollkommen veraltete Sicherheitsanlagen

und -konzepte,

auch kein Geld, um sie zu modernisieren.

Oft sind die Bestände nicht

einmal angemessen katalogisiert,

ein Diebstahl fällt also gar nicht so

schnell auf. Museums-, Bibliothe-

DPA/UNIVERSAL/A24FILMS

ken- und Archivverbände weisen seit

Jahren auf diese Lage hin. Der Bund

hilft nur im Fall „nationaler Leuchttürme“,

die Länder verweisen auf die

Kommunen, und die finanzieren lieber

Spielplätze oder auch mal ein

Ausstellungsevent. Neue Sicherungsanlagen

sind zwar teuer, aber

man kann sie kaum stolz vorführen.

Beiallem wirdübersehen: Ausder

Perspektive einer Diebstahl-Ökonomie

war der Einbruch in Dresden

eher ineffizient. Der Aufwand und

die Gefahr, erwischt zu werden, stehen

in keiner Relation zum möglichen

Gewinn: Die barock geschliffenen

Juwelen lassen sich nur schlecht

verkaufen. Dasdiskrete Plünderneines

Lagers in einem Stadtmuseum,

das Herausschneiden vonkostbaren

Illustrationen aus alten Büchern, der

Diebstahl unkatalogisierter Grafiken

bringt da viel mehr ein. Undsoetwas

geschieht nach Angaben der Fachleute

tagtäglich, im Unterschied zu

spektakulären Einbrüchen.

NACHRICHTEN

Thriller „Auf der Flucht“ wird

neu verfilmt

Derüber 25 Jahrealte Hit-Thriller

„Auf der Flucht“ mit Harrison Ford

als gejagter Mordverdächtiger soll

neu aufgelegt werden. DasStudio

Warner Bros.hat den US-Regisseur

AlbertHughes (47) für das Projekt an

Bord geholt, wie Branchenblätter berichteten.

Brian Tucker („Broken

City“) liefertdas Skript. Über die Rollenbesetzung

wurde zunächst nichts

bekannt. „Auf der Flucht“ (1993) basierte

auf der gleichnamigen beliebten

TV-Serie aus den 60er-Jahren.

DerKrimi-Spielfilm drehte sich um

den flüchtigen Arzt Dr.Kimble (Harrison

Ford), der des Mordes an seiner

Frau beschuldigt wirdund nun den

wahren Täter sucht. Dabei wirder

vondem gnadenlosen Marshal Gerard

(Tommy Lee Jones) gejagt. (dpa)

ARD-Vorsitzender geht von

weiterem Sparkursaus

DieARD wirdaus Sicht ihres Vorsitzenden

Ulrich Wilhelm mit Blick auf

den künftigen Rundfunkbeitrag weiter

sparen müssen. Unlängst hatte

die Kommission zur Ermittlung des

Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten

(KEF) in einem Entwurfeine Anhebung

proHaushalt vonderzeit

17,50 Euro auf 18,36 Euro monatlich

vorgeschlagen −die endgültige

Empfehlung folgt Anfang 2020. Wilhelm

sagte am Mittwoch in München

auf die Frage,wie er zu dem

vorgeschlagenen Betrag stehe: „Wir

werden auch bei Verwirklichung einer

solchen moderaten Erhöhung

weiterhin einen deutlichen Sparkurs

in der ARD fahren müssen.“ (dpa)

Gerettet aus dem Salzstock:

Kinemathek zeigt Plakate

Während des Zweiten Weltkriegs

wurden sie in einem Bergwerk eingelagert,

nun sind sie wieder zu sehen:

Filmplakate aus den Anfängen der

Kinogeschichte.Die Deutsche Kinemathek

in Berlin zeigt sie in der Ausstellung

„Brandspuren. Filmplakate

aus dem Salzstock“. Motivemit

Greta Garbo und Camilla Horn zum

Beispiel. DiePlakate stammen aus

dem Reichsfilmarchiv der Nationalsozialisten.

EinFeuer beschädigte

die Sammlung 1945. Erst 1986 werden

etliche Plakate aus dem Bergwerk

geholt. Experten der Kinemathek

haben nun rund 70 Plakate restauriert.

Etwa 20 davon sind ab diesem

Donnerstag ausgestellt. (dpa)

Restauriertes Plakat zu dem Film „Was wissen

denn Männer!“ (1933) DPA /BRITTA PEDERSEN

TOP 10

Dienstag,26. November

1 Ina.Freundschaft ARD 5,05 16 %

2 Tierärztin Dr.M. ARD 4,71 15 %

3 Tagesschau ARD 4,40 15 %

4 Rosenheim-Cops ZDF 4,20 15 %

5 heute ZDF 4,19 17 %

6 SokoHamburg ZDF 3,76 17 %

7 Wer weiß denn ...? ARD 3,56 17 %

8 RTL aktuell RTL 3,48 14 %

9 heute-journal ZDF 3,39 12 %

10 Rosenheim-Cops ZDF 3,03 24 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


26 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

BÜHNE

Ballhaus Ost (✆ 44 03 91 68)

20.00: Giraffen und Schakale (Das Helmi &Gäste)

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Fisch zu viert

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

19.30: Akte/NSU

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

20.00: Hekabe –ImHerzen der Finsternis

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00: Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht

HAU3(✆25 90 04 27)

20.00: Alles ist Material /20Jahre„Postdramatisches

Theater“: Dancing About (Gob Squad)

Komödie am Kurfürstendamm im SchillerTheater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Skylight

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: Ein Bericht für eine Akademie

20.30 Studio: Oder:Duverdienst deinen Krieg (Eight

Soldiers Moonsick)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Dernackte Wahnsinn

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: Die Anderen

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ruhe!Wir drehen!

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.00: Die Zauberflöte

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.00 3. Stock: Grillade Grande 666 (P 14

Jugendtheater)

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Wintér (Vladimir Korneev&Band)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Weihnachtssterne in der Oper (The Cast)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: ImproBerlin goes X-mad: DasMusical

20.00: Weltretten für Anfänger

Anzeige

Wechselnde Bestetzung

KALENDER

MIT CHRISTMAS-SPECIAL

AB 27.11.2019

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Neues aus QualityLand (Marc-UweKling)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia!

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: Ausrasten! Für Anfänger (Kaya Yanar)

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 Varieté Salon: ZuKunst (Ulan &Bator)

Urania (✆ 218 90 91)

20.00 Kleist-Saal: Sternstunde (Konrad Beikircher)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Voll Fett (Jürgen vonder Lippe)

KLASSIK

Berliner Dom (✆ 20 26 91 36)

20.00: Neue Philharmonie, Karl-Forster-Chor Berlin,

Berliner Oratorien-Chor,Solist*innen: Netta Or,Ema

Nikolovska, Adam Kutnyu.a., Ltg.Howard Griffiths,

Beethoven: Die Neunte, L. v. Beethoven: 9. Sinfonie

Blackmore’sMusic Lounge (✆ 89 73 48 65)

20.00: Celloabend mit David Geringas &Jascha

Nemtsov

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

21.00 Foyer: Ensemblesolist*innen und Musiker*innen

des Orchesters derDeutschen Oper Berlin, Opera

Lounge: All is bright

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

19.00: Susanne Eisenkolb,Manfred Eisner,

Ute-Francina Kannenberg,Antje Rietz, Collegium

tschechischerPhilharmoniker u. a., Ltg.Dusan-Robert

Parisek, „Die geschenkte Stadt“ –eine musikalisch-literarische

Veranstaltung,imGedenken an den ersten

Transportnach Theresienstadt am 24.November 1941

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.

Christoph Eschenbach, Víkingur Ólafsson (Klavier),

Edvard Grieg: Konzertfür Klavier und Orchester a-Moll

op. 16; Johannes Brahms: Sinfonie Nr.1c-Moll

20.00 Kl. Saal: Ensemble PAN, Ltg.Jee-hwan Kim,

Festival für koreanische Neue Musik

TICKETS &GUTSCHEINE: 030 6831 6831

ESTREL SHOWTHEATER · STARS-IN-CONCERT.DE

Podiumsdiskussion

Nur Mut,

kleiner

Mensch!

Über die Geburt als existenzielle

Erfahrung und

medizinischer Fall sprechen

die Professorin für Hebammenkunde

Sabine Dörpinghaus

und die anthropologische

Philosophin Olivia Mitscherlich

in der Katholischen

Akademie. Essollte für jeden,

der schon mal eine Geburt erlebt

hat − und wer hat das

nicht? −ein Thema sein. Mancher

Quark-im-Schaufenster-

Kandidat, der das Erlebnis

noch vor sich hat, wird esals

barbarische Zumutung empfinden,

auch in modernen Zeiten

auf eine Weise zur Welt zu

kommen, die mit Schmerzen,

Vertrauen in die blinde Natur

und Kontrollverlust verbunden

ist. Möglicherweise sind

diese nur transzendierend zu

meisternden Umständlichkeiten

aber eine Voraussetzung

für ein glückliches Leben mit

Liebe und dem Gefühl von

Sinn. Ulrich Seidler

Podiumsdiskussion 19 Uhr Katholische

Akademie, HannoverscheStr.5,Anmeldung:

katholische-akademie-berlin.de

Im Hotel Zum Alten Kontinent

ist der Fremde nicht einfach

so willkommen –Anne-Cécile

Vandalems „Die Anderen“

an der Schaubühne

ARNO DECLAIR

Die belgische Theatermacherin

Anne-Cécile Vandalem

liebt Geschichten.

Richtige Geschichten,

große Geschichten, düstere Geschichten,

seltsame Geschichten.

Geschichten, die das Leben schreiben

könnte, wenn es einmal alle

Contenance dahingäbe und sich voller

Neugier ins Abseitige hineinfallen

lassen würde.Geschichten, in denen

es nur Protagonisten gibt und in denen

jeder seinen eigenen Wegdurch

den Nebel finden muss.

„Theatermacherin“ bedeutet,

dass Vandalem, die 1979 in Lüttich

geboren wurde, ihre Szenarien

selbst schreibt, Regie führt und

auch mitspielt. 2008 gründete sie

die Gruppe „Das Fräulein (Kompanie)“,

was nicht nur als Titel und

Schreibweise lustig und seltsam ist

und mit ihrer eigenen Rolle in der,

jawohl ,noch immer und auch in

Belgien männlich dominierten

Theaterwelt spielt, sondern – im

Rückblick gesehen –schon nahelegt,

dass es ihr ebenso um Wunder

wie um Versponnenes geht.

Mit zweien ihrer Stücke, „Arctique“

(2018) und„Tristesses“ (2016),

PetraKohse

magTheater,das die Welt nicht

abzubilden versucht, sondernihr etwas

hinzuerzählt oder etwas aus ihr

herauserzählt, das anderswo und

andernfalls niemals sichtbar würde.

gastierte Vandalem jeweils beim

F.I.N.D. Festival der Schaubühne. In

beiden ging es um von der Restwelt

abgeschlossene Kleinstgesellschaften,

in denen sich Unheimliches

vollzog, dem sich die Schauspieler

als Figuren, aber auch als Spieler

stellen mussten.

Denn Vandalems Theater ist

nicht nur so schauerromantisch

und ausstattungsversessen wie die

immersiven Installationen von

Signa, sondernverhandelt seine eigene

Performativität zuweilen

auch so postmodern und videogestützt

wie Milo Rau (um ein Kollegenbeispiel

aus ihrer räumlichen

Nähe zu nehmen). Und wie sie ihre

Individuen zuweilen als Kollektive

bewegt, ist vielleicht an dem belgischen

Choreografen Alain Platel

geschult, das Konzentrierte und

zugleich Feierlich-Skurrile.

In der Schaubühne inszeniert

Anne-Cécile Vandalem jetzt mit einem

fremden (also ihr fremden, uns

natürlich nicht ...) Ensemble,und sie

selbst spielt nicht mit. In „Die Anderen“

geht es um die Bewohner eines

abgelegenen Dorfes irgendwo in Europa,

zudenen ein Junge stößt, der

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.30

Cinema Paris (✆ 881 3119) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 15.15; Französische Filmwoche:

Die schönste Zeit unseres Lebens (OmU) 18.00;

Französische Filmwoche: Alles außer gewöhnlich

(OmU) 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 1026) Lara 15.00,

17.30,20.00

DelphiLUX (✆ 322931040) Bis dann, mein Sohn

15.45,19.30; Marianne &Leonard –Words of Love

(OmU) 14.15; Der Leuchtturm (OF) 16.30, 19.00,

21.30; Aretha Franklin (OmU) 15.00; Parasite

17.10, 20.00; Human Nature: Die CRISPR Revolution

(OmU) 13.40; Mein Ende. Dein Anfang. 16.00,

18.30; Hustlers (OmU) 16.30, 21.00; But Beautiful

–Nichts existiert unabhängig (OmU) 13.30, 18.30;

Official Secrets (OmU) 16.00, 21.00; Systemsprenger

13.50; Russische Filmwoche: Petroleum (OmU)

19.00; Russische Filmwoche: Balkanskiy rubezh –

The Balkan Line (OmU) 21.15; Joker (OmU) 21.20;

Pferde stehlen 14.00;Land des Honigs–Honeyland

(OmU) 16.40; Downton Abbey (OmU) 18.40

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Snorri &der Baby-

Schwimmclub –Dive: RitualsinWater (OmU) 17.45;

The Irishman (OmU) 19.30; Aretha Franklin 18.00;

The Good Liar –Das alte Böse 20.00

Kant Kino (✆ 319 9866) Babykino: Die schönste

Zeit unseres Lebens 11.00; Die Eiskönigin II15.40,

18.10, 20.40; Babykino: Bernadette 11.00; Die

schönste Zeit unseres Lebens12.00, 15.00,17.45,

20.30; Official Secrets 14.40, 20.00; Ich war noch

niemals in New York 15.20; Nurejew –The White

Crow 18.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

17.20; Bernadette 20.00; Babykino: Das perfekte

Geheimnis 11.00; Das perfekte Geheimnis 14.40,

17.20,20.30

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D, Atmos: Die

EisköniginII14.30,17.15; Atmos: Das perfekte Geheimnis

20.00;Atmos: Joker 23.00; Die Eiskönigin

II 14.45, 17.40; 3D: Die Eiskönigin II20.20; Das

perfekte Geheimnis 23.00; Last Christmas 14.30,

17.10; The Irishman (OF) 19.45; Die Addams Family

15.00; Das perfekte Geheimnis 17.20; Die

schönste Zeit unseres Lebens 20.10;3D: DieEisköniginII22.50;Das

perfekteGeheimnis15.00;Joker

17.45; LeMans 66: Gegen jede Chance 20.45; Die

schönste Zeit unseres Lebens 15.10, 17.45; Last

Christmas 20.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 23.00; LeMans 66: Gegen jede Chance

14.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

17.45; Joker 21.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) The Dead

Don‘t Die (OmU) 11.00; Deutschstunde 12.45;

Bernadette –Where‘d You Go, Bernadette (OmU)

15.00; Rammbock 19.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 20.15; Midsommar (OmU) 22.30; Marianne

&Leonard –Words of Love (OmU) 14.15;

Land des Honigs –Honeyland (OmU) 16.00; Marriage

Story (OmU) 17.30; Lara (DFmenglU) 19.45;

The Irishman (OmU) 21.20; After the Wedding

(OmU) 11.00; Pferdestehlen 13.00; Campo(OmU)

15.00; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 16.45;MeinEnde.DeinAnfang.(DFmenglU)

18.40; Joker (OmU) 20.30; Mishima –Director‘s

Cut–Mishima:ALife In FourChapters (OmU) 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Das Kapital im

21. Jahrhundert–Capital in theTwenty-First Century

(OmU) 14.00; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU)

16.00; Deutschstunde 17.45; The Irishman (OmU)

20.00; Joker (OmU) 23.45; M. C. Escher: Reise in

die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige zoeken:

Journey Into Infinity (OmU) 14.15; Congo Calling

(OmU) 16.00; Ich bin Anastasia 17.45; Aretha

Franklin (OmU) 19.45; Bitte nach Mitte! 21.30; PJ

Harvey –ADog Called Money (OmU) 22.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.40; Maleficent: Mächte

der Finsternis 13.45; 3D: Die Eiskönigin II 13.45,

16.20, 22.40; Last Christmas 13.50, 16.45,

19.30; Joker 14.00, 17.10, 20.00; Die Eiskönigin

II14.00, 14.10, 14.30, 16.50, 17.10, 17.20,

19.45; Hustlers 14.15, 17.00, 19.45, 23.15; Das

perfekte Geheimnis 14.15, 17.15, 19.30, 23.15;

The Good Liar –Das alte Böse 14.30, 20.10; Dann

schlaf auch Du–Chanson douce (OmU) 14.30;

IMAX 3D: Die Eiskönigin II14.45, 17.30, 20.15;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 15.50, 19.20,

22.10; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.20, 19.40, 22.40; Die Eiskönigin II–Frozen 2

(OF) 16.40;Hustlers (OF) 19.15; Terminator –Dark

Fate 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser

20.20, 23.00; Black and Blue 22.10; Joker (OF)

22.30;Midway–Für die Freiheit 22.50; Bernadette

22.50;IMAX: Joker23.00;Halloween Haunt 23.10;

Gemini Man 23.10

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Mein Ende. Dein Anfang.

(OmenglU) 20.20; Parasite –Gisaengchung (OmU)

22.30; Berlin Bouncer (OmenglU) 18.00; Frau

Stern 20.00; Die Kinder der Toten 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 0200) Hustlers 13.30,

16.30, 19.50; Ich war noch niemals inNew York

13.40; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 13.50; Die

EisköniginII13.50,16.40,19.30; DasperfekteGeheimnis

14.00, 17.00, 20.00; Die Addams Family

14.10; 3D: Die Eiskönigin II14.20, 17.15, 20.15;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 16.20; Last

Christmas 16.45, 19.40; Joker 17.00, 20.00; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 19.20

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Ich war noch niemals in

New York 13.50; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

16.00; Das Kapital im 21. Jahrhundert 18.10; Der

Glanz der Unsichtbaren 20.05

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 14.00; Die Eiskönigin II

14.20, 16.00, 17.00, 19.40; Der König der Löwen

14.20; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30,

20.15; Die Addams Family 14.40; Das perfekte Geheimnis

14.45, 17.30, 19.50; Angry Birds 2:Der

Film 14.50; Hustlers 15.00,17.40,20.10; 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.30, 20.00; Last Christmas

16.50,19.30;The Hate UGive (OF) 17.00; Ich war

noch niemals in New York 17.10; Der letzte Bulle

17.15; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

19.40; LeMans 66: Gegen jede Chance 19.50;

Joker 20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Der Leuchtturm (OmU)

17.00, 19.30, 22.00; B Official Secrets (OmU)

16.00; Parasite –Gisaengchung (OmU) 18.30; Joker

(OmU) 21.20

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Mein Ende.

Dein Anfang. (OmenglU) 18.00; Lara (OmenglU)

18.00; Französische Filmwoche: L‘esprit des lieux –

In the Stillness of Sounds(OmenglU)20.00; Angelo

(OmU; m. Gast) 20.15; Mishima: Ein Leben invier

Kapiteln –Mishima: ALife InFour Chapters (OmU)

22.00

Moviemento (✆ 692 4785) Kinderfilm des Monats:

Unheimlich perfekte Freunde 10.00; Cinefete:

Wohne lieber ungewöhnlich –C‘estquoi cette famille?!

(OmU) 14.45; Mein Ende.DeinAnfang.17.15;

Yung (OmenglU) 20.00; Searching Eva (OmenglU)

22.30; Das Kapital im 21. Jahrhundert –Capital

in the Twenty-First Century (OmU) 11.15; Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.00;

Der Leuchtturm (OmU) 16.15; Das stille Leuchten

19.00; Systemsprenger 21.30; Checker Tobi und

das Geheimnis unseres Planeten 10.15;

Yung 12.30; Kinderfilm des Monats: Unheimlich

perfekte Freunde 14.30; Systemsprenger 16.30;

Der Leuchtturm (OmU) 19.15, 21.45

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Heimat ist ein

Raum aus Zeit 19.00

Sputnik (✆ 6941147) Human Nature: Die CRISPR

Revolution (OmU) 15.30; Wasgewesen wäre17.30;

Parasite –Gisaengchung (OmU) 19.00; Bernadette

–Where‘d You Go, Bernadette (OmU) 21.30; Systemsprenger

15.30; Booksmart (OmU) 17.40; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la

jeune fille en feu(OmU) 19.30; Joker(OmU) 21.45;

Kinobar im Sputnik Mishima: Ein Leben invier

Kapiteln –Mishima: ALife InFour Chapters (OmU)

19.45; PJHarvey –ADog Called Money (OmU)

22.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Aretha Franklin (OmU)

15.00; Parasite 17.00, 20.00; New Lara 14.50,

17.10,19.30

KÖPENICK

KinoSpreehöfe (✆ 538 95 90) Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.00; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.15; Die Eiskönigin II 15.00,

16.00, 17.30; 3D: Die Eiskönigin II 15.30, 18.00,

20.30; Die Addams Family 15.30; Hustlers 17.45,

20.15; Last Christmas 18.30, 20.45; Bernadette

20.00

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Marianne &

Leonard–Words of Love 13.15; Le Mans66: Gegen

jede Chance 13.30, 17.00, 20.15; 3D: Die Eiskönigin

II 13.30, 15.45, 18.00, 20.15; Bernadette

15.30,20.00; Land des Honigs 18.00

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; 3D: Die

Eiskönigin II 14.10, 14.20, 16.50, 17.00, 19.30;

Dora und die goldene Stadt 14.15; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.30; Hustlers 14.30,

17.15, 20.00; Die Eiskönigin II 14.30, 14.45,

17.15,17.20,19.45; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 16.45; Last Christmas 17.20, 20.15; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 20.00; Joker 20.00;

Zombieland 2:Doppelt hält besser 20.20

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

17.00; Das Versprechen (m. Einführung)

19.00; Bitte nach Mitte! 18.15; Smuggling Hendrix

19.30; Was gewesen wäre 21.00; Das Kapital im

21. Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 21.15

Babylon (✆ 242 59 69) LenaLove (m. Diskussion)

9.00; Bohemian Rhapsody (OmU) 17.30; Born to

be Wild: Kusama: Infinity (OmU) 18.15; Die Stadt

als Beute (OmenglU; mit Gästen u. Diskussion)

19.30; Che, unhombre nuevo (OmenglU) 20.00;

The Irishman (OmU) 20.00; Korea: DieTaschendiebin:The

Handmaiden –Ah-ga-ssi (OmU) 22.30

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)Cinefete:

Comme des garcons (OmU) 11.00; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 13.45; Der Leuchtturm

(OmU) 15.45; Yung (OmenglU) 22.15; Cinefete:Dilili

in Paris–DilililiaParis(OmU) 14.00;Der

Leuchtturm (OmU) 17.30, 20.00, 22.30

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die Eiskönigin

II 11.00, 14.00, 17.00, 20.10; Das perfekte

Geheimnis 11.00, 13.45, 16.45, 19.50,

23.00; Booksmart 11.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 11.10; Die Addams Family 11.10,

14.00; Everest 11.15; Dora und die goldene Stadt

11.20; 3D: Die Eiskönigin II 11.40, 13.40, 16.30,

19.15,22.40; Unsere Lehrerin, dieWeihnachtshexe

12.10;Last Christmas13.30, 16.30, 20.30, 23.15;

Ich war noch niemals inNew York 13.30; Hustlers

14.00,16.50, 19.50, 23.15;3D: Maleficent 14.30;

Als ich mal groß war 14.30; Le Mans 6616.20,

19.20; Zombieland 216.40, 20.10, 23.10; Joker

17.00, 19.30, 23.00; Maleficent 17.30; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.40, 22.45; Terminator

22.15; Midway 22.55

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Systemsprenger

(DFmenglU) 14.15; Bernadette (OmU) 17.00,

19.30; Parasite – Gisaengchung (OmU) 22.00;

Was gewesen wäre 15.00, 19.00; Land des Honigs

– Honeyland (OmU) 17.00; Marriage Story

(OmU) 21.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait de la jeune fille en feu (OmU) 14.00,

20.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 16.30; Joker (OmU) 22.30; Berlin Babylon

(DFmenglU) 15.00; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) 17.00; The Irishman (OmU) 19.30;

Lara (DFmenglU) 15.15, 19.30; Als ich mal groß

war 17.30; Pferde stehlen –Utogstjaele hester

(OmU) 21.45

International (✆ 24 75 60 11) Aretha Franklin

(OmU) 14.20; Lara 16.30; Der Leuchtturm (OmU)

19.00, 21.30

Kino imRussischen Haus der Wissenschaft und

Kultur (✆ 20 30 23 20) Russische Filmwoche:

Byk –The Bull: Der Stier (OmU) 18.30; Russische

Filmwoche: VKeyptaunskom portu –ImHafen von

Kapstadt (OmU) 21.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Aguirre, der Zorn

Gottes (OmenglU) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 14.10; Das perfekte

Geheimnis 14.10, 16.40, 19.50; Die Eiskönigin

II14.15, 14.45, 16.40, 17.30; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 14.20; Die Addams Family

14.20, 17.10; Recep Ivedik VI 14.30, 17.10,

20.20, 22.55; Dora und die goldene Stadt 14.30;

3D: Die Eiskönigin II 14.30, 17.15, 19.40, 22.30;

7. Kogustaki Mucize –Das Wunder inZelle Sieben

(OmU) 16.50,19.40, 22.45; Last Christmas 16.55;

Hustlers 17.00,20.00, 23.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 19.30, 22.45; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 19.30, 22.50; Zombieland 2:

Doppelt hält besser 19.45, 23.00; Joker 19.50,

22.20; Hustlers (OF) 22.45

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Babykino: Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune fille

en feu (OmU) 10.30; Systemsprenger (DFmenglU)

12.40; Pferde stehlen –Utogstjaele hester (OmU)

14.50; Dicktatorship –Macho Made in Italy (OmU)

17.00; TFFB Croatian Day: Osmi povjerenik –The

Eighth Commissioner (OmenglU; m. Dinner) 18.50;

Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang (OmenglU)

21.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Der Leuchtturm (OF)

16.30,19.00, 21.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Die schönste Zeit unseres

Lebens (OmU) 15.00, 17.45, 20.30; Joker

(OmU) 17.45, 20.30; Systemsprenger 15.40,

18.15; Parasite –Gisaengchung (OmU) 20.50; Bis

dann, mein Sohn –Dijiu tian chang (OmU) 16.20,

20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en

feu (OmenglU) 17.45; Französische Filmwoche: Die

Wütenden –Les Miserables (OmU) 20.30; Hustlers

(OmU) 17.00, 19.30, 22.00; But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig (OmU) 16.30; Booksmart

(OmU) 19.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

21.30; Joker (OF) 16.20, 21.30; Official Secrets

(OmU) 19.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Die Eiskönigin II13.50, 14.30, 16.30, 17.15; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.45; 3D: Die

EisköniginII14.10, 14.50, 17.00,20.00; Dora und

die goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte der

Finsternis 17.05; Last Christmas 17.30, 20.30; Joker

19.30; Hustlers 20.00; Zombieland 2: Doppelt

hält besser 20.15


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 27

· ·

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Tagestipp

KALENDER

auf der Flucht ist. Natürlich regnet es

die ganzeZeit, es ist Herbst und wird

nie hell, und an Geheimnissen

herrscht kein Mangel.„Die Anderen“

war übrigens der erste Titel vonJean-

Paul Sartres später umbenanntem

Stück „Huis Clos“ (Geschlossene Gesellschaft)

von1944.

Absolut türenlos ist auch Elfriede

Jelineks „Wolken.Heim“ –zumindest

meiner Erinnerung nach in der legendären

Generalswitwen-Inszenierung

von Jossi Wieler und Anna

Viebrock vor einem guten Vierteljahrhundert

amHamburger Schauspielhaus.

Und indiesem Text (vielmehr:

Textblock –ein dramatisches

Genre, das eigens für die Theatertexte

von Elfriede Jelinek erfunden

wurde) geht es geradezu manisch

um die Vergewisserung eines kollektiven

Selbst gegenüber den Anderen.

Martin Laberenz, der jüngere

Bruder der Bühnen- und Kostümbildnerin

Aino Laberenz und damit

auch Schwager des 2010 verstorbenen

Christoph Schlingensief, Martin

Laberenz also, 1982 in Finnland geboren,

im Ruhrgebiet aufgewachsen

und ästhetisch sozialisiert als Hausregisseur

am Centraltheater Leipzig

Wirsind wir

Und die Anderen sind anders.

THEATER

Anne-Cécile Vandalem: „Die Anderen“,

Uraufführung :30. 11., 17 Uhr,(verschoben

vom29. 11. wegeneiner Erkrankung

und Umbesetzung im Ensemble), weitere

Vorstellungen: 1./3.–5., 7./8. 12.,

20 Uhr,Schaubühne am Lehniner Platz

Elfriede Jelinek: „Wolken. Heim“,

29. 11., 19.30 Uhr (Premiere), 7. und

13. 12., 20 Uhr,Deutsches Theater,

Kammerspiele, Schumannstr.13a

Anne-Cécile Vandalem und

Martin Laberenz balancieren an

einer Grenze entlang, die es

vielleicht gar nicht gibt

unter Sebstian Hartmann, inszeniert

seit 2013 immer wieder am Deutschen

Theater. Seine Lesart von Peter

Handkes „Publikumsbeschimpfung“

und Elfriede Jelineks „WUT“

sind noch im Programm.

Mindestens eine Dame sieht das

1988 –und damit vordem Mauerfall

–uraufgeführte „Wolken.Heim“ von

Jelinekvor,die immerzu dieses„Wir“

im Mundeführt,mit demsie sichgegen

die Zumutungen der Welt zu

wappnen versucht. Sietut dasmit Zitaten

aus Texten von Hölderlin, Hegel,

Kleist, Fichte oder Heidegger,

aber auch Auszüge aus Briefen der

RAF taugen bei Bedarf für den Versuch,sich

gegenüber allem Fremden

der eigenen Überlegenheit und ausschließlichen

Weltdeutungserlaubnis

zu versichern.

Bei Martin Laberenz sind Edgar

Eckert, Lorena Handschin, Holger

Stockhaus, Birgit Unterweger und

Regine Zimmermann ein „Wir“-Kollektiv,

über das er im hauseigenen

Podcast sagt, dass es sich um ein

noch unsicheres, verunsichertes Wir

handelt, bei gleichzeitigem Bewusstsein,

dass es tatsächlich einWirgibt –

zu dem auch das Publikum gehöre.

Film &Diskussion

Hartz IV am

Potsdamer

Platz?

Andreas Wilckes Film „Die

Stadt als Beute“ kam 2016

in die Kinos. Fünf Jahre zuvor

hatte er mit der Arbeit daran

begonnen. In dieser Zeit änderte

sich der Berliner Wohnungsmarkt

rasant. Wilcke

lässt Käufer, Altmieter, Makler

und Entmietete zu Wort kommen.

„Muss ein Hartz-IV-Empfänger

in zentraler Lage am

Potsdamer Platz wohnen?“,

fragt ein Planer.Die Stadt hat es

lange dem Markt überlassen,

diese Frage zu beantworten.

Nun soll der Mietendeckel

kommen, der den Film möglicherweise

zum historischen

Dokument macht. Nach dem

Film wird diskutiert. Die Zusammensetzung

des Podiums

birgtSprengkraft: die Senatorin

für Stadtentwicklung Katrin

Lompscher, die Chefs der Immobilienmaklerfirma

Engel&Völkers

sowie der Immobilienfirma

Akelius und der Initiator

von „Deutsche Wohnen

enteignen“. SusanneLenz

DieStadtals Beute Kino BabylonMitte,

19.30Uhr

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: DeutschesSymphonie-Orchester Berlin,

Ltg.Sakari Oramo, AnuKomsi (Sopran), Rodion

Schtschedrin: „Beethovens Heiligenstädter Testament“,

Sinfonisches Fragment für Orchester;Magnus

Lindberg: „Accused“ für Sopran und Orchester;Peter

Tschaikowsky: Symphonie Nr.4f-Mollop. 36

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Moritzburg Festival Orchester,Staats- und

Domchor Berlin, Solist*innen, Ltg.Josep Caballé-Domenech,

Benefizkonzertder StiftungGute-Tat

Theater im Delphi (✆ 70 12 80 20)

20.00: Armida Quartett, MozartExploded, Nina

Horvath;Ramon Humet;Armida Quartett, Mozart:

Streichquartette Es-Dur;Ramon Humet: „Fràgil“ for

string quartet and electronics, dt. EA

Wabe (✆ 902 95 38 50)

20.00: Seelenmusik:Susann, Finn, Catt, Abend der

Lebenslieder

KINDER

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

LITERATUR/VORTRAG

Akademie der Künste Hanseatenweg

(✆ 200 57 20 00) 19.00 Clubraum: Eberhard

Fechner.Chronist des Alltäglichen, Buchvorstellung,

Gespräch und Film mit Matthias Dell, Rolf Aurich,

Torsten Musial

Bruno-Lösche-Bibliothek (✆ 901 83 30 25)

19.30 Krimisalon: Pech für den Puppenspieler,Robert

Berg,Autorenlesung

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: Mein Europa. Gedichte aus dem Tagebuch,

Michael Krüger

LiteraturhausBerlin (✆ 887 28 60)

19.30: Ruth Tannenbaum, MiljenkoJergovic, Mod.:

Lidija Klasic

St. Bartholomäus-Kirche (✆ 241 14 05)

19.00: Lesung und Gespräch mit György Dalos,

Moderation Wolfram Tschiche

Anzeige

Tickets:O3O–678O111 www.berliner-konzerte.de

und an allenbekanntenVorverkaufsstellen

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: Grenzgänger hüben wiedrüben.

Sonderauflageder Literatur- und Kunstzeitschrift

Herzattacke: Lyrik und Prosa zum Fall der Berliner

Mauer,Buchpremieremit Musik

KONZERT

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: 40 Jahre Silly feat. Julia Neigel &Anna R

(Gleis 8, Rosenstolz), Analog

Auster Club (✆ 611 33 02)

19.30: Sarah Klang

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Friska Viljor,support: Diskopunk

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Kadebostany

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

21.00: We Are Scientists, With Love &Squalor

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Tiere streicheln Menschen –Martin „Gotti“

Gottschild und Sven VanThom:ZweiMoorleichen

auf Ibiza

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.00: Mister Me

Metropol (Nollendorfpl. 5)

20.00: Vanessa Mai

PolnischesInstitut Berlin (✆ 24 75 81 17)

19.00: UweNeumann und Kerstin Blodig singen Ewa

Demarczyk und Jacques Brel, Grande valse brillante

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: Platon Karataev

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Roberto Fonseca Trio

Roadrunner’sClub (Saarbrücker Str.24)

20.00: Holly Golightly,Trixie &The Trainwrecks

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Ekkehard Wölk Quintet, guest: Kristoff Becker

(cello &electronics), 2nd Autumn LeavesJazz Week

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.00: Spanish Bombs Festival –XEdition, Carolina

Durante, Mujeres, Mobe, DJ Costalero Antón

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

22.00: Guitar Wolf +Joni &The Jetsons

MEDIENPARTNER

KINO

Wolf (✆ 921 039333) Querencia –Heimkehren

(OmU) 12.00; Bait (OmU) 12.10; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune fille

en feu (OmU) 13.50; Mishima: Ein Leben in vier

Kapiteln –Mishima: ALife In Four Chapters (OmU)

14.20; Neues von uns Kindern aus Bullerbü 16.10;

PJ Harvey –ADog Called Money (OmU) 17.00;Angelo

(OmU) 18.50; Campo (OmU) 19.00; Parasite

–Gisaengchung (OmenglU) 21.00; Marriage Story

(OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die Eiskönigin

II15.45,18.10, 20.20; Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.40, 20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Die Eiskönigin

II15.00, 16.00, 18.20, 20.50; Französische

Filmwoche: Die schönste Zeit unseres Lebens

(OmU) 20.30; Systemsprenger 16.20; Lara 19.00;

Joker (OmU) 21.20; Die schönste Zeit unseres Lebens

15.45, 17.45, 20.40; Aretha Franklin (OmU)

18.30; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 14.40; Parasite 17.10,20.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Die schönste Zeit unseres Lebens 13.30, 16.15,

19.45; Das perfekte Geheimnis 13.30, 16.30,

19.40; Lara 13.40, 16.10, 19.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 13.45; Pferde stehlen

14.00; Die Eiskönigin II 14.00, 17.00, 20.00,

23.00; Als ich mal groß war 14.30; Official Secrets

14.40; The Good Liar –Das alte Böse 16.00,

19.30; Parasite 16.40; Joker (OmU) 16.50; Bernadette

17.20; Around The World in 14 Films: The

Painted Bird (OmenglU) 19.00; Around The World in

14 Films: Preview: Das Vorspiel (OmenglU) 19.30;

Der Leuchtturm 20.00; Le Mans 66: Gegen jede

Chance 21.45; Around The World in 14 Films: Pelikanblut

(OmenglU) 22.00;Around TheWorld in 14

Films: Nanfang che de ju hui –The Wild Goose Lake

(OmenglU) 22.15; Der Leuchtturm (OmU) 22.20;

The Good Liar –Das alte Böse (OF) 22.40; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 22.40; Joker (OF) 22.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98)VictoryDay:Tag desSieges–Den‘Pobedy(OmU)

18.00;Land des Honigs –

Honeyland (OmU) 19.45;Was gewesen wäre 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en

feu (OmU) 17.30; PJHarvey –ADog Called Money

(OmU) 19.45

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Das

perfekte Geheimnis 14.10, 17.00, 19.50, 22.45;

Hustlers 14.15, 17.10, 20.00, 22.45; 3D: Die Eiskönigin

II 14.15, 16.50, 20.00,22.45; Die Eiskönigin

II14.20, 15.00, 17.10, 17.40; Angry Birds 2:

Der Film 14.25; Die Addams Family 14.35; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.45; Dora und

die goldene Stadt 14.45; Last Christmas 15.00,

17.35, 19.50; Joker 16.45, 19.45, 22.30; Ich war

noch niemals in New York 16.50; Le Mans 66: Gegen

jede Chance 16.55,20.10; Bernadette 17.20;

Hustlers (OF) 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 20.10, 22.45; Systemsprenger 20.15; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 20.15; Scary

Stories to Tell in the Dark 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Last Christmas

13.40,16.30, 19.40,23.00; 3D: Die Eiskönigin

II13.45,16.45, 19.45, 22.45; Hustlers 13.50,

16.40, 19.30, 23.00; Das perfekte Geheimnis

13.50, 16.30, 20.10, 23.10; Die Addams Family

14.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.05;

Angry Birds 2: Der Film 14.15; Der letzte Bulle

14.20; Die Eiskönigin II14.30, 17.15, 20.15;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 16.45; Joker

16.50, 19.55;Terminator –Dark Fate 17.00,23.05;

Ich war noch niemals in New York 17.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.30, 22.20; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 19.40; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.15, 23.00; Es: Kapitel II

22.30; Halloween Haunt 23.15

SCHÖNEBERG

CinemaamWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Ich

war noch niemals in NewYork 14.35;The Good Liar

–Das alte Böse 17.35, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) Systemsprenger 18.00;

Deutschstunde 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Der Leuchtturm (OmU)

15.45,20.30;Aretha Franklin (OmU) 18.15

Xenon (✆ 78 00 15 30) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

17.30; Yung 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00, 12.00; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 10.00; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.35, 15.10,18.00; Die Addams Family

10.00, 12.10, 14.10; 3D: Die Eiskönigin II 11.55,

14.25, 17.15, 20.00, 22.45; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 12.10; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00, 20.45, 22.30;

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.10; LeMans

66: Gegen jede Chance 16.40, 19.30; Last Christmas

16.50, 19.55; Joker 20.10, 23.00; Zombieland

2: Doppelt hält besser 23.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Systemsprenger 13.00; Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.30, 20.15; Ich war noch niemals in New

York 17.45

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11)Last Christmas14.30,

17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.10; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

10.00; Dora und die goldene Stadt 10.00; Die

Eiskönigin II10.00, 11.45, 14.40, 15.00, 17.25,

19.30, 23.00; 3D: Die Eiskönigin II 11.00, 14.15,

17.45; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 12.00;

Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe 12.10; Maleficent:

Mächte der Finsternis 12.15; Die Addams

Family 12.30, 14.25; Die Eiskönigin II–Frozen 2

(OF) 14.10; Das perfekte Geheimnis 14.15, 17.00,

20.10, 23.00; Bernadette 14.50; Joker 16.40,

20.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.50; Die

schönste Zeit unseres Lebens 17.00, 20.00; Hustlers

17.35, 20.20, 22.45; NationalTheatre London:

Present Laughter (OmU) 20.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.30, 22.45; Zombieland 2:

Doppelt hält besser 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) 3D: Die Eiskönigin

II 15.30, 18.00; Die Eiskönigin II15.30,

18.00, 20.30; Das perfekte Geheimnis 15.30,

18.00, 20.30; Die Addams Family 15.45; Last

Christmas 18.00, 20.30; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Gaumont: Atalante

(OmenglU) 20.00; Magical History Tour: Die Farbe

des Granatapfels (RestaurierteFassung) –Zwetgranaty

(OmenglU) 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Die Eiskönigin II 12.30, 13.30, 16.00, 16.40,

18.00, 19.00, 20.20, 22.40; Playmobil: Der Film

13.00; 3D: Die Eiskönigin II13.00, 14.30, 15.00,

17.30, 19.40; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 13.20; Maleficent: Mächte der Finsternis

13.30; Joker 13.30, 16.40, 19.40, 19.50, 23.00;

Last Christmas 13.40, 16.45, 19.45, 23.00; Ich

war noch niemals in NewYork 13.45; Dora und die

goldene Stadt 13.50; Die Addams Family 13.50;

Angry Birds 2: Der Film 13.50; Hustlers 14.00,

16.15, 19.45, 23.00;

Die schönste Zeit unseres Lebens 14.00, 16.30,

19.45; Das perfekte Geheimnis 14.00, 16.00,

17.00, 19.20, 20.30, 22.45; Zombieland 2: Doppelt

hält besser 16.30, 20.50, 22.30; The Good

Liar –Das alte Böse 16.30, 19.30; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 16.30, 20.15, 22.45; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.40, 20.10,

20.15, 22.20; Lara 16.40; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 16.50, 20.00; Der Leuchtturm16.50,

19.30, 22.20; Bernadette 16.50; Parasite 17.10,

19.30, 22.50; Official Secrets 19.30; Once Upon

aTime in... Hollywood 22.30; Midway –Für die

Freiheit 22.30; Black and Blue 22.40; Terminator

–Dark Fate 22.50

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00)

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 13.30, 16.20,

20.30; Bernadette –Where‘d You Go, Bernadette

(OF) 13.40; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm –Shaun the Sheep Movie:Farmageddon (OF)

13.50; Maleficent: Mächte der Finsternis –Maleficent:

Mistress of Evil (OF) 14.00; Der Leuchtturm

(OF) 14.15, 20.00, 23.00; Last Christmas (OF)

14.30, 17.10, 19.50; 3D: Die Eiskönigin II –Frozen

2(OF) 15.00, 17.45, 23.15; Hustlers (OF) 16.20,

19.20, 22.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance –

Ford vFerrari (OF) 16.30; Joker (OF) 17.00, 20.00,

23.00; The Good Liar –Das alte Böse (OF) 17.10;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen(OF)19.15;

Sneak Preview (OF) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 22.40; Zombieland 2: Doppelt hält besser

–Zombieland 2:Double Trap (OF) 22.45; Terminator

–Dark Fate (OF) 23.00

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D, IMAX:

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 11.45, 14.30,

17.15,20.00; IMAX: Le Mans 66:Gegen jede Chance

–Ford vFerrari (OF) 22.50

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44)Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en

feu (OmU) 21.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

14.00; Die Eiskönigin II 14.00, 14.30,

16.30, 17.00, 19.00; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.00, 22.30; 3D: Die Eiskönigin II

15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Die Addams Family

16.00; Last Christmas 18.00, 20.15; Zombieland

2: Doppelt hält besser 19.15, 22.30; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 21.15; Joker 21.30

Casablanca (✆ 677 5752) Es hätte schlimmer

kommen können –Mario Adorf 18.30; Lara 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Dora und die goldene Stadt 14.00; 3D: Die Eiskönigin

II14.00, 17.20, 20.00, 22.30; Angry Birds

2: Der Film 14.00; Das perfekte Geheimnis 14.10,

16.40, 20.00, 22.50; Last Christmas 14.20,17.10,

20.15, 23.00; Ich war noch niemals in New York

14.20; Hustlers 14.25, 17.20, 19.45, 23.15; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.30; Die Eiskönigin

II14.30, 16.45, 19.30, 23.00; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 16.25, 19.50; Joker 17.00,

20.00, 22.50; Die Addams Family 17.10; Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.20; Stephen Kings

Doctor Sleeps Erwachen 19.45, 22.30; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.10, 23.10; Terminator –

Dark Fate 23.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 0311) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.10; Die Eiskönigin

II –Frozen2(OF)14.10;Die Addams Family 14.10;

RecepIvedik VI (OmU) 14.20, 17.50, 20.20, 23.00;

3D: Die Eiskönigin II14.20, 17.00, 19.50, 22.40;

DieEisköniginII14.45, 15.00, 16.30, 17.30; Hustlers

16.50, 19.50, 23.00; Last Christmas 17.00,

19.30; Das perfekte Geheimnis 17.00, 20.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.30, 22.30;

Joker 20.30, 22.50; 7. Kogustaki Mucize – Das

Wunder in Zelle Sieben (OmU) 23.00

City KinoWedding (✆ 01 77/270 19 76) Marianne

&Leonard –Words of Love (OmU) 18.45; Joker

(OmU; mit Vorfilm) 21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Herzlich Willkommen

in Enurmino (OmenglU) 18.00; Bruno &Bettina

(OmU) 19.00; Mishima: Ein Leben invier Kapiteln

(OmU) 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Cinefete: Wallay

(OmU) 11.00; Die Eiskönigin II 13.00, 15.30,

18.00; Das perfekte Geheimnis 20.30; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 10.00; Cinefete: Wallay

(OmU) 12.45; Das perfekte Geheimnis 16.15;

Hacking Justice –The Challenge: Defending Julian

Assange 19.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Porträt einer

jungen Frau in Flammen 15.30; Bernadette 18.00;

Parasite 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Was gewesen

wäre 15.30; The Good Liar –Das alte Böse 17.45;

Lara 20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 16.00; Yoga: Die Kraft des Lebens

18.00; Ein Licht zwischen den Wolken 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.15, 20.30; Lara 18.00

POTSDAM

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Das perfekte

Geheimnis 13.30, 16.00, 18.30; Bernadette

13.45, 18.15; Mein Ende. Dein Anfang. 14.00;

Aus Liebe zum Überleben 14.15; Die schönste Zeit

unseres Lebens 16.15, 20.45; Lara 16.15, 20.45;

Snorri &der Baby-Schwimmclub 16.30; Was gewesen

wäre 18.45; Der Leuchtturm 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Die

Eiskönigin II 13.40, 14.00, 14.20, 16.40, 17.20;

DieAddams Family 13.40; Das perfekte Geheimnis

13.50, 16.50, 19.40; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 14.00; Last Christmas 14.00, 17.10,

19.55; 3D: Die Eiskönigin II 14.10, 17.15, 20.10;

Joker16.30, 19.55; Maleficent: Mächte derFinsternis

16.45; Hustlers 17.00, 20.00; Stephen Kings

Doctor Sleeps Erwachen 19.40; Le Mans 66:Gegen

jede Chance 19.50; Sneak Preview 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis 17.15,

20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Es hätte schlimmer kommen können –Mario Adorf

17.15; Lara 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Die

Eiskönigin II 14.00, 16.50, 19.45; Das perfekte

Geheimnis 14.00,17.15, 20.10; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm 14.10; Maleficent 14.15, 17.00; Die

Addams Family 14.15, 17.30; Die Eiskönigin II

14.30, 17.30, 20.15; Everest 14.40; Last Christmas

14.45, 17.00, 19.50; Hustlers 14.45, 17.15,

20.20; Bayala 14.45; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 16.45, 19.50; Joker 16.50, 20.15; Der

letzte Bulle17.00; Le Mans 66:Gegen jede Chance

19.30; Terminator 19.50; Zombieland 220.20

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 5454) 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.45, 20.30; Last Christmas

15.15, 20.30; Die Eiskönigin II 15.15, 18.00; Das

perfekte Geheimnis 17.45, 20.30

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Die Eiskönigin II16.00, 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) 3D: Die Eiskönigin

II 14.45;Bayala –Das magische Elfenabenteuer

16.00; Die Eiskönigin II17.45, 20.00


28 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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NACHRICHTEN

Land Berlin will das Portal

berlin.de übernehmen

WERKSTATT

Schnäppchen

finden am

Black Friday

VonDaniel Dangelmaier

Mit dem „Black Friday“ läuten

Online-Händler Ende der Woche

das Weihnachtsgeschäft ein. Internetshops

locken Verbraucher mit

Rabattaktionen auf ihrePlattformen,

doch Vorsicht: Nicht jedes Angebot

ist tatsächlich ein Schnäppchen. Mal

wird bei den Rabattangaben übertrieben,

mal fressen exorbitante Versandkosten

die Einsparungen auf,

mal unterbietet die Konkurrenz den

schon guten Preis eines Verkäufers.

Wie also finden User, die möglichst

wenig Geld ausgeben wollen, echte

Preiskracher?

Als Anlaufstelle für Verbraucher,

die ein vermeintlich attraktives Angebot

entdeckt haben, bieten sich

vor allem Preisvergleichsportale an.

Auf Webseiten wie geizhals.de, idealo.de

oder billiger.de können User

ein Produkt in eine Suchmaske eingeben.

Ihr System fragt den aktuellen

Artikelpreis bei diversen Onlineshops

ab und listet ihreFunde übersichtlich

auf. Bei vielen Diensten ist

es möglich, sich die Preise samt Zusatzkosten

anzeigen zu lassen. Für

Schnäppchenjäger dürfte die grafische

Darstellung der Preisentwicklung

besonders interessant sein. Ein

Blick auf das Schaubild genügt, um

zu sehen, ob die aktuell beste Offerte

schon einmal unterboten wurde

oder zumindest ein guter Deal ist.

Ebenso informativ sind sogenannte

Social-Shopping-Communities.

Dort sammeln und bewerten

die Betreiber gemeinsam mit ihren

MitgliedernSonderangebote vondigitalen

und lokalen Geschäften. Wer

ein Angebot im Auge hat, kann es

beispielsweise bei mydealz.de, dealdoktor.de

und schnappchenfuchs.de

suchen oder selbst melden.

Im Kommentarbereich geben Redakteure

und Nutzer ihre Meinung

zum Produkt und dessen Preis ab.

Gegebenenfalls verweisen sie auch

auf vergleichbare, günstigere Artikel

oder passendes Zubehör. Außerdem

gibt es bei vielen dieser Social-Shopping-Plattformen

gesonderte Rubriken,

in denen Gutscheincodes veröffentlicht,

Outlet-Stores vorgestellt

und spezielle Tipps etwa zum Shoppen

im EU-Ausland oder zu Handyverträgen

parat gehalten werden.

Sicher ist es wahrscheinlicher,

den ultimativen Preisknüller im

weltweiten Netz zu finden. Aber für

traditionelle Nutzer von gedruckten

Beilagen gibt es Möglichkeiten, sich

online zu informieren. Statt nun

sämtliche Flyer und Reklameanzeigen

ansässiger Geschäfte zusammenzutragen,

gehen findige User

einfach auf meinprospekt.de,marktguru.de

oder kaufda.de. Diese Portale

bringen Prospekte und Printbeilagen

in digitaler Form ins Internet.

Nach der Eingabe des eigenen

Standorts können die Werbeblätter

von Händlern aus der Umgebung

mit einem Mausklick aufgerufen,

virtuell durchgeblättert und herunterladen

werden. Mit den App-Versionen

der Dienste lassen sich die lokalen

Angebote auch unterwegs bequem

aufrufen.

Es lohnt sich, die genanntenWebseiten

in den Bookmarks zu speichern.

Schließlich helfen sie nicht

nur in der Adventszeit beim Sparen.

Daniel Dangelmaier

ist Online-Shopper,der

gerneauch offline einkauft.

Die Stadtplanung der Zukunft: Mit VR-Brillen kann der Betrachter die Neubauten in einer Animation schon sehen, bevor sie gebaut worden sind.

„Echter als gedacht“

In der Medizin und beim Transport –viele Arbeitsschritte werden in Betrieben mit VR-Brillen vermittelt

VonJörnPerskeund Christian Schultz

Die Digital-Technik

macht's möglich: Stephan

Schmöle soll üben,

Güterwaggons aneinanderzukuppeln.

Normalerweise

müsste sich der 29 Jahrealte Neueinsteiger

bei der Deutschen Bahn aufs

Gleis begeben. Doch dieser Wegist

überflüssig. Stattdessen setzt

Schmöle im neu eröffneten Trainingszentrum

der Bahn in Fulda

eine Virtual-Reality-Brille auf und

nimmt zwei Controller in die Hand,

mit denen er das Geschehen steuert.

Sein Lernbegleiter Christian Dorn

vonDB-Training startet am Computer

das Szenario und verfolgt am

Bildschirm jeden seiner Handgriffe

in der virtuellen Welt.

Experimente bei der Bahn

Der Begriff: Der Autor Damien

Broderick hat in seinem

1982 erschienenen SF-

Roman „The Judas Mandala“

das Wort „Virtual Reality“

verwendet. 1987 erschien

der Begriff erstmals als theoretisches

Konzept im Oxford

English Dictionary.

Der Einsatz von VR-Brillen ist nicht

nur im Bereich der Unterhaltungsmedien,

vor allem in der Gaming-

Szene,ein Riesenthema. Auch in der

Aus- und Weiterbildung werden sie

vermehrt eingesetzt. Die Virtuelle

Realität ist eine computergestützte

Simulation einer realen Umgebung

mit Bild (3D) und oft auch mit Ton.

Abbildungen davon können zum

Beispiel auch in spezielle Brillen

übertragen werden.

„Die Technologie hat großes Zukunftspotenzial

und wird sicher in

den kommenden Jahren ein immer

bedeutenderes Thema“, urteilt IT-

Fachmann Ludger Schmidt. Der

Universitätsprofessor leitet in Kassel

das Fachgebiet Mensch-Maschine-

Systemtechnik. Doch derzeit befänden

sich Anwendungen mit VR-Brillen

in der Berufswelt „noch eher am

Anfang der Entwicklung“. DieBrillen

seien zwar bezahlbar.Sie kosten seinen

Worten zufolge unter 1000 Euro

in höchster Qualität. Aber die am

Computer erschaffenen Szenarien

der virtuellen Realität seien noch

recht kostspielig. Die Einsatzmöglichkeiten

sind Schmidt zufolge vielfältig.

Handwerker können virtuell

üben oder Fachkräfte im Produktionsbereich

angelernt werden.

Die VR-Technik bietet viele Vorteile.

Etwa, dass man sich jederzeit

virtuell an einen anderen Ort beamen

kann. So wie DB-Mitarbeiter

Schmöle.Ersieht durch die VR-Brille

seine Aufgabe an den Güterwaggons.

Nun heißt es: Bremsschläuche verbinden

und belüften. Dabei hört er

über seine Kopfhörer auch, wie der

Luftdruck zischend entweicht. Als er

fertig ist und die Brille abgezogen

hat, bilanzierter: „Das war echter als

TÜCKEN DER TECHNIK

Die Definition: Virtual Reality

bedeutet, dass der Betrachter

mithilfe einer Brille

eine simulierte Welt vorAugengeführtbekommt.

Durch

die gekonnte grafische Darstellung

hat er das Gefühl,

dass er sich in dieser virtuellen

Realität befindet.

Die Zukunft: Vorfünf Jahren

kaufte Facebook-Chef Mark

Zuckerberg das Start-up

Oculus für mehr als 400 Millionen

Dollar.Der Weltmarkt

wurde bisher aber noch nicht

erreicht. Die Technik gilt

noch als zu kompliziertfür

denMassenmarkt.

gedacht. Es hat sich sehr real angefühlt.“

Seit drei Jahren sammelt die Bahn

Erfahrungen mit der VR-Technik im

Schulungsbetrieb,erklärtDorn. Nun

beginnt eine Technologie-Offensive.

Bis Mitte Februar sollen bundesweit

14 Standorte mit mobiler VR-Technik

ausgestattet werden, wie Projekt-

Manager Dorn erklärte. Im kommenden

Jahr sollen einige Hundert

Mitarbeiter mit VR-Szenarien trainiertwerden.

Die VR-Technik ist ein Baustein

für ein größeres Projekt. DB-Personalvorstand

Martin Seiler sagte

dazu vor kurzem laut Mitteilung:

„Die DB erhöht gerade ihreKapazitäten

in der Aus- und Weiterbildung

massiv.“ Im Zuge der Zukunftsstrategie

„Starke Schiene“

will die Bahn in den nächsten Jahren

100 000 Mitarbeiter einstellen.

Die wollen auch qualifiziert werden.

Nichts für die Ewigkeit

Auch in anderen Branchen, Firmen

und Anwendungsbereichen

werden die Techniken VR und AR

(Augmented Reality/erweiterte Realität)

mittlerweile rege genutzt. Unternehmen

von Weltrang haben sie für

sich entdeckt. Siemens nutzt die

Technik zur Entwicklung von Automobilbestandteilen,

Daimler bei der

Brandschutzausbildung und der Industriekonzern

Thyssenkrupp bei

Wartungsanleitungen. Der Chemie-

Riese BASF nutzt VR-Brillen seit vergangenem

Jahr in der Chemikanten-

Ausbildung. Aber auch in der Medizin,

der Architektur,der Unterhaltung

und im Sport ist die Digitaltechnik

angekommen.

Operationen üben

GETTY/GORODENKOFF

Die Universität Gießen verweist auf

Kurse für Studierende zu rheumatischen

und osteologischen Erkrankungen.

Die Teilnehmer tragen

VR-Brillen und erkunden dabei

die gesunde Anatomie und

entzündliche Erkrankungen, indem

sie virtuelle Rundgänge durch

die Knochen machen.

Katharina Rönick, wissenschaftliche

Mitarbeiterin im Institut für Arbeitswissenschaft

der TU Darmstadt,

berichtet von weiteren Anwendungen

in der Medizin. Mit VR-Brillen

könnten Operationen geübt werden.

Auch sie sieht „großes Potenzial“ für

die Technik. Doch bei einer Studie sei

auch herausgekommen, dass es bei

längerer Tragezeit zu Belastungen

und Augenschmerzen kommen

könne. Darüber hätten einige Probanden

geklagt. Technik und Tragekomfortseien

noch ausbaubar. (dpa)

Bundesverfassungsgericht stärkt das Recht auf Vergessen im Internet, nachdem ein Mörder geklagt hatte

Das

Bundesverfassungsgericht

hat das Recht auf Vergessen im

Internet auch bei schweren Straftaten

gestärkt. Das Gericht gab in einem

am Mittwoch veröffentlichten

Beschluss der Verfassungsbeschwerde

eines im Jahr 1982 wegen

Mordes verurteilten Manns statt, der

sich gegen die vollständige Nennung

seines Namens in online noch immer

verfügbaren Presseartikeln

wendet.

Bei der Abwägung zwischen Persönlichkeitsrechten

und Pressefreiheit

muss demnach besonders der

zeitliche Abstand zu einer Tatbeachtet

werden (Az. 1 BvR 16/13). Der

Kläger wurde im Jahr 1982 wegen

Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe

verurteilt, weil er an Bord

einer Jacht zwei Menschen erschossen

hatte.Wer 37 Jahrespäter seinen

Namen in einer Internetsuchmaschine

eingibt, stößt nach wie vorauf

kostenlos abrufbare Artikel im Archiv

des Nachrichtenmagazins „Der

Spiegel“. Darinwirdder vollständige

Name des Manns genannt. Dagegen

erhob der Mann schließlich eine Unterlassungsklage.

Der Bundesgerichtshof (BGH)

wies diese Klage allerdings in letzter

Instanz ab. Der Schutz der Persönlichkeit

habe in diesem Fall

hinter dem Informationsinteresse

der Öffentlichkeit und dem Recht

auf freie Meinungsäußerung zurückzutreten.

Dagegen zog der

Mann vor das Bundesverfassungsgericht,

das seiner Verfassungsbe-

schwerde gegen das BGH-Urteil

nun stattgab.

Onlinepressearchive können laut

dem Beschluss des höchsten deutschen

Gerichts in Karlsruhe verpflichtet

sein, Schutzvorkehrungen

gegen die zeitlich unbegrenzte Verbreitung

personenbezogener Berichte

durch Internetsuchmaschinen

zu treffen. Es sei ein Ausgleich

anzustreben, der einen ungehinderten

Zugriff auf einen Originaltext

möglichst weitgehend erhalte, diesen

bei bestehendem Schutzbedarf

aber im Einzelfall doch hinreichend

begrenze. Die Entscheidung des

BGH halte diesen Anforderungen

nicht in jeder Hinsicht stand. Die

Verfassungsrichter verwiesen auf die

besondere Bedeutung der seit einer

Tat vergangenen Zeit. Das berechtigte

Interesse an einer identifizierenden

Berichterstattung nehme mit

zunehmendem zeitlichen Abstand

ab,hob das Gericht hervor.

Das Verfassungsgericht stellte

zugleich klar, dass Betroffene nicht

allein über das „Recht auf Vergessenwerden“

bestimmen könnten.

„Welche Informationen als interessant,

bewundernswert, anstößig

oder verwerflich erinnert werden,

unterliegt insoweit nicht der einseitigen

Verfügung des Betroffenen“,

erklärte das Gericht. Ausdem

allgemeinen Persönlichkeitsrecht

folge nicht das Recht, alle früheren

personenbezogenen Informationen

aus dem Internet löschen zu

lassen. (AFP)

DasLand Berlin will das Hauptstadtportal

berlin.de in Zukunft in Eigenregie

betreiben und strebt dazu den

Erwerb aller Anteile an der Betreibergesellschaft

an. DasInternet-Serviceportal

sei eine Art„Schaufenster

der Stadt“, über das Berlin die volle

Kontrolle haben müsse,sagte Medienstaatssekretär

Christian Gaebler

im zuständigen Ausschuss des Berliner

Abgeordnetenhauses.Derzeit

würden alle Optionen geprüft und

bis zum Jahresende abschließend

bewertet. Aktuell wirddas Portal von

einer Firmabetrieben, an der der

Berliner Verlag (Berliner Zeitung,

Berliner Kurier) 74,8 Prozent und die

landeseigene Investitionsbank Berlin

25,2 Prozent halten. (dpa)

Twitter will nicht aktive

Accounts wieder freigeben

Twitter wirdAccounts,die über einen

längeren Zeitraum nicht aktiv

waren, demnächst löschen und wieder

freigeben. Es ist die erste breit

angelegte Aktion dieser Artseit der

Gründung des Dienstes 2006. Nutzer,

die ihreAccounts mehr als sechs

Monate nicht benutzt haben, bekommen

seit Dienstagabend E-

Mails mit der Aufforderung, sich bis

zum 11. Dezember mit ihren Profildaten

einzuloggen. Dabei ist es nicht

notwendig, aktiv zu twittern–eine

Anmeldung genügt. Dasbedeutet

aber nicht, dass man schon bald auf

die Jagd nach freigewordenen Account-Namen

gehen kann. DieLöschung

der Profile werdeeinige Zeit

in Anspruch nehmen, sagte ein Twitter-Sprecher.

(dpa)

Meyer-Landrut hängt „relativ

viel am Handy“

Lena Meyer-Landrut verbringt pro Tag24

Minuten bei Instagram.

DPA

Lena Meyer-Landrut (28) hat bei Instagram

mehr als drei Millionen Follower–und

beschäftigt sich eigenen

Aussagen zufolge eine knappe halbe

Stunde proTag mit der App. Das

habe sie mit einer Funktion der App

herausgefunden, sagte die Sängerin.

„Und ich war erstaunt darüber,weil

ich davon ausging, dass es viel, viel

mehr ist.“ Im Tagesdurchschnitt

seien es bei ihr nur 24 Minuten. „Ich

hänge relativ viel am Handy,wenn

ich Gedanken aufschreibe.Ich habe

viele Notizen und schreibe da Emotionen

und Gedanken für Songs

auf“, sagte Meyer-Landrut. (dpa)

Bundeswehr blamiertsich

mit Instagram-Foto

DieBundeswehr hat sich mit einem

lustig gemeinten Beitrag im Foto-

NetzwerkInstagram blamiert. Sie

veröffentlichte eine Wehrmachtsuniformmit

Eisernem Kreuz und

Hakenkreuzabzeichen. DieBildunterschrift

lautete: „Auch #Mode ist

ein Aspekt. Bisheute halten sich militärische

Stilelemente in der Haute

Couture.“Das Bundesverteidigungsministerium

sprach voneinem inakzeptablen

Fehler und bat um Entschuldigung.

Offenbar handle es

sich um einen „extrem ärgerlichen

Fall vonGedankenlosigkeit“, sagte

ein Sprecher des Ministeriums.Mit

den Verantwortlichen würden intensiveGespräche

geführt. Nach derzeitigem

Stand gebe es aber keinen politischen

Hintergrund. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 29

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

9.00 (für HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live

nach Neun 9.55 (für HG) Sturmder Liebe 10.45

(für HG) Meister des Alltags 11.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau

12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG)

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00 (für HG)

Tagesschau 15.10 (für HG) Sturmder Liebe

16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 17.00 (für HG) Tagesschau

17.15 (für HG) Brisant 18.00 (für HG) Werweiß

denn sowas? 18.50 (für HG) In aller Freundschaft

–Die jungen Ärzte 19.45 (für HG) Wissen

voracht –Mensch 19.50 (für HG) Wetter 19.55

(für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Wolfsland –Das heilige Grab

Krimireihe, D2019. Mit Götz Schubert,

Yvonne Catterfeld. Wasmit einem

unbekannten Toten im Graben beginnt,

wächst sich für die Görlitzer Kommissare

bald zu einem komplizierten Fall aus.

21.45 (für HG) Panorama

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Nuhr im Ersten

Gäste: Lisa Eckhart, IngoAppelt

23.30 (für HG) Drei. Zwo. Eins. Michl Müller

Kabarettshow. Gast: Rüdiger Hoffmann

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Schätze

aus Schrott 16.00 Mensch Papa! Väter allein zu

Haus 17.00 Herz über Kopf. Telenovela 17.30

Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das

Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 RTL Fußball –UEFA Europa League

Countdown /21.00 Anstoß: Eintracht

Frankfurt–FCArsenal, live. Im Hinspiel

verloren die Hessen 0:3. Eine weitere

Niederlagesollte der Halbfinalist der

Vorsaison unbedingt vermeiden.

23.00 RTL Fußball –UEFA Europa League

Highlights und Zusammenfassung der

anderen Spiele

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 Der Lehrer

1.25 Der Lehrer

MDR

14.00 (für HG) MDR um 2 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) Aktuell 18.05 (für HG) Wetter für

3 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für HG) Unser

Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für

HG) Aktuell 19.50 (für HG) Thomas Junker

unterwegs 20.15 (für HG) Voss &Team 21.00

(für HG) Hauptsache gesund 21.45 (für HG)

Aktuell 22.05 (für HG) artour 22.35 (für HG) Nah

dran 23.03 Aktuell 23.05 (für HG) Thomas

Kretschmann 23.35 Andris Nelsons dirigiert

Anton Bruckner 0.53 Aktuell 0.55 Voss &Team

Bayern

11.55 (für HG) In aller Freundschaft 12.40

Fuchs und Gans 13.30 (für HG) Verrückt nach

Zug 14.15 (für HG) Hofgeschichten 14.45 (für

HG) Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00

(für HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

mehr/wert 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) quer

21.00 schlachthof 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45 (für HG)

Hindafing 0.15 Woidboyz on the Road

Vox

5.20 CSI: NY 6.55 CSI: Den Täternauf der Spur

8.50 Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind 12.00 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping Queen

16.00 4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 (für HG) Hotel Transsilvanien 2.

Animationsfilm, USA 2015 22.00 (für HG) Van

Helsing.Fantasyfilm, USA 2004 0.25 Vox

Nachrichten 0.45 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

8.55 PawPatrol 9.25 Thomas &seine Freunde

9.35 Weihnachtsmann Junior 10.10 Sammy

10.40 Grizzy &die Lemminge 11.10 Alvinnn!!!

11.40 Go Wild! 12.10 FriendS 12.30 Trolls

12.50 Polly Pocket 13.15 Tomund Jerry 13.45

Weihnachtsmann &Co. KG 14.15 Angelo! 14.45

Dragons 15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10

Sally Bollywood 16.40 Barbie 17.10 Grizzy &die

Lemminge 17.40 Angelo! 18.10 Weihnachtsmann

&Co. KG 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.40 Tomund Jerry 20.15 (für HG)

CSI: Miami 0.00 30 Rock 0.25 Infomercials

Sport1

5.45 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30 Cajun

Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana 16.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap 17.30

StorageWars –Geschäfte in NewYork 18.30

Sport1 News Live 19.00 Volleyball. Bundesliga.

Frankfurt–Haching,8.Spieltag,live 21.00 Die

PS Profis –MehrPower aus dem Pott. Doku-Soap.

Staffel Generation Golf für Kai 22.00 Die PS

Profis –10Zylinder 23.00 Die PS Profis

Fahrschule 23.30 bwin Inside esports 0.00

SportClips 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.10 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoStuttgart. 19.00 (für HG)

heute 19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG)

Notruf Hafenkante. Krimiserie. Neben der Spur

20.15 (für HG) Die Bergretter: Über den

Wolken

Dramareihe, D/A 2019. Als Familie

Breitenstein eine FahrtimHeißluftballon

macht, springt Ballonführer Lukas

unerwartet aus dem Korb.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Maybrit Illner

Talkshow

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Gätjens großes Kino

1.05 (für HG) Heldt

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring 17.00 Klinik am Südring –Die

Familienhelfer.Doku-Soap. Ein Grundschüler

weigertsich in die Ferien zu gehen und kettet sich

sogar an der Schule fest. Warumsträubt er sich

so sehr,nach Hause zu gehen? /Eine 17-Jährige

bringt Chaos in das Kliniktreiben. 17.30 Klinik

am Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine.

18.00 Die Ruhrpottwache 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) FBI: Special Crime Unit

Krimiserie. Interessenskonflikt. Nach einer

Konsulatsveranstaltung werden der

Diplomat Ryan Parker und sein Fahrer von

einem maskierten Killer kaltblütig

erschossen.

21.15 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie. Der Lebensretter

22.15 Bull

Dramaserie. Der Kopfgeldjäger

23.15 Bull

Dramaserie. Zu perfekt

0.10 (für HG) Criminal Minds

WDR

13.55 (für HG) Und es schmeckt doch!? 14.25

(für HG) Tierärztin Dr.Mertens 16.00 (für HG)

Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

Aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Tatort: Mia san jetz da wo’s wehtut.

Krimireihe, D2015 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Frau tv 22.40 (für HG) Menschen

hautnah 23.25 (für HG) Holocaust –Die

Geschichte der Familie Weiss (4/4): 1944

–1945. Drama, CS/USA 1978 1.15 Jazzline

NDR

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Inselwelten

21.00 (für HG) Geheimnisse Asiens 21.45 (für

HG) NDR Info 22.00 (für HG) Der Zürich-Krimi:

Borchertund die Macht der Gewohnheit.

Krimireihe, D2018 23.30 Charlotte Link –Die

letzte Spur.Thriller, D2016 1.00 (für HG) extra 3

Kabel eins

5.50 Blue Bloods –Crime Scene NewYork 9.30

(für HG) Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15

Without aTrace–Spurlos verschwunden 12.10

Numb3rs –Die Logik des Verbrechens 13.05 (für

HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist 14.55

(für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins news

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns

drum 20.15 Rosins Restaurants –Ein Sternekoch

räumt auf! 22.30 K1 Magazin 0.35 Trecker

Babes 2.05 kabel eins late news

RTLZWEI

5.15 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 Die

Straßencops Süd –Jugend im Visier 7.00 Die

Straßencops Süd –Jugend im Visier 8.00 Frauentausch

10.00 Frauentausch 12.00 Frauentausch

14.00 Daniela Katzenberger –Mit Lucas im

Babyglück 15.00 Die Wache Hamburg 16.00 Die

Wache Hamburg 17.00 News 17.04 Wetter

17.05 Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05

Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15

Hartes Deutschland –Leben im Brennpunkt

22.15 Der Jugendknast 23.15 Das Messie-Team

–Startinein neues Leben 1.15 Der Jugendknast

Eurosport 1

8.35 Curling 10.00 Golf 11.00 Ski Alpin 11.30

Ski Alpin 12.05 Skispringen 14.00 Motorsport

15.00 Motorsport 16.00 Schwimmen 17.00

Against all Odds. Magazin 17.30 Mein

Olympischer Moment. Magazin 18.00 Mein

Olympischer Moment. Magazin 18.30 Curling

19.25 Curling 20.25 Nachrichten 20.30

Nordische Kombination 21.00 Nordische

Kombination 21.45 Nordische Kombination

22.10 Nachrichten 22.15 Skilanglauf 23.00

Skilanglauf 23.30 Skispringen 0.00 Skispringen

TV-Tipps

ARD, 20.15 UHR KRIMIREIHE

Wolfsland –Das heilige Grab

Ineinem Graben wird die Leiche eines Mannes gefunden. DieGörlitzer

KommissareViola Delbrück und Burkhard„Butsch“ Schulz (Götz Schubert)

nehmen die Ermittlungen auf. Auf der Fahrtzum Fundortist „Butsch“

noch geradezu aufgekratzt und voll positiver Spannung, erwartet er doch seine

Tochter Emmy,die seit dem Todihrer Mutter bei den Großeltern inBerlin

lebt. Nun hat sie ihren Besuch angekündigt. Als eine aufgeregte Nonne den

Kommissaren mitten in ihren Mordermittlungen von einem blutigen Schuh

berichtet, den sie im Wald gefunden hat, denkt „Butsch“ nicht im Traum an

etwas Böses, schon gar nicht an seine Tochter. Aber es stellt sich heraus: Der

Schuh gehörtEmmy. Und die ist spurlos verschwunden ... Mit„Das heilige

Grab“ präsentiertARD den ersten von zweineuen Filmen der Reihe.

(D/2019)

Foto: MDR

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2019

mittel MITTEL

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AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 27. 11. 2019

vom 27.11.2019

schwer

SCHWER

8 6 1 3 2 7 4 5 9

2 3 4 9 1 5 6 7 8

5 9 7 6 4 8 3 2 1

3 1 6 5 9 4 2 8 7

9 2 8 7 6 1 5 4 3

4 7 5 8 3 2 1 9 6

7 4 2 1 8 6 9 3 5

6 5 9 4 7 3 8 1 2

1 8 3 2 5 9 7 6 4

RBB

5.10 Berliner Nächte 5.30 (für HG) Panda,

Gorilla &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG) Brisant

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG) Sturm

der Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine ungewöhnliche

Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG) Verrückt

nach Fluss 14.00 (für HG) rbb Praxis /Zimmer

mit Tante 15.00 Heute im Parlament 15.30 (für

HG) Tiere bis unters Dach 16.00 (für HG) rbb24

16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 17.00 (für HG)

rbb24 17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.02 rbb

UM6 18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Abendshow

Der Comedian Ingmar Stadelmann

moderiertdie Show, die sich Themen aus

Berlin und Brandenburg humorvoll

annähert. Das Satiremagazin wird liveaus

Berlin übertragen.

21.00 (für HG) Quizduell –Olymp

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Polizeiruf 110: Raubvögel

Krimireihe, D2012. Mit Jaecki Schwarz

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Der Schrei

Drama, I/USA 1957. Mit Steve Cochran

ProSieben

5.10 2BrokeGirls. Sitcom. Die Stripperin in der

Fischtapete 5.30 The Middle. Comedyserie 6.10

(für HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 7.35 (für

HG) The Big Bang Theory. Sitcom 8.55 (für HG)

HowIMet Your Mother.Sitcom 10.40 Fresh Off

the Boat. Sitcom. Irische Zwillinge 11.05 Mike&

Molly.Sitcom. Peggygeht arbeiten 11.35 2Broke

Girls. Sitcom 12.30 Mom. Sitcom 13.20 (für HG)

Twoand aHalf Men. Sitcom 14.40 The Middle.

Comedyserie. Der Optimist /Die Sprechzeiten

15.40 (für HG) The Big Bang Theory. Sitcom.

Schulmädchenreport/Das Heirate-mich-Gesicht

/Irgendwie verlobt 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 (für HG) Die Simpsons. Durch Diggs und

dünn /Der Herrder Gene 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Queen of Drags

Passend zum Wochenmotto „Fairytale“

sollen sich die Queens in Märchenfiguren

verwandeln und die Zuschauer und Jury

in eine Traumwelt mitnehmen. Dabei sind

ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

22.35 red.

Hormon-Chaos bei „Queen of Drags“!

23.30 Big Stories: Family Business

Clipshow

0.30 (für HG) Queen of Drags

2.30 Big Stories: Family Business

3.25 ProSieben Spätnachrichten

Arte

7.10 Arte Journal Junior 7.15 360° 8.00 Das

verborgene Leben der Bonobos 8.45 Stadt Land

Kunst 9.35 (für HG) Rasputin 10.30 Sibirien

11.20 Mein Papa, der Mönch 12.15 (für HG) Re:

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

13.55 (für HG) Slumdog Millionär.Drama, GB

2008 15.50 (für HG) Die Inseln der Queen

16.45 (für HG) Xenius 17.10 Amerika mit David

Yetman 17.40 Kamtschatka 18.35 Die wilde

Bergwelt Kantabriens 19.20 Arte Journal 19.40

Re: 20.15 (für HG) Elven –Fluss aus der Kälte

22.25 Die Erbschaft 0.15 Arte Journal

3Sat

7.00 nano 7.30 Alpenpanorama 9.00 (für HG)

ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG)

Kölner Treff 11.45 (für HG) Thema 12.30 Eco

13.00 (für HG) ZIB 13.25 (für HG) VonTieren

undMenschen 13.55 Gober 14.45 (für HG) Das

Genie der Natur 17.00 (für HG) Madagaskar

18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20

Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

Hanne. Drama, D2018 21.45 (für HG) Spuren

des Bösen: Racheengel. Krimireihe, A/D 2012

23.15 (für HG) Die Rückkehr des Tanzlehrers.

Kriminalfilm, D/A 2004 0.45 10 vor10

Phoenix

5.30 EisigeWelten 6.15 EisigeWelten 7.00 (für

HG) Drama im ewigen Eis 7.45 Fahrtins Risiko

8.30 Bundestag.Haushaltswoche Bundeshaushalt

2020, live 18.00 phoenix der tag 18.30

Deutscher Zukunftspreis 2019 19.15 Patienten,

Pillen und das große Geld 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Despoten 21.00 (für

HG) Die Macht der Saudis 21.45 (für HG) heute

journal 22.15 Phoenix Runde. Wütende Bauern

–Prügelknaben der Nation? 23.00 phoenix der

tag 0.00 Phoenix Runde 0.45 Despoten 1.30

Die Macht der Saudis 2.15 Madame Mao

Kika

13.20 Piets irre Pleiten 13.43 Mini Ah! 13.45

(für HG) Die Zeitfälscherin 14.10 Schloss

Einstein –Erfurt 15.00 (für HG) Tinkas

Weihnachtsabenteuer 15.25 (für HG) Schneewelt

15.50 (für HG) Mascha und der Bär 16.05 (für

HG) Chi Rho16.50 Peter Pan 17.35 (für HG) Der

kleine Prinz 18.00 Ein Fall für die Erdmännchen

18.15 Esme &Roy 18.35 (für HG) Weißt du

eigentlich, wie lieb ich dich hab? 18.47

Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen 19.00

Sherazade 19.25 Löwenzahn 19.50 (für HG)

logo! 20.00 Kika Live 20.10 Find me in Paris

Dmax

6.00 Chris &Mäx: Die Oldtimer-Spezialisten

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

Auction Hunters 9.50 Infomercial 10.15 Baggage

Battles 11.15 Die Zwangsvollstrecker 12.15

Steel Buddies 13.15 Airplane Repo 14.15

Australian Gold 16.15 Outback Opal Hunters

17.15 Steel Buddies 18.15 A8 –Abenteuer

Autobahn 19.15 Deutschland 24/7 20.15

Asphalt-Cowboys 21.15 Euro Truckers 22.15

Expedition Unknown 23.10 DMAX News 23.15

Expedition Unknown 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Können Tiere Menschen heilen?

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 London Calling 20.00 Tagesschau

20.15 Verliebt, verlobt, verprügelt 21.00

Tagesschau 21.02 maischberger.die woche

22.15 Plusminus 22.45 Tagesschau vor20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Panorama

0.00 Exakt 0.30 Weltbilder 1.00 Nachtmagazin

1.20 Zapp 1.50 Abendschau 2.20 MDR

Thüringen Journal 2.50 Extra 3.00 Tagesschau

ONE

9.20 Brisant 10.00 Hot in Cleveland 10.20 Hot

in Cleveland 10.40 Lindenstraße 11.10 Hubert

und Staller 12.00 Sturmder Liebe 12.45 Sturm

der Liebe 13.35 Um Himmels Willen 14.20

Weingut Wader:Nur zusammen sind wir stark.

Familienreihe, D2019 15.50 Hubertund Staller

16.40 Hot in Cleveland 17.00 Hot in Cleveland

17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber herzlich

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe

20.15 Der deutsche Michel 21.00 extra 3 21.30

Chez Krömer 22.00 Die Pierre M. Krause Show

22.30 Nurse Jackie 22.55 Nurse Jackie 23.25

Hot in Cleveland 23.45 Hot in Cleveland 0.10

Der deutsche Michel 0.55 extra 3

ZDF NEO

6.357.20 (für HG) Supertalent Mensch II 8.05

Topfgeldjäger 9.00 Lafer!Lichter!Lecker! 9.40

(für HG) Bares für Rares 10.35 (für HG) Bares für

Rares 11.30 Du &Ich –Unverbesserlich!?

12.15 (für HG) Monk 12.55 (für HG) Monk

13.35 Psych 14.15 Psych 15.00 (für HG) Monk

15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00 Psych

17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35 Du &Ich

–Unverbesserlich!? 19.20 (für HG) Bares für

Rares 20.15 No More Boys and Girls 21.00 No

More Boys and Girls 21.45 (für HG) heute-show

22.15 Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann

23.00 Dead End 23.45 Dead End 0.30 Neo

Magazin Royale mit Jan Böhmermann

ZDF INFO

5.35 Mythen-Jäger 6.20 Unter Gangstern 8.33

heute Xpress 8.35 Unter Gangstern 9.20

Escobars Vollstrecker 10.05 Drogenkrieg auf den

Philippinen 10.50 Süchtig nach Schmerzmitteln

11.35 Legal Highs –Todesdrogen aus dem

Internet 12.20 Endstation Crystal –Leben in der

Drogenhölle 13.05 (für HG) Die Tricks der

Lebensmittelindustrie 13.50 Rotes Gold –Die

Geheimnisse der Tomatenindustrie 14.35 (für

HG) Nelson Müllers Käse-Check 15.20 (für HG)

Aldi oder Lidl? 16.05 (für HG) Rewe oder Edeka?

16.50 Leschs Kosmos 17.20 (für HG)

Faszination Universum 0.35 (für HG) heute

journal 1.05 Uran –Das unheimliche Element

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Klassik

für Einsteiger Die Bach-Söhne. Mit Stephan

Holzapfel, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Philharmonie Berlin: Olivier Messiaen /

Camille Saint-Saëns /Arthur Honegger /Johann

SebastianBach, ca. 117 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Talente und Karrieren Nicht nur Serenaden: Die

Deutsche Streicherphilharmonie, ca. 56 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Ernste Musik Giuseppe Verdi: „Quattro Pezzi

Sacri“ für gemischten Chor und Orchester.

Leitung: Carlo Maria Giulini, ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Lesung

Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles –eine Ehe in

Briefen (9/20). VonTheodor Fontane /Gelesen

vonJennifer Antoni und Max vonPufendorf sowie

Thomas Thieme als Erzähler,ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Freispiel Kurzstrecke92: Feature, Hörspiel,

Klangkunst. Zusammenstellung: Barbara Gerland,

IngoKottkamp, Marcus Gammel, ca. 57 Min.

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Perspektiven Dokument: „Es ist nicht wie 1933

–aber gefährlich“: Ein Vortrag des Holocaustforschers

Yehuda Bauer,ca. 56 Min.

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Marktplatz Motten, Wanzen, Mäuse –Abwann

und wie der Kammerjäger gefragt ist. Am

Mikrofon: Britta Fecke, ca. 80 Min.

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Weltzeit Eine neue Verfassung löst alle

Probleme? Chiles Wutprobe, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Filmen auf eigene Faust –Ohne

Produktionsförderung,ohne Senderbeteiligung.

VonMarkus Metz &Georg Seeßlen, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Zeitfragen. Forschung und Gesellschaft

Gefährliche Erreger.Von KatjaRidderbusch /

Vergessene Sinne. VonHanna Ender /Der letzte

Weg.VonMartina Keller,ca. 30 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die US-amerikanische Jazz-Sängerin

Rebecca Kilgore. Mit Lothar Jänichen, ca. 30 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

JazzFacts Kino für die Ohren: Porträt der

Sängerin Norma Winstone. Am Mikrofon: Thomas

Loewner, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 – S eite 30 *

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Panorama

LEUTE

Camila Cabello (22) feiertmit ihrer

leicht piepsig-quängelig-nasalen

Stimme die schönsten Erfolge.Wir sagen

nur:„Havana“ und„Liar“ mitsamt

der dazugehörigenVideos.Toll!

Jetzt hat die kubanische-amerikanische

Sängerin ein weiteres Talent offenbart:

Im Interview mit BBC Radio 1

am Dienstag beichtete Cabello den

Diebstahl eines Bleistifts im Londoner

Kensington-Palast.„Tut mir Leid,

William, tut mir leid, Kate“, entschuldigte

sich die völlig aufgelöste Frau.

DerPalast reagierte nach dem Geständnis

und verschickte per Twitter

ein Emoji weit aufgerissener Augen.

Entsetzen? Nee, royale Coolness

Ist sein Soufflé

glaubwürdig?

AFP/JEAN-PIERRE CLATOT

Marc Veyrat (69)

ist entsetzt: Dem

französchen

Spitzenkoch

wurde vomGastronomie-Führer

„Guide Michelin“

sein dritter

Sternaberkannt,

weil er für sein

Soufflé angeblich

minderwertigen englischen Cheddar

und nicht französischen Reblochon

oder Beaufortverwendet hat. Seit

Mittwoch nun stehtVeyrat in Nanterrevor

Gericht und klagt gegen die

„Michelin“-Kritiker.Nennen wir das

mal Cheddar-Gate: Es geht offenbar

um Kochehreund Landesverrat.

RobertRedford (83) hat in einem Beitrag

für den Sender NBC News dem

notorisch lügenden US-Präsidenten

Donald Trump vorgeworfen, demokratische

Errungenschaften wie die

Presse und Meinungsfreiheit und das

Rechtsstaatsprinzip zu verraten.

Trump führeeinen„Diktator-ähnlichen“

Angriff auf dieWahrheit und

die amerikanischenWerte, so der zürnende

Schauspieler.Peng! (schl.)

TIERE

Das Insekt des Jahres 2020 ist ein

Multitalent. DPA/FRANK HECKER SENCKENBERG

Ein Leckerschmecker: DerSchwarzblaue

Ölkäfer (Meloe proscarabaeus)

ist zum Insekt des Jahres 2020 gewählt

worden. DerKrabbler hat es wahrhaftig

in sich, sein Körper enthält das Gift

Cantharidin, weswegen er seit jeher

als Heiltier durchaus geschätzt, aber

eben auch für Giftmorde sehr gern

verwendet wird. So pries Thomas

Schmitt, Direktor des Senckenberg

Deutschen Entomologischen Instituts

in Müncheberg, am Mittwoch

das vielfach talentierte Insekt. Und

jetzt Achtung, Sieverlassen die jugendfreie

Zone: In Honig zubereitet

gehörten die zehn bis 35 Millimeter

großen Ölkäfer zu den bekanntesten

„Liebestränken“ zur Steigerung der

sexuellen Potenz. (schl.)

Damit haben wir ihn!“,

ruft der Mann im dunkelblauen

Anzug und

drückt die Pausetaste.

„Wenn der Herr hiermit konfrontiert

wird, kann er sich vor Gericht das

Leugnen gleich sparen.“ Ein großer

Flachbildschirm imBüro von Naotaka

Ikeda hat eine Videoaufnahme

gezeigt, wie ein Mann mit einer Frau

ein Stundenhotel verließ. Zuvor war

ebenso zu sehen gewesen, wie die

zwei das Hotel betraten. In Scheidungsprozessen

gilt solches Material

als überzeugendes Beweismittel für

Untreue. Ikeda hat seinen Auftrag

damit erfüllt.

„Daran haben wir zwei Monate

gearbeitet. Waranfangs gar nicht so

leicht, ihn zu schnappen. Er war relativ

diskret.“ Aber die fünf Schnüffler,

die auf den Fall angesetzt waren,

seien eben Profis.„Wirhaben eine Erfolgsrate

vonfast 100 Prozent.“ So gut

wie immer werde der Verdacht eines

Klienten bestätigt, wenn dieser die

Privatdetektei Galu mit dem Finden

vonBeweisen beauftragt, prahlt Naotaka

Ikeda. In zwei Dritteln der Fälle

geht es um Untreue eines Ehepartners,

der Rest seien Aufträge von Betrieben

zur Mitarbeiterbespitzelung.

DasGeschäft läuft wie geschmiert.

Steigende Scheidungsrate

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die

Agentur Galu voneinem kleinen Büro

zu einem Detektivfranchise mit gut

700 Ermittlernund 124 Niederlassungen

im ganzen Land gewachsen, von

dem Naotaka Ikeda die Filiale im zentralen

Tokioter Stadtteil Akasaka leitet,

wenige Kilometer Luftlinie vom

Kaiserpalast entfernt. Und wahrscheinlich

auch nur ein paar Häuserblocks

vom nächsten Konkurrenten.

An die 6000 Detekteien arbeiten in Japan.

Allein der Marktführer Galu

hatte letztes Jahr ungefähr 8000 Fälle

zu erledigen, ein Wachstum von fast

50 Prozent über die letzten zehn

Jahre. „Der Branche geht es sehr gut“,

sagt der adrette ältere Herr und lässt

eine dicke Armbanduhr unter dem

Sakkoärmel hervorblitzen.

Überall auf der Welt heuernMenschen

mit unterschiedlichen Begehren

private Ermittler an. Aber kaum

irgendwo ist dieses Phänomen öffentlich

so präsent wie in Japan. Hier

werben Detekteien mit riesigen Plakaten

an Wolkenkratzern, mit Verlinkungen

im Internet und Bildern von

Schnüffelhunden an der Straße. In

Krimis sind sie manchmal mit ihren

Unternehmensnamen als Product

Placement zu finden. Und obwohl

die Detektive nicht gerne mit der

Presse sprechen, sagt Naotaka Ikeda

entspannt:„Unser Jobist ehrbar.Das

weiß man heutzutage.“

Ikeda schmiss vor20Jahren als 45-

jähriger seinen Jobals Büroangestellter

in einem mittelständischen Betrieb

hin.„Dortwar alles so langweilig

und der Kundenkontakt mit anderen

Betrieben änderte doch nichts an der

Welt.“ Am liebsten arbeitet Ikeda an

Fällen mit dem Schlagwort „uwaki“,

japanisch für Untreue. „Da merkt

man so richtig, wie dunkel unsere

Welt ist“, sagt er.„Jeder hat Geheimnisse.Man

muss nur lange genug suchen.“

Seit Jahrzehnten steigt in Japan

die Scheidungsrate,derzeit kommen

auf 1000 Personen zwei Scheidungen

pro Jahr, doppelt so viel wie

noch 1970. Inmitten sich ändernder

Geschlechterrollen, zunehmenden

Individualismus und eines schwierigen

Arbeitsmarkts war die Institution

Ehe auch hier noch nie so starkangeschlagen

wie heute.

Hinzu kommt: Kann man seinem

Ehepartner Untreue nachweisen,

gibt es in Japan Schmerzensgeld.

Dieser finanzielle Anreiz sowie kulturelle

Umstände machen die privaten

Ermittler zu gefragten Dienstleistern.

In japanischen Beziehungen

wird auch bei offensichtlichen Konflikten

eine offene Konfrontation oft

gemieden. Wer trotzdem Bescheid

wissen muss,kommt zu den Detektiven.

Und das seien mittlerweile

überwiegend Männer. „Heute sind

mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt

als früher, und am Arbeitsplatz passiert

soeiniges“, berichtet Ikeda. So

vermuten heute auch viele Ehemänner

Affären.

Auf der

Spur

Unsichere Zeiten: Um eheliche oder

geschäftliche Konflikte zu klären, heuert man

in Japan gern einen Privatdetektiv an. Die

Branche wächst seit Jahren

Naotaka Ikeda

ermittelt am liebsten

bei Fällen von Untreue.

VonFelix Lill, Tokio

Jeder hat Geheimnisse: Etwa6000 Detekteien arbeiten in Japan.

Tomohiro Kamiya

observiertfaule

Arbeitnehmer.

Der durchschnittliche Uwaki-Fall

dauerteinen Monat und kostet ungefähr

100000 Yen(rund 800 Euro). Die

Detektivesind im regelmäßigen Austausch

mit dem Klienten, um neue

Informationen über das Zielobjekt zu

erhalten. Als Updates schicken sie Fotos

und Videomitschnitte. AmEnde

steht ein rund 100 Seiten langes Protokoll.

Ikeda lässt sich von seiner Assistentin

ein Exemplar bringen. Ein

gebundenes Buch voll mit Farbfotos,

Datumsangaben und Ortsbeschreibungen,

wie es vorGericht gegen den

Partner des Klienten verwendet werden

wird. „Ich wäre nicht gern unser

Zielobjekt“, sagt Ikeda und blickt zu

einem Whiteboard ander Wand. Auf

GETTY, MOTOCKNEY NUQUEE (2)

der Ablage prangt seine Detektivlizenz.

Darüber heftet ein Werbeplakat

der Detektivschule,die Galu seit einigen

Jahren unterhält. Jeden Monat

fangen dort100 Möchtegernermittler

eine einjährige Ausbildung an.

Der andere typische Fall in der

Branche hat mit Liebe wenig zu tun.

Das einst in Japan übliche Arbeitsmarktmodell,

nach dem ein Angestellter

sein Leben lang im selben Betrieb

arbeitet, wird seit Jahren durch

flexible und kaum geschützte Jobs ersetzt.

Unternehmen wollen häufiger

wissen, ob ihre krankgeschriebenen

Arbeiter wirklich krank sind, und was

ehemalige Mitarbeiter mit ihrem betrieblichenWissen

anstellen.

Prekärer Arbeitsmarkt

Tomohiro Kamiya, ein mittelgroßer

Typmittleren Alters mit locker sitzendem

Sakko und unordentlichem Seitenscheitel,

kommt gerade vonsoeinem

Auftrag. Es ist spät abends, an

seinen Tisch einer Bar inShinagawa,

südlich von Tokios Zentrum, lässt er

sich ein Bier bringen. Kamiya sieht erschöpft

aus und nicht ganz zufrieden.

„Der Fall ist ziemlich kompliziertund

es tut sich nicht viel“, sagt er,als er das

Glas nach großen Schlucken wieder

absetzt.

Heute beobachtete er einen Programmierer,

der kurz zuvor seinen

Job gekündigt hatte, sich vermutlich

selbstständig machen und den Kundenstamm

seines vorigen Arbeitgebers

mitnehmen will. Kamiya soll

herausfinden, ob dieser Verdacht

dingfest gemacht werden kann. Von

morgens um sieben bis um zehn Uhr

abends war er dem Zielobjekt auf der

Spur, setzte sich einmal tagsüber an

den Nebentisch eines Cafés um ein

Gespräch mitzuschneiden. Bisher

kam nichts Zwingendes dabei heraus.

Nun überlegt Kamiya, wie er

noch näher rankommen kann.

Für unanständige Arbeit hält

auch Kamiya, der neben seinem Tagesjob

auch Vorsitzender des Berufsverbands

der Detektiveist, seine Tätigkeit

nicht. „Anfragen zum Stalken

lehnen wir ab.Wir heften auch keine

GPS-Empfänger an Fahrzeuge oder

Taschen, um die Zielobjekte zu orten.

Das ist illegal. Und inHäuser

schleichen wir uns auch nicht.“ Ein

lautes Lachen zweier Frauen am

Nachbartisch scheint Kamiya auf

das zu beziehen, was er gerade gesagt

hat, nach kurzem Zögern ergänzt

er:„Also, wenn uns der Klient

die Erlaubnis gibt, ins Haus zu gehen,

dann sehen wir uns dort schon

genau um.“

Dass er für eine bessereWelt voller

Wahrheit kämpfe, behauptet Tomohiro

Kamiya von sich aber nicht.

Auch kein Interesse an James Bond

machte aus ihm einen Detektiv,sondern

eine Art Erweckungserlebnis.

Mitdem Sohn eines Freundes war er

Angeln, ein Riesenfisch biss an. Kamiya

habe sofort gedacht, was er

jetzt beim Feierabendbier noch immer

fühlt: „Sachen fangen, das ist

was Großartiges!“ Um sich auf diese

Weise zu verwirklichen, hätte er zur

Yakuza gehen können, der japanischen

Mafia, aber das wäre ihm ein

Schritt zu weit gewesen. Undfür eine

Karriere als Polizist war der Zug

schon abgefahren.

Vorher hatte Kamiya sein Geld

mit illegalen Spielwetten verdient.

Seine Kinder, die von Kamiyas Vergangenheit

nichts wissen, geben in

der Schule mit ihrem Vater an, weil

dieser einen coolen Job hat. „Ich

hoffe aber, dass sie später einen anderen

Berufwählen.“

NACHRICHTEN

Sachsen I: Polizei vermutet

vier Täter bei Einbruch

DiePolizei hat nach dem spektakulärenEinbruch

in die Schatzkammer

Grünes Gewölbe in Dresden weitere

Details bekannt gegeben. Demnach

haben sich Hinweise verdichtet, wonach

vier Täter am Einbruch beteiligt

waren –dies gehe aus der Auswertung

vonVideomaterial hervor.

„Die Tatortarbeit gestaltet sich sehr

aufwendig. Dies auch aufgrund der

Tatsache,dass die Einbrecher einen

Pulverlöscher am Tatortentleerten,

um Spuren zu verwischen“, heißt es

im Polizeibericht. Bislang seien bei

der Sonderkommission insgesamt

205 Hinweise aus der Bevölkerung

eingegangen. (dpa)

Sachsen II: Empire State

Building erstrahlt in Grün

Solidarisch: Das Empire State Building in

sächsischem Diamant-Grün. IMAGO IMAGES

NewYorkfeiertden„Grünen Diamanten“

des Sachsenkönigs August

der Starke aus der Dresdner Schatzkammer

Grünes Gewölbe.Das barocke

Hutjuwel ist der Star in der Schau

„Making Marvels: Science and Splendor

at the Courts of Europe“ im Metropolitan

Museum (bis 1.2.2020);

durch die Ausleihe nach NewYorkist

es den brutalen Räubernentgangen,

die zuWochenanfang das Grüne Gewölbe

überfallen haben. DasGrün

des einzigartigen 41-Karäters erstrahlt

nun des Nachts aus den oberenEtagen

des EmpireState Building

in Manhattan. (BLZ/dpa)

Verurteilter Bill Cosbyspürt

keine Reue

Derwegen sexueller Nötigung verurteilte

Schauspieler und Komiker Bill

Cosby(82) spürtnach eigener Aussage

keine Reue.„Ichhabe noch acht

Jahreund neun Monate vormir“,

sagte der im Gefängnis sitzende

Cosbydem US-Zeitungsverband

NNPA.„Wenn ich mich um vorzeitige

Entlassung bewerben darf, werden

sie mich nicht sagen hören, dass ich

Reue spüre.“Mehr als 60 Frauen hatten

Cosbysexuelle Übergriffe unterschiedlicher

Artvorgeworfen. (dpa)

Retter bergen in Albanien

46 Überlebende

Einen Tagnach dem schweren Erdbeben

in Albanien haben Rettungsmannschaften

bislang 46 Überlebende

aus den Trümmerneingestürzter

Gebäude gezogen. Beidem

schwersten Erdbeben in Albanien

seit Jahrzehnten kamen mindestens

29 Menschen ums Leben, 650 weiterewurden

verletzt. (dpa)

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bei Leasing (ohne Anzahlung) eines Fahrzeuges

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Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019 – S eite 1

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Kulturkalender

DER WOCHENÜBERBLICK VOM 28. NOVEMBER BIS 4. DEZEMBER 2019

Filmtipps

Kinoprogramm

Literatur

Ausstellungen

Konzerte

Bühne

Seiten 2&3

Seiten 2–6

Seite 6

Seite 7

Seite 7

Seite 8

Vor acht Jahren nahm der

Rock’n’Roll-Sänger Peter

Kraus mir gegenüber in einem

Sessel Platz und saß

dort keine Minute still. Während des

Gesprächs sprang er auf, lief herum,

setzte sich auf die Lehne,blieb in Bewegung.

Dieses Mal telefonieren wir.

Ichkann ihn nur fragen, ob seine zappelige

Unruhe nachgelassen hat.

„Nein!“ ruft er fröhlich in den Hörer,

„es ist eher schlimmer geworden, zumindest

auf der Bühne! Aus gutem

Grund, da muss ich rennen und

springen, denn meine Show geht

doch zurück in die 50er- und 60er-

Jahre, zu meinen Anfängen. Ichsinge

55Titel vonBill Ramsey bisVico Torriani

und spiele mich als 18-Jährigen.

Das verlangt mir mit 80 schon

enorme Energie ab und Beweglichkeit!“

Er übertreibt nicht. Wenn die Zuschauer-Meinungen

zur seiner aktuellen

Tour stimmen, tobt er noch wie

ein Flummi über die Bühne.Vielleicht

Peter Kraus ist 80 und kehrt

auf seiner Jubiläumstournee

altert jemand wirklich anders, wenn

zurück zu seinen wilden Anfängen

er sein Gewicht sechzig Jahre lang

konstant hält, keinen Bauchansatz

in den 50er-Jahren

zulässt und exzessiv Sport treibt.

Dazu hat Kraus ein Buch mit Alltagstipps

verfasst. Nicht jeder müsseWasserski

fahren und skaten wie er, sonderneshelfe

VonBirgit Walter

schon, wenn man stetig

ein paar Klimmzüge und Liegestütze

in den Tagesablauf einbaue.

Seine Lebensform scheint selbst

Knochen zu stählen. Vorzwei Jahren

ist Peter Kraus in einer Fernsehsendung

schwer gestürzt, brach sich die

Schulter, musste unters Messer.

Heute erklärt er, davon nichts mehr

zu spüren, mit eiserner Disziplin

habe er alles weg bekommen. Kraus:

„Gestern nach meinem Auftritt in

München kam Müller-Wohlfahrt zu

mir,Sie wissen, der Doc vomFCBayern.

Er wollte das nicht glauben, dass

mir so gar nichts weh tut und sagte:

alle Achtung, einWeltwunder.“

Diewilde Rock’n’Roll-Karrierevon

Peter Kraus mit den elastischen Knien

begann in den 50ern. Er wurde mit 16

entdeckt, baute seinen Eltern mit 17

ein Haus und verkaufte 12 Millionen

Schallplatten. Die Mädchen rasteten

aus, wenn „der deutsche Elvis“ Titel

wie„Tutti Frutti“ sang und„Sugar,Sugar

Baby“. Er trug Lederjacken, fuhr

schnelle Sportwagen, spielte in Filmen

und schaffte es vierzig Mal auf

die Titelseite der Bravo. Sein Höhen- Peter Kraus wirkt längst jünger als seine alten Fans. Sie nehmen es ihm nicht übel. CHARLIE SPIEKER

Der Mann,

der nicht

von der

Bühne will

Anzeige

flug bekam einen empfindlichen

Dämpfer, als ihn Mitte der Sechziger

die Beatles und Stones vom Thron

stießen. Plötzlich war er abgeschrieben.

Auch davon erzählt seine jetzige

Show.

Das Sonderbare an Peter Kraus

war,dass er sich nicht zurWehr setzte,

keine eigene Beat-Band gründete,

sondernstur bei seinem Metier blieb.

Er wartete ab. Der feurige Feger, den

die Mädchen liebten und der seine

One-Night-Stands damals One-

Night-Flirt nannte, blieb sich treu,

wie er es nennt. Und seit 50 Jahren

auch seiner Frau Ingrid.

Nur, warum geht er nun das fünfte

Mal auf Good-Bye-Tour? Das passt

doch nicht zu ihm. Hat erden ersten

Abschied vielleicht zu früh angesetzt

wie Howard Carpendale, der ohne

Bühne krank wurde? Och, mit ihm

will Kraus nicht in eine Tüte, ersagt:

„Carpendale? Ichmag ihn, aber er ist

ein Geschichtenerfinder. Was bei

dem alles los ist: Alkohol, Depression,

Selbstmordabsichten –Parkinson! Er

ist clever,sokriegt man auch die Hallen

voll. Ichhabe nichts Tourförderndes

zu bieten, nur einen Geburtstag

und eine Goldene Hochzeit.“

Er ist tatsächlich seltsam skandalfrei

alt geworden. Lebt zurückgezogen

im Tessin –„aus Steuergründen!“

–wie er mal einräumte,steht zu einer

„altmodischen“ Ehe, inder die Frau

nicht berufstätig ist und ihn fürsorglich

auf Tournee begleitet. Ihr hat er

jetzt wieder versprochen, dass das

wirklich der Abschied wird. Dass sie

dann Zeit haben werden für ihren

Weinberg, den Bauernhof mit den

Tieren, für all die Reisen, die noch

kommen.

Wir werden sehen. Zuletzt erzählte

er, wie sehr ihm die Langeweile

auf einer Kreuzfahrt zusetzte.

Und ein Blick in seinen Tourneekalender

offenbart neue Termine im

Dezember –und zwar 2020.

PeterKraus: Die große Jubiläumstournee

So (1.12.), 19 Uhr, Tempodrom, Möckernstr.10,

Karten ab 51 Euro,Tel.:61101313

Als der süße Dackel nicht mehr niedlich war

Weihnachtliche Geschichten und Gedichte, gelesen und gespielt von Katharina, Anna und Nellie Thalbach

VonCornelia Geißler

Anna, Nellie und Katharina Thalbach in Schwarz-Weiß. Am Sonntag gibt es sie bunt. PRIVAT

Die für die Kinder schönste Zeit

des Jahres erweist sich Jahr für

Jahr in vielen Familien als kritische

Phase. InHerbert Rosendorfers Geschichte

vom „Weihnachtsdackel“

soll ein süßes Wesen mit Schlappohreneigentlich

die aufgebrachte Ehefrau

und Mutter besänftigen, die

schon Stunden vorbereitend am

Festtagsglanz wirkte, während der

Gatte und Vater noch mit den Kollegen

Bowle und Bier schlürfte.

So wie Katharina Thalbach die

Geschichte vorträgt, leidet man mit

der Frau mit und spürt ihre (kurze)

Freude, kann sich zugleich mit dem

Mann amüsieren und dasVergnügen

der Kinder mitfühlen. Und dann allerdings

stürzt das Hundetier alle in

Angst und Schrecken, was der Thalbach

erst recht Spaß zu machen

scheint, sie lässt ihre Stimme noch

rauer und düsterer werden. Aber was

heißt hier „die Thalbach“?! Es spricht

auf der CD„Weihnachten bei Familie

Thalbach“ nicht nur Katharina, geboren

1954, sondernauch ihreTochter

Anna, geboren 1973 und ihreEnkelin

Nellie, geboren 1995. Alle drei

Damen sind Schauspielerinnen. Alle

drei lesen sehr eigen –mal anheimelnd,

mal komisch –Geschichten

und Gedichte rund um die Feiertage.

Und das nicht nur auf Tonträger,

sondernamSonntagvormittag live.

Familie Thalbach So (1. 12.), 11 Uhr,Kino

International, 28 Euro

23. Dezember 2019

19 Uhr

Philharmonie

VlaDimir JUrowski

Pjotr tschaikowsky

„Dornröschen“ –Ballett in

einem Prolog und drei akten

nachdem Märchen

„La Belle au bois dormant“

voncharles Perrault op. 66

(konzertanteaufführung der

gesamten Ballettmusik)

Tschaikowskys

„Dornröschen“

030 202 98715

rsb-online.de


2 Berliner Zeitung · N ummer 277 · D onnerstag, 28. November 2019

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Film/Kinoprogramm

DVD-TIPP

NEU IM KINO

Zu zweit gegen

die Mafia

Cleveres Gangsterkino:

„Bound –Gefesselt“ von den

Wachowski-Geschwistern

VonRalf Schenk

Die Wachowski-Geschwister,aufgewachsen

in einer polnischamerikanischen

Familie in Chicago,

galten einst als Hollywoods Wunderkinder.Vor

allem die „Matrix“-Trilogie

begründete ihren Ruhm als innovative

Filmemacher, die souverän

mit existenzphilosophischen Ideen

und Special-Effects jonglierten. Zuvor

hatten sie den Thriller „Bound –

Gefesselt“ (1996) gedreht, und schon

das war ein erstaunliches Debüt.

Die Charakteristika ihrer beiden

Heldinnen sind der US-amerikanischen

Schwarzen Serie entlehnt:

ebenso emanzipierte wie gefährliche

Frauen, alles andere als Schmusekätzchen.

Stattdessen nehmen sich

die Klempnerin Corky (Gina Gershon)

und die Gangsterbraut Violet

(Jennifer Tilly) alle Freiheiten, genau

wie die Männer zu lügen, zu betrügen

und wenn nötig sogar tödliche

Fallen zu stellen, um endlich mit

zwei Millionen Mafia-Dollar aus der

Stadt entschwinden zu können.

Für die Dramaturgie ihres Films

griffen die Wachowskis auf Hitchcocks

bewährtes Rezept zurück, die

Zuschauer zunächst verbal über die

Planung des Coups zu informieren

und dann zu zeigen, was tatsächlich

passiert. „Bound –Gefesselt“ geriet

zum extrem spannenden Thriller:

DasLeben ist nun mal fantasievoller

als jede noch so clevereTheorie.

Auch im Bett sind die Frauen ein

Paar. Die queere Gemeinde schätzte

den Film dafür, dass sich die lesbische

Liebesgeschichte nicht in den

Vordergrund

schob, sondern

souverän in die

Krimihandlung

fügte.

Bound –Gefesselt

USA1996R:Lana und

Lilly Wachowski, 109

Min., ab 19,99 Euro

Das ideale Paar:Aaron (Julius Feldmeier) und Nora (Saskia Rosendahl)

Die Relativitätstheorie der Liebe

Mariko Minoguchis Gefühlsthriller „Mein Ende. Dein Anfang“ mit einer großartigen Saskia Rosendahl

VonRüdiger Suchsland

Ein verspielter Liebesthriller,

eine Geschichte der Doppelungen

und Entsprechungen.

Im Zentrum steht

eine junge Frau zwischen zwei Männern:

Sie heißt Nora, ihre Freund

Aron –sein Name ist also ihrer rückwärts

gelesen. Der Dritte im Bunde

heißt Natan, ein Palindrom.

Schon der Beginn des Films ist ein

überaus romantischer Moment, ein

zugespitzter Augenblick filmischer

Grenzerfahrung, in dem die Empfindungen

der Figuren und des Publikums

für Sekundenbruchteile in eins

fallen: Es ist etwas Fürchterliches geschehen,

das unsere Vorstellungskraft

sprengt, das wir ganz noch

nicht zu erfassen vermögen, aber

fühlen können wir es. Und hier, in

der Entfesselung der Empfindung,

liegt die Kunst der Regie bei „Mein

Ende. Dein Anfang“. Mariko Minoguchi,

die auch das Drehbuch für ihr

Filmdebüt geschrieben hat, bietet

viele solcher herausgehobener Augenblicke,kleiner

Überschreitungen

TELEPOOL

und Entgrenzungen. Mal ist es das

furchterfüllte Flehen eines Vaters,

dessen Tochter wie aus dem Nichts

auf dem Spielplatz zusammengebrochen

ist, ein Paar, das durch die

Stadt rennt, mal ein Taumel am

Rande einer viel befahrenen Straße.

Oft regnet es,oft sind diese Momente

mit Musik verbunden: Einmal sieht

man den von Edin Hasanovic gespielten

Natan in einer Karaokebar

ein Lied singen. Er tut das nicht richtig

gut, aber dennoch echt und berührend,

und das fühlt seine neue

Bekannte Nora. Dabricht ihre Verzweiflung

in stummen Tränen aus

ihr heraus.Oft sind es auch nur kurze

Blicke, indenen die ganze Intensität

dieses Films enthalten ist.

Minoguchi erzählt a-chronologisch,

orientiert an Dramaturgien,

wie sie Alejandro González Innaritu

(„21 Gramms“) und Christopher Nolan

(„Inception“) perfektioniert haben.

Gewissermaßen theoretisch

eingeführt wird inden Aufbau des

Films durch die Anfangsszene,inder

Aron, ein begabter Physikdoktorand

bei einer Vorlesung über die Erfahrung

des Déjà-vu philosophiert, und

dieses naturwissenschaftlich aus der

Signatur der Raumzeit zu erklären

versucht.

Die Relativitätstheorie, die hier

im Folgenden entfaltet wirdistallerdings

eine der Liebe.Denn das idealer

Paar Nora und Aron, das man in

den ersten Minuten kennenlernt,

wirdbald darauf, durch einen Schuss

bei einem Banküberfall jäh auseinandergerissen.

Von nun an zeigt

„Mein Ende. Dein Anfang“ in Zeitsprüngen

einerseits die Vorgeschichte

beider Liebe.Zugleich zeigt

sie, wie Nora an den Tagen danach

Trauer, Schmerz, Wut und Rachegedanken

in Clubs betäubt. Da lernt sie

Natan kennen, der ganz anders ist,

als Aron, aber auch ein Verlorener,

Gepeinigter.Dies ist ein Film, der einen

großen Bogen schlägt, und dabei

vonvielen kleinen Details lebt. Es

geht um zwei Menschen, die sich in

ihrer Verzweiflung finden.

Handwerklich arbeitet die Regisseurin

mit konsequentem, intensivemTempo.Ihr

zur Seite steht ein bis

in die Nebenrollen brillantes Ensemble,indem

Saskia Rosendahl die anderen

noch überragt. Sieist die Herzkammer

in diesem Film und seiner

präzisen Konstruktion. Rosendahl

vermag es,injedem ihrer Filme eine

ganz andereFacette zu zeigen: Diesmal

ist es eine Mischung aus Erschütterung

und Unverwüstlichkeit:

Ihre Verwundung ist immer zu sehen,

und zugleich ist ihreNoranicht

zuletzt ein Mensch ohne Capricen.

„Mein Ende. Dein Anfang“ ist ein

großer Wurf. Unbedingtes Kino, das

mehr will, als die fernsehdominierten

Dramaturgien und Ästhetiken in

Deutschland gemeinhin zulassen.

Man sieht diesem Film an, dass Minoguchi

–eine versierte Autorin, die

auch für andere Regisseure Drehbücher

schreibt –nicht an einer Filmhochschule

studierte, sondern eine

Autodidaktin ist, die vor allem dadurch

gelernt hat, dass sie viele

Filme gesehen hat.

MeinEnde. Dein Anfang Deutschland2019.

Regie: MarikoMinoguchi. Darsteller:Saskia

Rosendahl, EdinHasanovic, Julius Feldmeier.

111 Minuten. FSK: ab 12 Jahre

THE GOOD LIAR –DAS ALTE BÖSE

USA 2019. Regie: Bill Condon. Der

professionelle Betrüger Roy Courtnay

lernt über ein Datingportal die

reiche WitweBetty McLeish kennen.

Er meint die Frau, wie er über 80

Jahre alt, um den Finger wickeln zu

können. Sie werden tatsächlich ein

Paar. Erzieht bei ihr ein. Doch auch

Betty hat eine Menge Erfahrungen

gemacht. Bill Condon, Oscar-prämiert

für „Gods and Monsters“ inszeniert

seinen Star von damals und

von „Mr. Holmes“ und die wunderbare

Helen Mirren als Paar mit bewegter

Vergangenheit. Ein Thriller

von Nicholas Searle diente als Vorlage

für diese besondere Romanze

bzw. Katz-und-Maus-Spiel, bei dem

nichts ist, wie es am Anfang scheint.

TESTIMONY Deutschland, Großbritannien

2007–2019. Regie: Rázvan

Georgescu. Vordrei Jahren diagnostizierte

man bei Razvan Georgescu,

dem Autor und Regisseur des Dokumentarfilms,

einen bösartigen Gehirntumor.Ärzte

gaben dem 38-Jährigen

nur noch kurze Zeit zum Leben.

Aus diesem Gefühl der Dringlichkeit

entstand die Idee eines

Roadmovies.Keine Theologen, keine

Philosophen wollte Razvan Georgescu

treffen, sondern Künstler, denen

er sich nahe fühlte.Künstler,die

entweder selbst eine Begegnung mit

der eigenen Sterblichkeit überlebt

hatten oder die sich ebenfalls mit der

Prognose eines baldigen Todes konfrontiert

sahen. Razvan Georgescu

wollte vonihnen wissen, was mit der

Kreativität im Angesicht des Todes

passiert. Kann Tod oder Krankheit

der Motor für Kreativität sein?

DIE SCHÖNSTE ZEIT UNSERES LE-

BENS Fr.2019. Regie: Nicolas Bedos.

Als dem in die Jahre gekommener

Cartoonisten Victor das Leben zu

entgleiten droht und seine Frau ihn

für seinen ehemaligen Chef verlässt,

wendet er sich an den besten Freund

seines Sohns,der ein beeindruckendes

Geschäft aufgebaut hat: Seiner

betuchten Klientel bietet er an, in

andere Epochen einzutauchen und

in perfekt inszenierten Tableaus

selbst die Hauptrolle zu spielen. Victor

wünscht sich zurück ins Jahr

1974, als er seine Frau kennengelernt

hat - und verliebt sich in deren

Schauspielerin. Romantischen Komödie

für Erwachsene

FILME 28. NOVEMBER BIS 4. DEZEMBER

#FEMALE PLEASURE Lichtblick (OmU) Sa

16.00 Uhr

15. RUSSISCHE FILMWOCHE BERLIN 2019 Kino im

Russischen Haus der Wissenschaft &Kultur Do

18.30, 21.00UhrFr 18.30,21.00Uhr Sa 15.30,

18.00, 20.30UhrSo 15.30, 18.00,20.30 Uhr Delphi

LUX Do-So 19.00, 21.15Uhr

2040 -WIR RETTEN DIE WELT! Tilsiter-Lichtspiele

(OmU) Do/Fr/Mo-Mi 16.00 Uhr B-ware! Ladenkino

(OmU) So 11.00 Uhr Mo 12.45 Uhr

2040 -WIR RETTEN DIE WELT! Delphi LUX