SPORTaktiv Dezember 2019

Sportaktiv.Magazin

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

VORZEIGEN STATT

VORSCHREIBEN

Foto: Thomas Polzer

Manche Neuigkeiten sind keine Neuigkeiten. Dass sich unsere Kinder

zu wenig bewegen, wie im November wieder einmal durch eine Studie

bestätigt wurde, ist doch längst nichts Neues mehr. Jetzt könnten wir die

Generation Smartphone geißeln und auf „die heutige Jugend“ schimpfen,

wie es unsere Vorfahren, unsere Vorvorfahren, unsere Vorvorvorfahren

gemacht haben. Oder wir könnten uns bei der Nase nehmen und sagen:

Wie viel Sport treiben wir denn? Welches Vorbild sind wir denn der

nächsten Generation, wenn wir kultiviert im Sorgenstuhl sitzen und den

inneren Schweinehund kraulen, anstatt ihn vor die Tür zu jagen und

selbst aktiv zu werden?

Was es mit diesem so mächtigen Tier in uns auf sich hat, haben sich die

Kollegen für euch ganz genau angeschaut. Im Laufteil rieselt uns die

nächste Ausrede durch die Finger, denn der Mensch, so erklärt uns ein

angesehener Sportmediziner, ist gemacht für langandauernde Bewegung

im moderaten Bereich. Wieder nichts also mit dem gemütlichen Sitzenbleiben.

Und auch die Mär davon, dass es keinen passenden Sport für

dich gibt – vergiss es. Langlaufen zum Beispiel kann jeder. Wie du damit

beginnst, zeigen wir dir in unserem Special.

Leben wir Erwachsene doch der Jugend vor, wie viel Freude und Genuss

ein Leben in Bewegung bringt. Ein kluger Mensch hat mir einmal gesagt:

Du kannst niemanden verändern außer dich selbst. Durch deine

Veränderung ändert sich schließlich auch der Kosmos mit. Vorzeigen

statt vorschreiben – das funktioniert. Selbst erlebt, bei unserer neuen,

wöchentlichen Laufrunde. Montagmittag tauschen wir Suppenlöffel gegen

Laufschuhe und tanken 30 Minuten bewegte Lebensfreude. Neben den

eigenen Kollegen nehmen daran jetzt auch schon Hobbysportler anderer

Firmen teil. Also, um es mit den Worten von Kurt Ostbahn zu sagen:

„Gemmas wieder an. A jeder, bis er nimmer kann!“

Bleibt fit,

Euer Klaus


INHALT

TOP-STORY

FIT

14 BOTSCHAFTER DER KOMFORTZONE

Gassigehen mit dem inneren Schweinehund

20 WAS WIR VON PROFIS LERNEN KÖNNEN

... und was wir besser nicht machen sollten

26 SIEGEN HÄLT JUNG

Warum auch Leistungssport als Jungbrunnen taugt

32 BASISCH LÄUFT ES BESSER

Auf Tierisches öfter verzichten zahlt sich aus

36 AUSPROBIERT

Im Testeinsatz: Slide Pads, ein Atemtrainer und das Fetzerl

RUN

42 DER KÖRPER NACH DEM MARATHON

Worauf du während und nach dem Marathon achten solltest

46 FEDERND WIE KIPCHOGE

Besser laufen mit Faszientraining. PLUS: Übungsprogramm

60 AUSPROBIERT

Schneller Schuh, Sportuhr und Thermohose mit Taschen

LANGLAUF-SPECIAL

66 LEGENDE MIT VOLKSNÄHE

Ein Einblick in fünf Langlaufklassiker aus dem In- und Ausland

74 SO GELINGT DER LOIPENURLAUB

Wie und wo man die besten Loipen und Unterkünfte findet

80 SO KOMMST DU IN DIE SPUR

Die Antworten zum Einstieg in den Langlaufsport

46

BIKE

14

90 E-BIKE AUF KRANKENSCHEIN

Gesundheitsmotor E-Mountainbike in der Diskussion

96 WINTER, WÄRME ODER WALZE

Drei Ansätze den Winter radelnd zu verbringen

102 APU WAMANI – BERGGOTTHEITEN DER ANDEN

Mountainbike-Abenteuer rund um chilenische Vulkane

108 AUSPROBIERT

Schwerpunkt Öko bei Müll, Wasser und Sattel

OUTDOOR

114 OSKAR UND DAS BRILLENSCHAF

Zu Besuch beim Schafbauern im Südtiroler Villnösstal

120 NUR ZWEI SCHRITTE ZUM SPASS

Annäherung ans Schneeschuhwandern

126 DER FREIE SKIRAUM SOLL FREI BLEIBEN

Lawinensymposium im Zeichen von Rekordschneemengen

138 AUSPROBIERT

Veganes Schuhwerk, Klettergurt, universelle Kletterhose

PRO

142 DER SCHUSS GING NACH HINTEN LOS

Wir gegen die Stars: Biathlon mit Ricco Groß

150 „TRAUE KRIECHMAYR 2 KUGELN ZU“

Rainer Schönfelder über das Jahr eins nach Marcel Hirscher

154 ERFOLGSJÄGERIN

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog im Porträt

160 DIE RED-BULLISIERUNG DES FUSSBALLS

Wie EM-Quali und Europacup-Erfolge zusammengehören

Fotos: Thomas Polzer, iStock

4 SPORTaktiv


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Resort im Ausseerland Salzkammergut

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FREERIDE-CAMP

23.–26. JÄNNER 2020

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am Kärntner Nassfeld

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HELISKIING-CAMP

19.–22. MÄRZ 2020

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11. 12 2019, Mi. 18–19.30 Uhr; WIFI Süd

Diplomausbildungen Gesundheit

und Sport

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Mentales Training

22. 1. 2020, Mi. 18–19.30 Uhr; WIFI Süd

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12. 2. 2020, Mi. 18–20 Uhr; WIFI Süd

LEHRGÄNGE:

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25 JAHRE

KITZALPBIKE

MARATHON

KitzAlpBike – hier wurden

Geschichten geschrieben,

Weltmeister und Staatsmeister

gekührt. Hier werden

die Athleten gefeiert wie Helden.

Im nächsten Jahr wird

die Legende 25 und geht in

dieses Ereignis mit einem in

wesentlichen Abschnitten

neuen Streckendesign. Die

Bewerbe ULTRA, EXTR­

EME und MEDIUM PLUS

entfalten die ganze Schönheit

der Kitzbüheler Alpen ohne,

dabei an Biss zu verlieren,

denn sie werden den Teilnehmern

auch 2020 alles an

Kraft, Kondition und Technik

abverlangen. Aber auch

Marathon-Einsteiger finden

beim KitzAlpBike ihre Passion

in den Distanzen LIGHT

oder MEDIUM – nur etwas

kürzer, leichter und mit

weniger Höhenmetern. Ein

umfangreiches Jubiläumsprogramm

erwartet die Besucher.

Das Festival von 20. bis

27. Juni beginnt bereits am

Samstag der Vorwoche mit

der Windautaler Radlrallye

und hat seinen ersten Höhepunkt

mittwochabends

beim Int. Vaude MTB

Hillclimb mit legendärer

After-Race-Party.

www.kitzalpbike.at

Foto: Erwin Haiden

8 SPORTaktiv


SPORTaktiv

9


SCHLUSS MIT DEN GUTEN

VORSÄTZEN. UMSETZEN

IST ANGESAGT. DARUM

STARTEN WIR WIEDER

UNSERE GROSSE LESER-

AKTION. „DU BIST RAUS“

– RAUS AUS DEM ALLTAG,

RAUS AUS DEM TROTT –,

EINMAL WAS GANZ

ANDERES PROBIEREN.

HEISST ABER AUCH: RAUS

AUS DEM HAUS, RAUS IN

DIE NATUR. DREI PROJEKTE

HABEN WIR FÜR EUCH

ZUSAMMENGESTELLT,

FÜR DIE IHR EUCH

BEWERBEN KÖNNT:

2020DU

BIST

RAUS!

PROJEKT 1

GEH MIT UNS AUF EINEN 3000ER

Salewa startet heuer die Aktion Salewa3000 und ruft die Community auf, alle 784

heimischen 3000er zu besteigen. In diesem Rahmen unterstützt uns der Bergsportausrüster.

Unter fachkundiger Anleitung eines Bergführers erklimmen wir den Großvenediger.

Bewirb dich (mit einer Begleitperson) für die Zwei-Tages-Tour, die wir

voraussichtlich in der zweiten Juni-Hälfte gehen.

PROJEKT 2

BESSER SKI FAHREN

Gemeinsam mit der Snowsports Academy verbessern wir an drei Tagen zwischen

Mitte Jänner und Mitte März am Stuhleck (NÖ) oder in Zell am See-Kaprun (S) deine

Technik. Liftkarte und Zimmer inklusive. Als Belohnung wartet ein Wochenende in

Zell am See-Kaprun. Zielgruppe: Anfänger bis mäßig Fortgeschrittene.

PROJEKT 3

TRAIN THE BRAIN

Welche Macht der mentale Aspekt hat, wissen wir alle längst. Aber welcher

Hobbysportler leistet sich einen Mentaltrainer? Darum wird dich Wolfgang

Seidl mental fit machen.

Bewerbt euch also per Mail an office.sportaktiv@styria.com für eins der drei Projekte. Erklärt uns in ein paar

Zeilen die Beweggründe. Einsendeschluss ist der 10. Jänner. Wir stellen die ausgewählten Teilnehmer dann

in der ersten Ausgabe 2020 vor und berichten in SPORTaktiv, wie es euch bei den Projekten ergangen ist.

Foto: iStock

10 SPORTaktiv


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Verbrauch: 4,7 – 7,0 l/100 km, CO₂-Emission: 130 – 191 g/km.

Erdgas: 4,8 – 6,8 kg/100 km bzw. 7,3 – 10,4 m 3 /100 km,

CO₂-Emission: 130 – 145 g/km. (Werte nach WLTP)

Symbolfoto, Stand 11/2019


10. BIS 12. JÄNNER

TOUR DE RAMSAU

Das WM-Stadion in Ramsau am

Dachstein (St) verwandelt sich im

Jänner zum 20. Mal in den Hotspot

der Hobby-Skimarathon-Szene.

Neben dem 42-km-Dachstein-Skating

und einer großen Auswahl an

Distanzen wird die weltweit einzigartige

3-Tage-Tour angeboten.

www.tour-de-ramsau.com

AB 9. JÄNNER

STUBAIER WINTERWANDERNÄCHTE

Vier Mal finden in diesem Winter

die Winterwandernächte im Tiroler

Stubaital statt. Für romantische

Schneewanderungen sind die Wege

mit Fackeln und bunten Lichtern

beleuchtet. Termine: 9. und 23.

Jänner sowie 6. und 18. Februar.

www.stubai.at/events

TOP

EVENTS

DEZEMBER | JÄNNER | FEBRUAR

1. BIS 8. FEBRUAR

SKILEHRER-AUSBILDUNG

Von 1. bis 8. Februar kann

man sich am steirischen Niederalpl

von der Snowsports

Academy zum Ski- und Snowboardlehrer

ausbilden lassen.

Die Abschlussprüfung ist am

15./16. Februar.

www.snowsports.at

25. JÄNNER

STEIRALAUF BAD MITTERNDORF

Der Steiralauf ist ein Klassiker,

der am 25. Jänner 2020 zum

schon 41. Mal über die Bühne

geht. Sollte im Tal in Bad Mitterndorf

zu wenig Schnee sein,

findet der Lauf auf der 1800 m

hoch liegenden Tauplitz statt.

www.steiralauf.at

16. BIS 19. JÄNNER

SKI-TRAIL TANNHEIMER TAL

Der Ski-Trail Tannheimer Tal – Bad

Hindelang ist der größte grenzüberschreitende

Langlaufmarathon in

Österreich und Deutschland. Drei

Skating- und zwei klassische Distanzen

zwischen 12,5 und 60 Kilometer

werden im Tiroler-Allgäuer

Grenzgebiet geboten.

www.ski-trail.info

12 SPORTaktiv


31. DEZEMBER

„WOCHE“-SILVESTERLAUF GRAZ

Am letzten Tag des Jahres

noch einmal über 5 oder 10

km rennen: Das geht beim

„Woche“-Silvesterlauf, der

zum 20. Mal stattfindet. Start

ist um 14.30 Uhr am Grazer

Mariahilferplatz. Info und

Anmeldung:

meinbezirk.at/silvesterlauf

Fotos: Tour de Ramsau/, Silvesterlauf Graz/GEPA Pictures, Snowsports Academie, Messe München, Ski Trail, Steiralauf, Koasalauf

AB 4. JÄNNER|

SNOW FUN RIDERS TOUR|

Ab 4. Jänner gastiert das kostenlose

Freestyle-Coaching der

„Snow Fun Academy“-Skischulen

für Kids von 6 bis 14 in niederösterreichischen

Skigebieten:

4. Jänner in Annaberg,18. Jänner

am Hochkar, 25. Jänner in

St. Corona, 22. Februar auf der

Gemeindealpe Mitterbach.

www.niederoesterreich.at

6. BIS 9. FEBRUAR

INT. TIROLER KOASALAUF

Der „Koasa“ gehört zu den größten

Langlaufevents Österreichs.

Nach dem Massenstart erwartet

die Teilnehmer eine anspruchsvolle,

8 bis 50 km lange Strecke. Die

Härtesten geben sich die „K100“:

50 km klassisch am Samstag, 50

Skating am Sonntag.

www.koasalauf.at

25. JÄNNER BIS 1. FEBRUAR|

ISPO MUNICH SPORTS WEEK|

Auf der ISPO in München kann

man sich nicht nur über die neuesten

Trends und Produkte, die es

im Sport gibt, informieren: Zum

dritten Mal lädt die ISPO Sports

Week zum Erleben und Mitmachen

ein, zum Beispiel beim

ISPO Night Run (Bild).

www.ispo.com

21. BIS 22. DEZEMBER

ZILLERTAL VÄLLEY RÄLLEY

Diese Amateur-Snowboard-Serie

schlägt im Betterpark im Hochzillertal

ihre erste Station des Winters 2019/20

auf. Es gibt einen Slopestyle Contest

und am 21. Dezember ein kostenloses

Coaching-Angebot. Die Anmeldung

läuft seit 1. Dezember, Achtung:

begrenzte Plätze.

www.valleyralley.at

SPORTaktiv

13


BOTSCHAFTER DER

KOMFORTZONE

DER INNERE SCHWEINEHUND IST UNSER

BEGLEITER UND STÄNDIG BEI FUSS.

WIE ER UNS SCHADET, WIE ER UNS

SCHÜTZEN WILL UND WIE

WIR IHN AUSTRICKSEN KÖNNEN.

EINE EXPERTENRUNDE MIT DEM

SPORTPSYCHOLOGEN ALOIS KOGLER UND

ECHTEN SCHWEINEHUND-EXPERTEN AUS

UNSERER SPORTLERSZENE.

VON CHRISTOPH HEIGL

Jetzt ist die Zeit. Die Zeit

des schlechten Wetters, der

unwirtlichen Umstände und

die Zeit, hoch motivierte Neujahrsvorsätze

abzufeuern. Und damit

hat auch der innere Schweinehund Hochsaison.

Denn dieser Hundling säuselt dir ins Ohr, dass

du es eh nicht schaffst (so wie voriges Jahr),

dass deine Motivation sicher nicht ausreicht,

dass du nikotinsüchtig bleibst und ein Loser

bist und das Wetter draußen sowieso die nächsten

Wochen zum Vergessen ist. Danke, Schweinehund!

„Der Schweinehund ist wirklich ein Hundling“,

lächelt Sportpsychologe Alois Kogler

beim Gedanken an dieses Getier. Der Grazer

befasst sich schon lange mit dem Phänomen,

das es sprachlich nur im Deutschen in dieser

tierischen Ausprägung gibt, im Fachjargon der

Verhaltensforschung aber in den Kapiteln der

inneren Sprache, des inneren Befehls und der

automatisierten Gedanken vorkommt. In der

Schaltzentrale Gehirn kennt man so was wie

das „menschliche Quadrat“ und jeweils Wechselwirkungen

zwischen Gedanken, Gefühlen,

14 SPORTaktiv


unserem Handeln und unserem Körper. Oder

wie es Kogler ausdrückt: „Wir können nicht

denken ohne Gefühle.“ Jeder Gedanke erzeugt

bei uns unweigerlich und automatisch ein Gefühl,

ein positives oder ein negatives oder ein

emotional neutrales Gefühl.

Wer ist der Schweinehund? Wo sitzt er?

„Der Schweinehund ist die personifizierte Figur

unserer ständigen inneren Widerstände und

Widersprüche“, mein Kogler, „letztlich sogar

die symbolische Gestalt unseres Lebens.“ Denn

unser Leben sei ein ständiges Auf und Ab, eine

Abfolge aus Kriegen, Krisen und Konflikten.

Wo er sich befindet, ist medizinisch gut erforscht.

Das Phänomen Schweinehund sitzt im

limbischen System unseres Gehirns, das Emotionen

wie Liebe, Angst und Hass steuert, genauer

gesagt in der Amygdala, nach ihrem Aussehen

zu Deutsch „Mandelkern“, die nur etwa so

groß wie ein Daumennagel ist, aber für unsere

Emotionen, ihre Ausprägung und ihre Filterung

verantwortlich ist. Während unser Großhirn

extrem plastisch ist und lebenslanges Lernen

und Wachsen ermöglicht, ist die Amygdala

im Alter von etwa 14 Jahren bereits fertig ausdifferenziert

– und der Schweinehund damit

fertig abgerichtet.

Foto: iStock

Schwei | ne | hund

Die Bezeichnung umschreibt – oft als Vorwurf – die

Allegorie der Willensschwäche, die jemanden daran

hindert, unangenehme Tätigkeiten auszuführen

(Quelle: Wikipedia). Der Begriff kommt aus der

Jagd und geht auf den zur Wildschweinjagd eingesetzten

„Sauhund“ zurück, dessen Funktionen das

Hetzen, Ermüden und Festhalten der Beute war.

Ist der Schweinehund nur negativ?

Kann er auch nett sein?

Der renommierte deutsche Hirnforscher Gerhard

Roth geht davon aus, dass unser Gehirn

grundsätzlich träge ist, erzählt Kogler, immer

also einen gewissen Anstoß und Motivation

braucht. Und da kommt auch die (wie im namensgebenden

Jagdjargon übrigens) positive

Funktion des Schweinehundes zum Tragen.

„Wenn die Stimme in uns sagt, geh nicht raus,

es ist kalt und grauslich, ist es auch die schützende

Funktion des Schweinehundes, der uns

vor einer Verkühlung oder Verletzung bewahren

will“, erzählt Kogler. „Angst ist immer ein

Warnfaktor, so haben wir in dieser gefährlichen

Welt überlebt. Es ist Evolution.“ Wenn unser

Gehirn also grundsätzlich faul ist, braucht es

Motivation von außen („extrinsische Motivati-

SPORTaktiv

15


KLAUS HÖFLER,

SPORTAKTIV-LAUFEXPERTE,

„DER MANN FÜRS GROBE“:

„Mein Schweinehund ist vieles –

nur sicher kein Zwitter aus

Schwein und Hund. Schweine

finde ich in ihrem Mix aus tolpatschig

wirkender Neugier und

gatschverliebter Faulheit viel zu

sympathisch und gegen Hunde

kann man sowieso nichts haben.

Die zweifelnde, zaudernde Stimme

im Kopf kommt eher von einem

rachitischen Giftzwerg mit

nasalem Kreissägentimbre, der

irgendwo zwischen Mittelohr

und Kleinhirn herumhüpft, als

hätte er sich gerade in einen

Ameisenhaufen gesetzt. Also: ein

Mann. Und er sagt selten Nettes.

Was mir im Training oder Wettkampf

hilft? Raus aus dem Gedankengefängnis,

rein in die Freiheit

des Augenblicks. Ein bewusster

Blick auf wuchtige Gipfelpanoramen,

funkelnde

Bergseen oder verlaubte Waldwege

lässt den Bleib-doch-stehen-Wicht

im Kopf noch lächerlicher

wirken. Ein Filetieren des

großen Ziels in kleine, erreichbare

Etappen und damit die Dichte

an Erfolgserlebnissen maximieren.

Oder einfach das Hirn abschalten,

den Blick zwischen die

Schulterblätter des Vordermanns

einhaken, die letzte Kraft für ein

Nach-oben-Ziehen der Mundwinkel

verschwenden – und locker

weiterlaufen.“

on“), um sich aufzuraffen und aktiv zu werden.

Der Schweinehund wacht quasi über unseren

Zustand in Ruhe, er ist unser Botschafter der

Komfortzone und will nicht, dass wir sie verlassen.

„Dabei ist es so wichtig, dass wir die Komfortzone

verlassen. Unser Extremorgan Gehirn

ist so konzipiert, dass es mit seinen 100 Milliarden

Nervenzellen nur dann wächst, wenn wir

uns bewegen“, weiß Kogler. „Jeder Gang hinaus

in die Kälte ist eine neue Verknüpfung, eine

neue Synapse.“

Muss man den Schweinehund

„bekämpfen“? Warum so aggressiv?

Kogler nennt drei Schritte im Umgang mit

dem inneren Schweinehund. Als Erstes braucht

es ein gewisses Maß an Aggression, also – wenn

man so will – den Kampf: Geh raus! Mach

Training! Hör zu rauchen auf! Beweg dich! Danach

braucht es als Zweites die Disziplin, dem

natürlichen Drang („Komfortzone“) nicht

nachzugeben. „Emotionskontrolle“ nennt Kogler

diesen Schritt. Nach der Disziplin kommt

Phase drei: die Freude, die Belohnung. „Das

kann die soziale Anerkennung sein, etwas geschafft

zu haben, ein Ziel erreicht zu haben, die

Traumfigur, die neue 10-km-Bestzeit, rauchfrei

zu sein oder auch – wie in der Profiwelt – die

monetäre Entlohnung in Form von Preisgeld

und Siegerschecks. „Welche Motivation stärker

zieht, ist von Typ zu Typ unterschiedlich“, sagt

Kogler. Seine besten Tipps haben wir im Infokasten

rechts zusammengefasst.

Einer, der sich stunden-, tage-, ja, monatelang

mit seinem Schweinehund befasst haben

muss, ist Michael Strasser. Der Niederösterreicher

hat mit dem Rennrad Russland und Afrika

durchquert (in Rekordzeit) und 2018 einen

neuen Weltrekord durch Nord- und Südamerika

aufgestellt, als er in 84 Tagen von Alaska

nach Patagonien geradelt ist („Ice2Ice“). Auf

den 22.600 Kilometern musste er viel verarbeiten:

Eis und Schnee, Grenzkontrollen, Bürokratie,

Gegenwind, Unfälle, Erschöpfung,

Lebensgefahr. „Das Wort gefällt mir zwar nicht,

aber der Schweinehund ist mein inneres Ich.

Ich spreche mit dieser inneren Stimme, frage,

wie es so geht und wie sehr ich uns belasten

darf“, erzählt Strasser. „Ich habe gelernt, auf

meinen Körper zu hören. Wenn ich krank bin,

GEHT

RAUS UND

BEWEGT

EUCH.

DER REST

KOMMT

VON

SELBST.

DR. ALOIS

KOGLER

ist Sportpsychologe,

Arbeitspsychologe,

Verhaltenstherapeut, Autor.

alois.kogler@teamspirit.at

www.teamspirit.at

16 SPORTaktiv


Foto: www.eko-life.at, Klaus Höfler, Samuel Renner

trainiere ich nicht mehr – das habe ich auch erst

lernen müssen. Der Körper ist eben keine Maschine,

meiner zumindest nicht.“ Ein Beispiel,

wie er den Schweinehund austrickst, hat der studierte

Architekt aus seinem Trainingsalltag parat.

„Ich mag Stabi-Übungen und Core- Training

nicht besonders. Also habe ich mich am USI

Wien gleich als Übungsleiter einteilen lassen.

Wenn du der Instruktor bist und 150 Leute

kommen wegen dir, kannst du nicht absagen“,

lacht er. Wobei Strasser auch das Wort „Training“

nicht sonderlich mag. „Ich habe einen

starken inneren Antrieb für Bewegung und durfte

das schon als Kind lernen, wie gut es tut, sich

bewegen zu können. Die Menschen sollten nicht

immer von ,Training‘ sprechen. Sie sollten davon

sprechen, wozu wir eigentlich gebaut sind – und

das ist sicher nicht, zehn Stunden pro Tag vor

dem PC zu sitzen. Geht raus und bewegt euch,

der Rest kommt von selbst.“ Das kennt auch

Sportpsychologe Kogler. „Freude an der Bewegung“

bzw. „Bewegungslust“ nennt er diesen

starken Motivator, wenn es uns einfach Freude

bereitet, in Bewegung zu sein und eine sportliche

Betätigung auszuüben.

TRICKS

GEGEN DEN

SCHWEINE-

HUND

VON DR. ALOIS KOGLER

1. Gruppenzwang!

Training in der Gruppe, im

Team, als Paar. Motto: „Gemeinsam

sind wir stärker.“

Auch Whatsapp-Gruppen sind

ein Anfang, Ausreden gelten

nicht …

2. Pläne schmieden!

Training dokumentieren, Tagebuch

führen, Einheiten im Kalender

eintragen, Regelmäßigkeiten

und Routine einführen.

3. Ziele!

Mehrere ineinandergreifende

Ziele zu formulieren, erhöht die

Chance. Ein Ziel allein („Abnehmen“)

ist nicht so stark.

Dazu z.B.: gesünder ernähren,

öfter laufen, neue Sportarten

erlernen.

4. Multi-Sport!

Mehrere unterschiedliche Bewegungsabläufe

nebeneinander

machen, z.B. nicht nur Laufen

als Ziel nehmen, sondern

auch Schwimmen, Yoga, Krafttraining,

Tennis etc. versuchen.

Noch ein paar Tipps aus der Praxis? Der

Chefredakteur von SPORTaktiv, Name und

Anschrift der Redaktion bekannt, motivierte

sich einst zum Start seiner Laufkarriere, indem

er sich mit sündhaft teuren Laufschuhen unter

Druck setzte. Hat funktioniert. Ein schöner

Rat kommt auch via Facebook von Userin Bianca.

„Mein Schweinehund heißt Rainer. Und

seit ich ihn mit Namen ansprechen kann, ist er

viel netter, nicht mehr so dominant und viel

einsichtiger.“ Also, jetzt ist die Zeit.

SPORTaktiv

17


Mehr zu BLACKROLL ® und zum

RECOVERY PILLOW:

www.blackroll.com

GUTE NACHT,

GUTER TAG

EIN DRITTEL UNSERES LEBENS VERBRINGEN WIR

SCHLAFEND. GUT SO, SETZEN SICH DOCH IM

SCHLAF VIELE PROZESSE IN GANG, DIE UNSERE

GESUNDHEIT UND LEISTUNG BEEINFLUSSEN.

Das RECOVERY PILLOW von

BLACKROLL ® lässt sich komprimieren

und ist auch unterwegs

immer mit dabei.

Das Immunsystem wird gestärkt,

Muskeln werden repariert und

Trainiertes oder Gelerntes gefestigt

– all das während wir schlafen.

Das funktioniert aber nur, wenn auch

die Schlafqualität stimmt. Wer gut einund

durchschläft und die wesentlichen

Schlafphasen (wie den Tiefschlaf) in den

richtigen Proportionen durchläuft, fühlt

sich fitter, ist stressresistenter und leistungsfähiger

in Beruf, Alltag und Sport.

Für einen erholsamen Schlaf helfen

Schlafroutinen: etwa ein heißes Bad,

eine leichte Massage mit der BLACK-

ROLL ® -Faszienrolle oder Atemübungen.

Mindestens genauso wichtig sind

gleichbleibende Bedingungen wie eine

regelmäßige Schlafensszeit, eine vertraute

Umgebung und ein hochwertiges

Kissen. Das ergonomische, atmungsaktive

BLACKROLL ® RECOVERY

PILLOW fördert entspanntes Ein- und

Durchschlafen in jeder Schlafposition.

Es ist auch perfekt für unterwegs, weil

es sich komprimieren lässt und immer

in die ursprüngliche Form zurückfindet.

Wer seine Leistung steigern möchte,

muss auf eine ausgewogene Ernährung

und auf regelmäßiges Training achten,

genauso wie auf aktive und passive

Regeneration: Schlaf ist ein wichtiger

Baustein für den Erholungsprozess,

der vom BLACKROLL ® RECOVERY

PILLOW stark unterstützt wird.

ANZEIGE / Fotos: BLACKROLL®

18 SPORTaktiv


FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: Erwin Scheriau, Brandstätter Verlag, Dynafit

WAS DAS HERZ BEGEHRT

Seit 12. November hat der größte

Intersport-Store Europas im

Grazer Center West geöffnet. Der

neue Store von Eigentümer Harald

Tscherne (2. v. l.) bietet auf 7500 m²

alles, was das Sportlerherz begehrt.

www.intersport.at

365-TAGE-CHALLENGE

„Beweg dich! Und dein Gehirn

sagt Danke“ ist ein Bestseller. Mit

„Runter vom Sofa!“ präsentierte

Neurowissenschafterin Manuela

Macedonia jetzt das Praxisbuch

fürs tägliche Gehirntraining 2020.

brandstaetterverlag.com

SPEEDFIT NIGHTS

Piste hoch statt Beine hoch: Dynafit

organisiert diesen Winter wieder

eine Reihe von Speedfit Nights für

Pistentourengeher in Österreich und

Deutschland. Los geht es am 15. Jänner

in Saalfelden (S) am Biberg.

www.dynafit.com/speedfit


WAS WIR VON

PROFIS

LERNEN KÖNNEN

… UND WAS WIR BESSER NICHT MACHEN SOLLTEN.

ÖSV-TRAINER HANNES SCHWARZ ÜBER DEN RICHTIGEN ZUGANG

ZUM TRAINING FÜR HOBBY-SKIFAHRER, WARUM TRINKEN NICHT

GLEICH APRÈS-SKI BEDEUTET UND WANN ES EIGENTLICH NUR

NOCH UM SCHADENSBEGRENZUNG GEHT.

VON CHRISTOPH HEIGL

eine Sorge. Wer schon einmal

einen Profi-Skifahrer in natura

vor sich gesehen hat

(im Idealfall in kurzer

Hose, kurzem Shirt) oder Bilder der Skifahrerinnen

beim Stand-up-Paddeln

oder auf der Slackline kennt, der weiß:

Das sind Topathleten und -athletinnen.

Muskelberge, Stabi-Wunder, Supersportler.

Was man mit solchen Körpern und

Talenten im Training anstellen kann,

sieht man eindrucksvoll im Film „One

Hell of a Ride“. Da werden Baumstämme

über Böschungen gezogen, Gewichte

auf Pezibällen gestemmt und Helme mit

Gummibändern hin- und hergerissen.

Keine Sorge. Das werden wir dir hier

nicht als Trainingstipps für die Skisaison

mit auf den Weg geben.

Aber wir haben einen Experten gefragt,

ob wir normalsterblichen Skifahrer

etwas von der Vorbereitung der Profis

lernen können. Auch wenn wir nicht

über den Hundschopf oder den Ganslernhang

müssen, sondern nur die Familienabfahrt

in Hinteruntereggendorf

halbwegs sturzfrei bewältigen wollen.

Und wir haben mit Hannes Schwarz

den Mann für aufschlussreiche Antworten.

„Ja, man kann sich durchaus etwas

abschauen“, verrät der Kärntner Sportwissenschafter

und Konditionstrainer

der Weltcupstars wie Marco Schwarz,

Manuel Feller und Matthias Mayer.

FITNESS

Klar ist, die monatelange Vorbereitungsphase

von Profisportlern ist für den Laien

nicht machbar. „Aber wer sich über

den Sommer hinweg fit hält mit Laufen

oder Radfahren – Mountainbiken ist

etwa ein sehr gutes Training fürs Skifahren

–, bringt schon einiges mit für den

Skiwinter“, sagt Schwarz. Dazu noch ein

bis zwei Mal pro Woche Krafttrainings

mit Kniebeugen und Ausfallschritten,

Auch ein

Bikepark-Kurs mit

Angie Hohenwarter

am Weißensee

stand für Manuel

Feller, Hannes

Schwarz (v.l.)

und Co. auf dem

Trainingsplan.

das bringt die nötige Power in die Beine.

Wer nicht ständig an seiner Fitness arbeitet,

sollte etwa zwei, drei Monate vor

dem Winter damit beginnen. Für Minimalisten:

Am Dienstag zu starten, wenn

es am Samstag auf die Piste geht, ist zu

spät. Schwarz: „Da geht es nur noch um

Schadensbegrenzung.“

SKITRAINING

Um fürs Skifahren spezifisch zu trainieren,

empfiehlt Schwarz zum einen Einheiten

auf „instabilen Untergründen“

wie Slacklines, Pezibällen oder Balance-

Boards und zum anderen, den Fokus

nun generell aufs Rumpftraining zu le-

Fotos: Heiko Mandl, Gepa Pictures

20 SPORTaktiv


gen. „Wenn der Körper über Bauchmuskeln

und Rücken keine Stabilität

hat, komme ich am Ski nicht zurecht.“

Diesbezüglich auch ein wohl noch praxistauglicherer

Rat: „Zu solchen Einheiten

zähle ich durchaus auch Tennis

oder die Fußballrunde.“

AM TAG X

Fast am idealsten scheint der Ratschlag

zu sein, sich von den Profis die Routine

am Renntag abzuschauen, vor allem

das Aufwärmen. Und dabei meint der

ÖSV-Coach ausdrücklich nicht das

Programm, das wir von den TV-Bildern

eines Marcel Hirscher kennen,

der hinter den Starthäusern noch Liegestütze

gemacht und Therabänder

oder Schlingentrainer malträtiert hat.

„Die Basisübungen reichen, um warm

zu werden und Verletzungen vorzubeugen.

Ich mache das selbst vor jedem

Skitag.“ Seine Empfehlungen: nicht

aus dem kalten Auto hechten und

gleich in den erstbesten Steilhang knallen,

sondern vor dem Anschnallen ein

paar Minuten investieren. Beinschwingen,

Ausfallschritt, Kniebeugen, dabei

mit den Skistöcken auch den Oberkörper

beschäftigen. Was Olympiasieger

machen, kann uns doch nicht peinlich

sein, oder?

PROFI-

TIPPS

+ Rechtzeitig das Fitnessprogramm

starten: Kraft,

Ausdauer, Stabilisation

+ Den Rumpf (Bauch,

Rücken) auf keinen Fall

vernach lässigen

+ Ein ordentliches Aufwärmprogramm

machen

+ Die ersten Fahrten

langsam angehen

+ Technikübungen zum

Gewöhnen an die Position

und die Bewegungsabläufe

+ Häppchenweise essen und

trinken nicht vergessen

+ Früh genug aufhören

SPORTaktiv

21


ERSTE FAHRT

„Unsere Profis stellen sich nicht ins

Starthaus und fetzen weg, sondern sind

sich davor in Ruhe ein- und warmgefahren.

Das sollte jeder Hobbyskifahrer

auch machen“, empfiehlt Schwarz. Das

heißt, einfache Pisten für die ersten

Fahrten auswählen, nicht den knackigsten

Hang. Vorsichtig starten, sich langsam

wieder an die Bewegungsabläufe gewöhnen.

Dabei kann man durchaus

zum Auffrischen ein paar Technikübungen

machen, ohne Stöcke fahren, bewusst

die Hoch- und Tiefbewegung machen,

Schwünge technisch ganz korrekt

fahren, Pflugbögen machen und sich generell

wieder an die Position am Ski gewöhnen.

„Das machen sogar die Profis

am Beginn unserer Trainingslehrgänge“,

verrät Schwarz.

ESSEN UND TRINKEN

Es ist merkwürdig, aber was für uns

beim Laufen, Radfahren und Bergsteigen

ganz normal ist, scheinen wir beim

Skifahren oft zu vergessen, nämlich das

regelmäßige Essen und Trinken. Und

dabei ist jetzt weder das Cordon bleu

um 10.45 Uhr noch das Hüttenbier gemeint

(und Après-Ski schon gar nicht!),

sondern der gelegentliche Schluck aus

der Trinkflasche im Rucksack oder im

Auto, Obst sowie der Müsli- und Energieriegel

in der Jackentasche. Skifahren

ist ein richtig anstrengender Sport, unser

Körper braucht Energie und entsprechenden

Nachschub.

FRÜH GENUG

AUFHÖREN

Klingt komisch, aber selbst das kann

man von Top-Athleten lernen. Man

muss den Skitag nicht bis zum letzten

Tageslicht und dem letzten Körnchen

Kraft in den Oberschenkeln ausreizen.

Lass es früher gut sein, bevor du müde

wirst und die Verletzungsgefahr steigt.

„Wenn Profis an einem freien Tag frei

Ski fahren und acht bis zehn Mal voll

MAG. HANNES

SCHWARZ

Der 40-jährige Sportwissenschafter

ist seit 2014 Athletiktrainer

beim ÖSV in der

Gruppe Weltcup Technik I.

am Zug über eine Piste ziehen, ist es ihnen

auch genug und sie hören auf. Trainingsläufe

kann man ebenfalls nicht endlos

machen“, weiß Schwarz. Also Mut zur

Pause, zum Aufhören, zum Ruhetag oder

freien Nachmittag im Skiurlaub. „Man

kann ja auch shoppen gehen“, lacht

Schwarz. Und wie Profis shoppen, erzählen

wir beim nächsten Mal ...

24 STUNDEN

DER REKORDE

ALLE INFOS

UND ERGEBNISSE:

www.parktherme.at/events/

24-stunden-schwimmen

Beim 14. Parktherme

24-Stunden-Schwimmen

in Bad Radkersburg (St)

fielen die Bestmarken und

es wurden über 10.000

Euro für Licht ins Dunkel

„ erschwommen“.

Ski-Ikone Lizz Görgl und Schauspieler

Andreas Kiendl waren nur zwei der Promis,

die sich das 24-Stunden-Schwimmen in der

Parktherme Bad Radkersburg nicht entgehen

ließen. 400 Sportlerinnen und Sportler

machten insgesamt bei dem Kultevent für

den guten Zweck mit, 10.000 Euro für

„Licht ins Dunkel“ kamen zusammen.

Claudia Müller war wieder sportlich eine

Klasse für sich: Die Seriensiegerin schaffte

nicht nur erneut mehr Kilometer (74,6) als

der beste Mann Gerald Brettenhofer (73,6),

sondern stellte auch einen persönlichen

Rekord auf. Auch in der Herrenstaffel fiel

der Rekord („Iron Sharks“, 112,3 km). Die

SPORTaktiv-Leserstaffel (kl. Bild) mit Silvia

Eberl, Rene Ofner, Bibiana Rydel, Christian

Schussmann und Johann Körner landete mit

69,2 km auf dem guten 16. Rang unter 37

angetretenen Staffeln.

ANZEIGE/Fotos: 24-Stunden-Schwimmen

22 SPORTaktiv


Damit Berge zum Erlebnis werden

Weltweit vertrauen Skigebiete auf Doppelmayr/Garaventa. Als verlässlicher Partner liegt unser Bestreben seit dem Bau des

ersten Skiliftes und auch heute noch darin, unseren Kunden und deren Gästen das Beste für ihr Wintersporterlebnis am Berg

zu bieten. Denn sie alle sind Maßstab für neue Ideen. Vorausschauendes Denken und langjährige Erfahrung ermöglichen es

uns als Weltmarktführer, die Qualität der Doppelmayr/Garaventa Seilbahnen stetig zu erhöhen und die Technologie dahinter

zu perfektionieren. So genießen sowohl die Fahrgäste als auch das Betriebspersonal Komfort und Sicherheit höchster Güte.

doppelmayr.com


Die Parktherme Bad Radkersburg & SPORTaktiv laden ein ins

3. VITAL-CAMP

BAD RADKERSBURG

26. bis 29. März 2020 (Do.–So.)

PROGRAMM

• Do.: Anreise nach Bad Radkersburg,

Erholung und Entspannung im besonderen

Thermalwasser der Parktherme ab 8 Uhr möglich;

offizielle Begrüßung um 17 Uhr

• Fr. und Sa.: Anwendungen im Rahmen des gewählten

Grünkraft Vita med-Pakets, Erholung und Entspannung

in der Therme, Abendessen im Restaurant

Mehrblick oder Fontäne der Parktherme nach Wahl

• So.: Thermennutzung bis 11 Uhr (oder ganztägig

gegen kleinen Aufpreis), Abreise

SPORTaktiv-Preis:

€ 399,– (statt € 498,–) p. P./DZ Kat. Caesare, EZ auf Anfrage

IM PREIS ENTHALTEN

• 3 Übernachtungen im 4*Vitalhotel der Parktherme

Bad Radkersburg

• 3 x Halbpension in den Restaurants der Parktherme

• 3 Tageseintritte in die Parktherme inkl. Saunadorf

• tägliche selbstständige Nutzung des medizinischen

Trainingszentrums im Vita med Gesundheitszentrum

• Betreutes Programm entsprechend dem Grünkraft-Paket

„Aktiv & Fit“

• Gratis Bergschutz Nürnberger Versicherung

DAS GESUNDHEITSPAKET

Grünkraft AKTIV & FIT: Stärkung durch Bewegung

• 1 x medizinisches Training inkl. Rückencheck und

Erstellung eines Trainingsplans (50 Minuten in der

Zweiergruppe)

• 1 x Faszienmassage (25 Min.)

• 1 Trinkkur Mineralwasserquelle Long Life

• umfassendes Aktiv- und Vitalprogramm

DIE GESCHENKE

Ein Top-Sportnahrungs paket

von Peeroton für genügend

Energie; ein SPORTaktiv-

Headband von BUFF und

ein Theraband-Set für

Kräftigungsübungen

24 SPORTaktiv


VITAL-CAMP

www.sportaktiv.com

DAS ANGEBOT:

VIER TAGE/DREI NÄCHTE IM

TOP-THERMENHOTEL UND

GESUNDHEITS -PROGRAMM

UM € 399,–/PERSON

Wie neugeboren fühlt man sich nach einem Aufenthalt

in der Parktherme Bad Radkersburg und

dem direkt an die Therme angeschlossenen Vita

med Gesundheitszentrum das ganze Jahr über. Speziell im

Frühling 2020 haben wir für alle, die bewegt ins noch junge

Jahr starten möchten, ein besonderes Paket geschnürt:

Unsere Leser/-innen entdecken beim SPORTaktiv-Vital-Camp

von 26. bis 29. März die ganze Palette an Wohlfühl-

und Gesundheitsangeboten der Parktherme – und

logieren mit allem Komfort im 4*-Genießerhotel, dem

Vitalhotel der Parktherme Bad Radkersburg. Und das zum

absoluten Vorteilspreis von nur € 399,– pro Person!

Bei den ganzheitlichen „Grünkraft“-Angeboten der

Parktherme und des Vita med Gesundheitszentrums stehen

Bewegung, Entspannung und mentale Gesundheit im

Mittelpunkt. Das Vital-Camp 2020 richtet sich an alle, die

Sport in erster Linie zum Gesundbleiben und Wohlfühlen

betreiben. Die medizinische Kompetenz, das regenerative

Thermalwasser und die Anwendungen mit regionalen Naturprodukten

ergänzen das bekannte Wohlfühlambiente

im Südosten der Steiermark. Zu diesem trägt auch die einzigartige

Landschaft der Region Bad Radkersburg bei: Die

Murauen, die idyllischen Weinberge mit ihrem Wanderund

Radwegen, die historische Altstadt Bad Radkersburgs

sowie der vielgeschätzte naturnahe, bodenständige Charakter

der Region laden zum Erkunden ein und bilden das

optimale Umfeld zur Steigerung des Wohlbefindens.

Im Camp wirst du von Gesundheitsspezialisten mit

medizinisch-therapeutischem Fachwissen und hoher sozialer

Kompetenz begleitet. Die Campgäste wohnen im

4* Vitalhotel der Parktherme, das seit vielen Jahren zu

den beliebtesten Wohlfühlhotels der Region zählt. Dieses

exklusive Leser/-innen-Angebot ist auf 16 Campplätze

limitiert – starten wir gemeinsam wie neugeboren in ein

vitales Frühjahr!

ANMELDUNG

Fotos: Parktherme Bad Radkersburg, Harald Eisenberger

DIE UNTERKUNFT

Die Camp-Teilnehmer wohnen im 4* Vitalhotel

direkt an der Parktherme Bad Radkersburg.

Mehr Infos zum Hotel: www.vital-hotel.at

Kontakt und Buchung mit Kennwort

„SPORT aktiv-Vital-Camp“:

Vitalhotel der Parktherme Bad Radkersburg

T. +43 34 76/41 500

office@vital-hotel.at

www.vital-hotel.at

www.parktherme.at/vita-med

SPORTaktiv

25


SIEGEN

MARIANNE MAIER IST

EUROPAS BESTE MASTERS-

MEHRKÄMPFERIN – UND

KÄMPFT AUCH FÜR EINE

BESSERE ANERKENNUNG

DES MASTERS-SPORTS.

DASS LEISTUNGSSPORT

ALS „JUNGBRUNNEN“

TAUGT, DAVON IST AUCH

SPORTAKTIV- EXPERTE KURT

STEIN BAUER ÜBERZEUGT.

VON CHRISTOF DOMENIG

HÄLT

JUNG

ie sammelt Siege wie andere Facebook-Likes.

Mehr als 100 bei Welt- und Europameisterschaften

gewonnene Medaillen, davon 59 goldene,

liegen bei Marianne Maier zu Hause im

Schweizer St. Margrethen, gleich hinter der

Vor arlberger Grenze. Bei der Leichtathletik-Masters-EM

im Raum Venedig im September gewann die

österreichisch-schweizerische Doppelstaatsbürgerin,

deren sportliche Heimat die TS Höchst in Vorarlberg

ist, Gold über 80 m Hürden, im Hochsprung, Weitsprung

sowie im Siebenkampf in der Klasse W75.

2016 bis 2018 wurde sie jeweils zu Österreichs Masters-Athletin

des Jahres gewählt, Ende 2018 auch als

beste Masters-Mehrkämpferin Europas geehrt.

Dabei hat sie erst mit 40 Jahren mit Leichtathletik

begonnen, vorher war sie ohne Leistungsambition im

Turnverein. „Bei TS Höchst habe ich dann meinen

langjährigen Trainer getroffen, der mir viel beibrachte“,

erzählt die Medaillensammlerin, die auch mehrere

Weltrekorde aufgestellt hat, etwa im Kugelstoßen.

Sie begann mit dem damaligen Fünfkampf, ging bei

nationalen und bald auch internationalen Wettkämpfen

an den Start. „Mit dem Erfolg kommt der Ehrgeiz“,

sagt sie im typisch Schweizer Understatement.

Zu Beginn trainierte sie drei bis fünf Stunden die

Woche; jetzt nach der Saison ist sie viermal wöchentlich

rund 1,5 Stunden im Training, vor internationalen

Wettkämpfen, auch mit mittlerweile 76 Jahren,

fast täglich.

Marianne Maier ist das Paradebeispiel, aber zugleich

nur eines von vielen: Dafür, dass Sport jung

hält, aber, was vielleicht nicht jedem so bewusst ist:

Nicht nur moderater Gesundheitssport, sondern auch

Leistungssport. Davon ist auch Sportwissenschafter

Kurt Steinbauer aus unserem SPORTaktiv-Expertenpool

überzeugt. Der 57-Jährige wurde selbst bei der

Leichtathletik-Masters-EM Fünfter im Weitsprung

und sagt: „Leistungssport im fortgeschrittenen Alter

boomt, die Dichte in den Altersklassen wird immer

größer, Rekorde fallen weltweit.“

Ab 35 gilt man nicht nur in der Leichtathletik,

sondern in vielen Sportarten als „Masters-Athlet“, sozusagen

als „Senior“. Natürlich geht die Leistungsfähigkeit

mit zunehmendem Alter zurück, aber gerade

Sport kann diesen Effekt in erstaunlichem Maß verzögern.

Steinbauer ist sicher, dass heute einerseits bessere

Trainingsmethoden dazu führen, dass in den

Masters-Klassen die Leistungsdichte stark steigt, und

dass andererseits auch aufgrund eines besseren Lebensstils

die „Alters-Limitierung“ später einsetzt.

„40 ist das neue 30“ oder sogar „70 das neue 50“?

Das ist kein leeres Gerede. Steinbauer wurde einst als

30-Jähriger österreichischer Masters-Meister – erst ein

paar Jahre später wurde die Grenze um fünf Jahre

nach oben gesetzt. In den 1990er-Jahren bot der

Sportwissenschafter „Ü40-Turnen“ an, was heute

ebenso kurios klingt.

Fotos: Marianne Maier

26 SPORTaktiv


MARIANNE MAIER

wohnt in St. Margrethen

(Schweiz), startet für TS Höchst

(V). Bis dato über 100 Medaillen

in der Masters-Leichtathletik,

zuletzt 4 x Gold bei der EM in

Venedig in der Klasse W75.

SPORTaktiv

27


Leben für den Sport

Aus sportwissenschaftlicher Sicht nehmen

Schnellkraftleistungen zuerst ab (oder

besser gesagt: sie sind schwieriger durch

Training aufrechtzuerhalten). Aber man

weiß heute im Gegensatz zu früher, dass

die schnellen Muskelfasern auch ab 40

auf Trainingsreize ansprechen, sagt Steinbauer.

Kraftleistungen und vor allem

Ausdauerleistungen sind generell länger

aufrechtzuerhalten.

Älterwerden schlägt sich auch in höherer

Verletzungsanfälligkeit und längeren

Regenerationszeiten nieder. Trainings-

und Regenerationszeiten müssen

gut geplant sein, allgemeines Training

wird im Vergleich zum spezifischen

wichtiger. In der Ernährung nimmt der

Eiweißbedarf etwas zu. Und hört man

mit Sport auf, geschieht der Leistungsabfall

deutlich schneller als in jungen

Jahren. „Man ist sozusagen zum Training

verdammt“, sagt Steinbauer. Was

aber Masters-Athleten nicht stört.

„Die Hälfte derer, die bei einer Mas-

ters-EM dabei sind, lebt für den Sport“,

weiß Kurt Steinbauer. Marianne Maier

relativiert das für sich: „Man muss trotzdem

ein bisschen das Leben genießen.

Alles möchte ich nicht dem Sport unterordnen.“

Ihre Familie (Ehemann, ein

Sohn, zwei Enkelsöhne) sei schon „recht

stolz“ auf sie. Während sie zum

Leichtathletiktraining geht, setzt ihr

Mann sich gern aufs Rennrad, „nur

manchmal wünscht er sich, dass ich

nicht so viel weg wäre“, lacht Maier, die

das Unterwegssein auch genießt: „Durch

den Sport bin ich schon auf der halben

Welt gewesen.“

Die Siebenkämpferin

ist auch in

einzelnen

Disziplinen top.

Im Kugel stoßen

hält sie den

Weltrekord.

„Fast wie eine Familie“ trifft auch auf

die Masters-Szene zu. Auch wenn die

Leistungen erstaunlich und der Ehrgeiz

groß sind, geht es freundschaftlicher zu

als in den allgemeinen Klasse, bestätigen

Maier und Steinbauer. Was sich Marianne

Maier wünscht: Dass Masterssport

mehr geschätzt und weniger belächelt

wird. Auch wenn sich hier bereits einiges

geändert habe: Es gebe schon noch Raum

für Verbesserung.

Herausforderung motiviert

Ums „Fitbleiben bis ins hohe Alter“ geht

es den Masters eher als Nebeneffekt. Um

GUTER TIPP: THERMENZEIT SCHENKEN!

In der Alpentherme in Bad Hofgastein (S) kann man tolle

Winter-Glücksmomente erleben – und auch verschenken.

SALZBURG. Den Schneeflocken beim Tanzen zusehen,

warmes Thermalwasser auf der Haut, weiße Bergspitzen

glitzern rundherum. Entspannen, abtauchen. Wo? In der

Alpentherme in Bad Hofgastein. Ein Lieblingsplatz an

kalten Wintertagen ist die Sauna-World mit Spezial- und

Showaufgüssen. Oder man begibt sich in die magischen

Hände der Beauty-Residenz-Crew – zur Beautybehandlung

oder zur Massage. All diese Glücksmomente kann man – als

Thermengutschein – auch als „Christkinderl“ verschenken.

www.alpentherme.com

KURZURLAUB MIT LANGZEITWIRKUNG

Im TAUERN SPA Zell am See – Kaprun kann man übernachten

oder den „Relax! Tagesurlaub de Luxe“ genießen.

SALZBURG. Als Gast startest du deinen Tag mit einem

ausgiebigen Frühstück im Hotelrestaurant. Im Anschluss

genießt du den exklusiven Zugang zum neuen Hotel SPA

Gletscherblick mit Glas-Panoramapool, Gletscherblick-Sauna

und Eisnebelgang. Bei unvergleichbarem Bergpanorama

kannst du dich in Ruhe entspannen und die Vielfalt der

Wasser- und Saunawelt erfahren. Im Alpin Vital SPA &

Kosmetik gönnst du deinem Körper noch eine Extraportion

Verwöhnprogramm – alles um € 111,– pro Person und Tag.

www.tauernspakaprun.com

Fotos: Tauern Spa, Alpenthereme

28 SPORTaktiv


das zu erreichen, würden vier bis fünf

Stunden Bewegung pro Woche mit den

Komponenten Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit,

Koordination reichen. Eben

„Gesundheitssport“ – der jedoch immer

mehr nicht reicht: „Man möchte etwas

erleben, macht Crossfit, einen Ironman

oder geht klettern. Herausforderung ist

ein riesiger Motivationsfaktor“, sagt

Kurt Steinbauer. Ein später Einstieg in

den Leistungssport kommt nicht selten

vor: Oft spielen die Zeitressourcen eine

Rolle, die größer werden, wenn Kinder

aus dem Haus sind, oder die finanziellen

Möglichkeiten, wenn die Wohnung abbezahlt

ist.

Dass Leistungssport den Körper, zu

viel Training zum Beispiel die Gelenke

schädigt, habe man früher geglaubt.

Heute wisse man, dass Bewegung die

Gelenke mit Gelenksflüssigkeit versorgt

und eher Inaktivität es ist, die schadet,

erklärt Steinbauer. „Ist die stabilisierende

Muskulatur rund ums Gelenk ausgewogen

trainiert, schützt das vor Überlastung,

was man heute im Training berücksichtigt.“

Sportliche Leistungsfähigkeit

setzt auch einen allgemein gesunden

Lebensstil voraus. Regelmäßige medizinische

Checks, ein sehr gut geplantes,

ausgewogenes Training und ein mehrjähriger

Aufbau sind Voraussetzungen.

In der ersten Reihe

Am 24. Dezember wird Marianne Maier

77 – sozusagen als „Christkind“. Ihr

Wunsch: noch lange so fit zu sein und so

aktiv sein zu können – sie sagt aber

auch: „Alter muss man akzeptieren.“

Dass mit Leistungssport einmal Schluss

sein wird, „mit dem Gedanken kann ich

mich noch nicht recht anfreunden. Aber

wenn es passiert, muss ich damit leben.“

Noch gibt es keine Anzeichen, lediglich

der Rücken und die Knie zwicken

manchmal, was sich durch Trainingssteuerung

in den Griff kriegen lässt.

Maier ist heute ihre eigene Trainerin, sie

hört sehr auf ihren Körper, sagt sie.

Nicht nur körperlich habe ihr der Sport

MAG. KURT

STEINBAUER

aus Deutschlandsberg (St) ist

Sportwissenschafter, Trainer und

Leichtathlet, EM-Fünfter im

Weitsprung in der M55.

www.spiritofsports.at

viel gebracht: „Von Kindheit an war ich

es nicht gewohnt, vorne zu stehen, mein

Selbstbewusstsein war nicht so groß.

Umso mehr schätze ich die Erfolge. Es

freut mich irrsinnig, als ältere Dame unter

den jungen Leuten stehen zu dürfen.“

Medaillensammlerin Marianne

Maier wird das bestimmt noch viele

Male dürfen.

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KOPFSACHE

PRÄGENDE

ERFAHRUNGEN

PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

Was erfordert die Führung von Teams?

Was zeichnet Personen aus, denen

Führungsqualität nachgesagt wird?

Sobald Menschen zusammenkommen und ein

gemeinsames Ziel verfolgen, braucht es jemanden,

der die Leitung übernimmt. Einen, der die

fachliche und soziale Kompetenz hat, die Gruppe

bei der Verwirklichung von Zielen zu unterstützen.

Führen erfordert, mit allen Beteiligten zu

sprechen, die Verantwortung zu übernehmen

und notwendige Entscheidungen zu treffen.

Bei der aufgabenorientierten Führung geht es

um die Entwicklung von Ideen, das Formulieren

von Plänen und Zielen und die Koordinierung

von gemeinsamen Aktivitäten. Gleichzeitig

braucht es auch die sozial-emotionale Führung.

Dabei stehen die Ermutigung von Teammitgliedern,

der Abbau von internen Spannungen und

das Suchen von befriedigenden Lösungen im

Vordergrund. Erfolgreiche und charismatische

Führungskräfte wissen, mit welchen unter die

Haut gehenden Erfahrungen sie den viel beschworenen

Teamgeist erzeugen können.

Dazu eine kleine Geschichte: Alle lieben ihn.

Er war der Fußballtrainer meines 11-jährigen

Neffen. Im letzten Spiel der Herbstsaison ging es

gegen den überragenden Tabellenführer, der im

Vorfeld alle Spiele zweistellig gewonnen hatte.

Bei der Spielbesprechung teilte er mit, dass er

aufhören wird. Im selben Augenblick begann

er mit dem Zerschneiden eines Leiberls mit

der Rückennummer 7. Es handelte sich um ein

Werbetrikot von Cristiano Ronaldo, dem großen

Sportidol seiner Nachwuchskicker. Jedem der

Spieler steckte er ein kleines Stück davon unter

die Stutzen. „Für mich seid ihr alle kleine Ronaldos!“,

schickte er seine Helden aufs Feld. Sie

sind für ihn bis zum Umfallen gelaufen. Nur 0:3

verloren, im Grunde ein Sieg.

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Chiba ist

Geschäftsführer

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im Fitnessstudio. Ein wichtiger Punkt

ist die Hygiene, andere wichtige

Gründe sind ein besserer Griff an den

Geräten und dadurch weniger Verletzungsgefahr,

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Training durch eingebaute

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geformte Polsterungen der Innenhand,

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zum Schweißabwischen und ist

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Trainingsergebnisse.

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SPORTaktiv

31


BASISCH

LÄUFT ES BESSER

Basische Ernährung: Wer

danach googelt, stößt auf

Bücher, Artikel und bald

auch auf Widerspruch.

Die ganzheitsmedizinisch

vertretenen Theorien rund um Säuren

und Basen im Körper und wie man

sie durch die Ernährung beeinflussen

kann, seien schulmedizinisch nicht

bewiesen, liest man bald einmal.

Das mit der Schulmedizin bestätigt

die Grazer Fachärztin für Innere Medizin

Dr. Karin Stenzel-Schediwy –

die aber dennoch betont: „Das Thema

Übersäuerung ist für jeden von

Relevanz. Wir haben in der westlichen

Gesellschaft ein massives Problem

damit.“

Als Laie assoziiert man eine Übersäuerung

als Erstes vielleicht mit zu

viel Kaffee an einem stressigen Arbeitstag.

Man liegt damit gar nicht

ganz falsch, trifft die Problematik

aber nur am Rande.

Zum Verständnis also ein paar

Grundlagen: Aus dem Chemieunterricht

kennt man Säuren und Basen

und damit in Verbindung den PH-

Wert von Substanzen: „7“ ist neutral,

zwischen 1 und 7 liegt der saure

und zwischen 7 und 14 der basische

Bereich. Damit unsere Organe richtig

funktionieren können, muss der

PH-Wert des Bluts in einem engen

Rahmen von 7,35 bis 7,45 verbleiben,

also im ganz leicht basischen

Bereich. Sinkt der PH-Wert unter

7,35, gilt das Blut als übersäuert.

Das heißt in der Medizin Azidose,

ist ein Hinweis auf ein massives körperliches

Problem, zum Beispiel ein

Nierenversagen, und ein lebensbedrohlicher

Zustand.

Damit dieser aber möglichst nie

eintritt, stehen dem Körper unterschiedliche

Puffersysteme zur Verfügung,

um bei Einflüssen von außen,

wie etwa über die Ernährung, den

Blut-PH-Wert im erforderlichen Bereich

zu halten: Über Lunge, Niere,

Magen und Darm wird überflüssige

Säure ausgeschieden und damit der

PH-Wert des Blutes im gesunden Bereich

gehalten.

Fotos: Getty Images, Karin Stenzel-Schediwy

32 SPORTaktiv


WER STEAK UND SCHNITZEL

LIEBT, HAT ES NICHT LEICHT:

IN DER KLIMADEBATTE STEHT

DER FLEISCHKONSUM AM PRAN-

GER – UND WIR WOLLEN EUCH

HIER „BASISCHE ERNÄHRUNG“

NÄHERBRINGEN. OHNE ERHOBE-

NEN ZEIGEFINGER: WARUM ES

BESSER WÄRE, AUF TIERISCHES

ÖFTER ZU VERZICHTEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Bis hier decken sich auch die klassische

Schulmedizin – für die jedoch

Säuren und Basen in der Ernährung

wenig Rolle spielen – mit den Überzeugungen

jener Vertreter der Medizin

und Wissenschaft wie Karin

Stenzel-Schediwy, die eine überwiegend

basische Ernährungsweise sehr

wohl für sehr sinnvoll erachten.

Im Gewebe, nicht im Blut

Denn das viel häufigere Problem als

die zum Glück sehr selten auftretende

Azidose (ein intensivmedizinisch

zu behandelnder Notfall) ist eine

chronische Übersäuerung im Gewebe,

erklärt Stenzel-Schediwy. Also

etwa in Muskeln, Sehnen, Bändern

BEI SPORT­

LERN IST DIE

VERLETZUNGS­

ANFÄLLIGKEIT

ERHÖHT

UND EIN ZU

ERWARTENDER

LEISTUNGS­

ZUWACHS

BLEIBT AUS.

und Knochen. Bloß lässt sich diese

Übersäuerung nicht so einfach standardmäßig

messen wie der PH-Wert

im Blut.

Die chronische Übersäuerung des

Gewebes führt zu Entzündungen,

verursacht aber lange Zeit keine

wirklichen Beschwerden, erklärt die

Medizinerin. Symptome, wenn überhaupt

wahrnehmbar, sind schwer zuordenbar:

zum Beispiel häufige Kopfschmerzen,

Konzentrationsschwächen

oder chronische Müdigkeit. Für

Sportler von Bedeutung: Wenn trotz

Trainings der eigentlich erwartbare

Leistungszuwachs ausbleibt oder

wenn eine hohe Verletzungsanfälligkeit

besteht, kann eine Übersäuerung

SPORTaktiv

33


ALLESKÖNNER FÜR EINEN

GEPFLEGTEN LOOK

Ein gepflegtes Äußeres ist für den modernen Mann

ein Muss. Bei der Pflegeroutine soll die Anwendung

praktisch sein und gründliche Ergebnisse liefern –

REMINGTON ® hat die perfekten Tools dafür.

Die Graphite Series wurde entwickelt,

um viele Styles mit einem

Gerät möglich zu machen.

Die Klingen sind selbstschärfend

und graphitbeschichtet, gleiten

extraleicht über die Haut

und sind sehr hautverträglich.

Jedes Tool der Graphite Series

(PG3000, PG4000, PG5000) besitzt mehrere

Aufsteckköpfe, um mit nur einem Produkt verschiedene

Körperpartien zu stylen.

dahinterstecken. Langfristig gesehen, erklärt Stenzel-Schediwy,

wirkt sich die verbreitete Übersäuerung

dagegen oft sehr massiv aus: zum Beispiel durch Bänderverletzungen

ohne entsprechend große Krafteinwirkung

oder durch Krankheiten wie Osteoporose, die abnehmende

Knochenfestigkeit.

Hauptursachen der chronischen Übersäuerung sind:

eine falsche Ernährungsweise, Medikamenteneinnahme

sowie Stress. Typisch: „der gestresste Manager, dem bei

kleinem Anlass die Achillessehne reißt.“

Über die Ernährung kann man also viel bewirken.

Und eine sehr positive Nachricht gibt es bei all dem

auch: Basische Ernährung deckt sich in vielen Teilen mit

dem, was in der allgemeinen Ernährungslehre als „gesund“

bekannt ist. Fleisch, Zucker und damit Weißmehlprodukte,

aber auch Milchprodukte und Kaffee gelten als

Säurebildner, die lieber nur in Maßen konsumiert werden

sollten. Die typische westliche Durchschnittsernährung

mit viel Fleisch und anderen tierischen Produkten,

viel Weißmehl und Süßem ist demnach neben

Übergewicht und diversen Stoffwechselerkrankungen zusätzlich

für die Übersäuerung verantwortlich.

Als basenbildend gelten vor allem alle Formen von

Gemüse. Drei Mal täglich zugreifen, wie es im Sinne der

Nährstoffaufnahme sowieso empfohlen wird, und das in

möglichst „bunter“ Zusammensetzung sowie möglichst

schonend gegart statt „totgekocht“: Das ist die viel bessere

Alternative.

In Richtung vegan

Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, für

Sportler im Alltag die wichtigsten Energielieferanten,

sind in der basischen Ernährung erwünscht – nur sollte

man öfters auch zu glutenfreien Varianten greifen, rät

Das innovative Heritage Rasiermesser

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TON ® passt optisch perfekt zum

Rest der Heritage-Serie. Das Design

ist kompakt und verfügt über

verchromte Applikationen. Das

Styling-Tool besitzt eine auto

matische Aktivierung, wenn es

aufgeklappt wird. Es lassen sich

damit problemlos exakte Konturen

schneiden.

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BASISCHE ERNÄHRUNG:

DIE „BASIS-INFO“

Basenbildende Lebensmittel und daher sehr empfehlenswert

sind zum Beispiel: Kartoffeln, Gemüse,

Obst, Sojabohnen, Sauermilchprodukte.

Neutral und daher empfehlenswert: Vollkornprodukte,

Naturreis, Hirse, hochwertige Fette

und Öle.

Säurebildende Lebensmittelgruppen und daher

möglichst selten zu konsumieren sind: Fleisch,

Zucker, Weißmehlprodukte (Semmel, Weißbrot,

weiße Nudeln), Milchprodukte, gehärtete,

raffinierte Fette und Öle, Kaffee, Alkohol.

34 SPORTaktiv


DR. KARIN

STENZEL-SCHEDIWY

ist Fachärztin für Innere Medizin,

Gastroenterologie (= den Verdauungsapparat

betreffend) und

Hepatologie (=die Leber und die

Gallenwege betreffend) in Graz.

www.stenzel-schediwy.com

Süße Mandeln

Das geniale

Frühstück

für den perfekten Start in den Tag!

Stenzel- Schediwy. Bei den Fetten soll man hochwertige,

ungesättigte Fettsäuren möglichst aus pflanzlicher Quelle

vorziehen. Eine wichtige Rolle kommt in der basischen

Ernährung den Omega-3-Fettsäuren zu, sie hemmen

Entzündungen: Außer in Fisch sind Omega-3- Fettsäuren

in Algen enthalten.

Für manche bedeutet die Tatsache, dass Milchprodukte

zu den Lebensmitteln zählen, die eine chronische

Übersäuerung befördern, vielleicht einen „Erschwernisgrund“:

Käse, Topfen und Co. als Eiweißlieferant und

vegetarische Alternative zu Fleisch können sich erfahrungsgemäß

mehr Menschen vorstellen als eine vegane

Ernährungsweise ganz ohne tierische Produkte. In der

basischen Ernährung sollte man sich dennoch in Richtung

pflanzlicher Alternativen orientieren. Doch es geht

nicht um gezieltes Streichen von Lebensmittelgruppen,

sondern um die große Tendenz: Gemüse regelmäßig als

Hauptbestandteil, Fleisch seltener und wenn, als Beilage:

Damit wäre dem Körper schon geholfen.

Drei- bis vierwöchiges Basenfasten kann einmal ein

Einstieg sein und „ist eine geniale Art zu fasten“, sagt

Expertin Karin Stenzel-Schediwy. Ernährungssünden

lassen sich bis zu einem gewissen Grad mit Basenpulvern

als Nahrungsergänzung reparieren. Basenbäder

würden sich als Ergänzung eignen, aber nicht so wirksam

sein wie Basenpulver.

Leider gibt es noch wenige Ärzte,

die sich dem Thema intensiv widmen, bedauert Karin

Stenzel-Schediwy: Wer also professionelle Unterstützung

sucht, etwa um feststellen zu lassen, ob eine chronische

Übersäuerung vorliegt, muss sich etwas genauer umhören,

um fündig zu werden. Empfehlen kann die Expertin

auch Ratgeber im Buchshop, um erst mal in die Materie

einzutauchen. Ein Name, an den man sich halten

kann: „Die moderne F.-X.-Mayr- Medizin.“

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Bewältigung von stressigen Herausforderungen.

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optimal unsere körperliche und geistige

Leistungsfähigkeit – und das über den ganzen Tag.

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AUS

PRO

BIERT

FIT

WIR WAREN WIEDER AKTIV:

SLIDE PADS, EIN ATEMTRAINER

UND DAS FETZERL STANDEN

DIESMAL AUF UNSERER

AUSPROBIER-LISTE.

SPANNUNG GEFRAGT!

Aus dem Fitnessstudio meiner Wahl kenne ich die Trainings-

(Rutsch-)Pads ja seit Jahren, wo sie speziell im Functional-

Gruppentraining zur Stärkung der Core-Muskulatur eingesetzt

werden. Und zwar ziemlich kräfteraubend, vor allem aber stets

gekoppelt mit dem Weckruf des Trainers: „mehr Körperspannung!“

Nachdem die „SKLZ Slides“ – erhältlich bei Giga sport

um € 29,99 – jetzt verstärkt fürs Heimtraining empfohlen

werden, macht man sich schon so seine Gedanken, ob diese

Pads auch ohne Beaufsichtigung verwendet werden sollen. So

warnt mich auf Nachfrage sogar unser Sportwissenschafter

Kurt Steinbauer, diese Pads nur sparsam einzusetzen, da damit

die Tiefenmuskulatur im Hüft- und Rumpfbereich und auch die

Schulterpartie sehr intensiv belastet werden. Sein Zusatzvermerk:

„Nur was für Fortgeschrittene“ kommt daher nicht von

ungefähr.

Für alle aber, die genug Körperspannung mitbringen, bieten

die „SKLZ Slides“ eine Vielzahl an Übungen (sklz.com/slides).

Meine zwei (schweißtreibenden) Klassiker im Liegestütz: Die

Füße stehen auf den Pads und die Knie werden abwechselnd

nach vor zur Brust gezogen (Foto). Oder die Pads sind unter

den Händen und die Arme werden aus dem Stütz nach vor

geschoben.

Fazit: Wer sich selbst gut kontrollieren kann, dass dabei der

Rücken nicht durchhängt, der hat mit den Pads ein günstiges,

aber extrem wirkungsvolles Trainingsgerät. Mein Rat aus

eigener Erfahrung: Wer weniger fitnessgeschult ist, sollte sich

erst unter Aufsicht damit vertraut machen.

VON THOMAS POLZER, KLAUS MOLIDOR UND

CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Thomas Polzer, Diana Zabini

36 SPORTaktiv


RED WIE RUDOLPHS NOSE

EINATMEN, AUSATMEN

Also ganz ehrlich – die Industrie treibt seltsame Blüten. Ein

Atemtrainer? Echt jetzt? Einatmen und ausatmen funktioniert

Gott sei Dank unwillkürlich, sprich vollautomatisiert.

Was gibt es da schon zu verbessern? Na ja, eine Menge

muss ich sagen, nachdem ich den AIROFIT BREATHING

TRAINER ausprobiert habe. Man kann seine Lungenkapazität

testen und tatsächlich seine Atmung trainieren. Was für

die maximale Sauerstoffaufnahme beim Sport nicht ganz

unwesentlich ist. Das kleine Teil hat ein Mundstück und

seitlich zwei Öffnungen für Ein- und Auslass der Luft. Auf

beiden Seiten lässt sich der Widerstand regulieren und damit

die Intensität anpassen. Ob ihr wirklich richtig atmet,

zeigt die App (für iOS und Android), auf der es auch die verschiedensten

Tests und Trainingsprogramme gibt.

Was super ist: Es gibt auch Relax-Programme, die einen bewusst

und langsam atmen lassen. Vor allem in hektischen

Produktionszeiten war das ein Segen. Mundstück rein, Airofit

an, über Bluetooth mit dem Handy verbunden und zwei

Minuten später war der Stresslevel schon viel weiter unten.

Einziger Nachteil – der Preis. 249 Euro sind schon recht

happig. Wer aber alle Möglichkeiten der Leistungssteigerung

ausschöpfen will, hat mit dem Airofit-Trainer eine weitere

Schraube, an der er drehen kann.

Bei uns daheim kommt das Christkind. Aber angenommen,

es würde doch der Herr Claus bei mir plötzlich beim Kamin

hereinschneien, hätte ich schon ein Spitzenthema zum

Smalltalken. „Do you know the FETZERL?“ würde ich ihn

fragen, den Amerikaner mit seinem Riesen-Geschenkesack

am Rücken, und er würde es sicher great finden, wenn ich

es ihm dann erkläre.

Das Fetzerl ist eine österreichische Erfindung für Rückenschwitzer,

was mit Rucksack (oder Geschenkesack) ja jeder

irgendwie ist. Am Hosenbund drapiert, stoppt es den

Schweiß zwischen Leiberl und Hose und die Hose bleibt

trocken. Der Herr Claus wäre aber bestimmt auch deswegen

angetan, weil mein Fetzerl in Rot perfekt mit seinem

Mantel oder auch Rudolphs Red Nose harmoniert.

Die Fetzerl-Erfinder haben selber Humor: „Gib es nicht in

den Trockner: Das findet es gar nicht lustig und wird dann

ganz wuschelig“, steht auf der Anleitung. Ich finde: Perfekt,

um es Sportlern unter den Christbaum zu legen. Die haben

dann bei der ersten Skitour nach Weihnachten auch gleich

ein Gesprächsthema. Aufs Fetzerl wird man nämlich garantiert

angeredet. Um € 34,90 bzw. 36,90 mit Wunschaufdruck

in mehreren Farben bestellbar auf: www.fetzerl.at.

SPORTaktiv

37


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Applikationen und schaltet sich beim

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stellen für jeden Menschen das passende

Programm zusammen“, sagt Gernot

Deutsch, Geschäftsführer des Quellenhotels

Heiltherme Bad Waltersdorf. „Egal,

ob bei der Bewegung, Entspannung oder

der Ernährung, unsere Coaches begleiten

jeden Menschen persönlich. Damit machen

wir Österreich gesünder – langfristig

und nachhaltig.“

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Fotos: Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf/Eisenberger

40 SPORTaktiv


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Training – Menschen – Material

Fotos: On-Running, Benjamin Butschell, Wings for Life World Run

FEDERER STEIGT BEI ON EIN

Tennis-Ikone Roger Federer steigt

als Miteigentümer bei der Schweizer

Laufschuhmarke On ein. Er wird

bei der Produktentwicklung und

beim Sportsmarketing mitwirken.

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MARATHON IN ZAHLEN

8545 Läufer finishten 2019 einen der

fünf großen Städte-Marathons in

Österreich über die ganze Distanz,

etwas mehr als 2018. Die Halbmarathonfinisher

gingen zurück.

www.hdsports.at

LAUFEND HELFEN

Seit Kurzem läuft die Anmeldung für

den Wings for Life World Run am 3.

Mai 2020. Heuer liefen 15.000 Österreicher

beim weltweiten Benefizlauf für

die Rückenmarksforschung mit.

www.wingsforlifeworldrun.com


ie gute Nachricht

gleich zum Anfang.

„Der Mensch ist eigentlich

gemacht für langandauernde Arbeit

im niedrigen Belastungsbereich“, sagt

der Grazer Sportmediziner Werner

Gröschl. „Wichtig ist dabei aber auch,

dass die Bewegung ökonomisch erfolgt“,

sagt Gröschl. Und schon da gebe es bei

sehr vielen Hobbysportlern Verbesserungspotenzial.

Der Laufstil, der für eine

Geschwindigkeit von 10 km/h passt,

kann bei ein, zwei km/h mehr schon

nicht mehr der optimale sein. „Das sollte

man sich unbedingt einmal anschauen

lassen.“ Laufstilanalysen schaffen hier Abhilfe,

danach hilft ein gezieltes Lauf-ABC,

den richtigen Schritt auch sauber umsetzen

zu können.

Das ist die Basis. Oder wie es Gröschl

formuliert. „Der Laufstil ist das Fahrwerk

und damit das Wichtigste. Es hilft

der beste Motor nichts, wenn ich die PS

nicht auf die Straße bringe.“

Gewisse Probleme können während

eines Marathons bzw. danach aber trotzdem

auftreten. Wir haben uns fünf

mögliche Bereiche näher angeschaut.

Überhitzung: Fett und Kohlehydrate

sind der Treibstoff, den wir verbrennen.

75 Prozent des Energiebedarfs verpuffen

als Wärme, als Wirkungsgrad bleibt da-

Fotos: Thomsd Polzer (2), Sport Union Steiermark

42 SPORTaktiv


WAS DER KÖRPER

NACH DEM

MARATHON

LEISTET

WAS PASSIERT IM KÖRPER

EIGENTLICH WÄHREND DES

MARATHONS? AUF WELCHE

RISIKOFAKTOREN MUSS ICH ACHTEN

UND IST EIN MARATHON NICHT

EIGENTLICH FURCHTBAR

UNGESUND? DAS HABEN WIR UNS

GEMEINSAM MIT SPORTMEDIZINER

WERNER GRÖSCHL GEFRAGT.

VON KLAUS MOLIDOR

mit nur ein Viertel übrig. Die Wärme

müssen wir abführen. „Läufer sind tendenziell

schlank und haben damit weniger

Oberfläche, über die sie die Wärme

abstrahlen können“, erklärt Gröschl.

Dazu kommen die äußeren Bedingungen:

Ist es kühl, gelingt das besser, weil

der Temperaturunterschied größer ist als

bei Hitze. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch,

können wir die Körpertemperatur über

das Schwitzen schon kaum mehr regulieren.

Daher droht die Überhitzung.

„Und das kann dann ein Notfall werden,

wenn man die Energie nicht mehr loswird.“

Die Körperkerntemperatur kann

auf über 40 Grad steigen.

Kohlehydratreserven: Zusätzlich

zur normalen Fettverbrennung nutzt unser

Körper bei intensiverer Belastung

Zucker als Energiequelle. In Muskel und

Leber können wir bis zu 3000 Kilokalorien

speichern. Eine Kapazität die man

durch Carbo-Loading in den Tagen vor

dem Wettkampf noch auf bis zu 110,

120 Prozent steigern kann. Für eine

Laufzeit von um die vier Stunden reichen

die Speicher aber nicht aus. Also

muss man Kohlehydrate zuführen. „Das

Problem dabei ist, dass man auch nur 70

Gramm pro Stunde über den Magen

aufnehmen kann“, erklärt Gröschl. Daher

rät er zu einem Sportgetränk, von

SPORTaktiv

43


dem man im Optimalfall alle 15 Minuten einen

Viertelliter trinkt. In einem Wettkampf ist

das allerdings nur schwer machbar. Im Ziel

empfiehlt sich ein proteinhaltiges Getränk.

„Dadurch verliert man weniger Eiweiß durch

Zellabbau, weil gleich wieder Eiweiß vorhanden

ist.“

WÖRTHERSEE

HALBMARATHON

21. bis 23. August 2020

Sommergenuss und einzigartige Urlaubsstimmung

im Süden Österreichs erwartet tausende Laufbegeisterte

bei der 19. Auflage von Kärnten Läuft.

Bei 10 Bewerben von 400 m bis 21 km ist für jeden die

richtige Distanz mit dabei.

Wasser und Elektrolyte: Die Flüssigkeit,

die durch das Schwitzen verloren geht, muss

man wieder zuführen. Aber: Nur Wasser alleine

ist zu wenig. Denn man verliert auch Magnesium

und Natrium. „Beim Sport ist es vor allem

der Natriummangel, der zu Krämpfen führt“,

sagt Gröschl. Bei Marathons daher auch zu

Sportgetränken greifen, in denen Natrium vorhanden

ist. „Im Ziel empfiehlt sich eine salzige

Suppe.“ Und das alkoholfreie Bier danach? „Ist

zumindest sehr elektrolytreich. Allerdings muss

man bedenken, dass man dann viermal so viel

Wasser wie Bier trinken muss, weil Bier sehr

wassertreibend ist.“ Auf Alkohol sollte man gerade

nach einer großen Anstrengung generell

verzichten. Nicht nur weil es die Regeneration

bremst.

Immunsystem: „Auch wenn man nicht von

Anfang an am Limit läuft, am Ende kommt

man sicher an seine Belastungsgrenze und so

eine hohe Belastung schädigt das Immunsystem“,

weiß Werner Gröschl. „Die Immunzellen

arbeiten reduziert, es kommt zum Open-

Window-Effekt, in dem wir besonders anfällig

für Infekte sind.“ Durch langdauernde, intensive

Atmung bei der Belastung sind vor allem die

oberen Atemwege in Gefahr. Daher: warm einwickeln

und nicht mit der Straßenbahn oder

im vollen Bus heimfahren, wo man großen

Menschenansammlungen ausgesetzt ist.“ Nach

24 Stunden ist die Schwächung aber wieder

vorbei. Wie beim körperlichen Training setzt

auch hier die Superkompensation ein. Heißt:

Das Immunsystem ist in der Folge stärker.

Wörthersee

Anmeldung unter

www.kaerntenlaeuft.at

Meine Kleine.

Meine Kleine.

Meine Kleine.

Überbelastung: Muskelzellen nehmen Schaden,

es kommt zu Mikrofissuren. „Das ist das,

was wir als Muskelkater wahrnehmen.“ In den

ersten drei, vier Tagen nach dem Marathon ist

Schonung angesagt. „Ein bisschen gehen, vielleicht

auf weichem Untergrund, tut gut und ist

der Regeneration sicher dienlich“, sagt Gröschl.

Vorsicht ist beim Dehnen geboten. „Ganz moderat,

ja nicht übertreiben.“ Generell gilt jetzt

besonders: auf den Körper hören. Schmerzen


präsentiert von

nicht ignorieren und ja nicht über den Schmerz

laufen. „Damit macht man sich sicher mehr kaputt.“

Normale Überbelastungen sollten nach

rund einer Woche wieder verschwunden sein.

Dauert etwas länger, ist ein Arztbesuch ratsam.

„Vor allem bei Schwellungen. Die treten ja

nicht umsonst auf, sondern sind ein Zeichen

für Entzündungen.

Das Resümee: Vor einem Marathon sollte

man sich unbedingt sportärztlich untersuchen

lassen. „Zumindest ein Ruhe-EKG machen lassen,

um festzustellen, ob das Herz dafür tauglich

ist“, sagt Gröschl. Dazu kommt eine sorgsame

Vorbereitung – die je nach Fitnesszustand

unterschiedlich lang sein kann. Länger als die

üblichen 12 Wochen wettkampfspezifischer

Vorbereitung sollte sie aber unbedingt dauern.

Ratsam sind zumindest 6 Monate. „Wer dann

mit ökonomischer Lauftechnik unterwegs ist

und sich oben erwähnter Risiken bewusst ist,

muss grundsätzlich keine Schädigung durch

einen Marathon-Teilnahme befürchten“, stellt

Gröschl klar. „Die einem Laien lange erscheinende

Distanz alleine ist kein größeres

Problem als bei kürzeren Strecken.

Kleine Zeitung

Graz Marathon

Der österreichische Herbstklassiker durch

die Grazer Innenstadt! Sei dabei wenn es vom

9. bis 11. Oktober 2020 heißt: „Pack die

Laufschuhe und die Shoppingtasche ein!“

Distanzen von 5 bis 42 km

Lauf-Urlaub-Packages für die ganze Familie

Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer

Einzigartige Stimmung durch „Hot-Spots“

mit Musik, Tanz, u. v. m.

DR. WERNER

GRÖSCHL

ist Leiter der Sportmedizin der

Sport Union Steiermark

www.sportpark-athletik.at

Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST


FEDERND WIE KIPCHOGE

Eliud Kipchoge – echt jetzt?

Allein die Waden und Oberschenkel

von Markus Strini

haben wohl den doppelten

Umfang des Weltrekordlers und

Marathon-unter-2-Stunden-Läufers.

Aber um Muskelmasse geht es hier

nicht, sondern um das Fasziennetz

im Körper und darum, wie man

Faszien zum energiesparenden Laufen

nutzen kann. Wie es die weltbesten

Läufer in Perfektion können.

Es ist seine eigene These, sagt

Markus Strini, und erzählt kurz seine

sportliche Geschichte: Er war erst

Handballer, also Schnellkraftsportler,

und lief ohne spezielles Training

Marathon unter 3 Stunden. Danach

wurde er einer der besten Ironmanprofis

Österreichs. „Man hat mir

stets gesagt, dass ich von der Sauerstoffaufnahmekapazität

die Zeiten

niemals dürfte laufen können, die

ich gelaufen bin.“ Als vor rund zehn

Jahren der deutsche Mediziner Robert

Schleip bahnbrechende Erkenntnisse

rund um Eigenschaften

und Trainierbarkeit der Faszien veröffentlichte,

wurde Strini hellhörig.

Er begann sich intensiv mit dem

Bindegewebekorsett, das den Körper

umspannt, zu beschäftigen. Strini ist

heute überzeugt, dass das Handballtraining

und -spiel – fast immer am

Fußballen, mit federnden Bewegungen

in alle Richtungen – seine Faszien

so gut aufgebaut hat, um die

„unmöglichen“ Marathonzeiten laufen

zu können. Und dabei stets verletzungsfrei

zu bleiben.

Strini verweist auch auf das Buch

„Born to run“ von Christopher

McDougall, unter anderem über die

indigenen Tarahumara in Mexiko:

NICHT JEDER HAT DAS ZEUG

ZUM WUNDERLÄUFER.

ABER JEDER HAT FASZIEN.

DIESES BINDEGEWEBSGE-

FLECHT LÄSST SICH IN JEDER

LEBENSPHASE AUFBAUEN

UND IM LAUFEN GEWINN-

BRINGEND EINSETZEN.

MIT FASZIENTRAININGS-

EXPERTEN MARKUS STRINI

ZEIGEN WIR EUCH IN ZWEI

TEILEN, WIE ES GEHT.

VON CHRISTOF DOMENIG

FOTOS: THOMAS POLZER

46 SPORTaktiv


1. HÜFTBEUGER DEHNEN

Vom Sitzen ist der Hüftbeuger bei vielen Menschen verkürzt, was

die für einen effektiven Laufstil nötige Hüftstreckung behindert. Gedehnt

werden kann er so, wie im Bild gezeigt, wobei sich mithilfe des

Sprungseils die Dehnintensität sehr gut regulieren lässt. Wichtig: Becken

beim Dehnen nach vor schieben, auch die Brust rausstrecken.

Beidseitig dehnen, die Dehnung dabei zumindest eine Minute

aufrechterhalten

MARKUS STRINI

aus Lebring (St), 45, Ex-Triathlonprofi,

ist Fitness-, Triathlon- und

Schwimmtrainer und betreibt

den Outdoor-Fitnessclub „Club

your way“. Vordenker und

Pionier im Faszientraining.

Beatrix Baumgartner, Markus

Strini: „Faszientraining Outdoor“,

Trias-Verlag 2018.

www.clubyourway.at

2. PLANTARFASZIE

AUSROLLEN

Die vom „Läufervolk“ zurückgelegten

enormen

Distanzen sind von der

Energiebereitstellung

des Stoffwechsels her

nicht erklärbar. Es muss

mit dem Laufstil über den

Vorfuß zu tun haben, sagt

Strini. Und damit mit den Eigenschaften

der Faszien. Das Bindegewebsgeflecht

– wesentlich ist

dabei die Achillessehne – lässt sich

„vorspannen“ und gibt beim Landen

aufgenommene Energie wieder

frei. Wie bei einem Bogen, der

einen Pfeil abfeuert, oder bei Kängurus,

die nicht durch Muskelkraft,

sondern auch durch die Eigenschaften

ihrer Faszien so weit springen.

Für „fasziales Laufen“ braucht es

aber zweierlei: Die relevanten Fasziengruppen

im Körpers müssen

Faszienball oder Minirolle eignen

sich, um die Plantarfaszie

im Fußgewölbe auszurollen und

ihr damit ihre elastischen Eigenschaften

zurückzugeben. Das

Fußgewölbe ist das erste Glied

in der Dämpfungskette und muss

beim Laufen eine siebenfache

G-Belastung reduzieren. Nicht nur

zentral, auch die Fußaußen- und

-innenkante entlang langsam

ausrollen. Langsam heißt:

ein paar Millimeter pro

Atemzug. Schmerzende

Stellen beim

Drüberrollen weisen

auf verklebtes

Gewebe hin und

sind mit besonderem

Augenmerk zu behandeln,

der Schmerz lässt

typischer weise schnell nach.

Beidseitig das gesamte

Fuß gewölbe behandeln.

dafür trainiert sein – vom Fußgewölbe

aufwärts: Sechs Übungen

dafür zeigen wir euch diesmal,

sozusagen für eine zweimonatige

Aufbauphase. Faszien reagieren

auf Druckbelastung, auf

Zug und auf federnde Bewegungen

– und all das findet in diesem

Minimaltrainingsprogramm

Niederschlag. Die sechs Übungen

kann jeder nach Lust und

Laune zweimal pro Woche oder

öfter durchführen, manche lassen

sich in den Alltag (Balancekissen)

oder in die Laufrunde

(Seilspringen) integrieren.

In unserem traditionellen

„Run Special“ im Februar zeigen

wir euch dann mit Markus Strini,

wie der fasziale Laufstil aussieht

und man sich ihm auch als

Hobbyläufer nähern kann.

SPORTaktiv

47


ENTDECKE DAS

BESTE IN DIR

3. TRACTUS

AUSROLLEN

Der Tractus iliotibialis ist ein

mehrere Zentimeter breiter Faserzug

der Bindegewebshülle

am Oberschenkel. So wird der

„Tractus“ ausgerollt: oberes Bein

aufstellen, um das Gewicht zu dosieren, von der Hüfte

abwärts den Oberschenkelmuskel außen mit einer Faszienrolle

in beide Richtungen abrollen. In der Endposition

(2. Bild) ist das Knie gebeugt.

3 bis 4 Mal langsam auf- und abrollen.

NEU!

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4. SCHWINGEN MIT

GEWICHTSMANSCHETTE

Faszien reagieren nicht nur auf Druck, sondern auch auf

Zugbelastung. Mit einer Ein-Kilo-Gewichtsmanschette (Frauen:

0,5 Kilo) um den Knöchel lässt sich das Prinzip gut nutzen.

Bein von hinten nach vorne kräftig schwingen. Das Standbein

arbeitet zugleich stabilisierend. Wer will, kann in der

Endposition (2. Bild) einen lockeren Sprung einbauen.

10 bis 15 Mal je Bein schwingen.


präsentiert von

5. EINBEINSTAND

AM BALANCE­

KISSEN

Einbeinige Übungen auf einem

aufblasbaren Balancekissen

zwingen Fuß, Bein und den gesamten

Körper zum Spannunghalten

und zur Ausgleichsarbeit

(„intramuskuläre Koordination“).

Es stärkt genau die kleine Muskulatur,

die beim Laufen in der

Landephase gebraucht wird.

Varianten durch unterschiedliche

Körperpositionen (unten)

sind möglich. Schließen der

Augen erschwert die Übung.

Täglich ein paar Minuten, zum

Beispiel beim Zähneputzen.

6. SEILSPRINGEN

Lockere federnde Bewegungen am

Vorfuß geben der Achillessehne und

den beim Laufen benötigten Faszienketten

Geschmeidigkeit.

Ideal dafür ist Seilspringen

in allen Varianten. Das

kann man auch ins Lauftraining

einbauen.

Bei Markus Strini ist

das Seil immer

mit dabei.

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Fotos: Hersteller

50 SPORTaktiv


Freude über den

Graz-Marathon:

Organisator Michael

Kummerer,

Post-Vorstand

Peter Umundum

und Frutura-GF

Manfred

Hohensinner

(von links).

KLASSIKER

MIT VIELEN SIEGERN

HERRLICHES WETTER, KNAPP 10.000

TEILNEHMER, EIN KLARER SIEGER –

DAS WAR DER GRAZ-MARATHON 2019.

Fotos: GEPA pictures/Graz Marathon

Alle weiteren Infos, Fotos,

Ergebnisse und Anmeldung für

9. bis 11. Oktober 2020 unter

www.grazmarathon.at

Der Graz-Marathon erspart den Wetterbericht.

Denn in 19 von 20 Fällen

heißt es am Rennsonntag im Oktober:

strahlender Sonnenschein garantiert. So

auch bei der 26. Auflage in der steirischen

Landeshauptstadt. Die Temperaturen waren

sogar noch spätsommerlich, was auch Auswirkungen

auf das Rennen hatte. So musste

der Pacemaker für den Kenianer Matthew

Kemboi schon früh passen, Kemboi 33

Kilometer einsam an der Spitze laufen.

Aus dem Feld konnte sein Tempo niemand

auch nur annähernd halten – Kemboi siegte

in 2:15:12 Stunden, fast 17 Minuten vor

dem Zweiten Georg Schrank und Stefan

Schriebl.

Ähnlich klar war die Sache bei den Damen,

wo Victoria Schenk in einer Zeit von

2:43:13 Stunden als Erste durch das Ziel

vor dem Grazer Opernhaus lief und die

Zweitplatzierte Ricarda Gerlach um 11 Minuten,

die Drittplatzierte Elisabeth Smolle

um 18 Minuten distanzierte. Schon traditionell

findet der Halbmarathon in Graz

besonders großen Zulauf. Als Sieger durften

sich Markus Hartinger (1:08:54 Stunden)

und Thea Heim (1:16:38) feiern lassen.

Mehr als zufrieden war daher Organisator

Michael Kummerer. „Die qualitativen

Verbesserungen für die Läufer sind voll

aufgegangen. Wir arbeiten auch schon an

weiteren Neuerungen für das nächste Jahr.“

SPORTaktiv

51


STRAHLENDES

BLAU ÜBER

DER WACHAU

Der spätere Termin hat sich gelohnt.

Der WACHAUmarathon 2019 wurde für

über 7000 zum sonnigen Traumlauf.

Im Mittelpunkt des WACHAUmarathons

2019 stand eindeutig die Atmosphäre: Das

sonnige Wetter und der strahlend blaue

Himmel zum neuen Termin Ende September

setzten den Charme der Landschaft beeindruckend

in Szene. Das sorgte sowohl bei den Läufern

als auch unter den Zuschauern für ausgelassene

Stimmung. Ein würdiges Lauffest!

Mit mehr als 7000 Teilnehmern begab sich

heuer eines der größten Starterfelder der letzten

Jahre auf die Strecke. Verhältnismäßig klein war

das Elitefeld, was auf die Leichtathletik-WM in

Doha und den gleichzeitig ausgetragenen Berlin-Marathon

zurückzuführen ist. Gerade im

Halbmarathon waren die Leistungen dennoch

stark: Charles Karanja Kamau aus Kenia siegte

in 1:01,01 Stunden vor seinem Landsmann

Philimon Kipkorir Maritim (1:02,33 h). Eine

kleine Sensation: Der Niederösterreicher Christian

Steinhammer lief mit persönlicher Betszeit

von 1:04,28 als Dritter durch den Zielbogen

im Kremser Stadtpark. Seit Langem schaffte es

wieder ein Österreichs aufs prestigträchtige

Halbmarathon-Stockerl.

Fotos: WACHAUmarathon

52 SPORTaktiv


So schön läuft es sich im Herbst in der

Wachau! Christian Steinhammer (kl.

Bild oben) sorgte für die Topleistung aus

österreichischer Sicht.

LAUFERLEBNIS IM

WELTKULTURERBE

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ERGEBNISSE

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Beim WACHAUmarathon stehen auch immer

stärker der nachhaltige Aspekt sowie der

Charity-Gedanke im Mittelpunkt. Exemplarisch

sei die Caritas-Charitypartnerschaft erwähnt:

Durch Einsammeln nicht mehr benötigter

Laufbekleidung bei den Starts, sowie

durch Spenden konnten 7750 Euro gesammelt

werden. Mit dem Geld werden 3875 Obstbäume

im Senegal gepflanzt: eine wichtige Hilfe

für von Armut betroffene Familien – und nebenbei

ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz.

Toll war auch der Zuspruch bei den Kinderläufen

am Samstag: Über 500 waren dabei.

„Wir freien uns riesig über den Aufwärtstrend

bei den Teilnehmerzahlen“, resümierte Veranstalter

Michael Buchleitner. Der nach hinten

gerückte Termin hat sich offenbar ausgezahlt.

23. Wachau

MARATHON

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27. September 2020


&

ABSCHLUSS

NEUSTART

EGAL, OB ALS LETZTER LAUF DES ALTEN JAHRES ODER ALS

START IN EINE DIESMAL WIRKLICH BESSERE ZUKUNFT –

DER 31. DEZEMBER HAT SICH HIERZULANDE ALS EXPLIZITER

LAUF-EVENT-TAG ETABLIERT. MIT UNGEBROCHENEM ZULAUF.

VON KLAUS MOLIDOR

ir kennen das ja mit den Vorsätzen.

An Deadlines oder besondere

Daten halten wir uns

an, um unseren Lebensstil zum Besseren zu

ändern. Ganz oben auf der Liste dieser kalendarischen

Demarkationslinien: der Jahreswechsel.

Wer noch nie einen Neujahrsvorsatz

hatte, der werfe den ersten Laufschuh. Vielleicht

ist das ein Grund, gerade zu Silvester

mit anderen laufen zu gehen. In vorauseilendem

Gehorsam also schon einen Tag vor der

Linie, ab der jetzt aber wirklich alles anders

wird, etwas zu ändern – und sei es nur für

diesen einen Tag.

Silvesterläufe finden landauf, landab sonder

Zahl statt. An keinem anderen Tag des Jahres

Fotos: LCC Wien

54 SPORTaktiv


Laufen auf der

Wiener Ringstraße

vor der Kulisse von

Universität (Bild),

Parlament, Burgtheater,

Rathaus,

Staatsoper – beim

Silvesterlauf ist das

möglich.

gibt es so viele Sportveranstaltungen

im Land. Neben dem ältesten Silvesterlauf

im niederösterreichischen Hirtenberg

fällt vor allem jener in der

Bundeshauptstadt auf. Mit rund 5500

Teilnehmern ist der Wiener Lauf der

größte des Landes. „Für viele ist das

schon Tradition geworden am 31. Dezember

zu laufen“, sagt Peter Pfannl,

Präsident des Veranstaltervereins LCC

Wien. „Der Spaß steht da beim Großteil

im Vordergrund, nicht die Leistung.“

Viele Teilnehmer würden sonst

an keinem Lauf teilnehmen. „Gerade

in Wien laufen auch sehr viele Leute

ohne Chip, weil die Zeit einfach nur

eine untergeordnete Rolle spielt.“

Gerade in Wien stehen auch immer

viele Touristen am Start, die zum Jahreswechsel

in die Stadt gekommen

sind. Und der Wiener Silvesterlauf

bietet sich optimal als Sight-Run an,

geht es doch eine ganze Runde über

die Ringstraße, vorbei an den imposanten

Bauten wie Parlament, Rathaus,

Burgtheater, Staatsoper, Kunsthistorisches

Museum. „Das sorgt

schon für eine ganze besondere Atmosphäre“,

sagt Jürgen Smrz, der Rennleiter

des Laufs. Dazu kommt die absolut

massentaugliche Distanz von 5,3

Kilometern und die breite Ringstraße,

die Staus und Drängeleien stark minimiert.

Für ihn ist der letzte Tag im Jahr

aber keiner zum Entspannen, sondern

ein harter Arbeitstag. Nach dem Wiener

Lauf mit Start um 11 Uhr ist er

auch beim Silvesterlauf in Vösendorf

engagiert. Zum fünften Mal stellt er

sich heuer schon der Doppelbelastung.

Und erinnert sich auch an ein

besonders Schmankerl. „Die Millonig-Schwestern

Julia und Lena, Töchter

des bekannten ehemaligen Mittelund

Langstreckenläufers Dietmar

Millonig, haben sich zu Silvester 2016

die Siege aufgeteilt. Julia hat in Wien

gewonnen, Lena in Vösendorf.“

SPORTaktiv

55


SILVESTERLÄUFE

IN ÖSTERREICH

30.12. Mürzer Bauernsilvesterlauf, Mürzzuschlag (St)

www.fun-sports.at

31.12. Welser Sparkassen Silvesterlauf (OÖ)

www.welser-silvesterlauf.at

31.12. Wiener Silvesterlauf, Wien, Ringstraße

www.lcc-wien.at

31.12. Int. Raiffeisen Silvesterlauf, Peuerbach (OÖ)

www.silvesterlauf.at

31.12. Innsbrucker Silvesterlauf (T)

www.innsbrucklaeuft.com

31.12. Gmundner Silvesterlauf (OÖ)

www.tri-team-traunsee.at

31.12. Greifenburg Silvesterlauf (K)

31.12. Grazer Silvesterlauf, Graz/Mariahilferplatz (St)

www.graztourismus.at

31.12. Altacher Silvesterlauf (V)

www.altacher-silvesterlauf.at

31.12. Hypo Silvesterlauf Linz (OÖ)

www.finisher.at/silvesterlauf

31.12. Siegendorfer Silvesterlauf (B)

www.silvesterlauf-siegendorf.at

31.12. Silvesterlauf und Walk, St. Stefan ob Stainz (St)

www.silvester-lauf.at

31.12. Aigner Silvesterlauf, Aigen (St)

www.svaigen.at

31.12. Silvesterlauf Vösendorf (NÖ)

x-sportpowersilvesterlauf.at

Foto: Silvesterlauf Peuerbach/bildermacherei.at/Christian Huber

EINZIGARTIG.

INNOVATIV.

KRAFTVOLL.

Die Abkürzung BCAA steht für

„branched chain amino acids“.

Im Deutschen steht das für „verzweigtkettige

Aminosäuren“. Darunter

fallen drei der essentiellen

Aminosäuren: Leucin, Isoleucin

und Valin. Die verzweigtkettigen

Aminosäuren gelangen nach der

Einnahme schnell ins Blut und stehen

dem Körper beim Aufbau von

Muskulatur direkt zur Verfügung.

www.stronglife.at

BCAA

4.000

mg

56 SPORTaktiv


MARATHON AUF

EINEN DREITAUSENDER

INFOS & ANMELDUNGEN

www.silvrettarun3000.com

HOBBYLÄUFER UND PROFIS

KÄMPFEN AM 18. JULI 2020

BEIM 9. SILVRETTARUN

3000 UM DIE SCHNELLSTE ZEIT

VON ISCHGL NACH GALTÜR.

ERSTMALS STEHEN VIER

TRAILSTRECKEN ZUR WAHL.

Fotos: © TVB Paznaun – Ischgl

DATEN UND FAKTEN

Termin: 17. und 18. Juli 2020

Freitag, 17. Juli: Silvretta Kids

Run, Pastaparty, Streckenbriefing,

Nachnenn-Möglichkeit.

Samstag, 18. Juli:

Silvrettarun Small (Lauf & NW),

Light, Medium, Hard.

Distanzen:

Small: 11,2 km/306 hm

Light: 19,36 km/873 hm

Medium: 29,9 km/1482 hm

Hard: 42,195 km/1814 hm

Der geografische „Höhepunkt“ beim

Silvrettarun 3000 ist das Kronenjoch,

das die Bergmarathonläufer auf

der Hard-Distanz auf fast 3000 Meter

Seehöhe hinaufführt. Wem das zu

anspruchsvoll ist, der findet auf einer der

drei kürzeren Trailrunningstrecken sein

Glück. Neu im Rennprogramm ist am

18. Juli 2020 die „Light“-Route: Mit 19

Kilometern Länge und 873 Höhenmetern

schließt sie die zuvor große Lücke

zwischen Small- und Mediumdistanz.

Das Naturerlebnis inklusive spektakulärer

Bergkulisse ist bei jeder der vier

Strecken inklusive. „Mit der neuen

Strecke haben wir vier unterschiedlich

anspruchsvolle Distanzen und damit ist

wirklich für jeden Läufer etwas dabei“,

freut sich Josef Kurz vom Tourismusver-

band Paznaun-Ischgl. Auch bewährt:

2020 gibt es auch wieder eine Gruppenwertung.

Schon am Freitag, den 17. Juli können

Youngsters Rennluft schnuppern.

Beim Silvretta Kids Run warten mit

Start und Ziel in Galtür drei altersgerechte

Routen zwischen 450 und 2000

Metern. Wie die großen Vorbilder,

bekommen alle Kids-Run-Finisher eine

Medaille und ein Geschenk.

Den Profis winkt ein Gesamtpreisgeld

von 14.000 Euro, dazu läuft jeder Teilnehmer

für einen guten Zweck, ist doch

„Wings for Life“ ein Charitypartner des

Silvrettaruns 3000. Gut zu wissen: Bis

31. Dezember kann man sich den Startplatz

mit einem Frühbucherbonus zu

einem vergünstigten Startgeld sichern.

SPORTaktiv

57


COLD RUNNING

Die neue Top-of-the-Line-Kollektion

von BUFF ® heißt DryFLX+. Die

Produkte wie das abgebildete

Headband wurden speziell für

Sport an besonders kalten Tagen

entwickelt. Das DryFLX-Garn ist

ultraleicht, extrem warm, saugfähig

und elastisch.

www.buff.com

SCHNELLER

TRAILRUNNINGSTOCK

Der LEKI Micro Trail Race ist für

Wettkampfläufer konzipiert. Der

Fixlängen-Faltstock ist 175 g leicht,

liegt absolut sicher in der Hand und

lässt sich blitzschnell auf 37 cm

zusammenfalten. Der Trailrunning-Tip

hält fest auf allen Untergründen.

www.leki.com

RUN

NEWS

UND TRACTION!

Für alpine Ganzjahresläufer eignet sich der SCOTT

Supertrac 2.0 GTX. Seine bequeme, nahtlose

Konstruktion sowie Gore-Tex sorgen für endlosen

Laufspaß auf dem Trail und die Füße bleiben warm

und trocken. Halt gibt Scotts eigens entwickelte

All-Terrain-Traction-Sohle.

www.scott-sports.com

AUFRECHT DURCH

DEN WINTER

Mit dem CEP-Winter-Wingtech-Shirt

bewahren Läufer Haltung. Die Smart-Wintech-

Stripes richten den Oberkörper auf. Du atmest

leichter, läufst schonender und trainierst

effizienter – auch bei Minusgraden.

www.cepsports.com

Fotos: Hersteller

58 SPORTaktiv


STUBAI

ULTRATRAIL

K67

Start: Innsbruck

↑ 5.356 HM

↓ 2.796 HM

67 KM

4. JULI 2020

STUBAI ULTRATRAIL K67

↑ 5.356 HM

↓ 2.796 HM

STUBAI K32

↑ 3.100 HM

↓ 965 HM

#city2glacier

STUBAI K20

↑ 2.138 HM

↓ 197 HM

STUBAI K8

↑ 1.446 HM

↓ 59 HM

stubai-ultratrail.com


AUS

PRO

BIERT

RUN

NOCH MEHR SPEED

Was für Volkswagen der Golf ist für die Laufschuhmarke ON

das Modell CLOUDFLOW – der Topseller (UVP € 149,95), das

beliebteste Modell, das mit einem breiten Einsatzspektrum

punktet. Jetzt haben die Schweizer den Schuh, der sowohl

Top-Athleten als auch Hobbyläufer begeistert hat, neu aufgelegt.

Der Sitz in der Ferse ist eine Spur komfortabler geworden,

die neue Anordnung der Ösen ermöglicht eine

noch kompaktere Schnürung. Vor allem aber hat sich das

Innenleben verändert. Das „Speedboard“, das bei On die

Zwischensohlenkonstruktionen ersetzt, fällt jetzt steifer aus,

was noch mehr Rückstoß beim Abdruck bringen soll. Die

ersten Runden zeigen: Das Gefühl beim Laufen ist noch eine

Spur knackiger als beim Vorgänger, ohne dass die Dämpfung

vernachlässigt wird. Also machen wir den Biegetest

mit einem „alten“ und dem aktuellen Cloudflow: Gefühl und

Marketingtext täuschen nicht, das Board ist tatsächlich

steifer und springt schneller zurück als beim Vorgänger.

Und das Gute daran: Er ist wieder für alle Läufer. Das bestätigen

Athleten, das zeigt unser Test.

SCHUHE MIT VIEL SPEED, EINE

UHR MIT VIEL FUNKTION

UND EINE HOSE MIT VIEL

STAURAUM HABEN WIR

DIESMAL GETESTET.

VON NICOLE THÜRINGER, CHRISTOF DOMENIG

UND KLAUS MOLIDOR

Fotos: Thomas Polzer

60 SPORTaktiv


WARM, PRAKTISCH, WUNDERBAR

FÜR EINE HANDVOLL EURO

Ich lese grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen. Es kam

mir also entgegen, dass die SIGMA-ID.Free-GPS-Multisportuhr

als intuitiv bedienbar beworben wird. Stimmt auch überwiegend,

bloß das Geheimnis der Hintergrundbeleuchtung,

um nachts auf die Uhr schauen zu können, hat sich erst nach

zwei Wochen offenbart: den linken und rechten unteren Knopf

zugleich drücken. Wissen muss man es halt.

Vom Funktionsumfang her ist die ID.Free um € 169,95 aber

eine kleine Sensation: GPS mit Navigation, barometrischer

Höhenmesser, Pulsmessung (am Handgelenk) sowieso, sechs

voreingestellte Sportarten, Activity-Tracker mit Schlafanalyse

usw.: Es gibt praktisch nichts, was die Sigma nicht misst und

auswertet. Eckig muss man mögen, die Uhr wirkt aber hochwertig,

das haptische Gefühl beim Drücken der Knöpfe passt

sehr gut. Das Aufzeichnen meiner Laufrunden hat ganz simpel

funktioniert. Passionierte Datenanalysten werden mit der

Datenfülle in der Sigma Link-App ihre Freude haben.

Im Vergleich zu meiner privaten, etwas älteren, aber im Neuzustand

dreimal so teuren Uhr sind mir nur zwei Mini-Mankos

aufgefallen: Auf dem im Trainingsmodus dreigeteilten Display

mit einem groß und zwei klein dargestellten Parametern sind

die kleinen schwer lesbar. Meine leichte Kurzsichtigkeit muss

man da aber „einpreisen“. Und die „Autopause“-Funktion hat

sich mehrmals falsch aktiviert: Ja, ich laufe langsam, aber

auch nicht so, dass es vom Satelliten aus wie Stillstand wirken

müsste. Da hab ich doch in die Bedienungsanleitung geschaut

und die Funktion deaktiviert. Solche Kleinigkeiten sieht

man der Sigma aber gern nach. Das Zeug zum Preis-Leistungs-Sieger

hat sie.

Immer wieder die lästige Frage: Wohin mit all den Wertsachen

beim Laufen? Wir haben eine Lösungsmöglichkeit für euch gefunden

und diesmal die Formbelt-Thermo-Damen-Sport hose

von VARIOSPORTS etwas genauer unter die Lupe genommen.

Das Highlight der Laufhose ist der integrierte Hüftgürtel mit

drei Öffnungen, der ideal zum Verstauen von Handy, Geld und

weiteren Wertsachen ist. Zusätzlich hat die Hose einen praktischen

Extra-Karabiner für die Schlüssel. Weitere coole Details

sind die flachen Nähte oder das reflektierende Logo am

Laufgürtel.

Fazit: Die Formbelt-Laufhose sitzt gut, ist elastisch und blickdicht,

hält ungemein warm und ist angenehm zum Tragen.

Und das Allerbeste: Endlich eine Laufhose, bei der man alle

Utensilien mühelos unterbekommt, diese stets griffbereit sind

und nix verrutscht. Der Preis von € 39,95 ist daher ein absoluter

Knüller. Die Hose gibt es online unter variosports.de.

SPORTaktiv

61


Ferienregion Hohe Salve

T. +43 57507 7000

Mail: info@hohe-salve.com

www.hohe-salve.com

EIN INNOVATIVES

LANGLAUF-MEKKA

DIE FERIENREGION HOHE

SALVE (T) ZEIGT SICH ALS

JUNGES, INNOVATIVES NORDI-

SCHES ZENTRUM MIT TOLLEM

LOIPENNETZ. DA BLEIBEN

KEINE WÜNSCHE OFFEN.

V

iele kennen die Ferienregion Hohe Salve

in den Kitzbüheler Alpen aufgrund der

SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental, einem

der modernsten und größten zusammenhängenden

Skigebiete der Welt.

Die steigende Nachfrage führte in den

letzten Jahren aber auch zu einem sukzessiven

Ausbau des Langlaufangebots.

Das Resultat kann sich sehen lassen –

mit einem weitläufigen Loipennetz für

jedes Können sowie dem Sport- und

Langlaufzentrum in Angerberg.

Dort ist überhaupt der perfekte

Ausgangspunkt. In Angerberg gibt es

eine maßgeschneiderte Infrastruktur für

nordische Sportler, von den Umkleideräumen

bis zum Ausrüstungsverleih.

Die über 20 Loipen in der Ferienregion

Hohe Salve sind sowohl für Skater als

auch klassische Langläufer angelegt, sie

passen fürs „Loipenwandern“ genauso

wie für Trainingszwecke. Innovationen

wie eine perfekt ausgeleuchtete Nachtloipe,

Familienloipen, Work-out-Programme

und geführte Touren ergänzen

das nordische Angebot, genauso wie

Trainingscamps für Kinder und Schulen,

Vereine und Gruppen.

Allein das Gebiet von Angerberg-Marienstein

umfasst 30 Kilometer mit dem

Tiroler Loipengütesiegel ausgezeichnete

Loipen. Doch auch die Vielfalt der

Möglichkeiten ist es, die die Ferienregion

Hohe Salve einzigartig macht.

Das gilt auch für die Anreise – dank

einer idealen Bahnanbindung sowie der

kostenlosen Gästekarte, die vor Ort als

Fahrkarte für Zug und Bus gilt.

Fotos: Ferienregion Hohe Salve/Norbert Eisele-Hein

62 SPORTaktiv


LANGLAUF

SPECIAL

26 SEITEN ÜBER

SKATING UND

KLASSIK, ÜBER

ANFANG UND

RENN-FASZINATION,

ÜBER DIE BESTEN

LOIPENNETZE UND

URLAUBSPLÄTZE

– KURZ: 26 SEITEN

ÜBERS LANGLAUFEN

IN ALLEN FACETTEN.

Foto: Fischer Sports

SPORTaktiv

63


EIN GARANTIERT

LEGENDÄRER

VOLKSLANGLAUF

Auch im 41. Jahr bleibt der

Steiralauf in Bad Mitterndorf

dem Samstag-Termin treu:

Am 25. Jänner geht der

Volkslanglauf mit Start und

Ziel bei der Grimming-

Therme und mit Distanzen

zwischen 10 und 50 Kilometern,

über die Bühne. Schon

am Freitag, dem 24. Jänner,

steht das Kids-Race 5.0 auf

dem Programm, ebenso

wie das Skitesten schon am

Freitag startet. Einzigartig ist

die „Durchführungsgarantie“

des Steiralaufs: Herrscht im

Tal Schneemangel, wird der

Event einfach auf die

1800 m hohe Tauplitz verlegt.

Was aber in der 40-jährigen

Geschichte des Rennens

bisher nie der Fall war ...

www.steiralauf.at

Foto: Steiralauf/Martin Huber

64 SPORTaktiv


SPORTaktiv

65


LEGENDEN

MIT VOLKSNÄHE

KNISTERNDE ATMOSPHÄRE AM START,

HERRLICHES PANORAMA, SPORTLICHE

BETÄTIGUNG MIT GLÜCKSGEFÜHL UND

MEDAILLE. WARUM NICHT EINMAL DAS

ERLEBNIS VOLKSLANGLAUF PROBIEREN?

WIR STELLEN FÜNF VARIANTEN VOR.

VON KLAUS MOLIDOR

Langlaufen mit Tausenden Gleichgesinnten? Erfreut

sich großer Beliebtheit – die Anmeldezahlen

der großen Klassiker sprechen eine klare

Sprache. Und das ist nicht etwa ein Phänomen

unserer Zeit, sondern lange Tradition. Nicht nur die

internationalen Klassiker wie Wasalauf oder Engadin-

Skimarathon haben mehr als 50 Jahre auf dem Veranstaltungsbuckel

– auch die bekanntesten Volkslangläufe

hierzulande sind zum Teil schon weit in ihren

40ern. Ein Überblick über legendäre Rennen im Inund

Ausland – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Fotos: swiss-image.ch, www.stephanelsler.com

66 SPORTaktiv


DOLOMITENLAUF

Österreichs einziger Beitrag zur Worldloppetserie

(16.–19. Jänner) wird 2020 zum 46. Mal ausgetragen.

Der Bewerb wandert vom Samstag auf den Sonntag

und findet auf neuer Streckenführung statt. Die neue

Klassikstrecke wird im Pustertal überwiegend auf dem

Drauradweg angelegt. Gestartet wird in Heinfels/Sillian,

von dort geht es nach Lienz. Der Dolomitenlauf

im klassischen Stil soll künftig für jedermann zu

schaffen sein. Der Skating-Bewerb findet wie gehabt

in Obertilliach statt, wandert aber auf den Samstag.

GANGHOFERLAUF

Happy Birthday, Ganghoferlauf. 2020 feiert das Rennen

in der Olympiaregion Seefeld mit Start und Ziel

in Leutasch seinen 50. Geburtstag (29. Februar–2.

März. Benannt ist der Lauf nach Ludwig Ganghofer,

dem populärsten Heimatschriftsteller des 18. und 19.

Jahrhunderts. Königsdisziplin ist der 50 km lange

Klassikbewerb. Daneben gibt es 25 km klassisch sowie

in freier Technik Rennen über 20 bzw. 42 Kilometer.

Mit rund 1700 Teilnehmern ist der Ganghoferlauf

auch der größte Volkslanglauf Österreichs. „Begonnen

SPORTaktiv

67


hat alles mit einer kleinen Gruppe aus dem Skiclub“,

sagt OK-Chef Siegfried Klotz. „Das waren Visionäre.“

Besonders in Erinnerung ist ihm ein Ganghoferlauf

geblieben. „Vor elf, zwölf Jahren war bei uns im Tal

die Landschaft ganz grün. Da haben sich vor allem die

Gäste gefragt, wie hier der Lauf stattfinden soll. Dann

hat es zehn Tage vor dem Rennen in Oberleutasch geschneit.

Damals haben wir direkt angefangen, den

Schnee zusammen zu schieben. Zehn Tage lang. So

haben wir eine 6-Kilometer-Strecke präpariert, die

dann mehrmals gelaufen wurde.“

STEIRALAUF

„Hat der Grimming einen Hut, wird das Wetter gut“

– so sagt es der Volksmund über den beherrschenden

Berg der Region um Bad Mitterndorf, dem Start- und

Zielort des Steiralaufs (24./25. Jänner). Er dürfte recht

oft einen Hut gehabt haben, denn das Wetter war in

40 Jahren immer so „gut“, dass Ende Jänner genug

Schnee gefallen ist, um den Lauf am Originalschauplatz

auszutragen. Ist es einmal nicht so – auch kein

Thema. Der Steira lauf sticht nämlich mit einer

Durchführungsgarantie aus der Masse der Volksläufe

hervor. Kann in Bad Mitterndorf keine Loipe gezogen

werden, übersiedelt der Lauf auf die Tauplitzalm in

1650 Metern Seehöhe. Neben dem imposanten Panorama

ist die Strecke aber nicht zu unterschätzen. Beim

Hauptlauf über 50 Kilometer ist eine Runde mit einigen

„Zacken“ zweimal zu laufen. Die Erfahrung zeigt:

Dort können sich auch versierte und gut trainierte

Langläufer ordentlich „abschießen“.

ENGADIN

SKIMARATHON

Wenn die Sonne das erste Mal über den Malojapass

ins Oberengadin hinunterblinzelt und aus den Lautsprechern

„Conquest of Paradise“ erklingt, ist am

Start des Engadiner Skimarathons Gänsehaut garantiert.

15.000 werden auch bei der 52. Auflage des

Laufs (8. März) über die klassische Marathondistanz

von Maloja via St. Moritz nach S-chanf am Start stehen.

Unter den Volkslaufklassikern ist er auch deswegen

so beliebt, weil die Strecke im Vergleich zu vielen

anderen Rennen relativ einfach ist. Dafür ist die Aussicht

auf die 3000er der Berninagruppe atemberaubend.

Bei schönem Wetter ist der Blick vor allem auf

den ersten 15 Kilometern ins mondäne St. Moritz unschlagbar

– den Ort, an dem der Wintertourismus in

den Alpen seine Wurzeln hat. Einmal durch die Gassen

mit Designerläden zu flanieren gehört bei einem

Ausflug zum „Engadiner“ ebenso dazu wie der herrlich

altmodische „Ziel erreicht“-Stempel am Ende des

Laufs, den immer Kinder den Teilnehmern auf die

Startnummer drucken.

Fotos: Steirerlauf Martin Huber

68 SPORTaktiv


ALLES NEU BEI

AUSTRIA LOPPET

Mehr als 7000 Teilnehmer

werden bei Österreichs größter

Langlauf-Rennserie 2020 erwartet.

Foto: EXPA/Martin Huber

Zum ersten Mal in der Geschichte

werden 2020 Meisterin und Meister

der Austria-Loppet-Rennserie in zwei

Disziplinen gekürt – und zwar beim

Saisonhöhepunkt, dem 50. Ganghoferlauf

in Leutasch. Der Titel geht an

die Sieger über 50 km Klassik bzw. 42

km Skating. Künftig werden die

Meister jedes Jahr an einem anderen

Austragungsort gekürt.

WASALAUF

Die Mutter aller Volkslangläufe. 1922 vom schwedischen Journalisten

Anders Pers ersonnen, als Erinnerung an die Flucht von König

Gustav I. Wasa vor den Soldaten des dänischen Königs Christian II.

im Jahr 1521. Auch wenn es seit 1990 eine ganze Woche mit Veranstaltungen

und Läufen gibt, die auch in freier Technik durchgeführt

werden – DER „Vasaloppet“ findet in klassischer Technik statt –

von Sälen über 90 Kilometer nach Mora immer am 1. Sonntg im

März. Die Strecke führt zu großen Teilen durch die wilde, einsame

Natur Mittelschwedens. Der steilste Anstieg wartet gleich nach dem

Start. Dort gibt es Staugarantie, weil die breite Strecke auf wenige

Spuren zusammenläuft, sehen Läufer, die nicht im ersten von zehn

Startblöcken stehen, bald eine Menschenwand, die sich im Grätenschritt

nach oben wälzt. Ein unvergesslicher Anblick. Achtung:

Finisher-Medaillen gibt es nicht für alle, die ins Ziel kommen.

Siegerzeit plus 50 Prozent – dann ist Schluss damit.

TERMINE

19. Tour de Ramsau/ Dachstein

10.–12. Jänner 2020

46. lnt. Dolomitenlauf

16.–19. Jänner 2020

24. Ski-Trail Tannheimer Tal - Bad Hindelang

16.–19. Jänner 2020

41. Steiralauf Bad Mitterndorf

24.–25. Jänner 2020

48. lnt. Koasalauf St. Johann / Tirol

8.–9. Februar 2020

13. Skimarathon Saalfelden

14.–15. Februar 2020

11. Achensee 3-Tälerlauf

23. Februar 2020

50. lnt. Ganghoferlauf Leutasch

29. Februar – 1. März 2020

www.austrialoppet.at

SPORTaktiv

69


SPORTaktiv & Projekt Spielberg präsentieren:

DAS 1. BUFF ® BIATHLON-CAMP

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31. Jänner–1. Februar 2020 (Fr.–Sa.)

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Daniel Mesotitsch (Olympia- und WM-Medaillen-Gewinner

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Thema Langlauf & Biathlon

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Fotos: Biathlon-Camp, Schönbergerhof/Projekt Spielberg, Markus Berger, Philip Platzer

Wie fühlt es sich eigentlich an, mit 160 Pulsschlägen

pro Minute auf eine Scheibe mit

4,5 cm Durchmesser zu zielen? Die Antwort

gibt es beim BUFF®-Biathlon-Camp am Red-Bull-

Ring! Biathlon-Pro Christoph Sumann, seines Zeichens

mehrfacher WM- und Olympiamedaillen-Gewinner,

taucht mit den Camp-Teilnehmern in die faszinierende

Welt des Biathlonsports ein. Ihm zur Seite steht mit

Daniel Mesotitsch ebenfalls ein mehrfacher Olympiaund

WM-Medaillen-Gewinner im Biathlon.

Langlauftechnik-Training steht dabei ebenso am Programm

wie Übungseinheiten direkt am Laser-Schießstand.

Vorträge rund um das Thema Langlauf- und

Ausdauersport, ein Wachs-Workshop sowie eine gezielte

Warm-up-Session runden das Biathlon-Camp am Red

Bull Ring ab. Außerdem: eine Übernachtung im Landhotel

Schönberghof, direkt am Red-Bull-Ring, inklusive

Verpflegung. Camp-Teilnehmer können für die Dauer

des Aufenthaltes den Spa-Bereich im Hotel G’Schlössl

Murtal kostenlos nutzen.

Und es heißt: Bring your familiy and friends! Auf

Partner oder Familienangehörige, die mit nach Spielberg

kommen, aber nicht am Camp teilnehmen, wartet

das Skigebiet Lachtal mit vergünstigten Skipässen. Das

Lachtal zeichnet sich durch den hochalpinen Charakter

und die Weitläufigkeit des Skigebietes aus. 36 Kilometer

Pisten und Skirouten führen von 1660 Meter hinauf

bis auf 2222 Meter Seehöhe.

ANMELDUNG

KONTAKT & BUCHUNG

per E-Mail unter:

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Anmeldeschluss: 15. Jänner 2020.

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DIAGONALES LANGLAUFEN

IN DER LOIPE.

Fotos: Hersteller

72 SPORTaktiv


© Alice Russolo


SO GELINGT DER

LOIPEN-URLAUB

NATÜRLICH KANN MAN AUF EIGENE FAUST DEN ALPENRAUM ERKUNDEN UND

SICH IM INTERNET EINEN LANGLAUF-URLAUB ZUSAMMENSUCHEN, DER ZUSÄTZ-

LICH ZUM LOIPENSPASS AUCH ENTSPANNUNG UND KULINARIK BIETET. MAN

KANN ABER AUCH GANZ EINFACH IN DIE SPUR FINDEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

74 SPORTaktiv


üher war es doch meistens so:

Wo der Skilift zu einem Skigebiet

herangewachsen ist, hat irgendwann

auch einmal jemand eine

Loipe gezogen. Erst nur die klassischen

Spuren, später dann auch immer öfter

die plattgewalzten Bahnen für die Skater.

Eigene Langlaufdestinationen? Gab

es kaum. Mittlerweile ist das anders. Neben

den großen Regionen mit Hunderten

von Loipenkilometern wie Seefeld,

Ramsau am Dachstein oder dem Pillerseetal

in Tirol spezialisieren sich immer

mehr Orte und Beherbergungsbetriebe

auf den sanften Wintersport mit den

schmalen Ski.

Was macht eine gute Langlaufdestination

nun aber eigentlich aus? Ein gutes

Loipennetz versteht sich als Basis von

selbst – und zwar mit Spuren für die

klassische wie auch die freie Technik,

sprich das Skaten. Ebenfalls weit oben

auf der Liste der Notwendigkeiten: eine

Langlaufschule, in der die Grundschritte

richtig erlernt werden können. Mit ordentlicher

Technik stellt sich der Spaß

an der Bewegung viel früher und viel

nachhaltiger ein, als wenn man sich als

Autodidakt versucht. Das Material der

Foto: Fischer Sports

Kurse kommt in den meisten Fällen einmal

von einem Verleih – denn auch im

nordischen Bereich heißt es wie auf der

Piste immer öfter: leihen statt kaufen.

All diese Kriterien lassen sich im Zeitalter

von globaler und omnipräsenter

Vernetzung natürlich selbst im Internet

zusammensuchen. Noch einfacher

macht es – gerade für Neulinge, die

noch keine Erfahrung haben und bislang

eher in anderen Regionen geurlaubt

haben – eine spezielle Buchungsplattform.

Die „Cross Country Ski Holidays“

zum Beispiel haben sich auf Langlaufund

Skitourenurlaube in den Alpen spezialisiert

und Standards definiert – für

Regionen und Hotels.

So sind bei den Destinationen mindestens

25 Loipenkilometer Pflicht,

mindestens drei davon auf einer

Kunstschnee- oder alternativen Höhenloipe.

Es braucht eine Langlaufschule,

eine Verleihstelle und eine Servicestelle

zum Wachsen der Ski. Hotels wiederum

brauchen so banale, aber praktische

Dinge wie einen Skiständer im Außenbereich,

einen abschließbaren Skiraum,

Wäscheservice, eine Einrichtung zum

Trocknen von Sportkleidung oder einen

Wachs-Bock. „Bei uns gibt es sogar ein

Skiwachsbügeleisen, Wachsabziehklingen

und Belagsbürsten“, sagt Carina

Hentschel vom Narzissen Vital Resort in

Bad Aussee. „Außerdem haben wir im

Haus kompetente Beratung für Langläufer

zu Loipen und Ausrüstung.“ Loipentickets

können direkt an der Rezeption

gelöst werden, wo man sich auch Trinkflaschengürtel

ausborgen kann.

Die Auflagen im Wellness- und Entspannungsbereich

übererfüllt das Vital

Resort. So gibt es nicht nur Massagen

und einen Saunabereich, sondern gleich

sechs verschiedene Schwitzvarianten und

fünf Warmwasser- bzw. Multifunktionsbecken.

Im Salzkammergut darf natürlich

eine Solegrotte mit Solesee nicht

fehlen.

Insgesamt 18 Regionen mit 29 Hotels

aus Österreich, Bayern und Südtirol sind

auf der Plattform vertreten. Der nächste

maßgeschneiderte Langlaufurlaub ist damit

nicht mehr als ein paar Mausklicks

entfernt.

SPORTaktiv

75


13. SKIMARATHON

SAALFELDEN

15. 2.: Charity Business Run,

Mini-Skimarathon

16. 2.: Skimarathon

(42 km und 21 km),

Skimarathon light

(10,5 km).

Mehr Infos und

Anmeldungen

www.skimarathon.at

SAALFELDEN IM

VOLKSLAUF-FIEBER

AM 15. UND 16.

FEBRUAR 2020 GEHT

DER 13. SKIMARATHON

SAALFELDEN ÜBER DIE

BÜHNE. EIN VOLKS­

FEST FÜR PROFIS UND

HOBBYLANG LÄUFER

UND EIN SPORT­

EREIGNIS FÜR DIE

GANZE FAMILIE.

Am 16. Februar geht es auf perfekt

präparierten Loipen über sanfte

Hügel durch die imposante Alpenlandschaft

von Saalfelden. Der Skimarathon

über 42 Kilometer ist Teil der „Austria

Loppet Serie“ und lockt jedes Jahr im

Februar rund 300 Profis und ambitionierte

Hobbylangläufer aus aller Welt

an der Start. Das macht den Lauf zu

einem der größten Langlaufevents in

Österreich. Als Alternative zur „ganzen“

Marathondistanz steht 2020 wieder die

21 Kilometer lange Halbmarathonstrecke

zur Auswahl.

In diesem Winter gibt es auch zwei

wichtige Neuerungen: Zum einen ist es

die „Light“- Version, bei der eine Runde

mit 10,5 Kilometern zu absolvieren ist.

Diese Distanz ist für Hobbylangläufer

ideal, denen 21 Kilometer zu lang sind

und die dennoch dieselbe tolle Rennatmosphäre

genießen wollen, starten die

„Light“-Teilnehmer doch gleichzeitig

mit denen von Marathon- und Halbmarathon

in die Loipe.

Neu: Der Charity Business Run

Die zweite Neuerung 2020 ist der

„Charity Business Run“. Ein Lauf, bei

dem man mit seinen Arbeitskollegen

gemeinsam eine gute Zeit verbringt und

die sportliche Aktivität an der frischen

Luft genießt. Fünf Kilometer sind wahlweise

im Skatingstil oder im klassischen

Stil zu laufen. Das schnellste Team

gewinnt – daneben gibt es auch Sonderpreise

für jene Firmen, die am meisten

Teilnehmerteams stellen oder für jene,

die ihre sportlichen Arbeitskollegen am

kreativsten anfeuern.

Ebenfalls bereits am Samstag, dem

15. Februar gibt die „next generation“

beim Skimarathon Saalfelden Gas. Der

Mini-Skimarathon für Kinder und Jugendliche

ist jedes Jahr ein Highlight,

schließlich legt Saalfelden als nordisches

Kompetenzzentrum großen Wert auf

die Nachwuchsförderung. Der Lauf

wird im Skating-Stil durchgeführt, je

nach Altersklasse sind 2, 4 oder 6 Kilometer

zu bewältigen.

Foto: Skimarathon Saalfelden

76 SPORTaktiv


FIT MIT SUMI

KLEINE SCHEIBE

GROSSER SPASS

Foto: Thomas Polzer

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Endlich wieder Biathlon. Viele Leute freuen

sich darauf und werden wieder vor den

Fernsehgeräten mitfiebern, wenn langgelaufen

und geschossen wird. Die Einschaltquoten

belegen das Interesse und viele probieren den

Sport in Langlauf-Destinationen mit Laser-Gewehren

selbst einmal aus. Für mich selbst ist die

Faszination Biathlon sehr schnell erklärt. Zwei

Sportarten, die überhaupt nicht miteinander

kompatibel sind, unter einen Hut zu bringen.

Manchmal geht das eine, manchmal das andere,

zum Glück hat auch manchmal beides zusammen

funktioniert.

Mit 24 hab ich recht spät begonnen, hatte aufgrund

meiner Langlaufausbildung aber natürlich

Vorteile beim Langlaufen, das beim Biathlon ein

wenig anders ist. Erstens merkt man das Gewicht

des Gewehrs am Rücken, zweitens muss man seinen

Laufstil anpassen. Man läuft viel aufrechter,

muss die Oberkörperbewegungen stark minimieren,

weil sonst das Gewehr zu schaukeln beginnt.

Rumpfstabilität ist da gefragt.

Mit der Zeit hab ich auch das Schießen richtig

lieb gewonnen. Ich bin übrigens immer gerne

mit einem sehr hohen Puls an den Schießstand

gekommen. Wenn das Herz so schnell schlägt, ist

der Pulsschlag relativ flach. Wenn er abfällt, was

bei Spitzensportlern ja schnell der Fall ist, wird er

härter, man spürt ihn im Hals und die Bewegung

überträgt sich auf den Körper und die Waffe.

Manche Läufer wiederum, wie Martin Fourcade,

nehmen vor dem Schießstand Tempo raus und

schießen mit weniger Puls.

Was mich besonders freut: dass immer mehr

Leute „meinen“ Sport ausprobieren wollen. Sie

sehen dann, wir schwer es ist, die Scheiben zu

treffen, weil sie weit weg und winzig klein sind.

Und denken sich dann beim nächsten Weltcuprennen

im Fernsehen nicht mehr: „Warum trifft

der Trottel denn schon wieder nicht???“

steigert

stärkt

wirkt

Härter trainieren

und dabei

gesund bleiben!

Linderung von Magen-Darm-

Beschwerden beim Sport.

Unterstützung der Regenerationsund

Leistungsfähigkeit.

Positiver Einfluss auf das

Immunsystem.

Medizinprodukt: Bitte beachten Sie die

Gebrauchsanweisung (Etikett) genau.


SAPPADA/PLODN

HOCHGENUSS IM LAND

In der italienischen

Region Friaul Julisch

Venetien können nordische

Sportler nicht

bloß auf den Spuren

von echten Champions

laufen, sondern mit

ihnen gemeinsam in

die Loipe gehen.

REGION FRIAUL JULISCH

VENETIEN

www.turismofvg.it

DER CAMPIONI

Silvio Fauner, Goldgewinner der legendären

Staffel bei den Olympischen

Spielen 1994 in Lillehammer; Pietro

Piller Cottrer, Olympiasieger 2006 in

Turin; oder jüngst Lisa Vitozzi, Gewinnerin der

kleinen Kristallkugel im Weltcup 2018/19: Sie

alle kommen aus Sappada, einem 1500-Seelen-

Dorf im Herzen der Dolomiten, umgeben von

den Gipfeln des Monte Peralba und des Monte

Siera-Gebirgsmassivs, deshalb gilt Sappada als“

Land der Champions.

Die Leidenschaft fürs Langlaufen prägt hier

die Menschen und das spürt man auch als Gast.

Sappada verfügt über 20 Kilometer perfekte

Fotos: www.bandion.it

78 SPORTaktiv


AKTIV-PACKAGE

LANGLAUFEN MIT

DEN CHAMPIONS

Aufenthalt im 3-Stene-Hotel,

Langlaufen mit Silvio Fauner

oder Pietro Piller Cottrer:

Ab € 360,– p. P. fürs Wochenende,

ab € 890,– p. P. für eine Woche

INFOS + ANMELDUNG

www.sappadadolomiti.com

iNFO LINE +39 375 533 0302

RELAX-PACKAGE

AUFGUSS DAY

Aufenthalt im Albergo Diffuso

Sauris, ein wahrer Genuss mit

duftenden Aufgüssen in der

finnischen Sauna und köstlichem

Scrub im türkischen Bad

Ab € 109 – p. P. fürs Wochenende

INFOS + ANMELDUNG

www.retesauriszahre.it

iNFO LINE +39 0433 86221

SAURIS/ZAHRE

Loipen für jeden Anspruch. Technische

Loipen für Training und Wettkampfvorbereitung,

aber auch einfache mit tollem

Panorama, die für Familien und Einsteiger

passen. Am bekanntesten ist sicher

die „Pista dei Campioni“, also die

„Loipe der Champions“, die beim

Langlaufstadion startet und auch für die

Weltcuprennen genutzt wird. Genauer

erklären können das alles jedoch die

Olympiasieger Silvio Fauner und Pietro

Piller Cottrer, mit denen man bei den

aktuell buchbaren Paketen der Region

gemeinsam auf die Loipe gehen kann

(Details siehe im Kasten oben).

Einige Täler weiter in der gleichen Region

liegt Sauris, ein bezauberndes Bergdorf.

Genau gesagt gibt es zwei Ortsteile:

Sauris di Sotto auf rund 1000 m Seehöhe

und Sauris di Sopra auf 1400 m.

Wie auch in Sappada, wird in Sauris ein

Dialekt gesprochen, der seinen Ursprung

im Deutschen hat, was sich in

der Architektur und Volkskultur niederschlägt.

Dem kleinen Ort, der aus einer

österreichischen Kolonie hervorgegangen

sein soll, sagt man einen in Friaul

Julisch Venetien einzigartigen Charakter

nach – den man auch an der Kulinarik

merkt: Der Name Sauris wird auch für

einen speziellen Prosciutto Crudo verwendet,

der durch seine leichte Räucherung

nach alten Rezepten unverwechselbar

ist. Wer in Sauris zu Gast ist, muss

auch den Bergkäse sowie das von einer

lokalen Brauerei produzierte Hanfbier

kosten.

SILVIO FAUNER

Im Winter ist Sauris eine hervorragende

Wahl für alle, die beim Skifahren ein

ruhiges Umfeld bevorzugen, es gibt sonnige

Hänge mit leichten und mittelschweren

Pisten und auch Langläufer

finden ihr Glück. Die „Plotze“-Loipe

liegt auf der gleichnamigen Ebene, dahinter

ragt der Monte Bivera majestätisch

in die Höhe und schaut dabei zu,

wie man zufrieden lächelnd seine Runden

durch die Winterlandschaft zieht ...

PIETRO PILLER COTTRER

Silvio Fauner

und Pietro

Piller Cottrer

sind zwei der

Langlauf-

Campioni aus

Sappada.

Gäste können

mit den beiden

gemeinsam

in die Loipe

gehen.

SPORTaktiv

79


Ein Besuch auf dem Laufsportsymposium

der Sportartikelmesse

ISPO gewährt einen spannenden

Einblick in die Zukunft der Laufschuh-Branche.

Von „connected

footwear“, Sohlenformen, Wundermaterialien

und Drehkräften.

SO KOMMST

DU IN DIESPUR

80 SPORTaktiv


WORAUF MUSS ICH ALS NORDISCHER

NOVIZE ACHTEN, BEI SCHUHEN, SKI,

STÖCKEN, AUSRÜSTUNG. UND IN

WELCHEM STIL SOLL ICH ÜBERHAUPT

MIT DEM LANGLAUFEN BEGINNEN?

WIR HABEN DIE ANTWORTEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Fotos: Thomas Polzer

Langlauftrainer Reini

Kaurzinek erklärt dem

Autor die richtige Technik

beim Skaten.

anglaufen ist längst nicht mehr verstaubt

oder old-fashioned. 30 Jahre

alt ist der durchschnittliche Langläufer

zum Beispiel in der Ramsau, einer

der größten Langlauf-Destinationen

des Landes, Kinderkurse

erfreuen sich im ganzen

Land wachsender Beliebtheit.

Warum also nicht einmal langlaufen

probieren? Schont die Gelenke, trainiert

den ganzen Körper, ist gut für das

Herz-Kreislauf-System und bietet ein

einmaliges Naturerlebnis. Wie aber beginnen?

Welche körperlichen Voraussetzungen

braucht man, worauf sollte man

gerade als Einsteiger beim Material achten

und überhaupt die Kardinalsfrage:

klassischer Stil oder Skating?

Da räumt Reini Kaurzinek von der

Langlaufschule fit&fun in Ramsau am

Dachstein gleich mit einem Vorurteil

auf, das sich in die Köpfe eingefräst hat

und das da lautet: Skating ist sportlich,

klassisch nicht. „Stimmt überhaupt

nicht. Beide Techniken lassen sich extrem

sportlich ausüben.“ Trotzdem rät er

Einsteigern eher zum klassischen Stil,

weil der sich leichter erlernen lässt. „Der

einzige Unterschied ist die fehlende

Führung“, erklärt der ehemalige Leistungssportler.

Während beim klassischen

Stil die Loipe den Ski führt, fehlt das

beim Skating. „ Diese Gleitphase auf einem

Bein macht es anfangs schwieriger.“

Wer aber sportlich ist, eislaufen kann,

inlineskaten, oder ein guter Skifahrer ist,

der könne durchaus auch gleich in der

Skatingtechnik einsteigen. „In Kursen

sehe ich sehr schnell, ob jemand dafür

geeignet ist. Oft rate ich Leuten nach 30

Minuten in den Klassik-Kurs umzusteigen,

weil ihnen der Erfolg beim Skaten

fehlt und sie dadurch Spaß und Motivation

verlieren.

Beginnen kann jeder, der schmerzfrei

ist. „Für Leute mit Rückenproblemen ist

klassisch sicher die bessere Variante, weil

durch die harmonische Bewegung die

Lendenwirbelsäule mobilisiert wird.“

Tipp: Wem der Arzt rät aufs Gesäß zu

achten, kann mit einer Protektorhose

Steißbein und Hüfte stützen.

Ski: Bei der Ausrüstung empfiehlt er

zu Beginn einen Fell- oder Schuppenski.

„Leider werden immer weniger Schuppenski

produziert, Handel und Industrie

setzen voll auf den Fellski“, sagt Kaurzinek.

Seit einigen Jahren boomt diese Variante,

bietet das Fell in der Steigzone in

der Mitte des Skis gute Steigeigenschaften

und stört auch im Flachen oder

berg ab nicht. „Wenn der Ski exakt zum

Läufer passt“, schränkt er ein. Beim

Kauf sollte man unbedingt auf eine Härtetest

achten. Die Ski gibt es für bestimmte

Gewichtsbereiche. „Sagen wir,

ein Ski ist für 60 bis 70 Kilogramm.

Jetzt kann es sein, dass der Ski innerhalb

dieser Kategorie eher weich ist, also für

63 Kilo optimal passt, für 69 aber schon

überhaupt nicht mehr und dann in der

Ebene oder bergab schlechter gleitet.“

Was noch zu verschmerzen wäre. „Problematisch

wird es beim Spurwechsel

oder wenn man aus der Loipe raus muss.

Dann setzt das Fell zu sehr aus und es

stoppt dich extrem her. Das führt dann

sehr oft zu Stürzen. „Besonders wenn du

Anfänger bist und nicht damit rechnest,

dass der Ski so abrupt bremst.

Spielt beim Diagonalstil die Skilänge

eine untergeordnete Rolle, kommt ihr

beim Skating deutlich mehr Bedeutung

SPORTaktiv

81


zu. „Für Anfänger gilt bei der Länge die

Formel: Körpergröße plus 5 Zentimeter.

Fortgeschrittene nehmen ihn 10, gute

Langläufer 15 Zentimeter länger. „Am

Anfang tendiert man vor allem bergauf

die Schrittstellung zu breit zu machen

und steigt sich auf die Enden. Dann

watschelt man nur mehr dahin.“

KLASSIK-SCHUHE MÜSSEN

SICH BIEGEN, UM DIE

KRAFT OPTIMAL AUF DEN

SKI ZU BEKOMMEN.

JAHRESAUSKLANG IN DEN TIROLER BERGEN

Das „Bergsilvester“ in Hopfgarten in der Ferienregion

Hohe Salve ist der etwas andere Jahresausklang.

TIROL. Am wohl schönsten Aussichtsberg Tirols, der Hohen

Salve in Hopfgarten im Brixental, findet zum 7. Mal das

Bergsilvester statt. Für Unterhaltung mit Live DJs sowie

Speis und Trank ist im Tenner Stadl, im Berggasthof Tenn

und Alpengasthof Salvenalm gesorgt. Von 19 bis 2 Uhr

morgens fährt die Gondelbahn in Hopfgarten bis zur Mittelstation

(€ 17,– hin und retour), kurz nach Mitternacht

wird das große Silvesterfeuerwerk entzündet. Diesen Rutsch

ins neue Jahr vergisst man bestimmt nicht mehr!

www.hohe-salve.com/events

Foto: Hohe Salve

Schuhe: Besonders wichtig sind die

Schuhe. Da empfiehlt Kaurzinek Modelle

mit einer Schale und nicht nur Kunstlederschuhe.

„Die werden durch Wärme

und Nässe schnell weich und dann hat

man keinen Halt mehr. Die Belastung

steigt damit ebenso wie die Sturz- und

Verletzungsgefahr. Skatingschuhe eigenen

sich übrigens nicht. „Sie bieten zwar

Halt, haben aber eine harte Sohle, die

beim klassischen Langlauf hinderlich ist.

„Die müssen sich biegen, damit man die

Kraft optimal auf den Ski bekommt.“

Wer eventuell auch einmal die andere

Technik probieren möchte, kann zu einem

Kombischuh greifen. Für den kompletten

Umstieg braucht es dann auch

den speziellen Schuh. „Sonst hat man

einfach keine Freude am Langlaufen.“

Wie schon erwähnt hat der Skatingschuh

eine harte Sohle, der Schaft geht

über Knöchelhöhe hinaus und hat ebenfalls

eine Kunststoffschale für besseren

Halt. Nach oben hin sind preislich fast

keine Grenzen gesetzt, der Anfänger

braucht aber keinen Vollkarbonschuh.

Empfehlenswert sind dagegen geformte

Schuheinlagen, die das Fußgewölbe unterstützen.

Langlaufschuhe haben meist

kein vernünftiges Fußbett.

Stöcke: Bleiben noch die Stöcke.

Beim Einsteiger noch kein so großes Thema.

„Hier sind Alustöcke ganz sicher ausreichend

und die wesentlich günstigere

Wahl als die Vollkarbonmodelle. „Der

Gewichtsunterschied fällt beim Einsteiger

82 SPORTaktiv


nicht ins Gewicht, weil man anfangs

nicht stundenlang und auf Tempo unterwegs

ist. Achten sollte man auf spezielle

Schlaufen, bei denen der Daumen von

den Fingern getrennt ist. „Und am allerbesten

sind solche, die man per Klick

vom Stock trennen kann ohne rausschlupfen

zu müssen.“ Trinken, Naseputzen,

Brille reinigen – geht dann alles

mit Schlaufe. Wer das einmal probiert

hat, möchte es nie wieder anders. Praktisch

alle namhaften Hersteller haben

solche Griffe im Angebot. Und die Länge?

Klassisch minus 30 cm von der Körpergröße,

Skating minus 20 cm.

Bekleidung: Funktionswäsche aus

Transtex-Materialien haben sich bewährt.

„Am besten noch Jacken oder

Westen mit Windstopper, damit ist man

für wechselnde Bedingungen sehr gut

gerüstet“, erklärt Kaurzinek. Auf keinen

Fall Ski- oder Winterjacken tragen. Erstens

ist die Beweglichkeit eingeschränkt.

„Zweitens überhitzt man schnell, was zu

einem Leistungsverlust führt. Auch keine

dicken Handschuhe verwenden, mit

denen kommt man nicht mehr in die

Schlaufen. „Wer wandert, Rad fährt

oder läuft, kann die warme Bekleidung

aus diesen Sportarten auch sehr gut

beim Langlaufen verwenden. Wozu

Kaurzinek auch rät: Protektorhosen.

Brille: Kaurzinek empfiehlt zumindest

eine Sonnenbrille. Wind und Schneefall

sind für das Auge unangenehm, strahlender

Sonnenschein kann durch die Reflexion

vom Schnee zu Schmerzen und

Schneeblindheit führen. Teurere Langlauf

brillen sind dann Skibrillen ähnlich,

mit dem Unterschied, dass man die

Scheibe hochklappen kann. „Durch den

größeren Abstand zu den Augen beschlagen

diese Modelle auch so gut wie nie.“

Wachs: Ohne Pflege nützen der beste

Ski und die beste Loipe nichts. „Vor

dem ersten Gebrauch sollte der Belag

gleich mit Heißwachs behandelt werden“,

rät Kaurzinek. „Sonst verunreinigt

er und das bekommt man nie wieder

raus. Klassiker sollten danach flüssiges

Paraffin auf den trockenen Ski auftragen.

Am besten eine Stunde, bevor es in

die Loipe geht.“ Nach rund 60 Kilometern

sollte der Ski dann wieder mit eingebügeltem

Heißwachs behandelt werden.

Wer das nicht selbst machen möchte,

kann das in Sportgeschäften und Verleihstationen

machen lassen. „Aber

dezidiert Heißwachs verlangen“, sagt

Kaurzinek.

Skatern bringt das Paraffin nichts, dieses

eignet sich nur für wenige Kilometer

ohne Verbesserung der Gleiteigenschaften.

Also – siehe oben – Heißwachs

alle 50 bis 60 Kilometer.

SIMPLY SKIING

MIT INTELLIGRIP!

Langlaufski mit integrierten

Steigfellen revolutionieren den

nordischen Skimarkt. Bei Madshus

wird die IntelliGrip-Serie in

diesem Winter gar zu einer

eigenen Kategorie.

ANZEIGE/Foto: Madshus

Fell-Ski brauchen kein Steigwachs oder

Klister mehr und haben keine Schuppen

– stattdessen klebt ein Steigfell in

der Steigzone des Skis. Verwachsen ist

unmöglich und die Ski gleiten richtig

gut – kein Wunder, dass bei Madshus

bereits 50 Prozent der verkauften Ski

Fell-Ski sind.

Die IntelliGrip-Serie 2019/20 wurde

völlig überarbeitet und umfasst acht

Modelle. Gemeinsam ist allen das Fell

aus 70 % Mohair und 30 % Nylon, das

bei fast allen Schneeverhältnissen für zuverlässigen

Grip und gutes Gleiten sorgt.

Drei Modelle – Race Pro IntelliGrip,

Race Speed IntelliGrip und Endurance

IntelliGrip – sind voll wettkampftauglich,

während der Nordic Pro IntelliGrip

für Touren konzipiert ist. Zwei JR-Modelle

stellen die Fell-Ski-Technologie für

den Nachwuchs bereit.

ALLE INFOS

www.madshus.com

SPORTaktiv

83


ATOMIC REDSTER S9

CARBON PLUS

• V-förmiger Sidecut mit schmalerem

Skiende und breiterer Skispitze für

explosive Beschleunigung in jedem

Terrain

• dank Carbon-Race-Monocoque-Konstruktion

ist der Ski noch

leichter und stabiler, bei direkterer

Kraftübertragung

• Atomic-Race-Profil mit optimiertem

Dickenverlauf für Kontrolle und

Stabilität bei allen Bedingungen

PREIS (UVP): € 549,99

www.atomic.com

MADSHUS REDLINE 2.0

SKATE SOFT CONDITION

• Top-Rennski für Leistungssportler

und ambitionierte

Skilangläufer

• mit Weltcup-Profis

entwickelt

• komplett neuer Sidecut

und neuer Skiaufbau

• neu entwickelter universeller

Belag – für alle Temperaturen

geeignet

PREIS (UVP): € 579,95

www.madshus.com

SALOMON CARBON SKATE

• Thin-Ply-Carbon-Lage auf der gesamten

Skilänge optimiert die Torsionssteifigkeit

für einen kraftvolleren Abstoß

• ausbalancierte Spannungseinstellung

bringt in der Gleitphase mehr Stabilität

• leichtgängiger und agiler dank der dünn

ausgelegten Tip-und-Tail-Konstruktion

• „Triangle Thickness“-Profil verbessert

die Beschleunigung

PREIS (UVP): € 599,99

www.salomon.com

FISCHER SPORTS SPEEDMAX 3D SKATE

• maximale Gleiteigenschaft dank Gliding-Sidwall

• Cold-Base-Bonding

• Air-Core-HM-Carbon

• stark verbesserte Wachsaufnahme und

Schleifbarkeit des Belages

• mit Weltcup-Profis entwickelt

PREIS (UVP): € 599,95

www.fischersports.com

SKATING

RAKETEN

MIT DIESEN FÜNF

SKATING-SKI

GLEITEST DU

PERFEKT DURCH

DIE WINTER-

LANDSCHAFT.

ROSSIGNOL X-IUM SKATING

PREMIUM

• für anspruchsvolle Top-Athleten

• neu mit einer „3D-Carbon-Struktur“

für noch mehr Reaktivität und

Kontrolle

• hervorragende Kraftübertragung

ohne Energieverluste

• die 3-Edge-Energy-Sensor-

Technologie sorgt für eine

schnellere Gleitoberfläche und

maximale Beschleunigung

PREIS (UVP): € 529,99

www.rossignol.com

Fotos: Hersteller

84 SPORTaktiv


EIN ECHTER

KLASSIKER FEIERT

SEINEN 50ER

50 JAHRE LIEGEN ZWISCHEN DEN

ANFÄNGEN DES GANGHOFERLAUFES

IN LEUTASCH UND DER NEUESTEN

AUFLAGE IM JAHR 2020.

Fotos: Olympiaregion Seefeld/Stephan Elsler, Skiclub Leutasch

Echte Ausdauer

beweisen und jetzt zum

50. Ganghoferlauf

anmelden:

www.ganghoferlauf.at

Ein beeindruckendes Jubiläum feiert der

Ganghoferlauf in diesem Winter und

das beschreibt die anhaltende Qualität des

beliebtesten und ältesten Volkslanglaufs

Österreichs wohl am besten.

Das 16 Kilometer lange Leutaschtal ist

für seine Schneesicherheit im Winter und

seine schönen sowie abwechslungsreichen

Loipen bekannt – ein echtes Langlauferlebnis

ist garantiert. Das ist auch der Grund

dafür, dass der Euroloppet-Ganghoferlauf

auf eine solch beeindruckende Geschichte

zurückblicken kann. Unterstützt von vielen

freiwilligen Helfern, Vereinen und dem

Skiclub Leutasch wird der Volkslauf auch

vom 29. Februar bis 1. März 2020 wieder

bis zu 1700 begeisterte Athleten auf das

sonnige Hochplateau locken. Der Ganghoferlauf

ist Teil der Euroloppet-Rennserie und

somit bei ambitionierten Langläufern ein

Fixtermin. Mit 25 bzw. 50 km in der klassischen

Technik oder 20 bzw. 42 km in der

Skatingtechnik ist der Ganghoferlauf für

jedermann eine Teilnahme wert.

Neben einer Expo-Area, Skitests, Wachsservices

und einer Pastaparty können sich

Teilnehmer des ältesten Volkslanglaufs

Österreichs auf eine beeindruckende Atmosphäre

freuen. Am Samstag finden ab

9 Uhr die Klassikbewerbe sowie der Mini-Ganghoferlauf

statt. Skater gehen am

Sonntag ab 9.30 Uhr an den Start. Mit dem

Jubiläum finden auch gleichzeitig die European

Ski Marathon Championships 2020

von Euroloppet statt.

SPORTaktiv

85


SALOMON RS WARM

SOFTSHELL M

• schützt vor Wind und

Kälte, ist dabei aber hoch

atmungsaktiv

• ohne Einschränkungen

der Bewegungsfreiheit

• Material mit eingearbeiteten

und auf die unterschiedlichen

Körperzonen

abgestimmten „Bewegungsbereichen“

für

eine neue Form von

Beweglichkeit

PREIS (UVP): € 170,–/€ 120,–

www.salomon.com

LOIPEN-

STYLE

AKTUELLE FUNKTIONELLE

LANGLAUFMODE FÜR DIE LOIPE.

DAEHLI SPORTS JACKET NORDIC

+ PANTS DETERMEND W

• Jacke: winddicht und wasserabweisend

für Schutz vor Kälte und

Nässe, atmungsaktive Rückseite;

Primaloft-Polsterung für zusätzliche

Isolierung

• Hose: aus Softshell- und Stretch-

Material

• winddicht und atmungsaktiv

für ultimativen Komfort und

Wärmeregulierung

PREIS (UVP): € 199,90/€ 149,90

www.chrissports.ch

LÖFFLER KAPUZENJA-

CKE PRIMALOFT HYBRID +

TIGHTS GEMINI DOUBLE-

DRY M

• Jacke: wasserabweisend,

winddicht, wärmeisolierter

Brustbereich.

Features wie Zip-Brusttasche,

elastischer

Bundabschluss

• Hose: wasserdichtes

WPM-Pocket-Material

am Oberschenkel,

elastischer Bund

mit Kordel, reflektierender

Beinzip, schützendes

transtex®-Futter im Rückenbereich

PREIS (UVP):

€ 229,99/€ 169,99

www.loeffler.at

ODLO ZEROWEIGHT PRO JACKE UND

VOLECOY WP TIGHTS W

• Jacke: wärmt zuverlässig; atmungsaktiv

und elastisch; federleicht; hervorragender

Wetterschutz; 3-lagiges Softshell-Material;

robust und langlebig; thermoregulierend

• Hose: superleicht, schmal und sportlich;

hoher Tragekomfort; dünnes Softshell-

Material; atmungsaktiv und elastisch

PREIS (UVP): € 149,95 / € 99,95

www.odlo.com

Fotos: Hersteller

86 SPORTaktiv


PITZTAL:

WO ES IN DER LOIPE

IMMER LÄUFT

DAS PITZTAL GILT ALS DAS „DACH

TIROLS“ UND ÜBERZEUGT IM WINTER

MIT SEINEN HERAUSRAGENDEN BEDIN-

GUNGEN FÜR NORDISCHE SPORTLER.

Foto: TVB Pitztal

LANGLAUF-ELDORADO

Insgesamt gibt es im Pitztal 70

Kilometer Loipen von Oktober

bis Mai zu entdecken.

Mehr Infos zum Langlaufen:

www.pitztal.com/de/bergwinter/

langlaufen/loipen

INFOS & BUCHUNGEN

TVB PITZTAL

T. +43 54 14/86 999

info@pitztal.com

www.pitztal.com

Langläufer haben es nicht immer leicht:

Wer ganz sicher sein möchte, dass es

genügend Schnee gibt und die Loipen hervorragend

präpariert sind, ist im Pitztal an

der richtigen Adresse. Bereits die Talloipe,

die über 21,7 Kilometer vom Örtchen Wiese

bis hinauf ins 1743 Meter hoch gelegene

Mandarfen führt, bietet aufgrund ihrer

Höhenlage optimale Bedingungen. Auch

in eher warmen Wintern. Egal, ob man

klassisch unterwegs ist oder im Skatingstil

– das Panorama entlang der Spur, die überwiegend

am bizarr-vereisten Bergfluss Pitze

entlangführt, ist einfach überwältigend.

Und der Ausstieg ist ganz leicht: Denn in

jedem Weiler entlang des Loipenrands hält

der Regio-Bus, um abzukürzen, im nächsten

Ort einzukehren oder bei Bedarf schnell

wieder am Ausgangspunkt zu sein. Auch

rund um Wenns oder in Jerzens bieten sich

diverse kleinere Runden mit je eigenen

Highlights an. Oder wie wäre es mal mit einer

Runde auf dem Dach Tirols? Oben am

Pitztaler Gletscher auf 2760 Metern können

Langläufer von Herbst bis Frühjahr ein

Höhentraining vor atemberaubender Kulisse

absolvieren. Im Skigebiet Rifflsee bewegt

man sich in der Loipe auf durchschnittlich

2250 Metern Höhe.

Wen wundert es bei diesen Möglichkeiten,

dass Mario Stecher, Doppelolympiaund

zehnfacher Weltcupsieger der Kombinierer,

zum Wahl-Pitztaler geworden ist? Er

wohnt mit Ehefrau Carina Raich und seinen

Söhnen David und Luis in Leins. Mit

etwas Glück trifft man ihn in der Loipe.

SPORTaktiv

87


DER NEUE RENNSKI

Der „Redline 2.0 Skate Soft Condition“

von MADSHUS ist der perfekte Skatingski,

wenn es frisch geschneit hat und der

Schnee weich und langsam ist. Durch

niedrigere Vorspannung und kürzere

Druckzone hat man eine direktere

Verbindung zum Schnee.

www.madshus.com

LEICHTGEWICHT

Die Mitglieder der Speed-

Lite-24-Rucksack-Familie

von DEUTER sind echte

Laufburschen mit sportlichem

Halt, bei denen weder

überflüssiges Materialgewicht

noch unnütze Spielereien die

Freude an der Bewegung

trüben.

www.deuter.com

LANGLAUF

NEWS

SCHUTZ VOR

WIND UND WETTER

Wetterschutz, Atmungsaktivität und

ideale Belüftung – all das vereint die

Activoyn-Windjacke von UYN. Auf

der Vorderseite kommt eine Zwei-

Lagen-Membran zum Einsatz, am

Rücken der atmungsaktive Polyamid-

Strick mit Coolvent-Technologie.

www.uynsports.com

Fotos: Hersteller

AUF DEN

SPUREN

DER ELITE

Perfekte Loipen,

perfektes Netz:

Toblach unterstreicht

den Anspruch einer

Langlaufhochburg

einmal mehr.

120 Kilometer Loipen in Toblach und rund

200 Kilometer in der Dolomitenregion 3

Zinnen – Toblach garantiert als einer der

Hauptpartner des Langlaufkarussells Dolomiti

Nordic Ski jährlich ein perfekt präpariertes

Loipennetz. Aufgrund der Höhenlage

von 1240 Meter herrschen in Toblach im

Winter durchgängig tiefe Temperaturen

und damit optimale Loipenbedingungen.

Neben landschaftlichen Highlights wie dem

berühmten Abschnitt Toblach–Cortina auf

einer ehemaligen Eisenbahntrasse oder dem

atemberaubenden Blick auf die 3 Zinnen

ist die Nordic Arena selbst etwas Besonderes.

Die Loipe führt über das Dach des

Gebäudes, in dem alle nötigen Einrichtungen

untergebracht sind. Zudem bietet sich

das Übungsgelände für Anfänger an und

dient als Ausgangspunkt für wunderschöne

Langlaufrouten.

Weitere Infos: www.toblach.info

Fotos: Marco Felgenhauer, Harald Wisthaler

88 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: Expa Pictures, Kärnten Radmarathon, Woom

„BELLS FOR BETTER LIFE“

Seit 1. November und noch bis 24.

Dezember spendet der österreichische

Kinderfahrradhersteller

„woom“ den Reinerlös aller verkauften

Klingeln an die Hilfsorganisation

World Bicycle Relief für ein

Kinder-Radprojekt in Sambia.

www.woombikes.com

COMEBACK IN KÄRNTEN

Die Anmeldephase für das große

Comeback des Kärnten-Radmarathons

in Bad Kleinkirchheim am 7.

Juni 2020 läuft bereits. Neues Konzept:

„bike&enjoy“, kein Renncharakter,

nur 1000 Teilnehmer, Zeitnehmung

nur auf drei Anstiegen.

kaernten-radmarathon.at

SAGAN IN OSTTIROL

Mit ihrem Teamcamp gastierten die

Bora-hansgrohe-Radprofis und -Mitarbeiter

wieder in Osttirol. Superstar

Peter Sagan (Bild) und die vier österreichischen

Legionäre waren rund

um Lienz beim Bogenschießen und

am Sagan-Trail am Hochstein.

www.dolomitensport.at

SPORTaktiv

89


E-BIKE

AUF KRANKENSCHEIN

Fotos: iStock

90 SPORTaktiv


ÄRZTE SCHLAGEN ALARM, DIE WELT

WIRD IMMER DICKER. KEIN WUNDER,

DASS GESUNDHEIT EIN SCHWERPUNKT

BEIM OFFENEN MOUNTAIN BIKE-

KONGRESS IN SAALBACH WAR.

Kontraste: Auch Österreichs Kinder

machen zu wenig Bewegung und

werden immer dicker.

VON CHRISTOPH HEIGL

ie neueste Studie

war noch gar nicht

veröffentlicht, aber

es hätte sie gar nicht

gebraucht. Denn

beim Mountainbike-

Kongress in Saalbach war die Gesundheit

– vor allem die Nichtgesundheit – schon

beim Treffen im Saalbacher Spätherbst

ein riesengroßes Thema. Die neuesten

Zahlen lassen die Alarmglocken umso

schriller läuten: Die aktuelle Studie der

WHO vom November, veröffentlicht im

Fachmagazin „The Lancet“, ist umfassend

und erhob Daten von 1,6 Mio. Kindern

und Jugendlichen (11 bis 17 Jahre) aus

146 Ländern. Erschreckendes Ergebnis:

Nur ein Fünftel der Befragten kommt auf

genug Bewegung – was die WHO mit

dem Minimum von einer Stunde Bewegung

pro Tag als Richtwert definiert.

Weltweit sind 81 Prozent der Jungen

nicht aktiv genug, am schlechtesten wurde

die Situation in südostasiatischen Ländern

mit hohem Einkommen bewertet,

wo 95,6 Prozent der Mädchen zu wenig

Bewegung machen.

Wer jetzt denkt, im gesunden, gebildeten,

sportlichen Österreich sind die Daten

wesentlich besser, wird sich wundern.

Auch unsere Kinder sind laut Studie und

WHO-Einstufung körperlich nicht aktiv

genug. Im Erhebungsjahr 2016 hatten

71,2 Prozent der Burschen und 84,5 Prozent

der Mädchen zu wenig Bewegung.

„Danke, Gameboy, Nintendo und

iPhone!“, ist man geneigt zu rufen. Doch

die Gründe liegen tiefer, sind mannigfaltig

und reichen von Fragen des Bildungsstandards,

des technologischen Wandels bis

zum Couchpotato-Lebensstil und hin zu

den ebenfalls nicht aktiven Eltern und damit

fehlenden Vorbildern.

Fortschreitende Unbeweglichkeit und

Fettleibigkeit (Adipositas) sind die Folgen.

Oder wie es Dr. Hans Peter Wagentristl

am Mountainbike-Kongress drastisch auf

den Punkt bringt: „Die dicken Kinder von

heute sind unsere Patienten

von morgen.“ Der

Kinderfacharzt aus Eisenstadt

berichtet, dass alimentäre

Adipositas in

den letzten 30 Jahren

weltweit um das Achtfache

gestiegen und ein erhebliches

Gesundheitsrisiko

geworden ist. Falsches

Ess- und Trinkverhalten

sind genauso

schuld wie der markante

Bewegungsmangel. „Wir

haben jetzt Kinder mit

DIE DICKEN

KINDER VON

HEUTE SIND

UNSERE

PATIENTEN

VON

MORGEN.

Fettleber, das hat es früher nicht gegeben.“

In der EU gibt es bereits 14 Millionen

fettleibige Kinder.

Innerhalb Österreichs sieht Wagentristl

beim Thema Bewegung ein starkes

West-Ost-Gefälle. „Kinder im Westen

scheinen noch mit mehr Bezug zu Bewegung,

Sport und Natur aufzuwachsen als

Kinder im Osten Österreichs, das ist ganz

klar zu erkennen.“ Laut seinen Zahlen ist

neuerdings auch ein sozialer Faktor wie

Migrationshintergrund ein starkes Indiz

für Adipositas. Unterstützung bekommt er

am Kongress von Dr. Sven Malte John,

Professor für Humanwissenschaften an der

Universität Osnabrück, internationaler

SPORTaktiv

91


NO POGO E

Die Speerspitze der neuen

E-Bike Generation

Gesundheitsexperte und in

WHO-Projekte involviert. „Wer arm

ist, stirbt früher“, sagt John knallhart.

Das sitzt.

Was hat das alles mit Biken zu tun?

„Die Gesundheit ist ein großer Hebel

für unseren Sport“, hatte Kongress-Initiator

Hari Maier schon zu

Beginn in die Runde geworfen und

provokant die Vision „E-Bike auf

Krankenschein“ in den Raum gestellt.

Den Ball nahm John spielend

auf: „Das sind keine fake news!

E-Bike auf Krankenschein würde sich

gesundheitsökonomisch fantastisch

rechnen.“ Der Gesundheitsexperte

zählt Bewegungsmangel längst in die

Riege der „vier Killer“, wie er

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes,

Krebs und Atemwegserkrankungen

nennt. „Erwiesenermaßen

sinkt auch das Krebsrisiko bei Sport

und Bewegung.“ In seinem Vortrag

zeigte er das Bild von Michelangelos

strammem David in Florenz und

konterkarierte es mit der fiktiven Statue

eines fetten „David“ in New York.

„Dabei waren wir Menschen früher

in der Lage, Antilopen zu Tode zu

hetzen.“

Biken auf Krankenschein wäre für

John die ideale Maßnahme, um Bevölkerungsschichten,

„die nicht so offen

für Bewegung und Sport sind“,

zu erreichen und die WHO-Vision

„Be healthy, be mobile“ zu unterstützen.

„Ich fordere das regelrecht ein!“

Vorbild sei für ihn ein „Golden Girl

aus Lermoos“, die mit 89 Jahren täglich

E-Bike fährt und auf 5000 km

im Jahr kommt. Das Gegenbeispiel

von komplett unsportlichen Kindern

kennt Kinderarzt Wagentristl aus der

WER ARM

IST, STIRBT

FRÜHER.

Schulpraxis: „Die Kinder, die sich

dringend bewegen sollten, sind dann

die, die im Turnunterricht mit den

Turnbefreiungen durch Eltern oder

Ärzte anmarschieren.“

Wie E-Biken auf Krankenschein in

der Praxis ausschauen könnte, in der

Realität aber noch aussieht, erzählten

Ex-Skifahrer Stephan Görgl und die

Sportwissenschafterin Iris Mittendorfer.

Sie haben den 1. E-Bike-Verein

Tirols gegründet und bieten geführte

E-Bike-Ausfahrten an. Aber nicht mit

fitten Sportlern, sondern mit schwer

lungenkranken Patienten. „Das E-

Bike ist das ideale Reha-Gerät“, ist

der Ex-Profi überzeugt, der wegen

vieler Verletzungen selbst ausreichend

Reha-Erfahrung hat. Strukturen im

Gesundheitswesen gibt es dazu keine.

„Ich warte auch nicht auf Politik und

Tourismus, ich baue mir das selber

auf“, sagt der Ex-Weltcupsieger.

Ungeahnte Emotionen

Die Sportwissenschafterin Mittendorfer

arbeitet mit Knie- und Lungenpatienten

und verschafft ihnen am

E-Mountainbike ungeahnte Erfolgserlebnisse.

„Schwer Lungenkranke

schafften nach einem 12-Wochen-Kurs

am Bike 800 Höhenmeter“,

erzählt sie. Gute Kontrolle der

Herzfrequenz, Gruppendynamik und

Steigerung der Lebensqualität sind

für sie unschlagbare Argumente.

Doch (noch) ist nicht alles eitel Wonne:

Weil das E-Bike von den Gesundheitsbehörden

offiziell nicht als Therapiemaßnahme

genehmigt ist (wie

Schwimmen, Turnen oder Nordic

Walking), bekam sie Ärger mit den

WWW.CENTURION.DE

BIKES SEIT 1976


MOUNTAINBIKE-

KONGRESS

ÖSTERREICH

Gesundheitsmotor E-Bike, Adipositas, Neuro-Marketing, Trailbau,

Wegehalterhaftung. Der österreichische Mountainbike-Kongress in

Saalbach ist bereits traditioneller Treffpunkt der über den Tellerrand

blickenden Bike-Community mit Wirtschaft, Tourismus,

Umweltbehörden, Fachvertretern und Medien. Veranstalter: Hari

Maier. Nächster Termin: 29. September bis 1.Oktober 2020.

https://www.facebook.com/mountainbikekongress/

www.mountainbike-kongress.at

Behörden. Strafandrohung wegen

Verbesserung der Volksgesundheit?

Weit haben wir es gebracht.

Bei der Gelegenheit: Natürlich

wäre auch „normales“ Mountainbiken

ohne Motor dazu geeignet,

Menschen zu mehr Sport und Bewegung

zu verhelfen, aber die Einstiegsschwelle

ist bei motorisierter

Unterstützung eben niedriger.

„Die Sozialversicherungssysteme

stehen vor einer großen Challenge“,

waren sich Hari Maier und die Experten

am Kongress einig. Und sie

sind sicher, dass das Thema E-Bike

einen Beitrag leisten könnte, in der

Reha, in der Kinder-Reha, bei Schul-

Fotos: www.mountainbike-kongress.at

sportwochen. „Dazu brauchen wir

aber einen Bewusstseinswandel bei

den Entscheidungsträgern“, weiß

auch Dr. John. Ein paar positive Beispiele

machen Mut: Ein deutsches

Gymnasium mit radbegeistertem

Sportlehrer will Mountainbiken ab

20/21 als Wahlpflichtfach anbieten

und in Schottland können Ärzte ihren

Patienten seit 2018 „Natur“ verschreiben

und sie zu einem Strandspaziergang

oder zu einem bewussten

Umgang mit Sand, Erde, Holz,

Gras animieren.

REGENJACKE

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Lass Dir Deine Tour vom Regen

nicht vermiesen!

Mit der DeltaShield bist Du gegen alle

elemente geschützt, so dass das Fahren

im Regen wieder Spaß macht. Mit der in

höchstem Maße atmungsaktiven (10.000g/

m2/24h) und wasserdichten (10.000mm/h2O)

aquatec Membran bleibst Du innen und außen

garantiert trocken.


RADURLAUB MIT

GUTEN FREUNDEN

VON GLEICHGESINNTEN, KULTUR UND GUTEM

ESSEN. GROSSER BELIEBTHEIT ERFREUEN

SICH DIE INTERNATIONALEN RADREISEN

VON HUERZELER BICYCLE HOLIDAYS.

WARUM DAS DIE IDEALFORM VON URLAUB IST,

ERZÄHLT SABINE UNGER AUS WIEN.

Eine leidenschaftliche Radfahrerin wie

sie im Buche steht, das ist Sabine

Unger. Früher fuhr die Unfallchirurgin

Radmarathons, erkundete Italien und

Frankreich auf zwei Rädern und auf eigene

Faust, jetzt hat die 48-Jährige organisierte

Radreisen als neue Leidenschaft

entdeckt. Mit ihrem Mann Norbert war

sie in Südafrika, in den Pyrenäen, im

Zentralmassiv, in Argentinien, Kroatien

und Andalusien – immer unter der

Schweizer Fahne der Huerzeler Bicycle

Holidays, die für ihre Stationen auf

Mallorca, Andalusien, Lanzarote und

Griechenland bekannt sind und mit

dem Team um den ehemaligen Vueltaund

Giro-Sieger Tony Rominger, weiteren

Mitgliedern der Geschäftsleitung

und erfahrenen Tourenleiter weltweit

Reisen anbieten.

Unter Gleichgesinnten

„Man trifft spannende, lustige Leute

und radelt auf der ganzen Welt mit

Gleichgesinnten. Manche sind schon

echte Freunde geworden“, beschreibt

die Wienerin den Vorteil von organisierten

Radreisen. „Und man muss

sich fast um nichts kümmern“, lacht

sie, „sogar ein Begleitfahrzeug mit

Mechaniker ist oft dabei.“ Natürlich

geht es nicht den ganzen Tag nur ums

Radfahren, Kultur ist ihr wichtig und

gutes Essen. „Oft haben wir Sideevents

mit Stadtführungen oder Weinverkostungen.“

Klassischer Strandurlaub ist

nicht ihr Ding, Reisen mit Huerzeler

sind für Unger deshalb „die Idealkombination

aus Urlaub und ambitionier-

ANZEIGE / Fotos: Huerzeler, Sabine Unger

94 SPORTaktiv


tem Radfahren“. Denn eines sollte man

nicht übersehen: Auch wenn neben

den schnelleren Gruppen gemütliche

„Plauschgruppen“ angeboten werden,

so wird hier ebenfalls ordentlich Rad

gefahren. Unger: „Man sollte sich körperlich

darauf vorbereiten.“ Sie selbst

fährt rund 10.000 Kilometer pro Jahr.

Bis Kuba und Thailand

Das Angebot an Radreisen ist bei Huerzeler

riesig. Bis Thailand, Südafrika,

Kalifornien, Kuba und Skandinavien

Gut gelaunt.

Sabine Unger

(im Bild links mit

Ex-Profi Tony

Rominger) war mit

Huerzeler schon

in Argen tinien und

in Südafrika.

SABINE

UNGER

ist Unfallchirurgin, lebt in

Wien, ist 48 Jahre alt

und leidenschaftliche

Radfahrerin.

gehen die Touren. Begleitet dabei stets

von kompetenten Guides wie Rominger

selbst, auch Firmengründer Max

Hürzeler ist im Jänner in Südthailand

dabei. Rominger hat für Radsportfreaks

noch ein Zuckerl parat: Unter dem

Motto „RC Classic“ unternimmt er

in den kommenden zwei Jahren Radausflüge

zu den Etappenrennen, die

er in seiner erfolgreichen Profikarriere

gewonnen hat, z.B. Tirreno–Adriatico,

Paris–Nizza, Burgos und die Tour de

Romandie.

WELTWEITE RUND-

UND FERNREISEN

2020

• Südthailand: Bangkok–Khao

Lak (Jänner)

• Südafrika: Western Cape

(Februar/März)

• Italien: Tirreno–Adriatico

(Juni)

• Skandinavien: Kopenhagen–

Nordkap (Juni)

• Russland: Weißes Meer–

Schwarzes Meer (Juli)

• Schweiz: Vorbereitung

Engadin-Radmarathon (Juli)

• Frankreich/Spanien:

Pyrenäen (August)

• Spanien: Andalusien „Sierra

y Mar“ (September/Oktober)

• Spanien: Mallorca-Rundfahrt

(Oktober)

• Hawaii: Big Island–Maui–

Kaua‘i (Oktober/November)

• Thailand: Nordosten (Nov.)

• Kuba-Radrundfahrt

(November/Dezember)

• Thailand: River Kwai

2021 (GEPLANT)

• Südthailand (Jänner)

• Südafrika: Krüger Nationalpark

(Februar/März)

• Frankreich: Mittelmeer-Rundfahrt

(Juni)

• Schottland (Juni)

• Spanien: der Norden (Juli)

• USA: San Francisco–Los Angeles

(August/September)

• Spanien: Mallorca-Rundfahrt

(September/Oktober)

• Griechenland: Peloponnes

(September/Oktober)

• Argentinien (Okt./Nov.)

• Thailand (Nov./Dez.)

www.huerzeler.com/de/

radrundfahrten

SPORTaktiv

95


WINTER,

WÄRME

ODER

WALZE

DU WILLST IN DEN WINTERMONATEN

NICHT AUF DEIN GELIEBTES RADFAHREN

VERZICHTEN? DANN HAST DU HARTE

WOCHEN VOR DIR. ABER VIELLEICHT

BRINGT DICH SPORTAKTIV AUF ANDERE

GEDANKEN. DREI ANSÄTZE, WIE DU DEN

WINTER RADELND VERBRINGEN KANNST.

VON CHRISTOPH HEIGL

Achtung“, ruft Kyriakos,

steigt in die Eisen und dann

vom Rad. Mit einer Handbewegung

bringt er mich

ebenfalls zum Stoppen.

„Eine Schildkröte“, flüstert er, fast als

könnte er das gepanzerte Tierchen sonst

noch mehr erschrecken, das sich gerade

20 Zentimeter vor seinem Vorderreifen

befindet. Er hebt es vorsichtig hoch.

„Hier ist alles voll davon“, sagt er und

deutet hinunter in die Meeresbucht, wo

ein kleines Fleckchen Fels als Miniinsel

aus dem Wasser ragt, das die Einheimischen

sogar liebevoll „Schildkröte“ getauft

haben.

Wir befinden uns in Griechenland,

genauer gesagt im südlichen Teil des Peloponnes,

und blicken auf die Bucht von

Navarino hinunter. Dort landen gerade

ein paar Flamingos auf ihrer Durchreise

nach Afrika, filtern ihre Nahrung aus

dem kleinen Süßwassersee in der Lagune

und färben sich damit rosa ein. Ein Naturschauspiel

während einer Radausfahrt,

das hat Seltenheitswert.

Es soll ja Radfahrer geben, die nicht

so auf Minusgrade und salznasse Straßen

stehen oder auf eisige Trails abfahren.

„Bei uns kann man zwölf Monate lang

Rennrad fahren“, sagt Dimitris, der wie

Kyriakos hier in seiner Heimat als Rennrad-Guide

im mondänen Costa Navarino

Resort und in der neuen Huerzeler-Radstation

arbeitet. „Und das Coolste?

Zwölf Monate im Jahr springe ich

Fotos: Christoph Heigl, Tacx

96 SPORTaktiv


Zum besseren Verständnis:

links: Griechenland. rechts: Wohnzimmer.

danach kurz ins Meer. Es gibt nichts

Besseres.“ Im Hochsommer steigt das

Thermometer hier rund um die zentrale

Stadt Kalamata auf mehr als 40 Grad,

fast zu heiß. Bei unserem Besuch im

Oktober hatte es knapp 30 Grad und im

Winter wird es nie kalt, selten unter 10

Grad. „Die Sonne scheint jedenfalls fast

immer“, grinst der Grieche mit der olivbraunen

Haut. Gutes Stichwort: Olivenbäume

sind hier überall, manche sind

2000 Jahre alt. Die Straßen durch die

Olivenhaine sind komplett ohne Verkehr,

kaum von der Hauptstraße weg, ist

man alleine unterwegs zu den Bergdörfern.

Rennradherz, was willst du mehr?

Okay, die Asphaltqualität ist nicht immer

1 a, aber dafür ist die Landschaft

von den negativen Folgen des Tourismus

noch völlig unberührt. „So weit wollen

wir es auch nicht kommen lassen“, sagt

Kyriakos mit wachem Blick.

Auf den Peloponnes kommen Individualisten

und Rennradfahrer, die rund

um Mallorca und Lanzarote schon jeden

Meter Asphalt kennen, in eine neue

Kultur eintauchen wollen und auf der

anderen Seite des Berges Taygetos (2407

m), wo die legendären Spartaner trainiert

haben, ein paar sonnige Kilometer

SPORTaktiv

97


sammeln wollen. Die griechische

Gastfreundschaft und die Tausende

Jahre alte Besiedelungsgeschichte in

Messenien sind sowieso jeden Besuch

wert und ein bisschen Kultur beim

Radfahren hat noch keinem geschadet.

Flug- und Aufenthaltskosten sind

überschaubar.

DER WINTER IST NICHT

IDEAL ZUM RADFAHREN?

DOCH. WIR HABEN DREI

VARIANTEN, BELIEBIG

KOMBINIERBAR.

Raus in den Winter

Wer doch lieber zu Hause bleibt,

schaut aus dem Fenster und steht vor

der Entscheidung: draußen oder drinnen?

Also raus in die Natur und jedem

Wetter trotzen oder drinnen bleiben

und in den eigenen vier Wänden oder

im Fitnessstudio radeln. Entscheidest

du dich für Ersteres und Wind und

Wetter, dann Respekt. Denn du hast

offenbar ein inniges Verhältnis mit

deinem inneren Schweinehund, ausreichend

wetterfeste Bikesachen im

Kasten und viel Vertrauen in die Robustheit

deines Fahrrades. Du wirst im

Regen fahren, du wirst im Finstern

fahren, du wirst bei Schneefall fahren,

bei Minusgraden, auf Eis und Salz und

Schnee und auf allen sonstigen rutschigen

Untergründen wie Wurzeln,

Stiegen und Zebrastreifenmarkierungen.

Du wirst dich verkühlen (und an

die Sonne des Peloponnes denken),

dich und deine kalten Finger und Zehen

verfluchen (und an die Kumpels

auf der Walze im warmen Keller denken)

und dein Rad sehr oft wieder von

Modder, Gatsch und Schneematsch

befreien müssen.

Aber du wirst glücklich sein. Denn

du bist in der frischen Luft und nicht

im stickigen Studio und muffigen

Keller. Und du hast ja stets die Meinung

vertreten, dass Radeln eben ein

Freiluftsport und nicht Hallen-Yoyo

ist und dass Flüge in den Süden klimatechnisch

grad nicht besonders en

vogue sind. Du wirst stattdessen deine

neuen wasser-, wind- und frustdichten

Winterjacken, Bikehosen und

Handschuhe tragen und dich freuen,

dass du so viel Geld für so viel geiles

Gewand ausgegeben hast. Das kann

man z.B. in Griechenland alles gar

nicht brauchen, vergiss das nicht. Du

wirst reaktionsmäßig und skillstechnisch

nicht verrosten, deine Fahrtechnik

wird im Frühling erblühen.

Und du wirst auch im Winter nicht

alleine sein, denn gar nicht so wenige

fahren den Winter über „durch“, wie

das im Jargon der Hartgesottenen

heißt. Viele in den Städten, wo es ein

wenig trockener und beleuchtet ist,

als Pendler, Botenfahrer, Zeitungszusteller

und umweltbewusste Autovermeider.

Viele draußen zwischen Bludenz

und Parndorf, unbeirrt auf

Rennrädern, neu beseelt auf Gravelbikes,

trotzig auf Fatbikes oder rotzig

auf Mountainbikes. Grüßt euch,

wenn ihr euch trefft, im Schneegestöber

und im Nebelmeer! Macht euch

Mut! Daumen hoch und Kudos verteilen,

ihr wilden Hunde!

98 SPORTaktiv


Szenario drei, wir fahren Rad, bewegen

uns aber nicht vom Fleck. Wir

walzen durch den Winter. Wobei, das

Abschätzige hat der Begriff „Walze“

längst verloren, es hat nur als Überbegriff

für sämtliches Indoortraining auf

Ergometern und Smarttrainern überlebt.

Mit „Spinning-Kursen“ bekam

das Radeln im Stand und schleusenartige

Öffnen aller Schweißdrüsen vor

Jahren erstmals ein bisschen Glamour,

spätestens seit den internetfähigen

Smart-Trainern ist Kurbeln am Stand

absolutes Hightech und Gamification

pur. Die Anbieter überschlagen sich

mit neuen Features bei ihren „Smart

Trainern“, die man salopp übersetzt als

„g’scheite Hometrainer“ bezeichnen

könnte. Nicht ganz billig, sind zu fast

kompletten Rädern aufgebaute Konstruktionen

wie der „Neo Bike Smart“

vom holländischen Spezialisten Tacx

oder das „Kickr Bike“ von Wahoo die

neuesten Spielzeuge. Sie sind mit dem

Internet verbunden, erlauben virtuell

allerlei Spielereien und setzen im Falle

von Wahoo sogar Steigung realitätsnah

um. Das Rad stellt sich auf, wenn du

bergauf fährst. Natürlich sind diese Super-Ergometer

voll konfigurierbar und

auf jeden Fahrer einstellbar. Wer sich

lieber mit seinem geliebten Rennrad

oder Mountainbike abrackert, kann

das natürlich auch machen und sich in

kleinere Konstruktionen wie den „Tacs

Neo 2 T Smart“ einspannen, wo nur

das Hinterrad eingesetzt wird. Das

kann man auch praktisch jederzeit mitnehmen

und kann es nicht nur in seiner

„Pain Cave“ nutzen.

Er will ja nur spielen...

Richtig attraktiv wurden die Smart

Trainer durch Gamification, das heißt,

durch die spielerische und zum Teil sogar

extrem verspielte Anwendung der

Funktionen. Im Windschatten von

Zwift gibt es mehrere Softwarefirmen,

die Körperdaten und Tretleistung in

die virtuelle Welt übertragen, wo man

mit Avataren (eigenes Abbild) Radfahren

und sogar an Rennen teilnehmen

kann. Der Onlinewettkampf gegen

Trainingspartner aus der ganzen Welt

macht einen großen Reiz dieser Variante

aus. Sogar echte Radprofis machen

mit. Es gibt mittlerweile virtuelle

Rennteams, große Veranstaltungen

und ein ausgeklügeltes System an Boni

und Freischaltungen von „besserem

Material“. Und klar, nachdem es um

Wettkampf im Radsport geht, gibt es

auch Betrug. Kürzlich ist der Englänger

Cameron Jeffers aufgeflogen, weil

er über ein zusätzliches Computerprogramm

geschummelt und sich einen

Vorteil bei der britischen Zwift-Meisterschaft

ergaunert hat. Der Sieg wurde

ihm aberkannt, er wurde für sechs Monate

von allen Zwift-Meisterschaften

ausgeschlossen. Vielleicht fährt Mr.

Jeffers jetzt im Freien.

Der flexible

Trainingspartner

Thule Chariot Cross

Der vielseitige Anhänger, Joggingtransporter

und Buggy mit hohem Komfort und Flexibilität

für Familien mit einem aktiven Lebensstil.


8,5 Millionen User

weltweit machen

komoot zur größten

Outdoor-App Europas.

Vom Planungstool

entwickelt sich

komoot immer mehr

zur ergiebigen

Inspirationsquelle.

KOMOOT

Das Unternehmen wurde

2010 gegründet und ist mit über

60 Mitarbeitern mittlerweile ein

Remote-Work-Unternehmen.

www.komoot.de

DER WEG IST DAS

ZIEL IST DER WEG

Eine Gruppe Mittdreißiger sitzt gemeinsam

an einem großen Tisch, tief in Gespräche

über Softwareentwicklung bis

hin zu Navigation versunken. Vor ihnen ein

Tisch voller Laptops und Smartphones, dazwischen

konkurrieren Teller mit Kuchen und Tassen

mit starkem Kaffee um den restlichen Platz.

Durch das offene Fenster sieht man eine imposante

Bergkette, das Läuten der Kuhglocken

von der Alm rundet das Alpenpanorama ab. In

einer Stunde werden die Kaffeetassen gegen

Weingläser getauscht, Teller ersetzen Laptops

und die Gesprächsthemen wechseln zum Privatleben,

um die Erlebnisse der letzten Wochen

und Monate zu erzählen. Gemeinsam bildet

diese Gruppe von Outdoor-Enthusiasten und

Spezialisten aus den verschiedensten Fachbereichen

das Team von komoot.

ANZEIGE / Fotos: komoot/Victor Lukas, Dmitry Prudnikov

100 SPORTaktiv


Das Gründerteam:

Geschäftsführer Markus

Hallermann (auch links unten

groß), Tobias Hallermann,

Jonas Spengler, Jan Heuer,

Daniel Gard, Christoph Lingg

(v.l.). Komoot will inspirieren

und Naturerlebnisse

ermöglichen.

Komoot ist 2010 mit der Vision gestartet,

Menschen zu helfen, mehr in der

Natur zu erleben. Und so progressiv wie

diese Vision ist auch die Unternehmensstruktur:

Ursprünglich von 6 Freunden

aus Deutschland und Österreich gegründet,

besteht das Team mittlerweile aus 60

Mitarbeitern und ist seit 2017 ein

Remote-Work-Unternehmen. Während

der Firmensitz noch immer in Potsdam

ist, lebt und entdeckt das Team seither

über ganz Europa verteilt und arbeitet an

der Umsetzung der gemeinsamen Vision.

Dreimal im Jahr treffen sich alle für eine

Woche voller Workshops, diese Treffen

sind wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Der Schlüssel zum Erfolg: Das Team

hat eine Routenplanungs- und Navigationsplattform

entwickelt, die mit ihren

herausragenden technischen Funktionen

und einer einzigartigen Philosophie

mittlerweile die führende Outdoor-App

Europas ist. Weltweit vertraut eine Community

von 8,5 Millionen Outdoor-

Enthusiasten komoot bei der Planung

ihrer Abenteuer: Radfahrer, Mountainbiker,

Wanderer – vom Familienausflug

bis hin zum wirklich ganz großen Abenteuer.

Und bei komoot geht es immer

um das Erlebnis, nicht um Leistung

oder Wettkampf. Es geht darum, Neues

auch mal direkt ums Eck zu finden und

nicht die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten

zu sehen.

Viele Vorteile in der App

Die Planung mit komoot auf dem

Desktop oder direkt in der App ist einfach

und intuitiv: Sobald die Route geplant

ist, erhält man ein interaktives

Profil mit Informationen zur Art der

Wege und ihrer Beschaffenheit sowie

das Höhenprofil. Komoot ist aber mehr

als nur ein Routenplanungstool, komoot

ist eine Community-Plattform.

Die Community hat die Möglichkeit,

durch das Erstellen von Highlights anderen

Nutzern atemberaubende Aussichtspunkte,

beeindruckende Wegabschnitte

oder besonders schöne Hütten

zur Einkehr vorzuschlagen.

Auch die Navigation mit komoot ist

kinderleicht: Man kann die fertig geplante

Route zur Offline-Nutzung herunterladen,

so funktioniert die Navigation

auch in einer abgelegenen Region

ohne Empfang. Komoot bietet zudem

die beste Sprachnavigation im Outdoorbereich

und kann mit GPS-Geräten von

Garmin und Wahoo verbunden werden.

Komoot stellt sicher, dass man abends

wieder glücklich und zufrieden zu Hause

ankommt. Mit dem neuen komoot-

Premium-Jahresabonnement gibt es neben

der bekannten Gratisfunktion nun

sechs zusätzliche Funktionen rund um

Wetter, Navigation, Planung und Versicherungsschutz.

Zu Beginn des kommenden Jahres

feiert komoot seinen 10. Geburtstag.

Noch weiter in die Zukunft gedacht

steht die weitere Internationalisierung

des Auftrittes auf dem Plan. Einem Credo

wird komoot dabei treu bleiben: Der

Nutzer steht im Mittelpunkt der Entwicklungen.

SPORTaktiv

101


APU WAMANI

BERG-GOTTHEITEN DER ANDEN

BEI DEN INKA WURDEN

BERGE ALS SCHUTZGOTT-

HEITEN VEREHRT. DIESE

„WÄCHTER DES TALES“

HEISSEN IN QUECHUA,

DER SPRACHE DER INKA,

„APU WAMANI“. EIN EHR-

GEIZIGES BIKEPROJEKT

AUS CHILE HAT ZUM ZIEL,

FÜNF DIESER BERGE MIT

DEM BIKE ZU BEFAHREN,

UM AUF DIE GESCHICHTE

DES AUSGESTORBENEN

VOLKES AUFMERKSAM ZU

MACHEN. UNSER AUTOR

WAR BEIM LETZTEN GRO-

SSEN BERG DER MEHR-

JÄHRIGEN

EXPEDITION DABEI.

Der Llullaillaco ist mit 6739 Metern

der dritthöchste Vulkan

der Erde. Auch ist er der höchste

unvergletscherte Berg der

Erde, was sicher daran liegt, dass er im

trockensten Teil der Atacama-Wüste in

Chile thront. Hunderte Kilometer entfernt

von der nächsten Zivilisation, oft

von tosenden Stürmen umtobt, nicht

selten unter minus 30 Grad kalt. Klingt

alles in allem doch nach einem spannenden

Ziel zum Biken, dachte ich mir und

hab Pato eine Zusage zu seiner Einladung

gegeben.

Pato, so die Kurzform von Patricio,

hat ein interessantes Projekt ins Leben

gerufen: „Guardian del Valle“. Er hat es

sich zu Aufgabe gemacht, fünf heilige

Berge der Inkas, eben die „Wächter des

Tales“, mit dem Bike zu befahren. Alle

Berge sind über 5000 Meter hoch, einige

sogar über 6000. So auch das letzte

Ziel seines Projektes, der Llullaillaco.

Die Berge in meiner Umgebung daheim

reichen nicht weit über 3000 Meter.

Also musste ich andere Möglichkeiten

zur Vorbereitung finden. Drei Wochen

lang habe ich zu Hause mit einem

Höhentrainingsgenerator gearbeitet.

Tagsüber habe ich Einheiten auf meiner

Rolle mit dem Bike und der Atemmaske

absolviert, nachts in einem kleinen Zelt

geschlafen. Kurz vor Abflug konnte ich

damit auf einer Höhe von 5000 Meter

ohne Probleme treten.

Scheinbar gut vorbereitet, aber etwas

nervös, was die völlig unbekannte

TEXT: GERHARD CZERNER

FOTOS: MARTIN BISSIG

Mannschaft anging, stieg ich ins Flugzeug.

Mit dabei war Martin Bissig, ein

befreundeter Fotograf aus der Schweiz.

Nach zwei Tagen der Akklimatisierung

in den Bergen hinter Santiago ging es

mit der ganzen Mannschaft im Auto in

nördlicher Richtung hinaus in die Ata-

cama-Wüste. Chile ist ein längliches

Land mit etwa 4000 Kilometern Küstenlinie.

An dieser fuhren wir zehn

Stunden schnurgerade dahin. Gefühlt

veränderte sich die Landschaft, wenn

überhaupt, erst nach Hunderten von Kilometern.

Linker Hand immer Küste.

Rechter Hand immer Felsen, Steine und

Sand. In der Nähe von Baja Englais

dann endlich der Halt für die erste

Übernachtung. Bei unserer Ankunft war

es noch hell. Wir konnten es nicht erwarten,

uns zu bewegen, und fuhren mit

den Bikes ein paar epische Lines an der

Pazifikküste und genossen den anschließenden

Sonnenuntergang am Meer.

Traumhaft!

Nächster Tag, gleiches Streckenprofil.

Die Zeit verstrich langsam. Gegen

Abend erreichten wir endlich die Wüstenoase

San Pedro de Atacama. Man

sagt, hier gäbe es zwei Arten von Touristen.

Die einen kämen wegen der atemberaubenden

Natur. Die anderen wegen

des berauschenden Kokains. Wir kamen,

um uns weiter an die Höhe anzupassen

und um die Natur zu genießen.

Am dritten Tag verließen wir San Pedro

in Richtung „Salar de Atacama“. Vor

etwa 3500 Jahren war hier ein See. Heute

besteht die 3000 km2 große Fläche

aus einer harten, rauen, weißen Schicht

Salz, verunreinigt mit Wüstensand. Darunter

befindet sich eine lithiumhaltige

Sole, darüber flimmert die Luft. Zufließendes

Wasser tritt in Tümpeln hervor,

die wichtige Biotope bilden. Größer als

Fotos: Martin Bissig

102 SPORTaktiv


Epische Lines an der

chilenischen Küste,

Schwerarbeit beim

Bergauftragen der Bikes

und Abfahrten durch

einsame, mondähnliche

Geröllfelder.

die natürlichen Wasserstellen sind die

Solebecken der Lithiumindustrie. Dieser

wertvolle Rohstoff ist wichtiger Bestandteil

von Batterien und Akkus. Doch der

Abbau des Rohstoffes bringt zahlreiche

negative Folgen für die Umwelt und Bevölkerung

vor Ort.

Die Förderung der Lake aus dem

Grundwasser führt dazu, dass der

Grundwasserspiegel sinkt und nicht nur

die Flussläufe, sondern auch Wiesen und

Feuchtgebiete austrocknen. Weideland

geht verloren und seltene Vogelarten

SPORTaktiv

103


Auf der Reise

zu den Berggottheiten

der

Anden lernte

die Truppe

auch Land und

Leute kennen.

Und chillte im

Pool ...

sind bedroht, die Bevölkerung leidet unter

Wassermangel. Grund dafür ist das

gezielte Verdampfen des Wassers zur Erhöhung

der Lithiumkonzentration in

den Becken. Ohne eine Vorkehrung es

aufzufangen oder wieder dem Grundwasser

zuzuführen. Etwa eine Stunde

fuhren wir entlang der endlosen Becken

und Wasserleitungen. Ob die E-Mobilität

wirklich der Schritt in eine bessere

Zukunft ist?

Nach etwa sieben Stunden führten

uns Reifenspuren zu einem großen

Schild, auf dem „Parque National Lllullaillaco“

stand. Vor uns thronte der Vulkan

in seiner ganzen Pracht. Verständlich,

dass die Inka in diesen Bergen

Gottheiten sahen. Bis zu unserem ersten

Lager auf 4800 Meter konnten wir noch

mit den Jeeps fahren. Danach ging es

auf dem losen Vulkangestein schwer atmend

im Schneckentempo dahin. Die

Aussicht wurde dafür immer grandioser.

Unglaublich, wie vielfältig die Farben

der verschiedenen Gesteinsarten hier

oben sind. Endlos zogen sich die

Schutthänge in den Himmel. Der Sonnenuntergang

ließ die Farben der Wüste

noch kräftiger werden – und es wurde

eiskalt. Tagsüber bis zu 40 Grad und

nachts zweistellige Minusgrade!

Den neuen Tag nutzten wir, um unsere

Fahrräder so weit hinauf wie möglich

zu tragen, damit wir am Gipfeltag möglichst

kurz die Last auf den Schultern

hatten. Zelte, Essen, Steigeisen, dicke

Bekleidung, die Bikes – macht für jeden

um die 20 kg. Optisch ist der sogenannte

Büßerschnee eine Augenweide, zum

Überwinden ist er sehr beschwerlich. An

manchen Stellen brauchten wir über 20

Minuten für hundert Meter Strecke.

In der Nacht wurde ich wach, weil

mir schlecht war. Ich bekam Schüttelfrost

und musste mich übergeben. Auch

am nächsten Morgen hatte ich noch

Kopfschmerzen und fühlte mich gar

nicht gut. Ich hatte mich entschieden,

da ich keine Chance mehr sah, in diesem

Zustand mein Fahrrad auf den Gipfel

zu tragen, eben dieses vom Hochlager

zu bergen. Kein Berg ist es wert, seine

Gesundheit ernsthaft zu gefährden, und

die Chance, dass ich unbeschadet dort

oben ankommen würde, war gleich null.

Also verabschiedete ich mich schweren

Herzens von meinen Freunden. Die Abfahrt

zurück ins Basislager war extrem

anstrengend, aber ein ganz besonderes

Erlebnis. Völlig einsam hinab über die

Vulkanhänge, einige Kilometer durch

die Atacama-Wüste zu den Hütten im

Basislager. Ich war überwältigt von der

Schönheit der lebensfeindlichen Gegend.

Und weil die Symptome der Höhenkrankheit

meist sofort verschwinden,

wenn man sich in niedrigere Höhen begibt,

ging es mir rasch besser.

Bei minus 25 Grad startete der Rest

der Gruppe um Mitternacht in Richtung

Gipfel. Martin war als Erster gegen

14 Uhr am Gipfel. Der Rest folgte und

erreichte um 15.30 den Gipfel auf

6739m. In dieser Höhe ist Biken extrem

zermürbend, der Geröllhang hinunter

zum Lagerplatz auf 5300 m war dann

aber noch ein fahrerisches Highlight für

Pato, Frederico und Nico.

Zurück im Basislager fielen wir uns in

die Arme. Das Adrenalin hielt die Burschen

wach und so wurde noch kräftig

gefeiert. Es war ja nicht nur der Erfolg

am Llullaillaco, sondern auch der krönende

Abschluss für „Guardian del Valle“,

das gesamte Projekt von Patricio. Es

war der Letzte der „Apu Wamani“, der

noch lange über die Atacama-Wüste

wachen wird.

ZWISCHENBERICHT GRAZ–TOKIO: TOKYO CALLING!

ZU NEUJAHR WIEDER IN ÖSTERREICH

Die beiden jungen Grazer Elias Lang und Fabio Trenn stehen kurz vor dem

Abschluss ihrer abenteuerlichen Radreise. Im März sind sie in Graz losgeradelt,

mittlerweile haben sie China und Südkorea hinter sich gelassen. „Nach

China war Südkorea wie Balsam für die Seele! Der Radweg von Seoul nach

Busan, der 4-rivers-cycling-path (Bild), war der absolute Hammer“, berichten

sie. Jetzt kurbeln sie am japanischen Festland von Fukuoka aus die letzten

1200 km ins Ziel nach Tokio. „Der Plan ist, zwischen Weihnachten und Neujahr

wieder nach Österreich heimzukommen.“ Nach 14.000 km am Rad.

104 SPORTaktiv


Entspannung

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BIKE

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DAS ENDE VON

PLASTIKWASSER

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eine Innenschicht aus reinem Titan

die Flüssigkeit vor Plastikpartikeln

und verhindert Schimmel. Der

Verbund mit Kunststoff gibt der

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Federweg, bissige Magura-MT7-Bremsen

und den Laufradmix 29/27,5. Durch den

optionalen Range-Extender erweitert sich die

Akkukapazität für den Bosch-Performance-

CX-Motor von 500 Wh auf 1125 Wh.

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Nach dem großen Erfolg heuer

wiederholen SPORTaktiv und Bosch die

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begrenzt, weitere Infos folgen!

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ist der neue Standard. Dieses perfekt

homogene Dichtungsmittel behält seine

Eigenschaften selbst nach längeren

Stehzeiten und muss zwischendurch nicht

erneuert werden. Vorteile: ammoniakfrei,

trocknet nicht aus, wasserlöslich, ungiftig.

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Resort im Ausseerland Salzkammergut.

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E-MTB-Women-Camp für fortgeschrittene Bikerinnen

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106 SPORTaktiv


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AUS

PRO

BIERT

BIKE

KAMPF DEM BÖSEN PLASTIK!

Ein bisschen Nachhaltigkeit gefällig? Bontrager hat die neueste

Generation des Trinkflaschenhalters BATCAGE (UVP € 14,99)

aus recycleten Fischernetzen hergestellt, die vor der chilenischen

Küste eingesammelt wurden. „Fischernetze machen ungefähr

zehn Prozent am gesamten Plastikaufkommen in unseren

Ozeanen aus und sind viermal schädlicher als andere

Kunststoffe“, heißt es bei Bontrager. „Die Verwendung recycelter

Materialien hilft dabei, Müll aus unserem Wasserkreislauf

herauszuhalten.“ Ein Tropfen auf den heißen Stein? Ja,

vielleicht. Wir finden das trotzdem unterstützenswert.

Wir kombinieren den Batcage gleich mit der innovativen Trinkflasche

von KEEGO (UVP € 59,–). Das österreichische Start-up

hat „die erste zusammendrückbare Metalltrinkflasche“ erfunden.

Außen herkömmlich aus Plastik, ist das Innenleben aus

reinem Titan. Das schützt die Flüssigkeit (und dich) vor schädlichen

Plastikpartikeln, verhindert Schimmel und sorgt dafür,

dass dein Getränk keinen anderen Geschmack annimmt. Praxistest:

Die Flasche ist geriffelt, dennoch etwas glatt. Die klassische,

tiefere Einkerbung von Radflaschen fehlt, der Halt ist

dennoch gut. Wir haben die 750-ml-Flasche nie verloren. Das

Wichtigste: Die Titan-Innenbeschichtung hält, was sie verspricht.

Egal, welches Getränk man einfüllt, nach dem Ausspülen

mit warmem Wasser (kein Geschirrspüler!), ist der Geschmack

komplett neutralisiert. Keine Spur mehr vom vorigen

Getränk, sei es Iso, Fruchsaft oder sogar Kaffee.

DIESMAL: ÖKO-THEMEN RUND

UM PLASTIK- UND MÜLL-

VERMEIDUNG UND DAZU DER

VIELVERSPRECHENDE

SQLAB-SATTEL MIT

RÜCKENWIND.

VON CHRISTOPH HEIGL UND GEORG MICHL

Fotos: Christoph Heigl, Georg Michl

108

SPORTaktiv


MIT „R“ WIE RÜCKENWIND UND

„RUH“ WIE RADELN UND HELFEN

Dass SQlab komfortable Sättel nach allen Regeln der Kunst

und Popowissenschaften bauen kann, haben die Deutschen

hinlänglich bewiesen. In Sachen Ergonomie macht ihnen keiner

etwas vor. Mit dem Modell 612 R bieten sie ab 2020 auch

einen supersportlichen Sitz für Rennradfahrer und Mountainbike-Racer

an, der alle Träume erfüllen soll, nämlich leicht und

komfortabel zu sein – oft ein Widerspruch bei harten Rennmodellen.

Die Preise? Carbonvariante um UVP € 229,95 und Normalvariante

um € 149,95.

MEIN MOBILER MISTKÜBEL

CLOSE THE GAP hat mit dem „HideMyWaste“ einen mobilen

Mistkübel für das Fahrrad auf den Markt gebracht.

Leere Gels oder Riegelverpackungen können so ohne

großen Aufwand bis zum Ende der Tour – oder dem

nächsten großen Mistkübel – verstaut werden. Die Montage

ist durch zwei Gummiringe, die zugleich dem Behälter

als Verschluss dienen, auf dem Oberrohr erdenklich

simpel und durchdacht zugleich. Der „HideMyWaste“

(UVP € 12,95) ist definitiv eine Erleichterung für den umweltbewussten

Radfahrer, der seinen Müll nicht achtlos

wegwirft. Doch der Einsatzbereich ist begrenzt. Zwar finden

bis zu vier leere Riegelverpackungen darin Platz, bei

Gels wird die Sache allerdings schon wesentlich komplizierter.

Doch gerade beim Verstauen der pickigen Kunststoffhüllen

läge ein großer Vorteil eines Mistkübels, denn

oft genug verkleben Gelreste die Trikottaschen. Das Fassungsvolumen

des „HideMyWaste“ ist für diese Verpackungen

einfach zu gering. Maximal zwei leere Gel-Packungen

finden Platz und durch das Stopfen können

schon einmal klebrige Reste auf die Finger kommen.

Starre Gel-Tuben gehen sich in dem kleinen Kunststofbehälter

gar nicht aus. Fazit: Der „HideMyWaste“ ist eine

großartige Idee, könnte aber noch überarbeitet werden.

Den typischen und für SQlab-Sättel geradezu ikonischen Stufenansatz

hat auch das neue Modell. Zugegeben, am Rennrad

schaut das nicht ganz so messerschaft schnittig aus wie bei

anderen (komplett flachen) Modellen. Doch die Wahrheit liegt

im Zusammenspiel des Sattels mit dem Hintern und nicht mit

den Augen. Auf Anhieb fühlt sich der neue 612 R perfekt an.

Der Sattel wird ab 125 Gramm angeboten (unser 13 cm breites

Carbon-Modell wog 142 g), ist angenehm kurz und nicht zu

hart, hat eine schmälere, tiefere Sattelnase und eine stärkere

Taillierung. Der Sitzkomfort ist ausgezeichnet. Mit rennradtypischer

Sattelüberhöhung zu fahren, ist geradezu angenehm. Die

„Stufe“ im hinteren Teil des Sattels hat den Effekt, dass man

nie nach hinten abrutschen kann. Im Gegenteil. Es fühlt sich

an, als würde man von hinten sogar etwas angeschoben.

Ewig Rückenwind! Klasse!

Noch ein Grund, SQlab zu wählen: Mit einer neuen und limitierten

Produktreihe unterstützt man den Verein „Radeln und Helfen

e.V.“ und damit Kinder mit Handicap. Von dieser speziell in

Rot gehalten „RUH“-Serie werden 10 Euro pro verkauftem Sattel

und 2 Euro pro verkauftem Griff, Lenkerband oder von Inner-

Bar-Ends an den Verein gespendet.

SPORTaktiv

109


SIGMA BUSTER 2000

• maximal 2000 Lumen,

insgesamt 7 Leuchtmodi

• Battery-Pack (6400 mAh) mit 4-stufiger

LED-Kapazitätsanzeige

• Remote zur Bedienung der Leuchte,

besonders praktisch, wenn die

Lampe am Helm befestigt ist

PREIS (UVP): € 199,95

www.sigmasport.com

HOPE R8+

• ausgezeichnete Lichtleistung mit

3000 gemessenen Lumen

• 6 Dimmstufen

• 6-Zell-Akku mit Kapazität-Anzeige

• Kombination aus 4 x Spot, 2 zerstreuenden

und 2 elliptischen Linsen

• beleuchteter Drucktaster an der Lampe

zeigt die gewählte Dimmstufe an

PREIS (UVP): € 350,–

www.hopetech.com

BONTRAGER ION PRO RT

• erzeugt einen leistungsstarken

Lichtkegel, der jede Straße und

jeden Trail auf voller Breite

ausleuchtet

• die Flare-RT-Rückleuchte sorgt

auf der Straße, in der Stadt und

auf dem Fahrradweg für ein

Höchstmaß an Sichtbarkeit

• lässt sich zum automatischen

Einschalten, zur Anzeige des Akkustatus

und zur drahtlosen Bedienung

mit ANT+-Geräten von

Garmin und Bontrager koppeln

PREIS (UVP): € 169,99

www.trekbikes.com

SPOT ON

VOLLE SICHTBARKEIT IM STADTVERKEHR UND MIT

BIS ZU 300O LUMEN AUF JEDEM TRAIL.

BBB TRELOCK LS 760 I-GO

VISION AKKUFRONTLEUCHTE

• BBB-Spitzenmodell mit

LCD-Display

• minutengenaue Anzeige der

verbleibenden Leuchtdauer,

Uhrzeit

• innovative Level-Funktion

gibt Feedback zur

horizontalen Ausrichtung

• Beleuchtungsstärke von bis

zu 100 Lux kann in 5 Stufen

geregelt werden

PREIS (UVP): € 124,99

www.trelock.de

LUPINE PIKO R4 SC

• 3.5-Ah-SmartCore-FastClick- Akku

• FrontClick

• Bluetooth und Fernbedienung

• leuchtet mit bis zu 1900 Lumen

und besitzt ein eigenständiges diffuses

Lese- und Campinglicht

• CNC-gefräster Aluminiumkörper

wurde komplett neu gestaltet

PREIS (UVP): € 354,–

www.lupine.de

Fotos: Hersteller

110 SPORTaktiv


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: Dynafit, Naturfreunde Österreich, Projekts Possible 14/7

ALLE 14 IN 7 MONATEN

Der Nepalese Nirmal Purja hat alle

14 Achttausender der Welt in nur

sieben Monaten bestiegen. Den

bisherigen Rekord hielt der Pole

Jerzy Kukuczka mit knapp 8 Jahren.

projectpossible.co.uk

HÄLT LEBENSLANG

Ab dieser Saison besitzen alle

Pin-Bindungen von Dynafit eine

zehnjährige Garantie. Was ziemlich

genau der Lebensdauer einer

Skitourenbindung entspricht.

www.dynafit.com

125 JAHRE

2020 werden die Naturfreunde 125!

Mit Gerlinde Kaltenbrunner blickte die

Spitze der Naturfreunde Österreich,

Andreas Schieder (l.) und Günther

Abraham, zurück und voraus.

www.naturfreunde.com

SPORTaktiv

111


112 SPORTaktiv


VON ALPEN

DAS BESTE

Endlich vereint: Dank zweier

neuer Seilbahnverbindungen

entsteht rund um Zell am See

und Kaprun in diesem Winter

ein riesiger Erlebnisraum mit

408 Pistenkilometern, 100

Prozent Schneegarantie dank

Gletscher und einem gemeinsamen

Ticket-Verbund, der Ski

ALPIN CARD.

„Von Alpen das Beste“ lautet der

Slogan für die Vielfalt zwischen

Gletscher, Berg und See in der

Region. Die „3K K-onnection“

bringt zusammen, was zusammengehört

und verbindet ab

Dezember Kaprun, den Familienberg

Maiskogel und das Kitzsteinhorn

zu einer faszinierenden

Einheit von 768 bis 3029 Meter

Seehöhe, die so in den Ostalpen

absolut einmalig ist. Das

ist noch nicht alles: Die neue

untere Sektion I des „zellamseeXpress“

ermöglicht erstmals

vom Glemmtal aus den Einstieg

ins Panorama- und Familienskigebiet

Schmittenhöhe und eine

einfache Anbindung mit dem

Skibus an den Skicircus Saalbach

Hinterglemm Leogang Fieberbrunn.

www.zellamsee-kaprun.com

Foto: Zell am See-Kaprun Tourismus

SPORTaktiv

113


WOLLE IST GERADE IN DER OUTDOOR-

BRANCHE WIEDER TOTAL ANGESAGT.

WIE DER NATUR ROHSTOFF BAUERN

WERTSCHÄTZUNG, GELD UND TRÄNEN

BRINGT UND WAS EIN SÜD TIROLER

KOCH DAMIT ZU TUN HAT. DIE ETWAS

ANDERE MATERIALGESCHICHTE.

VON KLAUS MOLIDOR

topp, sagt Oskar Messner. Er

winkt die Wanderergruppe

vom Steig in die Almwiese.

„Die nächsten 20 Meter nur

geradeaus schauen und nicht

reden.“ Schritt für Schritt

weicht die Verwunderung einer Bewunderung.

Über der Kante erhebt sich

jetzt die Geislergruppe, eine markante

Felsformation in den Dolomiten, die

das Grödnertal vom Villnößtal trennt.

Der Anblick im weichen, spätsommerlichen

Morgenlicht raubt einem den

Atem. Mittendrin und besonders markant:

die Furchetta mit ihrem Doppelgipfel,

der an eine Gabel erinnert. Hier

nimmt die Geschichte vom Brillen-

schaf, von Wolle und Fleisch, vom Entsorgen

und Dingen einen Wert geben,

kurz: von Nachhaltigkeit im Kleinen

des Villnößtals und im Großen der

Outdoorbranche ihren Ausgang.

Denn Furchetta, das ist auch der

Name, den Oskar Messner seinem Verein

gegeben hat. Der hat sich zum Ziel

gesetzt, das Villnößer Brillenschaf vor

dem Aussterben zu bewahren. Mehr

noch: ihm und den Bauern der Region

wieder einen Wert zu geben. Darum

sind wir hier herauf auf die Koflwiese

gestiegen. Dort weidet das weiße Schaf

mit den markanten schwarzen Ringen

um die Augen, der „Brille“, den Sommer

über – so wie früher. Und doch

OSKARBRILLEN-

UND DAS

SCHAF

114 SPORTaktiv


Oskar

Messner –

Spitzenkoch

mit starkem

Sinn für

Nachhaltigkeit.

Fotos: iStock, Klaus Molidor

auch wieder zum ersten Mal. Denn seit

1972 hatten Schaf und Wolle keinen

Wert mehr. „Die Bauern hatten schon

Schafe. Aber die Wolle, die haben sie

weggeworfen und sogar noch bezahlen

müssen für die Entsorgung.“

Vor acht Jahren hat Messner dann seinen

Verein gegründet. Nachhaltigkeit ist

ihm ein Anliegen. Und dass das Villnößtal,

„sein“ Tal, so ursprünglich erhalten

bleibt. „Das ist eine Gratwanderung,

denn einerseits müssen die Leuten von

etwas leben können, andererseits sollen

sie die Natur nicht ausbeuten.“ In dieser

Zeit hat er auch aus der Bar seines Vaters

im Ort ein Restaurant gemacht, das sich

auf Lammgerichte spezialisiert hat. Das

Brillenschaf sollte aber nicht nur

Fleischlieferant sein. „Aus Respekt den

Tieren gegenüber will ich, dass das gesamte

Tier verwertet wird.“ Weil der

Koch aber viel vom Fleisch, jedoch wenig

von Wolle versteht, holt er sich Bauern

ins Boot, garantiert ihnen einen Abnahmepreis

für die Wolle und ruft einen

Wollstammtisch aus, um das Produkt an

den Mann zu bringen. Dort springt der

Südtiroler Bergsportausrüster Salewa aus

dem nur wenige Kilometer entfernten

Bozen auf. Da die Unterstützung regionaler

Kreisläufe ein zentrales Anliegen

der Bergsteigermarke ist, wird das Unternehmen

zu einem wichtigen Abnehmer.

„Die Wolle der Südtiroler Brillen-

SPORTaktiv

115


schafe ist robust. Wir verwenden das

Naturprodukt als Isolationsmaterial und

auch in Strick-Varianten“, sagt Alexandra

Letts, bei Salewa verantwortlich für

das Thema Nachhaltigkeit. Die Wolle

der Brillenschafe reicht nicht für die

ganze Kollektion. Aus dem Grund

mischt man die Furchetta-Wolle mit der

Wolle von Tiroler Bergschafen. Die sogenannten

Tirolwool-Produkte sollen

Bergsteiger länger warm und trocken

halten.

Selbstläufer unter den Bauern ist das

aber deswegen immer noch keiner. „Es

war viel Überzeugungsarbeit bei den

Bauern notwendig, dass sie sich auf die

Schafzucht einlassen“, sagt Zuchtwart

Günther Pernthaler. Über eine TV-Sendung

wird er auf Sam und Rodney aufmerksam,

zwei Schafscherer aus Neuseeland

bzw. Australien. Als er sie ins

Villnößtal holt, beäugen die Bauern die

beiden Fremden und ihre Arbeit kritisch.

„Die Burschen scheren ein Schaf

in zwei Minuten“, sagt Pernthaler. Bei

ihrer speziellen Technik legen sie das

Schaf auf den Boden und drehen es immer

weiter. „Als sie das zweite Mal da

waren, haben schon einige gefragt, ob

sie ihre Schafe auch bringen können.“

Dazu kommt, dass die Bauern alleine

von der Schafzucht nicht leben können.

Jungbauer Bernhard Profanter zum Beispiel

ist hauptberuflich bei der Autobahnmeisterei.

Auf seinem Blosegghof

im St. Peter im Villnößtal züchtet er

aber auch Brillenschafe. „Das ist leichter

mit dem Beruf machbar als eine

Milchwirtschaft. Denn das Melken

kannst nicht ein paar Stunden verschieben

und es dauert länger. Bei Woll- und

Fleischzucht musst die Tiere ‚nur‘ füttern.“

Um den Sommer über sind viele

davon ohnehin oben auf der Koflwiese.

Zum ersten Mal seit 1972 übrigens.

Um die 40 Schafe genießen den Almsommer,

um die 400 sollten es einmal

werden, wenn es nach Oskar Messner

ALS DIE MÄNNER GESEHEN

HABEN, DASS AUS ETWAS,

DAS SIE LANGE ZEIT

WEGGEWORFEN HABEN,

WIEDER EIN PRODUKT ZUM

ANGREIFEN, ETWAS MIT

NUTZEN WIRD, HATTEN

EINIGE TRÄNEN IN DEN AUGEN.

geht. Ein Sturschädel könne er schon

sein, wenn er sich was in den Kopf gesetzt

habe, sagt er am Rückweg von der

Koflwiese und lächelt breit. Messner ist

aber kein Fortschrittsverweigerer. Im

Gegenteil. Die Bar des Vaters hat er deswegen

in ein Restaurant verwandelt,

weil er nicht stehen bleiben, sondern

sich weiterentwickeln wollte. Neben

Fleisch und Wolle würde er auch das

Fell der Schafe gerben lassen. „Aber der

nächstgelegene Gerber lebt in Kitzbühel

und mit dem toten Schaf über die Grenze

– keine gute Idee.“

Das Fleisch dagegen lässt sich leichter

verkaufen. Wenn geschlachtet wird, ruft

er Köche in der Umgebung an und

bringt das Tier stückweise an den Mann.

„Während ich in meiner Küche Risotto

rühre, verkaufe ich das Fleisch.“

Rühren ist ein gutes Stichwort – wenn

auch in einer anderen Bedeutung. Und

das kam so. Aus der Schafwolle werden

jetzt Teppiche, Filzpatschen, Hauben.

„Als die Männer gesehen haben, dass aus

etwas, das sie lange Zeit weggeworfen

haben, wieder ein Produkt zum Angreifen,

etwas mit Nutzen wird, hatten einige

Tränen in den Augen“, erzählt Messner.

Mittlerweile gibt es auch schon eine

Villnößer Häkelrunde, die aus dem

Wollfaden Hauben herstellt. Auch die

verkauft der Koch neben Kaminwurzen

und Salami aus Schaffleisch in seinem

Lokal. Von der Haube schwärmt er wie

ein kleiner Bub. „Sie lässt Luft durch,

ohne dass es kalt wird, und saugt den

Schweiß auf.“ In der Verkaufsversion ist

am unteren Rand ein weicher Stoff eingenäht.

„Weil wir das Kratzige der Wolle

nicht mehr gewohnt sind.“

Denn das Brillenschaf lebt im Gebirge,

dort werden an die Wolle andere Anforderungen

gestellt als in warmen Gegenden.

„Die robuste Wolle kratzt, wenn

man sie direkt auf der Haut trägt. Aus

dem Grund haben wir sie anfangs rein

als Isolationsmaterial verwendet. Wir

schätzen diese Wolle sehr und möchten

sie auch als spürbares Hauptmaterial

einsetzen. Dafür muss die Wolle mit

weicheren Wollqualitäten oder anderen

Materialien gemischt werden. Bisher ist

es uns bei Mützen und ein paar Jacken

gelungen“, erklärt Alexandra Letts, die

die Weiterentwicklung mitgestaltet. Wir

sind gespannt, was sich Oskar Messner

mit seiner „Furchetta“ und seinen regionalen

Partnern in den kommenden Jahren

noch alles in den Kopf setzt.

116 SPORTaktiv


WINTERTYP

Der SALEWA

Randonnée ist ein

vielseitiger Rucksack

für Bergtouren im

Winter und alpine

Überquerungen. Für

verbesserte Luftzirkulation am

Rücken und um Unterkühlung

zu vermeiden, ist er mit dem

Contact-Flow-Fit-Tragesystem

ausgestattet. Das sorgt länger

für einen trockenen Rücken.

www.salewa.com

OUT

DOOR

NEWS

NACHHALTIG AUF

WINTERWEGEN

Für den Einsatz an kalten Wintertagen

ist der HANWAG Anros ES gemacht.

Der multifunktionale Winterstiefel

aus Nubukleder ist dank seiner Eco-

Shell-Schuhmembran wasserdicht

und atmungsaktiv. Und er ist

in Europa ohne fluorierte

Chemikalien aus recyceltem

Polyester hergestellt.

www.hanwag.de

PASST IMMER

Die Touren- und Outdoorhose

Diabas von MAIER SPORTS

(im Bild: das Damenmodell)

bewährt sich auch als

Skihose. Sie ist unwattiert

und verfügt über eine neu

entwickelte mTEX-20.000-

Membran, ist damit hoch

atmungsaktiv, wind- und

wasserdicht.

www.maier-sports.com

Fotos: Hersteller

WENN JEDE

SEKUNDE ZÄHLT

Schaft und Stiel der STUBAI Guard-

Lawinenschaufel sind aus robustem

Aluminium gefertigt, ihr ausziehbarer

Griff hat eine Pin-Arretierung. Das Blatt

besitzt eine definierte Oberkante zum

Draufsteigen – sodass im Notfall keine

Zeit verloren geht.

www.stubai-sports.com

LEICHT

AUF TOUR

Der DYNAFIT TLT 8

mit zwei Schnallen

überzeugt durch

intuitives Handling

und einen

überarbeiteten,

athletischen Fit. Wie alle Modelle der TLT-

Serie punktet er beim Skibergsteigen

durch sein extrem niedriges Gewicht von

rund 1 Kilogramm sowie ein reduziertes

Design mit schlanker Linie.

www.dynafit.com

SPORTaktiv

117


SPORTaktiv lädt zur exklusiven Nockberge-Trail-Skidurchquerung ein

WILDNIS

WELLNESS

&

D

er Nockberge-Trail durchquert

auf vier Tagesetappen die Kärntner

Nockberge und verbindet damit

die Kärntner Skiresorts Katschberg,

Innerkrems, Turracher Höhe, Falkert und

Bad Kleinkirchheim. Er ist eine auf Genuss

und Wohlbefinden ausgerichtete

mehrtägige Skidurchquerung. Einsame

Skitouren mit moderaten technischen

Schwierigkeiten in der winterlichen Berglandschaft

der Kärntner Nockberge werden

mit den Annehmlichkeiten komfortabler

Hotels und Wellnessresorts verbunden.

Tagsüber stehen die körperliche Betätigung

und das eindrucksvolle Erlebnis in

der rauen Natur des Biosphärenparks, die

im Winter durchaus einer unberührten

Wildnis gleicht, im Vordergrund. Belohnt

wird man in den Etappenorten mit

entspannenden Wellnessangeboten und

genussreichen Abendessen. Diese

Skidurchquerung richtet sich an erfahrene

und selbstständige Skitourengeher mit

entsprechender Kondition, bei denen der

Genuss im Vordergrund steht und die

den Komfort der Hotels in den Etappenorten

gerne in Anspruch nehmen. Daher

sind auch die ersten Anstiege des Tages

immer mit Skiliften vorgesehen.

Der Nockberge-Trail ist zudem Österreichs

erster online buchbarer Skitouren-Trail!

Das Trail-Buchungsportal bietet

grenzenlose Wahlmöglichkeiten und einen

umfassenden Service. Motto: Starten,

WANN man will, WO man will, gehen

MIT WEM man will und vor allem WIE

man will! Entlang des Nockberge-Trails

stehen ausgewählte Partnerbetriebe, ein

praktischer Gepäck- und Shuttle-Service

und eine Trail-Hotline zur Verfügung. Damit

wird aus der Skitourenüberquerung in

den Nockbergen ein unbeschwertes Outdoor-Erlebnis,

das von einem kompetenten

Info- und Buchungscenter individuell

organisiert und begleitet wird.

Den Nockberge-Trail gibt es auch als

Wanderroute: Er ist somit Österreichs erster

online buchbarer Ganzjahrestrail.

ANMELDUNG + INFOS

Kennwort: SPORTaktiv- Leserreise 2020

Nockberge-Trail, Info- und Buchungscenter

T. +43 47 82/93 0 93

info@nockberge-trail.com

www.nockberge-trail.com

DIE UNTERKUNFT

Der Lärchenhof am Katschberg

ist das Ausgangshotel

eurer Nockberge-Trail-

Skidurchquerung

– Wellness-Genuss

inklusive!

118 SPORTaktiv


DIE BEGLEITER

Elisabeth Fürstaller,

Stefan Lieb-Lind,

staatlich geprüfte

Berg- und Skiführer

LESERREISE

NOCKBERGE-TRAIL

15.–19. Jänner 2020 (Mi.–So.)

Mehrtägige Skitouren wie der Nockberge- Trail

haben einen ganz besonderen Reiz: Du durchquerst,

von einem Ort zum nächsten, im ständigen

Auf und Ab und inmitten einer unberührten Winterlandschaft

ganze Gebirgsgruppen. Wobei wir

auch schon beim Problem sind: Der allzu schwere

Rucksack für das mehrtägige Abenteuer macht

die Aufstiege anstrengend und trübt dann auch

vor allem das Vergnügen, über unverspurte Hänge

abzufahren. Nicht mit diesem Angebot – denn der

bewährte Gepäcktransport macht den Nockberge-Trail

zu einem unbeschwerten Tourenerlebnis!

Wir empfehlen jeden Teilnehmer, die eigene Skitourenausrüstung

mitzunehmen. Im Bedarfsfall

besteht die Möglichkeit, bei Verleihstationen vor

Ort die Ausrüstung zu mieten.

Foto: Kärnten Werbung / Tine Steinthaler

DIE AUSRÜSTUNG

Vor Ort hast du die Möglichkeit,

die Helme von GRIVEL

sowie die Sicherheitspakete

von BCA (Schaufel, Sonde,

LVS-Gerät), über die gesamte

Campdauer, zu testen

DEINE GESCHENKE

Stirnband von BUFF, ein

PEEROTON-Paket sowie

Ski-Touring-Socken von

P.A.C.

PROGRAMM

• Mittwoch: individuelle Anreise auf die

Katschberghöhe

• Donnerstag: 1. Etappe:

Katschberg – Innerkrems

18,3 km, 6 h, +886 hm, -1548 hm

• Freitag: 2. Etappe:

Innerkrems – Turracher Höhe

15 km, 6 h, +1016 hm, -1367 hm

• Samstag: 3. Etappe:

Turracher Höhe – Falkertsee

14,9 km, 5,5 h, +877 hm, -1176 hm

• Sonntag: 4. Etappe:

Falkertsee – Bad Kleinkirchheim

17,7 km, 5 h, +669 hm, -2249 hm; Abreise

LEISTUNGEN

• 4 Übernachtungen in qualitätsgeprüften Partnerbetrieben

(Hotel Lärchenhof Katschberg, Hotel

Berghof Innerkrems, Panoramahotel Turracher

Höhe, Heidi Hotel Falkertsee)

• Verpflegung: reichhaltiges Frühstücksbuffet und

4-Gänge-Abendmenü

• 4 geführte Skitouren am Nockberge-Trail durch

staatlich geprüfte Berg- und Skiführer

• Gepäckservice von Unterkunft zu Unterkunft

• Liftkarten

• Rücktransfer

• Winterschutz der Nürnberger Versicherung

VORTEILSPREIS

• € 595,– pro Person,

Basis Doppelzimmer

• Optional: Einzelzimmer, Verlängerungstag

TEILNEHMER

max. 14 fortgeschrittene Skitourengeher

SPORTaktiv

119


Fotos: MS Photography by Michael Stabentheiner, Nationalpark Hohe Tauern, www.osttirol.com, Bad Kleinkirchheim Region Marketing

120 SPORTaktiv


SCHNEESCHUHWANDERN

NUR ZWEI

SCHRITTE

ZUM SPASS

JEDERZEIT EINFACH LOSMARSCHIEREN ZU KÖNNEN. MITTEN

DURCH DEN TIEFSCHNEE. GERADE AUCH DORT, WO ES

KEINEN WEG GIBT. DAS IST SCHNEESCHUHWANDERN. NUR,

WIE GELINGT DER EINSTIEG IN DIE FLEXIBELSTE ALLER

SCHNEESPORTARTEN? UND WAS GILT ES ZU BEACHTEN?

VON OLIVER PICHLER

Wie soll es jemals gelingen, mit

diesen unförmigen, riesigen

Dingern an den Füßen zu gehen?

Wie viel Übung braucht

es, um sich im Schnee ungewohnt breitbeinig

und mit höherem Schritt sicher zu bewegen?

Reicht die Fitness, um nicht nach kurzer

Wegstrecke schlappzumachen? Vorfreude

trifft auf Panik!

Jetzt ist Bergexperte Martin Gratz gefragt.

„Beim Schneeschuhwandern gilt, wie auch

beim Skifahren, die Zweier-Regel. Beim Skifahren

braucht man zwei Jahre, um sicher

auf der Piste unterwegs zu sein. Beim

Schneeschuhwandern sind es auch zwei. Allerdings

nicht Jahre, sondern Schritte. Zwei

Schritte und man kann es“, betont Gratz

vom Wanderhotel Taurerwirt in Kals in Osttirol.

„Schneeschuhwandern ist eine einfache

Tätigkeit, die man praktizieren kann, sobald

man gehen kann“, will der Bergfex die

Schwellenangst nehmen.

Die Basics

„Wir beginnen unsere Schneeschuh-Einführungskurse

mit der Erklärung und dem individuellen

Ausprobieren der Grundlagen. Das

betrifft das Anlegen der Schneeschuhe, erste

Schritte mit ihnen im Schnee und die richtige

Stocktechnik. Dann geht es in mehreren

Leistungsgruppen hinaus ins leichte Gelände“,

beschreibt Wolfgang Krainer von der

gleichnamigen Sportschule in Bad Kleinkirchheim

den Kursablauf. „Wir raten unseren

Gästen, die sich erstmals auf Schneeschuhe

wagen, mittelleichte, des Schnees

wegen eher höhere Bergschuhe zu wählen.

Die Bekleidung sollte im Zwiebelsystem und

je Schicht nicht zu dick sein, weil man in

Bewegung ist und damit schneller schwitzt.

Typische Skifahrerbekleidung ist meist zu

warm“, gibt Guide Martin Bekleidungstipps.

SPORTaktiv

121


THE

AIRBAG

SYSTEM

FOR

SKIING

Für erste Gehversuche ist es empfehlenswert,

Schneeschuhe auszuleihen.

Erst wenn man weiß, ob man

sich der Sportart intensiver widmen

will und welche Art von Touren (eher

einfacher, flacher oder steiler und extremer)

man machen möchte, ist es

ratsam, das passende Modell zu kaufen.

Auf jeden Fall notwendig sind,

auch als Unterstützung des Gleichgewichts,

längenverstellbare Skistöcke

mit „großen“ Tellern, um im Schnee

nicht zu weit einzusinken. Wer vom

Wandern im Sommer eine gewisse

Grundkondition mitbringt, wird bei

einfacheren Touren keine Fitnessprobleme

haben. Erst wenn die Touren

extremer werden, ist neben Sicherheitsvorkehrungen

(Lawinen) auch

mehr Kondition gefordert. Deshalb

gilt – bei den ersten Touren nicht

überambitioniert zu sein und sich

nicht gleich zu Extremerem hinreißen

zu lassen. „Wir beginnen unsere Einsteigertouren

direkt beim Hotel, weil

die Landschaft rund ums Haus ideal

für die ersten Gehversuche ist und

weil wir wissen, dass der Erlebniswert

nicht primär von der Schwierigkeit

abhängt“, berichtet Gratz. „Mich als

Sportler freut es sehr, dass immer

mehr überaus sportliche Typen das

Schneeschuhwandern für sich als weitere

Sportart neben Skifahren,

Langlaufen oder Tourengehen entdecken“,

erzählt Sportschulchef Krainer.

Vollmondtouren – hier der Beginn

zu Sonnenuntergang – bietet der

Nationalpark Hohe Tauern.

Die Faszination

„Immer mehr unserer Gäste interessieren

sich fürs Schneeschuhwandern,

teils weil sie nicht mehr Skifahren

wollen, meist aber als Ergänzung zum

Skifahren und um weitere Facetten

des Winters kennenzulernen“, erzählt

Gratz. „Schneeschuhwandern ist ein

idealer Sport für die ganze Familie. Es

beansprucht den ganzen Körper. Und

man kann es gemütlich genauso wie

mit hoher Intensität betreiben“, betont

Krainer. „Das Spezielle am

Schneeschuhwandern ist, dass man

langsam unterwegs ist. Man entschleunigt

und erlebt die Natur viel

bewusster, viel intensiver“, versucht

der Osttiroler Martin Gratz die Faszination

in Worte zu fassen.

Besondere Naturerlebnisse versprechen

etwa die vom Nationalpark

Hohe Tauern angebotenen Schneeschuhtouren.

Von Nationalpark-Rangern

begleitet, kann man etwa in Kals,

im Ködnitztal, mit Blick auf den

Großglockner zur Wildtierbeobachtung

aufbrechen. „Mit Spektiv und

Fernglas ausgerüstet, lassen sich auf

den ober uns liegenden Geländekanten

sehr gut Steinböcke und Gämsen

beobachten“, erklärt Ranger Emanuel

Egger. Regelmäßige Mondscheintouren

sowie eigene Vollmondtouren, jeweils

mit Schneeschuhen, sind weitere

Angebote des Nationalparks. „Unser

Erlebnishighlight ist die Schneeschuhtour

zur Feldpannalm inklusive

kulinarisch herausragender Hütteneinkehr“,

setzt auch der Bad Kleinkichheimer

Krainer auf besondere

Erlebnisse.

dainese.com

122 SPORTaktiv


SCHNEESCHUHWANDERN: BASICS & MEHR

Bekleidung & Ausrüstung

• Bekleidung (nicht zu dick) nach dem Zwiebelprinzip

• Wechselwäsche, falls man schwitzt

• Trekking- oder Bergschuhe (eher höher, des Schnees wegen)

und eventuell Gamaschen

• Sonnen- & Kälteschutzcreme

• Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille

• Schneeschuhe & längenverstellbare Skistöcke mit großen Tellern

(beides eventuell im Verleih)

Sicherheitsausrüstung

Sobald ambitionierte Touren am Programm stehen, ist die auch bei

Skitouren übliche Sicherheitsausrüstung zwingend erforderlich:

• LVS-Gerät, Lawinenschaufel, Lawinensonde

• Erste-Hilfe-Paket & Biwaksack

• Stirnlampe

• eventuell Lawinenairbag

Infos

• Hotel Taurerwirt in Kals – mehrmals wöchentlich geführte

Schneeschuhtouren in mehreren Schwierigkeitsstufen.

www.taurerwirt.at

• Nationalpark Hohe Tauern – Rangerprogramme, etwa in Kals.

www.hohetauern.at

• Sportschule Krainer, Bad Kleinkirchheim -–

viele geführte Touren, etwa zur Feldpannalm

mit Hütteneinkehr. www.sportschule.at

Die Risiken

„Bei Schneeschuhtouren spielt die Lawinensituation

eine Rolle. Deshalb raten wir professionell geführt in

der Gruppe unterwegs zu sein. Das gibt Sicherheit und

man bekommt mehr Informationen zur Natur, aber

auch Tipps zur eigenen Gehtechnik“, empfiehlt der

Taurerwirt-Guide. Auch wenn Profis wie Emanuel Egger

und Martin Gratz insbesondere der Sicherheit wegen

zu geführten Touren raten, ist die Verlockung

groß, auf eigene Faust aufzubrechen. Doch wenn

Schneeschuhtouren in alpinere Regionen führen, sind

die gleichen Risiken zu beachten, wie man sie vom

Skitourengehen kennt. „Alleine die Tatsache, dass es

bereits Spuren von Schneeschuhgehern gibt, sagt nicht,

dass die jeweilige Route auch zu dem Zeitpunkt, zu

dem man sie gehen will, sicher vor Lawinen ist“, warnt

Martin Glatz. Ein weiterer Faktor betrifft den Abstieg:

Man muss dafür mit Schneeschuhen in jedem Fall

mehr Zeit und meist auch mehr Kondition einplanen

als für die Abfahrt nach einer Skitour. Die Erfahrung

zeigt, moderat zu beginnen und zumindest bei Ortsunkenntnis

nur als Teil einer Gruppe samt kundigem

Führer unterwegs zu sein, ermöglicht die Faszination

des Schneeschuhwanderns am besten zu genießen.

Foto: Schmittenhöhebahn AG

„XPRESS“ AUF DIE SCHMITTENHÖHE

Die Schmittenhöhe ist ein abwechslungsreiches Wintersportparadies

– und jetzt um eine Top-Attraktion reicher.

ZELL AM SEE. Mit dem „zellamseeXpress“ wartet auf der

Schmittenhöhe nun Skivergnügen der Superlative auf alle

Wintersportler: Die neue Bahn schafft die Anbindung an

den Skicircus Saalbach Hinterglemm Fieberbrunn. Mit der

Ski ALPIN CARD erhalten Gäste nun Zutritt zu gleich drei

Premium-Skigebieten mit 408 Pistenkilometern. Wer auch

im Winterurlaub immer die Herausforderung sucht, findet

mit dem „Schmitten Action Cup“ die perfekte Challenge:

Monatliche Gewinne sowie ein Hauptpreis winken.

www.schmitten.at, www.schmitten.at/actioncup

SPORTaktiv

123


MSR LIGHTNING ASCENT

• perfekt geeignet, um im rauen, alpinen

Gelände voranzukommen

• die neue Paragon-Bindung ersetzt bisherige

Bindungsriemen durch einen einzigen

Netz-Oberriemen aus Kunststoff

• die breiten DTX-Steigeisen und der

360°- Traction-Rahmen mit seinen

vollumlaufenden Steigeisenzacken

sorgen für den richtigen Grip

PREIS (UVP): € 339,90

www.msrgear.com

ATLAS APEX BC

• konzipiert für den Einsatz

im alpinen Gelände

• kann dank des in der

Bindung integrierten

Boa®-Verschlusssystems

mit einem Handgriff

justiert werden

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bieten optimalen

Grip bei Querungen

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TUBBS FLEX VRT

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TSL HIGHLANDER ADJUST

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• gezahnte Seitenschienen und ein

Extra-Steigeisen für ultra starken

Halt im alpinen Gelände

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Schritte ab und unterstützt die

Abrollbewegung

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Carbon-Rahmen

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maximale Traktion

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Fotos: Hersteller

124 SPORTaktiv


GLÜCK IST

GRENZENLOS

„Glücksspiel mit Verantwortung“ ist Leitgedanke für alle unsere wirtschaftlichen Aktivitäten. Die gesellschaftliche Verantwortung der

Österreichischen Lotterien geht daher weit über den Spielerschutz hinaus. So sind wir der größte und wichtigste Sportsponsor des

Landes. Im Laufe der 33 Jahre seit Gründung der Lotterien hat sich die Sportförderung auf rund 2 Milliarden Euro kumuliert. Ohne unsere

Sportförderung wären sowohl dem Spitzen- als auch dem Breitensport viel engere Grenzen gesetzt. Denn damit ermöglichen wir

vielen Talenten auf allen Ebenen neue Möglichkeiten und Momente des Glücks.

Weitere Infos unter www.sponsoring.lotterien.at.


chneehölle Österreich“,

„Ski-Hooligans“ oder „Lawinenwarnstufe

4: Wintersportler

verirrten sich im Gelände.“

Mit seinen Rekordschneemengen brachten

der Jänner und Februar 2019 eine

Gruppe von Sportlern ins mediale Rampenlicht,

die sonst eher die Ruhe als den

Rummel suchen. Skitourengeher, Freerider

und Variantenskifahrer hätten auf

die zweifelhafte Ehre der öffentlichen

Aufmerksamkeit wohl gerne verzichtet.

Mal reißerisch, mal eine Spur subtiler –

aber selten angemessen, so lässt sich das

Medienecho rückblickend beschreiben.

Die großen Schneemengen des letzten

Winters sowie der öffentliche Umgang

mit Lawinengefahr waren ein zentrales

Thema beim Internationalen Lawinensymposium

der Naturfreunde Österreich

und der ZAMG Steiermark in Graz, das

im Oktober zum dritten Mal durchgeführt

wurde. Nicht nur in Boulevardmedien,

sondern auch in den sozialen Medien

sowie vonseiten der Politik fanden

sich Sportler pauschal verdächtigt, unvernünftig

zu sein oder andere, zum Beispiel

Bergretter, in Gefahr zu bringen.

Andreas Steininger, Bergführer und

Ausbildungsleiter bei der steirischen

Bergrettung, war selbst ein direkt Betroffener.

Nach einer privaten Skitour

bei Lawinenwarnstufe 4 hatte er ein

Foto mit dem Kommentar „herrlicher

Winterwunderwald“ gepostet. Drei Tage

sowie etliche unqualifizierte Reaktionen

später hatte er das Posting entnervt wieder

gelöscht, wie er beim Symposium

berichtete – und stellte klar: „Man darf

sehr wohl bei Warnstufe 4 eine Skitour

gehen, nur sollte man sich auskennen.“

Im langjährigen Schnitt

Viel Diskussionsstoff also, der durch die

großen Schneemengen und – das sei

nicht verschwiegen – eine unvernünftige

Minderheit von Bergsportlern ausgelöst

worden war. Die Statistik zeigte am

Ende der Saison übrigens Unfallzahlen,

die nicht über dem 20-jährigen Durchschnitt

lagen. Ein Beweis, dass die große

Masse sich sehr wohl vernünftig verhalten

hatte. Und auch ein Hinweis, wie

„DER FREIE

SKIRAUM SOLL

FREI BLEIBEN“

ZUM 3. MAL FAND DAS

INTERNATIONALE LAWINEN-

SYMPOSIUM IN GRAZ STATT:

EIN NACHBERICHT IM ZEICHEN

VON REKORDSCHNEEMEN-

GEN UND DER FREIHEIT DER

BERGE. UND: WIE WIRKT SICH

DER KLIMAWANDEL AUF DIE

SCHNEEMENGE AUS?

VON CHRISTOF DOMENIG

wichtig Veranstaltungen wie das Lawinensymposium

sind, bei dem sich nicht

nur Fachleute austauschen, sondern

„Durchschnittsskitourengeher“ und sogar

Einsteiger jede Menge direkt verwertbares

Wissen abholen können.

Wie ist das nun genau mit Skitouren

bei Lawinenwarnstufe 4? Was Andreas

Steininger in einem Satz auf den Punkt

brachte, („man sollte sich auskennen“),

führten Martin Edlinger von den Naturfreunden

Österreich und Bernd Zenke,

langjähriger Leiter des Lawinenwarndienstes

Bayern, aus. Sie stellten den von

ihnen mitentwickelten „kompetenzorientierten

Leitfaden“ W3 vor. W3 teilt

(wie von SPORTaktiv schon in der Vergangenheit

dargestellt) Skitourensportler

in vier Gruppen: Einsteiger, mäßig Fortgeschrittene,

Fortgeschrittene und Profis.

Während etwa Einsteigern selbstständige

Touren nur bei Lawinenwarnstufe 1

und 2 im Gelände unter 30 Grad empfohlen

werden, könnten „Profis“ (sehr

Fotos: Getty Images, Martin Edlinger, Naturfreunde

126 SPORTaktiv


gut ausgebildete und erfahrene Freizeitsportler

sind damit natürlich ebenfalls

gemeint) auch bei Lawinenwarnstufe 3

und 4 auch im steileren Gelände über

30 Grad unterwegs sein – eben, weil sie

ein entsprechendes Urteilsvermögen

mitbringen. Dabei solle man zum Beispiel

Vorgänge in der Schneedecke kompetent

beurteilen können. Mehr zum

„W3“-Konzept: w3.naturfreunde.at

Für weniger erfahrene Tourengeher

besonders interessant war auch der Vortrag

des Bergrettungsarztes Stefan

Heschl. 23 Prozent aller Lawinenunfälle,

bei denen jemand erfasst wird, enden

laut Statistik tödlich, berichtete Heschl

– mit einer bedeutenden Unterscheidung:

52 Prozent überleben nicht, wenn

es zu einer Ganzverschüttung kommt

(also die Atemwege unter der Schneedecke

sind), während nur 4 Prozent der

Unfälle mit Teilverschüttung fatal enden.

Es gelte deshalb im Ernstfall zunächst,

die Ganzverschüttung zu verhin-

Die LVS-Suche und die Bergung nach

einem Lawinenunglück muss immer

wieder trainiert werden, um im Ernstfall

reibungslos abzulaufen.

SPORTaktiv

127


WINTERSPORT

BEI ROBINSON

In den ROBINSON CLUBS sind

Skipässe und -kurse inklusive oder

einfach dazubuchbar. Für deinen

unbeschwerten Winterurlaub.

Auf geht’s in die Wintersportsaison

2019/20! Skifahrer, Snowboarder,

Langläufer sowie Fans

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Cluburlaub, alle Möglichkeiten,

die sie für einen unbeschwerten

Winterurlaub brauchen:

wunderschöne Anlagen, exzellente

Verpflegung und einen perfekten

Service.

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CLUBS sind die Skipässe und

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ALPENROSE ZÜRS. Dort kann

man das Ski- und Snowboardpaket

jedoch ganz einfach dazubuchen!

Die Kurse werden in allen Clubs

für jedes Alter und jedes Level

angeboten, vom Einsteiger bis

zum Profi. Erfahrene Skilehrer

sorgen dafür, dass alle Gäste sicher

auf Loipe und Piste unterwegs

sind. Zur Auswahl stehen

vier Clubs in Österreich sowie ein

Club in der Schweiz.

MEHR INFOS ZU DEN CLUBS

UND ANGEBOTEN VON

ROBINSON IM REISEBÜRO

ODER UNTER:

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Foto: Robinson

dern, und das vermag im Notfall ein

Lawinenairbag-Rucksack. Heschl betonte

aber auch, dass manche Träger

von Airbagrucksäcken in einer Lawine

nicht zum Auslösen kommen, weshalb

das Auslösen trainiert werden sollte.

Und man kann es nicht oft genug

wiederholen: LVS-Gerät, Schaufel und

Sonde sind die Basis-Sicherheitssausstattung

im Gelände – und auch damit

gehört der Umgang trainiert.

Freiheit und Eigenverantwortung

Die steigende Beliebtheit des Skitourengehens

wirft auch Fragen auf. Etwa

durch „Modeskitouren“, wie sie gerade

bei Einsteigern beliebt sind. Dort

auf Tour zu gehen, wo zugleich viele

andere unterwegs sind, ist aufgrund

des subjektiven Sicherheitsgefühls verständlich

und grundsätzlich auch

nicht falsch: Wie der steirische Lawinenprognostiker

und Alpinsachverständige

Arno Studeregger und der

Alpinpolizist Klaus Pfaffeneder darlegten,

sei die Schneedecke auf Modeskitouren

grundsätzlich „zerstört“, womit

die Lawinengefahr abnehme. Doch es

ergeben sich auch Probleme daraus:

Sind mehrere Gruppen, die sich nicht

kennen, auf engem Raum in einem

Hang unterwegs, werden erfahrungsgemäß

wichtige Standardmaßnahmen

wie Entlastungsabstände nicht eingehalten.

Die Gefahr geht sozusagen von

der Menge an Menschen auf engem

Raum aus.

Anhand eines Lawinenunfalls am

Großen Bösenstein in der Steiermark

zeigten Studeregger und Pfaffeneder

Folgen der Problematik auf: Passiert

ein Unfall, ist ein Fehlverhalten meist

nicht einzelnen Personen zuordenbar,

Fragen der rechtlichen Verantwortung

bleiben dann ungeklärt. Daraus würden

sich aber auch „größere“ Fragen

ergeben: „Wäre es gesellschaftlich tragbar,

die Freiheit einzuschränken, wenn

Berge überlaufen sind? Braucht es

neue Regeln, oder genügt das Prinzip

gegenseitiger Rücksichtnahme?“, stellten

Studeregger und Pfaffeneder in

den Raum. Antworten sind noch zu

finden.

WISSEN NÜTZT

UND SCHÜTZT

Das 3. Internationale Lawinensymposium von Naturfreunde

Österreich und ZAMG Steiermark fand am 12. Oktober in Graz

statt. Österreichische und internationale Experten referierten

zu den Themenfeldern: Schnee- und Lawinenkunde, Risikomanagement,

Alpinismus und Tourismus, Lawinenprognose

und Meteorologie und rechtliche Aspekte.

www.lawinensymposium.naturfreunde.at

128 SPORTaktiv


Und noch einmal zum letzten Winter mit seinen

Schneerekorden: Die Bundesregierung hatte

im Februar 2019 einen Lawinengipfel einberufen,

unter anderem um rechtliche Konsequenzen

für Sportler zu prüfen, die andere in Gefahr

bringen. Gemeint waren Tourengeher und Skifahrer,

die Bergrettungseinsätze bei der außergewöhnlichen

Schnee- und Lawinenlage ausgelöst

hatten. „Die darauf entfachte Diskussion ist ein

Abbild unserer Gesellschaft im Umgang mit Risiko

und mit Eigenverantwortung“, erklärte die

Richterin Dalia Tanczos. Sie hielt fest, dass die

Berge schon jetzt kein rechtsfreier Raum sind

und die aktuelle Rechtslage ausreichende Sanktionsmöglichkeiten

für alle vorsehe, die andere

fahrlässig in Gefahr bringen.

„Es ist Gott sei Dank in Österreich die freie

Entscheidung von jedem Einzelnen, Touren im

freien Gelände zu unternehmen oder zu unterlassen“,

erklärte Tanczos schließlich. Zum Vorwurf,

dass unschuldige Bergretter gefährdet

wurden, hielt die Richterin fest, dass Bergrettung

freiwillig geschehe, dass es eine Fürsorgepflicht

der Einsatzleitung den Bergrettern gegenüber

gebe. Und dass es folglich weder ein

„Recht auf Rettung“ für in Not geratene gebe

noch umgekehrt einen Anlass, die in Bergnot

Geratenen zu bestrafen. „Der freie Skiraum soll

frei bleiben“, sagte Tanczos, „auch frei von populistischer

Anlassgesetzgebung.“

Auswirkung des Klimawandels

Mit Spannung war auch der letzte Vortrag erwartet

worden: Andreas Gobiet von der Zentralanstalt

für Meteorologie und Geodynamik

ZAMG in Graz legte dar, wie sich aus Sicht der

Wissenschaft die Schneemengen im Gebirge

aufgrund des Klimawandels entwickeln werden.

Es kursieren ja Theorien, dass es im Sommer

zwar wärmer, im Winter aber kälter und sogar

schneereicher wird – was Gobiet zurückwies:

Der relevante, langfristige Trend zeigt auch im

Gebirge in Richtung höherer Temperaturen.

Gobiet legte zwei Szenarien dar: Gelingt es,

die Erwärmung im Alpenraum bei 2 Grad zu

beschränken, wird die Saison mit geschlossener

Schneedecke zwar kürzer, doch vor allem in den

höheren Lagen die Auswirkung nicht dramatisch.

Beim „Weiter wie bisher“-Szenario ist bis

zum Jahr 2100 dagegen mit 4 Grad wärmeren

Temperaturen zu rechnen: Unsere Enkel kinder

werden Skitouren unter 2000 m Höhe dann

nur mehr von Erzählungen kennen.

AUFREGEND – WENN DU ES WILLST

Die Region Kaiserwinkl in Tirol zeigt sich im Winterurlaub

besonders vielfältig und mit „kaiserlichen“ Loipen.

TIROL. Die verschneite Landschaft am Fuß des Zahmen

Kaisers lädt mit einer Vielzahl an Aktivitäten zum Winterurlaub

ein. Jeder kann den Kaiserwinkl auf seine Art entdecken

– ob mit Schneeschuhen, auf markierten Wanderwegen

oder mit einer Rodelpartie. Und: Die Region eignet

sich „kaiserlich gut“ zum Langlaufen, mit jeweils rund 120

Kilometern Klassik- und Skatingloipen zur kostenlosen

Nutzung. 3 Nächte, eine Langlaufstunde und die Ausrüstung

für 3 Tage sind schon ab € 164,– pro Person buchbar.

www.kaiserwinkl.com

WIR LIEBEN BOULDERN!

Auf über 1000 Quadratmetern bietet das Bloc House

in Graz Bouldervergnügen in höchster Qualität.

STEIERMARK. Vom Einsteiger bis zum Leistungskletterer

finden Sportler im Bloc House ein motivierendes Trainingsumfeld.

„Für uns ist Bouldern die DNA des Klettersports.

Der Weg zum Erfolg führt dabei immer über die Qualität

der Bewegung“: Dieser Grundsatz wird in Kursen für Einsteiger

wie in Nachwuchstrainingsgruppen vermittelt. Mit

der „Housemeisterschaft“ bietet das Bloc House einen Wettkampf

an, der an einem Wochenende internationale Stars,

Nachwuchstalente ab U10 und Hobbysportler vereint.

www.bloc-house.at

Foto: TV Kaiserwinkl

ANZEIGE/Foto: Bloc House

SPORTaktiv

129


SCHRITT FÜR SCHRITT

OFFLINE GEHEN

Wir sind dann mal kurz weg – weit, weit weg.

Vielleicht finden wir zu uns selbst. Im Nationalpark

Hohe Tauern finden wir jedenfalls kaum Worte.

Schon nach wenigen Schritten geht man

offline, der Atem beruhigt sich und es

wird ganz still. Dann folgt ein Schritt

dem anderen, die Gedanken gehen auf Reisen.

Der 360°-Gipfelblick auf Großglockner und

Großvenediger und die einzigartige Schobergruppe

machen Besucher sprachlos. Wer in der

Nationalparkregion Hohe Tauern in einsamen

Tälern unterwegs ist, kommt bereits nach wenigen

Tagen ganz sicher an: im Moment.

Hinaufzusteigen um „herunterzukommen“

steht auf der Tagesordnung bei Touren im

Nationalpark, wo Ruhe, Einsamkeit und die

einzigartige Naturkulisse im Vordergrund stehen.

Inmitten der 266 Dreitausender Osttirols

bieten sich in romantischen Nationalparktälern

zahlreiche Möglichkeiten die Hohen Tauern zu

erkunden. Viele Tourenziele in unterschiedlichen

Schwierigkeitsgraden stehen zur Auswahl.

Vor allem Einsteiger können in der National-

Fotos: Damiano Levati, Christian Riepler

130 SPORTaktiv


EVENT-TIPPS

7. AUSTRIA SKITOUREN-

FESTIVAL IM DEFEREGGENTAL

Vom 23.–26. Januar 2020.

Am Plan: vier abwechslungsreiche

und informative Tage mit geführten

Skitouren, Verleihstation,

Filmvorträgen, Fachvorträgen und

buntem Programm abseits des

Geländes. Champagner-Powder

im Defereggental: Es muss nicht

immer Kanada sein. Auch Osttirol

bietet tolle Hotspots für Skitouren

und zum Freeriden. Erstmalig sind

auch geführte Freeridetouren

inklusive Training und Einführung

in die Sicherheitsausrüstung

geplant. Highlight: spannender

Einblick in die Bergerlebnisse

von Profibergsteigerin Gerlinde

Kaltenbrunner. Infos:

www.austriaskitourenfestival.com.

Die Osttiroler Bergwelt ist ein

El Dorado für Skitourengeher.

Keine Angst, auch Einsteiger finden

hier ideale Routen.

parkregion mit einem Osttiroler Berg- und

Skiführer die ersten Einsteigerskitouren wagen.

Bei Nature-Watch-Touren auf Schneeschuhen

mit Rangern findet man Steinböcke, Gämsen,

Steinadler und Bartgeier mit scharfem Blick

und etwas Glück. Und dann mit einem Mal

eröffnet sich die Osttiroler Natur noch mal aus

einer anderen Perspektive, wenn aus der Ferne

Tiere in der Wildnis entdeckt werden.

Bei Veranstaltungen in der Nationalparkregion

Osttirol stechen zwei sportliche Highlights

gleich im Jänner hervor: Vom 10. bis

12. Jänner 2020 findet die fünfte Auflage des

mittlerweile europaweit größten Eiskletterfestivals

im Eispark Osttirol unweit des Matreier

Tauernhauses statt. Und vom 23. bis 26. Jänner

wird das Defereggental zum Schauplatz des 7.

Austria Skitourenfestivals mit Touren, Filmen,

Vorträgen – und erstmals geführten Free ridetouren

(siehe Infobox rechts).

5. EISKLETTER-FESTIVAL IM

EISPARK OSTTIROL

Der Eispark Osttirol ist mit seinen

über 70 Routen ein Paradies

für Eiskletterer, das alle Sportlerherzen

höherschlagen lässt.

Vom 10.–12. Jänner 2020 findet

das 5. Eiskletter-Festival in der

Nationalparkregion Osttirol statt.

Programm: Eismasterspeedwettbewerb,

Stargäste und kostenlose

Workshops inklusive.

SPORTaktiv

131


GIPFELGLÜCK

BEIM NATIONALPARK

CAMP IN OSTTIROL

Ein voller Erfolg war das SPORTaktiv-

Camp in der Nationalparkregion Osttirol.

Highlight: die Tour der mutigsten

Campteilnehmer auf den 3000er namens

Glödis, das „Matterhorn Osttirols“.

Im wildromantischen Debanttal erfuhren

die Teilnehmer von den Nationalpark-Rangers

Matthias & Andreas Spannendes über

den Wasserreichtum der Hohen Tauern.

Ausgerüstet mit Fernglas und Spektiv von

SWAROVSKI OPTIK ging es am 1. Tag bei

der Seewanderung zum Wangenitzsee auf die

Suche nach Wildtieren in ihrem Lebensraum.

Nach einer Hüttenübernachtung in der

Lienzer Hütte teilte sich die Gruppe. Ein Teil

erkundete die Trelebitschalm und einsame

Berg- und Naturwelten der Hohen Tauern.

Die mutigen Gipfelstürmer führte die Tour

auf den Glödis, einen der eindrucksvollsten

Gipfel der Nationalparkregion, welcher den

Beinamen „das Matterhorn Osttirols“ trägt.

Mit den Bergführerinnen Magdalena und

Andrea legten sie die letzten Meter zum

Gipfel am Klettersteig zurück.

Der Lohn für den Aufstieg: ein grandioser

Ausblick vom Gipfel – wie so oft in der

Nationalparkregion Osttirol – bei strahlend

blauem Himmel: Der Glödis zählt zu den

schönsten Aussichtsbergen des Nationalparks

und bietet einen freien Blick auf die

höchsten Berge Österreichs. Großglockner

inklusive.

Lust auf mehr?

Neben dem Aktivprogramm war auch Zeit

in den Unterkünften im Hotel Dolomitenhof

in Tristach und bei der Übernachtung

auf der Lienzer Hütte zu relaxen und sich

kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Wer jetzt mehr Lust auf die Nationalparkregion

Osttirol bekommen hat: vom

16.–19. Jänner 2020 findet im Defereggental

ein Nationalpark-Einsteiger-Skitourencamp

statt.

Infos unter https://www.sportaktiv.com/

einsteiger-skitourencamp-der-nationalparkregion-osttirol-2020

Fotos: Magdalena Habernig

132 SPORTaktiv


OUTSIDE

PLASTIC

WORLD

Foto: Ranggetiner

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extremkletterer

Europas –

und ein „Querdenker“

der Outdoorsportszene.

In seiner

„Outside“­ Kolumne

lässt er die SPORTaktiv-Leser

an seinen

Gedanken teilhaben.

So a Wurstsemmel hot schon wos, nied

schlecht für den Hunger, aber vor allem

beim Kaufen geht’s ruck zuck denn der

Berg ruft, eigentlich schreit er schon. Rein in

Supermarkt: A Wurstsemmel bitte, aber nied

einpacken, i ess sie eh glei! Das geht bei uns

leider nicht, wo soll ich denn mein Preisschild

drauftackern ohne Verpackung? Koa Problem,

pick den Preis auf mei Hond, i ziags dann an

der Kasse drüber und du lässt des Plastikpapier

weg, fertig. Dürfen wir nicht, Hygienevorschrift!

Wos, ma, mei Bluaddruck, ja, um Gottes Willen,

dann packn’s ma des Ding hoit ein, bevor

die Sunn untergeht! Soll ich die Semmel noch

in ein Sackerl geben oder geht’s so? Ääähhhmm,

pfiati! Vermeidung von Plastikmüll wird einem

heute sehr leicht gemacht und da jetzt diese bösartigen,

pfui, Plastikstrohhalme verboten sind,

ist wieder alles nur auf fünf vor zwölf, Glück gehabt!

Gebraucht hab ich die Dinger nie, aber für

Menschen mit SMS-Daumen und schwachen

Oberarmen überlebenswichtig, sonst verdursten

sie neben ihrem Latte. Ein Bauer packt im

Schnitt pro Jahr 100 oder mehr Siloballen in

Plastikfolie ein, da sieht dann jeder die Notwendigkeit

und nicht das Problem, der IQ meiner

Festplatte schnallt das nicht und 5-mal jährlich

mähen und zeitgleich Gülle aufs Feld nennt man

dann Nachhaltigkeit! Bienen sterben schon an

Altersschwäche, ohne eine Feldblume auf ihrem

Radar gesehen zu haben.

Profitgier und Größenwahn passen zu übersäuerten

Böden und dem Verlust von Logik und

Tradition. Erwarten uns Bilder, wo Menschen

weinend auf ihrem kargen Land sitzen, ihr Geld

zählen und noch nicht verstehen? Ich fürchte die

Rechnung wird brutal! Einige wenige bauen auf

überliefertes Wissen und tragen ihre Lederhose

aus Stolz und Selbstbewusstsein, nicht für die

Instagrambilder der Touristen. Sie gehen nicht

den leichten Weg, sondern den richtigen, Hut

ab! Werte wie Verantwortung und Hausverstand,

die hat man oder nicht, fertig! Und mit dem

Plastik verhält es sich genauso, krieg ich meine

Wurstsemmel nicht ohne Plastik, dann kauf ich

da eben keine mehr. Ende der Durchsage!

Steigfelle made in AUSTRIA Austria

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Aus dem Herz der Alpen,

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Bergtagen-Jacke ist für

Bergsporteinsätze bei kaltem

Wetter ideal. Zwei Lagen

G-Loft-Supreme-Isolierung

sorgen für Wärme. Die Jacke

bietet Rundumschutz vor

Wind und Kälte, selbst unter

feuchten Bedingungen.

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Der ABS s.CAPE compact ist der erste

Lawinenrucksack mit integriertem,

zertifiziertem Hochtourengurt von

Skylotec. Zusätzlich zur Skihalterung

verfügt er über eine horizontale

Snowboardhalterung. Die Zip-ons fassen

10–14 oder 30–34 l Packvolumen.

www.abs-airbag.com

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DOOR

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für Skitourengeherinnen,

die nach Präzision und

Langlebigkeit suchen, ohne auf

Komfort zu verzichten. Schale

und Schaft bestehen aus

umweltfreundlichem

Material, der Recco-

Reflektor erhöht die

Chance, bei Verschüttung rasch

gefunden zu werden.

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schmiegt sich das Material

optimal an den Körper – für

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134 SPORTaktiv

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RETTER

Der BCA Float 22 ist ein schlanker, leichter

Lawinenrucksack, der dennoch genügend

Volumen hat, um auf Tagestouren alles

unterzubringen. Das Airbagsystem hat

150 l Volumen, neu ist der „Ergo Trigger“-

Auslösegriff.

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Tragegefühl

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Herrenmodell

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136 SPORTaktiv


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mit minimalem Gewicht

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winddicht und wasserabweisend

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schützt den Hals vor Kälte

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ihr extreme Funktionalität

als Midlayer bei allen

Outdooraktivitäten

• die Frontpartie aus der

hochwertigen thermal-r TM -

Kunstfaser sorgt für

Wärme an den vom

Auskühlen besonders

bedrohten Körperpartien

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Aktivitäten bei Temperaturen

unter null Grad brauchst du eine

Isolierung, die extrem atmungsaktiv

und dehnbar ist

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verbessert und das

Gewebe trocknet

schneller

PREIS (UVP): € 220,–

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SPORTaktiv

137


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

VEGANES SCHUHWERK

Kann man bei einem modernen Kletterschuh auf alles Tierische,

insbesondere Leder, verzichten, ohne Tragekomfort oder

Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen? Diese Frage stand vor

Beginn dieses Tests im Mittelpunkt. Sobald man den neuen

„BLACK DIAMOND MOMENTUM VEGAN“-Kletterschuh

(€ 100,–) auspackt, anzieht und loslegt, stellt sich die Frage

nicht mehr. Es fühlt sich gut an, ihn am Fuß zu haben; nicht zu

bequem, genau, wie es sich für einen Kletterschuh gehört. Und

nicht anders als ein nichtveganer Schuh. Er ist leicht und fühlt

sich doch robust an. Das Fußbett aus Hanf ist angenehm. Im

Kontakt mit der Wand, auch mit den kleinsten Klettergriffen, ist

der vegane Schuh ein verlässlicher Partner, bei dem jeder Tritt

exakt sitzt. Zusätzlich positiv fällt auf, dass man in ihm weniger

schwitzt als in vergleichbaren Kletterschuhen. Obwohl nur in

der Halle ausprobiert, „funktioniert“ der vegane Schuh am Fels

sicher auch ebenso gut. Er ist wie die ganze Momentum-Serie

(weitere nichtvegane Modelle mit Klettverschluss bzw.

Schnürer) neutral und eher auf Einsteiger ausgerichtet.

WINTERZEIT, KLETTERHALLEN-

ZEIT. DARUM HABEN WIR DREI

PRODUKTE IN DER KLETTER-

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FUNKTIONIEREN

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Fotos: Oliver Pichler, www.kletterhallevillach.at

138

SPORTaktiv


GUT GEPOLSTERT, GUT GESICHERT

UNIVERSELLE KLETTERHOSE

Ob kurz oder lang ist bei Kletterhosen, insbesondere in

der Halle, Philosophiefrage und draußen überdies temperaturabhängig.

Lässig-funktionell können kurze wie

lange sein, vorausgesetzt Farbe und Ausführung passen.

Mit der LA SPORTIVA BOLT PANT (€ 89,–) haben wir uns

eine lange Hose vorgeknöpft, die, indoor wie outdoor,

verlässlich funktioniert. Der Stoff (98 % Baumwolle) ist

robust und bei extremen Bewegungen ausreichend

elastisch. Unplanmäßiger Kontakt mit einzelnen Griffen

oder der Wand selbst hinterlässt kaum Spuren. Der flexible

Bund, inklusive Band zur Feinregulierung, sowie

Loop für den Magnesiumbeutel zeugen davon, dass die

Hose von Profis gemacht wurde, um bestmögliche Funktionalität

beim Klettern sicherzustellen. Jeweils zwei Taschen

vorne und hinten sind selbstverständlich. Es gibt

die Bolt in zehn teils – typisch La Sportiva – lässig-kräftigen

Farben von Rot und Orange bis Blau, aber auch in

dezentem Look. Der auf der Haut überaus angenehme

Baumwollstoff sorgt dafür, dass sie lässig knittert.

Wer in der Halle, am Klettersteig oder bei Hoch- bzw. Gletschertouren

auf einen verlässlichen Klettergurt zurückgreifen

will, kann aus einer Reihe von Universal-Klettergurten wählen.

Im flexiblen Einsatz indoor ebenso wie draußen im alpinen

Gelände sehr bewährt hat sich im längeren Testeinsatz der

„JASPER CR 4“-Klettergurt von CAMP (€ 59,95). Der leichte,

wenn auch nicht superleichte und klein packbare Gurt ist in

extrem widerstandsfähigem Gewebe ausgeführt. Er ist gut

gepolstert und lässt sich am breiteren Hüftgurt, dank zweier

selbstsperrender Schnellverschluss-Schnallen bequem und

verlässlich fixieren. Dank der beiden Stahlschnallen kann

er auch sehr gut zentriert werden, etwa wenn man eine

Bekleidungsschicht auszieht und den Gurt danach wieder

feststellen will. Beide Gurtenden können mittels elastischer

Laschen so festgemacht werden, dass sie nicht stören. Auch

die beiden gut gepolsterten Beinschlaufen sitzen bequem. Sie

sind mit je einer Schnalle genauso schnell wie flexibel zu- und

aufzumachen. Insgesamt vier Materialschlaufen bieten Platz

für Karabiner, Expressschlingen u.v.m.

SPORTaktiv

139


SPORTBUSINESS

VIP-CORNER

LOTTERIEN-SPORTHILFE-GALA 2019

Marcel Hirscher feierte seinen insgesamt sechsten

„Sportler des Jahres“-Erfolg. Mit Weltmeisterin

Vanessa Herzog ist erstmals seit 25 Jahren

eine Eisschnellläuferin Sportlerin des Jahres.

Österreichs Fußballmeister und Champions-

League-Starter FC Red Bull Salzburg errang wie

im Vorjahr den Titel Mannschaft des Jahres, die

NIKIs für die Sportler mit Behinderung gehen

an Langläuferin Carina Edlinger und Skiläufer

Josef Lahner. Zur Aufsteigerin des Jahres wurde

Siebenkämpferin Verena Preiner gewählt. Im Bereich

Special Olympics heißen die Sieger Gabriele

Kopf und Paul Vogl. Als Sportler mit Herz

wurde Christoph Vetchy geehrt. Die Auszeichnung

zur Trainerpersönlichkeit des Jahres nahm

Leichtathletiktrainer Wolfgang Adler entgegen.

Der neue Sporthilfe Geschäftsführer-Gernot

Uhlir freute sich mit den Siegern.

NEUER

MARKETING LEITER

AUDI UNTERSTÜTZT ÖSV-SKI-ASSE

österreichischen Skiathleten haben ihre neuen Dienstwagen mit

den vier Ringen in Salzburg in Empfang genommen. Das ÖSV-

Team ist damit auch in der Saison 2019/20 in Audi-Fahrzeugen

unterwegs und vertraut dabei auf die Überlegenheit des Allradantriebs

quattro. Zum Einsatz kommen die Audi-Modelle A7 Sportback,

Q3 Sportback und vor allem der Audi A6 Avant.

Johannes Kastenhuber – selbst leidenschaftlicher

Hobbysportler – hat mit 1. Oktober die Marketingleitung

des marktführenden Sportartikelhändlers

INTERSPORT übernommen. In dieser Funktion

verantwortet der gebürtige Gmundner die strategische

Ausrichtung der Marke, die Konzeption und

Planung von sämtlichen Kommunikationsagenden

und ist wichtiges Bindeglied zu den 108 INTER-

SPORT-Händlern in ganz Österreich.

Fotos: GEPA-pictures.com, Audi, Intersport

140 SPORTaktiv


PRO

Am

25. Jänner

steht für

Kriechmayr &

Co. die legendäre

Streif-Abfahrt

auf dem

Programm.

AUSTRALIAN OPEN

Ab dem 20. Jänner tritt Tennis-

Dominator Dominic Thiem in

Melbourne zum ersten Grand-

Slam-Turnier des Jahres an.

www.ausopen.com

SKICROSS-HEIM-WELTCUP

Vom 11. bis 14. Dezember kreuzen

die besten Skicrosser der Welt im

Montafon auf spektakuläre Art und

Weise ihre Klingen.

www.montafon.at/weltcup

BUNDESLIGA-RÜCKRUNDE

Die 31 ÖFB-Legionäre (im Bild Sabitzer)

in Deutschlands höchster

Spielklasse nehmen ab 17. Jänner

wieder den Spielbetrieb auf.

www.bundesliga.de

Fotos: Getty Images (4)


IM SPORT LIEGEN ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS OFT WELTEN.

DAS SCHIESST EINEM ZIEMLICH SCHNELL EIN, WENN MAN SICH MIT

ÖSTERREICHS BIATHLON-ELITE UNTER DER ANLEITUNG VON

BUNDESTRAINER RICCO GROSS ZU EINER TRAININGS-SESSION TRIFFT.

VON MARKUS GEISLER // FOTOS: THOMAS POLZER

DER SCHUSS

GING NACH

HINTEN LOS!

o, dann wollen wir dich mal schön langsam

aus der Komfortzone herausholen.“

Ich hab zwar keine Ahnung, von welcher

Komfortzone Ricco Groß spricht,

schließlich hat er mich schon ein paar

Mal zum Laufen um den Schießstand geschickt.

Aber er wird schon einen Plan haben,

schließlich war der 49-Jährige selbst ein hochdeko-

rierter Biathlet, gewann unter deutscher Flagge insgesamt

vier olympische Goldmedaillen, wurde

neunmal Weltmeister und soll als Bundestrainer der

österreichischen Biathleten Julian Eberhard, Simon

Eder & Co. in der Erfolgsspur halten. „Ich dachte,

du wolltest wissen, wie es sich für einen Biathleten

am Schießstand anfühlt. Dafür müssen wir deinen

Puls schon noch ordentlich in die Höhe treiben.“

Wer Biathlon so wie ich nur als Couch-Potatoe

vor dem Fernseher betrieben hat, kommt beim Reality-Check

schnell drauf, dass es eine Sportart der

allgemeinen Irrtümer ist. Es ist zum Beispiel kein

Ziel der Sportler, den Puls beim Schießen so schnell

wie möglich runterzubringen. „Das wäre in den

knapp 30 Sekunden, die jemand am Schießstand

steht, auch gar nicht möglich“, erzählt Groß. „Es

geht darum, die Belastung so zu kontrollieren, dass

man trotz 165 Schlägen ins Schwarze trifft.“ Und

zwar so konstant, dass man eine Trefferquote jenseits

der 80 Prozent hinbekommt, sonst geht sich

das mit der Weltspitze nur schwer aus.

142 SPORTaktiv


Mit der habe ich ohnehin nichts am

Hut, als ich mich im Oktober für ein

Training mit Österreichs Lauf- und

Schießelite treffe. Am Anfang soll ich nur

zuschauen, wie Felix Leitner, Lisa Hauser

oder Simon Eder auf ihren Rollski um

den Parcours in Hochfilzen hetzen und

anschließend auf die Scheiben schießen,

die beim Liegendanschlag einen Durchmesser

von 4,5, im Stehen einen Durchmesser

von 11,5 Zentimeter haben.

„Merk dir die Beinstellung und wo sie ihr

Gewehr ansetzen“, sagt der Coach. „Als

Rechtshänder soll dein rechtes Bein mit

Oberkörper und Gewehr eine gerade

Achse bilden.“ Aus reiner Neugier wage

ich einen Blick durch das Fernrohr, das

hinter den Athleten postiert ist und mit

SPORTaktiv

143


Foto: Getty Images

RICCO GROSS

Ricco Groß wurde am 22. August 1970 im ostdeutschen Schlema

geboren und ist mit neun Goldmedaillen Deutschlands erfolgreichster

Athlet bei olympischen Winterspielen (zusammen mit Sven Fischer,

ebenfalls Biathlet). In seiner von 1990 bis 2007 dauernden

Karriere gewann er insgesamt 20 Medaillen (9-mal Gold) und wurde

1997 Sieger im Einzelweltcup. Vor der Saison 2018/19 wurde er

Cheftrainer der österreichischen Biathlon-Nationalmannschaft, ein

Posten, den er zuvor schon in Russland ausgeübt hatte. Groß lebt

im bayerischen Ruhpolding, ist verheiratet und hat drei Söhne.

dem der Bundestrainer jeden Einschlag

genau orten kann. Und kommentiert,

was dann so ähnlich klingt wie ein Zahnarztbesuch.

„Treffer 9 oben rechts, Fehlschuss

7 unten links.“

Bevor wir uns um meinen Puls kümmern,

soll ich ohne Belastung ein paar

Schüsse im Liegen wagen, um mich an

das Gewehr zu gewöhnen, schlägt Groß

vor. Und zwar als Trockenübung, ohne

Munition. „Nicht vergessen: Es handelt

sich dabei um eine tödliche Waffe, also

hat die Sicherheit oberste Priorität.“ Dass

das ein weiser Gedanke ist, wird mir spätestens

bewusst, als Groß mich fragt, auf

welche Scheiben ich gerade ziele. „Nummer

acht“, sage ich. „Und auf welcher

Bahn liegst du?“ „Ähem, Nummer fünf.“

Ein Fauxpas, der darin begründet liegt,

dass man sich erst daran gewöhnen

muss,

wie man

durch das

Visier

schaut. Also

macht der

Coach eine Zeichnung (s. Faksimile),

mit der das Prozedere veranschaulicht

werden soll. „Du

schaust durch den Diopter und

zielst, bis das Zentrum der Scheibe in der

Mitte des Rings ist, der vorne am Lauf

des Gewehres steht.“ Und dann: Peng!

Blöd nur, dass man es immer nur für

Sekundenbruchteile schafft, das 50 Meter

entfernte Ziel erfolgversprechend zu

fixieren. Aber dafür ist er ja da, der Bundestrainer,

denn da haben die Biathleten

so ihre Tricks. Denn: Es braucht

einen Druck von 500 Gramm, um

den Schuss auszulösen, „und am

besten du gibst beim Zielen schon

mal 400 Gramm auf den Abzug.

Dann reicht eine minimale Bewegung,

um zu schießen.“ Super Idee, bei der

ohne Vorübung natürlich gleich mal ein

Schuss losgeht, noch bevor die Scheibe

auch nur im Ansatz anvisiert wurde.

„Der Schuss wäre wohl nach hinten losgegangen“,

witzelt Julian Eberhard im

Hintergrund.

Geduldig erklärt Bundestrainer

Ricco Groß

Redakteur Markus Geisler,

worauf es beim Schießen

und Laufen ankommt. Wie

immer im Leben: Alles eine

Frage der Technik!

Zeit, die Waffe scharf zu machen,

denn Biathlon ohne lautes Knallen ist

wie Formel 1 ohne Motordröhnen. Vier

Magazine mit je fünf Patronen hängen

am Lauf des Gewehres, eines davon wird

jetzt hineingeschoben. Mit dem rechten

Zeigefinger wird das Gewehr geladen,

mit dem Daumen entsichert, ein Vorgang,

der sich bei jedem einzelnen

Schuss wiederholt. „Jetzt ist die Waffe

schussbereit – Feuer frei!“ Meine erste

Serie an einem Biathlon-Schießstand,

und während ich noch bedauere, dass

144 SPORTaktiv


ich auf den so stilprägenden Jubel von

den Tribünen verzichten muss, fliegen

mir die Kommentare des Trainers um die

Ohren. „Rechts vorbei! Knapp links daneben!

Wieder rechts! Zu weit unten!

Keine Ahnung, wo der gelandet ist!“ Da

Biathlon anscheinend ein Sport der

Schmähbrüder ist, höre ich aus dem Off:

„Da drüben im Wald ist doch eben noch

ein Hirsch gestanden, oder?“

Mein Ehrgeiz ist jedenfalls geweckt,

und siehe da: Bei der dritten Serie gelingen

mir mit den ersten drei Schüssen

ebenso viele Treffer. „Wenn das ein Nuller

wird, bist du für den Weltcup-Auftakt nominiert“,

sagt Groß. Klar, ein Witz. Der

aber trotzdem dazu führt, dass mich der

steigende Ehrgeiz nervös macht und ich

zwei Nieten schieße. „Genau das ist der

Reiz dieser Sportart“, baut mich Groß auf.

„Du kannst ein tolles Rennen abliefern,

alles richtig machen. Und wenn du beim

letzten Schuss die Nerven wegschmeißt,

sagen alle: Der Depp wurde wieder nur

Zwölfter.“ Hart, aber ungerecht, denn die

Leistungsdichte bei den Loipenjägern ist

enorm, zwischen Stockerl und „unter ferner

liefen“ ist der Grat verdammt schmal.

Ich bin trotzdem stolz auf meine drei

Treffer, was Groß zum Anlass nimmt,

sich der Erhöhung meiner Pulsfrequenz

anzunehmen. Mich auf Skirollern durch

die Asphaltloipe zu schicken ist ihm

dann doch zu riskant, also bewege ich

mich auf Schusters Rappen durch die

grüne Anlage. Und auch ohne Gewehr,

das wollte der Bundestrainer dann doch

lieber im Auge behalten. Außerdem

führt das Ab- und Aufschnallen zu einer

eindeutigen Verschärfung, zumindest,

wenn der Faktor Zeit eine Rolle spielen

soll. „Wenn man am Schießstand ankommt,

sollte man nach maximal zehn

Sekunden bereit sein und nach maximal

13 Sekunden den ersten Schuss abfeuern“,

erklärt Groß.

Eberhard, Eder & Co.

bewegen sich auf Rollski

durch die Anlage.

Fairererweise gibt er mir einen Tipp

mit auf den Weg, wie ich das mit der

Konzentration unter Belastung hinbekommen

kann. Der Schlüssel liegt dabei

in der Atemtechnik. Das Handling,

nachdem das Gewehr angesetzt wurde:

Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Und nach zwei

Dritteln des dritten Ausatmens stoppen,

zielen und ab in die Mitte. Hilft

wirklich, und dennoch ist es die ganz

hohe Kunst, den Finger am Abzug genau

in dem minimalen Zeitfenster zu

bewegen, in dem das Gewehr richtig

steht. Zumal die linke Hand, mit der

die Waffe stabilisiert wird, immer zittriger

wird. „Jetzt bin ich aber beruhigt“,

sagt Groß, nachdem mir trotz Windstille

ein Nuller von der Hand gegangen

ist. Also eine Serie mit null Treffern,

wohlgemerkt. „Wäre es anders

gewesen, könnten wir uns das ganze

Training ja sparen.“

WELTCUP-TERMINE

2019/20

DATUM

ORT

30.11. – 08.12.2019 Östersund (SWE)

13.12. – 15.12.2019 Hochfilzen (AUT)

19.12. – 22.12.2019 Le Grand-Bornand (FRA)

09.01. – 12.01.2020 Oberhof (GER)

15.01. – 19.01.2020 Ruhpolding (GER)

23.01. – 26.01.2020 Pokljuka (SLO)

13.02. – 23.02.2020 WM in Antholz (ITA)

05.03. – 08.03.2020 Nové Mesto (CZE)

12.03. – 15.03.2020 Kontiolahti (FIN)

20.03. – 22.03.2020 Oslo (NOR)

SPORTaktiv

145


ATHLETE’S CORNER

„JAMMERN

KOMMT

NICHT

INFRAGE!“

HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN:

SKISPRUNG-ROUTINIER

MICHAEL HAYBÖCK ÜBER

SELBST GEBAUTE SCHANZEN,

DEN TRAUM VOM FLIEGEN UND

IN WELCHEM PUNKT ER SICH

MIT SEINEM FREUND UND ZIM-

MERPARTNER STEFAN KRAFT

ÜBERHAUPT NICHT EINIG IST.

Gott sei Dank war ich vor 15 Jahren

Kind und nicht heute. Damals

lag nämlich noch regelmäßig

Schnee in Kirchberg-

Thening, wo ich mit meinen Brüdern

aufgewachsen bin. Ganz in der Nähe unseres

Elternhauses gab es eine große Wiese

und der Deal mit dem Besitzer war:

Wir mähen im Sommer das Gras, dafür

dürfen wir uns im Winter dort eine

Sprungschanze bauen. Immer, wenn der

Sommer zu Ende ging, haben unsere

Bauarbeiten damit angefangen, dass wir

die Wiese auf einen Zentimeter gemäht

haben und mit Erde einen Hügel aufgeschüttet

haben, der uns als Anlauf dienen

sollte. Sobald die ersten Flocken fielen,

haben wir die Schanze präpariert und den

Auslauf mit Tannenzweigen geschmückt,

wie wir es von den echten Schanzen

kannten. Jeden Meter eine Linie, um die

Weite gut messen zu können.

Und dann ging es los! Erst auf Alpin -

ski, aber wir haben schnell gemerkt, dass

wir uns mit Langlaufski leichtertun.

Mit den dünnen Latten war es zwar

schwieriger zu landen, aber wir mussten

dabei nicht die klobigen Skischuhe tragen,

die fast bis zu den Knien gingen,

und hatten keine starre Bindung. Der

Hayböck-Rekord, um den vor allem

mein eineinhalb Jahre älterer Bruder

Stefan und ich ritterten, lag bei über

acht Metern. Keine schlechte Vorbereitung

für das, was später auf mich zukommen

sollte.

146 SPORTaktiv


MICHAEL HAYBÖCK

Fotos: imago images/ZUMA Press, GEPA pictures, privat

Fasziniert vom Fliegen war ich, seit ich

denken kann. Wenn es in den Urlaub

ging, habe ich mich immer auf den Flug

gefreut, das ist bis heute so. 2013 habe

ich den Privatflugschein erworben und es

gehört mittlerweile zu unserer Familientradition,

dass Rundflüge mit mir verschenkt

werden. Ein fantastisches Gefühl,

über das Seengebiet Salzburg/Oberösterreich

zu kreisen, auch von oben eine extrem

schöne Gegend. Ich kann mir gut

vorstellen, dass ich nach meiner Karriere

dieses Hobby zum Beruf mache und Pilot

werde. Wobei ich mittlerweile weiß, dass

es nicht der familienfreundlichste Job ist,

dessen Bedingungen durch die Konkurrenz

der Billigairlines immer schlechter

werden. Aber ich habe ja noch Zeit, mir

das zu überlegen.

Beruflich fliegen kann ich ja jetzt

auch, und wenn ich auf meine bisherige

Karriere zurückblicke, macht mich vor

allem die Konstanz stolz, mit der ich

mich im Kreis der besten Springer der

Welt bewege. Okay, mir fehlt vielleicht

der ganz große Wurf bei einem Einzelspringen,

bei der Tournee wurde ich

„nur“ Zweiter und Dritter, bei Olympia

und Weltmeisterschaften war ich „nur“

mit der Mannschaft ganz vorne. Aber

ich jammere dem bestimmt nicht hinterher,

dafür bin ich viel zu dankbar für

das, was ich erreicht habe. Gerade in unserer

Sportart ist es absolut nicht selbstverständlich,

dass man für den großen

Aufwand, den man betreibt, auch belohnt

wird. In dem Zusammenhang

FASZINIERT VOM

FLIEGEN WAR ICH, SEIT

ICH DENKEN KANN.

möchte ich meine lange Zusammenarbeit

mit Patrick Murnig erwähnen, der

mir immer ein wichtiger Inputgeber von

außen war und ist und zu den Konstanten

in meiner Karriere gehört, ohne die

es wohl nicht möglich gewesen wäre, so

lange auf diesem Niveau dabei zu sein.

Skispringen gehört bekanntlich zu den

komplexesten Sportarten und wird die

auch von äußeren Einflüssen bestimmt.

Eine Tatsache, über die ich mir allerdings

nie wirklich Gedanken gemacht

habe, da ich es ja ohnehin nicht beeinflussen

kann. Da bin ich pragmatisch.

Ich vergleiche es gerne mit Golf, meiner

zweiten sportlichen Liebe, der ich nachgehe,

sooft es die knappe Zeit erlaubt.

Es spielt sich extrem viel im Kopf ab,

mit Kraft erreichst du viel weniger als

mit der richtigen Technik. Wenn du

beim Golfen darüber nachdenkst, jetzt

muss ich den Schwung so oder so

SPORTaktiv

147


machen, dann triffst du die Kugel nicht

vernünftig. Wenn du es aber spürst,

wenn es im Bauch drin ist und sich richtig

anfühlt, dann fliegt der Ball einfach.

Das ist beim Skispringen genauso.

In den vergangenen zwei Jahren, das

muss ich zugeben, ist mir das gute Gefühl

etwas abhandengekommen. Deshalb hab

ich nach der letzten Saison einen Schlussstrich

gezogen. Ich habe gemerkt: In der

Technik haben sich ein paar Fehler eingeschlichen,

beim Material war ich nicht

mehr auf dem neuesten Stand. Also habe

ich in diesem Sommer ein paar Dinge anders

gemacht. Nicht im Sinne einer Revolution,

aber doch in Form von vielen

kleinen Schritten, mit denen ich wieder

in die Lage kommen will, konstant vorne

mitzuspringen. Mal 8. und mal 35., das

ist nicht mein Anspruch und macht auch

nicht wirklich Spaß.

Mit den ÖFB-

Frauen ist Viktoria

Schnaderbeck

erfolgreich in die

EURO-Qualifikation

gestartet.

Michael Hayböck (links als Kind mit seinem

Bruder Stefan) holte zuletzt bei der

WM in Seefeld mit der österreichischen

Mannschaft die Silbermedaille.

MEIN ZIEL IST, DASS

ICH KRAFTI SO OFT WIE

MÖGLICH ÄRGERN KANN.

ER IST JA SO ERFOLGS-

VERWÖHNT, ER HÄLT DAS

SCHON AUS.

Um ein paar Beispiele zu nennen: Ich

habe erstmals eine persönliche Fitnesstrainerin

engagiert, um ganz gezielt

Muskelgruppen ansteuern zu können.

Beim Material hat mich Cheftrainer

Andreas Felder darauf aufmerksam gemacht,

dass meine Stablänge an der Bindung

zu groß ist, es mir deswegen an

Stabilität fehlt. Eine Umstellung, die

einfacher klingt, als sie ist. Und bei der

Technik hat es sich so entwickelt, dass

der Absprung extrem ausbalanciert sein

muss, damit sich das System ganz

schnell schließt und man sofort im Flug

ist. So wie es Ryoyu Kobayashi zuletzt

perfektioniert hat. Dort hatte ich große

Reserven. Alles Dinge, die im Gesamtpaket

dafür sorgen sollen, dass die Tendenz

wieder nachhaltig nach oben geht.

Ob es wirklich klappt, weiß man aller-

148 SPORTaktiv

dings erst dann, wenn die Weltcupspringen

losgehen. Wobei es schon ein

riesengroßer Vorteil ist, wenn du einen

Typen wie Stefan Kraft in deinem Team

hast, der dir als Gradmesser dient, wo

du selbst gerade stehst. Lange Zeit war

es zwischen uns ein Match auf Augenhöhe,

mal war ich vorne, mal er. In den

letzten zwei Jahren hat er seinen Status

als Nummer 1 mit herausragenden Leistungen

gefestigt und immer wieder die

Fahne für Österreich hochgehalten. Allergrößten

Respekt, Stefan! Was allerdings

nicht bedeutet, dass es auch in

Zukunft so sein muss. Bei den Staatsmeisterschaften

im Oktober hab ich den

Titel abgeräumt, Krafti ging dagegen

leer aus. Mein Ziel ist, dass ich ihn im

kommenden Jahr so oft wie möglich ärgern

kann. Er ist ja so erfolgsverwöhnt,

er hält das schon aus.

Wobei ich betonen möchte, dass es

zwischen uns ein äußerst freundschaftliches

Miteinander ist. Wenn wir unterwegs

sind, teilen wir uns ein Zimmer,

plaudern über Gott und die Welt, spielen

etwas oder schauen gemeinsam Serien.

Und egal, was tagsüber passiert ist –

wir schaffen es immer, uns gegenseitig so

aufzubauen, dass jeder am Abend wieder

gut drauf ist. Nur bei einem sind wir

uns überhaupt nicht einig. Während ich

großer Barca-Fan bin, drückt Krafti dem

FC Bayern die Daumen. Für mich natürlich

völlig unverständlich. Ich habe

ihm jedenfalls die Wette angeboten, dass

heuer Dortmund in der deutschen Bundesliga

die Nase vorn hat. Kann ja nicht

schaden, wenn nicht immer dieselben

Gesichter ganz oben stehen ...;-)

Die Energie AG unterstützt seit 19 Jahren

Spitzensportler aus Oberösterreich und formt

damit ein Team, in dem Leistungswille,

Zusammengehörigkeitsgefühl und Authentizität

für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Hier die Heldinnen und Helden dieser

einzigartigen Sportfamilie:

Hannes Trinkl (Kapitän), Vincent Kriechmayr,

Lukas Weißhaidinger, Michael Hayböck, Andrea

Limbacher, Viktoria Schwarz, Barbara Haas,

Max Lahnsteiner, Johnny Rohrweck, Mendy

Swoboda, Ana Roxana Lehaci, Thomas

Mayrpeter, Stefan Spiessberger, David Brandl,

Alexander Trampitsch


Entgeltliche Einschaltung

Michael Hayböck

Skisprung

T AMGEIST

Die Energie AG unterstützt und fördert in ihrer Sportfamilie 15 Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich, die

sich mit Topleistungen revanchieren. Kapitän ist der Abfahrtsweltmeister von 2001, Hannes Trinkl. Leistungswille,

Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen die Sportfamilie der Energie AG aus. www.sportfamilie.at

Bilder: Robert Maybach und gepa-pictures

v.l.n.r. Hannes Trinkl, Kapitän // Thomas Mayrpeter, Ski Cross // Viktoria Schwarz, Kanu-Flachwasser // Max Lahnsteiner, Ski Alpin // David Brandl,

Schwimmen // Vincent Kriechmayr, Ski Alpin // Ana Roxana Lehaci, Kanu-Flachwasser // Mendy Swoboda, Paracanoe // Lukas Weißhaidinger, Diskus

// Barbara Haas, Tennis // Alexander Trampitsch, Schwimmen // Johnny Rohrweck, Ski Cross // Andrea Limbacher, Ski Cross // Michael Hayböck,

Skisprung // Stefan Spiessberger, Kitesurfing //


„ICH TRAUE

KRIECHMAYR

KUGELN ZU“

2EXKLUSIV FÜR

SPORTAKTIV NIMMT

KULT-FAHRER RAINER

SCHÖNFELDER DIE

ÖSV-FAHRER IM JAHR

1 NACH HIRSCHER

UNTER DIE LUPE. WER

VORNE MITMISCHT,

WO POTENZIAL BRACH-

LIEGT UND WARUM

ES FÜR DEN GESAMT-

WELTCUP WOHL NICHT

REICHEN WIRD,

LESEN SIE HIER.

VON MARKUS GEISLER

Rainer Schönfelder weiß genau,

wie es sich anfühlt, wenn eine

Ikone die Bühne verlässt. Er war

schon ein gestandener und dekorierter

Fahrer, als Hermann Maier

2009 plötzlich und unerwartet abtrat.

Trotzdem kann man die Situation damals

und heute nicht vergleichen, findet

er. „Wir hatten vor zehn Jahren eine höhere

Dichte an Spitzenfahrern, es gab in

jeder Disziplin Leute, die um den Sieg

fahren konnten“, sagt der 42-Jährige.

„Das ist heute nicht ganz so. Und trotzdem

wird es so sein, dass durch Marcels

Abgang ein Sog entsteht, der andere

Fahrer ins Rampenlicht zieht. Ich bin

überzeugt, dass die Lücke, von der jetzt

alle sprechen, gar nicht so riesig ist und

langfristig geschlossen werden kann.“

Nur für den Gesamtweltcup, den

Hirscher zuletzt unfassbare acht Mal in

Folge gewann, sieht er zumindest in dieser

Saison schwarz. „Um da vor einem

Pinturault oder Kristoffersen zu landen,

bräuchte es einen Fahrer, der in seinen

Kerndisziplinen regelmäßig Siege einfährt

und auch noch woanders Punkte

mitnehmen kann. Pinturault zum Beispiel

ist bei Riesentorlauf und Slalom

sauschnell, kann beim Super-G regelmäßig

aufs Podest fahren und wird in den

Kombi-Bewerben auch noch einiges

mitnehmen. So einen Fahrer sehe ich bei

uns momentan nicht.“

Für SPORTaktiv nimmt der Kärntner

die fünf ÖSV-Asse unter die Lupe, denen

er das größte Potenzial zutraut. Nur

eines ist ihm wichtig: „Schreibt nichts

von einem Hirscher-Nachfolger. Marcel

war eine derart prägende Persönlichkeit

des Sports, dem kann man gar nicht

nachfolgen.“

Fotos: Getty Pictures (5), GEPA Pictures

150 SPORTaktiv


VINCENT KRIECHMAYR

Der Oberösterreicher fuhr 2018/19 seine bis dahin beste Saison

(zwei WM-Medaillen, 2. beim Super-G-, 3. beim Abfahrts-Weltcup),

war aber dennoch nicht ganz zufrieden, weil seiner Ansicht

nach noch mehr drin gewesen wäre. „Er hatte bei so manchem

Hundertstel-Krimi etwas Pech und ist an Winzigkeiten gescheitert,

die nicht in seiner Macht lagen“, sagt Schönfelder. „Er muss

geduldig bleiben, sollte nicht glauben, mehr machen zu müssen

als vergangenes Jahr, dann kommen bei ihm die Erfolge von alleine.

Ihm traue ich heuer zwei Kugeln zu, bei der Abfahrt und im

Super-G.“ Da er angekündigt hat, sich ausschließlich auf diese

beiden Disziplinen zu konzentrieren, dürfte es im Gesamtweltcup

nicht für ganz vorne reichen. Schönfelder: „Aber wer weiß, durch

die neuen Regeln bei der Kombi kommt man den Speed-Fahrern

entgegen. Vielleicht hilft das ja.“

MAX FRANZ

MARCO

SCHWARZ

Dass der Villacher von vielen als neuer

Hirscher gehypt wird, findet Schönfelder

in der aktuellen Situation kontraproduktiv.

„Alle scheinen zu glauben,

dass es bei ihm ein Selbstläufer wird.

Da rate ich zur Vorsicht“, sagt Schönfelder,

der vor allem gegen Ende seiner

aktiven Zeit selbst mit einigen Verletzungen

zu kämpfen hatte. Schwarz zog

sich zum Ende der abgelaufenen Saison

einen Kreuzbandriss zu und sagte trotz

guter Fortschritte den Saisonauftakt in

Sölden ab, um erst in Levi einzusteigen.

„Er muss sich erst einmal wieder in seinen

Disziplinen etablieren. Wenn er

am Ende der Saison wieder konstant in

der ersten Gruppe mitfährt, dann passt

das. Alles was darüber hinaus geht,

wäre sensationell.“

Auch der Kärntner hatte lange mit einem Fersenbruch zu kämpfen, den er sich vergangene

Saison in Kitzbühel zuzog und der ihn einen Teil der Vorbereitung kostete. „Das

war generell ein Problem unserer Speed-Spezialisten“, meint Schönfelder. „Aus den unterschiedlichsten

Gründen waren sie nicht die ganze Saison über im Vollbesitz ihrer

Kräfte. Wenn Max ein ganzes Jahr von Verletzungen verschont bleibt, kann er bei den

Speed-Kugeln ein Wörtchen mitreden.“ Vor allem, wenn ihm in Übersee wieder so ein

starker Auftakt gelingt wie vergangene Saison (in Lake Louise die Abfahrt gewonnen,

in Beaver Creek den Super-G), wird mit ihm zu rechnen sein.

SPORTaktiv

151


MANUEL FELLER

WELTCUP-

TERMINE 2019/20

DATUM ORT BEWERB

27.10. Sölden Riesentorlauf

24.11. Levi Slalom

30.11. Lake Louise Abfahrt

01.12. Lake Louise Super-G

06.12. Beaver Creek Super-G

07.12. Beaver Creek Abfahrt

08.12. Beaver Creek Riesentorlauf

14.12. Val d‘Isere Riesentorlauf

15.12. Val d‘Isere Slalom

20.12. Gröden Super-G

21.12. Gröden Abfahrt

22.12. Alta Badia Riesentorlauf

23.12. Alta Badia Parallel-RTL

28.12. Bormio Abfahrt

29.12. Bormio Kombination

05.01. Zagreb Slalom

08.01. Madonna di Ca. Slalom

11.01. Adelboden Riesentorlauf

12.01. Adelboden Slalom

17.01. Wengen Kombination

18.01. Wengen Abfahrt

19.01. Wengen Slalom

24.01. Kitzbühel Super-G

25.01. Kitzbühel Abfahrt

26.01. Kitzbühel Slalom

28.01. Schladming Slalom

01.02. Garmisch-Part. Abfahrt

02.02. Garmisch-Part. Riesentorlauf

08.02. Chamonix Slalom

08.02. Chamonix Parallel-RTL

15.02. Yanqing Abfahrt

16.02. Yanqing Super-G

22.02. Yuzawa Naeba Riesentorlauf

23.02. Yuzawa Naeba Slalom

29.02. Hinterstoder Super-G

01.03. Hinterstoder Kombination

07.03. Kvitfjell Abfahrt

08.03. Kvitfjell Super-G

14.03. Kranjska Gora Riesentorlauf

15.03. Kranjska Gora Slalom

18.03. Cortina d‘Amp. Abfahrt

19.03. Cortina d‘Amp. Super-G

20.03. Cortina d‘Amp. Teambewerb

21.03. Cortina d‘Amp. Riesentorlauf

22.03. Cortina d‘Amp. Slalom

Mit Platz 12 im Riesentorlauf von Sölden verlief der Auftakt

für den Tiroler alles andere als berauschend. „In dieses

schwierige Rennen zum Start darf man nie zu viel hinein

interpretieren“, findet Schönfelder. „Ich habe immer wieder

erlebt, dass nach Sölden Fahrer abgeschrieben wurden,

die dann eine super Saison hatten – und umgekehrt.“ Und

trotzdem sieht Schönfelder vor allem im Riesentorlauf die

größte Problemstelle des ÖSV. „Feller ist ein Fahrer, der in

jedem Rennen um den Sieg fahren kann, auch wenn er

noch auf seinen ersten Erfolg im Weltcup wartet. Danach

gibt es aber kaum jemanden mit Top-10-Potenzial. Hier

würde ich mir wünschen, dass bald ein junger Fahrer nachrückt.“

Eine Warnung, die er schon zu Hirschers Zeiten

immer wieder mal unters Volk brachte. „Es gab Rennen,

da hatten wir außer Marcel keinen Fahrer unter den

ersten 30. Es hat nur keiner gemerkt, weil Hirscher

eben alles überstrahlt hat.“

MATTHIAS MAYER

Fünf Siege im Weltcup, dabei aber zwei Goldmedaillen

bei Olympia – es ist schon eine skurrile Relation in der

Vita des Matthias Mayer. „Im Verhältnis zu seinem

Können ist er im Weltcup schon unter Wert geschlagen“,

sagt Schönfelder, der dem 29-Jährigen zu etwas

mehr Vorsicht rät. „Mit seiner Risikobereitschaft

schießt er manchmal über das Ziel hinaus, dann passieren

ihm teils blöde Fehler. Kann er das abstellen,

wird es ihm gelingen, die Lücke nach ganz oben zu

schließen.“ Beim RTL von Sölden belegte der

Speed-Spezialist immerhin Rang 15, wie oft er bei den

„Technikern“ vorbei schaut, wird die Saison zeigen.

152 SPORTaktiv


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Vanessa Herzog

setzte bei den ersten

Läufen in Inzell

schon wieder

Ausrufezeichen.

Fotos: KELAG/Gernot Gleiss, GEPA-pictures.com

154 SPORTaktiv


VANESSA HERZOG

ERFOLGS-

WELTMEISTERIN IST SIE SCHON, DOCH EISSCHNELLLÄUFERIN VANESSA HERZOG HAT SICH

AUCH FÜR DIESE SAISON HOHE ZIELE GESETZT. HIER ERKLÄREN DIE SPORTLERIN DES JAH-

RES UND IHR TRAINER- EHEMANN THOMAS, WIE AUS DEM FAST SCHON BESIEGELTEN KAR-

RIEREENDE EINE NICHT FÜR MÖGLICH GEHALTENE ERFOLGSSTORY WURDE.

VON MARKUS GEISLER

JÄGERIN

Mit der Jagd kennt sich Vanessa

Herzog aus. Der nach Titeln

und Rekorden. Und der auf der

Eisbahn sowieso. „Wenn meine Gegnerin

vor mir startet und ich sie auf der

Wechselgeraden sehe, dann sage ich mir

immer: Jetzt jage ich sie die Gerade herunter“,

erzählt sie. In der vergangenen

Saison war sie bei ihren Jagden so erfolgreich,

dass sie plötzlich in ganz neuer

Rolle in den Winter geht. Nämlich als

Gejagte, als diejenige, die die anderen

überholen wollen. Für die 24-Jährige

trotz verpatztem Saison-Auftakt kein

Problem: „Ich finde es angenehmer, die

Gejagte zu sein. In dieser Position weiß

ich, dass ich ganz oben bin und die

anderen sich verdammt anstrengen müssen,

um mit mir mithalten zu können.“

So spricht jemand, der auf eine Saison

zurückblicken kann, die auch chronisch

kühne Optimisten nicht für möglich gehalten

hätten. Vier Siege im Weltcup.

ALS GEJAGTE WEISS

ICH, DASS ICH GANZ

OBEN BIN UND DIE

ANDEREN SICH

VERDAMMT

ANSTRENGEN

MÜSSEN.

Konstante Leistungen auf Weltklasseniveau.

Und als Krönung der Weltmeistertitel

über 500 Meter im bayerischen

Inzell, ihrer Hausbahn, der mit der Silbermedaille

über 1000 Meter noch einmal

veredelt wurde. „Vanessa hatte vergangenes

Jahr eigentlich kein schwaches

Rennen, konnte den ganzen Winter hindurch

ein superhohes Niveau halten“,

SPORTaktiv

155


Auch beim Inlineskaten setzt Herzog

(vorne) Maßstäbe und kam bereits zu

Weltmeisterinnen-Ehren.

Vanessa: „Ich hab zu Thomas gesagt:

Gemeinsam trainieren? Sicher nicht!“

Gott sei Dank kam es dann doch anders.

sagt Thomas Herzog, Trainer, Manager

und Ehemann der frisch gebackenen

Sportlerin des Jahres in Personalunion.

„Nur wenn ihr das auch heuer gelingt,

kann sie ihre Erfolge bestätigen und die

hohen Ziele erreichen.“

Dass die beiden heute als Erfolgsduo

gelten und beim Gespräch mit SPORT

aktiv zukunftsschwere Worte wie

„WM-Titelverteidigung“ oder „Weltrekord“

fallen, ist eine Geschichte der verworrenen

Wege, die eine Sportlerkarriere

eben manchmal nimmt. Denn eigentlich

hatte Vanessa, die damals noch Bittner

hieß, 2015 beschlossen, den Hut draufzuhauen

und die Kufen an den Nagel zu

hängen. „Ich hatte eine schlechte Saison

hinter mir und wusste, dass ich in Innsbruck

aufgrund der Bedingungen mein

Potenzial nicht ausschöpfen kann. Dann

bin ich zu einem Team nach Holland gegangen,

wo ich nach den gleichen Plänen

trainiert habe wie ein Olympiasieger. Da

war der Umstieg viel zu groß und ich

dachte: Scheiße! In Innsbruck kann ich

nicht, in Holland klappt es nicht, also

lassen wir es bleiben.“

SCHEISSE! IN INNS-

BRUCK KLAPPT ES

NICHT, IN HOLLAND

KLAPPT ES NICHT.

ALSO LASSEN WIR ES

MIT DER KARRIERE

DOCH LIEBER BLEIBEN!

In dieser Phase kam Thomas Herzog,

eigentlich als Manager angeheuert („Als

ich gefragt wurde, kannte ich ihren Namen

nicht, obwohl sie bei Olympia war.

Da wusste ich, dass ihr Marketing alles

andere als optimal war.“), auf die verwegene

Idee, es als Trainingsduo zu probieren.

Okay, sein Wissen über Eisschnelllauf

war überschaubar, die Erfahrung als

Trainer beschränkte sich auf Tennis- und

Skikurse zu seligen Studentenzeiten. Andererseits

gab es nichts zu verlieren. Also

begaben sich die beiden nicht nur auf

eine gemeinsame private Reise (2016

wurde geheiratet), sondern auch auf eine

sportliche. „Mein Vorteil ist, dass ich

Bewegungsabläufe immer gut analysieren

konnte, die sind in vielen Sportarten

gleich. Beim Eisschnelllauf geht es darum,

deine Zubringer-Leistungen so zu

bündeln, dass du einen perfekten Ablauf

hast.“

Was Herzog mit Zubringer-Leistungen

meint: Sprint, Sprungkraft, Schnelligkeit

und Reaktionsvermögen beim

Start. Nur wenn alle Parameter zusammenspielen,

ist es möglich, eine perfekte

Runde ins Eis zu kratzen. Dabei kommt

Vanessa zugute, dass sie von Haus aus

ein riesiges Talent für viele Sportarten

mitbringt. Thomas: „Mit ihrer Zeit über

100 Meter wäre sie Dritte bei den

Fotos: KELAG/Gernot Gleiss, GEPA-pictures.com

156 SPORTaktiv


Staatsmeisterschaften geworden, über

400 Meter Zweite. Beim Bahnradfahren

würde sie jederzeit den Titel holen. Und

beim Weitsprung kommt sie ohne viel

Training auf 5,60, 5,70 Meter. Das sind

schon sehr gute Voraussetzungen.“

Also wurde Vanessas Skepsis („Gemeinsames

Training? Sicher nicht!“) vor

der Saison 2016/17 zum Teufel gejagt

und das Abenteuer gestartet. „Ich habe

nach seinem Plan trainiert und schnell

gesehen, dass ich auf einem guten Weg

bin“, erzählt Vanessa. „Die Testläufe im

Herbst waren dann schon richtig gut.“

Schnell war eine Entwicklung zu sehen,

die zwar langsam, dafür aber kontinuierlich

vonstatten ging. Die Zehntel wurden

gesammelt wie die Schwammerl im

Wald, wobei es vor allem der Start war,

an dem mit Engelsgeduld immer und

immer wieder gefeilt wurde. „Als wir angefangen

haben, brauchte Vanessa 10,7

oder 10,8 Sekunden für die ersten 100

Meter. Damit hast du keine Chance“,

erzählt Thomas. „Heute stehen wir konstant

bei 10,4 Sekunden.“ Positiver Nebeneffekt:

Der schnellere Start sorgt

gleichzeitig für mehr Schwung, der auf

der restlichen Distanz wieder Zeit

bringt. Eine Entwicklung, die dazu führte,

dass Vanessa im März dieses Jahres

ihre Bestzeit über 500 Meter auf 36,83

Sekunden schraubte. In Calgary, zusammen

mit Salt Lake City die schnellste

Bahn der Welt. „Im Vorfeld war ich allerdings

etwas krank, da ist sicher noch

viel mehr möglich.“

Womit wir wieder bei den Zielen für

die kommende Saison wären. Eines davon:

den Weltrekord der Koreanerin

Sang-Hwa Lee anzugreifen. Der liegt bei

36,36 Sekunden und ist mittlerweile

mehr als fünf Jahre alt. Da trifft es sich

gut, dass die WM auf der Highspeed-Bahn

in Salt Lake City stattfindet,

wo Vanessa ihren Titel verteidigen

möchte. „Dort mit Weltrekord zu siegen

wäre ein Traum, auch wenn es sehr

schwer wird. Ansonsten möchte ich dieses

Jahr konstant vorne mitfahren und

vielleicht ein bisschen schneller werden.

Ich bin bei allen Parametern, die man

messen kann, besser als im letzten Jahr.“

BEI DER WM MIT

WELTREKORD ZU

SIEGEN, WÄRE EIN

TRAUM! AUCH WENN

ES SCHWER WIRD.

Eine Ansage, die die Konkurrenz

nicht gerne hören wird. Und die auf einen

enormen Trainingsfleiß zurückzuführen

ist. Denn für ausgiebigen Müßiggang

ist Vanessa wahrlich nicht zu haben.

Nach der Eisschnelllauf-Saison

gönnt sie sich gerade einmal eine Woche

Pause, ehe sie sich auf ihre zweite Paradedisziplin

stürzt, das Inlineskaten. Dort

wurde sie sowohl auf der Bahn als auch

auf der Straße bereits Weltmeisterin.

„Ein ideales Sommertraining“, findet

sie. „Die selben Muskeln werden beansprucht,

der Bewegungsablauf ist zwar

nicht gleich, aber ähnlich.“ Bei einem

Groß-event ist sie jedes Jahr dabei, danach

beginnt wieder die konkrete Vorbereitung

auf die Eiszeit.

Ein Ehrgeiz, der Vor- und Nachteile

mit sich bringt. Denn der Coach Herzog

würde sich manchmal wünschen,

dass Vanessa nicht bei jedem Training

und jedem noch so kleinen Wettkampf

versucht, das Beste aus sich herauszuholen.

„Dieser hohe Anspruch, immer 100

Prozent aus sich herauszuholen, laugt

Vanessa im Laufe einer Saison aus. Daher

ist sie am Ende des Winters ausgebrannter

als andere. Daran müssen wir

noch arbeiten.“ Ob er da nicht auf Granit

beißt? „Ich will halt immer mein

Bestes geben, kann gar nicht mit halber

Kraft laufen. Aber das hat ja auch sein

Gutes.“

Einig sind sich alle Beobachter, dass

Vanessa nicht nur auf dem Eis, sondern

auch in der Persönlichkeitsentwicklung

große Fortschritte gemacht

hat. Galt sie früher als graues Mäuschen,

das sich nur selten traute, mit

Vergangene Saison sicherte sich

Herzog den WM-Titel über ihre

Paradestrecke 500 Meter.

Fremden zu reden, geht sie heute mit einer

gesunden Portion Selbstbewusstsein

durchs Leben. Das war auch zu sehen,

als sie im Frühjahr bei „Willkommen

Österreich“ zu Gast war, einer Sendung,

in der man ohne eine gewisse Schlagfertigkeit

schnell mal untergehen kann.

„Für mich war das ein Test, weil ich wissen

wollte, wie sie sich in diesem Umfeld

schlägt“, erklärt Herzog. „Sie war

gut vorbereitet und hat sich sehr gut aus

der Affäre gezogen, finde ich.“

Wann immer es bei 200 Reisetagen im

Jahr die Zeit erlaubt, ziehen sich die

Herzogs auf ihr zwei Hektar großes

Grundstück im kärntnerischen Ferlach

zurück, wo sie seit drei Jahren gemeinsam

leben und von wo es zur Trainingsbahn

nach Inzell nur zweieinhalb Stunden

Autofahrt sind. Hier kann Vanessa

abschalten und stundenlang den Tieren

der kleinen Landwirtschaft zuschauen.

Da die Hühner allerdings immer wieder

mal von Greifvögeln gerissen werden,

haben die Jäger aus der Nachbarschaft

schon öfter angeboten, die Tiere vom

Himmel zu holen. „Aber das wollen wir

nicht, da lassen wir lieber der Natur ihren

freien Lauf“, sagt Vanessa. Irgendwann

hat die Liebe zur Jagd selbst bei

der Erfolgs-Jägerin ihre Grenzen.


ES LIEGT

IN UNSERER

HAND

VOM WISCHER ZUM EURO-STAR.

ÖSTERREICHS HANDBALL-HERO

NIKOLA BILYK ÜBER CHANCEN BEI

DER HEIM-EM, SEINEN TRAUM MIT

DEM THW KIEL, VERLETZUNGEN UND

DAS MAMMUTPROGRAMM SEINER

FORDERNDEN SPORTART.

VON MARKUS GEISLER

Du hast diese Saison bewerbsübergreifend

einen Torschnitt

von über vier Treffern pro

Spiel beim THW Kiel. Sehen wir den

besten Bilyk aller Zeiten?

Ich hoffe, der kommt erst noch. Die

hohe Kunst im Sport ist ja, über Jahre

auf konstant hohem Level zu spielen.

Das ist mein Ziel. Ich möchte mich

von Jahr zu Jahr entwickeln, immer

besser spielen. Wobei mir schon klar

ist, dass es auch Zeiten geben wird, in

denen mir das nicht gelingt.

Kiel ist in der deutschen Bundesliga

und in der Champions League ganz

vorne. Warum läuft es bei euch heuer

so exzellent?

In erster Linie weil wir eine über Jahre

gewachsene, eingespielte Mannschaft

sind. Viele Spieler haben ein extrem

hohes Niveau und sagen voller Überzeugung:

Wir wollen heuer Meister

werden und das Final Four in der

Champions League erreichen. Aber

was du gerade gesagt hast, ist nicht

mehr als eine Momentaufnahme. Wir

haben noch viele anstrengende Monate

vor uns, dazwischen die EURO.

Das kann auch gefährlich sein, wenn

sich dort Spieler verletzen.

Seit du 2016 von den Fivers nach Kiel

gekommen bist, hast du den EHF-Cup

und den DHB-Pokal gewonnen, bist

aber noch nie Meister mit dem Rekordchampion

geworden. Wie groß

ist deine Gier auf den Titel?

Sehr groß, riesig! Ich war schon sehr

enttäuscht, dass wir es in den letzten

Jahren nicht geschafft haben. Dieses

Jahr ist es das große Ziel, zusammen

mit dem Final Four in der Champions

League. Ich hab ja beides noch nicht

erlebt. Ich kann gar nicht sagen, wie

ich mich fühlen würde, wenn es wieder

nicht klappen würde.

Der Start verlief jedenfalls verheißungsvoll.

Die entscheidende Frage ist die nach

der Fitness. Ich habe leider auch gerade

Probleme im Schambeinbereich,

gehe aber davon aus, dass es mich

nicht langfristig behindert. Wir haben

so viele Spiele auf dem Buckel und

sind derzeit in der Phase der Saison, in

Fotos: GEPA Pictures, GEtty Images

158 SPORTaktiv


Beim THW

Kiel hat Rückraum-Star

Bilyk einen

Schnitt von

mehr als vier

Toren pro

Spiel.

in jedem geht es um etwas, du hast ständig

den Druck, gewinnen zu müssen.

Deswegen passieren bei solchen Turnieren

immer wieder Verletzungen. Der

Punkt ist, dass andererseits jeder Spieler

dabei sein möchte und mit seinem Nationalteam

erfolgreich sein will.

der Verletzungen immer öfter Thema

sind. Man muss auf seinen Körper achten

und braucht – so ehrlich muss man

sein – auch Glück.

Ihr Handballer habt mit Klub-WM, nationalem

Pokal, Liga und Champions

League ein unfassbares Programm zu

absolvieren. Ist es nicht längst jenseits

der Belastungsgrenze?

Für den Körper ist das nicht gesund, davon

bin ich überzeugt. Allein im Dezember

absolvieren wir mit Kiel acht

Spiele. Was die meisten unterschätzen,

sind die damit verbundenen Reisen. Wir

verbringen teilweise ganze Tage in Flieger

und Bus, wenn es nach Skopje oder

Zaporozhye geht, das ist wirklich anstrengend.

Aber wir Spieler haben da

DIE GEFAHR, ÜBER-

SPIELT ZUR EURO

ZU KOMMEN, IST

SEHR GROSS. AUCH

DORT HABEN WIR

JA JEDEN ZWEITEN

TAG EIN SPIEL ZU

ABSOLVIEREN.

keinen Einfluss. Die Leute oben bei den

Verbänden, die darauf achten müssten,

dass wir mal einen Gang runterschalten

können, tun es nicht. Andererseits weiß

jeder von uns, was auf ihn zukommt,

wenn er bei einem Top-Klub unterschreibt.

Besteht die Gefahr, bei der EURO ziemlich

überspielt zu sein?

Wenn ich ehrlich bin, ist die Gefahr sehr

groß. Dort wird es ja nicht besser, wir

haben jeden zweiten Tag ein Spiel. Und

Kannst du dich erinnern, wie du die

letzte Heim-EURO 2010 erlebt hast?

Ja, ich war Wischer in der Wiener Stadthalle.

Deswegen konnte ich die ganzen

Weltstars aus nächster Nähe beobachten,

das war fantastisch, ein großes Privileg.

Ich kannte die ja bis dahin nur aus dem

Fernsehen. Und ich erinnere mich an

die tolle Stimmung, ich hoffe, dass es

diesmal genauso ist.

Ihr trefft in der Vorrunde auf Tschechien,

Ukraine und Nordmazedonien. Auf

dem Papier eine machbare Gruppe.

Das sehe ich auch so. Ich habe schon zu

meinen Kollegen in Kiel gesagt: Es liegt

alles in unserer Hand. Wir können in

dieser Gruppe Erster, aber auch Letzter

werden. Alles hängt davon ab, wie wir

auftreten. Ich bin aber recht zuversichtlich,

da ich weiß, was wir können, welche

Qualität wir haben. Und jeder Spieler

hat im Kopf, dass es ein Traum ist,

vor Familie und Freunden so ein Turnier

zu spielen.

Und das Ziel ist ...

... der Einzug in die Hauptrunde,

ganz klar.

Ihr habt im März mit Aleš Pajovič einen

neuen Trainer bekommen. Was hat

sich im Vergleich zu Patrekur Johannesson

konkret verändert?

Schon einiges. Er ist ein anderer Typ mit

einer anderen Spielidee. Er erwartet immer

100 Prozent Einsatz von uns, gibt

uns aber auch das Vertrauen, dass wir

Fehler machen dürfen. Ich denke, er ist

eine gute Wahl. Vielleicht brauchten wir

einfach diesen neuen Input. Ich kam mit

Pati auch gut zurecht, trotzdem hat es

am Ende nicht mehr optimal gepasst.

SPORTaktiv

159


Erling Haaland ist

der nächste Top-Star

made by Red Bull. Der

Norweger wird von

internationalen Top-

Klubs gejagt.

DIE REDBULLISIERUNG

DES FUSSBALLS

JUBELSZENEN ALLER

ORTEN. DAS NATIONAL-

TEAM FÄHRT ZUR EURO,

DIE KLUBS SORGEN FÜR

HIGHLIGHTS IM EUROPA-

CUP. IN ERSTER LINIE EINE

FOLGE DES STILS, DEN RED

BULL SALZBURG IN DEN

HEIMISCHEN FUSSBALL

GEBRACHT HAT.

VON MARKUS GEISLER

Als Sportdirektor des ÖFB hat

Peter Schöttel die Entwicklung

des gesamten österreichischen

Fußballs im Blick. Und der ist

derzeit mit einem breiten Lachen versehen.

Und zwar nicht nur, weil sich das

Nationalteam zum zweiten Mal nacheinander

für eine EURO qualifiziert hat,

sondern weil die Klubs der oft gescholtenen

Liga international für Highlights sorgen.

„Extrem interessant, total positiv“,

sagt der 52-Jährige im Gespräch mit

SPORTaktiv. „Wenn ich sehe, wie der

LASK einen Klub wie Sporting Lissabon

an die Wand spielt oder ein Team wie

Gladbach kein Gegenmittel gegen den

WAC findet – das ist schon eine herausragende

Entwicklung.“ Und da sind die

spektakulären Auftritte von Salzburg gegen

Genk, Liverpool oder Napoli in der

Königsklasse noch gar nicht erwähnt.

Schöttel weiter: „Die Top-3 der Liga

(Anm.: Salzburg, LASK, WAC) spielen

alle Red-Bull-Fußball, ein Stil, der momentan

auch von Spitzenteams nur

schwer in den Griff zu kriegen ist.“ Die

Redbullisierung des Fußballs, sie hat

längst auf mehreren Ebenen in den heimischen

Kick Einzug gehalten, ganz egal,

wie man generell zu dem Konstrukt steht.

Liga im RB-Bann

Okay, dass bei Serienmeister Salzburg

Fußball der Marke Red Bull gespielt wird

(aggressives Gegenpressing, schnelles Umschaltspiel,

permanenter Zug zum Tor)

kommt wenig überraschend. Aber auch

die ersten Verfolger bedienen sich genau

Fotos: Getty images, GEPA pictures

160 SPORTaktiv


dieses Stils und haben damit etablierte

Klubs wie Rapid, Austria oder Sturm

abgehängt. Beim LASK hat Oliver

Glasner, einst Co-Trainer von Roger

Schmidt in der Mozartstadt, vier Jahre

lang diesen Stil implementiert. Und

damit aus einem grauen Zweitligisten

ein Team geformt, das in Europa für

Aufsehen sorgt. Ähnlich die Lage beim

WAC. „Reformator“ Christian Ilzer ist

zwar kein klassischer Red-Bull-Schüler

wie sein zwischenzeitlicher Nachfolger

Gerhard Struber, der mittlerweile vom

englischen Championship-Klub FC

Barnsley abgeworben wurde. Doch die

klare RB-Philosophie, die einst von

Ralf Rangnick in die Liga getragen

wurde, ist auch dort mit freiem Auge

erkennbar.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die gesamte

Liga von in Salzburg ausgebildeten

Spielern profitiert. Mit Ausnahme

von Rapid, dem ideologischen Gegenspieler

des Dosen-Projekts, hat jeder (!)

Klub der Bundesliga schon mindestens

einen Spieler von dort ausgeliehen,

manche sogar bis zu fünf (WAC,

LASK). In der aktuellen Saison sind

sechs Spieler ligaintern verliehen, darunter

tragende Säulen wie Mergim Berisha

(7 Tore für Altach) oder Anderson

Niangbo (9 Tore für den WAC, Stand

jeweils 27. November). „Solche Geschäfte

sind win-win-win-Situationen

– für uns, für den aufnehmenden Klub

und für den Spieler, der mehr Praxis

bekommt, als es bei uns möglich

wäre“, sagt Salzburgs Sportdirektor

Christoph Freund.

DIE RED-BULL-

NATIONAL-

MANNSCHAFT

So könnte eine Nationalmannschaft

aussehen, die ausschließlich aus

Spielern besteht, die aktuell bei einem

Red-Bull-Klub spielen oder zumindest

eine RB-Vergangenheit haben.

„Riesige Wertschätzung“

Auch das ÖFB-Team, das nach holprigem

Start und bitterem Ende letztlich

doch souverän die Qualifikation für die

EURO geschafft hat, profitiert von der

Redbullisierung des Fußballs. Zwar bedient

sich Teamchef Franco Foda bei

seinem Spielmenü nicht der Karte von

Red Bull (was ihm durchaus kritische

Nachfragen einbringt), viele seiner tragenden

Säulen spielen aber bei RB

Salzburg/Leipzig oder haben wenigstens

eine RB-Vergangenheit. Die Grafik

auf dieser Seite zeigt, wie eine

Mannschaft aussehen könnte, die ausschließlich

auf Spieler mit

Red-Bull-Berührungspunkten setzt.

Eine illustre Auswahl, die international

durchaus konkurrenzfähig erscheint.

„Man kann die gute Arbeit, die in

Salzburg geleistet wird, ja nicht wegdiskutieren“,

sagt Peter Stöger, international

gestählter Trainer und aktuell

Sportvorstand bei der Wiener Austria.

Von dem Boom, der derzeit herrscht,

profitiert seiner Ansicht nach der gesamte

rot-weiß-rote Fußball. „Ich bin

immer wieder erstaunt, wie schlecht

der Fußball in Österreich gesehen wird.

Die Wahrnehmung von außen ist eine

komplett andere. Wenn ich mich mit

Vereinsvertretern aus Deutschland

unterhalte, gibt es eine enorme

Wertschätzung.“ Auch eine Folge der

Redbullisierung des österreichischen

Fußballs.

Stefan

Lainer

Maximilian

Wöber

Konrad

Laimer

Marcel

Sabitzer

Cican

Stankovic

Martin

Hinteregger

Stefan

Ilsanker

Hannes

Wolf

Xaver

Schlager

Andreas

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Lazaro


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Mit Witz und anhand zahlreicher Anekdoten

lässt Klaus Dermutz Höhen und Tiefen aus

125 Jahren Fußball in Österreich passieren.

Fantastische Siegeszüge wie die des Wunderteams

werden genauso wenig ausgelassen wie

das eine oder andere Debakel, das rot-weißrote

Fans über sich ergehen lassen mussten.

Und natürlich kommt auch „Wödmasta“

Ernst Happel nicht zu kurz.

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22,00 €

Elisabeth Auer gehört dank ihrer Kompetenz

und ihres Charmes zu den profiliertesten

SportjournalistInnen Österreichs. In ihrem

neuesten Werk hat sie 100 magische Momente

der heimischen Sportgeschichte zusammengetragen

und lässt den Leser in Erinnerungen

an Thomas Muster, Hans Krankl,

Hugo Simon (und E.T.) oder Jochen Rindt

schwelgen.

Romanautor Thomas Pletzinger („Bestattung

eines Hundes“) hat sich sieben Jahre lang an

die Fersen des besten deutschen Basketballers

aller Zeiten geheftet und daraus eine ebenso

intime wie berührende Biografie gestrickt.

Dass diese nicht allzu kritisch ausfällt, gibt er

unumwunden zu – dem Lesevergnügen dieses

amerikanischen Traums tut dies allerdings

keinen Abbruch.

NICHT WIE IHR

Tonio Schachinger,

Kremayr & Scheriau,

22,90 €

Ein fiktiver Roman, der im Fußballermillieu

angesiedelt ist und vor Anspielungen an real

existierende Profis nur so strotzt. Es ist ein

riesiges Lesevergnügen, das Schachinger nicht

nur den Anhängern des runden Leders bereitet

und für das er sogar für den Deutschen

Buchpreis nominiert wurde. Ganz nebenbei

wird der Profifußball in seine kapitalistischen

Einzelteile zerlegt.

Das Jahr 2019 wird auch immer mit dem Tod

von Formel-1-Legende Niki Lauda verbunden

sein. Biografien über „Niki Nazionale“ gibt es

einige, diese lebt unter anderem von dem umfassenden

Bildmaterial über den Tausendsassa.

Zahlreiche Weggefährten wie Gerhard Berger,

Bernie Ecclestone oder Enzo Ferrari lassen das

Leben Laudas noch einmal hautnah Revue

passieren.

TEAMGEIST –

WIE MAN EIN

MEISTERTEAM

ENTWICKELT

Jörg Zeyringer / Adi

Hütter, Springer, 17,99 €

Adi Hütter hat bei seinen Stationen in Salzburg

und vor allem bei den Young Boys Bern

bewiesen, dass er die Kunst beherrscht, aus den

verschiedensten Einzelindividuen eine Gruppe

zu formen, die Erfolge einfahren kann. Genau

darum geht es in dem Buch des bekannten

Sportpsychologen Jörg Zeyringer, der zudem

weitere Beispiele aus Wirtschaft und Gesundheitswesen

bringt.

Fotos: Verlage - Amaltea, Molden, Delius Klasing, Springer, Kiepenheuer&Witsch, Kremayr & Scheriau

162 SPORTaktiv


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Für Mädchen und Burschen im Alter von sechs bis 14 Jahren.


5

Peter Mennel

Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comité

1Läuft alles nach Plan

für „TOKIO 2020“?

Die Vorbereitungen laufen

auf Hochtouren. Wir überarbeiten

gerade gemeinsam mit den Olympiazentren

ein Tokio-Manual zur

idealen Vorbereitung. Derzeit arbeiten

wir gerade die Erfahrungen

der Testbewerbe ins Handbuch

ein. So bauen wir die Mountainbike-Cross-Country

Strecke in

Österreich zu Trainingszwecken

nach. Fürs Austria House haben

wir im Businessviertel Shibuya

einen Standort gefunden, den

täglich bis zu drei Millionen Passanten

frequentieren. Ich glaube:

Besser hätten wir es nicht treffen

können … Ich gehe davon aus,

dass wir an die Besucherzahlen

von Rio 2016 (80.000 in 14 Tagen)

herankommen werden.

2

Welche Sportarten übst

du selbst aus?

Bei uns ist Skifahren absoluter

Familiensport. Ich selbst

hab sehr früh mit dem Fallschirmspringen

begonnen, war 10 Jahre

im Nationalteam, später auch

Weltmeister im Helikopter-Orientierungsflug.

Bergtouren sind

im Sommer mein Standardprogramm.

3

Was sind deine Hauptmotive

fürs Sporteln?

Früher, als Fallschirmspringer

und Extrembergsteiger,

hab ich in erster Linie die Freiheit

genossen und die Möglichkeit,

komplett abschalten zu können.

Mittlerweile geht’s verstärkt um

Spaß und Fitness. Sport begleitet

mich seit meinen Jugendtagen –

ein Leben ohne Sport wäre für

mich undenkbar.

4

Wie ist dein Eindruck

zum Fitnesszustand der

Österreicher im

Allgemeinen?

Studien sagen: Nur 28 Prozent der

Jugendlichen und Kinder bewegen

sich ausreichend. In Skandinavien

liegt der Wert bei knapp 80 Prozent.

Wir kämpfen seit Jahren um

die tägliche Bewegungseinheit in

der Schule. Die österreichweite

Umsetzung soll in den nächsten

fünf Jahren passieren. Ich bin

überzeugt: Sport wirkt sich positiv

auf die Entwicklung aus, fördert

die Konzentrationsfähigkeit, die

Gesundheit und auch die soziale

Kompetenz.

5

Zu welchen Teams hält

der Sportfan Peter

Mennel?

Generell zu österreichischen, allen

voran zum Youth Olympic Team

Austria, Olympic Team Austria,

Ski und Eishockey nicht zu vergessen.

Peter Mennel (64) ist seit

Oktober 2010 Generalsekretär des

Österreichischen

Olympischen Comité (ÖOC).

Foto: ÖOC/GEPA-picutres.com

164 SPORTaktiv


AUTO

AKTIV

LIEBLING DER

ÖSTERREICHER

DER SKODA OCTAVIA IST

DAS MEISTVERKAUFTE AUTO

HIERZULANDE. DIE NEUAUF-

LAGE DÜRFTE DAFÜR SORGEN,

DASS ES DABEI BLEIBT.

VON GERHARD NÖHRER

Für die Weltpremiere der wichtigsten

Baureihe hatte der tschechische

Autobauer einen besonders

edlen Ort gewählt. In der Nationalgalerie

in Prag zelebrierte Skoda die

Enthüllung der vierten Generation des

Octavia. Da applaudierte selbst Premierminister

Andrej Babis lautstark

und dem aus der Südsteiermark stammende

Designer Karl Neuhold stand

der Stolz ins Gesicht geschrieben.

Schließlich trägt auch der neue Octavia

die Handschrift des Schwarzautalers.

Mit seinem Team hat er eine Skulptur

geschaffen: „Es ist die Wertigkeit, die

ihn ausmacht.“ Man könnte auch Premium

sagen. Doch Neuhold hütet sich,

das Wort in den Mund zu nehmen.

Und schmunzelt vielsagend.

Fakt ist: Die Neuauflage ist die erwartete

Punktladung und wird die

VW-Tochter weiter beflügeln. Was fällt

auf? Kombi und Limousine sind deutlich

gewachsen (jetzt: 4,68 Meter) und

haben auch in der Breite zugelegt. Man

kann es sich im Octavia also noch gemütlicher

machen. Am Heck wurde das

Skoda-Logo ausgemustert, dort prangt

jetzt in großen Buchstaben der Firmenname,

was als selbstbewusstes Statement

zu verstehen ist.

Die Antriebe sind weitgehend vom

neuen Golf bekannt. Die stärkeren Varianten

werden auch mit Allrad und

7-Gang-DSG geliefert. Eine Premiere

im Octavia ist der Plug-in-Hybrid: Der

SKODA OCTAVIA

Der Marktstart erfolgt im April 2020 für

den Kombi und die Limousine. Später

folgen der RS und der Scout. Motoren:

drei Benziner, drei Diesel, Erdgas,

MildHybrid, Plug-in-Hybrid. Leistungsspektrum

von 110 bis 204 PS.

Octavia iV bringt es auf eine Systemleistung

von 204 PS. Erhalten bleibt der

Octavia G-TEC mit Erdgasantrieb

(CNG).

Der größte Fortschritt findet diesmal

aber im Cockpit statt: mit digitalen Instrumenten

und einer Shift-by-Wire-Technologie

für die Bedienung des DSG.

Wie beim Golf wird dabei der

DSG-Wahlhebel von einem Bedienmodul

mit einer kleinen Wippe ersetzt. Das

Infotainment zeigt sich am letzten

Stand. Über eine integrierte E-SIM ist

der Octavia immer online. Ein Blickfang

ist auch das stylishe Zweispeichen-Lenkrad

und die Linienführung unterhalb

des frei stehenden Displays, die die

Form des Skoda-Grills zitiert. Und

„Simply Clever“ bleibt der Octavia freilich

auch. Die Ablagetaschen für Smartphones

in den Rückenlehnen der Vordersitze

sind ebenso eine Premiere wie

das Relax-Paket für ein ungestörtes

Nickerchen der Fondpassagiere.

Fotos: Hersteller

166 SPORTaktiv

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GALAXY WATCH ACTIVE2

ALUMINIUM

Durch die eingebaute eSIM-Karte und eine eigene Datenverbindung

bist du damit auch ohne Smartphone erreichbar. Anrufe und Nachrichten

empfängst und sendest du einfach mittels Lautsprecher und

Mikrofon. Nun mit verbessertem Pulsmesser mit 8 Sensoren und

eingebautem EKG. Diese Smartwatch gibt’s in zahlreichen Optionen

wie Bluetooth oder LTE, 40 mm oder 44 mm, Edelstahl oder leichtes

Aluminium-Design. Zeichnet sieben Sportarten automatisch auf.

Passend für unsere digital hektische Zeit sind die Anleitungen für

entspannende Atemübungen, falls du mal unter Druck stehst. Wasserfest

bis zu 5 ATM. Top für Android-User ist die Kompatibilität mit

zahlreichen Smartphones sowie die Akkulaufzeit. Ab € 299,–.

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APPLE WATCH SERIES 5

Die Uhr, die niemals schläft. Mit diesem Motto promotet

Apple das Premium-Modell mit zahlreichen Features wie Always-on-Retina-Display,

EKG-Herzfrequenz App, Geräusche-

App und zahlreichen Workouts für jeden Sport. Aktivitätsringe

motivieren dich, weniger zu sitzen und öfters zu trainieren.

Weiteres Highlight ist der unkomplizierte Zugriff auf die

gesamte Apple-Music-Mediathek und unzählige Podcasts,

sowie der integrierte Kompass inklusive Höhenmeter-Angabe.

Im Fall der Fälle telefoniert man damit beim Wandern,

schickt Nachrichten vom Strand oder hört Musik beim Klettern.

Den Guten-Morgen-Kaffee zahlst du mit Apple Pay und,

ja: Die Zeit wird ebenfalls angezeigt; und das gleich mit über

100 Zifferblattvarianten. Ab € 449,–

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NEWS

SPORTUHREN

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WATCH GT 2

Die neue Smartwach von Huawei fokussiert die Zielgruppe der Fitnessbegeisterten.

Auf den ersten Blick erkennt man die hochwertige

Verarbeitung dieser Uhr, die in den Varianten 42 und 46 mm verfügbar

ist. Das Design orientiert sich an klassischen analogen Armbanduhren,

um die Alltagstauglichkeit zu unterstreichen. Dank des

eigenen Prozessors Kirin A1 auf Oberliganiveau ist die Akkulaufzeit,

wie Tests beweisen: Ohne dauerhaft aktiven Bildschirm läuft

die Smartwatch fast zwei Wochen; bei konstant aktiver Uhranzeige

ist es knapp eine Woche. Für Alltagsannehmlichkeiten sorgen

Funktionen wie Bluetooth-Anrufe, interner Musicplayer, Schlafmessungen

und die TruRelax-Stressmessung. Erhältlich in den Versionen

Sport und Classic. Ab € 199,– in der 42-mm-Edition.

www.huawei.com

Fotos: Hersteller

168 SPORTaktiv


NACHSPIEL

EGYD

GSTÄTTNER

Der Klagenfurter

ist freier

Schriftsteller

und Hobbysportler.

EIN BISSERL

BEWEGUNG

Den Glücksfall, in einem Dreiländereck voller Natur zu leben, nützen

wir oft, zum Beispiel zu gastronomischen Destinationen zur

kulinarischen Befriedigung auszufliegen, über nahe Berge und Pässe

und Grenzen, diesmal: Wurzenpass, Slowenien, Ratece, dort, wo

Österreich an Slowenien und Slowenien an Italien grenzt: Beef Tatar,

Tomatensuppe, Serbenplatte, Nussstrudel, Travarica, Pelinkovac.

Die Wartezeit zwischen den Gängen vertreiben wir uns mit gemütlichem

Smalltalk, zum Beispiel über Eliud Kipchoge, jenen 34-jährigen

kenianischen Helden, der im Wiener Prater als erster Mensch

einen Marathon (42,195 Kilometer) vor Tausenden Schaulustigen

unter zwei Stunden gelaufen ist. Respekt! Respekt! Allerdings fragt

man sich: Wohin soll die Rekordjagd noch führen? Was kommt als

Nächstes? Ein Marathon in einer Stunde? Einer halben? Im Sprint?

In zwei Sekunden? Und wozu? Unser Ziel ist das nicht, wir wollen

nach dem Essen bloß „ein bisschen Bewegung machen“, allerdings

würden wir auch gern einzigartig werden und etwas „als erster

Mensch“ machen!

Und weil wir, meine Freunde, meine Frau und ich, letztens extra

für meine Kolumne wandern waren, haben wir uns diesmal spontan

für einen anderen beliebten Sport der Österreicherinnen und

Österreicher entschieden, nämlich für: Skispringen! – Aber nicht wie

die daheimgebliebenen faulen Säcke vor den Bildschirmen, sondern,

Leute, in echt! Denn keinen Kilometer von Ratece entfernt liegt

Planica, eines der größten Skisprunggebiete der Welt: sechs Schanzen

nebeneinander aufgefädelt, eine davon eine Skiflugschanze. Natürlich

haben wir Extremsportabenteurer (57, 61 Jahre alt und ein bisserl

kindisch) gleich die genommen: Das Härteste ist uns gerade hart

genug! Zwei Japanerinnen mit Helmen übten auf der Minischanze

daneben, noch war alles aper, die Anlaufspuren aus wasserbespültem

Metall, der Auslauf aus Plastikgrasmatten, die Ski unter unseren Sohlen

mussten wir uns auch dazu denken, aber sonst war alles absolut

authentisch! Vor zwei Schaulustigen (unsere Frauen: Sie fotografierten,

filmten und jubelten!) stiegen wir zum Schanzentisch hoch und

machten ein paar Probesprünge, ehe wir die Sportart Parallelskispringen

erfanden.

Ich bin ab sofort der erste Mensch, der ein Parallelskispringen gewonnen

hat. Ich habe meinen Freund um 2 Zentimeter distanziert!

Insgesamt bin ich 30 cm gesprungen – genau der kritische Punkt!

– und habe einen bombensicheren Telemark hingelegt! Weltrekord!

Aber das ist nicht so wichtig! Dabei sein ist alles. Und dann weiter

nach Tarvisio zum Cappuccino. Das Leben ist hart genug!

Fit mit

Vitamin D!

Für ein starkes Immunsystem

benötigt der Körper

unter anderem eine ausreichende

Versorgung mit

Vitamin D.

Wissenschaftliche Studien zeigen

den Zusammenhang zwischen

Vitamin D-Mangel und Erkrankungen

wie z.B.

• Grippale

Infekte

• Müdigkeit

• Entzündungen

• Bluthochdruck

Zu einem Vitamin D-Mangel

kommt es, wenn die mit der

Nahrung aufgenommene oder im

Körper gebildete Menge für die

Versorgung nicht ausreicht. Durch

eine gezielte Vitamin D-Zufuhr

kann der Mangel ausgeglichen

werden.

Denken Sie deshalb an eine optimale

Versorgung mit Vitamin D

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SPORTaktiv ist ein Titel der Styria Media Group.

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Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt,

Wolfgang Kuhn, Oliver Pichler, Axel Rabenstein,

Stephan Skrobar

HERSTELLER

Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl

Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.

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Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com

Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.

SPORTaktiv 01/2020 erscheint am 13. Februar 2020

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