Teil 2: Vertrauen. - nfwrc

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Teil 2: Vertrauen. - nfwrc

TRAIL&RIDE

DAS CLUBMAGAZIN DES NFWRC

www.nfwrc.com

Ausgabe 2/2011

Wir

gehen

Wild

Wild

West

... ein fast unabhängiges Magazin ;-)

Alles über Vertrauen und

Dominanz ...

Berichte von Sylvia Czarnecki sowie Steffen Kukral


Trail & Ride

Ein Besuch auf der Apache Spirit Ranch

in Arizona

Wo man seine Träume leben

und geniessen kann -

Das Western Resort “Apache

Spirit Ranch”

Tucson, Tombstone, Geronimo,

Cochise - kommen Ihnen die

Namen und Städte bekannt vor?

Nein? Na, dann wird es Zeit,

Ihnen eine traumhafte

Destination inmitten von

echtem Apachenterritorium im

Süden Arizonas vorzustellen.

Hier treffen sich Wild Wild West,

Living History, Indianische

Kultur und exclusives

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Urlaubserleben im gleichen

Maße. Deshalb nehme ich Sie

jetzt gerne mal einfach auf

meine Reise dorthin mit.

Es ist Ende Januar 2011 und

ich komme todmüde am

internationalen Flughafen von

Tucson an. Ich bin auf dem Weg

nach Tombstone um dort das

“Western Resort Apache Spirit

Ranch” zu besuchen und zu

erleben.

Als Pferdetrainerin ist dies für

mich ein ganz besonderer

Urlaub und ich bin der

Einladung gerne gefolgt.

Lange ersehnt war das

Wiedersehen mit Yvonne Willner

und ihrer Familie. Sie sind Mitte

2010 von Deutschland nach

Arizona ausgewandert, um dort

gemeinsam mit dem 15 köpfigen

Ranchteam das im Oktober

2010 eröffnete Western Resort

erfolgreich umzusetzen.

Und das ist eine manifestierte

Vision von Initiator Peter

Stenger (CEO). Er war als Kind

ein großer Fan von Winnetou

und Karl May und ist immer

noch der Faszination der

Apachen ergeben. Und seine

jahrelange Freundschaft mit

einem Chiricahua Apachen ließ

dann einen ganz großen Traum

Wirklichkeit werden lassen.

Nach nur einem Jahr Bauzeit

steht jetzt nur zwei Meilen von

Tombstone entfernt seine eigene

Pferde Ranch inmitten von

historischem Apachenland.

Immer wieder habe ich mir das

Wiedersehen mit Yvonne Willner


Trail & Ride

vor dem geistigen Auge

vorgestellt. Und dann war es

soweit - eine Begegnung

voller Emotionen -

tränenreich und

wunderschön. Mit dem

Shuttlebus kommen wir nach

einer eineinhalb-stündigen

Fahrt auf der Ranch an.

Lagerfeuer-romantik und der

vertraute Gesang von Jack

Wheeler, begleitet von seiner

Gitarre, geben mir das Gefühl

von “Heimkommen“. Er ist

Yvonnes Ehemann und wir

kennen uns ebenfalls seit

vielen Jahren.

Um das Lagerfeuer sitzen

knapp 30 gut gelaunte Gäste

und begrüßen mich herzlich.

Die meisten kommen aus

Augsburg und Umgebung,

mit dabei u.a. auch

Mitarbeiter des Augsburger

Lokalsenders Radio Fantasy,

die live von der Ranch

berichten.

Es ist tiefe Nacht und ich bin

von der Kulisse und den

3 | Trail & Ride

ersten Eindrücken

überwältigt. Über mir ein

Sternenhimmel, so klar, wie

ich ihn noch nie gesehen

habe und aus verschiedenen

Richtungen höre ich das

Schnauben von Pferden.

Nach nur vier Stunden Schlaf

in einem hammermäßig

bequemen King Size Bett

stehe ich morgens um 6.30

Uhr zusammen mit anderen

Gästen mehr schlafend als

wach wieder am Lagerfeuer.

Der herrlich duftende

Cowboykaffee in der

B

l

echtasse weckt meine

Lebensgeister und

gemeinsam beobachten wir

den Sonnenaufgang. Und

dieser erste Morgen wird mir

unvergesslich bleiben. Über

der hügeligen

Steppenlandschaft schiebt

sich die Sonne Zentimeter für

Zentimeter nach oben und

taucht die Ranch in ein

unwirklich erscheinendes,

goldenes Licht.

Und dann mache ich,

begleitet von Jack, meinen

ersten Rundgang auf der

Ranch. Er zeigt mir die

umwerfende Kulisse der

Dragoon Mountains und das

nur einen Steinwurf entfernt

geschichtsträchtige

Schieffelin Monument. Die

Skyline von Tombstone, der

berühmten Silberminenstadt,

welche durch den O.K. Corral

Gunfight und Wyatt Earp

berühmt wurde. Sie ist von

der Ranch aus wunderbar zu

sehen.

Jack stellt mir die sehr


Trail & Ride

gepflegten Ranchpferde in den

verschiedenen Corrals vor.

Separat steht ein

fuchsfarbenener Mustang und

ich verliebe mich Hals über

Kopf in ihn. Jack führt mich

dann in das heilige Refugium

der Ranch, in das “Indian

Village” mit den

selbstgebauten Wickiups. Hier

erzählen die Indianer von ihrer

Kultur und zeigen den Gästen

ihre Tänze und nehmen sie

interaktiv in ihre kulturelle

Welt mit.

Besonders fasziniert bin ich

von den verschiedenen

Themengästehäusern. Hier ist

etwas gelungen, was ich als

echter Westernfan persönlich

niemals für möglich gehalten

hätte: Der Spagat zwischen

Luxus, Exklusivität, Komfort

und Wild Wild West History.

Dann sind da noch die

Reitarena, der Barn mit

Animationsmöglichkeiten wie

Bogenschießen,

vollautomatische

Computerschießanlage, der

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Old Trappman Saloon und

zum Schluss lande ich zum

Frühstück im Dining Room.

Fast erschlagen von all diesen

ersten Eindrücken sitze ich

nun an einem sehr

geschmackvoll und einladend

gedeckten Tisch und bekomme

auf einer Karte eine

Frühstücksauswahl vorgelegt,

die an Vielfältigkeit keine

Wünsche offen lässt.

Jörg Finnern, ein großer Fan

des Western Resorts und guter

Freund von Peter Stenger ist

zusammen mit seiner Ehefrau

Gaby ebenfalls zu Besuch auf

der Ranch. Zwei liebevolle

Seelen, die mich mit den

einzelnen Speisen vertraut

machen.

Die Tage vergehen wie im Flug.

Ich darf mit den Pferden

arbeiten und komme mit dem

Mustang “Nitro” jeden Tag

mehr voran. Der Traum eines

jeden Reiters geht damit für

mich in Erfüllung. Ich reite

nach fünf Tagen meinen ersten

Mustang.

Und Yvonne als

Eventmanagerin zaubert uns

jeden Tag ein anderes,

abwechslungsreiches

Programm auf den Tisch. Wir,

die Gäste, sind nur noch

überwältigt von all dem

Gebotenen. Reptilienschau mit

hautnaher Berührungsmöglichkeit

von Taranteln und

Schlangen, der waschechte

Cowboy Dough, der die Gäste

interaktiv an seiner

Präsentation über die Cattle

Drives um 1880 teilnehmen

läßt. Der Urenkel von Lt.

Gatewood, der den


Trail & Ride

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Trail & Ride

Apachenrebellen Geronimo zur

Kapitulation bewegen konnte,

referiert über die Eroberung des

Westens. Und es folgt ein

Highlight nach dem anderen.

Vor allem Valentinstag, also der

14. Februar, hinterlässt bei den

Gästen der Ranch innerlich und

äußerlich ihre Spuren. Der

Chefkoch Arturo Delgado, ein

wahrer Gott in der Küche,

zaubert ein unvergessliches

Valentinstagsmenü mit sechs

Gängen auf die Teller der Gäste.

Körper, Geist und Seele

geniessen es in vollen Zügen.

Und wie es sich für einen

richtigen Valentinstag gehört,

feiern wir an diesem Tag eine

romantische Verlobung eines

jungen Paares. Vielleicht sogar

Hochzeit auf der Ranch in

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2012? Das

Brautpaar ist

eifrig am

planen. Auch

hier ist die

Apache Spirit

Ranch gerüstet

mit einem

einzigartigen Weddingpackage!!!

Nichts ist unmöglich.

Den Verantwortlichen der

Ranch bleibt kein Wunsch

verborgen und die Gäste

müssen nur noch eines tun:

geniessen!

Wie z.B. die täglichen Trailritte

mit Brad, Rudy oder Eunice

.Diese sind voll ausgebucht und

für ganz besonders sattelfeste

Gäste gibt es auch einen

Galoppritt der Extraklasse in

den Washes. Ausflüge in die

Chiricahua.- oder in die

Dragoon Mountains, Saloontour

in Tombstone, Pokerabende mit

Doc Holiday und, und, und……

Zweieinhalb Wochen verbringe

ich auf der Ranch und die Zeit

vergeht rast nur so dahin.

Abschiedsgefühle machen sich

breit und es endet, wie es

begonnen hat beim

Wiedersehen - tränenreich und

hochemotional.

In den Koffern nehme ich nicht

nur Souvenirs aus der

historisch bedeutsamen Stadt

Tombstone und anderen

Ausflugsorten mit nach Hause

sondern in meinem geistigen

Gepäck sind die Erinnerungen

an wahre Freunde,

Freundlichkeit, Individualität,

das Gefühl der Wärme und

Wertschätzung sowie die

Sehnsucht, bald

zurückzukehren mit nach

Hause.

Und wer es mir gleichtun

möchte, sollte sich ranhalten.

Die Buchungstendenz und

Nachfrage ist steigend. Doch

mehr Infos dazu findet man

unter der professionell

eingerichteten Webseite

http://www.apachespiritranch.c

om,

Am internationalen Flughafen

in Tucson trennen sich dann

nicht mehr Gast und Gastgeber

sondern Freunde voneinander.

So far take care my friends and

God bless you all.

Wir sehen uns wieder - und das

schon sehr bald!!!!

Autorin: Adelinde Schneider

05.04.2011

Fotos: Adelinde Schneider sowie

Apache Spirit Ranch, Tucson


Das Knotenhalfter

Eine Ausbildungs- und

Umgangshilfe:

Multifunktional, pferdefreudlich,

leicht und die

preiswerteste Lösung, die

man sich denken kann

Das Knotenhalfter ist eines

der wichtigsten Ausbildungshilfsmittel

für Mensch und

Pferd. Später dient es auch

als (das leichteste)

Reithalfter. Ich nenne es

wichtig, weil es einige

entscheidende Vorteile birgt:

Ein Knotenhalfter muss dem

Pferd passen. Der Simpelste

ist der: Bei Bedarf wirkt das

Knotenhalfter schärfer als

das Stallhalfter. Grund: Aus

der Physik wissen wir: Druck

ist definiert als „Kraft je

Fläche“ . Aufgrund ihrer

geringeren Auflagefläche

(Seilstärke ca. 6 mm) haben

Knotenhalfter folglich eine

stärkere Wirkung am Kopf

des Pferdes als Stallhalfter

mit ihrer breiteren

Auflagefläche.

Es gehört zu den vielen

Gerüchten in der Reiterei,

dass Knotenhalfter ihre

(geheimnisvolle) Wirkung

von Heinz Welz

deshalb erzielten,

weil die Knoten an

„Akupunkturpunkten“

des

Pferdekopfes

lägen. Das ist

Unsinn, wie so

vieles, das in

unserer Szene

unter dem Mantel der

Wissenschaftlichkeit

verbreitet wird. Die Knoten

sind schlicht und einfach

dafür da, beim Knüpfen des

Halfters das Seil in die

richtige Richtung zu

bekommen. Die Knoten sind

also notwendige Kreuzungspunkte.

Dass sie wegen ihrer

Wulst zusätzlichen Druck

ausüben, ist selbstverständlich.

Aus dem Cowboylasso

entwickelt

Das Knotenhalfter ist

geschichtlich nichts anderes

als die Weiterentwicklung

der „war bridle“. Einer

Zäumung, die aus einer

speziellen Handhabung des

Cowboy-Lassos entsteht. Die

geschickten Cowboys (und

auch Indianer) schlangen ihr

Lasso, nachdem sie ein Pferd

eingefangen hatten, mit ein

paar gekonnten Schlingen

vom Genick aus so um den

Kopf des Pferdes, dass am

Ende eine Art Halfter mit

Führstrick aus einem Stück

daraus wurde. Das Ding

ähnelt vielen späteren

Halfter-Entwicklungen, die

sich um die Nase des Pferdes

bei Zug zuziehen (und beim

Loslassen leider nicht immer

öffnen). Das Knotenhalfter

erspart dem Anwender die

Kunst des Lassowerfens und

vereint – zusammen mit

einem längeren Führstrick –

alle Vorteile der „war bridle“

ohne deren Nachteile

aufzuweisen.

Das Knotenhalfter hätte im

Bereich von Horsemanship

nichts zu suchen, wenn es

nur um seine scharfe

Wirkung ginge. Das

Schärfeargument gilt

nämlich auch umgekehrt: Je

geringer die menschliche

Kraft ist, die über das

Führseil (später auch Zügel)

ausgeübt wird, desto sanfter

ist die Einwirkung. Und

somit sind wir bei der

Zusammenfassung der

simpelsten Vorteile des

Knotenhalfters: Man kann

mit ihm so sanft wie möglich

Trail & Ride

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Trail & Ride

einwirken und so hart wie

nötig. Das ist ein

wesentliches Kriterium für

Horsemanship – angemessenesPferde-Menschverhalten

also: Nie „leiser“

aber auch nie „lauter“ als

nötig zu sein im Umgang mit

Pferden.

Weder zu laut noch

zu leise

Das ist wie in der

Kindererziehung: Wer immer

nur brüllt, hat meistens

nicht Recht. Im Gegenteil: Er

verschreckt das Kind. Es

wird entweder versuchen,

sich ihm zu entziehen; oder

aber: Es verschanzt sich,

macht zu, stumpft äußerlich

ab. Umgekehrt: Wer immer

nur leise flüstert, der wird

sich im Zweifelsfall nicht

ausreichend Gehör

verschaffen können. Die

Kunst der Kommunikation

mit Pferden (ebenso wie mit

Menschen, Hunden etc.)

besteht darin, jederzeit

angemessen agieren zu

können – also weder zu laut

zu werden noch zu leise zu

sein.

Natürlich ist diese Fähigkeit

der angemessenen Kommunikation

keine Frage von

Seilmaterial. Diese Fähigkeit

hängt von der Erfahrung

und der Reife eines

Menschen ab. Das Material

ist aber wertvolle

Unterstützung dafür, diese

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Erfahrung und Reife zum

Ausdruck zu bringen. Und

ein kleines Stück weit hilft

das Material auch dabei,

positive Erfahrungen zu

sammeln. Denn ein

unsicherer Mensch wird ein

aufmüpfiges Pferd leichter

zur Raison bringen mit der

entsprechenden Ausrüstung.

Du musst Dein

Pferd fühlen lernen!

„Dann kann man ja auch

gleich eine Führkette

verwenden“, könnte

jetzt jemand sagen.

Denn bei

Führketten beginnt

die Einwirkung

schon auf der

leichtesten Stufe.

Stimmt, aber diese

Stufe kann man

nicht schrittweise

erhöhen. Um es

populär zu sagen:

Mit der Führkette

kommen Sie sofort

„von Null auf Hundert“. Und

da sind Sie pädagogisch

wieder beim „Brüllaffen“, wie

er oben beschrieben wurde.

Führ-ketten hießen

ursprünglich übrigens:

„Hengstketten“. Warum

wohl?

Jeder qualifizierte Umgang

mit Pferden ist

gekennzeichnet durch das

Maß an Gefühl, das der

Mensch dem Pferd

entgegenbringt. „Du musst

Dein Pferd fühlen lernen!“

Diese Forderung durchzieht

die gesamte Pferdeliteratur.

Zu Recht, denn ohne Gefühl

ist man schnell bei der

Gewalt. Nur durch Gefühl

kann ich den oft entscheidenden

Unterschied erkennen.

Und nur mit Gefühl

kann ich – umgekehrt – zu

der erwünschten (und von

vielen so sehr ersehnten)

Leichtigkeit im Umgang mit

Pferden kommen.


Trainingsanzug vs.

Schlafanzug

Keine Frage: Fühlen lernt

man nicht mit Material.

Dennoch ist das

Knotenhalfter ein

unerlässliches Hilfsmittel,

um das eigene Gefühl zu

erproben.

Der Umgang mit dem

Knotenhalfter und die

entsprechende Reaktion des

Pferdes zeigen, wo der

Mensch in seiner Ausbildung

steht; ob er seine Energie

unter Kontrolle hat (und

somit auch seine

Emotionen), und ob er

geschickte Hände hat.

Ich nenne das Knotenhalfter

auch gerne „Trainingsanzug“

– im Unterschied zum

„Schlafanzug“, dem Stallhalfter

des Pferdes.

Das bedeutet: Knotenhalfter

sollten grundsätzlich nur

zum Training, zur

Ausbildung und zum Führen

von Pferden benutzt werden;

nicht als Anbindestrick (wohl

aber zum Anbindetraining

unter Aufsicht des

Menschen) und nicht als

Stall- oder Weidehalfter.

Denn im Unterschied zum

herkömmlichen Stallhalfter

besitzt das Knotenhalfter

keine Sollbruchstelle.

Es wird also im Ernstfall

nicht reißen. Das Pferd kann

sich somit, wenn es z.B.

irgendwo hängen bleibt,

schwere Verletzungen zuziehen.

Optimaler Sitz:

unterm Jochbein

Wichtig für den richtigen

Einsatz des Knotenhalfters

ist, dass es auch passt, also

weder zu groß ist noch zu

tief verschnallt sitzt. Ein zu

großes Halfter schlenkert

dem Pferd um den Kopf,

Ihre Impulse kommen nicht

richtig an. Ein zu tief

verschnalltes Halfter sitzt

beim Pferd auf dem

Nasenbein (das an seinem

unteren Ende nicht mit dem

Pferdeschädel verbunden ist)

und kann dort Verletzungen

herbeiführen.

Optimal sitzt es, wenn die

äußeren Knoten etwas

unterhalb des Jochbeins

liegen. Ein gutes

Knotenhalfter ist also maßgefertigt.

Das Nasenbein ist an seinem

unteren Ende nicht mit dem

Pferdeschädel verbunden.

Wichtig ist auch gutes

Material, aus dem das

Knotenhalfter hergestellt ist,

wie etwa Segelleine. Die reißt

nicht, fasert nicht auf und

fühlt sich für Mensch und

Pferd gut an.

Außerdem ist sie leicht zu

reinigen und steht nicht –

wegen ihrer mangelnden Geschmeidigkeit

- kurios vom

Kopf des Pferdes ab. Billiges

Material ist nicht geschmeidig

– leitet Ihre

Impulse also nicht richtig

weiter; und ist unangenehm

zu tragen.

Stellen Sie sich vor, Sie

müssten arbeiten oder

lernen und dabei einen

kratzigen Pullover auf der

Haut tragen. Wie wäre es da

um Ihre Aufmerksamkeit

bestellt?

Ein gutes Knotenhalfter hat

auch Ringe links und rechts,

um bei Bedarf Zügel darin

einzuschnallen. Ein gutes

Knotenhalfter ist nämlich

multifunktional. Zwar ist

Bodentraining die Domaine

des Knotenhalfters. Genau

so gut (und effizient) lässt es

sich aber auch zum Reiten

verwenden. Ich selbst und

viele meiner Schüler reiten

nur noch damit.

Beim gebisslosen Reiten ist

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man übrigens in guter

Gesellschaft. Schon der

französische Reitmeister

Francois Robichon de la

Guèriniere, auf den sich so

viele „alt-klassischen“ Reiter

kurioserweise berufen,

empfahl, das Pferd so lange

gebißlos (damals: mittels

Kappzaum) zu reiten, bis der

Reiter in der Lage war, das

Pferd zügelunabhängig zu

kontrollieren (!).

Ausbildung für Reiter

und Pferd

Der Ordnung halber sei

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jedoch erwähnt: Um

umfassende Erkenntnisse

über gebissloses Reiten und

dessen Vorteile – auch für

gutes Dressurreiten - zu

bekommen, sollten Pferd

und Reiter speziell

ausgebildet sein. Das ist

allerdings nicht schwer.

Dazu gehören lediglich ein

kleines Set von Führ- und

Bewegungsübungen am

Boden und einige Übungen

vom Sattel aus, die die

unterschiedlichen

Einwirkungsmöglichkeiten

über die Kopfseiten des

Pferdes und seinen

Nasenrücken

berücksichtigen.

Nach langjährigem

Experimentieren mit den

unterschiedlichen

gebisslosen Zäumungen mit

annähernd hundert Pferden

verwende ich mittlerweile

nur noch das Knotenhalfter

mit seitlich angebrachten

Ringen. Es ist

multifunktional,

pferdefreundlich, leicht und

die preiswerteste Lösung, die

man sich denken kann.


Aus der Reihe: Hierarchie, Vertrauen, Respekt

Teil 2: Vertrauen.

In der letzten Folge ging

es um Hierarchie, die

Herstellung einer

Rangordnung, die dem

Menschen ermöglicht,

sicher mit "seinem"

Pferd umzugehen und

die es dem Pferd

ermöglicht, sich auf die

Führung des mesnchen

zu verlassen und sich

zu entspannen.

Genauso wichtig wie

Hierarchie ist Vertauen.

Damit die hergestellte

Hierarchie nicht zur

Unterdrückung des

Pferdes (ver-)führt.

Was für eine Binsenweisheit!

Jeder will,

dass das eigene Pferd

vertraut, dass es ein

gewisses Grundvertrauen

zur Menschheit

im Ganzen hat.

Dass es natürlich dem

Besitzer (aus Gründen

der einfacheren

Lesbarkeit desTextes

bleibe bei der

männlichen Form. Das

schließt natürlich die

weiblichen Reiter, von

denen es ohnehin mehr

gibt als von uns

Männern, natürlich

Bilder sowie Text: Steffen Kukral

ausdrücklich mit ein)

vertraut. Wenn der Weg

mal enger und dunkler

wird, wenn der große

grüne Traktor zum

Hindernis wird, wenn

ich mit meinem Pferd

beispielsweise zwischen

zwei ranghöheren

Pferden durchmuss...

Wie aber erreiche ich

das? Stellen sie ich die

Frage umgekehrt. Wem

würden sie vertrauen,

wenn sie ein Pferd

wären?

Oder noch weiter

zurück: Wenn wir

Trail & Ride

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Trail & Ride

schon festgestellt

haben, dass eine klare

Hierarchie für ein Pferd

und das Verhältnis mit

ihm unabdingbar

wichtig ist: Wem

würden sie als ihrem

Vorgesetzem vertrauen?

Denn so soll ja das

Verhältnis sein.

Wie soll der Mensch

sein, dem sie

vertrauensvoll folgen

würden? Beantworten

sie sich diese Frage,

und sie wissen, was ihr

Pferd von Ihnen

erwartet.

Jede Person hat da

vielleicht

unterschiedliche

Schwerpunkte und

individuelle Kriterien,

was sie von einer von

ihr ernstzunehmenden

Führungsfigur erwartet,

soviel aber ist sicher:

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sie werden erwarten

dass diese Person

weiss, was sie tut.

sie erwarten von dieser

Person, dass sie Ihre

Arbeit schätzt.

sie erwarten von dieser

Person, dass sie Ihnen

Vertrauen

entgegenbringt.

Was bringt so viele

Menschen dazu, davon

auszugehen, dass es bei

einem Pferd anders sein

könnte?

Dass sie annehmen, es

sei richtiger ein Pferd

zwingen, statt es zu

führen?

Dass sie grundsätzlich

davon ausgehen, dass

ein Pferd mit ein wenig

Lob zufrieden ist, selbst

wenn beim

routinemäßigen Klopfen

auf den Hals das Herz

nicht dabei ist?

Dass sie ihrem Pferd

nicht zumindest das

Vertrauen entgegen

bringen? Dass sie von

ihrem Pferd erwarten

können, was man von

der Mehrzahl aller

Pferde problemlos

erwarten kann.

Beispiel:

Eine Frau kommt zu

mir, weil ihr Pfed im

Galopp kaum zu halten

ist. Trab geht ja noch,

aber Galopp. Wir reiten

raus ins Gelände, die

Anspannung ist zu


spüren. Trab. Wir reiten

nebeneneinander an

einem Wildzaun

entlang, der in etwa 200

Metern abbiegt und

damit als Wand

genommen werden

kann, auf die man

zureitet. Kurz vor dem

Galopp, ihr Hand wird

immer fester, sie hat

bestimmt das Gewicht

von zwei Wassereimern

in der Hand.

Angalppieren:

Tatsächlich stürmt das

durchaus schon ältere

Pferd los und wird

immer schneller,

obwohl die Reiterin

immer mehr an den

Eisen hängt.

Der Wildzaun

ermöglicht eine ruppige

Bremsung. “Und so ist

das schon immer

gewesen und jetzt wird

es immer schlimmer”,

sagt die junge Frau.

Kein Wunder. Das arme

Pferd hat einfach die

Nase voll. Natürlich will

die Dame ihrem Pferd

nichts böses, ganz im

Gegenteil, sie verwöhnt

das Tier und pflegt und

hegt es.

Das Problem ist: Sie hat

Angst vor ihrem Pferd.

Zumindest im Galopp.

Was passiert hier?

Schon auf dem Weg

zum Galopp verspannt

sich die Reiterin und

das Pferd dadurch

ebenfalls. Dann kommt

die Aufforderung zum

Galopp. Das Pferd

springt an und wird

gleichzeitig am Zügel

massiv festgehalten.

Das ist zumindest

unangenehm. Das Pferd

legt sich auf den Zügel,

will die Kontrolle. Die

Reiterin nimmt

daraufhin noch mehr

an. Das Pferd fühlt sich

weiter eingeengt, die

Beine der Reitein geben

Galopphilfen, die

anderen Pferde gehen

auch Galopp, aber im

Maul reisst es

weiterhin. Irgenwann ist

die Strecke zuende, das

Pferd hält an, die

Reiterin entpannt sich,

der Zügel wird locker,

das Pferd kann sich

entspannen, alles ist

wieder gut.

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Komfort und Diskomfort in der

Pferdearbeit ... und das richtige Timing

Nach der Sicherheit

sind Komfort und Diskomfort

die Bedürfnisse,

die die Pferde

motivieren und formen.

Diskomfort motiviert

Pferde Komfort zu suchen.

Bei Parelli lernst

du bei den Partnership-

Lektionen über die 4 Phasen.

Diese Phasen nehmen

den Komfort und

erhöhen den Diskomfort,

bis das Pferd diesem

Druck weicht und

so wieder Komfort erreichen

kann.

Das bedingt natürlich

von mir, dass ich auch

sofort wieder den Druck

wegnehme, sobald das

Pferd reagiert. Somit

lernt das Pferd, was es

tun soll um dem Druck

zu weichen und den gewünschten

Komfort zu

erhalten.

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Beim nächsten Mal wird

das Pferd schneller auf

diesen Druck weichen

um eben schneller den

Komfort zu erhalten,

den es so sehr wünscht.

In der Kommunikation

mit den Pferden ist die

Ermöglichung jeglichen

Komforts sehr wichtig

uns soll Bestandteil einer

jeden Übung, eines

jeden Spiels, mit dem

Pferd sein.

Wobei das Timing des

Nachlassens des

Druckes ein sehr kritischer

und wichtiger Faktor

ist.

Ein Wort zur

Gewalt:

Pferde reagieren nicht

auf Gewalt, sie verstehen

sie nicht einmal.

Sie verstehen nicht den

Zusammenhang, wenn

man sie später für et-

was bestraft.

Später bedeutet in diesem

Fall alles was kurz

nach der Aktion passiert.

Eine Reaktion

muss sofort auf die Aktion

erfolgen, in gerade

diesem Moment. Alles

was danach passiert

macht sie nur noch

ängstlicher, da sie die

Emotinalität des Raubtieres

Mensch nicht verstehen.

Der Schlüssel hierfür

heißt Nachgeben oder

loslassen. Linda Parelli,

von Parelli Natural Horsemanship,

hat da einmal

ein schönes

bildliches Beispiel gebracht,

um die Reaktionszeiten

und das

Nachgeben zu verbildlichen:

Stell Dir einmal

vor, das Pferd würde

sich an einen Kaktus

anlehnen. Der Augenblick,

indem das Pferd

vom Druck weicht, findet

es den gewünschten

Komfort. Solange es die

falsche Bewegung

macht, in diesem Fall

sich anlehnen, wird der

Druck stärker.

Das Nachgeben muss

just in diesem Moment

erfolgen, wenn das

Pferd weicht, sich also

entfernt. Wie bei dem

Kaktus. Der Unter-


schied von Gewalt und

diesem Druck unterscheidet

nur die Einstellung

und das Timing.

Gewalt ist ein aggressiver

Akt, das ist Raubtierverhalten,

oft von Wut

und Zorn bestimmt.

Druck jedoch geschieht

emotionslos, es ist fast

so, als würde es sich

das selbst antun, selbst

„an den Kaktus lehnen“.

Gewalt kommt zu

spät oder besser: Gewalt

ist für das Pferd eine

zu späte Reaktion

auf eine Aktion.

So, als würdest Du dem

weichenden Pferd immer

noch Kakteen nachwerfen,

obwohl es sich

schon wegbewegt. Auch

kann das Pferd dieses

Nachwerfen der Kakteen

nicht mit dem Weichen

identifizieren, da

es ja das eine schon erledigt

hat….

Solange ein Mensch an

Pferden Gewalt anwendet,

nimmt es Dich als

Raubtier wahr und Du

bist nicht vertrauenswürdig.

Das Timing ist eines der

wichtigsten Sachen und

davon hängt auch das

gute Resultat ab. Je

schneller Du den Druck

wegnehmen kannst, desto

schneller lernt das

Pferd. Sie sind eben im

Denken und Reagieren

viel schneller als wir.

Die Körpersprache ist

der Schlüssel zur guten

Kommunikation mit

den Pferden. Wir sollten

also lernen, auch am Boden,

unseren Körper unter

Kontrolle zu haben.

Vorallem sollten wir

auch wissen, was etwas

bedeutet. Das eben gerade

in der Sprache der

Pferde, da ist nämlich

mitunter einiges Anders

zu unserer Körpersprache,

dessen wir uns

auch bewusst werden

sollten.

Pferde fordern eine klar

lesbare Körpersprache.

Wann ist Dein Körper angespannt,

wann relaxed?

Wie schnell kannst

Du selbst diese Zustände

wechseln? Pferde benutzen

eine

umfangreiche Körpersprache

wie etwa das

„hard eye“, Ohren zurück,

geblähte Nüstern,

eine verrunzelte Nase,

„Zähne zeigen“, das

Bein heben, ein schlagender

Schwanz; um

nur einige Gesten aufzuzählen.

Sie verwenden nur sehr

wenig bis gar keine Laute

ausgenommen um eine

Begrüßung

auszudrücken, quitschen

im Spiel oder als

Bedrohung. Ich empfehle

auch zu Beginn

Stimmkommandos gar

nicht zu verwenden, dadurch

kann man sich

auch mehr auf seine

Körpersprache konzentrieren

und so dem

Pferd mehr helfen als

mit der Stimme.

Trage im Inneren immer

ein Lächeln, so lernst

Du auch Ärger und

Angst sowie Frustration

schneller zu verarbeiten…..

oder wie mein Trainer

immer zu mir sagt:

"Wenn Dir das Spielen

mit Deinem Pferd Spass

macht, informiere Dein

Gesicht darüber!"

Text: Bernhard Ehm

Fotos: Oliver Haja / Pixelio.de

Trail & Ride

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Trail & Ride

Akupunktur - Energien im Fluss

Energien in den Fluss

bringen – das vermögen

Punkte wie „Der König

des Gesichts“ auch rex

faciei genannt. Er liegt

auf der Nasenspitze

und ist dafür

zuständig, die Nase

wieder freizumachen.

Oder Punkte mit

Namen wie „Sonne und

Mond“, „die mächtige

große Straße“ oder

„Quelle des Himmels“

das sind die „geheimen“

Energiequellen unseres

Körpers, die

Ungleichgewichte

wieder in ein

Gleichgewicht bringen.

Das Wort „Akupunktur“

kommt aus dem

lateinischen und setzt

sich zusammen aus

acus = Nadel und

pungere = stechen. Die

chinesische

Bezeichnung ist „shen

| 16 | TRAIL & RIDE | NFWRC |

shiu“ und bedeutet

stechen und brennen.

Neueste Erkenntnisse,

und die wachsende

Aufgeschlossenheit der

Pferdebesitzer diesem

Zweig der

Naturheilkunde

gegenüber, machen die

Therapieform der

Akupunktur immer

beliebter.

Bei der Akupunktur

werden physikalische

Reize (z. B. Nadeln

oder Laser) an ganz

bestimmten

Hautstellen gesetzt,

die heilend auf den

Organismus wirken.

Pferde haben eine

sehr sensible

Hautoberfläche, die

Ein Bericht von Bettina Stadler

kleinsten Reize werden

wahrgenommen und

direkt als Information

an das Gehirn

weitergeleitet.

Die Akupunktur ist

eine Therapiemethode

der traditionellen

chinesischen Medizin.

Mit traditioneller

chinesischer Medizin

(TCM) wird ein Viertel

der Weltbevölkerung

seit über 5.000 Jahren

behandelt.

Das älteste erhaltene

Schriftstück über die

Pferdeakupunktur

stammt aus der Zeit

200 v. Chr. Es enthält

bereits die wichtigsten

Leitbahnen und


Meridiane des Pferdes,

die verschiedenen

Nadeln, Stichtechniken

und Indikationen. Und

wann welcher Punkt

auf der

Körperoberfläche mit

welcher heilenden

Zielrichtung genadelt

werden soll.

Um 900 v. Chr. im

Königreich Qin, soll ein

Reitergeneral gelebt

haben, der Akupunktur

bei Pferden betrieb, um

die militärisch

genutzten Reitpferde

leistungsfähig zu halten.

Auch in Europa wusste

man bereits früh von

der Akupunktur.

Aufzeichnungen der

Heiligen Hildegard von

Bingen enthalten

exakte Beschreibungen

Diagnostik am Pferd

von

Akupunkturpunkten

und deren Wirkung. Sie

werden jedoch nicht als

Akupunktur

bezeichnet.

Die Akupunkturpunkte

sind Teile verschiedener

Meridiane. Es gibt Yin

Meridiane, Yang

Meridiane und

außerordentliche

Gefäße die eine

Ganzheit bilden und für

den Ausgleich im

Organismus

verantwortlich ist.

Forschungen zeigen,

dass fast alle

Akupunkturpunkte an

Hautstellen liegen,

unter denen Gefäß-

Nervenbündel aus der

Tiefe durch die

Muskelhülle nach oben

steigen. Das Gewebe ist

hier besonders

wasserreich, was

vermutlich den

erniedrigten

Hautwiderstand erklärt.

Die Durchführung der

Akupunktur ist mit

verschiedenen

Methoden möglich:

1. Nadeln (zuführend,

ableitend, tonisierend,

sedierend)

2. Laser (nicht

sedierend oder

tonisierend möglich)

3. Elektroakupunktur

4. Ohrakupunktur

5. Neuraltherapie,

Akkuinjektion

6. Moxibustion

Bei sachgemäßer

Anwendung gibt es bei

der Akupunktur keine

Nebenwirkungen. Es

kann eine

Erstverschlechterung in

den ersten 48 Stunden

auftreten, diese sollte

jedoch schnell wieder

abklingen.

Alle Methoden haben

das eine Ziel einer

Harmonisierung des

aus den Fugen

geratenen

Gleichgewichts von Yin

und Yang und nicht

einzelne Symptome zu

behandeln.

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Trail & Ride

Akupunktur heilt was

gestört ist, aber

nicht was zerstört ist!

Der Begriff der

Krankheit im Sinne der

Schulmedizin existiert

in der traditionellen

chinesischen Medizin

nicht. Man geht viel

mehr von einem

Ungleichgewicht der

Körperenergien aus.

Die

Krankheitssymptome

die durch diesen

gestörten

Energiehaushalt

auftreten, sind nur die

Folge der

ursprünglichen vitalen

Störung. Dies kann

entstehen durch von

innen kommenden

Einflüsse wie

psychischen oder

ernährungsbedingten

Ursachen oder durch

äußere klimatische

Einflüsse (z. B.

Kälte/Nässe)

Befindet sich ein

Lebewesen in einem

energetischen

Gleichgewicht so gilt

das in der traditionellen

chinesischen Medizin

als gesund.

Um die energetische

Situation beurteilen zu

können benutzt man

| 18 | TRAIL & RIDE | NFWRC |

unter anderem die

Typbestimmung, die

acht Leitkriterien, Shu-

Punkt Diagnostik,

Zungendiagnostik oder

Pulsdiagnostik und

natürlich eine

ausführliche

Anamnese, Adspektion

und Palpation.

Pferde lassen sich

aufgrund von

Charakter, Verhalten

und Körperbau in fünf

Typen einteilen. Die

Zuordnung ist eine

Voraussetzung für die

erfolgreiche

Akupunktur.

Besonders hilfreich ist

die Akupunktur bei

folgenden

Erkrankungen:

Lasern

Abwehrschwäche

(wiederkehrende

Infektionen)

Leistungsabfall und

Überbeanspruchung

Fieber

Augen-, Ohren- und

Hauterkrankungen

Atemwegserkrankungen

Nasen- und

Nebenhöhlenentzündun

gen

Herz-Kreislauf-

Erkrankungen

Harnwegserkrankungen

Störungen der Rosse /

Deckunlust bei

Hengsten

entzündliche

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

Erkrankungen des

Verdauungsapparates

Hufrehe


Erkrankungen des

Bewegungsapparates

Unruhe, Nervosität und

Schreckhaftigkeit ideal

kombiniert mit Natural

Horsemanship

Head Shaking und bei

vielen weiteren

Erkrankungen ...

Jede Erkrankung und

jedes Pferd ist anders.

Deshalb kann es

oftmals wichtig und

hilfreich sein, die

Akupunktur mit

anderen

Behandlungsformen zu

kombinieren. In der

TCM werden unter

anderem als

Unterstützung der

Akupunktur

chinesische Heilkräuter

eingesetzt.

In unseren

Breitengraden ist es

sinnvoll statt der

Moxen

chinesischen Kräuter

Homöopathie oder die

Phytotherapie

einzusetzen. Auch

Bachblüten, das Setzen

von Blutegeln oder

osteopathische

Maßnahmen können

bei bestimmten

Krankheitsbildern für

den Therapieerfolg

sinnvoll sein.

Tipps für eine

gelungene

Akupunkturbehandlung

:

Ziel der Akupunktur ist

es, eine Erkrankung so

früh wie möglich zu

erkennen, bevor sie

chronisch wird und ein

Organ oder Gewebe

massive Veränderungen

aufweist.

Beobachten Sie Ihr/e

Pferd/e genau, Schon

kleine Disharmonien

sollten rechtzeitig

erkannt und behoben

werden, wobei

besonders Änderungen

im Verhalten ernst zu

nehmen sind, da sie auf

ein beginnendes

Problem hinweisen

können.

Je früher man

eingreift desto

besser sind die

Heilungschancen.

Stellen Sie sicher, dass

es sich um einen

zertifizierten

Therapeuten handelt.

Die Reaktionen der

Tiere auf die Nadel sind

auch für den Laien gut

sichtbar, sie reagieren

mit Schmatzen,

Gähnen, tiefem Atmen

etc…

Sprechen Sie zunächst

mit ihrem Tierarzt,

bevor Sie mit der

Behandlung beginnen.

Diskutieren Sie alle

Optionen.

Ersetzen Sie gutes

Management nie mit

Akupunktur. Stellen Sie

immer sicher, dass der

Sattel richtig sitzt, dass

Reiten und Hufbeschlag

fachgerecht erfolgen.

Text sowie Fotos:

Bettina Stadler

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Dominanz gegenüber dem Pferd - Wie werde

ich endlich Chef?

Dominanz ist sicher einer

der Begriffe, der die

Pferdeszene nach-haltig

geprägt hat, der aber

auch am meisten missverstanden

wird.

Der Chef im Ring sollte

man sein, das Pferd “beherrschen”

heißt es. Zugegeben,

auch in mir

löst diese Beschreibung

zuweil ein wenig Bauchschmerzen

aus, denn leider

resultiert aus

falschem Verständnis

von Dominanz oftmals

Aggression und Herrschsucht.

Ohne Zweifel ist der

Weg zum Vertrauen des

| 20 | TRAIL & RIDE | NFWRC |

Pferdes nicht dieser.

Auch in der Natur würde

der Herdenchef nicht

unentwegt seine Dominanz

gegenüber der Herde

durch offensive

Gesten demonstrieren.

Vielmehr erhebt die Herde

ihn in den Status

des Leittiers, weil es ihn

dieser Aufgabe für würdig

empfindet.

Aber wie gelangt man

nun dahin? Wie erreicht

man den “Status

Leittier”?

Nun, solange man noch

darüber nachdenken

muss, wie man die Führung

erlangt, fehlt es ei-

nem meiner Erfahrung

nach an der natürlichen

Autorität, die es

braucht, um das Pferd

zufrieden zu stellen.

Bei meinem Pferd hat

es Jahre gebraucht, bis

die Verhältnisse zwischen

uns einigermassen

klar waren.

Nachfragen tut er trotzdem

heute noch, wird

er auch immer, aber Außenstehenden

fällt das

nur auf, wenn er es

auch entsprechend offen

zeigt. Meist sind es

jedoch nur subtile Kleinig-keiten,

mit denen

uns unser Pferd auf die

Probe stellt.

Im Grunde wollen

Pferde nicht

dominiert, sondern

geführt

werden. Für ein

Pferd ist es

nicht erstrebenswert,

die Position

des Leittieres

innezuhaben;

sie nehmen sie

nur ein, wenn

ihnen keine andere

Wahl

bleibt.

Wenn Flucht angesagt

ist, muss


das Pferd wissen, wem

es vertrauen kann,

wem es folgen kann um

sein Überleben zu sichern.

Es dann erst herauszufinden,

käme

einem Todesurteil

gleich. Die Hierarchie

der Herde muss also immer

intakt sein, was

heisst, das man dem

Leittier bedinungslos

folgt und ihm Vertrauen

schenkt.

Eine gewisse Form der

Unterordnung ist also

durchaus notwendig.

(Hier setzt wahrscheinlich

auch der Begriff Dominanz

an) Daher ist

ein Pferde jederzeit bestrebt

herauszufinden,

wem es vertrauen

kann, wer in der Lage

ist, es zu führen.

Dies ist meiner Meinung

nach ein reeller Ansatz,

der Schlüssel zum

Verständnis von Dominanz.

Damit sich ein

Pferd mir unterordnet,

muss es mir in jeder Situation

vertrauen können.

Das heißt, ich

muss zu jederzeit Kompetent

erscheinen, in jeder

Lebenslage.

Durch meine Körperhaltung,

meinen Geruch,

mein Gefühle aus gebe

ich dem Pferd Eindrücke,

die es durchaus

auch in der Lage

ist zu interpretieren.

Wenn wir auch nur geringe

Zweifel haben,

wird es das Pferd merken

und unsere Position

in Frage stellen.

Wenn wir dann nicht

autoritär genug erscheinen,

nicht sicher genug

in unserem Handeln

auftreten, dann wackelt

der Stuhl, auf dem wir

sitzen.

Die Frage des Pferdes

an uns lautet “Hey, du,

hier ist Gefahr im Ver-

Trail & Ride

| NFWRC | TRAIL & RIDE | 21 |


Trail & Ride

zug, du spürst es auch,

und jetzt sag mir,

kannst du mich beschützen,

wenn das Raubtier

(es muss schon recht

nah sein, wenn du gestresst

bist …) kommt,

bist du in der Lage

mein Leben zu beschützen?

Bist du überfordert?

Soll ich den

Leittierjob übernehmen?

Sag es mir

JETZT!”.

Wenn unsere Antwort

jetzt nicht sofort und

vor allem authentisch

heisst “Ja, ich kann

dich beschützen, hab

keine Angst, ich weiß,

was zutun ist”, dann

| 22 | TRAIL & RIDE | NFWRC |

wird das Pferd selbst entscheiden,

was es für

richtig hält.

Wir sollten also nicht

im eigentlichen Sinne

daran arbeiten, daß das

Pferd sich uns unterordnet,

sondern im übergeordneten

Sinne daran,

das unser Pferd uns als

Autorität ansieht und

das, weil wir authentisch

sind. Mit Autenthisch

meine ich in

diesem Fall, das es

nicht reicht, wenn wir

einfach ein paar Körperhaltungen

einstudieren

und diese am Pferd anwenden.

Wir müssen das Pferd

verstehen, wir müssen

verstehen, welches Verhalten

unsererseits

JETZT angebracht ist

und warum und genau

dass muss sich auch in

unserer Persönlichkeit

wiederspiegeln. Nur

dann kommen wir als

Leittier, als Führungspersönlichkeit

in Frage.

Ich will kein Pferd, das

mir bedinungslos folgt,

sondern ein Pferd, welches

mir instinktiv

sagt, wann es mich für

inkompetent hält.

Schließlich möchte ich

einen andauernden Dia-


log, keinen Monolog,

bei dem das Pferd nur

meinen Anweisungen folge

leistet.

Es reicht bei alle dem

natürlich nicht aus, die

Rangordnung einmal

klar zu stellen und es

dann auf sich beruhen

zu lassen. Mit jeder Bewegung,

jeder Handlung,

wird unsere

Position unbewusst in

Frage gestellt und überprüft,

ob wir als Leittier

in Frage kommen. Man

kann nicht nicht-kommunizieren

und jegliche

Kommuni-kation zwischen

uns und dem

Pferd ist ein Dialog, Aktion

und Reaktion wechseln

sich unentwegt ab,

oft ohne dass wir es bewusst

wahrnehmen.

Leittier ist kein Status,

den man einmal erhalten,

auf ewig behält. Dieser

wird subtil immer

wieder auf die Probe gestellt,

und sofern wir

für Bestätigung sorgen,

wird das die Beziehung

zwischen Mensch und

Pferd nur noch festigen.

Es geht gar nicht anders.

Denn wenn ich ein

Pferd “dominiere”, achtet

es auf mich, folgt jeder

meiner Bewegungen

und nimmt natürlich

auch alle meiner Unsicherheiten

und Fehler

zur Kenntnis.

Je länger und intensiver

man mit seinem

Pferd zusam-men arbeitet

und sich mit seinen

Bedürf-nissen auseinandersetzt,

desto mehr

entwickelt man sich

auch zu einer Führungspersönlichkeit.

Mit der Zeit wird man

nur noch selten bewusst

wahrnehmen,

wann das Pferd die

Rangordnung in Frage

stellt.

Ebenso unbewusst ist

dann auch unsere Antwort

auf die Frage nach

dem Leittierjob, der natürlich

unser Job sein

sollte. Die Klärung der

Rangordnung erfolgt

dann durch ganz subtile

und selbstverständliche

Handlung, bei

denen wir dem Pferd

seine Grenzen, aber

auch seine Möglichkeiten

aufzeigen. Genau

wie die Hilfengebung

beim Reiten, wird auch

hier die Kommunikation

mit der Zeit feiner.

Man ist ein eingespieltes

Team und strahlt

Souveränität und Autorität

aus, man lebt sie.

Und dieses hat nichts

damit zutun, wie häufig

das Pferd “eins auf den

Deckel” bekommen hat,

das wäre Konditionierung,

sondern mit der

eigenen Entwicklung zu

einer Führungspersönlichkeit.

Dominieren heisst

nicht, das Pferd zu unterdrücken,

sondern es

dazu zu bringen, sich einem

freiwillig anzuschliessen."

Autorin: Sylvia Czarnecki

Bilder: Oliver Haia /

pixelio.de

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