Berliner Zeitung 02.12.2019

BerlinerVerlagGmbH

Wiekonnte sich ein gesuchter IS-Terrorist so lange verstecken? – Seite 3

Heute mit

Finanztipp

für Rentner

Seite 6

-1°/4°

Starkbewölkt

Wetter Seite 28

Boris Johnson und

der Terror in London

Politik Seite 5

www.berliner-zeitung.de

Warum Klinsmann keine

Punkte für Hertha holte

Sport Seite 20

Montag,2.Dezember 2019 Nr.280 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Saudi-Arabien will

plötzlich Frauen fördern

Politik Seite 4

Beethoven-Preis

Pianist

mit

Gewissen

VonPeter Uehling

Wenn dem in Berlin lebenden

Pianisten Igor Levit der Beethoven-Preis

zugesprochen wird,

dann nimmt der arglose Musikfreund

wohl an, dass es sich um die

gerechte Auszeichnung für seine vor

kurzemerschienene,hochgerühmte

Gesamtaufnahme aller 32 Beethoven-Klaviersonaten

handelt.

Weit gefehlt. DerBeethoven-Preis

wird nicht einfach

einem Musiker

verliehen,

der karriereversessen

an seinem

Instrument

werkelt. Der„Internationale

Beethovenpreis

Igor Levit,

Musiker mit einem

besonderen Ton

für Menschenrechte,

Frieden,

Freiheit, Armutsbekämpfung

und Inklusion“ nimmt den Komponisten

als „Sozialutopisten und gesellschaftlichen

Visionär“ in Beschlag

und wirdvon der 2016 in Bad

Honnef gegründeten Beethoven

Academy an Musiker verliehen, die

in diesem Sinne auffällig werden.

MitMusik allein ist das schwierig.

Auch Beethoven musste zu einem

Opernlibretto greifen oder zu Schillers

Versen, und besonders qualifizierthat

ihn ein Stammbucheintrag:

„Wohl tun, wo man kann; Freiheit

über alles lieben“.

Auch die bisher ausgezeichneten

Künstler wie Wolfgang Niedecken,

oder Gabriela Montero haben sich

wie jetzt Igor Levit nicht nur mit ihren

Tönen, sondern mit Liedtexten

oder öffentlichen Stellungnahmen

empfohlen. Igor Levit hat 33 000 Followerbei

Twitter,die er auf den Geist

der Demokratie, Menschenwürde

und des Klimaschutzes einschwört.

Er gibt Interviews, indenen er seine

Position verteidigt. Im Konzertsaal

richtet er gelegentlich das Wort an

seine Hörer.

Levit empfindet das als selbstverständlich.

Der32-Jährige,der als Kind

aus Russland nach Deutschland kam,

weiß, dass seine freie Arbeit als Pianist

an gesellschaftlichen Voraussetzungen

hängt, die er gefährdet sieht.

Dass man ihm 2011 sagte, ergehöre

aufgrund seiner jüdischen Herkunft

nicht mehr hier her, war ein erster

Weckruf gegen Diskriminierung.

Vollends politisiert hat ihn die Begegnung

mit Menschen im Flüchtlingslager

Idomeni, die„das Elementarste“

nicht mehr erleben: „aufwachen

und einen Plan haben“.

In traditionell verschlafenen

Klassik-Kreisen ist jemand wie er,

der für jene Werte eintritt, die dieser

Musik doch zugrundeliegen, überaus

wichtig. „Jedes Kunstwerkist ein

Akt der Reflexion über die Welt da

draußen. Ich glaube, dass jeder, der

die Welt aufsaugt, nur gewinnen

kann.“ Auch wenn Levit eher das

Klavierspielen als sein Engagement

aufgeben würde: Er gewinnt durch

seine politische Positionierung auch

als Künstler –nicht zuletzt als Beethoven-Interpret.

BER wird

300 Millionen

teurer

Endlich gibt es einen Eröffnungstermin

für den Flughafen. Aber jetzt stellt sich heraus:

Der Bau wird deutlich mehr kosten. Seite 9

Merkels Regierung wackelt

Nach der Entscheidung über die neuen SPD-Vorsitzenden ist die Zukunft der großen Koalition ungewiss

VonMarkus Decker

und Daniela Vates

Der 29. November, der

Abend des vergangenen

Sonnabends, stellt eine

Zäsur in der deutschen

Politik dar. Soviel ist klar, denn die

Kür der neuen Vorsitzenden der SPD

bringt die große Koalition unter Angela

Merkel in Schwierigkeiten. Am

Dienstag wird man vielleicht schon

genauer wissen, wie groß diese

Schwierigkeiten sind. Dann tritt das

erweiterte Präsidium der SPD mit

Norbert Walter-Borjans und Saskia

Esken zusammen – den künftigen

Vorsitzenden der Sozialdemokratischen

Partei Deutschlands.Dabei, so

heißt es,werde ein Antrag diskutiert,

in dem nicht nur die Halbzeitbilanz

der großen Koalition bewertet

werde, sondern indem es auch um

neue Aufgaben für eine Fortsetzung

der Regierung und die Haltung zum

Regierungsbündnis mit CDU und

CSU insgesamt gehen solle. Mit anderen

Worten: Am Dienstag wird

man vielleicht bereits besser wissen,

ob die Koalition am Ende zerbricht

oder nicht.

Am Sonnabend um kurz nach 18

Uhr hatte die kommissarische SPD-

Vorsitzende Malu Dreyer das Ergebnis

des Mitgliederentscheids bekannt

gegeben. Wasviele an der Basis

gehofft und in der erweiterten

SPD-Führung befürchtet hatten, ist

eingetreten: Walter-Borjans und Esken

haben Vizekanzler Olaf Scholz

und seine politische Partnerin Klara

Geywitz mit rund 53 zu 45 Prozent

besiegt. Zuvor hatte insbesondere

Esken deutlich gemacht, dass die

große Koalition nur Bestand haben

könne, wenn der im Frühjahr 2018

verhandelte Koalitionsvertrag im

Sinne der SPD nachverhandelt

werde. Im Gespräch sind ein höherer

Mindestlohn sowie ein Abrücken

von der Schuldenbremse und mehr

öffentliche Investitionen.

Walter-Borjans und Esken vermieden

zwar nach dem Mitgliederentscheid

eine direkte Drohung mit

einem Ausstieg aus der Regierung.

Das aber dürfte nicht dazu führen,

dass sie komplett zurückrudern–allein

um jene nicht zu verprellen, die

sie unterstützt haben, wie etwa die

Jungsozialisten.

Daher ist zunächst nur der Zeitplan

klar: AmDienstag tagt das erweiterte

Präsidium. In dem Beratungsgremium

sitzen sowohl GroKo-

Kritiker wie Juso-Chef Kevin Kühnert

als auch Anhänger des Weiterregierens

wie Fraktionschef Rolf Mützenich,

Arbeitsminister Hubertus Heil

oder Niedersachsens Ministerpräsident

Stephan Weil. Am Donnerstag

soll sich der Parteivorstand mit den

Empfehlungen für den Parteitag befassen.

Der amFreitag beginnende

Parteitag selbst soll die Frage dann

abschließend diskutieren und entscheiden.

Ein Beschluss für ein sofortiges

GroKo-Aus gilt als unwahrscheinlich.

Allerdings fragen sich

viele, wie hoch die inhaltliche Latte

für ein Weiterregieren mit der Union

gelegt wird. Der Parteitag muss im

Übrigen das Votum der Mitglieder

Sollten die sozialdemokratischen Minister die

Regierung verlassen, könnte Merkel auch mit

einer Minderheitsregierung aus Unions-Ministern

weitermachen. Ob diese aber bis zur

nächsten Bundestagswahl 2021 Bestand

hätte, ist fraglich

für Walter-Borjans und Esken bestätigen.

Aufseiten der Union ist die Sache

relativ eindeutig. Die CDU-Vorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer

gratulierte der SPD zu ihren künftigen

Vorsitzenden.„Es ist gut, dass die SPD

eine Entscheidung getroffen hat“,

sagte sie bei einer Auslandsreise als

Verteidigungsministerin im kroatischen

Split. „Das macht den Wegfrei,

um zur Sacharbeit zurückzukehren.“

Kramp-Karrenbauer betonte jedoch,

Geschäftsgrundlage sei der existierende

Koalitionsvertrag. „Auf dieser

Grundlage sind wir bereit, Politik für

Deutschland zu machen.“ Sprich: auf

einer anderen nicht.

Damit dürfte klar sein, dass die SPD

unter Walter-Borjans und Esken Forderungen

stellen wird, auf die CDU

und CSU dann entweder eingehen

oder die sie brüsk zurückweisen

können. Im zweiten Fall müssten die

neuen Parteichefs die SPD-Bundestagsfraktion

dazu bringen, aus der

Koalition auszusteigen. Das aber

würde sehr schwer, weil zumindest

ein Teil der Abgeordneten im Falle

von Neuwahlen kaum erneut ins

Parlament einzöge.

Um Neuwahlen zu ermöglichen,

müsste Kanzlerin Angela Merkel im

Bundestag die Vertrauensfrage stellen.

Scheitertsie und bekommt keine

Mehrheit, könnte der Bundespräsident

auf MerkelsVorschlag innerhalb

von21Tagen das Parlament auflösen.

Sollten die SPD-Minister die Regierung

verlassen, könnte Merkel aber

ebenso gut mit einer Minderheitsregierung

aus Unions-Ministern weitermachen.

CDU und CSU hätten

dann nur keine Mehrheit mehr, um

Gesetze oder einen Haushalt zu verabschieden.

Eine Minderheitsregierung

würde mithin kaum bis zur

nächsten regulären Bundestagswahl

im Herbst 2021 durchhalten.

Auffällig zurückhaltend reagierten

derweil die Grünen. „Wir gratulieren

Saskia Esken und NorbertWalter-Borjans

zur gewonnenen Urwahl“,

ließen die Vorsitzenden Annalena

Baerbock und RobertHabeck

per E-Mail wissen. Den Grünen ist

bewusst, dass sie im Falle von Neuwahlen

das Erbe der SPD als Juniorpartner

der Unionantreten könnten.

Daher genießen sie –und schweigen.

Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8

DPA

Gläserne Blume

kommt nicht

ins Schloss

Humboldt-Forum verzichtet

auf Kunstwerk aus dem Palast

VonMaritta Tkalec

Das Humboldt-Forum verzichtet

vollständig auf die Ausstellung

der Gläsernen Blume aus dem Palast

der Republik. Ein Urteil des Landgerichts

Berlin hatte die Ausstellung

der Glas-Stahl-Skulptur aus dem Palast

der Republik als 1:10-Modell verboten,

die Stiftung Humboldt-Forum

hat die einstweilige Verfügung

inzwischen durch eine Abschlusserklärung

als endgültig anerkannt.

Bernhard Wolter, Pressesprecher

des Humboldt-Forums,teilte der Berliner

Zeitung mit, dass es „nicht möglich

sein wird, mit dem Modell der

Gläsernen Blume im Humboldt-Forumdieses

populäreErinnerungsobjekt

aus dem Palast der Republik auszustellen.

DieWiederherstellung und

-aufstellung des Originals ist wie bereits

wiederholt mitgeteilt aus technischen

Gründen nicht durchführbar.“

Gleichwohl wolle man in der Ausstellung

zur Geschichte des Ortes „inhaltlich“

auf die Gläserne Blume eingehen.

Das imBesitz der Bundesrepublik

befindliche Kunstwerk lagert

derzeit in einem baufälligen Depot

des Deutschen Historischen Museums

in Spandau.

Das DHM als Leihnehmerin erwägt

nun, die Gläserne Blume in einer

neuen Dauerausstellung zu zeigen.

Die Restaurierung hält Sammlungsdirektor

Fritz Backhaus für

möglich: „Wir können das“, sagte er

der Berliner Zeitung: „Das ist eine

technische Frage, die sich sicherlich

lösen lässt.“ Restaurierungsbedürftig

sind vorallem die großen gläsernen

Blütenblätter und die mit Klebstoff

aufgebrachten Applikationen.

Für eine Aufstellung des 5,20 Meter

hohen, fünf Tonnen schweren Objektes

gebe es im DHM aber keinen

Platz.

Kulturstaatsministerin Monika

Grütters (CDU) hält eine Restaurierung

nicht für machbar.Inihrer Antwort

auf die Anfrage der Linke-Bundestagsabgeordneten

Simone Barrientos

schreibt sie,die vergilbten Kleber

zu ersetzen sei zu aufwändig und

könne das Glas beschädigen. Zudem

behauptet sie, „beide Urheber“ der

Blume lehnten deren Aufstellung ab.

RichardWilhelm, einer beiden, sagte

der Berliner Zeitung jedoch, er biete

dafür seine Hilfe an. Berlin Seite 10

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Tagesthema

Neue SPD-Führung

Der Erfolg von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken

zeigt, wie unzufrieden die Parteimitglieder mit ihrer

Führung mittlerweile sind

Die Revolte der Basis

VonAndreas Niesmann und Tobias Peter

Sie waren von ihrem Sieg genauso überrascht wie ihre unterlegenen Konkurrenten: das künftige SPD-Führungsduo NorbertWalter-Borjans und Saskia Esken.

IMAGO

Das Willy-Brandt-Haus in

Berlin wirdinden nächsten

Wochen vermutlich

alles erleben –nur keine

besinnliche Weihnachtszeit. „Die

nächsten Tage werden jetzt richtig

anstrengend“, sagt ein führender Sozialdemokrat.

„Aber das haben die

Mitglieder so gewollt.“

Die SPD-Mitglieder haben abgestimmt

und ihrem politischen Spitzenpersonal

einen mächtigen Schlag

versetzt. Die Basis wagt die Revolte.

Eine Hinterbänklerin aus dem Bundestag

und ein Polit-Rentner aus

Nordrhein-Westfalen sollen die Partei

künftig führen. Derhaushohe FavoritOlaf

Scholz und seine Tandempartnerin

Klara Geywitz sind geschlagen.

Daskünftige Führungsduo

heißt Norbert Walter-Borjans und

Saskia Esken.

Kaum jemand im politischen Berlin

hatte mit diesem Ergebnis gerechnet

–imGegenteil. Nahezu alle

SPD-Minister in der Bundesregierung

und große Teile der Bundestagsfraktion

hatten auf Klara Geywitz

und Olaf Scholz gesetzt. Nicht

etwa, weil dem Hanseaten und der

Frau aus Potsdam die Herzen zufliegen

würden. In Wahrheit war es die

weit verbreitete Skepsis gegen Walter-Borjans

und Esken, die die Amtsund

Mandatsträger der SPD fast

schon geschlossen in das Scholz-Lager

trieb.

Selbst Niedersachsens Ministerpräsident

Stephan Weil, der Scholz

seit Jahren in inniger Ablehnung verbunden

ist, hatte in der letzten Abstimmungswoche

zu Protokoll gegeben,

dass sich ihm bei mancher Äußerung

Saskia Eskens die Nackenhaareaufstellen

würden. Derfrühere

SPD-Vorsitzende Martin Schulz,

ebenfalls kein Freund von Scholz,

hatte sogar regelrecht für ihn geworben

–bis hin zu gemeinsamen Interviews.Weil,

Schulz und alle anderen

in der ersten Reihe stehen nun blamiertda.

98 246 Stimmen für ihn und Geywitz,

114 995 für Walter-Borjans und

Esken. 53 zu 45 Prozent. DasErgebnis

ist noch nicht mal knapp. Esist eine

Ohrfeige für die Führungsriege der

SPD,ein Misstrauensvotum der Basis

gegen das Establishment. Vorallem

aber ist es eine absolute Niederlage

für Olaf Scholz. Schwer zu sagen, ob

er sich davon erholen wird.

Am Sonnabend steht der Vizekanzler

und Bundesfinanzminister

auf der Bühne des Willy-Brandt-Hauses

und hat erkennbar damit zu

kämpfen, dass ihm die Gesichtszüge

nicht vollends entgleiten. Scholz war

siegessicher gewesen, der große Zuspruch

selbst von einstigen Gegnern

hatte ihn in den vergangenen Wochen

geradezu beflügelt. Nunsteht er

im Scheinwerferlicht und muss den

Siegerngratulieren.„Die SPD hat eine

Entscheidung getroffen“, sagt er mit

heiserer Stimme. „Die Entscheidung

bedeutet eine neue Parteiführung,

und hinter der müssen sich alle versammeln.“

Er wünscht noch „alles

Gute“ –und verlässt schon kurze Zeit

später das Willy-Brandt-Haus. Mit

seinen engsten Mitarbeitern geht er

auf den Schock einen trinken. Geywitz

fährt nach Hause. Sie will am

1. Advent mit ihren Kindern Plätzchen

backen. Jeder verarbeitet das

jetzt auf seineWeise.

DieFrage,wie es so weit kommen

konnte, wird die Partei noch lange

beschäftigen. Wenn irgendjemand

voreinem Jahr behauptet hätte,Norbert

Walter-Borjans und Saskia Esken

würden einmal Vorsitzende der

SPD werden, hätte man ihn oder sie

für verrückt oder betrunken erklärt.

Auch Walter-Borjans und Esken

selbst hätten vermutlich gelacht.

Keiner vonbeiden hatte auch nur im

Entferntesten davon ausgehen können,

diese mehr als 150 Jahre alte

Partei einmal zu führen.

Die politische Karriere von Walter-Borjans

war eigentlich schon

vorbei. Der gebürtige Krefelder war

von 2010 bis 2017 Finanzminister

des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Robin Hood der Steuerzahler“ tauften

sie ihn an Rhein und Ruhr,weil er

während seiner Amtszeit mit gekauften

Steuer-CDs gnadenlos Jagd auf

Steuersünder machte. Ein wichtiges

Parteiamt hatte er nie inne.

Der67-Jährige hat eine sympathische,

onkelhafte Ausstrahlung –

neigt aber zur Langatmigkeit, insbesondere,

wenn er über sein Lieblingsthema

Steuern spricht. Dann

fühlt sich ein Gesprächspartner

schnell wie jemand, dem gegen seinen

Willen eine umfangreiche Briefmarkensammlung

gezeigt wird. Und

deren stolzer Besitzer zu jeder noch

so popeligen Marke eine eigene Geschichte

zu erzählen hat. Saskia Esken,

geboren in Stuttgart, spricht

stolz darüber, dass sie in ihrem Leben

mehr gesehen habe als die Politik

–und Jobs gemacht hat, die nicht

Teil des üblichen Lebenslaufs von

Spitzenpolitikern sind. Sie arbeitete

als Paketbotin, als Kellnerin, als

Schreibkraft. Siemachte eine Ausbildung

zur Informatikerin, arbeitete in

der Softwareentwicklung, verzichtete

dann aber für die Kinder auf eine

berufliche Karriere.

„Ich glaube, dass Sozialdemokraten

weiterarbeiten sollten für dieses Land,

auch in Regierungsverantwortung.“

Hubertus Heil, SPD-Arbeitsminister in der großen Koalition,

hat noch am Sonnabend von seiner Dienstreise in Äthiopien angekündigt,

dass er als stellvertretender SPD-Vorsitzender kandidieren

und im Regierungsbündnis bleiben wolle.

Esken ist seit 2013 Mitglied des

Bundestages.Sie hat ihren Wahlkreis

in Baden-Württemberg nie direkt

gewonnen, sagt aber,das sei für eine

Sozialdemokratin praktisch unmöglich.

Außerhalb des Kreises derer,die

sich besonders für Digitalpolitik interessieren,

war die Abgeordnete bis

vor kurzem weitgehend unbekannt.

Die58-Jährige ist Mitglied der Parlamentarischen

Linken in ihrer Fraktion.

Siegilt unter Kollegen weder als

besonders gut vernetzt noch als

übermäßig zugänglich.

Die beiden meldeten ihre Kandidatur

erst kurz vor Anmeldeschluss

an. Viele inder Partei hatten damals

noch darauf gewartet, ob Juso-Chef

Kevin Kühnert – prominentester

GroKo-Kritiker in der SPD –ins Ren-

nen zieht. Kühnert, dem wohl auch

vor der Größe der Aufgabe graute,

sagte schließlich ab und gab zu erkennen,

er werde Esken und Walter-

Borjans unterstützen.

Ohne die Juso-Unterstützung

hätten die beiden es wohl kaum geschafft.

Sie mussten einen Wahlkampf

gegen die gesamte Parteiführung

machen. Ohne Mitarbeiter,

ohne Apparat. Eine kleine Gemeinschaft

aktueller und ehemaliger Jusos

aus Nordrhein-Westfalen verlieh

der anfangs nur langsam auf Touren

kommenden Kandidatur Schwung.

Ex-NRW-Juso-Chef Veit Lemmen

und die mit ihm liierte Bundestagsabgeordnete

Wiebke Esdar kümmerten

sich um die Strategie, Lemmens

Nachfolger bei den Jusos, Frederick

Cordes, umdie Mobilisierung. Die

Kommunikation übernahm der

Pressesprecher der NRW-Jusos Lukas

Günther –halbtags und in seiner

Freizeit.

Der Erfolg dieser kleinen Mannschaft

gegen all die professionellen

Strippenzieher, Kommunikatoren

und Berater der SPD zeigt, wie sehr

die Basis inzwischen gegen die eigene

Parteispitze rebelliert. Die SPD

ist tief gespalten, und der Riss verläuft

nicht nur zwischen linkem und

rechtem Flügel, sondern auch zwischen

oben und unten.

Denendgültigen Bruchzuverhindern,

ist die schwierigste Aufgabe,vor

der Walter-Borjans und Esken nun

stehen. „Uns ist sehr bewusst, dass

das hier nicht eine Frage vonSieg und

Niederlage ist, sondern dass es

darum geht, diese großartige Sozialdemokratische

Partei zusammenzuhalten“,

sagt Walter-Borjans in seiner

Dankesrede,die er auf einem säuberlich

gefalteten DinA4-Zettel notiert

hat. „Wir wollen allen die Hände reichen,

die andere Teams unterstützt

haben“, ergänzt Esken. Einer vondenenkündigt

noch am Sonnabend von

einer Dienstreise aus dem fernen

Äthiopien an, dass er künftig in der

ersten Reihe mitmischen will. „Wenn

mein SPD-Bezirk das will, werde ich

als stellvertretender SPD-Vorsitzender

kandidieren“, sagt Arbeitsminister

Hubertus Heil der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland).

„Ich glaube, dass Sozialdemokraten

weiterarbeiten sollten für

dieses Land, auch in Regierungsverantwortung“,

fügt er hinzu.

Zu hohe Erwartungen?

Der Arbeitsminister spricht damit

eine Frage an, die nun die meisten

Menschen in Berlin beschäftigt: Was

bedeutet das SPD-Ergebnis für den

Fortbestand der großen Koalition?

Und mit welcher Marschroute wird

das neue Führungsduo der SPD in

den Parteitag am kommenden Nikolauswochenende

gehen?

Walter-Borjans und Esken stehen

jetzt unter dem Druck ihrer Anhänger

zu liefern. Und liefern, das heißt

aus der Sicht vieler:rausaus der großen

Koalition. Mitdem Vorschlag eines

solchen sofortigen Ausstiegs

werden sie aber wohl nicht auf dem

Bundesparteitag Ende der Woche in

Berlin gehen. Vielmehr werden sie

darlegen, an welche Bedingungen

sie den Verbleib in der Koalition

knüpfen wollen.

Allein: Es dürfte schwierig sein,

Bedingungen zu finden, die sowohl

für die SPD als auch für die Union akzeptabel

sind. In der SPD sagen

schon jetzt die ersten Kritiker, Walter-Borjans

und Esken hätten

schlicht zu hohe Erwartungen geweckt

und die Partei damit in eine

Sackgasse manövriert.

VonMelanie Reinsch

Auch die Berliner Sozialdemokraten

zeigten sich vonderWahl des

neuen Chef-Duos Saskia Esken/Norbert

Walter-Borjans überrascht. Als

Landesverband mit klarer linker

Ausrichtung ist es aber kaum verwunderlich,

dass sich viele von der

Entscheidung der Bundes-SPD erfreut

zeigten.

Der SPD-Landesvorsitzende und

Regierende Bürgermeister Michael

Müller gratulierte den beiden neuen

designierten SPD-Vorsitzenden via

Twitter „sehr herzlich“. „Alle SPD-

Mitglieder konnten im transparenten

basisdemokratischen Verfahren

wählen, wer die SPD in eine neue

Zeit führen soll. Nungilt es,gemeinsam

für eine starke SPD und unsere

Inhalte zu kämpfen“, schrieb Müller.

Diestellvertretende SPD-Landesvorsitzende

Ina Czyborra begrüßte

die Entscheidung auf Bundesebene.

„Ich freue mich darüber sehr und

habe ebenfalls für Esken und Walter-

Borjans gestimmt“, sagte sie der Berliner

Zeitung am Sonntag. So habe

sie auch damals gegen den Verbleib

der SPD in der großen Koalition votiert–Esken

undWalter-Borjans sind

ebenfalls GroKo-Kritiker. Das sei

aber nicht der Grund für ihre Wahl

gewesen.„Die beiden stehen für eine

linke Ausrichtung der SPD und dazu

zähle auch ich mich. Ich erhoffe mir

nun ein mutiges Programm vonUmverteilung

über Klima bis hin zur Digitalisierung“,

so Czyborra. Das

passe auch zu Berlin. Das passe zur

SPD,„aber es passt vor allem gut zu

Deutschland“.

Angst vor Neuwahlen habe sie

nicht, auch wenn sie durchaus Sorge

vor „Thüringer Verhältnissen“ habe:

Dass es bei einem Austritt aus der

großen Koalition und Neuwahlen

Reaktionen aus dem Berliner Landesverband

„Die SPD muss nichts fürchten“

also schwer werden könnte, danach

eine tragfähige Koalition auf die

Beine zu stellen. „Aber man darf

nicht aus Angst vor dem TodSelbstmordbegehen“,

betonte die stellvertretende

Landesvorsitzende weiter.

Ein Austritt aus der Regierung dürfe

jedoch „nicht Hals über Kopf“ geschehen.

Ohnehin sei unklar, obdie

Union nicht am Ende doch auf die

Forderungen der SPD eingehen

werde, um ein Auseinanderbrechen

der Koalition zu verhindern.

Die Kritik, dass Saskia Esken und

NorbertWalter-Borjans zu wenig Erfahrung

mitbrächten, lässt sie nicht

gelten.„Dass Erfahrung nicht die Lösung

aller Probleme ist, hat man bei

Martin Schulz gesehen. Das hat uns

auch nicht weitergebracht. Scholz ist

souverän, ja. Er hat Politik gemanagt“,

so die SPD-Politikerin.

„Aber das ist offenbar schwer zu verkaufen.Vielleicht

ist es ganz gut, dass

man das Spiel jetzt ändert“, sagte

Czyborraweiter.

Zufrieden mit der Wahl ist auch

Iris Spranger, ebenfalls stellvertretende

SPD-Landesvorsitzende, die

ihr Kreuz auch bei Esken undWalter-

Borjans gesetzt hat. Sie ist der Meinung,

dass bei Neuwahlen vorallem

die Union ein Problem bekäme.„Die

SPD muss nichts fürchten. Wenn es

zu Neuwahlen kommen sollte, hat

nicht die SPD das Problem, eine

neue Koalition zu gründen, sondern

die Union. Mit den beiden SPD-

Chefs gibt es nun die Chance, Themen

neu zu setzen und zum Beispiel

das Klimapaket gründlich nachzuverhandeln,

so Spranger.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende

Raed Saleh formulierte seine Reaktion

allgemeiner, betonte jedoch,

dass gute Gewinner verantwortungsvoll

mit diesem Ergebnis umgehen

und auf die Unterlegenen zugehen

müssten, damit die Partei zusammengehalten

werde. „Die Bundesbürger

hatten viel Geduld mit der

SPD.Jetzt reicht es aber langsam. Sie

erwarten, dass wir uns nicht weiter

um uns selbst drehen, geschlossen

auftreten und uns den Themen des

Landes widmen. Undesgibt tatsächlich

noch viel zu tun“, sagte Saleh der

Berliner Zeitung.

Auch Jörg Stroedter, stellvertretender

Fraktionsvorsitzender der

SPD,zeigte sich zufrieden. „Ich habe

nicht zwingend das DuoEsken/Walter-Borjans

gewählt. Ich bin kein

Linker. Aber ich habe gegen Scholz

gestimmt“, sagt er.Dieser sei der völlig

„falsche Kandidat“ gewesen.

Scholz stünde für den Niedergang

der SPD der vergangenen Jahre. „Mit

ihm hätte es ein Weiter-so gegeben“,

glaubt er. Zumal sich die SPD im

Bund immer weniger vonder Union

unterschieden habe. Jetzt gebe es

eine neue Chance, sich von der

Union stärker abzugrenzen. Es sei

schwer absehbar, wie sich die Entscheidung

auf den Landesverband

auswirken werde. Klar sei aber, so

Stroedter, dass die Landesverbände

vomTrend im Bund profitieren oder

eben auch verlieren könnten. Neuwahlen

hält Stroedter längst nicht

für sicher. Erglaubt daran, dass sich

die Union bewegen werde, weil ein

Scheiterndes Regierungsbündnisses

keine Alternative für die Union sei.

„Die Führungsfrage innerhalb der

Union ist viel zu unklar. Außerdem

hat Merkel angekündigt, noch zwei

Jahre als Kanzlerin im Amt bleiben

zu wollen.“

Melanie Reinsch

glaubt, dass der Neuanfang

der SPD guttun wird.


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 3· ·

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Seite 3

Todeines Terroristen

In Trümmern: die Reste des Gehöfts, in dem sich der IS-Chef versteckt hatte.

AP/GHAITH ALSAYED

Als wollte Recep Tayyip Erdogan der

Welt beweisen, wie gut sein Sicherheitsapparat

arbeitet, lässt der türkische

Staatspräsident zurzeit eine

Razzia auf die andere folgen gegen Mitglieder

der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor

wenigen Tagen verkündete sein Innenminister

Süleyman Soylu, dass im türkisch kontrollierten

Gebiet Syriens ein „IS-Führungsmitglied“

namens Yusuf Huba festgenommen

wurde, der mutmaßliche Drahtzieher

der Messerattacke vom Juli 2017 in Hamburg.

Bei dem Anschlag tötete ein inzwischen

wegen Mordes verurteilter palästinensischer

Asylbewerber einen Mann und verletzte

fünf Menschen. Einweiterer aufsehenerregender

Fang war der türkischen Polizei

Mitte November gelungen, als sie 25 Angehörige

des früheren IS-Chefs Abu Bakr al-

Bagdadi aufgreifen konnte.Zuvor waren den

Fahndern bereits enge Angehörige des IS-

Kalifen ins Netz gegangen.

Auffallend ist, dass diese Antiterror-Erfolgsserie

eine Woche nach dem TodBagdadis

begann. Der meistgesuchte Terrorist der

Welt wurde am 26. Oktober bei einer dramatischen

Militäraktion voneinem US-Spezialkommando

in Syrien gestellt und zündete

dann eine Sprengstoffweste. „Bagdadi war

völlig isoliert“, behauptete US-Präsident Donald

Trump Stunden später. Genau daran

aber gibt es zunehmend Zweifel.

Denn der „unsichtbare Scheich“ des IS

hatte sich seit mindestens drei Monaten in

der Provinz Idlib aufgehalten. Sein Versteck

in einem Gehöft am Rand des Dorfes Barischa

lag im unmittelbaren Einflussbereich

der Türkei, fünf Kilometer entfernt von der

türkischen Grenze, und damit in einem Gebiet,

in dem türkische Soldaten patrouillieren

und auch der türkische Geheimdienst

MIT operiert.

WLAN im Versteck

Die US-Elitesoldaten stellten in Bagdadis

Anwesen zahlreiche Papiere, Laptops und

Handys sicher, über deren Inhalt bisher nur

wenig bekannt ist. Sie dürften dazu geführt

haben, dass ein amerikanisches Spezialkommando

nur einen Tagspäter auch Bagdadis

Chefpropagandisten AbuHassan al-Muhajir

nahe der syrischen Grenzstadt Dscharablus

in einem türkischen Protektorat fand und tötete.Und

sie haben vermutlich bewirkt, dass

amerikanische Kampfjets am 10. November

das mutmaßliche Haus des Nachfolge-Kalifen

Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi in der

unter türkischer Kontrolle stehenden syrischen

Kleinstadt Azaz bombardierten.

Damit wurde eine Frage unabweisbar:

Wie kann es sein, dass die Terrorpaten monatelang

unbehelligt direkt unter den Augen

Ankaras lebten? Der frühere US-Syriengesandte

Brett McGurk fasste das Unbehagen

in einem Kommentar für die Washington

Post mit dem Satz zusammen: „Die Türkei

hat einiges zu erklären.“

Gleichzeitig spürten Journalisten einer

möglichen Kooperation von Bagdadi und

der türkischen Regierung nach. Die bekannte

libanesische Kriegsreporterin Jenan

Moussa veröffentlichte vergangene Woche

Abu Bakr al-Bagdadi, früherer Chef des IS, wurde

von einem US-Spezialkommando in Syrien gestellt und zündete dann eine

Sprengstoffweste. Immer mehr wird jetzt bekannt über die letzten Monate

im Leben des Terroristen. Zuletzt hatte er sich nahe der

syrisch-türkischen Grenze versteckt –ineinem Gebiet, in dem türkische

Soldaten patrouillieren. Experten fragen nun:

Wiekann es sein, dass er dort monatelang unbehelligt lebte?

brisante Dokumente aus Bagdadis Rückzugsort,

die die Amerikaner womöglich

übersehen hatten. Es handelt sich um Rechnungen,

aus denen hervorgeht, dass die Bewohner

–und damit der IS-Kalif –seit Anfang

Februar über WLAN verfügten und das Netz

noch am Tagvor dem US-Angriff nutzten.

„Warum ist die Entdeckung der Internetverbindung

in Bagdadis Anwesen wichtig?“,

fragt Jenan Moussa. „Viele nahmen an, dass

Bagdadi in völliger Isolation lebte. Aber die

Netzverbindung legt nahe, dass er –obwohl

er sich versteckte –nicht völlig vomISisoliert

war und bis zum Ende (einige) Fäden zog.“

Der Fund könne eine interessante Lehre für

Terror-Analysten darstellen, schreibt sie.„Einige

Terrorverdächtige mögen sich in völlige

Isolation begeben. Anderebenutzen Kuriere.

Aber selbst auf der Flucht bleiben einige

noch nah am Internet.“

Die Zeitung The National aus Abu Dhabi

berichtet wenig später unter Berufung auf

zwei hohe irakische Geheimdienstbeamte,

dass Bagdadi tatsächlich auch einen persönlichen

Kurier benutzte, umVerbindung mit

seiner Organisation zu halten. Bagdadis Bruder

Juma war in den Monaten vor dem Tod

des Terrorchefs oft ohne Behinderungen

durch die Türken zwischen der syrischen

Provinz Idlib und Istanbul gependelt. Die

Iraker wurden auf ihn aufmerksam, als er

vonder syrisch-türkischen Grenzeindie 16-

Millionen-Metropole fuhr, welche die IS-

Führung offenbar als eine neue Operationsbasis

gewählt hatte. Sie beschatteten Juma

gemeinsam mit amerikanischen Geheimdiensten,

bis er im April von einem Syrien-

Aufenthalt nicht zurückkehrte.

„Es gibt keine harten Beweise für die Vorwürfe

gegen Ankara, aber in Geheimdienstkreisen

weisen viele auf eine passiveHaltung

des türkischen Sicherheitsapparats gegenüber

dem IS hin, die es ihm ermöglicht hat,

innerhalb des Landes ausgefeilte Netzwerke

aufzubauen“, schreibt die Zeitung. Die Iraker

besaßen in Istanbul einen Informanten,

der Jumas dortigen Kontaktmann zum IS in

der Türkei kannte. Der Mann habe ihm

Nachrichten vonIS-Kommandeuren im Irak

übermittelt –den Zustand ihrer Streitkräfte,

ihr Geld, ihre Logistik und ihre Routen. Umgekehrthabe

Juma dem Kontaktmann Nach-

VonFrank Nordhausen

Abu Bakr al-Bagdadi, der meistgesuchte Terrorist

der Welt,wurde von einem US-Spezialkommando in

Syrien gestellt und zündete dann eine Sprengstoffweste.

AFP

50 km

Mittelmeer

Barischa

TÜRKEI

Idlib

Provinz Idlib

Homs

Azaz

Aleppo

Dscharablus

Istanbul

BLZ/GALANTY

richten Bagdadis an die IS-Leute in der Türkei

übergeben sollen.

Die Geheimdienstler rührten Juma aber

nicht an, weil sie hofften, dass er sie letztlich

zum Schlupfwinkel des „IS-Kalifen“ führen

würde,sowie US-Agenten 2011 einem Kurier

zum Anwesen des Al-Kaida-Chefs Osama

Bin Laden im pakistanischen Abbottabad

gefolgt waren. Doch Juma entwischte ihnen.

Warum aber hefteten sich nicht auch die

Türken an Jumas Fersen?

Guido Steinberg, Terrorismusexperte der

Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin,

hält es für möglich, dass Ankaras Geheimdienst

MIT Bagdadis Bruder schlicht nicht

bemerkte. „Für einen Syrer mit guten Ausweispapieren

ist die Durchreise durch die

Türkei kein großes Problem, auch wenn es

sich um tausend Kilometer handelt. Man

steigt in einen Überlandbus, und das war’s“,

sagt Steinberg.

Er gibt auch zu bedenken, dass Geheimdienste

nicht selten blinde Flecken haben.

„Die Türken mögen über alle Informationen

verfügt, aber sie nicht entsprechend verarbeitet

haben. Denn sie messen dem IS keine

Priorität zu, ihr Augenmerk gilt der verbotenen

kurdischen Arbeiterpartei PKK und derenkurdisch-syrischem

Ableger YPG.“

Die kurdische YPG-Miliz wiederum war

der stärkste US-Verbündete im Kampf gegen

den IS. Und während der Verdacht besteht,

dass die Türkei Hinweise zu Bagdadi ignorierte,bereitete

das Pentagon sein Kommandounternehmen

mit kurdischer Unterstützung

vor. Anschließend bedankte sich US-

Präsident Trump zwar bei Erdogan für die

„Kooperation“, musste aber zugleich einräumen,

dass die Kurden „Informationen lieferten,

die sich als hilfreich erwiesen“.

Die amerikanischen Hubschrauber für

die Tötung von Bagdadi starteten nicht von

der nur 120 Kilometer entfernten Nato-Basis

Incirlik in der Türkei, sondernkamen aus Erbil

im kurdischen Nordirak, mehr als 700 Kilometer

entfernt. DieTürkei wurde kurzfristig

informiert, damit ihre syrischen Hilfstruppen

die anfliegenden US-Soldaten nicht

abschossen. DiesesVorgehen drückte ein tiefes

Misstrauen des amerikanischen Militärs

gegenüber dem Nato-Partner aus. Obwohl

der türkische Staatschef Erdogan unmittelbar

danach erklärte,sein Land werde„weiter

Antiterror-Maßnahmen unterstützen, wie

sie dies in der Vergangenheit tat“, wurde Beobachtern

schnell klar, dass nicht Hinweise

der Türkei, sondern der Kurden und Iraker

die Amerikaner auf die Spur des Terrorchefs

führten.

Laut einem Bericht des britischen Guardian

erfuhr der irakische Geheimdienst die

Fluchtroute der Bagdadi-Familie von einem

Schleuser, der sie nach Idlib gebracht hatte.

Auch eine von Bagdadis Frauen, die festgenommen

worden war,habe Hinweise zu seinem

Standort gegeben, berichtete die New

York Times. Letztlich habe dann ein „enger

Vertrauter“ den IS-Führer verraten, schrieb

das Blatt unter Berufung auf hohe US-Beamte.Unklar

ist, ob es sich bei dem Vertrauten

um einen kurdischen Spion aus dem

engsten Umfeld des „Kalifen“ handelte, der

die vermutlich präzisesten Informationen

übermittelte.

Was wusste die Türkei? Warum hat sie

nicht eher gehandelt? Wie viel der Nachlässigkeit

liegt tatsächlich nur in einem blinden

Fleck der Geheimdienste begründet?

DieTürkeihabedem IS seinen Aufstieg in

Syrien überhaupt erst ermöglicht, erklärte

der ehemalige US-Syriengesandte Brett

McGurk kürzlich in einem Interview mit dem

New Yorker Fernsehsender MSNBC, in dem

er an die wegen der problemlosen Anreise so

genannte „Dschihadisten-Autobahn“ durch

die Türkei erinnerte. „Ich leitete damals die

internationale Kampagne gegen den IS. Ich

sage,dass40000 IS-Dschihadisten aus mehr

als 110 Ländern aus der ganzen Welt Syrien

über die türkische Grenzebetraten“, sagte er.

Erst 2015, „als die Kurden die Grenze teilweise

übernahmen, baute die Türkei die

Mauern undschloss die Grenze“.

Eine Serievon Festnahmen

Dietürkischen Razzien seit dem Toddes„Kalifen“

belegen, wie gut die Sicherheitskräfte

die Dschihadisten-Szene im Land und in den

drei grenznahen Protektoraten im Blick haben.

Und plötzlich macht Erdogan möglich,

was jahrelang versäumt wurde.

Eine Woche nach dem amerikanischen

Zugriff ließ er führende IS-Kader, al-Bagdadis

Schwester Rasmiya Awad sowie eine der

vier Witwen des Top-Terroristenm, verhaften,

die beide im türkischen Protektorat Azaz

lebten. Die Bagdadi-Witwe habe nach ihrer

Festnahme viele Informationen über ihren

Mann und den IS preisgegeben, die „zu einer

Serievon Festnahmen geführt“ hätten, sagte

ein türkischer Regierungsvertreter.

Seltsam nur, dass gleichzeitig ein führender

türkischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur

AP mitteilte, die Frau sei bereits

vor anderthalb Jahren in der Südtürkei

festgenommen, aber wieder freigelassen

worden, offenbar ohne solch wichtige Erkenntnisse

zu gewinnen.

Frank Nordhausen,analysiertdie türkische

Innen- und Außenpolitik seit

vielen Jahren.


4 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Hessen ehrtden ermordeten

Politiker Walter Lübcke

Derermordete Kasseler Regierungspräsident

Walter Lübcke (CDU) ist

posthum mit der höchsten Auszeichnung

des Landes Hessen geehrt

worden. Ministerpräsident Volker

Bouffier (CDU) überreichte die Wilhelm-Leuschner-Medaille

am Sonntag

in Wiesbaden der Familie Lübckes.Dieser

habe sich „aus voller

Überzeugung für Freiheit, Demokratie

und soziale Gerechtigkeit eingesetzt“,

begründete Bouffier die Auszeichnung.

Lübcke war am 2. Juni in

seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen

worden. DerGeneralbundesanwalt

geht voneinem rechtsextremen

Hintergrund aus. (dpa)

Peene-Werft erhält

Schadenersatz

Für die Wolgaster Peene-Werft sollen

im Bundeshaushalt 200 Millionen

Euro für Schadenersatz eingestellt

werden. Daserklärte der haushaltspolitische

Sprecher der Unionsfraktion,

Eckhardt Rehberg, am Rande

des CDU-Landesparteitages Mecklenburg-VorpommernamSonnabend

auf Rügen. Diezur Bremer

Lürssen-Gruppe gehörende Werft

leidet unter dem Exportstopp für

Rüstungsgüter,den die Bundesregierung

voreinem Jahr verhängt hat.

Aufder Werftliegen mehrerefertige

und halbfertige Patrouillenboote für

Saudi-Arabien. (dpa)

Kenia in Sachsen:

Koalitionsvertrag steht

Knapp drei Monate nach der Landtagswahl

in Sachsen stehen CDU,

Grüne und SPD für eine gemeinsame

Regierung bereit. Am Sonnabend

stellten die drei Parteien ihren

Koalitionsvertrag vor. Wenn das

Bündnis am Ende endgültig besiegelt

ist, gibt es erstmals seit der

Wende ein Dreierbündnis in Sachsen.

Es wärenach Sachsen-Anhalt

und Brandenburgdie dritte Kenia-

Koalition in Deutschland. Beider

CDU soll ein Parteitag den Koalitionsvertrag

absegnen. SPD und

Grüne wollen ihreBasis befragen.

Wenn alles klappt, soll die Regierung

noch vorWeihnachten stehen. (dpa)

Anklage wegen

Journalistenmord auf Malta

Demonstranten halten Fotos der ermordeten

Daphne Caruana Galizia hoch. AP

Mehr als zwei Jahrenach dem Mord

an der regierungskritischen Journalistin

Daphne Caruana Galizia auf

Malta ist der mögliche Drahtzieher

angeklagt worden. DerUnternehmer

Yorgen Fenech steht seit Sonnabend

vorGericht in Valletta. Nun

gerät die Regierung vonPremierminister

Joseph Muscat extrem unter

Druck, weil der Angeklagte Kontakt

zu einem der engsten Vertrauten des

Regierungschefs gehabt haben soll.

Für Sonntag wurde eine Erklärung

Muscats erwartet. Caruana Galizia

war am 16. Oktober 2017 in ihrem

Auto in die Luft gesprengt worden.

Diedamals 53-Jährige hatte über

Korruption bei Regierung und Geschäftsmännernauf

Malta recherchiert.

Drei Männer wurden bisher

festgenommen und angeklagt. Sie

sollen den Sprengsatz gebaut und

gezündet haben. Werhinter ihnen

steckte,ist unklar. (dpa)

Aufgeben gilt nicht

Am Montag beginnt die Weltklimakonferenz. Manche Politiker erhoffen sich Druck von den Demonstranten

VonMartin Dahms, Madrid

Dieser Satz kann nicht fehlen:

„Der Klimawandel

ist eine ernsthafte Bedrohung

für die Menschheit“,

sagte der Generalsekretär der

Vereinten Nationen, der Portugiese

António Guterres, am Sonntag in

Madrid aus Anlass der 25. UN-Klimakonferenz,

die an diesem Montag

in der spanischen Hauptstadt beginnen

wird.

Diedramatischen Folgen des Klimawandels

sind bekannt. Seit der

ersten Klimakonferenz 1995 in Berlin

versammeln sich die Staaten der

Welt jährlich, um sich drüber einig

zu werden, wie diese Folgen abzumildern

wären. Sie sind vorangekommen,

schrecklich langsam allerdings.

Guterres ist einer von denen,

die ungeduldig werden. „Wir

müssen einfach aufhören, zu graben

und zu bohren,“ – nämlich

nach Kohle, Ölund Gas –„und die

enormen Möglichkeiten nutzen, die

uns die erneuerbaren Energien und

auf der Natur basierende Lösungen

bieten.“

So einfach ist es und so schwierig,

weil immer wieder, wie Guterres

klagt, „der politische Wille fehlt“, um

zum Beispiel einen Preis auf Kohlendioxidemissionen

zu erheben oder

die gewohnten Subventionen auf

den Abbau und Einsatz fossiler

Brennstoffe zu streichen. Dafür sind

die Klimakonferenzen da: um den

politischen Willen der Regierenden

anzuspornen.

Durchbruch in Kyoto

Hin und wieder sind auf diese

Weise Durchbrüche erreicht worden,

die bemerkenswertesten auf

der dritten Konferenz 1997 in Kyoto

und auf der einundzwanzigsten

2015 in Paris, als sich etliche Staaten

auf konkrete Ziele zur Reduktion

ihrer Treibhausgasemissionen

einigten. Die Madrider Konferenz

wird mutmaßlich keine sein, die in

die Geschichtsbücher eingeht,

stattdessen ein Routinetreffen der

Klimaprofis. 25000 Menschen

kommen in Madrid zusammen. In

der Hoffnung, dass ihre Zusammenkunft

der bedrohten Menschheit

vonNutzen ist.

Eigentlich sollte diese Konferenz

in Santiago de Chile stattfinden,

aber die politischen Unruhen in

Chile ließen ein Treffen in dieser

Größenordnung schon aus Sicherheitsgründen

nicht zu. Es musste

schnell ein anderer Veranstaltungsortgefunden

werden. Diespanische

Schnell noch ein Erinnerungsfoto von den Gipfelvorbereitungen in Madrid.

1992 Rio de Janeiro: Mit

dem Erdgipfel in Rio hat alles

angefangen. Man beschloss,

dass der Ausstoß der Treibhausgase

nur so weit steigen

darf, dass sich die Ökosysteme

anpassen können und

„die Nahrungsmittelerzeugung

nicht bedroht wird“. Die

Klimarahmenkonvention

legte den Grundstein für die

UN-Klimakonferenzen.

DIE WICHTIGSTEN GIPFEL

1997 Kyoto: Die Industrieländer

vereinbaren, ihrenTreibhausgas-Ausstoß

von1990

bis 2012 um mindestens 5

Prozent zu senken. Die USA ratifizieren

das Protokoll nicht.

2009 Kopenhagen: Die

Staaten nehmen nur „zur

Kenntnis“, dass die Erdtemperatur

um nicht mehr als

zwei Grad steigen sollte.

AP/PAUL WHITE

2015Paris: Die Erderwärmung

soll auf deutlich unter 2

Grad,wenn möglich sogar auf

1,5 Gradbegrenztwerden. Da

die Klimazieleder Länder dafür

nicht ausreichen,sollensie

diesenachbessern.Von2020

bis 2025sollen die Industriestaaten

jährlich 100 Milliarden

Dollar für Entwicklungsländer

bereitstellen.Später

soll der Betrag steigen.

Saudi-Arabien entdeckt die Frauenrechte

Regierung bot sich Ende Oktober

für die Organisation des Treffens in

Madrid an. In nur einem Monat

stemmte sie das Großereignis –eine

erstaunliche logistische Leistung.

Präsidiert wird die Konferenz wie

geplant von der chilenischen Umweltministerin

Carolina Schmidt.

Viel politische Prominenz hat sich

für Madrid nicht angemeldet. Von

den G20-Staaten schickt nur Argentinien

seinen (scheidenden) Präsidenten

Mauricio Macri, außerdem

kommt EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von der Leyen. Die

höchstrangige Vertreterin der Bundesregierung

wird UmweltministerinSvenja

Schulzesein.

Greta kommt im Katamaran

UN-Generalsekretär Guterres

dankte am Sonntag ausdrücklich

„den jungen Leuten, die eine unglaubliche

Führungskraft“ zeigten.

„Wir haben die Zukunft der Jugend

in Gefahr gebracht“, sagte er.„Unser

Krieg gegen die Natur muss ein Ende

haben.“ Das sollte eine Selbstverständlichkeit

sein, aber offenbar tut

es den Politikern gut, Protest junger

Leute auf der Straße zu sehen und zu

hören.

Am kommenden Freitag wirdsich

eine der Hauptverkehrsachsen Madrids

mit Demonstranten füllen, ihr

optimistisches Motto: „Die Welt ist

erwacht angesichts des Klimanotstands.“

Möglicherweise wird bei

dieser Demo auch Greta Thunberg

auftreten, die zurzeit noch in einem

Katamaran aus Amerika Richtung

Europa unterwegs ist. Sie will in den

nächsten Tagen in Lissabon landen

und sich von dort auf den Wegnach

Madrid machen.

Vielleicht hilft der Druck der Demonstranten,

dass sich die in Madrid

versammelten Delegierten zu

ehrgeizigeren Klimazielen durchringen

können. Das Motto ihrer

Konferenz ist„Zeit zu handeln“. Patricia

Espinosa, die Generalsekretärin

der UN-Klimakonvention, gibt

der Menschheit noch ein „kleines

Zeitfenster“, um die Gelegenheit

zum Umsteuernzunutzen. Bis2030

sollten die Treibhausgasemissionen

um 45 Prozent sinken, bis 2050 die

„Klimaneutralität“ erreicht sein.

Das sei eine „extrem schwierige

Herausforderung“ –aber machbar.

„Die Menschheit ist oft gestolpert“,

fügte sie in einem Interview mit El

País hinzu,„und hat es trotzdem immer

wieder geschafft, voranzukommen.

Daseinzige,was wir uns nicht

leisten können, ist uns geschlagen

zu geben.“

Während seines G20-Vorsitzes will sich das Land für Frauen einsetzen, denen der „gesellschaftliche Ausschluss“ drohe

VonJohannes Schmitt-Tegge

und Michael Fischer

Kaum ein anderes Land steht international

so in der Kritik wie

Saudi-Arabien. Seit Sonntag hat es

den Vorsitz in der G20-Gruppe und

will seine Präsidentschaft im nächsten

Jahr nutzen, um sein angeschlagenes

Image aufzubessern.

Saudi-Arabien will unter anderem

auf die Themen Frauen, Klimaschutz

und technischer Fortschritt setzen.

Die saudische G20-Präsidentschaft,

die bereits an diesem Sonntag begann,

solle Bedingungen schaffen,„in

denen alle Menschen – vor allem

Frauen und junge Leute –leben, arbeiten

und Erfolg haben können“, erklärte

das Königreich in der Nacht

zum Sonntag. Riad wolle auch Klimaschutzmaßnahmen

vorantreiben,

um etwa die Versorgung mit Wasser

und Lebensmitteln zu sichern.

Im weltweiten Vergleich sind die

Rechte für Frauen allerdings in wenigen

Ländern sostark eingeschränkt

wie in Saudi-Arabien. Unter anderem

gelten strenge Kleidervorschriften.

Einige Regelungen wie das Autofahrverbot

wurden zwar gelockert.

Aber Frauen brauchen für viele Entscheidungen

des Lebens immer

noch die Zustimmung eines männlichen

Vormunds. Mehrere Frauenrechtlerinnen

wurden zudem inhaftiert.

Frauen werden im saudischen

G20-Programm als „unterversorgter“

Teil der Bevölkerung bezeichnet,

denen der „gesellschaftliche Ausschluss“

drohe.

Saudi-Arabien löste Japan am

Sonntag an der Spitze der Gruppe

führender Wirtschaftsmächte ab, die

zwei Drittel der Weltbevölkerung und

85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung

repräsentiert. Daserzkonservative

Königreich steht nach der Ermordung

des regierungskritischen

Journalisten Jamal Khashoggi sowie

wegen der Menschenrechtslage und

der Beteiligung am Krieg im Jemen in

der Kritik. Auch der saudische G20-

Vorsitz ist deshalb umstritten.

Kronprinz Mohammed bin Salman,

der faktische Herrscher Saudi-

Arabiens, versprach „konkrete Maßnahmen“,

um die Ländergruppe auf

die „Herausforderungen der Zukunft“

vorzubereiten. Mit seiner

Lage zwischen Asien, Afrika und Europa

nehme Saudi-Arabien eine besondere

Rolle ein. Der nächste G20-

Gipfel soll am 21. und 22. November

2020 in Riad stattfinden. Es ist das

erste Gipfeltreffen der G20 in der arabischen

Welt. Gastgeber wird dann

Bin Salman sein, der verdächtigt

wird, in die Ermordung Khashoggis

im saudischen Generalkonsulat in

Istanbul voreinem Jahr verwickelt zu

sein. Bin Salman übernahm die Verantwortung

für die Tat, bestritt aber,

die Tötung angeordnet zu haben.

„Zynische PR“

Im Jemen-Krieg führtdas Königreich

eine Allianz vorwiegend arabischer

Staaten gegen die vom Iran unterstützten

schiitischen Huthi-Rebellen

an. DerKrieg hat zur derzeit größten

humanitären Katastrophe weltweit

geführt.

Amnesty International forderte

die anderen 19 Mitglieder der G20

dazu auf, während der saudischen

Präsidentschaft die Menschen-

rechtslage dort klar anzusprechen.

Die Organisation „Reporter ohne

Grenzen“ (ROG) sprach von „zynischer

PR“. Nach einer neuen Welle

vonFestnahmen im November seien

im Land derzeit mindestens 37 Medienschaffende

wegen ihrer journalistischen

Tätigkeit inhaftiert.

Auch die Opposition in Deutschland

erwartet von der Bundesregierung

Druck auf Saudi-Arabien. Linksfraktionschef

Dietmar Bartsch forderte

Kanzlerin Angela Merkel (CDU)

auf, nur bei einem Ende des Jemen-

Kriegs am G20-Gipfel in Riad teilzunehmen.

DerGrünen-Politiker Omid

Nouripour sprach sich gegen einen

Boykott aus. Stattdessen sollte der

Gipfel für offene Kritik an Saudi-Arabien

genutzt werden. Die Bundesregierung

erwartet von Saudi-Arabien

während der Präsidentschaft Fortschritte

bei einer Konfliktlösung im

Jemen. Dashat Außenminister Heiko

Maas (SPD) seinem saudischen Kollegen

Prinz Faisal bin Farhan bin Abdullah

Al-Saud bei einem G20-Treffen

im japanischen Nagoya voreinerWoche

klar gemacht. (dpa)

Biegsam

gegenüber den

Radikalen

Die AfD wählt ihre Spitze

neu und vermeidet Streit

VonJan Sternberg,Bielefeld

Als alles vorbei ist, nimmt Alexander

Gauland seinen braunen Aktenkoffer

und geht sehr langsam in

Richtung seiner Dienstlimousine.

Der 78-Jährige wirkt, als sei vieles

von ihm abgefallen: Anspannung,

Stress, aber auch die Sicherheit, gebraucht

zu werden von seiner AfD.

Gauland ist nun Ehrenvorsitzender

der AfD, geführt wird die Partei in

den kommenden zwei Jahren weiter

von Jörg Meuthen, zusammen mit

Tino Chrupalla, einem 44 Jahrealten

Malermeister aus Sachsen.

Chrupalla war GaulandsWunschnachfolger,

der Protegé von Fraktionschefin

Alice Weidel, auch der

Thüringer Landeschef Björn Höcke

stützte ihn und damit der rechtsradikale

„Flügel“. Chrupalla will sich

selbst zwar keiner der parteiinternen

Strömungen zuordnen lassen, die

konservativen Höcke-Gegner hatten

ihn aber nicht wählen wollen, da er

ihnen zu biegsam gegenüber den

Radikalen war.

Ost-West-Duo

Tino Chrupalla (l.) und Jörg Meuthen führen

jetzt die AfD.

DPA

Ein Führungsduo aus Ost und West

also, aus einem Akademiker und einem

Handwerksmeister –soausgeglichen

wie die Spitzescheint die Basis

aber längst nicht. Auch wenn die

Töne weniger schrill sind, die Wahlen

einvernehmlicher erfolgen, ist es

der „Flügel“, der sich hinter den Kulissen

in Stellung brachte. Die Höcke-Gegner

sind die großen Verlierer

dieses Parteitags,etwa die um Georg

Pazderski aus Berlin und Uwe Junge

aus Rheinland-Pfalz. Die beiden Ex-

Bundeswehr-Offizieregingen bei ihren

Vorstandsbewerbungen mit wehenden

Fahnen unter. Letzte explizite

Höcke-Gegnerin im Vorstand ist

nun nur noch: Beatrix von Storch.

Offene Streitigkeiten und heikle Themen

fanden kaum Platz in Braunschweig.

Zustimmung gab es auch

für Meuthens Ansage: „Ich gebe

mein Gesicht nicht für eine Partei

her,die in die Tolerierung extremistischer

Positionen abrutscht.“

Die AfD hat verstanden: Mit offenem

Extremismus verliertsie Wähler.

Es gilt nun, sich zu professionalisieren,

sich zu reglementieren, weniger

zu experimentieren, das ist in Braunschweig

zu spüren. Bis zur nächsten

Bundestagswahl will die Partei ihrem

Schmuddelimage entwachsen, zumindest

nach außen hin. Das wird

schwierig: So drängten Scharfmacher

reihenweise in den neuen Vorstand:

Stephan Brandner, wegen seiner

Hass-Tweets geschasster Bundestags-Rechtsausschussvorsitzender.

Andreas Kalbitz, Brandenburger Landeschef

mit einer langen Liste rechtsextremer

Kontakte. Stephan

Protschka, als Spender für ein revisionistisches

Denkmal in Oberschlesien

in Erscheinung getreten und Joachim

Paul, der unter Pseudonym für eine

NPD-nahe Zeitschrift geschrieben

haben soll. Einflussreichste Frau in

der AfD bleibt die Fraktionsvorsitzende

Alice Weidel als erste Stellvertreterin.

Im Bundestag ist sie Chrupallas

Chefin, in der Partei ist es andersherum.

Beide eint: Sie verstehen

Politik als eine Kette von Gefälligkeiten

und Abhängigkeiten und sind

entsprechend wandelbar.


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 5· ·

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Politik

Wahlkampf im Zeichen des Terrors

Die politische Pause nach dem Attentat von London währte nur kurz. Premier Johnson fordert härtere Strafen, Labour-Chef Corbyn Aufklärung von der Regierung

VonKatrin Pribyl

Es dauerte nur wenige Stunden,

bis der Anschlag in

London vonder Politik vereinnahmt

wurde.Dahalf es

auch nicht, dass sich der Vater von

Jack Merritt, eines der beiden Opfer,

am Wochenende zu Wort meldete

und seinen Sohn als „Champion der

Underdogs“ und „wunderbare

Seele“ pries,„die sich immer auf die

Seite der Schwächeren gestellt hat“.

Bevorerdarauf hinwies,dass der 25-

jährige Jack nicht gewollt hätte,„dass

sein Tod als Vorwand dafür missbraucht

wird, noch drakonischere

Gefängnisstrafen zu verhängen oder

Menschen unnötig einzusperren“,

forderte Premierminister BorisJohnson

bereits härtereMaßnahmen und

eine Verschärfung der Gesetze.

Man solle Terroristen einsperren

und den Schlüssel wegwerfen,

meinte der konservativeRegierungschef

im Kampagnen-Modus gestern

in der „Sunday Times“. Immerhin, es

herrscht Wahlkampf auf der Insel.

Am 12. Dezember bestimmen die

Briten ein neues Parlament. Johnson

und der Labour-Oppositionsführer

Jeremy Corbyn liefern sich folglich

einen Wettbewerb darum, wer mehr

Stärke, wer eine härtere Hand im

Kampf gegen den Terrorismus demonstrieren

kann. Die Wahlkampfpause

währte nur wenige Stunden

unmittelbar nach dem Angriff am

Freitag auf der London Bridge.

Die berührenden Worte des trauernden

Vaters gingen im Getöse und

Gestreite unter. AmFreitagnachmittag

hatte der 28-jährige Brite Usman

Khan zwei Menschen mit einem

Messer getötet und drei weitere verletzt.

Ausgerechnet ein Mann, der

2012 wegen Terrordelikten verurteilt

worden war.Ein Mann, der vorzeitig

auf Bewährung entlassen wurde und

seit Dezember 2018 eine elektronische

Fußfessel getragen hatte. Wie

konnte das passieren? Das Justizsystem

im Königreich muss sich unangenehme

Fragen gefallen lassen.

Unvermittelter Angriff

Am Tatort: Premierminister Boris Johnson (2.v.r.) mit Innenministerin Priti Patel (M.)

und Metropolitan Police Commissioner Cressedia Dick (2.v.l.).

AP/STEVE PARSONS

Die Umstände klingen makaber:

Khan nämlich befand sich vor der

Attacke auf einer Konferenz zum

Thema Resozialisierung von Ex-

Häftlingen in der Fishmongers’Hall,

einem Gebäude der Londoner Fischergilde.

Dort stach er nach dem

Mittagessen unvermittelt und wahllos

auf Teilnehmer und Organisatoren

der Veranstaltung ein. Jack Merritt,

ein Mitarbeiter der Kriminologie-Abteilung

der Cambridge-Universität,

betreute das

Rehabilitationsprogramm und leitete

das Seminar „Zusammen lernen“

am Freitag. Neben ihm verlor

eine Frau ihr Leben, deren Identität

zunächst nicht bekannt gegeben

wurde.

Die Briten sind geschockt über

die Tatund die Hintergründe –und

huldigen gleichzeitig den „Helden“,

die den Attentäter auf seiner Flucht

über die nahe gelegene London

Bridge überwältigten, bevor er von

einem Sonderkommando der Polizei

erschossen wurde. Videos von

Passanten zeigen, wie mehrere

Männer Khan zusetzten, etwa der

polnische Koch Lukasz, ein Augenzeuge

aus der Fishmongers’ Hall. Er

hatte einen zur Dekoration angebrachten,

anderthalb Meter langen

Stoßzahn eines Narwals von der

Wand gerissen und ging mit diesem

auf den Attentäter los. Ein weiterer

Mann besprühte Khan mit dem

Schaum eines Feuerlöschers. Andere

rangen den Terroristen zu Boden,

obwohl er eine ArtSprengstoffgürtel

trug, die sich später als Attrappe

entpuppen sollte.Einem Po-

lizisten in Zivil gelang es, Khan das

große Messer zu entreißen.

Die Terrorgruppe des sogenannten

„Islamischen Staats“ teilte später

mit, für die Messerattacke verantwortlich

zu sein.

Das Statement aber bedeute

nicht, dass es eine direkte Verbindung

zwischen Khan und der Organisation

gebe, schränkte der Terror-

Experte Peter Neumann vomLondoner

King‘s College ein. Der ISversuche

seit einiger Zeit, „sogenannte

einsame Wölfe zu inspirieren“, um

dann die Taten für sich zu reklamieren.

Während westliche Staaten

lange Zeit mit „Unbekannten“ umgehen

mussten, besteht seiner Ansicht

nach heute und in naher Zukunft

die Herausforderung darin,

dass die Terroristen den Behörden

im Grunde bekannt sind.

Häftlinge, Rückkehrer, Dschihadisten-Veteranen,

bedingt aus der

Haft entlassene Täter –viele der in

den vergangenen Jahren verhafteten

Dschihadisten kämen in den nächsten

zwei bis drei Jahren wieder frei, in

Frankreich etwa über die Hälfte, so

Neumann.

Boris Johnson forderte, Terroristen

sollten mindestens 14 Jahre hinter

Gittern verbringen. Es ergebe

„keinen Sinn, wenn Menschen, die

wegen terroristischer Straftaten verurteilt

wurden, vorzeitig entlassen

werden“, sagte der Premier, der in

Wahlumfragen deutlich vor Corbyn

liegt. Johnson schob Labour die

Schuld an der frühzeitigen Freilassung

zu und wies die Kritik an der

Sparpolitik der Konservativen zurück,

wegen der etwa tausende Polizistenstellen

gestrichen wurden. Seit

2010 führen die Tories die Amtsgeschäfte.

Mehr Geld für Gefängnisse

Oppositionschef Corbyn kritisierte

die Regierung und verlangte eine

„vollständige Untersuchung“. Die

Umstände der vorzeitigen Entlassung

des Terroristen seien ein „komplettes

Desaster“. Es sei fragwürdig,

ob der Täter überhaupt hätte aus der

Haft entlassen werden dürfen. „LängereStrafen

könnten vielleicht etwas

helfen, aber sie lösen das Problem

nicht, sondern verschieben es nur

auf ein paar Jahre später“, sagte Terror-Fachmann

Neumann. „An mehr

Investitionen besonders im Gefängnissystem

führtkein Wegvorbei, insbesondere

in Großbritannien, wo

die Mittel in den vergangenen Jahren

starkgekürzt wurden.“

Khan war 2012 gemeinsam mit

acht weiteren Tätern zunächst zu einer

Mindesthaftstrafe von acht Jahren

verurteilt worden. Die Gruppe

plante einen Bombenanschlag auf

die Londoner Börse. Ein Berufungsgericht

hob die Urteile gegen Khan

und zwei Mittäter im April 2013 auf

und verhängte gegen den jetzigen Attentäter

eine Freiheitsstrafe von 16

Jahren. Dem Londoner Polizeisprecher

Neil Basu zufolge wurde der

Brite auf Grundlage einer „umfangreichen

Liste vonAuflagen“ freigelassen,

an die er sich zunächst gehalten

habe.Bis zum vergangenen Freitag.

DER BERLIN-DIALOG HAT GEZEIGT:

BERLIN BRAUCHT EINEN PAKT

FÜR FAIRES WOHNEN.

1.

3.

Um durch konsequenten Neubau

dringend benötigten Wohnraum

zu schaffen.

Um Sanierungen zu fördern, die

Kostenverteilung zu regeln und so

den Klimaschutz voranzubringen.

2.

4.

Um Mieter entsprechend ihrer individuellen

Einkommenssituationen zuunterstützen und

zu schützen.

Um ungenutztes Bauland für die

Stadtentwicklung zurückzugewinnen.

Die komplexen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt erfordern einen Zusammenschluss

aller Akteure. Nur so lassen sich nachhaltige, von allen getragene und gerechte Lösungen finden.

Mehr unter faires-wohnen.berlin


6 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Tarifabschluss in der

Versicherungsbranche

Dierund170000 Beschäftigten im

Innendienst der privaten Versicherungen

erhalten ab Frühjahr 2020

mehr Geld. DieGewerkschaft Verdi

und der Arbeitgeberverband Versicherungen

(AGV)hätten sich bei der

dritten Verhandlungsrunde geeinigt,

teilte eine Verdi-Sprecherin mit.

Demnach steigen die Gehälter in

zwei Stufen ab dem 1. April2020 um

2,8 Prozent sowie vom1.Juni 2021

an um 2,0 Prozent. Zusätzlich gibt es

zum 1. Dezember 2019 eine Einmalzahlung

von225 Euro.Auszubildende

erhalten Vergütungserhöhungen

in Höhe von68Euround 30 Euro je

Ausbildungsjahr.Der Vertragläuft

über 29 Monate bis Ende Januar

2022. (dpa)

Lebensmittelhandel will

Nachwuchs besser bezahlen

DieAusbildungsvergütungen im Lebensmittelhandel

geraten angesichts

niedriger Bewerberzahlen in

Bewegung. Nach Lidl und Kaufland

hat auch Aldi Süd angekündigt, den

Nachwuchs künftig besser zu bezahlen.

Vomkommenden Sommer an

sollen die Auszubildenden bei dem

Discounter im ersten Jahr 1000 Euro,

im zweiten Jahr 1100 Euro und im

dritten 1250 Euro erhalten. Dassind

jeweils 50 Euro mehr im Monat.

Einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts

EHI zufolge sind

bei den 50 größten Handelsunternehmen

knapp 50000 offene Stellen

ausgeschrieben. Einwesentlicher

Grund sei die schlechte Bezahlung

in der Branche. (dpa)

Britische Autobauer fordern

enge Bindung an EU

Die Minifabrik in Cowley.

FOTO: JACOB KING/DPA

Angesichts des nahenden Brexits

forderndie britischen Autobauer

eine enge Handelsbeziehung mit

der EU. „Unsereglobale Wettbewerbsfähigkeit

ist bedroht“, sagte

der Chef des Autoverbands SMMT,

Mike Hawes, mitBlick auf sinkende

Produktionszahlen. Diekünftige Regierung

müsse auch nach dem EU-

Austritt „reibungslosen Handel, frei

vonZöllen, regulatorischen Angleichungen

und ununterbrochenen

Zugang zu Talenten“ gewährleisten.

Diebritische Autoproduktion ist in

16 der vergangenen 17 Monate gesunken.

(dpa)

Streik bei Lufthansa-Tochter

LSG abgesagt

DieGewerkschaft Verdiwirddie

Lufthansa-Cateringtochter LSG

doch nicht am Montag bestreiken.

DasteilteVerdi am Sonntag in Berlin

mit. DerVorstand der Fluggesellschaft

habe „kurzfristig ein verbessertes

Angebot vorgelegt“. Hintergrund

des Konflikts ist der angekündigte

Verkauf des europäischen

LSG-Teils an die Schweizer Gategroup.Verdi

hatte kritisiert, dass die

Lufthansa bisher „nur in unzureichendem

Maße Angebote zur Einkommenssicherung

bei Gehaltskürzungen

durch den neuen Eigentümer

vereinbaren wollte“. Angesichts

des Verkaufs befürchteten die Beschäftigten

massiveEinkommensverluste.

(dpa)

Wieviel fehlt bei der Rente?

Die gesetzliche Altersvorsorge deckt später nur einen kleinen Teil ab. Waszusätzlich an Vorsorge nötig ist

Von Theresa Dräbing

Wer sich allein auf die

gesetzliche Rente verlässt,

wird seinen Lebensstandard

später

extrem einschränken müssen. Das

Rentenniveau beträgt derzeit 48 Prozent.

Das heißt: Die Durchschnittsrente

eines Rentners, der 45 Jahre

Beiträge gezahlt hat, liegt derzeit bei

weniger als der Hälfte eines durchschnittlichen

Arbeitnehmereinkommens.

Nach dem aktuellen Rentenversicherungsbericht

der Bundesregierung

sinkt das Rentenniveau bis

2033 auf bis zu 44,5 Prozent. Zwar hat

sich die große Koalition darauf geeinigt,

eine Grundrente einzuführen,

aber auch die wirdnur den Grundbedarf

von langjährigen Beitragszahlern

mit Einkommen unter dem

Durchschnittsverdienst decken. Wer

sich im Ruhestand so wenig wie möglich

einschränken möchte,muss also

vorsorgen.

DochwasheißtdasfürdenEinzelnen?

Wieviel müssten Arbeitnehmer

monatlich sparen, um im Alter ihren

Lebensstandard halten zu können?

Diese Fragen können zwar nie pauschal

beantwortet werden, aber es

gibt Richtwerte, die dabei helfen,

eine Vorstellung vonder Größenordnung

zu entwickeln. Dazu gehört

neben der nötigen Sparrate etwa

auch der voraussichtliche Bedarf im

Alter, der ein anderer sein wird als

während der Arbeitnehmerzeit.

DER BEDARF IM ALTER

Faustformel: 80 Prozent des letzten

Nettogehalts sind nötig, um den Lebensstandardinder

Rente zu halten.

Erklärung: Ist man erst einmal raus

aus dem Arbeitsleben, fallen Kosten

etwa für den täglichen Wegins Büro

weg. Kinder sind dann in der Regel alt

genug, um finanziell auf eigenen Beinen

zu stehen. Außerdem fallen die

Vorsorgekosten weg – also alles, was

man vorher mühevoll für die Altersvorsorge

zurückgelegt hat. DasAngesparte

soll nun ausgezahlt werden

und verursacht keine Kosten mehr.

Einschränkung: Es könnenaber auch

neue Kosten entstehen. Isteine teure,

altersgerechte Renovierung des Hauses

nötig? Ausgaben für Medikamente

und Pflegedienste müssen teilweise

aus eigener Tasche bezahlt werden.

Häufig wird bei der Faustformel von

80 Prozent auch zugrunde gelegt,

dass im Alter die bisherige große

Wohnung nicht mehr benötigt wird.

Wenn aber ein Umzug in eine kleinere

Wohnung nicht infrage kommt, ist

auch keine Erleichterung zu erwarten.

Konservativere Schätzungen

empfehlen daher,von 95 Prozent des

letzten Nettogehalts auszugehen.

Letztlich sollte man eine eigene Rechnung

aufstellen und erwartbare monatliche

Kosten zusammentragen.

DIENÖTIGE SPARRATE

Faustformel: 10 bis 15 Prozent des

Nettogehalts sollten monatlich für

die private Altersvorsorge aufgewendet

werden, mindestens aber so viel,

wie möglich ist.

Von Benedikt von imhoff

Neue Mobilitätsangebote wie

Car- oder Ridesharing sollen die

Straßen entlasten. Viele Anbieter

drängten in den vergangenen Jahren

in den Markt, das Teilen soll das Geschäftsmodell

der Zukunft werden.

Doch eine aktuelle Studie zeigt: Bis

dahin ist es noch ein weiter Weg.

Denn bislang halten die Deutschen

am eigenen Auto fest, wie das CAR-

Institut der Universität Duisburg-Essen

ermittelt hat.

AlternativeAngebote wie Carsharing

würden kaum angenommen,

Waszusteht: Die Deutsche Rentenversicherung

teilt Versicherten ab dem 27. Lebensjahr

und nach mindestens fünf Beitragsjahren

jährlich mit, wie hoch die individuelle gesetzliche

Rente voraussichtlich einmal ausfallen

wird. Abfragen kann man dies auch

über deutsche-rentenversicherung.de.

RENTENRECHNER

Wasfehlt: Versicherte sollten beachten, dass

die voraussichtliche Altersrente stets brutto

angegeben wird. Es gehen also noch Steuern

und Sozialabgaben ab.Bei der Schätzung der

Rentenlückesollte dies ebenso bedacht werden

wie die jährliche Inflationsrate voncirca

ein bis zwei Prozent.

Kein Abschied vom eigenen Auto

Carsharing-Angebote kommen laut einer Studienicht aus der Nische heraus

ILLUSTRATION: SASCHA JAECK

Erklärung: Wermit 30 Jahren anfängt,

15 Prozent in die private Altersvorsorge

zu stecken, erreicht voraussichtlich

mit Renteneintritt ein

Niveau voncirca 80 Prozent des Nettoeinkommens.

Dabei ist einkalkuliert,

dass das Gehalt über die Jahre

hinweg steigt und die private Altersvorsorge

Rendite abwirft –gleichzeitig

aber auch, dass es Inflation gibt.

Istdie Inflationsrate höher als die Gehaltssteigerung,

müsste auch diese

Lücke wieder geschlossen werden.

Einschränkung: DieHöheder zusätzlichen

Sparrate hängt entscheidend

davon ab,wie zeitig jemand mit dem

regelmäßigen Sparen beginnt. Fängt

ein Arbeitnehmer erst mit 40 Jahren

oder noch später an, zusätzlich zum

gesetzlichen Rentenbeitrag Geld zurückzulegen

oder zu investieren,

müsste der Betrag entsprechend höher

sein, um das benötigte Vermögen

bis zum Renteneintrittsalter noch zu

erreichen. Der Richtwert gilt für 30-

Jährige, die Arbeitnehmer sind.

Selbstständige müssen eher mehr

einplanen, Beamte eher weniger.Generell

handelt es sich bei den zehn bis

15 Prozent nur um eine Orientierungsgröße,

die von den individuellen

Lebensumständen abhängig ist.

Sind längere Arbeitspausen zu erwarten,

die das Vermögen am Ende

schrumpfen lassen? Oder sind Mieteinnahmen,

ein Erbe oder Vermögen

aus anderer Quelle zu erwarten, die

mit in die Altersvorsorge einbezogen

werden können? Auch das sollte mit

einkalkuliert werden. Für viele wird

eine hohe Sparrate außerdem nicht

immer möglich sein. Dann gilt es zumindest,

das zurückzulegen, was

sich abzwacken lässt.

DIE PASSENDE ALTERSVORSORGE

Bei der Wahl der privaten Altersvorsorge

gibt es mehrereMöglichkeiten.

Generell unterscheidet man zwischen

staatlich geförderten Produkten,

wie der Riester-Rente oder der

Betrieblichen Altersvorsorge (bAV),

und nicht staatlich geförderten Produkten,

wie der Lebensversicherung,

der Rentenversicherung oder einer

nicht vertragsgebundenen Anlage in

Aktien oder ETF. Dabei handelt es

sich um börsengehandelte Indexfonds,die

die Wertentwicklung eines

gesamten Index –beispielsweise den

Dax–nachbilden.

Während Rentenversicherung

und Kapitallebensversicherung

kaum noch Rendite erwirtschaften

und ein Neuabschluss wegen hoher

Kosten von vielen Experten kaum

mehr empfohlen wird, gibt es ebenso

bei den anderen Produkten Vor- und

Nachteile. Bei den geförderten ProduktensindeingezahlteBeiträgeund

Zulagen zum Zeitpunkt des Rentenbeginns

zwar sicher, dafür müssen

im Alter aber hohe Abgaben auf die

Renten gezahlt werden. Hier muss

abgewogen werden, ob sich die Förderung

auszahlt oder aufgefressen

wird. Bei einem ETF-Sparplan fallen

zwar Steuern an, und es besteht das

Risiko, zeitweise Geld zu verlieren.

Werlangfristig anlegt, hat aber gute

Chancen auf eine höhereRendite.

heißt es in der am Sonntag veröffentlichten

Studie. Dafür steige auch in

den Großstädten der Autobestand

immer weiter. Im laufenden Jahr

kommen bei einem Bestand voninsgesamt

47,1 Millionen Autos demnach

567 Wagen auf 1000 Einwohner.

Vorzehn Jahren genügten noch 504

Autos für 1000 Menschen.

Auch in den eigentlich gut mit öffentlichem

Nahverkehr erschlossenen

Ballungsräumen nahm die Zahl

der angemeldeten Autos zu. Während

im bundesweiten Schnitt die

Zahl der angemeldeten Autos in den

vergangenen zehn Jahren um 14 Prozent

zunahm, lagen beispielsweise

München,Hannover, Leipzig,Braunschweig

und Düsseldorf noch über

diesem Wert. Allerdings wurde hier

nicht das Bevölkerungswachstum

berücksichtigt.

Carsharing-Angebote haben Studienleiter

Ferdinand Dudenhöffer

zufolge wenig Erfolg. Der Bestand

von 20200 Fahrzeugen entspreche

einem Anteil von 0,04 Prozent aller

Pkw.Unter den 2,46 Millionen registrierten

Kunden vermutet er viele

„Karteileichen“, die ihre Mitgliedschaftnichtaktivnutzen.Auchinden

kommenden Jahren werde das persönlich

nutzbare Auto seine Bedeutung

behalten.

Der Bundesverband Carsharing

kritisierte die Studie als „Polemik mit

wissenschaftlichem Anstrich“. Carsharing

sei seit Jahren ein Wachstumsmarkt,

sagte Verbandsgeschäftsführer

Gunnar Nehrke. Bundesweit

hätten nur 3Prozent der Einwohner

über 16 Jahren eine Carsharing-Möglichkeit,

in Städten wie

Hamburgund Berlin beteiligten sich

aber bereits 16 Prozent. „Hier zeigen

sich erste Anzeichen, dass Carsharing

die Nische verlässt“, sagte Nehrke.

(dpa)

Machtkampf

bei

Waffenfirma

Aktionär will Ex-General

ausAufsichtsrat drängen

Von Wolf von Dewitz

Ein Großaktionär des Waffenherstellers

Heckler &Koch will den

Aufsichtsratschef und früheren Bundeswehr-Generalinspekteur

Harald

Kujat abberufen lassen. Ein entsprechender

Antrag der Compagnie de

Developpement de L’EUAS.A. wurde

im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Begründet wurde er nicht. Über die

Abberufung soll eine Hauptversammlung

am 19. Dezember entscheiden.

Der Antrag dürfte chancenlos

sein, weil H&K-Mehrheitsaktionär

Andreas Heeschen gegen die Abberufung

ist. Der Vorstoß zeigt jedoch,

dass hinter den Kulissen ein Machtkampf

über den Kurs der Firma entbrannt

ist.

Heckler &Koch ist in einer kritischen

Phase. Nach tiefroten Zahlen

im vergangenen Jahr steuert das

Unternehmen 2019 zwar wieder

einen kleinen Gewinn an, die Schulden

bleiben aber hoch. Hoffnungen

macht sich die Firmaauf einen Großauftrag

der Bundeswehr für das

Nachfolgemodell des Gewehrs G36.

Doch seit Monaten herrscht Verwirrung

über die Machtverhältnisse bei

dem Waffenhersteller. Das Verteidigungsministerium

soll sogar den

Bundesnachrichtendienst um Informationen

gebeten haben.

Der Großaktionär CDE ist für die

Öffentlichkeit ein unbeschriebenes

Blatt. Er hält mindestens fünf Prozent

des Stammkapitals, sonst wäre der

Antrag auf Abberufung Kujats nicht

auf die Tagesordnung gekommen.

Wiedie Deutsche Presse-Agentur aus

gutinformiertenKreisenerfuhr,steht

der französische Investor Nicolas

Walewski hinter dem Unternehmen.

Er ist schon seit geraumer Zeit bei

H&K involviert und arbeitete lange

im Einklang mit Mehrheitsaktionär

Heeschen, der einen Teil seiner Aktien

verkaufen will. Offenbar kam es

zum Bruch –warum, ist unklar.

Kujatzeigt sich überrascht

Möglicherweise war die Personalie

Kujat dem Franzosen von Beginn an

ein Dorn im Auge. Kujat kam auf

Wunsch Heeschens in den Aufsichtsrat

–vermutlich auch, um beim Hereinholen

des Bundeswehr-Auftrags

zu helfen. Es gab allerdings 5,7 Prozent

Nein-Stimmen, die ein Warnschuss

Walewskis gewesen sein

könnten.

Heeschen wiederum stärkt jetzt

Kujat demonstrativ den Rücken. Mit

Blick auf den Abwahlantrag erklärte

er:„AlsInhaber der absoluten Mehrheit

der Stimmrechte halte ich dieses

Vorgehen für irritierend und nicht im

Sinne des Unternehmens zielführend.“

Der Antrag der CDE sei „ganz

offensichtlich von sachfremden Erwägungen

getragen und als Angriff

auf die Integrität des Unternehmens

zu verstehen“.

Kujat wiederum zeigt sich überrascht.

Er wisse nicht, wersich hinter

CDE verberge. Mit ihm habe niemand

vondiesem Unternehmen gesprochen.

Der pensionierte General

betonte,dass er sich weiter für Heckler

&Kocheinsetzen wolle. (dpa)

HaraldKujatführtden Aufsichtsrat von

Heckler &Koch.

FOTO: SCHINDLER/ZB/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 7· ·

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Wirtschaft

„Bürgernahe Förderung ist unverzichtbar“

Die Telekommunikationsanbieter halten den Zeitplan der Bundesregierung beim Breitbandausbau für viel zu optimistisch

Jürgen Grützner macht keinen

Hehl aus seinen Zweifeln am

zügigen Ausbau des schnellen

Internets. Allein schon die Einrichtung

einer neuen Förderbehörde

werdeden Ausbau um mindestens

ein Jahr verzögern. Der Geschäftsführer

des Telekommunikationsverbands

VATM plädiertfür bürgernahe

Finanzhilfen, um die Umrüstung

der Festnetze zu beschleunigen.

Haushalte in entlegenen Regionen

sollen dafür direkt Bargeld vom

Staat bekommen.

Herr Grützner, imMobilfunk soll es

jetzt aber wirklich vorangehen. Glauben

Siedaran?

Gut ist schon einmal, dass die

Bundesregierung nun Genehmigungsverfahren

beschleunigen und

Kommunen bei diesen Verfahren

unterstützen will. Wirwerden jetzt im

Drei-Monats-Rhythmus überprüfen,

was tatsächlich umgesetzt wird.

Das klingt nach viel Misstrauen

gegenüber der Bundesregierung.

Immerhin hängen rund 1000 Verfahren

zur Genehmigung neuer

Standorte für Mobilfunkmasten. Da

muss sich dringend etwas tun. Neuist

an den Beschlüssen der Digitalklausur

der Regierung, dass es Unterstützung

bei der Erschließung sehr ländlicherGegendengebensoll:Alsoauch

Mobilfunkmasten auf dem Acker.

Glauben Siedenn noch daran, dass die

Ziele des gesamten Breitbandausbaus

bis 2025 noch erreicht werden –also

1000 Megabit Übertragungsgeschwindigkeit

überall im Land.

Wir haben schon immer gesagt,

dass es zehn Jahrebraucht für dieses

Mammut-Unterfangen. Da wir jetzt

erst wirklich anfangen mit dem Ausbau,

wird dieses Ziel unseres Erachtens

frühestens 2030 erreicht. Und

zwar nur dann, wenn wir es nun richtig

und konsequent anpacken. Und

ganz ehrlich: Dort, wo wir bis 2025

den Ausbau noch nicht geschafft haben,

könnten aber alle Kommunen

Planungssicherheit haben, wann der

endgültige Ausbau erfolgt. Damit

würden wir wieder eine Spitzenposition

in Europa einnehmen.

Wasgehörtdazu?

Eine unverzichtbareKomponente

ist eine bürgernahe Förderung. Derzeit

haben wir die absurde Situation,

dass der Ausbau der Festnetzegefördertwird,

obwohl 70 Prozent der Kapazitäten

nicht genutzt werden. Wir

müssenaberdahinkommen,dassdie

70 Prozent genutzt werden. Wirbrauchen

dann weniger Geld und wir

kommen bei der Digitalisierung erheblich

schneller voran. Doch die

Bundesregierung versteht das nicht.

Sie fordern, dass der Staat den Haushalten

Gutscheine gibt, sogenannte

Glasfaserkabelversprechendie schnellsteDatenübertragung.

ZUR PERSON

FOTO: PETER KNEFFEL/DPA

Jürgen Grützner,Jahrgang 1959, ist Geschäftsführer des Verbands der Anbieter vonTelekommunikations-

und Mehrwertdiensten (VATM). Von1990 bis 1993 leitete der Jurist die Presseund

Öffentlichkeitsarbeit in der Direktion der Deutschen Post, danach bis 1998 das Büro der

Arbeitsgruppe Post und Telekommunikation bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Voucher. Wie soll das genau funktionieren?

Wir plädieren dafür, dass diese

Voucher auch in der neuen Förderstrategie

der EU verankert werden,

diese wird gerade in Brüssel verhandelt.

Wir werden 2025 für 70 Prozent

der Haushalte durch Kabelnetze Gigabitanschlüsse

haben. Bei 10 bis

15 Prozent wird das durch Glasfaseranschlüsse

erreicht. Für die übrigen

15 bis 20 Prozent auf dem Land brauchen

wir die Voucher.

Wieviel Geld gibt es?

Es soll drei Voucher geben. Einen

über 500 Euro für einen Anschluss an

das Gebäude, einen zweiten über

ebenfalls 500 Euro für den jeweiligen

Vertragsabschluss eines Haushalts

und einen dritten über 150 Euro für

die Verkabelung mit Glasfaser innerhalb

des Gebäudes. Das Geld würde

direkt auf das Konto der Betroffenen

überwiesen, sobald sie einen Glasfaseranschluss

bestellen. Das würde

den Staat geschätzt etwa 5Milliarden

Eurokosten. DasGeld verteilt sich auf

zehn Jahre und macht damit nur

einen Bruchteil der zur Verfügung

stehenden Förderung aus.

ZehnJahreAusbaubedeutet,dassviele

Menschen auf dem Land noch lange

auf Gigabit warten müssen.

Dasist in der Tatein Problem.Hier

müssen wir Zwischenlösungen finden

–insbesonderefür die 5000 kleinen

Orte beziehungsweise „Flecken“,

dienochnichtmalmitMobilfunkversorgtsind.UndimFestnetzsindesdie

Haushalte, die an langen Kupferleitungen

hängen, die noch nicht einmal

fünf Megabit erlauben. Allein

hier geht es insgesamt um etwa eine

Million Haushalte.

Wasschlagen Sievor?

In anderen Ländern wie Frankreichgibt

es längst Satelliten-Voucher

für die am schwierigsten versorgbarenHaushaltewieeineinzelnerentlegener

Bauernhof zum Beispiel. Das

fordereich auch für Deutschland, um

nicht zuletzt auch das von der Bundesregierung

festgeschriebene Recht

auf schnelles Internet zu erfüllen. Die

betroffenen Haushalte bekämen beispielsweise

500 Euro,umsich eine Satellitenschüssel

anzuschaffen, die

derzeit immerhin 30 Megabit, demnächst

50 Megabit ermöglicht. So

kann man mehrere Jahre überbrücken,

bis dann in Zukunft der Glasfaseranschluss

möglich wird. DieSatellitenanbieter

sind sogar bereit, gegebenenfalls

darüber hinausgehende

Kosten den betroffenen Haushalten

zurückzuerstatten und sie aus dem

Satellitenvertrag zu entlassen, sobald

es Glasfaser gibt.

DasGespräch führte

Frank-Thomas Wenzel.

Burger King will schicker

und teurer werden

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Restaurantkette plant 120 zusätzliche Filialen

Von Carsten Hoefer

Burger King ist die Nummer zwei

der US-Schnellrestaurantketten.

Damit will sich das Unternehmen

nicht abfinden und sucht einen Weg

ausderBilligecke.NachderModernisierung

vieler Filialen mit neuem,

schickerem Design wird nun auch

die bisher fleischlastige Speisekarte

aufgepeppt. „Wir setzen bei unserer

Strategie zunehmend auf höherwertige

Produkte“, sagte Deutschland-

Chef Carlos Baron in München.

„Kernunserer Markesind die auf offener

Flamme gegrillten Burger,dem

wollen wir treu bleiben. Darüber hinaus

wollen wir aber auch neue Zielgruppen

ansprechen.“

Die Modernisierung zahle sich

aus.DerUmsatzseiindenneugestalteten

Restaurants um rund 10 Prozent

höher.Die Gäste blieben länger

und bestellten teurereProdukte.Das

Unternehmen wolle „nicht mehr nur

eine Marke für Burger und Rindfleisch

sein“, sagt Baron. „Beides

muss in Balance sein.“ So stehen inzwischen

auch ein pflanzlicher

Whopper sowie mehr Salate und

Wraps auf der Speisekarte.

Einen ähnlichen Weg ist auch

schon der große Konkurrent McDonald’s

gegangen. Burger King ist seit

einigen Jahren weltweit auf Expansionskurs,

um den Abstand zum

Marktführer zu verringern. „Wir eröffnen

weltweit etwa 1000 neue Res-

taurants im Jahr“, sagt Baron. „Europa

entwickelt sich stark, in Deutschland

expandieren wir erfolgreich.“

DenBetriebdereinzelnenRestaurants

überlässt der Konzern hauptsächlich

großen Franchisenehmern.

So arbeitet Burger King an Bahnhöfen

mit der Station Food GmbH zusammen,

an der die Deutsche Bahn

über eine Tochtergesellschaft beteiligt

ist. An den Esso-Tankstellen ist

der Partner die britische EG Group,

deren Betreiber in Deutschland Echo

heißt. „InKooperation mitEcho werden

wir in den nächsten fünf Jahren

130 Restaurants in Esso-Tankstellen

eröffnen, das erste davon in Kürze in

Frankfurt“, sagt Baron.

Geplant sind in Deutschland insgesamt

250 zusätzliche Filialen, derzeit

gibt es bundesweit etwa 750.

„Um auf die Zahl von 1000 Restaurants

in Deutschland zu kommen,

müssen wir zusätzlich zur Kooperation

mit Echo also noch einmal 120

Restaurants eröffnen“, sagt Baron.

„Das sind etwa 30 im Jahr.“

Die Expansion soll zwar hauptsächlich

mit größeren Franchisenehmern

bewerkstelligt werden, Burger

King will jedoch die kleinen Gastronomen

nicht verlieren. „Manche betreiben

nur ein Restaurant und machen

ausgezeichnete Arbeit“, sagt

Baron. „Ein Vertragläuft über 20 Jahre,

das ist wie eine Ehe.Dafür ist Vertrauen

auf beiden Seiten notwendig.“

(dpa)

Die Natur im

Einsatz gegen

Kopfjucken

Es juckt, prickelt, beißt und

brennt: VieleMenschen leiden

an einer dauerhaft gereizten

und gespannten

Kopfhaut. Das muss nicht

sein. Zwei innovative Produkteder

FirmaDr. August

Wolff bieten nun eine neue

Lösung. Daszeigt eine wissenschaftliche

Studie*.

Das Problem:

Die menschliche Kopfhaut ist vielen

Angriffen vonaggressivemShampoo

und demheißenFön bis zu Hormonschwankungen

ausgesetzt. Gerade

jetzt setzt ihr oft auch trockene Heizungsluft

zu. Die Attacken, die auch

Bild dient lediglich Illustrationszwecken. Bei der

abgebildeten Person handelt es sich um ein Fotomodell.

durch eine Neurodermitis ausgelöst

werden können, schädigen die natürliche

Hautbarriere. Stellenweise

reißt die Haut ein. Löcher entstehen.

Die Kopfhaut trocknet zunehmend

aus. Eine Folge: Kopfjucken.

Rund750 Schnellrestaurantsbetreibt derBranchenzweite bisher in Deutschland.

FOTO: MOLLENHAUER/IMAGO IMAGES

Die Lösung:

Das Linola PLUS Kopfhaut-Tonikum

mit der pflanzlichen Wirkstoffkombination

aus linolsäure-reichen Ölen

und dem Wurzelextrakt der Echinacea

purpurea setztdaan, wo dieKopfhaut

Hilfebenötigt oder sogar schon

geschädigtist.Esunterstützt dennatürlichenErholungsprozessder

Haut.

In einer klinischen Studie sagten 94

Prozent der Befragten, dass der

Juckreiz nach Anwendung des

Kopfhaut-Tonikums völlig verschwunden

oder deutlich geringer

ist. Das Produkt kann täglich komplett

oder auf besonders quälende

Hautpartien aufgetragen werden.

Ideal ist das Einwirken des

Tonikums über Nacht und das anschließende

Reinigen der Haare mit

dem milden Linola PLUS Shampoo.

*Kilic et al.(2018)„Efficacy of hydrophilicorlipophilicemulsions containingEchinacea purpurea extractintreatmentofdifferenttypes of

pruritus”, Clinical,Cosmeticand Investigational Dermatology

LinolaPLUS ist

in der Apotheke

erhältlich:

•Kopfhaut-Tonikum

PZN 14318697

(100 ml)

•Shampoo

PZN 14318823

(200 ml)


8 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Meinung

Schutzräume

ZITAT

Solange es

nötig ist

Marcus Weingärtner

findet es immer noch richtig,das

Minderheiten Hilfe gewährtwird.

Der Bezirk Schöneberg hat jetzt einen

Coworking Space für Schwule, Lesben

und Transgender.„Darna“ nennt sich

der Ort, an dem Menschen zusammenkommen

sollen, um sich Arbeits- und

Kreativräume zu teilen. Coworking

Spaces sind in Berlin nichts Neues, ein

spezieller Raum wie dieser hingegen

schon. Braucht die Stadt das? Eine Metropole,

die sich ja zumeist übereifrig ihre

vermeintliche Liberalität auf die Fahne

schreibt und in schöner Regelmäßigkeit

zu allen Anlässen ihre weltläufige Gesinnung

betont. Braucht Berlin einen

Schutzraum für Minderheiten? Offenbar

schon.

Laut einer Studie, die das Jobportal

Linkedin beim Meinungsforschungsinstitut

YouGov in Auftrag gegeben hat, haben

46 Prozent der Teilnehmer in einer bundesweiten

Umfrage Witze und sexuelle

Anspielungen in Bezug auf ihre Orientierung

erlebt. Bei 28Prozent der Gruppe,

die Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren

hat, kam es zu Fällen vonMobbing

bis hin zur körperlichen Gewalt. 16 Prozent

gaben an, aufgrund ihrer sexuellen

Orientierung oder geschlechtlichen Identität

ihren Arbeitgeber schon einmal gewechselt

zu haben.

Sicherlich hat sich die Situation in vielen

Bereichen für Schwule, Lesben und

Transgender verbessert. Es gibt mehr Akzeptanz

in großen Teilen der Gesellschaft.

Doch solange die Gefahr besteht, dass

Menschen am Arbeitsplatz (und auch

sonst) aus welchen Gründen auch immer

diskriminiertwerden, haben Orte wie der

queere Coworking Space eine Berechtigung.

Am Montag stellt die Polizeipräsidentin

vonBerlin übrigens die Kriminalitätsstatistik

homophober und transphober

Übergriffe im Jahr 2019 vor.

AfD-Parteitag

Warten auf den

Hilferuf

JanSternberg

über eine Partei, die sich dauerhaft

am rechten Rand einrichtet.

Die AfD ist auf ihrem Braunschweiger

Parteitag nicht noch weiter nach

rechts gerückt. Der wiedergewählte Parteichef

Jörg Meuthen bekam stehende

Ovationen nach seiner Rede und viel Applaus

für den Satz, er gebe sein Gesicht

nicht für eine Partei her,die in den Rechtsextremismus

abdrifte. Der Antisemit

Wolfgang Gedeon wurde bei seiner Bewerbung

ausgebuht und abgestraft. Er

war aber schon vorher ein geisterhafter

Außenseiter,eine unwichtige Randfigur.

Die eigentlichen Strippenzieher des

radikalen „Flügel“ haben sich in Braunschweig

durchgesetzt. Es sind Björn Höcke

und Andreas Kalbitz, die auch einen

Meuthen und einen Kompromisskandidaten

Chrupalla an der Spitze dulden –

wenn sie im Gegenzug den letzten konservativen

Kräften eine Niederlage beibringen

können. GeorgPazderski und andere

Höcke-Kritiker gingen in Braunschweig

unter, „Flügel“-Kandidaten wurden

gewählt. DieAfD rückt nur deswegen

nicht weiter nach rechts, weil sie sich fest

im rechtsradikalen Milieu etabliert hat.

Sie ist eine Partei, in der antidemokratische

Strömungen eine kritische Größe erreicht

haben. Gaulands Wunschkandidat

Tino Chrupalla musste lange zittern. Er

setzte sich dann auch nur knapp durch –

unter anderem, weil er vom „Flügel“ unterstützt

wird.

Die AfD will an die Regierung. Sie will

aber nicht wirklich regierungs-, also

kompromissfähig werden. Sie will warten,

so sagen es Meuthen und Gauland,

bis „der CDU gar nichts anderes mehr

übrig bleibt, als mit uns zu koalieren“. Sie

wartet also auf die Implosion des Parteiensystems.

Und richtet sich derweil am

rechten Rand ein.

Das Propheten-Team, das die SPD aus Grokoland führen soll

Die Suche nach der neuen SPD-

Spitze war sehr demokratisch,

fast urdemokratisch. DasErgebnis

ist dramatisch, sehr dramatisch.

Denn es wird nicht nur die SPD, sondern

auch die deutsche Politik verändern.

Im Zweifel kann die bevorstehende Wahl

von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

an die Parteispitze sogar dazu führen,

dass ganz Deutschland im kommenden

Jahr vorNeuwahlen steht.

Warum? Esken und Walter-Borjans, die

eher unerfahren sind in Spitzen- und Regierungsämtern,

stehen der großen Koalition

kritisch gegenüber.Sie wollen der Union nun

Bedingungen für einenVerbleib in der Regierung

stellen. MitOlaf Scholz, dem Vizekanzler,wäredas

nicht passiert. Jetzt aber wackelt

die Koalition, und auch Scholz ist als Minister

in Gefahr. Denn die CDU hat erkennbar

keine Lust, sich von einer SPD unter Esken

undWalter-Borjans irgendwelche Bedingungen

diktieren zu lassen.

Annegret Kramp-Karrenbauer,die Parteichefin

der Christdemokraten, hat das immer

wieder deutlich gemacht. Sicher,esgibt jetzt

auch Unionspolitiker, die bei der neuen

SPD-Führung schon für einenVerbleib in der

Regierung werben. Doch zu welchen Bedingungen?

Sicherlich nicht zu solchen, die sich

die SPD-Basis erwartet, vor allem erträumt

in diesen Tagen.

Diese Dynamik an der SPD-Basis,die zwei

Regierungskritiker an die Spitzeder Sozialdemokratie

gespült hat, wird nicht schwächer

werden. Im Zweifel misst die Partei Esken und

Walter-Borjans daran, ob sie konsequent genug

sind, die große Koalition zu verlassen.

Unddann müssen die neuen Vorsitzenden es

auch tun, relativ schnell –und Deutschland

müsste neu wählen. Oder Angela Merkel

Inden 1990er-Jahren gab es wenige Experten

zum Thema Rechtsextremismus. Damals

galt die Beschäftigung damit als Nestbeschmutzerei

im Osten und als Einzelfallerei

im Westen. Die wenigen, die im Feld unterwegs

waren, lokale und regionale Erhebungen

machten, mit Leuten sprachen, diese wenigen

Experten– zu denen unter anderen

BerndWagner,DierkBorstel und ich gehörten

–mussten sich allerlei anhören. Es hieß, wir

wären das Problem. Weil dadurch, dass man

über Rechtsextremismus redete, schlafende

Hunde geweckt würden. Die „Westmedien“,

wie die „Lügenpresse“ damals noch hieß,

würde dann herbeieilen und falsch berichten.

Dadurch erlitte die Region einen Imageschaden.

Dadurch würden Touristen oder Industrie

ausbleiben, dadurch gingen Arbeitsplätze

verloren und so würden die Menschen natürlich

und zwangsläufig rechtsradikal. So klar.

So logisch. So falsch.

Aufetwa30Prozent hatten wir damals das

rechtsextreme Potenzial geschätzt. Belastbare

Zahlen waren rar, denn eine vergleichende

Einstellungsforschung gab es noch nicht.

Nach der Einheit wurde alles beforscht und

verglichen, vomVerhältnis zu Haustieren, der

Benutzung von wichtigen Haushaltsgütern

wie Streichhölzer oder der Häufigkeit weiblicher

Orgasmen. Vorurteilsforschung kam

nicht vor, wieso auch? Im Land der Shoa war

ja mit der Einheit alles gut geworden.

Damals wählten die Rechtsextremen

nicht, später vielleicht die NPD oder DVU.

Unddie weniger militanten Zuschauer in je-

SPD

Regieren

ist Mist

Jochen Arntz

sieht, dass die SPD sich gerade selbst abwählt –

und die große Koalition auf ihr Ende zuschlingert.

schafft es mit einer Minderheitsregierung bis

zum Ende der Legislaturperiode durchzuhalten.

Möglich wäreauch das,ja.

Aber vielleicht verspricht sich die Sozialdemokratie

ja vonNeuwahlen sogar einiges.

Ein Richtungswechsel könnte sie wieder

stärker machen, nachdem sie geknebelt an

die Union in der großen Koalition Jahr um

Jahr nur schwächer wurde.Nur:Wer möchte

einer Sozialdemokratie seine Stimme geben,

deren Basis gerade klar gemacht hat, dass sie

am liebsten von denen geführt wird, die eigentlich

nicht regieren wollen. Vondenen,

die politische Macht, aus der ja Gestaltungskraft

erwächst, nicht unbedingt anstreben?

Daswerden wohl noch weniger Wähler wollen,

als die wenigen, die bisher noch bei der

KOLUMNE

Die Hunde

schlafen längst

nicht mehr

Anetta Kahane

Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung

nen Baseballschlägerjahren wählten halt,

was da war. Nicht nur die Bürgerlichen wie

CDU und FDP,mitunter SPD,sondernzueinem

nicht unerheblichen Teil auch die PDS,

später Linkspartei. Die Parteien hat es aus

verschiedenen Gründen nicht gestört. Oder

sie haben die schlafenden Hunde einfach

ignoriert.

Heute zeigt eine Forsa-Umfrage, wie

rechtsradikal die Gesinnung der AfD-Wähler

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

SPD verblieben waren. Deshalb mag die Basis

der Partei sich nun darüber freuen, dass

sie die Vorsitzenden bekommt, die sie wollte.

Als politische Kraft aber hat sich die SPD gerade

selbst abgewählt.

Am Ende erleben CDU und SPD als ehemalige

Volksparteien eine ähnliche Krise –

mit dem Unterschied, dass die SPD die Krise

entschiedener dazu nutzt, sich auch noch

selbst zu zerlegen. Die CDU konnte das für

sich noch so eben abwenden, selbst Friedrich

Merz hat wohl eingesehen, dass eine gespaltene

Partei ihm nicht hilfreich ist.

DieSPD ist da jetzt, wenn man es freundlich

ausdrücken will, in einer anderen Lage.

Eine eher knappe Mehrheit der Stimmen der

SPD-Basis reichte, umdie Partei in eine andere

Umlaufbahn zu schießen. Wahrscheinlich

weiter wegvom Wähler denn je.

Man muss ja gar nicht an die große Zeit

der SPD erinnernunterWilly Brandt, Helmut

Schmidt und am Ende auch Gerhard Schröder.

Nein, früher war nicht alles besser. Aber

heute erscheint die SPD als eine Partei, in der

solche Politiker nicht mehr den Hauch einer

Chance hätten, von der eigenen Basis als

Führung anerkannt zu werden.

Sicher, die Alternative Olaf Scholz war

auch schwierig, weil relativ offen ist, wofür

Scholz politisch steht. Eins aber ist klar: er

will, dass die SPD eine Partei ist, die ausWählerstimmen

einen Regierungsauftrag macht.

Franziska Giffey schwärmte übrigens auch

vor zwei Wochen noch davon, wie schön es

sei, zu gestalten und zu regieren. Doch wer

will das noch hören in der SPD?

Im Jahr 2004 sagte der pragmatische Sozialdemokrat

Franz Müntefering: „Opposition

ist Mist.“ Fünfzehn Jahre später antwortet

ihm seine SPD: Regieren ist Mist. Ein großer

Irrtum einer einst so großen Partei.

ist. Eine Mehrheit von ihnen will keine Demokratie,

sondern einen Führer. Sie sind

überzeugt, dass Juden immer nur Geld wollen

und meinen, es sei Zeit für einen Schlussstrich.

Sie sehen den Sieg der Alliierten als

eine furchtbare Niederlage und keineswegs

als Befreiung. Sie fühlen sich von „Ausländern“

überfremdet und stimmen rechtsextremen

Parolen zu. Und schließlich: Die allermeisten

Holocaustleugner in Deutschland

stehen der AfD nahe.

Die AfD hat einfach alle eingesammelt,

die schon immer völkisch gestimmt waren.

Im Völkischen liegt der gemeinsame Nenner.

Trotz einzelner Bekundungen des Gegenteils

geht der Zug der AfD in diese Richtung.

Neue Gesichter an der Parteispitzeändern

daran nichts. Die Formulierung der

AfD als bürgerliche Partei kann, trotz ihrer

mechanischen Wiederholungen, den völkischen

Charakter dahinter nicht verbergen.

Björn Höcke mag sich beim Parteitag zurückhalten,

aber es ist nur ein wissendes

und süffisantes Abwarten.

MitVölkischen zu reden bringt gar nichts.

Sie sind von ihrer Besessenheit nicht abzubringen.

Immerhin wissen nach fast 30 Jahren

nun alle, dass es sich tatsächlich nicht

um Einzelfälle handelt. Undvon Beschmutzung

ist auch keine Rede mehr –diese Leute

sind inzwischen sogar stolz auf ihrebraunen

Nester.Die liberalen Demokraten und die offene

Gesellschaft haben keine Zeit mehr für

Verständnis und träumerisches Abwarten.

DieHunde schlafen längst nicht mehr.

„Der Präsident arbeitet wie

ein Hochofen, der nicht

stillzulegen ist, weil er ohne

Pausen heizen muss. Putin

wirdauch am 31. Dezember

arbeiten.“

Dmitri Peskow, Kreml-Sprecher, bei der Agentur

Interfax zu der Frage, wie der russische Präsident

den Silvestertag verbringt

AUSLESE

Noch kein Grund

zum Feiern am BER

Am31. Oktober 2020 soll der Flughafen

BER in Betrieb gehen. Die Berliner

Morgenpost nimmt es nicht allzu euphorisch

auf. „Den Berlinern bleibt nun nur

noch die Hoffnung, dass das Datum 31.

Oktober 2020 sich nicht als Menetekel, als

unheilvolles Vorzeichen, erweist. Dass es

diesmal wirklich klappt, den Flughafen in

Betrieb zu nehmen“, kommentiertIsabell

Jürgens. „Denn ein bisschen gruselig ist

einem schon zumute, wenn man bedenkt,

was in den kommenden zwölf Monaten

auf der Pannenbaustelle alles noch

geschehen muss,damit dieses desaströse

Vorhaben endlich zu einem wenigstens

einigermaßen versöhnlichen Abschluss

geführt wird.“ „Die Schande Berlins“,

nennt die Deutsche Welle den BER in ihrem

Kommentar:„Er steht für politisches

Versagen, fürVertuschung, Mauscheleien,

für Sündenböcke,für Verschwendung.“

„Wirklich glauben will man an die

neue Starterlaubnis nicht“, schreibt die

Saarbrücker Zeitung.„Nicht nur, weil der

neue Eröffnungstermin inzwischen der

siebte (!) ist. Sondern auch, weil zeitliche

Puffer auf der Baustelle wieder aufgebraucht

sein sollen und die aktuellen Probleme

irgendwie den alten gleichen.

Stichwort Brandschutz oder Mängel bei

Kabelverbindungen. DerBER istzum Milliardengrab

geworden, aus dem sich nun

ein Flughafen-Zombie erheben soll. Zum

Feiernwirdeinem nach neun Jahren Pleiten,

Pech und Pannen keinesfalls zumute

sein.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 – S eite 9

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Berlin

Auch im Humboldt-

Forumfindet die

Gläserne Blume keine

Heimat. Seite 10

Mit Freude: Brandenburg bereitet sich auf den Autobauer Tesla vor Seite 14

Mit Engagement: Schöneberg bekommt einen besonderen Coworking Space Seite 12

Stadtbild

Zweite Kasse

bitte!

BarbaraWeitzel

blickt neidisch in die

Niederlande.

Die Atmosphäre beginnt sich zu

erwärmen, als das mit dem Ei

passiert. Nicht die behagliche Sorte

Wärme, die von einem Heizkörper

oder einem lieben Wort ausgeht,

sondern die andere. Die zu Hitze

wirdund sich im Gewitter entlädt.

Bevordas mit dem Ei passiert, waren

alle in der Schlange recht geduldig.

Obwohl der junge Mann hinter

der Kasse ständig Fragen an die ältere

Kollegin hat. Doch dann öffnet er den

Eierkarton und sieht, dass eines kaputt

ist. Er ist unschlüssig, ob er selbst

einen neuen Karton holen oder die

Kundin bitten soll. Die Kollegin sagt:

„Komm, ich gehe und du machst hier

weiter.“ In beiden Schlangen wirdmit

den Füßen gescharrt, die Uhrzeit gecheckt,

gemurrt.

Der Azubi bekommt rote Flecken

im Gesicht, die Kundin kramt in ihrem

Portemonnaie. Entschuldigt

sich, dass sie ihreEC-Karte nicht dabei

habe und setzt zu weiteren Erklärungen

an. DasMurren wirdlauter –

bis ein Mann brüllt: „Jetzt reicht’s!

Blöde Laberei hier,echt, ey!“ Er donnertseinen

Korb auf den Boden und

verlässt rempelnd das Geschäft.

Schlagartig ist es still. Die Kundin

und der Azubi sehen aus, als ob sie

gleich anfangen zu weinen. Die Kollegin

nennt seufzend einen Betrag.

Siewirkt müde.Dabei hat der Advent

gerade erst begonnen.

Am besten wäre es, jemand erzählte

jetzt einen Witz, denke ich. Er

müsste nicht mal gut sein. Allein die

Tatsache, dass in einer total verspannten

Supermarktgesellschaft

nach dem dramatischen Abgang eines

Teilnehmers jemand einen Witz

erzählt, würde wohl die meisten zum

Lachen bringen.

Ich selber traue mich nicht. Aber

eine ähnliche Szenerie vor ein paar

Jahren fällt mir ein. DieSchlange war

endlos, das Kind noch klein. Als Unruhe

aufkam, rief es: „Zweite Kasse

bitte!“ und traf genau den Ton, den

man aus dem Lautsprecher kennt.

Alle lachten. Eine zweite Kasse

machte nicht auf. Aber das spielte

keine Rolle mehr.

Oft lese ich, dass der Mensch zwar

immer mehr Informationen habe,

aber immer weniger wisse. Ich

glaube, das gilt auch für das spontane

Gespräch. Ununterbrochen

wirdkommuniziert, aber für den ungeplanten

Dialog ist kaum Platz.

Dem Hinweis „Lesedauer: 5Minuten“

über Texten im Netz steht ein

unsichtbares „Dauer für jede Interaktion

maximal 2Minuten“ in vielen

Alltagssituationen zur Seite. Am

Bahn-, Bank- oder Infoschalter.

Beim Bäcker. InGeschäften. Oft suchen

aber gerade an diesen Orten

Menschen nach Austausch.

In der niederländischen Stadt

Vlijmen, las ich kürzlich, wurde in einem

Supermarkt eine „Kletskassa“

eingerichtet. Eine Plauderkasse.Wer

sich dort anstellt, bringt Zeit mit,

und die Kassierer haben sie auch.

Denn gerade in der Weihnachtszeit

falle dem Personal auf, wie viele

Menschen im Markt einsam sind.

Zweite Kasse bitte? Ich wünsche mir

Plauderkassen, überall in der Stadt.

Nicht nur für die Einsamen, sondern

für eine andere Sorte Wärme. Die

sich nicht in Gewitternentlädt. SonderninGelächter

nach einem Witz.

Gibt es da waszufotografieren?

Acht-Milliarden-Marke in Sicht

Die Kosten für den künftigen Flughafen BER sollen um weitere 300 Millionen Euro steigen

VonJochen Knoblach

Dass der nun verkündete

Eröffnungstermin für

den Hauptstadtflughafen

BER das letzte Wort zum

Thema war, glauben sicherlich die

wenigsten. Jedenfalls dürfte die

Mehrheit in den verbleibenden elf

Monaten bis zum Oktober 2020 noch

einige Überraschungen für möglich

halten. Die Bestätigung dafür kam

dann schon amWochenende:Wiedie

Bild am Sonntag unter Berufung auf

einen vertraulichen Bericht an die

Gesellschafter Berlin, Brandenburg

und den Bund meldete, benötigt die

Flughafengesellschaft für den Finanzierungsplan

2021 bis 2024 fast 300

Millionen Euro mehr als bislang veranschlagt.

Bereits Mitte November

soll Flughafenchef Engelbert Lütke

Daldrup –Jahresgehalt laut Beteiligungsbericht

des Berliner Senats:

497 000 Euro –den Bedarf angemeldet

haben.

DerMarkt normalisiertsich

Konkret fehlten dem Bericht zufolge

für die Fertigstellung des Hauptterminals

noch einmal 212 Millionen

Euro,womit die Kosten des Hauptterminals

also auf insgesamt 2,6 Milliarden

Euro steigen. ZurErinnerung: Als

der erste BER-Eröffnungstermin auf

den Oktober 2011 gelegt wurde,sollte

der gesamte Großflughafen einmal

zwei Milliarden Euro kosten.

Darüber hinaus wird offenbar

auch der weitere Ausbau des künftigen

Flughafens teurer. Auf rund 60

Millionen Euro taxiertdie Flughafengesellschaft

dem Bericht zufolge den

Mehrbedarf für den sogenannten

Masterplan 2040, nach dem die Kapazität

des Airports auf 58 Millionen

Passagiere pro Jahr erweitert werden

soll. Insgesamt sind laut BER-Finanzierungsplan

nun also fast 800 Millionen

Euro statt bislang etwa einer halben

Milliarde Euro nötig. Wiedie Zeitung

berichtete,reagierten die Gesellschafter

verärgert über den

Mehrbedarf und forderten die Geschäftsführung

zur Nacharbeit auf.

Tatsächlich haben sich die Gesamtkosten

des Flughafens seit der

Projektierung mehr als verdreifacht.

Schon jetzt sollen die Kosten bei 7,3

Milliarden Euro liegen. Geht der Airportimnächsten

Oktobernach dann

mehr als 14-jähriger Bauzeit tatsächlich

in Betrieb,könnte sogar die Acht-

Milliarden-Euro-Marke in Sicht sein.

Derzeit kostet der BER an jedem Tag

1,1 Millionen Euro,über 30 Millionen

Euro jeden Monat.

Zudem scheint inzwischen die

langfristige Tragfähigkeit des BER-

Geschäfts unsicher. Angesichts des

Handlungsdrucks in puncto Klimaerwärmung

ist längst nicht sicher, ob

der BER eine Kapazitätsanpassung

auf eine mehr als doppelt so hohe

Passagierzahl wirklich nötig hat.

Denn das Fliegen wirdteurerwerden.

Billigflieger gelten bereits als Auslaufmodell,

und derWandel ist bereits ablesbar.„In

der Sommersaison 2019 ist

das Wachstum der Low-Cost-Angebote

in Deutschland zum Stillstand

gekommen“ konstatiert das Deutsche

Zentrum für Luft- und Raumfahrtinder

jüngsten ihrer regelmäßigen

Preisanalysen. Demnach stiegen

bei Ryanair die Ticketpreise von

Herbst 2018 auf Herbst 2019 im

Schnitt um 17 auf 55 Euro,die vonEurowings

von100 auf 111 Euro.

Hatten Billigflieger ihr Angebot

nach der Pleite vonAir Berlin 2017 im

Europaverkehr stark erweitert, so

normalisiertsich nun der Markt. 2018

wurden laut DLR in Deutschland bereits

etwas weniger Billigflüge angeboten.

„Nach einer Phase des rasanten

Verkehrswachstums planen die

Fluggesellschaften nun deutlich zurückhaltender“,

stellte kürzlich auch

der Chef des Frankfurter Flughafens

fest, des viertgrößten Europas.

Für den BER deuten sich darüber

hinaus nötige Korrekturen an den

Flugrouten an. Kaum war am Freitag

der Eröffnungstermin bekanntgegeben

worden, wies die Deutsche Flugsicherung

(DFS) darauf hin, dass es

nach der geplanten Eröffnung des

Hauptstadtflughafens noch einmal

Änderungen an Teilen der umkämpften

Flugrouten geben könnte.„Dort,

wo es notwendig ist, werden wirdann

Betriebsverfahren anpassen“, kündigte

DFS-Chef Klaus-Dieter

Scheurle an. Zunächst werdedas Unternehmen

aber das erste Betriebsjahr

nutzen, um Erfahrungen zu sammeln.

In der entsprechenden Mitteilung

verweist die in Hessen ansässige Behörde

darauf, dass die Routen bereits

2012 festgelegt worden seien und sich

seitdem die Rahmenbedingungen

geändert hätten. Heute gebe es in

Berlin 20 Prozent mehr Flüge und 40

Prozent mehr Passagiere. Seinerzeit

war Air Berlin der größte Flughafenkunde

in Berlin, nach der Pleite

wurde es Easyjet. Tatsächlich haben

sich auch zahlreiche Flugziele geändert.Also

alles neu?

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

Der Rechtsanwalt Remo Klinger,

der die Flugroutengegner im Prozess

zur Wannsee-Route vertreten hat,

warnte im Tagesspiegel bereits vor

gravierenden Änderungen: „Es sollten

möglichst keine neuen Betroffenheiten

ausgelöst werden.“

NACHRICHTEN

Mann ins Gesicht

geschossen

Gutes aus

Artgerechter Tierhaltung

Im Flur eines mehrgeschossigen

Wohnhauses in der Hauptstraße in

Schöneberghat bereits am Donnerstagabend

ein Unbekannter einem

57-Jährigen mit einer Schreckschusswaffe

ins Gesicht geschossen.

Eine Mordkommission ermittelt wegen

eines versuchten Tötungsdeliktes.Das

Opfer kam in ein Krankenhaus.Der

Täter flüchtete.Die Tatwar

erst am Wochenende bekannt geworden.

DieHintergründe sind unklar.

(ls.)

Eisbärin: Überraschung zum

Geburtstag

Jetzt ist sie schon ein Jahr alt: EisbärinHertha

hat am ersten Adventssonntag

ihren Geburtstag gefeiert.

VomBerliner Tierparkbekam sie als

Geschenk eine große „Eins“ in weihnachtlichem

Rotund einen blauweiß

gefärbten Fußball aus Eis, den

ihr ihrePaten vonBerlins Bundesligisten

Hertha BSC spendierthaben.

In der eisigen Verpackung verbarg

sich eine Überraschung: ZurFeier

des Tages gab es Gemüse und Obst,

darunter Äpfel, Birnen und Möhren.

Etliche Besucher sahen an der Eisbärenanlage

zu, wie Hertha die Geschenke

gut gelaunt in Augenschein

nahm, einige brachten der jungen

Eisbärin mit „HappyBirthday“ sogar

ein Geburtstagsständchen. (dpa)

VORBESTELLUNG

FÜR DIE

WEIHNACHTSTAGE

an den Theken der

100 %Bio ·von Bauern aus der Region

keine Antibiotika ·Verzicht auf Geschmacksverstärker

BIOMANUFAKTUR-HAVELLAND.DE


10 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Stadtgeschichte

Die Gläserne Blume in

vollem Glanz im Palast der

Republik (l.) und eine

Detailansicht vom

gegenwärtigen Zustand.

Der Kleber löst sich.

BERLINER VERLAG/DHM

Humboldt-Forum

ohne Blume

Unrestauriert liegt das Prachtstück in einem

maroden Depot. Es beschäftigt Gerichte, eine

Ministerin und Museumsleute. Aber es gibt Ideen …

VonMaritta Tkalec

Seit’ anSeit’ mit einer mächtigen

sowjetischen Boden-

Luft-Rakete S-200 und 30 in

braver Löffelchenposition

auf dem Boden abgelegten Segmenten

der Berliner Mauer träumt die

Gläserne Blume aus dem Palast der

Republik in einem Depot des Deutschen

Historischen Museums

(DHM) in Spandau ihrem weiteren

Schicksal entgegen. Das DHM verwahrt

seit 2006 das im Besitz der

Bundesrepublik befindliche Objekt

als Leihgabe des Bundes.

Als verzwergtes 1:10-Modell wird

sie jedenfalls nicht neu erblühen. So

hatte es das Humboldt-Forum eigentlich

für seine Ausstellung vorgesehen.

DasLandgericht Berlin untersagte

in seinem Urteil vom 7.Mai

2019 der Stiftung, die Nachbildung

auszustellen oder ausstellen zu lassen.

Begründung: Es handle sich um

ein rechtswidrig hergestelltes Vervielfältigungsstück.

Frau Grütters liegt dreimal falsch

Mit der Herstellung hatte das Humboldt-Forum

einen der beiden

Schöpfer, Reginald Richter, beauftragt,

„in dem guten Glauben, dass er

nach seiner eigenen Aussage der alleinige

künstlerische Urheber war“,

schrieb Stiftungssprecher Bernhard

Wolter der Berliner Zeitung. Der andere

Schöpfer, Richard Wilhelm,

wurde nicht einmal informiert. Dass

Richter seinen Alleinanspruch dann

nicht beweisen konnte, war schon

peinlich genug. Nun zerschlug das

Gericht auch noch das Ansinnen, das

schon vom Laien als verfälschend zu

erkennende Objekt mit Bezug auf das

„Zitatrecht“ vorzuführen. Auch in einem

solchen Fall gilt nämlich: Werzitiert,

muss richtig zitieren, statt irgendwie

sinngemäß. Die Stifung hat

die einstweilige Verfügung inzwischen

durch eine Abschlusserklärung

als endgültig anerkannt.

Aber wie geht es weiter? Bernhard

Wolter bestätigte auf Anfrage, es

werde nicht möglich sein, „mit dem

Modell der Gläsernen Blume im

Humboldt-Forum dieses populäre

Erinnerungsobjekt aus dem Palast

der Republik auszustellen“. Gleichwohl

werde man in der Ausstellung

zur Geschichte des Ortes inhaltlich

auf die Gläserne Blume eingehen.

Und weiter: „Die Wiederherstellung

und -aufstellung des Originals ist wie

bereits wiederholt mitgeteilt aus

technischen Gründen nicht durchführbar.“

Dassehen nicht alle Experten

so –aber dazu später.

Klar ist zumindest: In der maroden

Halle in Spandau hat die Gläserne

Blume die längste Zeit gestanden.

DasObergeschoss ist bereits geräumt,

die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

(BImA) schätzt den

Zustand der DHM-Depots „teilweise

als bedenklich“ ein. Wie die Berliner

Zeitung erfuhr, existiert ein Gutachten

vom November 2016, das unter

anderem Risse in der Wand und

nasse Stellen an der Decke dokumentiert.

DHM-Sammlungsdirektor Fritz

Backhaus bestätigt: „Das Depot soll

aufgegeben werden.“ Nach einem

Abriss werden dort Wohnungen errichtet.

Bis dahin lagern inder Halle

robuste Objekte, die weder Heizung

noch Klimaanlage benötigen. Die

zuständige Sammlungsleiterin Dr.

Regine Falkenberg findet die Situation

zwar „nicht so toll“, aber für die

Objekte bestehe keine Gefahr.

Unzugänglich in einer Ecke

schimmern hinter den Mauerteilen

die schichtenweise auf Paletten gestapelten

ringförmigen Glassegmente

der grünen Mittelkugel. Der

Edelstahlschaft, der einst Kugel und

die zehn gläsernen Blätter des 5,20

Meter hohen und insgesamt fünf

Tonnen schweren Kunstwerkes trug,

liegt neben der Rakete. Die bei der

Demontage 1999 angeblich abgebrochene

Stelle ist nicht zu erkennen.

Doch die Schäden an den Glassegmenten

können aus der Nähe besichtigt

werden. Für den vonder Berliner

Zeitung mehrfach beantragten

Richard Wilhelm im Magdeburger Atelier

bei der Herstellung der Kugel SAMMLUNG WILHELM

Besuch haben acht Depotmitarbeiter

eines der Transportgestelle,indenen

die Blätter des populären Objektes

verpackt sind, an eine Wand gewuchtet.

Aktuelle Fotos anzufertigen gestattete

das DHM nicht, aber die Aufnahme

von 2015 (oben auf dieser

Seite) zeigt, dass der Klebstoff zwischen

dem circa einen Zentimeter dicken

Industrieglas der Blätter und

den zierlichen Glasapplikationen

spröde ist, teils gelblich verfärbt, stellenweise

gewellt. Einzelne Teile haben

sich gelöst. Istdas restaurierbar?

Regine Falkenberg hat von der

hauseigenen Werkstatt die Fachauskunft:

„Wir können das.“ Samm-

lungsdirektor Fritz Backhaus sagt:

„Das ist eine technische Frage, die

sich sicherlich lösen lässt.“

Ganz andereInformationen erteilt

die zuständige Staatskulturministerin

Monika Grütters am 22. November.

Auf die Anfrage der Linke-Bundestagsabgeordneten

Simone Barrientos,obdie

Bundesregierung beabsichtige,

„das kulturpolitische und

Ein Teil der grünen Kugel im DHM-Depot

im Jahr 2015

DHM

historisch bedeutsame Kunstwerkfür

Ausstellungszwecke zu restaurieren“,

antwortet sie: „Die vergilbten Kleber

zu entfernen und zu ersetzen, die

beim Bau des Objekts verwendet

wurden, ist nach Aussage verschiedener

Restauratoren nicht nur aufwändig,

sondern birgt vor allem die Gefahr,

die Originalelemente aus

lndustrieflachglas zu beschädigen.“

Auch ein weiterer Teil der Antwort

irritiert: Laut Grütters lehnen beide

Urheber die Wiederaufstellung der

Blume im Humboldt-Forum ab. Sie

schreibt, die Stiftung stehe im Kontakt

zu ihnen:„Beide sehen eineWiederaufstellung

des für den Palast der

Republik erstellten Kunstwerks im

Humboldt-Forum als unangemessen

an: Als ein ‚Kunst am Bau‘-Werk

sei die‚Gläserne Blume‘ für eine spezifische

architektonische Situation

entworfen worden. Kunstwerk und

Bau seien in eine Beziehung miteinander

eingetreten, die einmalig und

im Humboldt-Forum nicht zu wiederholen

sei.“

Da kann sich Miturheber Richard

Wilhelm nur wundern. Im Gespräch

mit der Berliner Zeitung erneuert er

seine bekannte Haltung:„Das Kunstwerk

gehört nach Berlin, dort soll es

ausgestellt werden. Dortist es Millionen

in Erinnerung, und es gehört

Millionen.“ Beim Wiederaufbau

helfe er gerne mit. Allerdings habe

niemand vomHumboldt-Forum mit

ihm Kontakt aufgenommen.

Es gibt also weder „Stellungnahmen

der Urheber“, wie es im Grütters-Text

heißt, noch die angebliche

Kontaktaufnahme. Vielmehr findet

sich Grütters’ Formulierung nahezu

wortgleich in einem Brief vom 10.

April 2019 wieder, den Stefan Richter,

Sohn des zweiten Schöpfers Reginald

Richter, der Berliner Zeitung

schrieb. Es handelt sich allein um

dessen Position.

Stefan Richter berichtet in seinem

Brief auch von einem Besuch

im Depot, an dem er und sein Vater

teilgenommen hätten: Demnach

habe ein von der Stiftung als Fachmann

hinzugebetener Berliner Glaser

„Ideen einer möglichen Technologie

zur Restaurierung“ unterbreitet.

Staatsministerin Grütters klingt

anders: Nach einem Depottermin im

Januar 2015 und der Feststellung

schwerwiegender Probleme sei

schon 2015 die Entscheidung gefallen,

die Gläserne Blume nicht wieder

aufzustellen.

Wie konnte sich dann am 26. Februar

2016 Johannes Wien, Sprecher

des Vorstandes der Stiftung Berliner

Schloss – Humboldtforum, an der

Idee eines Wiederaufbaus begeistern?

Während eines Expertengesprächs

über das entstehende Forum

sagte er: „Wäre das nicht eine

gute Idee?“

Vorbei. DasHumboldt-Forum hat

sich mit der Blume blamiert. Jetzt

greift das DHM wieder zu. Laut Fritz

Backhaus erwägt sein Haus,ihr in einer

neuen Dauerausstellung einen

Platz einzuräumen. Eventuell als –

selbstverständlich restauriertes –

Fragment. 2006 hatte man die Idee

geprüft, das Kunstwerk inGänze im

Hof aufzustellen. Aber zwischen all

den Barock hätte sie wirklich nicht

gepasst. Im Hause gebe es keinen

ausreichend großen Platz. Da klingt

vielWille durch, zugleich Respekt vor

dem hochkomplexen Werk.

Milliönchen für die DHM-Depots

Zunächst aber muss das DHM eine

Großaktion bewältigen: Das 300

Jahre alte Zeughaus muss grundsaniert

werden. Das heißt Schließung

Mitte 2021, fast 7000 Objekte der

Dauerausstellung ausräumen – in

bessere Depots. Die hat man gefunden,

doch die Finanzierung ist offen.

Diemuss aus dem Grütters-Ministerium

kommen. Aus dem laufenden

DHM-Haushalt ist die Umlagerung

und damit einhergehende Neusortierung

der wertvollen historischen

Bestände nicht zu bezahlen. „Wir

verhandeln“, sagt Fritz Backhaus

und ist zuversichtlicher als andere

besorgte DHM-Mitarbeiter. In der

jüngsten Haushaltsbereinigungsitzung

im Bundestag wurden mal

eben rund 200 Extra-Millionen für

das Museum der Moderne genehmigt.

Wer wird sich da wegen ein,

zwei dringend für das DHM benötigten

Milliönchen erregen?

DAS IST

DAS WAR

DAS KOMMT

Maulbeerbaum &Efeu

Heinrich, Prinz von Preußen

Advent &Biedermeier

Ausder Zeit des Alten Fritz stammt der Maulbeerbaum in

der Dorfaue Alt-Heiligensee. Sein starker Efeubewuchs

bereitet Anwohnernund Naturfreunden Sorge. Nungibt

der Bezirksverordnete Felix Schönebeck, der im Reinickendorfer

Bau- und Grünausschuss sitzt, Entwarnung:

Der Efeu ist gut für den vom Gartenbauamt Reinickendorflaufend

beobachteten Baum. Er schützt ihn vorSonneneinstrahlung,

bietet Tieren Lebensraum und trägt zur

Luftreinigung bei. Problematisch wird eserst, wenn der

Efeu den Maulbeerbaum an seiner Entwicklung hindert.

Der Lübarser Maulbeerbaum: rund 3,60 Meter Durchmesser,Höhe zehn

Meter,Teil der Maulbeerplantagen zur Zeit Friedrichs II. (1712-1786)

Heinrichplatz hat das markante Dreieck in SO 36, Kreuzberg,

die längste Zeit geheißen. Jetzt darf Rio Reiser einrücken.

Aber wen verweist er des Platzes? Am 7. April

1849 wurde der noch recht ländliche Ort auf dem Köpenicker

Feld nach Prinz Heinrich vonPreußen, Großmeister

der preußischen Johanniter,jüngerer Bruder vonKönig

Friedrich Wilhelm III., benannt. Heinrich war ein

Sohn vonKönig Friedrich Wilhelm II. („Lüderjahn“) und

dessen zweiter Gemahlin Friederike Luise und wurde für

die Militärlaufbahn bestimmt. Am 30. Dezember 1781 in

Berlin geboren erhielt er eine standesgemäße Erziehung.

Prinz Heinrich wurde General der Infanterie und Chef

des ostpreußischen (2.) Infanterie-Regiments und hatte

zugleich das Kommando über das Hammsche Bataillon

des 4. Garde-Landwehr-Regiments inne. Seine historische

Rolle blieb vergleichsweise bescheiden. Er nahm

1806/07 als Oberst am Feldzug gegen die Franzosen teil,

auch an der Schlacht bei Auerstedt. Heinrich starb nach

langem Krankenlager am 2. Juli 1846 in Rom und wurde

im Berliner Dom beigesetzt. Als der Platz Heinrichs Namen

bekam, war noch keine Spur vom später dicht besiedelten

Quartier zu sehen. DerLuisenstädtische Kanal

(1848/52) war im Bau, Stadtpläne verzeichneten am

Platz keine Parzellen, geschweige denn Adressen. 1860

wurde lediglich das Privathaus des Maurermeisters

Kunst hier vermerkt. (mtk.)

Das Museum Knoblauchhaus im Nikolaiviertel verwandelt

sich vom 1.Dezember bis zum 1. Januar in ein festlich

geschmücktes Weihnachtshaus der Biedermeierzeit.

Es erwarten Sie Nussknacker, Brummteufel und Weihnachtspyramiden

im historischen Ambiente von einem

der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser Berlins. So verwandelt

sich der Salon in eine Weihnachtswerkstatt, in

der nach historischen Vorlagen Christbaumschmuck

und eigeneWeihnachtsdekorationen gebastelt wird. Eintritt

frei (außer für Führungen und Familienprogramm).

Weihnachten im Knoblauchhaus, Di –So10bis 18 Uhr,Poststraße 23,

Programm unter www.stadtmuseum.de/knoblauchhaus


12 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Mann stürzt ins Gleisbett der S-Bahn.

Aufdem S-Bahnhof Baumschulenwegist

in der Nacht zum Sonntag ein

Mann ins Gleisbett gestürzt. Dem

Fahrer einer einfahrenden S-Bahn

gelang es,rechtzeitig zu bremsen.

DerZug kam wenige Meter vordem

Mann zum Stehen. Zwei Fahrgäste

zogen den starkalkoholisierten

Mann vonden Gleisen, obwohl der

Fahrstrom noch nicht abgeschaltet

worden war.

Mit Messer nieder gestochen.

Beieinem Streit in einer Wohnung in

der Rhinstraße in Lichtenbergist in

der Nacht zum Sonntag ein 25 Jahre

alter Mann nieder gestochen und

dabei lebensgefährlich verletzt worden.

DerTäter flüchtete.Das Opfer

musste sofortnotoperiertwerden.

EinZeuge,der sich ebenfalls in der

Wohnung befand, wurde leicht verletzt.

DieHintergründe der Auseinandersetzung

sind noch nicht geklärt.

Eine Mordkommission ermittelt.

Fahrgast zerschlägt Scheibe.

DerFahrer eines Busses der Linie

M76 ist am Sonnabendnachmittag in

Mariendorfdurch Glassplitter verletzt

worden. Am U-Bahnhof Alt-Mariendorfwar

der 43 Jahrealte BVG-

Mitarbeiter mit einem unbekannten

Mann in Streit geraten. Dabei zerschlug

der Fahrgast eine der Sicherheitsscheiben.

DerFahrer wurde an

den Augen getroffen. Er musste vom

Dienst abtreten und sich behandeln

lassen. DerTäter entkam.

Alkoholisierten Bootsführer erwischt.

DieBesatzung eines Polizeibootes

hat am Sonnabendnachmittag auf

der Spree-Oder-Wasserstraße in Köpenick

einen angetrunkenen Bootsführer

festgenommen. Er war einem

Zeugen an der Langen Brücke aufgefallen,

weil er Schlangenlinien fuhr.

Außerdem soll er mehrmals gegen

die Brücke gefahren sein. Eine Atemalkoholprobe

bei dem 48-Jährigen

ergab einen Wert vonknapp zwei

Promille.Bis auf weiteres ist er seinen

Bootsschein los.

Der VW kam erst an einem Lampenmast

zum Stehen.

PUDWELL

Gegen Lampenmast geprallt.

Aufder Johannisthaler Chaussee/Ecke

Stieglitzweg in Neukölln

sind am Sonntagmorgen zwei Autos

zusammengestoßen. DerVWGolf

sowie der Opel Vectrawurden dabei

schwer beschädigt. Diebeiden Fahrermussten

vonSanitäternversorgt

werden. DieUrsache für den Zusammenstoß

kennt die Polizei noch

nicht.

Jugendlicher festgenommen.

Nach der Flucht vorder Polizei in einem

VW Passat haben Polizisten am

Sonnabend einen 16-Jährigen in

Mitte festgenommen. Er war einer

Streife aufgefallen, weil er auf einer

gesperrten Spur im Tiergartentunnel

unterwegs war.Der Jugendliche reagierte

nicht auf die Anhaltesignale

der Polizei. An der Heidestraße

wurde er gestellt. Beider Kontrolle

stellte sich heraus,dass er unter Drogeneinfluss

stand.

Einbruch in Stasi-Museum.

Neun Orden und Schmuckteile haben

Unbekannte aus dem Stasi-Museum

in der Ruschestraße in Lichtenberggestohlen.

Nach ersten Ermittlungen

gelangten die Täter über

ein Fenster in der 1. Etage in die Ausstellungsräume.Sie

zerschlugen Vitrinen

und flüchteten mit ihrer

Beute. (ls.)

Queerer Schutzraum

Das Coworking Space Darna bietet diskriminierungsfreies Arbeiten. Nicht alle sind von der Idee überzeugt

VonKristin Herrmann

Die Motzstraße in Schöneberg

ist in der LGBTQ-

Community über die

Grenzen Berlins bekannt.

Dort findet jeden Sommer das lesbisch-schwule

Motzstraßenfest statt,

etliche Lokale und Geschäfte unterstützen

die Szene.Mittendrin hat vor

einigenWochen ein Coworking Space

eröffnet.

Davongibt es in Berlin einige,aber

bei „Darna“ geht es um einen sicheren

Arbeitsplatz für die queere Community.

Das sagen zumindest die

Gründer.Darna heißt auf Altarabisch

so viel wie „Unser Zuhause“. So versteht

der 28-jährige Sharif Altwal

auch den Platz, den er zusammen mit

seinem Freund Alexander Prill für die

Mitglieder geschaffen hat.

Aufden ersten Blick ist das Vorhaben

der beiden gelungen. Wer die

150-Quadratmeter große Altbauwohnung

betritt, bekommt Hausschuhe

mit dem Logo der Firma überreicht.

Im Coworking Space herrscht eher

Wohnzimmer- als Bürofeeling: Die

Möbel sind aufeinander abgestimmt.

Indirektes Lich und viele Pflanzen

sorgen für heimelige Atmosphäre. An

den Wänden hängen Bilder, die die

Künstlerin Hala Twal aus Jordanien,

dem Heimatland von Sharif Altwal,

angefertigt hat. EinKontrast zur glänzenden,

perfekten Einrichtung: Auf

den Bildern geht es um Diskriminierung,

Unterdrückung und den

Wunsch, sich selbst ausleben zu dürfen.

Im Prinzip läuft es bei Darnawie in

vielen anderen Bürogemeinschaften.

Die Mitglieder können während der

Öffnungszeiten einen festen Schreibtisch

oder flexiblen Arbeitsplatz buchen;

es gibt die Option, sich tageweise

einzumieten. Altwal und Prill

wollen Raum für Austausch schaffen.

Sie selbst arbeiten nahezu täglich in

dem Büro. „Es gibt hier zwar etliche

Cafés und Bars, aber keinen geschützten

Platz, wo man zum Beispiel

über sein Coming-Out sprechen oder

Veranstaltungen planen kann“, sagt

Altwal, der sich selbst als Aktivist seit

Jahren für die LGBTQ-Szene engagiert.

Auch als Dragqueen auflaufen

Dass ein Ort für solche Gespräche

wichtig sein kann, zeigt eine Studie

der Boston Consulting Group (BCG).

Dafür wurden rund 4000 Studierende

und Berufsanfänger weltweit zum

Thema LGBT am Arbeitsplatz befragt.

Rund 31 Prozent der Teilnehmerinnen

und Teilnehmer aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz geben

an, dass sie an ihrem Arbeitsplatz

nicht offen mit ihrer sexuellen Orientierung

umgehen. Fast die Hälfte gibt

sogar an, zu lügen, wenn er oder sie

nach einem Partner oder einer Partnerin

gefragt werde.

Einer, der Darna nutzt, ist Stefan

Hasse.Der 33-Jährige hat für seine Seniorenbetreuungsfirma

einen Arbeitsplatz

im Stadtteil gesucht. „Ich

Darna-Mitbegründer Sharif Altwal im Schöneberger Coworking Space.

bin selbst schwul und fühle mich hier

sehr willkommen. Außerdem habe

ich für Beratungsgespräche einen geschützten

Raum, was ich sehr wichtig

finde“, sagt er.

Altwal ist der Überzeugung, in anderen

Coworking Spaces ginge es

häufig unpersönlich zu, was dazu

führe, dass viele Mitglieder sich aus

Scheu an ihr Umfeld anpassten. Bei

Darna könne man auch als Dragqueen

auflaufen. „Jeder,wie er mag“,

sagt der 28-Jährige.

Er selbst habe sein ganzes Leben

mit Diskriminierung gekämpft. Aufgewachsen

ist Altwal in Jordanien, als

Sohn eines jordanischen Vaters und

einer russischen Mutter, als Christen

eine Minderheit.„InJordanien gibt es

offiziell keine Homosexuellen. Ich

VOLKMAR OTTO

Mehr Emmys in Berlin

war schon immer anders, durfte es

aber nie offen zeigen“, sagt er.Erhabe

unter Übergewicht und Depressionen

gelitten. Als er zum Studieren

nach Russland ging, wurde es nicht

besser.Auch dortwerden Homosexuelle

diskriminiert.

In einer Studie der „Proud at

Work“-Stiftung von 2017 gibt fast ein

Dreiviertel der rund 2900 befragten

Teilnehmerinnen undTeilnehmer an,

Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt

zu haben. Rund acht Prozent geben

dortan, aufgrund ihrer sexuellen

Orientierung keinen Job bekommen

zu haben. Erst als Altwal 2014 nach

München und wenig später nach Berlin

zog, habe er eine tolerantere Gesellschaft

kennengelernt. Doch auch

in seinen vorherigen Firmen, in denen

er Internettechnologien vertrieb

und Studenten im Ausland rekrutierte,

gab es immer wieder Beleidigungen

und Mobbingversuche.

„Morgens wurde ich lautstarkals ‚gay

guy‘ begrüßt. Ich bin nach außen

starkgeblieben, aber abends habe ich

oft geweint“, sagt er.

Seine Erfahrungen decken sich

mit den Ergebnissen einer Studie des

Marktforschungsinstituts YouGov:

Diehäufigsten Formen vonDiskriminierung

seien Witze oder sexualisierende

Kommentare (46 Prozent),

physische Gewalt oder Mobbing (28

Prozent) und eine Veränderung des

Teamzusammenhaltes oder Ausgrenzung

(28 Prozent). Bei Darna unterschreibt

man mit dem Vertrag automatisch

auch eine Antidiskriminierungsvereinbarung.

Langfristig keine Lösung

Aber ist das zeitgemäß –ein gesondertes

Büro für queere Menschen?

Christian Cordes ist Vorstandsmitglied

im Bundesverband Coworking

Deutschland. Er findet das neue Angebot

in Berlin grundsätzlich gut.

Aber er sagt auch, dass eigentlich in

allen Coworking Spaces die WerteOffenheit,

Transparenz und Diversität

gelebt werden sollten. Er hält es

„grundsätzlich für kritisch“ wenn bestimmte

Personengruppen ausgeschlossen

werden“, sagt er.

Unabhängig vonder Arbeit in Coworking

Spaces wird Diversität auch

in Unternehmen zunehmend wichtig:

Um queereMenschen zu integrierenund

nicht auszuschließen, bieten

immer mehr Unternehmen in

Deutschland sogenannte LGBT-

Netzwerke an. Queere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sollen dort eine

Anlaufstelle für ihre Interessen haben.

Andreas Hartwig sieht aus diesem

Grund ein Angebot wie Darna zwiespältig.

Er arbeitet in Berlin als Diversity-Trainer

und berät Unternehmen

und Organisationen. Ja, auch 2019

gebe es noch Vorurteile gegenüber

queeren Menschen in Unternehmen,

davor seien auch Großstädte wie Berlin

oder Hamburg nicht gefeit –obwohl

die Vielfalt dort deutlich größer

sei, sagt er.Aber langfristig lösten Angebote

wie Darnadie Probleme nicht.

„Natürlich benötigen Menschen der

Queer-Community geschützte

Räume, indenen sie beispielsweise

über Mobbing oder Diskriminierung

sprechen können. Dasversuchen wir

Firmen in unseren Schulungen auch

immer wieder zu vermitteln. Arbeitsplätzefür

spezielle Personengruppen

zementieren jedoch die Unterschiede

und führen zu einer sichtbaren Trennung.“

Eine solche Abgrenzung wollen

die Gründer nicht. „Unser Space ist

für alle offen“, sagt Altwal. Bislang

kommt das Angebot gut an. Aktuell

seien sämtliche 30 Plätze vergeben,

allerdings verteilen sich die Freiberufler

und Selbstständigen auf unterschiedliche

Zeiten und Tage,weshalb

es noch Kapazitäten gebe.

Nach dem Rückzug von Coup will der Konkurrent das Geschäft mit Elektrorollern stark ausbauen

Nach der Rückzugsankündigung

der Mietrollerfirma

Coup hat der Gründer des Konkurrenzanbieters

Emmy, Valerian

Seither, angekündigt, sein Geschäft

erheblich auszuweiten.

„Wir wollen unseren Bestand bis

zur Sommersaison 2020 mindestens

verdoppeln“, sagte Seither

dem Redaktionsnetzwerk

Deutschland. Eine genaue Zahl

könne er aber noch nicht nennen.

Aktuell habe seine Firma knapp

800 Roller in Berlin im Einsatz.

„Obwohl die Branche hart umkämpft

ist, ist sie eigentlich attraktiv

und valide. Es gibt eine hohe

Nachfrage –auch wir merken das“,

sagte der Unternehmer. „Wir sehen

auf jeden Fall den Weg indie

Wirtschaftlichkeit und hoffen,

dass wir in etwa in den nächsten

18 Monaten mit Emmy Gewinn

machen können.“

AufWirtschaftlichkeit bedacht

ZumRückzug vonCoup sagte Seither,

er habe nicht damit gerechnet,

„dass dortjetzt der Stecker gezogen

wird“.

Er fügte hinzu: „Wir hatten zwar

gemerkt, dass die von Coup angekündigte

Expansion ausgeblieben

ist, aber dass es so schlecht um das

Unternehmen steht, hätte ich

nicht gedacht.“

Auffällig: Die orangeroten Emmys prägen

mittlerweile den öffentlichen Raum. IMAGO

Zum eigenen Unternehmen

sagte Seither: „Wir sind als Startup

immer auf Wirtschaftlichkeit

bedacht und wachsen dafür immer

nur Stück für Stück. Das zahlt

sich letztendlich aber aus.“

Vorher in Paris und Madrid

Die Bosch-Tochter Coup hatte vor

kurzem wegen zu hoher Kosten

angekündigt, das Geschäft mit der

städtischen E-Mobilität aufzugeben.

Mitte Dezember werden die

türkis-schwarzen Leihroller aus

Berlin und Tübingen abgezogen.

Das Unternehmen war bisher

auch in Paris und Madrid vertreten.

(RND)

Koch sucht

Köche

und Kellner

Fachkräftemangel größtes

Problem bei TimRaue

Der Berliner Sternekoch Tim

Raue (45) erlebt selber, was

Fachkräftemangel ist. Es fehlen Köche

und Kellner.„Wirsuchen eigentlich

nonstop seit drei Jahren“, sagte

Raue. Es gebe Immobilien zuhauf,

die Gäste stünden Schlange, und

man bekomme alle Produkte, die

man brauche.Der Fachkräftemangel

sei da die größte Herausforderung.

Dass Fernsehköche großes Interesse

an dem Berufauslösen, ist laut

Raue nicht der Fall. Er verweist auf

die sinkenden Zahlen der Auszubildenden;

für Handwerksberufe

komme nichts nach. Daher blickt

Raue auch ins europäische Ausland.

„Wir brauchen im Endeffekt Menschen

von außerhalb, die wir integrieren

können, die wir in unserem

Land willkommen heißen, die diese

Arbeit machen wollen“, sagte Raue.

Raue gehört zuden mehr als 100

Köchen und Köchinnen, die beim

Feinschmeckerfestival Eat!Berlin

(20. Februar bis 1. März) mitmachen.

1998 wurde der Berliner vom

Food-Magazin „Der Feinschmecker“

zum Aufsteiger des Jahres gekürt. Für

sein Restaurant„Tim Raue“ erhielt er

zwei Sterne im „Guide Michelin“,

19,5 Punkte im„Gault&Millau“. Neuerdings

betreibt Raue ein Restaurant

in der Villa Kellermann in Potsdam,

an dem auch Fernsehmoderator

Günther Jauch beteiligt ist. Eines seiner

bekannten Gerichte sind Königsberger

Klopse, auf die feine Art. Soll

man die mit Kapernkochen?„Natürlich“,

sagt er. Ertut sie allerdings in

die Klopse, weil sie dort ambesten

die Würze transportierten. (dpa)

Macht’sandersund hat Erfolg damit:

Sternekoch TimRaue.

Einstein-Stiftung

feiert ihr

Zehnjähriges

DPA

135 Spitzenforscher aus aller

Welt bisher gefördert

Die Berliner Wissenschaftsgemeinde

begeht am heutigen

Montag das zehnjährige Bestehen

der Einstein-Stiftung. Diese war 2009

nach einer Initiative des damaligen

Berliner Wissenschaftssenators Jürgen

Zöllner (SPD) gegründet worden.

Siesollte exzellente Forschungsbereiche

vereinen und Spitzenforscher aus

allerWelt nach Berlin holen.

„Die Einstein Stiftung ist in nur

zehn Jahren zu einer unverzichtbaren

Impulsgeberin für die Wissenschaftsstadt

Berlin geworden“ erklärtder Regierende

Bürgermeister Michael

Müller (SPD), der an der abendlichen

Festveranstaltung in der Staatsoper

Unter den Linden teilnehmen wird.

DieStiftung selbst bilanziert, dass sie

bisher 135 herausragende Wissenschaftler,

darunter drei Nobelpreisträger,

als Einstein Fellows oder Einstein-Professoren

an den Universitäten

und der Charité gefördert habe.

110 Millionen Euro seien geflossen,

unter anderem in 66 institutionenübergreifende

Forschungsprojekte

und sechs Einstein-Zentren, etwa für

Digitale Zukunft, Katalyse und RegenerativeTherapien.

(BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 13 *

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Mit glänzenden Augen

HENRIETTE RICHTER-RÖHL

&DOMINIC RAACKE

haben die Fest-Schicht übernommen.

Siewerden in „Skylight“ am ersten

und zweiten Weihnachtsfeiertag

auf der Bühne im Schiller-Theater

stehen. DiePremieredes Stückes von

David Hare wurde am Sonntagabend

gefeiert, gespielt wirdbis zum 29. Dezember

(Tickettelefon 88 59 11 88).

Henriette Richter-Röhl mag das Stück

schon lange. Dass sich der vom Bildschirm

aus Serien wie „Marienhof“

und „Sturm der Liebe“ bekannten

Schauspielerin in der Rolle der Kyra

die Chance auf ihr Theater-Debüt

bot, konnte also nur ein gutes Zeichen

sein. Dominic Raacke genießt

die besondereArt der Arbeit: „Das ist

so eine familiäre Atmosphäre. Am

Theaternimmt man sich noch Zeit.“

Beide spielen ein ungleiches Ex-

Paar:erden reichen Tom, Besitzer einer

Restaurantkette, sie die in einfachen

Verhältnissen lebende Lehrerin.

Die Liebe war mal groß, aber

eine heimliche. Und der Zuschauer

fragt sich, ob das noch einmal etwas

mit den beiden werden kann. Bill

Nighy, der am Broadway in „Skylight“

den Tomspielte, sagte in einem

Interview,dass er das Stück von

David Hare für „eines der großartigsten

Theaterstücke“ hält, „... zeitgenössisch

und wirklich modern“. Besonders

wichtig erschien ihm, „dass

es das Publikum am Ende des

Abends mit Hoffnung erfüllt“ und

dass die Zuschauer das Theater so

verlassen „wie früher Kinder aus

dem Kino kamen“ –mit glänzenden

Augen. Von Henriette Richter-Röhl

Ankunft zur Premiere: Schauspielkollege

Jürgen Tarrach

CHRISTIAN SCHULZ

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Premiere von „Skylight“

im Schiller-Theater

mit Prominenz auf

der Bühne und

im Zuschauerraum

verlangt gleich ihre erste Theaterrolle

alles: Sie steht vom Anfang bis

zum Ende des Stückes auf der

Bühne, befindet sich abwechselnd

im Dialog mit Tom oder seinem

Sohn.

Dominic Raacke, der 14 Jahre

lang im Berliner „Tatort“ ermittelte,

entdeckte das Theater erst spät für

sich. Im März 2018 gab er mit dem

Stück „Die Niere“ sein Theaterdebüt

in Berlin auf der Bühne der Komödie

am Kurfürstendamm. Alexandra Maria Lara kam mit ihrem Mann Sam Riley. CHRISTIAN SCHULZ

Anja Kling wollte sich „Skyline“ nicht entgehen

lassen.

CHRISTIAN SCHULZ

LOUIS HELD

ist dem jüngeren Kinopublikum als

Alexander von Falkenstein aus den

vier „Bibi & Tina“-Kinofilmen bekannt,

zuletzt war er im neuen „Alfons

Zitterbacke“-Film zu sehen,

drehte beim Kieler „Tatort“ und eine

Serienfolge „Ein Fall für Zwei“. Im

Theater am Kurfürstendamm stand

Held 2017 nach dem Abschluss seiner

Schauspielausbildung schon in

„Die Glasmenagerie“ vonTennessee

Williams auf der Bühne.In„Skylight“

spielt Held den Sohn von Tom. Neben

der Schauspielerei beschäftigt

sich der 23-Jährige mit der Musik.

ALEXANDRA MARIA LARA

war mit ihrem Mann Sam Riley gekommen,

um „Louis zu unterstützen“.

Sie war ganz begeistert: „Louis

hat den schweren Anfang des Stückes

mit Gefühl gefüllt.“ Und damit

bewiesen, dass er sein Schauspieldiplom,

das er an der Schauspielschule

von Alexandras im April verstorbenen

Vater Valentin Platareanu

gemacht hat, ehrlich verdient.

EDITH HELD

gab es nach der Vorstellung gern zu:

„Ich bin stolz.“ DieMuttervon Louis,

eine bekannte Fotografin, freute sich

für ihren Sohn:„Er hat das richtiggut

gemacht.“ Der Junge singt (außerhalb

des Theaters in seiner zweiten

Karriere als Musiker) sogar ein Lied

über sie, das er ihr im Auto vorgespielt

hat, bevor es herauskam. Ob

sie über den Song „Mama“ vor Rührung

weinen musste?„Ich konnte gar

nicht wieder aufhören.“

JÜRGEN TARRACH

war wegen seines Freundes Dominic

Raacke gekommen und begeistert.

„Dieses Stückmit seinen feinen psychologischen

Momenten liegt ihm

noch besser als das davor.“

ANJA KLING

gehörte wie Marijam Agischewa,

Dana Golombek, Klaus-Peter Grap,

Marion Kracht und Daniela Ziegler

zu den vielen Schauspielerkollegen,

die zur Premierekamen.

„WohneninBerlin

soll bezahlbar

bleiben.“

Jazmin, Gastgeberin in Neukölln

Das finden wir auch.

Wir wollen Berlin darinunterstützen,

Wohnraumeffektiv zu schützen.In

Kooperationmit Hamburgfunktioniert

dasbereits.Deshalb setzen wiruns

gemeinsam mitden Gastgebern

aufAirbnbfür einen einfachen und

digitalenRegistrierungsprozesswie

in Hamburgein.

Erfahremehr:

airbnb.com/das-finden-wir-auch


14 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Brandenburg

NACHRICHTEN

47-jähriger Kajakfahrer auf

Grimnitzsee vermisst

Ein47-jähriger wirdnach einem Kajak-Ausflug

auf dem Grimnitzsee

vermisst. Angehörige informierten

die Polizei, als der Mann zur verabredeten

Zeit nicht zurückkehrte.Die

Beamten suchten nach dem Mann,

fanden aber nur das Kajak des Vermissten

am Ufer treibend. (dpa)

Brandenburg hat die

wenigsten Biotonnen

Brandenburghat deutschlandweit

die geringste Versorgungsdichte mit

Biotonnen. Auch bei der Pro-Kopf-

Sammlung vonBiogut bildet Brandenburgdas

Schlusslicht. Dasgeht

aus Zahlen der Abfallbilanzen der

Länder hervor. DasSammeln von

Küchenresten und Gartenabfällen in

der Biotonne ist in vielen Haushalten

selbstverständlich. Während bundesweit

mehr als 95 Prozent der 380

Entsorger flächendeckend oder gebietsweise

eine Biotonne anbieten,

sind es in Brandenburgerst zwölf der

18 Unternehmen. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Lottozahlen: 5-33-38-42-43-47

Superzahl: 5

Spiel 77: 5276571

Landeslotterie Super 6: 988468

Glücksspirale: (Gewinner nach Endziffern)

3=10Euro

92 =25Euro

901 =100 Euro

7163 =1000 Euro

47 298 =10000 Euro

200 117 =100 000 Euro

932 765 =100 000 Euro

Prämie: Monatliche „Sofortrente“ in Höhe von

10 000 Euro auf die Nummer 2012 583.

ARD-Fernsehlotterie:

2551 916 gewinnt Mini Cooper Countryman

3621 978 gewinnt BMW 118i

1832 568 gewinnt Reise nach Südtirol

4321 733 gewinnt Reise nach Europa-Park

Prämienziehung (nur für Mega-Lose):

7640 111 gewinnt 1000 000 Euro

517 326 gewinnt 100 000 Euro

19 565 gewinnt 10 000 Euro

7586 gewinnt 1000 Euro

15 gewinnt 10 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Das „T“ im Tesla-Logo steht nicht für den Firmennamen, sondernfür den Querschnitt eines Elektromotors. Es bildet eine Entwicklung von Namensgeber Nikola Tesla ab. AFP/DUNAND

Oder-Spree bereitet sich auf Tesla vor

Landrat rechnet in diesen Tagen mit den Unterlagen für die „Gigafactory“. Personal wird aufgestockt

VonGudrun Janicke

Für den Bau der geplanten

„Gigafactory“ des amerikanischen

Elektro-Autobauers

Tesla in Grünheide bei

Berlin werden im zuständigen Landkreis

die Weichen gestellt. „Wir rechnen

jeden Tagmit dem Eingang der

ersten Dokumente“, sagte Rolf Lindemann,

Landrat im Landkreis

Oder-Spree.„Wir stehen Gewehr bei

Fuß. Wenn die ersten Planungsunterlagen

morgen kommen, fangen

wir sofortan“, sagte er.

„Dadarfnichts schiefgehen“

Das US-Unternehmen will auf einem

300 Hektar großen Gelände ab

2021 das Kompakt-SUV Model Yfertigen.

Im November waren die Pläne

bekannt geworden. Unternehmensvertreter

hatten vergangene Woche

angekündigt, dass derzeit die Anträge

vorbereitet würden. Unter Leitung

von Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD)

hatte erstmals die Taskforce der Landesregierung

für den Bau der geplanten

Fabrik getagt. Am Tisch saßen

neben Vertretern der Ministerien

auch der Landkreis und die Gemeinde

Grünheide.

„Wir hatten mit dem Projekt

überhaupt nicht gerechnet“, sagte

Die Firma: Tesla ist ein USamerikanisches

Unternehmen,

das Elektroautos sowie

Stromspeicher- und Photovoltaikanlagen

produziert

und vertreibt.Als Ziel des Unternehmens

wird „die Beschleunigung

des Übergangs

zu nachhaltiger Energie“ genannt.

Lindemann. Mit der Größe des

Grundstückes und mit der Verkehrsanbindung

habe der Kreis jedoch

punkten können. Das Grundstück

sei schon 2001 für eine Ansiedlung

des Autobauers BMW vorgesehen

gewesen. Damals entschied sich

BMW aber für Sachsen. „Damit liegt

bereits der Bebauungsplan für diese

Art der industriellen Nutzung vor“,

sagte der Landrat. „Es ist uns gelungen,

die starke Konkurrenz aus dem

In- und Ausland hinter uns zu lassen.“

Zunächst müssten nun Genehmigungsverfahren

nach dem Bun-

INNOVATION ALS TRADITION

Der Name: Der Firmenname

ist an den genialen Physiker,

Elektroingenieur und Erfinder

Nikola Tesla (1856-1943)

angelehnt. Er verhalf der

Wechselstromtechnik maßgeblich

zum Durchbruch.

Teslas Motor nutzte zum ersten

Mal ein rotierendes Magnetfeld.

Der Boss: Elon Musk wurde

2004 Chef des im Jahr zuvor

gegründeten Unternehmens

und avancierte bald zur prägenden

Figur vonTesla. Ende

2018 beschäftigte die Firma

rund 48 800 Mitarbeiter.Der

Tesla Roadster war das erste

elektrische Serienfahrzeug

mit Lithium-Ionen-Batterie.

des-Immissionsschutzgesetz bearbeitet

werden, sagte der Landrat. Die

federführende Genehmigungsbehörde

sei das Landesamt für Umwelt,

bei der alles konzentriert

werde. Als Träger öffentlicher Belange

werden die unteren Behörden

im Landkreis dann einbezogen.

„Trotz des ehrgeizigen Zeitplanes

müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen

eingehalten werden“,

sagte Lindemann. So sei eine Prüfung

der Umweltverträglichkeit notwendig

–mit einem öffentlichen Beteiligungsverfahren.

„Da darf nichts

schiefgehen. Sonst hat man unter

Umständen einen formalen Fehler“,

betonte Lindemann. Der Kreis wolle

nicht Gefahr laufen, dass sich Risiken

einschlichen.

Naturschützer hatten unterdessen

an die Verantwortlichen appelliert,

die Belange der Tier-und Pflanzenwelt

ausreichend zu berücksichtigen.

„Noch wurden weder Bürger

oder Naturschutzverbände in das

Projekt einbezogen“, sagte Friedhelm

Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender

des Naturschutzbundes

Brandenburg(Nabu).

Kooperation mit den Nachbarn

Die Verwaltung des Landkreises

habe sich bereits prophylaktisch damit

beschäftigt, ob das Personal für

die umfangreichen Prüfaufgaben

ausreiche.Schrittweise werdeaufgestockt,

sagte der Landrat. Im Bauordnungsbereich

sei eine zusätzliche

Stelle für einen Bauingenieur geschaffen

worden. Beispeziellen Aufgaben

wie beim Thema Brandschutz

werde man auf Planungsbüros zurückgreifen,

kündigte Lindemann

an. Übergangsweise könnten zudem

Mitarbeiter anderer Behörden abgeordnet

werden. „Dazu laufen Gespräche

mit unserem Nachbar-

Landkreis Dahme-Spreewald, der

Erfahrungen mit dem Flughafen

BER hat“, sagte Lindemann. (dpa)

Kohle-Gegner

besetzen

Tagebaue

Tausende Aktivisten im

Revier: Meistens friedlich

Tausende Kohle-Gegner haben

am Sonnabend Tagebaue in

Sachsen und Brandenburgblockiert.

Sie stürmten am Morgen in die

Gruben in Jänschwalde und Welzow-Süd

in Brandenburg sowie in

den Tagebau Vereinigtes Schleenhain

im Leipziger Revier.Zuden Protesten

hatte das Bündnis „Ende Gelände“

aufgerufen. Sierichteten sich

gegen die Klimapolitik der Bundesregierung.

Bis zum Einbruch der

Dunkelheit verließen die Blockierer

die Gruben freiwillig. Am Sonntag

gab es keine weiteren Aktionen.

Die Polizei berichtete von einzelnen

Rangeleien. Sie nahm teilweise

die Personalien der Protestierer auf,

ließ einen Großteil am Sonnabendabend

aber unbehelligt aus den Tagebauen

ziehen. Die Energieunternehmen

Mibrag und Leag erstatteten Anzeigen.

Die Klimaschützer nannten

die Proteste friedlich und erfolgreich.

Die Kohleförderung in den betroffenen

Tagebauen ruhte am Sonnabend

aus Sicherheitsgründen.

Nach Angaben von „Ende Gelände“

beteiligten sich insgesamt

rund 4000 Aktivisten. Die Protestierer

verlangten einen sofortigen

Kohle-Stopp. Ziel der Bundesregierung

ist ein Kohleausstieg bis spätestens

2038. Umweltverbände fordern

einen Ausstieg bis 2030.

Rangeleien in Jänschwalde

In Jänschwalde kam es zu Rangeleien

zwischen Polizei und Aktivisten.

Dabei seien drei Beamte leicht

verletzt worden, sagte Brandenburgs

Polizeisprecher Torsten Herbst.

Rund 500 Menschen blockierten

dortden Tagebau, etwa ebenso viele

wie inWelzow-Süd. DieLeipziger Polizei

berichtete, dass es „vereinzelt“

Schläge und Tritte gegen Beamte gegeben

habe, als etwa 1200 Protestierer

auf das Tagebau-Gelände rannten.

Sachsens Innenminister Roland

Wöller (CDU) kritisierte: „Die heutige

Besetzung des Tagebaus Leipzig-

Schleenhain hat nichts mehr mit

friedlichem Klimaprotest zu tun.“ Er

fordere Klimademonstranten auf,

sich klar vonGewalt gegen Personen

und Eigentum zu distanzieren. In

Brandenburg hielten Kohle-Kumpel

am Kraftwerk Jänschwalde und an

den Tagebauanlagen Mahnwachen

ab, umfür den Erhalt der Tagebaue

zu werben. (dpa)

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16 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Lokalsport

Das TorzuHerbstmeisterschaft: Kevin Kahlerterzielt für die VSG Altglienickedas 2:2 gegen Lok Leipzig.

MICHAEL HUNDT

Eine Stadt sucht die dritte Kraft

Im Berliner Fußball haben schon viele Klub versucht, sich hinter Hertha und Union zu etablieren. Derzeit hat die VSG Altglienicke die besten Aussichten

VonMichael Jahn

Als am Freitagabend gegen

20.50 Uhr der Schlusspfiff

im Spitzenspiel der Regionalliga

Nordost zwischen

der VSG Altglienicke und dem 1. FC

Lok Leipzig ertönte, feierten die

Spieler aus dem Südosten Berlins auf

dem Rasen des Jahnsportparks. Sie

hatten einen 0:2-Rückstand aufgeholt,

das gerechte 2:2-Unentschieden

am Ende brachte derVSG um ihrenTrainer

Karsten Heine die inoffizielle

Herbstmeisterschaft ein. „Eine

schöne Momentaufnahme“, freute

sich Heine,64,„aber nun müssen wir

oben dran bleiben. Bis zur Winterpause

haben wir noch zwei schwere

Spiele vor uns –gegen Energie Cottbus

und Auerbach.“

Fakt ist, dass die VSG Altglienicke,

die vor Saisonbeginn nicht zu den

engsten Favoriten zählte, kann sich

im Moment dritte Kraft im Berliner

Fußball nennen –nach den beiden

Bundesligisten Hertha BSC und dem

starken Aufsteiger 1. FC Union.

„Naja“, sagt Heine, „dritte Kraft ist

eher symbolisch gemeint.“

Dennoch versuchen sich seit vielen

Jahren immer wieder altbekannte

und auch aufstrebende Vereine,den

Status einer dritten Kraft zu

erarbeiten, der Reputation, mehr

Zugkraft, neue Sponsoren und eine

erfolgreiche Zukunft verspricht. Das

ist ja meist mit einem Aufstieg in eine

höhere Liga verbunden, im Fall Berlins

erst einmal in die Dritte Liga. Einige

Klubs wähnten sich schon auf

dem Weg zur dritten Kraft, viele

scheiterten oft an überzogenen Erwartungen,

an unzuverlässigen Investoren

und Sponsoren, an finanziellen

Balanceakten, die schief gingen.

Blau-Weiß 90 war Ende der Achtzigerjahresogar

kurzzeitig zur ersten

Kraft aufgestiegen. Hertha BSC und

Tennis Borussia, die großen Zwei des

Westberliner Fußballs, dümpelten

1986/87 in der Amateuroberliga Berlin

vorsich hin, duellierten sich etwa

mit Rapide Wedding oder dem SC

Gatow. Blau-Weiß erreichte die Erste

Bundesliga, stieg aber postwendend

wieder ab und landete ein paar Jahre

später in der Insolvenz. Im Moment

steht Blau-Weiß im Mittelfeld der

Oberliga Nord, will aber unbedingt

weiter nach oben klettern.

Ende in der Insolvenz

Oder Tennis Borussia. Der Klub

sollte um die Jahrtausendwende mit

Hilfe des windigen Finanzinvestors

Göttinger Gruppe ganz schnell in die

Bundesliga geschossen werden. Von

der Champions League faselten die

Verantwortlichen. Auch TeBe landete

in der Insolvenz. Der Traditionsverein

sorgte gerade in diesem

Jahr erneut für viel Aufsehen, als ein

Kampf um die Führung tobte und

sich der lange allmächtige Investor

Jens Redlich, Chef einer Fitness-

Club-Kette, schließlich zurückziehen

musste. TeBe führt gerade die

Oberliga Nord an und will unbedingt

REGIONALLIGA NORDOST

Hertha BSC II -Rot-Weiß Erfurt 0:0

Babelsberg 03 -Berliner AK 0:4 (0:2)

VSG Altglienicke-Lok Leipzig 2:2 (1:2)

W. Nordhausen -Viktoria 89 0:1 (0:1)

Lichtenberg 47 -Cottbus 0:2 (0:1)

Halberstadt -Auerbach 0:2 (0:0)

Fürstenwalde -Rathenow 3:1 (3:0)

Bischofswerda -Meuselwitz 2:2 (1:0)

Ch. Leipzig -BFC Dynamo abgesagt

1. VSG Altglienicke 17 44:21 36

2. Energie Cottbus 17 41:26 36

3. Lok Leipzig 17 31:19 34

4. Hertha BSC II 17 47:25 33

5. Wacker Nordhausen 17 37:26 29

6. Union Fürstenwalde 17 31:24 25

7. BFC Dynamo 16 20:21 25

8. Viktoria 89 Berlin 17 18:13 24

9. Lichtenberg 47 17 22:19 23

10. VfB Auerbach 17 31:34 23

11. Berliner AK 07 17 29:28 20

12. ZFC Meuselwitz 17 25:29 20

13. Chemie Leipzig 16 17:19 19

14. Rot-Weiß Erfurt 17 16:25 16

15. Germ. Halberstadt 17 20:30 15

16. Optik Rathenow 17 14:35 14

17. SV Babelsberg 03 17 17:32 11

18. Bischofswerdaer FV 17 15:49 9

in die Regionalliga gelangen. All

diese Pleiten, Irrungen und Wirrungen

hielt andere Klubs nicht davon

ab, mit Macht zur dritten Kraft aufsteigen

zu wollen.

Das letzte prominente Beispiel

lieferte Regionalligist Viktoria 89. Im

Vorjahr kam es überraschend zur

Zusammenarbeit mit der „Advantage

Sports Union Ltd. (ASU)“ aus

Hongkong. Dahinter stand der Chef

einer großen chinesischen Hotelkette,

der auch in den französischen

Erstligisten OGC Nizza investiert

hatte. Die Bildzeitung schrieb:

„Pumpen China-Milliardäre 90Millionen

Euro in den Berliner Viertligisten?“

Einige Gelder flossen, aber

lange hielt die sogenannte Kooperation

nicht. Mantrennte sich am Jahresende,

nachdem zugesicherte

Zahlungen ohne Begründung ausgeblieben

waren. Viktoria musste Insolvenz

anmelden, bekam neun

Punkte Abzug, schaffte aber nach einem

Kraftakt Platz elf. Die Krise ist

nun überstanden. Sportlich läuft es

ordentlich. Am Sonntag gewannViktoria

1:0 bei finanziell stark inBedrängnis

geratenen Nordhausenern.

Wesentlich solider waren dagegen

die Bemühungen des Berliner

AK unter ihrem Präsidenten Mehmet

Ali Han, einem ehrgeizigen Bauunternehmer.2015/16

stand die Mannschaft

aus dem Poststadion in Moabit

unmittelbar vor dem Aufstieg in

die Dritte Liga. Miteinem nur um einen

einzigen Treffer besseren Torverhältnis

stieg der FSV Zwickau auf.

Auch in der Vorsaison landete der

BAK auf Rang zwei der Regionalliga.

Die dritte Kraft in Berlin aber war

man allemal –rein sportlich gesehen.

Allerdings leidet der BAK unter

dem geringen Zuschauerinteresse,

bleibt ohne große Strahlkraft.

Lichtenbergüberzeugt

Selbstbewusst verkündete der Verein

vor dieser Spielzeit das Ziel Aufstieg

und startete mit drei Siegen. Danach

aber ging es bergab. Nach dem 6.

Spieltag wurde Trainer Ersan Parlatan

entlassen, aber auch unter dem

neuen Coach Dirk Kunertkommt die

Mannschaft nicht in die Erfolgsspur

zurück. Platz 10 in der Regionalliga

kann Präsident Ali Han nicht zufriedenstellen.

Im Winter soll es „Korrekturen

im Kader“ geben.

Zwei weitere Vereine aus Berlin

arbeiten intensiv und erfolgreich auf

dem Wegnach oben. Lichtenberg47

spielt als Aufsteiger in der Regionalliga

bislang eine grandiose Saison

und entpuppte sich zuletzt gar als

Favoritenschreck. Am Sonntag allerdings

musste sich die spielstarke

Mannschaft dem FC Energie Cottbus

0:2 geschlagen geben. Zuvor hatte

sie sich gegen Altglienicke (2:1), Hertha

II (4:2), Erfurt(4:0) und Lok Leipzig

(2:2) erfolgreich präsentiert. Trainer

Uwe Lehmann spricht zwar von

einer „herausragenden Bilanz“, dennoch

bleibt vorerst nur der Klassenerhalt

oberstes Ziel.

Der einstige DDR-Serienmeister

BFC Dynamo spielt eine solide Saison,

aber auf dem Weg zur dritten

Kraft imMoment keine Rolle. Bleibt

noch das spannende Projekt Berlin

United. In derBerlin-Liga,der sechsten

Liga, schickt sich der junge Verein

als Aufsteiger an, möglichst

schnell erneut eine Klasse höher zu

klettern. Präsident Stefan Teichmann

ist ein Mann mit Visionen, ein

Querdenker, der aber auch realistisch

handelt.

Teichmanns Fernziel: Er möchte

irgendwann im Profifußball landen.

Am Wochenende unterlag das Team

des jungen Trainers Fabian Gerdts,

derThomas Häßler beerbt hatte,gegen

den Tabellenführer Sparta Lichtenberg

0:4. Ein herber Rückschlag

auf dem Wegnach oben. „Eigentlich

wollten wir sofort in die Oberliga

aufsteigen, aber wir geben uns zwei

Jahre, um das zu schaffen“, sagte

Präsident Teichmann.

Karsten Heine aber hat inVSG

Altglienicke mit Assistent Torsten

Mattuschka in kurzerZeit eine spielstarke,

verschworene Mannschaft

entwickelt. „Die Spieler sind gierig,

derErfolgbeflügelt“, sagt Heine und

macht eine Kampfansage: „Wir werden

mit aller Konsequenz weiter arbeiten,

aber dabei auch gelassen

bleiben. Freiwillig werden wir keinen

Zentimeter preisgeben.“

Michael Jahn

verfolgt gespannt die Entwicklung

in Altglienicke.

SPORT IN KÜRZE

Erneuter Angriff auf Referee

BHC startet mit zehn Toren

Alba erreicht Viertelfinale

Nach einem tätlichen Angriff auf

einen Berliner Schiedsrichter

hat sich Fußball-Oberligist MSV

Pampow bei dem Unparteiischen

entschuldigt und für den mutmaßlichen

Täter drastische Konsequenzenangekündigt.

„Als Verein werden

wir diesen Mann nicht mehr auf unser

Sportgelände lassen“, teilte Pampows

Präsident Jens Heysel mit.

„Dass unserem Verein jetzt auch

sportgerichtlich Sanktionen drohen,

ist uns bewusst. Ein solcher Angriff

auf Sportler darf einfach in keiner

Weise geduldet werden.“

Beim Spiel in der NOFV-Oberliga

Nord zwischen Pampow und Victoria

Seelow (2:2) hatte nach Angaben

des MSV ein Zuschauer am Freitag

dem Berliner Referee Denis Waegert

beim Verlassen des Spielfeldes trotz

Einsatzes des Sicherheitsdienstes einen

Faustschlag an den Hinterkopf

versetzt. Waegert habe bei der Attacke

keine ernsthaften gesundheitlichen

Schäden erlitten, teilte Pampow

mit. „Offensichtlich ist nichts

weiter passiert, wodurch seine Gesundheit

hätte Schaden nehmen

können“, sagte Heysel auf NDR 1.

Die Gewalt gegen Schiedsrichter

nimmt in unteren Spielklassen zu.

Auch in Berlin kam es wiederholt zu

Zwischenfällen. (dpa)

Wenn das mal kein gelungener

Einstand gewesen ist. Das

Frauenteam der Berliner HC ist in

die Hallensaison der Staffel Ost mit

einem 10:0-Erfolg beim ATVLeipzig

gestartet. Damit untermauerten sie

mehr als eindrucksvoll ihreAmbitionen.

„Wir haben bislang noch über

kein einheitliches Saisonziel gesprochen,

es können auch mehrere werden.

Aber den Staffelsieg müssen wir

anpeilen“, hatte Frauentrainer Stan

Huijsmans bereits vor der Partie gesagt.

Huijsmans hat seinen BHC-

Spielerinnen jüngst einen Fragebogen

mit möglichen Saisonzielen im

Multiple-Choice-Format ausgehändigt.

Nach der Auswertung der Antworten

soll dann die gemeinsame

Zielsetzung erfolgen.

„Ich freue mich bereits sehr auf

die Saison und dass es nach vierwöchiger

Vorbereitung nun endlich losgeht.

Das Team ist bereit“, ergänzte

der Niederländer. Der Frauenkader

umfasst insgesamt 15 Akteurinnen.

„Es ist wichtig, dass wir so viele sind

und jede wirdgebraucht, auch wenn

sie einmal ein Spiel aussetzt“, sagt

Huijsmans.

Die Männer des Berliner HC gewannen

ihr erstes Saisonspiel beim

Mariendorfer HC 6:4 (2:1). (BLZ)

Alba Berlins Frauen haben das

Viertelfinale des DBBL-Pokals

erreicht. DasZweitligateam vonTrainer

Cristo Cabreragewann am Sonnabend

bei der BSG Ludwigsburg

64:55. Die nächste Pokalpartie trägt

Alba am 5. Januar aus. Gegner und

Ausgtragungsort stehen noch nicht

fest.

Es war ein intensives und kampfbetontes

Spiel gewesen, in dem die

Gäste meist in Führung lagen, wenn

auch nur knapp. Größer als sechs

Punkte wurde der Vorsprung bis zur

Mitte des vierten Viertels nicht. Erst

danach änderte sich die Situation.

Dashatte auch damit zu tun, dass die

Ludwigsburgerinnen zunehmend in

Foulproblemen steckten. In den letzten

Minuten der Partie stellte Alba

schließlich den Sieg sicher.

Power Forward Erika Livermore

und Point Guard Lena Gohlisch

avancierten zu den auffälligsten

Spielerinnen der Partie. Livermore

erzielte 19 Punkte und holte sechs

Rebounds. Gohlisch kam auf 15

Punkte, fünf Rebounds, vier Assists

und drei Steals.

Am kommenden Wochenende

treten die Berlinerinnen beim Zweitligaprimus

Braunschweig an. Sie

selbst rangieren in der Liga auf dem

achten vonzehn Platz. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 17 *

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Sport

Außerhalb

jeder

Norm

Abfahrer Dreßen verblüfft

mit seinem Comeback-Sieg

ImMoment seiner märchenhaften

Rückkehr dachte Thomas Dreßen

an seine Liebste.„Biggi, danke!“, rief

er berauscht vonseinem völlig überraschenden

Comeback-Sieg in Lake

Louise in die TV-Kamera. Und alle

wussten natürlich wer mit Biggi gemeint

war, nämlich Dreßens Freundin

Birgit, die ihn im vergangenen

Jahr immer wieder Mut gemacht

hatte.„Ichweiß gar nicht, was ich sagen

soll, das ist einfach nur geil“,

sagte Dreßen mit von einer Erkältung

heiserer Stimme, „das ist verrückt!“

In der Tat: Sein Triumph auf

den Taggenau ein Jahr nach dem

schlimmen SturzinBeaver Creek mit

dem Totalschaden im rechten Knie

glich einem Wunder. Und er machte

den Kitzbühelsieger mit jetzt drei Erfolgen

zum erfolgreichsten deutschen

Abfahrer der Geschichte.

„Wenn du so lange wegwarst und

dann gleich das erste Rennen gewinnst

– das ist außerhalb jeder

Norm“, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang

Maier verblüfft, „das schafft

vielleicht einer von 100.“ Dreßen sei

für ihn „der herausragende deutsche

Abfahrtssportler, auch wenn der

Wasi vielleicht sagt: 'Der Maier

spinnt!'“ Doppel-Olympiasieger

Markus Wasmeier hatte es wie Sepp

Ferstl „nur“ auf zwei Weltcupsiege in

der Königsdisziplin gebracht.

„Das ist überwältigend“, sagte

Dreßen nach seinem „schönsten

Sieg“ mit dem obligatorischen Cowboyhut

auf dem Kopf und hustete.

„Wenn ich mir das überlege: Voreinem

Jahr hänge ich im Netz und

habe Wehwie die Sau“, fügte der 26-

Jährige ungläubig an. Schmerzfrei

sei er zwar immer noch nicht, sogar

das Treppensteigen falle ihm mitunter

schwer –zuviel war ja kaputt:

Kreuzband, Innen- und Außenmeniskus,

Knorpel, Innenband, Schul-

Schreibt ein Wintersport-Märchen:

Thomas Dreßen.

GETTY IMAGES/PALLOT

ter. „Ich kann zumindest fahren“,

sagte Dreßen, „aber dass es so aufgeht,

Wahnsinn!“

Bei traumhaften Bedingungen

hatte er perfektes Material und fuhr

gefühlvoll, als wäreernie weggewesen.

Hauchdünne 0,02 Sekunden lag

er letztlich vor Dominik Paris aus

Südtirol. „Das ist einfach der Thomas,

er ist der perfekte Abfahrer“,

sagte Josef Ferstl, der 14. wurde.

Dreßens Erfolgsrezept? Lockerheit.

Vordem Rennen habe er zu seinem

Servicemann gesagt: „Endlich

wieder Rennen fahren, lassen wir's

krachen!“ Das tat er –und wie! „Solche

Erfolge sind das Lebenselixier

für uns alle“, sagte Maier,„wir haben

in den letzten zwei Jahren bitter einstecken

müssen, das ist jetzt richtig

cool.“ Der Rückkehr-Prozess bei

Dreßen sei allerdings noch nicht abgeschlossen:

„Er ist noch nicht fertig

in der Entwicklung.“

Im Super GamTag darauf durfte

er aber erneut jubeln, nicht über einen

weiteren Sieg, das wäre auch zu

viel des Märchens gewesen. Er kam

als Zehnter ins Ziel, wobei im 70

Hundertstel auf Sieger Matthias Mayer

aus Österreich fehlen. Dominik

Parisbelegte erneut Platz zwei, Rang

drei teilten sich Vincent Kriechmayr

aus Österreich und Mauro Caviezel

aus der Schweiz. (sid)

Kunst der Überlegenheit

Die deutschen Handballerinnen sind nach dem Sieg gegen Außenseiter Australien in der WM angekommen

VonMichael Wilkening,Kumamoto

Es ist eine Seltenheit, dass

ein Spiel bei einer Weltmeisterschaft

einer besseren

Trainingseinheit

gleicht. Die deutschen Handballerinnen

kamen am Sonntag in diesen

Genuss, denn sie mussten im zweiten

Vorrundenspiel der WM in Japan

gegen den Exoten aus Australien antreten.

Der Sieg war für Henk Groener

und seine Mannschaft schon vor

der Partie sicher, beim 34:8-Erfolg

überzeugten die Deutschen dennoch,

weil sie 60 Minuten lang die

Konzentration hochhielten – und

damit ihre gute Verfassung nochmals

nachwiesen, die einen Tagzuvor

zum 30:24-Auftaktsieg gegen

Brasilien geführthatte.

Welchen Wert der Erfolg gegen

den Südamerikameister zum Auftakt

der Weltmeisterschaft hatte, wurde

am Sonntag deutlich, denn Brasilien

trotzte dem Titelverteidiger Frankreich

im zweiten Spiel ein 19:19-Unentschieden

ab. Die Französinnen

hatten ihr Premierenspiel überraschend

gegen Südkorea verloren,

dass seinerseits gesternUnentschieden

gegen Dänemarkspielte.

Gegen Brasilien unter Druck

DieAusgeglichenheit und Stärke der

deutschen Vorrundengruppe zeigte

sich bereits am ersten Wochenende,

so dass es ein gutes Zeichen ist, dass

sich das deutsche Team zunächst an

die Tabellenspitzegesetzt hat.

„Wir hatten gegen Brasilien ein

Druck-Spiel, damit wir eine gute

Chance haben, in die Hauptrunde zu

kommen“, sagte Julia Behnke nach

dem gelungenen Doppel-Auftakt.

Die Kreisläuferin hatte gute Laune,

denn sie hatte mit ihren Kolleginnen

vor allem gegen Brasilien gezeigt,

dass das Nervenkostüm gut genug

ist, um Hoffnung haben zu können,

dass Deutschland mit einer starken

Leistung bei der WM auch die

Chance aufrecht erhält, im kommenden

Sommer bei den Olympischen

Spielen in Tokio dabei zu sein.

Mindestens Siebter muss die Auswahl

des Deutschen Handballbundes

dafür (DHB) werden.

Für Bundestrainer Groener sind

Gedanken an das große Turnier in

acht Monaten im Moment ein absolutesTabu,

derTrainer der deutschen

Mannschaft lebt zu huntert Prozent

in der Gegenwart. „Ich bin sehr zufrieden“,

sagte der Niederländer

nach dem klaren Erfolg gegen Australien.

Gutes Nervenkostüm: die deutsche Kreisläuferin Julia Behnke.

Fehlstart: Die Frauen vonWelt- und Europameister

Frankreich sind in die WM in Japan

mit einer 27:29-Niederlagegegen Asienmeister

Südkorea und einem 19:19 (10:7)

gegenPanamerikameister Brasilien gestartet.

AufPlatz vier der Gruppe Bgerät der Einzug

in die Hauptrunde in Gefahr.Frankreich

ist am 4. Dezember Gegner der Deutschen.

TITELVERTEIDIGER IN NOT

DPA/MARCO WOLF

Fehlentwicklung: „Wir waren weit vondem

entfernt, was wir können“, sagte Frankreichs

Trainer Olivier Krumbholz bereits nach der

Partie gegenSüdkorea. „Wir haben zu viele

Fehler gemacht.“Nach dem Remis gegen

Brasilien meinte der Coach, es gehe nun

darum, zu arbeiten, zu diskutieren und sich

wieder Mut zu machen.

Finale mit Ausrufezeichen

In Partien gegen ein heillos überfordertes

Gegenüber besteht die

große Gefahr ja darin, selbst nachlässig

zu werden. Groener gefiel, dass

eben das seinen Spielerinnen nicht

passiertwar.„Wirwaren über das gesamte

Spiel konzentriert und acht

Gegentreffer in 60 Minuten sind

wirklich wenig“, lobte der Coach

seine Auswahl. Netter Nebeneffekt

des Spielplans, der den Deutschen

die Australierinnen bereits als zweiten

Kontrahenten bescherte,war der

Umstand, dass Groener jeder Spielerin

das Gefühl geben konnte, auf

dem Feld zu stehen. „Alle sind im

Turnier angekommen“, heißt das

dann in der Sportsprache, auch bei

Groener.„Wir werden alle Spielerinnen

brauchen, gerade bei der Belastung

bei einer Weltmeisterschaft“,

sagte Groener. Die ersten beiden

Partien verliefen für den Niederländer

nahezu perfekt.

Starke Torhüterin

Ein Bonusspiel wie gegen Australien

benötigte Dinah Eckerle nicht, um

ein gutes Gefühl in diesem Turnier

zu erlangen. Die Torhüterin vom

Thüringer HC war die herausragende

Spielerin beim wichtigen

Startsieg gegen Brasilien. Eckerle

wehrte insgesamt 18 Würfe, parierte

unter anderem drei Siebenmeter

und sorgte mit ihren Paraden dafür,

dass die Brasilianerinnen früh ein

Gefühl der Ohnmacht gespürthaben

dürften. „Es ist schön, dass man so

ins Turnier startet, darauf hofft man

natürlich“, sagte die Torhüterin:

„Das war schon geil.“ Basierend auf

der Leistung der 24-Jährigen und der

insgesamt guten Deckungsreihe

zeigte die Deutschen im Angriff gute

Lösungen und machten damit

mächtig Eindruck. „Wir wollten gut

ins Turnier starten und das ist gelungen“,

sagte Groener.

Nach dem Ruhetag an diesem

Montag geht es morgen (12.30 Uhr

MEZ) gegen Dänemark darum, den

bislang guten Eindruck zu untermauern.

Die Däninnen zerstörten

bei der Weltmeisterschaft im eigenen

Land die Träume der Deutschen

im Achtelfinale, so dass die DHB-

Auswahl mit einem Erfolg nicht nur

der Hauptrunde einen großen

Schritt näher kommen, sondernparallel

dazu eine Rechnung begleichen

könnte.

„Das Selbstvertrauen ist da, aber

jetzt kommen nur noch Endspiele“,

hat Bundestrainer Groener gesagt.

Auch das ist so eine Formulierung

aus der Sportsprache.

Die Formel 1nimmt folgende Gewissheit mit in die Winterpause: Hamilton regiert die Königsklasse auch im Alter von 34 Jahren

Das krachende Feuerwerk erleuchtete

den Nachthimmel

über Abu Dhabi, Lewis Hamilton

malte mit rauchenden Reifen in seinem

silbernen Wunderauto Kreise

auf die Rennstrecke –und die Formel

1feierte ihren alten, neuen und irgendwie

ewigen Weltmeister. Mit

seinem Sieg beim Saisonfinale hatte

der Mercedes-Pilot die jungen Herausforderer

MaxVerstappen im Red

Bull und Charles Leclerc imFerrari

noch einmal deutlich geschlagen –

und den einstigen Dauerrivalen Sebastian

Vettel geradezu deklassiert.

DerFerrari-Pilot wurde nur Fünfter.

„Ich bin stolz, aber vor allem

dankbar für dieses unglaubliche

Team“, sagte Hamilton nach seinem

250. Rennen. Der sechste WM-Titel

des Engländers hatte bereits seit Wochen

festgestanden: „Der Silberpfeil

ist ein Kunstwerk, und wir haben es

in diesem Jahr geschafft, immer

mehr herauszupressen.“

Die Konkurrenz darf nach dieser

Machtdemonstration nun eine Gewissheit

mit in die Winterpause nehmen:

Hamilton regiert die Königsklasse

auch im Alter von 34Jahren

nach seinen Regeln, und er bleibt

mit Blick auf die kommende Saison

der Topfavorit.

„Ich bin glücklich, in einer Zeit zu

fahren, in der so starke junge Fahrer

nachrücken“, sagte der Champion

mit Blick aufVerstappen und Leclerc,

die neben ihm das Podest bestiegen:

„Ich hoffe, dass es nächstes Jahr

noch enger wird.“

Für Vettel passte das Finale ins

Bild des absolut enttäuschenden

Jahres 2019.

Nach einem schwachen

Qualifying, einem neuerlichen

Fehler seiner Boxencrew

und einer überschaubaren

Rennleistung

kam der Heppenheimer

mehr als eine Minute nach

Hamilton ins Ziel. Und

schließt die Saison auf

WM-Rang fünf ab, das ist

sein schlechtestes Resultat in fünf

Jahren bei Ferrari.

„Ich schaue nicht lange zurück,

sondern lieber nach vorne“, sagte

Vettel: „Ich bin immer optimistisch,

ich weiß, dass ich mich selbst auch

steigern muss und steigern kann.

DerSpeed ist da, aber natürlich fehlt

uns ziemlich viel auf die Jungs nach

vorne. Jetzt kommt hoffentlich ein

bisschen Ruhe rein, ich lasse mich

jedenfalls nicht unterkriegen.“

Nico Hülkenberg beendete sein

wohl letztes Formel-1-Rennen als

Zwölfter. Nach der Saison wird er

durch Esteban Ocon ersetzt und ist

damit nach zehn Jahren nicht mehr

Teil der Königsklasse. Vettel findet

das schade: „Manchmal

entscheidet leider nicht die

Klasse,sonderndie Kasse.“

Vettels Teamkollege

Leclerc musste noch lange

nach dem Rennen um seinen

dritten Platz bangen.

AFP/CACACE

Die Stichprobenmessung

der Regelhüter vor dem

Seriensieger:

Lewis Hamilton.

Start hatte ergeben, dass

der Ferrari des Monegassen

mehr Benzin an Bord

hatte als vom Team angegeben. Die

Stewards baten Ferrari erst eine

Stunde nach Rennende zum Rapport

und beließen es bei einer Geldstrafe.

Hamilton kam von der Pole Position

sehr gut wegund hatte mit dem

Gedränge dahinter nichts zu tun,

Leclercging dagegen schnell an Verstappen

vorbei auf Rang zwei. Erst

die Boxenstopps brachten Veränderungen.

Ferrari holte seine Piloten

gleich nacheinander rein, Leclerc

wurde unmittelbar vor Vettel abgefertigt

–und der Deutsche war letztlich

der Leidtragende: An beiden Rädern

auf der linken Seite hakte es,

fast sieben Sekunden stand Vettel

beim Wechsel.

Der Heppenheimer kam im Verkehr

zurück auf die Strecke, ein Angriff

auf die Spitze hatte sich spätestens

jetzt erledigt. Ohnehin konnte

er aber das Tempo nicht mitgehen.

Mit schlechter werdenden Reifen

musste er später sogar ValtteriBottas

im zweiten Mercedes ziehen lassen.

Spannend wurde es noch einmal

im Duell der Jungstars, doch Verstappen

ging mit frischeren Reifen

an Leclercvorbei und sicherte damit

WM-Rang drei hinter Hamilton und

Bottas. Und das Podest in der Nacht

von Abu Dhabi wirkte wie eine Vorschau

auf den Titelkampf 2020 –der

König und seine Kronprinzen unter

sich. VonVettel keine Spur. (sid)

NACHRICHTEN

Liverpool baut Vorsprung

auf ManCity weiter aus

FUSSBALL. DerFCLiverpool hat in

der englischen Premier League den

Vorsprung auf Meister Manchester

City weiter ausgebaut. DieReds um

Teammanager Jürgen Klopp setzten

sich am 14. Spieltag am Sonnabend

gegen Brighton &HoveAlbion mit

2:1 (2:0) durch, während die Citizens

nicht über ein 2:2 (1:1) bei Newcastle

United hinauskamen und bereits elf

Punkte zurückliegen.

Reinhardt/Kluge siegen

beim Weltcup in Hongkong

BAHNRAD.Die Madison-Doppel-

Weltmeister Theo Reinhardt und Roger

Kluge haben am Sonntag beim

Bahnradsport-Weltcup in Hongkong

überlegen das Zweier-Mannschaftsfahren

gewonnen. DieBerliner erkämpften

als einzige Mannschaft einen

Rundengewinn und siegten mit

52 Punkten vorNeuseeland (38) und

Großbritannien (33).

Die Bö-Brüder bleiben im

Biathlon das Maß der Dinge

BIATHLON. Johannes Thingnes Bö

bleibt im Weltcup das Maßder

Dinge.Der Norweger siegte im

schwedischen Östersund im Sprint

über 10 km vorseinem Bruder Tarje.

Johannes Kühn (Reit im Winkl) belegte

einen beachtlichen sechsten

Platz. Beiden Frauen sprintete Franziska

Preuß wenig später über 7,5 km

auf den undankbaren vierten Rang,

Verfolgungs-Weltmeisterin Denise

Herrmann wurde Sechste.Der Sieg

ging an Dorothea Wierer aus Italien.

Norwegische Langläufer

dominieren in Ruka

SKILANGLAUF. Norwegens Langläufer

haben ihreAusnahmestellung

zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes

in Ruka eindrucksvoll

unter Beweis gestellt. Einen Tagnach

ihrem Sieg in der klassischen Technik

gewann Therese Johaug auch das

Verfolgungsrennen in Finnland am

Sonntag. Beiden Männernsiegte ihr

norwegischer Landsmann Johannes

Kläbo.Victoria Carl aus Zella-Mehlis

sorgte als 15. über zehn Kilometer in

der freien Technik in 28:20,0 Minuten

für das beste deutsche Ergebnis.

TTC Eastside mit drei Siegen

binnen drei Tagen

TISCHTENNIS. DieFrauen des deutschen

Meisters TTCBerlin Eastside

haben drei Partien in Seriegewonnen.

Nach dem 3:0-Erfolg am Freitagabend

gegen Lille,Frankreich in

der Champions League folgten am

Sonnabend ein 6:2 in der Bundesliga

bei TuSBad Driburgund am Sonntag

im Spitzenspiel ein 6:2 gegen DJK

Kolbermoor.Damit ist das Team von

Trainerin Irina Palina in dieser Saison

wettbewerbsübergreifend in 14

Duellen siegreich geblieben. (mj.)

Volleys bewahren ihre

weiße Weste

VOLLEYBALL. DieBerlin Volleys haben

ihrePflichtaufgabe in der Bundesliga

gelöst. Gegen den Tabellenvorletzten

Bisons Bühl setzte sich

der Meister 3:0 (25:18, 27:25, 25:21)

durch und ist nach zehn Saisonspielen

ungeschlagener Spitzenreiter.In

ihren sechs Partien voreigenem Publikum

hat die Mannschaft vonTrainer

Cedric Enardzudem noch keinen

Satzverlust hinnehmen müssen.

Obendrein büßte zeitgleichVerfolger

VfB Friedrichshafen bei der 2:3-Niederlage

bei den Volleys Herrsching

zwei Punkte ein. Dasüberraschende

Ergebnis kam für die BR Volleys jedoch

auch einer Vorwarnung gleich:

Sieempfangen die Herrschinger am

nächsten Sonntag zum Halbfinale

im deutschen Pokal.


18 * Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Sport

ZAHLEN

Fußball

2. Bundesliga, 15. Spieltag

VfL Osnabrück−Hamburger SV 2:1 (2:0)

Karlsruher SC −Regensburg 4:1 (2:0)

Nürnberg−SVWehen 0:2 (0:1)

FC St. Pauli−Hannover96 0:1 (0:1)

VfL Bochum−Erzg.Aue 2:0 (0:0)

Dyn. Dresden−Kiel 1:2 (0:2)

Heidenheim −Gr. Fürth 1:0 (0:0)

Darmstadt 98 −Arm.Bielefeld 1:3 (0:0)

Sandhausen−VfB Stuttgart 2:1 (2:0)

1Arm. Bielefeld 15 33: 16 32

2 Hamburger SV 15 33: 15 29

3 VfB Stuttgart 15 24: 20 26

4 Heidenheim 15 23: 17 23

5 Erzg.Aue 15 23: 22 23

6 Kiel 15 23: 22 21

7 Sandhausen 15 17: 16 21

8 Regensburg 15 28: 25 20

9 VfL Osnabrück 15 17: 14 20

10 Karlsruher SC 15 26: 28 19

11 Gr.Fürth 15 16: 19 19

12 Darmstadt 98 15 17: 22 18

13 VfL Bochum 15 27: 27 17

14 Hannover96 15 16: 24 17

15 FC St. Pauli 15 18: 21 15

16 Nürnberg 15 21: 29 15

17 SV Wehen 15 19: 32 13

18 Dyn. Dresden 15 16: 28 12

Eishockey

DEL, 23. Spieltag

Eisbären −Wolfsburg 5:6

Mannheim −DEG 5:3

Schwenningen−Krefeld 4:6

Augsburg −München 5:2

Straubing−Ingolstadt 4:1

Köln−Iserlohn 4:1

Bremerhaven−Nürnberg 4:2

1 München 23 77: 50 57

2 Straubing 23 86: 55 47

3 Mannheim 23 80: 65 44

4 Eisbären 22 70: 61 38

5 Nürnberg 23 66: 64 37

6 Köln 23 54: 59 37

7 Ingolstadt 23 73: 70 35

8 Düsseldorf 23 62: 57 34

9 Bremerhaven 23 60: 64 33

10 Wolfsburg 23 61: 69 26

11 Augsburg 23 64: 79 26

12 Krefeld 23 64: 78 24

13 Iserlohn 23 48: 72 23

14 Schwenningen 22 57: 79 19

Biathlon

Weltcup in Östersund/Schweden

Männer,10kmSprint:1.Johannes Thingnes Bö

(Norwegen) 24:18,3 Min./1 Schießf.; 2. Tarjei Bö

(Norwegen) +19,0 Sek./1; 3. Matwej Jelissejew

(Russland) +19,9/0 …6.Johannes Kühn (Reit im

Winkl) +28,7/2 ... 24. Benedikt Doll (Breitnau)

+1:28,7 Min./4

Frauen, 7,5 km Sprint: 1. Dorothea Wierer (Italien)

19:48,5 Min./1 Schießf.; 2. Marte Olsbu Röiseland

(Norwegen) +8,6 Sek./2; 3. Marketa Davidova

(Tschechien) +11,9/0; 4. Franziska Preuß

(Haag) +19,2/0; 5. Linn Persson (Schweden)

+21,6/1; 6. Denise Herrmann (Oberwiesenthal)

+22,1/1

Rodeln

Weltcup in LakePlacid

Männer,Einsitzer: 1. Jonas Müller (Österreich)

1:41,437 Min. (50,624 Sek./50,813 Sek.); 2. Tucker

West (USA) +0,021 Sek. (50,607/50,851);

3. Dominik Fischnaller (Italien) +0,052

(50,769/50,720); ...9. Max Langenhan (Friedrichroda)

+0,394 (50,940/50,891)

Frauen, Einsitzer: 1. Julia Taubitz (Oberwiesenthal)

1:27,484 Min. (43,826 Sek./43,658 Sek.);

2. Emily Sweeney(USA) +0,067 Sek.

(43,863/43,688); 3. Victoriia Demtschenko

(Russland) +0,222 (43,883/43,823)

Ski Alpin

Weltcup in LakeLouise/Kanada

Männer,Abfahrt: 1. Thomas Dreßen (Mittenwald)

1:46,81 Min.; 2. Dominik Paris (Italien)

+0,02 Sek.; 3. Beat Feuz (Schweiz) und Carlo

Janka (Schweiz) beide +0,26

Anschauen, nicht anfassen: Bundestrainer Joachim Löw und Frankreichs Coach Didier Deschamps bei der Auslosung in Bukarest mit dem EM-Pokal.

Fußballfest in der Todesgruppe

Bundestrainer Joachim Löw betont das Positive an der deutschen EM-Gruppe mit Frankreich und Portugal

VonMatti Lieske

Unter Klimagesichtspunkten

könnte sich die

Auslosung zur Fußball-

Europameisterschaft

2020 für das deutsche Team als echter

Glücksfall erweisen. Drei energiearme

Gruppenspiele in der Münchner

Arena, und Schluss.Keine lästige

und schädliche Fliegerei nach Dublin,

Bilbao, Rom Bukarest oder wer

weiß wohin, hübsch mit der Bahn

oder, für die Bayern-Spieler, mit der

U-Bahn nach Hause und den Rest

des Turnieres vom Sofa aus verfolgen.

Kennt man so ähnlich ja vonder

letzten WM.

Ganz so hat sich Joachim Löw die

Sache aber nicht vorgestellt, weshalb

der Bundestrainer nach den prekären

Handgriffen seines früheren Kapitäns

Philipp Lahm vor lauter

Schreck gar nicht mehr aufhören

wollte, das Ergebnis der Bukarester

Lostopf-Party mit 36 Ländern über

den grünen Klee zu preisen. Weltmeister

Frankreich, Europameister

Portugal und ein noch zu bestimmender

Play-off-Qualifikant als

Kontrahenten in der Gruppe F, das

verspreche„Fußballfeste“, so Löw.Er

jedenfalls freue sich darauf und sei

sicher, dass es den Spielern auch so

gehe. Natürlich fiel auch das Wort

„Todesgruppe“, und nicht nur Englands

Coach Gareth Southgate gab

offen zu, dass er froh sei, nicht Teil

dieses Konglomerats geworden zu

sein.

Ein wenig erinnert die Konstellation

an die EM 2012 in Polen und der

Ukraine, als es die deutsche Mannschaft

in der Vorrunde mit Portugal,

den Niederlanden und Dänemarkzu

tun bekam. Damals setzte man sich

als Gruppensieger durch, und so waren

auch diesmal alle bemüht, das

Positive an der Sache zu betonen,

besonders den Heimvorteil in allen

drei Partien. Diese würden „das Fußballfieber

in Deutschland entfachen“,

glaubt DFB-Präsident Fritz

Keller. Torhüter Manuel Neuer freut

sich auf „Mannschaften, die wir gut

kennen“.

Das beruht auf Gegenseitigkeit.

„Auf dem Papier ist es eine harte

Gruppe“, sagte Didier Deschamps,

dessen französische Mannschaft

beim europäischen Patchwork-Turnier

nach dem Auftaktmatch am 16.

Juni in München zwei Spiele in Budapest

zu bestreiten hat. Der Weltmeister

geht als klarer Favorit indas

Turnier, auch wenn die Darbietungen

seit der WM nicht immer überzeugend

waren und wichtige Spieler

wie Paul Pogba oder Antoine Griezmann

in ihren Klubs derzeit nicht in

Bestformspielen. Dieschon in Russland

taktisch sehr disziplinierte und

abgeklärte Mannschaft mit dem

pfeilschnellen Kylian Mbappé als

Schreckgespenst jeder Abwehr ist

noch reifer und gefestigter geworden.

Ausfälle lassen sich relativ problemlos

kompensieren, da Deschamps

auf eine Fülle von jungen

Toptalenten zurückgreifen kann, allerdings

immer noch dazu neigt,

eher den Veteranen zu vertrauen.

Portugal erlebt einen ähnlichen

Umbruch wie das deutsche Team,

„Die Gruppe der Liebe.

Die liebsten Feinde treffen sich.

Zwei Asse als Geschenk!

Es gibt kein Recht auf Irrtum.“

Die Zeitung L’Èquipe über den Umstand, dass in der Gruppe Cdie Franzosen auf

Deutschland und Portugal treffen werden.

konnte sich erst am letzten Spieltag

qualifizieren, zeigte aber mit dem

Gewinn der Nations League im Sommer,dass

es immer noch in der Lage

ist, wichtige Spiele für sich zu entscheiden.

Nach wie vordreht sich alles

um Cristiano Ronaldo,der als erster

Spieler seine fünfte EM bestreiten

könnte. Hoffnung auf eine Wiederholung

des EM-Coups von Paris

2016 geben dem Trainer Fernando

Santos aber auch jüngereSpieler wie

Bernardo Silva, der bei PepGuardiolas

Manchester City glänzt, oder João

Felix vonAtlético Madrid.

Nur ein Zähler bleibt

AFP/DANIEL MICHAILESCU

Der vierte Gruppenteilnehmer

wirdimMärz2020 ermittelt, mit Ungarn,

Island, Bulgarien, Nordmazedonien,

Kosovo, Weißrussland und

Georgien kommen sieben Teams in

Frage. Die Hoffnung, als einer der

vier besten von sechs Dritten ins

EM-Achtelfinale einzuziehen, ist in

einer so stark besetzten Gruppe trügerisch,

klar ist, dass dafür mindestens

der Außenseiter deutlich bezwungen

werden muss. Wer immer

es sein mag, Südkorea lässt schon

mal grüßen.

Während Italien, Dänemark, England,

Niederlande und Spanien

ebenso wie Deutschland ihre drei

Gruppenspiele daheim austragen

können, Russland und im Falle einer

noch ausstehenden Qualifikation Irland,

Schottland, Ungarn oder Rumänien

immerhin zwei, geht der

Flugmeilenrekord eindeutig an

Wales, das ebenso wie die Schweiz

und die Türkei zweimal in Baku antreten

muss.

Eröffnet wird die Europameisterschaft

am 12. Juni in Rommit der Begegnung

Italien gegen Türkei. Im

Londoner Wembley-Stadion, wo die

Halbfinalspiele und am 12. Juli auch

das Finale stattfinden, wird erstmals

am 14. Juni gespielt. Dann treffen die

Engländer auf Kroatien, das ihnen

bei der WM in Russland den Wegins

Finale versperrte. „Wir sind ein

neues Team, verglichen mit der

WM“, sagte Kroatiens Trainer Zlatko

Dalic, „ich habe etwas Angst vordiesem

Spiel.“ Darüber konnte Englands

Gareth Southgate nur lachen:

„Ich glaube, ergeht da ein bisschen

ökonomisch mit der Wahrheit um.“

Die Eisbären Berlin verlieren in eigener Arena gegen die Grizzlys Wolfsburg nach Penalty-Schießen

Dämpfer für

den

Hansi-Hype

Bayer zeigt, wie den Bayern

beizukommen ist

VonMaik Rosner,München

Ein kleiner Dämpfer des Hansi-

Hypes war dieses 1:2 gegen Bayer

Leverkusen zwar gewesen. Aber es

war ein Dämpfer,den die Münchner

überwiegend als Bestärkung werten

konnten, dass unter der Regie des

neuen Cheftrainers Hansi Flick doch

alles ganz anders ist als unter dem

geschassten Niko Kovac.

Aus annähernd 75 Prozent Ballbesitz

waren am Sonnabend in der

Münchner Arena so viele Chancen

entsprungen, dass es fürs Verlieren

vieler unglücklicher Umstände aus

Sicht des Meisters bedurfte. Dazu

zählten drei Treffer des Torgestänges,

zwei Rettungstaten der Bender-Zwillinge

Lars und Sven im letzten Moment,

zwei Abseitstore und zahlreiche

Paraden eines überragenden Leverkusener

Torwarts, den nur Thomas

Müller überwand (34.), als

dieser eine Kontaktlinse verloren

hatte. Er habe „mit einem Auge“

spielen müssen, sagte Lukas Hradecky,

„versuchen Sie das mal gegen

die Bayern“. Doch nachdem der

Finne in der Halbzeitpause eine Ersatzlinse

eingesetzt hatte, rannten

die Münchner wieder vergeblich an.

Nach Jonathan Tahs Platzverweis

wegen einer Notbremse (82.) sogar

gegen zehn Leverkusener,denen die

Tore von Leon Bailey (10./35.) zum

überraschenden Coup genügten.

Mitüberfallartiger Rasanz

Ursache für die erste Niederlage in

Flicks fünftem Spiel sei „eine extreme,

vielleicht nie dagewesene Ineffizienz“

gewesen, befand Müller.

Weshalb auch der Trainer beklagte,

man sei „zu fahrlässig mit unseren

Chancen“ umgegangen. Für neue

Grundsatzdebatten bestand aber

wenig Anlass nach einer Begegnung,

die in Sachen Torraumszenen und

Unterhaltungswert lässig den Titel

Topspiel rechtfertigte. Allerdings

hatten die Münchner vor allem in

der ersten Halbzeit nicht jene souveräne

Dominanz zur Aufführung gebracht

wie in den vier Spielen zuvor

unter Flick, sonderneher an die Verwundbarkeit

und stets latente Gefahr

vonGegentoren unter Kovac erinnert.

Erste Niederlage im fünften Spiel als Bayern-Trainer:Hansi

Flick.

DPA/BALK

Weltcup in Killington/USA

Frauen, Slalom: 1. Mikaela Shiffrin (USA)

1:50,45 Minuten (51,98+58,47), 2. Petra Vlhova

(Slowakei) +2,29 Sekunden (53,11+59,63), 3.

Anna Swenn Larsson (Schweden) +2,73

(54,80+58,38), 4. Christina Ackermann (Oberstdorf)

+3,08 (54,65+58,88) ... 14. Marlene

Schmotz (Leitzachtal) +4,88 (55,97+59,36)

Frauen, Riesenslalom: 1. Marta Bassino (Italien)

1:38,19 Min. (49,05 Sek./49,14 Sek.); 2.

Federica Brignone (Italien) +0,26 Sek.

(49,64/48,81); 3. Mikaela Shiffrin (USA) +0,29

(49,46/49,02)… 7. Viktoria Rebensburg (Kreuth)

+0,98 (49,50/49,67);

Ski Nordisch

Nordische Kombination, Weltcup in Ruka

Einzel, Großschanze/10 km: 1. JarlMagnus

Riiber (Norwegen) 25:36,6 Min. (153,6

Pkt./25:36,6 Min.); 2. Joergen Graabak (Norwegen)

+2:08,8 Min. (130,9/26:14,4); 3. Jens Luraas

Oftebro (Norwegen) +2:08,9

(137,7/26:41,5) ... 8. Manuel Faißt (Baiersbronn)

+3:03,8 (123,5/ 26:40,4)

VonChristian Kattner

Der Heimspielmonat November

hätte aus Eisbären-Sicht nicht

besser laufen können. Zwei Spiele

mit jeweils 4:0-Siegen hatten die Zuschauer

zu sehen bekommen. Schon

nach dem ersten vonacht Heimspielen

im Dezember ist klar, dass die

Eisbären Berlin diese perfekte Bilanz

im Dezember nicht wiederholen

können. Am 1. Advent verloren sie

gegen die Grizzlys Wolfsburg 5:6

nach Penalty-Schießen und holten

nur einen Zähler.

Die Eisbären waren in der Arena

am Ostbahnhof früh in Rückstand

geraten. In Unterzahl fand bereits in

der siebten Minute ein Rückhand-

Schlenzer vonGarrett Festerling den

Wegindas von Sebastian Dahm behütete

Tor. Es sollte der Auftakt eines

höchst unterhaltsamen Spiels sein.

Auch, weil die Eisbären schon 73 Sekunden

nach dem Rückstand durch

einen strammen Schuss von Frank

Hördler ausglichen. Und sie wollten

noch im ersten Drittel

nachlegen, setzten die

Wolfsburger mit starkem

Forechecking gehörig unter

Druck. Am Ende einer

langen Angriffssequenz

im Wolfsburger Drittel

spielte Ryan McKiernan

im perfekten Moment den

perfekten Pass auf den

perfekt eingelaufenen

Marcel Noebels.Der aktuell

beste Eisbären-Scorer behielt vor

dem Wolfsburger Keeper die Nerven

und traf zum 2:1 (15.).

Dass auch die Gäste das Forechecking

beherrschen, bewiesen sie in

der 17. Minute. André Rankel verlor

die Scheibe unter Druck, Alexander

Johansson glich zum 2:2 aus. Den

Schlusspunkt aber setzten wieder

die Eisbären. Landon Ferraro auf

Austin Ortega, Ortega auf Ferraro

und plötzlich waren die Gastgeber

erneut in Führung (20.).

Allerdings sollte die nur

bis zur 27. Minute Bestand

haben. Innerhalb von 43

Sekunden drehten die

Wolfsburger durch Tore

von Gerrit Fauser und Nick

CITY- PRESS/TINO SCHIEWE

Jones die Partie zum 4:3

und beendeten damit den

Leidgeprüft: Maximilian

Franzreb. Dahm, der durch Maximi-

Arbeitstag von Sebastian

lian Franzreb ersetzt

wurde. Doch auch auf den zweiten

Rückstand des Nachmittags hatten

die Berliner die richtige Antwort. Im

Vier gegen Vier traf Marcel Noebels

91 Sekunden nach dem 3:4 zum 4:4-

Ausgleich.Wieder gaben sich die Eisbären

damit nicht zufrieden. Maxim

Lapierre brachte die Hausherren

nach Pass von Lukas Reichel in der

33. Minute 5:4 in Führung. Maximale

Unterhaltung für die Zuschauer, Ärger

bei den Eisbären-Spielern. „Wir

müssen besser verteidigen und den

Abstand zwischen Verteidigern und

Angreifern verringern“, sagte Ryan

McKiernan beim Gang in die Kabine.

Das sollte den Eisbären im

Schlussdrittel zunächst eine Weile

ganz gut gelingen. Biszur 51. Minute

und dem 5:5-Ausgleich durch Gerrit

Fauser.Und weil die Gastgeber diesmal

keine Antwort mehr fanden,

wurden die Punkte nach der regulärenSpielzeit

geteilt. Da die Verlängerung

torlos blieb, musste das Shootout

die Entscheidung bringen. Da

scheiterten zunächst die Eisbären

Lukas Reichel und Leo Pföderl, der

Treffer von Marcel Noebels wurde

nach Ansicht der Videobilder aberkannt.

Garrett Festerling verwandelte

den letzten Penalty und besiegelte

die Niederlage der Berliner.

Die Leverkusener zeigten dabei,

wie Flicks höher verteidigenden Bayern

beizukommen ist. Exemplarisch

dafür standen Baileys Tore, die mit

schnellen, meist direkten Steilpässen

und überfallartiger Rasanz herbeigeführt

worden waren. Weitere

Großchancen ergaben sich nach diesem

Muster der geradlinigen Expresskonter

mit wenigen Ballkontakten,

mit denen sich die Werkself

dem Gegenpressing der Münchner

entzog und diese mehrfach regelrecht

überrannte.

Die Tabellenführung bis Weihnachten

zu erobern, wie von Rummenigge

als Wunsch hinterlegt,

werde nun „schwierig“, sagte Kapitän

Manuel Neuer. Unbeeindruckt

war der Torwartdennoch vombisher

unbekannten Bayer-Dusel. Er sagte:

„Wir müssen so weiterspielen wie in

den letzten vier Spielen und heute in

der zweiten Halbzeit.“


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 19 *

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Sport

Fortuna Düsseldorf

BUNDESLIGA

RB Leipzig

Etwas Gelbes,

etwas Gebrauchtes

Gelbe Karten mögen Fußballspieler

eigentlich

nicht so gern. Es sei denn, sie

heißen Sergio Ramos,provozieren

sie absichtlich, weil sie

im nächsten unwichtigen

Spiel gesperrt sein wollen

und im folgenden

wichtigen sicher

dabei, plaudern

die Sache hinterher

fröhlich aus

und werden für

beide Partien gesperrt.

Für Verteidiger

Kaan Ayhan

kommt die Strategie

des Kollegen

von Real Madrid

naturgemäß nicht in Frage,

sein Klub Fortuna Düsseldorf

kennt nur wichtige

Spiele, und bei der nächsten

Begegnung gegen Borussia

Dortmund wäre der türkische

Nationalspieler sehr

gern dabei gewesen. Insofern

überraschte Ayhans

Aussage nach dem Schlusspfiff

des Auswärtsspiels gegen

die TSG Hoffenheim

(1:1): „Ich wünschte, ich

hätte eine Gelbe Karte.“

Gemeint war indes nicht

jener Karton, den ihm

Lach doch mal: Kaan

Ayhan. IMAGO

Schiedsrichter Martin Petersen

in der 55. Minute zeigte.

Der Referee habe ihn angeschrien,

was Ayhan unhöflich

fand und daher entgegnete:

„Schrei mich nicht an!“

Deshalb die Gelbe Karte, und

weil es die fünfte

war,eine Sperrefür

das Dortmund-

Spiel. Eine echte

Schwächung für

die Düsseldorfer,

da der Abwehrmann

in besonders

wichtigen Spielen

gern mal ins Tor

trifft, zum Beispiel

in beiden Partien

der EM-Qualifikation gegen

Weltmeister Frankreich. 2:0

und 1:1 hieß es am Ende,wodurch

sich die Türkei für das

Turnier qualifizierte.

Die Gelbe Karte wiederum

hätte Ayhan gern, um

sie unliebsamen Zeitgenossen

wie Martin Petersen unter

die Nase zu halten. Vielleicht

hätte er diesen nach

Spielschluss einfach mal danach

fragen sollen. DerReferee

hätte sie ihm sicher billig

überlassen. War schließlich

gebraucht. (mali.)

Verein Sp S U N Tore Punkte

1 M'gladbach 13 9 1 3 28: 15 28

2 RB Leipzig 13 8 3 2 36: 15 27

3 FC Schalke04 13 7 4 2 24: 16 25

4 München 13 7 3 3 34: 18 24

5 Bor.Dortmund 13 6 5 2 28: 19 23

6 SC Freiburg 13 6 4 3 23: 17 22

7 Leverkusen 13 6 4 3 20: 17 22

8 Hoffenheim 13 6 3 4 18: 20 21

9 VfL Wolfsburg 13 5 5 3 15: 13 20

10 Eintr.Frankfurt 12 5 2 5 21: 18 17

11 Union Berlin 13 5 1 7 16: 19 16

12 Werder Bremen 13 3 5 5 22: 28 14

13 FC Augsburg 13 3 5 5 18: 25 14

14 Düsseldorf 13 3 3 7 16: 24 12

15 Mainz 05 12 4 0 8 17: 31 12

16 Hertha BSC 13 3 2 8 18: 27 11

17 1. FC Köln 13 2 2 9 12: 28 8

18 SC Paderborn 13 1 2 10 16: 32 5

14. Spieltag,6.bis 8.12.:

Frankfurt-Hertha BSC Fr., 20.30

Dortmund -Düsseldorf Sa., 15.30

Leipzig -Hoffenheim Sa., 15.30

Mönchengladbach -Bayern Sa., 15.30

Freiburg -Wolfsburg Sa., 15.30

Augsburg -Mainz Sa., 15.30

Leverkusen -Schalke Sa., 18.30

1. FC Union -Köln So., 15.30

Bremen -Paderborn So., 18.00

Torjäger

16 Tore: Lewandowski (Bayern)

13 Tore: Werner (Leipzig)

10 Tore: Hennings (Düsseldorf)

6Tore: Andersson (Union), Harit

(Schalke), Niederlechner (Augsburg),

Paciencia (Frankfurt), Petersen (Freiburg),

Reus (Dortmund), Weghorst

(Wolfsburg), Thuram (M’gladbach)

Schicker Lupfer

ins Glück

Dass man in Italien den

feinen Dingen des Lebens

nicht abgeneigt ist, ist

bekannt. Feinen Fußballern

schon gar nicht. Undsoerntet

man insbesondere inGenua

ein fröhliches Lächeln,

wenn man die Fans von

Sampdoria nach Patrik

Schick fragt. Für die „blucerchiati“

traf der beim Traditionsklub

Sparta Prag ausgebildete

Tscheche 2016/17 als

No-Name-Zugang in 32

Spielen gleich elfmal und

wechselte nach nur einem

Jahr zur AS Rom.

In der Hauptstadt stockte

die Karriere des hochveranlagten

23-Jährigen jedoch

zuletzt, weshalb RB Leipzig

zugriff und Schick per Leihgeschäft

in die Bundesliga

lotste. Hier machte sich der

Mittelstürmer jedoch zunächst

mal mit Verletzungen

einen Namen, die, wegen eines

nicht vollends besprochenen

Länderspieleinsatzesnoch

zusätzlich und zum

Ärger der Leipziger Verantwortlichen

in die Länge gezogen

wurden. Die Partie

beim SC Paderborn war

überhaupt erst sein erster

Startelfeinsatz für die Sachsen,

der zauberhafte Lupfer

Patrick Schick macht’sganz

schick.

DPA/GENTSCH

zum frühen 1:0 sein überhaupt

erster Torschuss in der

Bundesliga. Doch der saß

eben perfekt. So perfekt, dass

auch Trainer Julian Nagelsmann,

den die lange Verletzung

des Tschechen besonders

genervt hatte,nach dem

Match schwärmte: „Man hat

gesehen, dass er ein herausragender

Spieler ist. Er ist in

der Verlosung für nächste

Woche gegen Hoffenheim.“

Sollte es für ihn weiter

aufwärts gehen, könnte er im

Sommer für 29 Millionen

Euro fest nach Leipzig wechseln.

Peanuts für einen Mann

vonSchicks Kaliber.InItalien

wissen sie das längst. (moh.)

FC Bayern

Mut zum

Hut

Karl-Heinz Rummenigge,

der Vorstandschef des

FC Bayern, liegt mit seinen

Abschiedsworten und -geschenken

ja gern mal daneben.

Siehe die„Ich danke Dir,

ich danke Dir sehr“-Ode an

Franz Beckenbauer, die ihm

ja auch gleich noch einen

peinlichen Urheberstreit mit

der Hobby-Dichterin Anette

Pfeiffer-Klärle einbrachte.

Und vielleicht wollte er Uli

Hoeneß mit diesem Präsent

ja nur eins auswischen beziehungsweise

sich revanchieren

für all die kleinen Bösartigkeiten,

die Hoeneß ihm in

den vergangenen Jahren

hatte zukommen lassen.

Doch der Hut mit Gamsbart,

den Rummenigge für den

aus dem Amt geschiedenen

Hoeneß organisiert hatte,

stand Hoeneß ausgesprochen

gut. So gut sogar, dass

der eine oder andere Mann,

da mag dieser auch kein

schneidiger Jäger sein, daraus

einen Wunsch fürs Weihnachtsfest

abgeleitet hat.

Das Problem: So ein mächtiger

Gamsbart mit weißen

Spitzen, dem sogenannten

Reif, kostet gernmal mehrere

tausend Euro. (lot.)

Wer’stragen kann: Uli Hoeneß mit auffälligem Kopfschmuck.

DPA/BALK

Unhöfliche Gastgeber

Der Mönchengladbacher Patrick Herrmann feiertseinen

Treffer zum 3:1 gegen den SC Freiburg.

Dass er Handschuhe trägt, hat nichts mit Höflichkeit

zu tun von wegen, man zeigt nicht mit

nackten Fingern auf andere Leute. Denn die

Gastgeber sind alles andereals höflich gewesen,

haben nicht aufgehört, Tore zu schießen. Breel

DPA/INTERLIED

Embolo steuerte allein zwei Treffer zum 4:2 (1:1)-

Erfolg bei. In der attraktiven Partie zweier guter

Mannschaften hatten die Mönchengladbacher

die besseren Offensivaktionen und kamen vor

allem durch Marcus Thuram immer wieder zu

torgefährlichen Szenen. Der Franzose erzielte

dann auch das frühe 1:0.

1. FC Köln

Beginn einer

grandiosen Zukunft

Jhon Córdoba ist beim 1. FC

Köln der Mann für die ganz

großen Momente.Unvergessen

jener Septembertag im

Jahr 2017, als London von

Zehntausenden freude- und

anderweitig trunkenen

Rheinländern überschwemmt

wurde, die einen

Kölner Karneval veranstalteten,

gegen den der von Notting

Hill wie ein Kindergeburtstag

wirkt. Es war Europa

League, der Beginn einer

grandiosen internationalen

Zukunft, wie die FC-Fans

glaubten, und den Höhepunkt

lieferte Córdoba, als er

im Stadion des FC Arsenal

aus 35 Metern ein fulminantes

Führungstor erzielte.Das

Match endete dann leider

1:3, und die Zukunft wurde

nicht ganz so glorios wie erhofft.

Auf den nächsten solcher

Momente musste Córdoba

lange warten. Eigentlich aus

Mainz geholt, um die nach

China entfleuchte Tormaschine

Anthony Modeste zu

ersetzen, gelang ihm dies nur

selten. Bis zum Sonnabend,

als der Kolumbianer in der

64. Minute tatsächlich den

reumütig zurückgekehrten

Modeste ersetzte und 22 Minuten

später das Müngersdorfer

Stadion zum Erbeben

brachte.

Bisdahin hatte eigentlich

nur der Gegner FC Augsburg

etwas dafür getan, dass der

Nachmittag für die lange

Zeit katastrophalen Kölner

nicht zum Desaster wurde:

einen Elfmeter verschossen

(André Hahn), einen ungeschickten

Platzverweis kassiert

(André Hahn), nur ein

Tor erzielt (Florian Niederlechner).

Den letzten Gefallen tat

den Gastgebern Keeper Tomas

Koubek, der unnötigerweise

sein Tor verließ, um

Verteidiger Jeff Gouweleeuw

zu helfen. In aller Gemütsruhe

umspielte Córdoba

beide und schob den Ball

zum 1:1 ins leereTor.Der Beginn

einer grandiosen Zukunft,

da sind sich die Kölner

ganz sicher. (mali.)

DREIZEHNTER SPIELTAG

2:1 (1:1)

SCHALKE–UNION

1:2 (1:2)

BAYERN–LEVERKUSEN

1:1 (1:0)

HOFFENHEIM–DÜSSELDORF

2:3 (1:2)

WOLFSBURG–BREMEN

1:2 (1:2)

HERTHA–DORTMUND

2:3 (0:3)

PADERBORN–LEIPZIG

1:1 (0:1)

KÖLN–AUGSBURG

4:2 (1:1)

M’GLADBACH–FREIBURG

FC Schalke04: Nübel -Kenny,

Kabak, Nastasic, Oczipka -

McKennie, Mascarell -D.Caligiuri,

Serdar -Harit (90.+1 Ti.

Becker) -Raman (84. Kutucu)

1. FC Union: Gikiewicz -M.

Friedrich, K. Schlotterbeck (27.

F. Hübner), Subotic -Trimmel,

Andrich, Gentner,C.Lenz -Ingvartsen,

Bülter (70. Becker) -

Andersson (86. Ujah)

Schiedsrichter:Schlager

Zuschauer:61837

Tore: 1:0 Raman (23.), 1:1 Ingvartsen

(36./FE), 2:1 Serdar

(86.)

GK: McKennie (4) /K.Schlotterbeck

(3), Andersson (1), F.

Hübner (1), M. Friedrich (3)

Bayern München: Neuer -Pavard,

Javi Martinez (80. Thiago),

Alaba, Davies -Kimmich -Goretzka,

Müller (69. Philippe Coutinho)

-Gnabry, Perisic (69. Coman)

-Lewandowski

BayerLeverkusen: Hradecky -L.

Bender,Tah, S. Bender,Wendell

(65. Sinkgraven) -Ch. Aranguiz

(80. Demirbay), Baumgartlinger

-Diaby, Amiri, Bailey(63. Bellarabi)

-K.Volland

SR: Winkmann -ZS: 75 000

Tore: 0:1 Bailey(10.), 1:1 Müller

(34.), 1:2 Bailey(35.)

Gelbe Karten: Goretzka (1) /

Baumgartlinger (2), Bellarabi

(1), S. Bender (1)

RK: -/Tah(81./Notbremse)

1899 Hoffenheim: Baumann -

Posch, Vogt, Bicakcic -Kaderabek,

Rudy, Grillitsch (86.

Samassékou), Skov -Adamjan

(74. Geiger), Locadia (60. Bebou),

Kramaric

Düsseldorf: Steffen -Ayhan, A.

Hoffmann, Adams Nuhu -Zimmer

(46. Thommy), Zimmermann,

Sobottka (64. Bodzek),

Morales, Suttner -Hennings,

Tekpetey(60. Kownacki)

Schiedsrichter:Petersen

Zuschauer:25427

Tore: 1:0 Kramaric (6.), 1:1

Hennings (87.)

Gelbe Karten: Posch (4), Rudy

(5) /Hennings (2), Tekpetey

(3), Ayhan (5), Suttner (1)

Welche Krise? BVB-Coach

Favre herzt Sancho. AFP

VfL Wolfsburg: Casteels -Knoche

(73. Ginczek), Bruma,

Brooks -William, Guilavogui, Arnold,

Roussillon -Victor (84.

Steffen), Mehmedi (60. Brekalo)

-Weghorst

Werder Bremen: Pavlenka -Gebre

Selassie, Veljkovic, Groß,

Augustinsson -M.Eggestein,

Bargfrede (76. Sargent) -Bittencourt(86.

Lang), Klaassen,

Rashica -Osako(78. Pizarro)

SR: Kampka -ZS: 26 012

Tore: 0:1 Rashica (13./HE), 1:1

Weghorst (36.), 1:2 Bittencourt

(39.), 2:2 William (73.), 2:3

Rashica (83.)

GK: Arnold (3) /Groß (1), Osako

(1), Rashica (2), Veljkovic (3)

Hertha BSC: Kraft -N.Stark (68.

Dilrosun), Boyata, Rekik -M.

Wolf, Grujic, Skjelbred, Mittelstädt

-Darida (78. Kalou) -

Selke, Lukebakio (68. Ibisevic)

Borussia Dortmund: Bürki -

Akanji, Hummels, Zagadou -Hakimi,

Witsel, Brandt, Guerreiro -

Reus (90.+2 M. Götze), T. Hazard

(84. Piszczek), Sancho

(90.+1 Schmelzer)

Schiedsrichter:Jablonski

Zuschauer:74667

Tore: 0:1 Sancho (15.), 0:2 T.

Hazard (17.), 1:2 Darida (34.)

Gelbe Karten: Grujic (4), Darida

(3), Ibisevic (4) /-

Gelb-Rote Karten: -/Hummels

(45./wiederholtes Foulspiel)

Paderborn: Zingerle -Jans, Kilian,

Schonlau, Collins -Gjasula,

Vasiliadis, Pröger,Holtmann

(60. Antwi-Adjej) -Zolinski

(73. Michel), Mamba

Leipzig: Mvogo-Klostermann,

Ilsanker,Upamecano, Mukiele

(56. Saracchi) -Laimer,Demme

-Sabitzer (61. Haidara),

Nkunku -Werner,Schick (75.

Cunha)

SR: Bibiana Steinhaus

Zuschauer:13253

Tore: 0:1 Schick (3.), 0:2 Sabitzer

(4.), 0:3 Werner (26.), 1:3

Mamba (62.), 2:3 Gjasula (73.)

Gelbe Karten: Collins (3), Gjasula

(6), Antwi-Adjej /Ilsanker

(2), Schick, Werner

Köln: Horn-Schmitz, Bornauw,

Czichos, Jakobs -Höger (46.

Ehizibue) -Verstraete (46.

Kainz), Hector -Drexler -Terodde,

Modeste (64. Cordoba)

Augsburg: Koubek -Framberger

(27. Lichtsteiner), Gouweleeuw,

Jedvaj, Max -Khedira, Baier -

Hahn, Vargas (84. Jensen) -Niederlechner,Cordova

(57. Moravek)

SR: Tobias Stieler

Zuschauer:49200

Tore: 0:1 Niederlechner (43.),

1:1 Cordoba (86.)

GK: Verstraete (3), Höger (2),

Drexler (3), Hector (5), Cordoba

(2), Bornauw (3) -Max (3)

GRK: Czichos (39.) -Hahn (44.)

Bor.Mönchengladbach: Sommer

-Lainer,Jantschke, Elvedi,

Bensebaini -Neuhaus, Zakaria,

Bénes (65. C. Kramer) -P.Herrmann,

Embolo (84. Pléa), Thuram

(89. Hofmann)

SC Freiburg: Flekken -Gulde

(72. Kwon), Heintz, N. Schlotterbeck

(56. Sallai) -Schmid

(90. Frantz), Koch, Höfler,Günter

-Haberer,Höler -Petersen

SR: Zwayer-Zuschauer:51080

Tore: 1:0 Thuram (3.), 1:1

Schmid (6.), 2:1 Embolo (46.),

3:1 P. Herrmann (51.), 3:2 Höler

(58.), 4:2 Embolo (71.)

Gelbe Karten: P. Herrmann (3),

Bénes (2), Jantschke(2) /

Heintz (1), R. Koch (2)


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 – S eite 20

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Sport

„Es wareine spontane Aktion“: Jürgen Klinsmann fängt die Atmosphäre im Berliner Olympiastadion ein.

WITTERS

Verstörende Momente

Beim Debüt von Jürgen Klinsmann als Cheftrainer von Hertha BSC offenbart sich auch die heikle Gemengelage im Verein

VonMarkus Lotter

Ein kurzes, breites Grinsen

zaubert Joachim Löw in

sein Gesicht, als er am

Sonntagmorgen voneinem

Reporter des Bezahlfernsehsenders

Skynach Jürgen Klinsmann und dessen

Rückkehr in die Bundesliga gefragt

wird. Dann gibt der Bundestrainer

Antwort. „Ich finde es für den

Fußball in Deutschland toll. Weil er

die Aufmerksamkeit erhöht, auch in

Berlin“, sagt Löw, der zwar mitbekommen

habe, dass Klinsmann am

Vortag bei seinem Debüt als Cheftrainer

von Hertha BSC als Verlierer

vom Platz gegangen ist, aber keine

Bilder vom 1:2 gegen Borussia Dortmund

gesehen habe. Wie auch, war

er doch am Sonnabend bei der EM-

Gruppenauslosung in Bukarest zugegen

und dementsprechend eingespannt.

Nichtsdestotrotz, so Löw,

gebe es in Berlin und bei Hertha BSC

eine große Aufbruchstimmung. „Da

ist was passiert. Das kann Berlin sicher

helfen“, sagt er. Und: „Ich kenn

den Jürgen schon lange. Egal, wo er

war, erkann schon sehr viel bewegen.Vondaher

freut es mich. Na,mal

sehen, wie es ihm auf der Trainerbank

Spaß macht.“ Noch einmal ein

kurzes, breites Grinsen von Löw.

Dann: Themenwechsel.

Fauxpas mit dem Smartphone

WasLöw über Klinsmann sagt, entspricht

der Hoffnung, die die Verantwortlichen

des Berliner Bundesligisten

an die vielbeachtete Verpflichtung

des 55-Jährigen geknüpft haben.

Wobei man sich dabei natürlich

schon für die Auseinandersetzung

mit Borussia Dortmund etwas anderes

versprochen hatte als diesen im

Endeffekt doch ziemlich verstörenden

Fußballnachmittag im ausverkauften

Berliner Olympiastadion.

Verstörend, weil einerseits Klinsmann

selbst, aber auch seine Mannschaft

einen schwer zu deutenden

Auftritt hinlegte, andererseits im

Rahmenprogramm zu lesen, zu hören

und zu sehen war, wie groß der

Unmut der Fans bezüglich der jüngsten

Entwicklungen im Verein ist.

Aber der Reihe nach.

Alle Augen war also erst einmal

auf Klinsmann gerichtet. Was den

erst einmal nicht weiter zu kümmern

schien. Denn als die Fotografen kurz

vor Beginn der Partie flugs einen

Kreis um ihn gebildet hatten, griff er

Geschmuggelt: Ein ungebetener Gast hat

sich bei Hertha BSC ins Training geschmuggelt.

Während Trainer Jürgen Klinsmann mit

MedienvertreternamSonntag nochmals

über die 1:2-Niederlageseines neuen Vereins

gegenBorussia Dortmund sprach,

mischte sich ein junger Mann in original Hertha-Outfit

in die Trainingsgruppe.

ungeniert zum Smartphone und

nahm damit über die Köpfe der Fotografen

hinweg die Atmosphäre im

Stadion auf. „Es war eine spontane

Aktion. Ich mag es, wenn die Kurve

singt: 'Nur nach Hause geh'n wir

nicht'“, erklärte er hinterher. Soweit,

so gut, so frei der Fußballlehrer in seinem

Handeln. Klinsmanns Problem:

Aufder Schutzhülle seines Smartphones

prangte das dreistreifige Logo von

adidas, was bei einem von Nike ausgerüsteten

Klub wie Hertha BSC natürlich

ein Unding ist. „Das tut mir

leid, ich habe nie daran gedacht, dass

DER FALSCHE PROFI

Gefilmt: Später wurde der falsche Spieler,

der offenbar seinen Scherz noch filmen ließ,

vonFitnesstrainer Henrik Kuchno entlarvt

und des Platzes verwiesen. Nach Informationen

der Bildzeitung soll es sich bei dem

Mann um einen Youtuber handeln, der sich

auch bei Hannover96schon einmal ins Training

eingeschlichen habe.

ich adidas auf der Hülle habe“, sagte

Klinsmann am Sonntag. Das Mobiltelefon

habe ihm seine Frau Debbie

mitgegeben. Künftig wolle er eine

Schutzhülle mit Hertha-Emblem

zum Einsatz bringen.

Für das Spiel seiner Mannschaft

kam er schließlich zu dem Schluss,

dass sie einen „enormen Willen“ gezeigt

habe.Dass das gegen einen verunsicherten

BVB, der nach der gelbroten

Kartegegen Mats Hummels 45

Minuten lang auch noch in Unterzahl

spielen musste, nicht wenigstens

zu einem Remis reichte,müsste

allerdings auch ihm zu denken geben.

Auch wenn er nur drei Tage Zeit

hatte, Veränderungen vorzunehmen,

war da außer einer gesteigerten

Laufleistung keinerlei Fortschritt

auszumachen, also auch kein Klinsmann-Effekt.

ZumTeil wüste Beschimpfungen

Wenngleich Davie Selke ganz was

anderes bei sich beobachtet haben

wollte –wohl auch weil er denVorzug

vor Vedad Ibisevic erhalten hatte.

Der Stürmer befand: „Dass uns der

Trainer etwas mitgegeben hat, hat

man heute auf dem Platz gesehen. Er

hat uns Energie eingeflößt, die Köpfe

freigemacht. Wir können entspannt

sein, wir müssen so weitermachen.

Wirhätten heute gewinnen müssen.

Das Ergebnis ist nicht verdient. Es

wird nicht jedes Mal soeine Szene

geben wie bei dem 2:2.“Womit er auf

die nachweislich aber richtige Entscheidung

von Schiedsrichter Sven

Jablonski in der 48. Spielminute anspielte.

Selke selbst stand dabei, wie

der Videoassistent herausfand, nach

Pass vonMarko Grujic ein oder zwei

Zentimeter im Abseits. Nach fünf

Niederlagen in Serie ist Hertha BSC

nach dreizehn Spieltagen auf Platz

16 der Tabelle und damit im Abstiegskampf

angekommen. „Wir

werden die Intensität nach oben

schrauben“, kündigte Klinsmann

nun an: „Weil wir wissen, wo wir stehen.

Wirlesen alle die Tabelle.“

Natürlich auch die Fans in der

Ostkurve, welche die Spieler nach

der Partie mit zum Teil wüsten Beschimpfungen

belegten und schon

zuvor via Banner Kritik an der Klubführung

kundgetan hatten. „10 Jahre

–12Trainer –Ein Verantwortlicher“

war da jedenfalls zu lesen: adressiert

an Manager Michael Preetz. Aber

auch ihre Skepsis gegenüber dem

neuen Investor und dessen doch gewaltigem

Einfluss auf den Verein

brachten die Vertreter der aktiven

Fanszene zum Ausdruck, zum Beispiel

mit diesem Spruch: „Die Entscheidungsgewalt

des Vereins –im

Windhorst verweht!“ Und mittendrin

Jürgen Klinsmann, der als Vertrauensmann

von Lars Windhorst

wahrgenommen wird.

In dieser heiklen Gemengelage

sei noch mal an Löws so eben schon

mal erwähnten Schlusssatz im

jüngsten Fernsehinterview erinnert.

„Na, mal sehen, wie es ihm auf der

Trainerbank Spaß macht.“

Der Held ist wieder da

In der Aufstiegssaison noch ein Schlüsselspieler in der Mannschaft des 1. FC Union, musste Florian Hübner lange auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz für die Eisernen warten

VonMax Ohlertund

Patrick Berger

Als es soweit war, wusste Abwehrmann

Florian Hübner gar nicht

so recht, wie ihm geschah. Aufwärmen,

fokussieren, reinkommen, keinen

Fehler machen. Unddas auf den

Punkt, keine Sekunde Zeit, um noch

einmal kurz andas Gestern zudenken

und zu reflektieren, was eigentlich

in den vergangenen Monaten

mit ihm passiertist.

Als der 1. FC Union Ende Maiden

Aufstieg feierte, war Hübner neben

Hintermann Rafal Gikiewicz, Nebenmann

Marvin Friedrich, Vordermann

Grischa Prömel und Vorvordermann

Sebastian Andersson einer

der Fixsterne des eisernen Erfolges,

unantastbar im Gefüge von Trainer

Urs Fischer, der sonst so gerne gegnerbezogen

durchrotiert.

Doch erst ein halbes Jahr später

feierte der 28 Jahre alte Innenverteidiger

nun in der 27. Minute der Partie

gegen den FC Schalke 04 sein

Bundesliga-Debüt im Trikot der Eisernen.

Und das vornehmlich, weil

Mitspieler Keven Schlotterbeck mit

einer Bänderverletzung früh rausmusste,

die den Leihspieler vom SC

Freiburg zumindest bis zur Rückrunde

außer Gefecht setzen wird.

BittereErkenntnis

Schlotterbecks bittere Erkenntnis

war zugleich Hübners Befreiung.

Denn war seine eigene Verletzung,

die ihn die komplette Saisonvorbereitung

mit der Mannschaft kostete,

vor allem ärgerlich, so waren insbesondere

die vergangenen Wochen,

als der gebürtige Wiesbadener spielbereit

war, aber nicht berücksichtigt

wurde, umso schwerer. „Ich habe

drei Monate zuhause gesessen und

immer gehofft, dass ich meine

Chance bekomme. Das war für den

Kopf nicht einfach“, gab Hübner

Aufstiegsheld Florian Hübner feierte auf

Schalkesein Saisondebüt. MATTHIAS KOCH

ner-in-crime Friedrich und seinem

neuen Nebenmann Subotic ein, leistete

sich im Vorwärts-, wie im Rückwärtsgang

keine Auffälligkeiten, was

für einen Defensivspieler noch immer

das wertvollste Gütesiegel ist.

Lob vonLenz

Mitspieler Christopher Lenz fasste es

nach der Partie treffend zusammen:

„An unserer Defensivstärke ändert

sich gar nichts, wenn Florian reinkommt.Waserauf

dem Feld zeigt, ist

Einsatz pur. Das wissen wir alle.“

Nur: Warum verzichtete Fischer

dann so lange auf die Qualitäten des

Aufstiegshelden?

Da wären zum einen die überraschend

reifen Auftritte von Keven

Schlotterbeck, mit denen so vermutlich

auch keiner bei den Eisernen gerechnet

hatte, die den 22-Jährigen

eher als Ergänzung und zu einem

Zeitpunkt einkalkuliert hatten, als

die Rückholaktion vonMarvin Friednach

seinem langersehnten Saisondebüt

einen Einblick in sein Gefühlsleben

der letzten Wochen.

Eingerostet fühle er sich nicht,

klar, erhabe ja Test- und Trainingsspiele

absolviert. Doch seine ehrlichen

Worte verraten viel über den

Gefühlszustand eines Schlüsselspielers,der

nicht spielen darf.

Nach dem Aufstieg und der folgenden

Verpflichtungswelle der Köpenicker,

imZuge derer sich auch

der routinierte Verteidiger Neven

Subotic Union anschloss, fragten

sich nicht wenige, welcher der Aufstiegshelden

dafür in der Bundesliga

zwangsläufig auf der Strecke bleiben

würde. Heute ist klar: Hübner ist einer

davon. Wareiner davon. Denn in

seinem ersten Einsatz zeigte der

baumlange Abräumer, warum ihm

UrsFischer im erfolgreichen Vorjahr

stets das Vertrauen geschenkt hatte.

Nahtlos fügte er sich in die Dreierkette

neben seinem Aufstiegspartrich

aus Augsburg noch lange nicht

in Sack und Tüten war.Zum anderen

ist UrsFischer dafür bekannt, dass in

seiner Spielweise nichts über die Stabilität

der Abwehr geht. Sie ist stets

dieVoraussetzung für jeden weiteren

Schritt auf dem Rasen, „unsere

DNA“, wie es Friedrich nach dem

Spiel auf Schalke formulierte. Möglich,

dass der Schweizer zugunsten

des kollektiven Erfolges kein Risiko

mit einem Spieler gehen wollte, der

die komplette Vorbereitung verpasst

hatte −egal, wie sehr er sich in der

Vergangenheit auf ihn verlassen

konnte.

Wie und warum, das ist Florian

Hübner heute jedoch auch herzlich

egal. Sein Bann ist gebrochen und

seine Freude entsprechend groß. Er

sagt: „Es war schön, wieder zurück

zu sein, auch wenn wir noch das

späte Gegentor bekommen haben.“

An dem Hübner übrigens keine

Schuld trug.


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Ein Nachruf

auf den Dirigenten

Mariss Jansons

Seite 23

„So hat man das noch nicht gehört.“

Peter Uehling über das Debüt von Teodor Currentzis mit den Berliner Philharmonikern Seite 23

30 Jahre

Abschied

in den Alltag

Cornelia Geißler

über das Jubiläum des

Ch. Links Verlags

Die „Chronik der Wende“ ist ein

Langzeit-Bestseller des Ch.

Links Verlags.Dreimal schon hat der

Verlag aber auch eine Chronik in eigener

Sache herausgegeben. Zum

zehnjährigen Verlagsjubiläum trug

sie den Titel „Über unsere Bücher

lässt sich streiten“, zum 20-jährigen

„Mit Links überleben“ und vor fünf

Jahren, zum 25. Geburtstag, hieß sie

„Einmischung erwünscht“. Offenbar

zum Zeichen dafür, dass diese Formulierungen

alle noch gelten, sind

sie auf dem Innenumschlag des neuesten

Buches abgebildet. Das heißt

schlicht: „30 Jahre Ch. Links Verlag.

Eine Chronik“.

Für Sonntagabend war zwar auch

ein Fest angekündigt, doch dieser

Geburtstag ist eine ernste Angelegenheit.

Der vor 30 Jahren genau an

jenem Taggegründete Verlag, als in

der DDR die Zensur abgeschafft worden

war, feiert zugleich seinen Abschied

von der Kulturbrauerei. Mit

dem Umzug an den Moritzplatz in

den kommenden Tagen wird räumlich

vollzogen, was vor einem Jahr

beschlossen worden ist: Der Verlag,

bisher eigenständig, wechselt in die

Aufbau-Verlagsgruppe. Der Verleger,

der einst Redakteur der Berliner Zeitung

war,ist jetzt 65 Jahrealt und hat

sich unter verschiedenen Modellen

der Nachfolgeregelung für diese Lösung

entschieden.

JuristischeStreitpunkte

Mehr als eintausend Bücher sind seit

1989 entwickelt, lektoriert, mit Bildern

versehen, juristisch überprüft

und verkauft worden. Die Chronik

listet viele Erfolge auf, zu den jüngten

gehörtder Bild-Text-Band „Gundermann“,

der Andreas Dresens

Film über den Musiker ergänzt. Die

Chronik benennt auch Computerprobleme,

wirtschaftliche Einschnitte

und führtVersuche der Einflussnahme

auf den Verlag auf. Die

von Sachbuchautoren recherchierten

Fakten betrachteten manche als

unerwünschte Einmischung. So gab

es Prozesse gegen das Buch „Scientology.

Wie der Sektenkonzern die

Welt erobern will“ von Frank Nordhausen

und Liane vonBillerbeck. So

wird derzeit das Buch „Völkische

Landnahme. Alte Sippen, junge

Siedler, rechte Ökos“ von Andrea

Röpke und Andreas Speit angegriffen:

Insgesamt 18 juristische Verbotsversuche

erreichten Verlag und

Autoren. „Über unsere Bücher lässt

sich streiten“ bedeutet bis heute,

dass sie Fragen an die Gesellschaft

stellen. Christoph Links bleibt noch

bis Ende 2020 Geschäftsführer.

Christoph Links, im Sommer noch in der

Kulturbrauerei fotografiert. SABINE GUDATH

An der Gegenwart vorbei

Elfriede Jelineks „Wolken.Heim“ am DT und Anne-Cécile Vandalems „Die Anderen“ in der Schaubühne

VonDoris Meierhenrich

Es ist bitter, aber kam man

am vergangenen Wochenende

aus den Theaterpremieren

dieser Stadt, stand

man am Ende leicht erschüttert da.

Erschüttert nicht durch die theatralische

Kraft des Erlebten, sondern

erschüttert über die formale Unbedarftheit

und gedankenarme Kleinheit.

Draußen in der Welt verschieben

sich gerade die gesellschaftlichen

Gravitationskräfte im Zerren

um Solidarität oder Egoismus, Abschottung

oder Öffnung – es brodelt.

Aber auf hiesigen Bühnen

flüchtet man sich in skurriles Kino-

Theater einerseits oder überlagerte

Vergangenheitserfolge andererseits.

Ersteres flimmert mit Anne-Cécile

Vandalems dünn gedehnter Krimi-

Bebilderung „Die Anderen“ durch

die Schaubühne, letzteres geistert

mit Martin Laberenz’ gefälliger Vogelgezwitscher-Inzenierung

von Elfriede

Jelineks „Wolken.Heim“

durch die Kammerspiele.

Eigentlich versammeln beide Stücke

Themen, die aktueller kaum sein

könnten: Selbstüberhöhung und

Fremdenhass. Doch reden (Jelinek)

oder schweigen (Vandalem) beide so

geradewegs an der Gegenwart vorbei,

dass man allein das schon wieder

besonders nennen kann. Elfriede

Jelinek selbst hätte sicher trotzdem

ihre Freude daran gehabt zu sehen,

wie ihr fein komponierter Kunsttext

von 1988, der mit klingend verballhornter

Hölderlin-, Hegel-, Goebbels-

und RAF-Rhetorik den versteckten

Faschismus aus dem Geist

des deutschen Idealismus heraus

singen lässt, heute von den allerorten

offen und kunstlos dröhnenden

nationalistischen Parolen einfach

zermalmt wird. Nicht auf der Kammerspielbühne,

wo Laberenz den

Text sich selbst überlässt, aber in den

Hinterköpfen jedes Zuschauers. Es

wäreStoff für ein neues Stück.

Putzige Vornehmheit

Leider nur hat das DT für sein luftiges

Mauerfall-Jubiläumsprogramm

aber nur das alte aus der Kiste gekramt.

Doch was 1988 schockierte,

als Bonn, für dessen Theater „Wolken.Heim“

entstand, noch Bundeshauptstadt

war und an Mauerfall geschweige

denn an eine rechtsradikale

15-Prozentpartei im Bundestag

niemand dachte, klingt heute in seiner

geistesgeschichtlichen Vornehmheit

fast putzig.

Ja,die Zeiten ändernsich und mit

ihnen die Texte, und Jelinek, die

Grande Dame des Textvampirismus,

versteht das am allerbesten. Gerade

darum strickt sie ja alle paar Monate

an immer neuen Sprechgewittern.

Der Kampf, nicht das Spiel mit diesen

Textflächen, von denen „Wolken.Heim“

übrigens die erste war,ist

für sie das eigentlich Interessante.

Wäreesvielleicht auch für uns,wenn

aus dem „Wolken.Heim“-Teppich

heute immer noch die Unbehaglichkeit

spräche, das große, dunkel raunende

„Es“, das sie vor 31Jahren da

hineinlegte.

Zumindest die erste halbe Stunde

plaudertsich aber auch auf der grün

leuchtenden Kammerspielbühne

ein dunkles „Es“ noch hervor. Trotz

und dank der komödiantischen Talente

von Edgar Eckert, Holger

Stockhaus, Birgit Unterweger, Regine

Zimmermann und Lorena

Handschin, die es sich im grün glitzernden

Disco-Dress auf Campingstühlen

bequem machen. Spiele-

Elfriede Jelineks „Wolken.Heim.“: Auf dem Bild Edgar Eckert, Lorena Handschin, Birgit

Unterweger,Holger Stockhaus und Regine Zimmermann (v.l.) ARNO DECLAIR (2)

Jule Böweund KayBartholomäus Schulze in Anne-Cécile Vandalems „Die Anderen“ in

der Schaubühne

Ja, die Zeiten ändern sich

und mit ihnen die Texte, und Jelinek,

die Grande Dame des Textvampirismus,

versteht das am allerbesten.

Gerade darum strickt sie ja

alle paar Monate

an immer neuen Sprechgewittern.

risch gedämpft, nur bewusstlos

Sätze jonglierend, lassen sie eine

bräsig-schöne Bildungsbürger-Satire

frei. Der Kunstrasen blüht, die

Vögel zwitschern und tief durchatmend

erklären die fünf sich gegenseitig

in naiv-pathetischer Selbstzufriedenheit

das Immerschongewusste

des sich selbst wissenden

Geistes im Ping-Pong der Phrasenfetzen:

„Wie wenn am Feiertage …

und fernnoch tönet der Donner ... In

sein Gestade wieder tritt der Strom

.... Gerettet! Wir sind bei uns …

Schön bei sich sein!“

Sehr bald aber ist all dies „Sosein“

ausgewitzelt und durchdekliniert

und schwingt der Hölderlin-Hegel-

Sound ins Leere, weil es keinen Widerstand

mehr gibt, an dem sich Resonanz

bilden könnte.Und Laberenz

baut auch keinen ein. Mehr Mut

wäre nötig gewesen, um den Text

neu, vielleicht kollagiert, in die Mangel

zu nehmen und im lauten Heute

hörbar zu machen.

Vorn Theater,hinten Film

Da hat es die belgische Theatermacherin

Anne-CécileVandalem leichter,

weil sie nur eigene Stücke auf

die Bühne bringt, die sie der Aktualität

ablauscht. Gegenwärtig ist es

der Klimawandel und seine vielen

sozialen, auch rein menschlichen

Folgen, der durch ihre Bühnenkrimis

rauscht. Schon „Arctique“, das

im Frühjahr beim FIND zu sehen

war, erzählte davon, nun bildet er

auch den Hintergrund für „Die Anderen“,

mit dem sie erstmals an der

Schaubühne produziert.

Und wie seine Vorgänger entwickelt

sich auch dieser Abend ganz

aus dem Bühnenbild, das diesmal

ein Gebäudekomplex ist, der ein

kleines Dorf darstellt irgendwo im

dichten Wald: vorne ein Hotel, dahinter

Zimmer, ein Rathaus, eine

Schule. Immer, wenn die Bühne

sich dreht, sieht man durch die

Fenster dort hinein. Doch weil das

viel verdeckt, zeigt eine Leinwand

über der Szenerie im Livefilm, was

im Innerngeschieht.

Es ist das Jahr 2023, etwas Schlimmes

scheint passiertzusein: eine Katastrophe,

nein wohl mehrere. Klarheit

gibt es nie. Seit Monaten regnet

es und irgendwo im Norden sind

schon Camps eingerichtet für Klimaflüchtlinge,

die im Dorf missgünstig

beäugt werden. Sehr viel ist nicht los,

es ist die Geheimniskrämerei um

private Tragödien, der man in diesen

fast zweieinhalb Stunden nachläuft.

Die dahindämmernde Jule Böwe

hält sich in ihrem Hotel amWhiskyglas

fest und starrt ins Leere. Ausgestopfte

Tierpräparate überall: hier

liegt nicht nur der Hund begraben,

es liegt Mord in der Luft.

Und bald sitzt Böwe imAuto, ein

Knall, ein Fremder liegt am Boden,

sie zerrt ihn nach Haus, päppelt ihn

auf, und nun sehen wir zu, wie die

verschrobene Dorfgemeinschaft um

Felix Römer und Kay Bartholomäus

Schulze an dem ahnungslosen

Fremden ihre unterdrückten Psychosen,

Lüste,Traumata abarbeitet.

Man muss sich Vandalems TV-

Theater als entferntesten Gegenpol

zu Jelineks Textschichtungen vorstellen.

Ihre Liebe zu Marthaler’scher

Langsamkeit und Kaurismäkihafter

Skurrilität mag manchen begeistern,

doch bleibt sie tatsächlich weit dahinter

zurück. Eine Geduldsprobe.

DT-Kammerspiele wieder 7.12., 20 Uhr, Tel:

28441221; Schaubühne, wieder 3.–5.12.,

20 Uhr, Tel. 890023

NACHRICHTEN

Rostocker Kunstpreis geht

an Gerhard Stromberg

DerFotograf GerhardStromberghat

den mit 10 000 Euro dotierten Rostocker

Kunstpreis 2019 gewonnen. Der

Preis,der zum 14. Malvergeben

wurde,war in diesem Jahr für künstlerische

Fotografie ausgeschrieben

worden. Gegenstand vonStrombergs

Fotografien seien oft Landschaften,

die für ihn Sinnbilder für

das Wirken des Menschen auf seine

Umwelt sind, hieß es zur Begründung.

ZumFotografieren ziehe es

ihn in die Fernenach Indien, Italien,

Frankreich und Ungarn. Der1952 in

Ludwigshafen geborene Stromberg

wirkte als Fotograf und Hochschullehrer

in Trondheim, Helsinki, Belgrad

und verschiedenen britischen

Städten. (dpa)

Stiftung: Kinderfilme bei

Filmpreisen benachteiligt

DerKinderfilm leidet nach Ansicht

der Geschäftsführerin der Deutschen

Kindermedienstiftung „Goldener

Spatz“, Nicola Jones,unter einem

Prestigeproblem. „Das beginnt

schon damit, dass an den Filmhochschulen

der Kinderfilm in der Ausbildung

kaum eine Berücksichtigung

findet“, sagte Jones der Deutschen

Presse-Agentur.Kinderfilme würden

im Vergleich zu Filmen für das erwachsene

Publikum nicht als vollwertig

wahrgenommen. Daszeige

sich auch bei der Vergabe vonFilmpreisen.

„Dabei sind Kinder ein begeisterungsfähiges

und vonNatur

aus neugieriges,aber auch kritisches

Publikum“, sagte Jones.Laut einer

Studie wurden in Deutschland von

2004 bis 2017 insgesamt 234 Kinderfilme

produziert. (dpa)

Tilda Swinton eröffnet

Filmfestival von Marrakesch

Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton

hat in einer leidenschaftlichen Rede

den Zauber des Kinos beschworen.

Kinofilme ließen die Menschen an

„den verrücktesten Träumen“ teilhaben,

sagte die 59-jährige schottische

Schauspielerin am Freitagabend zur

Eröffnung des internationalen Filmfestivals

vonMarrakesch. Kino „setzt

Zeit und Raum aus,feiertunsereVerschiedenheit

und zeigt unsereGemeinsamkeiten“,

fuhr Swinton fort,

die in diesem Jahr der Festival-Jury

vorsitzt. DasFestival in der marokkanischen

Metropole zeichnet sich in

diesem Jahr durch einen starken

Frauenanteil in der Jury und bei den

nominierten Filme aus.Mit Robert

Redford, Bertrand Tavernier,der indischen

Schauspielerin Priyanka

Chopraund ihrer marokkanischen

Kollegin Mouna Fettou werden Filmschaffende

aus vier Kontinenten mit

Sonderpreisen geehrt. (AFP)

Die Jurypräsidentin Tilda Swinton beim

Festival in Marrakesch

AFP/FADEL SENNA


22 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Feuilleton

Protestaktion im März zum Völkermord an den Herero und Nama vor dem Bundestag in Berlin.

IMAGO IMAGES

Wann gibt es Entschädigungen für den Völkermord?

Nachfahren von Opfern des Genozids an den Ovaherero, Namas und San sprachen in Berlin auf dem Symposium „Koloniales Erbe V–Das Beispiel Namibia“

VonChristian Kopp

Auf dem Boden Wüstensand.

Darin Gesichter wie

Totenmasken, um die man

vorsichtig herumgehen

muss. Ander Wand Bilder der grandiosen

Landschaft Namibias, unterbrochen

vonkolonialdeutschen Vernichtungs-

und Schießbefehlen aus

den Jahren 1904, 1905, 1911. Schließlich

erschütternde Berichte von

Nachfahren der zahllosen Opfer unter

den widerständigen Ovaherero,

Namas und San. Noch bis zum 8.12.

ist in der Akademie der Künste am

Pariser Platz, nicht weit vom Ort der

berüchtigten Afrika-Konferenz von

1884/85 und dem ehemaligen

Reichskolonialamt, die Installation

They tried to bury us(„Sie wollten

uns begraben“) der namibischen

Künstlerin Isabel Tueumuna Katjavivi

zu sehen. Ihr Werk wurde am

Freitag im Rahmen des Symposiums

„Koloniales ErbeV–Das Beispiel Namibia“

präsentiert, eine Kooperationsveranstaltung

der Akademie und

des European Center for Constitutional

and Human Rights (ECCHR).

Katjavivis metaphorische Arbeit

widerspricht der allgegenwärtigen

Rede von Deutschlands „vergessener“

Kolonialgeschichte,die in Wirklichkeit

erst glorifiziert, dann romantisiert

und später aktiv verdrängt

und geleugnet worden ist. Nur dem

unermüdlichen Engagement von

Nachfahren der Opfer des Genozids,

wie der in Berlin sprechenden

Nama-Aktivistin Ida Hoffmann, ist

es zu verdanken, dass sich Namibia

und Deutschland heute mit dem

Völkermord von 1904–08 beschäftigen.

Über Jahre hinweg wurden die

Opferverbände der Ovaherero und

Namas hierzulande nur von einer

kleinen Schar afrikanischer,Schwarzer

und zivilgesellschaftlicher Akteure

unterstützt. Nun endlich thematisieren

Deutschlands große kultur-und

bildungspolitischen Institutionen

den kolonialen Genozid.

Die Bundesregierung entsandte

aber niemanden zum Symposium.

Ruprecht Polenz (CDU), der Sonderbeauftragte

für die seit Jahren ergebnislos

geführten Verhandlungen mit

der namibischen Regierung, ging

vorher an die Presse. Zum wiederholten

Mal versicherte er, dass die

zwischenstaatlichen Beratungen,

von der die regierungsunabhängigen

Opferverbände ausgeschlossen

sind, kurz vor dem Abschluss stünden.

„Wir werden mit substanziellen

Summen unserer historischen Verantwortung

gerecht“ ließ Polenz

großspurig verlauten. Er kündigte

intensivere Entwicklungszusammenarbeit

in den vom Genozid besonders

betroffenen Regionen an.

„Individuelle Entschädigungen“ an

die „Urenkelgeneration“ der Genozidopfer

schloss er kategorisch aus.

Hätte sich Polenz dem Dialog mit

den Nachfahren, den Menschenrechtsanwältinnen

und -anwälten

aus aller Welt sowie den namibischen

Künstlerinnen gestellt, wäre

es zweifellos ungemütlich für ihn

und die Bundesregierung geworden.

Siehätten dann zugestehen müssen,

dass es den Namas und Ovaherero

weder um persönliche Bereicherung

noch um almosenhaft verteilte staatlich

kontrollierte „Entwicklungshilfe“

geht. Deutschlands Sonderbeauftragter

hätte erfahren, dass für die

„Wir werden mit substanziellen Summen

unserer historischen Verantwortung gerecht.“

Ruprecht Polenz (CDU), der Sonderbeauftragte für die Verhandlungen mit der

namibischen Regierung, ineiner Aussage vor dem Symposium.

Nachfahren der Kolonisierten Gerechtigkeit

sowie die physische und

vor allem auch psychische Heilung

ihrer damals fast vernichteten Gemeinschaften

im Fokus steht.

DerMenschenrechtsexperte John

Nakuta vonder Universität in Windhoek

sprach denn auch ohne Umschweife

den in Deutschland tabuisierten,

aber in Namibia zentralen

Punkt des Landbesitzes an. Die zur

Unabhängigkeit Namibias von den

Ländern des Westens angeregte und

übereilt akzeptierte Verfassung des

Landes, soNakuta, hätte die aus der

Kolonialzeit stammenden Eigentumsrechte

von Siedlern europäischer

Herkunft zementiert. Dagegen

wären die vorkolonialen Landrechte

der südwestafrikanischen Gemeinschaften

völlig unbeachtet geblie-

ben. Zwar sei die Enteignung von

Privatbesitz verfassungsmäßig erlaubt,

soferneine angemessene Entschädigung

erfolge. Bislang fehle es

jedoch am politischen Willen, den

von der Reichsregierung enteigneten

Ovaherero und Namas auch nur

Teile des Landes ihrer Ahnen zurückzugeben

oder zumindest eine angemessene

Entschädigung für den kolonialen

Landraub zu gewähren.

Hier stünden, so Nakuta, nicht nur

die namibische Regierung, sondern

auch der deutsche Staat und Namibias

deutschstämmige Großgrundbesitzer

in der dringenden Pflicht,

im Rahmen einer effektiven Landreformfür

Gerechtigkeit zu sorgen.

Wie gegenwärtig die traumatisierenden

Kolonialverbrechen der

Deutschen im Bewusstsein der betroffenen

Gemeinschaften geblieben

sind, machte die Nama-Aktivistin

Sima Luipert inihrer bewegenden,

sehr persönlichen Erzählung

deutlich. Ihre Urgroßmutter Katrina

Frederick war wie viele der in Konzentrations-

und Arbeitslagern eingepferchten

Frauen den alltäglichen

Vergewaltigungen durch Angehörige

der deutschen „Schutztruppe“ ausgesetzt.

Dabei wurde auch ihre

Großmutter gezeugt. Schon vorher,

im berüchtigten Konzentrationslager

auf der Haifischinsel bei Lüderitz,

musste Katrina Frederick miterleben,

wie die Frauen gezwungen

wurden, die Köpfe ihrer ermordeten

Verwandten vomFleisch zu befreien,

um sie für den Versand in deutsche

Museen und Universitäten vorzubereiten.

Bis heute werden dort Tausende

von menschlichen Gebeinen

aus aller Welt, vor allem aus

Deutschlands ehemaligen Kolonien

gehortet und für Forschungszwecke

missbraucht. Einer dieser Köpfe gehört

wohl auch Katrinas Onkel, dem

legendären Nama-Führer Cornelius

Frederick(s), nach dem in Berlin-

Mitte bald eine Straße des Afrikanischen

Viertels benannt werden wird.

Auf Einladung des Vereins Berlin

Postkolonial werden die Nama-Aktivistin

Sima Luipert und ihre Herero-

Mitstreiterin Esther Muinjangue

zwischen dem 11. und 19. Dezember

durch zahlreiche Städte Deutschlands

reisen, um von der Rolle der

Frauen im Widerstand gegen koloniales

und postkoloniales Unrecht

zu berichten. Man kann sich nur

wünschen, dass ihnen dort ein breites

Publikum Gehör schenken wird.

DerHistoriker Christian Kopp ist Vorstandsmitglied

vonBerlinPostkolonial undimBündnis „Völkermord

verjährtnicht!“ aktiv.

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Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 23

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Feuilleton

Party,

Krise,

Party

Bonaparte spielten im

Festsaal Kreuzberg

Inbrunst, Kraft

und

Ernsthaftigkeit

Das Konzerthaus begeistert

mit Christoph Eschenbach

VonJohannes von Weizsäcker

Viel alterndes Partyvolk, aber

auch einiges Junggemüse hatte

sich am Sonnabend im Festsaal

Kreuzberg eingefunden, als hier die

lose um den in Berlin ansässigen

Schweizer Tobias Jundt gruppierte

Trash-Performance-Partyband Bonaparte

das erste von zwei Berlin-

Konzerten gab und das Publikum

gleich mal auf seine Folgsamkeit testete:

„Do you want to party with the

Bonaparte?“, so Jundt im Lied „Do

you want to party“ von seinem Debütalbum,

das erschien, als es die

Bar 25 noch gab und Berlin noch

wild war. Ja, die Leute wollten! Das

hatten sie schon zu Anfang unter Beweis

gestellt, als das ebenfalls vom

ersten Album stammende „Anti

Anti“ ertönt war und sich recht zeitgemäß

in unsere Dauerkrisenohren

gebohrthatte.

So wummsten diese schön doofen

alten Nummern immer noch so

wacker wie früher, und die Nacktoder

Kostümtänzerinnen und -tänzer

waren auch noch da, ebenso ein

Mann, der das ganze Konzert über

ein Bild malte.

Doch wie es sich für jeden Kopf

einer kunstaffinen Konzeptband aus

weißen westlichen Mittelklassekindern

gehört, die hedonistisch und

kostümiertdie Bühnen zerlegen, hat

auch Jundt mit seinem aktuellen Album

„Was mir passiert“ jene Phase

erreicht, in der die Karrieretradition

das Entdecken westafrikanischer

Rhythmen sowie der beschaulicherenSeiten

des Lebens vorschreibt!

So spielten Bonaparte mit Hilfe

einiger Musiker,die er bei der Entstehung

des Albums in Abidjan traf, der

größten Stadt in der Elfenbeinküste,

im zweiten Drittel des Konzerts eine

ganz andereArt Feiermusik: eine polyrhythmische

Globalpop-Meditation,

die den erstmals durchgehend

deutschen Texten Bonapartes sichere

Unterstützung und doppelter

Boden zugleich waren. „Das Lied

vom Tod“ schwang sich elegant

durch eine Art kulturanalytische

Midlife-Crisis –wie ein nicht mehr

Tobias Jundt von Bonaparte beim Konzert

in FrankfurtamMain

IMAGO IMAGES

ganz junges Paar beim Tanz durch

dasWohnzimmer,woeinem Plattenspieler

ein geschmackvoll knisternden

Vinylpuls entfließt.

In dieses Bild passt auch das

Lied „Ich koche“ mit der Textzeile

„Ich koche für dich“, ebenso das

tolle „Weinbar“: “Wann hast du das

letzte Mal geweint?“ sang Jundt

hier und zitierte gleich noch Herbert

Grönemeyer. Die Wassoulou-

Gitarreflimmerte.

Diese postmoderne Midlife-Problematik

negierend kam dann zum

Ende hinaus allerdings wieder die

Party inGang; ein schwanenförmiges

Schlauchboot wurde mitsamt

knapp bekleideter Dame über die

Köpfe des Publikums gereicht, Masken

fielen, schwarze monstrige Etwasse

erschienen, der Maler malte

und am Ende kamen sogar Kinder

auf die Bühne; die fragten sich vielleicht,

ob ihre Eltern denn nie erwachsen

werden wollen: Natürlich

nicht, ist ja schließlich doch immer

noch Berlin hier.

Der Dirigent Teodor Currentzis, hier bei einem KonzertinStuttgart.

Ohne falsche Weihe

Teodor Currentzis gab mit Verdis „Messa da Requiem“ sein denkwürdiges Debüt bei den Philharmonikern

VonPeter Uehling

Teodor Currentzis und sein

Kollege Kirill Petrenko, die

man als die wichtigsten Dirigenten

ihrer Generation

identifiziert, sind mit nur wenigen

Wochen Abstand im Jahr 1972 geboren.

Gemeinsam ist beiden ein

künstlerisches Programm der intensiven,

prallen Verlebendigung des

Repertoires.Petrenko realisiertesim

Rahmen des Systems, als Generalmusikdirektor

und nun als Chefdirigent

der Berliner Philharmoniker.

Currentzis dagegen legt Wert auf

eine Position außerhalb. Erdirigiert

vor allem sein eigenes Orchester

samt Chor, die unter dem Namen

musicAeterna fungieren –ein irritierend

an bürgerliche Vorstellungen

vom ewigen Kulturerbe erinnernder

Name.Und wenn er und seine Musiker

zur Bespielung eines Opernhauses

am Rand der Welt, in Perm,berufen

werden, dann werden eifrig Gerüchte

gestreut, dass hier eine großzügig

mit Sex und Drogen geheizte

VonPeter Uehling

Die Größe des Dirigenten Mariss

Jansons ist mir erst vorwenigen

Jahren wirklich aufgegangen, und

zwar gemeinsam mit der Größe der

Haydn-Variationen von Johannes

Brahms. Musiker wie Werk hielt ich

bis zu diesem Moment für eher treuherzig,

die Haydn-Variationen für

eine Vorstufe zur Symphonik, den

Dirigenten für einen gewiss hervorragenden

Vertreter der vorallem um

sich selbst kreisenden Klassik-Welt.

WieJansons jedoch diese Partitur

aufschloss,wie er durch die Variationen

einen dramatischen Faden wob,

ohne den Ideenreichtum der einzelnen

Stücke zu unterschlagen, im Gegenteil

jeden motivischen Impuls zu

einem für das Ganze werden ließ,

aus dem die abschließende Ostinato-Variation

wie selbstverständlich

hervorging: Das hatte gerade in

einer Interpretation ohne Manierismen

etwas Unerhörtes,etwas gewissermaßen

unauffällig Spektakuläres.

Indem Jansons dies am bürgerlichsten

aller Komponisten exerzierte,deckte

er an der Kategorie des

Künstlerkommune entstanden

wäre, kein „Betrieb“.

Dennoch leitet Currentzis nun

ausgerechnet das kraft bürokratischer

Fusions-Entscheidung entstandene

SWR-Symphonieorchester,

und am Freitag und Sonnabend

hat er schließlich erstmals das Orchester

seines gleichaltrigen Konkurrenten

Petrenko dirigiert, die Berliner

Philharmoniker.

Currentzis kann wirklich enorm

viel, das steht überhaupt nicht in

Frage. Sagt man von Petrenko, dass

er alle seine Energie ins Werk stecke,

so sorgt Currentzis dafür, dass einiges

davon auch als Glanz auf ihn

selbst zurückfällt.

So leise wie noch nie zuvor

Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“

beginnt unter seiner Leitung

mit den leisesten Cello-Tönen, die

jemals in der Philharmonie zu hören

waren. Ebenso setzt sein eigener

musicAeterna-Chor mit leisester

Stimmgebung ein. Verdi hat solche

Extreme durchaus mit „pppp“ anzuzeigen

gewusst, falls er sie gewollt

hat. Hier hat er sich mit „pp“ begnügt,

Currentzis macht also eine

Nummer daraus, die seinen individuellen

Gestaltungswillen betont.

Aber sie zeigt auch an, dass hier einer

auf dynamische Extreme zielt: Im Kyriezieht

er die Lautstärke hoch, seine

Sopranistin Zarina Abaevanutzt den

Moment zum Beweis, dass sie noch

Die Tiefe des Bürgerlichen

Zum Todvon Mariss Jansons –einem der großen Dirigenten der letzten 50 Jahre

Bürgerlichen selbst noch einmal

eine Tiefe auf, die man nach den

anti-bürgerlichen Triumphen der

Kunst im 20. Jahrhundertkaum noch

für möglich und gewiss nicht für erfahrbar

gehalten hätte.

Unter den großen Dirigenten der

letzten 50 Jahre war Mariss Jansons

der unauffälligste –soweit

sich das mit Größe vereinbaren

lässt. Er strebte in

seinen Interpretationen

nicht nach jenen Dingen,

die sich geläufig nacherzählen

lassen, es gab keine

extremen Tempi, keine extremen

Lautstärken, keinen

antitraditionellen Akzent.

Und auch über den

Bereich der Interpretation

hinaus stand Jansons keineswegs für

das, was man Innovation nennt: Er

setzte sich nicht für unbekannte

Komponisten ein, an der Konzeption

des Konzerts sah er keinen Änderungsbedarf,

hielt eine Öffnung in

Richtung Jugend oder hochkulturferne

Schichten kaum für notwendig.

Insofern ist Jansons tatsächlich

der Vertreter einer um sich selbst

Mariss Jansons

(1943–2019)

kreisenden Klassik-Welt gewesen,

der seinem Publikum und Orchesternvermittelte,dass

alles gut ist; der

schlechtereTeil der allgemeinen Bewunderung

für ihn mag mit dieser

Ausstrahlung zusammenhängen.

Sie unterschlägt allerdings, dass

hinter einer Interpretation wie jener

DPA

der Haydn-Variationen

eine Arbeit steckt, für die

Tradition keine Hilfe ist.

Man wird Jansons gewiss

nicht gerecht, wenn man

ihn einen Intellektuellen

nennt, es scheinen ihn die

Künste und Wissenschaften

jenseits von Musik

nicht weiter interessiertzu

haben. Mit drei Jahren

schon äußerte er den

Wunsch, Dirigent zu werden, weil er

den Vater, den Kapellmeister Arvid

Jansons beobachtete.Erist mit hartnäckiger

Intuition, die sich im unermüdlichen

Umgang mit Partituren

und Orchestern schärfte, zu Interpretationen

gelangt, denen nichts

aufgesetzt werden musste, die ganz

aus ihrem Inneren heraus ein faszinierendes

Leuchten ausstrahlten.

DPA/SEBASTIAN GOLLNOW

lauter singen kann, und sie singt

wirklich, es ist kein Geschrei.

Das virtuose Moment in all dem

ist erstaunlich. Currentzis’Chor artikuliert

derart gemeinsam, dass man

es nicht glaubt; selbst Einsätze im

fortissimo legt er ohne Aufforderung

des Dirigenten hin –hier glaubt man

wirklich an Hexerei. Im „Dies irae“

bringt Currentzis die Philharmoniker

zu Akkordschlägen von unfassbarer

Schärfe; man sollte nicht denken,

dass kurze Akkorde derart

klangvoll sein könnten. Die Blechbläser

legen ohne vertikale Lautstärke-Staffelung

los, die Streicher

spielen ihre Figuren bis zum letzten

Sechzehntel mit enormer Kraft, die

Triolen des Chors verlaufen sich hier

nicht im Ungefähren.

So hat man das noch nicht gehört.

Aber auch nicht, wie Currentzis diese

Aggressivität auch im piano noch

schwelen lässt, wie sie schließlich die

Tempoverhältnisse im ganzen, langen

Satz übers Jüngste Gericht bestimmt

und ihn durchdringt. Currentzis’

Gestik ist dabei keineswegs

elegant. Stablos fuchtelt er scheinbar

pauschal herum, angetan mit langem

schwarzenHemd und enganliegenden

Hosen über den Spinnenbeinen.

Sein Pult verrückt er immer wieder

einmal, stellt sich daneben oder

bewegt sich zwischen die Solisten,

um ihnen etwas zu verdeutlichen,

vielleicht auch, um ihnen nicht alle

Aufmerksamkeit zu überlassen.

Das ist der seltsame Zwiespalt

dieses sagenhaft begabten Musikers:

Alles, woran er beteiligt ist, muss offenbar

seinen Stempel tragen, er

lässt nichts los. Sergej Romanowsky

und Evgeny Stavinsky singen ihre

Partien als Tenor und Bass anstandslos

und durchaus beeindruckend –

und wirken dennoch leicht unterdrückt.

Annalisa Stroppa, für

Clémentine Margaine kurzfristig

eingesprungen, vermag Currentzis

solide zu tragen, und seine Sopranistin,

die bereits erwähnte Zarina Abaeva,

steht durchaus für sich selbst.

Vonden großen Momenten dieser

Aufführung könnte man lange erzählen.

Selbst dem knarrenden Offertorium

gewinnt Currentzis Reize

ab, das Sanctus geht im Tempo an

den Rand des Ausführbaren. Aber

dadurch kommt auch nie eine falsche

Weihe auf, Currentzis hält Verdis

Requiem im Bereich repräsentativer,

bildhaft dramatischer Musik, die

sich am Ende des„Liberame“ in ihren

Ausdrucksmitteln erschöpft –und gerade

dadurch wahrhaftig bleibt.

Jansons wurde 1943 im Ghetto

vonRiga geboren und studierte beim

Schönberg-Schüler Hans Swarowsky

in Wien sowie bei Herbert von Karajan:

Die Katastrophen und die Moderne

des 20. Jahrhunderts waren

Pate einer Karriere, die im Ganzen

konservativ ausgerichtet war. Jansons

leitete und verbesserte Orchester

in Oslo, London und Pittsburgh,

bevor er ab 2003 dem Symphonieorchester

des Bayrischen Rundfunks

endlich jene Ausstrahlung verlieh,

die es seiner Qualität nach immer

verdient hat. Außerordentlich erfolgreich

war auch seine Zeit beim Concertgebouw

Orkest in Amsterdam.

Seine Gesamtaufnahme der Symphonien

Dmitri Schostakowitschs

mit fast allen diesen Orchestern gilt

als Standard.

Mit seinem Herzen hatte Jansons

seit 1996 ernste Probleme: Damals

erlitt er beim Dirigieren in Oslo einen

Herzanfall. 2010 zwang es ihn zu

einer längeren Pause. Spätestens

seitdem sah man ihm die gesundheitliche

Bedrohung an. In der Nacht

zum Sonntag ist Mariss Jansons an

einer Herzkrankheit gestorben.

VonClemens Haustein

Die Vorbehalte gegen Christoph

Eschenbach als neuem Chefdirigenten

des Konzerthausorchesters

–auch in dieser Zeitung vorgetragen

–waren nicht gering: zu alt, technisch

nicht so versiert, wie es das Ensemble

vertragen könnte.Doch nach

den vergangenen beiden Programmen

mit Schostakowitschs 5. Sinfonie

und am vergangenen Donnerstag

mit der 1. Sinfonie von Johannes

Brahms, stellt man fest, dass der Dirigent

am Konzerthaus mit erheblicher

Wucht einschlägt. Die Musiker

spielen mit ansteckender Begeisterung,

das Orchester hat an klanglichem

Fleisch zugelegt. Die Kontrabässe

legen ein mächtiges Bassfundament,

die hohen Streicher spielen

mit einer Inbrunst, die doch frei ist

von Gewaltanwendung, das Legato

ist dicht und kraftvoll. Solch großer

Klang ist bei Eschenbach Ausdruck

einer weiten Gefühlswelt, kein Akt

der Selbstdarstellung.

Dass bei der Begeisterung die

Präzision nicht leidet, ist nicht

selbstverständlich. Eschenbachs Dirigierstil

mit seinen oft ansatzlos

ausbrechenden Taktschlägen ist für

die Musiker eines Orchesters nicht

unbedingt leicht abzunehmen. Dass

dennoch alles funktioniertund ohne

größereBewegungen des Dirigenten

ein äußerst differenziertes Klangbild

steht, deutet auf eine höhere Stufe

hin, auf der Eschenbachs Dirigieren

angelangt ist. Es hat wohl mit einer

Art Gedankenübertragung zu tun.

DasOrchester tritt mit einer Ernsthaftigkeit

auf, der man sich kaum entziehen

kann: Vonder inbrünstig gezogenen

Chromatik der ersten Geigen an

ganz zu Beginn der Brahms-Sinfonie

bis hin zum Schlusssatz, der festliche

Erleichterung bringt, ohne dass großspurige

Töne zu hören wären. Mit

Auftritten vonsozwingender Gegenwart

spricht das Konzerthausorchester

ein gewichtiges Wort mit im Wettbewerb

der Berliner Orchester.

DerPianist enttäuscht

So groß die Freude über Eschenbachs

Einstand, so starkdas Befremden,

dass es ein kaum mittelmäßiger

Pianist zum „Artist in residence“ gebracht

hat. Hat sich jemand vom

Konzerthaus zuvor Víkingur Ólafsson

live angehört? Dem Klavierkonzert

von Edvard Grieg, das nicht zu den

anspruchsvollsten Werken der Gattung

gehört, ist der Pianist, der sich

mit 35 Jahren auch nicht mehr im

Welpenalter befindet, technisch

kaum gewachsen. Konsequent verschleppt

er das Tempo,desto stärker,

je drohender die virtuosen Anforderungen.

Deutlichkeit lässt Ólafssons

schwach ausgebildete Spieltechnik

nicht zu, der langsame Satz wird zur

Kulisse sentimentaler Tagträumerei.

Christoph Eschenbach, ein weiser

Mann, verdient sich derweil die

Samariter-Medaille, weil er ritterlich

loyal begleitet, mit einem Lächeln allerhand

musikalischen Unfug mitmacht

und Ólafsson damit sehr generös

vorder Bloßstellung schützt.

TOP 10

Sonnabend, 30. November

1 Tagesschau ARD 6,94 26 %

2 Wilsberg ZDF 6,13 21 %

3 Adventsfest ARD 5,66 21 %

4 Sportschau Fußball ARD 4,66 21 %

5 Der Staatsanwalt ARD 3,72 14 %

6 heute ZDF 3,08 14 %

7 Biathlon Mixed St. ARD 2,83 22 %

8 Supertalent RTL 2,80 10 %

9 Skispringen Herren ARD 2,66 16 %

10 heute journal ZDF 2,64 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Die Zauberflöte

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00: Ismene, Schwester von

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

HAU3(&25 90 04 27)

18.00: Der Klang der Sehenswürdigkeiten (Kulturklasse

der Fritz-Karsen-Schule)

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: The Situation

20.30 Studio: Oder:Duverdienst deinen Krieg (Eight

Soldiers Moonsick)

Schaubühne (& 89 00 23)

20.00: Orlando

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Eingewisser Charles Spencer Chaplin

Anzeige

Zirkus Angela

HEUTE–4.12.

GUTSCHEINE verschenken

Kabarett-TheaterDISTEL distel-berlin.de|T.204 47 04

Theater Lichterfelde (& 84 31 46 46)

10.00: Der Weihnachtshase (Theater Vagabunt).

Anm. erf.

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

19.30: Offene Bühne Pankow

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

21.00: CosmicComedyOpen-Mic –English Comedy

Berlin (Dharmander Singh, Neil Numb u. a.)

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Best of (Carrington-Brown)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 20.00: Dit kannste unter Ulk

verbuchen (Genz &Hausmann)

BKA (& 202 20 07)

20.00: TheatersportBerlin: Das Match

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Die Zukunft istkeinPonyhof (Studio-Ensemble)

20.00: ZirkusAngela

Kulturbrauerei/Soda (& 44 31 51 55)

18.00, 20.00 Salon: close-up-club: Zauberkunst,

erstaunlich, anders. Anm. erf.

Metropol (Nollendorfpl. 5)

20.00: The LovedTour(VirDas)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Strictly Stand Up –The English ComedyNight

(hosted by Christian Schulte-Loh)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

Toast Hawaii (Danziger Str.1)

20.00: Wait, What?

KLASSIK

Berliner Dom (& 20 26 91 36)

20.00 Tauf- und Traukirche: Capella Cantorum, Ltg.

Klaus Eichhorn(Neapolitanische Orgel), Responsoria

–Alte Musik, Werkevon C. Porta, Palestrina u. a.

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Werner-Otto-Saal: Saschka Haberl(Violine),

Paul Rivinius (Klavier), Christian Jost (Moderation), 2x

hören zeitgenössisch, John Adams: „Road Movies“ für

Violine und Klavier

20.00 Gr.Saal: Sinfonieorchester der Hochschule

für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, Ji-Yoon Lee (Violine),

Changbo Wang (Bariton), Ltg.Nodoka Okisawa,

Mahler:Lieder eines fahrenden Gesellen; Korngold:

Konzertfür Violine und Orchester D-Dur op.35;

Brahms:Sinfonie Nr.3F-Dur op. 90

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: London Brass,Werkevon Vivaldi, Corelli,

Rutter,Bach u. a. sowie deutsche und internationale

Weihnachtslieder

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: MichaelBarenboim (Violine),Kian Soltani

(Violoncello), Daniel Barenboim (Klavier), Beethoven:

Die Klaviertrios IIa, Ludwig vanBeethoven: Variationen

über „Ich bin der Schneider Kakadu“ für Klaviertrio

G-Dur op. 121a, Klaviertrio Es-Dur op. 70/2, Klaviertrio

B-Dur op. 97 „Erzherzog-Trio“

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab5J.)

10.30: Albirea –Nur ein Kind kann die Welt retten,

Fantasy-Singspielmit Video-Mapping,Kammerorchester

undChor (ab 10 J.)

BKA (& 202 20 07)

11.00: TopCard Camilla, Platypus Theater,englisches

Kindertheater (ab 6bis 10 J.). Anm. erf.

Brotfabrik (& 471 40 01)

10.00: Winterzeit bei Hündchen und Kätzchen, Theater

Rafael Zwischenraum, Puppenspiel (ab 3bis 6J.)

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (& 29 04 78 40)

16.00: „ImKiez zu Hause“ bei CABUWAZI Kreuzberg,

Mitmachzirkus für die ganze Familie (ab 8J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Dorfkirche Staaken (Hauptstr.12)

10.00: Frau Holle, Theater LaKritz (ab4bis 9J.)

FELD –Theater für Kinder und Erwachsene

(& 54 08 69 48) 10.00: Mitgefühl und Ohne,

Franziska Henschel &Ensemble, tanzendes Theater

(ab 6J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.00Raum302: Der Weihnachtszwulf verkürzt die

Weihnachtswarterei, Zwulf, (ab 3bis 9J.)

10.00 Raum 214: Brunos Abenteuer,Nicole Gospodarek,

Puppentheater (ab 6bis 12 J.)

Gemeinschaftshaus Lichtenrade (& 902 77 70)

10.00: Lotta –Oh, wie schön ist Weihnachten!,

Théâtre Anima (ab 3J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

:Natürlich heute!, Umweltausstellung für Kinder

Puppentheater Berlin (& 342 19 50)

10.00: Nikolaus vonMyra (ab 4J.)

Puppentheater Firlefanz (& 283 35 60)

10.00, 16.00: Weihnachtliche Heimlichkeiten,

Gastspiel Puppentheater Böhmel/Dresden, Lustiges

weihnachtliches Puppenspiel (ab 4J.)

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

10.00: Hänsel undGretel mit ohne Pfefferkuchen

(ab 8J.)

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: VonÜmpfen, Strümpfen und (K)Einhörnern,

Die Glorreichen Fünf, Interaktives Musiktheater

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

11.00 Apollosaal: Durch dasJahr –Kinderkonzert, –

Antonio Vivaldi (1678 –1741) DIE VIER JAHRESZEIT-

EN –-(ab 10 bis12J.)

Theater an derParkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Die Zertrennlichen (ab 9bis 13 J.)

10.00: Konrad oder Das Kindaus der Konservenbüchse,(ab

7bis 11 J.)

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(& 92 35 59 50) 9.00, 11.15: Am 4. Advent morgens

um vier (ab 6J.)

Theater o.N. (& 440 92 14)

10.00: Die Zwölf Monate, Märchen (ab 5J.)

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

11.00: Spaaaß, InterAktivesTheater zum Thema

Mobbing für Keenies (5. bis 7. Klasse) (ab 12 J.)

Pop

Klassiker

des

Synthiepop

Es ist schon das zweite

OMD-Konzert innerhalb

weniger Tage in Berlin, was für

eine Band, deren Greatest Hits,

so der Titel der Tour, ungefähr

dreißig Jahre alt sind, ziemlich

bemerkenswert ist. Orchestral

Manoeuvres in the Dark wurden

1978 von den Freunden

Andy McCluskey und Paul

Humphreys als Synthiepop-

Projekt in London gegründet.

Deutlich hörbar waren anfangs

die Einflüsse der Elektronikpioniere

Kraftwerk, eine

Referenz, die sich später zugunsten

discotauglicherer Latinoelemente

verspielte, die

sich eher an den PetShop Boys

orientierten. Mit dem Hit

„Maid of Orleans (The Waltz

Joan of Arc)“ führten OMD

1982 wochenlang die Hitparaden

in aller Welt an, vier Wochen

belegte das Stück die

Nummer eins der deutschen

Charts. Und ohne OMD hätte

es Depeche Mode vermutlich

nie gegeben. Frank Junghänel

OrchestralManoeuvres in theDark

20 Uhr, Tempodrom, Möckernstraße10

Es muss nicht

immer

schiefgehen

Alexa Hennig von Lange stellt ihre

„Weihnachtsgeschwister“ vor,

Dirk Stermann einen Helden von

früher –und es gibt noch mehr Lesungen in

Die erste Adventskerze hat

schon ein wenig Wachs

verloren, in vier Wochen

gilt es Geschenke zu verteilen.

Am besten eignen sich dafür

Bücher. Zur Orientierung kann man

sich vorher die Autorin oder den Autor

bei einer Lesung angucken. Deshalb

schreiten wir hier heute einen

breiten Wegab.

Anfangen möchte ich mit dem

Buch zum Fest für alle,bei denen die

besinnliche Stimmung in der Familie

gelegentlich von Misstönen

durchkreuzt wird. Damit kann man

sich prima vorbereiten. Alexa Hennig

von Lange erzählt in „Die Weihnachtsgeschwister“

(Dumont, 144 S.,

18 Euro) von zwei erwachsenen

Schwestern und ihrem Bruder, die

alle selbst schon je zwei Kinder haben.

Die drei Kleinfamilien kreuzen

am Tagvor Heiligabend bei den Eltern

auf. Alle sind aus den Vorjahren

schon Kummer gewohnt und fallen

dennoch wieder in dieselben Muster.

DieAutorin nimmt die Perspektiven

verschiedener Akteure ein.

Manch tragisches Missverständnis

wird schon über zwei Generationen

weitergereicht. „Warum mussten sie

dieser Woche

eigentlich jedes Jahr alle zusammen

Weihnachten feiern?“, fragt sich

denn auch eines der Kinder.„Es war

doch schon von vornherein klar,

dass es wieder schiefgehen würde.“

Die Autorin beschreibt das Vorgeplänkel

vom 23. Dezember und eine

Begegnung im Frühstücksraum des

Hotels am folgenden Morgen. Für

den heikelsten Zeitpunkt aber hat sie

sich keinen Showdown ausgedacht,

sondernbessereIdeen auf Lager.Mal

hören, wie viel sie davon am Donnerstag

im Georg Büchner Buchladen

verrät.

Am Tagdavor wirdsich 800 Meter

entfernt ein vielgelobter Kabarettist

auf die Bühne des Pfefferberg-Theaters

setzen und dortinseinem Zweitberuf

auftreten: Dirk Stermann nämlich,

der nach mehr als 30 Jahren der

Zusammenarbeit mit Christoph

Grissemann vondiesem untrennbar

scheint, scheibt ganz alleine Bücher.

Das neueste, der Roman „Der Hammer“

(Rowohlt, 444 S., 24 Euro) erzählt

frei, mit ironischer Würze und

fabelhaften Abschweifungen, von

dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall

(1777–1856). Dieser

Mann, hochgebildet und sprachbe-

Cornelia Geißler

empfiehlt abendliche Ausflügequer

durch die Stadt, um Autoren zu erleben,

deren Bücher (möglicherweise dann

auch signiert) sich hervorragend zu

Weihnachten verschenken lassen. Bei

einer Lesung bekommt der Schenkende

einen guten Eindruck vomGegenstand.

Alexa Hennig von Lange,

fotografiertimHerbst auf der

Frankfurter Buchmesse. PA/FRANK MAY

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.30,17.00

Cinema Paris (& 881 31 19) Die schönste Zeit

unseres Lebens –Labelle epoque (OmU) 15.15;

Französische Filmwoche: Die Wache –Au poste!

(OmU) 18.00; Französische Filmwoche: Jeanne

d‘Arc –Jeanne (OmU) 20.00

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Lara 15.00,

17.30,20.00

Delphi LUX (& 322 931040) Bis dann, mein

Sohn 15.45; Friends 25: Jubiläums Special (Teil

3) 19.30; Marianne &Leonard –Words ofLove

(OmU) 14.15; Der Leuchtturm – The Lighthouse

(OF) 16.30,19.00, 21.30; Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) 15.00; Parasite17.10, 20.00; Human

Nature: Die CRISPR Revolution (OmU) 13.40; Mein

Ende. Dein Anfang. 16.00, 18.30; Hustlers (OmU)

18.00,21.00; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig(OmU)

13.30, 18.30; OfficialSecrets (OmU)

16.00, 21.00; Systemsprenger 15.20; Parasite –

Gisaengchung (OmU) 20.30; Joker (OmU) 21.20;

Pferde stehlen 14.00;Land des Honigs–Honeyland

(OmU) 16.40; DowntonAbbey (OmU) 18.40

Filmkunst 66 (& 882 17 53)ArethaFranklin: Amazing

Grace 18.00; The Good Liar –Das alte Böse

20.00; Snorri &der Baby-Schwimmclub –Dive: Rituals

in Water (OmU) 17.30

Kant Kino (& 319 9866) Die Eiskönigin II15.40,

18.10, 20.40; Die schönste Zeit unseres Lebens

15.00, 17.45, 20.30; Official Secrets 14.40,

20.00; Ich war noch niemals in New York 15.20;

Nurejew –The White Crow 18.00; Porträt einer jungen

Frau in Flammen 17.20; Bernadette 20.00;

Das perfekte Geheimnis 14.40, 17.20, 20.30

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) 3D, Atmos: Die

EisköniginII14.30, 17.15; Atmos: Dasperfekte Geheimnis

20.00;Atmos: Joker 23.00; Die Eiskönigin

II 14.45, 17.40; 3D: Die Eiskönigin II20.20; Das

perfekte Geheimnis 23.00; Last Christmas 14.30,

17.10; The Irishman (OF) 19.45; Die Addams Family

15.00; Das perfekte Geheimnis 17.20; Die

schönste Zeit unseres Lebens 20.10;3D: DieEisköniginII22.50;Das

perfekteGeheimnis15.00;Joker

17.45; LeMans 66: Gegen jede Chance 20.45; Die

schönste Zeit unseres Lebens 15.10, 17.45; Last

Christmas 20.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 23.00; LeMans 66: Gegen jede Chance

14.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

17.45; Joker 21.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) Das Forum

(OmU) 11.00; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

–Escher: Het oneindige zoeken: Journey

Into Infinity (OmU) 12.55; Marriage Story (OmU)

14.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

16.30; Systemsprenger (DFmenglU) 18.00; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 20.00; Midsommar

(OmU) 22.15; Born inEvin –Alles über Evin (OmU)

11.00; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU) 12.45;

Marianne &Leonard –Words of Love (OmU) 14.15;

Pferde stehlen 16.00; Campo (OmU) 18.00; Lara

(DFmenglU) 19.45; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.20; The Report (OmU) 11.00; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la

jeunefille en feu (OmU) 13.00;Zombieland 2: Doppelt

hält besser –Zombieland 2:Double Trap (OF)

15.00; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 16.45; Mein Ende. DeinAnfang.(DFmenglU)

18.40; Joker (OmU) 20.30; Mishima –Director‘s

Cut–Mishima:ALifeInFour Chapters (OmU) 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU)

16.00; Deutschstunde 17.45; The Irishman (OmU)

20.00; Joker (OmU) 23.45; M.C.Escher: Reise in

die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige zoeken:

Journey Into Infinity (OmU) 14.15; Congo Calling

(OmU) 16.00; Ich bin Anastasia 17.45; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 19.45; Bitte nach

Mitte! 21.30; PJ Harvey –ADog Called Money

(OmU) 22.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.40; 3D: Die Eiskönigin

II 13.45, 16.20; Last Christmas 13.50, 17.50,

20.45; Die Eiskönigin II 14.00, 14.10, 15.10,

16.50, 17.00, 17.40, 17.50, 19.45; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.05, 19.30, 20.00; IMAX 3D:

Die Eiskönigin II14.30, 17.30, 20.15; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.45; Joker 14.45, 18.00,

20.40;The Good Liar –Das alte Böse 14.50,21.00;

Hustlers 15.00,17.45,20.45;Dann schlaf auchDu

–Chanson douce (OmU) 15.15; Le Mans66: Gegen

jede Chance 16.00, 19.30; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 16.20, 19.15; Bernadette 17.40;

Friends 25: Jubiläums Special (Teil 3) 20.00; Terminator

–Dark Fate 20.30; Sneak Preview 20.30

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Mein Ende. Dein Anfang.

(OmenglU) 20.20; Parasite –Gisaengchung (OmU)

22.30; Berlin Bouncer (OmenglU) 18.00; Frau

Stern 20.00; Die Kinder der Toten 21.45

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Maleficent: Mächte

der Finsternis 16.20; Hustlers 16.30, 19.50; Die

Eiskönigin II16.40, 19.30; Last Christmas 16.45,

19.40; Joker17.00,20.00; Das perfekte Geheimnis

17.00, 20.00; 3D: Die Eiskönigin II 17.15, 20.15;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 19.20

Kino Kiste (& 998 74 81) Parasite 13.45; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 16.10; Der Glanz der Unsichtbaren

18.00; Bohemian Rhapsody 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 14.00; Die Eiskönigin II

14.20, 16.00, 17.00, 19.40; Der König der Löwen

14.20; Maleficent 14.30; Die Addams Family

14.40; Das perfekte Geheimnis 14.45, 17.30,

19.50; Angry Birds 2: Der Film 14.50; Hustlers

15.00, 17.40, 20.10; 3D: Die Eiskönigin II 15.00,

17.30, 20.00; Last Christmas 16.50, 19.30; Joker

17.00, 20.20; Ich war noch niemals inNew York

17.10; Der letzte Bulle 17.15; Stephen Kings DoctorSleeps

Erwachen19.40;LeMans 66 19.50; Retromontag:

Gremlins –Kleine Monster 20.15

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 17.00, 19.30, 22.00; B Official

Secrets (OmU) 16.00; Parasite – Gisaengchung

(OmU) 18.30; Joker (OmU) 21.20

fsk am Oranienplatz (& 614 2464) Lara (OmenglU)

18.00; Angelo (OmU) 18.15; Französische

Filmwoche: Vif-argent –Der flüssige Spiegel: Burning

Ghost (OmU) 20.00; Mein Ende. Dein Anfang.

(OmenglU) 20.30

Moviemento (& 692 47 85) Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 15.00, 17.30, 20.00, 22.30;

Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 10.00; Mein

Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! 12.00;

Yung 14.15; Booksmart (OmU) 16.30; Mein Ende.

Dein Anfang. 18.45; Systemsprenger 21.15; Cinefete:

Dilili in Paris –Dililili aParis (OmU) 11.00;

Cinefete: Wallay (OmU) 14.00; Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 19.00;Yung (OmenglU) 21.45

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Heimat ist ein

Raum aus Zeit 19.00

Sputnik (& 694 11 47)Was gewesen wäre 16.00;

Systemsprenger 17.45; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

20.00;Joker (OmU) 22.15; Bernadette 16.00;Morgen

sind wir frei 18.00; Booksmart (OmU) 20.00;

Parasite –Gisaengchung (OmU) 22.00;

Kinobar im Sputnik PJ Harvey (OmU) 18.15; Mishima:

Ein Leben in vier Kapiteln –Mishima: ALife In

Four Chapters (OmU) 21.00

Yorck (& 78 91 32 40) Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) 15.00; Parasite 17.00, 20.00; New

Lara 14.50,17.10,19.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.00; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.15; Die Eiskönigin II 15.00,

16.00, 17.30; 3D: Die Eiskönigin II15.30, 18.00,

20.30; Die Addams Family 15.30; Hustlers 17.45,

20.15; Last Christmas 18.30, 20.45; Bernadette

20.00

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Zwingli –Der

Reformator 13.00; Marianne &Leonard –Words

of Love 13.00; LeMans 66: Gegen jede Chance

13.00, 16.30, 19.45; Morgen sind wir frei 15.15;

3D: Die Eiskönigin II 15.45, 18.00, 20.15; Bernadette

17.30; Land des Honigs 20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00; 3D: Die EisköniginII14.10,

14.20, 16.50, 17.00, 19.30; Doraund

die goldene Stadt 14.15; Maleficent 14.30; Hustlers

14.30, 17.15, 20.00; Die Eiskönigin II14.30,

14.45, 17.15, 17.20, 19.45; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 16.45; Last Christmas 17.20,

20.15; Le Mans 66: Gegen jede Chance 20.00;

Joker 20.00; Friends 25: Jubiläums Special (Teil 3)

20.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.20

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 17.00; Zwingli –Der Reformator 18.45;

Porträt einer jungen FrauinFlammen –Portraitdela

jeune fille en feu (OmU) 21.00; Götter von Molenbeek:

Gods of Molenbeek –Aatos ja Amine (OmU)

18.15; Bitte nach Mitte! 19.45; Morgen sind wir

frei 21.15

Babylon (& 242 59 69) Der Glanz der Unsichtbaren

(OmU) 18.00; Die Stadt als Beute (OmenglU)

18.15; Der Fall Relotius, Erfundene Realitäten:

Kurzfilmpremiere (mit Gästen u. Gespräch) 19.30;

CineMar: Heavy Water (OF) 20.00; The Irishman

(OmU) 20.00; Pulp Fiction (OmU) 22.00

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73)

Cinefete: Comme des garcons (OmU) 11.30; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 13.15, 15.30,

17.45, 20.15, 22.45; Cinefete: Mein Leben mit

Amanda (OmU) 10.00; Yung 12.30; Joker (OmU)

14.30, 21.15; Fritzi 17.00; Yung (OmenglU) 19.00

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Die Eiskönigin

II 11.00, 14.00, 17.00, 20.10; Das perfekte

Geheimnis 11.00, 13.45, 16.45, 19.50,

23.00; Booksmart 11.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 11.10; Die Addams Family 11.10,

14.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 11.15;

Dora und die goldene Stadt 11.20; 3D: Die Eiskönigin

II 11.40, 13.40, 16.30, 19.15, 22.40;

Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe 12.10; Last

Christmas 13.30, 16.30, 20.30, 23.15; Ich war

noch niemals in New York 13.30; Hustlers 14.00,

16.50, 19.50, 23.15; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.30; Als ich mal groß war 14.30; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 16.20, 19.20; Zombieland

2: Doppelt hält besser 16.40, 23.10; Joker

17.00, 19.45, 23.00; Maleficent: Mächte der

Finsternis 17.30; Sneak Preview 20.00; Friends 25:

Jubiläums Special (Teil 3) 20.00; Terminator –Dark

Fate 22.15;Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

22.45; Midway –Für die Freiheit 22.55

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Systemsprenger

(DFmenglU) 14.15; Bernadette (OmU) 17.00,

19.30; Parasite – Gisaengchung (OmU) 22.00;

Was gewesen wäre 15.00, 19.00; Land des Honigs

– Honeyland (OmU) 17.00; Marriage Story

(OmU) 21.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait de la jeune fille en feu (OmU) 14.00,

20.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 16.30; Joker (OmU) 22.30; Berlin Babylon

(DFmenglU) 15.00; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) 17.00; The Irishman (OmU) 19.30;

Lara (DFmenglU) 15.15, 19.30; Als ich mal groß

war 17.30; Pferde stehlen –Utogstjaele hester

(OmU) 21.45

International (& 24 75 60 11) Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 14.30; Lara 17.00; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 19.30; Siegessäule

und Teddy präs. MonGay: Preview: Die Glitzernden

Garnelen –Les crevettes pailletees (OmU)

22.00

Z-inema (& 28 38 91 21) Fernsehfriedhof.de: Live-

Veranstaltung (Wessifizierung durch Fernsehen Teil

IV) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 14.10; Das perfekte

Geheimnis 14.10, 16.40, 19.50; Die Eiskönigin

II 14.15, 14.45, 16.40, 17.30; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 14.20; DieAddams Family 14.20,

17.10; Recep Ivedik VI 14.30, 17.10, 20.20; Dora

und die goldene Stadt 14.30; 3D: Die Eiskönigin II

14.30,17.15,19.40;

7. Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

(OmU) 16.50, 19.40; Last Christmas 16.55; Hustlers

17.00, 20.00; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 19.30; Sneak Preview 19.30, 20.00;

Joker 19.50

IL KINO (& 91 70 29 19) Bisdann, mein Sohn –Di

jiu tian chang (OmU) 10.00; Pferde stehlen –Ut

og stjaele hester (OmU) 13.15; Dicktatorship –Macho

Made in Italy (OmU) 15.30; Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en

feu (OmU) 17.10; Parasite –Gisaengchung (OmU)

19.20; Joker (OmU) 21.45

Neues Off (& 62 70 95 50) Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OF) 16.30, 19.00,21.30

Passage (& 68 23 70 18) Die schönste Zeit unseres

Lebens –Labelle epoque (OmU) 15.00,17.45,

20.30; Joker (OmU) 17.45, 20.30; Systemsprenger

15.40, 18.15; Parasite – Gisaengchung (OmU)

20.50; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 16.20, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Friends 25: Jubiläums

Special (Teil 3) 20.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmenglU)

17.45; Französische Filmwoche: Ideal Palace:

Der Palast des Postboten – L‘incroyable histoire

du facteur Cheval (OmU) 20.30; Hustlers (OmU)

17.00, 19.30, 22.00; But Beautiful –Nichts existiert

unabhängig (OmU) 16.30; Booksmart (OmU)

19.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 21.30;

Official Secrets (OmU) 17.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Die Eiskönigin II13.50, 14.30, 16.30, 17.15; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.45; 3D: Die

EisköniginII14.10, 14.50, 17.00,20.00; Dora und

die goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte der

Finsternis 17.05; Last Christmas 17.30, 20.30;

Hustlers 20.00; Friends 25: Jubiläums Special (Teil

3) 20.00; Sneak Preview 20.15

Wolf (& 921 039333) PJ Harvey –ADog Called

Money (OmU) 12.00; Born inEvin –Alles über Evin

(OmU) 12.10; Porträt einer jungen Frau in Flammen–Portrait

de la jeune fille en feu(OmU)13.50;

Marriage Story (OmU) 14.10; Chihiros Reise ins

Zauberland 16.10; Götter von Molenbeek: Gods of

Molenbeek (OmU) 17.20; Campo (OmU) 18.50;

The Irishman (OmU) 19.00; Angelo (OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Die Eiskönigin

II15.45, 18.10, 20.20; Das perfekte Geheimnis

15.00,17.40,20.30


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

gabt, wurde ein wichtiger Übersetzer

aus dem Türkischen, Persischen,

Arabischen für Diplomaten und

Dichter,war möglicherweise ein Genie

und wollte unbedingt so wahrgenommen

werden. Wasnicht so richtig

klappte. Immerhin führte er ein

„Lobbuch“ für sich.

Gehen wir in der Woche weiter

Richtung heute und in der Stadt einmal

quer durch nach Westen, kommen

wir zum Bücherbogen am Savignyplatz.

Dort tritt am Dienstag

ein Gelehrter der Gegenwartauf, der

Architekturhistoriker und Stadtwissenschaftler

Vittorio Magnago Lampugnani.

Erstammt zwar aus Rom,

war aber lange in Stuttgart, Frankfurt

am Main, Berlin und Zürich zu

Hause und spricht deshalb perfekt

deutsch. Er wird von den kleinen

Dingen erzählen, die das Gesicht einer

Stadt prägen. „Bedeutsame Belanglosigkeiten“

(Wagenbach, 192 S.,

30 Euro) ist der schöne Titel des

schönen Buches, das von Kiosken,

Straßenlaternen, Abfalleimern, Gullydeckeln

und dem Trottoirpflaster

handelt. Vittorio Magnago Lampugnani,

der sich über Jahrzehnte mit

den Bauten beschäftigt hat, etwa als

LITERATUR

Vittorio MagnagoLampugnani im Gespräch,

3.12., 19.30 Uhr,Bücherbogen

am Savignyplatz, Stadtbahnbogen 593,

Eintritt: 5Euro

Dirk Stermann liest, 4.12., 20 Uhr,Pfefferberg-Theater,Schönhauser

Allee 176,

Karten: 14,50 Euro

Alexa Hennig v. Lange: Weihnachtsgeschwister,

5. 12., 20 Uhr,Georg Büchner

Buchladen, Wörther Str.16, 12/10 Euro

Festival „Jüdische Literaturen“, 3. bis

5.12., Literaturhaus Berlin, Fasanenstr.

23, www.literaturhaus-berlin.de

Direktor desDeutschen Architektur-

Museums, lenkt den Blick auf das,

was Architekten und Architekturkritiker

gern übersehen. 22 Objekte

stellt er vor, manche verschwinden

gerade,wie die Telefonzelle.

Im hier behandelten Zeitraum

gibt es jede Menge Konkurrenzveranstaltungen,

hingewiesen sei noch

auf ein Festival: Das Literaturhaus

Berlin widmet sich „Jüdischen Literaturen“.

DerTitel ist bewusst in der

Mehrzahl gewählt, weil es um die

Vielfalt der Genres, der Sprachen,

der Themen geht –mit 30 Beteiligten,

die Lyrik und Prosa und Essays

schreiben, die Filme machen und

mit Performances auftreten.

Dabei sind zum Beispiel Adriana

Altaras (Autorin des so witzigen

wie schwermütigen Romans

„Die jüdische Souffleuse“), Jo

Frank (der in seinem Buch

„Snacks“ vom Leben zwischen den

Kulturen erzählt) und Robert

Schindel (der Romancier kommt

als Lyriker mit dem Band „Scharlachnatter“).

Mittwoch und Donnerstag

beginnt das Programm

schon am frühen Nachmittag.Aber

auch allabendlich ist etwas los.

Kicker

Der

Willkür

trotzen

Solange er im Amt sei, hat

der türkische Staatspräsident

Recep Tayyip Erdogan im

Frühjahr 2017 vollmundig auf

offener Bühne gerufen, werde

der deutsch-türkische Journalist

Deniz Yücel gewiss nicht

nach Deutschland ausreisen

können. Zu diesem Zeitpunkt

befand Yücel sich bereits im

Hochsicherheitsgefängnis Silivri

Nr. 9 bei Istanbul. Der

Welt-Korrespondent und früheretaz-Autor

DenizYücel war

von den türkischen Behörden

verhaftet worden, obwohl er

lediglich seinen journalistischen

Aufgaben nachgegangen

war. In seinem Buch

„Agentterrorist“, das den

schönen Untertitel „Eine Geschichte

über Freiheit und

Freundschaft, Demokratie

und Nichtsodemokratie“ trägt,

beschreibt Deniz Yücel, auf

was es ankommt, um in Gefangenschaft

und Isolation innereFreiheit

zu bewahren.

HarryNutt

Deniz Yücel undVeysel Ok Maxim-Gorki-

Theater, 19 Uhr,AmFestungsgraben 2

Theater Zitadelle (& 335 37 94)

10.00: Weihnachten beimkleinen Hasen, Theater

Couturier (ab 3J.)

LITERATUR/VORTRAG

Buchhandlung Montag (Pappelallee 25)

20.00: Halt, Michael Donkor,Lesung und Gespräch

mit Michael Donkor

Einstein Center Digital Future (Wilhelmstr.67)

18.00: Digitaler Kapitalismus, Philipp Staab,Buchpräsentation

und Gespräch

Haus am Lützowplatz (& 261 38 05)

20.00: Hans Magnus Enzensberger:Die große

Wanderung,33Markierungen, mit Roland Schäfer,

Einfühung: Hartmut Diekmann

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

20.00: Max Goldtliest oder:Der Mann mitdem

Mireille-Mathieu-Bart

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Tiere streicheln Menschen –Die Actionlesung!,

mit Martin „Gotti“ Gottschild und Sven vanThom

Kulturfabrik Moabit (& 397 50 56)

19.30 Fabriktheater:Schall &Rauch Slam, Poetry

Slam Schattenwand

Literarisches Colloquium Berlin (& 816 99 60)

19.30: Stimmen der Kritik #2, Lesung und Diskussion:

Juan S. Guse, Enis Maci, Johanna Maxl

Moderation: Jutta Müller-Tamm, Jan Lietz

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

21.00: Wortservierungen: Rainer Maria Rilke–Leben

und Werk, vonUwe Ketelsen, mit Richard Burger

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.00, 21.00 Container:Agentterrorist, Buchpräsentation

vonund mit Deniz Yücel und seinem

Anwalt Veysel Ok

Palais Schleiermacher (& 204 35 48)

19.30: Fontane nannte sie Effie Briest –das Leben

der Elisabeth vonArdenne, Sabine Brauer

Periplaneta Kreativzentrum (& 44 67 34 33)

20.00: Lesebühne: Vision &Wahn „Schmarotzer“,

Marion Alexa Müller,Thomas Manegold und Robert

Rescue, Bent-Erik Scholz und She goes north

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Worst of Chefkoch, Lukas Diestel

undJonathan Löffelbein

Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Pl.)

17.30: Wirwaren Nachbarn: Uns kriegt ihr nicht, von

Tina Hüttl, Alexander Meschnig,mit Rahel R. Mann

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00 Kl. Salon: Autorenforum: Lesen –Zuhören –

Diskutieren, Vorlesen unveröffentlichter Texte

FÜHRUNG

Berlinische Galerie (& 78 90 26 00)

15.00: Guided Tour:Original Bauhaus (in English)

Bärentouren (& 015 20 -5 22 67)

14.00: Bunker und Botanik im Humboldthain –

Geschichts- und Biologieführung im Stadtbiotop vom

2. Weltkrieg bis heute, Treff: Eing.S-Bhf. Humboldthain,

Hochstr.. Anm. erf.

16.00: Berlin zur Zeit derRomantik –Literaturführung

vonE.T.A. Hoffmann über die Brüder Grimm bis

AdalbertChamisso, Treff: Schillerdenkmal, Gendarmenmarkt.

Anm. erf.

20.00: Fledermaustour –Alt-Berliner Sagen und

Anekdoten: Romantiktour zwischen Hackeschem

Markt und Klosterviertel, Treff: Klosterruine –Klosterstr./Grunerstr.(Nähe

U-Bhf. Klosterstraße). Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm.erf.

Dalí Berlin (& 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí –Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

15.00: Wilhelm und Alexander vonHumboldt,

Öffentliche Führung

Haus der Kulturender Welt (& 39 78 71 75)

13.00: Kuratorenführung: Liebe undEthnologie,

Anselm Franke

Meyers Stadtgänge (& 442 32 31)

14.00: Ältestes Berlin entdecken über- wie unterirdisch:

Klosterviertel –archäologischer Ort–James-Simon

Ehrung,erste Stadtmauer..., Bernd S. Meyer,

Treff: Klosterstr., Eingang Parochialkirche

Olympiastadion (& 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

11.00: ZwischenSchlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

12.00: Audiotour Mitte-Schritte –Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie –Haus 7

(Ruschestr.103) 15.00: Einblick ins Geheime, Treff:

Foyer

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Anreas Schmidt (p)&Friends

b-flat (& 283 31 23)

21.00: MeinradKneer Quintett

Badehaus (& 95 59 27 76)

21.00: TuneUp*Session –Herbst-Edition

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Sugar CandyMountain

Café Engels (Herrfurthstr.21)

20.00: Blue MoondayJazzsession hosted by Charlotte

Joerges

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Dennis Lloyd, support: Charlotte, Jackson Dyer

solo, NeverGoBack –PartIII

Donau115 (Donaustr. 115)

20.30: Alien Grace

Dorfkirche Alt-Tegel (& 433 60 14)

19.00: Crocodile PrincessJazz Orchestra, Ltg.Dietrich

Koch, Charlotte Nörenberg (voc)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.00: Preisträger*innen 40 Jahre Bundeswettbewerbs

Gesang für Musical/Chanson –Galakonzert,

JungeStimmen zur Bühne

Gretchen (& 25 92 27 02)

21.00: Tatran

Indische Botschaft (& 25 79 50)

18.00 Saal: Venu Gana, Venu Gana

Instituto Cervantes (& 257 61 80)

19.30: Deutsch Spanischer Chor Berlin, Zehlendorfer

Stadtgemeinschaft, El Jubilate –Weihnachskonzert

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Tiere streicheln Menschen –Martin „Gotti“

Gottschild und Sven VanThom: Zwei Moorleichen

auf Ibiza

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano.Series: Ludwig Hornung

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Herbie Hancock &Band

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: MondayNight ProJam Session mit Jürgen

Bailey

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: SequoyahMurrayvia Atlanta +Marshall

Vincent via NYC +Breezy via L.A., M:Soundtrack

Introducing

Tempodrom (& 69 53 38 85)

20.00: OMD

ZigZag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: Oana Catalina Chitu Trio

KINO

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Die Eiskönigin

II 15.00, 17.20, 19.40; Sneak Preview22.00;

Französische Filmwoche: Ein treuer Mann (OmU)

20.30; Systemsprenger 16.20; Lara 19.00; Joker

(OmU) 21.20; Die schönste Zeit unseres Lebens

15.45,17.45, 20.40; ArethaFranklin (OmU) 18.30;

But Beautiful (OmU) 14.40; Marianne &Leonard

(OmU) 15.30; Parasite 17.10, 20.00

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

Die schönsteZeitunseres Lebens –Labelle epoque

(OmU) 13.30, 16.15, 19.45; Das perfekte Geheimnis

13.30, 16.30, 19.30; Pferde stehlen –Ut og

stjaele hester (OmU) 14.00; Die Eiskönigin II –Frozen

2(OmU) 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Als ich

mal groß war 14.15; Official Secrets (OmU) 14.40;

Lara 14.45, 17.15, 19.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 14.50; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 16.30, 22.40; Joker (OmU) 16.50, 19.45;

The Good Liar–Das alte Böse (OmU) 17.20, 19.30;

Bernadette –Where‘d You Go, Bernadette (OmU)

17.20; Sneak Preview 20.00; Der Leuchtturm –

The Lighthouse (OmU) 20.00, 22.20; Le Mans 66:

Gegen jede Chance –Ford vFerrari (OmU) 21.45;

Systemsprenger 22.30; Joker (OF) 22.45; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune

fille en feu (OmU) 22.50; The Good Liar –Das alte

Böse (OF) 23.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Was gewesen wäre

18.00; Land des Honigs–Honeyland (OmU) 19.30;

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi,imeto

i‘ ePetrunija (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 18.15; Porträt einer jungen

Frau in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 20.30; PJ Harvey –ADog Called Money

(OmU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) Das

perfekte Geheimnis 14.10, 17.00, 19.50, 22.45;

Hustlers 14.15, 17.10, 20.00, 22.45; 3D: Die Eiskönigin

II 14.15, 16.50, 20.00, 22.45; Die Eiskönigin

II 14.20, 15.00, 17.10, 17.40; Angry Birds 2:

Der Film 14.25; Die Addams Family 14.35; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.45; Dora und

die goldene Stadt 14.45; Last Christmas 15.00,

17.35, 19.50; Joker 16.45, 19.45, 22.30; Ich war

noch niemals in New York 16.50; LeMans 66: Gegen

jede Chance 16.55, 20.10; Bernadette 17.20;

Hustlers (OF) 20.00; Friends 25: Jubiläums Special

(Teil 3) 20.00; Systemsprenger 20.15; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 20.15; Zombieland

2: Doppelt hält besser 22.45; Scary Stories toTell

in the Dark 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 0200) Last Christmas

13.40, 16.30, 19.40; 3D: Die Eiskönigin

II 13.45, 16.45, 19.45; Hustlers 13.50, 16.40,

20.15; Das perfekte Geheimnis 13.50, 16.30,

20.10; Die Addams Family 14.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.05, 16.45; Angry Birds 2:

Der Film 14.15; Der letzte Bulle 14.20; Die Eiskönigin

II 14.30, 17.15, 20.15; Joker 16.50, 19.55;

Terminator –Dark Fate 17.00; Ich warnoch niemals

in New York 17.00; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 19.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance

19.40

SCHÖNEBERG

CinemaamWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04) Ich

war noch niemals in NewYork 14.35;The Good Liar

– Das alte Böse 17.35, 20.15

Cosima (& 85 07 58 02) Nurejew–The White Crow

18.00; Deutschstunde 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 15.45, 20.30; Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 18.15

Xenon (& 78 00 15 30) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

17.30; Yung (m.Gast u. Gespräch) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 10.00; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00, 12.00;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 10.00; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.35, 15.10, 18.00; Die Addams

Family 10.00, 12.10, 14.10; 3D: Die Eiskönigin II

11.55, 14.25, 17.15, 19.55; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 12.10; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00, 20.45; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.10; Le Mans 66: Gegen jede Chance

16.40, 19.30; Last Christmas 16.50; Joker 20.10;

Sneak Preview 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81)

Systemsprenger 13.00; Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.30, 20.15; Ich war noch niemals inNew

York 17.45

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11)Last Christmas 14.30,

17.15,20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

10.00; Dora und die goldene Stadt 10.00; Die

Eiskönigin II 10.00, 11.45, 14.40, 15.00, 17.25,

23.00;Angry Birds 2: Der Film 10.00; 3D: Die Eiskönigin

II 11.00, 14.15, 17.45, 19.50;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 12.00; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 12.10; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.10; Maleficent:

Mächte der Finsternis 12.15; Die Addams Family

12.30, 14.25; Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF)

14.10; Das perfekte Geheimnis 14.15, 17.00,

20.10; Bernadette 14.50; Joker 16.40, 20.30; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 16.50, 19.30; Die

schönste Zeit unseres Lebens 17.00, 20.00; Hustlers

17.35, 20.20, 23.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.30,22.45;SneakPreview(OF)

23.00; Sneak Preview 23.00

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) 3D: Die Eiskönigin

II 15.30, 18.00; Die Eiskönigin II15.30,

18.00, 20.30; Das perfekte Geheimnis 15.30,

18.00, 20.30;Die Addams Family 15.45; Der Glanz

der Unsichtbaren 18.15; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.30; Last Christmas 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Gaumont: Die Außenseiterbande

– Bande a part (OmenglU) 20.00;

DEFA-Stiftung: Am Fluss /Lerchenlieder /Inder

Strömung (m. Einführung) 19.00; DEFA-Stiftung:

Das Haus amFluss 21.00

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Die Eiskönigin II 12.30, 13.50, 16.00, 16.40,

18.00, 20.15, 22.40; Playmobil: Der Film 13.00;

3D: Die Eiskönigin II 13.00, 13.40, 15.10,17.30,

19.40; Maleficent: Mächte der Finsternis 13.30,

20.00; Joker 13.30,16.40, 19.40, 19.50, 23.00;

Ich war noch niemals inNew York 13.30; Last

Christmas 13.40, 16.45, 19.45; Everest: Ein Yeti

will hochhinaus13.50; DieAddamsFamily13.50;

Hustlers 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Die schönste

Zeit unseres Lebens 14.00, 16.30, 19.45;

Das perfekte Geheimnis 14.00, 16.00, 17.00,

19.20, 22.45; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.10; Zombieland 2: Doppelt hält besser

16.30, 20.50, 22.30; The Good Liar –Das alte

Böse 16.30, 19.30; Systemsprenger 16.30; Stephen

Kings DoctorSleeps Erwachen 16.30, 20.10,

22.20; Official Secrets 16.30; Le Mans 66: Gegen

jede Chance 16.30, 19.30; Der Leuchtturm 16.40,

19.30, 22.20; Bernadette 16.50; Parasite 17.00,

19.30, 22.50; Terminator – Dark Fate 19.20,

22.50; Sneak Preview 20.00; Friends 25: Jubiläums

Special (Teil 3)20.00; Once Upon aTime in...

Hollywood 22.30; Midway –Für die Freiheit 22.30;

Black and Blue 22.40; Halloween Haunt 23.00;

Gemini Man 23.00

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 02 00)

Maleficent:Mächte der Finsternis –Maleficent: Mistress

ofEvil (OF) 13.30; Die Eiskönigin II –Frozen

2(OF) 13.30, 16.20, 19.30; Bernadette –Where‘d

You Go, Bernadette (OF) 13.40; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm –Shaun the Sheep Movie:

Farmageddon (OF) 13.50; 3D: Die Eiskönigin II –

Frozen 2(OF) 14.00, 16.45; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OF) 14.15,19.50; Last Christmas (OF)

14.30, 17.10;Hustlers(OF)16.20,19.20; Le Mans

66: Gegen jede Chance –Ford vFerrari (OF) 16.30,

19.30; Joker (OF) 16.30, 20.00; The Good Liar –

Das alte Böse (OF) 17.10; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen (OF) 19.20; Friends 25: Jubiläums

Special (OF) 20.00

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D, IMAX:

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 11.45, 14.30,

17.15; 3D, IMAX: Die Eiskönigin II20.00

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Joker (OmU)

17.45; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 20.00; Zombieland

2: Doppelt hältbesser–Zombieland2:Double

Trap (OF) 22.15

TREPTOW

Astra (& 636 16 50) Unsere Lehrerin, die

Weihnachtshexe 14.00; Die Eiskönigin II 14.00,

14.30, 16.30, 17.00, 19.00; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.00, 22.30; 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Die

Addams Family 16.00; Last Christmas 18.00,

20.15;Zombieland 2:Doppelt hält besser 19.15,

22.30; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

21.15; Joker 21.30

Casablanca (& 677 57 52) Gundermann 18.00;

Lara 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

Dora und die goldene Stadt 14.00; 3D: Die Eiskönigin

II14.00, 17.20, 20.00; Angry Birds 2:

Der Film 14.00; Das perfekte Geheimnis 14.10,

16.40, 20.00; Last Christmas 14.20, 17.10,

20.15; Ich war noch niemals in New York 14.20;

Hustlers 14.25, 17.20, 19.45; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 14.30; Die Eiskönigin II14.30,

16.45, 19.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance

16.25; Joker 17.00, 20.00; Die Addams Family

17.10; Maleficent: Mächte der Finsternis 17.20;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.45;

Sneak Preview 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Maleficent

14.10; Die Eiskönigin II(OF) 14.10; Die

Addams Family 14.10; Recep Ivedik VI (OmU)

14.20, 17.50, 19.30; 3D: Die Eiskönigin II14.20,

17.00, 19.50; Die Eiskönigin II 14.45, 15.00,

16.30, 17.30; Hustlers 16.50, 19.50; Last Christmas

17.00; Das perfekte Geheimnis 17.00, 20.00;

Sneak Preview 20.00; Sneak Preview (OF) 20.10;

Joker 20.30

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) Heimsuchung

19.00; Mishima (OmU) 21.30

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Die Eiskönigin II

11.45, 14.15, 16.45,19.15; Das perfekte Geheimnis

12.30, 15.00,17.30, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Der Glanz der

Unsichtbaren 15.30; Bernadette 18.00; Porträt einer

jungen Frau in Flammen 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Official Secrets

15.15; Lara 17.45;The Good Liar 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 4678) Snorri &der Baby-Schwimmclub

18.00;Yoga: Die Kraft des Lebens 20.30

Capitol (& 831 64 17) Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.15, 20.30; Lara 18.00

POTSDAM

ThaliaPotsdam (& 03 31/743 70 20)Lara 13.30,

16.15,20.45; Systemsprenger 13.45; Official Secrets

(OmU) 14.00; AusLiebe zum Überleben 14.15;

Das perfekte Geheimnis 15.30, 18.00, 20.45; Die

schönste Zeit unseres Lebens –Labelle epoque

(OmU) 16.15, 20.45; Snorri &der Baby-Schwimmclub

–Dive: Rituals in Water (OmU) 16.30; Mein

Ende. Dein Anfang. 18.15; Bernadette –Where‘d

You Go, Bernadette (OmU) 18.15; Was gewesen

wäre 18.45; Der Leuchtturm – The Lighthouse

(OmU) 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70) Die

Eiskönigin II 13.40, 14.00, 14.20, 16.40, 17.20;

Die Addams Family 13.40; Das perfekte Geheimnis

13.50, 16.50, 19.40; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 14.00; Last Christmas 14.00, 17.10,

19.55; 3D: Die Eiskönigin II14.10, 17.15, 20.10;

Joker16.30, 19.55; Maleficent: Mächteder Finsternis

16.45; Hustlers 17.00, 20.00; Stephen Kings

DoctorSleeps Erwachen 19.40; Le Mans 66:Gegen

jede Chance 19.50; Friends 25: Jubiläums Special

(Teil 3)20.00

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 88 77) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis 17.15,

20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (& 033 75/46 97 77)

Lara 17.15; Es hätte schlimmer kommen können –

Mario Adorf 20.00

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.45, 19.50; Joker

16.50, 20.15; 3D: Die Eiskönigin II 16.50, 19.45;

Maleficent: Mächte der Finsternis 17.00; Last

Christmas 17.00, 19.50; Der letzte Bulle 17.00;

Hustlers 17.15, 20.20; Das perfekte Geheimnis

17.15, 20.10; Die Eiskönigin II 17.30, 20.15; Die

Addams Family 17.30; LeMans 66: Gegen jede

Chance 19.30; Terminator –Dark Fate 19.50; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.20

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 5454) 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.45, 20.30; Last Christmas

15.15, 20.30; Die Eiskönigin II 15.15, 18.00; Das

perfekte Geheimnis 17.45, 20.30; Der Glanz der

Unsichtbaren 18.00

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828) Le

Mans 66: Gegen jede Chance 14.15; DieEiskönigin

II 14.30, 17.00; 3D: DieEiskönigin II 15.00, 17.30,

20.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 15.15;

Deutschstunde 17.15; Last Christmas 17.45; Das

perfekte Geheimnis 19.45; Hustlers 19.50; Gremlins

–Kleine Monster 20.15; Lebens(w)ende: Im

Angesicht des eigenen Todes –Testimony 22.30

Kino-Cafe Dahme (& 03 54 51/343) Die Eiskönigin

II 16.30,20.00

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Deutschstunde

14.00; 3D: Die Eiskönigin II 14.45, 17.15,

19.45; Das perfekte Geheimnis 18.00, 20.30

Union Fürstenwalde (& 033 61/73 64 40)

Deutschstunde 14.00; Dora und die goldene Stadt

16.30; Ich bin Anastasia 18.15; Das perfekte Geheimnis

20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (& 03371/40 16 41)

Die Eiskönigin II15.30, 17.45, 20.00; Die Addams

Family 15.30; Das perfekte Geheimnis 15.30,

20.15; Parasite 17.30; Last Christmas 18.00,

20.15

Weltspiegel Kino Finsterwalde (& 035 31/22 11)

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.45; Die Eiskönigin

II15.00; Eine ganz heiße Nummer 2.0 17.30,

20.00; 3D: Die Eiskönigin II17.30, 20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019

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Spreewild

Klartext

Die verflixte

eine Stunde!

„Die Mauer hat Spuren hinterlassen“

Wie gehen Jugendliche mit der deutschen Teilung um? Diese Frage untersucht eine neue Dissertation

Grüne Weihnacht

Geschenke unter

der Miet-Tanne

VonKristina Vasilevskaja, 18 Jahre

Vier von fünf Jugendlichen bewegen

sich zu wenig. Puh! Dieses

Ergebnis einer aktuellen Studie der

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

lässt einen erst mal in den Stuhl

plumpsen. Mindestens eine Stunde

am Tagsollte sich ein Kind bewegen,

rät die WHO. Klingt eigentlich nach

nicht viel. Aber weltweit kommen 81

Prozent der Heranwachsenden nicht

einmal auf eben diese Stunde. In

Deutschland verfehlen sogar 84 Prozent

das Soll.

Dass das nicht

gut sein kann, ist

klar.Die Gesundheit,

Konzentration,

kognitiven

Fähigkeiten und

sozialen Kompetenzen

würden

darunter leiden.

Kristina nimmt sich Ich sitze rum

fest vor, sich künftig und überlege,

mehr zu bewegen. wie häufig ich

mich eigentlich

bewege oder gar aktiv Sport treibe.

Könnte mehr sein. Dabei kenne ich

doch auch viele junge Leute, die ein

sportliches Hobby haben, vor der

ersten Vorlesung noch laufen gehen

oder ins Fitnessstudio. Scheinbar

treiben die dann aber auch nicht so

viel Sport, dass sie uns alle damit im

Durchschnitt ein bisschen besser

dastehen ließen.

Ich sehe fern. In einer Sendung

werden gerade Jugendliche auf der

Straße befragt, ob sie sich etwa auch

so wenig bewegen. Und warum. Zu

wenig Zeit und zu wenig Freizeitsind

die häufigsten Antworten.Stimmt, ist

bei mirauchso. Nach der Schule gilt

es, Hausaufgaben zu machen und

Vorträge auszuarbeiten, der nächste

Tagwill geplant werden. Dann noch

etwas ausruhen. Muss ja auchsein.

Dabei weiß ich selbst, dass man

sich Zeit nehmenmuss,vor allem für

Sport. Doch gerade jetzt, wo es früh

dunkel wird und draußen kalt ist,

fällt es mir besonders schwer, mich

aufzurappeln. Plötzlich erscheint

mir eine Stunde Bewegung am Tag

doch ganz schön viel zu sein. Am

nächstenTag gehe ich provokant ein

paar Runden laufen –aber nicht, weil

ich esder Studie beweisen will, sondern

weil ichmir selbst wichtig bin.

PRIVAT

spreewild.de

Wer heute jugendlich

ist, hat von der deutschen

Teilung natürlich

nichts mitbekommen.

Dennoch beeinflusst diese Zeit

auch ihr Leben. Inwiefern, dass hat

Martin Kriemann im Rahmen seiner

Promotion untersucht.

Herr Kriemann, Sie haben Jugendliche

aus ganz Deutschland zur deutschen

Teilungsgeschichte befragt. Alle

wurden zwischen 1989 und 2004 geboren.

Washaben Ihnen die Studienteilnehmer

geantwortet?

In den Gruppendiskussionen

fragte ich, wie sie bemerken, dass

Deutschland einmal ein geteiltes

Land gewesen ist. Sie erzählten von

Erfahrungen, die sie in der Familie,

der Schule, mit Freunden, an Orten

der Erinnerung oder im Umgang

mit verschiedenen Medien gemacht

haben. DieThemen, die die Jugendlichen

dabei aufriefen, und die Art

und Weise, wie sie darüber redeten,

waren sehr unterschiedlich.

Inwiefern?

Die deutsche Einheit ist fest im

kollektiven Gedächtnis dieser Generation

verankert und wird von den

Jugendlichen heute als ein wichtiges

familienbiografisches und historisches

Ereignis gesehen. Wirklich

Der Mauerfall vor 30Jahren beeinflusst noch immer das Leben der Deutschen.

relevant ist die Beschäftigung mit

dem Thema zur Bewältigung des Lebensalltags

jedoch eher nicht. Themen

wie der Klimawandel oder die

Flüchtlingskrise sind da wesentlich

wichtiger.Dennoch hatdie deutsche

Teilung und Einheit Spuren bei der

Jugend hinterlassen. DieMauer stellt

für die Jugendlichen heute etwas dar,

das Menschen voneinander trennt.

Der Mauerfall steht symbolisch für

die Überwindung der Teilung und

die Öffnung einer Gesellschaft. Die

deutsche Einheit wird durchweg

positiv bewertet. Die Auswirkungen

der Teilung sowie der Wiedervereinigung

auf das eigene Leben und die

PICTURE ALLIANCE

Familien werden aber unterschiedlich

wahrgenommen.

Diesen Zettel legt sich unsere Autorin beim Weihnachtsessen mit der Familie heimlich aufs Bein. Schleudert ihr einer der Verwandten

wieder einen blöden Kommentar entgegen, muss sie die Antwort nur ablesen. Diese Idee dürft ihr gerne klauen!

SELLY HÄUSSLER

Beruhen diese Unterschiede auf der

Herkunft der Jugendlichen?

Nein, es gibt keine Anhaltspunkte

dafür,dass die Herkunft aus Ostoder

West für diese Unterschiede verantwortlich

ist. Viel relevanter sind das

Alter, der Bildungsstand und der

Erziehungsstil in den Familien. Dies

kann damit erklärt werden, dass

mit zunehmendem Alter auch das

Wissen über die deutsche Teilungsgeschichte

zunimmt. Mit den Informationen

aus unterschiedlichen

Quellen steigt zugleich die Spannung

zwischen dem Wissen, das gesamtgesellschaftlich

geteilt und anerkannt

wird, und dem Wissen, das

beispielsweise in den Familien gültig

ist. Jugendliche stehen dann vor der

Herausforderung, diese Perspektiven

miteinander zu verbinden. Eine

Jugendliche berichtet etwa, dass sie

die DDR mit einer abenteuerlichen

und coolen Alltagskultur verbunden

hat, in der Schallplatten aus dem

Kofferraum gehandelt wurden. Als

sie das Thema später in der Schule

bearbeitet hat, wurde ihre Sicht auf

die DDR verändert. Dasneue Wissen

hatte nicht zu ihrem bisherigen Bild

der DDR gepasst.

Es heißt oft, junge Menschen seien

nicht an Geschichte und Politik interessiert.

Können Siedas bestätigen?

Ich habe die Erfahrung gemacht,

dass kein Teilnehmer infrage gestellt

hat, dass die Beschäftigung mit der

deutschen Zeitgeschichte notwendig

ist. Sie wollen zudem verstehen,

wer sie sind, woher sie und ihre Familien

kommen, und ihren Platz in

der Gesellschaft finden. Die Auseinandersetzung

mit Geschichte ist

ein grundlegendes Bedürfnis der

Jugendlichen.

DasInterviewführte Tamina

Grasme, 24 Jahre

Spickzettel

fürs Leben

In der Schule helfen uns Spicker

oft aus der Klemme. Warum

also nicht auch Spickzettel

für andere Situationen im

Leben schreiben? Diesmal:

Was muss ich antworten,

wenn an Weihnachten jeder

mein Leben kommentiert?

Weihnachten ist das Fest

der Liebe – und der blöden

Kommentare. Du studierst

nicht BWL? Bestimmt wirst du

verhungern! Dein Freund ist

Moslem? Ciao, besinnliches

Weihnachten! Ruhig zu bleiben,

während all dein Können

und Scheitern des vergangenen

Jahres mit gerümpfter

Nase kommentiert wird, ist

eine Kunst für sich. Da helfen

nur Ironie und Übertreibung.

Selly Häußler, 28 Jahre

Von Kristina Vasilevskaja, 18 Jahre

Weihnachten ohneWeihnachtsbaum?

Unvorstellbar. Und so

werden allein hierzulande Jahr für

Jahr 28 MillionenWeihnachtsbäume

gekauft –und nachwenigenWochen

wieder entsorgt. Genau das ist das

Problem. Was für eine Verschwendung!

Diemeisten Nadelbäume,die

in deutschenWohnzimmernstehen,

kommen aus den östlichen Nachbarländern.

Dort muss Vegetation

Platz machen für den Massenanbau

von Nordmanntannen. Häufig

werden die Bäume vor dem Fällen

mit Pestiziden behandelt. Und der

Transport verursacht reichlich Abgase.

Leih-Weihnachtsbäume werdenimTopf gekauft

und nach dem Festwieder eingepflanzt. DPA

Und nun? Gerade jetzt, wo der

Klimawandel uns vor Augen führt,

dass wir etwas ändern müssen,

scheint der Kauf eines Weihnachtsbaums

besonders falsch zu sein.

Aber ohne Baum feiern? Geht doch

nicht! Ja klar,ginge schon. Aber zum

Glück gibteseinenPlan Cund D.

Plan C: Mal tiefer in die Tasche

greifen. Zumindest etwas klimafreundlicher

wäre esschon einmal,

in regionale Nadelbäume zu investieren,

etwa Fichten, Kiefern oder

Tannen, wie die Umweltorganisation

BUNDjugend Berlin empfiehlt.

Auch Bio-Weihnachtsbäume sind

eine gute Alternative. ImGegensatz

zu konventionellen Bäumenwerden

sie in Mischkulturen angebaut.

Plan D: Warum nicht einen Tannenbaum

mieten? Ja, das geht.

„Einfach bei den Baumschulen,

Förstereien und Gärtnereien der

Umgebung nachfragen, die Tanne

im Topf kaufen und nach den Feiertagen

wieder zurückgeben“, erklärt

BUNDjugend Berlin.

In Kooperation mit BUNDjugend

Berlin zeigt dieJugendredaktion vier

Wochen lang an dieser Stelle, wie

umweltfreundliche Weihnachten

aussehen können. Nächste Woche:

Geschenke.

Die neue ProSieben-Castingshow

„Queen of Drags“ stand bereits in

der Kritik, noch bevor die erste Folge

überhaupt ausgestrahlt wurde. In

der Show treten zehn Dragqueens

gegeneinander an. Jede Woche müssen

Teilnehmerinnen gehen. Auch

die Berliner Drag-Szene ist gespalten,

was man von dem neuen Format

halten soll. Befürworter halten

zugute, dass die queere Szene endlich

einen prominenten Platz im TV-

Programm bekäme. Kritiker stören

sich insbesondere daran, dass Model

und Moderatorin Heidi Klum in

der Jury sitzt. Die Jugendredaktion

hat mit den Drags Ellie Caballé und

Jacky-OhWeinhaus gesprochen. Das

Interview gibt’s auf spreewild.de.

DPA

VonRosina Link, 15 Jahre

VonBerlins Straßen auf die Bühne

Von klein auf wollte Elen Sängerin werden. Sie bewies Mut und darf sich heute über eine Chartplatzierung freuen

Die 17-jährige Elen steht auf einer

der unzähligen Straßen der

Stadt, spielt Gitarreund singt. „Beim

ersten Song haben meine Hände

immer so gezittert, dass ich nicht

wusste, ob ich es schaffe, die Akkorde

richtig zu greifen“, erzählt sie

während eines kleinen Konzerts,das

sie gerade anlässlich ihrer neuen EP

vor Journalisten gespielt hat. Ihr Repertoireumfasste

damals drei Songs.

Heute ist die Singer-Songwriterin

30 Jahre alt und steht bei Universal

unterVertrag. Sie singt noch immer.

DasGitarrespielen hat sie aber ihren

Bandkollegen übergeben. IhrRepertoireist

ordentlich angewachsen. Sie

könnte damit Stunden füllen, ohne

auch nur einen Song wiederholen

zu müssen.

Bereits im August hat Elen mit

„Hallo“ ihre erste deutschsprachige

Single rausgebracht. Vor wenigen

Tagen folgte nun die EP „Liegen ist

Frieden“. Die gleichnamige Single

kletterte direkt auf den dritten Platz

der iTunes-Charts. Sich für das Musikmachen

zu entscheiden, hat Elen

Mutabverlangt. DieinMarzahn aufgewachsene

Sängerin erzählt von

dieser inneren Stimme,die ihr, alssie

in der Oberstufe keinen Sinn gesehen

hat, ins Ohrschrie,sie müsse einen

anderen Weggehen. Elen hat auf

diese Stimme gehört und die Schule

abgebrochen. Sie wusste nicht, wie

es weitergeht. Sie wusste nicht, was

sie erwartet. Sie wusste nicht, ob

sie mit Musik überleben kann. Und

dochhat sieeinfachangefangen.

Sie schrieb zunächst englische

Texte,die auf ihrem ersten Album zu

hören sind. Essei aber schwieriger

gewesen als gedacht, Gefühle über

diese Sprache zu vermitteln. Erst als

sie auf Deutsch sang, war es ihr möglich,

ganz sie selbst zu sein. Siefühlte

sich damit wohler –und echter.

Und dann sprach wieder diese

innere Stimme und hat Elen dazu

inspiriert, sich dem Musikmachen

auf eine andere Art und Weise zu

widmen. Sie trennte sich von der

Straßenmusik. Die Arbeit mit einem

Label rief sie.

Seither konzentriert sich die junge

Berlinerin ganz und gar auf die

Musik. Sie schreibt und produziert

mit anderen immer mehr Songs,

probiert aus und veröffentlicht. Im

Frühling 2020 soll das nächste Album

erscheinen.

DieLeidenschaft für die Musik sei

irgendwie schon immer da gewesen,

sagt sie. Mit 6oder 7habe sie in ihr

geliebtes Freundebuch von Diddl,

von dem sie sogar zwei besaß, das

Wort „Sengerin“ eingetragen bei der

Frage nach dem Berufswunsch. Dieser

Wunsch ging in Erfüllung.

MELDUNG

Jugendwettbewerb „jugend

creativ“ sucht das Glück

Wiezeigt sich Glück? Wo findet man

es? Kann man es festhalten oder

muss man es auch wieder loslassen?

Kann man nur glücklich sein, wenn

man schon mal unglücklich war?

Sich mit Fragen wie diesen auseinanderzusetzen,

dazu sind Kinder

und Jugendliche beim internationalen

Wettbewerb „jugend creativ“

aufgerufen. Einsendeschluss ist der

21. Februar 2020. (jill.)

Alle Infos findet ihr unter

jugendcreativ.de.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Das Projekt „Spreewild“

im Internet unter:

Die Beiträge dieser Seite werden von

Jugendlichen geschrieben.

KONTAKT

Berliner Zeitung

Jugendredaktion

Telefon: 030/695 66 50

blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de

instagram.com/spreewild_de

facebook.com/spreewild

twitter.com/Spreewild


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun 9.55

(für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Wer weiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Wer weiß denn sowas?

18.50 (für HG) Morden im Norden 19.45 (für

HG) Wissen vor acht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Was Deutschland bewegt

Die Notregierung –Ungeliebte Koalition.

Autor Stephan Lamby hat die Große

Koalition aus der Nähe beobachtet. Er

hat führende Politiker der Regierung und

Parteien exklusiv begleitet.

21.15 (für HG) Hart aber fair

Talkshow

22.30 (für HG) Tagesthemen

23.00 (für HG) Die Story im Ersten: GSG9 –

Terror im Visier

23.45 (für HG) Inside HVA (1/2)

0.30 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.10 Explosiv –Weekend 6.00 Guten Morgen

Deutschland 8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte

Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap

9.30 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 10.00

Der Blaulicht Report. Reality-Soap 11.00 Der

Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Mensch Papa! Väter allein

zu Haus 17.00 Herz über Kopf. Telenovela 17.30

Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –Das

Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Bauer sucht Frau –

Das große Wiedersehen

Dateshow. Zum Abschluss der diesjährigen

Staffel hat Inka Bause noch einmal

alle Landwirte zum „Großen Wiedersehen“

eingeladen.

22.15 Extra –Das RTL Magazin

23.25 Spiegel TV

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 Die Alltagskämpfer –Überleben in

Deutschland

1.15 Ohne Filter

MDR

12.30 (für HG) Lauras Wunschzettel. Liebesgeschichte,

D/A 2005 13.58 (für HG) Aktuell

14.00 (für HG) MDR um 2 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) Aktuell 18.05 (für HG) Wetter für

3 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für HG) Unser

Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für

HG) Aktuell 19.50 (für HG) Mach dich ran 20.15

(für HG) Polizeiruf 110: Tod in der Bank.

Krimireihe, D2007 21.45 (für HG) Aktuell 22.05

(für HG) Fakt ist! 23.03 Aktuell 23.05 (für HG)

Saboteure im Eis 0.35 (für HG) Salto Postale

Bayern

14.15 (für HG) Hofgeschichten 14.45 (für HG)

Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00 (für

HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir in Bayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

Unkraut 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

2019 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Landfrauenküche im Advent 21.00 (für HG)

Bayern erleben 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) Lebenslinien 22.45 (für

HG) Der Kaiser von Schexing 23.35 schlachthof

0.20 Rundschau Nacht

Vox

5.15 CSI: NY 6.55 CSI: Den Tätern auf der Spur

8.45 Verklag mich doch! 10.50 Vox Nachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 11.55 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 Goodbye Deutschland!Die

Auswanderer 23.15 (für HG) Survivor 0.45 Vox

Nachrichten 1.05 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

8.55 Paw Patrol 9.25 Thomas &seine Freunde

9.35 WeihnachtsmannJunior 10.10 Sammy

10.40 Grizzy &die Lemminge 11.10 Alvinnn!!!

11.40 Go Wild! 12.10 Friends 12.30 Trolls

12.50 Polly Pocket 13.15 Tom und Jerry 13.45

Weihnachtsmann &Co. KG 14.15 Angelo! 14.45

Dragons 15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10

Sally Bollywood 16.40 Barbie 17.10 Grizzy &die

Lemminge 17.40 Angelo! 18.10 Weihnachtsmann

&Co. KG 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.40 Tom und Jerry 20.15 On the

Case 0.30 Infomercials

Sport1

6.00 Die Arche-Fernsehkanzel 6.30 Teleshopping

15.30 Storage Wars –Geschäfte in Kanada

16.00 Bondi Rescue –Die Rettungsschwimmer.

Frischfleisch /Stürmische Zeiten /Hare Krishna

17.30 Storage Wars –Geschäfte in Kanada.

Veräppelt /Auf in den Kampf /Schlechte Laune

/Selbsthilfe 19.30 VIKTORIA –Jetzt oder nie

20.00 Sport1 News 20.30 FIFA Ballon d’Or

21.45 Sport1 Reportage. Servus Uli 22.45

Sport1 News 23.00 Goooal! 23.30 3. Liga Pur.

17. Spieltag 0.15 Sport Clips

ZDF

5.00 (für HG) ZDF.reportage 5.30 (für HG)

ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) Soko Wismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) Soko München.Krimiserie. Vom

Geben und Nehmen 19.00 (für HG) heute 19.20

(für HG) Wetter 19.25 (für HG) WISO

20.15 (für HG) Winterherz –

Tod in einer kalten Nacht

Drama, D2019. Mit Anton Spieker, Laura

de Boer. Nach einem Discobesuch wird

der 17-jährige Finn von dem angehenden

Richter Maxim Vollert angefahren.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Der Pass (2/4)

Thriller-Serie

0.00 heute+

0.15 (für HG) Aggregat

Dokumentarfilm, D2018

1.50 (für HG) Der Pass

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf Streife

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring. Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer. Rechtsanwältin Elisabeth ist

geschockt, denn ihre einst vernünftige Tochter

Charlotte schlägt über die Stränge, pierct sich

selbst, will sich tätowierenlassen und gefährdet

immer heftiger ihre Gesundheit. 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

Die Ruhrpottwache 19.00 Genial daneben –das

Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Die Braut, die sich nicht traut

Komödie,USA 1999. Mit Julia Roberts,

Richard Gere. Schon dreimal stand

Maggie vor dem Traualtar, doch jedes Mal

ergriff sie die Flucht. Der Journalist Ike

Graham verfasst einen Artikel über sie.

22.45 akte.

23.55 (für HG) Die Braut, die sich nicht traut

Komödie,USA 1999. Mit Julia Roberts,

Richard Gere

2.00 Promis Privat

2.45 Promis Privat

3.30 Promis Privat

WDR

13.55 (für HG) Und es schmeckt doch!? 14.25

(für HG) Tierärztin Dr. Mertens 16.00 (für HG)

Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

Aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Land und lecker im Advent 21.00 (für

HG) Der Vorkoster 21.45 (für HG) Aktuell 22.10

(für HG) Ausgerechnet –Weihnachten 22.55 (für

HG) Böttinger trifft 23.25 (für HG) Mr. Hoppys

Geheimnis. Komödie, GB 2014 0.50 (für HG)

Verliebt auf Island. Drama, D2019

NDR

14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) NDR Info 16.20

(für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für HG)

Leopard, Seebär &Co. 18.00 Regionales 18.15

(für HG) Die Nordreportage 18.45 (für HG) DAS!

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Der große

Urlaubscheck 21.45 (für HG) NDR Info 22.00

(für HG) 45 Min 22.45 (für HG) Kulturjournal

23.15 (für HG) Kommissar Beck –Die neuen

Fälle: Die Todesfalle. Krimireihe, D/S 1997 0.40

(für HG) Der große Urlaubscheck

Kabel eins

5.10 Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum

5.55 Blue Bloods 9.25 (für HG) Navy CIS: L.A.

10.20 Navy CIS 11.15 Without aTrace 12.10

Numb3rs –Die Logik des Verbrechens 13.05 (für

HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist 14.55

(für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins news

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle Aktuell 20.15 (für HG)

Demolition Man. Actionfilm, USA 1993 22.30

John Rambo. Actionfilm, USA 2007 0.00 (fürHG)

Demolition Man. Actionfilm, USA 1993

RTLZWEI

5.45 Die Schöne und das Biest. Fantasyfilm, F/D

2013 8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch

12.00 Frauentausch 14.00 Daniela Katzenberger

–Mit Lucas im Babyglück 15.00 Die Wache

Hamburg 16.00 Die Wache Hamburg 17.00

News 17.04 Wetter 17.05 Krass Schule –Die

jungen Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin

–Tag &Nacht 20.15 Promis auf Hartz IV 22.15

Hartes Deutschland –Leben im Brennpunkt 0.15

Exklusiv –Die Reportage 1.05 Exklusiv –Die

Reportage 1.55 Exklusiv –Die Reportage 2.40

Exklusiv –Die Reportage

Eurosport 1

8.30 Snooker 10.30 Against All Odds. Magazin

11.00 Foul Play. Magazin 11.30 Identify. Magazin

12.30 Snooker. UK Championship 2019 in York.

2. Runde 14.00 Snooker. UK Championship

2019 in York. 3. Runde, live 17.30 Snooker. UK

Championship 2019 in York. 3. Runde 18.30

Skispringen. 2. Einzelspringen (HS 142) 19.10

Judo. Grand Slam in Osaka. Highlights 19.40

Nachrichten 19.45 Snooker. UK Championship

2019 in York. 3. Runde, live 23.30 Snooker. UK

Championship 2019 in York 0.30 Nachrichten

TV-Tipps

ZDF, 20.15 UHR DRAMA

Winterherz –Tod in einer kalten Nacht

Maxim Vollertbegeht einen folgeschweren Fehler:Nachdem er mitten

in der Nacht den Teenager Finn angefahren hat, lässt er den scheinbar

Unverletzten zurück. Doch dieser erliegt seinen inneren Verletzungen. Finns

Bruder Mike (Anton Spieker), der sich Vorwürfe macht, dass er den sturzbetrunkenen

Jugendlichen alleine nach Hause hat gehen lassen, trifft an Finns

Grab Sylvie Vollert, die in der Unglücksnacht neben ihrem Mann im Wagen

saß. Zwischen Mike und Sylvie entspinnt sich eine leidenschaftliche Beziehung.

Sehr bald ahnt Mike,dass Sylvie am Todseines Bruders beteiligt war.

Als Mike seinen Eltern von dem sich erhärtenden Verdacht gegen die Vollerts

erzählt und seine Mutter auch noch von der Liaison zwischen Mike und

Sylvie erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen.

(D/2019)

Foto: ZDF

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3SAT,21.55 UHR DOKUMENTARFILM

Weit. Die Geschichte von einem Weg ...

Leserreisen-Magazin

I

LESERREISEN

mFrühjahr 2013 brachen Gwendolin

und Patrick INFORMATIONEN zu einer Reise UNTER um

die Welt auf: „Uns 030–23 zieht27 es hinaus. 66 33

MitRucksack, www.berliner-zeitung.de

Zelt und nur dem, was

wir wirklich brauchen. /leserreisen Und das alles

über Land. Nieden Kontakt zur Erde

verlieren. Immer Strecke spüren. Über

Neu!

die Meeremit dem Schiff, denn jeden

Leserreisen-Magazin Meter wollen wir mit all unseren 2020: Sinnen

wahrnehmen, mit Zeit reisen. Wir

Freuen lernen Grenzen Sie kennen. sich auf Wollen über lernen,

60 wasneue,ausgewählteReisen.

Verzicht heißt und Genuss bedeutet.“

Mitdiesen Vorsätzen machten

sich die Filmemacher auf den Wegund

versuchten, das auch in der Montage

Berliner Zeitung Leserreisen

ihres Films zu vermitteln.

LESERREISEN

(D/2017) Foto: ZDF/Patrick Allgaier

Jetzt

kostenlos

anfordern

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MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

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VOM vom25./26. 30.11.2019 12. MITTEL mittel

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AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM

vom

25./26.

30.11.2019

12. 2019

SCHWER schwer

2 3 8 4 9 7 1 5 6

7 4 1 6 5 8 2 9 3

6 9 5 1 2 3 4 7 8

5 6 4 7 3 2 9 8 1

8 2 3 9 1 4 7 6 5

1 7 9 5 8 6 3 2 4

4 5 7 3 6 9 8 1 2

9 8 6 2 4 1 5 3 7

3 1 2 8 7 5 6 4 9

RBB

7.00 rbb Gartenzeit 7.30 Im Möckernkiez 8.00

(für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

9.45 (für HG) In aller Freundschaft –die jungen

Ärzte 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG)

Sturm der Liebe 12.10 (für HG) Julia –Eine

ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Fluss 14.00 (für HG) Bleib bei mir.

Gesellschaftskomödie, D2009 15.30 (für HG)

Tiere bis unters Dach 16.00 (für HG) rbb24

16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 17.00 (für HG)

rbb24 17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.02 rbb

UM6 18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Super.Markt

TranchierbesteckeimPraxistest: Welches

zerlegt, welcheszerfetzt? /Fensterkitt:

Vorsicht vor Asbest in alten Fensterrahmen

/Cloud-Dienste: Sind die Daten in

der Wolke wirklich sicher?

21.00 (für HG) Land und Lecker im Advent

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Wem gehört die Lausitz?

22.30 (für HG) Tatort: Der Tag des Jägers

Krimireihe,D2006. Mit Andrea Sawatzki

0.00 (für HG) Polizeiruf 110: Flüssige Waffe

Krimireihe,DDR 1988

ProSieben

5.05 Mike &Molly. Sitcom. Mike wird schwach

5.25 Apartment 23. Sitcom 6.05 Mr. Griffin –

Kein Bock auf Schule. Comedyserie 7.00 Eine

schrecklich nette Familie. Sitcom 8.00 Last Man

Standing. Comedyserie 8.55 (für HG) How IMet

Your Mother. Sitcom 10.45 Fresh Off the Boat.

Sitcom. Keine Feiertage in New York 11.10 Mike

&Molly. Sitcom. Molly will es wissen 11.35 2

Broke Girls. Sitcom 12.30 Mom. Sitcom 13.20

(für HG) Two and aHalf Men. Sitcom 14.40 The

Middle. Comedyserie.Die wundervolle Welt der

Hecks /Das Jahr der Sue 15.35 (für HG) The Big

Bang Theory. Sitcom 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 (für HG) Die Simpsons. Vorwärts in die

Zukunft /Ihr Kinderlein kommet 19.05 Galileo

20.15 (für HG) The Big Bang Theory

Serienspecial. Kaley Cuoco und Johnny

Galecki nehmen den Zuschauer mit auf

einen Rundgang durch das Studio und

erinnern sich an Geschichten aus zwölf

Jahren „The Big Bang Theory“.

20.45 (für HG) The Big Bang Theory

Sitcom. Penny und die Physiker

21.15 (für HG) Die Simpsons

Zeichentrickserie.Genderama/Manacek

22.10 (für HG) The Big Bang Theory

23.10 Late Night Berlin

0.15 (für HG) The Big Bang Theory

Arte

7.05 Arte Journal Junior 7.15 360° 8.00 Auf Du

und Du mit Pottwalen 8.45 Stadt Land Kunst

9.30 360° 11.20 (für HG) Die Inseln der Queen

12.15 Re: 12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land

Kunst 13.55 All unsere Wünsche. Drama, F2011

15.50 (für HG) Geheimnisvolle Wildblumen

16.45 (für HG) Xenius 17.15 Amerika mit David

Yetman 17.40 Kitz &Co. 18.35 Madagaskar

19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für HG)

Flucht in Ketten. Drama, USA 1958 21.50 (für

HG) Die Hexenvon Salem. Drama, F1957 0.10

Hoffe dasselbe für dich. Dokumentarfilm, F2018

3Sat

9.00 (für HG) ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano

spezial 10.15 (für HG) Riverboat 12.15 (für HG)

sonntags 12.45 Schätze der Welt –Erbe der

Menschheit 13.00 (für HG) ZIB 13.15 Reiseziel

13.25 Traumziel Arktis 13.55 (für HG) Menschen

am Rande der Welt 16.05 (für HG) Im Bann der

Arktis 17.35 Expedition ins Eismeer 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 Schweizer Flussgeschichten

21.55 Weit. Die Geschichte von einemWeg

um die Welt. Dokumentarfilm, D2017 0.00 (für

HG) Der unsichtbare Feind

Phoenix

5.15 Sternstunden der Evolution mit Dirk

Steffens 7.30 Die geheime Welt der Raubtiere

9.00 phoenix vor ort 9.30 Anne Will 10.30

phoenix plus 12.00 phoenix vor ort 12.45

phoenix plus 14.00 phoenix vor ort 14.45

phoenix plus 16.00 Despoten 16.45 Die Macht

der Saudis 17.30 phoenix der tag 18.00

Aktuelle Reportage 18.30 200 Jahre Kriminalgeschichte

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Die

geheime Welt der Raubtiere 21.45 (für HG) heute

journal 22.15 unter den linden 23.00 phoenix

der tag 0.00 unter den linden

Kika

14.10 Schloss Einstein –Erfurt 15.00 (für HG)

Tinkas Weihnachtsabenteuer 15.25 (für HG)

Schneewelt 15.50 (für HG) Mascha und der Bär

16.05 (für HG) Lassie 16.25 (für HG) Lassie

16.50 Peter Pan –Neue Abenteuer 17.35 (für

HG) Der kleine Prinz 18.00 (für HG) Beutolomäus

und der wahre Weihnachtsmann 18.15 Esme &

Roy 18.35 (für HG) Weißt du eigentlich, wie lieb

ich dich hab? 18.47 Baumhaus 18.50 Unser

Sandmännchen 19.00 Sherazade 19.25 Wissen

macht Ah! 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG)

Kika Live 20.10 (für HG) Find me in Paris

Dmax

6.00 Chris &Mäx: Die Oldtimer-Spezialisten

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

Auction Hunters 9.50 Infomercial 10.15 Baggage

Battles 11.15 Die Zwangsvollstrecker 12.15

SteelBuddies 13.15 Airplane Repo 14.15

Australian Gold 16.15 Outback Opal Hunters

17.15 Steel Buddies 18.15 Helden der

Baustelle 19.15 Deutschland 24/7 –Ohne uns

läuft nichts! 20.15 Der Geiger 21.15 Fast N’

Loud 23.10 DMAX News 23.15 Chris &Mäx: Die

Oldtimer-Spezialisten 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Können Tiere Menschen heilen? 10.00

Tagesschau-Nachrichten 10.15 Wie fahren wir

zukünftig Auto? 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.20 Weltspiegel 20.00

Tagesschau 20.15 Anne Will 21.15 Tagesschau

21.17 Extra 21.30 Westpol –Politik in Nordrhein

Westfalen 22.00 Markt 22.45 Tagesschau vor 2

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Mit dem

Stromkabel durchs Wattenmeer 0.00 Sport insid

0.30 Der Umwelt-Paddler –ImKajak gegen die

Plastikflut 1.00 Nachtmagazin

ONE

7.05 Quarks 7.50 Party of Five 8.30 Party of Fiv

9.15 kinokino 9.30 Lindenstraße 10.00 Hot in

Cleveland 10.20 Hot in Cleveland 10.40

Lindenstraße 11.10 Hubert und Staller 12.00

Sturm der Liebe 12.45 Sturm der Liebe 13.35

Um Himmels Willen 14.25 Die Landärztin –

Schicksalswege. Arztreihe, D/A 2011 15.50

Hubert und Staller 16.40 Hot in Cleveland 17.0

Hot in Cleveland 17.20 Lindenstraße 17.50 Har

aber herzlich 18.40 Sturm der Liebe 19.25

Sturm der Liebe 20.15 Grand Hotel 21.00 Gran

Hotel 21.45 Seriös –Das Serienquartett 22.30

Private Eyes 23.15 Dallas Buyers Club. Biografie

USA 2013 1.00 Hot in Cleveland

ZDF NEO

7.20 (für HG) Kerners Köche 8.05 Topfgeldjäger

9.00 Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares

für Rares 10.35 (für HG) Bares für Rares 11.30

Du &Ich –Unverbesserlich!? 12.15 (für HG)

Monk 12.55 (für HG) Monk 13.35 Psych 14.15

Psych 15.00 (für HG) Monk 15.40 (für HG)

Monk 16.20 Psych 17.00 Psych 17.45 (für HG)

Bares für Rares 18.35 Du &Ich –Unverbesserlich!?

19.20 (für HG) Bares für Rares 20.15 (fü

HG) Inspector Barnaby: Die Druiden kommen.

Krimireihe,GB2011 21.45 (für HG) Inspector

Barnaby: Das Biest muss sterben. Krimireihe, GB

2011 23.15 (für HG) Broadchurch III 0.45

Spooks –ImVisier des MI5

ZDF INFO

8.00 ZDF-History 8.45 Ermittler! 9.15 Dem Tod

auf der Spur 10.00 Die Geheimnisse der Toten

11.30 (für HG) Der Mordfall Sophia 12.15 (für

HG) Zeugenschutz 13.00 Sternstunden der

Evolution 14.30 Das Neandertaler-Rätsel 15.15

Der Neandertaler-Code 16.00 Sex in der

Steinzeit 16.45 Wunderwerk Penis 17.30 Lesch

Kosmos 18.00 Mysterien des Weltalls 18.45 Die

Neureichenvon San Francisco Amerikanischer

Traum oder Albtraum? 19.30 Parteienkriegam

Supreme Court 20.15 Die Trumps 21.00 Citizen

Trump 21.45 (für HG) Putin und die Deutschen

22.30 Rote Spitzel 23.15 Die Macht des

Drachen 0.15 (für HG) Todesflug MH17

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Wie soll ich dich empfangen –

Adventskantaten aus Norddeutschland.Mit

Bernhard Schrammek, ca. 56 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Schöne Stimmen Die Sopranistin Licia Albanese

Mit Rainer Damm, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musik-Panorama 2. Raderbergkonzert 2019/20

Georg Friedrich Händel /Georg Philipp Telemann

/Arcangelo Corelli /Pierre Prowo /Giuseppe

Sammartini /Antonio Vivaldi, ca. 105 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Einstand Karol Szymanowski, Streichquartett Nr

2op. 56: Eliot Quartett, ca. 30 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles –

eine Ehe in Briefen(11/20). Von Theodor

Fontane. Gelesen von Jennifer Antoni und Max

von Pufendorf sowie Thomas Thieme, ca. 30 Min

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Andruck „Die Entkultivierung des Bürgertum.“ /

„Die Welt brauchtden Westen. Neustart für eine

liberale Ordnung“ /„Die Weizsäckers. Eine

deutsche Familie“ /„al-Andalus. Geschichte des

islamischen Spanien“ /„Warum Frauen im

Sozialismus besseren Sex haben“, ca. 45 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Weltzeit Der lange Arm Erdogans: Der türkische

Einfluss auf Zypern. Von Christian Buttkereit /

Politischer Zündstoff: Zypern und der Streit ums

Gas. Von Michael Frantzen, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Über die wissenschaftliche

Beschäftigung mit Russlanddeutschen. Von Tina

Heidborn, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Zeitfragen Ihme-Zentrum Hannover: Wohnen au

der Ruine. Von Marietta Schwarz, ca. 55 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Kriminalhörspiel Der Mieter –Nach dem Roman

von Marie Adelaide Belloc Lowndes. Übersetzung

und Regie: Regine Ahrem, ca. 57 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Der US-amerikanischeJazz-, Soul- un

Folk-Gitarrist Terry Callier, ca. 30 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Max-Schmeling-Halle, Berlin: The

Specials –Eine Tour zum Comeback der

britischen Ska-Legende, ca. 87 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 280 · M ontag, 2. Dezember 2019 – S eite 28

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Leonardo DiCaprio (45) ist nicht nur

Schauspieler,sondernauch Umweltaktivist.

Letzteres missfällt offenbar

Brasiliens ultrarechtem Präsidenten

Jair Bolsonaro(64) und führte jetzt zu

einer bizarren Attacke gegen den

Amerikaner:DiCaprio habe Geld an

brasilianische Umweltschützer gespendet,

die für die jüngsten Brände

im Amazonasregenwald verantwortlich

seien –die Feuer sollen mit dem

Ziel gefilmt worden sein, eine feindliche„Kampagne

gegen Brasilien“ zu

starten und mehr Spendengelder einsammeln

zu können. Beweise für

seineVerschwörungstheorie legte

Bolsonaronicht vor. DiCaprio wies

dieVorwürfe auf Instagram zurück

und erklärte,die Zukunft der„unersetzlichen

Ökosysteme“ im Amazonas

stehe auf dem Spiel.„Ich bin stolz

darauf, an der Seite jener Gruppen zu

stehen, die sie beschützen.“

TimBendzko (34) gibt zeitgeistgemäß

ökologisch gehaltvolles Liedgut in lockerleichter,leicht

ironisierteWeise

zum besten („Nur noch kurzdieWelt

retten“) und sich jetzt auch noch als

passionierter Elektroauto-Besitzer zu

erkennen. Im Sender HitRadio FFH

pries er am Sonntag die Freuden und

Vorzüge verbrennungsfreien Fahrens.Der

Mann hat Spaß. (schl.)

TIERE

2.

Dezember

Es geschah im Sommerurlaub auf

Rügen. Einen Taglang schon hatten

wir einen exotischen Vogel beobachtet,

der vonBaum zu Baum flog. Er

war wohl aus irgendeinem Vogelbauer

entwischt. Völlig erschöpft

landete er auf unserem Balkon. Wir

schafften es,ihn ins Zimmer zu locken.

Dortsaß er knülle auf dem Boden,

wo wir ihn fütterten. Später

hockte er auf der Gehhilfe unserer

Oma. Am Ende fanden wir eine Tierstation,

die denVogel aufnahm. Dem

Aussehen nach gehörte er zur Papageienartder

Unzertrennlichen, auch

„Lovebird“ genannt –bekannt für

bedingungslose Partnertreue.Hatte

er seinen Partner verloren? Wenn ja:

Hoffentlich fand er in der Tierstation

eine neue Liebe. Torsten Harmsen

Das

Maori-Paradies

Die Geschichte einer Bauruine im

neuseeländischen Christchurch: Die

Betonreste sind ein Schandfleck in der Stadt

und zugleich das Zuhause für die seltenste

Die Maorimöwegibt es nur in Neuseeland –gut erkennbar ist sie an dem dünnen schwarzen Schnabel.

InChristchurch sind Haus- und

Landbesetzer keine Seltenheit.

Seit dem verheerenden Erdbeben

im Februar 2011 wohnen

sie in beschädigten Gebäuden, die

aufgrund juristischer Auseinandersetzungen

mit Versicherungsgesellschaften

und zögerlich oder noch

gar nicht begonnener Neubauprojekte

auch acht Jahre nach der Naturkatastrophe

das Stadtbild verschandeln.

Normalerweise handelt es sich bei

diesen „Squattern“, so der englische

Begriff, um Menschen, die sich dort

illegal niederlassen, und sie sind

keine Attraktion für Einheimische

und Neuseeland-Touristen –ganz im

Gegensatz zu den rund 300 Maorimöwen,

die sich nun schon das

zweite Jahr in den Überresten eines

nur halb abgerissenen Bürogebäudes

in der Armagh Street, nur zwei Blocks

von der Anglikanischen Kathedrale

entfernt, zu einer Brutkolonie versammelt

haben.

Touristenattraktion

Möwenart der Welt

VonSissi Stein-Abel, Christchurch

Es ist ein faszinierender Anblick:

dicht an dicht reihen sich 130 oder

noch mehr aus Heu, Gras und Zweigen

erbaute und mit jeweils einer

Möwe besetzte Nester in schwindelnder

Höhe auf dem Gerippe des

ehemaligen„PWCTowers“. DerPartner

steht oft neben dem Nest; auf

weniger dicht besiedelten Abschnitten

paaren sich jene Vögel, die sich

etwas später zur Familiengründung

entschlossen haben. Das einstige

Tiefgeschoss hat sich mit einer grünen

Brühe gefüllt, in der die Möwen

mehrmals am Tagbaden.

Mit dieser außergewöhnlichen

Besetzung hat das unansehnliche

Gewirr aus grauen Betonpfeilern,

Querverstrebungen und verbogenen

gerippten Stahlstäben wenigstens

eine Daseinsberechtigung erhalten.

Mehr noch: Die von hohen

Wellblechwänden umgebene Halbruine,

die von der Stadtverwaltung

in einer Liste der Schandflecke geführt

wird, die den Fortschritt und

die Wiederbelebung des Stadtkerns

aufhalten, erfüllt jetzt wenigstens

einen guten Zweck.

Zahlreiche begeisterte Besucher,

die die seltenen Vögel durch die in

die blickdichte Umzäunung geschnittenen

Fenster beobachten,

fordern sogar, die Stadt solle dem

untätigen Landbesitzer Philip Carter

das Areal abkaufen und die Kolonie

animieren, jedes Jahr zwischen September

und Februar hier zu brüten,

schließlich ist die Maorimöwe eine

gefährdete Art, und das vonFeinden

(Katzen, Marder, Ratten, Sumpfweihen,

Dominikanermöwen und Menschen)

abgeschirmte Gelände bietet

ideale Voraussetzungen, um sich

mehrmals pro Saison ungestört zu

vermehren.

Carter, ein steinreicher Investor

und Bauträger,sagt zwar nicht, was er

mit dem Grundstück vorhat, das als

„Philip Carters Swimmingpool“ bekannt

ist, und wann er seine Pläne in

die Tatumzusetzen gedenkt, aber in

Brutstätte im einstigen Bürogebäude: Sogar baden können die Vögel hier.

BLZ/STEIN-ABEL

einem Statement gegenüber der Zeitung

The Press kündigte er an, er

wolle das Terrain nach dem Ende der

Brutzeit mit Netzen, Gittern und Vogelabwehrspitzen

versehen, um die

Möwen davon abzuhalten, nächstes

Jahr zum Nisten zurückzukehren –inklusiveder

vereinzelten Rotschnabelmöwen

(Larus novaehollandiae scopulinus),

die sich unter die laut kreischenden

Maorimöwen gemischt haben.

Diesewunderschöne Artist weit

verbreitet, aggressiv und furchtlos.Es

IMAGO IMAGES

kommtimmer wieder vor, dass diese

Vögel im Tiefflug hungrigen Leuten

die Bratwurst aus dem Brötchen

klauen.

Im Gegensatz zu der an der Küste

brütenden Rotschnabelmöwe, die

einen roten Schnabel, rote Beine

und rote Augenringe hat, ist die Maorimöwe,

deren Schnabel schwarz,

länger und dünner ist und deren

Beine schwarz bis rötlich-schwarz

sind, eher ein Landvogel. Siekommt

nur in Neuseeland vor, ist also endemisch,

und hier vornehmlichauf der

Südinsel. Dort brütet sie im Kies der

breiten Verflochtenen Flüsse,die das

Wasser aus den Südalpen abtransportieren.

Tierefliehen in die Stadt

Hier ist sie nicht nur einer Unzahl

feindlich gesinnter Tiere ausgesetzt,

die Eier und Küken und oft auch die

erwachsenen Vögel fressen, sondern

auch Menschen, die mit ihren Allradfahrzeugen

durch die Verflochtenen

Flüsse brettern. Zudem verändern

wildwachsende Lupinen den

Lauf und das Fließtempo der Gewässer,

sodass sie immer weniger zum

Brüten geeignet sind. Deshalb ist es

umso genialer, dass die Maorimöwen

die verkommene Hochhausruine

zweckentfremdet haben, denn

hier droht allenfalls Gefahr aus der

Luft durch die großen Dominikanermöwen

(Larus dominicanus).

Die Naturschutzbehörde DoC

(Department of Conservation) passt

auf, dass den Möwen niemand ans

Gefieder geht. Auch Philip Carter

darf nur passive Abwehrmaßnahmen

ergreifen. Wer die streng geschützten

Vögel verjagt oder ihnen

anderweitig Schaden zufügt, dem

drohen 60 000 Euro Geldstrafe und

bis zu zwei JahreGefängnis.

Gruppenvergewaltigung

erschütterterneut Indien

Einbesonders brutaler Fall von

Gruppenvergewaltigung hat in Indien

erneut landesweit für Empörung

gesorgt. Nurmit Mühe konnte

die Polizei in Hyderabad am Sonnabend

hunderte wütende Demonstranten

voreinerWache zurückdrängen,

in der vier Männer unter dem

Verdacht festgehalten wurden, eine

27-jährige Tierärztin vergewaltigt,

ermordet und ihreLeiche in Brand

gesteckt zu haben. DieMänner sollen

am vergangenen Mittwoch den

Motorroller der Frau beschädigt und

ihr dann zum Schein Hilfe bei der

Reparatur angeboten haben. Die

Frau konnte noch ihreSchwester

alarmieren, dann war ihr Handy ausgeschaltet.

Einen Tagspäter fanden

Polizisten ihreLeiche. (AFP)

Boris Becker verpasst Oliver

Pocher einen Maulkorb

Derehemalige Tennis-Star BorisBecker

(52) hat beim Landgericht Hamburgeine

einstweiligeVerfügung gegen

den TV-Moderator Oliver Pocher

(41) erwirkt. DerKomiker darfAussagen

zur Beckers Insolvenz nicht weiter

verbreiten. Dasberichtet die Bild

am Sonntag. Pocher hatte Becker in

einem Interview mit dem FernsehsenderVox„Insolvenzverschleppung“

und„kriminelle Sachen“ vorgeworfen.

Becker,der seit Jahren in

Großbritannien lebt, war 2017 voneinem

Gericht in London für insolvent

erklärtworden. Diebeiden Männer

liegen seit über zehn Jahren im Streit,

nachdem Pocher mit Beckers Kurzzeit-Verlobten

Sandy Meyer-Wölden

zusammenkam. (BLZ)

Mindestens 19 Tote bei

Busunglück in Sibirien

Mindestens 19 Menschen sind bei

einem Bus-Unfall nahe der sibirischen

Stadt Sretensk ums Leben gekommen.

DerFahrer hatte offenbar

auf einer Brücke die Kontrolle über

das Fahrzeug verloren, als ein Reifen

platzte.Daraufhin durchbrach der

Buseine Absperrung und stürzte auf

einen zugefrorenen Fluss. (dpa)

Erste Festnahme nach

MesserattackeinDen Haag

Knapp 24 Stunden nach der Messerattacke

in einer belebten Einkaufsstraße

vonDen Haag hat die Polizei

am Sonnabend einen Tatverdächtigen

festgenommen. Hinweise auf

ein terroristisches Motiv des 35 Jahre

alten Mannes habe dessen Vernehmung

nicht ergeben, teilte die PolizeiamSonntag

mit. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute betragen die Temperaturen maximal 5Grad. Dazu gehen mit einer

starken Bewölkung nur anwenigen Stellen auch Schneeregenfälle einher.

Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Inder

Nacht bildet sich teilweise zäher Bodennebel. Mancherorts funkeln die

Sterne. Es werden Tiefstwerte von 0bis minus 3Grad anvisiert.

Biowetter: Die Wetterlage bringt

den Kreislauf inSchwung. Rheumaschmerzen

werden verstärkt. Menschen,

die unter Bluthochdruck

Wittenberge

leiden, müssen mit Beeinträchtigungen

ihres Wohlbefindens

0°/5°

rechnen.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 20 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 32 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 24 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 93%

Gefühlte Temperatur: maximal 1Grad.

Wind: schwach aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

-1°/5° -1°/4°

Luckenwalde

-2°/5°

Cottbus

-1°/4°

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

wolkig wolkig sonnig

-2°/4° 1°/5° -1°/4°

Prenzlau

0°/4°

Frankfurt

(Oder)

-1°/4°

Am Ostrand des Hochs über den Britischen Inseln bestimmt Polarluft die Temperaturen

bei uns. Über dem westlichen Mittelmeerraum, den Balearen sowie dem

nördlichen Balkan kreisen Regenwolken. Dabei kann es im nördlichen Adria-

Raum heftig regnen. Zwischen Island und Irland dringt milde Luft ostwärts vor.

Köln

0°/5°

Sylt

2°/7°

Saarbrücken

-2°/4°

Hannover

-1°/5°

Konstanz

0°/4°

Hamburg

0°/6°

Erfurt

-2°/3°

Frankfurt/Main

0°/5°

Stuttgart

-1°/5°

Rostock

1°/5°

Magdeburg

0°/5°

Nürnberg

-2°/4°

München

-1°/3°

Rügen

0°/5°

Dresden

0°/4°

Deutschland: Heute gibt es stellenweise

Wolken, die lokal Sprühregen

bringen können, und die Temperaturen

steigen am Tage auf 3bis

7Grad. Nachts sinken die Werte

dann auf 4bis minus 3Grad. Der

Wind weht nur schwach aus westlichen

Richtungen. Morgen kommt bei

wechselnd bewölktem Himmel die

Sonne gelegentlich hervor. Dabei

werden Höchstwertevon 2bis

8Grad anvisiert, und der Wind weht

schwach aus südwestlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 5°-8°

Nordsee: 7°-10°

Mittelmeer: 15°-24°

Ost-Atlantik: 10°-16°

Mondphasen: 04.12. 12.12. 19.12. 26.12.

Sonnenaufgang: 07:55 Uhr Sonnenuntergang: 15:55 Uhr Mondaufgang: 12:38 Uhr Monduntergang: 21:40 Uhr

Lissabon

16°

Las Palmas

22°

Madrid

12°

Reykjavik

11°

Dublin


London


Paris


Bordeaux


Palma

17°

Algier

21°

Nizza

16°

Trondheim


Oslo

-4°

Stockholm

-1°

Kopenhagen


Berlin


Mailand

12°

Tunis

22°

Rom

15°

Warschau


Wien

4° Budapest


Palermo

18°

Kiruna

-6°

Oulu

-1°

Dubrovnik

17°

Athen

14°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul

12°

Iraklio

17°

Archangelsk

-5°

Moskau

-2°

Ankara


Antalya

18°

Acapulco 33° heiter

Bali 31° heiter

Bangkok 32° heiter

Barbados 30° Gewitter

Buenos Aires 26° heiter

Casablanca 16° Schauer

Chicago 1° heiter

Dakar 29° heiter

Dubai 27° sonnig

Hongkong 21° sonnig

Jerusalem 15° heiter

Johannesburg 33° sonnig

Kairo 22° heiter

Kapstadt 25° wolkig

Los Angeles 17° bewölkt

Manila 29° wolkig

Miami 28° wolkig

Nairobi 27° Gewitter

Neu Delhi 23° sonnig

New York 10° Regen

Peking 3° wolkig

Perth 37° sonnig

Phuket 32° heiter

Rio de Janeiro 24° Schauer

San Francisco 15° bedeckt

Santo Domingo 29° sonnig

Seychellen 28° Gewitter

Singapur 28° Gewitter

Sydney 21° bewölkt

Tokio 17° Regen

Toronto 2° Schnee

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