Glauben.miteinander-2019-02

mission2015

Glauben.miteinander gibt Informationen über das Wirken von Missio Schweiz in aller Welt. Glauben.miteinander schlägt eine Brücke zwischen den Kontinenten und informiert über das Wirken von Missio in der Schweiz.

Glauben.

miteinander

Infos für weltkirchliches Engagement

November 2019

Mission führt in die Weite

Diakon Martin

Brunner-Artho,

Direktor von

Missio Schweiz

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Wenn ich auf den erst wenige Wochen zurückliegenden

Ausserordentlichen Monat der Weltmission

blicke, den wir im Oktober unter dem

Thema «Getauft und gesandt» gefeiert haben,

bleiben mir zwei wichtige Erkenntnisse: Kirche

ist ein wirklich weltweites Netzwerk und Mission

führt in die Weite.

Seit Papst Franziskus diesen Ausserordentlichen

Monat der Weltmission vor zwei Jahren ausge-

rufen hat, war mir klar, dass diese Initiative die

ganze Kirche in der Schweiz angeht. Die Schweizer

Bischofskonferenz hat das Anliegen aufgenommen

und eine Arbeitsgruppe geschaffen, um

die Aktion zu koordinieren. In den letzten beiden

Jahren haben sich viele Frauen und Männer aus

der vielfältigen Kirche Schweiz für die Initiative

des Papstes engagiert: mit ihrer Zeit, mit ihren

kreativen Ideen, mit dem Gebet und mit namhaften

finanziellen Beiträgen. Viele kirchliche


Wussten Sie?

Organisationen haben zusammengearbeitet und

es gab einen fruchtbaren Austausch, wie es das

bei einem gewöhnlichen Monat der Weltmission

bisher nicht gegeben hat.

Theoretisch ist uns allen bewusst, dass wir zu

einer weltweiten Kirche gehören, die manchmal

auch ein schwerfälliger Apparat sein kann. Durch

die internationale Aktion #mymission wurde nun

aber dieses Netzwerk in seiner missionarischen

Dimension sichtbar. Christinnen und Christen in

aller Welt haben auf die Frage «Was ist deine

Mission?» geantwortet und ihre Antworten über

die Sozialen Medien verbreitet. In der Schweiz

haben alle Schweizer Bischöfe bei der Aktion

#mymission mitgemacht.

Aus der Sicht von Missio haben wir viel mehr

und enger mit Missio-Partnerorganisationen in

Europa und Übersee zusammengearbeitet, Ideen

entwickelt und Material ausgetauscht. Ohne sie

hätten wir nicht die grosse Bandbreite an Angeboten

bieten können.

In diesen beiden Jahren ist ein tieferes Verständnis

für uns als weltweite Gemeinschaft gewachsen

und ein tieferes Verständnis für die Mission,

die uns alle angeht. Mission führt uns in doppeltem

Sinn hinaus ins Weite. Sie ist Auftrag, nicht

bei sich stehen zu bleiben, sondern die anderen

zu suchen und ihnen eine Schwester, ein Bruder

zu sein. Und weil alle Christinnen und Christen

von Natur aus missionarisch sind, wie es das

Zweite Vatikanische Konzil formuliert, kann die

Kirche nie eine elitäre Gemeinschaft sein, sondern

sie ist so bunt und vielfältig wie die Menschen

in ihr.

Für diese Erfahrungen der Weite und des Netzwerkes

bin ich dankbar und froh. Machen wir

gemeinsam weiter mit unserer Mission, die mit

dem 31. Oktober nicht zu Ende gegangen ist.

Es grüsst Sie herzlich

Marguerite Bays (1815-1879) wurde am

13. Oktober in Rom heilig gesprochen. Sie hat

das Werk der Heiligen Kindheit (Missio-Kinder

und Jugend) sowie das Werk der Glaubensverbreitung

(Missio-Weltkirche) in ihrer Heimatpfarrei

im freiburgischen Siviriez eingeführt.

«Die von Marguerite Bays gelebte Sendung

ist diejenige, die jeden Christen

angeht. In der Katechese setzte sie sich

dafür ein, den Kindern aus dem Dorf die

Botschaft des Evangeliums darzulegen in

Worten, die für die jungen Menschen

verständlich waren. Unermüdlich kam sie

den Armen und Kranken zu Hilfe, denen

sie sich selbstlos und aufopfernd widmete.

Ohne ihr Land zu verlassen, hatte sie ein

offenes Herz für die Belange der Gesamtkirche

und der Welt.»

Martin Brunner-Artho, Direktor

Zitat von Papst Johannes Paul II . anlässlich der Seligsprechung

von Marguerite Bays am 29. Oktober 1995.


«Ich will für die Menschen da sein»

Gambella im westlichsten Teil Äthiopiens, an der Grenze

zum Südsudan, ist Schauplatz ethnischer Konflikte.

Immer wieder gibt es Überfälle aus dem Südsudan, dem

jüngsten Staat der Welt. Pfarrer Tesfaye Petros, Generalvikar

des Apostolischen Vikarits von Gambella, hat

sich diese gefährliche Region, in der ein Menschenleben

nichts zählt, als Arbeitsfeld ausgesucht. Seine Herausforderung:

die Menschen zusammenzubringen.

Pfarrer

Tesfaye Petros

(links) versucht

verschiedene

ethnische Gemeinschaften

zu erreichen.

Tesfaye Petros

ist Priester und

Generalvikar

des Apostolischen

Vikariats

von Gambella,

Äthiopien. Das

2009 gegründete

Vikariat

umfasst eine

Fläche von

50.000 km 2

und zählt rund

25.000 Katholiken

(etwa 4%

der Bevölkerung).

«Ich wollte für die Menschen

da sein, für die

sonst niemand da ist. Für

die Menschen, die Gott

noch nicht kennen.», sagt

Pfarrer Tesfaye Petros. Ganz

bewusst hat er sich dafür entschieden,

in dieser gefährlichen

Gegend tätig zu sein, wo ein

Menschenleben nichts wert

ist. Die ethnische Spannungen

zwischen den verfeindeten

Volksgruppen der Anuak und

der Nuer entladen sich häufig

gewalttätig. Dazu kommen die

Überfälle aus dem Südsudan,

bei denen nicht nur Rinder,

sondern auch Menschen gestohlen

werden. Das macht die

Region so gefährlich und den

Menschen Angst.

Die meisten Menschen in

Gambella wohnen in einfachen

Hütten aus Lehm, die mit Stroh

oder Wellblech gedeckt sind.

Im Sommer kann es extrem

heiss sein und in der Regenzeit

breiten sich tropische Krankheiten

wie die Malaria aus.

Über 400’000 Menschen

sind nach Äthiopien geflüchtet,

denn im Südsudan

herrscht seit Jahren ein blutiger

Bürgerkrieg. Die meisten von

ihnen bleiben in der Grenzregion,

was immer wieder

zu Konflikten mit der lokalen

Bevölkerung führt. Pfarrer

Tesfaye kümmert sich auch um

die sudanesischen Flüchtlinge in

den Lagern, denn das Leben in

den Lagern ist hart. Oft fehlen

das Essen und die Hoffnung.

Mit den Flüchtlingen feiert er

Gottesdienst und kennt deshalb

ihre Sorgen: «Manche haben

ihre ganze Familie verloren.

Solche Erfahrungen können die

Grundfesten deines Glaubens

erschüttern.» Umso mehr beeindruckt

ihn der tiefe Glaube

der Flüchtlinge: «Trotz ihres

grossen Leides haben sie ihren

Glauben nicht verloren. Dies ist

eine gute Erfahrung, auch für

unsere einheimischen Katholiken

in Gambella.» Der Glauben

gibt den Menschen Halt und

Hoffnung.

«Unsere Herausforderung

ist es, die Menschen

zusammenzubringen.»

formuliert der Seelsorger seine

Mission. «Als katholische Kirche

erreichen wir alle Volksgruppen.

Wir beten zusammen, wir

essen zusammen, wir lernen

zusammen. Das ist die Einheit

der katholischen Kirche.»

Pfarrer Tesfaye Petros gibt mit

seiner Präsenz den Menschen

im Westen Äthiopiens Hilfe,

Hoffnung und Lebensperspektive.

Er arbeitet in dieser Randregion

gegen die Diskriminierung

und die Menschenrechtsverletzungen.

Die Infrastruktur

in diesem Landesteil ist wenig

entwickelt, weshalb er sich für

eine Verbesserung der Lebensverhältnisse

einsetzt. Und vor

allem ist er ein Mann Gottes,

der den Menschen wieder Mut

macht, ihnen Hoffnung vermittelt

und den Glauben weitergibt.

Es braucht Menschen wie

Pfarrer Tesfaye, die die Courage

haben, an die Ränder zu

gehen und das Evangelium zu

verkünden. So entdecken die

Menschen sich und das Leben

als wertvoll.


«Tauft und gsändet» heisst das Siegerlied

Kinder und Jugendliche aus aller Welt waren

eingeladen, für den Ausserordentlichen Monat

der Weltmission einen Song zu komponieren.

Eine Auflage beim internationalen Wettbewerb

«Singing the mission» war, auf das Thema des

Monats der Weltmission «Getauft und gesandt»

Bezug zu nehmen. Text und Musik sollten auch

die lokalen Eigenheiten widerspiegeln und in

einer Landessprache komponiert sein.

Gewonnen hat den Wettbewerb in der Schweiz eine

Schulklasse der Freien Katholischen Schule Zürich

Wiedikon. In ihrem Lied «Tauft und gsändet» haben

sie ihr Verständnis von Taufe und Sendung in Wort

und Ton gebracht. Den Refrain singen sie in den vier

Landessprachen und schlagen so eine Brücke zu den

verschiedenen Landesteilen. Die Tonaufnahmen entstanden

in einem improvisierten Aufnahmestudio im

Keller der Schule. Im Video der Jugendlichen gibt es

sogar Aufnahmen der Stadt Zürich mit einer Drohne.

Das zeigt, mit wieviel Herzblut sie bei der Sache waren!

Es hat sich gelohnt, denn das Lied der Zürcher

wird zusammen mit den Siegerliedern aus anderen

Ländern auf einer CD erscheinen.

Gewinner des Liederwettwerbes: Schulklasse aus

der Freien Katholischen Schule in Zürich Wiedikon.

Die Gewinner des Liederwettbewerbs «Singing the

mission» stammen aus Zürich. Die Sängerinnen und

Sänger sind zwischen 12 und 13 Jahre alt.

Mit dem QR-Code können Sie auf

unsere Webseite das Siegerlied «Tauft

und gsändet» anhören können.

Zum Verteilen oder Auflegen

in Ihrer Pfarrei

Weitere Exemplare von Glauben.miteinander

können gratis bezogen werden.

www.missio.ch/glaubenmiteinander


Unser Engagement

Vier Beispiele von Projekten, welche die drei Werke von Missio

Schweiz dank Ihrer Spende unterstützen konnten:

Weltkirche

Peru – Apostolisches Vikariat

San Ramon

Eintragung der Eigentümerrechte

von Grundbesitz

Das Vikariat besitzt mehrere

Grundstücke bzw. Gebäude

(Kirchen, Pfarrhäuser, Schulen

etc.). Leider sind einige

von ihnen nicht rechtmässig

auf den Namen des Vikariates

registriert. Dies aufgrund der

fehlenden finanziellen Mittel

und des grossen administrativen

Aufwandes. Die unklaren

Eigentumsverhältnisse wurden

besonders in abgelegenen Bergund

Dschungelgebieten ausgenutzt.

Dies wurde durch die

Eintragung unterbunden.

Budgetierte Kosten: $ 15’000

Lokaler Beitrag: $ 3’000

Beantragter Betrag: $ 12’000

Finanzierung durch Missio

Schweiz: $ 12’000

Kinder

und Jugend

Malawi – Diözese Blantyre

Mais für unterernährte

Kinder

Malawi ist besonders von der

Klimaerwärmung betroffen. Der

nötige Regen fällt aus. Dies ist

fatal für die örtliche Landwirtschaft.

Für die mangelernährten

Kinder hat die Diözese Blantyre

Mais eingekauft und an den

Schulen verteilt.

Budgetierte Kosten: $ 22’344

Lokaler Beitrag: $ 3’445

Beantragter Betrag: $ 18’889

Finanzierung durch Missio

Schweiz: $ 12’000

Bildung

Tschad – Diözese Lai

Ausbildungskosten

von 40 Gymnasiasten

Im Tschad verfügen nicht alle

Schüler bzw. Eltern über die

nötigen finanziellen Mittel, um

für die Kosten der Ausbildung

aufzukommen. Die Gymnasiasten

wollen sich später zum

Priester ausbilden lassen und

sich um die Seelsorge ihrer

Mitmenschen kümmern.

Missio unterstützte das

Gymnasium im Jahr 2019

mit $ 4‘000.-

Ausbildung

junger Seelsorger

Wie in vielen anderen Ländern können die

Studenten des Priesterseminars «Saint François

Xavier Kasai» in der Diözese Mbujimayi, Dem. Rep.

Kongo, nicht die ganzen Ausbildungskosten selbst

aufbringen. 2018 wurden im Seminar 96 Studenten

in Philosophie und Theologie unterrichtet. Missio

trug mit Fr. 45‘832.70 einen Teil der Ausbildungskosten

mit, damit diese jungen Menschen ihrem

Lebensziel einen Schritt näherkommen: sich für ihre

Mitmenschen einzusetzen und ihnen als Seelsorger

zur Seite zu stehen.

Seminaristen von «Saint François

de Kasai» in der Diözese Mbujimaye,

Dem. Rep. Kongo.


Flucht-Truck 2020

Begleitperson gesucht

Der Flucht-Truck ist eine interaktive, multimediale Ausstellung

auf Rädern zum Thema «Menschen auf der

Flucht. Weltweit». Sie wurde eigens sie für Jugendliche

ab 13 Jahren entwickelt.

Missio ist mit dem Flucht-Truck vom 16. bis 21. Mai 2020

in Schweizer Schulen und Pfarreien unterwegs.

Missio sucht für diesen Zeitraum Freiwillige,

die während einiger Tage die

Ausstellung begleiten.

Voraussetzungen:

- Interesse am Thema Flucht und Bereitschaft,

sich spezifisches Hintergrundwissen

anzueignen

- Mitarbeit an vorbereitenden Sitzungen

- Mitarbeit bei organisatorischen Aufgaben

(technische Inbetriebnahme der

Ausstellung und Installation der zugehörigen

Infrastruktur an den Einsatzorten)

- Empfang von Schulklassen und anderen

Besuchsgruppen am Truck, thematische

Einführung in die Ausstellung

- Mitarbeit an der Schlussevaluation

Interessierte Personen melden sich bitte

bis zum 20. Dezember 2019 bei:

kathrin.staniul@missio.ch

026 425 55 84

www.flucht-truck.ch

Gebet

Gott,

mache unsere Herzen gross,

damit sie gross genug sind,

die Grösse Deiner Liebe anzunehmen.

Mache unsere Herzen weit,

damit sie alle diejenigen im Blick haben,

die mit uns zusammen an

Jesus Christus auf Erden glauben.

Freiburg, 8. November 2019

Missio

Route de la Vignettaz 48

1700 Freiburg

026 425 55 70

missio@missio.ch

www.missio.ch

Spendenkonto 17-1220-9

Redaktionsteam: Martin Brunner-Artho, Susanne

Cotting, Hortense Gianini, Siegfried Ostermann,

Kathrin Staniul

Fotos: Missio, Hartmut Schwarzbach und Partner

Mache unsere Herzen weit,

damit sie denen begegnen können,

die Dich nicht kennen.

Ja, öffne unsere Herzen,

damit sie auch die wahrnehmen,

die in unseren Augen nicht liebenswert sind,

die wir nicht einmal berühren möchten:

Ja, öffne unsere Herzen.

© Missio Aachen

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