Berliner Zeitung 04.12.2019

BerlinerVerlagGmbH

Der Rausschmeißer: Ein Gerichtsvollzieher erzählt – Report Seiten 2und 3

Hertha und

Union –die

Kolumne

Seite 20

1°/6°

Die Sonne kommt durch

Wetter Seite 2

Sinn und Besinnlichkeit:

Politik im Advent

Hauptstadt Seite 6

www.berliner-zeitung.de

Berliner Grüne rütteln am

Mietendeckel

Berlin Seite 10

Mittwoch, 4. Dezember 2019 Nr.282 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Prinz Andrew gerät immer

stärker unter Druck

Panorama Seite 28

Klimabewegung

Weihnachten

will sie

zu Hause sein

VonJan Sternberg

Greta Thunbergist wieder zurück

in Europa. Am Dienstag ist sie in

Lissabon an Land gegangen und

reist zur Klimakonferenz nach Madrid.

Siehat ihrezweite abenteuerliche

Atlantiküberquerung binnen eines

halben Jahres überstanden, sie

ist kreuz und quer durch Nordamerika

gereist und hat mehr Abenteuer

erlebt als die allermeisten 16-Jährigen

ihrer Generation.

Sie hat

Donald Trump

ins Auge gesehen

und gesiegt. Sie

wurde als riesiges

Wandbild in

San Francisco

verewigt.

Greta Thunberg, Das Mädchen,

das die

Umweltaktivistin auf

Weltreise größte globale

Jugendbewegung

des 21. Jahrhunderts losgetreten

hat, ist endgültig zu einer –umstrittenen

–Ikone geworden. Jetzt ist

sie wieder dort angekommen, wo es

mit „Fridays For Future“ vor einem

Jahr so richtig losging: auf der alljährlichen

Klimakonferenz, auf der

Thunberg 2018 in Kattowitz die großen

Streiks lostrat.

ZumGlück ist Greta Thunbergsicher

wieder in der Alten Welt angekommen

–der Nordatlantik im Winter

ist nicht der Ort für einen entspannten

Segeltörn, noch nicht einmal

mit einer Weltklasse-Skipperin.

DieBritin Nikki Henderson brauchte

ihr ganzes Können, um das Boot sicher

über den Atlantik zu bringen.

Henderson aber musste dafür

vonEngland in die USA fliegen –und

hat zum Ausgleich CO 2 -Ablassbriefe

gekauft. Wie eseben jeder umweltbewusste

Mensch tut, der sein Gewissen

entlasten will. Auch auf dem

Hinweg per Rennjacht flog die Crew,

die in NewYorkausgetauscht wurde.

Die gefährlichen Törns bewiesen

also nur eins: dass es keine wirklich

umweltfreundlichen Fernreisen gibt,

für die Masse schon gar nicht. Siesind

das Eingeständnis eines Scheiterns:

Verzicht und Askese ändern nichts,

wenn sie nicht als Beispiel dienen

können. Die globale Klimaschutzbewegung

brauchte Greta Thunberg: als

Ikone, als das rätselhafte, radikale,

schlechte Gewissen. Niemand sonst

konnte der Weltgemeinschaft so wütend

ihr „Wie könnt ihr es wagen?“

entgegenschleudern.

Nun ist Thunberg zurück –und

die Bewegung braucht sie eigentlich

nicht mehr. Sie muss die Politik anders

vor sich hertreiben, nicht mehr

mit Symbolen, sondernmit Konzepten

und Ideen, vor allem auch solchen

für den Ausgleich zwischen sozialer

Ungerechtigkeit und Klimaschutz.

Abenteuertörns gehören

dann in die Freizeit.WasGreta Thunberg

jenseits der großen Demo am

Freitag in Madrid auf der Klimakonferenz

vorhat, weiß sie noch nicht.

Wassie danach tun wird, umso genauer:

„Nach Madrid werde ich für

Weihnachten nach Hause fahren“,

sagte die 16-Jährige. Politik Seite 4

Der große Umzug

BER eröffnen, Tegel schließen –für eine der größten Logistikaktionen, die es je gab,

liegt erstmals ein konkreter Plan vor.Die Berliner Zeitung hat ihn exklusiv

Unterwegs am Himmel über Berlin: In weniger als elf Monaten werden fast 60 Luftfahrtgesellschaften zum BER umziehen.

VonPeter Neumann

Nicht mehr lange, dann

soll der BER nach vielen

Jahren Pleiten, Pech und

Pannen endlich fertig

werden. Doch einige Zeit später wartet

schon die nächste Herausforderung:

die Inbetriebnahme.

In weniger als elf Monaten wird

die Autobahn zwischen Berlin-Tegel

und Schönefeld in drei Nächten zum

Schauplatz einer der größten logistischen

Operationen, die diese Region

jemals erlebt hat. In internen Papieren,

die der Berliner Zeitung vorliegen,

hat die Flughafengesellschaft

FBB aufgelistet, wann 59 Airlines an

ihre neuen Standorte umziehen sollen.

Darin steht auch, dass es selbst

bei Schwierigkeiten am BER kein Zurück

nach Tegel mehr geben wird.

2012 drohte noch ein Desaster

Einige Mängel an den Kabeltrassen

sind noch zu beseitigen, auch zwei

Technikprüfungen sowie die Baufertigstellungsanzeige

stehen noch aus.

Trotzdem war der neue Hauptstadt-

Flughafen seiner Fertigstellung noch

nie so nahe wie jetzt. „Der Termin

steht: DerBER öffnet am 31. Oktober

2020“, gab Flughafenchef Engelbert

Lütke Daldrup bekannt. Es handelt

sich um einem Sonnabend, der als

Reformationstag und Halloween im

Kalender notiertist. Nebenbei: Lütke

Daldrup wirddann 64 Jahrealt.

Manche Details teilte er schon

mit. So soll der Umzug von Tegel

zum BER in der verkehrsarmen Zeit

nach den Herbstferien in drei Etappen

stattfinden. Dennoch soll sich

der damit verbundene Parallelbetrieb

der beiden Flughäfen nur etwas

länger als eine Woche hinziehen. Ein

Grund ist, dass sich Flugrouten überlappen

und deshalb teilweise nicht

nutzbar sind, was die Flugsicherung

belastet. Auch fehlt der Flughafen-

Feuerwehr Personal für einen längerenDoppelbetrieb.Die

Berliner Feuerwehr

muss ohnehin aushelfen.

Als der Umzug noch für die Nacht

zum 3. Juni 2012 geplant war,sollten

Personal und Geräte in einer einzigen

Nacht verlagert werden. Sicher

hatte Tegel damals ein Drittel weniger

Fluggäste, weshalb es nicht ganz

so viel Umzugsgut gegeben hätte.

Doch auch bei diesem Thema muss

man froh sein, dass der 2012-Termin

„Mit Umzug der letzten Flüge aus TXL

werden alle betriebsrelevanten Ressourcen

abgezogen, und der kommerzielle Flugbetrieb

wird eingestellt.“

Die Flughafengesellschaft FBB in einem internen Papier zum Umzug vonTegel zum BER

abgesagt werden musste, weil das

Projekt BER noch nicht so weit war.

Denn laut FBB hätte der Zeitraum

zwischen den letzten Abfertigungen

in Tegel und den ersten Abfertigungen

am BER „gerade ausgereicht“.

Anders gesagt: Es hätte auch schiefgehen

können. Inzwischen gibt es so

viel Umzugsgut, dass ein Umzug in

nur einer Nacht nicht mehr störungsfrei

organisiertwerden könnte.

Fluggasttreppen, Gepäckwagen,

Vorfeldbusse –drei Beispiele für die

vierstellige Zahl vonFahrzeugen, die

aus eigener Kraft, geschleppt oder

auf Lkw die 36 Kilometer lange Fahrt

antreten werden. Ob die Autobahn

von Tegel nach Schönefeld für die

drei Umzugswellen gesperrtwird, ist

noch ungewiss.Bliebe sie für andere

Vehikel offen, müssten sich Kraftfahrerauf

Stau einrichten, denn schnell

wirdder Flughafentross nicht sein.

DenAnfang machen in der Nacht

zum 1. November 2020 neun Gesellschaften,

die in Tegel zuletzt von

9,4 Millionen Passagieren pro Jahr

genutzt wurden –allen voran Easyjet,

die Airline mit den meisten Fluggästen

in Berlin. Auch United, Delta,

American Airlines, Qatar Airways,

Turkish, Hainan, Scoot aus Singapur

und die MIAT aus der Mongolei stehen

auf der Liste.Alle Airlines ziehen

ins zentrale Gebäude T1. Ihre Flugzeuge

gelangen bereits am 31. Oktober

tagsüber zum BER –inder Luft.

Am Nachmittag landen am neuen

Flughafen die ersten Maschinen.

Vorher soll es „Zeitfenster für verschiedene,

gesonderte Erstflugereignisse“

im Terminal T1 geben.

Damit sind für den ersten Tagauch

Starts absehbar. Der erste Passagier,

der erste Abflug, der erste Langstreckenflug

werden gefeiert. Easyjet

wirddie Premierewohl dominieren.

Die zweite Umzugswelle ist für

die Nacht vom 3.zum 4. November

2020 vorgesehen. An Dienstagen ist

das Fluggastaufkommen ebenfalls

relativ gering, so die FBB. Indieser

Nacht ziehen 19 Airlines um, die in

Berlin zuletzt 10,9 Millionen Passagiere

pro Jahr hatten. Acht verlagern

ihreAktivitäten vomjetzigen Flugha-

DPA/ SOEREN STACHE

fen Schönefeld zum BER. So sind

Norwegian und Wizz Air künftig im

neuen Terminal T2 zu finden. Sie

machen in Schönefeld, wo es bis

2030 Linienflugbetrieb geben soll,

Platz für Ryanair und acht weitere

Gesellschaften, die aus Tegel kommen.

Eurowings und Vueling, heute

ebenfalls in Tegel, ziehen nach T2.

Personal will nicht umziehen

Die dritte Umzugswelle ist für die

Nacht vom 7.zum 8. November 2020

geplant. Nicht weniger als 31 Airlines

mit insgesamt 9,6 Millionen Fluggäste

proJahr in Berlin werden Tegel verlassen

–zum Beispiel die Lufthansa, Austrian,

Swiss, Air France, KLM, British

Airways, LOT,Iberia und SAS, die alle

am BER ins Hauptterminal ziehen.

Nichtausgeschlossen, dass es am

8. November noch Starts in Tegel geben

wird. Doch auf jeden Fall werden

dortandiesem Tag„alle betriebsrelevanten

Ressourcen abgezogen, und

der kommerzielle Flugbetrieb wird

eingestellt“, so die FBB. „TXL“ verschwindet

auch aus dem Airport-

Code des Dachverbands IATA –wie

„SXF“ für Schönefeld, das bereits ab

25. Oktober nicht mehr vorkommt.

Doch was ist, wenn der Betrieb im

BER nicht rundläuft? „Grundsätzlich

wird der Rückumzug nach TXL bei

Problemen imTerminal 1nach angelaufenem

Umzug ausgeschlossen“,

heißt es in dem internen Papier.

Beobachter mahnen, dass diverse

Probleme noch zu lösen sind, damit

die Flughafen-Eröffnung kein Desaster

wird. Eine Herausforderung wird

sein, dass die drei privaten Bodenverkehrsdienstleister

genug Personal

finden, damit Koffer schnell verladen

und Fluggäste zügig bedient werden.

Zu hören ist, dass 20 bis 30 Prozent

der Arbeitskräfte in Tegel nicht am

Deutsche

Schüler nur

Mittelmaß

Deutschland schneidet beim

Pisa-Test etwas schlechter ab

Fast zwei Jahrzehnte nach dem

großen „Pisa-Schock“ und dem

anschließenden Aufwärtstrend zeigt

die Leistungskurve der deutschen

Schüler wieder eindeutig nach unten.

Im internationalen Pisa-Vergleichstest

schnitten die Deutschen

in allen drei Testbereichen Lesen,

Mathematik und Naturwissenschaften

schlechter ab als drei Jahrezuvor.

Schon damals hatten sich die Werte

in zwei Bereichen verschlechtert.

Deutschland liegt zwar weiterhin

über dem OECD-Durchschnitt.

„Mittelmaß kann aber nicht unser

Anspruch sein“, sagte Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek

(CDU). Die Opposition sprach sogar

voneiner „Pisa-Klatsche“.

Deutlich wurde im aktuellen Pisa-

Test erneut, dass es in Deutschland

einen besonders starken Zusammenhang

zwischen sozialer Herkunft und

Erfolg in der Schule gibt. Jeder fünfte

15-Jährige erreicht beim Lesen gerade

einmal Grundschulniveau oder

scheitert inMathematik und Naturwissenschaften

an einfachen Aufgaben.

Undwas allen Beteiligten Sorgen

macht: Deutschlands Jugendliche

verlieren zunehmend die Lust am Lesen.

Die neuen Zahlen wurden 2018

erhoben, die OECD stellte sie am

Dienstag vor. Die Pisa-Studie ist die

größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie.

Die deutschen Schüler erzielten

in den drei Teilbereichen jeweils etwas

weniger Punkte als bei der vorherigen

Untersuchung,die 2016 veröffentlicht

worden war.Die Pisa-Verantwortlichen

verwiesen zwar darauf,

dass die deutschen Schüler

leistungsmäßig weiterhin auf einem

guten Niveau lägen. In Mathematik

und Naturwissenschaften sei

Deutschland sogar deutlich besser

als der Durchschnitt der OECD-Länder.

Dennoch müsse die Bundesrepublik

ihreBegeisterung für Bildung

und Kompetenzenerneuernund ihren

Reformgeist wieder auf den Weg

bringen, sagte OECD-Vizegeneralsekretär

Ludger Schuknecht.

Unverändertgroßbleibt Deutschlands

Abstand zur Spitzengruppe.

Dort haben sich europäische Länder

wie Estland und Finnland festgesetzt

–sowie vor allem asiatische Länder

und Metropolregionen. (dpa) Politik

Seite 5, Kommentar Seite 8

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2 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Report

RÄUMUNGSAUFTRÄGE PRO GERICHTSBEZIRK

Pankow/

Weißensee

Köpenick

Mitte

Charlottenburg

Schöneberg

Tempelhof/

Kreuzberg

363

327

303

272

280

402 406

378

288

313

433

444

435

399

392

473

477

459

411

431

555

521

427

397

350

704

648

598

591

544

2014

2015 2016 2017 2018

2014

2015 2016 2017 2018

2014

2015 2016 2017 2018

2014

2015 2016 2017 2018

2014

2015 2016 2017 2018

2014

2015 2016 2017 2018

Wer fremde Türen öffnet,

sollte auf alles gefasst

sein, Mario

Kruppa weiß das. Gut

möglich, dass dahinter normaler Arbeitsalltag

auf ihn wartet, aber es

gibt auch die anderen Fälle,nicht oft,

aber sie kommen vor. Kruppa sagt,

eine Räumung sei immer ein einschneidender

Moment: „Dahat man

jegliche Art von Gefühlsausbruch,

von Wut bis völliger Verzweiflung

oder Gleichgültigkeit – es ist alles

vorhanden.“

Weit mehr als 1000 Wohnungen

hat er schon geräumt. Seit knapp 25

Jahren arbeitet er in dem Job. Kruppa

stellt das letzte Glied in einer langen

Kette juristischer Schritte dar.Wenn

ein Gericht das Räumungsurteil gesprochen

hat und die Terminankündigung

raus ist, macht er sich auf den

Weg. Kruppa ist der Rausschmeißer,

der Leute aus ihrer Wohnung holt,

die keine Miete gezahlt haben und

sich weigern, vonselbst zu gehen.

Manchmal sind die Wohnungen

sauber und ordentlich, Teller und

Kaffeetassen stehen in der Spüle,

dann weiß Kruppa: Die Mieter haben

gefrühstückt und sind normal

zur Arbeit gegangen. Andere stehen

mit gepackten Kisten da und drücken

ihm den Schlüssel in die Hand.

Einige wollen diskutieren, manche

sagen: „Na, aber doch nicht heute.“

Letztlich aber holt Kruppa sie alle,der

Gerichtsvollzieher hat keine Möglichkeit,

Räumungen zu verschieben.„Die

Justiz ist ein Uhrwerk“, sagt

er. „Man kann Ärger machen, aber

das Uhrwerkläuft weiter.“

Kruppa ist der Typfreundlicher

Bouncer, sehr kräftig, schroff berlinernd,

mit glattem, rosigem Gesicht.

Er läuft durch die Straßen vonFriedrichshain,

steuertanLäden für Öko-

Kindermode und dänischem Design

vorbei auf ein Café zu, als ihm wieder

einmal auffällt, wie die Stadt sich

verändert hat. Die gentrifizierten

Lifestyle-Kieze gefallen ihm nicht,

Der Rausschmeißer

nicht hier und nicht in Prenzlauer

Berg,woeraufgewachsen ist. Er setzt

sich an einen Tisch in der Ecke.

Es ist nicht leicht, Gerichtsvollzieher

zu finden, die bereit sind, über

ihre Arbeit zu sprechen. Kruppa will

reden, weil er seinen Beruf liebt und

stolz darauf ist, dass er ihn gut

macht. Aber unter einer Bedingung:

Sein richtiger Name soll nicht in der

Zeitung stehen. Mitseinem Jobstößt

er oft auf Irritation, er sagt: „Die

Menschen denken immer: Ach du

Schreck, du musst ja so schlimme

Sachen machen. Dabei sind die

meisten Schuldner völlig normale

Menschen.“ Auch sein Bezirk soll

nicht genannt werden, nur so viel: Er

ist viel in Großwohnsiedlungen unterwegs,

auch härtere Gegenden gehören

dazu, soziale Brennpunkte.

Gerichtsvollzieher sind Landesbeamte,

aber sie arbeiten weitgehend

selbstständig. Kruppa bekommt

seine Aufträge, aber wie er

sie ausführt, bestimmt er selbst. Nur

an das Gesetz muss er sich halten. In

Unsere Serie „Geräumt“: Wohnungsnot, Renditedruck

und überforderte Ämter in Berlin –ein System am Anschlag.

Teil 3: Mario Kruppa ist einer von 272 Gerichtsvollziehern in Berlin.

Wohnungsräumungen sind für ihn Alltag. Routine darf sich trotzdem nicht einschleichen.

Sonst kann der Job gefährlich werden.

VonGabriela Keller und Isabella Galanty (Grafik)

In den Wohnungen, die Kruppa räumen soll, sieht es nicht immer so ordentlich aus. IMAGO

seinem Amtsgericht gibt es 35 Gerichtsvollzieher,

berlinweit sind es

272. In Berlin wurden 2018 knapp

5000 Räumungsaufträge erteilt, an

seinem Amtsgericht wird relativ

häufig auf Räumung geklagt. Aber

die Zahlen sinken. Kruppa sagt, dass

er noch vor fünf Jahren im Schnitt

zehn Termine pro Monat hatte; jetzt

sind es noch zwei oder drei.

DerDruck auf dem Mietmarkt hat

viel zur Zahlungsmoral in Berlin beigetragen,

sagt Kruppa. Früher bezahlten

Leute in Geldnot mitunter

lieber ihre Otto-Bestellung oder ihren

neuen Fernseher anstelle der

Miete. Das ist heute anders. „Die

Menschen haben erkannt, dass der

Wohnraum begrenzt ist, und dass es

wichtig ist, Miete zu zahlen.“

Kruppa fing zunächst als Beamter

im mittleren Justizdienst an. Nach

der Ausbildung landete er im Bereich

Zwangsvollstreckung. Da saß er in

seinem Büro, und abund an sah er,

wie er sagt,„so coole,lockereTypen“.

Diewaren anders als die älteren, trockenen

Männer, die sonst in der Behörde

arbeiteten. Diese Männer

machten ihn neugierig mit ihren lässigen

Lederjacken. Er fragte seine

Kollegen: Wer ist das? Die sagten

ihm: Dassind Gerichtsvollzieher.

Beider Arbeit ist er ferndes Zentrums

unterwegs, zwischen Wohntürmen

und Blocks, wo vor allem

Menschen mit wenig Geld wohnen,

Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger,

auch Familien mit Kindern. Ob er

sich manchmal schlecht fühlt?

„Nö“, sagt er. „Ich vollstrecke doch

nur das, was das Gericht entschieden

hat.“

Halt, einer fällt ihm doch ein, ein

junger Mann, ehemaliger Lackierer.

Derhatte sich bei der Arbeit den ganzen

Arm mit Lack vollgespritzt, und

dann fing das Zeug irgendwie Feuer.

Danach fehlte ihm eine halbe Hand,

er war damit berufsunfähig und bekam

nur eine kleine Rente. Die

reichte nicht, und so kam irgendwann

Mario Kruppa zu ihm. „Das

war der Einzige,woich sage:Der hat

wirklich Pech gehabt.“

Wie Kruppa es sieht, haben sich alle

anderen ihre Misere selbst eingebrockt;

die meisten wüssten das

auch. „Der Schuldner hat immer

Schuld“, sagt er.Invielen Fällen sind

sie längst weg und lassen nur Gerümpel

und Müllberge zurück.

Kruppa sagt, er bleibt manchmal

beim Zappen bei Privatsendernhängen,

„Messie-Alarm“, er lacht. „Ich

denke immer, was haben die denn?

So sehen Wohnungen halt aus.“

Er findet manches, was unangenehm

ist. Auch Tote. Dann stellt er

die Räumung ein und ruft Feuerwehr

und Polizei. Im Treppenhaus

merkt man meist nichts, erst, wenn

die Tür aufgeht, kommt der Geruch.

„Der Hauchdes Todes“, sagt Kruppa.

Manche macht der TodzuMietschuldnern.

Die Leichen liegen mitunter

schon seit Monaten da, und

dann weiß Kruppa, warum so lange

keine Miete mehr überwiesen

wurde. Esgibt aber auch den umgekehrten

Fall: Menschen die sich wegen

des Räumungstermins umgebracht

haben. Einen fand Kruppa

auf seiner Couch, der war Diabetiker

und hatte sich eine Überdosis Insulin

gespritzt. Aber so was sind Ausnahmen:

„Ich hatte 15 Jahre lang

keine Toten. Und dann plötzlich in

einem Dreivierteljahr drei.“

Alles in allem hat die Arbeit von

Gerichtsvollziehern viel mit Behördenroutine

zu tun, ihr Job ist kein

permanenter Kriseneinsatz. „Eska-

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute gibt es stellenweise Wolken. Zuweilen scheint jedoch die Sonne,

und es sind bis 6Grad zu erwarten. Der Wind weht nur schwach aus Südwest.

In der Nacht wird der Himmel vereinzelt von Wolken verschleiert.

Dabei ist mit minus 1bis minus 4Grad zu rechnen.

Biowetter: Asthma und Rheuma treten

unter der aktuellen Witterung

häufig auf. Die Atemwege sind

leicht reizbar. Ein schwankender

Wittenberge

Blutdruck kann Kopfweh und Migräne

2°/6°

verursachen.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 15 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 40 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 16 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 85%

Gefühlte Temperatur: maximal 4Grad.

Wind: leichter Wind aus Südwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

1°/6° 1°/6°

Luckenwalde

0°/6°

Cottbus

-1°/6°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

sonnig Regen Regen

-1°/4° 0°/6° 3°/8°

Prenzlau

2°/6°

Frankfurt

(Oder)

1°/6°

Das wetterbestimmende Hoch liegt inzwischen über dem westlichen Schwarzmeerraum.

Damit kommt in höheren Luftschichten milde Luft zu uns, die sich

vor allem auf den Mittelgebirgsgipfeln und inden Alpen auswirkt. Über dem

westlichen Mittelmeerraum und den Balearen sind teils heftige Regengüsse unterwegs.

Köln

1°/7°

Sylt

2°/5°

Saarbrücken

-1°/3°

Hannover

1°/6°

Konstanz

-2°/3°

Hamburg

2°/6°

Erfurt

-1°/4°

Frankfurt/Main

-1°/5°

Stuttgart

-3°/4°

Rostock

3°/7°

Magdeburg

2°/7°

Nürnberg

-2°/4°

München

-3°/3°

Rügen

2°/7°

Dresden

-1°/3°

Deutschland: Heute scheint immer

wieder die Sonne bei teilweise wolkigem

Himmel. Ihre Höchstwerte erreichen

die Temperaturen mit 3bis

7Grad. Die niedrigsten Wertesind

bei 2bis minus 4Grad anzutreffen.

Der Wind weht nur schwach aus Südwest.

Morgen machen die Höchsttemperaturen

bei 1bis 7Grad halt.

Dazu ist der Sonnenschein stellenweise

durch Wolken verdeckt. Der

Wind weht nur schwach aus südwestlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 6°-8°

Nordsee: 8°-10°

Mittelmeer: 14°-24°

Ost-Atlantik: 9°-16°

Mondphasen: 04.12. 12.12. 19.12. 26.12.

Sonnenaufgang: 07:58 Uhr Sonnenuntergang: 15:54 Uhr Mondaufgang: 13:21 Uhr Monduntergang: 23:55 Uhr

Lissabon

13°

Las Palmas

22°

Madrid

12°

Reykjavik


Dublin


London


Paris


Bordeaux

12°

Palma

17°

Algier

16°

Nizza

18°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

10°

Tunis

21°

Rom

12°

Warschau


Wien

4° Budapest

-1°

Palermo

19°

Kiruna


Oulu


Dubrovnik

12°

Athen

15°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul

10°

Iraklio

20°

Archangelsk

-4°

Moskau


Ankara


Antalya

17°

Acapulco 33° wolkig

Bali 29° heiter

Bangkok 28° heiter

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 25° wolkig

Casablanca 17° Regen

Chicago 3° bedeckt

Dakar 27° wolkig

Dubai 27° sonnig

Hongkong 22° heiter

Jerusalem 14° sonnig

Johannesburg 20° Regen

Kairo 22° sonnig

Kapstadt 26° sonnig

Los Angeles 16° Schauer

Manila 32° heiter

Miami 24° wolkig

Nairobi 27° Gewitter

Neu Delhi 24° wolkig

New York 7° bedeckt

Peking 8° wolkig

Perth 36° heiter

Phuket 32° wolkig

Rio de Janeiro 29° wolkig

San Francisco 13° bedeckt

Santo Domingo 29° heiter

Seychellen 28° bewölkt

Singapur 33° wolkig

Sydney 31° wolkig

Tokio 15° wolkig

Toronto 4° Schnee


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 3

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Report Seite 3

Spandau

Neukölln

Wedding

Lichtenberg

1293

2018 4 918

2014 6 875

715

2014

500 533 512 498

2015 2016 2017 2018

894

2014

812 643 617

557

2015 2016 2017 2018

1043

2014

1045

826 843

741

2015 2016 2017 2018

1077

933

813 812

2014 2015 2016 2017 2018

2017 5 143

Anzahl der

Räumungsaufträge

pro Gerichtsbezirk in Berlin

lationen sind selten“, sagt Markus

Oegel, Vorsitzender des Vereins der

Obergerichtsvollzieher in Berlin;

auch deshalb reagieren sie skeptisch

auf Journalisten. Sie ahnen, dass

viele Medien auf Sensationsgeschichten

aus sind. Drei, vier Anfragen

erhalte sein Verband im Monat,

sagt Oegel, die meisten lehne er ab.

Zu den Aufgaben gehören allgemein

das Eintreiben von Geldforderungen,

Pfändungen, die Abnahme

vonEidesstattlichen Versicherungen

und Vermögensauskünften; mitunter

müssen sie auch im Auftrag des

Jugendamts Kinder aus ihren Familien

holen. DieRäumung, sagt Oegel,

sei davon sicher mit den größten Risiken

verknüpft: „Merkwürdigerweise

sind in diesem Bereich die Älteren

gefährlicher, also Leute ab 50.

Beidenen ist die Bereitschaft,Widerstand

zu leisten, am größten.“

EinGerichtsvollzieher sollte nicht

sensibel sein. Beleidigungen kommen

vor, auch mit Gewalt ist zu rechnen.

Vor einigen Jahren wurde ein

Gerichtsvollzieher in Berlin mit einem

Beil angegriffen.„Man muss ein

bisschen Psychologe sein und wissen,

wie man mit schwierigem Publikum

kommuniziert“, sagt Oegel. Interkulturelle

Kompetenz hilft,

ebenso Erfahrung. Auch der Verbandsvorsitzende

arbeitet gerne in

dem Beruf, weil das Recht nicht viel

Wert ist, wenn es nicht einen gibt,

der es im Notfall erzwingt. „Dem

Gläubiger nutzen, den Schuldner

schützen“ – das ist seine Maxime:

„Was nützt Ihnen das Urteil, das der

Richter spricht? Letztlich muss der

Rechtsstaat in der Lage sein, sich

durchzusetzen.“

Fragt man Mario Kruppa, was

man für den Job mitbringen muss,

sagt er: „Entscheidungsfreude. Das

ist das Einzige. Und das kann man

nicht lernen.“ Er stammt aus einer

Altbausiedlung in Prenzlauer Berg,

das war damals eine raue Ecke. Als

voreinigen Jahren die Berichte über

die Rütli-Schule umgingen, dachte

er:Sowar es bei uns früher auch. Es

gab zwar keine Araber, aber Gangs,

auf dem Schulhof war oft Stress.

Kruppa sagt, die Innenhöfe der Häuser

waren damals nicht unterteilt,

man konnte vomeinem in den anderen

gehen, aber in jedem Karree gab

es eine Clique, Jugendliche, die im

Schatten der Häuser lungerten, Karten

spielten; und wer nicht dazugehörte,war

nicht gerngesehen. „Man

kannte natürlich auf jeden Hof irgendwen.“

Und wenn der da war,

konnte er über den Hofgehen, wenn

nicht, dann besser nicht“, sagt

Kruppa. Schon als Kind lernte er,Risiken

abzuwägen, Situationen einzuschätzen.

„Geh ich da rüber, geh

ich da nicht rüber?Wann wechsel ich

die Straßenseite?“ Sie sehen ja, wie

ich aussehe. Ich war nicht so der

Sprinter.“ Weglaufen war für ihn nie

eine Option, sagt er. „Das hat mich

für diesen Berufgut vorbereitet.“

Sobald Kruppa eineWohnung betritt,

muss er wissen: Wie wirke ich

auf den Schuldner ein? Baue ich

Druck auf? Muss ich laut werden?

Oder gehe ich den sanften Weg?

Kruppa ist der Typ, den die Kollegen

anrufen, wenn es schwierig werden

kann.„ImVorfeld mache ich mir vielleicht

Gedanken“, sagt er. „Je genauer

man die Räumung plant,

umso geschmeidiger verläuft sie

dann. Die Gefahr ist eher, dass sich

so eine Art Betriebsblindheit einschleicht.“

Für Kruppa sind Wohnungsräumungen

Routine. Für die

Schuldner stellen sie oft eine existenzielle

Notlage dar; wenn er das

vergisst, kann es heikel werden.

Es gibt in seinem Bezirkdurchaus

Leute, die schon im Gefängnis saßen,

auch Gewalttäter. Aber die machen

meist keinen Ärger. Die Justiz

sei ein Uhrwerk, wiederholt Kruppa,

solche Menschen wissen das.

Viel unberechenbarer sind die,

bei denen man nicht mit Gewalt

rechnen würde, die wenigsten planen

Angriffe. Deswegen sei es wichtig,

den Menschen in seiner Bedrängnis

nie aus den Augen zu lassen,

sagt Kruppa. Gerichtsvollzieher

nehmen an regelmäßigen Sicherheitstrainings

teil, geschult werden

sie von Einsatztrainern der Berliner

Justiz. Seit Kurzem können sie sich

auf Kosten des Landes Schutzkleidung

besorgen, Schutzwesten,

Stichschutzhandschuhe.

Wenn ihm eine Räumung gefährlich

erscheint, holt Kruppa die Polizei

dazu. Er hatte mal einen Termin,

da rief derVermieter vorher an:„Herr

Kruppa, ich glaube, der hat Waffen.“

Kruppa fragte beim Polizeiabschnitt

nach, zum Räumungstermin kam

gleich ein SEK. Kruppa entscheidet,

ob er Amtshilfe braucht, den Umfang

bestimmt die Polizei.

Kruppa hat schon viel erlebt. Einmal

fand er eine Familie in ihrem

Wohnzimmer vor, da saßen sie alle

auf dem Fußboden und beteten.

Aber er trägt den Schuldnern nichts

nach. „Es sind ja alles Menschen.

Und deren Schwäche ist ja das, was

meine Berufstätigkeit begründet.“

Kruppa ist bei Räumungen nie alleine,

ein Schlosser ist immer dabei,

meist zwei Zeugen.Oft kommt noch

jemand von der Hausverwaltung

oder die Männer vonder Spedition.

Es gibt zwei Arten von Räumungen:

Entweder,die Möbelpacker räumen

alles aus, und der Gerichtsvollzieher

übergibt die Wohnung besenrein

an den Vermieter; die Möbel

werden in manchen Fällen eingelagert.

Die andere Möglichkeit ist der

beschränkte Räumungsauftrag, bekannt

als „Berliner Räumung“. Dabei

holt der Gerichtsvollzieher nur

den Schuldner aus der Wohnung,

sein Hab und Gut bleibt drin. Diese

Räumung ist für den Vermieter viel

günstiger,deshalb,sagt Kruppa, wird

sie in seinem Bezirk häufiger in Auftrag

gegeben. Eine klassische Räumung

kostet leicht 4000, 5000 Euro,

es kann auch deutlich teurer werden.

Seine Arbeitstage beginnen gegen

acht, meist ist er zwischen 12 und 14

©Fotolia –Flamingo Images

Uhr fertig. Am Nachmittag läuft er

nicht mehr gernindem Teil der Stadt

herum, wo er arbeitet. „Dann ist es

eine ganz andere Art von Bezirk“,

sagt Kruppa. Ab 16 Uhr füllen sich

die die Straßen, und dann kann es

sein, dass er seinen Schuldnern in

den Geschäften begegnet.

Manchmal stehen gleich zwei

oder drei unabhängig voneinander

im selben Discounter, und alle nicken

ihm zu. So etwas ist Kruppa unangenehm;

er will die Leute nicht

bloßstellen. Eine Räumung ist ja so

eine unangenehme Erfahrung.

DemnächstTeil4:Unterwegs im Mietkrisenbezirk:

Die Sozialarbeiter vonNeukölln

Gabriela Keller

hat nach dem Termin ihre

Mietzahlungen überprüft.

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Politik

NACHRICHTEN

Bayerns Integrationsgesetz

teilweise verfassungswidrig

DerbayerischeVerfassungsgerichtshof

hat das unter dem damaligen Ministerpräsidenten

und jetzigen Bundesinnenminister

Horst Seehofer

(CSU) durchgesetzte bayerische Integrationsgesetz

in Teilen als verfassungswidrig

eingestuft. Nach dem

am Dienstag verkündeten Urteil ist es

ein unzulässiger Eingriff des Gesetzes

in die Meinungsfreiheit, Migranten

allein aufgrund einer bestimmten

Einstellung zur demokratischen

Grundordnung zu einem Grundkurs

über derenWertezuverpflichten. Die

bayerischenVerfassungsrichter kassierten

auch das im Gesetz vorgesehene

Bußgeld für Aktivitäten, die die

bestehende verfassungsmäßige Ordnung

durch eine andereOrdnung ersetzen

wollen. (AFP)

Amnesty: Mehr als 200 Tote

bei Unruhen im Iran

Beiden schweren Unruhen im Iran

im vergangenen Monat sind nach Angaben

der Menschenrechtsorganisation

Amnesty International 208 Menschen

ums Leben gekommen. Im

Iran waren Mitte November landesweite

Proteste gegen eine Erhöhung

der Benzinpreise und die Rationierung

vonKraftstoff ausgebrochen, gegen

die iranische Sicherheitskräfte

gewaltsam vorgingen. Nach offiziell

unbestätigten Angaben gab es zudem

mehr als 1000 Festnahmen. (dpa)

Finnlands Regierungschef

tritt zurück

Der finnische Ministerpräsident bleibt geschäftsführend

im Amt.

AP

Sechs Monate nach Amtsübernahme

hat Finnlands Ministerpräsident

Antti Rinne seinen Rücktritt erklärt.

DerSozialdemokrat reichte am

Dienstag wegen eines Streits mit seinem

wichtigsten Koalitionspartner

das Rücktrittsgesuch seiner Regierung

bei Präsident Sauli Niinistö ein.

DerPräsident nahm das Gesuch an,

bat Rinne jedoch, geschäftsführend

im Amt zu bleiben, bis eine neue Regierung

gefunden worden sei. (dpa)

Simbabweleidet unter

Hungerkrise

Simbabwe droht wegen Dürreund

jahrzehntelanger Misswirtschaft unter

dem 2017 gestürzten und im September

gestorbenen Langzeitherrscher

RobertMugabe die

schlimmste Hungerkrise in zehn

Jahren. Mehr als die Hälfte der 14

Millionen Einwohner wisse nicht

immer,wodie nächste Mahlzeit herkomme,sagte

der Vertreter des Welternährungsprogramms,Eddie

Rowe,amDienstag in Harare. (dpa)

Anschlag auf Roma: Anklage

wegen versuchten Mordes

DieStaatsanwaltschaft Stuttgarthat

Anklage gegen fünf Männer erhoben,

die im Maieinen Brandanschlag auf

eine Roma-Familie verübt haben sollen.

Ihnen wirdversuchter Mord vorgeworfen.

DieErmittler schließen ein

rassistisches Motiv nicht aus.Bei dem

Angriff war eine Fackel knapp neben

einenWohnwagen geworfen worden.

DieimWagen schlafende Frau und

ihr neun Monate alter Sohn wurden

nicht verletzt. (dpa)

Chefsachen

Der SPD-Parteitag wird für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zur ersten Bewährungsprobe

VonAndreas Niesmann

Es ist eine Premiere, die an

diesem Dienstag, um 11 Uhr,

im Willy-Brandt-Haus stattfindet.

Zum ersten Mal treffen

die designierten Parteivorsitzenden

Saskia Esken und NorbertWalter-

Borjans auf das erweiterte Präsidium

der SPD,das aus den Spitzen vonPartei,

Fraktion und Regierung besteht.

Bereits vor der Sitzung geht bei

den Teilnehmern die mit Spannung

erwartete überarbeitete Version des

Leitantrags für den am Freitag beginnenden

Bundesparteitag ein. DieursprünglicheVersion,

die das rund 40-

köpfige Gremium erarbeitet hatte,

hatten Esken und Walter-Borjans

kassiert. Siewollen dem Parteitag ihren

Stempel aufdrücken –vor allem

bei den Themen Halbzeitbilanz und

Fortführung der großen Koalition.

Die SPD-Minister und weite Teile

der Fraktion wollen in der Regierung

bleiben. Diese Genossen atmen nach

einer ersten Lektüre vorsichtig auf:

Da ist kein Punkt drin, der zu einem

sofortigen Koalitionsbruch führen

würde.Auch auf ein Datum, bis wann

die vonihnen angestrebten Nachverhandlungen

des Koalitionsvertrages

mit der Union beginnen oder abgeschlossen

sein sollen, haben Esken

und Walter-Borjans laut Teilnehmerangaben

fürs Erste verzichtet.

Wie geht es weiter?

Derfinale Antrag soll am Donnerstag

vomSPD-Vorstand beschlossen werden.

DerParteitag soll den Antrag am

Freitag beraten und beschließen.

In den darauffolgenden Wochen

könnte sich die Frage nach dem Fortbestand

der Koalition allerdings sehr

wohl stellen – vor allem wenn die

Union Verhandlungen weiter verweigert.

CDU-Chefin Annegret Kramp-

Karrenbauer ließ zuletzt wenig Bereitschaft

erkennen, dem neuen SPD-

Duo entgegenzukommen. Bei einem

Fernsehinterview am Dienstagmorgen

knüpfte sie die Zukunft der mühsam

ausgehandelten Grundrente an

ein Bekenntnis der SPD zum Fortbestand

der großen Koalition. „Bei der

Grundrente haben wir gesagt, wir

werden in das parlamentarische Verfahren

erst dann einsteigen, wenn

klar ist, dass diese Koalition auch fortgesetzt

wird“, sagte Annegret Kramp-

Karrenbauer bei RTL/n-tv.

VonKatrin Pribyl, London

Eigentlich sollte der Nato-Gipfel in

London eine einzige Feierveranstaltung

werden. Zwei Tage lang begeht

das Nordatlantische Verteidigungsbündnis

seinen 70. Geburtstag,

zum Auftakt lud Königin Elizabeth II.

die 29 Staats- und Regierungschefs

am Dienstag zu einem Abendessen in

den Buckingham-Palast. Doch all der

Pomp und Prunk der royalen Kulisse

konnten nicht die Schwierigkeiten

verbergen, die zwischen den Bündnispartnernherrschen.

Der Zusammenhalt ist herausgefordertwie

nie in der Geschichte und

so hatte der Gipfel vor allem ein Ziel:

Es sollte keinen öffentlichen Eklat geben,

dafür Schadensbegrenzung

nach wochenlangen Streitereien.

Und sopräsentierte sich selbst US-

Präsident Donald Trump für seine

Verhältnisse untypisch diplomatisch.

Er fand lobende Worte für die Nato,

was Beobachter überrascht zur

Kenntnis nahmen. Immerhin war die

Beziehung zwischen dem Republikaner

und der Allianz in der Vergangenheit

nicht von Harmonie geprägt,

Trump bezeichnete die Nato etwa als

„obsolet“. Am Dienstag klang das anders:

Er sei ein größerer Fander Nato

geworden, weil diese anpassungsfähig

sei, sagte Trump.„Wenn sie nicht

Bei der SPD hofft man auf frischen Wind durch das neue Führungsduo.

IMAGO IMAGES

„Die Sozialdemokraten tun gut daran,

interne Richtungsfragen nun schnell zu klären

und dann umgehend zur Sacharbeit

zurückzukehren.“

Mike Mohring,

Vorsitzender der CDU Thüringen

Hirn und Herz

Der Gipfel zum 70-jährigen Bestehen der Nato steht im Zeichen eines Richtungsstreits

Frankreichs Präsident Macron und US-Präsident Trump (v.l.) beim Nato-Gipfel

flexibel gewesen wäre, wäreich wahrscheinlich

nicht so glücklich“.

Ohne Austeilen wollte der US-Präsident

den Tag aber nicht verstreichen

lassen.Vordem Startdes Gipfels

nannte er die Kritik von Frankreichs

Präsident Emmanuel Macron an dem

Militärbündnis „beleidigend“ und

„respektlos“. Macron hatte in einem

Interview der Nato den„Hirntod“ bescheinigt

und mehr europäische Eigenständigkeit

in Sicherheitsfragen

gefordert. Trump bezeichnete das als

ein „sehr, sehr böses Statement“. Am

Nachmittag trafen die beiden aufeinander.

„Meine Äußerungen haben

Reaktionen hervorgerufen, aber ich

AP

stehe dazu“, sagte Macron und beklagte

das Fehlen einer strategischen

Ausrichtung der Nato, etwa dass es

keine gemeinsame Definition von

Terrorismus gebe.

Trump erneuerte derweil seine

Kritik an Deutschland für dessen –

im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt

– zu niedrigen Verteidigungsausgaben.

Die Lastenteilung

sei „nicht fair“, monierte er, nicht

zum ersten Mal, aber moderater als

sonst. Der offiziellen Nato-Statistik

zufolge gab Deutschland in diesem

Jahr 1,38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts

für Verteidigung aus, die

USA 3,42 Prozent. Die Bundesregie-

Die Genossen reagierten gelassen.

„Durchschaubar“ sei der Versuch,

die SPD zu provozieren, hieß es

aus der Fraktion. Den Kurs könne

Kramp-Karrenbauer bei ihren eigenen

Leuten nicht durchhalten.

Thüringens CDU-Chef Mike

Mohring hat das Infragestellen der

Grundrente durch die CDU-Chefin

bereits kritisiert. „Den Kompromiss

zur Grundrente haben wir mühsam

und zum Wohle der Bürger errungen.

Mit dieser Einigung ist es uns

ein Stück weit gelungen, Vertrauen

der Bürger in die Handlungsfähigkeit

von Politik zurückzugewinnen.

Diese Errungenschaft sollten wir

nicht aufs Spiel setzen“, sagte Mohring

der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland/RND).

Geywitz tritt an

Bei ihrem Personaltableau sind Esken

und Walter-Borjans inzwischen

ein Stück weiter. Nach RND-

Informationen hätten sie gerne die

saarländische Wirtschaftsministerin

Anke Rehlinger als stellvertretende

Parteivorsitzende im Team.

Auch die Landesverbände der Südwest-SPD

sollen dieser Idee einiges

abgewinnen können. Noch, heißt

es, sei die 43-Jährige aber unentschieden.

Sollte Rehlinger zum Zug kommen,

würden die Chancen von Udo

Bullmann steigen, das Amt des Europabeauftragten

zu behalten. Die Interessen

der Südwest-SPD wären bedient,

der hessische Landesverband,

aus dem Bullmann stammt, dürfte

noch auf einen Posten hoffen.

Die Brandenburgerin Klara Geywitz

wird definitiv für einen der drei

Vizeposten antreten. Arbeitsminister

Hubertus Heil und Juso-Chef Kevin

Kühnert streben ebenfalls nach einem

solchen Amt. Sollten allerdings

Lars Klingbeil Generalsekretär und

Dietmar Nietan Schatzmeister bleiben,

müsste aus Gründender Gleichberechtigung

der dritte Vizeposten

mit einer Frau besetzt werden. Oder

aber die SPD löst das Problem so,wie

sie es in der Vergangenheit schon oft

getan hat: Indem sie weitere Führungsämter

erfindet. (mit kor.)

Andreas Niemann hielte

ein Scheiternder Grundrente

für einen Skandal.

rung will bis zum Jahr 2024 1,5 Prozent

erreichen, was eine deutliche

Steigerung darstellt –auch als Reaktion

aufTrumps Forderungen.

Neben Macrons Äußerungen,

den Diskussionen über den Zustand

der Nato sowie dem künftigen Umgang

mit China, steht beim Nato-

Gipfel die Türkei im Fokus. Die Beziehungen

zwischen Präsident Recep

Tayyip Erdogan und einigen

Partnerländern sind massiv gestört,

seit türkische Truppen in Nordsyrien

ohne Absprache mit den Nato-Partnern

einmarschiert sind. Generalsekretär

Jens Stoltenberg nahm die

Türkei als „ein sehr wichtiges Mitglied

der Nato“ inSchutz. Macron

hatte im Vorfelddagegen Ankaraaggressives

Verhalten bei der Offensive

in dem Bürgerkriegsland vorgeworfen.

Erdogan verteidigt den Einmarsch

mit Sicherheitsinteressen.

Für eine Verschärfung der Spannungen

sorgte außerdem Erdogans Ankündigung,

Nato-Hilfen für baltische

Staaten blockieren zu wollen,

sollte das Bündnis die kurdische Miliz

YPG nicht als Terrororganisation

einstufen. Um Syrien ging es auch

bei einemVierertreffenamNachmittag

mit Bundeskanzlerin Angela

Merkel, Macron, Erdogan und dem

britischen Gastgeber, Premierminister

BorisJohnson, in Downing Street.

Das wärmste

Jahrzehnt der

Geschichte

UN-Bericht warnt vor

Anstieg des Meeresspiegels

Hitzewellen,

Dürreperioden,

Waldbrände: Die Jahre 2010 bis

2019 gehen nach Einschätzung der

Unowohl als das heißeste Jahrzehnt

in die Geschichte ein. Dies sei„ziemlich

sicher“, teilte die UnoamDienstag

am Rande der Weltklimakonferenz

in Madrid mit. Das Jahr 2019

zählt demnach voraussichtlich zu

den drei wärmsten Jahren seit 1850,

dem Beginn der systematischen

Temperaturauswertungen.

Daszurückliegende Jahrzehnt sei

von „außerordentlicher Hitze, Gletscherschmelze

und einem weltweiten

Anstieg des Meeresspiegels“ geprägt

gewesen, erklärte die Weltorganisation

für Meteorologie (WMO).

Grund dafür seien die durch

menschliches Handeln verursachten,

klimaschädlichen Treibhausgase.

Allein im Jahr 2019 habe die Temperatur

nach Auswertung der bisher

vorliegenden Daten um 1,1 Grad

Celsius über dem vorindustriellen

Niveau gelegen, erklärte die WMO.

Die Organisation verwies auf zahlreiche

Waldbrände, Hitzeperioden

und Wirbelstürme. Nach dem Pariser

Klimaabkommen soll die Erderwärmung

auf möglichst 1,5 Grad im

Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter

begrenzt werden.

2016 bleibt laut WMO in jedem

Fall das wärmste Jahr seit Beginn

der Wetteraufzeichnungen, unter

anderem wegen des damals besonders

starken Klimaphänomens El

Niño. Die UN-Organisation stützt

sich bei ihrer vorläufigen Einschätzung

für 2019 auf Daten zu den

Der weltweite Temperaturanstieg führtzu

immer längeren Dürreperioden.

AFP

Temperaturen zwischen Januar und

Oktober. ImMärz 2020 ist die Auswertung

des Gesamtjahres abgeschlossen.

CO 2 -Ausstoß nimmt langsamer zu

Der weltweite Ausstoß des Treibhausgases

Kohlendioxid (CO 2 )hat einer

Studie zufolge auch 2019 wieder

zugenommen. Im Vergleich zu den

Vorjahren habe sich der Anstieg aber

verlangsamt, ergaben Berechnungen

des Forschungsverbunds Global

Carbon Project.

Die Wissenschaftler rechnen für

dieses Jahr mit einem Anstieg der

Emissionen von 0,6 Prozent, wenn

auch innerhalb einer Unsicherheitsspanne.

Das wäre deutlich weniger

als im Vorjahr: 2018 gab es ein Plus

von2,1 Prozent.

Derneuen Projektion zufolge verbrannten

vor allem die Europäische

Union und die USA in diesem Jahr

weniger Kohle, in Indien und China

verlangsamte sich wenigstens die

Zunahme des Kohleverbrauchs.

Dazu komme, dass die Wirtschaft

weltweit langsamer gewachsen sei,

heißt es im Bericht. Dass die Emissionen

trotzdem zunahmen, lag den

Wissenschaftlern zufolge daran,

dass mehr Erdgas und mehr Erdöl

genutzt wurden.

Die Berechnungen des internationalen

Forschungsverbundes sollten

am Mittwoch in den Fachzeitschriften

Nature Climate Change,

Environmental Research Lettersund

Earth System Science Data veröffentlicht

werden. (AFP,dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 5

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Politik

HerrLehrer,ich weiß es! y=mx+n.Die meisten erinnernsich bestimmt.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Hefte raus, Mathestunde

Wasbedeuten die Ergebnisse der Pisa-Studie in der Praxis? Und hat das Handy schlechten Einfluss auf die Lesekompetenz? Ein Schulbesuch in Britz

VonMargarethe Gallersdörfer

Auch wenn man zehn Jahre

raus ist aus der Schule –das

Gefühl kommt schnell zurück.

Direktor RobertGiese,

der sich eben noch zuvorkommend

verabschiedet hat, schaut Sekunden

später strafend einen Schüler an, der

gerade versucht, sich unauffällig an

ihm vorbeizudrücken. „Du bist zu

spät“, sagt er,indiesem ganz speziellen

Lehrerton. „Sorry, Herr Giese“,

murmelt er zurück, und man duckt

sich gleich ein bisschen mit.

Doppelstunde Mathe, Dienstagmorgen

um acht Uhrinder 9. Klasse

an der Fritz-Karsen-Gemeinschaftsschule

in Britz. Hier sitzen alle in einem

Raum: Zukünftige Einserabiturienten,

Schüler, die nach dem MSA

gehen, nach der Berufsbildungsreife,

Schüler mit sonderpädagogischem

Bedarf. Werfen sich Radiergummis

zu. Drehen sich grinsend um, wenn

einer zu stottern anfängt. Strahlen

niedlich auf, wenn der Sitznachbar

eine halbe Stunde nach Unterrichtsbeginn

auch noch hereinschlurft.

Überfordert wirken die Teenies

nicht. Mathe halt. Heute: die Funktionsgleichung.

Auf dem Polylux

schiebt Lehrer Robert Piasek einen

Strich auf einem Koordinatensystem

umher.y=mx+n.Sie erinnernsich.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse

der aktuellen Pisa-Studie liegt

zu diesem Zeitpunkt noch etwa eine

Stunde in der Zukunft. Danach: Unzufriedenes,

aber doch hörbares

Ausatmen. Deutsche 15-Jährige liegen

deutlich über dem OECD-

Durchschnitt, in allen drei Testgebieten:

Mathematik, Naturwissenschaften,

Lesekompetenz. Der Pisa-

Schock 2.0: Er bleibt aus.

Schlechter als 2015 und 2016

Kristina Reiss und ihr Team, die an

der TU München den deutschen Teil

der Studie koordinieren, bezeichnen

die Ergebnisse als „durchaus akzeptabel“.

Mehr aber auch nicht: Obwohl

Deutschland seit den ersten Ergebnissen

2001 eine massiveVerbesserung

gelungen ist, haben die Schülerinnen

und Schüler im Vergleich

zur letzten Studie, durchgeführt

2015, veröffentlicht 2016, wieder

schlechter abgeschnitten.

„Gleich umdrehen, zurück auf

den Hof!“ Die Mathestunde ist vorbei.

Lehrer Robert Piasek steht nun

auf dem Flur im Erdgeschoss der

Schule und bewacht die Tür vor

frischluftscheuen Schülerinnen, die

ihre Pause lieber im Warmen verbringen

würden. „Das wird jetzt

noch ein paar Minuten so gehen“,

erklärt er, „aber wir können gleichzeitig

raus auf den Hof!“ Er ist 32

Jahre alt und schon seit dem Referendariat

an der Fritz-Karsen-

Schule,imsiebten Jahr inzwischen.

Pisa 2018 –Deutschland besser als der OECD-Durchschnitt

Seit dem Jahr 2000 vergleicht die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung) alle 3Jahre die Leistungen 15-jähriger Schüler.

Auswahl an Ländern, Provinzen und Städten; Durchschnittsergebnisse in Punkten

über OECD-Durchschnitt

P-S-J-Z*

Singapur

Kanada

Finnland

Polen

USA

Großbritannien

Japan

Australien

Deutschland

Frankreich

Niederlande

Österreich

Schweiz

Italien

Türkei

Griechenland

Mexiko

Katar

Thailand

Dom. Rep.

Philippinen

Lesekompetenz

555

549

520

520

512

505

504

504

503

498

493

485

484

484

476

466

457

420

407

393

342

340**

Washält er von der Lesekompetenz

seiner Schüler, indiesem Jahr

Schwerpunkt der Pisastudie? „Riesenproblem“,

sagt Piasek. „Lesen,

schreiben …“, ruft eine Deutschkollegin

dazwischen, die gerade die

unter OECD-Durchschnitt

Mathematik

591

569

512

507

516

478

502

527

491

500

495

519

499

515

487

454

451

409

414

419

325**

353

Naturwissenschaften

590

551

518

522

511

502

505

529

503

503

493

503

490

495

468

468

452

419

419

426

336**

357

OECD-Durchschnitt 487 489 489

*Peking,Shanghai, Jiangsu, Zhejiang; bester Wert in allen Kategorien ** schlechtester Wert in dieser Kategorie

BLZ/GALANTY; QUELLE: OECD, DPA

Treppe hochsteigt. Um längereTexte

gehe es ja eher bei den Gesellschaftswissenschaften,

ergänzt Piasek, aber

er merke es schon bei den Matheaufgaben,

selbst bei den leistungsstarken

Schülerinnen und Schülern. „Da

fehlt es wirklich an den Basics: lesen,

filtern, fremde Begriffe aus dem Kontext

heraus verstehen.“

Und ist daran, wie Manfred Spitzer(„digitale

Demenz“) und Konsorten

vermuten, wirklich das Handy

schuld? Was das Schreiben betrifft,

ist sich Piasek da relativ sicher:„Man

merkt selbst in der Oberstufe,dass es

kein Grundbewusstsein für Großund

Kleinschreibung gibt, weil das ja

die Maschine übernimmt.“

DasSchulsystem ist schuld

Trotzdem sei es ihm zu einfach, alles

auf das Handy zu schieben. Er selbst

habe bis zur zehnten Klasse auch

kein Buch in die Hand genommen,

sagt Piasek, und konnte trotzdem einen

Text analysieren. „Ich würde sogar

behaupten, dass die Schüler

durch das Handy heute mehr lesen

als früher. Aber natürlich lesen sie

anders,eher Kurznachrichten, keine

längeren Sachen. Und wenn alles,

was sie außerhalb der Schule anWissenbekommen,

über Videos vermittelt

wird –wosoll Lesekompetenz

dann herkommen?“

Die Pisastudie hat ergeben, dass

deutsche Schülerinnen und Schüler

zwar international mit am besten

über Lesestrategien informiert sind.

Leider wenden sie ihr Wissen nicht

an. Piasek bestätigt aus der Praxis:

„Es gibt genug Methoden, und eigentlich

sollen wir die auch regelmäßig

trainieren. Aber das geht im Alltag

oft einfach unter.“

Zurück ins Büro des Direktors.

RobertGiese ist 30 Jahreälter als sein

junger Kollege, gebürtiger Ostberliner

und leitet die Fritz-Karsen-

Schule seit 13 Jahren. Auf die Pisa-

Studie angesprochen lächelt er

milde. Tests, die nur auf Leistungen

schauen, ohne zu berücksichtigen,

wo ein Kind startet, sind für seine

tägliche Arbeit uninteressant. Das

zentrale Pisa-Ergebnis, für ihn wie

für viele andere Lehrerinnen und

Lehrer im Land, alle Jahrewieder:In

wenigen anderen Ländernhängt der

Schulerfolg so stark vom Elternhaus

ab wie in Deutschland.

Das mehrgliedrige Schulsystem,

sagt Giese, segregiert die sozialen

Schichten, diskriminiert Schülerinnen

und Schüler mit Migrationshintergrund,

steht der Inklusion imWeg.

„Den Bildungserfolg vomElternhaus

zu entkoppeln, schafft nur eine

Schulform: die Gemeinschaftsschule“,

sagt Giese. Esdürfte keine

andereSchulformmehr geben, bundesweit.

Doch dass sich diese Idee in

nächster Zeit durchsetzen wird,

scheint auch er nicht zu glauben.

Margarethe Gallersdörfer

saß vorzehn Jahren zum

letzten Mal im Klassenraum.

Arbeitstage wie Spitzenmanager

Südkorea ist genau wie seine ostasiatischen Nachbarstaaten Pisa-Spitzenreiter.Für die Schüler des Landes ist das rigide Bildungssystem jedoch auch eine große Herausforderung

VonFabian Kretschmer

Die

Zehn-Millionen-Metropole

Seoul kommt an einem Vormittag

im Jahr zum Stillstand: Als am 14.

November 2019 rund Fünfhunderttausend

südkoreanische Oberschüler

zur Universitätseingangsprüfung

antraten, öffneten die staatlichen

Firmen und Börsenmärkte eine

Stunde verspätet –damit die Pendler

nicht die U-Bahnen und Busse zum

Schulweg verstopfen. Während des

35-minütigen Hörverständnistests

in Englisch wurde gar der Flugraum

landesweit gesperrt. Und bereits

Tage zuvor waren die buddhistischen

Tempel mit besorgten Müttern

gefüllt, die mit Räucherstäbchen

und Kerzen für die Zukunft ihrer

Kinder beteten. Der neunstündige

Prüfungsmarathon ist

schließlich für einen jeden Südkoreaner

der wohl entschiedenste Tagim

Leben.

Wie invielen ostasiatischen Ländern

gilt auch im konfuzianisch geprägten

Südkorea Bildung als

Schlüssel zum gesellschaftlichen

Aufstieg.

In allen Disziplinen vorn

Das spiegelt sich eindrucksvoll bei

den am Dienstag vorgestellten Pisa-

Ergebnissen wider:Die südkoreanischen

Schüler landeten durchweg

in der Spitzengruppe, oft nur geschlagen

vonden asiatischen Stadtstaaten

Singapur und Hongkong.

Im Vergleich mit Deutschland

hat Südkorea in allen getesteten

Disziplinen – Lesen, Mathematik

und Naturwissenschaften –imdirekten

Vergleich die Nase vorn.

Ebenfalls ist das Bildungssystem

der Koreaner vergleichsweise integrativ:

Der soziale Hintergrund der

Eltern spielt eine geringere Rolle

verglichen mit dem OECD-Durchschnitt.

Der Test: Der Pisa-Test wird in Deutschland

vomZentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien

(ZIB) durchgeführt. Pisa-Tests

finden alle drei Jahre statt, immer in den Bereichen

Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.

Getestet werden Hunderttausende

per Stichprobe ausgewählte 15-JährigeSchülerinnen

und Schüler in mittlerweile

79 Ländern.

WER TESTET WAS?

Die Aufgaben: Die Schüler klicken sich am

Computer lang durch Aufgaben, meist „multiple

choice“. Beim Lesetest müssen sich die

Schüler auch in einem fiktiven Internetforum

bewegenund bewerten, ob jemand eine

Falschbehauptung aufstellt. Das Testsystem

passt sich den Schülernan: Wergut durch einen

Aufgabenblock kommt, bekommt im

zweiten Block schwierigere Aufgaben.

Tatsächlich war noch nach dem

Koreakrieg (1950–53) der Großteil

der Bevölkerung analphabetisch.

Heute gibt es in keinem Land der

Welt mehr Uni-Absolventen als in

Südkorea. Dabei hat das rigide Bildungssystem

auch seine Schattenseiten,

die sich nicht zuletzt in einem

gängigen Sprichwort der südkoreanischen

Jugend widerspiegeln:Wenn

du drei Stunden schläfst,

wirst du den Test bestehen. Vier

Stunden Schlaf – und du fällst

durch. Die Oberschüler des Landes

stemmen Arbeitstage wie Spitzenmanager.

Dabei findet der wichtigste Teil

des Büffelns nicht im Schulgebäude

statt. Je näher es an den entscheidenden

Universitätseingangstest

geht, desto desinteressierter und

schläfriger werden die Schüler in

den Klassenzimmern. Der wirklich

wichtige Teil beginnt nachmittags in

den Nachhilfeinstituten, „Hagwon“

genannt. Dortwirdnämlich effizient

und gezielt für die Prüfung am Ende

der Oberschule gebüffelt.

Büffeln bis zehn Uhrabends

Die massiven Kosten außerschulischer

Bildung sind längst zum gesellschaftlichen

Übel geworden.

Seit Jahren versucht das Bildungsministerium

in Seoul den Nachhilfesektor

zu regulieren, um die

Chancengleichheit für Kinder aus

weniger privilegierten Haushalten

zu gewährleisten. Bislang jedoch ist

der Widerstand aufgebrachter Elternzustark.

Der vielleicht bislang größte Erfolg:

Seit einigen Jahren müssen die

südkoreanischen „Hagwons“ um

zehn Uhr abends schließen, damit

die Kinder genug Schlaf bekommen.

Am 7. November hat das Bildungsministerium

in Seoul nun die

Abschaffung seiner rund 80 Elite-

Schulen angekündigt. „Ich nehme

die Sorgen der Öffentlichkeit ernst,

dass die Ungleichheit im Schulsystem

auch zur Ungleichheit zwischen

den gesellschaftlichen Schichten

führt“, begründete Ministerin Yoo

Eun-hae die Maßnahme.

Gleichmacherei bedeutet das jedoch

nicht: Ab 2025 wird insüdkoreanischen

Oberschulen ein sogenanntes

„Credit-System“ nach dem

Vorbild von Universitäten eingeführt:

Dann können die Schüler weitestgehend

selber bestimmen, welche

Kurse sie belegen wollen.


6 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Hauptstadt

Sinn und Besinnlichkeit

Der Advent ist die Zeit der Rituale und Symbole. Das gilt auch in der Politik. Wieüppig

die Symbolik dabei ausfällt, ist von Nation zu Nation unterschiedlich. Die eine begnügt

sich mit einer Pressekonferenz, für die andere müssen es zehn Millionen

Weihnachtslichter sein. Und natürlich steckt hinter all dem eine politische Botschaft

Grafik: Isabella Galanty

Eine Bescherung der anderen Art

Die 5,50 Meter hohe Douglas-Fichte hat ihren

Platz im Blue Room gefunden, und auch die

130 übrigen Zimmer desWeißen Hauses sind festlich

geschmückt. Nachdem die vonFirst Lady Melania

Trump imvorigen Jahr ausgewählten blutroten

Tannenbäume für heftige Debatten gesorgt

hatten, dominieren dieses Mal die traditionellen

Farben Gold, Weiß und Rot. Zwei Truthähne wurden

vom Präsidenten schon begnadigt und ein

Militärhund ausgezeichnet. Keine Frage: Es weihnachtet

an der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington.

Aber irgendwie fühlt es sich gar nicht so

an.

Das liegt nicht zuletzt am Hausherrn, der

grundsätzlich eher auf Krawall als auf Feiertagsstimmung

gebürstet ist. Zwar brüstet sich Donald

Trumpvor seinen konservativen Wählern, dass in

den USA nun wieder „Frohe Weihnachten“ statt

„Schöne Feiertage“ gewünscht würden. Doch mit

dem Fest scheint er nicht wirklich etwas anfangen

zu können.„Glaubst du noch an das Christkind?“,

fragte er im vergangenen Jahr ein kleines Mädchen:

„Mit sieben Jahren ist das grenzwertig,

oder?“ Wegen der Haushaltssperre konnte er damals

nicht wie geplant auf seinen Golfplatz in Florida

flüchten. Entsprechend war seine Laune:„Ich

bin alleine imWeißen Haus –ich Armer“, twitterte

er an Heiligabend, begleitet von allerhand Verwünschungen

gegen die Demokraten.

Die kommendenWochen dürften noch unerquicklicher

werden, denn im Kongress laufen die

Vorbereitungen für das Impeachment auf Hochtouren.

Nach derzeitiger Planung könnte das Repräsentantenhaus

wenige Tage vorWeihnachten

über die Amtsenthebung abstimmen und dem

Präsidenten so eine üble Bescherung bereiten:

DieMehrheit der Demokraten für die Anklage vor

dem Senat scheint sicher.Zwar dürften die Republikaner

dann höchstwahrscheinlich im neuen

Jahr im Senat dasVerfahren niederschlagen. Doch

die Voraussetzungen für eine friedliche Adventszeit

ohne parteipolitisches Gezänk könnten kaum

schlechter sein –auchwennMelania

Trump unter Bezugnahme

auf das patriotische

Motto der diesjährigen

Weihnachtsdekoration

tapfer twittert:

„Der

Geist Amerikas

strahlt im

Weißen Haus.“

Karl Doemens

Werhat die meisten?

Zum Glück sollte an diesem Abend keine

Apollo in den Himmel geschossen werden.

„Zehn, neun, acht“, zählte der Madrider Bürgermeister

José Luis Martínez-Almeida, dann weiter:

„Vier, drei, zwei, eins.“ Er drehte sich hilfesuchend

um, und dann ging irgendwie die Weihnachtsbeleuchtung

an. Worauf die Vizebürgermeisterin

Begoña Villacís sagte: „Vigo, übertriff

das!“ Es war alles ziemlich peinlich.

Madrid, 3,2 Millionen Einwohner, ist die

Hauptstadt Spaniens und Vigo eine eher wenig

bemerkenswerte Hafenstadt mit 290 000 EinwohnerninGalizien,

im Nordwesten des Landes.Vigo

hat aber auch seinen Stolz und vor allem einen

Bürgermeister, den an Eigenliebe kein anderer

spanischer Politiker übertrifft, nicht mal Regierungschef

Pedro Sánchez. Abel Caballero heißt

der Bürgermeister, er ist Sozialist, aber hauptsächlich

sein eigener Parteigänger. Nach zwölf

Jahren im Amtkönnen die Leute in Vigo gar nicht

genug von ihm bekommen: Bei den Kommunalwahlen

im Maierhielt er mehr als zwei Drittel der

Stimmen, was im traditionell tiefschwarzen Galicien

doppelt bemerkenswert ist. Eslag auch an

den Weihnachtslichtern.

Im September vergangenen Jahres war es Caballero

eingefallen, die halbe Welt herauszufordern.„Die

Bürgermeister vonLondon, Tokio,New

York, die Bürgermeisterin von Paris, der Bürgermeister

von Berlin sollen wissen, dass wir dieses

Jahr nicht zu übertreffen sein werden. Madrid

und Barcelona erwähne ich gar nicht. Sie sollen

sich bereit machen!“ Bereit dazu, Vigo neidlos als

die Stadt der großartigsten Weihnachtsbeleuchtung

anzuerkennen. Im Dezember brannten

dann neun Millionen Lichtlein in der Hafenstadt,

und alle spanischen Medien berichteten darüber.

Caballero hatte sein Ziel erreicht: Vigo ist Spaniens

Weihnachtshauptstadt.

Madrids neue, konservative Stadtregierung

aber glaubt, mit Vigo konkurrieren zu müssen.

Sie erhöhte das Budget für die Weihnachtsbeleuchtung

und lässt jetzt zehn Millionen

Lämpchen glühen, genauso viele

wie Vigo dieses Jahr. Falls sie denn jemand

gezählt hat. Martin Dahms

Schöner Schein

Esgibt da diesen Loriot-Weihnachtssketch, der

inzwischen so berühmt ist, dass er auch vonjenen

zitiert wird, die ihn noch nie gesehen haben.

Darin versucht eine Familie mit großer Energie,

das perfekte Weihnachtsfest zu feiern. Natürlich

geht alles schief, das Kind kann dasWeihnachtsgedicht

nicht, Opawill Marschmusik hören und stöpselt

auf der Suchenach einer Steckdose die Baumbeleuchtung

aus, der Vater packt missmutig die

hundertste Krawatte aus und das Spielzeug-Atomkraftwerkbrennt

ein Loch in den Fußboden. Aber:

Alle tun so, als verlebten sie einen wundervollen

Abend. Siehalten sich fest an Symbolen und Ritualen

und erst, als sie versuchen, das zerknüllte Geschenkpapier

im Treppenhaus zu verstecken und

beim Öffnen derWohnungstür unter Papierbergen

begraben werden, ist klar:Esist alles nur Schein.

Nun sind Symbole auch in der Politik eine

wichtige Sache. Deswegen legen Politiker vor

Denkmälern Kränze nieder, anderen Schleifen

sie anschließend noch ein bisschen herumzupfen.

Wenn es um größere Gesten geht, hat Willy

Brandt die Latte ohnehin unerreichbar hoch gelegt.

Undsowirkt die rituelle Symbolik in der Politik

an fast allen Tagen des Jahres eher hölzern.

Weil Ehrenbataillone und Spatenstiche mit dem

politischen Alltag eben nicht viel zu tun haben.

Insofern hat die (Vor-)Weihnachtszeit einen

unschätzbaren Vorteil: Endlich kann die Politik

sich warm und festlich zeigen. Der Ablauf ist eigentlich

immer gleich: Ab Ende November lädt der

Bundestag zu Fototerminen ein, bei denen Adventskränze

und diverse Weihnachtsbäume feierlich

übergeben werden. Dazu singen Kinderchöre

aus Bayern,und Politiker vonCSU und Grünen lächeln

gemeinsam. Undkurzvor dem Fest bringen

Pfadfinder das Friedenslicht aus Bethlehem.

Womit wir bei einem weiteren politischen

Weihnachtsritual wären: Der Ansprache des Bundespräsidenten,

traditionell ausgestrahlt am 25.

Dezember. Inhaltlich unterscheiden sich die Ansprachen

der letzten Jahrekaum. Zwar gibt es immer

einen Bezug zu einem aktuellen Thema. Doch

neben NSU-Terror (Wulff, 2011), Fußball-WM-

Sieg (Gauck, 2014) oder Hass in den sozialen Medien

(Steinmeier, 2018) dreht sich alles um das

Thema Frieden. Außerdem dankt das Staatsoberhaupt

den Polizisten und Krankenschwestern für

ihren Einsatz, als entschädige das für Überbelastung

und Unterbezahlung.AmEnde steht die Botschaft:

„Wir können optimistisch ins neue Jahr

blicken.“ Warum auch nicht? Es ist ja Weihnachten.

Undschon im Januar bleibt der

Politik nichts anderes übrig, als die

Tür zum Treppenhaus wieder

zu öffnen. Tanja Brandes

Ein Land umarmt sich

Advent findet in Russland eigentlich nicht statt.

Die orthodoxen Gläubigen füllen keine Kinderstiefel

oder Pappkalender mit Süßigkeiten, um

sich auf die russischeWeihnacht am 7. Januar einzustimmen.

Siefasten.

Umso mehr Feierlichkeiten drehen sich um

das Neujahrsfest mit seiner eher heidnisch-sowjetischen

Tradition. Schon im Dezember steigen

die ersten „Jolkas“ oder „Tannenbäume“: Tanzfeste

für Kinder, die dabei von„Väterchen Frost“

auch mit reichlich Süßwaren beschertwerden.

Es gibt auch „Jolkas“ im Kreml, aber sie sind

nicht gedacht, um möglichst viele russische Kinder

im trauten Kreis um Staatschef Wladimir Putin

zu vereinen, sondernals kommerzielle Shows

ganz ohne Landesvater,Karten für den ersten Reigen

am 24. Dezember sind nur noch ab 40 Euro zu

haben.

Putin tritt vorher auf, bei seiner alljährlichen

„großen Pressekonferenz“, mit über 1700 akkreditierten

Journalisten vergangenes Jahr durchaus

monumental. Aber da präsentiert ersich als topkompetenter,

schlagfertiger Kommunikator und

nicht als Weihnachtsmann der Nation. Seine alljährlichen

Neujahrsempfänge aber handelt die

Presse statt unter Politik unter Society ab.Vergangenes

Jahr lud der Präsident ins Bolschoi-Theater

ein, wo er sich gemeinsam mit Patriarch, Premierminister

und anderen VIPs aus Bürokratie, Wirtschaft

oder Showgeschäft Tschaikowskys „Nussknacker“-Ballet

anschaute.

Erst Silvester kommen Fest und Politik wirklich

zusammen. Dafür umso enger. Die letzten sechs,

sieben Minuten des Jahres gehören Putin, der auf

praktisch allen TV-Kanälen zum an den Festtagstafeln

versammelten Volk spricht.

PerVideoaufzeichnung erinnert erdie Russen

an ihre christlichen und nationalen Tugenden, an

die vergangenen Siege oder zumindest die überwundenen

Schwierigkeiten, an die kommenden

Herausforderungen und Aufgaben. Und er beschwört

die nationale Einheit. Das zentrale patriotische

Evangelium im Jahreskreis, kaum hat

der Präsident dem Vaterland gratuliert, da

schlagen die Glockenspiele des Kremls

landesweit Mitternacht, brechen Jubel

und Feuerwerke aus. Und Hunderte

Millionen Russen umarmensich.

Stefan Scholl

PLATZ DER REPUBLIK

Auf Nummer

sicher

Christine Dankbar

führtGespräche häufig zweimal.

Wer in den Sitzungswochen im

Regierungsviertel unterwegs

und von Beruf Journalistin ist, kann

jeden Tagtolle Begegnungen haben.

Man führt interessante Gespräche

mit Bundestagsabgeordneten fast aller

Parteien und erfährt viel –vor allem,

dass es nicht wenige sehr humorvolle

und überaus warmherzige

und kluge sogenannte Hinterbänkler/innen

gibt.

So nennt man bekanntlich jene

Abgeordnete, die zu Hause in ihren

Wahlkreisen bekannt sind, in der

Hauptstadt dann aber doch eher unbemerkt

in den Ausschüssen arbeiten.

Völlig zu Unrecht, stellt man

nach diversen Gesprächen mit den

betreffenden Personen fest. Das ist

jetzt allerdings ein sehr privater Eindruck.

Sobald es dienstlich ist, verändert

sich die Lage meistens leider beträchtlich.

Dienstlich bedeutet offiziell

und offiziell bedeutet für Politiker

vor allem, vorsichtig zu sein.

Dann wirdjedesWort und jedes Zitat

auf vermeintliche Untiefen abgeklopft.

In vielen Fällen ist die offizielle

Antwortauf eine Anfrage die Aneinanderreihung

unbedenklicher

und zumindest im eigenen politischen

Lager mehrheitsfähiger Sätze.

Für die Beschreibung einer politischen

Thematik ist das nicht immer

hilfreich, für den betreffenden Politiker

aber die sicherste und damit bevorzugte

Variante.

Natürlich haben Politiker/innen

und Journalist/innen auch früher

schon Gespräche „unter drei“ geführt.

Das bedeutet, dass man nicht

daraus zitieren darf, auch nicht anonym.

Heutzutage aber erlebt man

regelmäßig ein und dasselbe Gespräch

zweimal, erst als sogenanntes

Hintergrundgespräch und später in

der langweiligeren, zur Veröffentlichung

freigegebenen Version.

Es hat im übrigen den Anschein,

als nehme dieses Sicherheitsdenken

bei den Volksvertretern mehr und

mehr zu. Vermutlich liegt es daran,

dass die offiziellen Zitate der Abgeordneten

–neben ihren vom Blatt

abgelesenen Reden im Plenum des

Bundestages –das Einzige sind, was

sie an Außendarstellung weitgehend

selbst in der Hand haben.Wersich in

der Öffentlichkeit spontan zeigt oder

einen Lapsus begeht, muss damit

rechnen, dass der Vorfall auf Twitter

oder YouTube erscheint und mit hämischen

Äußerungen bedacht wird.

Vor einiger Zeit hat die Berliner

Zeitung unter den Bundestagsabgeordneten

eine schriftliche Umfrage

zu deren Arbeitsbelastung gemacht.

Viele haben geantwortet. Sehr häufig

wurden dabei die sogenannten sozialen

Medien angesprochen. Die

Häme und den Spott, der Abgeordneten

da oft entgegenschlägt, können

viele nur schwer aushalten. Die

meisten teilten das aber nur vertraulich

mit. Denn jammernde Politiker

kommen in der Öffentlichkeit besonders

schlecht an.

Allerdings deutet sich in Sachen

Spontaneität gerade eine Richtungsänderung

an. Schuld daran sind die

Kollegen von der Heute-Show, die

den Abgeordneten mit Mikro und

Kamera gerne im Reichstag auflauern.

Früher nahmen viele verängstigt

Reißaus –heute bleiben die Abgeordneten

stehen und kontern

schlagfertig. Vielleicht haben wir

Zeitungsleute bald auch etwas von

der neuen Offenheit.


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

4.9.19

4.9.19

▲ 12989,29 (+0,19 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

4.9.19

Stand der Daten: 03.12.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

3.12.19

▲ 60,98 (+0,15 %)

3.12.19

▲ 1,1071 (+0,44 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom03.12.zum Vortag

MTUAero Engines 248,00

3.12.19

+3,59 WWWWWWWW

Evotec 19,78 +3,29 WWWWWWW

Zalando 40,38 +2,91 WWWWWWW

Wirecard 118,30 +1,85 WWWWW

Bechtle 119,60 +1,53 WWWW

Fresenius 49,32 +1,40 WWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom03.12.zum Vortag

RTL Group 40,90 WWWWWWWWWWW –5,28

Airbus 124,14 WWWWWWWWW –4,43

Metro St. 14,08 WWWWWWW –3,16

Dürr 26,55 WWWWWWW –3,10

1&1 Drillisch 22,76 WWWWWW –2,82

ProSiebenSat.1 13,45 WWWWWW –2,54

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 03.12. ±% z. 02.12.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,43

3733/2909 3610,99

CAC 40(FR) – 1,03

5967/4556 5727,22

S&P UK(UK) – 1,76

1562/1323 1443,13

RTS (RU) – 1,28

1488/1033 1414,40

IBEX (ES) –0,22

9588/8286 9135,70

Dow Jones (US) –0,94

28175/21713 27520,59

Bovespa (BR) –0,43

109672/83892108401,30

Nikkei (JP) – 0,64

23608/18949 23379,81

Hang Seng (HK) –0,22

30280/24897 26379,22

Stx Singap. 20 (SG) –0,36

1657/1395 1598,33

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

netbank

netbank.de 3,59 3,59 3,59

Commerzbank

commerzbank.de 3,25 3,25 3,25

Targobank

targobank.de 3,75 3,75 3,75

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,49 3,69

Pax-Bank

pax-bank.de 3,99 3,99 3,99

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 3,85 3,90 3,99

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Rüdiger Grube kurz vor dem Rücktrittals Bahnchef.

Zwei Millionen für 30 Arbeitstage

Ex-Bahnchef Rüdiger Grube wurde zu Unrecht eine Abfindung gezahlt, sagt der Bundesrechnungshof

Von Frank-Thomas Wenzel

Beim Abgang von Bahnchef

Rüdiger Grube ging es nicht

mit rechten Dingen zu. Die

Abfindung, die der Manager

2017 kassierte, soll unzulässig gewesen

sein.

Grube war im vorvergangenen

Jahr nur gut vier Wochen im Amt.

Während einer Sitzung des Aufsichtsrats

am 30. Januar 2017 erklärte er völlig

überraschend seinen Rücktritt. An

dem Tagsollteder Vertragdes Managers,der

zu diesem Zeitpunkt bereits

acht Jahre an der Bahn-Spitze stand,

eigentlich verlängert werden. Doch

Grube auf der einen und der Aufsichtsrat

auf der anderen Seite konnten

sich nicht über die Konditionen

des Kontraktes einigen. Der Staatskonzernzahlte

ihm für 30 Arbeitstage

eine Abfindung vongenau 2,251 Millionen

Euro. All dies ist schon länger

bekannt.EsgabvielKritikanderHöhe

der Abfindungssumme.

Der Bundestag hatte vor mehr als

einem Jahr den Bundesrechnungshof

beauftragt, die Umstände vonGrubes

jähem Abgang zu untersuchen. Nun

liegt das Ergebnis vor. Ein Sprecher

der Behörde teilt auf Anfrage lediglich

mit: „Der Bundesrechnungshof kann

sich zu als VS-Vertraulich eingestuften

Berichten nicht äußern.“ Nach Informationen

des RedaktionsNetzwerks

Deutschland vertreten die

Fair Toys

Spielzeugfirmen wollen Sozial- und Ökosiegel einführen.Brancheerwartet zu Weihnachten3ProzentmehrUmsatz

Von Thomas Magenheim

Spielwarenhändlerund -hersteller

sprechen um diese Jahreszeit oft

nur vom Geschäft. 40Prozent ihres

Umsatzes macht die Branche traditionell

im Novemberund Dezember.

Weil auf die deutschen Verbraucher

ungeachtet konjunkturellen Schwächelns

Verlass ist, rechnet der Handelsverband

Spielwaren (BVS) auch

diesesJahrwiedermit rund3Prozent

Umsatzplus auf 3,4 Milliarden Euro.

ÄhnlicheZuwächse hatteesimVorjahr

gegeben. Wasdie Branche aber

derzeit zusätzlich umtreibt, ist das

Thema Nachhaltigkeit. „Der Greta-

Thunberg-Effekt ist in der deutschen

Spielwarenindustrieangekommen“,

meint derGeschäftsführerdes Deutschen

Verbands der Spielwarenindustrie

(DVSI), Ulrich Brobeil, in

Anspielung auf die schwedische

Umweltaktivistin. Das Gros der

Massive Probleme: Der

Rechnungshof hat bereits

mehrfach auf Probleme bei

der Bahn hingewiesen. Von

„systematischen Mängeln“

bei den vorangegangenen

Leistungs- und Finanzierungsverordnungen

(LuFV)

war die Rede. Der Bundestag

müsse dem Management

bei genauer auf die

Finger schauen.

Kontrolleuredie Position, dass Grube

keinen Anspruch auf eine Abfindung

gehabt habe.Dem Bund sei durch die

Zahlungen aus diesem Grund ein

Schaden entstanden.

Das Hauptargument der Aufsichtsbehörde

hat mit dem zu tun,

was beim Ausscheiden von Beschäftigten

prinzipiell gilt: Nur wenn der

Arbeitgeber kündigt, kann der Beschäftigte

auf eine Abfindungszahlung

pochen. Doch Rüdiger Grube

war aus freien Stücken selbst zurückgetreten,

damit hatte er einseitig seinen

noch laufenden Vorstandsvertrag

gekündigt und damit seine Tätigkeit

SYSTEMATISCHE MÄNGEL

Staatliche Subventionen:

Bei der neuen LuFV geht es

um gut 50 Milliarden Euro,

die zwischen 2020 und

2030 für die Erneuerung der

Bahn-Infrastruktur ausgegeben

werden sollen. Im September

hatte der Rechnungshof

gefordert, den

Staatskonzern„strukturell zu

erneuern“ und den Einfluss

des Bundes zu stärken. .

Verkehrsminister: Die

Rechnungsprüfer rügenaktuell

auch das Verhalten von

Verkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU). Sein Haus

habe bei der Erstellung des

Berichtes im Fall Grube keine

Stellungnahme abgegeben.

Die Behörde hat sich

jüngst häufiger mit dem Verkehrsminister

angelegt, etwa

in Sachen Pkw-Maut.

als Vorstandschef der Deutschen

Bahn beendet. Auch die Höhe der

Zahlungen wirdlaut Handelsblattvon

den Rechnungsprüfern kritisiert. Die

2,251 Millionen Euro seien zusammengekommen,

weil vorausgesetzt

wurde, dass im Jahr 2017 alle Unternehmensziele

der Bahn vollständig

erreicht werden, was den Anspruch

auf hohe Bonuszahlungen nach sich

zog.Diesanzunehmen,entbehreaber

jeder Grundlage,daschon in denVorjahren

die Vorgaben nie zu 100 Prozent

erreicht wurden.

DenVorgangmüssemandemehemaligen

Verkehrsminister Alexander

DVSI-Hersteller sei überzeugt, dass

ökologische Nachhaltigkeit strategische

Bedeutunghat, die künftig über

Verkaufserfolge mitentscheide. Für

eine Branche,deren in Deutschland

verkaufte Waren zu70Prozent aus

China kommen, ist das ein anspruchsvolles

Vorhaben, räumen

Brobeil und BVS-ChefSteffenKahnt

ein.

Beginnen will man beim am

leichtesten Beeinflussbaren wie der

Verpackung, die bei Spielwaren oft

besonders voluminös ist. „Es wird

weniger und leichter zu öffnen“, sagt

Kahnt. „Das Nachhaltigkeitsversprechen

ist einlösbar“, meintauch Brobeil

unddenkt dabei an Recyclingfähigkeitder

Produkte oder energiearme

Produktion. Zum einen würden

deutsche Spielwarenhersteller im

internationalen Vergleich noch relativ

häufig in Deutschland oder zumindest

Europa fertigen, wo der Produktionsprozess

unter der eigenen

Hoheit steht. Playmobil als eine der

hiesigen Branchengrößen etwa fertigt

fast ausschließlich innerhalb der

EU. Zum anderen gebe es auch in

ChinavertrauenswürdigeProduzenten.

Die schwarzen Schafe unter ihnen

würden oft über dubiose Onlinehändler

mit Sitz außerhalb der

EU per Amazon oder Ebay verkaufen

und sich so der Marktüberwachung

entziehen. Beide Verbände räumen

aber ein, dass es in der Branche bei

Nachhaltigkeit einigen Verbesserungsbedarfgebe.

Das verdeutlicht der Spielwarenreport2019

der weltweit über Sozialstandards

wachenden Christlichen

Initiative Romero (CIR) speziell mit

Blick auf die Produktionsbedingungen

für Beschäftigte in chinesischen

Spielzeugfabriken. Was dort Sache

ist, haben dabei verdeckte Ermittlerinnen

der Arbeitsrechtsorganisa-

FOTO: ROLF VENNENBERND/DPA

Dobrindt (CSU) anlasten, sagte Oliver

Krischer,FraktionsvizederGrünenim

Bundestag, dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland. Dobrindt habe „null Interesse“

an der Bahn gehabt. „Und

letztendlich haben sich viele Ex-Managerselberbedient,weil

dieBundesregierung

als Konzerneigner weggeguckt

hat. Nicht nur bei Abfindungen,

sondernauch bei anschließendenBeraterverträgen,

die viele Ex-Vorstände

abgeschlossen haben“, so Krischer.

Im Frühjahr war bekannt geworden,

dass die Bahn hoch dotierte Beraterverträgevergebenhatte.Zumindestin

einem Fall wurden für die gezahlten

Summen kaum Gegenleistungen erbracht.

Inzwischen hat der Aufsichtsrat

Beraterverträge mit früheren Managerngrundsätzlich

untersagt.

Auch Fahrgast- und Umweltverbände

haben in der Vergangenheit

immer wieder Missmanagement bei

der Bahn und eine unzulängliche

Kontrolle durch den Aufsichtsrat angeprangert.

Erst kürzlich wurde Finanzvorstand

Alexander Doll gefeuert. Ihm

wirdder misslungene Verkauf der britischen

Bahntochter Arrivavorgeworfen,

der eigentlich 4Milliarden Euro

einbringen und ein riesiges Finanzierungsloch

beim Staatskonzern stopfen

sollte. Doll soll das Gesamtgehalt

seines bis zum März 2021 laufenden

Vertrages ausbezahlt bekommen –es

handelt sich um einen einstelligen

Millionen-Betrag.

tion China Labor Watch im CIR-Auftrag

enthüllt. Keine von fünf untersuchten

Fabriken, die fürinternationale

Konzerne wie Disney, Mattel

und Lego fertigen, habe einen existenzsichernden

Lohn gezahlt.

Um solche Zustände abzuschaffen

haben sich Handel, Industrie

und CIR nun zu einer Initiative zusammengeschlossen,

die so neu ist,

dass sie noch gar keinen Namen hat.

„Fair Toys oder so“ werde sie wohl

mal heißen, meint Brobeil. Angedachtsei

es,ein Sozial-und Ökosiegel

für Spielwaren zu schaffen. Bislang

hätten sozial- und umweltbewusste

Käuferdiesbezüglich hierzulande

noch kaum Orientierungshilfen,

kritisiert CIR. 2020 wollen Handel

und Industrie in Abstimmung

mit CIR einen Verein gründen, der

dasThemaNachhaltigkeit dann von

allen Seiten angehen soll, sagt Brobeil.

Unicredit streicht

8000 Stellen

DieitalienischeHypovereinsbank-MutterUnicreditforciertihrenSparkursund

willbis2023weitere8000Stellenstreichen.DabeiwirdauchDeutschlandbetroffensein,wieausdenPlänenhervorgeht,dievonderBankinMailandvorgestelltwurden.DerverschärfteSparkurs

kostetzunächsteinmalGeld–nachAngabenderBank1,4MilliardenEuroin

diesemundimkommendemJahr.Davonseien1,1MilliardenEurofürItalien

und300MillionenEurofürDeutschland

undÖsterreichvorgesehen.DieBank

wolltesichnichtzurregionalenVerteilungdesStellenabbausäußern.Ersolle

abersozialverträglicherfolgen,hießes.

KonzernweitkamdieUnicreditzuletzt

aufgut85000Stellenundrund4500

Zweigstellen.(dpa)

Lufthansa baut

den Vorstand um

DieLufthansa baut ihren Vorstand

um. Dabei verlässt die Arbeitsdirektorin

Bettina Volkens im „beiderseitigen

Einvernehmen“ zum Jahresende

das Unternehmen, teilte der Aufsichtsrat

mit. Ihre Aufgaben übernimmt

Michael Niggemann, bislang

Finanzchef bei der Tochter Swiss.

Einzige Frau im neu formierten und

um einen Posten erweiterten Vorstand

wirddie bisherige Chefin von

Brussels Airlines,Christina Foerster.

Siesollunter anderem für Marketing

zuständig sein. Thorsten Dirksverliertseine

Zuständigkeit für die Billigtochter

Eurowings und soll sich

künftig um IT kümmern. (dpa)

Monopolkommission:

Montags keine Zustellung

Briefekönnten baldnur nochanfünfWochentagen

verteilt werden. FOTO: M.GERTEN/DPA

DieDeutsche Post DHL sollte aus

Sicht der Monopolkommission montags

keine Briefe mehr zustellen müssen.

Eine entsprechende Empfehlung

für Pflichten sogenannterUniversaldienstleister

enthält ein Gutachten

des Expertengremiums.Dabei wird

auf die Handhabung in anderen EU-

Staaten verwiesen, wo es nur eine

Fünf-Tage-Zustellpflicht proWoche

gibt. In Deutschland sind es sechs Tage.Durch

solch eine Entlastung der

Firmakönnte der Preis für Verbraucher

auf längereSicht sinken, hieß es

vonder Monopolkommission. Ob ein

Brief ein, zwei oder drei Tage unterwegs

sei, spiele im digitalen Zeitalter

ohnehin kaum noch eine Rolle. (dpa)

Daimlerstartet in China

Limousinenservice

Daimler und sein Großaktionär Geely

haben in China das erste ihrer

angekündigten Gemeinschaftsprojekte

an den Startgebracht. Am

Dienstag nahm in der Millionenmetropole

Hangzhou der Limousinenfahrdienst

Star-Rides den Betrieb

auf. Diebeiden Konzerne hatten

das Projekt vorgut einem Jahr

angekündigt und dafür ein Gemeinschaftsunternehmen

gegründet, das

ihnen je zur Hälfte gehört. DerFahrdienst

besteht aus einer Flotte von

100 Mercedes-Fahrzeugen der oberenPreisklassen.

Kunden können

ihn per Appbuchen, gefahren werden

die Autos vongeschulten

Chauffeuren. (dpa)


8 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Meinung

Pisa-Studie

ZITAT

Versäumnisse der

Bildungspolitik

Tobias Peter

fragt sich, wann die Schulen endlich

ernsthaft reformiertwerden.

Esgibt Schüler, die gehen jedem noch

so gutmütigen Lehrer schwer auf den

Geist. Sie machen ihre Hausaufgaben

nicht oder geben sie erst Tage später ab –

und dann sind sie womöglich noch verwundert,

wenn es eine mäßige Note gibt.

Die Pisa-Studie zeigt: Deutschland

liegt mit seinen Ergebnissen zwar leicht

über dem OECD-Durchschnitt, findet

aber keinen Anschluss an die Spitzenreiter.

Der Trend zeigt eher wieder nach unten.

Jeder fünfte 15-Jährige in Deutschland

kann nur auf Grundschulniveau lesen.

Das deutsche Bildungssystem versagt

in Fragen fairer Chancen.

Bildungserfolg ist in Deutschland überdurchschnittlich

stark andie soziale Herkunft

gekoppelt: eine Ungerechtigkeit, die

in den vergangenen Jahren sogar noch

einmal gewachsen ist.

Es lässt einen ratlos zurück, dass der

Präsident der Kultusministerkonferenz,

Alexander Lorz, dazu sagt, wenn ihm irgendjemand

noch „ein Zauberrezept“

zeige, das unentdeckt sei, gehe er gern

darauf ein. Wasfür ein Unfug! Nicht mit

Zauberei, nur mit Taten lassen sich die

Probleme in der Bildungspolitik angehen.

DieListe derVersäumnisse ist lang und offensichtlich.

Wann begreifen wir endlich, dass wir

jeden Schüler so gut wie möglich individuell

fördernmüssen –und dass wir dazu

ausreichend viele Lehrer brauchen?Wann

schaffen wir ein gutes, modernes und

umfangreiches Fortbildungsangebot für

Lehrer? Wann machen wir endlich ernst

damit, dass in Schulen multiprofessionelle

Teams –Lehrer, Pädagogen und Sozialarbeiter

– zum Standard werden?

Warumbezahlen wir die Lehrer,die in sozialen

Brennpunktschulen den schwierigsten

Jobmachen, oft am schlechtesten?

„Wir können nicht auch noch die Probleme

der Gesellschaft lösen“, hört man

häufig vonLehrern. Aber wersoll es denn

sonst tun? Richtig ist, dass wir die Lehrer

nicht mit den Herausforderungen allein

Dass die deutschen

Schüler keine Lust auf

Lesen haben, gehört

zu den wirklich bitteren

Erkenntnissen

dieser Pisa-Studie.

lassen dürfen, die aus Migration und sozialen

Problemen entstehen. Deutschland

muss investieren und für bessereArbeits-

und Lernbedingungen an den

Schulen sorgen.

Die Lehrer haben in Befragungen zu

erkennen gegeben, dass sie bereit sind,

mehr im Team zu arbeiten. Fragt man einzelne

Lehrer danach, heißt es meist, es

fehle für gegenseitige Unterrichtsbesuche

die Zeit. Hier braucht es mehr Personal,

aber auch gute Schulleiter, die Veränderungsprozesse

anstoßen. Und esbraucht

natürlich auch den Willen und die Initiativeder

Lehrer selbst.

Wir müssen ihnen Arbeitsbedingungen

bieten, bei denen möglichst viele jeden

Tag Freude an ihrem Beruf haben

können. Vielleicht schaffen sie es dann

auch –invereinter Anstrengung mit Eltern,

Großeltern und Lesepaten –, dass

eine besonders wichtige Botschaft bei

den Schülernankommt: Es gehörtzuden

schönen Dingen im Leben, sich mit einem

richtig guten Buch zurückzuziehen.

Denn dass die deutschen Schüler keine

Lust auf Lesen haben, gehörtzuden wirklich

bitteren Erkenntnissen dieser Pisa-

Studie.

Jetzt sind die Verantwortlichen in den

Ländern gefordert, rasch untereinander

und mit dem Bund auszuloten, wie

Deutschland bis zur nächsten Pisa-Studie

die Trendwende schaffen kann. Sonst

werden sie bei der nächsten Pisa-Studie

wieder Fremdschämen provozieren wie

der Schüler, der sagt: „Herr Lehrer, ganz

ehrlich, der Hund hat meine Hausaufgaben

gefressen.“

Kyoto, Montreal, Durban, Paris, Bonn, Madrid

Was verbindet Willy Brandt,

Hans-Dietrich Genscher und

Joschka Fischer? Sie waren

starke deutsche Außenminister.

Männer, deren Worte inEuropa und der

Welt gehört wurden. Die sich im Zweifel

nicht kleiner als die anfangs noch kleine

Bundesrepublik, sondern größer gemacht

haben und gerade deshalb für voll genommen

worden sind. Sie haben in vielleicht

übersichtlicheren, aber nicht unbedingt einfacheren

Zeiten als den heutigen gewirkt,

und mit allen verbinden sich Bilder, die in

der Geschichte Bestand haben werden. Bundeskanzler

Willy Brandt, wie er vor dem Ehrenmal

für die Toten desWarschauer Ghettos

kniet. Hans-Dietrich Genscher, wie er auf

dem Balkon der Prager Botschaft die Ausreise

Tausender DDR-Flüchtlinge verkündet.

Joschka Fischer, wie er gegen den Irak-Krieg

auftritt und dem US-Verteidigungsminister

Donald Rumsfeld auf der Münchener Sicherheitskonferenz

zuruft: We are not convinced,

wir sind nicht überzeugt.

Aufihrem Stuhl sitzt heute mit Heiko Maas

ein Mann, an den sich mutmaßlich kaum jemand

als Außenminister erinnernwird. Auch

er hatte mit Frank-Walter Steinmeier und Sigmar

Gabriel noch zwei gewichtige Vorgänger,

die der deutschen Außenpolitik Gesicht und

Stimme verliehen haben. In den innerparteilichen

Ränkespielen der SPD nach der verlorenen

Bundestagswahl ist das Amt dann irgendwie

Heiko Maas zugefallen. Er war der

kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich

Andrea Nahles und Olaf Scholz verständigen

konnten, die vor allem ein Ziel einte: Sigmar

Gabriel und Martin Schulz zu verhindern.

Heute wissen wir:Ein kleinster gemeinsamer

Nenner ist zu wenig, um in krisenhaften Zeiten

wie diesen mehr als gerade so zu beste-

Schon Jahre vor ihrer Trennung gaben die

Beatles keine Konzerte mehr, wegen des

Dauer-Tohuwabohus. Metallica haben

jüngst alle Auftritte abgesagt, weil ihr Frontmann

erneut der Spirituose verfallen ist. Dieter

Bohlen braucht Zeit für die Familie und

storniert seine fürs kommende Jahr angedrohte

„Mega“-Tournee. Selbst geborene

Rampensäue hatten schon gute Gründe, ihren

Beruf nicht auf der Bühne auszuüben.

Doch nie war ein Grund besser als der von

Coldplay: Die britische Schmusemusikformation

tingelt nicht mehr um den Globus,

um das Klima zu schonen.

Es geht dabei weniger um akustische Atmosphärenökologie.

Ganz so schlimm waren

die letzten zwei, drei, fünf Coldplay-Alben

ja nun auch wieder nicht. Nein, die

Künstler wollen überlegen, wie sich ihre

Shows kohlendioxidneutral abwickeln lassen.

Diese Denkpause könnte angeblich

Jahredauern. Ichhatte bereits nach fünf Minuten

eine Idee: Zuletzt war die Combo mit

109 Crewmitgliedern, 32 Lastwagen und

neun Busfahrern unterwegs. Essoll schon

Ensembles gegeben haben, die ihr Publikum

mit weniger Lametta enthusiasmierten. Dabei

muss man nicht gleich an die nachhaltig

fahrenden Spielleute des Mittelalters denken

und an ihre biologisch abbaubaren Drehleiern,

Hackbretter und Sackpfeifen –sowie der

frischauf höhnende Coldplay-Kollege Sting:

„Vielleicht gehe ich diesmal mit einem Esel

auf Tour,reite auf ihm vonStadt zu Stadt, hahaha.“

Auswärtiges Amt

Kleinster

Nenner

Holger Schmale

fürchtet, dass die ohnehin schwache deutsche Außenpolitik

durchdie anstehende Regierungskrise noch blasser wird.

KOLUMNE

Der Jetset

und die

Bigotterie

André Mielke

Autor

Bei der Gelegenheit offenbarte sich mir

wieder einmal mein destruktives Selbst. Viele

Anhänger der Band bejubeln deren Klimanotstandserklärung

in aller Unschuld, obwohl

sie ihnen doch Askese abverlangt. Mir

dagegen fiel nichts anderes ein, als hinterlistig

die Begriffe „Coldplay“ und „Privatflugzeug“

zu googeln. Mein unchristliches Menschenbild

wehrt sich gegen dekorativen Glaubenseifer.

Schon als sich Grünen-Politiker und

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

hen. Heiko Maas ist fleißig und reist viel um

die Welt, aber ohne eine erkennbare außenpolitische

Agenda. Er beherrscht das wohlklingende,

aber nichtssagende Diplomatendeutsch

perfekt, es ist ein einziges Warnen,

Sorgen, zur Kenntnis nehmen, ohne wirklich

Stellung zu beziehen oder gar einmal zu intervenieren

und eine Strategie zu entwickeln.

Sicher, inden wirklich zentralen Konflikten

beansprucht das Kanzleramt die Handlungshoheit

für sich. Aber es ist eben auch so,

dass mit Angela Merkel dort ebenfalls die

Kultur des Zuschauens und Abwartens wie

nichts sonst gepflegt wird. Das wäre für einen

couragierten Außenminister eine

Chance.Erkönnte sich mit seinem französischen

Kollegen zusammentun und sie könnten

gemeinsam die Sprachlosigkeit, die sich

zwischen ihren Chefs, dem Staatspräsidenten

und der Kanzlerin, ausgebreitet hat,

überwinden.

Wiewichtig wäredas jetzt gewesen, da die

Europäische Union sich praktisch für ein ganzes

Jahr aus der Weltpolitik zurückgezogen

hatte. In den langen Monaten von Wahlkampf,

Europawahl und Bildung der neuen

Kommission hätte Europa mehr denn je einer

deutsch-französischen Führung bedurft, anstatt

orientierungslos durch die Weltgeschichte

zu taumeln. Stattdessen haben Paris

und Berlin sogar gegeneinander argumentiert,

wie beim Urteil über den Zustand der

Nato. Bei dem Treffen der Nato-Spitzen am

Mittwoch in London werden die Europäer

dem US-Präsidenten wieder nicht geschlossen

entgegentreten können, weil es keine europäische

Haltungzuvielen Fragen gibt, sei es

die die Lage in Syrien, in Hongkong oder im

Iran. Das ist auch eine Folge der schwachen

Rolleder deutschen Außenpolitik.

Das Schlimme ist: Daran wird sich erst

einmal nichts ändern, im Gegenteil. Denn

angesichts der Entwicklungen in der SPD

wirdDeutschland in den nächsten Monaten

vor allem mit sich selbst und der Bewältigung

einer Regierungskrise beschäftigt sein.

Es wird der Kanzlerin und ihren Getreuen

vorallem darum gehen, die Dinge irgendwie

unter Kontrolle zu halten.

Ein häufig zu hörendes Argument, weshalb

die große Koalition weiterarbeiten

müsse,lautet, nur so könne Deutschland im

zweiten Halbjahr 2020 die EU-Ratspräsidentschaft

verantwortlich und verlässlich

ausüben. Dasmag stimmen. Aber nur,wenn

damit die strategische Ideenlosigkeit gemeint

ist, für die diese Kanzlerin und ihr Außenminister

stehen.

Klima-Aktivisten scharenweise als Flugmeilensammler

entpuppten, stieg in mir so eine

fiese Genugtuung auf: Siehste! Die größten

Kritiker der Elche sind selber welche.

Deshalb,noch führtder Teufel mir die Feder,

hier Google-Fundstelle eins: Mitte Juli

meldete das „Luxemburger Wort“, Coldplay-

Sänger Chris Martin sei auf dem örtlichen

Flughafen einem Privatjet entstiegen, habe

ein Rammstein-Konzertbesucht undsei tags

darauf dem Großherzogtum wieder entflogen.

Anfang August, Fundstelle zwei, spielten

Coldplay für die Teilnehmer des Multimillionärsgipfels

Google Camp auf Sizilien.

Die Zuhörer sollen mit mehr als 100 Privatflugzeugen

angereist und per Hubschrauber

oder Maserati-SUV zum Luxusresorttransferiert

worden sein. Einige kamen auch auf

Hochseejachten. Thema des Treffens warder

Klimaschutz.

Aber ich will meine niederen Affekte

dämpfen. Lenin schrieb 1905: „Man kann

nicht zugleich in der Gesellschaft leben und

frei vonihr sein.“ Es ist viel verlangt, sich aus

dem Joch der Umstände zu befreien. Dasgilt

auch für den interkontinentalen Jetset. Einerseits

wirkt Bigotterie unsexy. Aber sind

nicht Leute, die ihr Ding gnadenlos gegen

sich und andere durchziehen, noch suspekter?

So wie dieser irre Gründer der Endzeitsekte

Extinction Rebellion? Außerdem ist es

ja auch keine schöne Vorstellung, Greta

Thunbergkönnte sich nur deshalb auf Segelbooten

übers Meer quälen, weil sie glaubt,

meinesgleichen etwas beweisen zu müssen.

„kuratoriumssitzung helmut-schmidt-stiftung.

besuch

jüdischer friedhof

ilandkoppel. zahnarzt meines

vertrauens. fitness first,

etwas turnen. spd kreisvorstand.“

Johannes Kahrs, SPD-Bundestagsabgeordneter,

informiert per Twitter über seinen Tagesablauf

AUSLESE

Alles wie immer auf

dem Klima-Gipfel

Die Klimakonferenz in Madrid sorgt

vor allem für Skepsis. „Auf dem

Klima-Gipfel treffen sich Politiker, damit

sie sich eben treffen“, kommentiertdie liberale

slowakische Tageszeitung Sme.

„Ein bisschen diskutieren sie und sagen

sich, dass nun wirklich etwas getan werden

müsse.Dann lässt Trump ausrichten,

dass sich die USA an keine Pariser Verpflichtungen

halten werden ... China beginnt

... von der Verantwortung für den

Planeten zu sprechen, Indien verwehrt

sich gegen Einschränkungen seines

Rechts auf ein besseres Leben und Europa

streitet mit sich selbst, ob es gut oder

schlecht sei, Atomkraftwerke zu schließen.“

Die belgische Zeitung De Tijd ist

ebenfalls pessimistisch. „Die Angst der

Politiker, unpopuläre Klimamaßnahmen

durchzusetzen, ist immer noch größer als

die Angst vor dem Klimawandel selbst“,

heißt es dort. „Die Menschen müssen ermutigt

werden, sich anders fortzubewegen,

anders zu wohnen, ihre Häuser besser

zu isolieren und sie anders zu beheizen.

Aber das erzeugtWiderstand.“

„In der Klimadebatte dominiert der

hohe Ton, gerade in Deutschland“,

schreibt die Welt.„‚Wer, wenn nicht wir,

soll denn zeigen, dass es geht?‘, fragte

Bundeskanzlerin Merkel kürzlich. Das

Problemist:Esschaut keiner hin.“ Sollte

es gelingen, gleichzeitig aus Kohle und

Kernkraft auszusteigen, wäre das anders.„Aber

es ist nicht sehr wahrscheinlich.“

Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 – S eite 9

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Berlin

Das ist Ihre Meinung!

Die Briefe

unserer Leser

Seite 15

Lange Anreise: Werzum BER will, sollte das Auto stehen lassen Seite 13

Langer Prozess: Den Grünen passt der Mietendeckel noch nicht so ganz Seite 10

Stadtbild

Bitte nicht

umsteigen

Torsten Landsberg

spielt nicht Herzchirurg.

Die Zeit ist nah, in der das Wort

„Verkehrswende“ zum festen

Repertoire aller Kabarettisten gehören

und ausreichen wird, um im Publikum

das einkalkulierte Lachen

auszulösen.

Einen Begriff, der ohne weitere

Beschreibung für reflexhaftes Lachen

sorgt, kennen wir seit dem

„BER“, der eigentlich auch kein lustiges

Thema ist, aber ist das Kind erst

mal in den Brunnen gefallen, bleibt

nur die Flucht ins Komische –klar erkennbar

auch an den Werbesprüchen

@BVG_Kampagne. Lustigmachen

ist in diesen Problemfällen die

Anerkennung ihrer Unlösbarkeit.

Womit wir zurück sind bei der

Verkehrswende. Die soll, dem Klima

zuliebe und dem Wachstum der

Stadt entsprechend, möglichst

schnell ablaufen. Wer nun aber in

diesen Tagen, da witterungsbedingt

immer mehr Menschen ihre Fahrräder

stehen lassen, U- oder S-Bahn

fährt, stößt so schnell an die Grenzen

seiner Vorstellungskraft wie ein U-

Bahnwaggon an seine Aufnahmekapazität.

Überfüllte Züge, die passieren

müssen, sind längst normal.

Beim innerstädtischen Gondeln zu

den Stoßzeiten oder am Wochenende

lässt sich bei den Fahrgästen

ein steigendes Aggressionspotenzial

beobachten, im engen Gedränge

spielen Rucksäcke eine Rolle, deren

Besitzer nicht auf die Idee kommen,

sie abzunehmen –und uneinsichtig

sind, wenn sie darauf angesprochen

werden. Klassische Täter-Opfer-

Umkehr.

Auf den beleuchteten Schildern

auf dem Bahnsteig der Mohrenstraße

lösen Aufkleber kurzerhand

die Diskussion um den Straßennamen,

sie machen daraus die „Möhrenstraße“.

Der Bahnsteig quillt

über, der Fahrer der U2 sieht sich zu

einer Durchsage gezwungen: „Die

nächste Bahn kommt in zwei Minuten.

Wenn Sie kein Herzchirurg sind

und gleich operieren müssen, warten

Sieauf die nächste Bahn.“ Davon

unbeeindruckt steigen noch zahlreiche

Menschen ein, halten die blinkenden

und hupenden Türen auf,

damit sich noch mehr Leute reinpressen

können. Sie sehen nicht aus

wie eilige Herzchirurgen auf dem

Weginden OP.

Neue U-Bahnen können frühestens

zwei Jahre nach Bestellung fahren,

Klagen gegen die Vergabeverfahren

sind dabei nicht eingerechnet.

Und esgilt, die Flotte nicht nur

zu erneuern, sondernzuvergrößern.

Hoffentlich wählen nicht zu viele

Leute als Vorsatz fürs neue Jahr den

Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr.

Bitte bleiben Sie zurück! Der ÖPNV war

schon angenehmer.

IMAGO IMAGES

Greenpeace bringt das Czurück

Berliner Kälte

In den für Flüchtlinge errichteten Tempohomes sind 724 Plätze frei. Obdachlose dürfen aber nicht hinein

Die kommenden Wochen

und Monate bedeuten

für Tausende Obdachlose

in Berlin akute Lebensgefahr.

Auf der Straße lebende

Männer und Frauen laufen Gefahr,

bei Minustemperaturen zu erfrieren.

Zwar gibt es verschiedene Hilfsangebote

und Notunterkünfte, bis zum

Jahresende sollen in Berlin insgesamt

1162 Schlafplätze angeboten

werden. Dienahe liegende Möglichkeit,

Obdachlose zumindest vorübergehend

in den ursprünglich für

Flüchtlinge gebauten Tempohomes

unterzubringen, wird aber nicht genutzt.

Obwohl hier derzeit 724 Plätze

verfügbar wären.

Obdachlosigkeit vermeiden

Das geht aus der Antwort auf eine

Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten

Marcel Luthe vor. Die über die

ganze Stadt verteilten Tempohomes

waren ursprünglich im Rahmen der

Flüchtlingswelle 2015/2016 errichtet

worden, um „Obdachlosigkeit zu

vermeiden und den ankommenden

Flüchtlingen Verpflegung, Schlafplätze

etc. zur Verfügung stellen zu

können“, wie es damals im EU-

Amtsblatt hieß. Jetzt stehen also 724

Plätze inbesagten Unterkünften zur

Verfügung, die aber nicht für andere

Zwecke wie eben Kältehilfe genutzt

werden dürfen.

Zwar hat sich die BVG nach einer

teils heftigen Debatte bereiterklärt,

die U-Bahnhöfe am Moritzplatz sowie

im Bahnhof Lichtenbergals Notquartiere

rund um die Uhr geöffnet

zu halten. Doch warum müssen

Menschen in U-Bahnhöfen schlafen,

1162 Schlafplätze will dieKältehilfe bis

Ende des Jahres anbieten. Die zuständige Senatsverwaltunghält

das für ausreichend. So

habe es im vorigenWinterstets „genügend

freiePlätze in Notübernachtungen“ gegeben.

Mindestenszehn Kältetote gabesimvergangenen

Winter in Deutschland, allein in Berlin

wurden nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Wohnungslosenhilfedrei Obdachlose

nach besonders kalten Nächten tot

aufgefunden.

während es Hunderte freie Plätze in

den Tempohomes gibt?

Einer der Gründe ist, dass derzeit

rein formaljuristisch die baurechtliche

Genehmigung fehlt, um die

Tempohomes für einen anderen

Zweck als ursprünglich gedacht zu

verwenden. Ein weiterer Grund ist,

dass man „in der Kältehilfe eine ausreichende

Zahl von Plätzen“ habe“,

sagt Regina Kneiding, Sprecherin der

Senatsverwaltung für Integration,

Arbeit und Soziales. „Alle, die einen

Schlafplatz wollen, bekommen auch

einen.“ So habe die „Auslastung in

den vergangenen Jahren kaum über

100 Prozent“ gelegen.

Darüber hinaus gebe es „obdachlose

Menschen, die aus unterschiedlichen

Gründen nicht in geschlossene

Räume wollen, die Angebote

der Notübernachtungen

AUF DER STRASSE

DasCist wieder da: Greenpeace hat den voreineinhalbWochen aus der

Parteizentrale geklauten Originalbuchstaben des CDU-Schriftzugs zurückgebracht.

Aktivisten der Umweltorganisation transportierten das

große rote CamDienstag gegen 11 Uhr zurück zum Adenauerhaus in

Berlin. Diesmal wurde allerdings Greenpeace von der CDU überrumpelt:

CDU-Bundesgeschäftsführer Stefan Hennewig und mehrereMitarbeiter

der Parteizentrale holten den Buchstaben von einem Podium

vor dem Adenauerhaus, auf dem eigentlich auf Bitte von Greenpeace

ein evangelischer Pfarrer eine Andacht halten sollte – vor dem C.

Greenpeace-Aktivisten hatten den Buchstaben Cam21. November aus

der Parteizentrale mitgenommen. Damals hatte sich die CDU-Spitzein

Leipzig versammelt, um den Bundesparteitag vorzubereiten. (BLZ)

Berlinweitgibt es Schätzungen zufolgezwischen6000und

10 000 Menschen,die auf

der Straße leben.

Die genaue Zahl kennt niemand.Umdie

Lage besser einschätzen zu können, sollen im

Januarineiner „Nacht der Solidarität“ Obdachlose

gezähltwerden.

Rund 3000 freiwillige Helfer sollen dafür in

der Nachtvom 29. auf den 30.Januar festgelegte

Routen in der Stadt ablaufen.

nicht annehmen“, räumt Kneiding

ein.

Die Gründe dafür können nach

Angaben einer Sozialarbeiterin das

Alkohol- und Drogenverbot in den

Notunterkünften oder auch

schlechte bis traumatische Erinnerungen

an frühere Gefängnisaufenthalte

sein. Zudem seien viele Obdachlose

psychisch krank. „Diese

Menschen leben oft auf einem anderenStern.

Wenn man die nicht an die

Hand nimmt, bleiben sie auf der

Straße, wosie im Winter im Extremfall

erfrieren“, so die Frau, die in einer

privat betriebenen Obdachlosenunterkunft

in Lichtenberg arbeitet,

auf eigenen Wunsch aber anonym

bleiben möchte.

Mit der Öffnung der Tempohomes

alleine sei das Problem zwar

nicht gelöst. Dennoch wäre es„ein

DPA

großer und wichtiger Schritt in die

richtige Richtung“. FDP-Politiker

Luthe hält die Weigerung der Sozialsenatorin,

die Tempohomes für Obdachlose

zu öffnen, zudem auch juristisch

für angreifbar. „Niemand

darf wegen seiner Herkunft bevorzugt

oder benachteiligt werden, so

will es die Verfassung von Berlin“,

sagte Luthe der Berliner Zeitung.

Und da„dieser Senat einen Eid auf

die Verfassung geleistet hat, müssen

die Tempohomes auch den Berlinernzur

Verfügung stehen, die nicht

nur von Obdachlosigkeit bedroht,

sondernbereits betroffen sind“.

Menschenleben gefährdet

Auch Wirtschaftssenatorin Ramona

Pop(Grüne) würdedie Tempohomes

gerne als Unterbringung für Obdachlose

nutzen. UndBerlins Regierender

Bürgermeister Michael Müller (SPD)

hatte in einer Senatssitzung im November,

bei der um die Öffnung von

U-Bahnhöfen in kalten Nächten gestritten

wurde, ebenfalls gesagt, dass

Tempohomes beim Ausbau der der

1200 Plätze der Kältehilfe künftig

eine Rolle spielen werden.

FDP-Mann Marcel Luthe fordert

Michael Müller nun auf, „endlich ein

Machtwort zusprechen. Dieses permanente

Gezänk lähmt nicht nur

unsereStadt, sonderngefährdet nun

auch Menschenleben. Damit muss

Schluss sein!“

Philippe Debionne

würde die Tempohomes

für Obdachlose öffnen

NACHRICHTEN

Präsidium sieht keinen

Interessenkonflikt bei Czaja

Ausseiner Tätigkeit für einen Projektentwickler

ergibt sich beim Berliner

FDP-Fraktionschef Sebastian

Czaja kein Interessenkonflikt. Das

hat eine Anhörung Czajas im Präsidium

ergeben, wie ein Sprecher des

Landesparlaments am Dienstag

sagte.Die Fraktion DieLinke hatte

kritisiert, dass der FDP-Abgeordnete

für eine Baufirma tätig ist, die für die

Berlin Brandenburger Flughafengesellschaft

arbeitet, und gleichzeitig

dieses Unternehmen im Untersuchungsausschuss

BER kontrolliert.

Dieser Argumentation folgte das

Präsidium nicht. Erläuterungen

dazu gab es nicht. (dpa)

Baustartfür das neue

Museum der Moderne

EinHaus für die Kunst des 20. Jahrhunderts

im Zentrum der Hauptstadt

–das Museum der Moderne in Berlin

nimmt Gestalt an. Mitdem ersten

symbolischen Spatenstich auf dem

Baugelände am PotsdamerPlatz ist

am Dienstag derWeg fürdas 450-Millionen-Euro-Projekt

frei geworden.

Nach Kritik an der bereits nach oben

korrigierten Kostenschätzung und

denVorbehalten gegen den Entwurf

ausder Feder der Elbphilharmonie-

Architeken Herzog &deMeuronsei

sie nun„sehr erleichtert“, sagte Kulturstaatsministerin

Monika Grütters

(CDU). DasMuseum, vomBund finanziert,

soll bis 2026 fertiggestellt

werden. (dpa)

Der erste Spatenstich fürsMuseum der

Moderne ist geschafft. Immerhin. DPA

Mehr als 30 000 Berliner

fordernmehr Transparenz

DasBündnis für ein BerlinerTransparenzgesetz

hat an diesem Dienstag

32 827 Unterschriften an die zuständige

Senatsinnenverwaltung übergeben.

DasBündnis fordertein Transparenzgesetz,

nach dem Senat,Verwaltungen

und Bezirke dazu verpflichtet

wären, zahlreiche Akten und

Verträge für alle Bürger einsehbar online

zu stellen. DasAbgeordnetenhaus

muss sich nun mit dem Gesetzentwurfder

Iniativebeschäftigen.

Will es ihn nicht übernehmen, muss

das Bündnis in der nächsten Stufe für

einVolksbegehren 170 000 Unterschriften

sammeln. (ann.)

Alex-Polizeiwache

fungiertauch als Touri-Info

Dievor zwei Jahren auf dem Berliner

Alexanderplatz eröffnete Polizeiwache

fungiertvor allem als Auskunftsbürofür

Touristen. Bislang seien rund

50 000 Auskünfte erteilt worden,

sagte der stellvertretende Leiter der

Wache,Robin Gottschlag, dem Sender

RBB 88.8. DiePolizisten hätten

vorallem Touristen bei der Suche

nach Hotels,Restaurants oder dem

richtigen Busgeholfen. (dpa)


10 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Berlin

Blick auf den Checkpoint Charlie. Das Land Berlin will hier ein Museum errichten, das an den Kalten Krieg erinnert. Außerdem sind Wohnungen, Geschäfte. Cafés, Restaurants und Büros geplant.

IMAGO IMAGES

Wunden der Teilung sollen bleiben

Relikte des Kalten Krieges, Wohnungen und Gewerbe –Senat beschließt nach monatelangen Debatten den Bebauungsplan für den Checkpoint Charlie

VonUlrich Paul

Der Streit in der rot-rotgrünen

Koalition über

die Gestaltung des ehemaligen

Grenzübergangs

Checkpoint Charlie ist vorerst

beigelegt. Die Berliner Landesregierung

hat am Dienstag den vonStadtentwicklungssenatorin

Katrin

Lompscher (Linke) vorgelegten Bebauungsplanentwurf

beschlossen.

Neben einer Fläche für ein Museum

des Kalten Kriegs sind danach auf

dem 1,3 Hektar großen Areal ein

Stadtplatz sowie eine gemischte Bebauung

mit rund 300 Wohnungen

und Gewerbeflächen vorgesehen.

Eigentlich wollte sich Lompscher

für ihren Plan bereits am vergangenen

Dienstag die Zustimmung der

Landesregierung holen, doch

konnte sich die Koalition zu dem

Zeitpunkt noch nicht einigen. Grund

dafür war,dass vonSPD-Seite Forderungen

nach dem Bau von zwei bis

zu 60 Meter hohen Gebäuden

(„Hochpunkten“) auf dem Areal unterstützt

wurden, während der Entwurf

aus dem Hause Lompscher die

Hochpunkte nicht vorsieht. Der Bebauungsplanentwurf

enthält zwar

weiter keine Hochhäuser, doch wird

in dem Senatsbeschluss mit einer

Zusatz-Klausel die Möglichkeit für

eine höhere Bebauung eröffnet, sofern

dies wirtschaftlich notwendig

ist. Stadtentwicklungssenatorin Katrin

Lompscher zeigt sich mit dem

Beschluss zufrieden. „Der Senat legt

nun einen Bebauungsplan vor, der

dem besonderen Ort inangemessener

Weise gerecht wird“, sagte sie.

„Berlin braucht sowohl einen öffentlichen

Gedenkortandieser Stelle als

auch städtisches Leben mit Wohnen

und Arbeiten in der Mitte Berlins.“

Erleichterung bei der Linken

Linken-Fraktionschefin Carola

Bluhm sagte, sie sei „erleichtert.

Grund: Der Druck für eine rasche

Entscheidung der Landesregierung

war groß. Mitte Februar 2020 läuft

eine sogenannte Veränderungssperre

für das östliche Grundstück

am Checkpoint Charlie aus. Sie verhindert

während der Arbeiten am

Bebauungsplan, dass Bauwünsche,

die den Interessen des Landes widersprechen,

genehmigt werden. Nun

kann der Bebauungsplan rechtzeitig

vor dem Auslaufen der Veränderungssperre

das Abgeordnetenhaus

passieren, womit Berlin bestimmen

kann, wie sich der Ortentwickelt.

DasLand Berlin hatte die Grundstücke

am Checkpoint Charlie nach

Bebauungsplan

Checkpoint Charlie

Mauerstr.

Gemischte Bebauung

mit Wohnungen und

gewerblich genutzten

Flächen

ehemaliger

Mauerverlauf

Stadtplatz

Stadtmitte

Kochstr.

dem Mauerfall verkauft. EinInvestor

wollte dort ein American Business

Center errichten. Statt der geplanten

fünf Gebäudeblöcke wurden jedoch

nur drei realisiert. Die übrigen

Grundstücke landeten beim Insolvenzverwalter.

Das Unternehmen

Trockland erwarb zwischenzeitlich

die auf den Flächen lastenden

Grundschulden und ließ sich als Erwerber

im Grundbuch vormerken.

So wurde das Unternehmen zum

Verhandlungspartner für den Senat.

DieLandesregierung ging jedoch im

Friedrichstr.

Checkpoint

Charlie

Krausenstr.

Kochstr. Rudi-Dutschke-Str.

Charlottenstr.

Museum und

Freifläche

Schützenstr.

Zimmerstr.

BLZ/GALANTY; QUELLE: SENSW

Dezember vergangenen Jahres nach

Berichten über ein komplexes Firmennetzwerkmit

Zweigen in Steueroasen

wie Luxemburg und Zypern

auf Distanz zu Trockland – und

brachte dies auch planerisch zum

Ausdruck. So ist ein Hotel, das Trockland

ursprünglich mal am Checkpoint

Charlie errichten wollte, im

jetzt vorgelegten Bebauungsplanentwurf

nicht mehr vorgesehen. Zuletzt

gab es aus Kreisen der SPD jedoch

Bestrebungen, mit Trockland

wieder ins Gespräch zu kommen.

Trockland will weiterhin am Checkpoint

Charlie investieren und zeigt

sich kompromissbereit. Man wolle

das Projekt„grundsätzlich nur in Abstimmung

mit der zuständigen Verwaltung

realisieren“, teilte eine Firmensprecherin

vor kurzem mit. Am

Dienstag erklärte Trockland, man sei

„sehr froh“, dass nach rund vier Jahren

mit dem Senatsbeschluss nunmehr

Einigkeit bestehe,„das Projekt

Checkpoint Charlie zu realisieren“.

Trockland sei offen für Gespräche in

den kommenden Monaten.

Biszu27Meter hoch

Der Bebauungsplanentwurf sieht

vor, dass das Museum östlich der

Friedrichstraße an der Ecke Zimmerstraße

errichtet wird, wo jetzt die

provisorische „Black Box Kalter

Krieg“ an die Zeit der deutschen Teilung

und die Blockkonfrontation erinnert.

DieWohnungen sollen überwiegend

zur Mauerstraße und zur

Schützenstraße hin errichtet werden

–ein Anteil soll dabei für eine Nutzung

als Sozialwohnung geeignet

sein. Neben den Wohnungen ist eine

gewerbliche Nutzung der Flächen

durch Geschäfte, Cafés, Restaurants

und Büros geplant. Ferienwohnungen

sind ausdrücklich unzulässig.

Die Höhe der Gebäude soll laut Bebauungsplanentwurfnur

biszurund

27 Meter über die Geländeoberkante

reichen. Im Bereich der Mauerstraße

ist eine Gebäudehöhe von zirka 20

Metern vorgesehen. Der Stadtplatz

auf der westlichen Seite der Friedrichstraße

soll zirka 1130 Quadratmetern

groß werden. Durch die Anlage

des Platzes will der Senat sicherstellen,

dass der historische Ort weiterhin

als „Wunde“ der Stadt

erhalten bleibt –und die Brandwand

am benachbarten Haus Mauerstraße

93 von einer Bebauung frei gehalten

wird. Gerade die großen

Brandwände stehen am Checkpoint

Charlie für die jahrzehntelange Teilung

der Stadt. An die Brandwand

Zimmerstraße 79-80 auf der östlichen

Seite des Checkpoint Charlie

kann laut Bebauungsplanentwurf

„nur ausnahmsweise ganz oder teilweise

herangebaut werden“.

Der FDP-Abgeordnete Stefan

Förster bezeichnete den Bebauungsplan

für den Checkpoint Charlie als

„missglücktes Beispiel für einen sensiblen

Umgang mit einem zentralen

Gedenkort“. Das historisch-kulturelle

Erbe sei„an dieser Stelle so prägend,

dass es Vorrang vorallen anderen

Überlegungen haben“ müsse.

DieBebauung der Freiflächen müsse

mit der nötigen Sensibilität erfolgen.

Grüne rütteln am Mietendeckel

Führungsriege geht vor Parteitag am Sonnabend auf Distanz zum mühsam gefundenen Kompromiss der Koalition –und löst damit eine neue politische Debatte aus

VonUlrich Paul und Melanie Reinsch

Wenn es nach den Berliner Grünen

geht, sollte der Gesetzentwurfzum

Mietendeckel noch einmal

geändertwerden. In einem Antrag für

den Parteitag am kommenden Sonnabend

sprechen sich führendeVertreter

der Grünen dafür aus, Genossenschaften

von dem Mietendeckel generell

auszunehmen und Mietsteigerungen

in Höhe der Inflationsrate

schon von 2021 an zu ermöglichen,

nicht erst von2022 an.

Außerdem fordern die Grünen im

Sinne des Klimaschutzes eine Aufstockung

der Förderprogramme für

energetische Sanierungen. Eingebracht

wurde der Antrag vonder Grünen-Landesvorsitzenden

Nina Stahr,

unterstützt wird das Papier vom Co-

Vorsitzenden Werner Graf und den

Fraktionsvorsitzenden Antje Kapek

und Silke Gebel– also vonder gesamten

Führungsriege. „Wir stehen zum

Mietendeckel, wie wir ihn als Koalition

verabredet haben“, sagte Werner

Graf am Dienstag auf Anfrage. „Wir

Der Plan: Der rot-rot-grüne

Senat will mit dem Mietendeckel

die Mieten in Berlin

für fünf Jahre weitgehend

einfrieren. Maßgeblich soll

die Miete sein, die am

18. Juni 2019 wirksam vereinbartwar.Die

Regelung

soll im Februar oder März

2020 in Kraft treten.

nehmen, als „nicht rechtssicher und

auch nicht notwendig“. Es gebe eine

„ausgewogene Härtefallklauseln und

das Prinzip des atmenden Deckels“,

so Schlüsselburg. Der SPD-Abgeordnete

Daniel Buchholz äußerte sich

ähnlich: „Das Thema ist eigentlich

ausdiskutiert“, sagte er. „Wir sind

ganz klar zu dem Ergebnis gekom-

IN KÜRZE

Das Instrument: Eingeführt

werden Mietobergrenzen.

Bei Wiedervermietungen

darf nur dieVormiete kassiert

werden. Liegt sie über der

Obergrenze, ist sie zu

kappen. Außerdem soll es

nach neun Monaten einen

Absenkungsanspruch bei

überhöhten Mieten geben.

Der Protest: Mit einer Petition

im Internet sammeln

Gegner des Mietendeckels

Unterschriften gegendie

Regelung.Vom Startam

7. November bis zum Dienstagnachmittag

hatten 5600

Personen unterschrieben.

Ziel sind 50000 Unterschriften.

Zeit ist bis zum 6. Mai.

sind aber immer offen, ihn noch besser

und gerechter zu machen.“ Für

die Grünen sei es entscheidend, dass

die für den Kohleausstieg notwendige

ökologische Modernisierung nicht

abgewürgt werde. „Daher muss der

Fördertopf aufgestockt und unbürokratisch

ausgestattet werden“, sagte

Graf. „Faire und gemeinwohlorientierte

Vermieter dürfen nicht bestraft

werden. Deshalb ist aus unserer Sicht

ein früherer Inflationsausgleich sinnvoll.

Genossenschaften, die den Charakter

einer Selbstverwaltung haben,

wollen wir am liebsten generell vom

Deckel ausschließen“, so Graf. Der

Grünen-Chef betonte,dass am Sonnabend

„die Position der Grünen Partei,

nicht der Koalition“, bestimmt

werde. Der Tagesspiegel hatte zuerst

über den Antrag berichtet.

Innerhalb der Koalition stoßen die

Forderungen der Grünen auf Widerstand.

Der Linken-Abgeordnete Sebastian

Schlüsselburg bezeichnete

auf dem KurznachrichtendienstTwitter

die Idee, eine bestimmte Vermietergruppe

vom Mietendeckel auszumen,

dass wir keine Ausnahmen definieren

wollen.“ Es sei „juristisch heikel,

bestimmte Personengruppen

vom Mietendeckel auszunehmen“.

Das mache den Mietendeckel unsicher.

„Und das wollen wir vermeiden“,soBuchholz.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer

Wohnungsunternehmen

(BBU) bewertet den Grünen-Vorstoß

positiv. „Angesichts der Reichweite

des Gesetzesvorhabens ist es elementar,

dass sich das Abgeordnetenhaus

in aller Tiefe damit auseinandersetzt“,

sagte BBU-Chefin MarenKern.

„Bei allenverfassungsrechtlichen Bedenken

zum Gesetz wäreessogar geboten,

jene gemeinwohlorientierten

Vermieter auszunehmen, die aufgrund

ihrer Mietenpolitik von vornherein

nicht Teil des Problems, sondernTeil

der Lösung derWohnungsmarktprobleme

sind.“ Daswäreauch

mit der Systematik des Gesetzes vereinbar.

„Und nicht zuletzt wäre eine

solche Ausnahme auch eine enorme

Entlastung für die Berliner Verwaltung,

weil rund 500 000 Haushalte

weniger zu überprüfen wären“, so

Kern. Der CDU-Abgeordnete Christian

Gräff sagte:„Endlich wächst auch

bei Berlins Grünen die Einsicht, dass

das sogenannte Mietendeckelgesetz

große Risiken birgt für Mieter,Eigentümer

und den Klimaschutz.“ Das

hätten sie allerdings „auch schon bei

der Beschlussfassung wissen und beherzigen“

können. „Statt die Berliner

immer weiter zu verwirren, sollten

die Grünen den Mut haben und den

Deckel in der Koalition stoppen,

energetische Sanierungen und vorallem

den Neubau endlich voranzubringen“,

so der CDU-Abgeordnete.

Der Berliner Mieterverein (BMV)

stuft die Idee, bestimmte Vermieter

vom Deckel zu befreien, als „falsch

und rechtlich problematisch“ ein.

Der Mietendeckel müsse vielmehr

„so konstruiert sein, dass gemeinwohlorientierte

Anbieter einigermaßen

klarkommen“, so BMV-Geschäftsführer

ReinerWild.„Wir halten

unsere Vorschläge zum atmenden

Mietendeckel und für die Modernisierung

aufrecht“, sagte Wild. Bedauerlicherweise

habe sich der Senat nie

dazu geäußert. Der BMV schlägt die

Einführung von Miethöchstwerten

vor. Mieten, die darunter liegen, sollen

um 1,5 Prozent jährlich steigen

dürfen. Für verschiedene Modernisierungen

wie den Anbau eines Aufzugs

oder die Dämmung der Fassade

sind feste Zuschläge vorgesehen.


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12 * Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Berlin

Karlsruhe soll

Mord in Moabit

aufklären

Ermittler identifizieren

russischen Auftragskiller

Gut drei Monate nach dem Mord

an einem Tschetschenen im

Tiergarten will der Generalbundesanwalt

die Ermittlungen an sich ziehen.

Die Ermittler verdächtigten

staatliche russische Organe als Auftraggeber,

berichtete „Spiegel Online“

am Dienstag. Demnach gibt es

einen Durchbruch bei den Ermittlungen:

Der in Untersuchungshaft

sitzende Verdächtige habe als mutmaßlicher

Mörder eines russischen

Geschäftsmanns im Jahr 2013 identifiziertwerden

können.

Dem Bericht zufolge soll die

Übernahme in den kommenden Tagen

erfolgen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft

in Karlsruhe sagte

dazu nur,dass das Verfahren bislang

nicht übernommen wurde.

Der 40 Jahre alte Tschetschene

mit georgischer Staatsangehörigkeit

war am 23. August in Tiergarten erschossen

worden. Wegen einer möglichen

Verstrickung Russlands hatte

es früh Forderungen nach einer Einschaltung

des Generalbundesanwalt

gegeben. Zuständig ist die Bundesanwaltschaft

aber nur dann, wenn es

den konkreten Verdacht gibt, dass

der Geheimdienst einer fremden

Macht hinter einer Tat steht. Ein

Sprecher der russischen Regierung

hatte wenige Tage nach der Tatjede

Verbindung bestritten.

Der mutmaßliche Mörder, ein 49

Jahre alter Mann mit russischem

Pass, war kurz nach der Tatgefasst

worden. Seit seiner Festnahme

schweigt er. Forensik-Experten sind

nun auf die wahreIdentität des Festgenommenen

gestoßen. Sein Bild

stimme mit hoher Wahrscheinlichkeit

mit dem eines mutmaßlichen

Mörders in einem Fall aus dem Jahr

2013 überein. Auch dieser hatte sich

seinem Opfer mit einem Fahrrad genähert.

Russland hatte die internationale

Fahndung nach ihm 2015

eingestellt. Die Ermittler vermuten

nun, dass der Mann von staatlichen

Stellen als Auftragskiller rekrutiert

und nach Berlin geschickt wurde.

Bereits im September war über

Hinweise berichtet worden, wonach

russische Behörden aktiv bei der

Schaffung der falschen Identität mitwirkten.

Das Mordopfer hatte Anfang

2000 auf der Seite muslimischer

Tschetschenen gegen Russland gekämpft.

Das Mordopfer lebte seit

2016 in Berlin. (dpa)

Lustiger Vogel mit gutem Schlaf

SASCHA GRAMMEL

war neulich im Theater. Erschaute

sich „Ruhe! Wirdrehen!“ im Schlossparktheater

(läuft nur noch bis

Sonntag!) an und war begeistert. So

begeistert, dass er in seinem früheren

Leben aufgesprungen wäre und

im Stehen applaudiert hätte. Hat er

aber nicht: „Ich wollte mich nicht in

den Vordergrund drängen.“ Dasumschreibt

ziemlich gut, wie Sascha

Grammel tickt. Der 45-jährige

Bauchredner, Comedian, Puppenspieler

und Zauberer ist längst ein

Star und füllt mit seinen außergewöhnlich

aufwendig produzierten

und puppenlustigen Tourneeshows

richtig große Hallen. Die „Hoppla,

jetzt komm ich!“-Haltung, die oft mit

so einem Aufstieg einhergeht, ist ihm

jedoch total fremd.

Grammel fällt auch mit dem Inhalt

seiner Shows–die Neueste „Fast

fertig“ kommt diese Woche als Doppel-DVD,

Blu-ray, Fan-Box und

Download heraus -positiv auf. Gags

gehen in aller Regel auf Kosten von

Grammel selbst. Die großen Zuschauer

amüsiert es, die kleinen lernen,

dass man sich nicht über andere

lustig machen muss, umSpaß

zu haben.

Das Geheimnis von Grammels

bodennahem Leben trotz aller beruflicher

Höhenflüge besteht wohl

darin, dass er nie vergessen hat, woher

er kommt: „Ich bin Zahntechniker,

ich kann eine Prothese machen.

Unter den Comedy-Kollegen gibt es

einige, die sich selbst gut verkaufen

können, die auch das Kaufmännische

beherrschen. Ich weiß, was ich

kann und was ich nicht kann. Und

für das,was ich nicht kann, frage ich

jemanden.“ Wobei er einen durchgängig

netten Ton wichtig findet:

„Ich hatte mal einen Chef, der mich

angeschrien hat. Dafür gibt es keinen

Grund.“ Sascha Grammel hat

sich inzwischen zu einem beachtlichen

Unternehmen ausgewachsen:

„Fest im Team sind wir 16, dann haben

wir noch mal 6 im Büro und

dann noch die Fan-Betreuung.“ Ob

ihm die Verantwortung für den monatlichen

Gehaltseingang auf dem

Girokonto von sovielen Menschen

schlaflose Nächte bereitet? „Nein, eigentlich

ist das ein schönes Gefühl.

Ich könnte jetzt nicht einfach sagen:

Ich höre auf, dann hätten einige ein

Problem. Aber erstens will ich ja

nicht aufhören und wenn doch,

dann gibt es einen anderen lustigen

Vogel, der die beschäftigt. Mandenkt

immer, man sei nicht ersetzbar, ist

manaber.“

Manchmal muss Grammel an die

Anfänge denken. Wieanden Auftritt

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Der Spandauer Sascha Grammel ist

längst ein Star,benimmt sich aber

nicht so. Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier bei „Mein

Film“ in der Astor Filmlounge

Lustig: Sascha Grammel

Verabredet: ElkeBüdenbender,Frank-Walter Steinmeier,Ulrich Matthes

CHRISTIAN SCHULZ

CHRISTIAN SCHULZ

auf dem Truck eines Berliner Radiosenders

am Tag des Berlin-Marathons

vor Karstadt am Hermannplatz:

„Ich sollte gerade anfangen, da

kam die Spitzedes Marathons vorbei

und alle Zuschauer sind weg gegangen.

Alle. Ich habe gefragt, ob ich

weitermachen muss. Ich musste.

Das war dann eine bezahlte Probe.“

Inzwischen liebt das Publikum

Grammels Puppen wie Frederic Freiherr

von Furchensumpf und die

Schildkröte Josie. Die haben sogar

ihren eigenen Paragrafen in seinen

DVD-Verträgen, in denen ihnen, genau

wie ihrem Chef, bestimmte vertragswidrige

Handlungen verboten

werden.

Grammel, der in Spandau aufgewachsen

ist, wird dort heiß geliebt.

Auch für seine regelmäßigen Shows

im Kulturhaus, bei denen er für 15

Euro eine Stunde lang auftritt. Das

Publikum bekommt eine Stunde

Show mit Grammel und er einen Ort,

an dem er neue Nummern ausprobieren

kann. Das Eintrittsgeld

nimmt er und steckt es in sein Benefiz-Projekt

„Lachen tut Gut(es)“, mit

dem Grammel unter anderem „Rote

Nasen – Clowns im Krankenhaus“

unterstützt. Die nächsten Shows in

Spandau gibt es vom 25. bis zum 27.

Februar.

FRANK-WALTER STEINMEIER

&ULRICH MATTHES

hatten am Dienstagabend eine Verabredung

im Kino.Der Bundespräsident

folgte der Einladung des Präsidenten

der Deutschen Filmakademie

in die Astor Film Lounge und

stellte in der Reihe „Mein Film“ einen

Kinofilm vor, der ihm besonders

wichtig ist. Wobei Steinmeier, der

Matthes launig „Verehrter Herr Kollege

Präsident!“ ansprach und damit

die Filmakademie protokollarisch in

den Rang eines Staates hob, sich für

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ entschied.

Steinmeier erklärte, warum

er keinen Fassbinder-Film ausgewählt

hatte,obwohl einige in der engeren

Wahl waren. Lars Kraumes

Film füllt für ihn eine Lücke: „Was

fehlte, waren Filme über die Helden

der jungen Demokratie.“

Spontan ins Kino kann Steinmeier

als Präsident nicht mehr so

leicht gehen. Als er noch Außenminister

war,klappte das öfter.Damals

schaute er sich gern mit der Tochter

Filme wie „Die wilden Hühner“ und

„Die wilden Kerle“ an, mit denen er

bei ihr punkten konnte.Wobei seine

Leibwächter mal von einem kleinen

Jungen ermahnt wurden: „Ej–das ist

ein Kinderfilm!“ –Esamüsiert ihn

heutenoch.

POLIZEIREPORT

Bekannten erstochen.

Ein30Jahrealter Mann aus Bayern

hat einen Bekannten in dessen Wohnung

in der Heerstraße in Spandau

getötet. Dermutmaßliche Täter meldete

sich in der Nacht bei der bayerischen

Polizei und gestand, während

eines Streits seinen Bekannten erstochen

zu haben. Polizisten aus Berlin

öffneten die Wohnung und entdeckten

den 30-jährigen Toten. Dermutmaßliche

Täter wurde festgenommen.

Er soll in dieser Woche nach

Berlin überstellt werden. Die1.

Mordkommission hat den Fall übernommen.

Einzelheiten der Tatwurden

am Dienstag nicht bekannt.

Fußgänger angefahren.

MitschwerenVerletzungen am Kopf

ist am Montag ein 68 Jahrealter

Mann in ein Krankenhaus eingeliefertworden.

DerSenior hatte gegen

12 Uhrden Mariendorfer Damm

überquert. Dabei wurde er voneiner

57-Jährigen angefahren. Siehatte

den Mann beim Wenden ihres Opels

übersehen.

Frau bei Unfall verletzt.

Beim Rechtsabbiegen vonder Hosemannstraße

in die Ostseestraße in

Prenzlauer Berg hatein 64 Jahrealter

Mann mit seinem Ford eine 58 Jahre

alte Frau angefahren. Durchden

Aufprall erlitt sie Verletzungen an

den Beinen und kam in ein Krankenhaus.Bei

dem Autofahrer rochen Polizisten

Alkohol im Atem. Eine bei

ihm durchgeführte Atemalkoholkontrolle

ergab einen Wert vonrund

0,8 Promille.Der 64-Jährige wurde in

ein Polizeigewahrsam gebracht, in

dem ihm Blut abgenommen wurde.

Seinen Führerschein beschlagnahmten

die Einsatzkräfte.

Dealer erwischt.

Zivilfahnder des Abschnitts 55 haben

am Montag in Neukölln einen 29

Jahrealten Heroin-Händler festgenommen.

Er wargegen 21.30 Uhr

beim Drogenverkauf voreinem

Wettbüroinder Sonnenallee beobachtet

worden. In seiner Jackeentdeckten

die Fahnder insgesamt 111

Konsumeinheiten Heroin.

Verpuffung im Imbiss.

In derReinickendorfer Straße in

Weddinghat es am Dienstagvormittag

in einem Imbiss gebrannt. Dabei

wurdenachersten Angaben ein Angestellter

schwer verletzt. Er kam in

das Brandverletztenzentrum des

Unfallkrankenhauses Marzahn.Die

Feuerwehrrettete drei Mieter aus der

darüberliegenden Wohnung mit

Fluchthauben. Darunter befand sich

auch ein Kind. (ls.)

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Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 13

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Berlin

Alles nur Knastgespräche

Der einstige Top-Manager Michael K. ist vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zum Mord freigesprochen worden

VonKatrin Bischoff

Die Vorwürfe wogen

schwer: Michael K. soll

versucht haben, Zeugen

aus früheren Strafverfahren

aus dem Wegräumen zu lassen,

hieß es.Dafür soll der 43-jährige einstige

Manager in den Haftanstalten

Moabit und Tegel Mitgefangene angesprochen

haben, so stand es in der

Anklage. AmDienstag ist Michael K.

jedoch von den Vorwürfen freigesprochen

worden. EinNachweis,dass

der Angeklagte die Taten begangen

hat, konnte nicht erbracht werden.

Jakob Weber, der Vorsitzende Richter

der 15. Großen Strafkammer,erklärte,

vieles vondem, was Michael K. vorgeworfen

worden sei, stamme aus

„Knastgesprächen“.

Verteidiger sahen Komplott

Mit dem Urteil folgte die Schwurgerichtskammer

den Anträgen von

Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

DerStaatsanwalt hatte in seinem Plädoyereinen

Freispruch gefordert, obwohl

er überzeugt war, dass Michael

K. Kontakte zu Mitgefangenen aufgenommen

habe, umdie Beseitigung

lästiger Zeugen zumindest auszuloten.

Einen Freisprich K.’s sah der Anklagevertreter

jedoch als gerechtfertigt,

da es dabei zu keinen konkreten

Mord-Absprachen gekommen sei.

Die Verteidiger von Michael K. sprachen

dagegen von einem Komplott

zum Nachteil ihres Mandanten.

Michael K. wurde vom Landgericht freigesprochen. Trotzdem bleibt er hinter Gittern.Erwar bereits 2015 zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. IMAGO IMAGES/ULLI WINKLER

Der Richter erklärte in seiner Urteilsbegründung,

dass es relativ

schwer gewesen sei festzustellen, was

wirklich geschehen sei. Viel Zeit sei

vergangen, die Vorwürfe datierten

aus dem Jahr 2016. Roy W., der als

Zeuge aussagen sollte und in der Anklage

selbst als mutmaßliches Opfer

des Angeklagten genannt worden

war,habe nichts beigetragen zur Aufklärung,

so der Richter.

Der 37-jährige Roy W. hatte vor

Prozessbeginn dem Gericht mitgeteilt,

von seinem Aussageverweigerungsrecht

Gebrauch machen zu

wollen. Zudem gab er an, seine Vorwürfe,Michael

K. habe einen Mörder

dingen wollen, seien falsch und eine

Lüge gewesen.

Der Rückzug von Roy W. mache

durchaus einen dubiosen Eindruck,

sagte der Vorsitzende Richter. Aber

die Kammer habe den Mann nicht

befragen können. Also müsse sie davon

ausgehen, dass er wirklich falsche

Anschuldigungen gemacht

habe.Zudem gebe es Anhaltspunkte,

dass Roy W. in seiner polizeilichen

Vernehmung nicht in allen Dingen

dieWahrheit gesagt habe.

Die Aussage von Nayef A. vor Gericht

wertete die Kammer kritisch.

Der49-Jährige habe auffallende Erin-

nerungslücken gezeigt, die nicht

nachvollziehbar seien, sagte Weber.

Nayef A.habe sich auch erst eineinhalb

Monate nach den angeblichen

Gesprächen mit Michael K. einem Sicherheitsbeamten

in Tegel offenbart.

Ausgerechnet zu einer Zeit, als Nayef

A. durchaus unter Druck geraten sei:

In seiner Zelle sei ein verbotenes

Handy gefunden worden. Disziplinarische

Strafen drohten.

Für Weber ist es durchaus denkbar,dass

Michael K. wirklich Opfer eines

Komplotts geworden sei. „Eines

ist aber sicher: Dass Sie an einem

Komplott selbst Schuld sind“, sagte

der Richter.Der Angeklagte habe seinen

Mitgefangenen detaillierte Informationen

über seine früheren Verurteilungen

geliefert und auch über

seine persönlichen Verhältnisse. „Es

ist für uns ganz unverständlich,

warum sie diese Informationen preisgegeben

haben“, so Weber. Ergab K.

mit auf dem Weg, künftig vorsichtiger

zu sein. „Jezurückhaltenden man Informationen

preisgibt, desto schlechter

kann man erpresst werden.“

Kein freier Mann

Michael K. verzog bei der Urteilsverkündung

keine Miene.Trotz des Freispruchs

verließt er das Gericht nicht

als freier Mann. Er sitzt derzeit in Berlin

eine Freiheitsstrafe ab.Michael K.,

eine einst hochgelobte Führungskraft,

war vom Landgericht Hof wegen

Untreue und der Anstiftung zur

Entführung eines Richters 2015 zu einer

Gesamtfreiheitsstrafe von neun

Jahren verurteilt worden.

Er hatte bis zu seiner Verhaftung

als Geschäftsführer des Textil-Discounters

NKD fungiert und 3,7 Millionen

Euro veruntreut. Noch während

des Untreue-Prozesses hatte er

versucht, den Richter entführen und

gegebenenfalls töten zu lassen. Damit

wollte K. seinen Freispruch erpressen.

Viele Berliner brauchen

über eine Stunde zum BER

IHK Berlin lässt Verbindungen zum Flughafen analysieren

VonPeter Neumann

Wer in Zukunft zum Flughafen

BER muss, sollte sein Auto lieber

stehen lassen. Das zeigt ein Verkehrsgutachten,

das die Industrieund

Handelskammer (IHK) zu Berlin

in Auftrag gegeben hat. Die zwei

wichtigsten Ergebnisse: Auf Berlins

Autobahnen wird esvoller, auf der

A100 und A113 droht dann noch

mehr Stau. Und: Auf der Schiene

wird der Flughafen meist schneller

zu erreichen sein als per Auto, mit

dem die Anfahrt oft mehr als eine

Stunde dauern kann. Die IHK fordert,

den Nahverkehr auszubauen.

„Ohne Ausbau des

Nahverkehrs droht

der Verkehrsinfarkt

auf der Straße.“

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) zu Berlin

Im Gutachten zur Flughafenanbindung

befasst sich das Büro SPV

SpreeplanVerkehr zunächst mit dem

Straßenverkehr.„Aktuell ist Berlin in

einer Luxussituation, was die Erreichbarkeit

beider Flughäfen auf

der Straße anbelangt“, fasste IHK-

Hauptgeschäftsführer Jan Eder das

erste Zwischenergebnis zusammen.

DieSituation werdesich drastisch

ändern, wenn der BER öffnet (voraussichtlich

am 31. Oktober 2020)

und Tegel wenige Tage später

schließt. Dann muss jeder, der ab

Berlin fliegen will, nach Schönefeld.

„Die Hochrechnungen zeigen,

dass es auf der schon jetzt stark belasteten

Achse A100/A113 künftig

noch mehr Staus geben wird“, so

Eder. „Die Gutachter sprechen von

’starken Beeinträchtigungen’ auf

mehreren Abschnitten“, vorallem in

Tempelhof und Neukölln. Der für

2040 errechnete Zuwachs ergebe

sich aus dem allgemeinen Verkehrsanstieg

in der wachsenden Region.

„Der Flughafenverkehr hat generell

nur einen geringen Anteil, auf dem

südlichen Stadtring sind es gerade

mal fünf Prozent“, so der IHK-Chef.

Die Situation für die Autofahrer

werde dadurch verschärft, dass Bewohner

des Berliner Nordwestens

längere Wege bewältigen müssen,

bis sie in ein Flugzeug steigen können.

Von Spandau und Reinickendorfwirddie

Autofahrer zum BER oft

80 oder 90 Minuten dauern, bis zu

vier Mal länger als heute. Pankower

müssen mit 70 Minuten rechnen.

„Mit dem Nahverkehr ist der BER

aus weiten Teilen Berlins grundsätzlich

schneller zu erreichen als im

Pkw“, so Eder.Wer aus Spandau, Reinickendorf

oder Pankow kommt,

könne die Fahrzeit auf eine Stunde

oder weniger drücken. WerinFriedrichshain,

Lichtenberg, Wilmersdorf

oder Charlottenburgstartet, braucht

meist 30 oder 40 Minuten. Alle zehn

Minuten wird eine S-Bahn, vier Mal

stündlich ein Regionalzug vonBerlin

zum BER fahren. Direktverbindungen

gibt es unter anderem ab Wannsee,

Spandau, Hauptbahnhof, Gesundbrunnen,

Ost- und Südkreuz.

Auf längeren Abschnitten werde

es genug Platz in den Zügen geben:

Dort erwarten die Gutachter eine

mittlere, kurzvormBER nur eine geringe

Auslastung des Nahverkehrs.

„Umdiesen Vorteil weiter zu stärken,

ist für die IHK klar, dass der

Nahverkehr weiter optimiert und

ausgebaut werden muss. Erist der

Schlüssel, um die Herausforderungen

zu bewältigen“, mahnte Eder.

Die Zahl der Fahrten müsse erhöht,

der Betrieb stabiler gestaltet werden.

Neue Strecken wären nötig: Von

einer „Nahverkehrstangente“ parallel

zum Außenring würde der Osten

profitieren. Die U7müsse über Rudow

hinaus mindestens nach Schönefeld

weiter fahren, so Eder.„Ohne

Ausbau des Nahverkehrs droht der

Verkehrsinfarkt auf der Straße.“

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Militär- undBlasmusik

kommt nachBerlin

MUSIKPARADE –Europas größte Tournee in der Max-Schmeling-Halle

Neues Programm 2020: Mehr als 400 Musiker aus 7Nationen.

Die MUSIKPARADE kommt mit

neuen Orchestern und neuer

Show 2020 in die Max-Schmeling-

Halle nach Berlin: Mehrere Hundert

Künstler präsentieren am 23. Februar

(Beginn 15.30 Uhr) das europaweit

einzigartigeund größte Livemusik-Spektakelder

Blasmusik.

Die internationale Vielfalt der

MUSIKPARADE wird durch Orchesteraus

Italien,England,Kasachstan

und vielen weiteren Ländern zum

Ausdruck gebracht. Erstklassige

Orchester wie die „Show- and Marchingband

Rijnmondband“ und die

„Regimental Band ofthe Yorkshire

Volunteers“ werden dabei ihre Heimat

musikalisch vertreten. Der

Chor, die „International Golden

Voices“, begleitetdazudie gesamte

Tournee.Er hat sich eigens für die

MUSIKPARADE aus mehreren Ländern

Europaszusammengefunden.

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Wie in den schottischen Highlands

dürften sich Fans der Dudelsackmusik

fühlen: Dutzende Pipes

and Drums nehmen ander MUSIK-

PARADE teil, die – ähnlich dem

Edinburgh-Tattoo in Schottland –

eine majestätische Präsentation

traditioneller schottischer Musik

zeigen. Im Mittelpunkt der Show

stehen neben den Dudelsackspielern

die internationalen Stars der

Blasmusik, von denen viele durch

zahlreiche TV-Auftritte nicht nur

Kennern einBegriff sind.

Höhepunkt ist das große Finale,

bei dem sich alle Teilnehmer zum

„Orchester der Nationen“ vereinen

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14 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Berlin

3,50 Euro mehr pro Stunde

Ab Januar müssen in Behörden und Landesunternehmen 12,50 Euro gezahlt werden. Entgelt soll auch für die Vergabe öffentlicher Aufträge gelten

VonMelanie Reinsch

In Berliner Behörden soll der

Mindestlohn ab dem kommenden

Jahr von neun Euro auf

12,50 brutto steigen. Alle Angestellten

des Landes und solche, die

bei Unternehmen arbeiten, an denen

das Land beteiligt ist, bekommen ab

dem Jahr 2020 automatisch 3,50 Euro

mehr in der Stunde, wenn sie keinen

Tariflohn beziehen. Der Landesmindestlohn

gilt für alle öffentlich geförderten

Beschäftigungen.

„Die wirtschaftliche Situation in

Berlin hat sich seit der letzten Anhebung

des Landesmindestlohns weiter

positiv entwickelt“, sagte Arbeitssenatorin

Elke Breitenbach (Linke).

Die Arbeitslosenzahl sei in der Stadt

weiter gesunken. „Von dieser positiven

wirtschaftlichen und sozialen

Entwicklung der wachsenden Stadt

Berlin müssen auch die Menschen

profitieren, die im Einflussbereich

des Landes Berlin tätig sind, aber nur

niedrige Einkommen beziehen“, betonte

Breitenbach. Eine Einkommensverbesserung

lediglich auf der

Grundlage des ohnehin gesetzlich

festgelegten Mindestlohns sei nicht

ausreichend, sagt die Senatorin.

Schätzungsweise 17 Millionen Euro

Mehrkosten kommen damit auf das

Land Berlin zu.

Vorder endgültigen Beschlussfassung

des Senats zur Höhe des Landesmindestentgelts

ist jedoch der

Rat der Bürgermeister zu beteiligen.

Anschließend muss das Gesetz noch

im Abgeordnetenhaus beschlossen

werden.

Mindestlohn ab 10 000 Euro

Zeitgleich soll im Januar 2020 auch

die Novellierung des Ausschreibungs-

und Vergabegesetzes in Kraft

treten –ein Auftrag aus dem gemeinsamen

Koalitionsvertrag des rot-rotgrünen

Bündnisses. Damit soll gewährleistet

werden, dass auch Angestellte

vonUnternehmen, die öffentliche

Aufträge annehmen, den

Mindestlohn von12,50 Euro bekommen.

Allerdings muss der Mindestlohn

erst ab einem Auftragswert von

10 000 Euro bei Dienstleistungen

Alle sollen profitieren, sagt Arbeitssenatorin ElkeBreitenbach.

DPA/PAUL ZINKEN

und 50 000 Euro bei Bauleistungen

gezahlt werden. „Damit bauen wir

die Bürokratie ab und stärken den

Mittelstand“, sagte Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop (Grüne). Sie geht

davon aus, dass 95 Prozent der öffentlichen

Vergaben davon betroffen

sein werden. Ob diese Prognose so

zutrifft, solle überprüft und dann gegebenenfalls

nachgesteuert werden,

so Pop.

Volumen bei fünf Milliarden Euro

Kritiker sind der Auffassung, dass

kleinereUnternehmen sich nicht auf

öffentliche Aufträge bewerben werden,

da sie den Landesmindestlohn

nicht zahlen können oder nur Aufträge

unterhalb der Wertgrenze annehmen

werden. Pop dazu: „Es gibt

immer Diskussionen und Kritik vonseiten

der Wirtschaftsverbände,

wenn ein Mindestlohn erhöht wird.“

Aber auch andere Länder machten

sich auf den Weg, so die Wirtschaftssenatorin.

In Brandenburg hat die

rot-schwarz-grüne Regierung zum

Beispiel gerade einen Landesmindestlohn

von13Europro Stunde bei

der Vergabe öffentlicher Aufträge im

Koalitionsvertrag verankert.

„Die Wirtschaft in Berlin wächst,

da ist Dynamik drin. Und dieses

Wirtschaftswachstum soll bei den

Menschen auch spürbar ankommen“,

erklärte die Senatorin.

Im Moment gehe man davon aus,

dass das jährliche Beschaffungsvolumen

in Berlin bei rund fünf Milliarden

Euro liegt.

Nicht gewährleisten könne man

aber, dass Unternehmen ihre Aufträge

an Subunternehmen weiterreichten,

um den Mindestlohn zu

umschiffen. Das sei in der Tat ein

großes Problem, bemerkte dazu

auch Arbeitssenatorin Breitenbach.

Zugleich macht das neue Ausschreibungs-

und Vergabegesetz

klare Vorgaben für die Einhaltung

zwingend zu beachtender sozialer

und ökologischer Kriterien. Denn

das wirtschaftlichste Angebot, das

Berlin erhalte, sei eben nicht immer

auch das beste Angebot für die Stadt,

betonte die Wirtschaftssenatorin.

„Der Preis ist nicht das,was am Ende

entscheidend ist.“

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sinnwahrender Kürzungen vor.

Wenn die letzte Sanierung

40 Jahre zurückliegt

Berlin: „Müller mal mit Verve: Regierender

verteidigt Mietendeckel als soziales

Instrument“ von Annika Leister

(29. November)

Wirglauben nicht, dass Mieter heute

gerne Wohnungen beziehen wollen,

deren letzte Sanierung vierzig Jahre

zurückliegt. Dies wird aber dann so

sein müssen. Eine Wohnung, die

nach Mietendeckel für noch 6,85

Euro vermietet werden kann, wird

schwerlich den gleichen Ausstattungszustand

haben, wie eine Wohnung,

die 9,85 Euro kosten darf.

Gunter Bading,

Berlin-Lichtenrade

Der Mietendeckel ist falsch: Grundgesetzwidrig,

weil schädlich, nicht

notwendig, kontraproduktiv und

übermäßig. Das wird demnächst in

einem Normenkontrollverfahren

festzustellen sein. Erforderlich

bleibt, unverzüglich das Mietenproblem

in Städten mit gegebenen

Instrumenten effektiver als bisher zu

lösen. Hauptinstrument ist neben

dem Neubau vonWohnungen ein ertüchtigter

Mietenspiegel.

Ludwig Will, Berlin-Tegel

Mietenpolitik mit dem Rasenmäher,

wie sie der Berliner Senat praktiziert,

führt zuVerwerfungen. Für die zahlen

am Ende alle Bürger.Solche Mietenpolitik

ist letztlich ungerecht und

unsozial. Der harte Eingriff in das

Marktgeschehen wird zuneuer Unruhe

führen, weil Erholung mit Gewalt

nicht funktioniert.

Günter Freye, per E-Mail

Die Gläserne Blume im Palast der Republik

Die Facebook-Diskussion: Tränen des Zorns

Facebook: „Gläserne Blume kommt nicht ins Schloss“ v. Maritta Tkalec

(2.Dezember)

Traurig, wenn man sieht, wie sich um kulturhistorische Dinge so gestritten

wird. Martin Jürgen Müller

Wenn ich sie sehe,habe ich jedes MalTränen des ZornsimAuge ob des

Abrisses des entkernten und asbestbereinigten Palastes.

Sabine Donath

Neue politische Idee, die Menschen aus dem Herzen spricht

Meinung: „Regieren ist Mist“ von Jochen

Arntz

(2. Dezember)

Die SPD war immer dann groß,

wenn sich mit ihrem Namen und ihrer

Politik Qualitätssprünge verbanden.

Das war so bei Brandt und seiner

neuen Ost- und Sozialgesetzgebungspolitik;

das war so bei Wowi,

seinem Outing und dem Bündnis

mit der PDS. DieWeltuntergangsszenarien,

die die Konservativen in solchen

Fällen immer an die Wand malen,

hat es natürlich nicht gegeben.

Es stellt sich also nicht so sehr die

Frage,obdie SPD weiterregieren will

oder soll, sondern eher die nach einem

neuen Qualitätssprung, nach

einer neuen politischen Idee, die

Menschen aus dem Herzen spricht.

Olaf Stephan,

Berlin-Grünau

Dass Regieren in der GroKo nichts,

aber auch gar nichts mit Gestalten zu

tun hat –macht nix. Dass ein Kanzlerwahlverein

wie die CDU/CSU

nicht gestaltet, sonderndas„Immerweiter-so“

aufruft und damit Politikverdrossenheit

schürt –macht nix.

Dass Inhalte, die der Zukunft angemessen

sind, selbst wenn sie noch

nicht mehrheitlich vertreten werden,

nottun –geschenkt.

Eckhard Dietz,

Berlin-Wilmersdorf

Die Ungläubigkeit bis hin zum Entsetzen

(und Jubel) über den Ausgang

des SPD-Mitgliedervotums ist allenthalben

spürbar. Zugroß war die

Selbstgewissheit der Etablierten,

auch in der SPD, über ihren Machteinfluss.

Politisch-pragmatisch ist

der Sieg der linken Kandidaten nicht

IMAGO/SMID

Ichfinde es auch nicht so schön, so ein Teil in ein Schloss zu integrieren.

Es sollte in ein DDR-Museum. Susanne Oelker

Das sogenannte Humboldt-Forum sah im Rohbau aus wie ein Parkhaus.

Ich halte von diesem Revisionismus-Kitsch gar nichts. Aber nun

ist dieses Disney-Castle nun mal da. Da wird sich nach Restaurierung

doch irgendwo ein Platz für die Blume der Republik finden.

Susanne Oelker

erklärbar. Die bisherige Bilanz der

Großen Koalition liefert diese Argumente

nicht. Aber die SPD ist dabei

unter die Räder gekommen. Man

sollte nicht vergessen, dass sie sich

gegen eine Neuauflage mit Händen

und Füßen gesträubt hatte und erst

vom Bundespräsidenten in die

staatsbürgerliche Pflicht genommen

wurde.

Das jetzige neue Führungsduo

dürfte aber sowieso nur eine Übergangslösung

und Sprungbrett für

eine neue,jüngereMannschaft sein.

Wilfried Mommert, Berlin-Wilmersdorf

Geschwindigkeit als

Machtdemonstration

Feuilleton: „Ein deutscher Mythos“

von Ulf Erdmann Ziegler

(21. November)

Ich bin Vielfahrer mit circa 100 000

Kilometernpro Jahr und im Wesentlichen

nachts unterwegs.Die vonIhnen

abgestempelten Raser sind

deutlich sicherer und vernünftiger

als zu langsam Fahrende.Die behindern

den Verkehrsfluss und greifen

gefährlich in den Straßenverkehr

ein. Die Argumentation, dass zu

schnell Fahrende entsprechend bestraft

werden, ist sicherlich vernünftig

und angebracht. Aber auch die zu

langsam Fahrenden, die erheblichen

Einfluss auf die Verkehrssicherheit

im deutschen Straßennetz haben,

werden nicht entsprechend geahndet.

Gesetzlos ist derjenige, der die

Geschwindigkeit als Machtdemonstration

oder aus persönlichem

Egoismus heraus umsetzt. Dies gibt

es im Schnellen wie im Langsamen.

Michael Kimmerle,

Dresden/Höchstädt

Bei der Einführung eines allgemeinen

Tempolimits auf Autobahnen ist

also der Wert im Korridor zwischen

100 km/h und 130 km/h zu suchen.

Vernünftig wäreeine Begrenzung auf

110 km/h wie in Schweden. Auch

Schweden kommen ans Ziel! Realistisch

ist eher ein Limit bei 130 km/h.

Und das wäre auch schon richtig,

weil dieses Limit nur wenige stark

einschränken würde, die Raser aber

deutlich bremst.

Frank Bokelmann, Sparrieshoop

Geht es ausschließlich nur um die

Geschwindigkeit an sich? Sollen

nicht auch die Argumente von Unfallrisiken

und Klimaschutz eine

Rolle spielen? Hey, lasst uns langsamer

und damit sicherer und nachhaltiger

fahren!

JörnHöfs, per E-Mail

Werbraucht denn diese

Reißbrettarchitektur?

Berlin: „Turmbau am Alex beginnt“ von

Ulrich Paul

(28. November)

DerDDR wurde Fantasielosigkeit im

Bauen vorgeworfen. 20, 30 Jahrespäter

geschieht nichts anderes.Die zukünftigen

Bauten in dieser Stadt gleichen

eher Steinen aus dem Baukasten

für Kinder als guter Architektur!

Ich staune immer wieder, dass die

Architektenkammer den Senat mit

seiner Bauverwaltung gewähren

lässt. 150 Meter! Werbraucht denn

diese Reißbrettarchitektur des Herrn

Kollhoff?

Sven Biel, per E-Mail

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Berlin/Brandenburg

Beschluss zur

Klimanotlage

vertagt

Senat will Entscheidung

noch einmal überdenken

VonMelanie Reinsch

Eigentlich wollte der Senat an diesem

Dienstag den Beschluss zur

Klimanotlage verabschieden. So

hatte es Klima- und Umweltsenatorin

Regine Günther (Grüne) am

Montag angekündigt. Doch der geplante

Beschluss ist am Dienstag

überraschend verschoben worden.

Offenbar gab es noch offene Fragen,

die jetzt bis zur nächsten Senatssitzung

geklärtwerden sollen.

Wirtschaftssenatorin Ramona

Pop (Grüne) sagte nach der Senatssitzung,

man habe den Beschluss

vertagt, da es „unterschiedliche Diskussionsstände“

gegeben habe.Man

habe darüber in der Staatssekretärskonferenz

am Montag diskutiert.

Eine entsprechend geänderte Vorlage

wurde erst am Dienstagmorgen

verschickt. Man wolle sich nun auf

einen gemeinsamen Stand bringen,

„das haben wir gemeinsam beschlossen“,

erklärte Pop. Der Beschluss

solle nun in Rücksprache mit

allen Häusern in der kommenden

Woche im Senat verabschiedet werden.„Es

wurde heute nicht inhaltlich

über den Beschluss diskutiert“, ergänzte

die Grünen-Politikerin.

Die grüne Klima- und Umweltsenatorin

Günther will erreichen, dass

der Senat die fortschreitende Erderhitzung

als „Klimanotlage“ anerkennt

und zusätzliche Anstrengungen

zugunsten des Klimaschutzes

und der Klimaanpassung unternimmt.

Die Verwaltung will dazu

eine Novelle des Berliner Energiewendegesetzes

vorbereiten.

Die Senatskanzlei des Regierenden

Bürgermeisters Michael Müller

(SPD) hat Günthers Vorschlag bisher

noch nicht mitunterzeichnet. Müller

fordert von der Umweltsenatorin

konkretere Maßnahmen, die zu einer

Reduktion der CO 2 -Emissionen

führen sollen. Diefehlen bisher.

Günther fordert ein klimaneutrales

Berlin bis 2050. Sie will, dass in

der Hauptstadt die Kohlendioxid-

Emissionen um 95 Prozent bis 2050

gegenüber dem Vergleichsjahr 1990

gesenkt werden. Strittig ist, ob dieser

letzte Punkt so auch in die Beschlussvorlage

aufgenommen werden

soll.

Hilfe gegen sexuellen Missbrauch

Ein neues Konzept soll Sportvereinen und Kirchen helfen, die Fälle der Vergangenheit aufzuarbeiten

VonJens Blankennagel

Die wichtigste Botschaft

dieses Papieres lautet:

Vonnun an kann keine

Organisation mehr behaupten,

dass sie alte Fälle vonsexuellem

Missbrauch in den eigenen

Reihen nicht aufklären kann, weil sie

nicht weiß, wie es geht. Am Dienstag

hat die Unabhängige Kommission

zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

der Bundesregierung ihre

50-seitige Broschüre „Rechte und

Pflichten: Aufarbeitungsprozesse in

Institutionen“ veröffentlicht.

WasimTitel etwas trocken klingt,

ist eine bundesweit einmalige Handlungsempfehlung,

wie mit Fällen

vonGewalt und anderen Formen des

Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen

umgegangen werden soll

–egal, ob in einer großen Institution

wie der Kirche oder einem kleinen

Sportverein. Seit Jahren werden immer

wieder Missbrauchsfälle bekannt

–inder katholischen Kirche,

der Odenwaldschule, im Canisius-

Kolleg in Berlin und immer wieder in

Sportvereinen.

Aufarbeitung bedeutet Konflikt

„Sexueller Missbrauch ist keine ferne

Vergangenheit, sondern ist aktuell“,

sagte die Kommissionsvorsitzende

Sabine Andresen. „Die Betroffenen

haben immer das Recht auf Aufarbeitung,

und die Institutionen haben

immer die Pflicht zur Aufarbeitung.“

Doch dabei benötigen sie

Hilfe.„Institutionen, die Fälle vonsexuellem

Kindesmissbrauch aufarbeiten

wollen, wissen oft nicht, wie

sie vorgehen sollen“, sagte die Kommissionschefin.

Auch für Betroffene,

die heute als Erwachsene eine Aufarbeitung

einfordern und die auf Widerstände

in Institutionen stoßen,

sei es wichtig, dass sie auf klareKriterien

zurückgreifen können.

Eine wichtige Hilfe kann dieses

Handlungskonzept sein. Auf 50Seiten

liest es sich wie eine Checkliste.

DasGanzesei aber kein „Kochbuch“

mit verpflichtenden Handlungsanweisungen,

sondern eine Anregung.

„Die Sünden der Vergangenheit können

der Hebel sein, sich damit auseinanderzusetzen“,

sagte Kommissionsmitglied

Matthias Katsch. Es

gebe keine konfliktfreie Aufarbeitung,

deshalb raten die Fachleute zu

einem planvollenVorgehen. Am besten

sei es, wenn sich jeder Verband,

Der Missbrauch von Kindernwird oft noch immer nicht ernst genommen.

jede Kirchengemeinde, jede Schule

und jede Kita, jeder Sportverein damit

befasst, wie sie bei einem Missbrauchsfall

vorgehen wollen –unabhängig

davon, ob es je konkrete Vorwürfe

gegeben hat.

Eine Sache ist klar,sagte Kommissionsmitglied

Heiner Keupp: „Bislang

kennen wir keine Institution,

die vonsich aus sagt: Ichwill die Geschichte

aufarbeiten.“ Es war immer

nötig, dass Betroffene die Fälle öffentlich

machen. „Wenn der Druck

gegenüber Institutionen nicht groß

genug ist, ist auch die Bereitschaft

zur Aufarbeitung nicht so groß.“

Wenn Fälle öffentlich werden,

kommt es meist zu einer Flucht nach

vorn, also in die Prävention. Dann

werden Strategien entwickelt, damit

sich möglichst nicht noch einmal

E+/RINOCDZ

Ähnliches wiederholt. Schwerer fällt

es den Organisationen, vergangene

Fälle aufzuarbeiten. „Aber es ist nötig,

mit dem Blick zurück für die Gegenwartzulernen“,

sagte Kartsch. Es

geht darum, Strukturen zu überwinden,

in denen Einzelne zu Tätern

werden und in denen Opfer nicht gehört

oder ihre Meldungen nicht

ernst genommen werden.

Doch was geschieht, wenn sich

Institutionen ihrer Vergangenheit

nicht stellen? „Wenn zum Beispiel

eine Schule die Vorfälle aufarbeitet,

kann sie ihre Existenz retten“, sagt

Kommissionsmitglied Brigitte Tilmann.

„Wenn sie es nicht macht, riskiertsie

hingegen ihreExistenz.“

DieKommission schlägt ein geregeltesVorgehen

vor: Zuerst sollen die

oberen Hierarchieebenen die Vorwürfe

von Betroffenen ernst nehmen

und zuhören. Es geht um eine

vertrauliche Anhörung.

Organisationen müssten bereit

sein, sich der Vergangenheit zu stellen.

Dazu soll ein möglichst unabhängiger

Beirat gebildet werden, der

die Ziele der Aufarbeitung benennt,

der die Finanzierung und auch

rechtliche Schritte klärt.

Dann soll es ein Aufarbeitungsteam

geben, das möglichst unabhängig

von der Institution arbeitet

und zum Beispiel aus psychologischen,

pädagogischen, medizinischen

und juristischen Fachleuten

besteht. Das Team schließt mit der

Organisation einen Vertrag, der von

Anfang an die wichtigsten Konfliktpunkte

klärt: zum Beispiel, ob die

Täter auch als Täter bezeichnet werden

oder nur als Beschuldigte. Oder

ob ihre Namen auch genannt werden

sollen.

Betroffene immer beteiligen

Weitere Kernfragen sind: Hat das

Team Zugriff auf alle Akten?Wiewird

Manipulation oder Vernichtung von

Akten verhindert? Soll der Bericht

veröffentlicht werden und darf ihn

jemand inhaltlich verändern? Wie

soll das Team mit nicht verjährten

oder aktuellen Fällen umgehen? Die

wichtigste Forderung: Die Betroffenen

müssen in allen Etappen der

Aufarbeitung beteiligt werden.

Doch wie soll ein kleiner Sportverein

das alles schaffen? Auch dazu

hat die Kommission eine klareLinie.

Vorbild sollen Schulen und Kitas

sein, von denen viele bereits einen

Ansprechpartner für Missbrauchsfälle

haben und sich ein Handlungskonzept

für den Ernstfall erarbeitet

haben. „Kleine Sportvereine haben

wenige Ressourcen“, sagte Kommissionschefin

Andresen. „Trotzdem

wollen wir sie ermutigen, sich ihrer

möglichen verborgenen Gewaltgeschichte

zu stellen.“ Dazu sollen die

Vereine sich Hilfe von übergeordneten

Verbänden oder vom Landessportbund

holen. „Die können unterstützen

und Ressourcen stellen.“

Dort gibt es außerdem Netzwerke

und Verantwortliche für Missbrauchsfälle.

Esgibt auch Hilfstelefone

–und nun eben den Leitfaden

der Kommission.

DieHandlungsempfehlung kann im Internet

heruntergeladenwerden:

www.aufarbeitungskommission.de

Größter

Drogenfund

seit Jahren

Marihuana für eine Million

Euro beschlagnahmt

VonJens Blankennagel, Potsdam

Der Polizei ist nach mehrmonatigen

Ermittlungen ein Schlag gegen

eine Drogenbande gelungen.

Wiedas Potsdamer Polizeipräsidium

am Dienstag mitteilte, hatten Ermittler

des Landeskriminalamts bereits

am 27. November zwei Razzien

durchgeführt. Dabei wurden 191 Kilogramm

Marihuana und 20 Kilo Haschisch

in Objekten in Brandenburg

und Berlin beschlagnahmt. Das entspricht

einemVerkaufswertvon etwa

einer Million Euro.

Die Ermittlungen führt die

Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur

Bekämpfung der Organisierten Kriminalität

in Frankfurt (Oder) mit

dem LKA. Polizeivizepräsident Roger

Höppner sagte: „Das ist einer der

größten Drogenfunde Brandenburgs

in den letzten Jahren.“ Nurdurch intensive

Ermittlungen sei es gelungen,

das Vorgehen der Täter zu analysieren

und ihr Drogenlager ausfindig

zu machen. Dabei wurde auch

mit Kollegen in Polen zusammengearbeitet.

Haftbefehle erlassen

Durchsucht wurde ein etwa 5500

Quadratmeter großes Grundstück

mit Lagerhalle im Landkreis Havelland

sowie die Wohnung eines Beschuldigten

in Berlin. Im Havelland

wurden 28 mit Kunststofffolie umwickelte

Paletten mit je 32 Plastikeimerngefunden.

Eine Vielzahl der Eimer

waren mit je einem Kilo Marihuana

gefüllt.

Weiterhin wurden auf dem Gelände

zwei abgebaute Cannabis-

Plantagen und Utensilien zur Herstellung

von Cannabisöl gefunden.

Die Ermittler beschlagnahmten außerdem

zehn Mobiltelefone, zwei

Laptops,zweiTablets sowie eine untere

vierstellige Bargeldsumme. Bei

der Razzia in der Wohnung eines 45-

jährigen in Mitte beschlagnahmte

die Polizei 300 Gramm Haschisch,

diverse Speichermedie und 2000

Euro in bar.

Insgesamt wurden vier Deutsche,

zwei Polen und ein Kroate im Alter

von26bis 45 Jahren festgenommen.

Gegen drei von ihnen wurden Haftbefehle

erlassen.

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Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 17

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Wissenschaft

Regelmäßiges

Zähneputzen

ist gut fürs Herz

Risiko für Vorhofflimmern

und andere Probleme sinkt

Ankaum einem anderen Ort unseres

Körpers tummeln sich

mehr Bakterien als in der Mundhöhle.

Wird die Zahnreinigung vernachlässigt,

werden diese nicht

mehr in Schach gehalten. In der

Folge können Entzündungen entstehen,

die zunächst Zähne und Zahnfleisch

betreffen und dann über Nervenbahnen

und Blutgefäße in den

Körper wandern.

Regelmäßiges Zähneputzen ist

daher nicht nur wichtig, um Karies

und Parodontitis zu vermeiden –es

könnte auch das Herz schützen. Das

legt eine südkoreanische Studie

nahe,deren Ergebnisse im Fachblatt

European Journal of Preventive Cardiology

veröffentlicht wurden. Demnach

haben Menschen, die sich mindestens

dreimal am Tagdie Zähne

putzen, ein geringeres Risiko für

Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienzen.

Der Zusammenhang zwischen

Zahnhygiene und einer Reihe von

Krankheiten ist schon seit längerem

bekannt – etwa bei Lungen- und

Herzentzündungen, Erektionsstörungen,

Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Einen weiteren möglichen

Zusammenhang ergab nun die Studie

der südkoreanischen Ewha-

Frauenuniversität.

SaubereZahnfleischtaschen

DasTeam um Tae-Jin Song nutzte für

die Analyse die Datenbank der nationalen

Gesundheitsversicherung und

wählte daraus 161 286 Teilnehmer

zwischen 40 und 79 Jahren aus, in

deren medizinischer Vorgeschichte

keine Herzprobleme vorkamen. Bei

einer Untersuchung wurden Daten

zu Größe, Gewicht, Laborwerten,

Krankheiten, Lebensstil, Mundgesundheit

und Mundhygieneverhalten

erfasst. Durchschnittlich ein

Jahrzehnt später wurde die Untersuchung

wiederholt. Zu dem Zeitpunkt

hatten 4911 der Teilnehmer (3 Prozent)

ein Vorhofflimmern–also eine

Herzrhythmusstörung – und 7971

(4,9 Prozent) eine Herzinsuffizienz

entwickelt.

DasResultat: Teilnehmer,die sich

dreimal oder öfter am Tagdie Zähne

putzten, hatten ein um zehn Prozent

geringeres Risiko für Vorhofflimmern

und ein um zwölf Prozent vermindertes

Risiko für Herzinsuffizienz

als jene mit einer schlechteren

Mundhygiene. Auch regelmäßige

professionelle Zahnreinigungen

wirkten sich positiv aus. Die Ergebnisse

waren unabhängig von Faktoren

wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischem

Status,Bewegung, Alkoholkonsum,

Body-Mass-Index und

weiteren Faktoren wie Bluthochdruck.

Wie die Wirkung zustande kommen

könnte, beantwortet die Untersuchung

nicht. Die Forscher vermuten,

dass regelmäßiges Zähneputzen

Bakterien in den schwer erreichbaren

Taschen zwischen Zahnfleisch und

Zähnen reduziert–und damit verhindert,

dass diese in den Blutkreislauf

gelangen. Tae-Jin Song räumt ein,

dass die Analyse nur auf Daten aus einem

einzigen Land beruht und als

reine Beobachtungsstudie keine Ursachen

aufzeigen kann. (dpa)

VonRot nach Weiß: Es gibt viele gute

Gründe, regelmäßig zu putzen.

DPA

1995 wurde der erste Exoplanet außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Er erhielt den Namen 51 Pegasi b, später Dimidium. Hier die Vorstellung eines Zeichners. M. KORNMESSER/NASA

Die Jagd nach der Erde 2.0

Mit immer ausgefeilteren Techniken suchen Astronomen nach Geschwistern unseres Heimatplaneten

VonSilvia von der Weiden

Irgendwo da draußen muss es

sie doch geben, die Geschwister

der Erde.Aber wo sollen Astronomen

unter den schätzungsweise

200 Milliarden Sternen

in der Milchstraße suchen? Seit der

ersten Beobachtung eines extrasolaren

Planeten im Jahr 1995 durch die

Schweizer Astronomen Michel Mayor

und Didier Queloz haben Forscher

schon über 4000 Exoplaneten

aufgespürt. Für ihre Pionierentdeckung

wurden die beiden Wissenschaftler

in diesem Jahr mit dem Nobelpreis

für Physik ausgezeichnet.

Eine zweite Erde hat sich bislang

aber nicht gezeigt.

Etwa 96 Prozent der bekannten

Exoplaneten sind deutlich größer als

die Erde.Die meisten sind Gasriesen

wie Jupiter,Saturn, Neptun und Uranus.

Von den festen Planeten umkreisen

die meisten ihren Mutterstern

entweder auf sehr engen Bahnen,

dann herrschen auf ihnen zu

hohe Temperaturen für die Entwicklung

von Leben. Oder sie ziehen als

Eiswelten weit draußen ihreBahnen.

Auch auf den wenigen bekannten

Exoplaneten, die den richtigen Abstand

haben, herrschen vermutlich

kaum lebensfreundliche Bedingungen.

Die meisten ihrer Muttergestirne

sind hochaktive Zwergsonnen.

Mitihren energiereichen Strahlungsausbrüchen

sterilisieren sie die

Oberfläche ihrer Planeten.

Wo findet sich ein Gesteinsplanet,

der im richtigen Abstand um einen

ruhigen Stern kreist, ein Planet, der

nicht zu groß und zu nicht zu klein ist,

um Landmassen und Ozeane und damit

die Basis für die Entwicklung von

Leben auszubilden?

Kein Leben ohne Magnetfeld

Die Suche nach der Erde 2.0 ist zum

heiligen Gral der Astrophysik avanciert

und hat es bis in die täglichen

Nachrichten geschafft. So wie der

Exoplanet, den US-Astronomen vor

kurzem entdeckt haben. Er beherbergt

Wasserdampf in seiner Atmosphäre.

Eine Kopie der Erde ist auch

er nicht, denn der Planet ist zu groß

und nicht dicht genug.

Mit immer ausgefeilteren Techniken

gehen die Forscher auf die Jagd.

Besonders ergiebig ist die Transitmethode:

Dabei wird die Tatsache genutzt,

dass Exoplaneten vonder Erde

aus gesehen auf ihrer Bahn regelmäßig

vorihrem Heimatsternvorbeiziehen.

Lichtschwankungen von nur

wenigen Promille lassen auf ihre

Größe schließen. Weil auch ihre Atmosphäre

vom Sternenlicht durchleuchtet

wird, ermöglicht das unter

bestimmten Bedingungen Aussagen

über die chemische Zusammensetzung.

Diese Methode nutzt auch die

Nasa mit ihrem jüngsten Weltraumteleskop

Tess (Satellit zur Erfassung

vorüberziehender Exoplaneten), das

seit Mai2018 in Betrieb ist. Es verfügt

Cheops. So heißt eine Esa-

Mission,die noch in diesem

Dezemberstarten soll. Cheops

(Satellit zur Charakterisierung

vonExoplaneten) nimmt

mehrere Hundertbekannte

Exoplaneten insVisier,umihre

Dichte präzise zu bestimmen.

OZEANPLANETEN

Wasserwelten. Berechnungenzeigen,

dass etwa 35 Prozentaller

bekannten Exoplaneten,

die größer sind als die

Erde, wahrscheinlichWasserwelten

sind.Sie unterscheiden

sich vonerdähnlichen Planeten

mit fester Oberfläche.

Tiefe. Der flächendeckende

Ozean könnteTausende Kilometer

tief sein und bis zum

Kerndes Planeten reichen.

Der Druck würde dasWasser

zu einerfesten, exotischen Eisformpressen.

Höheres Leben

wäre kaum möglich.

Das neueste Nasa-Weltraumteleskop Tess für die Suche nach Exoplaneten.

NASA

nicht wie seine Vorgänger über ein

einzelnes großes Teleskop, sondern

ist mit vier kleineren Teleskopen ausgerüstet.

Damit kann es einen viel

größeren Himmelsausschnitt gleichzeitig

beobachten und so schneller

Exoplaneten aufspüren.

Eine Strategie, auf die auch die

europäische Weltraumorganisation

Esa mit ihrer Mission Plato (Planetare

Transite und Oszillationen von

Sternen) setzt. Der Satellit soll 2026

in Betrieb gehen. Mithilfe von 26

kleinen Teleskopen soll er bis zu einer

Million Sterne auf mögliche Planeten

untersuchen und Kenndaten

wie Masse, Durchmesser und Umlaufbahn

der einzelnen Himmelskörper

ermitteln. Schwerpunkt der

Mission ist die Suche nach erdähnlichen

Exoplaneten, die um sonnenähnliche

Sterne kreisen.

„Wir sind an Gesteinsplaneten mit

einem Eisenkern wie unsere Erde interessiert,

nicht an Gasplaneten“, sagt

Planetenforscherin Heike Rauer vom

Deutschen Zentrum für Luft- und

Raumfahrt(DLR), das die Mission leitet.

Gesteinsplaneten mit Eisenkern

können ein Magnetfeld ausbilden,

das die Oberfläche vorenergiereicher

Strahlung aus dem All abschirmt. Es

bildet eine der Voraussetzungen für

die Entwicklung vonLeben.

Für die Evolution erdähnlicher

Planeten ist das Alter des Muttersterns

von Bedeutung, besagen physikalische

Modelle. Diese beruhen

auf den Verhältnissen in unserem

Sonnensystem. „Inzwischen hat sich

jedoch gezeigt, dass die Vielfalt von

extrasolaren Planeten und Planetensystemen

traditionelle Vorstellungen

übersteigt“, sagt Rauer. Deshalb soll

Plato auch das Alter der Sterne, um

die Planeten kreisen, präzise bestimmen.

Nurder Blick in das Innereeines

Sterns verrät, wie viel Brennstoff er

schon verbraucht hat – und damit

sein Alter. Deshalb führt Plato astroseismische

Messungen durch.

Kleinste Veränderungen des ausgestrahlten

Lichts verraten charakteristische

Schwingungen im Innern des

Sterns. Sie lassen Rückschlüsse auf

Prozesse bei der Kernfusion und damit

auf den Brennstoffvorrat und das

Alter des Sterns zu. Mit Hilfe der Daten

können die Forscher ihreModelle

zur Planetenevolution anpassen.

Wie die Entdeckungen zeigen,

sind viele Gesteinsplaneten deutlich

größer und massereicher als die Erde.

Vonder Masse des Planeten hängt ab,

ob er eine ausreichend dichte Atmosphäredauerhaft

festhalten kann und

wie lange derWärmevorrat im Innern

ausreicht, um Umwälzungen auf der

Oberfläche wie die Bewegung von

Kontinenten anzutreiben. Das Recycling

der Gesteine durch die Plattentektonik

hat auf der Erde erhebliche

Auswirkungen auf ein lebensfreundliches

Klima. Das Recycling entzieht

der Planetenoberfläche für sehr lange

Zeiträume große Mengen von inden

Gesteinen gespeichertem Kohlendioxid

und wirkt so alsWärmeregulator.

Modelle,mit denen die Forscher den

inneren Aufbau von erdähnlichen

Exoplaneten nachbilden, zeigen, dass

ein solcher Kreislauf nur möglich ist,

wenn deren Durchmesser höchstens

das Doppelte des Erddurchmessers

beträgt. Das macht auch einige der

neu entdeckten sogenannten Supererden

zu aussichtsreichen Kandidaten

für belebteWelten.

Wie sich die Atmosphären von

Exoplaneten chemisch zusammensetzen,

soll die für 2028 geplante Esa-

Mission Ariel (Infrarot-Durchmusterung

und Fernerkundung von Exoplanetenatmosphären)

herausfinden.

Dazu beobachtet ein Teleskop

an Bord des Satelliten Hunderte Exoplaneten

im sichtbaren und im infraroten

Licht, sobald diese an ihrem

Stern vorüberziehen. Ein Spektrometer

spaltet die Strahlung in einen

„Regenbogen“ auf, in dem dann die

chemischen Fingerabdrücke vonAtmosphärengasen

als charakteristisches

Linienmuster auftauchen.

Analyse vonSupererden

Mit Hilfe von Infrarot-Beobachtungen

lassen sich nicht nur Ausdehnung

und Wärmezirkulation in den

Planetenatmosphären präzise nachweisen.

Auch Gase in der Hülle der

Planeten, die mit Lebensprozessen

in Zusammenhang stehen können,

darunter Wasserdampf, Kohlendioxid

und Methan, verraten sich.

Die Mission konzentriert sich auf

die Analyse vonSupererden, die vergleichsweise

nahe ihr Gestirn umkreisen.

Aufihnen können Temperaturen

wie auf der Venus herrschen.

Die Untersuchung solcher „warmen“

Welten ermöglicht den Nachweis

von gasförmigen Metallverbindungen,

wie sie in Mineralien der

Erde vorkommen. Daslässt erstmals

Aussagen darüber zu, wie stark die

Planeten im Aufbau der Erde ähneln.

Auch vomBoden aus lässt sich auf

viele Lichtjahre entfernten Planeten

einiges entdecken. Große Hoffnungen

weckt das E-ELT-Teleskop.Wenn

das von der Europäischen Südsternwarte

in Chile betriebene Spiegelteleskop

2024 fertiggestellt ist, wirdesmit

einem Durchmesser von 39Metern

das größte und lichtstärkste der Erde

sein. „Damit können wir Strukturen

auf marsgroßen Exoplaneten wie Gebirgszüge,große

Schluchten und Krater

oder Vulkane ausmachen“, sagen

die US-Astronomen Moiya McTier

und David Kipping. Sie haben eine

neue Methode entwickelt und in

Computersimulationen getestet. Das

Verfahren stellt höchste Ansprüche

an die Bildauflösung, denn es wertet

geringste Helligkeitsunterschiede

aus, wenn sich ein Exoplanet beim

Transit vor seinen Mutterstern

schiebt. Dafür benötigt es die Daten

einiger Hundert Vorübergänge. „Das

Verfahren liefertkein Foto des Planeten,

denn es funktioniertindirekt“, erklärtMoiya

McTier.„Hohe Bergeetwa

werfen lange Schatten. Die können

wir in den Daten erkennen“, sagt die

Wissenschaftlerin. „Damit können

wir keine direkten Anzeichen für Leben

finden. Aber wir können zu einem

gewissen Grad sagen, ob der Planet

ein Hort für Leben ist.“

In Bolivien

brennt ein

Naturparadies

Berliner Forscher sehen

Ökosystem dort in Gefahr

Angesichts der verheerenden

Waldbrände im Osten von Bolivien

schlagen Berliner Forscher

Alarm: Die häufig von Brandstiftern

gelegten Feuer im Chiquitano-Wald

gefährdeten ein einzigartiges Ökosystem.

DerChiquitano sei der weltweit

am besten erhaltene tropische

Trockenwald und beherberge Tausende

Tier- und Pflanzenarten,

warnt die Gruppe um Alfredo Romero-Muñoz,

der derzeit an der

Humboldt-Universität forscht, in

der Fachzeitschrift Science.„Wirverlieren

eine einzigartige Wildnis, deren

unermesslichen Artenreichtum

wir erst zu begreifen beginnen“,

sagte Co-Autor Martin Jansen vom

Senckenberg-Forschungsinstitut.

Seit Juli haben die Brände nach

Angaben der Wissenschaftler 1,4

Millionen Hektar des Trockenwaldes

vernichtet. Zuvor hatte die Regierung

des damaligen Präsidenten Evo

Morales die Brandrodung in der Region

legalisiert, um neue Agrarflächen

zu schaffen. „Wenn sich diese

Entwicklung fortsetzt, könnte Bolivien

bis zum Jahr 2050 beinahe alle

seine Wälder und damit eine unschätzbare

Biodiversität verlieren,

einschließlich solch symbolträchtiger

Spezies wie Jaguar und Tapir“, so

Romero-Muñoz.

Wegen Manipulationsvorwürfen

nach derWahl im Oktober ist Morales

mittlerweile zurückgetreten und ins

Exil nach Mexiko geflohen. In ihrem

offenen Brief in Science rufen die Forscher

die Übergangsregierung in La

Pazdazu auf, die Zerstörung des Trockenwaldes

zu stoppen und auf eine

nachhaltige Landwirtschaft in der Region

zu setzen. Bolivien gehört dem

Forscherteam zufolge zu den artenreichsten

Länder derWelt. (dpa)

Ein Gedächtnis

wie eine

Riesenschildkröte

Die Tiere können sich

Aufgaben jahrelang merken

Riesenschildkröten sind einer

Studie zufolge lernfähig und haben

ein langes Gedächtnis. So

konnte sich Schurli, eine 120 Jahre

alte Riesenschildkröte im Wiener

Tiergarten Schönbrunn, noch nach

neun Jahren ohne Probleme an die

Lösung einer Aufgabe erinnern, berichten

israelische Forscher im Fachblatt

Animal Cognition.

Schurli und zwei andere Artgenossen

bekamen in einer Studie der

Hebrew University in Jerusalem eine

Karotte als Belohnung, wenn sie in

einen blauen Ball bissen. Das habe

das Trio schnell kapiert. Im zweiten

Teil der Studie bekam jede Schildkröte

einen Ball in einer anderen

Farbe zugeteilt. Auch dies verstanden

die Reptilien schnell. Nach drei

Monaten und schließlich nach neun

Jahren wurden die Tiere erneut mit

Erfolg getestet. (dpa)

Clever:Riesenschildkröte Schurli aus

dem Tiergarten Schönbrunn. DANIEL ZUPANC/DPA


18 * Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Heil und Plößel setzen bei

WM erstes Ausrufezeichen

SEGELN. DieBerliner Skiffsegler Erik

Heil und Thomas Plößel sind mit

dem ersten Tagessieg für das German

Sailing Team und einem zweiten

Rang dominant in die Weltmeisterschaft

vorAuckland eingestiegen.

DieCrewvom Norddeutschen Regatta

Verein setzte sich zum Auftakt

der Qualifikation mit herausragender

Leistung an die Spitzedes Feldes

der 85 olympischen 49er aus 30 Nationen.

Dieneuseeländischen Top-

Favoriten, Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner

Peter Burling

und Blair Tuke liegen nach den ersten

beiden vonmaximal 18 Rennen

bis zum Medaillenfinale am 8. Dezember

auf Platz elf..

Makellose WM: Frauen

besiegen auch Dänemark

HANDBALL. Diedeutschen Frauen

haben bei der WM in Japan vorzeitig

die Hauptrunde erreicht. DasTeam

vonBundestrainer Henk Groener

setzte seine bisher perfekte Gruppenphase

auch gegen Dänemark

fort, besiegte den Rekord-Olympiasieger

in Kumamoto 26:25 (13:11).

Davorhatte eine deutsche Mannschaft

vor19Jahren zuletzt ein

Pflichtspiel gegen Dänemarkgewonnen.

Mitder makellosen Bilanz

von6:0-Punkten steht die DHB-Auswahl

an der Spitzeder Gruppe B, ist

nicht mehr voneinem der ersten drei

Plätzezuverdrängen. Am Mittwoch

(11.00 Uhr/MESZ) geht es für die

DHB-Auswahl im nächsten Gruppenspiel

gegen Frankreich weiter.

HeikoScholz wird

Interimstrainer in Dresden

FUSSBALL. Heiko Scholz wirdbeim

Zweitligisten Dynamo Dresden als

Interimstrainer fungieren. „Wir sind

Heiko Scholz dankbar,dass er ohne

zu zögernzugesagt hat und dass ihm

die Verantwortlichen vonWacker

Nordhausen dabei keine Steine in

den Weggelegt haben. Heiko Scholz

wirddie Mannschaft betreuen, bis

wir eine Entscheidung zur Neubesetzung

des Cheftrainerpostens getroffen

haben“, erklärte Sportgeschäftsführer

Ralf Minge.Der Verein

hatte am Montagabend auf die anhaltende

sportliche Negativserie

reagiertund Trainer Cristian Fiel sowie

Co-Trainer Patrick Mölzl mit sofortiger

Wirkung beurlaubt.

ZAHLEN

Fussball

Bundesliga, 13. Spieltag

FSV Mainz 05 -Eintracht Frankfurt 2:1 (0:1)

1. Bor.Mönchengladbach 13 28:15 28

2. RB Leipzig 13 36:15 27

3. FC Schalke04 13 24:16 25

4. Bayern München 13 34:18 24

5. Borussia Dortmund 13 28:19 23

6. SC Freiburg 13 23:17 22

7. BayerLeverkusen 13 20:17 22

8. 1899 Hoffenheim 13 18:20 21

9. VfL Wolfsburg 13 15:13 20

10. Eintracht Frankfurt 13 22:20 17

11. 1. FC Union 13 16:19 16

12. FSV Mainz 05 13 19:32 15

13. Werder Bremen 13 22:28 14

14. FC Augsburg 13 18:25 14

15. Fortuna Düsseldorf 13 16:24 12

16. Hertha BSC 13 18:27 11

17. 1. FC Köln 13 12:28 8

18. SC Paderborn07 13 16:32 5

Handball

WM in Japan

Gruppe B

Südkorea -Brasilien 33:27 (16:14)

Frankreich -Australien 46:7 (21:3)

Dänemark -Deutschland 25:26 (11:13)

1. Deutschland 3 90: 57 6:0

2. Südkorea 3 88: 80 5:1

3. Frankreich 3 92: 55 3:3

4. Dänemark 3 88: 64 3:3

5. Brasilien 3 70: 82 1:5

6. Australien 3 27:117 0:6

IOC-Präsident Thomas Bach weiß, wasman als Krisenmanager zu tun hat.

Der Vorentscheider

IOC-Präsident Bach rüstet sich mit bilateralen Gesprächen für das Urteil der Wada in der Russland-Frage

VonJens Weinreich, Lausanne

In der Zentrale des olympischen

Weltsports herrscht hektische

Betriebsamkeit. Es geht

um Russland, um das Doping-

Regime, wieder einmal. Kommenden

Montag trifft sich im Royal Savoy

Hotel das Exekutivkomitee der Welt-

Antidoping-Agentur (Wada), um

über die Forderung seines Compliance-Komitees

abzustimmen, Russland

wegen weiterer schwer wiegender

Manipulationen für vier Jahre

vonOlympischen Spielen und anderen

Großereignissen auszuschließen.

Die Russland-Frage überschattet

derzeit alles,auch die derzeit laufende

Sitzung des IOC-Exekutivkomitees

im für rund 140 Millionen

Euro neu erbauten Olympic House.

Sollte die Wada-Führung, paritätisch

besetzt mit je sechs Vertretern

des olympischen Sports und sechs

Politikern, wie erwartet der Empfehlung

folgen und Russland sanktionieren,

muss der Sport vorbereitet

sein. Auch aus diesem Grund teilte

das Internationale Olympische Komitee

an diesem Montag etwas überraschend

mit, dass Präsident Thomas

Bach einen sogenannten Olympic

Summit einberufen habe.Zuden

24 Teilnehmernzählt auch der Präsident

des russischen NOK, Stanislav

Pozdnyakov, der die drohenden

Sanktionen gegen Russland als „unbegründet

und aus rechtlicher und

logischer Hinsicht inakzeptabel“ bezeichnet

hatte.

Im Grunde hat Bach auf seinem

Olympic Summit nur vonzweiFunktionären

zaghaften Gegenwind zu

erwarten, wenn überhaupt: vom

zum Jahresende turnusgemäß Abschied

nehmenden Wada-Präsidenten

Craig Reedie, der vom polnischen

Sportminister Witold Banka

Verlegung: Das Exekutivkomitee

der Welt-Antidoping-

Agentur hat die Sitzung am

Montag zur Entscheidung

über Sanktionen gegen

Russland wegender Manipulation

vonDopingdaten von

Paris nach Lausanne verlegt.

abgelöst wird; und von Sebastian

Coe, Präsident des Leichtathletik-

Weltverbandes,der nicht mehr IAAF,

sondern ab sofort World Athletics

heißt.

ObskureVeranstaltung

Reedie und Coe stehen in den Medien

ihrer britischen Heimat gewaltig

unter Druck und werden entsprechend

vorsichtig agieren. World Athletics

hat gerade erst die Sperre des

russischen Leichtathletikverbandes

aufrechterhalten. Die Russland-

Frage hatte die einstigen Freunde

Bach und Coe entzweit. Das ist der

eine Teil der Geschichte –der andere

Aspekt lautet, dass Coesich noch immer

eine IOC-Mitgliedschaft erhofft.

Das könnte der Punkt sein, an dem

Bach ansetzt und der Coe schwach

werden lässt. Denn selbst wenn offiziell

eine Nominierungskommission

für IOC-Mitglieder existiert, gilt es

doch als eines der Grundgesetze der

Bewegung, dass gegen den Widerstand

eines IOC-Präsidenten niemand

ins IOC aufgenommen werden

kann.

DemOlympic Summit kommt im

Machtgefüge des Thomas Bach eine

WADA WEICHT AUS

Vermutung: Grund für die

Verlegung des Tagungsortes

sind die „wahrscheinlichen

Störungen und Unsicherheiten

aufgrund des bevorstehenden

Generalstreiks in Paris“,

teilte die Wada am

Dienstag mit.

Verkündung: Wada-Präsident

Craig Reedie will die

Entscheidung über das

Strafmaß um 13.30 Uhr bekanntgeben.

Dem Vernehmen

nach sollen tiefgreifende

Sanktionen vorgeschlagen

werden.

AFP/FABRICE COFFRINI

besondere Bedeutung zu. Es ist eine

durchaus obskureVeranstaltung mit

handverlesenen Teilnehmern, ohne

jedwedes Beschlussrecht. Denn dieser

Olympic Summit wird in der

Olympischen Charta, dem Grundgesetz

des IOC, das selbst kleinste Protokollfragen

regelt, nicht einmal erwähnt.

Bach aber hat auf seinen

Olympic Summits schon mehrfach

wichtige Entscheidungen vorbereitet

–etwa 2016 vorden Sommerspielen

in Rio de Janeiro, als die Russland-Frage

ebenfalls heiß debattiert

wurde und den Weltsport spaltete.

Auch diesmal ist wieder eine Deklaration

zu erwarten. Das Treffen an

diesem Wochenende findet erneut

unter Ausschluss der Öffentlichkeit

statt –auch das gehört zur Politik

dieses IOC-Präsidenten.

Parallel dazu bereitet Bach die

Wada-Entscheidung routiniert in

bilateralen Gesprächen vor. Vorgegangene

Woche, unmittelbar nachdem

die Empfehlung des Wada-

Compliance-Komitees unter höchsten

Sportfunktionären die Runde

machte, noch war sie nicht öffentlich,

traf sich Bach schon im nahe

gelegenen Nyon mit Aleksander Ceferin,

dem Präsidenten der Europäischen

Fußball-Union (Uefa). Kurz

darauf erklärte die Uefa, die Spiele

in St.Petersburgwährend der multinationalen

Euro 2020 seien nicht

von einem Wada-Bann betroffen,

was sogar von einem Wada-Sprecher

bestätigt wurde. Ebenso wenig

werde das Finale der Champion

League 2021 in St. Petersburg tangiert.

Das muss verwundern – als

würden für den Fußball, der sehr

wohl dem Welt-Antidoping-Code

der Wada unterliegt, wieder einmal

andereRegeln gelten.

AndereVerbände, die demnächst

in Russland Großereignisse austragen,

halten sich mit Kommentaren

noch zurück. Zum Beispiel die Rodler.

Josef Fendt, Präsident des Weltverbandes

FIL, sagte der Berliner

Zeitung vergangeneWoche in Berchtesgaden:

„Wir haben seit langem

gültigeVerträge für die Rodel-WM im

Februar 2020 in Sotschi. Die WM

steht unmittelbar bevor. Unsere Anwälte

schauen sich das intensiv an,

es ist nicht so einfach, da einfach

auszusteigen.“ Mehr wollte Fendt

vorerst nicht sagen.

Am vergangenen Wochenende

erklärte der Dachverband aller

Sport-Weltverbände (GAISF), seinen

Jahreskongress SportAccord imMai

2021 im russischen Jekaterinenburg

auszutragen. SportAccord ist das

wichtigste Branchentreffen. Es gab

keinerlei Dringlichkeit, den Kongress

bereits jetzt zu vergeben, eine

Woche vor dem zu erwartenden

Bann Russlands durch die Wada.

Zum Komitee, das die SportAccord-

Entscheidung getroffen hat, zählen

nicht nur zwei Teilnehmer vonBachs

Olympic Summit, sondern auch Arkady

Rotenberg, Milliardär und Jugendfreund

vonRusslands Präsidenten

Wladimir Putin.

Der erste Traum von einem Titel ist schon geplatzt

Die Handballer der Füchse Berlin scheitern im Viertelfinale des DHB-Pokal mit einem 30:33 bei der MT Melsungen

Sorichtig konnte es keiner fassen.

Hans Lindberg schlug ungläubig

die Hände über dem Kopf zusammen

und schaute mit leerem Blick

seine Mannschaftskameraden an.

Während sich die Spieler der MT

Melsungen zum Freudentanz auf

dem Feld versammelten, blieb dem

Füchse-Kapitän nur, die 30:33

(16:14)-Niederlage und damit das

Ausscheiden im deutschen Pokal

hinzunehmen. Den Traum vom Final

Four in Hamburgund den damit

verbundenem Titel musste er streichen.

Dabei hatte alles so gut angefangen

–besonders für Lindberg. Die

ersten vier Tore machte der 38-Jährige

im Alleingang und brachte dadurch

die Berliner schnell und gut in

die Partie (5., 4:1). Der Däne lief regelrecht

zu Hochform auf und traf

bis zur Pause achtmal ohne einen

Ball zu verschenken. Ähnlich lief es

bei dem Rest des Teams.TorwartDejan

Milosavljev begann mit einer

Doppelparade und konnte sich zudem

auf die Abwehr seiner Vordermänner

verlassen. Nach zehn Minuten

lagen die Berliner bereits mit vier

Toren inFront (7:3) und hatten das

Spiel scheinbar unter Kontrolle.

Doch Melsungen steigerte sich,

indes den Füchse die Ideen ausgin-

gen. Im Angriff liefen sich Fabian

Wiede und Co.immer mehr fest, wohingegen

in der Defensive oft ein

Schritt fehlte, umdie Fernwürfe der

Hausherren zu entschärfen. Allein

die deutschen Nationalspieler Julius

Kühn und Kai Häfner trafen 16-mal.

Die Nordhessen konnten ausgleichen

(24., 12:12) und machten die

Partie abermals spannend.

Wenngleich die Berliner sich stetig

eine neue Führung erkämpfen

konnten, wollte sich kein Rhythmus

mehr einstellen. Viele Zeitstrafen

warfen die Füchse wiederholt zurück,

dazu kam nach knapp 40 Minuten

eine Rote Karte gegen Mijajlo

Marsenic, der Kühn unsauber aus

der Luft geholte hatte.

Und Lindberg? Um den wurde es

zunehmend ruhiger. Auf Außen ergaben

sich weniger Chancen, Tempogegenstöße

waren kaum zu laufen,

Strafwürfe nahmen ab.Zwar traf

der Däne bis zum Abpfiff noch viermal

und war mit insgesamt zwölf

Treffernbester Werfer der Partie,den

Misserfolg konnte aber auch er nicht

abwenden. Zusammen mit dem Rest

der Füchse muss er den Schock jetzt

schnellstmöglich verarbeiten. Bereits

am Sonntag erwartet die Mannschaft

die nächste harte Aufgabe bei

der TSVHannover-Burgdorf. (cap)

Wiein

einer

neuen Ehe

Grankin führt die BR Volleys

zum Sieg gegen Ljubljana

VonKarin Bühler

Große Augen: Samuel Tuia feiertmit den

Kollegen den Auftaktsieg. DPA/ANDREAS GORA

Ganz am Anfang, da musste sich

Berlins Außenangreifer Samuel

Tuia kurz schütteln. Er nahm beim

Stand von 3:3 Anlauf, holte zum

Schmetterschlag aus – und wurde

geblockt. Mitdem Rücken zum Netz

drehte er sich um, schaute verdutzt

und nickte dann anerkennend. Aha,

sollte das wohl heißen, klar, das hier

ist ja Champions League.„Es sind genau

diese Spiele und Abende,für die

viele vonuns hier sind“, hatte Diagonalangreifer

Benjamin Patch vor

dem Auftakt-Gruppenspiel in der

Königsklasse gegen den slowenischen

Meister ACHVolleys Ljubljana

gesagt. „Duelle mit den besten

Mannschaften Europas sind die Herausforderungen,

auf die wir Spieler

uns besonders freuen.“

Die Freude war den Spielern des

deutschen Meisters BR Volleys von

Anfang an anzusehen. Das Grinsen

wich nicht aus ihren Gesichtern. Es

wandelte sich kurz vor 21 Uhr zu

schierer Freude, nachdem Ljubljana

den letzten Aufschlag von Kapitän

Moritz Reichert nicht unter Kontrolle

brachte, der Matchball verwandelt

war. Dahatten die Berliner

die erste Hürde in der Vierergruppe

geschafft, Ljubljana mit 3:0 (25:21,

25:15, 26:24) besiegt. Wobei die Hürden

gegen die russischen Topteams

Kuzbass Kemerowo und Novi Urengoi

sicher höher liegen werden.

„Wir haben dieses Match, diese

drei Punkte gebraucht. Die Mannschaft

war heute Abend sehr konzentriert.

Sie hat ihre Sache sehr gut

gemacht“, sagte Trainer Cedric

Enard. „Die Elemente, die wir selber

machen müssen, haben wir sehr gut

gemacht“, pflichtete Manager Kaweh

Niroomand bei. Nach der Auswärtspartie

in NoviUrengoi empfangen

die BR Volleys am 18. Dezember

Russlands Meister aus Kemerowo in

der Schmelinghalle.

Die war am Dienstagabend mit

4219 Zuschauern gefüllt. Angeführt

von Zuspieler Sergej Grankin zogen

die Berliner ihr Spiel auf. Vorallem

im ersten Satz fand Ljubljana kein

Mittel gegen Diagonalangreifer Benjamin

Patch, der den Satzball zu seinem

elften Punkt verwandelte.Auch

im zweiten Durchgang setzte Grankin

seine Angreifer toll in Szene –

und bekam Applaus, als er zweimal

seine Sprintqualitäten zeigte, um

verunglückte Abwehrbälle kurz vor

der Sitzfläche der Auswechselbank

wegzukratzen. Ganz offenbar hatte

auch der russische Olympiasieger

Spaß. Als er im zweiten Durchgang

nach einem Ass zum 11:7 eine Aufschlagserie

hinlegte und der Ball

dann zum 14:7 von der Netzkante

auf der Seite der Slowenen zu Boden

tropfte,zog sich sein Grinsen vomeinen

Ohrbis zum anderen. „Grankin,

das ist die höchste Kunst des Volleyballs“,

sagte Niroomand, „er hat

wirklich Spaß hier bei uns. Das ist

vielleicht wie in einer neuen Ehe.“

Kurz in Bedrängnis kamen die

Berliner nur im dritten Durchgang.

Aber,fand Angreifer Patch, „es ist gut

für uns,mal in Stress zu kommen. Da

lernen wir am meisten draus.“


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 19

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Sport

Lust auf mehr

Das Istaf Indoor hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Die siebte Auflage im Februar kommenden Jahres steht dabei schon im Zeichen von Olympia 2020

VonChristian Kattner

Noch am Sonntag flimmerten

bewegte Bilder

der Eisbären Berlin kurz

vordem Anpfiff des Bundesligaspiels

über die großen Videowände

vor der Arena am Ostbahnhof.

Bereits aus weiter Ferne waren

die Eishockeyspieler damit zu sehen,

genau wie Dienstagmittag die Basketballer

von Alba Berlin. Während

draußen also wieder einmal ein paar

Hausherren weitere Aufmerksamkeit

sammelten, feierte im Arena-

Foyer ein Video seine Premiere, das

es ebenfalls in den kommenden Tagen

auf die große Leinwand schaffen

wird.

Auch Nadine Müller,Pamela Dutkiewicz

sowie Lisa Marie Kwayie

werden darin vorkommen und auf

die siebte Auflage des Istaf Indoor

hinweisen. Die drei deutschen

Leichtathletinnen tun das allerdings

nicht, um die Arena zu füllen. Bereits

8500 Karten sind zum aktuellen

Zeitpunkt schon verkauft, nur noch

4000 Tickets sind erhältlich. Man

muss sich nicht weit aus dem Fenster

lehnen, um zu behaupten, dass

auch diese Karten über den Ladentisch

gehen werden und das Meeting

am 14. Februar ausverkauft sein

wird. „Es ist gut möglich, dass wir so

früh wie noch nie ausverkauft sein

werden“, sagt Meeting-Direktor

Martin Seeber.

Die Leichtathletik hat auch nach

RobertHarting nicht an Anziehungskraft

verloren. Das war schon im

Allzu hübsch sind sie nicht, aber dennoch begehrt: die Siegerbären des Istaf Indoor. IMAGO IMAGES/CAMERA 4

Sommer während der Deutschen

Meisterschaft im Rahmen der Finals

zu sehen, auch zum Istaf konnte das

Olympiastadion wieder gut gefüllt

werden. Mit Weitsprung-Weltmeisterin

Malaika Mihambo hat die deutsche

Szene ein neues Aushängeschild

gefunden. Ihren eigenen Hallen-Meetingrekord,

mit 6,99 Metern

in diesem Jahr aufgestellt, möchte

sie am 14. Februar 2020 in Berlin verbessern.

Auch Nadine Müller und

Pamela Dutkiewicz haben ausschließlich

gute Erinnerungen an die

vergangene Auflage des Istaf Indoor.

Müller warfden Diskus zu einer inoffiziellen

Weltrekordweite, Dutkiewicz

stellte vor gut zehn Monaten

eine damalige Weltjahresbestzeit

über 60 Meter Hürden auf. Bei ihrer

ersten Teilnahme 2014 hatte das hingegen

noch so ähnlich wie bei der

Premierevon Lisa MarieKwayie ausgesehen:

Ein Lauf auf der Außenbahn,

der im hinteren Feld endete.

Als damals 20-Jährige wurde die Berliner

Sprinterin in ihrem Lauf im Jahr

2017 noch Letzte. „Das war eine

coole Erfahrung“, sagt Kwayie heute

dennoch.

Sportler-des-Jahres-Wahl im Blick

Es ist davon auszugehen, dass ihre

zweite Teilnahme beim Heimspiel

im Februar positiver verlaufen wird.

Bei der Weltmeisterschaft in Doha

hat sie in diesem Jahr schließlich ihre

persönliche Bestzeit über 200 Meter

verbessert und das Halbfinale erreicht.

„Es war mein bisher erfolgreichstes

Jahr und hat Lust auf

mehr gemacht“, erzählte Lisa Marie

Kwayie am Dienstagmittag. Vor allem

Lust auf das olympische Jahr.Ihr

erstes.Das Ticket nach Tokio für den

Sommer 2020 möchte sie natürlich

ersprinten, verkürzt deshalb auch

die Hallensaison. Ansonsten aber

werdesie im Training, hin zu diesem

Ziel, nicht viel ändern. Warumauch,

schließlich lief es ja recht gut. „Was

die Wettkämpfe angeht, werden wir

schon etwas anders gestalten. Man

muss sich rauspicken, wo man gerne

laufen möchte, wodie gute Konkurrenz

ist, dass man sich bestmöglich

auf die Olympischen Spiele vorbereiten

kann“, sagt die 23-Jährige, „ich

mag es aber, wenn es komprimiert

und kurzist.“

So, wie ihre Hallensaison. Neben

der Deutschen Meisterschaft wird

sie lediglich in ihrer Heimatstadt

Berlin am 14. Februar an den Start

gehen und sich dort ihren Fans präsentieren.

Sicher auch wieder ihrem

Bruder, der eigentlich Fußballer ist,

den sie 2016 zum ersten Mal mitgenommen

und für das Istaf Indoor begeistert

hat. Vonihm und vielen anderen

Freunden hat sie auch in diesem

Jahr wieder zahlreiche Stimmen

bei der Wahl zu Berlins Sportlerin

des Jahres erhalten. Schon im vergangenen

Jahr war sie dafür nominiert

und wurde auf Anhieb Dritte.

„Das war Überraschung“, sagt sie,

„so eine Nominierung ist aber auch

ein gutes Feedback für ein gelungenes

Jahr.“ Wofür es in diesem Jahr

reicht, wird sie erst am 14. Dezember,

direkt am Abend der Auszeichnungen

erfahren. Und genau zwei

Monate später kann sie beim Istaf Indoor

Werbung für sich und ihre

Sportart machen. Dann sicher auch

auf den Videowänden vorder Arena,

auf jeden Fall aber drinnen auf der

Bahn.

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Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 – S eite 20

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Sport

Jürgen Klinsmann

Häme ist

unangebracht

Michael Jahn

ergreift Partei für Herthas

neuen Cheftrainer.

Andreas Herzog muss es wissen.

Der Rekord-Nationalspieler Österreichs

assistierte beinahe fünf

Jahre Jürgen Klinsmann im Trainer-

Stab der Nationalmannschaft der

USA. Denjenigen, die dem jüngsten

Engagement von Klinsmann bei der

sportlich abgestürzten Hertha in Berlin

vorallem mit Skepsis oder gar Argwohn

begegnen, gab Herzog im

„Doppelpass“ auf Sport1 Folgendes

mit auf den Weg: „In jeder Besprechung

vor einem Spiel –sei es gegen

Brasilien, Mexiko oder Italien –bist

du am Ende rausgegangen und hast

gedacht: Du gewinnst das Spiel. Das

war großartig.“

Nun kann der Wille oft Berge versetzen,

aber eben nicht immer. Im

Spiel eins unter Chefcoach Klinsmann

bei Hertha BSC reichten die

Kabinenansprache und die drei Trainingseinheiten

zuvor nicht aus, um

Borussia Dortmund im Olympiastadion

zu schlagen, sie reichten nicht

mal für ein Remis. Eswar die fünfte

Niederlage in Serie, was den Absturz

auf den Relegationsplatz 16 zur

Folge hatte.Und doch war zu sehen,

dass die fußballerischen Grundtugenden,

also Biss, kämpferischer

Einsatz und große Laufbereitschaft,

endlich wieder zum Tragen kamen.

Das Team ist nach den zwei schnellen

Gegentoren nicht etwa zusammengebrochen,

es kam zurück.

Bei der Beurteilung des Dortmund-Spiels

fokussierten sich allzu

viele Beobachter auf Klinsmann und

nicht auf das Team. Dabei kam es zu

schrägen Vergleichen, etwa mit den

prominenten einstigen Hertha-TrainernHelmut

Schön und Otto Rehhagel.

Hertha, so hieß es in einem bekannten

Online-Portal, habe keinerlei

gute Erfahrungen mit großen Namen

auf der Trainerbank gemacht.

Das bedeute nichts Gutes für den

Verein. Dasaber ist nicht zu belegen.

DieZeiten vonSchön, dem späteren

Bundestrainer, der Hertha 1950 für

14 Spiele in der Oberliga Berlin als

Spielertrainer betreute und dabei

sechs Duelle gewann, mit 2019 zu

vergleichen, ist absurd. Und Otto

Rehhagel, der in der größten Not im

Februar 2012 verpflichtet wurde,

scheiterte erst in der Relegation gegen

Fortuna Düsseldorf. Die entscheidenden

Fehler hatten vor Rehhagel

die entlassenen Markus Babbel

und Michael Skibbe begangen.

Nun also Klinsmann. Beim ehemaligen

DFB-Teamchef sind übertriebene

Vorschusslorbeeren und Erwartungen

an eine Wunderheilung

ebenso unangebracht wie Argwohn

oder gar Häme. Man sollte ihn jetzt

in Ruhe arbeiten lassen und später

an den Resultaten messen. Viel Zeit

hat Klinsmann nicht. DieLage ist äußerst

prekär,das sollte bei allem Ballyhoo

rund um den Trainer nicht vergessen

werden.

Wirkungs- und damit auch glücklos im

ersten Spiel: Klinsmann. GETTY IMAGES/STREUBEL

VonMichael Jahn

Manchmal nenne ich

meine Frau unsere Familien-Managerin.

Das soll ein Lob sein,

denn sie kümmert sich um die großen

und kleinen Dinge des täglichen

Lebens. Soähnlich stelle ich mir die

Aufgaben für den ehemaligen Profi

Arne Friedrich vor, dem Jürgen Klinsmann,

der neue Cheftrainer vonHertha

BSC, einen ebenso neuen Posten

verschaffte und diesen „Performance

Manager“ nennt. Solch Titel gab es

bislang in der Liga

nicht und dieser Umstand

sorgte deshalb

für leichte Verwirrung.

Nein, nein, sagte Klinsmann

auf Nachfragen,

er habe diese Bezeichnung

nicht erfunden,

die sei im amerikanischen

Profisport, etwa

beim Baseball oder

Basketball, durchaus

üblich. Arne Friedrich,

40, soll –sojedenfalls

die ersten Überlegungen

–ganz eng an der

Mannschaft sein und

ein Bindeglied zwischen

Team, Trainer

und Manager Michael

Preetz bilden. Es gehe

„um die Psychologie

und Chemie innerhalb der Mannschaft“

(Klinsmann) und Arne soll

auch „der Karriereplaner“ für die

Spieler sein.

Arne Friedrich soll –soverstehe

ich das jedenfalls –indie Mannschaft

hineinhören, Stimmungen und Strömungen

erkennen und dann an kleinen

Stellschrauben drehen, die vielleicht

einen Tick bessere Leistungen

auf dem Rasen erbringen. Der ehemalige

Abwehrspieler,sechs JahreKapitän

von Hertha BSC, ist auch der

Rekord-Nationalspieler des Klubs. 79

seiner insgesamt 82 Länderspiele,

darunter 20 unter dem DFB-Teamchef

Klinsmann, absolvierte er als

Herthaner, drei als Vertreter des VfL

Wolfsburg. Nach seiner Profikarriere

suchte er vielfältige Herausforderungen,

etwa als Nachwuchstrainer

(deutsche U18), als TV-Experte in den

Der Erste

seiner Art

„Friedrich soll

Stimmungen

und Strömungen

erkennen

und an kleinen

Stellschrauben

drehen.“

USA und China oder als Head of Soccer

bei der Agentur Jung vonMatt.

Dass Klinsmann noch einen Fußball-Fachmann

zwischen sich und

dem Geschäftsführer Sport, Michael

Preetz, einbaut, kommt nicht unbedingt

überraschend. Preetz, 52, hat

seit zehn Jahren das sportliche Sagen

–ohne ein ernsthaftes Korrektiv. In

den Gremien der Hertha, ob im Präsidium

oder den beiden Aufsichtsräten

der KGaA oder des Vereins (e.V.) sitzt

mit dem ehemaligen Profi Andreas

Schmidt nur ein Mann aus dem Fußball.

Doch als Aufsichtsrat desVereins

ist Schmidt in einem

Kontrollorgan ohne

Einfluss auf das Tagesgeschäft.

Andere ehemalige

Profis hat Hertha

nie ins Management

eingebunden,

dafür reichlich als Trainer

im Nachwuchsbereich,

was durchaus

viele große Erfolge einbrachte.

Arne Friedrich aber

reiht sich jetzt in die

Riege noch recht junger

ehemaliger Profis

ein, die Management-

Aufgaben übernehmen

und in einem Alter

sind, in dem sie die

ganz junge Generation

der Kicker vielleicht

besser verstehen, als 50-oder 60-Jährige

Verantwortungsträger.Hasan Salihamidzic

(42/Sportdirektor FC Bayern),Sebastian

Kehl (39/Leiter der Lizenzspieler-Abteilung

bei Borussia

Dortmund), Simon Rolfes (37/Sportdirektor

Bayer Leverkusen), Sascha

Riether (36/Koordinator Lizenzspieler-Abteilung

Schalke 04) oder Marcel

Schäfer (35/Sportdirektor VfL Wolfsburg)

gehören zu den aufstrebenden

Macherninder Liga. Ichkannmir gut

vorstellen, dass Arne Friedrich irgendwann

in eine Rolle schlüpfen

kann, die Preetz einst als „Assistent

der Geschäftsführung“ unter Dieter

Hoeneß innehatte.

Aber auch mich hat der Klinsmann-Effekt

erreicht. Meine Frau

möchte nun lieber „Performance-Family-Managerin“

genannt werden.

Wo soll das noch hinführen?

Der Weisheit letzter Schuss

Wo ein Heimspiel

noch Heimspiel ist

VonAndreas Baingo

Ein Typ wie Uwe Seeler ist

ganz selten geworden. Einen

wie Fritz Walter, den

1954er-Weltmeisterkapitän,

sucht man ebenso mit der Lupe.Auch

Spieler wie Bayern Münchens Sepp

Maier, Jürgen Croy, womit ich schon

wieder bei meinem Zwickauer Lieblings-Keeper

wäre, der Dresdner

Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner und

Konrad Weise, der Mann von Carl

Zeiss Jena, sind, wenn man so will,

aus der Mode gekommen. Warum?

Weil es auf höchster

Ebene kaum noch jemanden

gibt, der nur

für einenVerein –das i-

Tüpfelchen wäre es,

wenn es auch noch der

Verein aus der jeweiligen

Heimatstadt ist –

gespielt hat.

DieseJungs sind rar

geworden, weil solch

eine Karriere alles andere

ist als zeitgemäß.

Das liegt natürlich an

der Leichtigkeit und

der Weltoffenheit der

Gegenwart und ander

Öffnung der Schranken

für ausländische

Spieler. Das war inder

Bundesliga mal anders,als

die Anzahl der

Ausländer im Verein auf zwei begrenzt

war und in der DDR-Oberliga

gar kein Ausländer eingesetzt werden

durfte. Ganz hart trifft es seinerzeit

den SC Neubrandenburg. Da steigt

die Mannschaft aus der Provinz 1964

in die Oberliga auf, verliertaber ihren

spektakulärsten Spieler. Der heißt

Souleymane Cherif, kommt aus Guinea,

studiertinNeustrelitz Bauwesen

und schießt eine Menge Tore. Nur in

der Oberliga darfernicht ran. Ausländer

halt …

Das würde heute niemandem

mehr passieren. Da läuft eine Mannschaft

schon mal auf den Rasen und

keiner der Spieler besitzt einen deutschen

Pass,wie vonEduardGeyer bei

Energie Cottbus als Erstem einst

spektakulär vorgeführt. Das sagt,

bitte nicht falsch verstehen, nichts gegen

diese Spieler, im Gegenteil, es

Zwei Berliner Teams in der Bundesliga,

zwei Kenner des Berliner Fußballs:

Michael Jahn und Andreas Baingogeben

immer mittwochs ihre Expertise ab.

Michael Jahn für Hertha BSC, seine Hertha,

die er seit mehr als zwei Jahrzehnten als

Reporter begleitet. Und Andreas Baingofür

den 1. FC Union, seine Eisernen, für die er

selbst früher am Ball war. Vordem vierzehnten

Spieltag setzt sich der eine mit der neuen

Rolle von Arne Friedrich, der andere mit einer

bemerkenswerten Bestmarke

der Rot-Weißen auseinander.

„Union und

Köln sind die

Vereineinder

deutschen

Eliteliga mit

dem höchsten

Heimfaktor.“

GETTY IMAGES

macht es zugleich aber schwer für die

einheimischen Talente,ernsthaft Fuß

zu fassen.

Umso bemerkenswerter ist es,

dass der 1. FC Union und der 1. FC

Köln, die sich am Sonntag in der Alten

Försterei gegenüberstehen, in diesem

Business unter „wider den

Trend“ laufen. Die beiden Aufsteiger

nämlich sind (mit Hertha BSC übrigens)

die Vereine in der deutschen

Eliteliga mit dem höchsten Heimfaktor.

Im29-köpfigen Kader der Geißbock-Elf

stehen mit Christian Clemens,Niklas

Hauptmann, MarcoHöger,

Timo Horn, Thomas

Kessler und

Marcel Risse sechs gebürtige

Kölner, im33-

köpfigen Kader der Eisernen

mit Maurice Arcones,

Laurenz Dehl,

Julius Kade, Christopher

Lenz, Lennard

Maloney, Ken Reichel

und Manuel Schmiedebach

sogar sieben

Berliner und bei ein

klein wenig dehnbaren

Landesgrenzen käme

der Potsdamer Robert

Andrich als achter

dazu.

Da ist, um es salopp

zu formulieren, ein

Heimspiel tatsächlich

einHeimspiel.

Selbst wenn längst nicht alle hier

oder da erste Wahl für einen sofortigen

Einsatz inder Bundesliga sind

und manche doch eher zufällig für die

folkloristische Note sorgen, ist das

nicht alltäglich. Trotzdem:17Saisoneinsätze

für die geborenen Berliner

unter den Eisernen (mit Andrich wären

es29) und 25 für die gebürtigen

Kölner unter den Geißböcken sind

nicht ganz so übel angesichts der Tatsache,dass

in Leipzig (das überrascht

ernsthaft ja niemanden), bei den Bayern,

in Hoffenheim und Freiburg, in

Düsseldorf, Leverkusen und Mönchengladbach

keiner den Atem der

Bolzplätze jener Orte auf die große

Fußball-Landkarte haucht.

Wasdas für das Spiel am Sonntag

bedeutet? Eigentlich nichts. Ein kleines

Zeichen an die Liga ist es trotzdem.

Werder

gegen den Rest

der Welt

Klubslehnen Solidarfonds

für Polizeikosten ab

Ein von Bundesligist Werder Bremen

beantragter Solidarfonds

zur Finanzierung einer Kostenbeteiligung

an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen

ist auf der Mitgliederversammlung

der Deutschen Fußball

Liga (DFL) abgelehnt worden.

DieMehrheit der 36 Erst- und Zweitligisten

votierte bei dem Treffen am

Dienstag in Neu-Isenburg gegen

eine Umlage der zusätzlichen Kosten

auf alle Vereine. Wie die DFL mitteilte,

sollen künftig fällig werdende

Gebührenbescheide in gleicher

Weise behandelt werden wie bisher.

Ein wie auch immer geartetes

Fonds-Modell stehe für die DFL weiterhin

nicht zur Debatte.

Werder Bremen hatte im Vorfeld

den Antrag gestellt, in Zukunft nicht

allein auf den Kosten für den zusätzlichen

Einsatz von Sicherheitskräften

bei Hochrisikospielen sitzen zu

bleiben. Der Traditionsklub appelliert

stattdessen an das Solidaritätsprinzip

und wollte erreichen, dass es

zu einer „angemessenen Teilung“

dieser Kosten unter den Erst- und

Zweitliga-Clubs kommt. Dagegen

sprachen sich nach DFL-Angaben

tatsächlich 32 der 34 anwesenden

Klubs in geheimer Abstimmung, bei

einer Enthaltung und einer Ja-

Stimme,aus.

Aufinden Rechtsstreit

Das Bundesverwaltungsgericht in

Leipzig hatte im März entschieden,

dass die Bundesländer die zusätzlichen

Polizeikosten bei Hochsicherheitsspielen

grundsätzlich der Deutschen

Fußball Liga in Rechnung stellen

dürfen. Das Land Bremen hat

seitdem bereits Gebührenbescheide

an die DFL verschickt. Der Ligaverband

leitete diese dann weiter an

Werder Bremen.

Wie die DFL mitteilte, gehen die

aktuellen Gebührenbescheide der

Freien Hansestadt Bremen für Polizeikosten

nun in voller Höhe von

rund 1,17 Millionen Euro zulasten

von Werder Bremen. Ein Teilbetrag

von 50Prozent gegenüber dem Verein

soll bis zum endgültigen Abschluss

des Rechtsstreits vor dem

Bundesverfassungsgericht gestundet

werden, wie die DFL mitteilte.

DieBremer hatten bereits im Vorfeld

angekündigt, im Falle einer für

sie negativ verlaufenden Abstimmung

rechtliche Schritte gegenüber

der DFL zu prüfen. Das bekräftigte

Klaus Filbry, Werders Vorsitzender

der Geschäftsführung, nun unmittelbar

nach der verlorenen Abstimmung.

„Um die Interessen vonWerder

zu vertreten, wird uns wohl

nichts anderes übrig bleiben, als den

Rechtsweg zubeschreiten. Wir hätten

diese Situation gerne vermieden.

Aber wir müssen alles dafür tun, dass

der Schaden, den das Land Bremen

uns aufbürdet, so gering wie möglich

ausfällt“, erklärte FilbryamDienstag

in einer Vereinsmitteilung. (dpa)

Polizei im Einsatz vor

dem Weserstadion.

DPA/CHARISIUS


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Zentrum für Politische

Schönheit: Reaktionen

und Eskalationen

Seite 23

„Wie können wir dieses demokratische Instrument sterben lassen?“

Die Filmemacherin Julia von Heinz über die Krise der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Seite 23

Zukunft

Werheute

nicht liest

Cornelia Geißler

möchte keine Versprechen,

sondernProgramme

Wer heute mit etwa 15 Jahren

Probleme hat, einen längeren

Text zu verstehen, wirddas auch mit

30 Jahren kaum können. Vielleicht

bekommen einige der Schüler, die

jetzt im Pisa-Test schlecht abgeschnitten

haben, noch die Kurve, indem

sie intensiv ihre verkümmerte

oder nie wirklich ausgebildete Fertigkeit

des Lesens trainieren. Doch

die Mehrheit der jetzt 21 Prozent leseschwachen

Schüler der 9. Klassen

wirdzujenen Erwachsenen gehören,

die Politik nur in Losungen wahrnehmen,

die es zu anstrengend finden,

die Begründungen von Thesen

zu lesen. Dass ihnen die Literatur

verschlossen bleibt, ist zwar traurig,

in diesem Falle aber nicht so wichtig.

„Wir brauchen einen Aufbruch in

der Bildungspolitik“, sagt Anja Karliczek

(CDU), die Bundesministerin

für Bildung und Forschung, zu den

Pisa-Ergebnissen. Wir brauchen?

Woher soll der kommen, liebe zuständige

Politikerin?

Ende 2018 überreichten ihr die

Schriftstellerin Kirsten Boie die von

ihr und dem Börsenverein des Deutschen

Buchhandels initiierte „Hamburger

Erklärung“ zur Leseförderung.

Deren Kernsatz lautet „Jedes

Kind muss lesen lernen“, ausgehend

von einer anderen Bildungsstudie –

Iglu –, die ergab,dass ein Fünftel der

Zehnjährigen in Deutschland nicht

sinnentnehmend lesen kann. Pisa

zeigt, dass der Anteil im Laufe der

Schulzeit gleich bleibt. Boie, ihre

Partner und die rund 110 000 Unterzeichner

fordern, dass in den Grundschulen

ins Lesenlernen investiert

wird. Doch seit der Übergabe der

Hamburger Erklärung an die Vertreter

der Politik ist nichts passiert.

Anja Karliczek verweist gern auf

den Digitalpakt Schule, mit dem ihr

Ministerium trotz der föderalen

Struktur des Bildungswesens länderübergreifend

tätig wird. Doch all ihre

Kompetenz, Digitaltechnik zu nutzen,

hilft heutigen Schülern morgen

nicht viel, wenn sie nur Audio- und

Videodatein verstehen, Geschriebenes

ihnen jedoch fremd bleibt.

In die Sackgasse flaniert

Komödie ohne Witz undCharme: Woody Allens 46. Spielfilm „A Rainy Day in New York“

VonKarsten Munt

Wenn es in New York

regnet, scheint die

Sonne. So zumindest

erscheint es in Woody

Allens neuem Film, der einen regnerischen

Tagimständigen Glanz der

Sonne aufhellt. „A Rainy DayinNew

York“ist nicht nur eine erneute Wiederkehr

in die (filmische) Heimat Allens,

sondern auch eine Wiederkehr

auf ein dramaturgisch bereits ausgiebig

abgestecktes Gelände.Was Allen

vor vierzig Jahren noch persönlich

als Protagonist in „Annie Hall“

und „Manhattan“ zum Besten gab,

fällt nun dem Shootingstar Timothée

Chalamet („Call Me By Your Name“)

zu, der als GatsbyWelles so eine Art

Millenial-Version vonAllen abgibt.

Dasheißt zunächst einmal, dass er

im gleichen Sakko mit den gleichen

Witzeleien und Popkultur-Anspielungen

aufwartet, die der Regisseur in

den 70ern noch selbst vortrug. Nicht

nur Chalamet, sondern das gesamte

Ensemble wirkt dabei wie aus der Zeit

gefallen. Der mittlerweile 84-jährige

Regisseur scheint so weit vonder Generation

entfernt, die er in seinem

neuesten Film abbildet, dass jedes

Smartphone, das seinen Wegindie

Geschichte findet, zwischen den manierierten

Witzeleien und dem bildungskanonischen

Namedropping

wie ein Anachronismus wirkt.

Es sieht so aus, als sei Woody Allens

Stadtneurotiker-Nostalgie endgültig

im kreativen Leerlauf angekommen.

Dabei ist „A Rainy Day in

NewYork“nicht allein von künstlerischen

Problemen geplagt. Im Zuge

der MeToo-Debatte rückten während

der Dreharbeiten die umstrittenen

Missbrauchsvorwürfe gegen Allen

wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

In der Folge distanzierte

sich Produzent Amazon von Allen

und ließ den geplanten Kinostart

platzen. Die Hauptdarsteller

Timothée Chalamet, Rebecca Hall

und Selina Gomez spendeten ihre

Gagen der „Time’s Up“-Kampagne.

Nunalso kommt der Film nur außerhalb

der USA und mit einem Jahr

Verspätung in die Kinos.

Im Kontrast zur Produktionsgeschichte

ist der Plot solides Allen-

Territorium: Wieder ist ein junger,

hochintelligenter und doch zielloser

Protagonist in New York unterwegs.

GatsbyWelles (Timothée Chalamet) und Ashleigh Enright (Elle Fanning)

Wieder weiß er es besser als alle anderen.

Wieder hat er einen Hang zur

Neurose (in diesem Fall ein lupenreiner

Mutterkomplex). Undwieder hat

er scheinbar alle Synonymwörterbücher

der englischen Sprache im Gedächtnis

abgespeichert, um seine

Besserwisserei charmant unter das

Volk zu bringen. Über seine gesamte

Regiekarriere hat Woody Allen diese

Figur neu belebt, bis ihr, ein halbes

Jahrhundert später, nun endgültig

Charme und Witz verloren gegangen

sind. Das ist weniger dem Ensemble

geschuldet, das wieder mal ein

MARS FILMS

Who’s-Who verschiedener Hollywood-Generationen

ist und dem es

gut gelingt den klassischen Allen-

Duktus auf die Leinwand zu bringen.

Es ist die Ziel- und letztlich auch

Lieblosigkeit des besagten Regentags,

die einem besseren Film im

Wegsteht.

Derbeginnt mit einem Interview,

das Gatsbys Freundin Ashleigh (Elle

Fanning) mit dem Avantgarde Filmemacher

Roland Pollard (Liev Schreiber)

für ein Campus-Magazin führen

darf. DienaiveDorfschönheit ist begeistert

von der Aussicht, den gefeierten

Filmemacher kennenzulernen.

Der Großstädter Gatsby ist begeistert

von der Möglichkeit, ihr die

hipsten und geheimste Adressen der

Stadt zeigen zu dürfen. Die geplante

Zweisamkeit wird jedoch schnell

vertagt, nachdem der Starregisseur

in eine spontane Sinnkrise verfällt,

die darin endet, dass er, sein Produzent

(Jude Law) und der Hauptdarsteller

seines Films (Diego Luna) allesamt

der jungen Studentin nachstellen.

Die Männergruppe, die um

die Ashleigh buhlt, entlarvt sich in

ihrer so pompösen wie lächerlichen

Art schnell selbst. Und doch hat die

unschuldige Ex-Beauty-Queen mit

journalistischen Ambitionen keine

andereAufgabe innerhalb des Films,

als sich ihnen beeindruckt und fasziniertanden

Hals zu werfen.

Während Ashleigh also von der

New Yorker Filmszene umworben

wird, stolpertGatsbyvon einem Treffen

mit alten Bekannten ins nächste.

Eines dieser Treffen führt ihn an einen

Filmset, wo er kurzerhand als

Darsteller einspringt, um die

Schwester seiner ersten Freundin zu

küssen. Chan (Selena Gomez) ist auf

ihre spöttische Art genauso angetan

vom smarten NewYorker wie die alten

Männer von seiner Freundin. So

schlendert das junge Paar, getrennt

voneinander dem sich anbahnenden

Ende ihrer Beziehung entgegen.

Wirklich zu bedauern scheint das

niemand. So wie der Regen, der New

York an diesem Tagfest im Griff hat,

ist auch die Beziehungskrise weniger

ein ungemütliches, düsteres und

nasskaltes Phänomen, sonderneher

einwarmer Sommerschauer,dessen

Tropfen, formschön von Erroll Garners

Jazzpiano begleitet, an Gatsbys

Regenschirmabperlen.

Doch die Heimeligkeit, die Woody

Allen hier beim ziellosen Schlendern

durch NewYork zubeschwören versucht,

kommt nie wirklich auf. So

sehr die sirupfarbenen Sonnenstrahlen

die Regenwolken durchdringen,

um auch die letzte Fassaden derStadt

mit ihren goldenen Glanz zuzukleistern,

der gemütliche Spaziergang

führtdoch nur in die Sackgasse.

ARainyDay in New York USA2019.Regie &

Buch: WoodyAllen; Darsteller:TimothéeChalamet,Elle

Fanning, LievSchreiber,Selena Gomez,

Jude Lawu.a., 93 Minuten, Farbe.

Der Film kommt am Donnerstagindie Kinos.

NACHRICHTEN

Milan Kundera erhält

Staatsbürgerschaft zurück

DerinParis lebende Schriftsteller

Milan Kunderahat 40 Jahrenach seiner

Ausbürgerung durch die CSSR

die tschechische Staatsbürgerschaft

erlangt. DerBotschafter des Landes

in Frankreich, Petr Drulak, sagte der

Zeitung Pravo(Dienstag), er habe

Kunderadie Urkunde am vorigen

Donnerstag überreicht. Kunderas

„Gefühl der tschechischen Identität“

sei sehr stark, sagte der Diplomat.

Diedamalige sozialistische Tschechoslowakei

hatte dem Schriftsteller

nach der Veröffentlichung des Romans

„Das Buch vomLachen und

Vergessen“ 1979 die Staatsbürgerschaft

entzogen. Kunderalebte da

bereits mehrereJahreimPariser Exil.

Seit 1981 hat der in Brünn (Brno) geborene

Autor die französische

Staatsbürgerschaft. (dpa)

Architekt Ernst Barlach

gestorben

DerArchitekt Ernst Barlach, ein Enkel

des gleichnamigen Bildhauers,

ist tot. Er sei am Montag in Ratzeburg

nach langer Krankheit im Alter von

66 Jahren gestorben, teilte die Ernst-

Barlach-Gesellschaft Hamburgam

Dienstag mit. Als langjähriges Vorstandsmitglied

habe Barlach die Arbeit

der Gesellschaft mit ganzer Kraft

begleitet. (dpa)

Preisregen für Musikerin

Billie Eilish

Dieamerikanische Sängerin Billie

Eilish („Bad Guy“) wirdvon Apple

Music als Künstlerin des Jahres gekürt.

Die17-jährige Künstlerin soll

die erstmals vonApples Streaming-

Dienst vergebene Auszeichnung an

diesem Donnerstag am Apple-Firmensitz

im kalifornischen Cupertino

erhalten, wie der Konzernmitteilte.Ihr

Album „When we fall

asleep,wheredowego?“ erhielt mit

mehr als einer Milliarde Streams auf

Apple Music die Auszeichnung Album

des Jahres 2019. Eilish war erst

vorgut einer Woche mit dem American

Music Awardals beste Alternative-Rock-Künstlerin

in Los Angeles

gekürtworden. Für die Grammys

(Verleihung am 26. Januar) erhielt sie

sechs Nominierungen. (dpa)

UNTERM

Strich

Stilfragen

Stephan Kimmig

zeigt Bein

VonUlrich Seidler

Nicht immer gelingt der Moduswechsel

vomTheatergucken zum Normalgucken

reibungslos. Auch die kühlsten Berufsrezipienten,

die drei Sekunden nach dem letzten

Klatscher schon aus der Tür sind, hängen

manchmal noch in der vorgestellten Parallelwelt,

nehmen sie mit, wenn sie (zum Beispiel

durch den Wald von Birnam) nach Hause radeln,

sich (oder Macbeth) die Zähne putzen,

ins Bett (zu wem auch immer) steigen und

endlich (von Untergängen oder peinlich

glücklichen Fügungen) träumen. Man guckt,

wenn dasTheater beendet ist, dieWirklichkeit

an, hält sie weiter für ein System vonZeichen,

liest darin rum, interpretiertund deutet.

So ging es mir, als der Regisseur Stephan

Kimmig nach einer Premiere zur Entgegennahme

des Schlussapplauses aus der Gasse

gerufen wurde.Ertratmit einem Gang an die

Rampe, dessen Wuchtigkeit auch von den

schweren halbhohen Schuhen herzurühren

schien, aus denen die farbenfrohen Sockenbündchen

schauten.

Moment mal. Sockenbündchen? Bei der

sich verzögert stellenden Frage, warum sich

in Gottes Namen die Sockenbündchen nicht

wie üblich der Sichtbarkeit entzögen, hatte

ich den Grund dafür schon erblickt: Stephan

Kimmig hatte die Hosenbeine nach oben geschoben,

bis zu der verjüngten Stelle unterhalb

der Knie, woder geraffte Stoff leicht ins

Beinfleisch schnitt.

Hier nun kehrte ungerufen mein eigentlich

schon in den Feierabend vorausgeschickter

innerer Interpretator zurück an

den Wahrnehmungsapparat, nahm das Bild

der entblößten Waden in sich auf und fragte

sich Fragen: Waswill man uns damit sagen?

BARBARA WREDE

Ist das ein Dresscode, der irgendetwas mit

der auch feministischen Botschaft des

Stücks zu tun hat? Schließlich ist Kimmig einer

der ersten männlichen Unterstützer des

Vereins ProQuote Bühne,der fürdie Gleichstellung

der Frauen im Theater kämpft. Soll

es eine Geste des Machtverzichts sein, mit

der man als Mann seine verwundbare Stelle

in der Nähe der Achillesferse herzeigt?

Aber ist denn die Wade traditionell nicht

eher ein den Angriffen kurzbeiniger Hunde

ausgesetztes Körperteil? Wäredas dann nicht

wieder chauvinistisch? Oder,Moment mal, ist

es etwa ein Wadenbeißerkampfesgruß an die

Kritiker im Publikum? Oder muss der Regisseur

auf diese Weise einfach eine verlorene

Wette auszahlen? Oder habe ich irgendeinen

Modetrend verpasst? So viel ungewöhnlicher,

die Hosenbeine zu hoch zu tragen als den Hosenbund

unterm Hintern, ist es nun auch

wieder nicht. Oder sollen wir „Hochwasserhose“

denken –und an den Kampfgegen den

Klimawandel? Oder oder oder was?

DasFragenkarussell drehte sich. DieNeugier

wuchs und wuchs,bis sie nach einerWoche

endlich die Scham und das Bedürfnis

nach eingehaltenem Mindestabstand zwischen

Kritiker und Künstler überstieg. Die

verbotene Frage, was den Künstler zu dieser

einfach nicht ignorablen Geste hingerissen

habe, sie wurde gestellt. Und die Antwortmail

kam prompt: „Ich zieh mir oft meine

Hosenbeine hoch, beim Arbeiten, weil mir

warm ist, weil die Luft zirkulieren muss an

den Beinen. Und da ich aufgeregt war am

Freitag, und mir warm war, eben wegen der

Aufregung, habe ich sie oben gelassen, da

war ich sozusagen mehr bei mir,obwohl alle

hinter der Bühne mir sagten: Runter mit den

Hosen!“ Dieaber blieben oben. Eine sympathische,

dennoch leicht enttäuschende Antwort.

Dashat mandavon,wennman fragt.


22 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Feuilleton

Da zu kommerziell, dort zu künstlerisch

Darf Kunst kein Handwerk haben? In Berlin fallen die angewandten Künstler durch die Förderraster.Mit der Zeughausmesse feiern sie ihre Profession trotzdem

VonPetraKohse

Eine Bienenwabe aus Porzellan,

eine Schafgarbenblüte

aus Bronze, ein Gefäß

aus Mooreiche oder auch

Silberbroschen, die aussehen wie

Collagen aus Papier.Die Objekte,die

ab Donnerstag von rund hundert

Gestaltern aller Materialrichtungen

auf der Zeughausmesse angeboten

werden, sind Unikate oder Kleinauflagen.

Ausstellen darf nicht jeder;

eine Fachjury hat über die Teilnehmer

entschieden, die mit einer

Standmiete von600 bis 1000 Euro ins

Risiko gehen.

Gewinn macht der Veranstalter,

der Berufsverband Angewandte

Kunst Berlin-Brandenburg, nicht,

wie Vorstandsmitglied Rainer Wiencke

versichert. Und zwar trotz der

günstigen Konditionen nicht, die das

Deutsche Historische Museum

(DHM), zu dem das Zeughaus gehört,

demVerband seit 2004 für diese

Messe gewährt. Die Einladung erfolgte

vom damaligen Leiter Hans

Ottomeyer,der auch stets ein Objekt

für die Sammlung des Museums ankaufte.Schließlich

war das Zeughaus

schon 1844 Schauplatz der ersten

Gewerbeausstellung des Deutschen

Zollvereins.Inzwischen ist schon der

übernächste Museumsleiter am

Zuge, angekauft wird nichts mehr,

aber die Berliner Volksbank vergibt

vier Designpreise in Höhe voninsgesamt

3500 Euro.

Leipzig, Hamburg, Köln

Rainer Wienckeund FriederikeMaltz, Vorstände des Berufsverband Angewandte Kunst Berlin-Brandenburg

Neben der Grassimesse in Leipzig,

die vom Museum für angewandte

Kunst im Grassimuseum veranstaltet

wird, und der Messe Kunst und

HandwerkinHamburg, ausgerichtet

vom dortigen Museum für Kunst

und Gewerbe,ist die vonden Berlinbrandenburgischen

Gestaltern

selbst organisierte und selbst finanzierte

Zeughausmesse eine der

wichtigsten Leistungsschauen für

Angewandte Kunst in Deutschland.

Immerhin hat Kultursenator

Klaus Lederer zum zweiten Mal die

Schirmherrschaft übernommen und

wird ein Grußwort beisteuern –zumindest

postalisch. Denn dass mit

ihm in Persona nicht zu rechnen sei,

hatte er Friederike Maltz, ebenfalls

Vorstandsmitglied des Berufsverbands,

schon vor Monaten versichert.

„Ihr seid zu kommerziell“,

habe er gesagt. Dabei, siehe oben,

gehe die Sache für die Veranstalter

mit den Kosten für Raum und Pressearbeit

auf null aus, während das

DHM das Eintrittsgeld der Besucher

bekomme,8000 seien es im vergangenen

Jahr gewesen .

Dass die zeitgenössische angewandte

Kunst in Berlin mit sehr spitzen

Fingern angefasst wird, wurde

auch im Juni mehr als deutlich, als

Klaus Lederer während einer Diskussion

über die Zukunft der Alten

Münzedie Raumansprüche vonVertreterndes

Kunsthandwerks und des

Designs mit den Worten zurückwies:

„Mein Geld ist für die Kunst!“ Dabei

wirddie Alte Münzeseit Jahren unter

anderem voneinem privat betriebenen

Museum für Kunst, Handwerk

und Design in Zwischennutzung lebendig

gehalten. Und für die zeitgenössische

Designszene ist dieses

„Direktorenhaus“ in Berlin im

Grunde der einzige Anlaufpunkt.

Denn das Kunstgewerbemuseum

im Kulturforum ist im Vergleich etwa

zu seinem Pendant in Köln, das sich

schon 1989 in „Museum für Angewandte

Kunst“ umbenannte und

eine ständige Ausstellung zum

Thema „Kunst und Design im Dialog“

hat, doch eher historisch orientiert.

Die Zeughausmesse findet seit

2011 nur einmal jährlich statt (zuvor

zweimal). Undaus der Bauhaus-Tradition

ist der Stadt außer dem Bauhaus-Archiv

auch nichts erwachsen

–jedenfalls nicht die Verpflichtung,

das Miteinander von Kunst und

Handwerkzupflegen.

Kunst komme von Können,

schrieb Johann Gottfried vonHerder

für die Zeit der Aufklärung. Kunst bemesse

sich nach der Unwahrscheinlichkeit

ihrer Existenz, fasst der Philosoph

Christoph Menke die Sache

für das 21. Jahrhundert. Kunst sei,

was nicht auf ökonomischen Gewinn

ziele, versucht Klaus Lederer

Aus Eisenschrauben geschmiedete Ringe von FriederikeMaltz

die Verhältnisse für die Förderpolitik

in seinem Ressortzuordnen.

Weralles an der Kunst verdient

Wobei einmal auszurechnen wäre,

wie viel von den 538,8 Millionen

Euro, die Berlin 2019 für Kultur ausgab,

am Ende tatsächlich in den

Händen vonKünstlerngeblieben ist.

Undwie viel in denen vonBauunternehmern,

Vermietern, Werbeagenturen,

technischen oder administrativen

Dienstleistern, Wach- und Einlassdiensten,

Putzfirmen oder Druckereien.

Alles Betriebe, ohne deren

Beiträge sich eine künstlerische Idee

oft nicht formulieren kann, das ist

schon klar.Dennoch könnte man die

tatsächliche Verteilungspraxis des

FRIEDERIKE MALTZ

Geldes für Kunst und Kultur durchaus

als Dissonanz einer Berliner Förderlogik

festhalten, die den Bereich

des Kunsthandwerks und Designs

ausdrücklich ausschließt. Während

gleichzeitig das Bauhausjubiläum

gerade bundesweit mit 21 Millionen

Euro aus Mitteln des Bundes in 2000

Veranstaltungen gefeiertwurde.Und

der Verlust von kunsthandwerklichen

Objekten wie denen aus dem

18. Jahrhundertaus dem Grünen Gewölbe

in Dresden nahezu eine nationale

Identitätskrise auszulösen imstande

ist.

Und essind ja keine Projektmittel,

die das Direktorenhaus oder der

Berufsverband Angewandte Kunst

beanspruchen würden! Obwohl des-

BERLINER ZEITUNG /MARKUS WÄCHTER

sen rund 90 Mitglieder zum Teil

ebenso prekär leben wie ihre Kollegen

aus der sogenannten freien

Kunst und gemeinsam mit diesen in

der Künstlersozialkasse versichert

sind. Tatsächlich stellen Friederike

Maltz und Rainer Wiencke aber gar

keine finanziellen Ansprüche an die

Kulturverwaltung. Nicht ganz so abgetan

zu werden und auch mal ein

wenig logistische Unterstützung zu

bekommen, wäre schon ein Riesenfortschritt,

sagen die beiden

Schmuckdesigner beim Ortstermin

in der Produzentengalerie VON in

der Auguststraße in Mitte.

Bei der Suche nach einem Ausweichquartier

für die Messe etwa, da

das Zeughaus wegen Renovierung in

den kommenden Jahren nicht zur

Verfügung steht, habe man sich

recht alleingelassen gefühlt. Glücklicherweise

sei ihnen das privat betriebene

Kühlhaus am Gleisdreieck

mit moderaten Konditionen entgegengekommen,

sodass der Auftritt

2020 und 2021 gesichert sei. Dort

fand in diesem Jahr im April auch

schon die „Echt – modern craft“-

Ausstellung des Verbandes im Rahmen

der Europäischen Tage des

Kunsthandwerks statt –ein Anlass zu

dem der Kultursenator („wenn eine

Veranstaltung die Worte Kunst und

Europa im Titel trägt, darfich ja auch

nicht fehlen“) selbst erschienen war,

um jedoch auch an dieser Stelle zu

betonen, dass er seine Aufgabe eher

darin sehe, „Kunst und Kulturproduktion

in der Stadt zu fördern …“.

„Die Diskussion, wer Künstler sei

und wer nicht, brauchen wir nicht

mehr“, sagt Friederike Maltz im Hinterzimmer

des kleinen Galerieraumes.

„Kunst ist Kunst. Genauso wie

es bei Kunstmalern Handwerker

gibt, gibt es auch unter den Handwerkern

Handwerkerei. Aber es gibt

auch Leute, die eine eigene Sprache

entwickeln, die Ideen haben, wie ein

Material einmal anders verwendet

wird, wie Gestaltung einmal ganz

anders funktioniert, und allein wegen

des Umstandes, dass man eine

Sache auch benutzen kann, darf

man ihr doch nicht den Kunstcharakter

absprechen.“ –„Es gibt keinen

Wesensunterschied zwischen dem

Künstler und dem Handwerker“,

schrieb Walter Gropius 1919 in seinem

„Bauhaus-Manifest“. Kunst sei

das, was dem Künstler „in seltenen

Lichtmomenten“ und „jenseits seines

Wollens“ vielleicht einmal gelinge.

Der „Urquell des schöpferischen

Gestaltens“ aber sei das Handwerk,

und zu diesem müssten die

Künstler zurück.

„Kunst ist Kunst“

Wasviele ja auch tun. Undnicht nur

im Sinne für Unikate. Der Installationskünstler

Olafur Eliasson etwa hat

nebenbei die Solarleuchte Little Sun

geschaffen, von der dieser Tage das

Millionste Exemplar verkauft wird!

Unter allen „Kreativen“, die in der

Game- oder Musikindustrie teilweise

sehr gutes Geld verdienen,

sind die Kunsthandwerker und Designer,die

im eigenen Auftrag benutzbare

Dinge schaffen und verkaufen,

sicher die bescheidenste Gruppe.So

bescheiden, dass sie auch bei der in

Berlin für sie vorgesehenen Verwaltung

mit der Bitte nach ein paar

Strukturmitteln für ein Büro nicht

landen kann: „Die Kultur sagt, wir

sind zu kommerziell, die Wirtschaft

sagt, wir sind zu klein und zu künstlerisch“

(Rainer Wiencke).

Blieben vielleicht die in der Kulturverwaltung

angesiedelten interdisziplinär

ausgerichtetem Europamittel

für die„Stärkung des Innovationspotenzials

in der Kultur“, vondenen

in Berlin sowohl Kunstverbände

als auch die Filmwirtschaft schon

profitierthaben. Aber dafür müssten

die Gestalter ein Projekt entwickeln,

das mehr anstrebt als die schiereVerbandsförderung.

EinProjekt, das die

Gestalter aus ihren Ateliers eher

noch fernhalten würde. Was eigentlich

ist im Kulturbereich so unsexy

daran, jemanden einfach in dem zu

unterstützen, was er vonsich aus will

und kann und was man am Ende anfassen

kann?

Zeughausmesse,5.12.:15–18 Uhr, 6./8.12:

10–18 Uhr,7.12.:10–21 Uhr, Deutsches Historisches

Museum, Unterden Linden 2

Haarsträubende Virtuosität und digitales Blendwerk

Wo ist Herbie Hancocks Popsinn geblieben? Bei dem Konzert in der Philharmonie blieb er unter opulenten Sounds begraben

VonMarkus Schneider

Den besten Effekt hob Herbie

Hancock sich bis ganz zum

Schluss auf. In der Zugabe seines

Konzerts in der knapp ausverkauften

Philharmonie am Montagabend

teilte er die Blöcke des Saals in Chorabteilungen

auf. Er gab jeweils verschiedene

kleine Figuren auf der Keytar

vor, der umgehängten Mischung

aus Keyboard und Gitarre, und orchestrierte

auf diese A-Capella-Weise

eine vielstimmige und enthusiastisch

ausgeführte Polyphonie.

So schlüssig, geradeaus und übersichtlich

hätte man sich das Konzert

auch früher schon gewünscht. Allein,

Hancock und seine drei Begleiter

hatten andere Pläne. Inerster Linie

monströse Wucht und in zweiter

Linie akrobatische Musikalität vorzuführen.

Selbst in den kurzen Momenten,

die Hancock am Flügel verbrachte,

hämmerte er meist strahlend

mit beiden Händen steroidsatte

Akkorde rauf und runter.

Schön, dass er mit bald 80 noch so

kraftvoll spielen kann. Wer ihn jedoch

als eleganten Pianisten schätzt,

als eher unterkühlten Freund von

funkelnden Bögen und Präzision,

schaute ihm eher ratlos zu.

„So viele Kabel!“, staunte Hancock

mit ironischer Verwunderung

ins Publikum, als er, inschlichtem

Kampfsportschwarzmit roten Sneakers,

nach den ersten beide langen

Stücken von seinen Keyboards auf

die Bühne gefedertkam. „Die Geräte

liegen wie Tretminen herum.“ Kein

schlechter Vergleich, und vor allem

Gitarrist Lionel Loueke hatte da bereits

einige Soli mit haarsträubender

Erfreulich und nervig: Herbie Hancock haut kraftvoll in die Tasten.

DAVIDS/CHRISTINA KRATSCH

diertund war immer ein Early Adopter,mit

dem elektrischen Miles Davis,

im cool zurückhaltenden Elektrofunk

der Headhunter oder im futuristischen

HipHop − aber musikalisch

Virtuosität und irrstem, digitalen

Blendwerkhingelegt.

Hancock war ja nicht nur musikalisches

Wunderkind, er hat in den

Sechzigern auch Elekrotechnik stulegte

er Wert auf einen gewissen Popsinn

und, wenn man so will, das Narrativ

seiner Kompositionen.

Diese wiederum gab es diesmal,

anders als noch im insgesamt besonnen

funky Auftritt 2017 im Admiralspalast

nur als Stichworte, als gedonnerte

Andeutung des eher gedämpften

Riffs von „Butterfly“, als schnell

erledigtes, komplexes Funk-Fundament

von„Actual Proof“ oder als den

im Original so lässig rollenden Vamp

von„Cantaloupe Island“, den er beinahe

brutalistisch in die Tasten betonierte.

Als seien die Melodien und

Harmonien eher lästig, uferten die

Musiker sofort inSeitenthemen aus

und stürzten sich in die bretternde

Flut von Hancocks oder Louekes

quiekenden, gniedelnden oder

vokoder-greinenden Synthiesounds.

Sein langjähriger Bassist James Genus

hielt tapfer mit dickem Funk dagegen,

aber gegen das Horror-vacui-Gewimmel

blieb er fast ebenso chancenlos

wie gegen den jungen, technisch

unglaublich guten Justin Tyson,

der über die Drums herfiel, als wolle

er den Ginger-Baker-Gedächtiswettbewerb

gewinnen. Über weite Strecken

hatte man den Eindruck, eine

Schlacht gegen hoffnungslos unterlegene

Besonnenheit zu beobachten.

Was ja durchaus unterhalten

könnte.Aber die moderne Technologie

und der enorme Druck dienten

nur letztlich biederer Jazzfunkkonvention

aus endlosen, abwechselnden

Soli, Rhythmuswechseln und

Breaks als Showeffekten sowie

Kunststückchen bis zu den rasenden

Git- und Keytarrentrillern und Arpeggien,

die seit ewig den Luftgitarristen

im Publikum gehören. Schade.


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 23

· ·

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Feuilleton

Sprayer

von

Zürich

Harald Oskar Naegeli

zum 80. Geburtstag

VonArnoWidmann

Harald Naegli, der als „Sprayer von Zürich“

berühmt wurde. FEDERICO GAMBARINI/DPA

ImJahre1978 begannen die glatten

Fassaden der Zürcher Innenstadt

sich zu beleben. Merkwürdige, langgestreckte

Gestalten verbreiteten

sich. Da hatte jemand der Idee der

Leere den Krieg erklärt. Ornament

war kein Verbrechen mehr, sondern

unbedingt nötig. Also doch ein Verbrechen.

Mindestens aber „Sachbeschädigung“.

Der Moderne, deren

ganzer Stolz die Schmucklosigkeit

war, wurden Muster aufgemalt –gegen

den Willen der Eigentümer.

Nach dem Täter wurde gefahndet.

Dass es ein Täter war oder eine

Täterin, war klar. Denn aller Zierrat

hatte dieselbe Handschrift. Da war

einer auf einem Feldzug. „Gegen das

Bauhaus“ liegt mir auf den Lippen.

Jedenfalls gegen die Idee, dass die

Form der Funktion zu folgen habe,

dass Schönheit und Klarheit dasselbe

seien, dass alles mit einem

Blick erfasst und begriffen werden

muss.

Die Moderne wich in den 70er-

Jahren der Postmoderne. Das Spielerische

wurde wieder interessant.

Der Reichtum der Vergangenheit

wurde nicht mehr vonden Fassaden

geschlagen, sondern wieder herangezogen.

In der Architektur, der bildenden

Kunst, in der Literatur und in

der Musik.

Als Harald Oskar Naegeli 1979 als

der „Sprayer von Zürich“ überführt

wurde –erhatte an einem seiner Tatorte

seine Brille liegen gelassen –, da

gab es die Empörung gegen ihn, den

Verunstalter der schönen reinen Moderne,und

es gab die Verteidiger der

Freiheit der Kunst, die Verteidiger einer

freien, auch von ihren eigenen

Regeln befreiten Kunst. Naegeli floh

nach Deutschland. Ihmfolgte ein internationaler

Haftbefehl. Er ging für

sechs Monate ins Gefängnis, kehrte

zurück nach Düsseldorf, wo er heute

lebt –und sprayte weiter.

Wikipedia schreibt über ihn:

„Sein Ziel war es, mit seinen Aktionen

als ,Aufstand des unterdrückten

Unbewussten’ gegen die zunehmende

Uniformierung und Unbewohnbarkeit

der Stadt zu demonstrieren,

da er Zürich als eine spießige,

sauberkeitsfanatische Stadt

empfand, die den Bewohnern mit

ihrer grauen und überbetonierten

Architektur den Lebensraum zu nehmen

drohte.“

2004 restaurierte die Stadt Zürich

eines der wenigen erhaltenen Strichmännchen

seiner frühen Sprayer-

Jahre. Es dauerte ein paar Jahrzehnte,bis

auch die Stadtverwaltung

in der Lage war zu begreifen, welchen

Schatz ihr Harald Naegeli geschenkt

hatte. Kurz vor seinem Geburtstag

erklärte Naegeli, er wolle

Düsseldorfverlassen und wieder zurück

nach Zürich: „Meine Lebenszeit

und meine Zeit hier ist abgelaufen …

Ichwill wieder zurück an meinen Ursprung.“

Vielleicht spielt eine Rolle dabei,

dass ausgerechnet die Nordrheinwestfälische

Akademie der Wissenschaften

und der Künste ihn vergangenes

Jahr wegen Sachbeschädigung

anzeigte. Im April kam das Urteil:

Naegeli muss den „Schaden“ ersetzen.

Aber er erhält keine Strafe.

Wemgehört das Fernsehen?

Dankesrede der Regisseurin Julia von Heinz zur Verleihung des Hans-Abich-Preises in Baden-Baden

InErinnerung an den Filmproduzenten

und früheren Fernsehdirektor

der ARD, Hans

Abich, wirdseit 2004 während

des Fernsehfilmfestivals in Baden-

Baden der Hans-Abich-Preis „für

herausragende Verdienste um den

Fernsehfilm“ verliehen. In diesem

Jahr ging die Ehrung an die Berliner

Regisseurin Julia von Heinz, die für

Ihren „Tatort“-Krimi „Für immer

und dich“ auch mit dem Fernsehfilmpreis

der Deutschen Akademie

der Darstellenden Künste ausgezeichnet

wurde. In ihrer Dankesrede

kritisiert die Filmemacherin

die Fixierung der öffentlich-rechtlichen

Sender auf Quoten und

Marktanteile.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk

ist eine der großen Errungenschaften

unserer Demokratie. Er

hat die wichtigsten deutschen

Spielfilme der letzten Dekaden hervorgebracht.

Filme, die Oscars gewannen

und den Cannes-Wettbewerb.

Filme und Serien, die Generationen

geprägt und begeistert haben.

Um neue Talente zu entdecken

und zum Erfolg zu führen, fahren Redakteure

öffentlich-rechtlicher Sender

auf Kurzfilmfestivals,und sie besuchen

die Messen der Filmhochschulen.

Über Jahre betreuen sie

Dutzende Fassungen eines Debütspielfilms.

Kein anderer Player hat

solches Engagement und solche Erfolge

vorzuweisen.

Schmückt sich der öffentlichrechtliche

Rundfunk mit diesenVerdiensten

und Erfolgen? Manchmal

könnte man meinen, er versteckt

das spannende und preisträchtige

Programm regelrecht zu nächtlicher

Stunde, denn es passt oftmals

nicht ins Programmschema und gefährdet

so die Quote.

Was würden wir über einen Autokonzern

denken, der viel Geld in

Forschung und Entwicklung von

Talenten investiert, nur um diese

nach ihren ersten Erfolgen an ihre

Konkurrenten zu übergeben, weil

ihre Ideen nicht in bestehende Formate

passen, weil das Zielpublikum

zu spitz sei, weil Experimente die

Quote sinken lassen?

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk

setzt seit 1984, als Reaktion auf

die damals entstandenen Privatsender

auf die neoliberale Quote der

Marktanteile. Diese drückt den Willen

der Mehrheit aus,die das lineare

Fernsehen nutzt. Nach dieser Quote

werden weitere Entscheidungen

darüber getroffen, wie das fiktionale

Programm zu gestalten sei, sie ist der

Maßstab aller Dinge.

Aber wer ist diese Mehrheit? Die

Mehrheit sind heute Menschen im

„Und so trägt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst zu Grabe.“

letzten Drittel ihres Lebens und

diese sind − noch – einigermaßen

zufrieden, mit dem, was ihnen hier

geboten wird. EinProgramm, immer

noch ausgedacht und inszeniert

zu über 70 Prozent

vonweißen heterosexuellen

Männern aus

Westdeutschland zwischen

40 und 60, ihre Perspektive

widerspiegelnd.

Ichfinde diese Perspektive

wichtig und sehenswert!

Aber andere Perspektiven

nicht weniger.

Eine Redakteurin erklärt,

wenn es eine Frauenquote

gäbe, dann bitte auch eine Quote

für „Ausländer und Homosexuelle“.

Das halte ich für einen innovativen

Gedanken.

GETTY IMAGES

Folgt statt einer aussterbenden

Marktquote, welche die Quote der

älteren Generation ist, einmal versuchsweise

anderen Quoten: Indem

man zum Beispiel

anteilig migrantische Perspektiven

zu Wort kommen

lässt, diese machen

25 Prozent der Bevölkerung

aus. Oder weibliche,

das sind 51 Prozent. Es

IMAGO IMAGES

könnte auch eine Quote

für schwule und lesbische

Die Regisseurin Perspektiven geben oder

Julia von Heinz für junge Menschen zwischen

15 und 30, das sind

immerhin zirka 22 Prozent der Bevölkerung,

sie wüssten die innovativeren

und experimentelleren Formen

aus den Nachwuchsnische sicher

zu schätzen und es sind die,

Verletzung der Totenruhe oder Provokation?

Die Kunstaktion „Sucht nach uns“ vom Zentrum für Politische Schönheit stößt auf Kritik

Die vom Zentrum für Politische

Schönheit (ZPS) zwischen

Reichstag und Bundeskanzleramt

inszenierte Kunstaktion, zu der ein

Bohrkern aus einem nationalsozialistischem

KZ in eine Gedenkstele

eingelassen worden sein soll, ist auf

heftige Kritik gestoßen.

In einer Pressemitteilung der Jewish

Claims Conference vom Montag

heißt es: „Auschwitz-Überlebende

sind bestürzt darüber, dass

mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen

und die ewige Totenruhe ihrerermordeten

Angehörigen verletzt

werden. Die Vorstellung, dass die

Asche ihrer ermordeten Familienmitglieder

zu Demonstrationen

durch Europa transportiert wird, ist

für sie nur schwer erträglich. Auch

wenn sie die politische Absicht der

Initiatoren verstehen und respektieren,

halten sie diese Artder Demonstration

für pietätlos.“ Ähnlich sieht

es laut Jüdischer Allgemeine (Online-Ausgabe)

auch der Zentralrat

der Juden: In einem Tweet von

Dienstag heißt es: „Die jüngste Aktion

von @politicalbeauty ist aus jüdischer

Sicht problematisch, weil sie

gegen das jüdische Religionsgesetz

der Totenruhe verstößt.“

Der Grünen-Politiker Volker Beck

will es nicht bei Mutmaßungen belassen

und hat laut eigener Aussage,

ebenfalls per Twitter, Strafanzeige

gegen das ZPS gestellt. „Falls es sich

tatsächlich um die Asche von inder

Schoa Ermordeten handeln sollte,

wäre dies eine strafbare Verletzung

der Totenruhe. (Paragraf 168 StGB).

Dies behaupten die Aktivisten vom

Zentrum für Politische Schönheit

(ZPS). Es könnte freilich auch Fake &

Teil der geschmack- und respektlosen

Kunstaktion sein. Dies kann nur

durch Ermittlungen geprüft werden.

Ich habe beim Staatsschutz Strafanzeige

erstattet.“ In einem ausführlichen

Bericht über die Erd- und Bohr-

die über die Zukunft des Mediums

entscheiden!

Die Streamer wissen das und binden

mit jeder neuen Serieneue junge

Zuschauer und Gruppen an sich, die

sich in den einheitlichen Perspektiven,

die ihnen in ARD und ZDF geboten

werden, nicht mehr wiederfinden.

Netflix hat Diversität und Gleichstellung

als Kriterium definiert.

Warum? Das ist nicht nur eine Frage

der Political Correctness, sondern

auch eine wirtschaftliche Frage. Der

Konzern weiß, dass durch die Öffnung

zu neuen Bilderwelten mehr

und jüngeres Publikum angesprochen

werden kann. Weil sie die Innovationskraft

kennen von Menschen,

die bisher nur vom Rand aus zuschauen

durften. Junge Leute haben

den Anspruch, sich und ihrePerspektive

auf die Welt im Programm wiederzufinden.

Undwenn sie das nicht

können, werden sie weder protestieren

noch Leserzuschriften schicken.

Sie schalten einfach dorthin um, wo

sie diese finden.

Und soträgt sich der öffentlichrechtliche

Rundfunk selbst zu

Grabe. Aber das dürfen wir nicht

hinnehmen, denn der öffentlichrechtliche

Rundfunk gehört uns

nicht. Er gehört der nachfolgenden

Generation, die wir sehenden Auges

vonihm entfremden.

Nur andie eigene Dienstzeit zu

denken (bis ich pensioniertbin, wird

es schon noch gutgehen) ist ein Vergehen

an denjenigen, die diese Institution

eines Tages noch viel dringender

brauchen werden als wir heute.

How dare you? Würde Greta sagen.

Wiekönnen wir,sehenden Auges ein

demokratisches Instrument, das uns

von den Alliierten aufgezwungen

wurde und das wir heute nötiger

brauchen denn je,sterben lassen?

So weiterzumachen wie bisher,ist

riskanter als praktisch jedes Risiko,

das man mit einer Kehrtwende eingeht

und noch ist es nicht zu spät.

Lasst Diversität ins Programm, zeigt

Perspektiven, die sich nicht sofortin

eine Marktquote übersetzen lassen,

aber für die ihr geliebt werdet, weil

sie der Ausdruck einer Generation

sind, die unsere Gegenwart und Zukunft

gestaltet.

Folgt jetzt den Beispielen der

Streamer und hört absofort auf, die

Marktanteilsquote zu veröffentlichen,

die einem veralteten System

angehört. Wer, wenn nicht der öffentlich-rechtliche

Rundfunk kann

sich das erlauben?

Julia von Heinz (Jahrgang 1976) ist eine Filmregisseurin

und Drehbuchautorin aus Berlin. 2012

promoviertesie über dasThema:„Diefreundliche

Übernahme–Der Einfluss des öffentlich-rechtlichenFernsehens

auf den deutschen Kinofilm von

1950bis 2012“.

arbeiten rund um die Gedenkstätte

Auschwitz, der am Dienstag auf der

ZPS-Internetseite www.sucht-uns.de

veröffentlicht wurde, heißt es in einem

Fragen-und-Antworten-Block

zur Kunstaktion des ZPS:„Inden Zeitungen

steht überall, Ihrhättet Asche

aus Auschwitz in der Gedenksäule.

Stimmt das?“ Die Antwort: „Nein.

Dashaben wir an keiner Stelle in unseren

Verlautbarungen behauptet.“

Zu der Frage, woher die Asche

komme,schreiben die Aktivisten uneindeutig:

„Wir haben Tausende historischer

Quellen ausgewertet und

sind den Spuren gefolgt: nach Nordhausen,

Sobibór, Majdanek,

Chelmno, Mauthausen, Belzec,

Treblinka, Berdychiv, Plyskiv. Die

Asche der Ermordeten wurde in

Dämmen verbaut, auf Feldern verscharrt

und in Flüsse gekippt. Wir

haben uns die Mühe gemacht, die

wissenschaftlichen Recherchen zu

den ‚Wegen der Asche’imVorfeld allein

für Auschwitz einmal exemplarisch

aufzubereiten.“

Im Zusammenhang mit dem

Gedenkprojekt „Sucht nach uns“

hat das ZPS am Dienstag unterdessen

die nächste Zündstufe seiner

Aktion gestartet. In einer Pressemitteilung

behauptete das ZPS,

den Grabstein des früheren Reichskanzlers

Franz von Papen aus dem

Familiengrab in Wallerfangen

(Saarland) entführt zu haben.

„Franz vonPapen ist in unserer Gewalt“,

heißt es in der Mitteilung.

Die Polizei in Saarlouis teilte dem

RedaktionsNetzwerk Deutschland

(RND) mit, dass der Grabstein tatsächlich

fehle und sie voraussichtlich

wegen des Verdachts auf Diebstahl

und Störung der Totenruhe

ermitteln werde. Lokale Medien

veröffentlichten ein Bild des Grabes.

Nach RND-Informationen ist

der Grabstein schon vor mehreren

Wochen entwendet worden. (BLZ)

NACHRICHTEN

Journalisten-Klage gegen

BND-Gesetz wird verhandelt

DasBundesverfassungsgericht

prüft Anfang 2020 intensiv die Befugnisse

des Bundesnachrichtendienstes

(BND) bei der Auslandsüberwachung.

DerErste Senat verhandelt

am 14. und 15. Januar zwei

Tage lang über eine Klage vonMedienorganisationen

und Journalisten.

Dasteilte das Gericht in Karlsruhe

am Dienstag mit. DasUrteil

wirderfahrungsgemäß einige Monate

später verkündet. Dasneue

BND-Gesetz war Anfang 2017 in

Kraft getreten. Nach Auffassung

der Kläger legalisiertdie Bundesregierung

damit eine globale Massenüberwachung.

DerBND könne

im Ausland praktisch schrankenlos

Telefonate abhören und den Internet-Verkehr

auswerten. (dpa)

Öffentlich-Rechtliche wollen

auf Gemeinwohl achten

Mehrereöffentlich-rechtliche Sender

wollen für mehr Glaubwürdigkeit

undVertrauen der Bürger ihreAngebote

noch stärker aufs Gemeinwohl

ausrichten. MitBlick auf den digitalenWandel

müssten die öffentlichrechtlichen

Medien darüber nachdenken,

wie ein solcher Gemeinwohlbeitrag

entstehe,„der nachweisbar

alle Bürgerinnen und Bürger

anspricht“, heißt es in einem Papier

mit dem Titel„Leipziger Impuls“, auf

das sich die Intendanten einigten, wie

der MDR mitteilte.MehrereHandlungsfelder

sind in dem Papier aufgelistet:

Dazu zählten unter anderem

dieVernetzung vonMediatheken und

die Kooperation mit Start-up-Firmen.

Auch die Transparenz des wirtschaftlichen

Handelns der Sender gehörtdazu.

(dpa)

Drakeist Meistgehörter

des Jahrzehnts auf Spotify

Drake ist der meistgehörte Spotify-

Künstler des ausgehenden Jahrzehnts.28Milliarden

Malwurden die

Lieder des 33 Jahrealten US-Rappers

auf der Streaming-Plattformgespielt,

wie mehrereMedien übereinstimmend

berichteten. Ed Sheeran

schaffte es laut Spotify-Mitteilung

auf Platz zwei. Danach folgen Post

Malone,Ariana Grande und Eminem.

Derbritische Folkpop-Musiker

Sheeran hatte dafür bei den meistgestreamten

Songs die Nase vorne.

Sein Song „Shape of You“ wurde 2,3

Milliarden Malgespielt −und damit

öfter als „One Dance“ vonDrake,

Kyla und WizKid. (dpa)

Die Fußball-EM 2020

in ZDF und ARD

DasZDF überträgt am 16. Juni 2020

das erste EM-Gruppenspiel der

deutschen Fußball-Nationalmannschaft

gegen Frankreich. DiePartie

in München wirdum21Uhr angepfiffen.

WieDas Erste weiter mitteilte,ist

das EM-Eröffnungsspiel

zwischen Italien und der Türkei am

12. Juni (21 Uhr) in Rominder ARD

zu sehen. DasFinale im Londoner

Wembley-Stadion am 12. Juli 2020

(21) wirdvom ZDF übertragen. (dpa)

TOP 10

Montag,2.Dezember

1 Bauer sucht Frau RTL 5,64 18 %

2 Winterherz ZDF 5,24 16 %

3 Tagesschau ARD 4,75 16 %

4 Wer weiß denn ... ? ARD 3,70 18 %

5 heute ZDF 3,64 15 %

6 SokoMünchen ARD 3,63 17 %

7 heute-journal ZDF 3,56 12 %

8 Extra RTL 3,36 16 %

9 RTL aktuell RTL 3,01 13 %

10 GZSZ RTL 3,00 10 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

19.30: Onkel Wanja –Dada Wanja (Moskauer

Mossowjet-Theater)

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Zwei wie Bonnie und Clyde

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Immaculate –akt 1out of the box (cabirio

productions &Columbia Theater)

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Der Nussknacker (Staatsballett Berlin)

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

20.00: Hekabe –ImHerzen der Finsternis

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00: Tagebuch eines Wahnsinnigen

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen

Erneuerung der Welt

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Schlagersüsstafel

Halle Tanzbühne Berlin (✆ 44 04 42 92)

20.30Großer Saal: minutepapillon (cie. toula

limnaios)

HAU1(✆25 90 04 27)

19.00: Congo(Faustin Linyekula, Pasco Losanganya,

DaddyMoanda Kamono)

HAU2(✆25 90 04 27)

20.00: Woanders (Masha Qrella)

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

19.30 Studio: Der Morphinist

Kleines Theater (✆ 821 20 21)

20.00: Der Revisor

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.00: Semele

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 16.00: Skylight

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: Gorki –Alternativefür Deutschland?

20.30 Studio: Oder:Duverdienst deinen Krieg (Eight

Soldiers Moonsick)

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Schneewittchen /Hase und Igel

(Hexenberg Ensemble)

20.30 Glaspalast: Rotkäppchen /Die Bremer Stadtmusikanten

(Hexenberg Ensemble)

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: Die Anderen

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ruhe!Wir drehen!

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

19.00: Freischwimmer*innen–The Future is Female*:

Angry Hour (Tiina Sööt, Dorothea Zeyringer)

20.30: Freischwimmer*innen –The Future is Female*:

Wild Bore (Zoë Coombs Marr, Ursula Martinez,

Adrienne Truscott)

Staatsoper Unter den Linden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Salome

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

19.30: Der Untertan

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: Ich seh Monster (Nikko Weidemann)

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Ich &Duo (Bodo Wartke &Melanie Haupt)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(✆ 017 95 34 66 96) 20.00: Truthahn mit Whisky

(MargaBach)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Wenn Ediths Glockenläuten, Vol. 16 (Ades

Zabel &Company)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Zukunft istkeinPonyhof (Studio-Ensemble)

20.00: Zirkus Angela

Estrel Showtheater (✆ 68 31 68 31)

20.00: Stars in Concert mit Christmas-Special

Kulturhaus Spandau (✆ 33 34 02 1/ 22)

19.00 Theatersaal: Magie &Comedy(TrickPack)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Dieunerträgliche Leichtigkeit des Neins

(Quichotte)

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Drachenherz

Palazzo (✆ 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Andrea Volk, Oliver Beerhenke,

TimWhelan, Bademeister Schaluppke, Mod.: Horst

Fyrguth)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté(Anne Kraft (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

16.00: HintermOfen sitzt ne Maus

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Zauber Zauber –Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: HeinzBecker:DOD –Das Leben ist das Ende

(Gerd Dudenhöffer)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

20.00 Gr.Saal: The Balsom Ensemble, Ltg.Alison

Balsom (Trompete), Biber:Sonata à7für sechs

Trompeten, Pauken und Basso continuo; Telemann:

Konzertfür Trompete, Streicher und Basso continuo

D-Dur;Johann Jacob Löwe vonEisenach: Zwei

Capriccen für zwei Trompeten und Basso continuo;

Bach: Auswahl aus dem Weihnachts-Oratorium,

„Jesus bleibet meine Freude“, Choral aus der Kantate

„Herz und Mund und Tatund Leben“; Purcell:Funeral

Sentences and Music for the Funeral of Queen Mary,

Auswahl; Sonata für Trompete und Streicher D-Dur;

Händel: „Feuerwerksmusik“

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

19.10: Einführung (Deutsches Symphonie-Orchester

Berlin)

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.

Vladimir Ashkenazy,Behzod Abduraimov(Klavier),

Reger:Fugeüber ein Thema vonBeethovenop.

86; Rachmaninow: Rhapsodieüber ein Thema von

Paganini op. 43; Schostakowitsch: Symphonie Nr.5

d-Moll op. 47

Pierre Boulez Saal (✆ 47 99 74 11)

19.30: Michael Barenboim (Violine), Kian Soltani

(Violoncello), Daniel Barenboim (Klavier), Beethoven:

Die Klaviertrios Ib,Ludwig vanBeethoven: Klaviertrio

Es-Dur op. 1/1, Klaviertrio c-Moll op. 1/3, Klaviertrio

G-Dur op. 1/2, Klaviertrio D-Dur op. 70/1 „Geistertrio“

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Hans im Glück (ab 6bis 10 J.)

10.30: Steffi und der Schneemann (ab 4J.)

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70)

11.00: Familienführung: Berlingeschichte in

Geschichten –Die EntstehungsgeschichteBerlins:

Das Nikolaiviertel (ab 6bis 11 J.). Anm. erf.

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

10.00: Winterzeit bei Hündchen undKätzchen, Theater

Rafael Zwischenraum, Puppenspiel (ab 3bis 6J.)

Anonyme Lesebühne

Trennung

von Werk

und Autor

Andieser Frage kommt man

jetzt nicht mal mehr bei

den Tagestipps vorbei: Können

wir die Kunst zum Beispiel

von Daniel Barenboim, Peter

Handke oder Woody Allen

reinhalten von den moralischen

Debatten, in die die

Künstler verstrickt sind? Steht

die Trennung von Werk und

Autor als zivilisatorische Leistung

auf dem Spiel? Ist diese

Trennung überhaupt in ihrer

Gänze wünschenswert und

mit der Eitelkeit oder mit dem

Ausdruckswillen der Künstler

in Einklang zu bringen? Beider

anonymen Lesebühne „Konzept

Feuerpudel“ kann man es

ausprobieren. Hier werden anonym

eingereichte literarische

Texte von dem Vorleser

Diether Kabow präsentiert

und dann von dem Publikum,

in dem die auch Verfasser der

Texte sitzen, bewertet. Dem

Gewinner steht es dann frei,

sich zu outen. Hier unterzeichnet

namentlich: Ulrich Seidler

Konzept Feuerpudel 20 Uhr,Lettrétage,

Mehringdamm 23, Eintritt 3/5Euro

Der Dresdner Kreuzchor gibt ein Adventsgastspiel im Konzerthaus und nimmt dabei keinerlei liturgische Rücksicht.

Es soll Menschen geben, die

blitzartig „Weihnachten“

assoziieren, sobald man ihnen

eine Hochbarockmusik

vorspielt. Für sie werden Platten

aufgenommen wie „Royal Fireworks“

von der Trompeterin Alison

Balsom. Darauf finden sich Trompeten-Sätzeaus

Bachs Weihnachtsoratorium,

aber auch Händels Feuerwerksmusik,

Trauermusik von Purcell

oder ein ganz und gar festunabhängiges

Trompetenkonzert von

Telemann. Dass Alison Balsom grandios

Trompete spielt, steht vollkommen

außer Frage,zudem hat sie sich

hier erstmals auf der Naturtrompete

verewigt, öffnet sich also auch, wie

man so sagt, „neuen Erfahrungen“.

Dennoch ist interessanter, was

das Ensemble Unitedberlin am

Sonnabend mit dem Bariton Dietrich

Henschel unternimmt: „X-mas

contemporary“ heißtdas Programm

und präsentiertUraufführungen von

zwölf Komponisten zum Thema

„Weihnachten“. Da finden sich

große Namen wie Manfred Trojahn

und eher unbekannte wie Michèle

Reverdy, es äußern sich Komponisten

mit theologischen Interessen wie

Peter Uehling

wünscht sich entweder

eine Adventszeit mit ganz anderer

Musik, ohne Bach, ohne Orchester –

oder ein entschieden säkulares

Ignorieren der Festzeiten seitens

der Konzertveranstalter.

Verheizte Ver

Advent in den Konzertsälen: Die Musiker könne

Jobst Liebrecht und solche ohne wie

Annette Schlünz, es sind allseitig gebildete

Feingeister wie José Sanchez-

Verdù dabei und Opernhandwerker

wie Detlev Glanert, es tragen Europäer

bei wie die genannten sowie der

Tunesien geborene kanadische

Komponist Karim Al-Zand oder der

in Berlin lebende Israeli Matan Porat.

Interessanter als das Streben

nach Kultur- und Gendergerechtigkeit

ist der Umstand, dass Weihnachten

überhaupt mal wieder zum

Thema gemacht wird. Ein Requiem

schreibt ja jeder Kompositionsstudent

spätestens zur Zwischenprüfung,

denn Todund der Verlust von

Hoffnungen sind immer ein gutes

Thema für neue Musik. Aber Geburt

und Verheißung? Da ja um Himmels

willen niemand für naiv gehalten

werden will, darfman gespannt sein,

inwiefern Weihnachten dann doch

Anlass zu „kritischer“ Betrachtung

wird, gewaltige Entladungen entlegener

Bildung provoziertoder Ironie

undBrechung.

Weihnachten und Beethoven-Jubiläum

eint, dass die Erwartung das

Ereignis selbst verheizt. DasMagazin

Der Spiegel machte jetzt schon mit

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Die schönste Zeit

unseres Lebens –Labelle epoque (OmU) 15.15;

Französische Filmwoche: Duelles –Mother‘sInstinct

(OmenglU) 18.00; Französische Filmwoche: Einsam

zweisam –Deux moi (OmU) 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 1026) Lara 17.30,

20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Deutschstunde

14.30;Bis dann, meinSohn17.15;Marianne &Leonard

–Words of Love (OmU)14.15;Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OF) 16.30, 19.00, 21.30; Queerfilmnacht:

Die Glitzernden Garnelen 21.00; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 15.00; Parasite

17.10, 20.00; Human Nature: Die CRISPR Revolution

(OmU) 13.40; Mein Ende. Dein Anfang. 16.00,

18.30; Hustlers (OmU) 16.30, 21.00; But Beautiful

–Nichts existiert unabhängig (OmU) 13.30, 18.30;

Official Secrets (OmU) 16.00, 21.00; Systemsprenger

13.50; Parasite –Gisaengchung (OmU) 21.20;

Joker (OmU) 21.30; Pferde stehlen 14.00; Land des

Honigs –Honeyland (OmU) 16.40; Downton Abbey

(OmU) 18.40

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Morgen sind wir frei

17.30;The Irishman (OmU) 19.30; Aretha Franklin:

Amazing Grace 18.00; The Good Liar –Das alte

Böse 20.00

Kant Kino (✆ 319 9866) Die Eiskönigin II15.40,

18.10, 20.40; Die schönste Zeit unseres Lebens

15.00, 17.45, 20.30; Official Secrets 14.40,

20.00; Ich war noch niemals in New York 15.20;

Nurejew –The White Crow 18.00; Porträt einer jungen

Frau in Flammen 17.20; Bernadette 20.00;

Das perfekte Geheimnis 14.40, 17.20, 20.30

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D, Atmos: Die

EisköniginII14.30, 17.15; Atmos:Das perfekte Geheimnis

20.00;Atmos: Joker 23.00; Die Eiskönigin

II 14.45, 17.40; 3D: Die Eiskönigin II20.20; Das

perfekte Geheimnis 23.00; Last Christmas 14.30,

17.10; The Irishman (OF) 19.45; Die Addams Family

15.00; Das perfekte Geheimnis 17.20; Die

schönste Zeit unseres Lebens 20.10;3D: DieEiskönigin

II 22.50; Das perfekteGeheimnis 15.00;Joker

17.45; LeMans 66: Gegen jede Chance 20.45; Die

schönste Zeit unseres Lebens 15.10, 17.45; Last

Christmas 20.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 23.00; LeMans 66: Gegen jede Chance

14.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

17.45; Joker 21.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Marriage

Story (OmU) 11.00; Gott existiert, ihr Name

ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ ePetrunija

(OmenglU) 13.30; M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit

–Escher: Het oneindige zoeken: Journey

Into Infinity (OmU) 15.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 16.30; Systemsprenger (DFmenglU)

18.00; Parasite –Gisaengchung (OmU) 20.00;

Zombieland 2: Doppelt hält besser –Zombieland 2:

Double Trap (OF) 22.15; Das Forum (OmU) 11.00;

Im Niemandsland (DFmenglU) 13.00;Bamboo Stories

(OmU) 14.30; Pferde stehlen (OmU) 16.00;

Campo (OmU) 18.00; Lara (DFmenglU) 19.45;The

Irishman (OmU) 21.20; Porträt einer jungen Frau in

Flammen 11.00; Bernadette –Where‘dYou Go,Bernadette

(OmU) 13.00; Morgen sind wir frei 15.00;

But Beautiful –Nichts existiert unabhängig (OmU)

16.45; Premiere: Represente 19.00; Joker (OmU)

20.30; Mishima –Director‘s Cut (OmU) 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; 2040 –Wir retten die Welt! (OmU)

16.00; Deutschstunde 17.45; The Irishman (OmU)

20.00; Joker (OmU) 23.45; M.C.Escher: Reise in

die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige zoeken:

Journey Into Infinity (OmU) 14.15; Congo Calling

(OmU) 16.00; Ich bin Anastasia 17.45; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 19.45; Bitte nach

Mitte! 21.30; PJ Harvey –ADog Called Money

(OmU) 22.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.40; 3D: Die Eiskönigin

II 13.45, 16.20; Last Christmas 13.50, 17.50,

20.45; Die Eiskönigin II 14.00, 14.10, 15.10,

16.50, 17.00, 17.40, 17.50, 19.45; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.15, 19.30, 20.00; IMAX 3D:

Die Eiskönigin II 14.30, 17.30, 20.15; Der König

derLöwen 14.30; Maleficent:Mächteder Finsternis

14.45; Joker 14.45, 18.00, 20.30; The Good Liar

–Das alte Böse 14.50, 21.00; Dann schlaf auch

Du –Chanson douce (OmU) 15.15; LeMans 66:

Gegen jede Chance 16.00, 19.30; Stephen Kings

Doctor Sleeps Erwachen 16.20, 20.40; Bernadette

17.40;Hustlers 17.45, 20.45; Hustlers(OF) 19.15;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.20; Terminator

–Dark Fate 20.30

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Mein Ende. Dein Anfang.

(OmenglU) 20.20; Parasite –Gisaengchung (OmU)

22.30; Der Glanz der Unsichtbaren –Les invisibles

(OmU) 18.00; Frau Stern 20.00; Searching Eva

(OmU) 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 0200) Hustlers 13.30,

16.30, 19.50; Ich war noch niemals inNew York

13.40; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 13.50;

Die Eiskönigin II13.50, 16.40, 19.30; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Die Addams

Family 14.10; 3D: Die Eiskönigin II14.20, 17.15,

20.15; Maleficent: Mächte der Finsternis 16.20;

Last Christmas 16.45, 19.40; Joker 17.00, 20.00;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 19.20

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Ich war noch niemals in

New York 13.50; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

16.00; Parasite 17.45; Der Glanz der Unsichtbaren

20.10

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 14.00; Die Eiskönigin II

14.20, 16.00, 17.00, 19.40; Der König der Löwen

14.20; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30,

20.15; Die Addams Family 14.40; Das perfekte Geheimnis

14.45, 17.30, 19.50; Angry Birds 2: Der

Film 14.50; Hustlers 15.00,17.40,20.10; 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.30, 20.00; Last Christmas

16.50, 19.30; Joker 17.00, 20.20; Ich war noch

niemals in NewYork 17.10; Der letzte Bulle 17.15;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.40; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 19.50

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 17.00, 18.30, 19.30, 22.00;

Surffilmnacht: Secrets ofDesert Point (OF) 21.00;

B Official Secrets (OmU) 16.00

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Lara (OmenglU)

18.00; Angelo (OmU) 18.15; Französische

Filmwoche: Maya (OmU) 20.00; Mein Ende. Dein

Anfang. (OmenglU) 20.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Cinefete: Becassine!

(OmU) 10.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

13.00; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.00;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 17.15; Yung (OmenglU)

20.00; Searching Eva (OmenglU) 22.30; Fritzi

–Eine Wendewundergeschichte 10.00; Mein Lotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 12.00; Yung

14.15; Booksmart (OmU) 16.30; Mein Ende. Dein

Anfang.18.45; Systemsprenger 21.15; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OmU) 15.00, 17.30, 20.00,

22.30

Sputnik (✆ 6941147) DerGlanzder Unsichtbaren

15.30;Systemsprenger 17.15;Kosmische Brocken:

Frank Zappa und die Deutschen (OmU) 19.30; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 21.30; Porträt einer

jungen Frau in Flammen 19.15; Booksmart (OmU)

21.30; Kinobar im Sputnik Mishima: Ein Leben

in vier Kapiteln –Mishima: ALife InFour Chapters

(OmU) 21.45

Yorck (✆ 78 91 32 40) Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) 15.00; Parasite 17.00, 20.00; New

Lara 14.50,17.10,19.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.00; Bernadette 14.45,

20.00; Die Eiskönigin II 15.00, 16.00, 17.30; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 15.30; 3D: Die

Eiskönigin II 15.30, 18.00, 20.30; Das perfekte

Geheimnis 17.15, 20.15; Hustlers 17.45, 20.15;

Last Christmas 18.30, 20.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Morgen sind

wir frei 10.00; Zwingli –Der Reformator 10.15; Marianne

&Leonard –Words of Love 10.30; Le Mans

66: Gegen jede Chance 13.00, 16.30, 19.45; Land

des Honigs 13.30, 18.00; 3D: Die Eiskönigin II

13.30, 15.45, 18.00, 20.15; Bernadette 15.30,

20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; 3D: Die

Eiskönigin II14.10, 14.20, 16.50, 17.00, 19.30;

Dora und die goldene Stadt 14.15; Hustlers 14.30,

17.15, 20.00; Die Eiskönigin II 14.30, 14.45,

17.15, 17.20, 19.45; Der König der Löwen 14.30;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.45; Last

Christmas 17.20, 20.15; Le Mans 66: Gegen jede

Chance20.00;Joker 20.00;Zombieland2:Doppelt

hält besser 20.20

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

17.00; Porträteiner jungen Frau in Flammen

18.45; Pferde stehlen 21.00; Bamboo Stories

(OmU) 18.00; Smuggling Hendrix 20.00; Das Kapital

im 21. Jahrhundert –Capital in the Twenty-First

Century (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 5969) KinderWagenKino: Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 11.00; KinderWagenKino:

Once Upon aTime in... Hollywood

11.10; The Irishman (OmU) 18.00; Die Stadt als

Beute (OmenglU) 18.15;

Metropolis (1925/26/2010) – Restaurierte Fassung

(m. Live-Musikbegleitung) 19.30; Premiere:

Der verlorene Vater 20.00; Pulp Fiction (OmU)

21.45; Korea: Die Taschendiebin: The Handmaiden

–Ah-ga-ssi (OmU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)Cinefete:

Dilili inParis –Dililili aParis (OmU) 10.00;

Cinefete: Wohne lieber ungewöhnlich –C‘est quoi

cette famille?! (OmU) 12.00; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 15.15, 17.30, 20.00, 22.30;

Cinefete: Becassine! (OmU) 11.30; Joker (OmU)

14.30,21.15; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

17.00; Yung (OmenglU) 19.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die Eiskönigin

II 11.00, 14.20, 17.00, 20.10; Das perfekte

Geheimnis 11.00, 13.55, 16.50, 19.50, 23.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.10;

Die Addams Family 11.10, 14.00; Dora und die

goldene Stadt 11.20; 3D: Die Eiskönigin II 11.20,

13.40, 16.30, 19.15, 22.40; Unsere Lehrerin, die

Weihnachtshexe 12.10; Last Christmas 13.30,

16.30,20.30, 23.15; Ich war noch niemals in New

York 13.30; Hustlers 14.00, 16.50, 19.50, 23.15;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30; Als

ich mal groß war 14.30; LeMans 66: Gegen jede

Chance 16.20, 19.20; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 16.40, 20.10, 23.10; Joker 17.00, 19.30,

23.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 17.30;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.40,

22.45;Terminator –Dark Fate 22.15; Midway –Für

die Freiheit 22.55

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Systemsprenger

(DFmenglU) 14.15; Bernadette (OmU) 17.00,

19.30; Parasite – Gisaengchung (OmU) 22.00;

Was gewesen wäre 15.00, 19.00; Land des Honigs

–Honeyland (OmU) 17.00; Marriage Story (OmU)

21.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeunefille en feu(OmU) 14.00;Bis dann,

mein Sohn –Dijiu tian chang (OmU) 16.30; tip-

Preview: The Farewell (OmU) 20.00; Joker (OmU)

22.30; Berlin Babylon (DFmenglU) 15.00; Marianne

&Leonard –Words of Love (OmU) 17.00; The

Irishman (OmU) 19.30; Lara (DFmenglU) 15.15,

19.30; Als ich mal groß war 17.30; Pferde stehlen

–Utogstjaele hester (OmU) 21.45

International (✆ 24 75 60 11) Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 14.20; Lara 16.30; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 19.00, 21.30

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Aus dem Fernseharchiv:

Die Sonne angreifen (OF) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 14.10; Das perfekte

Geheimnis 14.10, 16.40, 19.50; Die Eiskönigin

II14.15, 14.45, 16.40, 17.30; Die Addams

Family14.20, 17.10; RecepIvedik VI 14.30,17.10,

20.20; Dora und die goldene Stadt 14.30; 3D: Die

Eiskönigin II14.30, 17.15, 19.40; Eine ganz heiße

Nummer 2.0 15.00; 7. Kogustaki Mucize –Das

Wunder in Zelle Sieben (OmU) 16.50, 19.40; Last

Christmas 16.55; Hustlers 17.10, 20.00; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.30; Le Mans 66:

Gegen jede Chance 19.30; Zombieland 2: Doppelt

hält besser 19.45; Joker 19.50

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Parasite –Gisaengchung

(OmU) 10.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian

chang (OmU) 12.30; Systemsprenger (DFmenglU)

15.50; Porträt einer jungen Frau inFlammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 18.00; Cinephilia:

Überraschungsfilm (OmenglU) 20.10; Parasite

–Gisaengchung (OmenglU) 22.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OF) 16.30, 19.00,21.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Die schönste Zeit unseres

Lebens –Labelle epoque (OmU) 15.00,17.45,

20.30; Joker (OmU) 17.45, 20.30; Systemsprenger

15.40, 18.15; Parasite – Gisaengchung (OmU)

20.50; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 16.20, 20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en

feu (OmenglU) 17.45; Französische Filmwoche: Die

Wache –Au poste! (OmU) 20.30; Hustlers (OmU)

17.00, 19.30, 22.00; But Beautiful –Nichts existiert

unabhängig (OmU) 16.30; Booksmart (OmU)

19.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 21.30;

Joker (OF) 16.20, 21.30; Official Secrets (OmU)

19.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.45; 3D: Die

Eiskönigin II 14.10, 14.50, 17.00, 20.15; Dora

und die goldene Stadt 14.20; Der König der Löwen

14.30; Die Eiskönigin II15.00, 17.15, 17.40; Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.05; Last Christmas

17.30, 20.30; Joker 20.00; Hustlers 20.00;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Querencia –Heimkehren

(OmU) 12.00; Born inEvin –Alles über Evin (OmU)

12.10; Porträt einer jungen Frau inFlammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 13.50; Marriage

Story (OmU) 14.10; Neues von uns Kindern aus

Bullerbü 16.10;


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

heißung

n es mal wieder nicht erwarten …

KLASSIK

Rias-Kammerchor: 5.12., 20 Uhr,Kammermusiksaal,

Herbert-von-Karajan-Str.1

Dresdner Kreuzchor: 6., 7.12., 20 Uhr,

8.12.,16 Uhr,Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Unitedberlin: 7.12., 20 Uhr,

Konzerthaus

Sergey Malov: 8.12., 20 Uhr,Philharmonie,

Herbert-von-Karajan-Str.1

ROBERT MICHAEL

Beethoven auf, und in den Konzerten

wird der Unterschied zwischen

Advent und Weihnachten planiert.

Ichweiß, das sage ich jedes Jahr,aber

ich höre erst auf damit, bis statt

Weihnachtsmusik mehrheitlich Adventsmusik

gespielt wird.

DerRias-Kammerchor ist auf keinem

schlechten Weg: Er singt unter

Justin Doyle Bach’sche Adventskantaten

wie „Nun komm, der Heiden

Heiland“, „Herz und Mund und Tat

und Leben“ mit dem berühmten„Jesus

bleibet meine Freude“-Chor und

„Wachet, betet!“, deren Stoff eher für

den Ausgang des Kirchenjahres

taugt. Am Ende steht dann die große

Weihnachtskantate „Christen, ätzet

diesen Tag in Metall und Marmorsteine“

–all diese Kantaten sind aus

Bachs Weimarer Zeit –inLeipzig verstummte

das Musizieren nach dem

ersten Advent, deswegen gibt es

kaum Adventsmusik aus der Hand

des Thomaskantors.

DerDresdner Kreuzchor dagegen

nimmt bei seinem Gastspiel im Konzerthaus

keinerlei liturgische Rücksicht:

Bachs Chorsatz „Unser Mund

sei voll Lachens“ aus der gleichnamigen

Weihnachtskantate ist die Adaption

einerOrchestersuite,inder dem

Hörer das Lachen als Glucksen, als

stoßweise hervorgebrachtes und als

schierer Jubel vorOhren geführtwird

–eine Idee von unglaublicher Drastik,

virtuos und mitreißend dazu.

Danach folgt mit Camille Saint-

Saëns„Oratorio de Noël“der Ausflug

in die Bürgerstube des 19. Jahrhunderts,

als weniger der Heiden Heiland

um Ankunft gebeten wurde,

sondern die Kinder bei leise rieselndem

Schnee den Weihnachtsmann

mit Muh, Mäh und Täterätätä herbeiquengelten.

Wo wir bei Spielzeugsind: Einbesonderes

hat der Geiger Sergey Malov

für sich entdeckt: die Viola da

spalla, ein Instrument von Cellogröße,das

man sich nach Gitarrenart

knapp unter das Kinn schnallt und

dann von oben nach unten streicht.

Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester

unter Andrea Marcon wird er

erst Mozarts Violinkonzert inA-Dur

auf der Violine spielen und danach

ein Cellokonzert von Luigi Boccherini

auf der „Schulter-Bratsche“.

Manmöchte es nicht glauben, wenn

man es sieht, aber angeblich ist das

Instrument bequem zu spielen.

Kunst

Ein

Dada-Raumfür

Hannah Höch

Nachgerade gesegnet ist

das Museum Reinickendorf

mit weit über 100 Papierarbeiten,

Foto-Collagen,

kunsthandwerklichen Arbeiten

und Sammelobjekten aus

dem Nachlass der Berliner Dadaistin

Hannah Höch

(1889−1978). Diese während

der NS-Zeit als „entartet“ verfemte

Berühmtheit der deutschen

Moderne in den Zwanzigern

hatte die innere Emigration

gesucht, lebte dann,

nach dem Krieg wieder sehr

produktiv, fast 40Jahre lang in

einem Häuschen in einem verwunschenen

Garten in Heiligensee.

Jetzt hat das Museum

einen Hannah-Höch-Raum

eingerichtet und darin sind die

künstlerischen Stationen dieser

einzigen Frau in Berlins

Dada-Szene,Protagonistin der

Fotomontage um1920, zu erleben.

Zudem sieht man auch

ihre witzigen „Minis“ (bunte

Zeichnungen), die sie in Heiligensee

erfand. Ingeborg Ruthe

Museum Reinickendorf,

Alt-Hermsdorf 35,Mi−Fr,So9−17 Uhr

Charlottchen (✆ 324 47 17)

10.30, 16.30: Das Kaffeetassen-Puppentheater mit

all seinen verrückten Freunden, Burkhard Bering,

(ab 3J.)

Das weite Theater (✆ 991 79 27)

10.00: Peter und der Wolf, Gastspiel Theater des

Lachens, FFO,musikalisches Märchen (ab 4J.)

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

10.30 Tischlerei: Die Schneekönigin

11.00: Kinder tanzen–Der Nussknacker,Kinder

Ballett KompanieBerlin (ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

9.30, 11.00: Michel: Weihnachten in Lönneberga, (ab

4bis 11 J.)

Figurentheater Grashüpfer (✆ 53 69 51 50)

10.00: Die Weihnachtsgans Auguste, Artisanen,

Figurentheater (ab 4J.)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

10.00: Alle außerdas Einhorn(ab 11 J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

11.00: Das Nacktschnecken-Game (ab 12 J.)

Haus der Jugend Charlottenburg (✆ 902 91 27 75)

9.30, 10.30: Die Reise mit dem Weihnachtsmann,

mimicus, die Kinderliedermacher,Kindertheater (ab

3bis 8J.)

11.00: TopCard Camilla, Platypus Theater,Englisches

Kindertheater (ab 6bis 10 J.). Anm. erf.

Jaro Theater (✆ 341 04 42)

10.30: Wundersame Wichtelwelt, Puppenspiel (ab

3bis 8J.)

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: Nikolaus vonMyra (ab 4J.)

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Ein räuberisches Weihnachtsfest

Puppentheater Prenzlkasper (✆ 21 79 10 60)

10.00: Kasper und das kleine Weihnachtspaket,

Gastspiel FriedhartFaltin, Halle/Saale

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: Irgendwo ein Licht, Schäfer-Euler-Produktion,

Zaubershowmit Marionetten (ab 6bis 12 J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Die fürchterlichen Fünf (ab 5bis 9J.)

Theater Lichterfelde (✆ 84 31 46 46)

9.15, 10.45: Lotta –Oh, wieschön ist Weihnachten!,

Theater Anima, Puppentheater (ab 3bis 7J.). Anm.

erf.

Theater Mirakulum (✆ 449 08 20)

10.00: Weihnachten beiPrinzessin Marzipan und

König Schokolade, Thomas Mierau, Puppentheater

(ab 3bis 10 J.). Anm. erf.

Theater o.N. (✆ 440 92 14)

10.00: Die Zwölf Monate, Märchen (ab 5J.)

theater strahl (✆ 69 59 92 22)

11.00: Genau wie immer:Alles anders (ab12J.)

Theater untermDach (✆ 902 95 38 17)

10.00: Tomte Tummetott, HOR-Künstlerkollektiv,

Theater mit Musik (ab 3J.)

Theater Zitadelle (✆ 335 37 94)

9.30, 11.00: Lotta kannfast alles –eine Weihnachtsgeschichte

(ab 4J.)

LITERATUR/VORTRAG

Backfabrik (✆ 44 03 16 11)

20.00 Clinker Lounge: Marcia aus Vermont. Eine

Weihnachtsgeschichte, Peter Stamm

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

15.00: Das literarische Quartett, TV-Aufzeichnung mit

Thea Dorn, Volker Weidermann, Christine Westermann

und Matthias Brandt

20.00: Morgen ist da,Navid Kermani, Lesung und

Gespräch mit dem Autor,Karen Krüger und Oliver

Kraushaar

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

19.30: Verlagsabend mit der Corvinus Presse, Lesung

und Gespräch mit BrigitteStruzyk, Gerd Adloff und

Hendrik Liersch

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: Berühmte Tote leben ewig,Bernd Oertwig

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

20.00: Best Of PoetrySlam, Mod.: Ken Yamamoto

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Kurz und Knapp, 90

Minuten Jazz, Lyrik, Prosamit Thomas Quasthoff,

Christine Eixenbergerund Katharina Thalbach

Literaturhaus Berlin (✆ 887 28 60)

14.30: Festival Jüdische Literaturen: „Verquere

Verortungen“, mit EvaMenasse, Channah Trzebiner,

Dani Levy,Jeff Wilbusch, Max Czollek, u. a.

20.00: Autorinnen und Autoren stellen ihre Neuerscheinungen

vor, Esther Andradi, Johannes Groschupf,

Odile Kennel, Jutta Blume, Cornelia Becker,u.a.,

Moderation: M. Wildenhain, WiebkeEden

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Der Hammer,Dirk Stermann,

Mod.: Marion Brasch

Theater o.N. (✆ 440 92 14)

20.00: Berlin’sFirst StorySofa, Storytelling and Talk

mit Raffi Feghali; Kathleen Rappolt

Urania (✆ 218 90 91)

19.30: Herzbalance. Wiewir unser Herz stärken und

inneres Gleichgewicht finden, Christian W. Engelbert

KONZERT

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Julian Philipp David

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Klaus Blatter

Bi Nuu (✆ 69 56 68 40)

20.00: Brutality Will Prevail, special guests: Dagger

Threat, Mass Worship

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Remo Drive, Rosie Tucker

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Myele Manzanza +Ash Walker

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

20.00: Namika

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Dan Reed Network

Kulturbrauerei/Kesselhaus (✆ 44 31 51 00)

20.00: AJR, Flawes

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Feet

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60 70 88 99)

20.00: Xavier Naidoo

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00 Schwarzes Zimmer:RaRaRiot

20.00 Blaues Zimmer:The LowAnthem

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Tommy Castro &The Painkillers

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session–Rock &Pop

Velodrom (✆ 44 30 45)

19.00 Ufo: Amon Amarth, special guests: Arch Enemy

&Hypocrisy

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: Sunnon, Wild Wednesday

CLUB

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: Bass Station und Freunde

Eschschloraque Rümschrümp (Rosenthaler Str.39)

22.00: The flea circus Zakapüs!, MissVergnügen

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Ping Pong Club

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: Tresor NewFaces hosted by Gianmarco

Silvetti, Oleka, Backlogs

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt,Evan&Friends

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso –TangoArgentino

KINO

PJ Harvey –ADog Called Money (OmU) 17.00; Parasite

–Gisaengchung (OmenglU) 18.30; Gott existiert,

ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi, imeto

i‘ ePetrunija (OmU) 19.00; Mishima: Ein Leben

in vier Kapiteln –Mishima: ALife InFour Chapters

(OmU) 21.00;Angelo (OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die Eiskönigin

II15.45,18.10, 20.20; Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.40, 20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Die Eiskönigin

II 15.00, 16.00, 18.20, 20.50; Französische

Filmwoche: Varda par Agnes –Varda by Agnes

(OmU) 20.30; Systemsprenger 16.20; Lara 19.00;

Joker (OmU) 21.20; Die schönste Zeit unseres Lebens

15.45, 17.45, 20.40; Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) 18.30; But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig (OmU) 14.40; Parasite 17.10,

20.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Roads 10.00; Die schönste Zeit unseres Lebens –

La belle epoque (OmU) 13.30, 16.15, 19.45; Das

perfekte Geheimnis 13.30, 16.30, 19.30; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune

fille en feu (OmU) 14.00,22.50; Die Eiskönigin II–

Frozen 2(OmU) 14.00, 17.00, 23.00; Als ich mal

groß war 14.15; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.30; Bernadette –Where‘dYou Go, Bernadette

(OmU) 14.40; Lara 14.45, 17.15, 19.00; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 16.30, 19.30, 22.40;

The GoodLiar–Das alte Böse (OmU) 16.50, 19.30;

Joker (OmU) 16.50, 19.45; Official Secrets (OmU)

17.20; Die Eiskönigin II 20.00; Der Leuchtturm –

The Lighthouse (OmU) 20.00, 22.20; LeMans 66:

Gegen jede Chance –Ford vFerrari (OmU) 21.45;

Systemsprenger 22.30; The Good Liar –Das alte

Böse (OF) 22.40; Joker (OF) 22.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Was gewesen wäre

18.00;Land des Honigs–Honeyland (OmU) 19.30;

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi,imeto

i‘ ePetrunija (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Bamboo Stories

(OmU) 17.00; PJ Harvey –ADog Called Money

(OmU) 18.30;AGlobal Mess (OmU) 20.00; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune

fille enfeu (OmU) 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Joker

16.45, 19.45, 22.30; Ich war noch niemals

in New York 16.50; 3D: Die Eiskönigin II16.50,

20.00, 22.45; Le Mans 66: Gegen jede Chance

16.55, 20.10; Das perfekte Geheimnis 17.00,

19.50, 22.45; Hustlers 17.10, 20.00, 22.45; Die

Eiskönigin II 17.10, 17.40; Bernadette 17.20; Last

Christmas 17.35, 19.50; Terminator –Dark Fate

19.40; Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.10,

22.45; Systemsprenger 20.15; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.15; Scary Stories to Tell in

the Dark 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 0200) Last Christmas

13.40, 16.30, 19.40; 3D: Die Eiskönigin

II 13.45, 16.45, 19.45; Hustlers 13.50, 16.40,

19.30; Das perfekte Geheimnis 13.50, 16.30,

20.10; Die Addams Family 14.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.05, 16.45;Angry Birds 2:

Der Film 14.15; Der letzte Bulle 14.20; Die Eiskönigin

II 14.30, 17.15, 20.15; Joker 16.50, 19.55;

Terminator –Dark Fate 17.00; Ichwar noch niemals

in New York 17.00; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 19.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance

19.40; Zombieland 2: Doppelt hält besser 20.15

SCHÖNEBERG

CinemaamWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Ich

war noch niemals in NewYork 14.35;The Good Liar

–Das alte Böse 17.35, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) Nurejew–The White Crow

18.00; Deutschstunde 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 15.45, 20.30; Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 18.15

Xenon (✆ 78 00 15 30) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

17.30; Yung 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf: Der Film:UFO-Alarm 10.00, 12.00;Fritzi

–Eine Wendewundergeschichte 10.00; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.35, 15.10, 18.00; Die Addams

Family 10.00, 12.30, 14.10; 3D: Die Eiskönigin II

11.55, 14.25, 17.15, 20.00; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 12.10; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00, 20.45; Eine ganz heiße Nummer

2.0 15.00; Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.40,

19.30; Last Christmas 16.50, 19.55; Joker 20.10

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Systemsprenger 13.00; Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.30, 20.15; Ich war noch niemals in New

York 17.45

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Last Christmas 14.30,

17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00,

12.10; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

10.00; Dora und die goldene Stadt 10.00; Die

Eiskönigin II 10.00, 11.45, 14.25, 14.40, 17.25,

23.00; Angry Birds 2: Der Film 10.00; 3D: Die Eiskönigin

II 11.00,14.15,17.45,19.50; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 12.00; Unsere Lehrerin, die

Weihnachtshexe 12.10; Maleficent: Mächte der

Finsternis 12.15; Die Addams Family 12.30; Die

Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 14.10; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.00, 20.10, 23.00; Bernadette

14.50; Eine ganz heiße Nummer 2.0 15.00;

Joker16.40,20.30;LeMans66: Gegen jede Chance

16.50,19.30; Die schönste Zeit unseres Lebens

17.00, 20.00; Hustlers 17.35, 20.20, 22.45; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 20.30,22.45;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) 3D: Die Eiskönigin

II 15.30, 18.00; Die Eiskönigin II 15.30,

18.00, 20.30; Das perfekte Geheimnis 15.30,

18.00, 20.30; Die Addams Family 15.45; Last

Christmas 18.00, 20.30; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Gaumont: Morgen und

an jedem anderen Tag –Demain ettous les autres

jours (OmenglU) 20.00; Kurz.Film.Tour 2019 (/20;

m. Gästen u. Moderation) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

Die Eiskönigin II 12.30, 13.40, 16.00, 16.40,

18.00, 19.00, 22.40; Playmobil: Der Film 13.00;

3D: Die Eiskönigin II13.00, 14.30, 17.30, 19.40;

Maleficent: Mächte der Finsternis 13.30, 16.30,

20.00; Joker 13.30, 16.40, 19.40, 19.50, 23.00;

Der König der Löwen 13.30; Last Christmas 13.40,

16.45, 19.45; Ich war noch niemals in New York

13.45; Dora und die goldene Stadt 13.50; Die Addams

Family 13.50; Hustlers 14.00, 17.00, 20.00,

23.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.00; Die

schönsteZeitunseres Lebens 14.00, 16.30, 19.45;

Das perfekte Geheimnis 14.00, 16.00, 17.00,

20.30, 22.45; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.10;

Preview: ARainy Day InNew York 15.00; Zombieland

216.30, 20.50, 22.30; The Good Liar 16.30,

19.30; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.40, 20.10, 20.15, 22.20; Downton Abbey

16.40; Der Leuchtturm 16.50, 19.30, 22.20; Bernadette

16.50; Parasite 17.00, 19.30, 22.50; Lara

17.10; Terminator 19.40, 22.50; Official Secrets

19.40; Alles außer gewöhnlich 20.00; Le Mans 66

20.15; Once Upon aTime in... Hollywood 22.30;

Midway –Für die Freiheit 22.30; Black and Blue

22.40; Gemini Man 22.50; Halloween Haunt 23.00

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 02 00)

The Good Liar –Das alte Böse (OF) 13.40; Last

Christmas (OF) 13.45; 3D: Die Eiskönigin II –Frozen

2(OF) 14.00; Hustlers (OF) 14.15, 21.30; Die

Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 21.00; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OF) 21.15; Joker (OF) 21.30

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 0200) 3D, IMAX:

Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 11.45, 14.20,

21.45

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Zombieland 2:

Doppelt hält besser –Zombieland 2: Double Trap

(OF) 17.30; Food Coop (OmU) 19.30; Porträt einer

jungen Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille

en feu (OmU) 21.45

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

10.00, 14.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 10.00, 21.15; Die Eiskönigin II

10.00,12.30,14.00,14.30,16.30,17.00,19.00;

3D: Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Das perfekte Geheimnis 10.00,

14.30, 17.15, 20.00, 22.30; Die Addams Family

12.00, 16.00; Last Christmas 18.00, 20.15; Zombieland

2: Doppelt hält besser 19.15, 22.30; Joker

21.30

Casablanca (✆ 677 5752) Es hätte schlimmer

kommen können –MarioAdorf 16.00;Deutschstunde

18.00; Lara 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Dora und die goldene Stadt 14.00; 3D: Die Eiskönigin

II14.00, 17.20, 20.00; Angry Birds 2: Der

Film 14.00; Das perfekte Geheimnis 14.10, 16.40,

20.00; Last Christmas 14.20, 17.10, 20.15; Ich

war noch niemals in New York 14.20; Hustlers

14.25,17.20,19.45; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

14.30; Die Eiskönigin II 14.30,16.45,19.30;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.25, 19.50;

Joker 17.00, 20.00; Die Addams Family 17.10;

Maleficent: Mächte der Finsternis 17.20; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.45; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Maleficent

14.10; Die Eiskönigin II (OF) 14.10; Die Addams

Family 14.10; Recep Ivedik VI(OmU) 14.20,

17.50, 20.20; 3D: Die Eiskönigin II14.20, 17.00,

19.50; Die Eiskönigin II14.45, 16.30, 17.30; Eine

ganz heiße Nummer 2.0 15.00; Hustlers 16.50,

19.50; Last Christmas 17.00, 19.30; Das perfekte

Geheimnis 17.00,20.00; Le Mans 66 19.30; Joker

20.30

CityKino Wedding (✆ 01 77/270 19 76)Berlinale

Spotlight: Die Grube (OmU) 19.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Bruno &Bettina

(OmU) 19.00; Mishima (OmU) 21.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die Eiskönigin II

11.45, 14.15, 16.45, 19.15; Das perfekte Geheimnis

12.30, 15.00, 17.30, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Parasite

15.30; Bernadette 18.00; Porträt einer jungen Frau

in Flammen 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Der alte deutsche

Film: Liebesgeschichten 15.45; Lara 17.45;

The Good Liar –Das alte Böse (OmU) 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Der marktgerechte Patient

18.00; Yoga: Die Kraft des Lebens 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.15, 20.30; Lara 18.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Ein

Licht zwischen den Wolken 17.00; Sunset Over Hollywood

(m. Gast u. Gespräch) 19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Systemsprenger

13.45; Bernadette 13.45, 18.15; Official

Secrets 14.15; Die schönste Zeit unseres Lebens

16.15, 20.45; Lara 16.15, 20.45; Snorri &der

Baby-Schwimmclub16.45; Dasperfekte Geheimnis

18.00, 20.45; Immer und ewig (m. Gast) 18.30;

Was gewesen wäre 18.45; Der Leuchtturm 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Die

Eiskönigin II13.40, 14.00, 14.20, 16.40, 17.20;

DieAddams Family 13.40; Das perfekte Geheimnis

13.50,16.50,19.40; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

14.00; Last Christmas 14.00, 17.10, 19.55; 3D:

Die Eiskönigin II14.10, 17.15, 20.10; Joker 16.30,

19.55; Maleficent 16.45; Hustlers 17.00, 20.00;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 19.40;

Zombieland 219.50; Le Mans 6619.50

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Eine ganz

heiße Nummer 2.0 15.00; Das perfekte Geheimnis

17.15, 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Lara 17.15; Eshätte schlimmer kommen können –

Mario Adorf 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Die

Eiskönigin II 14.00, 16.50, 19.45; Das perfekte

Geheimnis 14.00,17.15, 20.10; Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 14.10; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.15, 17.00;Die Addams Family14.15,

17.30; Die Eiskönigin II14.30, 17.30, 20.15; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 14.40; Last Christmas

14.45, 17.00, 19.50; Hustlers 14.45, 17.15,

20.20; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.45; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.45,19.50; Joker 16.50,20.15; Der letzte Bulle

17.00; Le Mans 66:Gegen jede Chance 19.30; Terminator

–Dark Fate 19.50; Zombieland 2: Doppelt

hält besser 20.20

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 5454) 3D: Die

Eiskönigin II 15.00, 17.45, 20.30; Last Christmas

15.15, 20.30; Die Eiskönigin II 15.15, 18.00; Das

perfekte Geheimnis 17.45, 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828) Le

Mans 66 14.15;Die Eiskönigin II 14.30, 17.00; 3D:

Die Eiskönigin II 15.00, 17.30, 20.00; Maleficent

15.15; Das perfekte Geheimnis 17.15, 19.45; Last

Christmas 17.45, 20.15; Hustlers 19.50; Lebens(w)

ende: Im Angesicht des eigenenTodes 22.30

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Die Eiskönigin II16.00, 18.00, 20.00

Movie Magic Eberswalde-Finow (✆ 033 34/23 97 64)

Die Eiskönigin II 15.00, 17.30; Everest: Ein Yeti will

hoch hinaus 15.30; 3D: Die Eiskönigin II15.30,

18.00, 20.00; Das perfekte Geheimnis 15.30,

17.45, 20.15; Die Addams Family 15.45; Hustlers

17.45, 20.15; Last Christmas 18.00, 20.15; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 20.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) 3D: Die

Eiskönigin II 14.45, 17.15, 19.45; Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 16.00; Das perfekte Geheimnis

18.00, 20.30

Scala Kulturpalast Werder (✆ 033 27/462 31 75)

Das perfekte Geheimnis 13.30; Last Christmas

21.00

Union Fürstenwalde (✆ 033 61/73 64 40)Ich bin

Anastasia 18.15; Lara 20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (✆ 033 71/40 1641)

Die Eiskönigin II15.30, 17.45, 20.00; Die Addams

Family 15.30; Das perfekte Geheimnis 15.30,

17.30,20.15;Last Christmas18.00; Parasite20.15


26 Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4 . D ezember 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Russland verschärft

die Überwachung

UPGRADE

Das Kleingeld,

die Uhr und der

Wunschzettel

VonJörg Hunke

Seit Jahren gibt es die Smartwatches,

die massigen Digitalgeräte

fürs Handgelenk, aber bis heute weiß

ich nicht wirklich, warum man diese

Teile braucht. Okay, Fitnesshelden

können so ihre körperliche Aktivität

ermitteln, bargeldloses Bezahlen

klappt auch immer häufiger und

über das Wetter in den nächsten

Stunden wirdman zuverlässig informiert.

Aber sonst?

Ichwar mir nicht sicher.Und deshalb

sehr froh, dass Samsung ein Angebot

speziell an Journalisten richtete,

die die neue Galaxy Watch für

ein paar Wochen testen durften. Ich

erhielt das Bluetooth-Gerät, das mit

dem Smartphone gekoppelt werden

muss. Optisch durchaus gelungen,

denn die Galaxy Watch sieht im Vergleich

zur Apple Watch tatsächlich

wie eine runde,klassische Armbanduhr

aus.Die Auswahl der Ziffernblätter

gefiel mir auch. Besonders gut gelungen

die Funktion, die mich daran

erinnerte, dass ich mich bewegen

sollte,wenn ich zu lange am Schreibtisch

gesessen hatte. Und mich feierte,wenn

ich es getan hatte.

Was mich aber anstrengte: Sowohl

Smartphone als auch Digitaluhr

saugen viel Energie, man muss

also ständig an das Aufladen denken

und eine Steckdose im Blick haben.

Vorallem, wenn man es gewohnt ist,

eine batteriebetriebene Armbanduhr

zu tragen, ist das sehr ungewohnt.

Blöd auch, dass es nicht so

einfach war, die Einstellungen vorzunehmen,

selbsterklärend geht anders.

Und damit alles funktionierte,

musste ich gefühlt eine Tonne von

Daten freigeben. Auch nicht nett.

Nach ein paarWochen endete das

Experiment. Ichwar ratlos,esgab etliche

Pros und Cons. Keine gute Basis,

ummehr als 200 Euro auszugeben.

Aber wie immer im Leben gibt es

mehr als zwei Lösungsmöglichkeiten.

In meinem Fall war es so, dass

die Batterie meiner klassischen Armbanduhr

ausgetauscht werden

musste und der Händler im Laden

mich auf eine Neuerung in der Kollektion

aufmerksam machte.

„Swatch Pay“ heißt das Gerät des

Schweizer Uhrenherstellers, der bekannt

dafür ist, sein Angebot auf das

Notwendigste zu reduzieren.

In diesem Fall liefertdie neue Uhr

die genaue Zeitangabe und ermöglicht

dem Träger, kleinere Beträge

bargeldlos zu bezahlen, bei größeren

Summen muss derVorgang mit einer

vierstelligen Pin bestätigt werden.

Waseinmalig ist: Bezahlen geht auch

noch dann, wenn die Batterie der

Uhr leer ist, weil der verbaute NFC-

Chip ohne Aufladen auskommt. Die

digitalen Sicherheitsstandards wurden

offensichtlich auch eingehalten.

Könnte sein, dass die Zeit reif ist

und die Uhr auf meinem Wunschzettel

landet. Bleibt nur noch die

Frage, was eigentlich tun mit dem

Kleingeld, wenn in einem Geschäft

das bargeldlose Zahlen nicht möglich

ist und das traditionelle Portemonnaie

ausrangiert wurde? Zum

Glück muss ja nicht immer alles umgehend

geklärt werden. Gut, dass es

im kommenden Jahr auch noch ein

Weihnachtsfest gibt.

Jörg Hunke findet, dass

man sein Smartphone seltener

nutzen sollte.

Erst Nachrichten beantworten oder doch telefonieren? Viele Nutzer sind überfordertund finden keine Zeit mehr für Ruhepausen.

Endlich Ruhe

Google setzt auf Papier-Modell, damit die Smartphone-Nutzer wieder abschalten können

VonAdrian Lobe

Forscher haben festgestellt,

dass ein durchschnittlicher

Nutzer sein Smartphone

pro Tag 2617-mal berührt.

Wir wissen, dass die ständige Erreichbarkeit

Stress verursacht, dass

das LED-Licht schlecht für unsere

Augen ist, dass Handy-Strahlung die

Gesundheit gefährdet, dass die

Smartphone-Nutzung das Gehirn

verändert. Und doch tun wir es immer

wieder. Minute für Minute.Weil

wir uns sonst schlecht fühlen. Smartphone-Sucht

ist eine ernst zu nehmende

Gefahr, vor der nicht nur

Alarmisten, sondern auch seriöse

Mediziner warnen.

Funktion zur Entschleunigung

Mitten in diese kollektive Reizüberflutung

hat Google die Nachricht

platziert, dass es ein neues Gerät entwickelt

habe: ein Papier-Handy

(Paper Phone). Die Meldung ist kein

Witz. Das personalisierte Paper

Phone besteht aus einer Seite Papier,

das man dreimal auf DIN A7-Format

faltet. Darauf: Kalendereinträge des

Tages, ausgewählte Kontakte, eine

To-do-Liste, ein Routenplan (von

Google Maps), eine leereSeite für Notizen,

die Wettervorhersage sowie ein

Fach für die Kreditkarte.Eine Artanaloges

Handy.„EinPapier-Phone kann

die meisten Dinge, die ein Smartphone

auch kann. Aber es lenkt den

Nutzer nicht so ab“, heißt es in dem

Werbeclip dazu.

Zugegeben: Ganz analog funktioniert

auch das Papier-Handy nicht.

Manbenötigt eine Smartphone-App,

um sich das Papier auszudrucken.

WerGoogles Papiergerät nutzen will, benötigt die Paper-Phone-App, ein Blatt Papier

und einen Drucker.

SPECIALPROJECTS.STUDIO

Trotzdem bietet es einige Handy-

Funktionen wie Kalender oder Navigation.

„Es soll Leuten eine alternative

Lösung zum täglichen Herumtragen

eines Handys geben, indem

es Informationen bietet, die auf einem

gedruckten Stück Papier sind“,

sagte Emma Turpin, Teamleiterin bei

Google CreativeLabs.

Das Paper Phone ist Teil von

Googles Initiative „Digital Wellbeing“

(zu Deutsch: Digitales Wohlbefinden),

die versucht, Nutzer zu einem

selbstbestimmteren Smartphone-Gebrauch

zu animieren. So

gibt es neben dem papiernen Handy

eine Reihe von Experimenten wie

zum Beispiel die „Unlock Clock“, die

auf einem schwarzen Wallpaper die

Zahl der Entsperrungen anzeigt. Mit

„Desert Island“ lassen sich für 24

Stunden bestimmte Funktionen

sperren, aber auch essenzielle Angebote

einrichten, die man auf eine virtuelle

Insel mitnehmen würde.„Abschalten,

wann du möchtest“, hat

Google seine digitale Wohlfühloffensiveüberschrieben.

Es ist erstaunlich, dass jene Akteure

der Aufmerksamkeitsökonomie

nun ein tugendhaft preußischcalvinistisches

Zeitmanagement

predigen und ihre zeitraubenden

Diensteals Breitbandtherapeutikum

gegen das spätmoderne Gefühl der

Gereiztheit vermarkten.

Softwareunternehmen sind wegen

der suchtfördernden Wirkung ihrer

Dienste zuletzt stark indie Kritik

geraten. Die Apps seien so gestaltet,

dass sie mit Belohnungsmechanismen

die Dopamin-Rezeptoren im

Gehirnaaktivieren. Dasdabei entstehende

angenehme Gefühl könne

süchtig machen, heißt es. Laut einer

Untersuchung der Analysefirma

BroadbandSearch verbringt ein

Mensch mit einer Lebenserwartung

von 72Jahren etwa sechs Jahre und

acht Monate mit Social Media.

Mittlerweile hat sich auch Facebook

das Motto„time well spent“ als

Schaumwein gegen Suchmaschine

eine Art ökologisches Gütesiegel auf

die Fahnen geschrieben: Das Unternehmen

hat eine Funktion eingeführt,

mit der sich die Zeit in dem sozialen

Netzwerk verwalten lässt.

Wenn die eingestellte Zeitdauer

überschritten wird, sendet Facebook

eine Nachricht. „Wir möchten, dass

die Zeit, die Menschen auf Facebook

und Instagram verbringen, bewusst,

positiv und inspirierend ist“, teilte

Facebook auf seiner Seite mit. Das

Ziel: Nutzern die Kontrolle über ihr

Zeitmanagement zurückzugeben.

Apple bietet in seinem Betriebssystem

iOS eine Reihe vonEntschleunigungsfunktionen

wie etwa Zeitlimits

oder einen Abwesenheitsmodus an.

Analog liegt im Trend

GETTY IMAGES

Natürlich ist dieses Ökolabel ein

Stück weit ein Etikettenschwindel,

weil es den Tech-Konzernen ja nicht

um eine Enthaltsamkeitsstrategie

geht, sondern um eine effizientere

Zeitnutzung. Die Nutzer sollen entspannen,

um sich danach noch intensiver

den Apps zuwidmen. Insofern

ist das eine rein kapitalistische

Maßnahme.

Dennoch: Analog liegt schon länger

im Trend, nicht erst, seitdem sich

arbeitsmatte Manager amWochenende

für viel Geld in Digital-Detox-

Camps einquartieren, umineinem

Einsiedlerdorf ihre Akkus aufzuladen.

Das US-Militär navigiert nach

einerReihe vonUnfällen mitBleistift

und Papier, Popstars wie Madonna

bringen Kassettenheraus,und im Silicon

Valley schicken Softwareingenieure

ihre Kinder auf Waldorfschulen,

die auf eine bildschirmfreie

Lernumgebung setzen.

Die USA wollen ihre Tech-Unternehmen schützen und drohen Frankreich damit, Strafzölle zu erheben

Der Streit um die Digitalsteuer für

Google,Amazon und andereInternetkonzerne

geht in eine neue

Runde: Die USA drohen Frankreich

mit Strafzöllen, wenn das Land an

der Abgabe festhält.

Washaben die USA konkret vor?

Die US-Regierung droht Frankreich

mit Strafzöllen von bis zu 100

Prozent auf Importe im Wert von2,4

Milliarden Dollar (2,2 Milliarden

Euro). Auf einer Liste des US-Handelsbeauftragten

Robert Lighthizer

stehen Käsesorten wie Roquefortsowie

Joghurt, Schaumwein, Kosmetikprodukte

und Handtaschen.

Wie reagieren Frankreich und die EU?

Das französische Finanzministerium

will sich dem US-Druck nicht

beugen und hält an der Steuer fest.

Ein Sprecher der EU-Kommission

kündigte eine geschlossene Reaktion

an, sollte es zu Strafzöllen kommen.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Nachdem US-Präsident Donald

Trump die Digitalsteuer als unfair

kritisiert hatte, verkündete Frankreichs

Präsident Emmanuel Macron

auf dem G7-Gipfel im August einen

Kompromiss: Danach will Frankreich

die Steuer zurückziehen, sobald

international eine gerechtere

Besteuerung von Internetkonzernen

vereinbart wird. Nach Pariser

Angaben wollen die USA die Verhandlungen

in der Organisation für

wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (OECD) aber beenden.

Um welche Steuer geht es überhaupt?

Die Gafa-Steuer. Gafa steht für

Google, Amazon, Facebook und

Apple –US-Internetkonzerne, die in

Europa kaum Steuern zahlen. Sie

operieren aus Ländern mit Niedrigsteuersätzen

wie Irland und Luxemburg

und sind anderswo nicht mit

Filialen physisch präsent. Der französische

Finanzminister rechnet mit

Einnahmen in Höhe von 400 Millionen

Euro in diesem und rund 450

Millionen im kommenden Jahr.

Wie hoch ist die Digitalsteuer?

Der Steuersatz liegt bei drei Prozent

auf den in Frankreich erzielten

Umsatz, unter anderem mit Online-

Werbung und den Verkauf von Kundendaten.

DieSteuer zielt auf Unter-

nehmen mit einem weltweiten Umsatz

vonmehr als 750 Millionen Euro

und mindestens 25 Millionen Euro

in Frankreich. Ab 2022 rechnet das

Pariser Finanzministerium mit 650

Millionen Euro jährlich.

Welche Konzerne müssen die Steuer

zahlen?

Rund 30 Unternehmen sind von

der französischen Steuer betroffen.

Neben Google, Amazon, Facebook

und Apple sind dies etwa die Versandhändler

Rakuten und Alibaba

aus Japan und China. Auch der Fahrdienstvermittler

Uber oder die Ferienwohnungs-Plattform

Airbnb gehören

dazu. Als eines der wenigen

französischen Unternehmen ist das

Online-Marketing-Unternehmen

Criteo betroffen. (AFP)

Präsident Wladimir Putin unterzeichnete

am Montagabend nach

Angaben des Kremls einen Zusatzartikel

zu einem knapp zwei Jahrealten

Gesetz, mit dem ausländische Medien

als Agenten eingestuft werden

können. Damit können nun auch

einzelne Journalisten als ausländische

Agenten eingestuft werden,

wenn sie für ein Medium arbeiten,

das zuvor auf eine solche Liste gesetzt

wurde.Putin unterzeichnete

außerdem ein Gesetz, wonach künftig

beim Verkauf vonSmartphones

und Computernrussische Software

vorinstalliertsein muss.Die Regierung

müsse noch festlegen, für welche

Geräte dies genau gelte,teilte die

Duma mit. Mitdiesem Schritt hätten

russischeUnternehmen rechtliche

Mechanismen, um eigene Software

und Dienstleistungen einfacher an

die einheimische Kundschaft zu

bringen. (dpa)

Amazon-Protest vor

Bezos-Penthouse

Für Amazon war der „Cyber

Monday“ ein großes Geschäft, doch

die Kritiker des Online-Shopping-

Giganten nutzten die Rabattschlacht

für Proteste.Mehr als drei Dutzend

Demonstranten versammelten sich

in Manhattan vordem Penthouse

vonAmazon-Chef Jeff Bezos, um mit

Plakaten und Sprechchören ihrem

Ärger über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen

und zu niedrige

Löhne Luft zu machen. Hinter der

Demonstration steht ein Bündnis

vonAmazon-Arbeitern, Gewerkschaften

und Aktivistengruppen, das

voreiner Woche bereits eine Protestaktion

in einem Amazon-Lager im

NewYorker StadtbezirkStaten Island

organisierthatte. (dpa)

VorJeff Bezos’ Penthouse demonstrierten

die Menschen in NewYork. IMAGO

Facebook: Chatbot soll

Mitarbeiternhelfen

Facebook-Mitarbeiter,die über die

Festtage kritischen Nachfragen der

Verwandtschaft ausgesetzt sind, bekommen

nun Unterstützung vom

Unternehmen: DasOnline-Netzwerk

programmierte einen Chatbot, der

Antworten liefert.„UnsereMitarbeiter

fragen zu Themen, die in den

Nachrichten waren, insbesondere

rund um die Feiertage immer wieder

nach Informationen, die sie bei

Freunden und der Familie verwendenkönnen“,

sagte eine Facebook-

Sprecherin der NewYorkTimes.Chatbots

sind Programme,die automatisiertvorgefertigte

Antworten in einer

Unterhaltung liefernkönnen. (dpa)

Beleidigungsvorwurf:

Prozess gegen Elon Musk

DerTesla-Chef Elon Musk muss

sich voreinem Gericht in Los Angeles

wegen Beleidigung verantworten.

DerGrund: Musk hatte einen

Rettungstaucher des Höhlendramas

in Thailand auf Twitter als

„pedo guy“, als „pädophilen Kerl“,

beschimpft. Daraufhin hatte der

britische Taucher Vernon Unsworth

eine Verleumdungsklage gegen

den Milliardär eingereicht.

Hintergrund: Musk hatte damals

seine technische Hilfe angeboten,

wollte ein Mini-U-Boot bauen lassen,

die Rettungskräfte lehnten

aber dankend ab. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Hubertohne Staller 19.45 (für

HG) Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Bonusfamilie (5+6/6)

In der Bonusfamilie spielen die Hormone

verrückt: Patrick und Lisa finden keine

Gelegenheit, einfach mal wieder Sex zu

haben: die Kinder,Stress, Müdigkeit.

Bianca dagegen hat definitiv Sex.

21.45 (für HG) Plusminus

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) maischberger.die woche

Zu Gast: Thomas Gottschalk, Kevin

Kühnert, Susan Link, Peter Hahne, Markus

Feldenkirchen

0.00 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Mensch

Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz über Kopf.

Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell

–Das Wetter 19.05 (für HG) Alles was zählt

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Rütter reicht’s!

Martin Rütter ist Deutschlands

Hundecoach Nummer 1und ein Experte

in Sachen Konsequenz und klare Regeln.

Jetzt nimmt er sich einer weiteren Spezies

an: den Paragraphenreitern.

22.15 sternTV

U. a.: Er war „HitlerjungeSalomon“: Der

Holocaust-Überlebende Sally Perel zu

Gast bei „sternTV“

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

0.30 (für HG) CSI: Vegas

Der Prinz und das Zimmermädchen

MDR

13.58 (für HG) MDR aktuell 14.00 (für HG) MDR

um 2 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für

HG) MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell

19.50 (für HG) Tierisch tierisch 20.15 (für HG)

Exakt 20.45 (für HG) Vonwegen alt und lustlos

21.15 (für HG) Echt 21.45 (für HG) MDR aktuell

22.05 (für HG) Tatort: Der kalte Fritte. Krimireihe,

D2018 23.33 MDR aktuell 23.35 (für HG)

Kanzleramt Pforte D 0.20 (für HG) Nuhr im Ersten

Bayern

14.15 (für HG) Hofgeschichten 14.45 (für HG)

Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 15.58

Sternstunden 16.00 (für HG) Rundschau 16.15

(für HG) WirinBayern 17.30 Regionales 18.00

(für HG) Abendschau 18.28 Sternstunden 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Stationen

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 19.58

Sternstunden 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) jetzt red i 21.00 Kontrovers 21.45 (für

HG) Rundschau Magazin 22.00 (für HG)

DokThema 22.45 (für HG) Andermatt –Global

Village. Dokumentarfilm, CH 2015 0.10 kinokino

Vox

5.20 CSI: NY 6.55 CSI: Den Täternauf der Spur

8.50 Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 12.00 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 (für HG) Rampensau 22.05

(für HG) Law&Order:Special Victims Unit 23.55

VoxNachrichten 0.15 Medical Detectives

Super RTL

8.55 PawPatrol 9.25 Thomas &seine Freunde

9.35 Weihnachtsmann Junior 10.10 Sammy

10.40 Grizzy &die Lemminge 11.10 Alvinnn!!!

11.40 Go Wild! 12.10 Friends 12.30 Trolls

12.50 Polly Pocket 13.15 Tomund Jerry 13.45

Weihnachtsmann &Co. KG 14.15 Angelo! 14.45

Dragons 15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10

Sally Bollywood 16.40 Barbie 17.10 Grizzy &die

Lemminge 17.40 Angelo! 18.10 Weihnachtsmann

&Co. KG 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.40 Tomund Jerry 20.15 (für HG)

Dr.House 0.05 Comedytotal 0.30 Infomercials

Sport1

5.50 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30

StorageWars –Geschäfte in Kanada 16.00

Bondi Rescue –Die Rettungsschwimmer 17.30

StorageWars –Geschäfte in Kanada 18.30

Sport1 News Live 19.00 Volleyball. Bundesliga

der Frauen: Allianz MTV Stuttgart–Schwarz-Weiß

Erfurt, live 21.00 Die PS Profis –Mehr Poweraus

dem Pott 22.45 Boxen. Countdown zur WM im

Schwergewicht am 7.12.: AndyRuiz Jr.vs.

AnthonyJoshua 23.15 Sport1 News Live 23.45

Drückglück.de –Glück für alle 0.00 SportClips

ZDF

5.00 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

ZDF Sportextra. Wintersport. Biathlon-Weltcup:

20 km Einzel Herren, live 18.00 (für HG) Soko

Wismar.Krimiserie. Nomen est omen 18.54 Lotto

am Mittwoch –Die Gewinnzahlen 19.00 (für HG)

heute 19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG)

Heldt. Krimiserie. Geheimnisträger

20.15 (für HG) Die schönsten

Weihnachts-Hits

Auch in diesem Jahr unterstützen viele

Prominente Carmen Nebels große

Show-Gala zugunsten von„Misereor“ und

„Brot für die Welt“.

22.00 (für HG) heute journal

22.30 auslandsjournal

23.00 (für HG) dunja hayali

23.45 (für HG) Markus Lanz

0.55 heute+

1.10 Apokalypse Abfall –Deutscher Müll

für die Welt

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Doku-Soap. Ein eigentlich

aufgeweckter Fünfjähriger verhält sich ungewöhnlich

aggressiv und redet kaum noch. Seine Mutter

befürchtet, dass er etwas vonihren Plänen

mitbekommen hat, in ein anderes Bundesland

umzuziehen. 18.00 Die Ruhrpottwache.

Reality-Soap 19.00 Genial daneben –das Quiz

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 Genial daneben –Die Weihnachtsshow

HugoEgonBalder feiertmit Hella von

Sinnen, Wigald Boning,Horst Lichter,

Ilkan Bessin, Kaya Yanar,Guido Cantz,

Dieter Nuhr und Torsten Sträter ein

besinnliches Fragen-Fest.

23.20 Knallerfrauen

Comedyshow

23.50 Knallerfrauen

0.20 Genial daneben –Die Weihnachtsshow

2.45 Auf Streife –Die Spezialisten

3.25 Auf Streife –Die Spezialisten

4.10 Auf Streife

WDR

14.25 (für HG) Tierärztin Dr.Mertens 16.00 (für

HG) WDR aktuell 16.15 Hier und heute 18.00

(für HG) WDR aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG)

Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Könnes

kämpft 21.45 (für HG) WDR aktuell 22.10

Ausgerechnet –Weihnachten 22.55 Kommissar

Wallander:Der Mann, der lächelte.Krimireihe, S/

GB/D/USA 2010 0.25 (für HG) Kommissar

Wallander:Mittsommermord –One Step Behind.

Krimireihe, S/GB/D/USA 2008

NDR

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Wiegeht

das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG) Inas

Reisen 21.45 (für HG) NDR Info 22.00 (für HG)

Großstadtrevier 22.50 (für HG) extra 3Spezial

23.20 (für HG) Zapp 23.50 (für HG) 7Tage...

0.20 Kümo Henriette

Kabel eins

5.25 Abenteuer Leben Spezial –Hoffmann on

Tour:Texas 5.50 Blue Bloods 9.25 (für HG) Navy

CIS: L.A. 10.15 Navy CIS 11.10 Without aTrace

12.05 Numb3rs 13.00 (für HG) Castle 13.55

(für HG) The Mentalist 14.55 (für HG) Navy CIS:

L.A. 15.50 kabel eins news 16.00 Navy CIS

16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein

Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns drum 20.15

Der Knochenjäger.Thriller,USA 1999 22.35 (für

HG) Copykill. Psychothriller,USA 1995 1.00

Watch Me –das Kinomagazin

RTLZWEI

6.00 Die Straßencops Süd –Jugend im Visier

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend im Visier

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Daniela Katzenberger –Mit

Lucas im Babyglück 15.00 Die Wache Hamburg

16.00 Die Wache Hamburg 17.00 News 17.04

Wetter 17.05 Krass Schule –Die jungen Lehrer

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Dr.Dago–Held der Kinderklinik 21.15

Hier und jetzt 22.15 Babys! Kleines Wunder –

Großes Glück 23.20 Armes Deutschland –Deine

Kinder 1.15 Crime Town USA

Eurosport 1

8.30 Snooker 10.30 Ski Alpin 11.00 Ski Alpin

11.45 Ski Alpin. Slalom Frauen, 1. Lauf 12.15

Ski Alpin. Slalom Frauen, 2. Lauf 13.00 Horse

Excellence. Die Pferdesport-Highlights der Woche

13.30 Judo. Grand Slam in Osaka. Highlights

14.00 Handball 15.30 Biathlon 16.05 Biathlon.

20 km Einzel der Männer,live 18.00 Handball

18.40 Springreiten 19.40 Nachrichten 19.45

Snooker.UKChampionship 2019 in York.

Achtelfinale, live 23.30 Snooker 0.30

Nachrichten 0.35 Biathlon

TV-Tipps

ARTE, 22.55 UHR DRAMA

1000 Arten, Regen zu beschreiben

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike,gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen.

Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschieden, am

Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. DieElternThomas (Bjarne Mädel)

und Susanne (Bibiana Beglau, M.) sowie Schwester Miriam (Emma Bading)

stehen buchstäblich ratlosvor seiner Tür und erleben, wie Mikes Verschwinden

ihr Leben verändert. Um vor Nachbarn und Freunden zu verheimlichen,

dass Mike sein Zimmer nicht mehr verlässt, denken sie sich einen Schulaustausch

aus,der immer wieder verlängertwerden muss ... DieGrundidee

für den Film stammt aus Japan. Dortbeschreibt das sogenannte Hikikomori

ein Verhalten, sich von der Außenwelt komplett abzugrenzen und an einem

Leben außerhalb des Zimmers nicht mehr teilzunehmen.

(D/2017)

Foto: WDR

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vom VOM3.12.2019

2019

mittel MITTEL

3 1 8 9 2 5 7 4 6

5 7 4 6 3 8 9 1 2

6 9 2 4 1 7 8 5 3

4 5 7 2 6 3 1 8 9

2 3 1 8 4 9 5 6 7

9 8 6 5 7 1 2 3 4

1 4 3 7 5 2 6 9 8

8 2 5 3 9 6 4 7 1

7 6 9 1 8 4 3 2 5

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 3. 12. 2019

vom 3.12.2019

schwer

SCHWER

4 1 5 3 9 7 8 6 2

7 8 9 5 6 2 1 4 3

3 6 2 8 4 1 9 7 5

5 3 6 7 2 8 4 9 1

1 2 8 9 3 4 6 5 7

9 7 4 1 5 6 2 3 8

8 9 7 6 1 3 5 2 4

2 5 3 4 8 9 7 1 6

6 4 1 2 7 5 3 8 9

RBB

5.30 (für HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb

7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)

In aller Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen

11.20 (für HG) Sturmder Liebe 12.10 (für HG)

Julia –Eine ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24

13.10 (für HG) Verrückt nach Fluss 14.00 (für

HG) Die göttliche Sophie: Das Findelkind.

Komödie, D2011 15.30 (für HG) Tiere bis unters

Dach 16.00 (für HG) rbb24 16.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 17.00 (für HG) rbb24 17.05

(für HG) Panda, Gorilla &Co. 17.55 (für HG)

Unser Sandmännchen 18.02 rbb UM6 18.27

zibb 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) rbb Praxis

Gelenkemachen den Körper beweglich.

Doch erst wenn Schmerzen auftreten

merkt man, wie wichtig diese Beweglichkeit

ist. Das Magazin zeigt, wie man den

Ursachen auf den Grund geht.

21.00 (für HG) Täter Opfer Polizei

21.45 (für HG) rbb24

22.00 Atlantik –Ozean der Extreme (2/3)

22.45 (für HG) Die Hohe Tatra (2/2)

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Der Kommissar und die Alpen: Sieben

Jahre sterben Krimireihe, I2016

ProSieben

5.10 2BrokeGirls. Sitcom. Das verstrickte

Fahrrad 5.30 The Middle. Comedyserie 6.10 (für

HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 7.35 (für HG)

The Big Bang Theory. Sitcom 8.55 (für HG) HowI

Met Your Mother.Sitcom 10.40 Fresh Off the

Boat. Sitcom. Mamas kleiner Junge 11.10 Mike

&Molly.Sitcom. Für Carlwird’sernst 11.35 2

BrokeGirls. Sitcom 12.30 Mom. Sitcom 13.20

(für HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 14.40 The

Middle. Comedyserie.Der Tisch /Die etwas

andere Nacht 15.35 (für HG) The Big Bang

Theory. Sitcom. Eine Urne für Leonard /Der

Champagnerpakt /Weihnachtswunder mit Taube

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die

Simpsons. Zeichentrickserie 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Die Bestimmung –Divergent

Science-Fiction-Film, USA 2014. Mit

ShaileneWoodley. In einer düsteren

Zukunft muss jederTeileiner vonfünf

Gruppen werden. Tris passt jedoch zu drei

Fraktionen –das ist lebensbedrohlich.

23.05 (für HG) Maze Runner –Die

Auserwählten imLabyrinth

Fantasyfilm, USA 2014. Mit Dylan

O’Brien, Aml Ameen

1.10 (für HG) Die Bestimmung –Divergent

Science-Fiction-Film, USA 2014

3.25 ProSieben Spätnachrichten

Arte

11.20 (für HG) Brüssels wilde Tiere 12.15 Re:

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

13.50 (für HG) Flucht in Ketten. Drama,USA

1958 15.25 Amerika mit David Yetman 15.50

(für HG) Geheimnisvolle Wildblumen 16.45

Xenius 17.10 Amerika mit David Yetman 17.40

Im Flug über Chinas Große Mauer 18.35

Madagaskar 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG)

Re: 20.15 Renoir.Biografie, F2012 22.00 Die

Florence Foster Jenkins Story. Dokumentarfilm, D

2016 22.55 1000 Arten, Regen zu beschreiben.

Drama, D2017 0.25 Die Papier-Brigade

3Sat

9.05 Kulturzeit 9.45 nano spezial 10.15 (für HG)

Anne Will 11.15 Zeit und Ewigkeit 11.30 (für HG)

Letzte Rettung Kältebus 12.00 (für HG) Jesus,

Maria und Pulcinella 12.30 Kaffee zum Glück

13.00 (für HG) ZIB 13.20 Magie der Jahreszeiten

16.20 Romantische Flüsse 18.30 nano 19.00

(für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 Erde unter Wasser 21.05 (für

HG) Unter Wasser 21.50 Traumziel Irland 22.00

(für HG) ZIB 2 22.25 (für HG) Meine Schwester.

Kriminalfilm, D/A 2011 23.50 Horst im Eis 0.20

10 vor100.50 Eco 1.15 Slowenien Magazin

Phoenix

11.00 Armes Deutschland?Deine Kinder 11.45

Impeachment 12.00 phoenix vorort 12.45

Unsere Welt in Zukunft 13.15 Public-Value-

Konferenz 14.00 phoenix vorort.Darin, ca.

14.30: PK zum Abschluss des NATO-Gipfels in

London 16.00 (für HG) Klimawandel –Die Fakten

16.45 Klimafluch &Klimaflucht 17.30 phoenix

der tag 18.00 Fliegen am Limit 18.30 200 Jahre

Kriminalgeschichte 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Das Wüstenparadies 21.45 Treu gedient

und dann? 22.15 Phoenix Runde 23.00 phoenix

der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

14.10 Schloss Einstein –Erfurt 15.00 (für HG)

Tinkas Weihnachtsabenteuer 15.25 (für HG)

Schneewelt 15.50 (für HG) Mascha und der Bär

16.05 (für HG) Lassie 16.50 Peter Pan–Neue

Abenteuer 17.35 (für HG) Der kleine Prinz 18.00

(für HG) Beutolomäus und der wahre Weihnachtsmann

18.15 Esme &Roy 18.35 (für HG) Weißt

du eigentlich, wie lieb ich dich hab? 18.47

Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen 19.00

Sherazade 19.25 (für HG) Anna und die wilden

Tiere 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika

Live 20.10 My Move 2

Dmax

5.35 Bad Buddies 6.00 Chris &Mäx: Die

Oldtimer-Spezialisten 6.50 Infomercial 8.50

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.50

Infomercial 10.15 BaggageBattles 11.15 Die

Zwangsvollstrecker 12.15 SteelBuddies 13.15

Airplane Repo 14.15 Australian Gold 16.15

Outback Opal Hunters 17.15 SteelBuddies

18.15 Helden der Baustelle 19.15 Deutschland

24/7 20.15 Goldrausch in Australien 22.15

Outback Opal Hunters 23.10 DMAX News 23.15

Outback Opal Hunters 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Ich, ich, ich –Narzissmus und seine

Opfer 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15

Betreuer. Werhilft, wenn nichts mehr geht? 11.0

Tagesschau-Nachrichten 13.00 ARD-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15

Markt 20.00 Tagesschau 20.15 ReportMainz

20.45 Panorama –Die Reporter 21.15

Tagesschau 21.17 Die Notregierung –Ungeliebte

Koalition 22.15 Markt 23.00 Tagesthemen

23.30 Kontrovers –das Politikmagazin 0.15

defacto 1.00 Nachtmagazin 1.20 extra 3

Spezial: Der reale Irrsinn XXL 1.50 Extra

ONE

6.15 Hubertund Staller 7.05 Brisant 7.45 Die

Wüstenärztin. Drama, D/A 2012 9.15 Brisant

9.55 Hot in Cleveland 10.15 Hot in Cleveland

10.35 Lindenstraße 11.05 Hubertund Staller

11.55 Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe

13.30 Um Himmels Willen 14.15 Bonusfamilie

15.50 Hubertund Staller 16.40 Hot in Clevelan

17.00 Hot in Cleveland 17.20 Lindenstraße

17.50 Hartaber herzlich 18.40 Sturmder Liebe

19.25 Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies

Marple: Bertrams Hotel. Krimireihe, GB 2007

21.45 Bauerfeind –Die Showzur Frau 22.45

Agatha Christies Poirot 0.25 Alfred Hitchcock

präsentiert:Das gute Geschirr

ZDF NEO

8.05 Topfgeldjäger 9.00 Lafer!Lichter!Lecker!

9.45 (für HG) Bares für Rares 10.35 (für HG)

Bares für Rares 11.30 Du &Ich –Unverbesserlich!?

12.15 (für HG) Monk 12.55 (für HG) Mon

13.35 Psych 14.15 Psych 15.00 (für HG) Monk

15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00 Psych

17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35 Du &Ich

–Unverbesserlich!? 19.20 (für HG) Bares für

Rares 20.15 (für HG) Wilsberg: Mundtot.

Krimireihe,D2014 21.45 (für HG) Ein starkes

Team: Die Frau im roten Kleid. Krimireihe,D201

23.10 (für HG) Stille Nacht, mörderische Nacht.

Thriller,USA/CDN 2008 0.25 (für HG) Wilsberg:

Mundtot. Krimireihe, D2014

ZDF INFO

7.00 ZDF-History 7.45 ZDF-History 8.28 heute

Xpress 8.30 Ermittler! 9.00 Hightech-Gangster

9.45 Kriminelle Karrieren 10.30 Kriminelle

Karrieren 11.15 Täter im Netz 12.00 Täter im

Netz 12.45 Die Atombombe im Vorgarten 13.30

ZDF-History 14.15 Balkan in Flammen 15.00

Balkan in Flammen 15.45 Balkan in Flammen

16.30 Inside NATO 17.15 Inside NATO 18.00

Inside NATO 18.45 Das unsichtbare Venedig –

Hinter den Fassaden 19.30 Das unsichtbare

Athen –Geheimnisvolle Unterwelt 20.15

ZDF-History 21.00 Berlin Berlin 21.45 Geheime

Paris 22.30 Geheimes Paris 23.15 Geheimes

Russland 0.00 Geheime Unterweltender Krim

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Johann Christian Bach –„Amadis

de Gaule“. Mit Matthias Käther,ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin

William Harris /Benjamin Britten /GustavHolst

/Franz Schubert/René Claussen, ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Spezial Ferdinand und Isabella –

Musikkultur am Hof der „Katholischen Könige“.

Mit Bernhard Schrammek, ca. 56 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Frivoler Sprachenmischmasch:Der

„Viersprachendruck“ vonOrlando di Lasso. Von

Bernhard Schrammek, ca. 30 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles –

eine Ehe in Briefen (13/20). VonTheodor

Fontane /Gelesenvon Jennifer Antoni und Max

vonPufendorf, ca. 30 Min.

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Deniz Utlu liest aus seinem Roman

„Gegen Morgen“ (1/2), ca. 30 Min.

22.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Hörspiel Im Topf ein Coq au vin. VonUlrich

Gerhardt /Regie: der Autor /Mit: Wolfram

Siebeck, ca. 57 Min.

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Oh Tannenbaum: Wieder Tannenbaum i

die gute Stube kommt. VonLorenz Schröter /

Regie: Nikolai vonKoslowski, ca. 56 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Weltzeit Nach dem Umsturz im Sudan: Frauen

im Aufbruch. VonArndt Peltner,ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Entwaffnet Euch! Über leisen

Humor und schallendes Gelächter,ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Zeitfragen Der Löwefrisst die Antilope pur.Von

Andrea und Justin Westhoff, ca. 55 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Querköpfe

FrauenpowerimKabarett (3/4): Sisters of

Comedy–PoetrySlam Edition, ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Der Sänger,Komponist und Produzent

Lucas Santtana. Mit Ortrun Schütz, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Neue Musik Der Opernkosmos vonOlga

Neuwirth. Mit Eckhard Weber,ca. 56 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 282 · M ittwoch, 4. Dezember 2019 – S eite 28

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Jeff Kinney (48) hat am Dienstag im

Hamburger TierparkHagenbeck

seine neuen Werkevorgestellt, darunter

den 14. Band der Erfolgsserie

„Gregs Tagebuch“. Zehn Kinder aus

Hamburger Umweltschulen, die sich

in ihrer Freizeit besonders für den

Klimaschutz engagieren, durften dabei

sein. Außerdem sprangen auf

dem weihnachtlich dekorierten Madagaskar-Dorfplatz

besonders engagiertvor

sich hin futternde und auf

Büchernherumturnende Äffchen

herum, während Kinney Cartoons

für die Kinder zeichnete.Die Tiere

hinterließen bei dem US-Jugendbuchautor

einen bleibenden Eindruck:

Er übernahm gleich die Patenschaft

für einen Katta.

Rihanna (31) hat für ihremodischen

Kreationen erstmals einen Preis bekommen.

DieMusikerin aus Barbados

brachte in diesem Jahr unter

dem Dach des französischen Luxusgüterkonzerns

LVMH ihreMarke

Fenty auf denWeg–und erhielt dafür

jetzt bei den British Fashion Awards

eine Auszeichnung in der Kategorie

„Urban Luxe“, mit der innovativeLabels

ausgezeichnet werden. Gleich

mal im Onlineshop stöbern: Kapuzenpulli

360 Euro,Oversize-Parka

1400 Euro,Lammfelljacke 3300

Euro.Was anderes: Wann ist eigentlich

wieder Black Friday?

Brad Pitt (55) hat für ein US-Magazin

gemeinsam mit seinem Kollegen

Anthony Hopkins

auf das Leben geblickt und

dabei erzählt, dass er 20

Jahrelang nicht geweint

hat. „Ich bin

ziemlich bekannt dafür,ein

Nicht-Weiner

zu sein“, so der Hollywoodstar.Erst

jetzt, in der späterenPhase

seines Lebens,berührten

ihn

die Dinge mehr.

Noch zehn Jahre, und

er heult bei „Rendezvous

mit JoeBlack“

Rotz undWasser. (avo.)

Er ist Schauspieler,Produzent

und bekennender

Nicht-Weiner. IMAGO IMAGES

TIERE

4.

Dezember

Diese Amsel hat vermutlich ein Alkoholproblem.

Alljährlich im Herbst

torkelt sie durch die Luft, klammert

sich in den Ranken desWildenWeins

fest und haut sich die vergärenden

Beeren in den Schlund. Aufgrund einer

weißen Feder und ihres exaltierten

Benehmens nannten wir die Amsel

Blanche,nach der trinksüchtigen

Figur aus TennesseeWilliams’„Endstation

Sehnsucht“. Dann erfuhren

wir,dass es sich wegen des schwarzen

Gefieders um einen Hahn handeln

musste.Bei der Umbenennung wollten

wir den Suffaspekt nicht außer

Acht lassen und wurden im selben

Stück fündig. DasTier heißt nun wie

Blanches polnischer Schwager Kowalski,

lässt jegliche Eleganz vermissen

und pöbelt rum. Ulrich Seidler

Virginia Giuffre kritisierte im Interviewauch die „lächerlichen Entschuldigungen“ Andrews in dem Skandal.

„Es war ekelhaft“

Die US-Amerikanerin Virginia Giuffreerneuert in einem BBC-Interview ihre Vorwürfe gegenPrinz Andrew

VonKatrin Pribyl, London

Dies ist keine schmutzige

Sexgeschichte. Dies ist

eine Geschichte von

Menschenhandel, von

Missbrauch und dies ist eine Geschichte,

die von euren Royals handelt.“

Diese Worte wählte Virginia

Giuffre in einem am Montagabend

ausgestrahlten BBC-Interview,indem

sie erstmals ausführlich

ihre Version der Ereignisse

erzählte. Die Amerikanerin

ist eines der Opfer des

mittlerweile toten US-Geschäftsmanns

Jeffrey Epstein. In dem Interview

erneuerte Giuffre ihre

schweren Vorwürfe gegen den britischen

Prinzen Andrew. Dreimal sei

sie zum Sexmit dem Sohn vonKönigin

Elizabeth II. gezwungen worden,

zweimal davon als 17-Jährige.

Wersagt die Wahrheit?

Giuffre, die früher Roberts hieß,

wandte sich direkt an die britische

Öffentlichkeit, „das nicht als okay zu

akzeptieren“ und ihr zu helfen, diesen

Kampf zu kämpfen. Damit gerät

Prinz Andrew noch tiefer in den Strudel

des Skandals. Auch wenn der

Lieblingssohn der Queen seine öffentlichen

Aufgaben für das Königshaus

bis auf Weiteres bereits abgab,

wandele sich der Epstein-Skandal

für Andrew zu einer „endlosen Horror-Show“,

wie ein Kommentator

meinte.Erst vorknapp zwei Wochen

hatte Prinz Andrew seine Sicht der

Dinge geschildert. Das Interview

Prinz Andrew gilt als

Lieblingssohn der Queen

und als mutiger Kriegsheld.

Aber auch als Playboy, der

schon in etliche Skandale

verwickelt war.Derzeit hat er

mit dem wohl schwersten zu

kämpfen –dem Missbrauchsfall

JeffreyEpstein.

sollte ein Befreiungsschlag werden,

doch es entwickelte sich zum PR-Desaster

für den 59-Jährigen. Es löste so

viel Empörung und vernichtende

Kritik aus, dass Andrew am Ende

seine Repräsentantenrolle für das

Königshaus aufgeben musste.

Andrews Auftreten während seines

Interviews und das von Giuffre

hätten unterschiedlicher kaum sein

können. Hier der privilegierte, von

der Realität entrückte und arrogant

erscheinende Herzog von York vor

der Kulisse des Buckingham-Palasts,

der sich weder an eine Begegnung

mit der blonden Frau noch an das

mittlerweile berühmte Foto vonihm

und der damals 17-Jährigen erinnern

kann und mit äußerst bemerkenswerten

Erklärungen aufwartet.

Dort die emotionale Giuffre, der bei

der Erinnerung an damals immer

wieder die Stimme stockt, einmal die

LIEBLINGSSOHN DER QUEEN

Der Druck auf Prinz

Andrew(59) nimmt zu.

Virginia Giuffre äußerte

sich im Interview„angewidert“

über ihre damaligen

Begegnungen mit dem Prinzen.

Er sei ein „grässlicher“

Tänzer und schwitze stark.

Sie habe sich nur auf ihn

eingelassen, weil Epstein

das vonihr erwartet hätte.

Tränen über die Wangen laufen. Deren

Stimme zittert, wenn sie davon

erzählt, wie sie zum Sex mit dem

Prinzen gezwungen wurde.„Es dauerte

nicht sehr lange, die ganze Prozedur.

Es war ekelhaft.“ Um dann

ungläubig und noch immer fassungslos

unter Schluchzen zu resümieren:

„Ich konnte einfach nicht

verstehen, wie mächtige Menschen

auf der höchsten Ebene der Regierung

das zulassen konnten. Es nicht

nur zugelassen haben, sondernauch

noch daran teilgenommen haben.“

Die BBC präsentierte zudem Beweise

für einen E-Mail-Verkehr zwischen

Andrew und Epsteins damaliger

Freundin Ghislaine Maxwell aus

dem Jahr 2015. Der Prinz schreibt

darin, er habe „einige spezifische

Fragen bezüglich Virginia Roberts“.

Virginia Roberts,heute Giuffre–jene

Frau also, an die sich Andrew vor

Gemetzel für die Göttin

BBC PANORAMA

zwei Wochen partout nicht mehr erinnernkonnte.

Es geht jetzt vor allem um die

Frage: Wer sagt die Wahrheit? Beobachter

sprechen von der größten

Krise des Königshauses seit dem Tod

vonPrinzessin Diana. Wird ein striktesVorgehen

und der Ausschluss von

Prinz Andrew aus dem engsten Kreis

des Palastes genügen, um die Monarchie

vorallzu großem Schaden zu

bewahren? Königin Elizabeth II.

zeigte sich in den vergangenen Wochen

zweimal demonstrativ mit

Sohn Andrew. Bislang nehmen ihr

die Briten die offensichtliche Unterstützung

im Privaten nicht krumm.

Doch die Stimmung im Volk, das

weiß niemand besser als die Monarchin

selbst, kann jederzeit kippen.

Kontakt nicht aufgegeben

Der Herzog von York war jahrelang

mit Epstein befreundet und übernachtete

mehrfach in den Anwesen

des verurteilten Sexualstraftäters,

der sich im August 2019 in Untersuchungshaft

das Leben nahm. Ihm

wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige

missbraucht und zur

Prostitution gezwungen zu haben.

Andrew hatte selbst nach einem ersten

Gefängnisaufenthalt Epsteins

den Kontakt zu ihm nicht aufgegeben

–was er inzwischen öffentlich

bedauert hat. Gleichzeitig stellte der

Prinz in Aussicht, mit den Behörden

zusammenzuarbeiten. Er muss der

BBC zufolge bei Reisen in die USA

künftig damit rechnen, zur Zeugenaussage

vorgeladen zu werden.

Für Hindus ist es eine wichtige Zeremonie, für Außenstehende nur Tierquälerei: Nepals großes Opferfest stößt auf Widerstand

AP

Männer am Messer:Pilger beim Gadhimai

Festival in Bariyarpur.

AFP

Esist eine der blutigsten Zeremonien

der Welt: Zehntausende

Gläubige sind am Dienstag zu einem

Tempel in Nepal gereist, um zu erleben,

wie Tausende Tiere mit Macheten

getötet werden. Gläubige aus Nepal

und dem benachbarten Indien

brachten ihre Büffel, Schweine, Ziegen

und Hühner zum zweitägigen

Opferfest für die hinduistische Göttin

der Macht, Gadhimai. Siehoffen,

dass so ihre Wünsche in Erfüllung

gehen, ihnen etwa ein Sohn geboren

wirdoder sie eine Prüfung bestehen.

Die jahrhundertealte Zeremonie

findet alle fünf JahreinBariyarpur im

Süden von Nepal statt. Doch seit einiger

Zeit regt sich Widerstand. Tierschützer

machen auf das Blutbad

aufmerksam. „Es war sehr verstörend,

dass die Menschen in Hysterie

und Gejohle ausbrachen, als sie sahen,

wie die verwirrten und verängstigten

Tiere geschlachtet wurden“,

sagte Alokparna Sengupta von der

Tierschutzorganisation Humane Society

International.

Auch internationale Medien berichteten

in den vergangenen Jahren.

Kürzlich gab das oberste Gericht

Nepals den Tempelbetreibern die

Anweisung, auf lange Sicht vonTieropfernabzuraten.

Dennoch: Nach Angaben der

Tempelbetreiber wurden am Dienstag

7000 Büffel getötet. Am Mittwoch

sollen Zehntausende weitere

Tiere geschlachtet werden. Das

Schlachten geht auf eine Legende

zurück, wonach ein Gefangener

einst träumte, dass er befreit würde,

wenn er der Göttin Gadhimai Menschenopfer

bringt. Er soll zunächst

eigenes Blut gespendet haben und

dann auch Tiere.

Doch inzwischen machen sich

die Tempelbetreiber Sorgen um ihr

Image. Tierschützer sind ermutigt.

Sie hoffen, dass das Fest künftig

ohne Blutvergießen auskommt. In

der indischen Stadt Kullu etwa gebe

es bei einem hinduistischen Fest seit

einiger Zeit Blutspenden statt Tieropfer.

(dpa)

Grünes Gewölbe: 516

Hinweise nach Juwelenraub

Nach dem Juwelendiebstahl im Grünen

Gewölbe in Dresden sind bisher

516 Hinweise eingegangen. Dasteilten

Polizei und Staatsanwaltschaft

am Dienstag mit. Demnach gingen

allein 160 Hinweise über das vonder

Polizei geschaltete Portal ein. Auch

der am 1. Dezember über die Sendung

„Kripo Live“ erfolgte Fahndungsaufruf

habe weitereHinweise

ergeben. Für die vonden Dieben mit

einem Pulver besprühten Schmuckstücke

gibt es derweil Hoffnung.

„Nach der gegenwärtigen Einschätzung

werden die verbliebenenWerke

rückstandslos gereinigt werden können“,

sagte ein Sprecher der Staatlichen

Kunstsammlungen. (dpa)

JimmyCarter liegt wieder im

Krankenhaus

DerfrühereUS-Präsident Jimmy

Carter liegt nur wenige Tage nach

seiner Entlassung wieder im Krankenhaus.Der

95-Jährige sei am Wochenende

wegen einer Harnwegsinfektion

ins Phoebe Sumter Medical

Center in Americus im Bundesstaat

Georgia eingeliefertworden, teilte

das vonihm gegründete Carter-Zentrum

mit. Es gehe Carter inzwischen

aber schon wieder besser und er

freue sich darauf, bald wieder nach

Hause zu können. Carter war erst am

Mittwoch vergangener Woche aus

dem Krankenhaus entlassen worden

und konnte den Thanksgiving-Feiertag

am Donnerstag gemeinsam mit

seiner Ehefrau verbringen. (AFP)

Hunderte protestieren nach

Gewalttat an Frau in Indien

Protest: Auch in Neu-Delhi gingen Frauen

gegen Gewalt auf die Straße.

AP

Nach der Gruppenvergewaltigung

und Tötung einer jungen Frau in Indien

haben Hunderte Menschen für

die Rechte vonFrauen demonstriert.

Sieforderten bei den Kundgebungen

in mehreren Städten, dass schnell

gegen die Verdächtigen vorgegangen

wird. Die27Jahrealte Tierärztin war

in der vergangenen Woche nahe der

Millionenstadt Hyderabad vergewaltigt

und getötet worden. Anschließend

sollen die mutmaßlichen Täter

die Leiche angezündet haben. Die

Polizei nahm inzwischen vier verdächtige

Männer im Alter zwischen

20 und 30 Jahren fest. (dpa)

Rentner nervt Telefonfirma

mit Tausenden Anrufen

EinRentner ist in Japan den Mitarbeiterneiner

Telefongesellschaft mit

mehr als 24 000 Beschwerdeanrufen

auf die Nerven gegangen. Seit zwei

Jahren ruft der 71-Jährige laut Medienberichten

immer wieder voneinem

öffentlichen Telefon aus die

FirmaKDDI an und forderteine Entschuldigung.

Wofür,ist unklar.Allein

im vergangenen Monat habe er innerhalb

einer Woche400-mal zum

Hörer gegriffen. DieFirma schaltete

schließlich die Polizei ein. Dienahm

den Rentner fest und warfihm vor,

den Betrieb des Unternehmens gestörtund

die Mitarbeiter psychisch

belastet zu haben. DerMann weist

die Vorwürfe zurück. (dpa)