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Leseprobe: Ich habe mich nicht verabschiedet - Frauen im Exil

Seit 2015 porträtiert Heike Steinweg Frauen, die in Berlin im Exil leben. Sie sind nicht nur vor Krieg, sondern auch vor Geschlechterdiskriminierung in ihrer Heimat geflohen. Sie haben die verschiedensten kulturellen, regionalen und sozialen Hintergründe. Gemeinsam sind ihnen jedoch der Mut und der Wille, neu zu beginnen. Gerade Frauen spielen bei Migrationsbewegungen eine zentrale Rolle, weil sie hier Verantwortung übernehmen, die ihnen vorher versagt war. Die Fotografin zeigt Menschen, die die Entscheidung getroffen haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie verleiht ihnen eine Präsenz, in der ihre Würde und Individualität sichtbar wird. Die Porträts werden von persönlichen Texten der Frauen begleitet: kurze Gedanken, biografische Berichte und literarische Texte. --------- Since 2015 Heike Steinweg has been taking portraits of women living in exile in Berlin. They have not only escaped from war but also from the sexual discrimination they suffered at home. These women are from extremely diverse cultural, regional, and social backgrounds. What they all have in common is the courage and the will to start afresh. Women play a crucial role in migration movements because they often take responsibilities previously denied to them. The photographer shows human beings determined to take control of their own lives and to create a new existence for themselves. She gives them a presence that visualises their dignity and individuality. Personal statements by the women accompany their portraits: brief reflections, biographical narratives, and literary prose.

Seit 2015 porträtiert Heike Steinweg Frauen, die in Berlin im Exil leben. Sie sind nicht nur vor Krieg, sondern auch vor Geschlechterdiskriminierung in ihrer Heimat geflohen. Sie haben die verschiedensten kulturellen, regionalen und sozialen Hintergründe. Gemeinsam sind ihnen jedoch der Mut und der Wille, neu zu beginnen. Gerade Frauen spielen bei Migrationsbewegungen eine zentrale Rolle, weil sie hier Verantwortung übernehmen, die ihnen vorher versagt war. Die Fotografin zeigt Menschen, die die Entscheidung getroffen haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie verleiht ihnen eine Präsenz, in der ihre Würde und Individualität sichtbar wird. Die Porträts werden von persönlichen Texten der Frauen begleitet: kurze Gedanken, biografische Berichte und literarische Texte. --------- Since 2015 Heike Steinweg has been taking portraits of women living in exile in Berlin. They have not only escaped from war but also from the sexual discrimination they suffered at home. These women are from extremely diverse cultural, regional, and social backgrounds. What they all have in common is the courage and the will to start afresh. Women play a crucial role in migration movements because they often take responsibilities previously denied to them. The photographer shows human beings determined to take control of their own lives and to create a new existence for themselves. She gives them a presence that visualises their dignity and individuality. Personal statements by the women accompany their portraits: brief reflections, biographical narratives, and literary prose.

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<strong>Ich</strong> <strong>habe</strong> <strong>mich</strong><br />

<strong>nicht</strong> <strong>verabschiedet</strong><br />

<strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> <strong>Exil</strong><br />

I never said goodbye<br />

Women in exile<br />

Fotografien von | Photographs by<br />

Heike Steinweg


<strong>Ich</strong> <strong>habe</strong> <strong>mich</strong><br />

<strong>nicht</strong> <strong>verabschiedet</strong><br />

<strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> <strong>Exil</strong><br />

I never said goodbye<br />

Women in exile


<strong>Ich</strong> <strong>habe</strong> <strong>mich</strong><br />

<strong>nicht</strong> <strong>verabschiedet</strong><br />

<strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> <strong>Exil</strong><br />

I never said goodbye<br />

Women in exile<br />

Fotografien von | Photographs by<br />

Heike Steinweg<br />

Für das | For the Museum Europäischer Kulturen<br />

der Staatlichen Museen zu Berlin<br />

herausgegeben von | edited by Irene Ziehe


6<br />

Grußwort | Greetings<br />

Elisabeth Tietmeyer, Irene Ziehe<br />

9<br />

Dem Schicksal die Stirn bieten<br />

Defying one’s fate<br />

Hatice Akyün<br />

12<br />

Begegnungen | Encounters<br />

Heike Steinweg<br />

17<br />

Die Fotografien | The photographs<br />

85<br />

Die Texte | The texts<br />

123<br />

Die Biografien | The biographies


Grußwort<br />

Greetings<br />

Elisabeth Tietmeyer<br />

Direktorin/Director<br />

Irene Ziehe<br />

Kuratorin/Curator<br />

Museum Europäischer Kulturen –<br />

Staatliche Museen zu Berlin<br />

6


Kulturkontakte in Vergangenheit und Gegenwart zu erforschen, zu<br />

beschreiben und zu fördern, hat sich das Museum Europäischer Kulturen<br />

(MEK) seit seiner Gründung 1999 auf die Fahnen geschrieben.<br />

Grundlage dessen ist die Tatsache, dass Kultur als selbst erschaffene<br />

Welt des Menschen <strong>im</strong>mer dynamisch ist. Ein markantes Beispiel für<br />

die Ergebnisse von dichten Kulturkontakten und intensiven Kulturkonflikten<br />

stellt das heutige Europa (2018) dar – mit Gesellschaften,<br />

die gemeinsame Erinnerungen und Werte pflegen und kulturell<br />

divers sind. Dazu gehören soziale, ethnische, religiöse, territoriale<br />

und geschlechtsspezifische Zugehörigkeiten bzw. Identitäten. Das<br />

MEK sieht eine seiner Aufgaben darin, auf diese Verschiedenheit in<br />

der Gesellschaft aufmerksam zu machen, um Respekt vor Menschen<br />

unterschied licher Kulturen zu schaffen. Dazu bedient es sich verschiedener<br />

museumsrelevanter Methoden. Zum einen steht die partizipative<br />

Arbeit mit Gruppen unterschiedlichster Art und interessierten<br />

Individuen <strong>im</strong> Vordergrund. Zum anderen best<strong>im</strong>mt die kuratorische<br />

Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern, Fotografinnen<br />

und Fotografen, und Museumskolleginnen und Museumskollegen die<br />

Tätigkeit. Dies spiegelt sich in der Sammlungs- und Ausstellungspolitik<br />

sowie in der Vermittlungsarbeit wider.<br />

In diesem Sinne basiert auch das Projekt <strong>Ich</strong> <strong>habe</strong> <strong>mich</strong> <strong>nicht</strong> <strong>verabschiedet</strong><br />

– <strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> <strong>Exil</strong> auf einer Kooperation, und zwar mit der international<br />

bekannten Berliner Fotografin Heike Steinweg. Sie hat sich<br />

in den letzten Jahren <strong>im</strong>mer wieder mit wichtigen gesellschaftlichen<br />

Themen auseinandergesetzt. Sowohl in ihrer Arbeit Open History.<br />

Israelis und Deutsche <strong>im</strong> Portrait (2015) als auch in The Last Line –<br />

Writing in Berlin (2014 –16) kombiniert sie Porträts mit persönlichen<br />

Texten der abgebildeten Personen. Neben ihren freien künstlerischen<br />

Arbeiten wurde Steinweg vor allem für ihre Porträts von Schriftstellern<br />

bekannt.<br />

Seit 2015 porträtiert Heike Steinweg <strong>Frauen</strong>, die in Berlin <strong>im</strong> <strong>Exil</strong> leben.<br />

Sie <strong>habe</strong>n sehr unterschiedliche regionale, kulturelle und soziale<br />

Hintergründe. Ihr Wille und ihr Mut, neu zu beginnen, interessiert<br />

und begeistert die Fotografin. Sie n<strong>im</strong>mt sich Zeit für die Menschen,<br />

mit denen sie viele Gespräche führt, und lernt so das Schicksal sowie<br />

außergewöhnliche Geschichten der jeweiligen Frau kennen. Ihr Ansatz,<br />

in den <strong>Frauen</strong> keine »Opfer« zu sehen, sondern Menschen, die<br />

ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich eine neue Zukunft aufbauen,<br />

entspricht dem kulturanthropologischen Profil des MEK: Nicht<br />

das Werk steht <strong>im</strong> Mittelpunkt der Arbeit, sondern der Mensch, dem<br />

<strong>im</strong> Museum eine Plattform zur Selbstrepräsentation geboten wird.<br />

Dass in diesem Projekt ausschließlich <strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> Fokus stehen, liegt in<br />

der besonderen Situation begründet. Die <strong>Exil</strong>antinnen übernehmen in<br />

ihrem neuen Zuhause vielfach die Verantwortung für ihre Familie an<br />

Stellen, die ihnen vorher versagt, geradezu undenkbar waren. Die Geschlechterdiskr<strong>im</strong>inierung,<br />

die viele in ihrer He<strong>im</strong>at erfahren <strong>habe</strong>n,<br />

wird in dieser gänzlich ungewöhnlichen Situation des <strong>Exil</strong>s vielfach<br />

umgekehrt. Es entstehen Leerstellen, die Chancen für ein Umdenken<br />

bieten. Diesen Mut und die Kraft der <strong>Frauen</strong> darzustellen, in der Ausstellung<br />

zu präsentieren und in von den <strong>Frauen</strong> selbst organisierten<br />

Veranstaltungen zu ver tiefen, sieht das MEK als eine vornehme Aufgabe<br />

seiner Museumsarbeit an.<br />

To research, describe, and promote cultural exchanges both past and<br />

present has been the leading principle of the Museum of European<br />

Cultures (MEK) since its inception in 1999. The basis for this is the<br />

fact that culture, as a world created by humans, is always dynamic.<br />

A striking example for the results of close cultural contact and intense<br />

cultural conflict is present-day Europe (2018) – cultivating shared<br />

memories and values within culturally diverse societies. This includes<br />

social, ethnic, religious, territorial and gender affliations or identities.<br />

The MEK sees one of its missions in calling attention to this diversity<br />

in society in order to create respect for people of different cultures<br />

and makes use of the various methods museums have developed.<br />

Firstly it encourages the participation of the most diverse groups and<br />

con cerned individuals; secondly its curators closely collaborate with<br />

artists, photo graphers and colleagues from other museums. This is reflected<br />

in our collection and exhibition policies as well as in the ways<br />

we inform and communicate.<br />

The project I never said goodbye – Women in exile is the result of such<br />

a cooperation with internationally renowned Berlin photographer<br />

Heike Steinweg. During the last years Steinweg has again and again<br />

confronted <strong>im</strong>portant social issues. In her work Open History. Israelis<br />

and Germans in portrait and in The Last Line – Writing in Berlin she already<br />

combined portraits with personal texts by the people portrayed.<br />

Besides her free artistic work Steinweg is best known for her portraits<br />

of writers.<br />

Since 2015 Heike Steinweg has been portraying women living in exile<br />

in Berlin. These women are from very different regional, cultural<br />

and social backgrounds. Their will and courage to start afresh has<br />

intrigued the photographer and filled her with enthusiasm. She takes<br />

her t<strong>im</strong>e to talk with them t<strong>im</strong>e and again and to learn about their fate<br />

and the extraordinary story of each of these women has to tell. Her<br />

approach – refusing to look at these women as »vict<strong>im</strong>s« but seeing<br />

them as human beings actively taking charge of their own destiny<br />

and trying to create a new life in exile – corresponds to the cultural<br />

anthro pological profile of the MEK: It is not works that we focus upon<br />

in our exhibitions but human beings who are given a platform for selfrepresentation<br />

in the museum. That this project features only women<br />

is due to their peculiar situation. These exiled women in their new<br />

home often take responsibilities for their families previously denied<br />

to them or just considered unthinkable. The sexual discr<strong>im</strong>ination<br />

many of them suffered in their native countries in totally unfamiliar<br />

situations of exile is frequently turned on its head. This produces voids<br />

that open up opportunities to rethink. To portray the courage and the<br />

power of these women, present it in our exhibition, and to elaborate<br />

on it in the accompanying events, organized by the women themselves,<br />

is seen as one of the noblest tasks of our work at the MEK.<br />

7


Die Fotografien von Heike Steinweg und darüber hinaus die persönlichen<br />

Äußerungen der Porträtierten in Texten – seien es kurze<br />

Statements oder literarische Reflexionen – zeigen die historische D<strong>im</strong>ension<br />

des <strong>Exil</strong>s auf. Die lebensgroß präsentierten <strong>Frauen</strong> schauen<br />

die Betrachterinnen und Betrachter direkt an und ermöglichen somit<br />

eine nonverbale Kommunikation auf Augenhöhe. Darin spiegelt sich<br />

die Idee der Fotografin wider, den Blick <strong>nicht</strong> nur auf die fotografierten<br />

<strong>Frauen</strong>, sondern auch auf unsere Gesellschaft zu richten.<br />

Dieses Herangehen und die eindrücklichen Ergebnisse des Projektes –<br />

sowohl die Fotografien als auch die Texte – <strong>habe</strong>n uns so begeistert,<br />

dass wir sie an unsere Besucherinnen und Besucher weitergeben<br />

möchten. Wir danken Heike Steinweg für ihr Werk und die engagierte<br />

Zusammenarbeit. Den porträtierten <strong>Frauen</strong> gilt unser Respekt und<br />

Dank, verbunden mit herzlichen Wünschen für ein selbstbest<strong>im</strong>mtes<br />

und menschenwürdiges Leben.<br />

The photographs by Heike Steinweg and the personal statements of<br />

the women portrayed – be they short personal pronouncements or literary<br />

reflections – demon strate the historical d<strong>im</strong>ension of exile. The<br />

women portrayed life size directly face the viewer and thus invite us to<br />

a nonverbal communication at eye level, mirroring the photographer’s<br />

idea to focus our gaze not only on the women but turn it back on ourselves<br />

and our society.<br />

This approach and the <strong>im</strong>pressive results of the project – both visual<br />

and written – have enthused us so much that we would like to share<br />

them with our visitors. We would like to thank Heike Steinweg for her<br />

work and her commitment in our cooperation. We would like to express<br />

our respect and gratitude to the women portrayed and we wish<br />

them all the best for a life in dignity and self-determination.<br />

8


Lina<br />

Wo ist mein Zuhause? Eine einfache Frage, mit<br />

komplexen Antworten. Aber wo <strong>im</strong>mer ich <strong>mich</strong><br />

wiederfinde – gestrandet an einem neuen Ort, in<br />

einer leeren Wohnung in einer fremden Stadt –,<br />

packe ich langsam meine Tasche aus, ordne meine<br />

wenigen Sachen und atme tief ein. Mir geht es gut.<br />

<strong>Ich</strong> bin zuhause. Denn ich trage mein Zuhause in<br />

mir.<br />

Where is my home? A s<strong>im</strong>ple question to which<br />

there are complex answers. Whenever I find myself<br />

stranded in a new place, in a new empty apartment,<br />

in a big unfamiliar city, I empty my bags piously,<br />

I arrange my small belongings, practice my small<br />

habits, read my storybook, take a long deep breath,<br />

I am well, I am at home, I am home.<br />

36


37


77


Zahraa<br />

<strong>Ich</strong> will, dass meine Tochter anders aufwächst.<br />

I wanted my daughter to grow up differently.<br />

78


Die Texte<br />

The texts


Zahraa<br />

Alhasoon<br />

<strong>Ich</strong> wollte, dass meine Tochter anders aufwächst. Im Irak hat sich die<br />

Situation für <strong>Frauen</strong> in den letzten Jahren sehr verschlechtert. <strong>Ich</strong><br />

<strong>habe</strong> <strong>im</strong> Libanon als Rechtsberaterin für eine amerikanische Firma<br />

gearbeitet, was mir viele Probleme bereitet hat. Inzwischen ist es sogar<br />

verboten, für Amerikaner zu arbeiten. Unter einem Vorwand <strong>habe</strong><br />

ich mir von meinem Mann eine schriftliche Ausreiseerlaubnis geben<br />

lassen. So konnte ich den Irak verlassen und anschließend mit meiner<br />

Tochter und meiner Schwester fliehen.<br />

I wanted my daughter to grow up differently. In Iraq, women’s<br />

situa tion has become worse during the past few years. The fact that<br />

I worked as legal council for a US firm in Lebanon caused great<br />

troubles. Today, it´s not even allowed to work for Americans anymore.<br />

Under a pretext, I managed to get a travel permit in writing from<br />

my husband. This allowed me to leave Iraq and then flee with my<br />

daughter and sister.<br />

Foto S. 78 | photo p. 78, Biografie S. 127 | biography p. 127<br />

120


Die Biografien<br />

The biographies


A .<br />

kam auf Einladung einer Stiftung nach Deutschland,<br />

um <strong>im</strong> Auswärtigen Amt über die Menschenrechtssituation<br />

in ihrem He<strong>im</strong>atland zu berichten. Während<br />

ihres Aufenthalts wurde sie gewarnt, dass man sie<br />

bei ihrer Rückkehr verhaften werde. 2016 wurde ihr<br />

politisches Asyl gewährt.<br />

was invited by a German foundation to give a talk<br />

about human rights in her home country at the<br />

Feder al Foreign Offce. While in Germany, she was<br />

warned not to go back, since she would be arrested<br />

upon her return. 2016 she was granted political<br />

asylum.<br />

Foto S. 18 | photo p. 18<br />

Arwa<br />

Almoadhen<br />

34 Jahre, aus Bagdad, Irak, war Professorin am Technical<br />

College of Management, wobei ihr Forschungsschwerpunkt<br />

auf Digital Image Watermarking mit<br />

DET-DCT-Technik lag, bevor sie 2015 nach Berlin<br />

kam. Heute arbeitet sie für die Cisco Networking<br />

Academy.<br />

34 years, from Baghdad, Iraq, where she taught at the<br />

Technical College of Management, researching digital<br />

<strong>im</strong>age watermarking DET-DCT technique. In 2015<br />

she came to Berlin, where she now works for the<br />

Cisco Networking Academy.<br />

Foto S. 32 | photo p. 32, Text S. 91 | text p. 91<br />

Askalu<br />

Asfaha<br />

22 Jahre, aus Mendefera, Eritrea, lebt seit 2015 in<br />

Berlin. 2017 begann sie, die Mittlere Reife nachzuholen,<br />

weil ihr Abschluss – zwölf Jahre Schule – <strong>nicht</strong><br />

anerkannt wurde. (Im Gegensatz zum Abschluss ihres<br />

Mannes, obwohl beide dieselbe Schule besuchten.)<br />

Im Anschluss möchte Askalu eine Ausbildung zur<br />

Altenpflegerin machen.<br />

22 years, from Mendefera, Eritrea, has been living in<br />

Berlin since 2015. In 2017, she started middle school<br />

because her graduation – she went to school for<br />

twelve years – was not recognized. (In contrast to her<br />

husband’s graduation, although they both attended<br />

the same school.) After this, Askalu wants to train as<br />

a geriatric nurse.<br />

Atifeh<br />

Mansoori<br />

54 Jahre, aus Afghanistan, lebt seit 2017 in Berlin.<br />

Die Unternehmerin gründete die Handelsgesellschaft<br />

Chatun und eine Safran-Farm, auf der ausschließlich<br />

<strong>Frauen</strong> arbeiten. Für die kommunale Entwicklung<br />

und die Förderung der Selbstständigkeit von <strong>Frauen</strong><br />

erhielt sie 2015 den Deutsch-Französischen Preis für<br />

die afghanische Frau des Jahres.<br />

54, from Afghanistan, has been living in Berlin since<br />

2017. The entrepreneur founded the trading company<br />

Chatun and a women only saffron farm. For the municipal<br />

development and the promotion of women’s<br />

independence she received the German-French<br />

Award for the Afghan woman of the year in 2015.<br />

Foto S. 76 | photo p. 76, Text S. 118 | text p. 119<br />

D<strong>im</strong>a<br />

AlBitar Kalaji<br />

34 Jahre, aus Damaskus, Syrien. Die Journalistin war<br />

Leiterin des syrischen Radiosenders Souriali und lebt<br />

seit 2013 in Berlin. Sie ist Gründerin des Projekts<br />

Vivace, das sich besonders an Kinder und Jugendliche<br />

mit arabischem Hintergrund richtet, um ihr Interesse<br />

an Musik und Theater zu wecken. Seit 2017 ist sie<br />

leitende Redakteurin des Podcasts Syrmania von<br />

Deutschlandfunk Kultur und Online Radio Souriali,<br />

der sich mit dem Leben der in Deutschland neu angekommenen<br />

Syrerinnen und Syrer beschäftigt.<br />

34 years, from Damascus, Syria. A journalist, she was<br />

program producer and director of the Syrian radio<br />

station Souriali. In 2013 she came to Berlin, where<br />

she founded Vivace, a project a<strong>im</strong>ing at children and<br />

young adults with Arabic background to spark their<br />

interest in music and theatre. Since 2017 she has<br />

been editor-in-chief of the podcast Syrmania, a joint<br />

program by Deutschlandfunk Kultur and the online<br />

radio Souriali focussing on the lives of Syrian new<br />

arrivals in Germany.<br />

Doha<br />

El Jaduh<br />

30 Jahre, geboren <strong>im</strong> Libanon, wuchs in Deutschland<br />

auf und hat zuletzt in Syrien gelebt. Seit 2015 ist sie<br />

mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.<br />

Sie hat ihren Schulabschluss nachgeholt und macht<br />

derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin.<br />

30 years, was born in Lebanon, grew up in Germany<br />

and recently lived in Syria. Since 2015 she has been<br />

living in Berlin, together with her husband and three<br />

children. She caught up on her school degree and currently<br />

trains to become a geriatric nurse.<br />

Foto S. 24 | photo p. 24<br />

Ebaa<br />

Hwijeh<br />

25 Jahre, bereitet sich auf ihr Studium in Psychologie<br />

vor und arbeitet <strong>im</strong> Wuhletal-Psychosoziales Zentrum<br />

als Übersetzerin.<br />

25 years, plans to study psychology and currently<br />

works as a translator at the psychosocial center<br />

Wuhletal.<br />

Foto S. 56 | photo p. 56, Text S. 105 | text p. 105<br />

Enana<br />

22 Jahre. Die Singer-Songwriterin und Schauspielerin<br />

studierte an einer Akademie für klassische Musik in<br />

Damaskus.<br />

Enana, 22 years. The singer-songwriter and actress<br />

studied at a classical music academy in Damascus.<br />

Foto S. 20 | photo p. 20, Text S. 86 | text p. 86<br />

Foto S. 68 | photo p. 68, Text S. 111 | text p. 111<br />

Foto S. 38 | photo p. 38, Text S. 94 | text p. 96<br />

124


Fadwa<br />

Mahmoud<br />

63 Jahre, seit 1982 politisch aktiv in der syrischen<br />

Kommunistischen Aktionspartei, war in den 1990er-<br />

Jahren unter dem Hafiz Al-Assad-Reg<strong>im</strong>e zwei<br />

Jahre lang inhaftiert. Ihr Sohn, Maher al-Tahan,<br />

verschwand am 20. September 2012 am Flughafen<br />

in Damaskus, in Begleitung von Fadwas Ehemann<br />

Abdel-Aziz Al-Khair und Professor Ayas Ayyash.<br />

Sie ist Mitbegründerin der Initiativen Families for<br />

Freedom und The Freedom Bus, die sich für Gefangene,<br />

Vermisste und Verschleppte einsetzen, sowie<br />

Mitglied der Initiative syrischer <strong>Frauen</strong> für Frieden<br />

und Demokratie und Beraterin des Hohen Verhandlungskomitees<br />

(HNC) in Genf.<br />

63 years, political and civil rights activist in the<br />

Syrian Communist Labour Party since 1982. Fadwa<br />

was detained under the reg<strong>im</strong>e of Hafiz Al Assad<br />

for two years during the 1990s. Her son, Maher<br />

al-Tahan, who was accompanied by her husband<br />

Dr. Abdel-Aziz Al-Khair and Professor Ayas Ayyash,<br />

disappeared at Damascus International Airport on<br />

September 20, 2012. Fadwa is one of the founders of<br />

Families for Freedom and the Freedom Bus Initiative<br />

advocating for detainees, missing persons and<br />

forcibly disappeared persons. She is a member of the<br />

Syrian Women’s Initiative for Peace and Democracy<br />

and consultant for the High Negotiations Committee<br />

in Geneva.<br />

Foto S. 58 | photo p. 58<br />

Hanin<br />

12 Jahre, aus Syrien, ist seit 2015 mit ihrer Familie<br />

und ihren drei Geschwistern in Berlin. Sie geht in die<br />

sechste Klasse.<br />

12 years, from Syria, has been living in Berlin since<br />

2015, together with her family. She is a regular 6th<br />

grader.<br />

Haya<br />

Kahil<br />

22 Jahre, aus Aleppo, Syrien, lebt seit dem 16. Dezember<br />

2016 in Berlin. In Syrien studierte sie drei Jahre<br />

lang Bauingenieurwissenschaften. Haya bereitet sich<br />

derzeit darauf vor, ihr Studium hier in Deutschland<br />

wieder aufzunehmen.<br />

22 years, from Aleppo, Syria, has been living in Berlin<br />

since 16 December, 2016. In Syria, she studied civil<br />

engineering for three years. Haya is now preparing to<br />

take up her studies again here in Germany.<br />

Foto S. 48 | photo p. 48, Text S. 101 | text p. 101<br />

Hend<br />

AlRawi<br />

37 Jahre, aus Damaskus, Syrien. Die Englischlehrerin<br />

ist seit 2015 in Berlin. Sechs Monate lang arbeitete<br />

sie bei der Cisco Networking Academy, seit 2017 ist<br />

sie bei den Sozialhelden e.V. <strong>im</strong> Rahmen des Projekts<br />

DialogBereiter tätig, dessen Ziel es ist, aus den Erfahrungen<br />

von 2015 ein praxisnahes Handbuch zur<br />

Geflüchtetenthematik zu entwickeln. Es soll dabei<br />

helfen, Dialoge zu intensivieren und von guten wie<br />

schlechten Erfahrungen zu profitieren. Hend führt<br />

deutschlandweit Interviews mit Geflüchteten durch.<br />

37 years, from Damascus, Syria. Hend is an English<br />

teacher and has been living in Berlin since 2015. She<br />

worked for the Cisco Networking Academy for six<br />

months and is now working for Sozialhelden e.V.<br />

and their project DialogBereiter. Collecting the experiences<br />

of 2015 in a practical handbook on refugee<br />

issues, the project’s goal is to help intensify dialogue<br />

and benefit from experiences both good and bad.<br />

Hend conducts interviews with refugees throughout<br />

Germany.<br />

Foto S. 28 | photo p. 28, Text S. 90 | text p. 90<br />

Hiba<br />

Obaid<br />

26 Jahre, aus Aleppo, Syrien, ist seit 2015 in Berlin.<br />

Nach mehreren Praktika als Journalistin macht sie<br />

gerade ein Volontariat bei Radio Alex und studiert<br />

an der Evangelischen Journalistenschule.<br />

26 years, from Aleppo, Syria, has lived in Berlin since<br />

2015. After interning at various media, she now is<br />

a trainee at Radio Alex and studies at Evangelische<br />

Journalistenschule.<br />

Kefah<br />

Ali Deeb<br />

34 Jahre, aus Latakia, Syrien, ist Künstlerin und<br />

Menschen rechtsaktivistin und lebt seit 2014 in Berlin.<br />

Sie ist Mitglied <strong>im</strong> Exekutivausschuss des Nationalen<br />

Koordinationskomitees für Demokratischen Wandel,<br />

das sich für einen friedlichen und demokratischen<br />

Wandel in Syrien einsetzt. Aufgrund ihrer oppositionellen<br />

Haltung gegen das Assad-Reg<strong>im</strong>e wurde sie<br />

mehrfach inhaftiert. Sie wird regelmäßig zu internationalen<br />

Konferenzen eingeladen, um über die Lage<br />

in Syrien zu referieren, in Berlin schreibt sie u. a. eine<br />

Kolumne für die taz und ist Guide be<strong>im</strong> Multaka-<br />

Projekt <strong>im</strong> Museum für Islamische Kunst.<br />

34 years, from Latakia, Syria, is an artist and human<br />

rights activist and has been living in Berlin since<br />

2014. She is a member of the executive commission<br />

of the National Coordination Committee for Democratic<br />

Change, supporting a peaceful and democratic<br />

change in Syria. Opposing the Assad reg<strong>im</strong>e openly,<br />

she was confined numerous t<strong>im</strong>es. She has been<br />

fre quently invited to international conferences to<br />

report about the situation in Syria. In Berlin, she is<br />

a columnist for the daily newspaper taz and a guide<br />

at the Museum for Islamic Art, as part of the project<br />

Multaka.<br />

Foto S. 26 | photo p. 26, Text S. 89 | text p. 89<br />

Lama<br />

Ahmad<br />

39 Jahre, aus Homs, Syrien. Die <strong>Frauen</strong>rechts-Aktivistin<br />

(sie ist Mitglied der Syrischen Feministischen<br />

Lobby), und ehemalige syrische Diplomatin wurde<br />

2017 Referentin <strong>im</strong> Landtag Brandenburg. Seit Juni<br />

2013 lebt sie in Stahnsdorf.<br />

39 years, from Homs, Syria. A women’s rights acitivist<br />

– she is a member of the Syrian Feminist Lobby –<br />

and former Syrian diplomat, she became an advisor<br />

for the Brandenburg Landtag in 2017. She has been<br />

living in Stahnsdorf since June 2013.<br />

Foto S. 30 | photo p. 30, Text S. 90 | text p. 90<br />

Foto S. 22 | photo p. 22, Text S. 87 | text p. 88<br />

Foto S. 50 | photo p. 50, Text S. 102 | text p. 102<br />

125


Lama<br />

Haddad<br />

Linas Schwester, 26 Jahre, aus Syrien, studiert englische<br />

Literatur an der Freien Universität zu Berlin,<br />

besucht Schauspielworkshops und arbeitet <strong>im</strong> Flüchtlingshe<strong>im</strong><br />

als Sozialarbeiterin und Dolmetscherin,<br />

letzteres auch bei Kulturveranstaltungen. Als der<br />

Krieg in Syrien ausbrach, schickten ihre Eltern sie<br />

nach Süddeutschland zu ihrem Onkel, der seit 30<br />

Jahren dort lebt und für sie bürgte.<br />

Lina’s sister, 26 years, from Syria, studies English litera<br />

ture at Humboldt University of Berlin, takes<br />

acting classes and is a social worker and interpreter<br />

at a refugee hostel and for cultural events. When the<br />

war broke out in Syria, her parents sent her off to her<br />

uncle and guarantor, who has been living in Southern<br />

Germany for thirty years.<br />

Foto S. 34 | photo p. 34<br />

Lina<br />

Haddad<br />

Lamas Schwester, 28 Jahre, aus Syrien, studierte vier<br />

Jahre lang Medizin in Japan. Zurzeit promoviert<br />

sie an der FU Berlin in Psychologie und arbeitet als<br />

Psychologin mit Flüchtlingen.<br />

Lama’s sister, 28 years, from Syria, spent four years<br />

in Japan studying medical science. Presently, she is<br />

doing her PhD in psychology at the Free University<br />

of Berlin and works as a psychologist with refugees.<br />

Foto S. 36 | photo p. 36, Text S. 92 | text p. 93<br />

Malakeh<br />

Jazmati<br />

30 Jahre, aus Damaskus, Syrien, studierte Literaturwissenschaften.<br />

Nach ihrer Flucht nach Jordanien<br />

wurde sie durch einen syrischen Oppositionssender<br />

als Fernsehköchin bekannt. Seit 2015 lebt<br />

sie in Deutschland. 2017 erschien ihr Kochbuch<br />

Sehnsuchts rezepte aus meiner syrischen He<strong>im</strong>at<br />

(ZS Verlag).<br />

30 years, from Damascus, Syria, studied literature.<br />

A refugee in Jordan, she became known as a chef<br />

for a Syrian opposition TV station. Since 2015 she<br />

has been living in Germany. In 2017 she published<br />

a cookbook in German, Sehnsuchtsrezepte aus<br />

meiner syrischen He<strong>im</strong>at (ZS Verlag).<br />

Mariam<br />

Meetra<br />

25 Jahre, aus Afghanistan, studierte Journalistik und<br />

PR in Kabul. Sie ist Schriftstellerin, Mitglied des<br />

afghanischen PEN, <strong>Frauen</strong>rechtsaktivistin und lebt<br />

seit 2015 in Berlin.<br />

25 years, from Afghanistan, studied journalism and<br />

PR in Kabul. She is a writer, member of Afghan PEN<br />

and women’s rights activist and has been living in<br />

Berlin since 2015.<br />

Foto S. 74 | photo p. 74, Text S. 114 | text p. 116<br />

Mariana<br />

Karkoutly<br />

25 Jahre, aus Syrien, lebt seit 2015 in Berlin. Sie hat<br />

einen Master in Sozialer Arbeit und Menschenrechten<br />

von der Alice Salomon Hochschule und<br />

studiert jetzt Sozialwissenschaften an der Humboldt<br />

Universität. Sie leitet und koordiniert Selbsthilfegruppen<br />

<strong>im</strong> Café LouLou.<br />

25 years, from Syria, has lived in Berlin since 2015.<br />

She has a master degree in social work and human<br />

rights from Alice Salomon Hochschule and currently<br />

studies social sciences at Humboldt University for<br />

second degree. She is one of the project managers<br />

for refugees self-help groups at Cafe LouLou.<br />

Foto S. 54 | photo p. 54, Text S. 103 | text p. 104<br />

Nivin<br />

Almousa<br />

33 Jahre, aus Hama, Syrien, hat englische Literatur<br />

studiert und in der Türkei für die französische NGO<br />

Handicap-International gearbeitet. Sie lebt seit 2015<br />

in Berlin und war zu einem Förderprogramm der<br />

EFA eingeladen, das <strong>Frauen</strong> dabei unterstützt, politisch<br />

zu arbeiten.<br />

33, from Hama, Syria, studied English literature and<br />

worked for the French NGO Handicap International<br />

in Turkey. Since 2015 in Berlin, she was invited to<br />

take part in an EFA promotion program, supporting<br />

women in their political work.<br />

Raja<br />

Banout<br />

62 Jahre, aus Syrien, arbeitete als Landwirtschaftsingenieurin<br />

<strong>im</strong> Management ihrer eigenen Firma. Sie<br />

gründete den syrischen <strong>Frauen</strong>chor Haneen.<br />

62 years, from Syria, worked as an agricultural engineer<br />

in business management in her own company.<br />

She is the founder of Haneen, a Syrian women’s choir.<br />

Foto S. 44 | photo p. 44, Text S. 100 | text p. 100<br />

Rand<br />

Sabbagh<br />

33 Jahre, aus Syrien, ist Journalistin und kam 2014<br />

mit einem Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung<br />

nach Berlin.<br />

33 years, from Syria, is a journalist and came to Berlin<br />

in 2014 with a scholarship from the Friedrich-Ebert-<br />

Foundation<br />

Foto S. 72 | photo p. 72<br />

Rasha<br />

Abbas<br />

32 Jahre, aus Damaskus, Syrien, ist Schriftstellerin.<br />

2014 erhielt sie das Jean-Jacques-Rousseau-Stipendium<br />

der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.<br />

2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch auf Deutsch,<br />

Die Erfindung der Deutschen Grammatik (Mikrotext).<br />

2017 zog sie in die Niederlande.<br />

32, from Damascus, Syria, is a writer. A Jean-Jacques<br />

Rousseau fellow at Akademie Schloss Solitude in<br />

Stuttgart in 2014, she has already published her first<br />

book in Germany, Die Erfindung der deutschen Grammatik<br />

(The invention of German grammar, Mikrotext<br />

2016). In 2017 she moved to the Netherlands.<br />

Foto S. 52 | photo p. 52<br />

Foto S. 46 | photo p. 46, Text S. 101 | text p. 101<br />

Foto S. 82 | photo p. 82<br />

126


Rita<br />

Butman<br />

31 Jahre, aus Syrien, war Managerin bei einem syrischen<br />

Telekommunikationsunternehmen. Sie lebt seit<br />

2016 in Berlin und arbeitet bei Cisco Systems.<br />

31 years, from Syria, was a manager at a Syrian telecommunication<br />

company. She came to Berlin in 2016<br />

and worked for Cisco Systems.<br />

Foto S. 40 | photo p. 40, Text S. 98 | text p. 98<br />

Sajida<br />

Altaya<br />

20 Jahre, von den Golanhöhen, Syrien, ist Studentin<br />

der Ingenieurwissenschaften. Sie war eine der Syrerinnen,<br />

die in der Volksbühnen-Produktion Iphigenie<br />

ihre eigene Geschichte spielten. Seit 2015 lebt sie in<br />

Deutschland.<br />

20 years, from the Golan Heights, Syria, studies<br />

engineering. She was one of the Syrian women who<br />

played their own stories in Iphegenie, a production<br />

by Volksbühne. Sajida has lived in Germany since<br />

2015.<br />

Foto S. 42 | photo p. 42, Text S. 99 | text p. 99<br />

Sharmila<br />

Hash<strong>im</strong>i<br />

29 Jahre, aus Herat, Afghanistan, studierte Jura und<br />

arbeitete in Afghanistan als freie Journalistin für<br />

Rundfunk und Fernsehen. Seit Oktober 2013 lebt sie<br />

mit ihrem Sohn in Berlin. Sie nahm am Mentorenprojekt<br />

von Reporter ohne Grenzen teil und hat eine<br />

Kolumne <strong>im</strong> Familienmagazin der Süddeutschen<br />

Zeitung. Zudem arbeitet sie als interkulturelle Dolmetscherin<br />

für die Polizei.<br />

29, from Herat, Afghanistan, studied law and worked<br />

as a freelance journalist for Afghan radio and television.<br />

Since October 2013 she has lived in Berlin with<br />

her son. She participated in the Reporters Without<br />

Borders mentoring project and regularly writes a column<br />

for the Süddeutsche Zeitung Familie magazine.<br />

She also works as an intercultural interpreter for the<br />

police.<br />

Tora<br />

Aghabayova<br />

36 Jahre, aus Baku, Aserbaidschan, ist eine Künstlerin,<br />

deren Gemälde auf der 52. Biennale von Venedig<br />

gezeigt wurden, außerdem in Moskau, Berlin, London,<br />

Paris, Basel und Tiflis. Seit Januar 2015 lebt sie<br />

mit ihrer Tochter in Berlin.<br />

36 years, from Baku, Azerbaijan, is a painter whose<br />

works have been shown at the 52nd Venice Biennale,<br />

in Moscow, Berlin, London, Paris, Basel, and Tiblisi.<br />

Since January 2015 she has lived in Berlin together<br />

with her daughter.<br />

Foto S. 62 | photo p. 62, Text S. 108 | text p. 108<br />

Wafa<br />

Mustafa<br />

27 Jahre, aus Syrien, ist politische Aktivistin und<br />

Journalistin. Von der Türkei aus berichtete sie für<br />

verschiedene Medien über den Krieg in Syrien.<br />

Als sie als Mitglied einer Anti-IS-Aktivistengruppe<br />

wieder fliehen musste, bot ihr Deutschland 2016<br />

politisches Asyl an. Am Bard College studiert sie<br />

Humanities, Arts, and Social Thoughts, mit einem<br />

Schwerpunkt auf Kunst und Ästhetik.<br />

27 years, from Syria, is a political activist and journalist.<br />

Based in Turkey, her reports about the war in<br />

Syria were published by various media. When, as<br />

a member of a group campaigning against Isis, she<br />

had to flee once more, Germany offered her political<br />

asylum in 2016. At Bard College she studies Humanities,<br />

Arts, and Social Thoughts, focussing on arts and<br />

aesthetics.<br />

Foto S. 60 | photo p. 60, Text S. 106 | text p. 107<br />

Widad<br />

Nabi<br />

32 Jahre, aus Kobanê, Syrien, ist Lyrikerin. Sie studierte<br />

Wirtschaftswissenschaften in Aleppo. Ihre Texte<br />

wurden in England und Frankreich veröffentlicht<br />

und in Deutschland in den Anthologien Weg sein –<br />

hier sein (Secession Verlag) und Die Flügel meines<br />

schweren Herzens (Manesse).<br />

32 years, from Kobanê, Syria, is a poet, she studied<br />

economics in Aleppo. Some of her poems were<br />

published in England and France and in two German<br />

anthologies, Weg sein – hier sein (Being gone – being<br />

here, Secession Verlag) and Die Flügel meines schweren<br />

Herzens (Wings of my heavy heart, Manesse).<br />

Ya r a<br />

12 Jahre, aus Syrien, ist Schülerin.<br />

12 years, from Syria, is a student.<br />

Foto S. 64 | photo p. 64, Text S. 108 | text p. 108<br />

Yasmine<br />

Merei<br />

32 Jahre, aus Homs, musste Syrien 2012 wegen ihrer<br />

politischen Aktivitäten verlassen. Die Journalistin und<br />

Menschenrechtsaktivistin war 2015 Stipendiatin der<br />

Villa Aurora in Los Angeles. Sie hat für diverse syrische<br />

Zeitungen geschrieben und war Mitherausgeberin der<br />

Magazine Al Haqiqa und Suwar, Gründungsmitglied<br />

der Syrian Women’s Lobby, Mitglied der syrischen<br />

Civic and Democratic Action Society und Associate<br />

Director der Campaign Against Childhood Marriage.<br />

Zwischen 2012 und 2017 leitete sie das illegale <strong>Frauen</strong>magazin<br />

Saiedet Souria, dessen Ziel es ist, <strong>Frauen</strong> in<br />

Syrien über ihre Rechte aufzuklären. 2017 erhielt die<br />

Zeitschrift den Göttinger Friedenspreis. Mit Sasha<br />

Waltz & Guests arbeitet Yasmine am Festival Zuhören,<br />

in dessen Rahmen 2017 auch ihre Initiative Women<br />

for Common Spaces präsentiert wurde, eine Schreibwerkstatt,<br />

die geflüchtete Araberinnen ermutigt, ihre<br />

Geschichten aufzuschreiben.<br />

32 years, from Homs, left Syria in 2012 due to her<br />

political activities, journalist and human rights activist,<br />

fellow at Villa Aurora in Los Angeles (2015). She wrote<br />

for various Syrian newspapers and was co-publisher<br />

of Al Haqiqa and Suwar magazines, co-founder of the<br />

Syrian Women’s Lobby, member of the Syrian Civic<br />

and Democratic Action Society, as well as Associate<br />

Director of the Campaign Against Childhood Marriage.<br />

From 2013 to 2017 she was editor-in-chief of<br />

the illegal women’s magazine Saiedet Souria, a<strong>im</strong>ing to<br />

inform Syrian woman about their rights. In 2017, the<br />

magazine received the Göttingen Peace Award. With<br />

Sasha Waltz & Guests she works for the festival Zuhören,<br />

where she also presented her initiative Women for<br />

Common Spaces, a writing workshop which wants to<br />

encourage Arab women to write down their life stories.<br />

Foto S. 80 | photo p. 80, Text S. 121 | text p. 121<br />

Zahraa<br />

Alhasoon<br />

37 Jahre, aus dem Irak, ist Rechtsberaterin und hat <strong>im</strong><br />

Libanon für eine amerikanische Firma gearbeitet.<br />

37 years, from Iraq, is a legal council and worked in<br />

the Lebanon for a US firm.<br />

Foto S. 70 | photo p. 70, Text S. 112 | text p. 113<br />

Foto S. 66 | photo p. 66, Text S. 109 | text p. 110<br />

Foto S. 78 | photo p. 78, Text S. 120 | text p. 120<br />

127


Hinweis zu Fotos<br />

und Texten<br />

Comment on the photos<br />

and texts<br />

Impressum | Imprint<br />

Museum Europäischer Kulturen –<br />

Staatliche Museen zu Berlin<br />

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung |<br />

Catalogue for the exhibition (9.3. – 15. 7. 2018):<br />

<strong>Ich</strong> <strong>habe</strong> <strong>mich</strong> <strong>nicht</strong> <strong>verabschiedet</strong> – <strong>Frauen</strong> <strong>im</strong> <strong>Exil</strong><br />

Fotografien von Heike Steinweg<br />

I never said goodbye – Women in exile<br />

Photographs by Heike Steinweg<br />

Schriften der Freunde des Museums<br />

Europäischer Kulturen, Heft 17<br />

Publication series of Freunde des Museums<br />

Europäischer Kulturen, volume 17<br />

Konzept | Concept<br />

Heike Steinweg, Irene Ziehe<br />

Redaktion | Editor<br />

Irene Ziehe<br />

Publikationsmanagement bei den Staatlichen<br />

Museen | Publication management for SMB<br />

Sigrid Wollmeiner, Andrea Schindelmeier<br />

Projektmanagement <strong>im</strong> Verlag<br />

Project management for publishing house<br />

Caroline Keller<br />

Gestaltung und Satz | Layout und typeset<br />

Carmen Klaucke, Berlin<br />

Druck und Bindung | Print and binding<br />

druckhaus köthen GmbH & Co. KG<br />

Bibliografische Information der Deutschen<br />

Nationalbibliothek:<br />

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet<br />

diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;<br />

detaillierte bibliografische Daten<br />

sind <strong>im</strong> Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.<br />

German National Library bibliographical<br />

information:<br />

The German National Library lists this publication<br />

in the German National Bibliography; detailed<br />

bibliographical information is available online at<br />

http://dnb.dnb.de<br />

ISBN 978-3-86502-403-9<br />

© 2018 Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer<br />

Kulturbesitz, E. A. Seemann Verlag in der<br />

E. A. Seemann Henschel GmbH & Co. KG, Leipzig,<br />

die Autorinnen und die Fotografin<br />

© 2018 Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer<br />

Kulturbesitz, E. A. Seemann Verlag within<br />

E. A. Seemann Henschel GmbH & Co. KG, Leipzig,<br />

authors and photographer<br />

www.smb.museum<br />

www.seemann-verlag.de<br />

Die Porträts sind in den Jahren 2016 und 2017<br />

entstanden. Die Altersangaben der <strong>Frauen</strong> in den<br />

Texten und Biografien beziehen sich auf das Jahr,<br />

in dem das Porträt entstanden ist.<br />

The information on the women’s ages in their texts<br />

and their biographies refer to the year in which the<br />

portraits were taken, i.e. 2016 or 2017.<br />

Textnachweise<br />

Text verification<br />

Enana<br />

Vollständiger Text | Full text in: Letters to Europe –<br />

refugee women write, FutureLab Europe 2017<br />

Kefah Ali Deeb<br />

»Auf dem Radweg. Wie eine Konfrontation auf dem<br />

Radweg die Chance auf Liebe böte – wenn man<br />

denn miteinander sprechen könnte« in der Kolumne<br />

»Hier und dort« auf taz.de, 16. 2. 2016, mit freundlicher<br />

Genehmigung der taz<br />

»On the bike path. How a confrontation on the bike<br />

path could offer the opportunity of love – if only<br />

one could communicate« in the column »here and<br />

there« on taz.de, February 16 th , 2016, courtesy of<br />

the taz<br />

Mariam Meetra<br />

»Ein Lied für die Befreiung«, Erstveröffentlichung<br />

in die horen – Zeitschrift für Literatur, Kunst und<br />

Kritik, Band 261, 61. Jahrgang, 2016, S. 207<br />

»A song for liberation«, first published in die horen –<br />

magazine for literature, art and critics, issue 261,<br />

61 st year, 2016, p. 207<br />

Sharmila Hash<strong>im</strong>i<br />

»Wir sahen großartig aus!«, in der Kolumne<br />

»ANKOMMEN«, SZ Familie, Heft Juli/August 2017,<br />

S. 32<br />

»We looked great!«, in the column »ARRIVING«,<br />

issue July/August 2017, p. 32<br />

Wafa Mustafa<br />

Der Text entstand <strong>im</strong> Rahmen einer literarischinstallativen<br />

Videoarbeit für eine Ausstellung des<br />

Bard College in Berlin.<br />

The text was created within the context of a literary<br />

installative video project for an exhibition of the<br />

Bard College Berlin.<br />

Yasmine Merei<br />

Vorwort zur Dokumentation ihres Projekts Women<br />

for Common Spaces, in dem <strong>Frauen</strong> sich in einer<br />

Schreibwerkstatt über ihre Erfahrungen austauschen.<br />

Preface of the documentation for her project<br />

Women for Common Spaces, that allows women<br />

to exchange their experiences in the context of<br />

a writing workshop.<br />

Ausstellung | Exhibition<br />

Konzept | Concept<br />

Heike Steinweg<br />

Koordination | Coordination<br />

Irene Ziehe<br />

Konservatorische Betreuung<br />

Conservation support<br />

Martina Luttmer, Juliana Polte<br />

Museumsdokumentation<br />

Museum documentation<br />

Kirstin Csutor<br />

Ausstellungsgestaltung und -grafik<br />

Exhibition design and graphic<br />

Renate Sander<br />

Gestaltung der Werbemittel | Marketing design<br />

Smith. Agentur für Markenkommunikation<br />

Printherstellung | Printing<br />

das foto <strong>im</strong>age factory GmbH<br />

Übersetzungen | Translations<br />

Beatrice Faßbender, Robin Cackett,<br />

Susanne Baghestani<br />

128


Seit 2015 porträtiert Heike Steinweg <strong>Frauen</strong>, die in Berlin <strong>im</strong> <strong>Exil</strong> leben.<br />

Sie sind <strong>nicht</strong> nur vor Krieg, sondern auch vor Geschlechterdiskr<strong>im</strong>inierung<br />

in ihrer He<strong>im</strong>at geflohen. Sie <strong>habe</strong>n die verschiedensten kulturellen,<br />

regionalen und sozialen Hintergründe. Gemeinsam sind ihnen jedoch<br />

der Mut und der Wille, neu zu beginnen. Gerade <strong>Frauen</strong> spielen bei<br />

Migrationsbewegungen eine zentrale Rolle, weil sie hier Verantwortung<br />

übernehmen, die ihnen vorher versagt war.<br />

Die Fotografin zeigt Menschen, die die Entscheidung getroffen <strong>habe</strong>n, ihr<br />

Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich eine neue Existenz aufzubauen.<br />

Sie verleiht ihnen eine Präsenz, in der ihre Würde und Individualität<br />

sichtbar wird. Die Porträts werden von persönlichen Texten der <strong>Frauen</strong><br />

begleitet: kurze Gedanken, biografische Berichte und literarische Texte.<br />

Since 2015 Heike Steinweg has been taking portraits of women living<br />

in exile in Berlin. They have not only escaped from war but also from the<br />

sexual discr<strong>im</strong>ination they suffered at home. These women are from<br />

extremely diverse cultural, regional, and social backgrounds. What they<br />

all have in common is the courage and the will to start afresh. Women<br />

play a crucial role in migration movements because they often take<br />

responsibilities previously denied to them.<br />

The photographer shows human beings determined to take control of<br />

their own lives and to create a new existence for themselves. She gives<br />

them a presence that visualises their dignity and individuality. Personal<br />

statements by the women accompany their portraits: brief reflections,<br />

biographical narratives, and literary prose.

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