Die Ärzte müssen endlich anfangen, außerhalb des Systems zu ...

mediverbund

Die Ärzte müssen endlich anfangen, außerhalb des Systems zu ...

hierüber, soweit mir bekannt ist, Gedanken

gemacht und eine Grundsatzentscheidung

getroffen.

MEDITIMES : Medizinische Versorgungszentren

und die Öffnung der Kliniken für

ambulante Leistungen machen den niedergelassenen

Ärzten immer mehr

Konkurrenz. Was könnte eine Rechtsprechung

aus Brüssel hier bewirken?

Steck : Es geht nicht darum, den

Wettbewerb zwischen den Praxen und

den Krankenhäusern bei der ambulanten

Versorgung einzuschränken. Ich kann mir

auch vorstellen, dass für viele Ärzte eine

gut ausgehandelte Kooperation mit dem

Krankenhaus vor Ort im Einzelfall eine

sinnvolle Alternative darstellt, den Wettbewerbsdruck

durch die Krankenhäuser

zu entschärfen. Bei der MEDI Beschwerde

vor der Europäischen Kommission geht

es darum, unerträgliche Wettbewerbsverzerrungen

durch staatliche Eingriffe zu

unterbinden oder zumindest zu beschränken.

Eine immer stärkere Verzahnung von

ambulanten und stationären Leistungen

kann nicht ohne Folgen bleiben für die

bisher völlig einseitige staatliche Subventionierung.

Der Staat wird sich inZukunft

auf dem Gesundheitsmarkt mehr zurückhalten

müssen. Das begünstigt nicht nur

den fairen Wettbewerb, sondern entlastet

auch den Steuerzahler. Dazu könnten

die Beschwerden in Brüssel einen

wichtigen Beitrag leisten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Angelina Schütz

ZUR PERSON

Dr. jur. Joachim B. Steck, geboren 1964

in Fürstenfeldbruck bei München, ist spezialisiert

auf Arzt– und Medizinrecht. Vor

seinem Jurastudium hat Steck eine Ausbildung

zum Sozialversicherungsfachangestellten

bei der Barmer Ersatzkasse gemacht.

Nach dem Studium war er zwei

Jahre lang bei der Kassenärztlichen Vereinigung

Südwürttemberg beschäftigt, bevor

er sich 1997 als Anwalt in der Kanzlei

„Klammt-Asprion &Steck“ niederließ.

DIALOG

KOMMENTAR

Klagen allein

reicht nicht

Kliniken erhalten öffentliche Mittel, um

sich über Wasser zu halten und Ärzten

in der ambulanten Versorgung Konkurrenz

zu machen –ein klarer Fall von

Wettbewerbsverzerrung. Gut, dass MEDI

sich dagegen wehrt und vor die Europäische

Kommission zieht. Die Beschwerde

allein ist schon ein politisches

Signal: Tausende von Ärzten und

Psychotherapeuten schaffen öffentliche

Wahrnehmung. Die Erfolgsaussichten

sind nicht schlecht, aber es kann eben

dauern, bis die Gerechtigkeit siegt.

Bis es soweit ist, dürfen wir MEDI

Mitglieder nicht einfach „abwarten und

Tee trinken“. Klagen allein reicht nicht.

Wir müssen unsere Basis weiter verbreitern,

unsere Kräfte bündeln und

unser politisches Gewicht vergrößern.

Unsere Idee der fachübergreifenden

Zusammenarbeit ist konkurrenzlos und

hat sich in der Vergangenheit bereits

bewährt. Dafür setzt sich MEDI seit 6

Jahren ein. Setzen Sie sich dafür ein,

Ihren Kollegen MEDI näher zu bringen

und aktive Mitglieder zu gewinnen.

Dr. Michael Ruland

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IMPRESSUM

MEDITIMES

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ist uns wichtig

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Herausgeber

MEDI Baden–Württemberg e.V.

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Telefon: 0711/8060790

Fax: 0711/ 80607950

www.medi-deutschland.de

Redaktion

Angelina Schütz

Verantwortlich i.S.d.P.

Dr. med. Werner Baumgärtner

Design

Heinz P.Fothen

Druck

W.Kohlhammer Druckerei,

GmbH &Co. Stuttgart

Erscheinungsweise vierteljährlich

Nachdruck nur mit Genehmigung

des Herausgebers

Die nächste MEDITIMES erscheint

im September 2005 .

Anzeigenschluss ist der 31. Juli.

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