Dossier "Frieden fördern" der Aktion Sternsingen 2020

mission2015

Wie die Geschwister auf dem Titelbild des Dossiers «Frieden fördern» leben rund eine Million syrische Flüchtlinge im kleinen Nachbarland Syrien. Etwa ein Drittel von ihnen lebt in der Bekaa-Ebene. In den Flüchtlingslagern nahe der syrischen Grenze wohnen sie unter prekären Bedingungen.

Im Dossier erfahren Sie, wie Frieden gefährdet und wie Frieden gefördert werden kann. Das machen die Beiträge der Projektpartner, der Fachleute und der Mitarbeiter*innen deutlich.

TEIL 1

WAS GEFÄHRDET DEN FRIEDEN?

Die Eltern dieser Geschwister

sind im Osten Kongos von

Milizen umgebracht worden.

Unterschiedliche Reaktionen

Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf traumatisierende

Ereignisse. Während die einen scheinbar

unbeeinträchtigt bleiben, zeigen andere heftige

Reaktionen. Dies liegt an charakterlichen Eigenschaften,

am Entwicklungsstand und an den

Erfahrungen vor den einschneidenden Erlebnissen.

Je jünger ein Kind ist, umso stärker wird es auch

durch das Verhalten der Eltern in Folge eines

traumatisierenden Ereignisses beeinflusst. Gelingt

es den Eltern, Ruhe, Zuversicht und eine schützende

Atmosphäre auszustrahlen und angemessen auf

Fragen der Kinder zu reagieren, so sind die Reaktionen

der Kinder in der Regel weniger heftig als wenn

die Eltern selbst verängstigt und ratlos sind.

Die häufigsten Reaktionen bei Kleinkindern sind

Entwicklungsverzögerungen. Sie nässen ein, ihre

Sprachentwicklung verlangsamt sich und sie ziehen

sich mehr in sich zurück. Bei älteren Kindern zeigen

sich die klassischen Symptome einer posttraumatischen

Belastungsstörung. Dazu gehören sogenannte

Flashbacks, also wiederholte Erinnerungen an

das traumatisierende Erlebnis, Vermeidung von

Situationen, die an das Erlebnis erinnern, und

Zeichen einer erhöhten psychischen Empfindsamkeit:

Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten,

Schlafstörungen, Reizbarkeit. Es treten auch

verstärkt Schulprobleme auf. In der Fachliteratur

werden die im Verlauf einer posttraumatischen

Belastungsstörung auftretenden Symptome und

Reaktionen unterschieden: Internalisierende

Reaktionen sind etwa Sorgen, Angst, Grübeleien,

Verlustgefühle, Depression und Selbstmordgedanken;

zu den externalisierenden Reaktionen zählen

straffälliges Verhalten, Missbrauch von Alkohol

und anderen Drogen oder die Neigung zu Gewalt.

Mädchen werden dabei eher internalisierende und

Jungen eher externalisierende Reaktionen zugeschrieben.

In der Folge einer Traumatisierung kann

es auch zu Angststörungen und Somatisierungen

kommen: Ein psychisches, oft nicht bewusstes

Unwohlsein drückt sich durch ein körperliches

Krankheitssymptom aus.

26 * DOSSIER

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