Dossier "Frieden fördern" der Aktion Sternsingen 2020

mission2015

Wie die Geschwister auf dem Titelbild des Dossiers «Frieden fördern» leben rund eine Million syrische Flüchtlinge im kleinen Nachbarland Syrien. Etwa ein Drittel von ihnen lebt in der Bekaa-Ebene. In den Flüchtlingslagern nahe der syrischen Grenze wohnen sie unter prekären Bedingungen.

Im Dossier erfahren Sie, wie Frieden gefährdet und wie Frieden gefördert werden kann. Das machen die Beiträge der Projektpartner, der Fachleute und der Mitarbeiter*innen deutlich.

TEIL 2

WIE ERREICHT UND STABILISIERT MAN FRIEDEN?

Der folgende Vorschlag erweitert vorhandene Kompetenzmodelle,

dient aber auch nur als suchende Annäherung mit

der Absicht, das Kompetenzspektrum friedenspädagogischer

Lernprozesse zu erweitern.

Folgende sieben Ebenen werden

dabei unterschieden:

1. Kognitive und analytische Kompetenzen:

Frieden lernen durch Erkennen, Nachvollziehen

und Verstehen von Konfliktursachen, Gewaltkontexten,

Konfliktdynamiken und Friedensprozessen

2. Emotionale und körperbezogene Kompetenzen:

Frieden lernen durch Spüren, Fühlen, Sinneswahrnehmungen,

Körpererfahrungen und

Nachempfinden in Bezug auf eigene Konfliktund

Gewalterlebnisse

3. Kommunikative und beziehungsbezogene

Kompetenzen:

Frieden lernen durch Interaktion, Aushandlung,

Dialog, Kooperation und Beziehungsgestaltung

in Bezug auf Interessens- und Bedürfniskonflikte

4. Soziale und gruppenbezogene Kompetenzen:

Frieden lernen durch Gruppenerfahrungen und

Gruppendynamiken in Bezug auf den Umgang mit

Konflikten und die Gestaltung gewaltfreier

sozialer Gruppenprozesse

Ethische und haltungsbezogene Kompetenzen:

Frieden lernen durch Bewerten, Urteilsbildung,

Werthaltungen und ethisch-moralische Reflexion

in Bezug auf Gewaltkontexte, Konfliktdynamiken

und Friedensprozesse

5. Methodische und anwendungsbezogene

Kompetenzen:

Frieden lernen durch Anwendung, Aktion, Praxis

und konkrete Handlung in Bezug auf konkrete

Gewalt- und Konfliktkontexte

6. Reflexive und personale Kompetenzen:

Frieden lernen durch Selbsterfahrung, Selbstreflexion

und Metakognition (d.h. das Denken über

das Denken oder die Auseinandersetzung mit den

eigenen Gedanken, Meinungen, Einstellungen,

der eigenen Aufmerksamkeit und Kreativität) in

Bezug auf den gesamten friedenspädagogischen

Bildungsprozess und alle damit verbundenen

Kompetenzbereiche

Methodische und

anwendungsbezogene

Kompetenzen

Emotionale und

körperbezogene Kompetenzen

Ethische und

haltungsbezogene

Kompetenzen

Kompetenzbereich

der

Friedenspädagogik

Kognitive und

analytische Kompetenzen

Kommunikative und

beziehungsbezogene Kompetenzen

Soziale und

gruppenbezogene

Kompetenzen

Reflexive und

personale Kompetenzen

46 * DOSSIER

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