stylus Winterausgabe 2019-2020

stylusdasmagazin

MÜNCHEN

Das Metropolmagazin.

Architektur. Interieur. Design. Fotografie. Lebensstil.

DORTMUND

HAMBURG

KÖLN/BONN

MÜNSTER

OSNABRÜCK

AUSGABE 03/2019

SCHUTZGEBÜHR 8 EURO

WINTERLICHES

POTPOURRI

Kunst am Bau, Lucy Raven: Lichtspielhaus im

Bauhaus Museum Dessau, 2019, Copyright: Stiftung

Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ


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DAS JAHR 2019 NEIGT SICH DEM ENDE ZU ...

FREUEN WIR UNS AUF 2020!

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

schon wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Dieses Mal sogar ein Jahrzehnt,

denn es erwartet uns 2020! Unsere diesjährige Herbst-/Winterausgabe steht

unter dem Motto „Potpourri“– was so viel bedeutet wie „ein aus verschiedenen

beliebten kleineren Werken oder Melodien zusammengestelltes Musikstück“.

Genauso sehen wir auch diese Ausgabe. Es gibt viele unterschiedliche Geschichten,

Neuigkeiten und Porträts, die dieses Mal das stylus Magazin ausmachen.

Wir freuen uns auch über Anregungen,

Fragen und natürlich über Lob oder Kritik.

Schreiben Sie uns:

kontakt@stylus-das-magazin.com

Wir haben uns mit der Architektur von Werner Tscholl beschäftigt, der den Mut

hat, Unmögliches zu denken, und das auch gerne mitten in den Bergen plant.

Außerdem sind wir vom neuen Bauhaus Museum in Dessau begeistert – aber auch

von „The Arc“ – einem geplanten Besucherzentrum im arktischen Eis.

Frauen spielen in dieser Ausgabe ebenfalls eine große Rolle: Den Beginn machen

Frauen am Feuerring, gefolgt von einer vielseitig begabten Designerin. „Starke

Stücke“ werden von einem außergewöhnlichen Frauen-Duo kreiert, und zwei junge

Frauen haben sich voll und ganz der „Wiederherstellung“ von außergewöhnlichen

Dingen verschrieben.

Dazwischen geht es ein klein wenig martialisch zu, wenn der einzigartige Holzdesigner

Stefan Knopp sein Material bearbeitet. Im Gegensatz dazu sorgt ein Mann

südlich von München für viele lichte Momente mit fantastischen Illuminationen.

Abgerundet wird unser Angebot durch Ideen für hochwertige Inneneinrichtungen

von Stein über Holz bis zur Kunst der Handweberei. Kulinarisch haben wir uns

einerseits in der Maximilianstraße umgesehen und andererseits die Hochwertigkeit

von Olivenöl schätzen gelernt.

Sie sehen, meine lieben Leserinnen und Leser, die letzte stylus-Ausgabe in diesem

Jahr ist tatsächlich eine runde und bunte Mischung aus vielen verschiedenen

„Werken“ und Persönlichkeiten. Wir vom stylus-Team hoffen auf jeden Fall, dass Sie

viel Spaß und Freude mit unseren Ideen und Geschichten haben werden.

Genießen Sie die Vor- und Nachweihnachtszeit, finden Sie Muße für Entspannung

und lassen Sie sich von stylus inspirieren. Ich hoffe auf jeden Fall, dass Sie 2020

auch wieder Lust haben werden, unser stylus Magazin durchzublättern.

Ihre Nina Schmid

Chefredakteurin stylus München

2 | 3 stylus. München 2019


76

6

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26

48

52

70

74

60

56


INHALT

30

Der Pionier in der alpinen Architektur 06

Werner Tscholl – gradlinig, modern und ungewöhnlich

Fantastische Illuminationen 12

Ein Besuch bei Licht im werkhaus in Raubling

Das Bauhaus Museum Dessau 18

Eine Verbindung zwischen Stadt und Natur

Frauen an den Feuerring 26

Grillieren hoch auf den Schweizer Bergen

In München schlägt ein Herz für Rimadesio 30

Ein Besuch im Showroom der italienischen Möbelmarke

Stefan Knopp und die Vier-Elemente-Veredelung 36

Fantastische Oberflächenstrukturen für JANUA

Naturstein – sinnlich, ästhetisch und massiv 42

Präzision auf höchstem Niveau

Die Faszination hochwertigen Parketts 48

Extravagantes von S. Fischbacher Living

12

Zwischen Nostalgie und Lebensart 52

Die Simssee Handweberei

36

Skulpturales Design 56

Stefan Kienle und traditionelles Schreinerhandwerk

Schmuck – Ausdruck der Persönlichkeit 60

Starke Stücke von zwei starken Frauen

Design gibt Kulturen und Gefühlen einen Körper 64

Ein Gespräch mit der Designerin Caroline Rauh

Mona Lisl – die Welt der „Wiederherstellung“

Von Restaurierung bis zur Konservierungswissenschaft 70

Olivenöl – das flüssige Gold 74

Jonny OO kennt die Kraft des Öls

Unser Welterbe – gesichert im arktischen Eis 76

Die Idee eines außergewöhnlichen Besucherzentrums

42

Die „Köpfe“ dahinter und ein Ausblick ins Jahr 2020 78

Impressum 25

4 | 5 stylus. München 2019


Text: Nina Schmid |Bildmaterial: www.werner-tscholl.com

PIONIER

Ein

der Architektur im

ALPENRAUM

„WERNER TSCHOLL HAT DEN MUT,

DAS UNMÖGLICHE ZU DENKEN,

UND DANN AUCH NOCH DIE KRAFT,

DIES UMZUSETZEN.“

Paul Thuile, Künstler und Bauherr


Das von Werner Tscholl geplante und realisierte Passmuseum

am Timmelsjoch ist eine von fünf Skulpturen an dieser faszinierenden

Hochalpenstraße. Auf einer Höhe von 2.509 Metern

dokumentiert das Museum die Geschichte der Region. Durch die

Form und Farbgebung fügt sich das Bauwerk in die natürliche

Umgebung hervorragend ein. Das Fundament liegt an der Kante

der Felsen, und der Baukörper überragt das Fundament und die

Landesgrenze um 16 Meter. Das Gesamtwerk ist bekannt unter

dem Namen „Timmelsjoch Erfahrung“.

6 | 7 stylus. München 2019


MANCHMAL WIRD DER ARCHITEKT WERNER

TSCHOLL AUCH ALS „RAUMPFELGER“ BEZEICH-

NET – WEGEN SEINES BESONDEREN GEFÜHLS FÜR

ORTE, HISTORISCHE GEBÄUDE UND UMGEBUNGEN.

VIELLEICHT WILL ER DESWEGEN SEINE HEIMAT

SÜDTIROL AUCH NICHT LÄNGER MIT NEUBAUTEN

BELÄSTIGEN. „WIR MÜSSEN INNEHALTEN. WIR

KÖNNEN NICHT SO TUN, ALS WÜCHSE DAS LAND

NACH“, SAGT ER. DIE GROSSSTADT ALS IDEENGEBER

BRAUCHTE WERNER TSCHOLL NIE. FÜR SEINE PRO-

JEKTE STEHEN MEHR DIE GEOGRAFISCHEN UND LO-

KALEN GEGEBENHEITEN IM VORDERGRUND – UND

GENAU DAS FINDET ER IN SEINER HEIMAT, DEM

VINSCHGAU. DER 1955 GEBORENE ARCHITEKT BLIEB

FAST SEIN GANZES LEBEN LANG IN SÜDTIROL. AUCH

NACH SEINEM STUDIUM IN FLORENZ KAM ER ZU-

RÜCK UND RICHTETE SICH SEIN BÜRO IN MORTER

EIN, JENEM KLEINEN DORF IM VINSCHGAU, IN DEM

ER AUFGEWACHSEN IST.

Werner Tscholls Handschrift ist unverkennbar: modern, geradlinig

und manchmal auch ungewöhnlich – wie bei dem herausragenden

Projekt „die Timmelsjoch Erfahrung“. Mit diesem Bau

hat Werner Tscholl internationale Aufmerksamkeit erregt. An

dem Grenzpass zwischen Österreich und Italien, dem höchsten

unvergletscherten Passübergang der Alpen, installierte der „Architekt

der Berge“ insgesamt fünf außergewöhnliche Skulpturen

mit kuriosen Namen wie Steg, Schmuggler, Passmuseum, Fernrohr

und Granat – alle zusammen ergeben die „Timmelsjoch-Erfahrung“.

Eine der Skulpturen, das Fernrohr, besteht aus zwei

im 60-Grad-Winkel zueinander stehenden, begehbaren Betonobjekten.

Die Baukörper blicken wie ein Fernglas auf die Bergwelt:

zum einen auf den Gletscher und zum anderen weit nach

Südtirol hinein. „1.000 Erfahrungen macht ein Reisender hier“,

erklärt Tscholl, „aber erst durch den bewussten Zwang, sich

die Landschaft zielgerichtet durch die Fernrohre anzuschauen,

kann er seine Erfahrungen einordnen.“ Ein wichtiger Bestandteil

des Konzepts war es, den Reisenden über Natur, Geschichte,

Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft der Region zu informieren.

Mit seiner Materialität, Formgebung und der auf die Landschaft

abgestimmten Farbe fügen sich die Skulpturen perfekt in die Gebirgswelt

ein, ohne störend zu wirken. Mit Ausnahme der stählernen

Aussichtsplattform des Granat wurden alle Objekte aus

Ortbeton gebaut.

Die erste Station auf Nordtiroler Seite vor der Mautstation wurde der zehn Meter lange „Steg“, der über dem Abhang schwebt, mit einem Blick

auf das Ötztal und zahlreiche 3.000er-Gipfel. Die Ausstellung im Inneren liefert Hintergrundinformationen zur Landschaft, zum Naturdenkmal

Obergurgler Zirbenwald, den Gletscher und die Siedlungsgeschichte im hochalpinen Raum.


Der Architekt Werner Tscholl – 2016

zum italienischen Architekten des Jahres

gewählt – hat ein erstaunliches und

vor allem fundiertes Materialwissen. Das

braucht er auch, denn er ist der absolute

Experte, wenn es um die Sanierung und

Revitalisierung von Burgen, Klöstern

und Ruinen geht. „Beim Bauen mit Altbestand

muss man genau wissen, was

man tut, man darf hier keine falschen

Entscheidungen treffen“, sagt Werner

Tscholl. Sein Know-how konnte er zum

Beispiel beim schwierigen Umbau von

Schloss Sigmundskron bei Bozen beweisen.

Die damalige Ruine ist heute das

Herzstück der sechs über Südtirol verteilten

„Messner Mountain Museums“. Dieses

Projekt war eine besondere Herausforderung,

denn die historisch-markante

Silhouette von Sigmundskron sollte nicht

gestört werden. Behutsam und auf ein

Minimum beschränkt, wurden die neuen

Einbauten mit der alten Substanz kombiniert.

Dabei bleibt die neue Architektur

im Hintergrund: Die Glasdächer auf den

Türmen sind beispielsweise von außen

nicht sichtbar, genauso wenig wie Rohre,

Strom- und Wasserleitungen. Als Materialien

hat Tscholl ausschließlich Stahl,

Glas und Eisen verwendet, moderne und

gleichzeitig zeitlose Werkstoffe, die sich

von den alten Mauern abheben. Reinhold

Messner und Werner Tscholl verbinden

noch weitere Bauprojekte, es sind zwei

Männer, die sich in diesem Bereich bestens

verstehen. Deswegen konnte Tscholl

auch das neue „Felsenhaus“ für Reinhold

Messner konzipieren und realisieren. Ein

Haus direkt in den Fels gebaut, sechs Meter

durch den Granit und tatsächlich vom

Tal aus nicht zu sehen ... ein absolutes

Meisterwerk.

Das Herzstück des „Messner Mountain Museums“.

MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Bozen

thematisiert die Auseinandersetzung Mensch-Berg

und wurde am 11. Juni 2006 nach einer dreijährigen

Umbauphase eröffnet. Alle Einbauten bestehen aus den

drei Materialien Stahl, Glas und Eisen.

8 | 9 stylus. München 2019


KLARE LINIEN OHNE ETWAS VERSPIEL-

TES – DIESE HANDSCHRIFT VON WERNER

TSCHOLL ERKENNT MAN AUCH BEI DER

WHISKY-DESTILLERIE PUNI VOR DEN TO-

REN VON GLURNS. DER 13 METER HOHE

KUBUS DER BRENNEREI IST EIN BESON-

DERES BEISPIEL ZEITGENÖSSISCHER AR-

CHITEKTUR DES SÜDTIROLERS. ES IST

FASZINATION PUR, WENN DIE OFFENE

BACKSTEINFASSADE IM INDUSTRIEGE-

BIET – IN UNMITTELBARER NÄHE DER

MITTELALTERLICHEN STADTMAUERN –

ROT IN DER SONNE ERSTRAHLT. DAS GE-

BÄUDE BESTEHT AUS 5.500 GEFÄRBTEN

BETONZIEGELN UND IST INNEN MIT GE-

BRANNTEN TONZIEGELN AUSGESTATTET.

Das Privathaus von Werner Tscholl ist ähnlich spektakulär wie viele seiner Bauten und thront über den Obstanlagen

oder Apfelplantagen. Das Untergeschoss ist in den Hang hineingebaut und der Wohnbereich rundum verglast. Dies

ermöglicht einen einmaligen 360°-Rundumblick. Die fragile Konstruktion steht ausschließlich auf einem Sockel aus

Sichtbeton. Deswegen scheint es, als würde das Gebäude schweben. Für sein „Haus 22“ hat Werner Tscholl als Rohstoff

gemahlenen weißen Marmor verwendet, der im nahe gelegenen Dörfchen Göflan abgebaut wird.

„Für mich ist das Wichtigste, dass der Bauherr sagt: Ich habe das bekommen, was ich in Auftrag gegeben habe. Früher, als ich noch

jünger war, da war man radikaler und meinte: Wenn es den Leuten gefällt, dann ist es keine gute Architektur. Aber das hat sich verändert.

Im Grunde wäre es natürlich das Maximale, wenn meine Architektur wirklich allen Leuten gefällt“, lacht Tscholl.

Sein Ziel ist es, dass seine Bauprojekte stimmig sind, Charakter haben und eine Ausstrahlung. Auf keinen Fall dürfen sie plastifiziert

wirken. Denn für Werner Tscholl muss ein Gebäude leben, das ist einer seiner Grundsätze. Denn Architektur ist für ihn, erlebbaren

Raum zu schaffen, im Sinne von „erleben und leben“.

www.werner-tscholl.com


THE SPIRIT OF PROJECT

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LICHT

Text: Nina Schmid | Bildmaterial: Licht im werkhaus

INS DUNKEL

Ob Neubau oder Sanierung, ob am

Arbeitsplatz oder im Außenbereich

– Licht ist überall das Wesentliche

und für uns Menschen unverzichtbar.

Um stimmungsvolle Räume oder

eine angenehme Lichtatmosphäre

inszenieren zu können, braucht man

die perfekte Beleuchtung. Dabei ist

es unerheblich, ob dieses Ziel durch

Deckenlampen, indirekte Strahler

oder Wandleuchten erreicht wird.

Viel entscheidender ist eine professionelle

Planung der gewünschten

Lichtinstallationen. Das ist die Basis

für ein harmonisches Gesamtkonzept.

Denn die Beleuchtung entscheidet

darüber, ob man sich in seiner

Umgebung wohlfühlt. stylus war in

Raubling bei Rosenheim, südlich von

München, und hat sich mit Benedikt

und Maria Adolff über das Thema

Lichtplanung unterhalten. Mit ihrer

langjährigen Erfahrung führen sie

gemeinsam ihr Unternehmen LICHT

IM WERKHAUS und sind Experten

auf dem Gebiet „Licht ins Dunkel zu

bringen“.


„EINE GEKONNTE

LICHTINSZENIERUNG UND

KLUGE LICHTPLANUNG

SCHAFFEN VÖLLIG NEUE

RAUMERLEBNISSE.“

Benedikt Adolff


MASSIFCENTRAL – elemental lighting –

das ist Markenname und Inbegriff für

eine neue Generation von dekorativen

Leuchten und Funktionslicht.

Als Szenographie im architektonischen

Kontext oder als klassische Beleuchtung.

Licht kann, je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit, ganz unterschiedliche

Effekte erzielen. Das ist wichtig zu wissen, denn im

Wohnzimmer wird zum Beispiel eher ein weiches, sanftes Licht gewünscht,

im Gegensatz zum Arbeitsplatz, der ein sehr helles, fokussiertes

Licht erfordert. Deswegen sollte man sich bei der Lichtplanung

beraten lassen, um das Beste aus einem Raum herausholen zu

können. Benedikt Adolff verfügt über genau dieses Wissen im Bereich

der Lichtinszenierung – und er wird von einem professionellen

Team an Lichtplanern unterstützt. Für dieses gesamte Team ist eine

Maxime entscheidend: Die optimale Raumwirkung muss immer

im Vordergrund stehen. „Wir bringen Räume und Vorstellungen in

Einklang, optimieren Funktionalbereiche und gestalten eine intelligente

Wegeführung“, erklärt uns Benedikt Adolff. „Und wir arbeiten

immer in einem sehr engen Austausch mit der Innenarchitektur, um

unter anderem dafür zu sorgen, dass jede einzelne Leuchte an ihrem

optimalen Platz eingebaut werden kann.“

„Eine Frage stelle ich

den Kunden immer:

Welche Stimmung soll

erzeugt werden? Denn

wir müssen wissen, was

gewünscht ist, darauf

können wir aufbauen

und die richtige Beleuchtung

auswählen. Auch

eine kurze Betrachtung

der Lichtphysik macht

häufig Sinn. Schließlich

ist es doch erstaunlich,

dass Licht erst sichtbar

wird, wenn es auf eine

Reflektionsfläche trifft.“

Benedikt Adolff


UNTER DEM DACH DES WERKHAUSES IN RAUBLING,

IN DEM INZWISCHEN 18 GEWERKE BEHERBERGT

SIND, ZEIGT AUCH BENEDIKT ADOLFF SEINE INSPI-

RIERENDE AUSSTELLUNG, DIE EINE EINZIGARTIGE

ATMOSPHÄRE TRANSPORTIERT. HIER PRÄSENTIERT

LICHT IM WERKHAUS HOCHWERTIGE INNEN- UND

AUSSENLEUCHTEN VON AUSGESUCHTEN HERSTEL-

LERN. OB FÜR PRIVATRÄUME, DEN GARTEN ODER FÜR

BÜRO-, LADEN- UND PRAXISRÄUME – DANK DER INDI-

VIDUELLEN BERATUNG VON BENEDIKT ADOLFF WIRD

IMMER DIE RICHTIGE LEUCHTE FÜR JEDES VORHA-

BEN GEFUNDEN.

Die Wurzeln von LICHT IM WERKHAUS liegen im Schreinereibetrieb

von Benedikt Adolff, der seit 1992 Möbel und Innenausbauten

entwirft und fertigt. Schon früh äußerten viele

Kunden ihr Bedürfnis nach besserem Licht und besonderen

Lichtstimmungen in den zu planenden Räumlichkeiten. Mit

der Gründung von LICHT IM WERKHAUS 2004 schuf er dadurch

ein weiteres wichtiges Standbein, das bei den Kunden

auf große Begeisterung traf.

Licht birgt ein großes Potenzial, deswegen sind eine

sorgfältige Analyse der Gegebenheiten und die anschließende,

professionelle Lichtplanung die Basis

für eine optimale Beleuchtung mit maximaler Qualität

und Energieeffizienz. Zwar kostet gute Projektvorbereitung

Zeit, aber das macht sich schnell

bezahlt. Ziele, Wünsche und Schwerpunkte sollten

deswegen von Anfang an genau definiert werden, um

Probleme zu vermeiden und am Ende ein 100 %iges

Ergebnis genießen zu können.

Zu einer umfassenden Lichtplanung gehören die Definition

des Lichtkonzepts und die Wahl der Beleuchtungsarten.

Wobei es Benedikt Adolff wichtig ist,

dass während der Arbeit die kreativen Prozesse jede

Planungsphase begleiten. Auch bei der Auswahl der

Leuchtenhersteller legt das Unternehmen großen

Wert auf hervorragende Lichtqualität. Denn gerade

sie beeinflusst besonders die Stimmungen, die in

den Räumen erzeugt werden sollen. Und dann gibt

es noch das Lichtlabor im werkhaus. Hier werden

unterschiedliche Lichtfarben und -formen gezeigt.

Zum Beispiel diffuses oder direkt strahlendes Licht.

Auch die Farbwiedergabewerte können dargestellt

und auch vermessen werden. Das ist die perfekte

Entscheidungshilfe, um die richtige Leuchte für den

individuellen Zweck und Geschmack auszuwählen!

www.licht-im-werkhaus.de

14 | 15 stylus. München 2019


UNSERE LEIDENSCHAFT

IST ES, FÜR UNSERE KUNDEN EIN

AUSSERGEWÖHNLICHES LICHT-

AMBIENTE MIT ÜBERRASCHENDEN

DETAILLÖSUNGEN ZU KREIEREN.

ZUSÄTZLICH BETREUEN WIR AUCH

DIE JEWEILIGE BAUSTELLE. DABEI

BEHALTEN WIR DAS BUDGET UND

DIE EINHALTUNG DER TERMINE

IM AUGE UND ACHTEN AUF EINE

HOCHWERTIGE AUSFÜHRUNG BEI

ALLEN HANDWERKERN.“

Maria Adolff


LICHT IM WERKHAUS plant nicht nur

einzigartiges Lichtdesign für Privathäuser

und Wohnungen, Büro- und Verkaufsräume

oder Hotels und Restaurants. Es

werden auch Raumkonzepte designt, bei

denen die Kombination zwischen Ergonomie,

Licht und Akustik gewünscht ist. Das

Hauptaugenmerk richtet sich aber darauf,

jedem Raum die ideale Atmosphäre zu

verleihen, indem sich Funktionalität mit

Inspiration verbindet. Benedikt Adolff

weiß, dass jedes Umfeld seine individuelle,

unverwechselbare Beleuchtung benötigt,

denn dadurch wird nicht nur die persönliche

Umgebung zum Leben erweckt,

sondern auch die Raumgeometrie unterstrichen,

und Farben und Materialien können

hervorgehoben werden. So entstehen

wohlige Stimmungen und harmonische

Lebensbereiche.

www.licht-im-werkhaus.de

16 | 17 stylus. München 2019



Text: Monika Segl | Foto: Thomas Meyer

DAS BAUHAUS MUSEUM DESSAU

2015 ÜBERZEUGTE DER ENTWURF DES JUNGEN ARCHITEKTURBÜROS ADDENDA ARCHITECTS AUS BARCELONA

DIE JURY DES OFFENEN INTERNATIONALEN WETTBEWERBS FÜR DAS BAUHAUS MUSEUM. DAS KONZEPT IST

ÄSTHETISCH, KLAR UND SCHLICHT ZUGLEICH: EIN HAUS IM HAUS – EIN SCHWEBENDER RIEGEL AUS BETON IN

EINER GLÄSERNEN HÜLLE IM ZENTRUM VON DESSAU, DIREKT IM PARK GELEGEN. AUF DIESE WEISE VERBIN-

DET DAS GEBÄUDE AUCH STADT UND NATUR.

Das Herzstück des Museums ist die Black Box im Obergeschoss. Sie ist ein abgeschlossener Kubus aus Beton, der nicht den

Boden berührt. Fast 100 Meter lang und 18 Meter breit, liegt er auf zwei Treppenhäusern auf, die 50 Meter voneinander

entfernt sind. Stützende Säulen gibt es nicht. Der in sich geschlossene Kubus aus Stahlbeton bietet optimale

klimatische Bedingungen für die Präsentation der empfindlichen Sammlungsobjekte – und das ohne

Lichteinfall. Für die Konstruktion orientierten sich addenda architects am Brückenbau und reizten

die Statik so weit wie möglich aus. Zwischen diesen Treppenkernen befindet sich im Erdgeschoss

die Offene Bühne – ein flexibel nutzbarer, multifunktionaler Bereich mit Foyer, Ticketing,

Café und Shop sowie viel Raum für Wechselausstellungen auf 600 Quadratmetern.

Die äußere Hülle bildet eine vierseitig umlaufende Glasfassade. Sie umgibt die

Black Box und die Offene Bühne und stellt sie – ähnlich einer Vitrine –

wiederum als Ausstellungsstück dar. Das 105 Meter lange, 25 Meter

breite und zwölf Meter hohe Gebäude entstand innerhalb von nur

knapp zweieinhalb Jahren.

„ES IST EIN MAGISCHER MOMENT,

WENN MAN DAS GEBÄUDE BETRITT.

PLÖTZLICH STEHT MAN MITTEN-

DRIN. ES GIBT KEINE BEGRENZUNG

MEHR. ALLES SCHEINT OFFEN, TRANS-

PARENT UND FLIESSEND ZU SEIN.

González Hinz Zabala, addenda architects

18 | 19 stylus. München 2019

Bauhaus Museum Dessau, Außenansicht, 2019,

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ


Bauhaus Museum Dessau, Ausstellung „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“, 2019.

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, Ausstellungsgestaltung und Szenografie: chezweitz GmbH


Bei diesem Gebäude geht es um Proportion, Positionierung

und Raum. Weniger um die qualitativ hochwertigsten Materialien.

Doch in der richtigen Kombination von Materialien,

Raum und Farben zeigt sich beim Bauhaus Museum

Dessau, dass man mit wenigen Ressourcen ein herausragendes

Ergebnis erhält. Das ist sehr Bauhaus. Denn schon

die „Bauhäusler“ haben versucht, aus einem Minimum das

Beste herauszuholen. Es gibt viele Parallelen zum Bauhausgebäude.

Zum Beispiel liegt die Black Box auf den Treppenhäusern

wie eine Brücke – auch das Bauhausgebäude

verfügt über eine Brücke. Und beide Gebäude haben zwei

sich gegenüberliegende Türen, über die sie betreten und

auf der anderen Seite verlassen werden können. Das ist vor

allem der Flexibilität und Funktion geschuldet. Und genau

so dachte vermutlich auch Gropius beim Bauhausgebäude.

Zusätzlich wurden auch viele Systeme verwendet, die nicht

allzu üblich sind, beispielsweise bei der Klimatisierung. Unter

den großen Fußbodenflächen wurden Wasserleitungen

verlegt, durch die im Winter heißes Wasser und im Sommer

kaltes Wasser geleitet werden kann. Über das Lüftungssystem

strömt außerdem ständig frische Luft durchs Gebäude,

die wiederum vom Boden gekühlt wird. In Deutschland ist

dieses System relativ neu, aber im Süden Spaniens kennt

man es von den traditionellen andalusischen Patios.

Etwas Brandneues war das Material, aus dem der Vorhang

gefertigt wurde. Die Fassade besteht zwar aus einer Dreifachverglasung

mit einem aufgedruckten Sonnenschutz

und vielen Schichten, die vor Wärme schützen. Hinter der

Fassade braucht es jedoch ein weiteres Element, das zwei

Funktionen übernehmen kann: den Belüftungsbereich eingrenzen

und gleichzeitig vor Sonne schützen. Der Vorhang

hat auf einer Seite eine innovative metallische Beschichtung,

die 70 bis 80 Prozent des Sonnenlichts reflektiert.

Davon wurden 3.000 Quadratmeter in dem Gebäude eingesetzt.

Bauhaus Museum Dessau: Offene Bühne im Erdgeschoss

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau

Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ, 2019

„AUCH DIE BEGRÜNUNG AUF DEM DACH DES BAUHAUS MUSEUMS IST AUFSEHENERREGEND:

„DAS GEBÄUDE STEHT IM DESSAUER STADTPARK, DEN WIR ERHALTEN WOLLTEN. DESHALB HABEN WIR

EIN STÜCK „PARK“ AUF DAS DACH GEBRACHT. NEBEN DIESEM SYMBOLISCHEN HINTERGRUND GIBT ES

AUCH EINEN FUNKTIONALEN: DAS REGENWASSER KANN ZUR BEWÄSSERUNG DER PFLANZEN GENUTZT

WERDEN, UND DIE PFLANZEN WIEDERUM HELFEN, DAS GEBÄUDE ZU ISOLIEREN.“

González Hinz Zabala, addenda architects

20 | 21 stylus. München 2019


Die Ausstellung im Bauhaus Museum Dessau trägt den Titel „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“. Sie

erzählt mit über 1.000 Exponaten die Geschichte der berühmten Schule in Dessau und beschreibt das

Bauhaus als einen lebendigen Ort, an dem gelernt und gelehrt, künstlerisch experimentiert sowie an

industriellen Prototypen gearbeitet wurde.

Mit rund 49.000 Objekten ist die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau die zweitgrößte und gleichzeitig eine der jüngsten Sammlungen

zum Bauhaus weltweit: Der erste Ankauf wurde 1976 in der damaligen DDR getätigt im Zuge der Wiedereröffnung des Bauhauses

Dessau als wissenschaftlich-kulturelles Zentrum. Seither ist sie stetig gewachsen. Vor allem Schülerarbeiten, Aufzeichnungen

aus dem Unterricht, Entwürfe und Prototypen aus den Werkstätten prägen ihr Profil.

Deshalb stehen in der Ausstellung Versuchsstätte Bauhaus nicht die bekannten Designikonen und deren Meister im Vordergrund,

sondern die Schule und ihre Studierenden: der Alltag des Lernens und der Lehre zwischen freiem Entwurf und industriellem Prototyp,

künstlerischem Experiment und wirtschaftlichem Druck, Ausbildungsstätte und Emanzipationsraum. Die thematischen Kapitel

konzentrieren sich auf das Lehrkonzept und die Unterrichtsarbeit, auf das Bauhaus als vielseitigen „Probierplatz“, als Kooperationspartner

für die Industrie und als umtriebigen Kommunikator.

Bauhaus Museum Dessau, Ausstellung „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“, 2019.

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, Ausstellungsgestaltung und Szenografie: chezweitz GmbH

DIE AUSSTELLUNG ZEIGT UNS DIE INZWISCHEN SO VERTRAUTEN GESTALTUNGSIDEEN DES BAUHAUSES UND DIE

HISTORISCHEN UMSTÄNDE. ES WIRD ABER AUCH NICHT VERGESSEN, MIT WELCHEN KRISEN UND ZWÄNGEN DIE-

SE EPOCHEMACHENDE SCHULE UM IHRE EXISTENZ RINGEN MUSSTE. IN EINEM KLIMA POLITISCHER VERÄNDE-

RUNG UND KULTURELLER VERUNSICHERUNG STELLTE DIE WELTWEIT VERNETZTE BAUHAUSGEMEINSCHAFT DIE

KONVENTIONEN DER LEHRE, DES ZUSAMMENLEBENS UND DER GESCHLECHTERBEZIEHUNGEN INFRAGE. IN DES-

SAU STIESS DIE SCHULE AUS DIESEN GRÜNDEN NICHT NUR AUF UNTERSTÜTZUNG, SONDERN WURDE AUCH KRITI-

SIERT. DIE VERSUCHSSTÄTTE BAUHAUS VERDEUTLICHT DIESE KONFLIKTREICHEN UMSTÄNDE UND ERKLÄRT DAS

ENGAGEMENT, DER KUNST UND GESTALTUNG GESELLSCHAFTLICHE RELEVANZ ZU VERSCHAFFEN.


Oskar Schlemmer:

Geteilte Halbfigur nach rechts, 1923,

Gouache, Bleistift auf Büttenpapier.

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau (I 7420 G)

22 | 23 stylus. München 2019


Die „Zwischenspiele“ im Bauhaus

Museum Dessau präsentieren wechselnde

temporäre Ausstellungen. Sie erweitern

dadurch die Sammlungspräsentation „Versuchsstätte

Bauhaus. Die Sammlung“ und

schreiben sie fort. Im Experimentierraum

geben die Bauhaus-Agenten Einblicke in

ihre Projektarbeit, und bei kleinen Experimentier-

und Gestaltungsaufgaben können

Besucher sogar selbst aktiv werden.

IM ERDGESCHOSS WURDE EIN NEUER KUL-

TURELLER BAUHAUS-ORT GESCHAFFEN

UND ALS OFFENE BÜHNE KONZIPIERT. SIE

WIRD WIEDERUM ALS NEUE EXPERIMEN-

TELLE SPIELSTÄTTE DAS PROGRAMM AUF

DER BAUHAUSBÜHNE ERGÄNZEN UND

ERWEITERN.

www.bauhaus-dessau.de

Bauhaus Museum Dessau, Detail,

Innenansicht, 2019. Copyright: Stiftung

Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer/

OSTKREUZ

Das Architekturbüro addenda architects mit Roberto

González, Anne Hinz, Cecilia Rodríguez,

Arnau Sastre und José Zabala, ist ein junges,

kollaborativ arbeitendes Büro aus Barcelona. In

der Vielfalt und Direktheit ihrer Designpraxis

spiegeln sich der unterschiedliche berufliche

Werdegang der Teammitglieder sowie die jeweils

besonderen Bedingungen des konkreten und

kulturellen Kontexts, in dem sie arbeiten.

Sie haben sich auf nationaler Ebene in öffentlichen

Wettbewerben ausgezeichnet und sind für

ihre Arbeiten in den verschiedensten beruflichen

und kulturellen Bereichen bekannt.

addenda architects leitet außerdem die Renovierung

des innerstädtischen Gebäudekomplexes

Sagrada Familia Public Facilities (Barcelona,

1. Preis, Juni 2019, in Zusammenarbeit mit

Flexo Arquitectura).

www.addendaarchitects.com

Roberto González, Architekt des Bauhaus Museums Dessau auf

dem Baufeld, 14.6.2018. Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau,

Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ


Kunst am Bau, Lucy Raven:

Lichtspielhaus im Bauhaus Museum Dessau, 2019.

Copyright: Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas

Meyer/OSTKREUZ

Impressum

stylus. Das Metropolmagazin.

Ausgabe München.

Herausgeber

cre.do. think tank

Schlanderweg 1 · 83703 Gmund

kontakt@stylus-das-magazin.com

USt-IdNr.: DE 309 41 48 99

Chefredaktion

Nina Schmid

Plinganserstr. 19 · 81369 München

redaktion@stylus-das-magazin.com

Telefon +49 89 78 74 92 24

Mobil +49 170 44 10 935

Redaktion

Corinna von Bassewitz

Monika Segl, Nina Schmid

Anja Sziele

Grafik/Layout

cre.do Think Tank

www.credo-thinktank.de

Lektorat

Angela Braun, Schliersee

www.lektorat-braun.com

Druck

Grafik + Druck GmbH

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Erscheinungsweise

Drei Ausgaben 2019

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F

F

UN FÜR

EUERRING-

RAUEN FText: Nina Schmid | Fotograf: Dennis Savini


GRILLEN IST MÄNNERSACHE? ABER NICHT DOCH, DIESE ZEITEN

SIND SCHON LANGE VORBEI. FRAUEN KÖNNEN (FAST) ALLES UND

SELBSTVERSTÄNDLICH AUCH DAS FEUER BEHERRSCHEN. APROPOS –

GRILLEN WAR GESTERN – DIE GOURMET-FRAU GRILLIERT, UND DAS SELBST-

VERSTÄNDLICH AM FEUERRING – UND ZWAR DEM ORIGINAL! WIR HABEN FÜNF

FREUNDINNEN BEIM WINTERGRILLEN IN DEN SCHWEIZER BERGEN BESUCHT.

DAS WAR WIRKLICH EINE REISE WERT ...


AM ANFANG WAR DAS FEUER

Zunächst mussten nicht nur Marina, Rieke, Iris, Martina

und Richarda, sondern auch der Feuerring hinauf auf 1.526

Meter Höhe zwischen Gadastatt und Vals. Aber dann ging´s

los: Feuer machen – einst die absolute Männerdomäne – kann

„Frau“ natürlich auch: Trockene Holzscheite in die Mitte des

Rings, Streichholz und Anzünder, und schon brennt es.

Dann die Zubereitung, alles unter freiem Himmel auf Holzbrettern

hergerichtet. Darunter: Raclette-Käse, Rotkohl,

Rösti und Bratwurst ... und alles rauf auf den Ring vom Feuerring.

Dann wird es gemütlich an den wärmenden Flammen.


Das Schöne am Feuerring ist, dass er formschöne Ästhetik,

perfekte Verarbeitung und hochwertige Qualität mit

einfacher, ehrlicher Küche vereint – im Sommer wie im

Winter. Auf dem Grillring gibt es verschiedene Temperaturzonen,

dadurch ist Garen in unterschiedlicher Form

möglich. Das besonders Archaische ist, dass man ohne

Topf und Pfanne grilliert: Fisch, Fleisch, Polenta oder

Risotto direkt auf den Grillring legen und abwarten.

Die fünf Grillexpertinnen hatten sichtlich Spaß mit ihrem

kulinarischen Ausflug in die Bergwelt. Während der Feuerring

für die Geschmackserlebnisse sorgt, funktioniert das gesellige

Beisammensein ganz großartig, und zum Abschluss gibt es

noch einen wärmenden Kaffee. Martina weiß auch genau, wie

einfach es ist, den Feuerring nach einem „Gelage“ zu reinigen:

Der Stahlspachtel entfernt Angebratenes, und der Stahlbesen

entfernt Asche oder Übriggebliebenes. Danach ein wenig Speiseöl

mit einem Haushaltstuch verteilen – fertig ist der Grillring

für den nächsten kulinarischen Gang, zum Beispiel einem

Kaiserschmarrn. Wechseln von Salzig auf Süss: Einfach Wasser

über den heißen Ring geben – der Dampf reinigt perfekt.

AM ENDE WAR DAS EIS

Nachdem es schon anfing leicht zu dämmern, war auch die Zeit

gekommen das Feuer gänzlich zu löschen: Feuer und Eis ... das

passt zusammen. Mit einer Schaufel Schnee auf die Restglut

kippen und schon ist der Zauber vorbei.

Schade eigentlich. Aber die Frauengruppe hat sich vorgenommen,

dass das nicht das letzte Mal war, der „Fun für Feuerring-Frauen“

sagt: „ ... eine unvergessliche Atmosphäre mit

Freundinnen beim Feuerring und ein traumhafter Tag in den

Bergen. Diesen Tag werden wir NIE vergessen. Loslassen, geniessen,

einfach sein ...“.

Danke, dass wir von stylus dabei sein durften!

28 | 29 stylus. München 2019

www.feuerring.ch



Text: Anja Sziele |Foto: Bodo Mertoglu | www.mertoglu.de

DIESES HERZ

SCHLÄGT

FÜR ITALIEN

UND DAS

DESIGN VON

RIMADESIO

FRAGT MAN HANS-JÜRGEN SCHNARZ

NACH DEN DINGEN, DIE SEIN HERZ

SCHNELLER SCHLAGEN LASSEN, DANN

STEHT GANZ OBEN AUF DER LISTE DAS ITALIENI-

SCHE UNTERNEHMEN RIMADESIO. DIE BANDBREI-

TE DER DESIGNMARKE FÜR MASSGESCHNEIDER-

TE TÜR- UND EINBAULÖSUNGEN SOWIE MÖBEL

REICHT VON DER INNENTÜR BIS ZUM ANKLEI-

DESYSTEM, VOM REGAL BIS ZUM BARSCHRANK.

RIMADESIO – DAS IST ITALIENISCHES DESIGN MIT

HÖCHSTEM ÄSTHETISCHEN ANSPRUCH UND DER

UNVERKENNBAREN HANDSCHRIFT DES INTERNA-

TIONAL ERFOLGREICHEN UND VIELFACH AUSGE-

ZEICHNETEN DESIGNERS GIUSEPPE BAVUSO.

Im Rimadesio-Showroom in der Wolfratshauser Straße

empfängt einen Inhaber Hans-Jürgen Schnarz mit italienischem

Lebensgefühl, traumhaft schönen Möbeln und

stylischer Dekoration. Die individuelle Beratung, ein Mix

aus Kompetenz und dem untrüglichen Gespür für Farben,

Details und maßgeschneiderter Innenausstattung, wird

abgerundet mit einem tiefschwarzen Espresso. Bella Italia

in Münchens Süden.

1956 gegründet, gehört Rimadesio seit mehr als 60 Jahren

zu den führenden Industriebetrieben Italiens, die international

für italienisches Design und höchste Qualität

stehen. Die Unternehmensphilosophie, die sich in jedem

kleinsten Detail widerspiegelt, vereint technologische Innovation

und einen ökologisch verantwortungsvollen Umgang

mit Ressourcen und Materialien. Nachhaltigkeit und

umweltbewusstes Handeln sind für Rimadesio schon lange

fester Bestandteil der Entwicklungs- und Fertigungsprozesse.

Die Verantwortung für Mensch und Umwelt ist Bestandteil

der Unternehmensphilosophie.

Ankleide ZENIT

Hans-Jürgen Schnarz, Geschäftsleitung


„Rimadesio-Design ist so viel mehr

als nur ein schönes Möbelstück.

Rimadesio ist eine Lebenseinstellung.

Da wird an jeder Schraube gefeilt,

bis auch diese einfach perfekt ist. Die

technischen Raffinessen fügen sich so in

das Design ein, dass Regalböden zu

schweben oder indirekte Beleuchtung im

Nichts zu hängen scheinen“, schwärmt

Hans-Jürgen Schnarz

von der Innovationskraft der weltweit

erfolgreichen Marke.

Vitrine ALAMBRA,

darüber Wandfachböden EOS


Schnörkel, Opulenz und Dekoration sucht

man bei Rimadesio vergebens. Die Entwürfe

setzen auf architektonische Elemente.

So entsteht der präzise und unverkennbare

Stil.

Selbstredend werden ausschließlich edle

und hochwertige Materialien eingesetzt.

Die Fertigung in der Rimadesio-eigenen

Produktionsstätte in Giussano garantiert

höchstes Verarbeitungsniveau; speziell

geschulte Mitarbeiter wissen um die Bedeutung

präziser Fertigungsprozesse. Rimadesio

ist nicht nur italienisches Design,

sondern auch zu 100 Prozent „Made in Italy“.

Wer sich für Fragen der Produktionsabläufe

interessiert, ist bei Hans-Jürgen

Schnarz ebenso an der richtigen Adresse

wie derjenige, der Beratung und Unterstützung

in Fragen der Aufteilung eines

Raums oder eines Schranks sucht.

Bild rechts:

Tisch MANTA mit Tischplatte aus Nussbaum

32 | 33 stylus. München 2019

Im Vordergrund: Schrank COVER FREESTANDING mit transparent, verspiegeltem Glas

Hinten: Tisch LONG ISLAND



RIMADESIO, DAS HEISST INDIVIDUELLE LÖSUN-

GEN, KOMBINIERT MIT PRAKTISCHEN FUNKTIO-

NEN, FÜR DEN WOHN- UND ARBEITSBEREICH. JE

NACH INSZENIERUNG ERHÄLT EIN MÖBEL VON

RIMADESIO DURCHAUS AUCH OBJEKTCHARAK-

TER. HANS-JÜRGEN SCHNARZ NENNT ALS BEI-

SPIEL EIN EHER UNSPEKTAKULÄRES PRODUKT

WIE EINE SCHIEBETÜR: „EINE SCHIEBETÜR VON

RIMADESIO IST EIN DESIGNOBJEKT, DAS DEN

EINRICHTUNGSSTIL AUFGREIFT UND FLÄCHIG

INTERPRETIERT. SIE KANN ABER AUCH STILGE-

BEND UND BLICKFANG EINES RAUMS SEIN.“

Umgesetzt in individuelle Einrichtungsvorschläge für

die verschiedenen Wohnbereiche sind in dem unverwechselbaren

Rimadesio-Design zum Beispiel Türen,

Schiebetüren, Schrank- und Ankleidesysteme – auch für

überhohe Räume – sowie Bücherregale, Vitrinen, mit

und ohne Beleuchtung, Sideboards, Wandregale, Couchund

Esstische, aber auch ausgefallene Einzelstücke wie

zum Beispiel Barschränke und Sekretäre.

Rimadesio ist international in über 90 Ländern vertreten.

Im Münchner Showroom laden Inhaber Hans-Jürgen

Schnarz und sein Team ein, die Welt von Rimadesio

zu entdecken. Individuelle Beratungstermine können

sehr gerne vereinbart werden.

www.rimadesio-muc.com

Bild links:

Sideboard SELF UP in Farbe „Palladio“

Glas und Aluminium, die für die Rimadesio-

Kollektionen hauptsächlich verwendeten Rohstoffe,

gibt es in zahlreichen klassischen wie auch Trendfarben

sowie unterschiedlichen Oberflächenstrukturen.

Alles gefertigt aus grundsätzlich ökologisch völlig

unbedenklichem Material.

Bild oben:

Hinter der Schiebetür VELARIA liegt die Ankleide DRESS BOLD


CHRISTIAN SEISENBERGER IST VON HOLZ UND DER HANDWERKSKUNST FASZINIERT. ENTDECKT HAT

ER SEINE LEIDENSCHAFT BEREITS ALS KIND IN DER ZIMMEREI SEINES GROSSVATERS – UND ER HAT

SICH FRÜH ENTSCHIEDEN SELBST MÖBEL ZU ENTWERFEN. AUCH GUT 14 JAHRE NACH DER GRÜNDUNG

SEINES UNTERNEHMENS JANUA STECKT CHRISTIAN SEISENBERGER NOCH IMMER SEIN GANZES HERZ-

BLUT IN JEDES MÖBELSTÜCK. DAHINTER STECKT EINE GROSSE LIEBE FÜR CHARAKTERSTARKE MÖBEL

UND VOR ALLEM AUCH TEAMWORK UND EINZIGARTIGE KOOPERATIONEN.

Wie zum Beispiel auch die Kooperation zwischen JANUA und Designer Stefan Knopp, der die Oberflächenveredelung

für Holztische neu definiert hat. Dabei kommen alle vier Elemente zum Zug: Feuer, Wasser, Luft und

Erde. Stefan Knopp arbeitet mit verschiedenen Techniken und lässt so harte, widerstandsfähige Flächen in

verschiedenen Farbtönen und mit spannender Haptik entstehen.

GEMEINSAM MACHEN JANUA UND STEFAN KNOPP DIE KRAFT DER NATUR ZUM KUNSTOBJEKT UND

ZOLLEN DEM ÄLTESTEN WERKSTOFF DER WELT RESPEKT – DURCH EIN HERSTELLUNGSVERFAHREN,

DAS DEN CHARAKTER DES BEARBEITETEN HOLZES BETONT ANSTATT ES ZU ZERSTÖREN: DAS KÖHLEN.


Text: Monika Segl | Fotos: Janua

DURCH DIE

VIER ELEMENTE

VEREDELT

36 | 37 stylus. München 2019


„WAS WIR VON JANUA UND STEFAN

KNOPP GEMEINSAM HABEN? WIR ATMEN

NATUR. EIN – UND AUS. DESHALB

PASSEN UNSERE PHILOSOPHIEN AUCH SO

GUT ZUSAMMEN. EINE FANTASTISCHE

KOOPERATION, DIE NACHHALTIG IN

GEMEINSAME PRODUKTE UND OBER-

FLÄCHENVERENDELUNGEN EINZAHLT –

UND IN DENEN STEFAN KNOPPS EDITION

VON UND FÜR JANUA SICHTBAR WIRD.“

Christian Seisenberger & Stefan Knopp

Jedes Möbel von JANUA verkörpert erkennbar die Eigenarten

des Baumes, von dem es stammt. Doch so vehement

die Oberflächenveredelung durchs Köhlen derzeit Einzug

ins deutsche Interior-Design hält – neu ist dieses Verfahren

nicht. Es wurde bereits in der Antike angewandt, um

Holz zu konservieren und vor Fäulnis und Insekten zu

schützen.

Stefan Knopp hat das Köhlen in der Edition Stefan Knopp für

JANUA wieder aufleben lassen. Bei ihm beginnt alles mit dem

Hobel, damit bearbeitet er den Rohling. Im Anschluss kommt

die Kettensäge zum Einsatz und verleiht der planen Fläche

eine markante Struktur. Danach muss das Holzbrett einen

Feuerlauf absolvieren: Die Oberfläche des Holzes wird so lange

mit dem Bunsenbrenner bearbeitet, bis die oberste Schicht

verkohlt ist. Durch das Verbrennen und nachfolgende Bürsten

bleiben die harten Holzteile stehen, die weichen werden abgetragen.

Astlöcher, Risse und die Spuren der Kettensäge fließen

sanft ineinander über und hinterlassen eine charaktervoll hervorgehobene

Holzstruktur. Abschließend wird die Tischplatte

mit unterschiedlichen Verfahren veredelt und mit Naturharzöl

versiegelt. Es macht zwar den Eindruck, dass beim Köhlen

vermeintlich brachial auf die Oberfläche des Holzes eingewirkt

wird – dabei entstehen jedoch harte, widerstandsfähige Oberflächen

in verschiedenen Farbtönen und mit spannender Haptik.

hier ist die Reaktion des Holzes schwer absehbar. Durch das Waschen

werden die Poren des Holzes geöffnet und unerwünschte

Inhaltsstoffe können entweichen. Im Gegenzug werden so Pflegestoffe

in das Holz eingebracht, wie Öle, Wachse, Harze und

Farbpigmente. In der brandneuen Kollektion von JANUA strahlen

die Tischplatten in „Gold“ von innen heraus. Nach Feuer und

Wasser fehlen noch Luft und Erde. Erde kommt bei der neuen

Gold-Oberfläche durch das Einbringen von natürlichen Rohstoffen

aus dem Boden zum Einsatz. Und bei der Technik des Räucherns

reagiert die Gerbsäure des Holzes mit Ammoniak. Dabei

kommt Luft ins Spiel– somit sind bei den Oberflächenveredelungen

alle vier Elemente abgedeckt. Der Tisch trägt so die Kraft,

die der Natur innewohnt, zu den Menschen – die sich letztlich

genau nach dieser Ursprünglichkeit sehnen.

Ein Tisch aus der Edition Stefan Knopp von JANUA bringt in

seiner Einzigartigkeit eine Geschichte mit und - indem lebendiges

Material individuell aufbereitet wurde – wird er zum Zentrum

eines Wohnraums.

„Das Feuer lässt sich nicht wirklich beherrschen und so ist es immer

wieder spannend zu beobachten, was das Feuer von sich aus

tut. Die richtige Dosierung der Flammen ist ein herausfordernder

Prozess: Es soll eine Metamorphose stattfinden und keine

Zerstörung“, erzählt uns Stefan Knoop. Mittlerweile köhlt er die

Oberflächen der Tische nicht nur, er wäscht sie auch. Und auch


38 | 39 stylus. München 2019


JANUA – MÖBEL

MIT CHARAKTER

Dem Schönen Form verleihen – Durch die spezielle

Veredelung der Oberfläche mit Feuer als ursprünglichem

Element wird die Struktur des Holzes nicht nur bewahrt,

sondern noch intensiver herausgearbeitet. Pures Design

mit natürlichen Linien, Rissen und Kanten – das findet

man in der Edition Stefan Knopp bei JANUA.


BB11-Tisch Clamp von Bernd

Benninghoff – geköhlt und gelaugt

im Ton Braun, von Flachstahlspangen

zusammengehalten.

Der SK 04 Komposit geköhlt und

stark gekalkt (Ton Silber) auf Wangen

in Rohstahl im Arrangement mit dem

Freifrau-Stuhl Leya in der Version

„Oman Kandis“ und einem Erased-

Heritage-Teppich von Jan Kath.

Leidenschaft, Neugier und vertrauensvolle Teamarbeit, das

sind und waren immer schon die Eckpfeiler der Marke JANUA.

„Ich war jung und voller Tatendrang, voller Lust, die eigenen

Ideen in einem Unternehmen umzusetzen. Der unbedingte

Wille und die Faszination für Möbel waren die besten Voraussetzungen,

etwas Erfolgreiches aus dem Boden zu stampfen“.

So beschreibt Christian Seisenberger selbst das Fundament,

auf dem er 2005 seine Firma gegründet hat – benannt nach

ihrem Gründungsmonat Januar.

Inzwischen blickt JANUA auf eine echte Erfolgsgeschichte

zurück, ein Unternehmen, das sich Schritt für Schritt von der

kleinen Manufaktur zur einer internationalen Marke mit komplettem

Sortiment entwickelt hat. Ihren Wurzeln sind Christian

Seisenberger und JANUA dabei immer treu geblieben. Auch

heute noch wird die gesamte Produktpalette am bayerischen

Standort produziert – bei rund zehn regionalen Handwerksbetrieben

– und von hier aus in über 29 Länder vertrieben.

Man spürt förmlich, wie viel Herzblut und Sachverstand in

jedem einzelnen Designobjekt steckt. Dafür geht das Team

(„Das beste Team der Welt“, wie Christian Seisenberger betont)

aus über 50 festangestellten und freien Mitarbeitern und

externen Designern täglich bis an die Grenze des technisch

Möglichen. Natürlich spielt auch Nachhaltigkeit für Christian

Seisenberger eine große Rolle – und ist nicht nur ein Begriff

für gut klingendes Marketing. „Jeder sollte hinterfragen, wo

er im alltäglichen Handeln Ressourcen sparen kann und Prozesse

nachhaltig verbessern möchte. Wir haben kürzlich 600

Eichensetzlinge gepflanzt – und wir hinterfragen täglich alle

Arbeitsschritte: Sind sie notwendig oder können sie angepasst

werden“, sagt der JANUA-Chef.

Unser Fazit: Produkte von JANUA beschönigen nichts,

sondern erzählen die Geschichte ihrer Herkunft schnörkellos

und wahrhaftig. Die Marke steht auf Bäume mit urwüchsiger

Biografie, auf Holz mit Charakter – das manchmal

auch „eigen-sinnig” sein kann – und gerade deshalb

ist genau dieses Material für JANUA so interessant.

40 | 41 stylus. München 2019

www.janua-moebel.com


NATURSTEIN

ÄSTHETISCH, MASSIV, SINNLICH.

Text: Nina Schmid | Fotos: Hauser Naturstein

Küchenblock für ein Münchener Loft:

Münsinger Kernstein mit Naturkruste auf

Wangen aus Schwarzstahl, Auszüge in

massiver Eiche mit Schwarzstahlfronten, Bora

Proffessional, Spülbecken und Kräuterfach


IN JEDEM EINZELNEN „NATURSTEIN“ STECKEN JAHRMILLIONEN

UNSERER ERDGESCHICHTE, WIE ZUM BEISPIEL IM ACASTA-GNEIS IN

KANADA – ER WIRD AUF CIRCA VIER MILLIARDEN JAHRE GESCHÄTZT.

DIESES FELSGESTEIN HAT SEHR WAHRSCHEINLICH DIE ENTWICKLUNG

UNSERES PLANETEN VON ANFANG AN MITERLEBT. ES IST ALSO WENIG

VERWUNDERLICH, DASS NATURSTEINE AUF UNS MENSCHEN EINE

SO GROSSE ANZIEHUNGSKRAFT HABEN: DIE ELEGANZ, SCHÖNHEIT

UND SINNLICHKEIT DES STEINS SPIEGELN TATSÄCHLICH DIE UNVER-

FÄLSCHTE NATUR WIDER.

AUCH GEORG HAUSER IST VON DEM EINZIGARTIGEN MATERIAL

FASZINIERT. ER FÜHRT IN ZWEITER GENERATION DEN VOR SECHZIG

JAHREN GEGRÜNDETEN STEINMETZBETRIEB ‚HAUSER NATURSTEIN‘

IN ROSENHEIM – WIR SIND AN DIE MANGFALL GEFAHREN UND HABEN

UNS DAS FAMILIENUNTERNEHMEN ANGESEHEN.


PRÄZISION AUF HÖCHSTEM NIVEAU

Seit 1999 leitet Georg Hauser sein Unternehmen mit einem

Team von erfahrenen und kompetenten Mitarbeitern. Alle

vereint die Begeisterung für das ästhetische Material, das mit

handwerklicher Präzision auf höchstem Niveau bearbeitet

wird. Georg Hauser geht gerne an die Grenzen und experimentiert

auch mit dem Material Stein, von dem er sich immer wieder

inspirieren lässt. Dadurch entstehen Designobjekte, die häufig

so ‚roh‘ wie möglich dargestellt werden. „An der Rückseite die

140 Millionen Jahre alte, völlig naturbelasse Steinkruste. Das

ist eine haptische Sensation“, schwärmt Georg Hauser.

Zentraler Küchenblock mit

Becken, Kräuterrinne und Bora

Kochstelle aus Naturstein Pannonia

Grün, einem Chloritschiefer, der im Burgenland

gewonnen wird. Die raue, sehr schroffe Bearbeitung

mit dem Eisen und Hartmetall wird, den Steinfluss

folgend, weitgehend mit einem Handschliff geglättet.


Sein langjähriges Know-how ermöglicht ihm eine besondere

und individuelle Oberflächenbehandlung. Dadurch entstehen

immer wieder erlesene, einzigartigen Steinobjekte und ausgewählte

Einzelstücke, die sich vom Steinbruch hin zu einem unverwechselbaren

Unikat wandeln.

Bei den hochwertigen Designobjekten aus der Manufaktur Hauser

Naturstein spielen auch Massivität und Natürlichkeit des

Werkstoffs eine zentrale Rolle. Sie bestimmen weitgehend die

Optik und Haptik der außergewöhnlichen Steingestaltungen.


KÜCHENTRAUM UNTER FREIEM HIMMEL

Die von Georg Hauser entwickelte sinnliche und spürbare Gartenküchen-Serie

MKA01 ist wirklich beeindruckend und ihre

Ästhetik und Qualität schwer zu übertreffen. Der massive,

23 cm starke Natursteinblock mit den natürlichen, wild-rauen

Strukturen ist für den Außenbereich wie geschaffen. Im

Gegensatz dazu stehen die präzise verarbeiteten schwarzen

Rohstahl-Wangen, die die Steinplatte tragen, und die sanften

Oberflächen nach der handgearbeiteten Behandlung. Abgerundet

wird dieser Küchentraum unter freiem Himmel durch eine

perfekte und zweckmäßige Ausstattung höchster Qualität – so

begeistert man leidenschaftliche Köche auch draußen.

Für Hauser Naturstein steht vor allem das Material im Mittelpunkt

– in diesem Fall Münsinger Kernstein aus Franken, entstanden

vor circa 250 Millionen Jahren. Auch hier spielt wieder

die Naturkruste an den markanten Blockseiten eine gestalterische

Rolle, die schon beim Abbau der über drei Meter langen

Rohblöcke berücksichtigt werden.

Die Gartenküchen-Serie bietet fünf verschiedene Grundgrößen

und damit viel Platz für unterschiedlichste Funktionsbereiche

und Ausstattungsvarianten. Zum Beispiel einen Holzkohlegrill

– eine Manufaktur-Anfertigung aus geschwärztem Rohstahl

oder ein Teppanyaki. Der japanische Edelstahl-Flächengrill

liegt voll im Trend. Selbstverständlich wird das Spülbecken,

herausgearbeitet aus dem massiven Steinblock, mit einer hochwertigen

Armatur ausgestattet. Ein zweites, langgezogenes

Becken dient als Kräuterstation oder – mit Eis gefüllt – zum

Kühlen von Getränken. Je nach individuellem Kundenwunsch

ist (fast) alles möglich. Das Gesamtbild runden Schubladen aus

Altholz-Eiche ab – natürlich mit durchlässigen Edelstahlböden,

die bestens für den Einsatz im Freien geeignet sind.


Individuell geplante Gartenküche für ein Haus am Meer

DAS LEISTUNGSSPEKTRUM VON

HAUSER NATURSTEIN UMFASST ABER

WESENTLICH MEHR ALS FASZINIE-

RENDES KÜCHENDESIGN. OB TREP-

PEN, BÖDEN, WÄNDE ODER BÄDER

– DIE MASSGEFERTIGTEN LÖSUNGEN

AUS DER OBERBAYRISCHEN MANU-

FAKTUR BEGEISTERN LIEBHABER

IN GANZ EUROPA. VON DER BERA-

TUNG, DEM ENTWURF ÜBER DIE

PLANUNG BIS ZUR UMSETZUNG HAT

GEORG HAUSER ALLES IM BLICK.

DAS IST SICHER AUCH EIN GRUND

FÜR SEINEN ERFOLG.

Treppe in Schiefer

Über die letzten 15 Jahre hat Geschäftsführer Georg Hauser

seine Leidenschaft für ‚heimische Steine und massive Fertigung‘

unter Einsatz modernster CNC-Technik und feinsinniger

Handbearbeitung zum Aushängeschild gemacht. Dabei ist ihm

Ursprünglichkeit ein besonderes Anliegen. Aber er legt auch

viel Wert auf die Fähigkeiten der Zulieferer. Denn bewährte

Lieferantenbeziehungen in der Kombination mit modernster

Technik und fachlich kompetenten, leistungsfähigen Mitarbeitern

– das sind die Qualitätsmerkmale des Unternehmens

Hauser Naturstein.

Abschließend sind wir sehr beeindruckt von der Liebe zum Detail,

dem handwerklichen Können und den Ideen dieses Unternehmens.

Vielen Dank, Herr Hauser, für den Einblick.

www.hauser-naturstein.de


EXTRA-

VAGANTES

PARKETT

VOM EXPERTEN

Text: Nina Schmid | Foto: S. Fischbacher Living

WENN MAN AUF DER SUCHE NACH SCHÖNEN, EXKLUSIVEN UND EINZIGARTIGEN PRODUKTEN IM

BEREICH DES HOCHWERTIGEN PARKETTS IST, DANN IST ROBERT FISCHBACHER DER PERFEKTE AN-

SPRECHPARTNER – DENN HOLZBÖDEN IN AUSSERGEWÖHNLICHSTEN QUALITÄTEN SIND SCHON

SEIT 1999 SEINE LEIDENSCHAFT. HEUTE TEILT DER INHABER DES UNTERNEHMENS S. FISCHBA-

CHER LIVING SEIN UMFASSENDES WISSEN GERNE MIT ANSPRUCHSVOLLEN KUNDEN.


Fischgrät-Parkett Sägerau, Massivholz Eiche

Robert Fischbacher verkauft nur Produkte, von denen er

wirklich überzeugt ist – Massenware ist für ihn kein Thema.

Sein Unternehmen entwickelt ganz besondere Parkettböden

und lässt sie in kleinen europäischen Manufakturen, die ihr

Handwerk verstehen, produzieren. Jedes Produkt ist ein

Unikat und so individuell wie die Menschen, die mit diesen

herrlichen Holzböden leben und sich damit wohlfühlen.

Das Angebot ist so überwältigend, dass man sich in den Ausstellungs-

räumen in Großkarolinenfeld bei Rosenheim gar nicht sattsehen

kann: Altholzparkett, Antik-Fischgrät-Parkett, Mooreiche-Parkett

oder Sägerau Parkett. Zwar kann man bei Robert Fischbacher

jedes Traum-Parkett finden, von einfachen Landhausdielen bis zu

edlem Tafelparkett oder Schlossdielen, aber seine ganz besondere

Leidenschaft sind die unterschiedlichen Formen des Fischgrät-Parketts.

Dieses unverwechselbare Verlegebild ist für ihn immer schon

eine optische Bereicherung gewesen – und für diese traditionelle

Handwerkskunst ist er wirklich ein Spezialist. Um das Muster zu erreichen,

werden einzelne Parkettstäbe mit gleichen Längen und Breiten

verwendet und jeweils um 90° gedreht. So entsteht das klassische

und sehr hochwertige Verlegemuster, das seinen Namen tatsächlich

von der Bezeichnung „Fischgräten“ übernommen hat.

S. Fischbacher Living Antik White Lion

Ob klassisches oder französisches Fischgrät-Parkett: Bei S. Fischbacher

Living kann aus den verschiedensten Aufbauten gewählt werden,

zum Beispiel Massivholz oder Mehrschichtparkett, verschiedene

Dicken, Längen und Breiten. Auch bei der Oberflächengestaltung gibt

es so gut wie keine Einschränkungen. Fast jede Oberfläche, die auf der

Website des Unternehmens angeboten wird, ist auch als Fischgrät-

Parkett erhältlich.

48 | 49 stylus. München 2019


Der Wirtshausboden von S. Fischbacher

Living wird extra aus massiven Eichendielen

produziert. Die 20 mm dicken

Holzdielen erhalten mit viel Liebe und in

Handarbeit ein authentisches Antik-Finish.

In der Regel wird dieses Parkett mit

gemischten Breiten und Längen verlegt.

Genau so, wie es auch früher gemacht

wurde.

DAS UMFANGREICHE SORTIMENT UND DIE MANNIGFALTIGEN HERSTELLUNGSMETHODEN VON S. FISCHBACHER LIVING SIND

ANSPRUCHSVOLL UND PASSEN ZU JEDEM EINRICHTUNGSSTIL. SO LÄSST ROBERT FISCHBACHER SEINEN AUSSERGEWÖHNLI-

CHEN „WIRTSHAUSBODEN“ EXTRA AUS GEALTERTEN, ABGETRETENEN EICHENDIELEN GANZ INDIVIDUELL PRODUZIEREN.

EIN ANDERES BEISPIEL FÜR DIE EINZIGARTIGKEIT DES UNTERNEHMENS IST DAS TAFELPARKETT – DIE KÖNIGSKLASSE UNTER

DEN PARKETTBÖDEN, DIE EINST NUR IN PRACHTBAUTEN UND HERRSCHAFTLICHEN HÄUSERN VERLEGT WURDE. HEUTE

WIRD DER BESONDERS EDLE BODENBELAG IN ECHTER HANDWERKSKUNST AUS FRANZÖSISCHER EICHE HERGESTELLT UND

GERNE FÜR EINE ZEITGEMÄSSE, MODERNE RAUMGESTALTUNG VERWENDET.

Tafelparkett ist eine jahrhundertealte Handwerkstradition auf höchstem Niveau. Die verschiedenen Holzelemente werden zusammengefügt und

auf einer Holzträgerplatte verklebt. Holznägel verbinden schließlich die einzelnen Parkettstücke. Bei S. Fischbacher Living sind sie auch aus echtem

Eichen-Altholz erhältlich.


IN DER AUSSTELLUNG VON S. FISCHBACHER LIVING WERDEN HOLZBÖDEN AUS MASSIVER EICHE, ESCHE, ULME, HISTORI-

SCHER EICHE ODER SOGAR AUS MOOREICHE PRÄSENTIERT. AUCH BEI DEN FARBEN GIBT ES KAUM GRENZEN: OB SCHWARZ,

WEISS, IM VINTAGE-LOOK ODER DOCH IN GRAU, DER ABSOLUTEN PARKETT-TRENDFARBE. ROBERT FISCHBACHER HAT AUF

JEDEN WUNSCH – SEI ER NOCH SO AUSGEFALLEN – IMMER EINE ANTWORT.

Robert Fischbacher

Robert Fischbacher bietet aber noch mehr als elegante Holzböden.

Er ist davon überzeugt, dass der traditionelle Bodenbelag aus

Zementfliesen hervorragend mit Holzparkett harmoniert. Diese

Fliesen wurden schon vor Jahrhunderten in Kirchen und stilvollen

Villen verlegt. Die VIA-Zementfliesen oder Terrazzoplatten

von S. Fischbacher Living werden nach historischem Vorbild aus

den Originalmaterialien hergestellt: die Nutzschicht aus einer Mischung

von zerriebenem Marmor, feinem Quarzsand und reinen

Farbpigmenten und die Trägerschicht aus Zement und Quarzsand.

Jede Platte ist ein aufwendig gefertigtes, qualitativ hochwertiges

Unikat mit einer fantastischen Haptik. In modernen Räumen

bieten diese extravaganten Bodenfliesen mit ihren zahlreichen

Variationsmöglichkeiten ein perfektes Wohnambiente – vor allem

in der Kombination mit hochwertigen Parkettböden.

Ein Besuch in den Ausstellungsräumen von S. Fischbacher Living

ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Hier kann man seinen Ideen,

Vorstellungen und vor allem seiner Fantasie freien Lauf lassen –

unterstützt von der kompetenten Beratung und dem Einfühlungsvermögen

eines wirklichen Experten auf dem Gebiet der Bodenbeläge:

Robert Fischbacher.

www.fischbacher-living.de


Vor 30.000 Jahren begannen Menschen

mit dem Ineinanderflechten von

Zweigen und Ästen, um Gegenstände

zu produzieren. Diese Art „Urgewebe“

legte wahrscheinlich den Grundstein

für das uns bekannte Weben, einer der

ältesten handwerklichen Tätigkeiten.

Aber bis ein Gewebe aus Schafwolle

oder Seide durch das Verweben eines

Fadens hergestellt werden konnte,

verging noch sehr viel Zeit. Erst als der

Webstuhl erfunden wurde, beschleunigte

sich die Entwicklung hin bis zur

industriellen Revolution, als der mechanische

Webstuhl die Massenproduktion

ermöglichte. Diese Geschichte kennt

auch die Simssee-Handweberei– genau

dort hat sich stylus umgeschaut und

mit der Familie Licht über handgewebte

Teppiche gesprochen.

HANDWEBEREI:

ZWISCHEN NOSTALGIE

UND LEBENSART

Text: Nina Schmid | Fotos: Simssee Handweberei


INSPIRATION DURCH HANDGEWEBTE UNIKATE

In der wunderschönen oberbayerischen

Region zwischen Inn und

Simssee findet man die Handweberei

von Alfred Licht. Die Manufaktur

ist ein absoluter Familienbetrieb,

und jeder einzelne arbeitet

mit Engagement und viel Fachwissen

dafür, dass man tatsächlich bei

jedem „Lichtteppich“ die Verbindung

zwischen alter Handwerkstradition

und modernem Design spürt.

Erwin Licht beispielsweise, Gründer der

Simssee-Handweberei, steht mit seiner

65-jährigen Erfahrung als Webermeister

immer noch mit Begeisterung am

Webstuhl. „Mein Vater ist für uns von

unschätzbarem Wert“, erzählt uns Alfred

Licht. „Sein Einsatz und sein Einfallsreichtum

sind vor allem dann gefragt,

wenn an unseren alten Webstühlen etwas

repariert werden muss.“ Alfred Licht

berät die Kunden, kümmert sich um die

Materialvorbereitung und sucht die Rohstoffe

aus. „Mir ist die Zufriedenheit unserer

Kunden besonders wichtig, deshalb

kontrolliere ich jeden Teppich persönlich,

bevor er das Haus verlässt.“

Von Beginn an lag es dieser außergewöhnlichen

Weberei am Herzen, mit einzigartigen

Naturteppichen ein Heim noch

schöner zu gestalten. Dafür nehmen sich

Alfred Licht und seine Frau Elke viel Zeit

für ihre Kunden, um gemeinsam das beste

Ergebnis zu erreichen. Zusätzlich zu

dieser ausführlichen und persönlichen

Beratung wird gerne ein unverbindlicher

Musterservice angeboten – auch mit

Entscheidungshilfen am Computer. So

wissen alle Beteiligten genau, wie das zu

webende Unikat am Ende aussehen wird.

Zusätzlich können die Kunden aus einer

großen Auswahl von Farben, Qualitäten,

Mustern und Strukturen auswählen.

Im Vorfeld der Planung kommt auch

Elke Licht, gelernte Textilmustergestalterin,

ins Spiel. Sie ist zuständig für die

Kreativität und designt die individuellen

Wünsche der Kunden. Denn für einen

perfekten Teppich muss man präzise wissen,

welche Farben am besten zueinander

passen und welche Strukturen sich wirklich

„vertragen“.

52 | 53 stylus. München 2019


„BEI UNS ERHÄLT MAN AUCH EINEN TEPPICH AUS EIGENEM

ROHMATERIAL. DIE GELIEFERTE SCHAFWOLLE SOLLTE GEWASCHEN SEIN

– WIR ÜBERNEHMEN DANN DAS VERSPINNEN UND WEBEN.“ Alfred Licht

Häufig geht heutzutage immer mehr altes

Wissen verloren – auch das Wissen, wie

ein Stück Stoff oder ein Teppich entsteht

– und vor allem, wie aufwendig der Weg

vom Faden bis zum fertigen Produkt ist.

Wenn man sich also – wie die Familie

Licht – der Handweberei verschworen hat,

ist eine natürliche und möglichst nachhaltige

Produktion, die im Einklang mit der

Natur steht, eine Selbstverständlichkeit.

„Durch unsere direkten Verarbeitungswege

und die Verwendung hochwertiger

Schurwolle können wir sogar auf den

Einsatz bedenklicher Mottenschutzmittel

wie Permethrin oder Ähnlichem verzichten“,

sagt uns Alfred Licht. „Die nachhaltige

Schafwolle hat viele Vorteile: Sie ist

schmutzunanfällig, wärmeausgleichend

und dämmt den Schall. Zusätzlich wirkt

der nachwachsende Rohstoff auch feuchtigkeitsregulierend

und besitzt sogar die

Fähigkeit, Schadstoffe aus der Raumluft

zu entziehen. Alles das unterstützt ein

gesundes Wohnumfeld.“

Die Simssee-Handweberei verwendet

unter anderem Wolle vom Coburger Fuchs,

Steinschaf, Juraschaf und Tiroler Bergschaf

– alles heimische Schafrassen, die hervorragende

Wolle in wunderschönen Naturtönen

liefern. Sollte es farbig werden, wird weiße

Neuseelandwolle in Oberfranken eingefärbt,

aber ausschließlich mit Textilfarbstoffen,

die auch für Bekleidung nach „Ökotex

Standard 100“ zugelassen sind: geeignet für

den Einsatz auf der menschlichen Haut.

In Oberbayern kennt man sie gut, die

fröhlich-bunten Teppiche aus Textilresten,

liebevoll „Fleckerlteppiche“

genannt. Früher wurden alte Bekleidungstextilien

mühsam in Streifen

geschnitten, aneinandergenäht, auf

große Knäuel gewickelt und zum Weber

gebracht. Bei den Fleckerlteppichen

vom Simssee werden ausschließlich

fabrikneue Reste aus der deutschen

Textilindustrie verwoben.

Für die Verarbeitung der Teppiche werden

ausschließlich hochwertige Schafwolle

und die robuste Naturfaser Jute verwendet.

Diese Kombination ergibt eine

schwere, feste Teppichqualität, die sich

durch eine besonders lange Lebensdauer

auszeichnet. Die Manufaktur „Lichtteppich“

ist natürlich auch Mitglied im

Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft.


Die Herstellung eines Teppichs in der Simssee-Handweberei ist für Alfred

Licht vergleichbar mit der Komposition eines Musikstücks. Das Ergebnis ist

ein Produkt mit individueller Note. Die Fertigung auf den speziellen Webstühlen

garantiert die besonders feste Qualität der Teppiche. Aber trotz mechanischer

Unterstützung ist immer noch viel Handarbeit notwendig – und

genau das macht die Einzelstücke der Familie Licht so einzigartig.

Der Zusammenhalt in dieser kleinen Manufaktur ist ebenfalls außergewöhnlich.

„Gemeinsam haben wir alle Fäden in unserer Hand“, sagt uns

Alfred Licht. „Der gegenseitige Respekt und das freundschaftliche Miteinander,

das ist es, was unser Team so besonders macht.“

Wir finden, dass man genau das spürt, wenn man durch die Werkstatt geht

und die sympathische „Truppe“ beobachtet. Hier ergänzen sich jahrzehntelange

Erfahrung, die Leidenschaft für die Arbeit und die Kreativität jedes

Einzelnen. Das Ergebnis sind einfach wunderschöne, sinnliche und naturbelassene

Designobjekte, die Räumen – ob gemütliches Bauernhaus oder

modernes Loft – das gewisse Etwas geben.

www.lichtteppich.de

Und dann gibt es noch den freundlichen, lichtdurchfluteten Werkstattladen

in Stephanskirchen. Hier findet man Geschenke, hochwertige Textilien,

Wohnaccessoires, Handwebteppiche und ein breites Sortiment an Tischwäsche

oder Kuscheldecken. Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag von 9 – 12 Uhr und

14 – 17 Uhr, am Samstag von 9 – 12 Uhr. Oder man schaut sich im Online-Shop

um – dort aber leider ohne dieses fantastische haptische Erlebnis.

54 | 55 stylus. München 2019


Text: Monika Segl | Fotos: Kienle Möbel · Mehringer Photographie · Christian Seidl

SKULPTURALES DESIGN

MANCHE MÖBEL WIRKEN AUF DEN ERSTEN BLICK WIE ARCHITEKTUR-

MODELLE. SO IST ES AUCH MIT DEM 2012 ENTSTANDENEN MEISTER-

STÜCK VON STEPHAN KIENLE. DAS SIDEBOARD AUS RÄUCHEREICHE

LIEGT AUF EINEM GESTELL AUS MESSINGROHR UND WIRKT GESCHLOS-

SEN WIE EIN MEHRGESCHOSSIGER BAUKÖRPER.


Küchenzeile komplett in schwarzem Fenix-Schichtstoff, Fronten zu öffnen

über Grifffuge, wandhängend montiert. Schubladen in Eiche Massiv gezinkt.

Armatur und Spüle in Messing, Fronten am Eck auf Gehrung schließend.

Foto: Christian Seidl

Heute hat Stephan Kienle sein eigenes

Unternehmen in Lauingen an der Donau,

oberhalb von Augsburg. Hier verbindet

er traditionelles Schreinerhandwerk mit

modernem, minimalistischem Design

und liefert maßgeschneiderte Einrichtungslösungen,

die den Räumen ein ganz

besonderes Flair vermitteln. Gegenüber

industriell gefertigter Massenware kreiert

Kienle Möbel nach persönlichen Wünschen

und Vorstellungen mit den höchsten

Ansprüchen an Design, Funktionalität

und Langlebigkeit. Durch die präzise

Verarbeitung von hochwertigen Materialien

aus den Bereichen Holz, Stein und

Metall wird Wohninterieur geschaffen,

das jeden Tag aufs Neue begeistert.

56 | 57 stylus. München 2019


Wandschrank: Fronten in Farblack RAL 9016, Korpus und

Schubladen in Eichenholz, Nischen und Regale in Travertin.

Foto: Mehringer Photographie

FÜR STEFAN KIENLE WAR ES IMMER SCHON EINE

GROSSE LEIDENSCHAFT, SICH MIT DER GESTAL-

TUNG VON RÄUMEN ZU BESCHÄFTIGEN. GANZ

BESONDERS LAGEN IHM ABER DIE MÖBEL AM

HERZEN. DIESE LEIDENSCHAFT HAT ER VON SEI-

NEM VATER GEERBT, EBENFALLS SCHREINERMEIS-

TER. ER KONNTE IHN SCHON FRÜH FÜR DIESES

HANDWERK BEGEISTERN. SEIT EINEM JAHR UN-

TERSTÜTZT HERR KIENLE SENIOR SEINEN SOHN

IM BETRIEB – UND ZWAR TÄGLICH – UND STEHT

IHM MIT RAT UND TAT ZUR SEITE .

2014 GRÜNDETE STEFAN KIENLE SEIN UNTER-

NEHMEN UND BAUT GERADE EINE NEUE WERK-

STATT MIT KNAPP 1.000 M 2 , DIE IM SOMMER 2020

BEZOGEN WERDEN SOLL. SO KANN DIE PRO-

DUKTIONSKAPAZITÄT AUSGEBAUT WERDEN, UM

SEINEN GEHOBENEN INNENAUSBAU DURCH DIE

BEWÄHRTE UND BESTE QUALITÄT NOCH WEITER

ZU VERBESSERN.

www.kienle-moebel.de


CONCRETE SOLUTIONS

Augsburger Straße 23 | D-87700 Memmingen | T +49 (0)8331 92506-0 | F +49 (0)8331 92506-36 | info@fabrino.eu | www.fabrino.eu

GEMÄLDE

BETON

58 | 59 stylus. München 2019


Text: Nina Schmid | Fotos: www.starke-stuecke.de

„SCHMUCK SOLLTE NICHT NUR

SCHMÜCKEN, ER MUSS AUCH AUSDRUCK

DER PERSÖNLICHKEIT SEIN.“

Connie Müllerschön


AUTHENTISCH, KLAR UND MIT SPÜRBARER MAGIE – SO PRÄSENTIERT SICH NICHT

NUR DER SCHMUCK VON STARKE STÜCKE, SONDERN AUCH DAS DUO, DAS DAHIN-

TERSTECKT: ELLEN DIETRICH UND CONNIE MÜLLERSCHÖN. DER AUSDRUCKSVOLLE

UND EIGENSTÄNDIGE CHARAKTER IHRER STILSICHEREN KOLLEKTIONEN HAT SICH

ZU IHREM UNVERWECHSELBAREN MARKENZEICHEN ENTWICKELT. 2019 FEIERTE

DIESE AUSSERGEWÖHNLICHE GOLDSCHMIEDE-MANUFAKTUR IHR 25-JÄHRIGES

JUBILÄUM.

Begonnen hat alles mit Ellen Dietrichs erster

Goldschmiede 1994 in München Schwabing.

Zwei Jahre später, durch den Zusammenschluss

mit Connie Müllerschön, begann dann

diese fantastische Symbiose zweier Frauen,

die mit einem untrüglichen Gespür für Form

und Farbe Kreativität und Visionen in ihre

gemeinsame Arbeit einfließen ließen. Abgesehen

von wundervollen Schmuckstücken in

Gestalt eines Rings oder Anhängers, liegen

diesem Design-Duo vor allem Kraftkreuze

am Herzen. „Diese gleichschenkligen Kreuze

haben eine ganzheitliche Kraft: Sie verbinden

die vier Himmelsrichtungen und verschmelzen

damit die senkrechte (männliche) und

die waagerechte (weibliche) Linie. Der Kreuzungspunkt

in der Mitte bildet die Harmonie,

die Ausgeglichenheit und kann so für einen

hohen Schutz sorgen. Ein wunderbarer Begleiter

für alle Fälle“, erzählt Connie Müllerschön.

60 | 61 stylus. München 2019


MIT BEGEISTERUNG LASSEN ELLEN DIETRICH UND CONNIE MÜLLERSCHÖN AUS ALTEM SCHMUCK

VÖLLIG NEUE KREATIONEN ENTSTEHEN. AUF DIESE WEISE GEBEN LÄNGST VERGESSENE KOSTBARKEITEN

DEN IMPULS, ETWAS NEUARTIGES UND UNVERWECHSELBARES ZU SCHAFFEN. NATÜRLICH SPIELT

AUCH DER ASPEKT DER NACHHALTIGKEIT DABEI EINE WICHTIGE ROLLE. DENN ES MUSS NICHT IMMER

AUS NEUEN MATERIALIEN NEUES ANGEFERTIGT WERDEN. HÄUFIG HAT ALTES MATERIAL EINEN

VIEL HÖHEREN, UNSCHÄTZBAREN WERT – EMOTIONAL WIE QUALITATIV.

REDESIGN IST EINE

LEIDENSCHAFT DER MANU-

FAKTUR STARKE STÜCKE.

DAS GESTERN MIT DEM HEUTE

ZU VERBINDEN, HAT AUCH

MIT DEM GROSSEN RESPEKT

GEGENÜBER VERGANGENEN

KOSTBARKEITEN ZU TUN. SO

WERDEN AUS ERINNERUNGS-

ODER FUNDOBJEKTEN GANZ

BESONDERE SEELENSTÜCKE

ANGEFERTIGT. WIE BEISPIELS-

WEISE BEI EINEM ALTEN, AM

STRAND GEFUNDENEN RING

MIT DREI DIAMANTEN: ES ENT-

STANDEN DARAUS DREI RINGE

MIT JE EINEM DIAMANTEN,

DIE HEUTE AUF EINE WUNDER-

SCHÖNE ART UND WEISE

MUTTER UND TÖCHTER MIT-

EINANDER VERBINDEN.

Auch an die Alltagshelden wird

gedacht: In diesem Fall in

Form eines außergewöhnlichen

Wappenrings. Kleine Beschützer in

klaren Formen. Alle verwendeten

Materialien sind immer individuell

ausgewählte Edelmetalle mit

besonderen Steinen, die dem jeweiligen

Schmuckstück den persönlichen

Charakter verleihen.


JEDES SCHMUCKUNIKATE WIRD IN DER GOLDSCHMIEDE-WERKSTATT IN GRAFING BEI MÜNCHEN

EXKLUSIV VON HAND GEFERTIGT. STARKE STÜCKE KÖNNEN MEHR ALS SCHMÜCKEN: SIE ZEIGEN EINZIG-

ARTIGKEIT UND PERSÖNLICHKEIT, SIND KRAFTVOLL UND WIRKEN DENNOCH LÄSSIG. SIE SIND EINFACH

IMMER INDIVIDUELL, KLAR UND ERZÄHLEN UNGESCHMINKT IHRE GANZ PRIVATE GESCHICHTE. AUF JEDEN

FALL SIND STARKE STÜCKE ANSPRUCHSVOLLE BEGLEITER – OB ALS KETTE, RING ODER ARMBAND, GROSS

UND AUSDRUCKSSTARK ODER KLEIN UND HERZENSNAH.

ARMBÄNDER SIND FÜR ELLEN

DIETRICH UND CONNIE MÜLLER-

SCHÖN BESONDERE „ZAUBER-

STÜCKE“, DIE ALS DREH- UND

ANGELPUNKTE AM ARM DES

TRÄGERS PULSGEBER, HERZ-

ÖFFNER UND AUCH FREUND

FÜRS LEBEN SEIN KÖNNEN. BEI

JEDEM EINZELSTÜCK WIRD DER

ODER DIE TRÄGER-/IN ZUM KRE-

ATIVEN MITGESTALTEN EINGE-

LADEN. AUCH DAS VERSTÄRKT

DIE BINDUNG UND DIE LIEBE ZU

EINEM SCHMUCKSTÜCK.

Nach dem Motto „Fantasie und

Schöpfergeist brauchen Raum und

auch Stille“ zog das Kreativ-Paar

2015 nach Grafing. In einer Oase,

die umgeben ist von einem parkähnlichen

Garten mit Seerosenteich,

stehen dort ihre große Werkstatt

und das Wohnhaus. Hier

finden sie die Ruhe, um kraftvolle,

sinnliche Schmuckstücke für

Individualisten zu kreieren. Zum

Beispiel Einzelstücke mit besonders

viel Persönlichkeit, die Liebe

und Gemeinsamkeit kommuniziert.

Duett in Love nennen Ellen

Dietrich und Connie Müllerschön

und diese Kreationen, die die

Herzen zweier Träger zusammenwachsen

lassen.

www.starke-stuecke.de

62 | 63 stylus. München 2019


BEIM ERÖFFNUNGS-EVENT FÜR DAS

AUSSERGEWÖHNLICHE RESTAURANT

ANOKI IN DER MAXIMILIANSTRASSE

HATTEN WIR DIE GELEGENHEIT, DIE DESIGNE-

RIN CAROLINE RAUH KENNENZULERNEN UND

WAREN GLEICH FASZINIERT. SIE IST NÄMLICH

– GEMEINSAM MIT ANH-THU, DER MITINHA-

BERIN DES ANOKI – VERANTWORTLICH FÜR

DAS AUSSERGEWÖHNLICHE INTERIEUR-DE-

SIGN DIESES ELEGANTEN JAPANISCHEN RES-

TAURANTS. CAROLINE RAUH SAGT VON SICH

SELBST, SIE SEI EINE QUERDENKERIN UND

ALLROUND-GESTALTERIN. DIE STUDIERTE IN-

DUSTRIAL DESIGNERIN KONZIPIERT, KREIERT

UND BETREUT IHRE KUNDEN VON DER ERS-

TEN IDEE BIS ZUR UMSETZUNG DER VISIONEN.

SIE LIEBT ES ABER AUCH, IMMER WIEDER IN

UNTERSCHIEDLICHE WELTEN EINZUTAUCHEN

… SO GELANG ES IHR AUCH, DIE WUNDERBA-

RE WELT DES ANOKI ZU INSZENIEREN.

Text: Corinna von Bassewitz | Foto: Steph Waldstein


DESIGN IST

EIN WEG,

KULTUREN

UND GEFÜH-

LEN EINEN

KÖRPER ZU

GEBEN.

Caroline Rauh

64 | 65 stylus. München 2019


UNSER ERSTER EINDRUCK DES ANOKI: EIN SEHR

STILVOLLES AMBIENTE IN GROSSZÜGIGEN RÄU-

MEN, DIE MODERN INTERPRETIERT WURDEN.

AUCH DIE KÜCHE IST BESONDERS: SIE BIETET EINE

MISCHUNG AUS JAPANISCHER UND VIETNAME-

SISCHER KOCHKUNST. UND WIR ENTDECKTEN

NOCH ZWEI HIGHLIGHTS: EINE FANTASTISCHE

BAR MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN COCKTAILS

UND EINE EINZIGARTIGE TERRASSE MIT BLICK

AUF DEN MAX-JOSEFS-PLATZ – DAS WIRD IM KOM-

MENDEN SOMMER SICHER EINE NEUE MÜNCH-

NER ATTRAKTION.

Das Angebot, direkt an der Münchner Oper und der

historischen Maximilianstraße ein Restaurant umzusetzen,

kam von der Münchner Familie Kuffler. Da musste

das Gastronomenpaar Anh-Thu und Hieu Tran nicht

lange überlegen. „Wir sehen es als Chance, die wir nicht

ausschlagen konnten – es ist für uns eine Ehre, in dieser

Lage unseren Traum verwirklichen zu dürfen“, erzählt

uns Hieu. „Hier im ANOKI wollen wir vietnamesische

Gerichte unserer Heimat mit der japanischen Küche verbinden.

Dafür sind wir durch Japan und Vietnam gereist

und fanden auch Inspirationen in London und Shanghai.“

Wie kam es zu dem Namen ANOKI, wollten wir wissen.

„Es ist der Name meiner Frau, Anh-Thu, übersetzt

in die japanischen Sprache“, lacht Hieu.

Caroline Rauh verrät uns weitere interessante Details

über das Einrichtungskonzept. Zum Beispiel, dass die

dunkle, mystische Anmutung mit ihren geradlinigen,

reduzierten Formen von der „Blauen Stunde“ inspiriert

ist, der Zeit zwischen Tag und Nacht. „Der tiefblaue

Himmel steht im Kontrast zu den schimmernden Stoffen

und dem warmem Holz, kombiniert mit natürlichen

Materialien wie Eiche und Stein“, schwärmt sie. Caroline

Rauh hat bereits mehrere Restaurants in München

für die Familie Tran eingerichtet. Zum Beispiel das

Cochinchina und das ChuChin.

Vom Eingang des ANOKI führt ein traditioneller, japanisch

verlegter Kieselpfad direkt zum Empfang. Dann

kommt man in den zwar großen, aber mitnichten ungemütlichen

Restaurant-Raum. Wir sind begeistert von

den filigranen Papierlampions, die von Caroline Rauh

und ihrem Team per Hand im Stil der japanischen Tuschemalerei

gezeichnet wurden. Hinter einem sieben

Meter langen Sushi-Counter darf man, abgetrennt durch

getönte Scheiben, der Küchencrew unter Leitung der japanischen

Chefin Haruko Kato bei der Arbeit zusehen.

Eine lange Eichentafel in der Mitte des Raums ist für größere

Gruppen vorgesehen, und dahinter wurde ein – im

Tatami-Style errichtetes – „Guest House“ platziert, leicht

abgeschirmt durch hellbraune Holzparavents.


DAS KÜCHENTEAM KREIERT VOR DEN AUGEN DER GÄSTE

MAKI, NIGIRI UND SASHIMI. FISCH UND MEERESFRÜCHTE,

STEAKS UND FILETS VOM GRILL WERDEN MIT ASIATI-

SCHEN SAUCEN VEREDELT UND MIT KLEINEN BEILAGEN

KOMBINIERT. „ZU DEN REGIONALEN LIEFERANTEN ZÄH-

LEN UNTER ANDEREM DER WESTERBERGER FULLBLOOD

WAGYU-HOF UND CRUSTA NOVA GARNELEN“, ERZÄHLT UNS

HIEU. WIR KÖNNEN ES KAUM ERWARTEN, ENDLICH DIESE

KÖSTLICHKEITEN ZU PROBIEREN ...

Etwas ganz Besonderes ist auch der „Barroom“ mit seinem separaten

Eingang – so kann er ganz eigenständig fungieren. Auf der

Tapete, die bis ganz nach oben hinauf reicht, entdeckt man schleichende

Tiger im Dschungel. Für das ANOKI wurden extra Cocktails

kreiert, zum Beispiel der Matcha Highball oder der Sakura

mit Gin, Kirschblüte, Granatapfel und Champagner. Dazu natürlich

ein großes Angebot an ausgewähltem Sake. Das Restaurant ist

über einen Flur mit der Bar verbunden; auf diesem Weg kann man

nach dem Dinner noch einen stilvollen „letzten Drink“ genießen.

66 | 67 stylus. München 2019

www.anokimunich.com


Text: Corinna von Bassewitz | Fotos: www.formschneider.de

ABER NOCH MAL ZURÜCK ZU CAROLINE

RAUH. GEMEINSAM MIT IHREM MANN,

DANIEL RAUH, HAT SIE SICH NOCH EIN

WEITERES STANDBEIN AUFGEBAUT:

SCHWEISSDRAHT IST EINE VERSCHMEL-

ZUNG VON KREATION UND PRODUKTI-

ON UND EIN VERSPRECHEN FÜR QUALI-

TÄT UND NACHHALTIGKEIT.

Vintage-Sachreibtisch

Kerbholz, Edelstahl


In ihrer mittelfränkischen

Werkstatt zwischen München

und Nürnberg kreieren und

produzieren die beiden metallorientierte

Designlösungen,

die in Zusammenarbeit mit regionalen

Partnern exklusiv in

Handarbeit hergestellt werden.

Da bezaubern uns zum Beispiel

einzigartige Designobjekte, wie

die Kunstblume „Orchidee“ aus

Edelstahl und Kupfer oder eine

faszinierende Kupferleuchte, kreiert

im Vintage-Stil. Die Kernkompetenz

des kleinen Unternehmens

erkennt man schon

im Namen und wird von Daniel

Rauh verkörpert, einem echten

Schweißfachmann und Vollbluthandwerker

mit Kreativität

und handwerklichem Können.

Mit seinem hohen Anspruch gegenüber

dem Material und einer

fachgerechten Verarbeitung verwandelt

er Metall in durchdachte,

funktionale Ergebnisse. Dank

seiner langjährigen Erfahrungen

im Bereich Produktentwicklung

kombiniert mit Innovationsfreude

behält Daniel Rauh immer sein

höchstes Ziel im Auge: hochwertige

Qualität zu produzieren.

Neben Schwarzstahl und Edelstahl

werden auch Cortenstahl,

Aluminium, Messing und Kupfer

verschweißt, maßgefertigte

Lösungen aus Metall hergestellt,

oder Edelstahl erhält durch spezielle

Schleifmaschinen einen ganz

besonderen, feinen Schliff. Wir

können sagen, dass die Kombination

zwischen Daniel und der

kreativen Idealistin Caroline Rauh

tatsächlich perfekt ist.

www.formschneider.de

Inneneinrichtung im Anh-Thu, München

www.schweissdraht-werkstatt.de

68 | 69 stylus. München 2019


ZUM NAMEN "MONA LISL":

ER SOLL ZUM EINEN AN DAS BE-

RÜHMTE KUNSTWERK MONA LISA

ERINNERN, ZUM ANDEREN SETZT

ER SICH AUS DEN BEIDEN NACHNA-

MEN LUN UND DISL ZUSAMMEN.


Text: Nina Schmid | Foto: www.monalisl.com

MONA LISL

WAS VERSTECKT SICH HINTER DIESEM NAMEN? DAS HAT STYLUS INTERESSIERT, UND WIR HABEN RECHER-

CHIERT: MONA LISL HAT ZUNÄCHST MIT EINEM HISTORISCHEN FACHBEGRIFF ZU TUN, NÄMLICH DER RESTAURIE-

RUNG (LATEINISCH: RESTAURARE – ‚WIEDERHERSTELLEN‘). ABER MONA LISL SIND AUCH ZWEI FRAUEN, DIE SICH

UNTER ANDEREM DER KUNSTTECHNOLOGIE UND KONSERVIERUNGSWISSENSCHAFT VERSCHRIEBEN HABEN.

SIE LERNTEN SICH WÄHREND IHRES STUDIUMS AN DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT MÜNCHEN KENNEN. HIER

STUDIERTEN LAURA LUN UND VERONIKA DISL VON 2008 BIS 2014 BEI PROF. ERWIN EMMERLING. HEUTE SIND SIE

DIPLOM-RESTAURATORINNEN UND FÜHREN SEIT FÜNF JAHREN GEMEINSAM IN DER GOLLIERSTRASSE IN MÜN-

CHEN IHR RESTAURIERUNGSUNTERNEHMEN.

Das Unternehmen Mona Lisl ist erfolgreich und realisiert immer

häufiger große Projekte. Das liegt zum einen an ihrer Leidenschaft

und ihrem Können – aber zum anderen auch an der

engen Freundschaft der beiden Frauen, die auch als „ziemlich

beste Kolleginnen“ bezeichnet werden. Ihr Einstieg in die Welt

der Restaurierung verlief über die Kunst, die sie schon in ihrer

Kindheit begeisterte. „Zunächst wollte ich Designerin oder

Künstlerin werden, aber dann interessierte mich doch etwas

Handfesteres in Kombination mit der Wissenschaft“, erzählt

uns Laura Lun. „Der Studiengang Restaurierung, Kunsttechnologie

und Konservierungswissenschaft war genau das Richtige.“

Neben Gemälden und Skulpturen widmet sich Mona Lisl

auch Reliquiaren, also Aufbewahrungskästen für Reliquien.

„So etwas gefällt mir sehr, weil so viele verschiedene Materialien

verwendet werden, wie florale Darstellungen aus Gold- und

Silberdraht, Glassteine, Edelsteine, Textil oder auch Federn.

Diese Materialkombinationen finde ich besonders spannend“,

sagt Veronika Disl.

Aber es werden auch Textilien bei Mona Lisl restauriert,

wie beispielsweise ein Seidengewand, das ungefähr aus den

1925er-Jahren stammt. Es handelte sich um ein Nachtgewand

aus Seide – und Seide ist leider nicht sehr alterungsbeständig.

70 | 71 stylus. München 2019


Ein weiteres Highlight im Leben der

Restauratorinnen sind Reisen nach

Südostanatolien für die Universität

Münster/Forschungsstelle Asia Minor,

wo die „Mona Lisls“ als Grabungsrestauratorinnen

fungieren. Dort

werden kleinere Funde restauriert, wie

zum Beispiel Schmuck, Münzen oder

Perlen. Die Ausgrabungsstelle, zehn

Kilometer nördlich von Gaziantep, gibt

es seit 2002. Dieses Jahr wurden zum

ersten Mal neolithische Überreste gefunden

sowie ein Mosaikboden, der von

Veronika Disl und Laura Lun freigelegt,

gereinigt und konserviert wurde. Alles

wird vor Ort dokumentiert, denn die

Fundstücke verbleiben in der Türkei.

MONA LISL HELFEN BEI ALLEN FRAGEN ZUR ERHALTUNG UND PFLEGE

UNTERSCHIEDLICHSTER KUNSTWERKE, WIE ETWA DIE KONSERVIERUNG ODER

RESTAURIERUNG VON GEMÄLDEN, SKULPTUREN ODER RELIQUIAREN. ABER AUCH

BEI KUNSTHANDWERK, METALLEN, TEXTILIEN UND ARCHÄOLOGISCHEN OBJEKTEN

KENNEN SIE SICH AUS. AUSSERORDENTLICH WICHTIG IST AUCH DIE FACHLICHE

BERATUNG ZUR ERHALTUNG UND PFLEGE VERSCHIEDENER KUNSTWERKE. AUSSERDEM

ERSTELLEN VERONIKA DISL UND LAURA LUN AUCH SCHADENSANALYSEN UND KUNST-

TECHNOLOGISCHE UNTERSUCHUNGEN – ENTWEDER IN IHREM ATELIER IN MÜNCHEN

ODER AUCH INTERNATIONAL VOR ORT. UNS WAR ES AUF JEDEN FALL EINE GROSSE

FREUDE, IN DIE WELT DER „WIEDERHERSTELLUNG“ EINTAUCHEN ZU DÜRFEN.

www.monalisl.com


„ICH HABE IMMER EHRFURCHT BEIM RESTAURIEREN. NICHT,

WEIL ICH ANGST HABE, ETWAS KAPUTT ZU MACHEN, SONDERN WEIL

ES SO ALTE STÜCKE SIND, DIE SCHON SEHR VIEL ‚ERLEBT‘ HABEN.

ES IST IMMER EIN STÜCK GESCHICHTE, DAS MAN IN HÄNDEN HÄLT.“

Veronika Disl

„ES IST UNGALUBLICH, WENN ICH EIN OBJEKT AUSGRABE

UND DANN ETWAS IN DER HAND HALTE, WAS VOR 1.500 JAHREN

EIN MENSCH AN SEINEM GÜRTEL TRUG.“

Laura Lun

72 | 73 stylus. München 2019


OLIVENÖL –

FLÜSSIGES GOLD Text:

Monika Segl | Fotos: www.jonny-oo.de

DIE FRUCHT DES ECHTEN ÖLBAUMS, DIE OLIVE, IST IM MITTELMEERRAUM BEHEIMATET UND GEHÖRT ZU

DEN GESÜNDESTEN PFLANZENÖLEN. BEI UNSEREN SÜDEUROPÄISCHEN FREUNDEN IN GRIECHENLAND, SPANIEN UND

ITALIEN FEHLT EINE FLASCHE DES „FLÜSSIGEN GOLDS“ NIEMALS AUF EINEM GUT GEDECKTEN ESSTISCH. ABGESEHEN

VON SEINEM GESCHMACKLICHEN WERT SIND DIE GESUNDHEITSFÖRDERNDEN INHALTSSTOFFE VON OLIVENÖL UN-

BESTRITTEN. UND DAS ÖL VERFEINERT NICHT NUR EINE GUTE KÜCHE, ES IST AUCH FÜR DIE HAAR- UND HAUTPFLEGE

BESTENS GEEIGNET. EINE GRIECHISCHE STUDIE BESCHÄFTIGTE SICH AUCH MIT DEN AUSWIR-

KUNGEN VON GESUNDER ERNÄHRUNG MIT OLIVENÖL AUF KREBS UND DIE KREBSVORSORGE.

EINER DER WICHTIGSTEN FAKTOREN BEI DER AUSWAHL VON OLIVENÖL IST JEDOCH DIE QUALI-

TÄT – SIE IST ENTSCHEIDEND.

Das wissen auch Hans Christian Meyer und Matthias Meyer. Die beiden Brüder – der eine in München,

der andere in Hamburg – haben sich immer schon für feines Essen interessiert und sind überzeugt, dass

nur hochwertiges Olivenöl verwendet werden sollte. Ihre enge Verbundenheit zu Kroatien und speziell zu

Istrien brachte sie auf die Idee, genau dort nach hochqualitativem Olivenöl zu suchen, um es in Deutschland

zu vermarkten. Bei ihrer Recherche fiel auf, dass der Marktanteil tatsächlich eher gering ist und man

auch in Deutschland nur sehr schwer kroatisches Olivenöl findet. Somit fiel die Wahl auf Istrien. Die beiden

Brüder möchten ihre Olivenöl-Unternehmungen auch anders aufziehen als üblich. Das beginnt schon

bei der Transparenz, die ihnen sehr wichtig ist. „Da der Olivenölmarkt häufig ziemlich undurchschaubar

ist, legen wir größten Wert auf Qualität und Transparenz. Deswegen starten wir unser Produktangebot

auch bewusst nur mit einem Olivenöl – von dem wir jedoch hundertprozentig überzeugt sind. Verbunden

mit einem neuartigen Design, möchten wir somit viel Freude in die Küche bringen“, sagt Matthias Meyer.

Zusätzlich lässt Jonny OO jede Olivenölcharge durch ein unabhängiges Lebensmittellabor testen. Die

Ergebnisse werden auf der Homepage www.jonny-oo.de veröffentlicht – und selbstverständlich handelt

es sich grundsätzlich um Natives Olivenöl Extra.


Natives Olivenöl Extra aus Istrien in Kroatien im Fünf-Liter-Kanister

„Wir sind mit der Mission

gestartet, unser Olivenöletikett

so zu gestalten, dass

auch wir es ins Wohnzimmer

stellen würden. Nun ist schönes

Design bekanntlich Geschmackssache,

aber wir hoffen

trotzdem, dass unser Design

unsere Kunden begeistert“,

erzählt uns Hans Christian

Meyer. Jetzt hat man die Wahl

zwischen drei außergewöhnlichen

Designs, jedes zeigt ein

eindrucksvolles Graffiti als

Eye-Catcher.

Das Olivenöl unter der Marke Jonny OO stammt exklusiv aus Istrien in Kroatien. Diese

Region im Süden Europas hat sich zu einer kulinarischen Feinschmecker-Hochburg

gemausert. Neben leckeren Trüffeln, köstlichen Weinen und vorzüglichem Käse sind

es insbesondere die sehr harmonischen Olivenöle, die für besondere Gaumenfreuden

sorgen. Zahlreiche kleine und mittelgroße Betriebe bieten eine breite Vielfalt unterschiedlicher

Olivenöle, wovon Jonny OO zunächst eines ausgewählt hat. Mit viel

Bedacht wird das Sortiment langsam erweitert. Außerdem legt Jonny OO viel Wert

darauf, dass die Olivenölbauern vor Ort einen fairen Lohn für ihre Produkte erhalten,

denn nur so kann man sichergehen, dass der Produzent nicht selbst Qualitätsanpassungen

vornehmen muss. „Damit unsere Kunden ebenfalls einen fairen Preis für das

Olivenöl bezahlen und wir am Ende der Kette auch einen

‚Taler‘ verdienen, haben wir den Zwischenhandel, also

Supermärkte und den Großhandel, ausgeschaltet“, sagt

Hans Christian Meyer. Übrigens, wer wissen

will, was die Ziege Jonny mit Olivenöl zu tun hat, der

sollte sich das Logo der Region Istrien einmal genauer

anschauen ... das haben wir von stylus auch gemacht!

Mit heißen Sommern und

milden Wintern bietet Istrien

beste klimatische Bedingungen,

um hervorragendes

Olivenöl zu gewinnen. Die

charakteristische „Rote Erde“

ist fruchtbar und speichert

Wasser tief im Inneren, sodass

keine Staufeuchtigkeit

entsteht, aber die knochigen

Bäume mit ausreichend

Wasser versorgt werden.

www.jonny-oo.de

74 | 75 stylus. München 2019


WELTERBE

IM ARKTISCHEN EIS

Bildmaterial: www.snohetta.com

In Longyearbyen auf Spitzbergen, 78 Grad nördlich des Äquators, wurde

„The Arc“, ein spektakuläres Besucherzentrum, entworfen. Hier werden

zukünftig das erste Mal Inhalte aus dem daneben liegenden, weltweit

größten Saatgutlager Svalbard Global Seed Vault sowie aus dem

Arctic World Archive präsentiert. In Zusammenarbeit mit dem

Norwegischen Naturkundemuseum wird das Besucherzentrum

seinem Publikum Hintergrundinformationen zum Standort

und Einblicke in die einzigartige Geologie Spitzbergens geben.

Spitzbergen ist seit der Unterzeichnung des Pariser Vertrags

1920 als demilitarisierte Zone anerkannt und gilt damit

als besonders sicherer Standort. Denn nur wenige wissen,

das The Arctic World Archive eine Hochsicherheitslagerstätte

ist: Sie bewahrt das digitale Erbe der Welt.


Seit 2007 werden Saatkörner aus der ganzen Welt in der Svalbard

Global Seed Vault deponiert. Ein physisches Backup, falls durch

eine Katastrophe ein Pflanzentyp ausgerottet werden sollte. Die

liefernden Länder und Institutionen müssen für die Speicherung

nichts zahlen; die Kosten trägt der norwegische Staat. Der Saatgutspeicher

ist der größte von weltweit 1.400 Aufbewahrungsanlagen

und hält mittlerweile circa 4,5 Millionen Samenproben vor.

The Arctic World Archive bietet wiederum seit 2017 die Lagerung

von Daten in einem Hochsicherheitstrakt an. Die gespeicherten

Inhalte reichen derzeit von der Kunstsammlung von Edvard

Munch über 1.500 Jahre alte Manuskripte des Vatikans bis zu

Filmausschnitten des brasilianischen Fußballspielers Pelé. Die

Anlage muss aufgrund dieser Position im Permafrostboden nicht

künstlich gekühlt werden und verbraucht infolge der Lagerung

auf Mikrofilm nur wenig Strom.

Ziel von „The Arc“ soll es sein, die Besucher über den Wert der

einzigartigen klimatischen Stabilität aufzuklären, die man jenseits

des Polarkreises vorfindet. Der Entwurf für das Besucherzentrum

„The Arc“ stammt vom renommierten norwegischen

Architekturbüro Snøhetta Designs. Das eigentliche Ausstellungshaus

ragt wie ein weißer Monolith in die Landschaft. Die

beiden Baukörper, das Eingangsgebäude und das Austellungshaus

sind über eine verglaste Zugangsbrücke verbunden, von

wo aus sich die Besucher mit der einzigartigen arktischen Landschaft

auseinander setzten können. Die Außenverkleidung des

Eingangsgebäudes besteht aus angekohltem Holz und dunklen

Fensterelementen. Im Inneren sind die Lobby, Ticketing Garderobe

und ein Café untergebracht.

Der Innenraum des weißen monolithischen und fensterlosen

Ausstellungshauses ist als Vertikalgewölbe geformt; hier können

sich die Besucherinnen und Besucher via Touchscreens einen

Eindruck von den Sammlungen machen. Im Zentrum des

Gebäudes liegt ein klimatisiertes Auditorium, der Ceremony

Room. Hier steht die Nachbildung eines Laubbaums, wie er vor

56 Millionen Jahren auf dem damals dicht bewaldeten Spitzbergen

beheimatet war. Bei den derzeitigen Klimaveränderungen

könnten die Temperaturen in den nächsten 150 bis 200 Jahren

wieder so weit ansteigen, dass hier erneut ein Wald wachsen

würde. Insofern ist der Baum auch ein Aufruf zum Handeln

und Nachdenken: Denn sollte der Permafrost auftauen, hätten

nicht nur die Speicheranlagen ein Problem. Noch befindet sich

das Projekt in der Planungsphase, könnte aber bei einem raschen

Baubeginn schon im Jahr 2022 eröffnet werden.

www.snohetta.com

76 | 77 stylus. München 2019


UNSERE EXPERTEN DIESER AUSGABE:

Hier finden Sie die Köpfe und Unternehmen, die den Input

für unsere Ausgabe gegeben haben: Architekten, Designer,

Innenarchitekten, Gewerke ... und ihre Projekte.

STYLUS

VORSCHAU

ANOKI Restaurant

www.anokimunich.com

aperio | Rimadesio Showroom München

www.aperio.info

Architekturbüro addenda architects

www.addendaarchitects.com

Architekturbüro Snøhetta

www.snohetta.com

Architekt Werner Tscholl

www.werner-tscholl.com

Bauhaus Museum Dessau

www.bauhaus-dessau.de

DIE FLIESE ART + DESIGN

www.die-fliese.com

Fabrino Architekturbeton

www.fabrino.eu

Feuerring das Original

www.feuerring.ch

Formschneider Design

www.formschneider.de

Hauser Naturstein

www.hauser-naturstein.de

Holzbodenmanufaktur

www.holzbodenmanufaktur.com

JANUA Möbel

www.janua-moebel.de

Jonny OO | Olivenöl

www.jonny-oo.de

Licht im werkhaus

www.licht-im-werkhaus.de

Mona Lisl | Restaurierung

www.monalisl.com

S. Fischbacher Living

www.fischbacher-living.de

Schweißdraht | Design & Handwerk

www.schweissdraht-werkstatt.de

Simssee Handweberei

www.lichtteppich.de

Starke Stücke

Ellen Dietrich & Connie Müllerschön

www.starke-stuecke.de

Stefan Knoop

www.stefan-knopp.com

IN UNSERER FRÜHLINGSAUSGABE 2020 WERDEN WIR UNS MIT

HELL UND DUNKEL BESCHÄFTIGEN – EIN INTERESSANTES UND

BEWEGENDES THEMA. NATÜRLICH WERDEN WIEDER SPEKTA-

KULÄRE ARCHITEKTUREN GEZEIGT, ABER AUCH DESIGNS VER-

SCHIEDENER MANUFAKTUREN UND START-UPS. LASSEN SIE

SICH ÜBERRASCHEN.

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