DVG_FORUM_2_2019_ONLINE

dvgforum

16. Jahrgang 2/2019

Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.

Fachgruppe im Fokus

Tierernährung

Seite 42

Fachgruppe

Tierernährung


1Ahlener

Thementage

Jungererkrankungen

24. bis 25. April 2020 (Fr-Sa)

Wiss. Leitung: Dr. Gereon Vieues Vieues

2 Augsburger

Thementage

Kleinsäuger – Respiraonstrakt Respiraonstrakt Respiraonstrakt Respiraonstrakt & Os Os Os Os

1. bis 3. Mai 2020 (Fr-So)

Wiss. Leitung: Dr. Jua Jua Jua Hein

Kölner

Thementage3

Paent Katze – Noallmedizin

12. bis 13. September 2020 (Sa-So)

Wiss. Leitung: Dr. Angelika Drensler

AG Kleinsäuger

der DGK-DVG

AG Katzenmedizin

der DGK-DVG

Kontakt:

info@dvg.de

www.dvg.de

0641-24466


EDITORIAL

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr, Ihnen heute unser

zweites DVG-Forum für 2019 präsentieren

zu dürfen, welches wieder kompakte Informationen

über unsere Wissenschaftsgesellschaft

bietet.

Vielen von Ihnen geht dieses Forum

nun zum ersten Mal digital zu – damit will

die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft

auch dazu beitragen, die Papierflut

ein wenig einzudämmen. Diejenigen

von Ihnen, die bedrucktes Papier lieber haben,

bekommen natürlich das Forum in

altbewährter Form weiterhin zugeschickt.

In der vorliegenden Ausgabe finden Sie

die Berichte der Fachgruppentagungen,

die in der zweiten Hälfte 2019 stattfanden,

darunter die Tagungen der Deutschen Gesellschaft

für Kleintiermedizin (DGK-DVG)

und ihrer Arbeitsgruppen sowie der Fachgruppen

Wild-, Zoo- und Gehegetiere, Epidemiologie,

Parasitologie, AVID, Tierseuchen

und Umwelt- & Tierhygiene.

Im September fand dann der erfolgreiche

60. Jahreskongress des gesamten

Arbeitsgebietes Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz schon traditionell

in Garmisch-Partenkirchen statt.

Der gerade zu Ende gegangene DVG-

Vet-Congress war mit rund 2.500 Teilnehmer/innen

und einer ausverkauften Industriemesse

(mit deutlich über 100 Ständen)

einer der erfolgreichsten Kongresse

der DVG überhaupt. Dazu trugen sehr

viele Fachgruppen mit Seminaren, Workshops

und Tagungen bei. Es fanden zahlreiche

Veranstaltungen zu Kleintieren, Rindern,

Pferden und Bienen statt, sowie zu

den Themenbereichen Diagnostik von Infektionserregern,

Tropenveterinärmedizin

und internationale Tiergesundheit, Tierernährung,

Verhaltensmedizin und Bissprävention,

Geschichte der Veterinärmedizin

sowie Naturheilverfahren und Regulationsmedizin.

Daneben gab es noch sehr

interessante Veranstaltungen des Bundesverbandes

der Veterinärmedizinstudierenden

in Deutschland (bvvd), der Tierärztekammer

Berlin und des Bundesverbandes

praktizierender Tierärzte und zudem Seminare

und eine Fortbildung für TFA. Genaueres

finden Sie auf den folgenden Seiten.

Nachdem sich unsere Fachgruppenfamilie

auf 40 vergrößert hat (die Delegiertenversammlung

stimmte einstimmig dafür,

den Arbeitskreis Didaktik und Kommunikationskompetenz

als Fachgruppe für

Didaktik und Kommunikation anzuerkennen),

können wir als Wissenschaftsgesellschaft

noch intensiver alle veterinärmedizinischen

Fachgebiete beackern und den

wissenschaftlichen Nachwuchs begleiten

und fördern.

Wie Sie sehen können, wachsen die

DVG und damit die Aufgaben der Verantwortlichen

stetig und rasant an. Dies alles

kostet natürlich Ressourcen und Geld,

welches wir alleine durch die Kongresse

nicht verdienen können. Durch diese vielfältigen

und aus unserer Sicht absolut

notwen digen Tätigkeiten müssen wir ab

2020 die Beiträge für die Mitgliedschaft in

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft so anpassen, dass wir uns in

den nächsten Jahren weiterentwickeln

können wie bisher. Die Delegiertenversammlung

stimmte dem einstimmig zu

und ich hoffe, dass Sie alle Verständnis dafür

aufbringen können und der DVG weiterhin

treu bleiben!

In manchen Fachgruppen wurden

neue Leiter bzw. Stellvertreter gewählt. Zunächst

gilt mein Dank all jenen, die sich

bisher in den verschiedenen Positionen für

die Belange der DVG und für ihr Fachgebiet

so wunderbar eingesetzt haben, die nun

in die zweite Reihe zurückgetreten sind.

Den neuen Leiter/innen und Stellvertreter/innen

möchte ich herzlichst gratulieren

und bin mir ganz sicher, dass wir

eine tolle Zusammenarbeit zwischen Vor-

stand und Fachgruppenleitungen haben

werden.

Zum Ende dieses wirklich sehr arbeitsreichen

und überaus erfolgreichen Jahres

2019 möchte ich mich bei allen Menschen

auf das Herzlichste bedanken, die es durch

ihr Engagement und ihren Enthusiasmus

geschafft haben, die DVG mit ihren jetzt

40 Fachgruppen so gut nach außen darzustellen!

Ich möchte noch einer Gruppe von

Menschen einen besonderen Dank aussprechen,

an die nur selten gedacht wird.

Dieser persönliche Dank geht an unsere

Ehefrauen/männer, Lebensgefährten/innen

sowie Freunde/innen. Ohne Euer Verständnis

könnten wir all die Zeit für die Belange

der DVG in den unterschiedlichsten

Positionen nicht aufbringen!

Ich wünsche Ihnen allen eine wunderschöne

Vorweihnachtszeit, ein geruhsames

und friedliches Weihnachtsfest, einen

tollen Rutsch in das neue Jahr und ein

überaus erfolgreiches Jahr 2020.

Ihr/Euer

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer

Präsident der DVG

Foto: Milena Schlösser / DVG

DVG-Forum 02/2019 1


INHALT

EDITORIAL

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer . . . . . . . . . . 1

DVG ALLGEMEIN

Neuer Mitgliedsbeitrag ab 2020 . . . . . . . . . . 3

Delegiertenversammlung der DVG . . . . . . . . . 4

Neuerungen in der DVG . . . . . . . . . . . . .4

Veterinary Public Health . . . . . . . . . . . . .4

Round Table wiss. Nachwuchs . . . . . . . . . . 5

Ausschreibung von Konsiliarlaboren . . . . . . . . 7

DVG-Vet-Congress 2019 . . . . . . . . . . . . .8

ARBEITSGEBIETE

• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) . 16

Deutsche buiatrische Gesellschaft (DbG-DVG) . . . . 22

Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ . . . . . . . . . 22

Fachgruppe „Wild-, Zoo- und Gehegetiere (WZG)“ . . . 24

Fachgruppe „Krankheiten kleiner Wiederkäuer“ . . . . 26

Fachgruppe „Bienen“ . . . . . . . . . . . . . 27

Fachgruppe „Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin“ . . . . . . . . . . 28

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT-DVG) 28

• GRUNDLAGENFÄCHER

Fachgruppe „Epidemiologie und Dokumentation“ . . . 30

Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“ . . . . . 32

• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Fachgruppen „Bakteriologie & Mykologie“

und „Virologie & Viruskrankheiten“ . . . . . . . 32

Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre Krankheiten“ 33

Fachgruppe „Umwelt- und Tierhygiene“ . . . . . . 35

Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin und internationale

Tiergesundheit“ . . . . . . . . . . . . . 35

Fachgruppe „Tierseuchen“ . . . . . . . . . . . 36

Fachgruppe AVID . . . . . . . . . . . . . . 37

DVG-Forum 02/2019

FACHGRUPPE IM FOKUS

Fachgruppe „Tierernährung“ . . . . . . . . . . 42

STIFTUNGEN UND PREISE

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis 2020 . . . . . . 58

Förderpreis der DGK-DVG . . . . . . . . . . . .58

DVG-Vet-Congress – Preise und Auszeichnungen . . . 59

Bruns-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . 61

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Verstärkung in der DVG-Geschäftsstelle . . . . . . 62

Werde Schnuppermitglied! . . . . . . . . . . . 62

Vorteile einer DVG-Mitgliedschaft . . . . . . . . 63

Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse . . . . . . 63

PERSONEN

In memoriam Dr. Dr. Peter Fahrenkrug . . . . . . . 64

Nieberle-Plakete für Prof. Kramer . . . . . . . . . 66

Ehrenstatue für Prof. Schäffer . . . . . . . . . . 66

Goldener Hammer für Prof. Tipold . . . . . . . . 67

Neue Fachgruppenleiter . . . . . . . . . . . . 67

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

BTK bestätigt Führungsriege . . . . . . . . . . .71

Referenzzentrum für Antimikrobielle Resistenz . . . . 71

Studie Digitalisierte Veterinärmedizin . . . . . . . 72

Stellungnahmen und Leitlinien von DVG-Fachgruppen . 72

PUBLIKATIONEN

Neuerscheinungen DVG-Vet-Congress 2019 . . . . . 57

Neuerscheinungen . . . . . . . . . . . . . . 73

TAGUNGSKALENDER 2020 . . . . . . . . . . 74

IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

• LEBENSMITTELSICHERHEIT

UND VERBRAUCHERSCHUTZ

Arbeitsgebiet „Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz“ . . . . . . . . . . . 38

Arbeitskreis „Lehre in den lebensmittelhygienischen

Fächern der deutschsprachigen Länder“ . . . . . 40

• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

Tierärztliche Plattform Tierschutz (TPT) . . . . . . . 41

Fachgruppe „Verhaltensmedizin und Bissprävention“ . . 41

2 DVG-Forum 02/2019


DVG ALLGEMEIN

Neuer Mitgliedsbeitrag ab 2020

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte DVG-Mitglieder,

die Delegiertenversammlung hat am 14.

November in Berlin einstimmig beschlossen,

die regulären DVG-Mitgliedsbeiträge

ab Januar 2020 auf € 120 zu erhöhen. Die

ermäßigten Tarife für Studierende sowie

Kollegen/innen in Rente, Erwerbslosigkeit

oder Elternzeit bleiben davon unberührt.

Wie kam es zu diesem eindeutigen Votum?

Die DVG ist ein stark wachsender Verband,

der zunehmend von Politik, Öffentlichkeit

und anderen Interessensverbänden

als die Gesellschaft mit wissenschaftlicher

Expertise wahrgenommen wird.

Die Wissenschaftlichkeit im Zeitalter

der fake news in die öffentliche Diskussion

und die Medien zurückzubringen sowie

verlässlicher Ansprechpartner der Politik

zu sein, und damit unseren Berufsstand

besser zu positionieren, war und ist unser

Ziel.

Wir haben dafür in den letzten Jahren

sehr viel investiert: Neue Initiativen, z. B.

zu „Veterinary Public Health“, die „Tierärztliche

Plattform Tierschutz“ oder das Positionspapier

der DVG zum Nachwuchsmangel,

wurden initiiert und dazugehörige Veranstaltungen

durchgeführt.

Die Wahrnehmung der DVG in der Öffentlichkeit

wurde durch Pressemitteilungen,

Stellungnahmen, Flyer, Webseiten,

Messeauftritte, Apps, Facebook u. v. m. erhöht.

Auch ist die DVG im Vergleich zu 2017

in diesem Jahr doppelt so häufig mit dem

Messestand auf großen veterinärmedizinischen

Kongressen vertreten gewesen.

Der DVG-Vorstand nimmt zahlreiche

repräsentative Aufgaben wahr und ist damit

um ein Vielfaches präsenter als noch

vor vier Jahren.

Die Delegierten beschlossen eine Erhöhung des regulären DVG-Mitgliedsbeitrages. Foto: DVG

Auch sind wir stolz darauf, dass die Anzahl

der Kooperationen mit Tierärztetagen

verschiedener Landestierärztekammern

gestiegen ist und wir als wertvoller wissenschaftlicher

Berater und zuverlässiger

Partner gelten.

Ebenfalls in der Geschäftsstelle macht

sich dieser überaus positive Trend bemerkbar:

Lag die Anzahl der von der DVG betreuten

Tagungen 2017 noch bei 18, so stieg deren

Zahl in diesem Jahr auf 27. Ins gesamt

40 Fachgruppen und deren Arbeitsgruppen

(u. a. Katzenmedizin und Kleinsäuger)

müssen koordiniert und weiterentwickelt

werden. Auch die Verwaltungsaufgaben

für neue Gruppierungen steigen. Dass sich

der Aufwand lohnt, beweist die Reaktivierung

einiger Fach gruppen mit hohem

Potential (beispielsweise Wild-, Zoo- und

Gehegetiere, Klinische Pharmakologie &

Toxikologie, Versuchstierkunde, Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin). Die

Verwaltungsaufgaben der von der DVG betreuten

zahlreichen Stiftungen nehmen

ebenfalls zu.

Die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung

schlug sich in gestiegenen

Rechtsberatungskosten nieder und

natürlich darf in Bezug auf die Mitarbeiter/innen

der DVG-Geschäftsstelle die allgemeine

Lohnentwicklung nicht außer

Acht gelassen werden.

Des Weiteren nimmt die DVG als gemeinnütziger

Verein laut Satzung § 2 (1) die

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

sehr ernst. In 2019 wurden zwei

zusätzliche Preise für beste Beiträge bei

Fachtagungen kreiert, Reisekosten übernommen,

Einladungen zu Kongressen

ausgesprochen und Stipendien gewährt.

Dieses Engagement für uns Tierärztinnen

und Tierärzte hat seinen Preis und wir

würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere

Beweggründe, warum wir die Mitgliedbeiträge

erhöhen mussten, nachvollziehen

können.

Helfen Sie weiterhin mit, die tierärztliche

Zukunft zu gestalten!

Mit den besten Wünschen für eine geruhsame

Weihnachtszeit und ein gesundes

und glückliches Jahr 2020

Ihr

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer

Präsident der DVG


DVG-Forum 02/2019 3


DVG ALLGEMEIN

Delegiertenversammlung der DVG

Auf der Delegiertenversammlung am 14.

November in Berlin stellten der Präsident

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer und die Geschäftsführerin

PD Dr. Susanne Alldinger

die vielfältigen Aktivitäten der DVG seit der

letzten Versammlung im September 2018

in Garmisch-Partenkirchen dar. So wurden

zahlreiche Tagungen von der DVG-Geschäftsstelle

aus organisiert. Die DVG präsentierte

sich auf mehreren Tierärztetagen

und Kongressen sowie bei vielen Veran-

staltungen und Tagungen anderer Verbände.

Die in Garmisch-Partenkirchen 2018 gestartete

Initiative zu Veterinary Public

Health wurde weiterentwickelt (siehe gesonderten

Bericht auf dieser Seite).

Außer der Beitragserhöhung (siehe Seite 3)

wurden folgende Beschlüsse gefasst:

• Der seit 2008 bestehende Arbeitskreis

„Didaktik und Kommunikationskompetenz“

wurde umbenannt in „Didaktik

und Kommunikation“ und als 40.

Fachgruppe der DVG anerkannt. Die

neue Fachgruppe wurde dem Arbeitsgebiet

„Grundlagenwissenschaften“

zugeordnet (siehe Seite 32).

• Der Antrag der Fachgruppe „Pferdemedizin“

auf Gründung einer Arbeitsgruppe

„Pferdeophthalmologie“ wurde begrüßt

und angenommen. Die Gründung

fand am 16. November auf dem DVG-

Vet-Congress statt (siehe Seite 22).

Neuerungen in der DVG: DVG-Forum und Mitgliedsausweise

• Das DVG-Forum erscheint ab dieser

Ausgabe als Online-Version. In einer

Umfrage per E-Mail bzw. per Post haben

wir alle DVG-Mitglieder gefragt,

welche Version des DVG-Forums sie

bevorzugen. Ihrer Mitteilung entsprechend

erhalten Sie die Online-Aus -

gabe per Link oder die Print-Ausgabe

per Post zugeschickt. Überlegungen

hin zu mehr Nachhaltigkeit und veränderte

Lesegewohnheiten haben uns zu

dieser Entscheidung veranlasst. Wir

würden uns sehr freuen, wenn Sie von

der neuen Möglichkeit, das Forum auf

diese Weise z. B. auch vom mobilen

Endgerät aus zu nutzen, Gebrauch machen

würden.

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie künftig

statt der gedruckten die Online-Ausgabe

(oder umgekehrt) erhalten möchten

(forum@dvg.de).

• Ab dem Jahr 2020 verzichtet die DVG

auf die Ausstellung von Mitgliedsausweisen.

Bislang erhielt jedes Mitglied

einen Ausweis aus Plastik, der drei Jahre

gültig war. Mitglieder erhalten auf

DVG-Veranstaltungen sowie auf Tagungen

etlicher anderer Veranstalter (z. B.

ATF) vergünstigte Teilnehmergebühren.

Wer DVG-Mitglied ist, können wir bei

DVG-Veranstaltungen per Datenabgleich

mit der Mitgliederdatenbank

leicht feststellen. Andere Veranstalter

fragen die Teilnehmer entweder nach

der Mitgliedsnummer (die dem Mitglied

beim Eintritt in die DVG mitgeteilt

wird und ggf. in der Geschäftsstelle

nachgefragt werden kann) oder fragen

direkt bei der DVG nach (wir geben

Daten natürlich nur gemäß den Vorgaben

der Datenschutz-Grundverordnung

heraus). Daher kann auf die Ausweise

verzichtet werden.

Veterinary Public Health (VPH)

Nachdem das 1. Meeting des Fachforums VPH im

Rahmen der DVG-Tagung „Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz“ am 26.09.2018 in Garmisch-

Partenkirchen stattfand (siehe auch Bericht im DVG-

Forum 02/2018), wurden weitere Schritte unternommen.

Das vorläufige VPH-Organisationsteam,

bestehend aus PD Dr. Amely Campe (Hannover) und

Prof. Dr. Norbert Mencke (Leverkusen) sowie vonseiten

der DVG-Geschäftsstelle PD Dr. Susanne Alldinger

und Dr. Marion Selig, entwickelte Vorgaben für ein

VPH-Logo, das inzwischen vorliegt (siehe Grafik). Eine

Webseite ist im Aufbau. Die inhaltliche Arbeit, um

die Bedeutung von VPH innerhalb von One Health und

die Rolle der Veterinärmedizin bei der Verbesserung

des menschlichen Wohlbefindens durch Optimierung

der Tiergesundheit herauszustellen sowie die Verbindung

zwischen Tier – Mensch – Umwelt aufzuzeigen,

soll mit weiteren auf dem Gebiet der VPH engagierten

Kolleginnen und Kollegen fortgeführt werden.

4

DVG-Forum 02/2019


Round Table zur Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses

Im Rahmen des DVG-Vet-Congresses hatten

DVG und Akademie für Tiergesundheit

(AfT) Vertreter der tierärztlichen Ausbildungsstätten

und der Bundestierärztekammer

(BTK) zu einem „Round Table“ zur

Zukunft des tierärztlichen wissenschaftlichen

Nachwuchses an veterinärmedizinischen

Bildungsstätten eingeladen. Auch

eine Vertreterin des Bundesverbandes Veterinärmedizinstudierender

Deutschlands

(bvvd) nahm teil.

Mit dem „Round Table“ soll eine Plattform

zu dem Problem, dass es zunehmend

schwierig wird, Absolventen der Tiermedizin

für die akademische Laufbahn zu gewinnen,

geboten werden.

DVG ALLGEMEIN

Der „Round Table“ (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (DVG, Justus-Liebig-Universität Gießen), Dr. Uwe Tiedemann (BTK), Dr. Sabine Schüller (AfT),

Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann (AfT, Tierärztliche Hochschule Hannover), Kim Usko (bvvd), Prof. Dr. Arwid Daugschies (DVG, Universität Leipzig), Dr. Gerhard

Greif (Tierärztliche Hochschule Hannover), PD Dr. Susanne Alldinger (DVG), Prof. Dr. Thomas Vahlenkamp (Universität Leipzig), Dr. Gerfried Zeller (AfT),

Prof. Dr. Reinhard Straubinger (Ludwig-Maximilians-Universität München), PD Dr. Amely Campe (Tierärztliche Hochschule Hannover). Auf dem Foto fehlt

Prof. Dr. Jörg Aschenbach (Freie Universität Berlin). Foto: DVG

frohe f

Weihnachten ...

Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie bei den Förderern, Sponsoren

und insbesondere den Mitgliedern der DVG für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2019!

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches Jahr 2020!

Für den Vorstand der DVG e.V.

Für die DVG Service GmbH

DVG e.V.

Friedrichstr. 17 • 35392 Gießen

0641-24466 • 0641-25375

info@dvg.de • www.dvg.de

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer

PD Dr. Susanne Alldinger

DVG-Forum 02/2019 5


Anästhesie-Fortbildungen 2020

Seminare in Berlin

Anästhesie bei Hund und Katze für Tierärzte

Narkose und Narkosemonitoring

Anästhesie bei Heimtieren für Tierärzte

Praktischer Workshop zur Narkose

Intensivwoche Anästhesie für TFA

Narkose von A - wie Anamnese - bis Z - wie Zwischenfall

e-learning-Kurse für Tierärzte

Anästhesie Kleintier - Modul 1

Grundlagen der Narkose

Ihr Partner für Fort- und Weiterbildungen

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter

www.berliner-fortbildungen.de

IMPRESSUM

Herausgeber:

Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft e.V.

Präsident:

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer

Vizepräsident, Schatzmeister:

Prof. Dr. Arwid Daugschies

ISSN 1861-907X

Redaktion: DVG Service GmbH

PD Dr. Susanne Alldinger und

Dr. Marion Selig

Friedrichstr. 17, 35392 Gießen

Tel.: 0641-24466, Fax: 0641 25375

E-Mail: info@dvg.de

Internet: www.dvg.de

Registergericht Gießen

Handelsregister Nr. HRB 3877

Abbildungen Titelseite:

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Tel.: 0641 24466, Fax: 0641 25375

Druck und Bindung:

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Das DVG-Forum erscheint in einer Onlinesowie

in einer Print-Ausgabe.

Auflage der Print-Ausgabe: 2.000

Erscheinungsweise: zweimal jährlich

Mediadaten:

www.dvg.de t Über uns t DVG-Forum

Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01. 10. 2019

Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der

Beiträge liegt bei den Verfassern. Der auszugsweise

Abdruck ist unter Angabe der

Quelle gestattet. Die Übersendung eines

Belegexemplars wird erbeten.

Berufs-, Status- und Funktionsbezeichnungen

im DVG-Forum gelten jeweils in

männlicher und weiblicher Form.

6

DVG-Forum 02/2019


KONS

LIAR

Labor

Ausschreibung von DVG-Konsiliarlaboren

DVG ALLGEMEIN

Die laborgestützte Diagnostik von Infektionskrankheiten

ist ein wesentlicher

Schritt im Rahmen ihrer Bekämpfung. Von

besonderer Bedeutung ist dabei eine hohe

Qualität der Diagnostik, für die Qualitätssicherungsmaßnahmen

notwendig sind.

Im Falle von nach dem Tiergesundheitsgesetz

anzeigepflichtigen Tierseuchen

oder meldepflichtigen Tierkrankheiten

sind dafür am Friedrich-Loeffler-Institut

Nationale Referenzlabore eingerichtet.

Nationale Referenzlabore nach Lebensmittelrecht

(EU-Kontrollverordnung 2017/625)

sind am Bundesinstitut für Risikobewertung

angesiedelt.

Mit dem Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes

ist eine unabhängige Qualitätskontrolle

der Diagnostik von nicht anzeige-,

melde- oder mitteilungspflichtigen

tierpathogenen Erregern nicht mehr vorgeschrieben.

Diese Lücke soll durch Konsiliarlabore

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft (DVG) geschlossen

werden. Zu DVG-Konsiliarlaboren können

Labore ernannt werden, wenn sie über Expertise

und Reputation in der Diagnostik

des Erregers verfügen. Die Ernennung erfolgt

Erreger-spezifisch und ist an die Person

des Laborleiters gebunden. Eine formale

Akkreditierung des Labors ist gewünscht,

aber keine Voraussetzung.

Die Aufgaben des DVG-Konsiliarlabors

umfassen unter anderem die Qualitätssicherung

der Diagnostik des Erregers und

der von ihm verursachten Infektion z.B.

durch die Bereitstellung von Referenzmaterial

oder die Durchführung von Ringversuchen,

die Weiter- und Neuentwicklung

diagnostischer Verfahren, eine Mitwirkung

bei der epidemiologischen Bewertung des

Erregers, die Durchführung von wissenschaftlichen

Studien zum Erreger und die

fachliche Beratung von Tierärztinnen und

Tierärzten, Tiergesundheitsdiensten, tiermedizinischen

Fachgesellschaften, der Veterinärbehörden

der Länder, des Bundesministeriums

für Ernährung und Landwirtschaft,

der Bundesforschungsinstitute

und -ämter sowie ähnlicher Einrichtungen.

Die Ernennung erfolgt durch den Vorstand

der DVG nach Ausschreibung und

Bestenauswahl unter den Bewerber/innen.

Die Ernennung ist auf vier Jahre befristet.

Die fachliche Bewertung der Anträge erfolgt

durch die dafür zuständige DVG-Kommission.

Einzelheiten der Ausschreibung, Bewerbung

und Ernennung sind in der Geschäftsordnung

der Kommission für die

Einrichtung von DVG-Konsiliarlaboren

ausgeführt. Die Ordnung ist auf der Homepage

der DVG (www.dvg.de, Konsiliarlabore)

einzusehen.

Die DVG schreibt aktuell folgende Konsiliarlabore

aus:

• Konsiliarlabor für Yersinia spp. in Lebensmitteln

• Konsiliarlabor für Vibrio spp. in Lebensmitteln

• Konsiliarlabor für intestinale Nematoden

bei Tieren

Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den

erforderlichen Unterlagen (siehe Anhang 1

der o. g. Geschäftsordnung) vorzugsweise

als pdf per E-Mail an:

DVG-Geschäftsstelle

Friedrichstr. 17

35392 Gießen

E-Mail: info@dvg.de

Bewerbungsende ist der 29.02.2020.

Webseite der DVG-Konsiliarlabore unter www.dvg.de, Konsiliarlabore.

DVG-Forum 02/2019 7


DVG ALLGEMEIN

DVG-Vet-Congress – groß, aber fein

Mit einem Besucherrekord ist der DVG-

Vet-Congress 2019 zu Ende gegangen. Vom

14. bis 17. November nahmen rund 2.500

registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer

an den Veranstaltungen des Kongresses

im Estrel Convention Center in Berlin

teil. In Seminaren, Vorträgen und Workshops

informierten sie sich über aktuelle

Themen und Methoden in der Tiermedizin,

tauschten sich aus und trafen renommierte

Referenten. Insgesamt 15 der inzwischen

40 Fachgruppen der DVG sowie

mehrere Arbeitsgruppen waren mit Veranstaltungen

am Kongress beteiligt und vermittelten

ein Bild von der Vielfältigkeit des

tiermedizinischen Berufes und den zahlreichen

Aufgaben, die Tierärztinnen und

Tierärzte zum Wohl von Tier und Mensch

erfüllen. Eine beschwingte, konstruktive

und angenehme Atmosphäre durchzog

das Estrel Convention Center und ließ den

Bewährter Tagungsort: Estrel Convention Center.

Foto: DVG

DVG-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer eröffnete den Kongress. Foto: Milena Schlösser / DVG

Kongress zu einem besonderen Ereignis

werden – eben groß, aber fein.

Insbesondere auf diesem Kongress

war zu spüren, dass die Vision der beiden

Gießener Professoren und Gründerväter

der DVG, Herbert Haupt und Elmar Roots,

Wirklichkeit geworden ist: Beide hatten

1949, also vor 70 Jahren, dazu aufgerufen,

eine wissenschaftliche Gesellschaft zu

gründen und in einem regelmäßig wiederkehrenden

Kongress darzulegen, „welche

Ergebnisse wir hatten, welche Ziele wir

verfolgen“ 1 . Zwei Jahre später, 1951, wurde

die DVG gegründet – und hat sich bis heute

zu einer der größten veterinärmedizinischen

Dachorganisationen entwickelt, die

sich mit allen Gebieten der Tiermedizin befasst.

1 Haupt, H., Roots, E. (1949): Zur Gründung der

Wissenschaftlichen Vereinigung Deutscher

Tierärzte und zur Notwendigkeit eines

Deutschen Tierärztlichen Kongresses. In:

Deutsche Tierärztliche Wochenschrift 56,

213–214.

Eröffnung und Festvortrag „life

challenge“

Der Präsident der DVG, Prof. Dr. Dr. h. c.

Martin Kramer (Gießen), eröffnete den

DVG-Vet-Congress 2019. Auch die Kongresspräsidentin

des 65. Jahreskongresses

der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin

(DGK-DVG), Prof. Dr. Michaele Alef

(Leipzig), begrüßte die Teilnehmer und

stellte das Leitmotiv des DGK-DVG-Kongresses

vor: „Es gibt keine Probleme, nur

Herausforderungen! Von Katastrophen,

Beinahe-Katastrophen und deren Management“,

das auch der Festredner Univ.-Prof.

Prof. h. c. Dr. Dr. Dr. h. c. Reinhard Schnettler

(Gießen) in seinem Vortrag „Herausforderungen

meistern – Probleme bewältigen

– Ziele erreichen – life challenge“

aufgriff. Ebenso beeindruckend wie berührend

schilderte er seinen Lebensweg als

Veterinär- und Humanmediziner sowie

Unfallchirurg und beschrieb, wie er selbst

in eine existentielle Katastrophe geriet. Als

am 25. April 2015 die Erde in Nepal bebte,

stieg Reinhard Schnettler gerade vom über

6.000 Meter hohen Island Peak im Hima-

8

DVG-Forum 02/2019


DVG ALLGEMEIN

Auch die Kongresspräsidentin des 65. DGK-DVG-Jahreskongresses,

Prof. Dr. Michaele Alef, begrüßte die Teilnehmer. Foto: Milena Schlösser/DVG

Der DVG-Vet-Congress war sehr gut besucht. Foto: DVG

laya ab. Bei diesem Erdbeben und mehreren

Nachbeben starben über 8.800 Menschen,

mehr als 22.000 wurden verletzt,

800.000 Häuser wurden zerstört. Auf seinem

einwöchigen, sehr beschwerlichen

Weg nach Kathmandu erlebte Reinhard

Schnettler die Zerstörungen und das Leid

hautnah mit. In Kathmandu war er als Unfallchirurg

im Einsatz und organisierte die

Beschaffung dringend benötigter Materialien,

denn es mangelte an einfachsten Dingen.

Der Festredner schilderte eindrücklich

die bis dahin nie erlebte Dimension einer

Katastrophe, für die er als Unfallchirurg

zwar ausgebildet war, die sich in der Realität

jedoch völlig anders darstellte und anfühlte

als in Übe-Szenarien. Bezeichnend

für sein Engagement ist, dass er sich direkt

nach der Beendigung seines Vortrags auf

den Weg zum Flughafen machte, um in

Südamerika Kinder mit schwerwiegenden

postoperativen Komplikationen zu behandeln.

65. DGK-DVG-Jahreskongress

Das Hauptthema des DGK-DVG-Jahreskongresses

„Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen!

Von Katastrophen, Beinahe-Katastrophen

und deren Management“

zog sich als roter Faden durch das Programm.

Aus diesem Blickwinkel wurden

die verschiedenen Fachgebiete der Kleintiermedizin,

wie z. B. Kardiologie, Neurologie,

Intensivmedizin, Innere Medizin,

Onkologie sowie Heimtiere und Exoten betrachtet.

Praxisnahe Seminare rundeten

das Programm ab. Erstmals wurde das Seminar

„Recover CPR Rescue and Instructor

Certification Course” angeboten, in dem

es um die kardiopulmonale Reanimation

von Hunden und Katzen ging. An lebensnahen

Tier-Simulatoren übten die Teilnehmer

in realistischen Szenarien u. a. die

Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Rinder, Pferde und Bienen

Im Rahmen des DVG-Vet-Congresses fand

der 13. Berlin-Brandenburgische Rindertag

(BBR) zum Thema „Digitalisierung in der

Rindermedizin“ statt.

Eine eigene Tagung widmete sich der

Pferdeophthalmologie. Im Anschluss an

die Tagung wurde die Arbeitsgruppe Pferdeophthalmologie

der DVG-Fachgruppe

„Pferdekrankheiten“ gegründet (siehe

auch Seite 22).

Festredner Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. Dr. Dr. h.c.

Reinhard Schnettler. Foto: Milena Schlösser/DVG

Tagungsleiter und Organisatoren (v.l.n.r.): PD Dr. Nadine Paßlack, Brigitta Smit-Fornahl, Prof. Dr. Michaele

Alef, Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer, Antje Blättner, Dr. Lorenz Schmid, Prof. Dr. Dr. Michael Erhard,

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer, Prof. Dr. Melanie Hamann. Foto: Milena Schlösser / DVG

DVG-Forum 02/2019 9


DVG ALLGEMEIN

Die Industrieausstellung bot bewährte und innovative Produkte.

Foto: Milena Schlösser / DVG

Mit einer Veranstaltung zu Bienen wurde

zudem auch den „kleinsten Nutztieren“

Rechnung getragen (siehe auch Seite 27).

Während des Kongresses tagte auch der DVG-Vorstand (v.l.n.r.):

Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer, Prof. Dr. Arwid

Daugschies, PD Dr. Susanne Alldinger, Prof. Dr. Michael Pees, Prof. Dr.

Nicole Kemper, Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Prof. Dr. Dr. Michael Erhard,

Prof. Dr. Thomas Alter. Foto: DVG

Weitere Tagungen

Auch die Tagungen folgender Fachgruppen

fanden unter dem Dach des DVG-Vet-Congresses

statt:

• Die Fachgruppe „Veterinärmedizinische

Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin

und Schmerztherapie (VAINS)“

führte ihre 5. Jahrestagung durch.

• Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

(DGT-DVG) bot wieder die

Sessions „Basics: Praktisch und konkret“

sowie „Advanced: Dental Updates“

an.

• Die Fachgruppe „Verhaltensmedizin

und Bissprävention“ befasste sich u. a.

mit dem Management von Herdenschutzhunden.

• Eine eigene Tagung führte auch die

Fachgruppe „Tierernährung“ durch; die

Abstracts finden Sie in der Rubrik „Fachgruppe

im Fokus“ auf den Seiten 42–57.

• Erstmals nach mehreren Jahren tagte

die Fachgruppe „Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin“ und ging

u. a. auf Behandlungsmöglichkeiten bei

chronischen Infektionen und bei Wundheilungsstörungen

ein (Seite 28).

• Die Fachgruppen „Virologie und Viruskrankheiten“

sowie „Bakteriologie und

Mykologie“ stellten im Workshop „Diagnostik

von Infektionserregern“ die

DVG-Konsiliarlabore vor (Seite 32).

• Die Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin

und internationale Tiergesundheit“

führte die spannende Tagung „Diversität

ist unsere Spezialität“ durch, in der

u. a. eine Podiumsdiskussion zur Tiergesundheit

und Entwicklungszusammenarbeit

stattfand (Seite 35).

• Unter dem Motto „Zukunft braucht

Vergangenheit“ war die „Bedeutung der

Geschichtsforschung für die Tiermedizin“

das Thema bei der Fachgruppe „Geschichte

der Veterinärmedizin“.

• Eine Tagung der Tierärztekammer Berlin

für Tierärztinnen und Tierärzte im

öffentlichen Dienst, ein gemeinsamer

Workshop des Bundesverbandes praktizierender

Tierärzte und der DVG sowie

Veranstaltungen speziell für Studierende

und für Tiermedizinische

Fachangestellte ergänzten das Programm.

Förderung des wissenschaftlichen

Nachwuchses

Der DVG-Vet-Congress bietet in mehreren

Veranstaltungen insbesondere Nachwuchswissenschaftlern

die Möglichkeit,

die Ergebnisse ihrer Forschung vorzustellen.

So finden auf jedem Kleintierkongress

die Vortragssession „Freie Vorträge“ sowie

eine Posterausstellung statt. Das Future

Board der DGK-DVG, ein fünfköpfiges Gremium,

das aus je einem Nachwuchswissenschaftler

der fünf veterinärmedizini-

Gut gelaunt und nicht aus der Ruhe zu bringen: das Technik-Team im Referentenraum (v.l.n.r.):

Dr. Norbert Langen, Dr. Ellen Reimann, Dr. Gabriel Wurtinger, Dr. Thorsten Förnges.

Foto: Milena Schlösser / DVG

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DVG-Forum 02/2019


DVG ALLGEMEIN

Der kopfstehende Berliner Bär im Innenhof des Estrel. Foto: DVG

Auf dem Kongress stand wieder eine Kongress-

App zur Verfügung. Foto: Milena Schlösser / DVG

schen Ausbildungsstätten in Deutschland

besteht, moderierte diese Veranstaltungen,

wählte die besten freien Vorträge und

Poster aus und nahm die Preisverleihungen

vor.

Die DVG-Fachgruppe „Chirurgie“ bot

mit ihrer Tagung ein Forum für Nachwuchswissenschaftler

auf allen Gebieten

der Kleintierchirurgie und angrenzenden

Gebieten an. Auch hier gab es Preise für die

besten Vorträge (siehe Seite 59).

Preise und Auszeichnungen

Auf der Eröffnungsveranstaltung wurde

Prof. Dr. Reinhold Rudolf Hofmann (Baruth/

Mark) mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

der DVG für sein wissenschaftliches

Lebenswerk gewürdigt. Den

Bruns-Preis erhielten Prof. Dr. Marion

Das Team von CSM, dem Veranstaltungspartner

der DVG, sorgte für einen reibungslosen Ablauf

des Kongresses. Foto: Milena Schlösser / DVG

Schmicke (Halle-Wittenberg) und PD Dr.

Matthias Eddicks (München). Im Rahmen

des Gesellschaftsabends erhielt PD Dr. Nadine

Paßlack (Berlin) den Förderpreis der

DGK-DVG für ihre herausragende klinischwissenschaftliche

Arbeit auf dem Gebiet

der Tierernährung. Berichte zu den Preisverleihungen

mit Nennung aller Preisträger

finden Sie auf den Seiten 58–61.

65. VET-Messe

Die 65. VET-Messe war steter Anziehungspunkt

und Kristallisationskern für neue

Kontakte. Über 100 Aussteller präsentierten

bewährte und innovative Produkte sowie

Praxisequipment, Fachbücher und

Dienstleistungen.

Kongress-App

Auch in diesem Jahr konnten die Teilnehmer

eine Kongress-App nutzen, die u. a. Informationen

zum Programm und zu den

Referenten sowie die Abstracts der Vorträge

enthielt. Interaktive Raumpläne halfen

dabei, die Räume der Veranstaltungen zu

finden sowie auch die Aussteller auf der

VET-Messe.

Gesellschaftsabend

Im bewährten Estrel Festival Center traten

diesmal bei einem exzellenten Dinner

die „Stars in Concert“ Robbie Williams,

Jennifer Lopez und Tina Turner auf. Im Anschluss

sorgte die Berliner Live-Band

„Nightshift“ für beste Stimmung.

Großes Dankeschön

Ein herzlicher Dank geht an alle Teilnehmer,

Referenten, Helfer und an unseren

Veran staltungspartner CSM in Gröbenzell!

Wir danken außerdem ganz besonders den

Premiumsponsoren Bayer, Boehringer Ingelheim,

Hill’s Pet Nutrition, MSD Tiergesund

heit und Selectavet sowie den

Hauptsponsoren AniCura, Ceva, Mars und

Vet-Concept. Ohne Ihre großzügige Unterstützung

wäre die Durchführung eines

Kongresses in dieser Größenordnung

kaum möglich!

Im kommenden Jahr findet der DVG-

Vet-Congress vom 15. bis 17. Oktober statt –

das DVG-Team freut sich schon!

PD Dr. Susanne Alldinger

Dr. Marion Selig

Fotos Seiten 12-15: Milena Schlösser / DVG

(außer: S. 12, 3. Reihe und 4. Reihe links, S. 13,

2. Reihe rechts und 3. Reihe links, S. 15: 4.

Reihe rechts: DVG)

Bildergalerien finden Sie unter:

http://www.dvg-vet-congress.de/

Die Tagungsbände können in der DVG-

Geschäftsstelle bestellt werden (siehe Seite

57).


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ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

„Katzen sind anders!"

AG Katzenmedizin

der DGK-DVG

Die 3. Kölner Thementage „Patient Katze“

der AG Katzenmedizin der DGK-DVG fanden

am 5. und 6. Oktober im Maternushaus

statt und waren auf riesiges Interesse

gestoßen: Über 230 Tierärztinnen und

Tierärzte sowie fast 80 Tiermedizinische

Fachangestellte hatten sich angemeldet.

Die Workshops für Tierärzte und TFA waren

innerhalb kürzester Zeit ausgebucht

und spontane Interessenten hatten keine

Chance mehr „reinzurutschen“. Dr. Angelika

Drensler, Elmshorn, Vorsitzende der

AG Katzenmedizin, freute sich über den

regen Zulauf.

Erstmals gab es in diesem Jahr bei den

Kölner Thementagen auch eine Posterausstellung

mit Prämierung der besten Poster.

„Wir machen uns als Fachgruppe viele

Gedanken, wie wir die Kollegen in der Praxis

unterstützen können – und das ist mit

dieser Tagung wieder gut gelungen", lobte

DGK-DVG-Präsident Prof. Dr. Andreas

Moritz, Gießen, in seiner Begrüßung das

Programm. Insbesondere das Workshop-

Konzept für die Tiermedizinischen Fachangestellten

und die Zusammenstellung

der wissenschaftlichen Vorträge durch

Dr. Angelika Drensler fanden seine Anerkennung.

Von großen Katzen und kranken

Stubentigern

Das wissenschaftliche Programm beschäftigte

sich – so jedenfalls fasste das Angelika

Drensler zusammen – mit den „Rätseln,

die die internistischen Erkrankungen

der Katze uns häufig aufgeben“. Das Motto

„Katzen sind anders", zog sich dabei wie

ein roter Faden durch die Vorträge.

Und die begannen mit ganz großen

Katzen: In seinem Festvortrag „Löwen:

Große Katzen – kleine Überlebenschancen“

gab Dr. Ludwig Siefert Einblicke in das

„Uganda Carnivore Program“, das sich um

den Schutz der großen Raubtiere in dem

ostafrikanischen Land bemüht. Siefert, gebürtiger

Hesse, lebt und arbeitet seit 1972

in Uganda. Der Tierarzt kümmert sich im

Queen Elizabeth Nationalpark neben Leoparden

oder Hyänen vor allem um die Löwen,

und deren Zahl nimmt rapide ab: Waren

es vor 50 Jahren noch 20.000 Tiere,

konnten in den letzten Jahren nur noch

15.000 Tiere in 46 Populationen gezählt

werden. Hauptursache ist neben dem Verlust

der Lebensräume das Vergiften der

Raubkatzen durch Rinderzüchter, die ihre

Herden gefährdet sehen. „Wir Tierärzte

helfen auf vielerlei Weise: Wir überwachen

die Tiere mittels Peilsendern und warnen

dann die Viehhalter im Vorfeld, wir klären

auf und wecken ein Bewusstsein für die

Notlage der Löwen und natürlich kümmern

wir uns um kranke oder verletzte Tiere“,

führte Ludwig Siefert aus.

Vortragsprogramm und Seminare

Weitere Vorträge befassten sich beispielsweise

mit Pankreatitis, Fieber und der Labordiagnostik

der Niere – die Referenten

stellten dabei jeweils die Besonderheiten

vom „Patient Katze“ im Vergleich zum

Hund heraus und zeigten auf, wie sehr sich

die Tierarten bezüglich klinischer und physiologischer

Parameter unterscheiden.

Eine besondere Herausforderung für Tierärzte

stellten dabei die felinen Myokarderkrankungen

dar. So gab Dr. Imke März,

Hofheim, in ihrem Vortrag zu bedenken,

dass die kardialen Veränderungen sehr heterogen

seien und bis zu 77 Prozent der

herzkranken Katzen von ihren Besitzern als

klinisch unauffällig eingeschätzt würden.

Am zweiten Tagungstag konnten die

Tierärzte dann zwei vierstündige Intensivseminare

besuchen. In der Masterclass

„Chronischer Durchfall und Ikterus bei der

Katze“ wurde zunächst das Problem

Großes Interesse an den Kölner Thementagen.

Dr. Sarah Rösch (links) erläutert Yvonne Lambach und Prof. Dr. Andreas

Moritz ihr Poster.

16

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

„Chronischer Durchfall“ anhand realer Fälle

besprochen. Der „Ikterus bei der Katze“

wurde dann in einem interaktiven Fall aufgearbeitet.

Die Diagnostik und Therapie

von Cholangiohepatitis wurden mit neuesten

Daten der Literatur ergänzt. Das Seminar

„Cats: Fälle, Fälle, Fälle“ befasste

sich mit verschiedenen klinischen Fällen

aus der Katzenpraxis, die systematisch

und Schritt für Schritt problemorientiert

besprochen wurden.

Tiermedizinische Fachangestellte

konnten an einem Vortragsprogramm sowie

an einem Intensivseminar unter dem

Motto „Schwierige Fälle – gute Lösungen –

gemeinsam erarbeitet" teilnehmen.

Nele Thiesfeld (rechts) erhielt den Preis der

Fachjury von Dr. Angelika Drensler.

Posterausstellung

In den Pausen dicht umlagert waren die

neun ausgestellten Poster. Vielleicht auch,

weil es eine Premiere im doppelten Sinne

war: Erstmals gab es auf den Kölner Thementagen

auf Initiative von Yvonne Lambach,

stellvertretende Vorsitzende der AG

Katzenmedizin, eine Posterausstellung,

und diese wurde dann auch noch durch

eine Jury und das Tagungspublikum bewertet.

Der Preis der Fachjury ging an Nele

Thiesfeld, Hannover (Vergleich von Methadon

und Levomethadon in als äquipotent

angenommenen Dosierungen bezüglich

ihrer Effekte auf die Minimale Alveoläre

Konzentration von Sevofluran bei Katzen).

Den Publikumspreis teilten sich bei

Punktegleichstand Dr. Sarah Rösch, Leipzig

(Endoskopische und computertomographische

Untersuchungen der oberen

Atemwege bei Katzen mit Pathologien der

oberen Atemwege), und Dr. Katja Beyer,

Düsseldorf, die mit dem Thema „Zubildung

an der Membrana nictitans infolge

einer Leishmaniose bei einem Europäisch-Kurzhaar-Kater“

überzeugte. Die Siegerinnen

konnten sich jeweils über ein

Jahresabonnement der „Kleintierpraxis“

sowie einen Büchergutschein, beides gestiftet

von der Schlüterschen Verlagsgesellschaft,

freuen.

Industrieausstellung/Get together

Nach dem Vortragsprogramm konnten

sich die Tagungsteilnehmer beim Get together

in der Industrieausstellung über

Equipment, Produkte und Fachbücher speziell

für die Katzenmedizin informieren.

Sabine Poppe (Schlütersche Verlagsgesellschaft,

links) und Yvonne Lambach (AG Katzenmedizin,

rechts) mit den Gewinnerinnen des Publikumspreises

Dr. Sarah Rösch (2.v.l.) und Dr. Katja Beyer (3.v.l.).

Mit Getränken und kleinen Snacks ließen

sie den interessanten Tag ausklingen.

Die DVG und ihr Veranstaltungspartner

CSM danken den Ausstellern und

Sponsoren sowie dem Hauptsponsor Hill’s

Pet Nutrition für die großzügige Unterstützung

der Tagung!

Die 4. Kölner Thementage finden am

12. und 13. September 2020 statt. Thematisch

wird es um die „Katze in der Notfallmedizin"

gehen.

Der Tagungsband mit den Abstracts

der Vorträge kann für 10,00 Euro zzgl. 3,00

Euro für Verpackung und Versand in der

DVG-Geschäftsstelle bestellt werden

(info@dvg.de, Fax 0641 25375).

Claudia Pfister, DVG

Fotos: DVG


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

9. CT-User-Meeting der AG Computertomographie der DGK-DVG

Am 12. und 13. Oktober fand in München

das 9. CT-User-Meeting der Arbeitsgruppe

Computertomographie (AG-CT) der DGK-

DVG statt. Tagungsort war der Hörsaal der

Chirurgischen Tierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität.

Nachdem im letzten Jahr Protokollempfehlungen

zu Untersuchungen von Extremitäten,

Kopf und Hals sowie Thorax und

Trachea vorgestellt wurden, erwartete die

rund 100 Teilnehmer in diesem Jahr der

zweite Teil der Protokollempfehlungen zur

optimalen CT-Darstellung und Auswertung

von der Wirbelsäule, dem peripheren

Nervensystem, den Lymphknoten, dem

Abdomen und der Angiographie.

Laut Dr. Andreas Brühschwein und Dr.

Martin Zöllner vom Organisationskomitee

DVG-Forum 02/2019 17


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

vor Ort ist ein Standard die nach derzeitigem

Wissen sinnvollste Art und Weise eine

Tätigkeit durchzuführen. Bei der Vielzahl

variabler Untersuchungsparameter helfen

standardisierte CT-Protokolle, die Qualität

der Arbeit zu verbessern und individuelle

Fehlentscheidungen zu minimieren. Ziel

des diesjährigen Treffens war, jedem CT-

User Empfehlungen an die Hand zu geben,

mit der er seine CT-Protokolle optimieren

und standardisieren kann. „CT-Untersuchungen

sollen künftig einfacher, schneller

und besser ablaufen!“

Die AG-CT vergibt einen Forschungssowie

einen Posterpreis. In diesem Jahr

wurden ausgezeichnet:

DGK-DVG-Präsident Prof. Dr. Andreas Moritz

begrüßte die Teilnehmer. Foto: DVG

Forschungspreis

1. Preis: Katharina Haverkampf (Hannover):

Validation of canine prostate volumetric

measurements in computed tomography

determined by slice addition technique

using the Amira program

2. Preis: Tobias Beck (München): Differences

between µCT-imaging and conventional

CT for the diagnosis of the middle and

inner cat ear

Posterpreis

1. Preis: Dr. Yasamin Vali (Wien): Computed

tomographic morphometry of the foramen

magnum and the caudal cranial fossa

in four breeds of dogs

2. Preis: Helena Deroo (München): Morphologie

der Arterien caniner Schultergliedmaßen

in der CT-Angiographie

Der Schlangenbrunnen – das Wahrzeichen vor

dem Hörsaal in der Königinstraße in München.

Foto: A. Moritz.

3. Preis: Tanja Siegel (Leipzig): Craniomandibuläre

Osteopathie in der CT-Diagnostik

– Untypische Form

Der Tagungsband kann für 14,80 Euro

zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und Versand

in der DVG-Geschäftsstelle bestellt

werden (info@dvg.de, Fax: 0641 25375).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

AG Lasermedizin der DGK-DVG

Unsere AG Lasermedizin veranstaltet jedes

Jahr eine Fortbildungsveranstaltung für

ihre Mitglieder und alle anderen, an der Lasermedizin

Interessierten.

2018 hatten wir einen erfolgreichen

Kongress in Augsburg ausrichten können.

Es wurde dort die Möglichkeit geboten,

den Laserschein zu erwerben. Des Weiteren

hatten nationale und drei amerikanische

Referenten den Teilnehmern am Tag

der Präsentationen die Einsatzgebiete und

Anwendung des Dioden-Lasers im Vergleich

zu dem CO2-Laser und die entsprechenden

theoretischen Grundlagen vermittelt.

Am letzten Kongresstag bestand

für alle Teilnehmer die Möglichkeit, auch

die praktische Anwendung der beiden Lasertechniken

intensiv zu üben.

In diesem Jahr fand unsere Veranstaltung

im Rahmen des DVG-Vet-Congresses

in Berlin statt. Als diesjähriges Thema hatten

wir die photodynamische Therapie in

der Medizin mit dem Dioden-Laser und

anderen hochenergetischen Lichtquellen

gewählt. Wir konnten wieder nationale Referenten

und eine Referentin aus Italien zu

diesem interessanten Themenkomplex

engagieren. Besonders spannend waren

die Vorträge von zwei humanmedizinischen

Kollegen, die sich erfreulicherweise

bereit erklärt hatten, ihr Wissen uns Veterinärmedizinern

zu vermitteln. Dieser

interfakultative Wissenstransfer aus der

Humanmedizin ist für das Fachgebiet Lasermedizin

in der Tiermedizin ausgesprochen

wichtig, da es für uns auf diesem Gebiet

der relativ jungen Technik in der Veterinärmedizin

noch viel zu lernen gibt.

Bereits jetzt haben wir unser Treffen

für 2020 in Planung. Der Kongress wird erneut

in Augsburg über drei Tage stattfinden

und als Leitthema die dermatologische

Anwendung des Lasers haben. Auch

der Erwerb des Laserscheins wird erneut

angeboten werden.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen

gerne zur Verfügung und bedanke mich

auch im Namen aller Beteiligten bei Ihnen

für Ihre intensive Unterstützung unserer

Arbeit in der AG Lasermedizin.

Dr. Jochen Krüger, Krefeld

1. Vorsitzender der AG Lasermedizin •

18

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

AG Kleinsäuger der DGK-DVG – Kleinsäugerspezialist gesucht?

Tierärzte für Hunde und Katzen („Kleintierärzte“)

gibt es viele. Aber wir alle wissen

von den Schwierigkeiten, die Halter von Kaninchen,

Nagern und Co. („Kleinsäuger“,

„Heimtiere“) haben, Tierärzte zu finden, die

auf die Behandlung und die besonderen

Ansprüche dieser Tiere spezialisiert sind.

Aus diesem Grund hat die AG Kleinsäuger

der DGK-DVG eine Spezialisten-Liste

(„Tierärzte-Liste“) ins Leben gerufen, die

monatlich aktualisiert, online für alle

Nutzer abrufbar ist (www.dvg-kleinsaeuger.de).

Auf der Liste sind Tierärzte nach

Postleitzahlen geordnet aufgeführt (aktuell

41), die sich nachweislich intensiv mit

Foto: aleksandr - Fotolia.com

dem Thema Kleinsäuger beschäftigen,

sich weiterbilden und Mitglieder der AG

Kleinsäuger sind.

Da die AG Kleinsäuger mit der Liste

eine Empfehlung für Tierärzte ausspricht,

müssen spezielles Fachwissen, Qualitätsstandards

sowie ständige Fort- und Weiterbildung

sichergestellt und alle drei

Jahre nachgewiesen werden. Eine Aufnahme

durch „Kundenempfehlung“ ist nicht

möglich und die Mitgliedschaft in der AG

allein ist nicht ausreichend. Die Deutschen

Tierärztekammern wurden bereits informiert

und gebeten, die Informationen an

die Fachtierärzte Heimtiere und die Träger

der Zusatzbezeichnung Heimtiere/Kleinsäuger

weiterzugegeben. Aktuell werden

deutsche Kaninchen-, Nager- und andere

Kleinsäuger-Foren angeschrieben, um die

Liste publik zu machen und Kleinsäugerbesitzer

darauf aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen für Tierärzte,

die sich ebenfalls listen lassen möchten,

sind unter dem genannten Link abrufbar.

Im Mitgliederbereich der AG sind auch

andere Informationen, wie Fortbildungstermine,

Links, Literaturempfehlungen

u. a. zu finden. Fragen zum Thema Diagnostik

und Therapie beim Kleinsäuger (aktuell:

705 Themen mit 2.694 Beiträgen)

werden im verlinkten Unterforum Heimtiere

des Fachforums Kleintier diskutiert

(https://www.fachforum-kleintiere.de). Interessiert?

Melden Sie sich gern in der

DVG-Geschäftsstelle.

q www.dvg-kleinsaeuger.de

Dr. Jutta Hein, Augsburg

Leiterin der AG Kleinsäuger


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

3. Augsburger Thementage „Kleinsäuger“ mit neuem

Konzept und neuem Förderpreis

Datum

01.05.2020

(13:00– 17:00 Uhr)

02.05.2020

(08:45 – 18:15 Uhr)

03.05.2020

(09:00 – 14:00 Uhr)

3. Augsburger Thementage „Kleinsäuger“

• Seminare TA: Fütterungsberatung und Rationskalkulation beim Kleinsäuger;

Internistische Fallbesprechung; Zahnerkrankungen; Röntgen Thorax –

Abdomen

• Seminare TFA: Labordiagnostik; Praxismanagement

• Vortragsprogramm „Rund um den Respirationstrakt“ für Tierärzte

• Vortragsprogramm für Tiermedizinische Fachangestellte

• Posterausstellung (Gabrisch-Zwart-Posterpreis)

• Industrieausstellung

• Get together (ab 18:15 Uhr)

• freie Vorträge (Förderpreis Dechra) (neu)

• Advanced Vortragsprogramm „Otitis“ mit anschließendem Round Table für

Tierärzte (neu)

• Mitgliederversammlung

Vom 1. bis 3. Mai 2020 veranstaltet die AG

Kleinsäuger mittlerweile zum dritten Mal

im Haus St. Ulrich im Herzen von Augsburg

die Thementage „Kleinsäuger“. Ein

Grund für AG-Mitglieder und andere kleinsäugerinteressierte

Tierärzte und Tiermedizinische

Fachangestellte zusammenzukommen,

um in entspannter Atmosphäre

Gleichgesinnte zu treffen, von 21 hochkarätigen

Referenten das Neueste aus der

Kleinsäugermedizin zu erfahren und über

den Tellerrand zu schauen (Pharmakologie,

Homöopathie, Diagnostik, Otitis im

Vergleich mit Hund und Katze etc.).

Wie bereits in den Vorjahren gibt es

wieder ein eintägiges Vortragsprogramm

DVG-Forum 02/2019 19


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

für Tierärzte (Thema: „Rund um den Respirationstrakt“)

sowie Seminare und parallel

für Tiermedizinische Fachangestellte

einen halben Tag mit Seminaren, eine Industrieausstellung

und eine Posterausstellung

mit Gabrisch-Zwart-Posterpreis

der Schlüterschen Verlagsgesellschaft.

Neu im kommenden Jahr sind am dritten

Tag ein halbtägiges Advanced-Programm

mit anschließendem Round Table für Tierärzte

zum Thema „Otitis beim Kleinsäuger“,

ein Block mit freien Vorträgen mit

dem neu geschaffenen Preis der Dechra

Veterinary Products Deutschland GmbH

für den besten Kleinsäuger-Nachwuchsvortrag

und die Mitgliederversammlung

der AG Kleinsäuger.

Wir freuen uns auf Sie!

Dr. Jutta Hein, Augsburg

Tagungsleiterin


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

AG Kleinsäuger der DGK-DVG

Aufruf zur Einreichung von Abstracts für Freie Vorträge und Poster

3. Augsburger Thementage Kleinsäuger,

1.–3. Mai 2020 im Tagungshotel Haus St.

Ulrich, Augsburg

Gabrisch-Zwart-Posterpreis

Preis der Schlüterschen Verlagsgesellschaft

mbH & Co. KG

Dechra-Vortragspreis Kleinsäuger

Preis der Dechra Veterinary Products

Deutschland GmbH für den besten Kleinsäuger-Nachwuchsvortrag

Schwerpunktthema: „Kleinsäuger“. Die

DGK-DVG lädt Sie herzlich ein, Abstracts

für freie Vorträge und Poster anlässlich der

Augsburger Thementage einzureichen.

Präsentiert werden sollen interessante

Fallberichte und/oder neue Studienergebnisse

aus der tierärztlichen Kleinsäugerpraxis.

Die Posterpräsentation (Postergröße

A0, ca. 90 x 120 cm) findet am 2. Mai

in der Industrieausstellung statt, die

freien Vorträge (Auswahl von 4 Vorträgen

à 15 Min. inkl. Diskussion) am 3. Mai vor

dem Advanced Programm.

Ein wissenschaftlicher Beirat wird über

die Annahme der Poster und die Auswahl

der Vortragsthemen entscheiden. Angenommene

Abstracts (Bekanntgabe bis

Mitte März) werden im Tagungsband und

in der Kleintierpraxis (peer reviewed) veröffentlicht

und können somit auch als Veröffentlichung

im Rahmen von Anträgen

auf Zusatzbezeichnung/Fachtierarzt mit

anerkannt werden. Die Bewertung der angenommenen

Poster und Vorträge erfolgt

auf der Tagung durch ein Gremium. In jeder

Kategorie (Studien und Fallberichte)

werden die besten drei Poster ausgewählt

und nach der Mittagspause (je 3 Min.) von

den Autoren vorgestellt. Die Prämierung

der Poster findet am 2. Mai nach der Nachmittagskaffeepause

statt, die Prämierung

des besten Vortrags am 3. Mai vor dem Advanced

Programm. Die besten Poster und

der beste Vortrag können zudem als Originalarbeit

publiziert werden.

Bitte geben Sie Ihre Präferenz an: „Poster

oder Vortrag“, „nur Poster“

In Ergänzung zum Abstract senden Sie

bitte Ihren Namen, vollständige Adresse,

E-Mail, Telefon- und Faxnummer des/der

präsentierenden Autors/Autorin, sowie

einen kurzen Lebenslauf (max. 1 Seite).

Deadline: 31. Januar 2020

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht

werden, finden keine Berücksichtigung.

Online-Einreichung:

www.csm-congress.de/

abstracts/dgk-augsburg/

(Hier finden Sie auch Hinweise zum Aufbau

des Abstracts.)

Informationen: www.dvg.de

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie

bitte:

Dr. Jutta Hein

E-Mail: info@heimtieraerztin.de

Bei technischen Fragen wenden Sie sich

bitte an:

CSM, Congress- & Seminarmanagement,

Industriestr. 35, D-82194 Gröbenzell

E-Mail: info@csm-congress.de •

20

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Aufruf zur Einreichung von Abstracts für Freie Vorträge und Poster

66. Jahreskongress der Deutschen

Gesellschaft für Kleintiermedizin

15.–17. Oktober 2020

Estrel Convention Center Berlin,

Deutschland

Schwerpunktthema:

„Präventivmedizin – Gesundheit

schützen, Heilung unterstützen!“

Die DGK-DVG (GSAVA) lädt Sie herzlich ein,

Abstracts für Freie Vorträge anlässlich des

66. Jahreskongresses in Berlin einzureichen.

Die Vortragspräsentationen sind

auf 13 Minuten mit 2 Minuten Diskussion

limitiert (bitte beachten: Die Freien Vorträge

finden am Donnerstag, 15.10.2020,

statt!). Weiterhin findet eine Posterpräsentation

(Postergröße A0, ca. 90 x 120 cm)

statt. Die Autoren der Poster werden zu

bestimmten Zeiten gebeten, ihr Poster

zu präsentieren und für die Beantwortung

von Fragen zur Verfügung zu stehen.

Ein wissenschaftlicher Beirat wird über die

Annahme der Präsentationen entscheiden.

Angenommene Abstracts werden

dann sowohl im Tagungsband als auch in

der „Kleintierpraxis“ (Print-Ausgabe) veröffentlicht.

Zusätzlich werden die Abstracts

auf die Webseite der Schlüterschen

Verlagsgesellschaft im Bereich, der nur für

Abonnenten der „Kleintierpraxis“ zugänglich

ist, gestellt. Mit dem Einreichen Ihres

Abstracts stimmen Sie diesen Veröffentlichungen

zu.

Geben Sie bitte Ihre 1. und 2. Präferenz

an: Freier Vortrag, Posterpräsentation,

KEIN Poster.

Die Gliederung des Abstracts ist frei,

muss jedoch Informationen zum Ziel der

Studie, Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen

enthalten. Formulierungen

wie „die Resultate werden im Vortrag präsentiert/diskutiert“

sind nicht akzeptabel.

Einfache Tabellen sind innerhalb des vorgegebenen

Raums möglich. Relevante Fallberichte

werden im Einzelfall auch berücksichtigt.

Die Länge des Abstracts ist auf

250 Wörter begrenzt (ohne Titel und Autoren).

In Ergänzung zum Abstract senden Sie

bitte Ihren Namen, vollständige Adresse,

E-Mail, Telefon- und Faxnummer des/der

präsentierenden Autors/Autorin.

q Deadline: 22. März 2020

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht

werden, finden keine Berücksichtigung.

Ab Januar 2020 besteht die Möglichkeit

einer Online-Einreichung auf folgender

Webpage:

https://www.csm-congress.de/abstracts/

dvg-vet-congress-freie/

Bitte nutzen Sie für die Erstellung der Abstracts

die dort hinterlegte Formatvorlage.

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie

bitte:

• Prof. Dr. Barbara Kohn, Dipl. ECVIM-CA,

Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere,

FU Berlin, FB Veterinärmedizin,

Oertzenweg 19b, 14163 Berlin

kohn@vetmed.fu-berlin.de

oder

• Prof. Dr. Andreas Moritz, Dipl. ECVIM-CA,

Klinik für Kleintiere, Innere Medizin,

Justus-Liebig-Universität Gießen,

Frankfurter Str. 126, 35392 Gießen

andreas.Moritz@vetmed.uni-giessen.de

Bei technischen Fragen wenden Sie sich

bitte an:

• CSM, Congress & Seminar Management,

Industriestr. 35, D-82194 Gröbenzell

info@csm-congress.de

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

FECAVA: Neues Board gewählt

Im Rahmen des 25. Eurocongresses der FE-

CAVA (Federation of European Companion

Animal Veterinary Associations), der vom

4. bis 7. September in St. Petersburg stattfand,

wurde ein neuer FECAVA-Vorstand

gewählt. Prof. Dr. Stephan Neumann (Göttingen),

internationaler Repräsentant der

DGK-DVG, wurde zum Schatzmeister gewählt!

Die weiteren Board-Mitglieder: Dr. Denis

Novak, Präsident (Serbien), Dr. Danny Holmes,

Vizepräsident (Irland), Dr. Wolfgang

Dohne, Senior Vizepräsident (UK), und Dr.

Ann Criel, Honorary Secretary (Belgien).

Prof. Dr. Stephan Neumann. Foto: privat

DVG-Forum 02/2019 21


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE BUIATRISCHE GESELLSCHAFT (DBG-DVG)

13. Berlin-Brandenburgischer Rindertag

Dr. Dirk von Soosten bei seinem Vortrag

„Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung

von Vitaldaten“. Foto: DVG

Unter dem Dach des DVG-Vet-Congresses

fand vom 15. bis 16. November der 13. Berlin-

Brandenburgische Rindertag statt. Diese

Veranstaltung wurde während 25 Jahren in

zweijährigem Abstand von der Klinik für

Klauentiere am Fachbereich Veterinärmedizin

der Freien Universität Berlin erfolgreich

durchgeführt. Seit diesem Jahr ist

die Organisation auf die DVG übergegangen.

Die Tagung in Berlin wurde von den

DVG-Fachgruppen „Deutsche buiatrische

Gesellschaft“, „Reproduktionsmedizin“

und „Tierernährung“ unter dem Schwerpunktthema

„Digitalisierung in der Rindermedizin“

organisiert. Neben Kurzvorträgen

und einer Posterausstellung fanden

Hauptvorträge zu den Themen „Was kann

moderne Sensortechnik im Stall (nicht)?“,

„Digitales Monitoring der Eutergesund-

heit“, „Sensoren zur kontinuierlichen

Überwachung von Vitaldaten“ und „Automatische

Lahmheitserkennung bei Milchkühen“

statt. Weiterhin konnten die Teilnehmer

bereits am 14. November das

Seminar „Immunologie für den Rinderpraktiker“

besuchen.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


FACHGRUPPE „PFERDEKRANKHEITEN“

AG Pferdeophthalmologie gegründet

Die Gründungsmitglieder der AG Pferdeophthalmologie mit dem neu gewählten Leiter

Prof. Dr. József Tóth (7. von rechts in der 1. Reihe) und seinem Stellvertreter Dr. Stefan Gesell-May

(4. von rechts in der 2. Reihe). Foto: DVG

Im Rahmen des DVG-Vet-Congresses

fand am 16. November eine Tagung der

Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ zum Themengebiet

„Pferdeophthalmologie“ statt.

Augenerkrankungen können starke Auswirkungen

auf die Leistungsbereitschaft,

Einsatzmöglichkeiten und auch auf das

Wohlbefinden eines Pferdes haben. Unter

der wissenschaftlichen Tagungsleitung

von Prof. Dr. Michael Röcken (Gießen)

und Prof. Dr. Dr. József Tóth (Dülmen) ging

es u. a. um die Gestaltung einer Augen-

Sprechstunde in der Pferdepraxis, um

Möglichkeiten und Grenzen in der mobilen

Pferdeophthalmologie, um Arzneimittelrecht,

diagnostische Tipps und vieles

mehr. Über 100 Tierärztinnen und Tierärzte

nahmen teil und verdeutlichten damit

den Bedarf an Fortbildungsmöglichkeiten

in der Pferdeophthalmologie.

Im Anschluss an die Tagung wurde die

Arbeitsgruppe (AG) Pferdeophthalmologie

der DVG-Fachgruppe „Pferdekrankheiten“

gegründet. Denn trotz der steigenden Bedeutung

dieses Themengebietes gibt es

kein Forum, in dem sich die an der Pferde-

22

DVG-Forum 02/2019


ophthalmologie interessierten Kolleginnen

und Kollegen austauschen und sich

weiterbilden können.

Zum Leiter der AG wurde Prof. Tóth gewählt,

zu seinem Stellvertreter Dr. Stefan

Gesell-May (München).

Künftig wird die AG im zweijährigen

Rhythmus eine Tagung auf dem DVG-Vet-

FACHGRUPPE „PFERDEKRANKHEITEN“

Reitsportmesse Rhein-Main meets DVG

Auf der Reitsportmesse Rhein-Main, die

vom 30. August bis 1. September in den

Hessenhallen in Gießen stattfand, bot die

Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ der DVG

in Kooperation mit der Klinik für Pferde der

Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen Vorträge

für Tierärztinnen und Tierärzte an.

Themenschwerpunkt des Vortragsprogramms,

das am Samstag, den 31. August

durchgeführt wurde, war die Kolik, eine der

häufigsten Todesursachen bei Pferden. Die

Vorträge auf der Reitsportmesse wurden

von renommierten Experten der Pferdeklinik

gehalten und befassten sich mit Diagnostik

(z. B. Ultraschall und Blutuntersuchung)

und Therapie (chirurgische und

nichtchirurgische Maßnahmen) der Kolik

sowie mit der Besprechung konkreter Fälle.

Weiterhin standen die Pferdeklinik und

die DVG an einem Messestand gemeinsam

Congress abhalten. Die Tagung wird jeweils

in den ungeraden Jahren durchgeführt.

In den geraden Jahren findet der

Internationale Kongress zur Pferdemedizin

parallel zum DVG-Vet-Congress statt.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

mit der Internationalen Gesellschaft zur

Funktionsverbesserung der Pferdezähne

(IGFP) für Fragen der Messebesucher rund

um die Pferdegesundheit zur Verfügung.

Die Reitsportmesse Rhein-Main wurde

2018 erstmals in den Gießener Hessenhallen

durchgeführt. Bereits an dieser Veranstaltung

waren Pferdeklinik und DVG mit

einem gemeinsamen Messestand vertreten.

Auch im kommenden Jahr wird die Fachgruppe

mit Info-Ständen und Vortragsveranstaltungen

auf Reitsportmessen vertreten

sein:

• 18.04.2020 auf der Reitsportmesse in

Stuttgart

• voraussichtlich am 12.09.2020 auf der

Reitsportmesse in Gießen

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN


FACHGRUPPE „PFERDEKRANKHEITEN“

4. Int. Kongress zur

Pferdemedizin

Am 16. und 17.10.2020 wird der 4. Internationale

Kongress zur Pferdemedizin im Rahmen

des DVG-Vet-Congresses in Berlin

stattfinden. Das Schwerpunktthema wird

die Sportpferdemedizin sein. Wissenschaftliche

Tagungsleiter sind Prof. Dr. Michael

Röcken (Gießen), Prof. Dr. Heidrun Gehlen

(Berlin) und Prof. Dr. Janina Burk (Gießen).

Merken Sie sich diesen Termin schon vor!


Weitere Informationen:

www.geva-gvms.org

Der Leiter der Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ Prof. Dr. Michael Röcken mit Referentin Prof. Dr. Kerstin

Fey (2.v.r.) und den Helferinnen am Info-Stand. Foto: DVG

DVG-Forum 02/2019 23


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

FACHGRUPPE „WILD-, ZOO- UND GEHEGETIERE“

Gesundheitsbewertungen von marinen Säugern in der freien Wildbahn

So lautete das Thema der 2. Tagung der

DVG-Fachgruppe „Wild-, Zoo- und Gehegetiere“,

die vom 29. bis 30. August in Büsum

stattfand. Tagungsort war das Institut für

Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung

(ITAW) der Tierärztlichen Hochschule

Hannover, Standort Büsum. Die

Leiterin des ITAW, Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula

Siebert, zugleich wissenschaftliche Tagungsleiterin,

freute sich über das rege Interesse

der Teilnehmer, die die Vorträge

mit großer Aufmerksamkeit verfolgten,

viele Fragen stellten und mitdiskutierten.

Vortragsprogramm

Nach Grußworten von Prof. Siebert und

dem DVG-Präsidenten, Prof. Dr. Dr. h. c.

Martin Kramer (Gießen), startete das Vortragsprogramm

mit der Präsentation „Veterinary

Pathology as a Cetacean Conservation

Tool“ von Prof. Antonio Fernández

(Universität Las Palmas, Gran Canaria, ES),

Veterinärpathologe und Wissenschaftler

auf dem Gebiet der Meeressäuger. Prof.

Fernández stellte dar, dass die Pathologie

als diagnostisches Instrument zum Schutz

und zum Erhalt von Walen eingesetzt

werden kann. So hat er über etliche Jahre

Hunderte an den Küsten der Kanarischen

Inseln gestrandete Wale untersucht, um

die Todesursachen herauszufinden. Häufige

Gründe waren bakterielle oder virale

Infektionen, der Befall mit Parasiten sowie

auch Verletzungen durch die Auseinandersetzung

mit anderen Arten. Doch kommen

viele Tiere auch durch menschlichen

Einfluss ums Leben; hierzu zählen Wale,

die sich in Fischernetzen verfangen und ertrinken,

mit Schiffen kollidieren oder

Fremdkörper, z. B. Plastikmüll, aufnehmen.

Eine weitere Bedrohung stellen Sonarsignale

von Schiffen, z. B. bei militärischen

Manövern, dar, wodurch die Wale in

Panik geraten und ihr Tauchverhalten

empfindlich gestört wird. So konnte Prof.

Fernández belegen, dass das massive

Stranden von Walen an den Küsten der

kanarischen Inseln 2002 durch Manöver

Organisatoren und Referenten der Tagung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Andrea Gröne, Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula

Siebert, Prof. Antonio Fernández, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer.

mit Schiffen der Marine bedingt war. Die

Untersuchung der toten Wale bewies die

fatalen Auswirkungen der Sonarsignale

der Schiffe. Das gestörte Tauchverhalten

hatte tödliche Schäden zur Folge, vergleichbar

etwa mit einem Dekompressionsunfall

bei Tauchern. Seitdem daraufhin

Spanien 2004 ein Verbot von Marinemanövern

mit dem Einsatz von Sonargeräten

für das Meeresgebiet um die Inselgruppe

im Atlantik vor der Westküste Nordafrikas

verhängt hat, ist es zu keinen Massenstrandungen

in diesem Gebiet mehr gekommen.

Abschließend rief der Experte

dazu auf, die Ergebnisse von Studien zu

veröffentlichen und mit anderen Wissenschaftlern

zusammenzuarbeiten („release

and collaborate“), denn Ergebnisse, die in

Schubladen herumlägen, würden nicht

weiterführen.

Über „Walstrandungen in den Niederlanden:

Protokoll und Pathologie“ berichtete

Prof. Dr. Andrea Gröne (Universität Utrecht,

NL) sehr anschaulich und anhand

vieler Fotos. Nachdem 2012 ein Buckelwal

vor Texel gestrandet und gestorben war,

wurde 2013 ein Protokoll mit zu ergreifenden

Maßnahmen bei Strandungen lebender

großer Wale eingeführt. Dazu gehört

zunächst, die Situation einzuschätzen und

das Gebiet abzugrenzen. Die Öffentlichkeit

soll daran gehindert werden, direkt zu

dem Wal zu gelangen, um das Tier nicht

zu stören. Wenn ein Zurücksetzen ins

Meer nicht gelingt, sollen palliative Maßnahmen

ergriffen und das Tier euthanasiert

werden. Abschließende Bewertungen

haben jedoch ergeben, dass menschliches

Eingreifen mit großem Stress für den Wal,

ein wild lebendes Tier, verbunden ist.

Wenn ein Zurücksetzen nicht gelingt, ist

es allen Einschätzungen zufolge am schonendsten,

das Tier in Ruhe sterben zu lassen.

Auch wenn der Wal gestorben ist, wird

24

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Gespannt verfolgten die Teilnehmer die Vorträge.

Sektion eines Schweinswals und einer Kegelrobbe.

er weiter bewacht. Denn es sollen Gefährdungen

des Menschen, z. B. durch Explosionen

des toten Tierkörpers, vermieden

und Elfenbeinräuber daran gehindert werden,

einem Zahnwal die Zähne herauszubrechen.

2017 wurde das Protokoll in

einen Leitfaden umgewandelt, der um

eine Risikoanalyse ergänzt wurde. Rettungsversuche

sind zudem nur innerhalb

von 12 Stunden nach dem Fund zulässig,

eine postmortale Untersuchung wird vorgenommen.

Die Umsetzung der Maßnahmen

sowie auch die Sektion eines gestrandeten

Wals stellen immer eine logistische

Herausforderung dar, die nur mit

dem engagierten Einsatz aller Beteiligten

gelingen kann.

Den dritten Vortrag „Untersuchungen

zum Gesundheitszustand von Meeressäugern

in der Nord- und Ostsee“ hielt Tagungsleiterin

Prof. Siebert. Sie stellte das

Institut für Terrestrische und Aquatische

Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen

Hochschule Hannover vor. Am Standort

Büsum forschen sie und ihre Arbeitsgruppe

zu marinen Säugern, darunter insbesondere

Seehunde, Kegelrobben und

Schweinswale. Die Nord- und Ostsee, aber

auch andere europäische Regionen und

die Polargebiete, werden intensiv untersucht.

Dabei werden auch Buckel-, Finn-,

Grind- und Pottwale einbezogen, die mitunter

in diesen Gebieten vorkommen und

stranden können. Mit ihrer Forschung ist

die Arbeitsgruppe auf dem Gebiet mariner

Säugetiere in Deutschland und in einigen

Bereichen auch europa- und weltweit einzigartig.

Die Untersuchungen konzentrieren

sich auf die Habitatnutzung (Telemetrie,

Bestandserhebung, Bioakustik) an

Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen

sowie auf die Untersuchung der

Wirkung anthropogener Aktivitäten auf

die Gesundheit der Tiere. Aktuelle Studien

befassen sich u. a. mit den Auswirkungen

der Fischerei, von Offshore-Windparks,

Müll und chemischer Belastung auf marine

Säuger sowie mit den Effekten von

Unterwasserschall auf Verhalten und

Gesundheit von Robben und Schweinswalen.

Sektion

Nach dem Vortragsprogramm folgte am

zweiten Tag der praktische Teil. Ein Schweinswal,

eine Kegelrobbe, ein Seehund sowie

ein Fischotter, die tot aufgefunden und an

das ITAW geliefert worden waren, standen

zur Sektion an. Nach einer Sicherheitseinweisung

verfolgten die Teilnehmer in der

Sektionshalle des Instituts die Obduktionen,

stellten den ITAW-Mitarbeitern viele

Fragen, die mit großer Kompetenz und viel

Geduld beantwortet wurden, und konnten

unter Anleitung auch selbst Teile der Sektionen

durchführen. Die Kombination aus

Theorie am ersten und praktischer Tätigkeit

am zweiten Tag kam bei den Teilnehmern

besonders gut an.

Gesellschaftsabend

Der Gesellschaftsabend fand in „Kolles

altem Muschelsaal“ statt. Der alte Muschelsaal

ist ein Traditions-Restaurant in

Büsum, dessen Wände mit zahllosen Muscheln

geschmückt sind, die Seeleute aus

aller Welt in früheren Zeiten mitgebracht

haben. In diesem thematisch passenden

Ambiente und bei einem leckeren Essen

ließen die Tagungsteilnehmer einen spannenden

Tag ausklingen.

Die nächste Tagung der Fachgruppe ist

für das kommende Jahr geplant. Weitere

Informationen werden wir rechtzeitig mitteilen.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


DVG-Forum 02/2019 25


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

FACHGRUPPE „KRANKHEITEN KLEINER WIEDERKÄUER“

Krankheiten kleiner Wiederkäuer – Tagung auf der Insel Riems

Die diesjährige Tagung der DVG-Fachgruppe

„Krankheiten kleiner Wiederkäuer“

fand vom 4. bis 6. September im Friedrich-Loeffler-Institut

(FLI) auf der Ostseeinsel

Riems statt. Gut 100 Tierärztinnen

und Tierärzte nicht nur aus allen Teilen

Deutschlands, sondern auch aus Österreich

und der Schweiz waren gekommen

und hatten teilweise eine lange Anreise

auf sich genommen.

In seiner Begrüßungsrede lobte DVG-

Vizepräsident Prof. Dr. Arwid Daugschies

(Leipzig) das Engagement der Fachgruppe

unter der Leitung von Dr. Katja Voigt

(München), die in Zusammenarbeit mit

Dr. Charlotte Schröder (Greifswald-Insel

Riems) die Tagung organisiert hatte, und

unterstrich: „Wir sind froh über jede Fachgruppe,

die aktiv ist. Davon leben wir!“

Für den FLI-Präsidenten und „Hausherrn“,

Prof. Dr. Dr. h. c. Thomas C. Mettenleiter,

sind es insbesondere die virologischen

Fragestellungen, die die Insel

Riems – erstmals übrigens Ort einer

DVG- Fachgruppentagung – besonders prädestinieren.

So hob er in seinem Begrüßungsvortrag

hervor, dass es ja quasi die

Maul- und Klauenseuche sei, der die „Seucheninsel“

ihre Existenz und das Bundesinstitut

für Tiergesundheit seinen offiziellen

Namen verdanke. Friedrich Loeffler,

Mediziner und Mikrobiologe, gilt als einer

der Begründer der Virologie. Er forschte im

Auftrag des preußischen Kultusministeriums

an der Maul- und Klauenseuche und

beschrieb 1898 gemeinsam mit Paul Frosch

deren Erreger als ein partikuläres Agens,

kleiner als ein Bakterium. Da seine Versuche

an Rindern in Greifswald irgendwann

für Seuchenausbrüche in der Umgebung

sorgten, musste er umziehen: Auf der Insel

Riems, die damals noch eine richtige Insel

war, gründete er 1910 die weltweit erste virologische

Forschungsstätte.

Vortragsprogramm

In sechs Sitzungsblöcken wurden 30 Fachvorträge

abgehandelt; außerdem wurden

fünf Poster ausgestellt. Das Themenspektrum

reichte dabei von virologischen

Forschungsergebnissen über seuchenhygienische

Betrachtungen bis zu züchterischen

Fragestellungen. Das Schaf als

zahlenmäßig relevantester Vertreter der

kleinen Wiederkäuer stand in den Vorträgen

im Vordergrund. Doch auch Ziegen

und Neuweltkameliden kamen thematisch

nicht zu kurz. Um nur einige Themen

anzureißen: Die Maul- und Klauenseuche

(MKS) ist mit Sicherheit eine der gefährlichsten

und wirtschaftlich bedeutsamsten

Tierseuchen. So ist Deutschland zwar

seit 1988 MKS-frei, doch mehr als 80 Prozent

aller kleinen Wiederkäuer leben in Gebieten,

in denen sie auch heute noch endemisch

vorkommt. In seinem Vortrag

ging Dr. Michael Eschbauer (Riems) daher

auf klinische Besonderheiten und die Rolle

der Maul- und Klauenseuche in der Epidemiologie

ein. So würden die meist unspezifischen

klinischen Erscheinungen bei

kleinen Wiederkäuern oft erst zu spät diagnostiziert.

Dies begünstige die unerkannte

Ausbreitung des Virus, insbesondere

durch den Handel mit infizierten Tieren.

Eschenbauer appellierte darum, Tierhalter,

praktische Tierärzte und Veterinärbehörden

für die Möglichkeit und die Notwendigkeit

einer frühzeitigen MKS-Ausschlussdiagnostik

bei klinisch unklarem

Krankheitsbild zu sensibilisieren.

Das künstlerisch gestaltete Virenmodell auf der Insel Riems mit den Teilnehmern der Fachgruppentagung.

Von Ziegenpocken und

giftigen Pflanzen

Ebenfalls um einen „Klassiker“ der anzeigepflichtigen

Tierseuchen, die Capripocken,

zu denen das Schafpockenvirus

(SPPV), das Ziegenpockenvirus (GTPV) sowie

das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV)

gehören, drehte sich ein weiterer Vortrag

aus dem Friedrich-Loeffler-Institut. Janika

Möller stellte darin die klinischen Symptome

dar und die Gefahr, die durch die Verbreitung

der Capripockenviren aus Afrika

und Asien bestehe. Europäische Schafund

Ziegenrassen seien dabei deutlich

26

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

empfänglicher für SPPV und GTPV als asiatische

oder afrikanische Rassen.

In ihrem interessanten Beitrag berichtete

die Tierärztin Susanne Petersen (Qualitz)

über den steinigen Weg beim Aufbau

und Betrieb einer ökologisch wirtschaftenden

Schäferei mit Herdbuchzucht in

Mecklenburg. An vielen Beispielen beleuchtete

sie tierärztliche Fragestellungen

aus Schäfersicht und unter Berücksichtigung

ökonomischer Aspekte und Zwänge.

Prof. Dr. Petra Wolf (Rostock) zeigte anhand

von Praxis-Beispielen auf, welche

Pflanzen zu Vergiftungen bei Schafen und

Ziegen führen können. Ob die Ausbreitung

bestimmter Giftpflanzen, wie des Sumpfschachtelhalmes,

Neophyten, wie die ursprünglich

auf den süddeutschen Raum

beschränkte Herbstzeitlose, oder der Kontakt

zu Zierpflanzen mit toxischen Inhaltsstoffen

wie Rhododendron, die nicht selten

unsachgemäß entsorgt würden: Bei

unspezifischer Symptomatik müsse immer

an eine Vergiftung gedacht werden.

Sorgen machen der Referentin aber v. a. die

mangelhaften botanischen Kenntnisse

vieler Hobbyhalter, die im Gegensatz zu

den Berufsschäfern oft nicht über grundlegendes

Artenwissen verfügten.

Neuweltkamele

Ein Thema, das mit Sicherheit von großer

Relevanz ist und an Bedeutung gewinnt,

sind die Neuweltkamele aus seuchenhygienischer

Sicht. „Im Vergleich zur großen

Anzahl an Lamas und Alpakas – es

kann von mehreren Tausend Tieren ausgegangen

werden – und dem ausgeprägten

Handel mit ihnen ist es erschreckend, wie

wenig dies im Tierseuchenrecht berücksichtigt

wird“, gibt Referentin Dr. Annett

Rudovsky (Frankfurt/Oder) zu bedenken.

Es gäbe keine Pflicht zur Kennzeichnung

und Registrierung der Einzeltiere, dabei

kämen Neuweltkamele durchaus als Überträger

von melde- und anzeigenpflichtigen

Tierkrankheiten und -seuchen wie

Bovines Herpesvirus 1, Blauzungenvirus

oder Bornavirus in Betracht. Eine Berücksichtigung

im Tierseuchenrecht und eine

Kennzeichnungspflicht der Tiere seien

daher wünschens- und empfehlenswert.

Zum geselligen Beisammensein ging

es dann am zweiten Tagungstag ins nahe

Stralsund. In der Hansestadt wartete in der

Traditionsbrauerei „Störtebeker“ ein Buffet

auf die Teilnehmer, das ein wahrer Augen-

und Gaumenschmaus war.

Dr. Charlotte Schröder (FLI) und DVG-Vizepräsident

Prof. Dr. Arwid Daugschies.

Die Fachgruppe dankt an dieser Stelle

noch einmal allen, die zum Erfolg der Tagung

beigetragen haben. Der Tagungsband

kann gegen eine Gebühr von 14,80

Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und

Versand in der DVG-Geschäftsstelle (info@

dvg.de, Fax: 0641 25375) bestellt werden.

Die nächste Tagung der Fachgruppe

findet voraussichtlich vom 16.–18. 09.2020

im Bildungszentrum Triesdorf in Weidenbach,

Landkreis Ansbach, statt.

Claudia Pfister DVG

Fotos: DVG


FACHGRUPPE „BIENEN“

Aktuelles aus der Fachgruppe „Bienen“

Am 28. und 29. Oktober fand in Fulda der

Workshop „Aktuelles zur Amerikanischen

Faulbrut“ statt. Die TierärztInnen

der Fachgruppe „Bienen“ sowie einige

weitere KollegInnen waren zu Gast bei

der sehr spannenden interdisziplinären

Veranstaltung, an der Bieneninstitute,

Imkervertreter und TierärztInnen teilnahmen.

Insbesondere die Wichtigkeit

der AG der „Amtsveterinäre für Bienen“

wurde noch einmal deutlich. Grundlage

für den anderthalbtägigen Workshop war

das noch bis Ende 2019 laufende Verbundprojekt

naStrAF zur „Entwicklung und

Etablierung fortschrittlicher Sanierungsverfahren

in der Imkerei als nachhaltige

Strategie zur Vorbeugung und Bekämpfung

der Amerikanischen Faulbrut“, das

die Bundesanstalt für Landwirtschaft und

Ernährung (BLE) als Projektträger betreut.

Auf Basis des aktuellen Wissensstandes

und erster Projektergebnisse diskutierten

die Teilnehmer den Status quo im Umgang

mit der Bienenseuche und erarbeiteten gemeinsam

Verbesserungsvorschläge. Verbliebene

offene Fragen und weiterer Handlungs-

sowie Forschungsbedarf wurden

identifiziert. Veranstalter war das Kuratorium

für Technik und Bauwesen in der

Landwirtschaft e. V. (KTBL).

DVG-Forum 02/2019 27


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Weiterhin hat die Fachgruppe „Bienen“

in diesem Jahr auf dem DVG-Vet-Congress

eine Tagung durchgeführt. Am 15. November

wurden in 14 Fachvorträgen aktuelle

Themen aufgegriffen, darunter die Auswirkungen

von Pestiziden auf das Verhalten

der Honigbiene, Infektionen mit P. larvae,

die Diagnose des Wintertotenfalls, die

Bekämpfung des kleinen Beutenkäfers,

Tierschutzrecht und Tierwohl sowie der

Aufbau einer Skills Lab Station zur Vermittlung

praktischer Fertigkeiten am Bienenstand.

Teilnehmer des Workshops in Fulda, darunter

auch der Vorstand der DVG-Fachgruppe

„Bienen“: PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach

(ganz links), Dr. Ilka Emmerich (2.v.r. vorne)

und Björn Wilcken (letzte Reihe Mitte).

Foto: Aupperle

FACHGRUPPE „NATURHEILVERFAHREN UND REGULATIONSMEDIZIN“

Neue Leitung der Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“

Nachdem die Aktivitäten der Fachgruppe

„Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“

mehrere Jahre geruht haben und die

Stelle des Fachgruppenleiters vakant war,

fand am 16. November im Rahmen des

DVG-Vet-Congresses in Berlin eine Tagung

mit anschließender Wahl des Fachgruppenvorstandes

statt. Einige engagierte

Kolleginnen und Kollegen hatten diese Tagung

organisiert und freuten sich über die

gelungene erste Veranstaltung und die damit

vollzogene Reaktivierung.

Zur Leiterin der Fachgruppe wurde Brigitta

Smit-Fornahl (Schalksmühle), zu

ihrer Stellvertreterin Katrin Noack (Cottbus)

gewählt.

Wer Interesse an einer Mitarbeit hat,

kann sich gern in der DVG-Geschäftsstelle

melden (info@dvg.de).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-DVG)

7. Intensivseminar der DGT-DVG

Das siebte Intensivseminar der Deutschen

Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT-

DVG) fand unter der Leitung von Dr. Michael

Balke und Dr. Kipp Wingo, AZ Veterinary

Dental Specialists, Arizona, USA, am

31. August und 1. September im Weiterbildungszentrum

Veterinarium Progressum

der Freien Universität Berlin statt.

Dr. Balke ist Diplomate des American

Veterinary Dental College (AVDC), Fellow

der Academy of Veterinary Dentistry und

gemeinsam mit Dr. Curt Coffman geschäftsführender

Gesellschafter der AZ Veterinary

Dental Specialists, der größten

tierzahnärztlichen Überweisungsklinik in

Arizona. Unterstützt wurde er von seinem

Kollegen Dr. Wingo, ebenfalls Diplomate

des AVDC. Dr. Balke und Dr. Wingo hatten

sich sofort bereit erklärt, die Reise nach

Berlin anzutreten, insbesondere da nun

auch engere berufliche Verbindungen

nach Deutschland bestehen: DGT-Mitglied

Dr. Jan Klasen ist bei den AZ Veterinary

Dental Specialists Resident des AVDC.

28

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Als Seminarorganisatorin für die DGT

war in bewährter Manier Dr. Martina van

Suntum aktiv, die sich um Management,

Räumlichkeiten, Skripten, Übersetzungen,

Präparate etc. gekümmert hat. Sie und Dr.

Jan Klasen unterstützten die beiden Referenten

Dr. Balke und Dr. Wingo bei den

praktischen Übungen auch als Tutoren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

erhielten zunächst eine umfassende Einführung

in die Prinzipien der endodontischen

Therapie und die maschinelle Aufbereitung

von Wurzelkanälen mittels rotierender

Instrumente. Die kurzweilige

Theorie konnte dann direkt in die Tat umgesetzt

werden. Die beiden auf dem veterinärmedizinischen

Markt verfügbaren

Systeme für die maschinelle Aufbereitung

von Wurzelkanälen, Kerr Light Speed und

Dentsply Sirona X-Smart IQ, wurden vorgestellt

und die verschiedenen Techniken

erklärt. In Zweiergruppen konnten die verschiedenen

Systeme ausgiebig erprobt

und die Instrumentationstechniken geübt

werden. Für die ersten Schritte und eine

ideale Eigenkontrolle standen durchsichtige

3-D-gedruckte Caninusmodelle zur

Verfügung, bevor dann zu Präparaten

übergegangen wurde. Das Betreuungsverhältnis

war durch die begrenzte Teilnehmerzahl

ideal und die Teilnehmer nutzten

rege die Gelegenheit, Fragen mit den Tutoren

individuell oder gemeinsam zu besprechen.

Den zweiten Teil des Intensivseminars

bildeten die Prinzipien und Techniken von

Obturation und Restauration, wobei auch

Lösungsmöglichkeiten bei Komplikationen

und Misserfolgen in der endodontischen

Therapie eingehend behandelt wurden.

Die praktischen Übungen bildeten

wieder den Schwerpunkt und erfolgten an

Caninusmodellen und Präparaten. Röntgenuntersuchungen

gewährleisteten die

Kontrolle der eigenen Arbeit und die Möglichkeit

zur Verbesserung der Ergebnisse.

Die Gelegenheit zur Diskussion möglicher

Fehlerquellen mit den Tutoren wurde von

den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

gern und intensiv in Anspruch genommen.

Ganz besonderer Dank gilt den Hauptsponsoren

dieses Seminars, den Firmen

Accesia und Eickemeyer, von denen die

Dentaleinheiten für die praktischen Übungen

stammten. Hauptsponsor Accesia

hatte außerdem Handinstrumente, Verbrauchsmaterial

und die neueste Entwicklung

auf dem Markt der veterinärmedizinischen

Endodontie, das Dentsply Sirona

X-Smart IQ System, zur Verfügung gestellt.

In dem praktisch orientierten Seminar erhielten

die Teilnehmer viele Tipps und Hinweise.

Für die Kontrolle der endodontischen

Übungen unterstützte die Firma Eickemeyer

zudem fachkundig mit ihrer Dentalröntgentechnik.

Die Firmen Schlievet

und Biesel komplettierten das Angebot

durch ihre Ausstellung von Instrumenten,

Ausrüstung und Dentaltischen. Ohne die

großzügige Unterstützung und tatkräftige

Hilfe der Sponsoren wäre das DGT-Intensivseminar

nicht in dieser Form möglich

gewesen.

Die teilnehmenden Kolleginnen und

Kollegen erlebten ein anspruchsvolles,

sehr praktisch orientiertes Seminar mit

konkreten Tipps und Hinweisen für die

eigene kurative Tätigkeit in angenehmer,

aber hochkonzentrierter Arbeitsatmosphäre.

Der familiäre und freundliche Umgangston

prägte auch in diesem Seminar

das kollegiale Miteinander, sodass neben

dem anspruchsvollen fachlichen Niveau

auch das angenehme Ambiente in Erinnerung

bleiben wird. Die Ergebnisse der Evaluierung

durch die Teilnehmer liegen vor

und sind erneut sehr positiv ausgefallen.

Die erfolgreiche Reihe der DGT-Intensivseminare

wird fortgesetzt werden!

Die Teilnehmer des DGT-Intensivseminars.

Dr. Katja Riedel

DGT-DVG

Fotos: Martina van Suntum


DVG-Forum 02/2019 29


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

FACHGRUPPE „EPIDEMIOLOGIE UND DOKUMENTATION“

Epidemiologie in der ökologischen Landwirtschaft

So lautete das Schwerpunktthema der Jahrestagung

der DVG-Fachgruppe „Epidemiologie

und Dokumentation“, die vom 4.

bis 6. September in der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

in Freising stattfand.

Die Tagung wurde als DACh-Tagung,

also als gemeinsame Tagung der DVG-Fachgruppe,

der Sektion Epidemiologie der Österreichischen

Gesellschaft der Tierärzte

und des Forums für Epidemiologie und

Tiergesundheit Schweiz sowie in Verbindung

mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

durchgeführt.

Workshops und Begrüßung

Bevor das Vortragsprogramm startete,

konnten die Teilnehmer an den Workshops

„Nutzung von produktionstechnischen

Kennzahlen für das Tiergesundheitsmonitoring.

Status quo und Strategien für die

Zukunft“ sowie „BVD-Bekämpfung: Aktueller

Stand und Perspektiven für die Zukunft“

teilnehmen. Im Anschluss an die

Workshops begrüßten Fachgruppenleiterin

PD Dr. Amely Campe (Hannover) und

Tagungsleiterin Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler begrüßte

die Teilnehmer.

Tagungsleiterin Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler (Freising)

die Teilnehmer und eröffneten das

Vortragsprogramm. Auch der Präsident der

DVG, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (Gießen),

sprach Grußworte.

Keynote Lectures

Zum Einstieg in das Schwerpunktthema

präsentierte Josef Braun, Biolandwirt aus

Freising, die Keynote Lecture „Ökologische

Landwirtschaft im Wandel der Zeit“.

Herr Braun hält 22 Milchkühe mit Nachzucht

und bewirtschaftet 37 Hektar Ackerland,

17 Hektar Grünland sowie 6 Hektar

Wald. Er verdeutlichte den Zusammenhang

zwischen Ackerbau und Klimaschutz

und stellte die „drei Säulen der Bodenfruchtbarkeit“

dar: die Bodenphysik, -chemie

und -biologie, die es zu erhalten gelte.

Dafür seien Maschinen notwendig, die

den Boden nicht verdichten, aber auch

Pflanzen, welche den Boden durchwurzeln

und ihn stabilisieren. Einseitige Düngung

führe zu geringeren Mineralgehalten (u. a.

Kupfer, Calcium, Eisen, Magnesium) im

Boden und damit z. B. im Gemüse. Der Referent

ging insbesondere auf die Bedeutung

der Regenwürmer für die Fruchtbarkeit

der Böden ein, die durch ihre Bewegung

im Boden für die Belüftung und damit für

ein besseres Wurzelwachstum sorgen. Zudem

wirken die Regenwurmröhren als

Wasserspeicher und beugen damit Überflutungen

vor. Die Ausscheidungen der Regenwürmer

erhöhen die Bodenfruchtbarkeit

und bauen Humus auf. Herr Braun

stellte dar, dass intakte Böden, bei denen

die Organismen, wie z. B. Bakterien, Sporen,

Bodenpilze etc., im Gleichgewicht

sind, der Vermehrung von Schädlingen die

Grundlage entziehen, gesunde Pflanzen

zur Folge haben und damit auch die Tiergesundheit

und die menschliche Gesundheit

erheblichen beeinflussen. Auf den

Punkt gebracht erklärte der Referent:

„Wenn man den Boden erhält, können alle

Probleme gelöst werden!“ Im Weiteren

ging er auch auf die Tierhaltung ein und

stellte die Schwierigkeiten dar, die durch

die aktuelle Seuchensituation entstehen

können. So seien Maßnahmen zur Bekämpfung

der Afrikanischen Schweinepest

auf konventionelle Großbetriebe zugeschnitten.

Öko-Betriebe mit Schweinen

in Weidehaltung könnten oft keine längerfristige

tierschutzgerechte Aufstallung gewährleisten.

Eine ebenso interessante Keynote Lecture

mit dem spannenden Titel „Zecken

ohne Schrecken – Kühe helfen“ hielt Dr.

Dania Richter (Braunschweig), die insbesondere

zur landschaftsassoziierten Verbreitung

zeckenübertragener Erreger

forscht. Sie stellte dar, dass die Interaktionen

zwischen Erreger und Wirt dynamisch

sind und dass es wichtig ist, die Biologie

der Wirte, der Vektoren und der Umwelt zu

kennen, um intervenieren zu können. Sie

berichtete von der Beobachtung der „Des-

Dr. Dania Richter bei ihrer spannenden Keynote

Lecture.

30

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

infektion von Zecken durch Wiederkäuer“:

Mit Borrelien infizierte Zecken können die

Erreger auf Menschen übertragen. Wenn

die infizierte Zecke jedoch zuerst einen

Wiederkäuer befällt und Blut saugt, bevor

sie einen Menschen beißt, sind die Borrelien

nicht mehr da, „wie ausgelöscht“, so

Dr. Richter. Der diesem Phänomen zugrunde

liegende Mechanismus ist noch nicht

geklärt. Die Beobachtung ist allerdings

mehrfach bestätigt worden. Von mehreren

Hundert Zecken, die die Referentin Rindern

in Norddeutschland abgenommen

hatte, hätte ein Drittel Borrelien enthalten

müssen, denn ein Drittel der sonstigen Zecken

auf der Weide war infiziert. Jedoch

hatte keine einzige Zecke die Erreger im

Darm, wenn sie vorher am Rind gesaugt

hatte. Kühe extensiv auf der Weide zu halten,

sei daher nicht nur für die ökologische

und biologische Vielfalt in der Natur wichtig,

sondern schütze offenbar auch die Gesundheit

der Spaziergänger.

Vortragsprogramm und Poster

Insgesamt 29 Fachvorträge gliederten sich

in die Gebiete „Ökologische Tierhaltung

und Gesundheit“, „Methoden in der veterinärmedizinischen

Epidemiologie“, „Modelle

und ihr Einsatz in der veterinärmedizinischen

Epidemiologie“, „Surveillance

von Tierkrankheiten“, Antibiotika-Einsatz

und Tiergesundheit“ sowie „Afrikanische

Schweinepest“ und „Freie Themen“.

Unter den 12 Bewerbern für den Nachwuchspreis

wurden folgende Vorträge ausgezeichnet:

1. Preis: Jonas Brock, Leipzig

Modellierung des regionalen BVD-Überwachungsprogramms

in Sachsen-Anhalt

2. Preis: Paula Heine, Freising

Handlungsempfehlungen zur Kälberhaltung

in ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben

3. Preis: Valerie Pucken, Bern (CH)

Comparing three different methods of antimicrobial

data collection

Die Preisträger mit den Organisatoren, v. l. n. r.: Janna Vogelgesang, Brian Friker, PD Dr. Amely Campe,

Nico Bastian Urner, Valerie Allendorf , Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler, Dr. Valerie-Beau Pucken, Dr. Astrid

Tschentscher (IVD), Jonas Brock, Paule Heine.

24 Poster ergänzten das Vortragsprogramm.

Gleich drei Poster wurden mit dem

von der Firma IVD GmbH (Hannover) gestifteten

Posterpreis ausgezeichnet. Über

ihre Preise freuten sich (in alphabetischer

Reihenfolge):

• Valerie Allendorf, Greifswald-Insel

Riems

Querschnittsstudie zur Schätzung der

Prävalenz des zoonotischen Bunthörnchen-Bornavirus

1 (VSBV-1) in deutschen

Hörnchenhaltungen

• Brian Friker, Bern (CH)

Digitalisierung und Vernetzung von

Gesundheitsdaten in der Schweinebranche

– eine Bedarfserhebung bei

Schweinehaltenden und Tierärzten

• Nico Bastian Urner, Greifswald-Insel

Riems

Afrikanische Schweinepest – Einschätzungen

zu Wissen, Risiko & Kommunikation

von Schweinehaltern

Der Poster-Publikumspreis ging an Janna

Vogelgesang (Wien, A) für ihr Poster „Erhebung

der saisonalen Aktivität von Schildzecken

in Wiener Erholungsgebieten“.

Die Preise wurden im Rahmen des Konferenzdinners

verliehen, das in Maier’s

Hofstubn stattfand, einem zwischen Freising

und Moosburg gelegenen Naturland-

Bauenhof.

Fachgruppenversammlung

Auf der Tagung fand auch die Jahresversammlung

der Fachgruppe statt, bei der

PD Dr. Amely Campe (Hannover) als Fachgruppenleiterin

bestätigt wurde. Zu ihrer

Stellvertreterin wurde PD Dr. Roswitha

Merle (Berlin) gewählt. Dr. Carola Sauter-Louis

(Greifswald-Insel Riems), die von

2011 bis 2015 Leiterin der Fachgruppe und

seitdem Stellvertreterin war, kandidierte

nicht mehr. Dr. Campe dankte ihr herzlich

für ihren Einsatz und ihr Engagement während

dieser Jahre.

Die nächste Tagung der Fachgruppe wird

voraussichtlich vom 26. bis 28.08.2020 in

Bern (Schweiz) stattfinden.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


DVG-Forum 02/2019 31


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

FACHGRUPPE „DIDAKTIK UND KOMMUNIKATION“

Didaktik und Kommunikation – 40. Fachgruppe der DVG

Im Jahr 2008 wurde der Arbeitskreis „Didaktik

und Kommunikationskompetenz“

gegründet, denn Tierärztinnen und Tierärzte

müssen neben ihrer fachlichen Tätigkeit

auch Wissen in allen Arbeitsbereichen

gut kommunizieren können. Zudem muss

Wissen bei der Ausbildung von Studierenden

sowie auch von Praktikanten oder

Fachangestellten, bei Fortbildungsveranstaltungen

oder Mitarbeiterweiterbildung

vermittelt werden.

Der Arbeitskreis hat seit seiner Gründung

Tagungen und Workshops gestaltet.

Derzeitiger Leiter ist Dr. Marc Dilly, PhD

(Viernheim), stellvertretende Leiterin ist

Dr. Dora Bernigau (Leipzig).

Um die Themen Lehren und Lernen sowie

Kommunikation in der Veterinärmedizin

weiter sichtbar zu machen und um

die Möglichkeiten einer aktiven Beteiligung

in der DVG zu erhöhen, hat der

Arbeitskreis den Antrag auf Anerkennung

als DVG-Fachgruppe gestellt. Dieser Antrag

wurde auf der Delegiertenversammlung

am 14.11.2019 einstimmig angenommen.

Zudem wurde die Bezeichnung in

„Didaktik und Kommunikation“ geändert.

Die neue Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“

wurde in das Arbeitsgebiet

„Grundlagenwissenschaften“ eingegliedert.

Damit hat die DVG 40 Fachgruppen!

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

FACHGRUPPEN „BAKTERIOLOGIE & MYKOLOGIE“ UND „VIROLOGIE & VIRUSKRANKHEITEN“

Aufgaben und Aktivitäten der DVG-Konsiliarlabore

KONS

LIAR

Labor

Auf dem DVG-Vet-Congress in Berlin führten

die beiden Fachgruppen „Bakteriologie

und Mykologie“ sowie „Virologie und

Viruskrankheiten“ am 15. November den

Workshop „Diagnostik von Infektionserregern:

Aufgaben und Aktivitäten der DVG-

Konsiliarlabore“ durch.

Nach einer Einführung zur Entstehung

der DVG-Konsiliarlabore stellten die bislang

12 benannten Konsiliarlabore ihre Einrichtungen

und Tätigkeiten vor.

Mit dem Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes

ist eine unabhängige

Qualitätskontrolle der Diagnostik von

nicht anzeige-, melde- oder untersuchungspflichtigen

tierpathogenen Erregern, Zoonoseerregern

oder lebensmittelübertragenen

Pathogenen nicht mehr vorgeschrieben;

daher besteht hier ein Bedarf an

externer Qualitätssicherung. Diese Lücke

wird durch Konsiliarlaboratorien der DVG

geschlossen.

Die aktuelle Ausschreibung weiterer

Konisiliarlabore finden Sie auf Seite 7.

Weitere Informationen:

www.dvg.de, Konsiliarlabore

Dr. Antina Lübke-Becker stellte die Konsiliarlabore für Methicillin-resistente Staphylokokken sowie

für ESBL-bildende Enterobacteriaceae vor. Foto: DVG

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


32

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

FACHGRUPPE „BAKTERIOLOGIE UND MYKOLOGIE“

Save the Date! – Jahrestagung der DVG-Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“

Sehr geehrte Damen und Herren,

die nächste Tagung der Fachgruppe „Bakteriologie

und Mykologie“ der Deutschen

Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG)

e. V. wird vom 15. bis 17. Juni 2020 in der

Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen

stattfinden.

Unsere Fachgruppe tagt seit mehr als

30 Jahren im zweijährigen Rhythmus und

hat sich zum bedeutendsten Forum der

Veterinärbakteriologen und -mykologen

im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Regelmäßig besuchen über 160 Gäste die

Veranstaltung. Im nächsten Jahr richten

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Instituts für Hygiene und Infektionskrankheiten

der Tiere die Tagung aus und werden

dabei in bewährter Weise von der DVG

Service GmbH unterstützt.

Ich möchte Sie bereits heute herzlich

dazu einladen, an der Tagung teilzunehmen!

Besonders schön wäre es, wenn Sie

die Tagung mit einem wissenschaftlichen

Beitrag (Vortrag oder Poster) mitgestalten

würden! Zur Registrierung und

zur Anmeldung der Beiträge wird in Kürze

ein Online-Portal auf der DVG-Webseite

freigeschaltet werden. Wir werden Sie

umgehend per E-Mail darüber informieren.

Deadline zur Anmeldung von Beiträgen

und zum Einreichen der Abstracts:

31.01.2020

Weitere Informationen:

www.dvg.de, Tagungen, Termine

Bitte reichen Sie diese Mitteilung auch an

interessierte Kolleginnen und Kollegen

weiter, gerne auch an Interessierte, die

noch keine DVG-Mitglieder sind. Die DVG-

Mitgliedschaft ist weder für die Tagungsteilnahme

noch für die Präsentation eigener

Forschungsergebnisse erforderlich.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich

Sie nächstes Jahr in Gießen begrüßen dürfte!

Mit kollegialen Grüßen,

Prof. Dr. Rolf Bauerfeind

Tagungsleiter


FACHGRUPPE „PARASITOLOGIE UND PARASITÄRE KRANKHEITEN“

Parasitosen als Herausforderung für Wissenschaft und Praxis

Unter dem Titel „Parasitosen heute: Eine

Herausforderung an Wissenschaft und

Praxis“ trafen sich vom 17. bis zum 19. Juni

insgesamt 165 tierärztliche Spezialisten für

Parasiten und parasitäre Krankheiten in

Leipzig. An drei Tagen ging es in prominenter

Lage – am Campus Augustusplatz direkt

in der Leipziger City – um Themen wie

Parasit-Wirt-Interaktion, vektorübertragene

Krankheiten, Diagnostik oder Antiparasitika-Resistenzen.

Die Tagung der DVG-Fachgruppe „Parasitologie

und parasitäre Krankheiten“ wurde

bereits zum vierten Mal in der Messestadt

durchgeführt. Wie Tagungsleiter und

DVG-Vizepräsident Prof. Dr. Arwid Daugschies,

Leipzig, betonte, sei das Paulinum

im Herzen der Alma mater bewusst als

Tagungsort gewählt worden, um an die

universitäre Affinität der Fachgruppe zu

erinnern. In seiner Begrüßung hob er die

Bedeutung der Stadt als Keimzelle der

friedlichen Revolution im Jahr des 30.

Wendejubiläums hervor und gab einen

Einblick in die Ereignisse um die Sprengung

der Universitätskirche 1968 als „Akt

der kulturellen Barbarei“.

Auch der Dekan der veterinärmedizinischen

Fakultät, Prof. Dr. Walter Brehm, begrüßte

die Teilnehmer mit einem humorigen

Grußwort und lobte die internationale

Fachkompetenz, die sich zur Tagung in

Leipzig versammelt habe.

Einstimmung durch Keynote

Lectures

Als Keynote Speakers traten in diesem Jahr

Prof. Dr. Markus Meissner, München, und

Prof. Dr. Martin Pfeffer, Leipzig, an.

Meissner stellte in seinem Vortrag „Actin

dynamics, regulation and function in

Toxoplasma gondii“ die überaus komplexen

Mechanismen der Zellinvasion durch

den Erreger der Toxoplasmose vor. Mit Hilfe

von Superresolutions-Mikroskopie und

„live imaging“ gelang es ihm und seiner

Arbeitsgruppe, Dynamik, Regulation und

Funktion des Strukturproteins Aktin bei

diesem Prozess zu erforschen. „Wir wissen

jetzt, was Aktin macht. Um entsprechende

Medikamente zu entwickeln, müssen

wir jetzt noch die Regulationsmechanismen

aufklären“, erläuterte der Wissenschaftler.

Um „Nagetiere und Ektoparasitenübertragene

Zoonoseerreger“ ging es im

Vortrag von Markus Pfeffer. Er machte

deutlich, wie ernstzunehmend die Reservoirfunktion

von Nagern nicht nur für Ek-

DVG-Forum 02/2019 33


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Ort der diesjährigen Fachtagung: Der Leipziger

Unicampus mit Paulinum – Aula und Universitätskirche

St. Pauli – am Augustusplatz.

toparasiten selbst, sondern auch direkt für

die Erreger von Zoonosen sei. Als ihre artenreichste

Familie stellten die Nagetiere

80 Prozent der Lebendmasse der Säugetiere

und damit eine bedeutende Quelle der

Infektion von Zecken oder Flöhen dar. So

sei die Mäusepopulation in höherem Maß

mit pathogenen Erregern infiziert als die

Zecken selbst. Bei einer Studie im Umfeld

von Leipzig konnte bei 122 von 165 getesteten

Mäusen eine Doppel-, Dreifach- oder

sogar Fünffach-Infektion nachgewiesen

werden. „Diese Tiere fungieren als Reservoir-Wirt

für gleich mehrere Zecken-übertragene

Pathogene. Das erklärt auch das

Phänomen, dass wir zunehmend wirtssuchende

Zecken finden, die mit mehr als

einem Pathogen infiziert sind“, weiß der

Epidemiologe.

Spannendes Vortragsprogramm

und vielfältige Poster

Thematisch rankte sich das Vortragsprogramm

um die Sessions „Parasit-Wirt-Interaktion

und molekulare Parasitologie“, „Vektorübertragene

Krankheiten“, „Diagnostik

und Antiparasitika-Resistenz“ sowie „Parasiten

der Zoo- und Wildtiere“. Die einzelnen

Vorträge boten spannende Einblicke in die

aktuellste Forschung und neue Erkenntnisse;

so einerseits zu Fragestellungen wie

Untersuchungen zur Ektoparasitenfauna

von Mausmakis im Zusammenhang mit

der Habitatfragmentierung in Nordwest-

Madagaskar oder zu gastrointestinalen

Parasiten von Manatis (Rundschwanz seekühen)

an der kolumbianischen Karibikküste.

Andererseits kamen auch die „Themenklassiker“

nicht zur kurz: Übertragungswege

und -mechanismen, Vektoren-

Monitoring oder Antiparasitika-Resistenzen,

so z. B. von Antihelminthika in Alpakaherden

oder Pyrethroidresistenz beim

Wadenstecher Stomoxys calcitrans in landwirtschaftlichen

Nutztierbetrieben.

Mit interessanten Themen lockte auch

die umfangreiche Posterausstellung ins

Foyer. 31 Poster boten einen Überblick über

das breite Forschungsspektrum im Bereich

der Parasitologie und parasitären Erkrankungen

– von Taenia crassiceps-assoziierter

pleuraler Zystizerkose bei einem Afrikanischen

Seebär bis zum „Dauerbrenner“,

dem Vorkommen von Echinococcus multilocularis

in Fuchspopulationen.

Preis für junge Parasitologen

Erstmals in diesem Jahr wurde auf der Tagung

der Thomas-Schnieder-Nachwuchspreis

verliehen. Der Preis erinnert an Prof.

Dr. Thomas Schnieder (Hannover), der die

Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre

Krankheiten“ von 1997 bis zu seinem plötzlichen

Tod nach kurzer, schwerer Krankheit

im Mai 2012 geleitet hatte. Mit dem Preis

sollen die beiden besten Erstlingsvorträge

(insgesamt gab es zehn Kolleginnen und

Kollegen, die zum ersten Mal auf einer

Fachtagung vortrugen) sowie die beiden

besten Poster ausgezeichnet werden.

Über ihre Preise freuten sich:

Anna Sophia Feix, Wien (1. Preis Erstlingsvortrag,

250 Euro): Untersuchungen zu sexuellen

Entwicklungsstadien von Cystoisospora

suis

David Ebmer, Gießen (2. Preis Erstlingsvortrag,

150 Euro): Endoparasite monitoring

on rural and urban South America sea lion

(Otaria flavescens) populations and first

analyses on the ultrastructure of Ogmogaster

heptalineatus eggs

Maxi Berberich, Leipzig (1. Posterpreis, 250

Euro): Improved protocol for in vitro culture

of Cryptosporidium parvum in HCT-8

cells

Christina Helm, Berlin (2. Posterpreis, 150

Euro): Prävalenz von Hepatozoon canis bei

Hunden und Füchsen in Brandenburg

Voller Hörsaal: Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und

sogar Namibia verfolgten das abwechslungsreiche Programm.

Dank an den Tagungsleiter Prof. Daugschies und den Fachgruppenleiter

Prof. von Samson-Himmelstjerna (r.), überreicht von DVG-Mitarbeiterin

Alicia Schmidt.

34

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Leipzig aufs Dach gestiegen

Ein besonderes Erlebnis war für die Tagungsteilnehmer

der erste Gesellschaftsabend

im Hotel Innside im Herzen der

Messestadt. Vom Dachgarten aus bot sich

ein zauberhafter Blick auf Leipzig, und im

Licht der untergehenden Sonne konnte bei

hervorragendem Essen, frisch gezapftem

Bier und ausgesuchtem Wein gefachsimpelt

und es konnten Kontakte gepflegt

werden. Der zweite Abend fand im „TV-

Club Leipzig“ statt. Auch hier, im Studentenclub

der Tierproduzenten und Veterinärmediziner,

fanden die Gäste ein

stimmungsvolles Ambiente vor.

Die DVG dankt allen Sponsoren und

Ausstellern der Tagung, insbesondere der

Firma Bayer Animal Health GmbH, die den

schönen Abend im Hotel Innside ausgerichtet

hatte.

Die nächste Fachgruppentagung wird

voraussichtlich vom 22. bis 24. Juni 2020

in Herrsching am Ammersee stattfinden.

Der Tagungsband ist für 19,80 Euro

zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und Versand

in der DVG-Geschäftsstelle erhältlich

(info@dvg.de, Fax: 0641 25375).

Claudia Pfister DVG

Fotos: DVG


FACHGRUPPE „UMWELT- UND TIERHYGIENE“

4. Tagung der DVG-Fachgruppe „Umwelt- und Tierhygiene“

Hygiene und Biosicherheit in Zeiten erhöhter

Tierseuchengefahr – mehr als Routine?

So lautete das Schwerpunktthema

der 4. Tagung der Fachgruppe „Umweltund

Tierhygiene, die vom 16. bis 17. September

in Stuttgart-Hohenheim stattfand.

16 Vorträge sowie 5 Poster befassten sich

mit dem Thema. Im Rahmen der Tagung

fand auch eine Fachgruppenversammlung

statt. Die Teilnehmer sprachen sich dafür

aus, die nächste Tagung 2021 in Berlin

durchzuführen. Weiterhin soll überlegt

werden, ob eine Veranstaltung auch gemeinsam

mit einer fachlich nahestehenden

anderen Fachgruppe durchgeführt

werden kann, beispielsweise der Fachgruppe

„Bakteriologie und Mykologie“.

Mit dieser Tagung wurde die Tradition

der sogenannten Hohenheimer Seminare

fortgeführt – so fanden dort zwischen

1982 und 2009 insgesamt zehn Seminare

statt.


Tagungs- und Fachgruppenleiterin Prof. Dr.

Nicole Kemper eröffnete die Tagung. Foto: DVG

FACHGRUPPE „TROPENVETERINÄRMEDIZIN UND INTERNATIONALE TIERGESUNDHEIT“

Im Fokus: Gesundheit von Tier und Mensch

Am 15. und 16. November fand im Rahmen

des DVG-Vet-Congresses in Berlin eine Tagung

der Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin

und internationale Tiergesundheit“

statt. Themen waren One Health sowie der

internationale Handel mit Tieren. One

Health beschreibt die Wechselbeziehung

zwischen Mensch, Tier und Umwelt und

hat die Verbesserung der Gesundheit von

Tier und Mensch zum Ziel. Eine große Anzahl

an Krankheitserregern ist an beide

Spezies angepasst oder kann zwischen

diesen übertragen werden. Auch vom Tier

stammende Lebensmittel, wie z. B. Fleisch,

Milch oder Eier, können mit Erregern kontaminiert

sein und Krankheiten auf den

Menschen übertragen.

Zum Bereich Handel stellte der internationale

Experte Professor Gavin Thomson

aus Südafrika Prinzipien und Anwendung

des Commodity-based trade (CBT)

vor. Weiterhin wurde in einer Podiumsdiskussion

erörtert, wie sich die Tiermedizin

in zukünftige Projekte der Entwicklungszusammenarbeit

sinnvoll einbringen

kann. Dabei wurden Strategien des

Fachgruppen- und Tagungsleiterin Dr. Claudia

Schoene eröffnete die Tagung.

DVG-Forum 02/2019 35


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Commodity-based trade war das Thema von

Prof. Gavin Thomson.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v. l. n. r.): Prof. Clausen, Prof. Thomson, Dr. Baumann,

Dr. Schoene, Willi Dühnen, Heiko Warnken, Dr. Höreth-Böntgen.

Bundesministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),

wie z. B. Marshallplan für Afrika, und auch

der One Health-Gedanke berücksichtigt.

An der Podiumsdiskussion nahmen teil

(Reihenfolge alphabetisch):

• Dr. Maximilian Baumann

(International Veterinary Livestock

Consultancy e. V., InVelCo)

• Prof. Dr. Peter-Henning Clausen (Freie

Universität Berlin)

• Willi Dühnen (InVelCo e. V.)

• Dr. Detlef Höreth-Böntgen (vormals

Friedrich-Loeffler-Institut)

• Prof. Gavin Thomson (TAD Scientific,

Pretoria, Südafrika)

• Heiko Warnken (BMZ)

• Moderation: Dr. Claudia Schoene

(DVG)

Im Anschluss an die auf Englisch geführte

Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmer

Fragen an die Podiumsteilnehmer

stellen.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: Milena Schlösser / DVG


DVG-FACHGRUPPE „TIERSEUCHEN“

Tagung der DVG-Fachgruppe „Tierseuchen“

Tagungs- und Fachgruppenleiter Prof. Dr.

Hans-Joachim Bätza begrüßte die Teilnehmer.

Vom 28. bis 29. Mai war das Bundesinstitut

für Risikobewertung in Berlin Schauplatz

der Tagung der DVG-Fachgruppe

„Tierseuchen“, die mit etwa 350 Teilnehmern

außerordentlich gut besucht war. Tagungs-

und Fachgruppenleiter Prof. Dr.

Hans-Joachim Bätza (ehemals Bundesministerium

für Ernährung und Landwirtschaft,

Bonn) und DVG-Vizepräsident Prof.

Dr. Arwid Daugschies (Leipzig) sprachen

Grußworte.

Die Tagung gliederte sich in die Blöcke

„EU-Tiergesundheitsrecht“, „Aktuelles zur

Tierseuchenbekämpfung – Fische, Schwein,

Wiederkäuer, Geflügel“, „Desinfektion“

und „ Zoonosen“. Aktuelle Entwicklungen

und Maßnahmen sowie auch anstehende

Änderungen im Tiergesundheitsrecht wurden

thematisiert.

PD Dr. Uwe Fischer (Greifswald-Insel

Riems) berichtete in seinem Vortrag „Überwachung

und Diagnostik gelisteter Fischseuchen

in Deutschland und der EU“, dass

in Deutschland die Fangfischerei stagniere,

während die Zahl der Aquakulturbetriebe

zunehme. Derzeit gibt es in

Deutschland mehr als 13.000 Fischhaltungsbetriebe.

Er hob die Fischgesundheit

als ökonomischen Faktor der Nahrungsmittelproduktion

hervor und stellte dar,

dass anzeigepflichtige Fischseuchen aufgrund

von gesetzlich festgelegten Bekämpfungsmaßnahmen

zu großen ökonomischen

Schäden führen. Die Diag-

36

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Einen spannenden Vortrag zur erfolgreichen Bekämpfung der ASP hielt

Dr. Marek Soph.

Der voll besetzte Hörsaal im Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin.

nostik sei ein wichtiger Baustein bei der

Fischseuchenbekämpfung und eine kontinuierliche

Forschung sei erforderlich, um

„alten Bekannten“ und neu auftretenden

Krankheiten wirkungsvoll entgegentreten

zu können.

In mehreren Vorträgen wurden die aktuelle

Situation, die rechtlichen Rahmenbedingungen,

die Bekämpfung sowie Reinigung

und Desinfektion hinsichtlich der

Afrikanischen Schweinepest (ASP) sowie

deren Management aufgegriffen. Einen

spannenden Erfahrungsbericht brachte Dr.

Marek Soph (Tschechische Veterinärverwaltung,

Prag) zur erfolgreichen ASP-Bekämpfung

in Tschechien dar. Generelle

Maßnahmen waren u. a. eine strikte Überwachung

des Seuchengebietes, das Fernhalten

der Bevölkerung, das systematische

Aufsuchen, Testen und Beseitigen von Kadavern,

das Zusammenhalten der Tiere (Installation

eines ein-/ausbruchssicheren

Zauns um das Hochrisikogebiet) sowie ein

vorübergehendes Aussetzen der Jagd. Die

Jagd sei keine Methode zur Ausrottung der

ASP. Die Hauptinfektionsquelle seien Kadaver,

die für eine lange Zeit infektiös blieben.

Ausschließlich professionelle Jäger

hätten im betroffenen Gebiet die Erlaubnis

zur Jagd erhalten. Dr. Soph betonte, die Bekämpfung

in Tschechien sei durch mehrere

Faktoren begünstigt worden. So habe es

sich um ein kleinflächiges Seuchengeschehen

ohne Kontakte zu betroffenen Nachbarländern

gehandelt. Alle Beteiligten hätten

konstruktiv zusammengear beitet.

Weitere Themen waren die Pest der kleinen

Wiederkäuer (PPR), die Bekämpfung

von Boviner Virusdiarrhoe und Blauzungenkrankheit,

die Tuberkulose von Rot- und

Rehwild, die Brucellose beim Rind sowie

Infektionen mit Mykoplasma bovis, außerdem

Lehren aus dem Geflügelpestgeschehen

2016/2017, Bornaviren als Zoonoseerreger

und zeckenübertragene Zoonosen

in Deutschland. Vorträge zum aktuellen

Stand der Überarbeitung der Desinfektionsrichtlinie

und zur Desinfektion eines

Flugzeugs rundeten die Tagung ab.

Wer nicht an der Tagung teilnehmen

konnte, aber Interesse an den Präsentationen

hat, kann eine CD mit pdf-Dateien der

Präsentationen für 7,50 Euro zzgl. 3,00 Euro

für Verpackung und Versand in der DVG-

Geschäftsstelle bestellen (Fax: 0641 25375,

E-Mail: info@dvg.de).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


FACHGRUPPE AVID

38. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe AVID

Die 38. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe

AVID mit Schwerpunkt „Bakteriologie“

vom 11. bis 13. September in Bad Staffelstein/Kloster

Banz erfreute sich wiederum

großer Resonanz. Den mehr als 200 Teilnehmern

wurden 35 Fachvorträge präsentiert,

darunter Übersichtsreferate zu

Leptospiren (Frau Dr. Katrin Strutzberg-

Minder, IVD GmbH, Seelze) sowie Corynebacterium

pseudotuberculosis (Herr Dr.

Reinhard Sting, CVUA Stuttgart, Fellbach).

Abermals im Programm war ein Blick über

den diagnostischen Tellerrand, diesmal

zum Thema "Wildlebende Menschenaffen

als Sentinels für neuartige Krankheitserreger"

(Herr Dr. Fabian Leendertz, RKI, Berlin).

Mit den erstmalig durchgeführten Poster-

Flashs feierte ein für die AVID-Tagung

neues Format Premiere. Die Autoren der

insgesamt 15 Poster erhielten somit Gelegenheit,

Kernaussagen ihrer Studien in

DVG-Forum 02/2019 37


ARBEITSGEBIET:

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Ernst-Forschner-Preisträgerin Dr. Eva Sodoma

(AGES, Linz).

einem Kurzreferat darzustellen. Ebenfalls

neu war der Versuch, ein aktuelles Thema

im Rahmen einer Podiumsdiskussion

voran zu bringen. Zu Fragen der „Empfindlichkeitsbestimmung

im Routinelabor“

entwickelte sich hierbei ein lebhafter Gedankenaustausch,

in dessen Ergebnis

konkrete Maßnahmen zur Lösung bestehender

Probleme standen. Mit dem

diesjährigen Ernst-Forschner-Gedächtnispreis

für den besten praxisbezogenen Vortrag

wurde Frau Dr. Eva Sodoma (AGES,

Linz) für ihren Beitrag „MAP Umgebungsuntersuchungen

in Tiroler Milchviehbetrieben

– Ergebnisse und Erfahrungen aus

dem Untersuchungslabor“ ausgezeichnet.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang

der Firma IDEXX für die Stiftung

des mit 1000 € dotierten Preises.

Neben dem wissenschaftlichen Programm

war die Industrieausstellung mit 16 Ständen

ein weiterer Anziehungspunkt der

Tagung und bot, ebenso wie das traditionelle

Rahmenprogramm, reichlich Gelegenheit

für gegenseitiges Kennenlernen

und intensive Gespräche. Zu danken ist an

dieser Stelle allen Sponsoren, ohne deren

großzügige Unterstützung die attraktive

und erfolgreiche Tagung in ihrer bestehenden

Form nicht zu realisieren wäre.

Eingebettet in die 38. Jahrestagung

fand am 12. September 2019 die diesjährige

AVID-Fachgruppenversammlung statt.

Tagesordnungspunkte waren der Bericht

des Fachgruppenleiters Dr. Peter Kutzer sowie

die Wahl der Vorstandsmitglieder

Bakteriologie. In seinem Bericht zog Dr.

Kutzer eine positive Bilanz der Aktivitäten

des vergangenen Jahres. So wurde zwei

Methodenkandidaten der Status von

AVID-Methoden zuerkannt und die Vorbereitungen

für eine Laborvergleichsuntersuchung

„Genomnachweis von Pasteurella

multocida-Kapseltypen“ stehen unmittelbar

vor dem Abschluss. Besonderes

Augenmerk legt der Vorstand auf die

Initiative zur Fortbildung technischer

Mitarbeiter. Nach ersten Umfragen liegen

Übersichtsreferat durch Dr. Reinhard Sting

(CVUA Stuttgart, Fellbach).

hierzu bereits mehr als 20 positive Rückmeldungen

aus Untersuchungseinrichtungen

der Länder, des Bundes, der Hochschulen

und der Privatwirtschaft vor. Ziel

ist es, im Frühjahr 2020 mit der Veröffentlichung

entsprechender Fortbildungsangebote

zu beginnen. Zur Wahl für den

AVID-Vorstand Bakteriologie stellten sich

Frau Dr. Christiane Werckenthin (LAVES, LVI

Oldenburg) und Herr Dr. Peter Kutzer (LLBB

Frankfurt (Oder)). Beide Kandidaten wurden

mit jeweils 32 von 32 abgegebenen

Stimmen in den Vorstand gewählt.

Dr. Peter Kutzer

Leiter der Fachgruppe AVID

Fotos: AVID


ARBEITSGEBIET:

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

ARBEITSGEBIET LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

60. Arbeitstagung Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

Vom 24. bis 27. September fand im Kongresshaus

in Garmisch-Partenkirchen die

60. Arbeitstagung des DVG-Arbeitsgebietes

„Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz“

statt, die mit etwa 600 Teilnehmern

sehr gut besucht war. Die

Arbeitstagung wurde zusammen mit der

Sektion Lebensmittel tierischer Herkunft in

der Österreichischen Gesellschaft für Tierärzte

und der Schweizerischen Tierärztlichen

Vereinigung für Lebensmittelsicherheit

und Tiergesundheit (TVL) durchgeführt.

Eröffnung und Begrüßung

Prof. Dr. Thomas Alter (Berlin), seit 2018 Leiter

des Arbeitsgebietes, eröffnete die Tagung

und begrüßte die Teilnehmer. Die

Tatsache, dass die Tagung zum 60. Mal

stattfände, sei ein Zeichen, wie wichtig

und zeitlos das Thema Lebensmittelsicherheit

sei. Er dankte seinem Vorgänger

und langjährigen Organisator der Garmischer

Tagung, Prof. Dr. Michael Bülte. Weiterhin

hob Prof. Alter hervor, dass alle vier

38

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

Arbeitsgebietsleiter Prof. Dr. Thomas Alter

begrüßte die Teilnehmer.

Die Fachgruppenleiter und Organisatoren der Tagung mit dem Helferteam.

Fachgruppen des Arbeitsgebietes, nämlich

Lebensmittelhygiene, Fleischhygiene,

Milchhygiene sowie Lebensmittelrecht,

vertreten seien und in insgesamt fast 200

Beiträgen aktuelle Entwicklungen auf dem

Gebiet der Lebensmittelhygiene und des

Lebensmittelrechts auf nationaler sowie

internationaler Ebene vorstellten. Weiterhin

wies er auf die am 26. September stattfindenden

Workshops hin und dankte deren

Leitern. Als Ehrengäste begrüßte er den

Festredner Dr. Marcus Girnau (Berlin) sowie

Dr. Michel Laszlo (TVL Basel), Dr. Peter

Kranner (Bundesgesundheitsministerium

Wien), Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer,

den Präsidenten der Bundestierärztekammer

Dr. Uwe Tiedemann (Berlin)

und den DVG-Präsidenten Prof. Dr. Dr. h. c.

Martin Kramer (Gießen). Auch den Sponsoren

dankte Prof. Alter für die großzügige

Unterstützung der Arbeitstagung. Nach

Grußworten von Prof. Kramer, Dr. Tiedemann,

Dr. Laszlo, Dr. Kranner und Frau Dr.

Meierhofer hielt Dr. Girnau seinen Festvortrag.

Die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier

durch die Grainauer Alphornbläser

ist seit vielen Jahren Tradition.

Verhältnisses zwischen amtlicher Lebensmittelüberwachung

und Lebensmittelunternehmern“

dar, dass sich in den letzten

Jahren viel in diesem Bereich geändert

habe. So gebe es jetzt einen neuen Umgang

zwischen der Lebensmittelüberwachung

und den Unternehmern. Ein Paradigmenwechsel

hin zu Eigenkontrollen

habe stattgefunden und Kontakt und Austausch

mit der amtlichen Lebensmittelüberwachung

seien verbessert worden.

Das Ziel seien Lösungen, die beiden Seiten

weiterhelfen. Wichtige Themen seien

u. a. die Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen

in Europa, wissenschaftlich

basierte Erkenntnisse als Voraussetzung

für die Rechtsetzung sowie

Transparenzregelungen (wann und unter

welchen Bedingungen dürfen Unternehmensnamen

veröffentlicht werden). Auch

das Tierwohl, die Reduzierung von Lebensmittelverlusten

und von Plastikmüll seien

Themen zwischen Wirtschaft und Politik,

bei denen die Zielkonflikte offen zu benennen

seien.

Vortragsprogramm, Workshops

und Poster

Der Schwerpunkt der Vorträge zur Lebensmittelhygiene

befasste sich mit Listeria

monocytogenes. Die Bedeutung dieses

Themas spiegelt sich in aktuellen Krankheits-

und Todesfällen. Weitere Schwerpunkte

waren „Die Rolle von Lebensmitteln

bei der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen“

sowie Bakteriophagen (Milchhygiene).

Über 100 Poster ergänzten das

Vortragsprogramm. Es wurden insgesamt

Festvortrag

Dr. Marcus Girnau, Jurist und stellvertretender

Geschäftsführer des Lebensmittelverbandes

Deutschland e. V., stellte in seiner

Präsentation „Zum Spannungsfeld des

Erfreuen sich jedes Jahr großer Beliebtheit: die Grainauer Alphornbläser.

DVG-Forum 02/2019 39


ARBEITSGEBIET:

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

vier Workshops zu folgenden Themen angeboten:

• Tierschutz/Tierwohl im Bereich der

Schlachtung

• Grundlagen infrastruktureller Bewertung

von Verpflegungseinrichtungen

• Einsatz tierischer und pflanzlicher Eiweißstoffe

– verantwortlicher Umgang

mit Ressourcen oder ein Thema für den

Täuschungsschutz?

• Next Generation Sequencing

Heinrich-Stockmeyer-Wissenschaftspreis

Der Wissenschaftspreis 2019 in Höhe von

10.000 Euro wurde im Rahmen der Arbeitstagung

durch den Vorsitzenden des

Stiftungskuratoriums, Prof. Dr. Manfred

Gareis (Oberschleißheim), verliehen. Ausgezeichnet

wurden der Molekularbiologe

Dr. Maik Hilgarth für seine umfangreichen

molekularbiologischen Untersuchungen

zur Verbreitung und Bedeutung

von Bakterien, die in Schutzgas verpacktes

Rindfleisch verderben können, und die

Lebensmittelchemikerin Prof. Dr. Katharina

Scherf, die sich mit Überempfindlichkeiten

gegenüber Getreideproteinen

befasste und einen neuen, deutlich genaueren

Test zur Bestimmung von Gluten

in Getreideprodukten entwickelte.

Die 61. Arbeitstagung „Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz“ findet

vom 29.09. bis 02.10.2020 erneut in Garmisch-Partenkirchen

statt.

Der Tagungsband der 60. Arbeitstagung

mit den Abstracts der Präsentationen

im Vortragsprogramm, in den Workshops

sowie mit den Abstracts der Poster

kann für 29,80 Euro zzgl. 3,00 Euro für

Verpackung und Versand in der DVG-Geschäftsstelle

bestellt werden (info@dvg.

de, Fax: 0641 25375).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


ARBEITSKREIS „LEHRE IN DEN LEBENSMITTELHYGIENISCHEN FÄCHERN“

Aktuelles aus dem DVG-Arbeitskreis „Lehre in den lebensmittelhygienischen

Fächern der deutschsprachigen Länder“

Zur 28. Mal trafen sich die Vertreter des

Arbeitskreises „Lehre in den lebensmittelhygienischen

Fächern der deutschsprachigen

Länder“ am 10. Mai 2019 am Institut

für Lebensmittelhygiene an der Veterinärmedizinischen

Fakultät der Universität

Leipzig.

Ein Thema war beispielsweise die

Überarbeitung der harmonisierten Praktikumsbögen,

um die extramural durchgeführten

250 Stunden weiterhin bzw. besser

einschätzen zu können, was auch eine

Forderung der EAEVE darstellt. Zusätzlich

wurden die Vernetzung mit den Nutztierkliniken

und weiteren fakultätsinternen

Instituten besprochen, um eine stärkere

interaktive/interdisziplinäre Ausbildung

zu erreichen. Ein weiterer intensiv diskutierter

Punkt sind die zahlenmäßig stark

zunehmenden Kenntnisprüfungen, um

auch hier eine Angleichung der momentan

sehr unterschiedlichen Prüfungsmodalitäten

an den einzelnen Standorten zu

erreichen.

Die Ausbildung in Fach Fleischhygiene

mit zugehörigem Praktikum stellt derzeit

eine besondere Herausforderung dar – daher

wird ein gesondertes Treffen der Kollegen

der Fleischhygiene stattfinden. Der

Arbeitskreis wird zudem zukünftig durch

Kollegin Meemken bei der Erstellung des

von der BTK initiierten Qualifikationsleitfadens

zum amtlichen Tierarzt in der

Schlachttier- und Fleischuntersuchung

vertreten sein.

Das Treffen auf europäischer Ebene

fand dieses Jahr in Estland (Tallin) im Juni

statt (siehe Foto), wo vorrangig verschiedene

Lehrformate vorgestellt wurden.

Vertreter aus EVFST (European Veterinarian Food Safety Teachers), Tallin 2019. Foto: Estonian

University of Life Sciences, Institut für Lebensmittelhygiene und Veterinary Public Health

Prof. Dr. Peggy G. Braun, Leipzig

Sprecherin des Arbeitskreises


40

DVG-Forum 02/2019


ARBEITSGEBIET:

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

ARBEITSGEBIET TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

Tierärztliche Plattform Tierschutz

Nach der ersten Tagung der Tierärztlichen

Plattform Tierschutz (TPT) 2018 in Oesede

fand am 7. und 8. Juni dieses Jahres im

Kloster Irsee im Allgäu die zweite Tagung

zum Thema „Haus- und Heimtiere zwischen

Tierliebe und Tierleid“ statt. Denn

auch bei der Haus- und Heimtierhaltung

bestehen erhebliche, in der Öffentlichkeit

nur wenig bekannte und kaum thematisierte,

tierschutzrelevante Mängel. Einen

wesentlichen Teil der Erörterungen nahmen

die Ergebnisse der im letzten Jahr abgeschlossenen

EXOPET-Studie ein. Die Tagung

versuchte im Dialog mit Tierhaltern,

dem Fachhandel, einschlägigen Verbänden

und Politikern Positionen und Lösungskonzepte

zu erarbeiten, die insbesondere

auf die Steigerung des Wohls aller

in privater Obhut befindlichen Tiere abzielen.

Ein ausführlicher Bericht zu dieser Tagung

erschien im Deutschen Tierärzteblatt

09/2019.

Die Teilnehmer der 2. TPT-Tagung. Foto: DVG

Im kommenden Jahr wird vom 5. bis 6.

Juni die dritte Tagung der TPT durchgeführt.

Tagungsort wird erneut Oesede

(Landkreis Osnabrück) sein. Das Thema

lautet diesmal: Die Nutztierhaltung im

Spannungsfeld von Ziel- und Interessenskonflikten.

Weitere Informationen werden

in Kürze dazu erhältlich sein.

Die TPT wurde Anfang 2018 von den

fünf tierärztlichen Verbänden BbT, bpt,

BTK, DVG und TVT gegründet, um die tierärztlichen

Positionierungen zum Tierschutz

zu bündeln und noch aktiver als

bisher in die gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse

zur Verbesserung der Lebensqualität

aller in menschlicher Obhut

befindlichen Tieren einzubringen. •

FACHGRUPPE „VERHALTENSMEDIZIN UND BISSPRÄVENTION“

Jetzt auch für Smartphones – der Blaue Hund als App

Die App „Der Blaue Hund“ ist jetzt auch für

Smartphones (iOS und Android) verfügbar.

Das internationale Bisspräventionsprogramm,

mit dem Kinder zwischen drei und

sechs Jahren den gefahrlosen Umgang mit

dem eigenen Hund lernen können, wurde

ursprünglich zur Anwendung auf Desktop-

oder Laptop-PCs erstellt. Da diese Technik

nicht mehr zeitgemäß war, hat die DVG

den Blauen Hund als App entwickeln lassen,

zunächst für Tablet Computer.

Jetzt können die Geschichten mit

„Blue“ auch auf dem Smartphone durchgespielt

werden. Zudem ist das Elternbe-

gleitbuch über die App abrufbar und kann

auch ausgedruckt werden. Da es sich um

ein internationales Projekt handelt, steht

das Elternbegleitbuch außer auf Deutsch

auch auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch

und Tschechisch zur Verfügung.

Die App ist in den App Stores erhältlich

und kostet 3,49 Euro. Das gedruckte Eltern-Begleitbuch

kann auch noch in der

DVG-Geschäftsstelle bestellt werden

(www.dvg.de, Verlag/Shop, Bestellung).

Das Bisspräventionsprogramm „Der Blaue Hund“

ist jetzt für Smartphones (iOS und Android)

erhältlich.

Das Elternbegleitbuch steht in fünf Sprachen zur

Verfügung.

Weitere Informationen:

www.der-blaue-hund.de


DVG-Forum 02/2019 41


FACHGRUPPE IM FOKUS

Fachgruppe „Tierernährung“

Fachgruppe

Tierernährung

Leiten seit 2018 die Fachgruppe „Tierernährung“:

Prof. Dr. Jürgen Zentek und PD Dr. Nadine Paßlack.

Foto: Milena Schlösser / DVG

Die Rubrik „Fachgruppe

im Fokus“

stellt in jeder Ausgabe

des DVG-Forums eine Fachgruppe,

ein Arbeitsgebiet oder

eine andere Gruppierung innerhalb der

DVG vor. Damit haben auch DVG-Mitglieder,

die der Fachgruppe (noch) nicht angehören,

die Möglichkeit, sich über deren

Hintergründe, Tagungen und Aktivitäten

zu informieren. In dieser Ausgabe wird die

Fachgruppe „Tierernährung“ vorgestellt.

Fachgruppe Tierernährung

Jahr Leiter Stellvertreter

1954 Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Johannes Brüggemann, Prof. Dr. Dr. h. c. Valentin Horn, Gießen

München

1956 Prof. Dr. Dr. Walter Lenkeit, Göttingen Prof. Dr. Dr. h. c. Valentin Horn, Gießen

1961 Prof. Dr. Dr. Walter Lenkeit, Göttingen Prof. Dr. Dr. h. c. Valentin Horn, Gießen

1969 Prof. Dr. Dr. Jürgen Tiews, München Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Meyer, Hannover

1973 Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Meyer, Hannover Prof. Dr. Kurt Bronsch, Berlin

1987 Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Winfried Drochner, Hannover Prof. Dr. Jürgen Gropp, München

1993 Prof. Dr. Jürgen Gropp, Leipzig Prof. Dr. Dipl. Ing. agr. Josef Kamphues,

Hannover

2018 PD Dr. Nadine Paßlack, Berlin Prof. Dr. Jürgen Zentek, Berlin

Veranstaltungen der Fachgruppe *

Datum Veranstaltung Ort

01. – 05.06.1971 Seminar Tierernährung München

08. – 12.10.1973 Seminar Tierernährung

29.11.1975 Tagung der FG Tierernährung Hannover

22.05.1986 Fortbildungsveranstaltung Schweineernährung Hannover

19.06.1987 Tagung der FG Tierernährung Hannover

29.04.1988 Tagung der FG Tierernährung Hannover

19.05.1989 Fortbildungsveranstaltung Rinderfütterung Hannover

03. – 04.10.1997 Tagung der FG Tierernährung Hannover

27.02.2004 Tagung der FG Rinderkrankheiten und FG Tierernährung Hannover

09.11.2017 Seminar der FG Tierernährung: „Wie barfe ich richtig DVG-Vet-Congress Berlin

oder ist Barfen grundsätzlich falsch?“

06.10.2018 Tagung der FG Tierernährung DVG-Vet-Congress Berlin

15. – 16.11.2019 13. Berlin-Brandenburgischer Rindertag der FG

DVG-Vet-Congress Berlin

„Deutsche buiatrische Gesellschaft (DbG-DVG)“,

„Reproduktionsmedizin“ und „Tierernährung“

16.11.2019 Tagung der FG Tierernährung DVG-Vet-Congress Berlin

*

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Möglicherweise liegen nicht mehr alle

Unterlagen durchgeführter Tagungen in der DVG-Geschäftsstelle vor.

Die Geschichte der

Fachgruppe „Tierernährung“

ist wechselvoll. So gehörte

sie nach der Gründung der

DVG im Jahr 1951 zu den ersten 26 DVG-Untergruppen,

die 1953 benannt wurden. Die

Bezeichnung war zunächst „Physiologie

und Pathologie der Ernährung“, bevor 1956

die Umbenennung in „Tierernährung“ erfolgte.

Nur zwei Jahre später wurde die bis

dahin eigenständige Fachgruppe an die

Fachgruppe „Physiologie“ angeschlossen.

Doch 1961 fand die Neugründung der Fachgruppe

statt, die wiederum „Tierernährung“

genannt wurde.

Die Fachgruppe führte insbesondere

in den 1970er- und 1980er-Jahren und

auch danach Fortbildungsveranstaltungen

durch. 2008 teilte der noch im Amt befindliche

Leiter Prof. Dr. Jürgen Gropp (Leipzig)

dem DVG-Vorstand mit, dass er vor einigen

Jahren aus dem Dienst an der Universität

Leipzig ausgeschieden sei und darum

bitte, von seiner Funktion entbunden

zu werden. In den Jahren danach war keine

Aktivität der Fachgruppe zu verzeichnen;

die Entbindung fand offiziell nicht

statt.

2017 organisierten PD Dr. Nadine Paßlack

und Prof. Dr. Jürgen Zentek, beide Mitglieder

der Fachgruppe und beide vom Institut

für Tierernährung des Fachbereichs

Veterinärmedizin an der Freien Universität

in Berlin, ein Seminar zum Thema Barfen

im Rahmen des DVG-Vet-Congresses in

Berlin. Damit begann die Fachgruppe, sich

neu zu formieren. Ein Jahr später fand eine

Tagung der Fachgruppe statt, ebenfalls im

Rahmen des DVG-Vet-Congresses in Berlin,

auf der in einer anschließenden Mitgliederversammlung

Nadine Paßlack zur

Leiterin und Jürgen Zentek zum stellvertretenden

Leiter gewählt wurden. Mit der

erneuten Tagung der Fachgruppe „Tierernährung“

auf dem diesjährigen DVG-

Vet-Congress sowie mit ihrer Beteiligung

42

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

am 13. Berlin-Brandenburgischen Rindertag,

der ebenfalls unter dem Dach des

DVG-Vet-Congresses durchgeführt wurde,

ist es dank der engagierten Fachgruppenleitung

gelungen, die Fachgruppe neu auf-

Am 9. November 2017 hat die DVG-

Fachgruppe „Tierernährung“ ein Seminar

zur Rohfütterung von Hunden und

Katzen im Rahmen des jährlichen DVG-

Vet- Congresses angeboten.

Der Trend der Rohfütterung (BARF =

Bones And Raw Feed) besteht seit einigen

Jahren. Spezialisierte Geschäfte und

der Versandhandel bieten hier unterschiedlichste

Zutaten zur Herstellung

von BARF-Mischungen an. Problematisch

für den Tierarzt ist oft die Einschätzung

der Futterqualität und -zusammensetzung.

Untersuchungen zeigen,

dass ein erheblicher Teil der von den

Tierbesitzern zubereiteten BARF-Ratiozustellen

und zu diesem wichtigen Fachgebiet

der Veterinärmedizin wieder regelmäßig

Fortbildungen anzubieten. Kurze

Berichte über die Tagungen sowie die Abstracts

der diesjährigen Fachgruppentagung

sind auf den folgenden Seiten zu finden.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


„Wie barfe ich richtig oder ist Barfen grundsätzlich falsch?“

nen mehr oder weniger große Nährstoffimbalanzen

aufweist. Dieses kann sowohl

in einer Unter- als auch in einer erheblichen

Überversorgung der Hunde und Katzen

resultieren.

Ziel des Seminars war es, die Grundlagen

sowie praktische Fragen im Zusammenhang

mit der Barf-Fütterung darzustellen

und mit den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern zu diskutieren. Anhand zahlreicher

Fallbeispiele wurden Probleme

praxisnah demonstriert und besprochen.

Der kollegiale Austausch war hierbei sehr

produktiv und soll auch in Zukunft durch

weitere Seminarangebote der Fachgruppe

fortgesetzt werden.

BARF-Rationen weisen oft Nährstoffimbalanzen

auf. Foto: Lilli, stock.adobe.com

Prof. Dr. Jürgen Zentek

PD Dr. Nadine Paßlack

beide Institut für Tierernährung der Freien Universität

Berlin und Referenten des Seminars •

Tagung der DVG-Fachgruppe „Tierernährung“ 2018

Im Rahmen des jährlichen DVG-Vet-

Congresses fand sich die DVG-Fachgruppe

„Tierernährung“ am 6. Oktober

2018 in Berlin zusammen, um aktuelle

wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem

Fachgebiet zu präsentieren. Dank der

Unterstützung der Deutschen Veteri närmedizinischen

Gesellschaft (DVG) hatten

wir so die Möglichkeit, eine Tagung zusammenzustellen,

die ein breites Spektrum

ernährungsphysiologischer Themen

abdeckte. So fanden sowohl Beiträge

aus dem Bereich der Ernährung landwirtschaftlicher

Nutz tiere als auch von

Pferden und Heim tieren ihren Platz im

Tagungsprogramm. Interessierte Kolleginnen

und Kollegen konnten sich hierbei

mit den Referentinnen und Referenten

aus verschiedenen Forschungsein-

richtungen austauschen. Den Abschluss

eines abwechslungsreichen Tages bildete

die Mitgliederversammlung, in der insbesondere

die zukünftigen Tätigkeiten der

Fachgruppe im Mittelpunkt standen.

PD Dr. Nadine Paßlack

Leiterin der Fachgruppe und

wiss. Tagungsleiterin

Prof. Dr. Jürgen Zentek

stellvertretender Leiter

Fachgruppentagung auf dem DVG-Vet-Congress 2018. Foto: Milena Schlösser / DVG


DVG-Forum 02/2019 43


FACHGRUPPE IM FOKUS

Tagung der DVG-Fachgruppe „Tierernährung“ am 16. 11. 2019 in Berlin

Auch im November 2019 ermöglichte die

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft

(DVG) der DVG-Fachgruppe „Tierernährung“

wieder eine Teilnahme und Tagung

im Rahmen ihres Jahreskongresses.

Wie schon im Vorjahr bestand das Programm

aus einer abwechslungsreichen

Mischung von Themen, die sowohl die Ernährung

von Klein- als auch von Großtieren

betrafen. Ein besonderer Fokus wurde

in diesem Jahr auf einen hohen Praxisbezug

gelegt, wobei gleichzeitig neueste

wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt

und diskutiert wurden (Tabelle 1,

Abstracts siehe nachfolgende Seiten).

Hervorzuheben ist das große Engagement

der Referenten, die aus einer Vielzahl

von Bildungs- und Forschungseinrichtungen

vertreten waren. Wir hoffen, auch im

nächsten Jahr wieder ein abwechslungsreiches

Programm anbieten zu können,

das interessierte Zuhörer aus unterschiedlichsten

Bereichen anspricht.

Tab. 1: Programm der Tagung

E. Kienzle, München Tipps und Tricks bei Magengeschwüren des Pferdes

F. F. Schuchmann, Hannover Der Verdauungstrakt von Straußen – Er hat’s in sich!

S. Dänicke, Braunschweig Mutterkornalkaloide im Futter – Wirkungen und Risikomanagement

F. Bockisch, Leipzig Spurenelementversorgung bei Pferden auf der Weide und im Stall

P. Wolf, Rostock Fütterung von Ziervögeln – Ein Update

N. Paßlack, Berlin Aktuelles EU-Projekt „Food for Feed“ – Stellen Speisereste zukünftig

eine mögliche Komponente von Hunde- und Katzenfutter dar?

F. Lohkamp, Hannover Vergleichende Untersuchungen mit Jungkaninchen zu kokzidiostatischen

Effekten von Oreganoöl im Vergleich zu einem klassischen

Kokzidiostatikum

B. Dobenecker, München Rohfütterung – Was man beachten sollte, um Gefahren zu

vermeiden

J. Zentek, Berlin Protein und Faserstoffe: Effekte auf das Mikrobiom beim Hund

PD Dr. Nadine Paßlack

Leiterin der Fachgruppe und

wiss. Tagungsleiterin

Prof. Dr. Jürgen Zentek

stellvertretender Leiter

• Prof. Dr. Ellen Kienzle bei ihrem Vortrag auf der Tagung der Fachgruppe am 16.11.2019. Foto: DVG

Tipps und Tricks bei Magengeschwüren

Magengeschwüre können beim Pferd an

der kutanen Schleimhaut auftreten (Equine

Squamous Gastric Disease). Die Erkrankung

ist vergleichbar mit einer Refluxösophagitis

beim Menschen („Sodbrennen“).

Ulcera können auch die Drüsenschleimhaut

betreffen, dann spricht man von

Equine Glandular Gastric Disease (entspricht

dem peptischen Ulcus beim Menschen).

Neben nicht-nutritiven Faktoren

wie Anwendung von NSAIDS, Transport,

Stallwechsel usw. gibt es eine Reihe bekannter

und verdächtiger nutritiver Faktoren

(nicht alle für beide Erkrankungen),

so z. B., lange Pausen (> 6 h zwischen Raufuttermahlzeiten),

wenig Raufutter und

korrespondierend hohe Stärkeaufnahme

(> 2 kg getreidereiches Kraftfutter pro Tag

für Großpferd), Strohfütterung, insbesondere

Stroh als einziges Raufutter, Luzerne-Häcksel,

längere Durstperioden (z. B.

kein Wasser im Auslauf), oxidativer Stress

(ranziges Fett), Verabreichung von Elektrolytlösungen

per os sowie Prebiotika. Im

Verdacht stehen weiterhin insbesondere

im Kontext mit Intervallfütterung beim

Heu Futterneidsituationen. Auch hohe

Anteile an Mais im Kraftfutter, starke Zerkleinerung,

Pelletieren und Hitzebearbeitung

des Kraftfutters könnten beteiligt

sein (Analogieschlüsse vom Schwein)

ebenso wie verschiedenste Zugaben, z. B.

ätherische Öle und Gewürze wie Ingwer,

44

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

und natürlich verdorbene oder gefrorene

Futtermittel inclusive bereiftes oder gefrorenes

Gras. Raufutterbetonte Fütterung,

am besten gutes Heu zur freien

Aufnahme, gilt als wichtigste Präventionsmaßnahme.

Bereits erkrankte Pferde

sollten sich aber nicht extrem vollfressen,

denn durch die Füllung des Darmkonvoluts

kann Druck auf den kranken Magen

entstehen. Außerdem wird die Effektivität

von oral verabreichtem Omeprazol reduziert.

Unter der Therapie muss daher eventuell

anders gefüttert werden als danach.

Sofern Kraftfutter erforderlich ist, eignen

sich (eingeweichte) Luzernecobs wegen

ihrer mild puffernden Wirkung sehr gut

(1,2 kg lufttrockene Luzerne ersetzt 1 kg

Hafer). Durch Pflanzenöle kann man in Rationen

für Leistungspferde den Stärkegehalt

reduzieren bei gleichzeitig hohem

Energiegehalt, was für die Magengesundheit

wünschenswert ist. Fette können

aber ranzig werden (oxidativer Stress!)

und möglicherweise die Magenentleerung

verlangsamen (Analogieschluss zu

anderen Spezies). Deshalb sollten sie

nicht in großen Mengen bei Pferden eingesetzt

werden, die ihren Energiebedarf

durch Raufutter decken können (i. e. nicht

oder leicht arbeitende Pferde), bei Hochleistungspferden

sollte die Reaktion der

Pferde auf die Fettzulage genau beobachtet

werden. Vorsicht ist bei Spezialölen geboten,

so kann sogar Leinöl in großen

Mengen toxisch sein, während andererseits

die n3-Fettsäuren entzündungshemmend

wirken. Weidegang wirkt sich

günstig auf Magengeschwüre aus. Bei betroffenen

Pferden muss sorgfältig eingeweidet

werden, ebenso wie die Beendigung

der Weidesaison allmählich erfolgen

sollte. Schlechtwetterweidepausen stellen

bei magenkranken Pferden ein besonderes

Risiko dar. Die Fütterungstechnik im

Kontext mit Training verdient besondere

Beachtung. Es sollte nicht auf ganz leeren

Magen trainiert werden, kurz vorher ca.

300 g Heu neu vorlegen. Selbstverständlich

darf unmittelbar nach Kraftfuttermahlzeiten

nicht trainiert werden. Nach

intensivem Training darf auch nicht sofort

Kraftfutter gegeben werden, sondern erst

nach einer Erholungsphase. Heu soll vor

dem Kraftfutter gegeben bzw. neu vorgelegt

werden. Heu soll vor dem täglichen

Weidegang gegeben werden, Kraftfutter

nur danach. Heunetze und Fressbremsen

können sich nach praktischen Erfahrungen

ungünstig auf den Magen auswirken.

Nach neueren Untersuchungen wirkt sich

die Wasseraufnahme erheblich auf das

Magenmikrobiom des Pferdes aus, weniger

Wasser hat dabei einen ungünstigen

Effekt. Daher verdient die Tränketechnik

auch bei Selbsttränken besondere Aufmerksamkeit.

Es sollte geprüft werden, ob

der Wasserdurchfluss bei etwa 8l/min

liegt. Sowohl erheblich geringere als auch

höhere Durchflussraten können zu verringerter

Wasseraufnahme führen. Schwergängige

Tränken haben denselben Effekt.

Zu wenig Tränken oder durch andere Tiere

blockierte Tränken können bei Gruppenhaltung

ein Problem sein. Weite Wege

zur Tränke als Bewegungsanreiz im Laufstall

können in Einzelfällen kritisch sein.

Sehr kaltes oder sehr warmes Wasser wird

nicht gut angenommen, die optimale

Temperatur liegt zwischen 9 und 12 Grad

Celsius. Die Aufnahme sehr kalten Wassers

könnte für Tiere mit empfindlichem

Magen unangenehm sein und daher im

Winter reduziert werden. Eine einfache

Methode, um Abhilfe zu schaffen und das

Pferd zu ausreichender Wasseraufnahme

zu bewegen, sind lauwarme Tränken. So

kann man ca. 200 ml (ca. zwei Handvoll)

Kleie in einem 10 l Eimer mit etwas heißem

Wasser übergießen und den Eimer

anschließend mit lauwarmem bis kaltem

Wasser auffüllen. Dabei kommt es nicht

auf die Kleie an, sondern auf das Wasser.

Die Kleie macht das lauwarme Wasser lediglich

attraktiv, denn ohne Zusatz wird

lauwarmes Wasser meist verweigert. Die

Verabreichung sollte nicht unmittelbar

nach der Kraftfuttergabe und nicht unmittelbar

vor dem Training erfolgen. Antazida

wie z. B. Carbonate bewirken nach

Erfahrungen bei anderen Spezies nur

eine kurzzeitige Säurebindung. Verschiedene

Schleimstoffe (Lein samenschleim,

Schleimpilze, Süßholz wurzel, Flohsamen)

und pektinhaltige Futtermittel können

durchaus positive Wirkungen entfalten,

sie können aber auch im Magen gären

und quellen. Sie sollten eingeweicht werden,

um Obstipationen im Schlund vorzu

beugen und zu verhindern, dass sie

aufgrund hygrosko pischer Effekte die

Magenschleimhaut austrocknen. Auch

Kollagenpeptide können positive Effekte

haben, ebenso wie Zinkverbindungen. Es

ist allerdings auch möglich, dass solche

Präparate die Schleimhaut reizen, von allzu

viel Herumprobieren wird daher abgeraten.

Literaturauswahl

• CEHAK, A., et al. (2019): Research in

veterinary science, 124, 303-309.

• DONG, Hee-Jin, et al. J. Microbiol.

Biotechnol 26.4 (2016): 763-774.

• ESVCN congress, Cirencester (UK),

2017, Equine Day.

• SYKES, B. W. (2019): Equine Veterinary

Education, 31(8), 441-446.

• LUTHERSSON, N., et al. Equine

veterinary journal 41.7 (2009): 625-630.

• LUTHERSSON, N., et al. (2019): Journal

of Equine Veterinary Science (2019).

Prof. Dr. Ellen Kienzle

Ludwig-Maximilians-Universität

München


DVG-Forum 02/2019 45


FACHGRUPPE IM FOKUS

Der Verdauungstrakt von Straußen – Er hat’s in sich!

Unter Aspekten der vergleichenden Tierernährung

bzw. Ernährungsphysiologie

ist es bemerkenswert, dass Strauße –

nicht zuletzt dank ihrer großen Fermentationsräume

im Dickdarm – fähig sind,

Pflanzen, einschließlich Rauhfutter (z. B.

Maissilage, Heulage) ohne Zähne und ein

Wiederkauen verdauen zu können. Seit

Jahrzehnten ist bekannt, dass sich Strauße

hierzu einer besonderen Strategie bedienen,

nämlich einer kontinuierlichen

Aufnahme von Steinchen / Steinen, die für

eine ungestörte Verdauung essentiell

sind. Ziel vorliegender Studie war es, nähere

quantitative Vorstellungen zu Mengen,

Größen und zur „Qualität“ von Gastro-

und Enterolithen bei „Farmstraußen“

zu generieren. Die Tiere erhielten neben

dem Weidegang eine hier übliche Ration

auf der Basis von Ganzpflanzenmaissilage,

Luzerneheulage und pelletiertem

Kraftfutter. Zusätzlich wurde kontinuierlich

auch „Steinmaterial“ angeboten, wie

es der gängigen Praxis entspricht.

Aufgenommene Steine, die sich im

Verdauungstrakt (also nicht nur im Magen)

befinden, werden als „Gastrolithen“

bezeichnet. Nach Ansicht der meisten Wirbeltier-Paläontologen

sind Gastrolithen

aber nur Steine, die gemäß einem natürlichen

Verhalten (= Lithophagie) aufgenommen

werden. Um Missverständnisse

und Irritationen zu vermeiden, sollte dieser

Begriff auf geologisches Material in

Sandkorngröße und größer beschränkt

bleiben. Gastrolithen können dabei aber

im gesamten Verdauungstrakt vorkommen,

andere sprechen dann aber auch von

Enterolithen.

Die Gastrolithen im Verdauungstrakt

von Straußen haben zwei ganz wichtige

Funktionen – die Zerkleinerung des Futters

und sein Vermischen mit Verdauungssekreten.

Jeder Vogel, auch der Strauß, hat

ein aus zwei Abteilen bestehendes Magensystem,

nämlich einen Drüsenmagen

und den nachgeschalteten Muskelmagen.

Der Drüsenmagen ist für die „Durchsaftung“

des aufgenommenen Futters mit

Salzsäure und anderen Verdauungssekreten

zuständig. Der Muskelmagen hingegen

dient primär der mechanischen

Zerkleinerung und einem Vermischen

der Futterbestandteile mit Verdauungssekreten.

Der Muskelmagen von Straußen

(Körpermasse: 100 bis 130 kg) hat in etwa

eine Masse (gefüllt) von 5.000 Gramm,

davon entfallen bis zu 2.400 Gramm auf

diese Steine. Durch die Synergie von Muskelkraft

und Steinmassen werden grobes

Pflanzenmaterial und andere gröbere Bestandteile

des Futters zwischen den Steinen

zerrieben. Dieser Prozess ist am

ehesten vielleicht mit der Funktionsweise

einer „Kugelmühle“ vergleichbar. Stünden

den Straußen keine solcher Steine

zur Verfügung, würden die Tiere mit vollem

Magen verenden. Die Kontraktionen

des Muskelmagens würden das aufgenommene

langfaserige Material evtl. auch

zu einem Ballen (Phytobezoar) formen, der

dann den Magenausgang (Pylorus) verlegen

könnte.

Für die eigenen Untersuchungen stand

von 61 geschlachteten Straußen der gesamte

Verdauungstrakt vom Kopf bis zur Kloake

zur Verfügung. Die Tiere hatten im

Durchschnitt ein Alter von 16 Monaten und

eine Körpermasse von 115 kg (ausgeblutet).

Bis zu einer Stunde vor der Schlachtung

hatten die Tiere freien Zugang zu Futter

(Mischung aus Heulage, Maissilage und

pelletiertem Kraftfutter) und Wasser. Bis

zur jeweiligen Sektion wurden die Verdauungstrakte

bei – 18 °C gelagert und einzeln

48 Stunden vor jeder Sektion bei Zimmertemperatur

(ca. + 18 °C) wieder aufgetaut.

Dieser wurde mäanderförmig auf dem Sektionstisch

ausgelegt und in folgende Kompartimente

unterteilt: Drüsen- und Muskelmagen,

Dünndarm, Blinddärme (2), vorderer

und hinterer Dickdarm. In einem ersten

Schritt wurden die einzelnen Abschnitte sowohl

mit als auch ohne Inhalt gewogen.

Aufgrund der Hypothese, dass sich

die Steine im Muskelmagen zermahlen/

zerreiben, bzw. verkleinern, wurde ein Teil

der Inhalte der beiden Mägen (Drüsen-/

Muskelmagen), der Blinddärme und der

Dickdarmabschnitte abgenommen, gefriergetrocknet

und mittels üblicher Methoden

– Weender Analyse – die Trocken-

Tab. 1: Der Verdauungstrakt (Massen von Organen und Inhalt, Angaben in g)

Organ + Inhalt Organ Inhalt „Normale“

Digesta

Steine + Sand Steingrößen (%)

Absolut (g) Relativ (%) > 3mm < 3mm

Drüsenmagen 2718 ± 1111 1303 ± 252 1415 ± 1040 1301 ± 1089 229 ± 213 16,2 97,8 2,2

Muskelmagen 5155 ± 1016 3301 ± 564 1854 ± 673 1157 ± 905 1213 ± 408 65,4 98,0 2,0

Dünndarm 2632 ± 244 1424 ± 102 1208 ± 201 1207 ± 201 1,01 ± 1,30 0,08 12,1 7,6

Caecum kurz 543 ± 190 102 ± 19,8 442 ± 183 373 ± 202 121 ± 133 27,4 86,1 13,9

Caecum lang 590 ± 206 117 ± 24,2 473 ± 195 384 ± 213 147 ± 125 31,1 83,8 16,2

Colon kranial 4487 ± 1505 789 ± 145 3698 ± 1460 3689 ± 1464 20,9 ± 34,5 0,57 61,6 38,4

Colon kaudal 3314 ± 1278 910 ± 153 2404 ± 1173 2402 ± 1174 18,9 ± 65,4 0,79 49,4 506

46

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

substanz- und Aschegehalte bestimmt.

Mit feinen Pinzetten wurden die Mageninhalte

in ihre Futterbestandteile („normale“

Digesta) und makroskopisch erkennbare

Steinchen-/Sandgemische separiert. Die

separate Gewinnung der Gastro-/ bzw. Enterolithen

aus den Magen-/Darminhalten

erfolgte mittels Dekantieren. Der gesamte

Inhalt wurde hierfür durch Sedimentation

in zwei Phasen (Futterbestandteile; Sand-/

Steingemisch am Boden) getrennt. Das

Sand-/Steingemisch wurde danach für 24

Stunden bei konstanten 103 °C getrocknet

und im folgenden Schritt über eine „trockene

Siebanalyse“ in 12 Fraktionen unterschiedlicher

Korngröße unterteilt. Die

wichtigsten Ergebnisse sind in der Tabelle

auf Seite 46 zusammengefasst.

Bei der Charakterisierung der Füllung

des Verdauungstrakts ist hier besonders

zu unterstreichen, dass im vorderen Teil

(Drüsen-/Muskelmagen) etwa 41 % der

Magenfüllung (gesamter Inhalt) auf diese

Stein(e)chen entfielen (und hier überwiegend/fast

ausschließlich eine Größe

von > 3 mm haben). Entlang des Magen-

Darm-Trakts geht dieser Anteil mehr und

mehr zurück (im Enddarm: > 90% der

Steinmasse < 3mm!). Erstaunlich ist dabei

das „Schicksal der Steine“: Durch Abrasionsprozesse

verlieren die Steine (grober

Kies, Grauwacke) ihre ursprüngliche Größe

sowie Masse und werden dann überwiegend

als „Sand“ ausgeschieden.

Literaturverzeichnis

• SCHUCHMANN, F. F. (2019): Der Gastrointestinaltrakt

von Farmstraußen

(Struthio camelus var. domesticus):

Anatomie und Histologie sowie

Chymus-Untersuchungen, Hannover,

Stiftung Tierärztliche Hochschule,

Diss.

• John Churchill, MILTON, S., u. R. DEAN

(1995): Gizzard stones and food

selection by free-range ostrich:

implications for management. East

Coast Producers Association 4–7

Dr. Frederick Fimmo Schuchmann

Schiffdorf


Mutterkornalkaloide im Futter: Wirkungen und Risikomanagement

Einleitung

Die toxischen Effekte von Mutterkorn (Ergot),

dem verfestigten Mycel des Mutterkornpilzes

Claviceps purpurea, gehen hauptsächlich

von den enthaltenen Alkaloiden

(EA) aus, wenngleich auch weitere Bestandteile

zur Toxizität beitragen können

(Mainka et al., 2003). Unter dem Primat des

Beitrags der routinemäßig analysierbaren

Einzelalkaloide zum Gesamt-EA-Gehalt und

dessen Anteil an der Gesamt-Toxizität des

Mutterkorns stellt ein Risikomanagement

auf der Basis des EA-Gehaltes der täglichen

Ration einen Fortschritt gegenüber dem

auf der Basis des Mutterkorngehaltes im

Hinblick auf die Tiergesundheit dar.

Ableitung von Orientierungswerten

(OW) für kritische EA-Konzentrationen

im Futter

(Alle, in diesem Abschnitt diskutierten

EA- Konzentrationen beziehen sich auf einen

Basis-Trockensubstanzgehalt von 88%.)

Der OW für Schweine von 0.6 mg

EA/kg Futter (Tab. 1) entspricht dem für

Schweine verschiedener Kategorien er-

mittelten niedrigsten no-observed adverse

effect level (NOAEL), der sich aus den

Untersuchungen von Mainka et al. (2005a)

an Mastschweinen für verschiedene Endpunkte

ableiten lässt. Dieser Wert ist

deutlich niedriger, als die NOAEL von 3.57

mg EA/kg Futter bzw. 5.6 mg EA/kg Futter

für Aufzuchtferkel (Mainka et al., 2007,

Mainka et al., 2005b). Aus den signifikanten

Verringerungen der Prolaktinkonzentrationen

im systemischen Blut leiteten

Kopinski et al. (2007) kritische Konzentrationen

von 0.33 bzw. 1 mg EA/kg Futter für

primi- bzw. pluripare Sauen ab. Einschränkend

muss für diese Werte hinzugefügt

werden, dass diese nach Exposition

gegenüber Claviceps africana, dessen Gehalt

an EA überwiegend durch Dihydroergosin

bestimmt wird, ermittelt wurden.

Dihydroergosin kommt in C. purpurea

kaum vor. In Anbetracht dieses erheblich

abweichenden Alkaloidmusters erscheint

eine Anwendung der auf der Basis von C.

africana abgeleiteten kritischen Konzentrationen

auf C. purpurea, der überwiegend

auf Nicht-Sorghum-Getreidearten

vorkommt, nicht ohne Berücksichtigung

eines Sicherheitsfaktors gerechtfertigt.

Die Notwendigkeit der Anwendung eines

Sicherheitsfaktors ergibt sich auch aus

der Tatsache, dass Dihydroergosin deutlich

weniger toxisch ist, als die C. purpurea

bestimmenden Alkaloide (Kopinski et

al., 2007). Unter konservativer Herangehensweise

ergibt sich ein OW von 0.03 mg

EA/kg für Sauen, wenn ein Sicherheitsfaktor

(LOAEL[lowest-observed adverse effect

level]-to-NOAEL Uncertainty Factor, UF)

(Opresko et al., 1998) von 10 und die kritische

Konzentration von 0.33 mg EA/kg

der empfindlicheren primiparen Sauen

zugrunde gelegt wird.

Die für wachsende Rinder der Rasse

Deutsche Holstein publizierten Dosis-Wirkungsstudien

lassen weder eine Ableitung

eines LOAEL noch eines NOAEL zu, da die

maximal getesteten Konzentrationen am

Kalb (~ 0.85 mg EA/kg) und am Bullen

(0.37 mgEA/kg) zu niedrig waren, um negative

Effekte auszulösen (Schumann et

al., 2007a, Schumann et al., 2007b). Bei

Milchkühen der gleichen Rasse war die

DVG-Forum 02/2019 47


FACHGRUPPE IM FOKUS

Die im Mutterkorn enthaltenen Alkaloide weisen eine hohe Toxizität auf.

Foto: Martina Berg, stock.adobe.com

Rektaltemperatur ab einer Konzentration

von 0.44 mg EA/kg signifikant erhöht

(Schumann et al., 2008), was als LOAEL

interpretiert werden kann. Diese Abweichung

hatte jedoch keinerlei negative

Auswirkungen auf eine Reihe von anderen

Endpunkten (Schumann et al., 2009, Schumann

et al., 2008). Die Rektaltemperatur

stellt sich als Ausdruck der vasoaktiven

Wirkung einiger EA bei der Milchkuh als

sensibler Endpunkt dar. Da sich jedoch

andere Merkmale unbeeinflusst darstellten,

wird nur ein LOAEL-to-NOAEL UF

von 5 unterstellt. Daher ergibt sich aus

einem LOAEL von 0.44 mg EA/kg ein OW

von 0.1 mg EA/kg, der konservativ auch auf

wachsende Rinder angewendet wird.

Bei Schafen führte eine Erhöhung der

EA-Dosen von Getreide auf 2,447 mg/kg

zu einer linearen dosisabhängigen Abnahme

der Serum-Prolaktinkonzentration

(Coufal-Majewski et al., 2017). Selbst die

niedrigste Konzentration von 0,93 mg EA/

kg führte zu einer signifikanten Abnahme

der Prolaktinspiegel und würde folglich

eine Schätzung für einen LOAEL darstellen.

Die Anwendung eines UF von 10 würde

zu einem OW von 0,09 mg EA/kg oder

ge rundet auf 0,1 mg EA / kg führen, was

dem Wert für Rinder ähnlich ist. Konservativ

sollte dieser Wert für alle Schafkategorien

gelten.

Tab. 1: Vorläufige Orientierungswerte 1 für

kritische Konzentrationen von Gesamt-

Ergotalkaloiden (Summe aller analysierten

Einzelalkaloide) im Futter landwirtschaftlicher

Nutztiere (mg/kg Futter, 88% Trockensubstanz).

Tierart/Kategorie Orientierungswert

(mg/kg)

Schweine

Aufzuchtferkel,

0.6

Mastschweine

Sauen 0.03

Rinder und Schafe

0.1

(alle Kategorien)

Geflügel

Masthühner

1.9

(Broiler)

Legehennen 3.7

Mast-Pekingenten 0.06

1

Die

Werte berücksichtigen ein durchschnittliches

Alkaloidmuster. Variationen in den

Alkaloidmustern sowie den restlichen toxisch

wirkenden Bestandteilen konnten für die

Ableitung aufgrund fehlender experimenteller

Daten nicht herangezogen werden.

Eine Berücksichtigung erfolgte daher

zunächst über Unsicherheitsfaktoren.

Beim Geflügel liegen Dosis-Wirkungsversuche

an Masthühnern und Legehybriden

vor, welche die Ableitung sowohl eines

LOAEL als auch eines NOAEL ermöglichten.

Daher werden das NOAEL von 1.9 mg EA/

kg für Masthühner (Dänicke, 2017) sowie

von 3.7 mg EA/kg für Legehennen (Dänicke,

2016) als jeweiliger OW angenommen.

Bei Mast-Pekingenten war im Rahmen der

Dosis-Wirkungs-Untersuchungen schon

die niedrigste Dosis von 0.6 mg EA/kg im

Hinblick auf Leistung und Tiergesundheit

wirksam, was somit dem LOAEL entspricht

(Dänicke, 2015). Unter Annahme eines

LOAEL-to-NOAEL UF von 10 ergibt sich ein

OW von 0.06 mg EA/kg.

Schlussfolgerungen

Die gegenwärtige Höchstmengenregelung

von 1000 mg Mutterkorn/kg unzerkleinertem

Getreide stellt keinen ausreichenden

Schutz der Tiergesundheit dar. Bei Annahme

einer medianen EA-Kontamination von

0.086 mg/kg Getreide, ermittelt im deutschen

Monitoring Programm, ergeben sich

akzeptablen Getreideanteile bei Sauen

und Mast-Pekingenten von 30 bzw. 64 %,

während für Rinder sowie Aufzuchtferkel

und Mastschweine keine Limitierungen

bestehen würden.

Literaturverzeichnis: auf Nachfrage beim

Verfasser oder der DVG erhältlich.

Prof. Dr. Dr. Sven Dänicke

Friedrich-Loeffler-Institut,

Braunschweig


48

DVG-Forum 02/2019


Für die Beurteilung der Versorgung mit

Spurenelementen in der täglichen Praxis

ist die Rationsüberprüfung das Mittel der

Wahl. Aktuell existieren für folgende Elemente

Versorgungsempfehlungen für

Pferde (1):

Eisen (Fe), Mangan (Mn) –

im Stall und auf der Weide

ausreichend

Für Fe und Mn kann bei einer equidengerechten

Raufutterversorgung, d. h. >1,5 kg

Trockensubstanz (TS)/100 kg KM Heu, Heulage,

Gras o. ä. oder 12 h Raufutter, von

einer bedarfsdeckenden Zufuhr ausgegangen

werden [mittlere Gehalte im Heu pro

kg TS in 2018: 152 mg für Mn (Zielwert: Mn

>50 mg) und 232 mg für Fe (Zielwert: Fe

>80 mg] (2). Bereits 3–4 kg Heu bzw. 20 kg

Gras decken den täglichen Bedarf eines

Pferdes (600 kg) an Fe und Mn. In einem

Fallbericht aus den Niederlanden (3) entwickelten

22 Equiden eine Hämosiderose

(9 Tiere euthanasiert), nachdem sie über 9

Jahre hohe Fe-Mengen über Weideaufwuchs

und Oberflächengewässer aufgenommen

hatten. In Deutschland werden

vergleichbar hohe Fe-Werte in Raufutter

und Oberflächengewässern aus Bergbaufolgelandschaften

gemessen. Von unreflektierten

Fe-Gaben wird daher abgeraten,

Mn-Zulagen sind idR. unnötig.

Kupfer (Cu), Zink (Zn) – ergänzen

Die Zn- und Cu-Gehalte können im Grundfutter,

besonders in Abhängigkeit von

Düngung und Vegetation, stark schwanken.

Die Cu-Gehalte auf der Weide betragen

rd. 2–15 mg/kg TS (Zielwert 7-12 mg/

kg TS). Auch bei rationierter Heufütterung

kann Cu knapp sein, wenn nicht >8 mg/

kg TS im Raufutter enthalten sind. Die

mittleren Cu-Gehalte im Heu (2) lagen

2018 bei 4,9 mg/kg TS. Die Zn-Gehalte auf

der Weide schwanken zwischen 15–50

mg/kg TS (Zielwert >35 mg/kg TS). Die

mittleren Zn-Gehalte im Heu lagen 2018

bei 25 mg/kg TS (Zielwert 40 mg/kg TS)

(2). Eine Supplementierung mit Cu und Zn

ist daher auf der Weide und im Stall sinnvoll.

Da Zn und Cu im Dünndarm um die

Bindungsstellen konkurrieren, kann eine

unreflektiert hohe Gabe eines der Elemente

die Absorption des anderen negativ beeinflussen.

FACHGRUPPE IM FOKUS

Spurenelementversorgung bei Pferden auf der Weide und im Stall

Auch bei Weidehaltung muss auf die Spurenelementversorgung geachtet werden.

Foto: ramboldheiner, pixabay.com

Tab. 1: Empfehlungen zur täglichen Versorgung mit Spurenelementen, mg/kg0,75 Körpermasse (KM)

Selen Kupfer Zink Mangan Eisen Jod

Erhaltung 0,010 1,0 4,0 4,0 4,0 0,015

Erhaltung + Leistung (Wachstum,

0,015 1,0 2 4,5 4,5 5,0 1 0,015

Arbeit, Reproduktion)

Bedarf Pferd 600 kg pro Tag (mg) 1,2–1,8 121 485–546 480–540 480–600 1,8

1

Während Wachstum bis Ende der Aufzucht von 8 auf 5 mg/kg0,75 KM reduziert

2

Wachstum 1,1 mg/kg0,75 KM

Jod (I), Selen (Se) – ergänzen

Da die I-Gehalte auf der Weide in Abhängigkeit

von der geographischen Lage

schwanken, ist besonders für tragende

Stuten eine Jodergänzung auch auf der

Weide sinnvoll. Im Stall ist die I-Zufuhr bei

rationierter Raufuttergabe mit I-Gehalten

von teilw.


FACHGRUPPE IM FOKUS

weniger geeignet. Für die Ergänzung von

Zn und Cu sind Sulfate und organ. Verbindungen

gleichermaßen geeignet (4). Bei

den Se-Verbindungen werden die anorganischen

(z. B. Natriumselenit) besser in die

funktionellen Se-haltigen Enzyme (z. B.

Glutathionperoxidase) eingebaut als organische

Se-Quellen. An eine Aminosäure

gekoppeltes Se wird eher unspezifisch in

Proteine eingebaut.

Abb. 1: Spurenelementversorgung

in der Futterberatungspraxis

(N = 50 Rationsüberprüfungen)

Häufige Fehler in der

Rationsgestaltung

Von 50 ausgewerteten Rationsanfragen

aus den Jahren 2018–2019 stellten einige

Rationen mit bis zu 12 teils mineralisierten

Komponenten einen regelrechten „Futtercocktail“

dar. Die Versorgung mit den Spurenelementen

Zn, Se und Cu stellte sich

wie folgt dar:

Sofern ein Zn-, Se-, Cu-haltiges Mineral-

oder Ergänzungsfuttermittel (Fütterungsmenge

nach Herstellerangabe) verwendet

wurde, waren die Pferde bei equidengerechter

Raufuttermenge im Mittel

ausreichend versorgt. Die Überversorgungen

mit Cu und Zn lagen im unkritischen

Bereich. Unsicherheiten bestanden in der

Versorgung mit Se. Zu Überversorgungen

mit Se kam es vor allem durch unreflektierte

Gaben mehrerer Se-haltiger Präparate.

Fazit

Für Pferde auf der Weide eignet sich ein

marktübliches „Weidemineral“ mit I, Cu,

Zn und Se. Im Stall sollten raufutterbasierte

oder Raufutter+Getreide-Rationen

durch ein Mineralfutter (empfohlene

Zusammensetzung in mg/kg: Zn 4000–

6000; Se 9–16; Cu 600–800; I 17) ergänzt

werden (Zuteilung rd. 15 g/100 kg KM/Tag).

Alternativ kann Raufutter durch die Gabe

eines Ergänzungsfutters, sog. „Müslis“,

aufgewertet werden (empfohlene Zusammensetzung

in mg/kg: Zn >100; Se 0,6–1,1;

Cu 20–50; I >0,8 bei 300–500 g/100 kg KM/

Tag Fütterungsmenge). Für Zuchtpferde

(Fohlen, hochtragende/laktierende Stuten)

können höhere Mineralisierungen

notwendig sein. Auf dem Markt sind dafür

spezielle „Zuchtminerale“ verfügbar.

Literaturverzeichnis

• GFE (2014): Empfehlungen zur Energieund

Nährstoffversorgung von Pferden.

DLG-Verlag, Frankfurt (Main).

• LUFA Nordwest (2018): Heuauswertung

2018, https://www.lufa-nord-west.de/

index.cfm/action/downloadcenter?file=0DEFCFDA

• THEELEN, M. J. P. et al. (2019): Chronic

iron overload causing haemochromatosis

and hepatopathy in 21 horses

and one donkey, Equine Vet J 51 (3):

304–309.

• GORDON, M.E et al. (2013): Effects of

added chelated trace minerals,

organic selenium, yeast culture,

direct-fed microbials, and Yucca

schidigera extract in horses. Part I:

Blood nutrient concentration and

digestibility. J Anim Sci 91, 3899–3908.

Franziska Bockisch

Veterinärmedizinische Fakultät,

Universität Leipzig


Fütterung von Ziervögeln – Ein Update

Wissenschaftliche Daten zur Fütterung

von Ziervögeln sind im Gegensatz zu landwirtschaftlichen

Nutztieren sowie Hunden

und Katzen noch recht lückenhaft. Dies

mag zum einen an dem kaum überschaubaren

Angebot an Futtermitteln, zum anderen

an der Vielfalt der verschiedenen

Arten und deren jeweiligen Nahrungsspektren

liegen. Neben den klassischen granivoren

Spezies wie Finkenvögel, Wellenund

Nymphensittich, Graupapagei, Kakadu

und Ara erfreuen sich neuerdings auch

Loris und insektenfressende Arten zunehmender

Beliebtheit.

Ziel des Beitrags ist es, einen Überblick

über den aktuellen Wissensstand bei der

Fütterung von granivoren und nektarivoren

Ziervögeln zu geben einschließlich der

Zusammensetzung typischer Futtermittel

(Saaten, Sämereienmischungen, Keimfutter,

Ergänzungsfuttermittel), der Verdauungsphysiologie

der Vögel (Futteraufnahme,

Anatomie des Verdauungstraktes, enzymatische

Aktivitäten im GIT), ihres

Energie- und Nährstoffbedarfs (bezogen

auf Art und Alter) sowie der Tränkwasseraufnahme.

Mit Ausnahme der relativ kurzen

Wachstumsphase und der wenigen Zuchttiere

befinden sich die meisten Ziervögel

Zeit ihres Lebens im Erhaltungsstoffwechsel,

d. h. Futter- und Wasserangebot müssen

in erster Linie darauf abzielen, alle lebenserhaltenden

Körperfunktionen (vor

allem Konstanz der Körpertemperatur und

Körpermasse) bei moderater, ungerichte-

50

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

ter Bewegungsaktivität aufrecht zu erhalten.

Bei Angebot üblicher Sämereienmischungen

ergibt sich durch das selektive

Futteraufnahmeverhalten der Vögel das

erste Problem bei Einschätzung der Ration.

So wird von den Tieren eben nicht alles

gefressen, was vom Besitzer angeboten

wird. Hinzu kommt, dass die Tiere die

Sämereien und Saaten vor der Aufnahme

entspelzen bzw. schälen, so dass aufgrund

dieses Futteraufnahmeverhaltens zwischen

der angestrebten und der tatsächlichen

Futteraufnahme häufig deutliche

Differenzen bestehen.

Zur Vermeidung nutritiv bedingter

Störungen bei Einsatz von Sämereienmischungen

(selektive Aufnahme, Verweigerung

von mit Mineralien oder Vitaminen

angereicherten Nahrungsergänzungsmitteln)

gibt es einen Trend zu pelletierten/

extrudierten Alleinfuttermitteln bzw. Sämereienmischungen,

die mit extrudierten

Komponenten entsprechend supplementiert

sind, die sich durch eine hohe

Schmackhaftigkeit auszeichnen und den

Energie- und Nährstoffbedarf genauer

decken als dies mit herkömmlichen Sämereienmischungen

möglich ist. Weitere

Vorteile von extrudierten/pelletierten Alleinfuttern

ist deren oftmals besserer

Hygienestatus (Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne

werden häufig durch Schimmelpilze

wie Aspergillus oder deren

Toxine verunreinigt), eine reduzierte Energiedichte

(geringerer Fettgehalt) und die

Vermeidung einer Selektion bestimmter

Komponenten im Futterangebot.

Neben der Fütterung von Ziervögeln

im Erhaltungsstoffwechsel hat auch die

Aufzucht von Jungvögeln zum Erhalt bedrohter

Arten in den vergangenen Jahren

an Bedeutung gewonnen. Die künstliche

Aufzucht wird unumgänglich, wenn die

Naturbrut durch die Elternvögel nicht gewährleistet

ist (Aggressivität der Elternvögel,

Versterben der Henne usw.). Die sich

anschließende Handaufzucht gehört mittlerweile

zu einem praxisüblichen Verfahren,

für das ein umfangreiches Equipment

(z. B. Brutschränke) zur Verfügung steht.

Die Fütterung der Nestlinge erfolgt hierbei

über sogenannte „Eigenmischungen“ oder

spezielle mehlförmige Alleinfutter (sogenannte

„Handaufzuchtfutter“). Diese werden,

je nach Alter der Jungvögel – in unterschiedlichem

Verhältnis mit warmem

Wasser angerührt und per Spritze oder

Löffel in die Schnabelhöhle eingegeben.

Schließlich gilt es auch artenbezogene

Besonderheiten (z. B. im Eisenstoffwech-

Loris erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Foto: wasi1370, pixabay.com

sel einzelner Arten wie Beos, Unzertrennlichen

oder Amazonen) zu berücksichtigen.

Besondere Erwähnung verdient in

diesem Zusammenhang auch der höhere

Vitamin A-Bedarf rezessiv weißer Kanarienvögel.

Neuerdings gibt es einen Trend zur Verwendung

von Futtermittelzusatzstoffen

wie organische Säuren, Pro-/Präbiotika

oder Enzyme mit nur wenigen detaillierten

Informationen über ihre besondere

Wirkung und ihren Wert bei Heimvögeln.

Prof. Dr. Petra Wolf

Universität Rostock


Aktuelles EU-Projekt „Food for Feed“ – Stellen Speisereste zukünftig

eine mögliche Komponente von Hunde- und Katzenfutter dar?

Zusammenfassung

Aktuelle Studien konnten zeigen, dass in

der Europäischen Union jährlich etwa 88

Millionen Tonnen Speisereste anfallen

(FUSIONS, 2016), allein in Deutschland wurde

ein Umfang von rund 11 Millionen Tonnen

ermittelt (Kranert et al., 2012). Vor dem

Hintergrund des Umweltschutzes und

einer damit verbundenen verantwortungsvollen

und nachhaltigen Ressourcennutzung

werden zunehmend Strategien

evaluiert, um den Anfall an ungenutzten

Lebensmitteln zu reduzieren.

Aus seuchenhygienischen Gründen

ist die Verfütterung von Speiseabfällen

an lebensmittelliefernde Tiere verboten.

Ausgenommen von dem Verfütterungsverbot

sind Pelztiere sowie Tiere, die nicht

der Lebensmittelerzeugung dienen. Die

gesetzliche Grundlage stellt hierbei die

Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 dar.

Folglich könnten Speisereste beispielsweise

bei Hunden und Katzen als Rationskomponente

eingesetzt werden. Im Rahmen

des EU-Projekts „Food for Feed“ (https://

life-f4f.gr/en/food-for-feed/) werden aktuell

Untersuchungen durchgeführt, um die

Sicherheit und grundsätzliche Einsatzmöglichkeit

von Speiseresten bei diesen

Tierarten zu überprüfen. Hierbei sollen

neben der Zusammensetzung und hygienischen

Beschaffenheit der Speisereste

DVG-Forum 02/2019 51


FACHGRUPPE IM FOKUS

auch die Akzeptanz, Verträglichkeit und

Verdaulichkeit sowie mikrobiologische

und immunologische Parameter evaluiert

werden.

Hinweis

Das Projekt wird von der Europäischen

Union gefördert (LIFE15 ENV/GR/000257).

An der Durchführung sind die folgenden

Einrichtungen beteiligt: The United Association

of Solid Waste Management in

Crete (ESDAK), Technological Educational

Institute of Crete – TEIC (Department of

Agronomy Technologists), Harokopio University

(Department of Geography), Agricultural

University of Athens (Department

of Animal Science and the Production of

Aquaculture), Freie Universität Berlin (Department

of Veterinary Medicine).

Zitierte Literatur

• FUSIONS (2016): Estimates of

European food waste levels. http://

www.eu-fusions.org/phocadownload/

Publications/Estimates%20of%20

European%20food%20waste%20

levels.pdf

• KRANERT et al. (2012): Ermittlung

der weggeworfenen Lebensmittelmengen

und Vorschläge zur

Verminderung der Wegwerfrate

bei Lebensmitteln in Deutschland.

https://www.zugutfuerdietonne.de/

fileadmin/_migrated/content_

uploads/Studie_Lebensmittelabfaelle_

Kurzfassung_04.pdf

• VERORDNUNG (EG) Nr. 1069/2009 DES

EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND

DES RATES vom 21. Oktober 2009 mit

Hygienevorschriften für nicht für den

menschlichen Verzehr bestimmte

tierische Nebenprodukte und zur

Aufhebung der Verordnung (EG) Nr.

1774/2002 (Verordnung über tierische

Nebenprodukte)

PD Dr. Nadine Paßlack

Freie Universität Berlin


Untersuchungen mit Jungkaninchen zu möglichen kokzidiostatischen Effekten

von Oreganoöl im Vergleich zu einem klassischen Kokzidiostatikum

Einleitung

Die Kaninchenkokzidiose tritt praktisch in

jeder Haltungs- und Nutzungsform auf

und geht vor allem bei Jungtieren mit hohen

Verlusten einher. Kaninchenzüchter

und -mäster können sich nicht nur auf ein

effektives Hygienemanagement verlassen,

die Prävention durch entsprechende Futterzusatzstoffe

ist aktuell der einzige Weg

in der Praxis (1). Nach geltendem Futtermittelrecht

sind für Kaninchen nur noch zwei

Kokzidiostatika als Futtermittelzusatzstoffe

zugelassen. Wirkstoff-Rotationsprogramme

zur Verringerung von Resistenzbildungen,

wie beim Wirtschaftsgeflügel

angewandt, sind dadurch längerfristig

kaum noch möglich. Oreganoöl zeigt nach

in-vivo-Studien eine antikokzidiäre Wirkung

gegen bestimmte Eimerienarten des

Nutzgeflügels (2; 3; 4).

Tiere, Material und Methoden

Unter Praxisbedingungen wurde ein Mischfutter

mit verschiedenen Zusätzen vergleichend

beurteilt. In Gruppe K (Kontrolle)

erhielten die Kaninchen keinen der

nachfolgend genannten Futtermittel-Zusatzstoffe,

Gruppe O hatte einen Oreganoöl-

und Gruppe D einen Kokzidiostatikum-

Zusatz (Diclazuril) im Mischfutter. Das

Oreganoöl wurde mit 75 mg und Diclazuril

– den rechtlichen Vorgaben entsprechend

– mit 1 mg je kg Mischfutter eingesetzt.

Die Feldstudie erfolgte in einem

Mastkaninchenbetrieb in drei aufeinander

folgenden Durchgängen mit jeweils 150

abgesetzten, fünf Wochen alten Masthybriden

über eine Mastdauer von sechs

Wochen.

In jedem Durchgang waren drei Gruppen

von je 50 Tieren eingestallt und jeweils

einer Mischfuttervariante zugeteilt.

Die Kaninchen wurden in Bodenhaltung

mit vollperforierten Kunststoffböden und

erhöhten Ebenen gehalten. Das Mischfutter

wurde ad libitum angeboten und

drei Tage vor dem Versuchsende auf ein

Mastkaninchenfutter ohne ein Kokzidiostatikum

umgestellt (Wartezeit von Diclazuril).

Aus den wöchentlich gewonnenen

Sammelkotproben erfolgten mittels des

McMaster-Verfahrens die Ermittlung der

Oozystenzahl je Gramm Kot (OpG) sowie

die Bestimmung der Eimerienspezies. Im

Mastverlauf verendete Kaninchen wurden

pathologisch untersucht. Von diesen und

einem Teil der geschlachteten Kaninchen

wurde Darminhalt verschiedener Lokalisationen

für parasitologische Untersuchungen

sowie Mikrobiom-Analysen entnommen.

Am Anfang, in der Mitte und am

Ende des Mastdurchgangs wurden die Tiere

gewogen und der Futterverbrauch dokumentiert.

Ergebnisse

Im ersten Durchgang gab es mit 216.000

OpG den höchsten OpG-Wert in Gruppe K.

Die Werte von Gruppe O blieben im gesamten

Mastverlauf unter 100.000 OpG.

Dies war bei Gruppe D in den ersten fünf

52

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

Mastwochen auch festzustellen, aber am

Mastende wurde das höchste Oozystenvorkommen

in dieser Gruppe ermittelt (D:

188.000, K: 27.000, O: 19.000 OpG).

Im zweiten Durchgang wurden die

höchsten Werte in Gruppe O und K (174.000

bzw. 152.000 OpG) festgestellt. Bei diesen

kam es zu erneut steigenden Oozystenzahlen

am Mastende (114.000 bzw. 145.000

OpG), während die Ausscheidung in Gruppe

D rückläufig war (23.000 OpG). Die geringste

Eimerien-Ausscheidung im Mastverlauf

zeigte Gruppe D mit 89.000 OpG

als höchsten Wert.

Im dritten Durchgang hatten alle

Mastgruppen ihre höchste Ausscheidung

in der zweiten Mastwoche (K: 386.000, D:

209.000, O: 83.000 OpG). Mit weniger als

50.000 OpG an 6 von 7 Untersuchungstagen

wies Gruppe O die geringste Eimerienausscheidung

im dritten Durchgang auf.

Bei der Differenzierung der Eimerien

wurden nur gering- bis mittelgradig pathogene

Spezies festgestellt (E. magna, E.

media, E. perforans, E. exigua). Die Verluste

waren in der Oreganoöl-Gruppe am höchsten

(16,0 %), gefolgt von den mit Diclazuril-Zusatz

gefütterten Mastgruppen (12,7

%) und den Kontrolltieren (12,0 %), jedoch

waren diese Unterschiede nicht signifikant.

In den pathologischen Untersuchungen

zeigten sich keine makroskopischen

Veränderungen im Verdauungstrakt. Auch

bezüglich der Mastleistung ergaben sich

keine signifikanten Unterschiede zwischen

den drei Gruppen (Zunahmen: 35,8

bis 37,4 g / Tier / Tag; Futterverwertung:

3,60 – 3,73 kg Mischfutter / kg Zuwachs).

Die Mikrobiom-Analysen sind derzeit noch

in Bearbeitung.

Diskussion

Der erwartete Anstieg von Eimerienzahlen

im Kot in den ersten zwei bis vier Wochen

nach dem Absetzen der Jungkaninchen

mit anschließend sinkenden Ausscheidungen

bei beginnender Immunität war

auch in der vorliegenden Feldstudie zu beobachten.

Ein Diclazuril-Zusatz im Mischfutter

konnte diesen Anstieg im Vergleich

zur Kontrollgruppe in allen drei Durchgängen

abschwächen. Bei den mit Oreganoöl-Zusatz

gefütterten Mastkaninchen

war dies in zwei der drei Durchgänge auch

festzustellen, wobei im dritten Beobachtungszeitraum

die Ausscheidungswerte

in der Pflanzenöl-Gruppe auch noch deutlich

unter denen der Kokzidiostatikum-

Gruppe lagen. Die Variation in der Höhe

der OpG-Werte und erneut ansteigende

Ausscheidungsraten im weiteren Versuchsablauf

zeigen, dass neben den Futtermittel-Zusatzstoffen

weitere Faktoren

(Stressoren) die Oozystenausscheidung

beeinflussen. Das Mischfutter ohne die

genannten Zusätze führte zwar zu den

höchsten Eimerienausscheidungen, aber

nicht zu nachteiligen Effekten auf die Gesundheit

des Magen-Darmtraktes.

Schlussfolgerung

Diese Studie bestätigt, dass die Höhe der

Oozystenausscheidung eben nicht mit

der Verlustrate korreliert, insbesondere,

wenn nur gering- und mittelgradig pathogene

Eimerienspezies im Bestand /

im Tier vorkommen. In diesem Fall bringt

der Einsatz eines Kokzidiostatikums

auch kaum Vorteile. Bei Symptomen einer

Darmerkrankung in einem Kaninchenbestand

ist der alleinige Nachweis hoher

Oozystenzahlen im Kot deshalb auch

kein geeignetes Diagnose-Kriterium. Eine

Spezies-Differenzierung ist diesbezüglich

von Nutzen. Differentialdiagnostisch

sollten auch weitere Pathogene, wie z. B.

Clostridien und E. coli bedacht werden.

Zur Prophylaxe von Darmerkrankungen

sind Futter und Fütterung der Entwicklung

der Verdauungskapazität von Jungkaninchen

anzupassen, um Dysbiosen

(Beteiligung von Clostridien und / oder E.

coli) vorzubeugen. Weitere in-vivo-Studien

sind nötig, um die Frage nach der

Wirksamkeit von Oreganoöl als Ersatz

bzw. Ergänzung zu den herkömmlichen

Kokzidiostatika im Mischfutter von Kaninchen

abschließend zu klären.

Literaturverzeichnis:

• PAKANDL, M. (2009): Coccidia of

rabbit: a review. Folia Parasitologica,

56(3), 153 – 166.

• GIANNENAS, I., et al. (2003): Effect of

dietary supplementation with

oregano essential oil on performance

of broilers after experimental

infection with Eimeria tenella.

Archives of Animal Nutrition, 2003, 57.

Jg., Nr. 2, S. 99 – 106.

• SILVA, M. A. da, et al. (2009): Intestinal

mucosa structure of broiler chickens

infected experimentally with Eimeria

tenella and treated with essential oil

of oregano. Ciência Rural, 2009, 39.

Jg., Nr. 5, S. 1471 – 1477.

• TSINAS, A., et al. (2011): Effects of an

oregano based dietary supplement on

performance of broiler chickens

experimentally infected with Eimeria

acervulina and Eimeria maxima. The

Journal of Poultry Science, 2011, 48. Jg.,

Nr. 3, S. 194 – 200.

Florian Lohkamp

Stiftung Tierärztliche Hochschule

Hannover


DVG-Forum 02/2019 53


FACHGRUPPE IM FOKUS

Rohfütterung – Was man beachten sollte, um Gefahren zu vermeiden

Das Interesse an der Fütterung von Hunden

und Katzen mit rohen Komponenten,

in der Regel BARF (Bone And Raw Feeding)

genannt, ist noch immer ungebrochen.

Mittlerweile gibt es einige Spielarten dieser

Fütterungsart wie beispielsweise das

vegetarische BARFen oder das sogenannte

prey feeding oder Frankenstein-BARF, bei

dem durch Kombination verschiedener

Komponenten das Verfüttern eines ganzen

Beutetieres nachempfunden werden

soll. Verfechter des BARFens sind der Meinung,

dass ihre Tiere von dieser Fütterung

insbesondere hinsichtlich der Gesundheit

von Haut, Fell und Zähnen profitieren sowie

temperamentvoller sind. Meist handelt

es sich dabei um Einzelberichte, wissenschaftliche

Nachweise sind rar. Ein

Vorteil beim selbst hergestellten Futter –

ob roh oder erhitzt – ist sicherlich, dass alle

Rationskomponenten bekannt sind. So

kann auf einen besonderen individuellen

Anspruch des jeweiligen Tieres eingegangen

werden, z. B. bei Allergien oder Unverträglichkeiten.

Rohes Muskelfleisch kann

zudem die Aufnahme an Creatin deutlich

erhöhen, was zu höheren Konzentrationen

im Muskel und somit potentiell zu einer

besseren Energiebereitstellung für Bewegung

führen kann. Auf der anderen Seite

gibt es einige potentielle Nachteile bzw.

Gefahren, die beachtet werden müssen. Allem

voran sind die besonderen Ansprüche

an die Hygiene bei Verarbeitung, Lagerung

und Fütterung zu beachten. Rohe Produkte

können mit Parasiten, Bakterien oder Vi-

ren belastet sein, die durch fehlende Erhitzung

nicht inaktiviert werden. So können

Tiere und durch die Verarbeitung des Futters

und den Kontakt zum Tier auch Menschen

gefährdet werden. Nicht nur falsche

Lagerung und mehrmaliges Auftauen

einzelner Rationsbestandteile können zu

einem Gesundheitsrisiko führen. Auch

Fertigprodukte sind oftmals bereits beim

Kauf massiv belastet. Beispielsweise fanden

Vecchiato und Dobenecker bei der

mikrobiologischen Untersuchung von 37

tief gefrorenen Fertigprodukten aus dem

Internethandel durchwegs sehr hohe Keimgehalte

von z. T. deutlich über 5 × 10 5 kbE

(Grenzwert für Lebensmittelqualität) mit

einem Gehalt an Enterobakterien von

1.1 × 10 5 – 4.4 × 10 7 kbE und z. T. auch Salmonellen.

Aber auch die Nährstoffversorgung

durch BARF-Rationen ist sehr oft

nicht optimal. So fanden Dillitzer et al. in

etwa Dreiviertel der überprüften BARF-

Rationen bei Hunden im Erhaltungsstoffwechsel

deutlichen Mangel oder Exzess an

relevanten Nährstoffen. Der Kauf von Fertigprodukten,

die als Alleinfuttermittel

deklariert sind, schützt leider ebenfalls

nicht vor Nährstofffehlversorgungen. In

der bereits genannten Untersuchung kommerzieller

BARF-Futter wurde so nur bei 8

von 36 untersuchten Produkten eine Zusammensetzung

analysiert, die eine bedarfsdeckende

und ausgewogene Nährstoffversorgung,

wie durch die Deklaration

versprochen, leisten konnte. Bei Produkten

für wachsende Tiere fiel das Ergebnis ebenfalls

ernüchternd aus. Bei der Verwendung

einiger Schlachtnebenprodukte in hausgemachten

oder kommerziellen BARF-

Mischungen wie Leber (Vitamin A) oder

Schlund mit anhaftendem Schilddrüsengewebe

kann es zudem zu massiven Gesundheitsproblemen

kommen. Weiterhin

ist zu bedenken, dass sich die Verwertung

einiger Mengenelemente durch die Gabe

von bindegewebs- und/oder faserreichen

Komponenten reduziert, d. h. die Versorgung

muss in Fällen angepasst werden, in

denen es zu einer erhöhten fäkalen Trockenmassenausscheidung

kommt.

Insgesamt sollte man Tierhaltern daher

nicht unbedingt rigoros von der Rohfütterung

abraten, sondern sie lieber eingehend

beraten. Eine gut durchdachte,

vorsichtige Handhabung der Rationsherstellung

nach einem passenden Rezept

unter Einhaltung sämtlicher erforderlicher

Hygienemaßnahmen kann erfolgreich

sein und das Tier optimal versorgen. Ob

das Risiko allerdings in jedem Fall gerechtfertigt

ist, sollte eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse

ergeben und mit in

Betracht gezogen werden, ob eine selbst

zubereitete, aber gekochte Ration bei ähnlichen

Vorteilen nicht vorzuziehen ist.

Literaturverzeichnis: auf Nachfrage bei der

Verfasserin oder der DVG erhältlich.

Dr. Britta Dobenecker

Ludwig-Maximilians-Universität

München


Protein und Faserstoffe: Effekte auf das Mikrobiom beim Hund

Das intestinale Mikrobiom von Hunden ist

schon seit Beginn des letzten Jahrhunderts

Gegenstand intensiver Untersuchungen

(Torrey 1919). Mithilfe kultureller und molekularbiologischer

Methoden ist es heute

möglich, einen sehr detaillierten Überblick

über seine Zusammensetzung zu erhalten

(Suchodolski 2011, Hooda et al. 2012) und

damit mögliche Zusammenhänge zu verschiedenen

Faktoren und Erkrankungen

aufzudecken. Neben der taxonomischen

Forschung zur Zusammensetzung, die

sich beim Hund wegen der leichten Zugänglichkeit

überwiegend auf die Ebene

der fäkalen Mikrobiota bezieht, spielt auch

die Stoffwechselaktivität der intestinalen

Mikrobiota eine wichtige Rolle. Die intestinale

Mikrobiota bildet ein breites Spek-

54

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

Auch Fertigfuttermittel können zu Verschiebungen

in der intestinalen Mikrobiota führen.

Foto: Lightfield Studios, stock.adobe.com

trum an Metaboliten, die für den Organismus

unterstützend sind, insbesondere

kurzkettige Fettsäuren (Sunvold et al. 1995,

Weber et al. 2004). Diese haben positive

Effekte auf die Mikrobiota selber, können

aber auch vom Hund energetisch genutzt

werden bzw. haben im Fall der Buttersäure

eine trophische Wirkung auf das gastrointestinale

Epithel. Neben diesen nützlichen

Metaboliten kann die intestinale

Mikrobiota auch potenziell schädliche Metaboliten

bzw. Toxine bilden. Beispiele

hierfür sind Ammoniak, Histamin oder

auch Enterotoxine, die bei der proteinreicher

Ernährung in vermehrtem Umfang bei

Hunden nachzuweisen sind (Zentek et al.

2002, Hang et al. 2013).

Obwohl das intestinale Mikrobiom

beim Hund sehr individuell zu sein scheint,

konnten verschiedene Faktoren identifiziert

werden, die seine Zusammensetzung

bestimmen. So gibt es altersabhängige

Verschiebungen (Buddington 2003, Gomes

et al. 2011), weiterhin hat die Fütterung

deutliche Effekte. Als wesentliche

Einflussfaktoren konnten in verschiedenen

Studien die Menge sowie die Qualität

des Nahrungsproteins identifiziert werden.

Eine eiweißreiche Fütterung begünstigt,

insbesondere wenn im Dünndarm

(präzäkal) schlecht verdauliche Eiweißquellen

eingesetzt werden, das Wachstum

von bestimmten Bakterienarten, insbesondere

von Clostridien, während auf der

anderen Seite die Zahl der Bifidobakterien

abnimmt (Zentek et al. 2003, Zentek et al.

2004, Hang et al. 2013). Diätetische Faserstoffe

werden derzeit intensiv untersucht,

da sie in Abhängigkeit von ihrer Löslichkeit

neben ihrer bekannten Funktion als

„Ballaststoff“ im Darm eine Fermentierbarkeit

durch Mikroorganismen aufweisen.

Allerdings ist diese je nach Faserqualität

sehr unterschiedlich (Sunvold et al.

1995, Swanson et al. 2001, Biagi et al. 2008).

Die intestinale Mikrobiota wird durch die

Faserstoffe im Futter eindeutig beeinflusst.

Fermentierbare Faserstoffe wie Rübenschnitzel

und nicht fermentierbare

Faserstoffe wie Lignozellulose zeigten

deutliche Effekte auf verdauungsphysiologische

Parameter, die Zusammensetzung

der Mikrobiota sowie das Spektrum

der mikrobiell gebildeten Metaboliten in

den Faeces von Hunden (Kröger et al. 2017).

Bei Fütterung von Diäten mit höheren

Anteilen an Rübenschnitzeln waren im

Vergleich zu Diäten mit Lignozellulose

mehr kurzkettige Fettsäuren sowie eine

Zu nahme von Bifidobakterien und Laktobazillen

in den Fäzes von Hunden festzustellen.

Auch andere Untersuchungen

konnten bestätigen, dass die Verwendung

verschiedener Fa serstoffe die mikrobielle

Fermentation und die Zusammensetzung

der Mikro biota beeinflusst (Brambillasca

et al. 2013). Im Gegensatz zu den teils

deutlichen Effekten, die bei in vitro Studien

festzustellen waren, konnten bei Fütterungsstudien

eher moderate Wirkungen

ermittelt werden (Panasevich et al. 2015).

Eine wichtige Frage ist, inwiefern die

durch eiweißreiche Diäten ausgelösten

Veränderungen im intestinalen Mikrobiom

von Hunden durch die gleichzeitige

Gabe von diätetischen Faserstoffen beeinflusst

werden. Als Beispiel wurden in einer

jüngst abgeschlossenen Studie auch die

Interaktionen zwischen Proteingehalt im

Futter und nicht fermentierbaren (Biertreber)

bzw. fermentierbaren Faserstoffen

(Karottentrester) untersucht (Eisenhauer

2019). Es zeigte sich, dass die Proteinmenge

im Futter einen deutlich stärkeren Effekt

auf die Mikrobiota hatte als die Art der

Faserstoffe.

Für die Fütterungspraxis ergibt sich

aus den vorliegenden Daten, dass eine

hohe Proteinversorgung insbesondere mit

präzäkal schlechtverdaulichen Proteinen,

wie sie beispielsweise bei manchen selbst

hergestellten Futtermischungen, insbesondere

bei Barf-Rationen, oder auch bei

manchen Fertigfuttermitteln auftritt, zu

Verschiebungen in der intestinalen Mikrobiota

und zu vermehrter Bildung unerwünschter

Metaboliten führt. Dieses

kann nach vorliegenden Daten offenbar

nicht durch die Verwendung von fermentierbaren

oder nicht fermentierbaren Faserstoffen

ausgeglichen werden. Daher erscheint

es sinnvoll, Hunde mit einer ausgewogenen

Diät zu versorgen, deren

Proteingehalt im Rahmen der Empfehlungen

liegt.

Literaturverzeichnis: auf Nachfrage beim

Verfasser oder der DVG erhältlich.

Prof. Dr. Jürgen Zentek

Freie Universität Berlin


DVG-Forum 02/2019 55


FACHGRUPPE IM FOKUS

13. Berlin-Brandenburgischer Rindertag der FG „Deutsche buiatrische

Gesellschaft (DbG), „Reproduktionsmedizin“ und „Tierernährung“

Der 13. Berlin-Brandenburgische Rindertag

(DVG-Rindertagung) fand am 15. Und 16.

November 2019 im Rahmen des DVG- Vet-

Congresses in Zusammenarbeit der DVG-

Fachgruppen „Deutsche buiatrische Gesellschaft

(DbG), „Reproduktionsmedizin“

und „Tierernährung“ statt. Eine eigens vorgesehene

Session „Fütterung und Physiologie“

konnte hierbei mit insgesamt einem

Hauptvortrag und sechs Kurzvorträgen die

Bedeutung von Fragen der Tierernährung

und Ernährungsphysiologie für die Tiergesundheit

und -produktion mit einem abwechslungsreichen

Programm unterstreichen

(Tabelle 1).

Unsere Fachgruppe möchte sich an

dieser Stelle herzlich bei den Organisatoren

der Tagung, Herrn Professor Jürgen Rehage

(wissenschaftlicher Leiter der Tagung)

und Frau PD Dr. Maike Heppelmann

(beide Stiftung Tierärztliche Hochschule

Hannover), bedanken, die diese Zusammenarbeit

der Fachgruppen ermöglich haben.

Wir freuen uns sehr auf weitere gemeinsame

Projekte.

Tab. 1: Programm Kurzvorträge Session Fütterung und Physiologie

D. von Soosten,

Braunschweig

G. Breves,

Hannover

S. Dänicke,

Braunschweig

E. Gusterer,

Wien (A)

H. Rieger,

Hannover

E. Leitgeb,

Bad Leonfelden (A)

C. Klein,

Oberschleißheim

Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung von Vitaldaten zur Interpretation

des Gesundheitszustandes von Milchkühen im Kontext der Digitalisierung

Können der mikrobielle Vormagenstoffwechsel und das ruminale Metaproteom

durch Glyphosat beeinflusst werden?

Subklinische Ketose von Milchkühen: Prävention durch optimierte Fütterung

oder durch Tierarzneimittel?

Sensorbasierte Erfassung von Wiederkau- und Liegezeiten bei gesundheitsauffälligen

Kühen in der Frühlaktation

Auswirkungen hoher Umgebungstemperaturen auf Milchkühe (Rektaltemperatur

und Atemfrequenz) sowie deren Futteraufnahme und Milchleistung

Vorschlag für Algorithmen zur Berechnung von Gesundheitsparametern für

Milchviehherden

Ernährungsberatung in Problemfällen – Fallberichte aus der Beratungspraxis

PD Dr. Nadine Paßlack

Leiterin der Fachgruppe „Tierernährung“

Prof. Dr. Jürgen Zentek

stellv. Leiter der Fachgruppe

„Tierernährung“

Fütterung, Gesundheit und Wohlbefinden hängen eng zusammen.

• Foto: Franco Nadalin, stock.adobe.com

Ausblick und geplante Aktivitäten der DVG-Fachgruppe „Tierernährung“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist uns eine große Freude, dass unsere

Fachgruppe „Tierernährung“ seit nunmehr

drei Jahren wieder auf dem Jahreskongress

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft (DVG) vertreten ist. Das große

Engagement der Kolleginnen und Kollegen

veterinärmedizinischer und agrarwissenschaftlicher

Bildungseinrichtungen

sowie von Forschungseinrichtungen hat

es ermöglicht, abwechslungsreiche, wissenschaftlich

basierte, und gleichzeitig

praxisnahe Themen zu präsentieren und

im kollegialen Austausch zu diskutieren.

Auch für das nächste Jahr planen wir

wieder eine Fachgruppentagung und würden

uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Als Neuerung planen wir u. a., neben

Kurzvorträgen auch Posterbeiträge in

unser Programm einzubauen, um die Präsentation

relevanter Fachthemen zu erweitern.

Wie in den vergangenen Jahren

sollen wieder die unterschiedlichsten Tierarten

abgebildet werden, von (kleinen)

Heimtieren, Ziervögeln, bis hin zu Nutztieren.

Die Fragen und Themen in der Tier-

56

DVG-Forum 02/2019


FACHGRUPPE IM FOKUS

ernährung sind sehr vielseitig, dies soll

auch unser Programm widerspiegeln.

Ein besonderes Anliegen ist es, den

wissenschaftlichen Nachwuchs in unsere

zukünftigen Tätigkeiten verstärkt

einzubinden. Unsere Fachgruppe wird

unterschied liche Konzepte entwickeln,

um Nachwuchswissenschaftlerinnen und

Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit

zu geben, eigene Forschungsergebnisse

zu präsentieren und sich mit Kolleginnen

und Kollegen zu vernetzen.

Wir werden auch in den kommenden

Jahren aktuelle Themen und Trends der

Tierernährung aufgreifen und freuen uns

hierbei auch auf eine Zusammenarbeit mit

weiteren Fachgruppen der DVG. Die Tierernährung

weist viele Schnittmengen

zwischen unterschiedlichen veterinärmedizinischen

Bereichen auf, so dass eine

wichtige Basis für einen interdisziplinären

Austausch gelegt ist. Neben der jährlichen

Fachgruppentagung sollen zukünftig auch

weitere Formate, wie Seminare und Workshops,

von unserer Fachgruppe initiiert

werden. Im Rahmen unserer Mitgliederversammlungen

werden wir diese Konzepte

diskutieren und auf den Weg bringen.

Abschließend möchten wir unseren

ausdrücklichen Dank an die DVG richten,

die es uns ermöglicht, unsere Fachgruppe

zu entwickeln und in den weiteren Austausch

mit Kolleginnen und Kollegen zu

gehen. Wir danken dem Präsidenten, Herrn

Professor Martin Kramer, ebenso wie der

Geschäftsführerin der DVG, Frau PD Dr. Susanne

Alldinger, und allen weiteren Beteiligten

der DVG, die uns die Möglichkeit geben,

unser Fachgebiet einem großen Fachpublikum

zu präsentieren.

Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen

in Berlin 2020!

Im Namen der DVG-Fachgruppe Tierernährung

Nadine Paßlack

Leiterin der Fachgruppe

Jürgen Zentek

stellvertretender Leiter der Fachgruppe

Weitere Informationen zu unserer Fachgruppe

finden Sie unter:

q www.dvg.de, Fachgruppen, Fachgruppe

„Tierernährung“

Neue Mitglieder sind herzlich willkommen!


Aktuelle Publikationen im DVG-Verlag

Die folgenden aktuellen Tagungsbände zum DVG-Vet-Congress sind in der DVG-Geschäftsstelle erhältlich:

PUBLIKATIONEN

Freitag, 15.11.2019,

15 Euro

• 65. Jahreskongress

der DGK-DVG inkl.

Freier Vorträge

und Poster

• 11. Tagung der

DVG-Fachgruppe

Chirurgie

• Tagung der DVG-Fachgruppe VAINS

• Tagung der DVG-Fachgruppe

Verhaltensmedizin & Bissprävention

und der GTVMT

• Tagung „Aufgaben und Aktivitäten der

DVG-Konsiliarlabore“

Samstag, 16.11.2019,

15 Euro

• 65. Jahreskongress

der DVG-Fachgruppe

DGK-DVG

• 6. Tagung der AG

Lasermedizin der

DGK-DVG

• Tagung der DVG-Fachgruppe

„Tierernährung“

• Tagung der DVG-Fachgruppe

„Naturheilverfahren & Regulationsmedizin“

Rindertagung /

Konsiliarlabore,

15.– 16.11.2019,

15 Euro

• 13. Berlin-Brandenburgischer

Rindertag /

DVG-Rindertagung

• Tagung „Aufgaben und Aktivitäten der

DVG-Konsiliarlabore“

Beide Bücher (Freitag/Samstag) im Set, 25 Euro

Weitere aktuelle Publikationen finden Sie auf Seite 73.

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand

(bei Versand innerhalb Deutschlands:1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).

DVG-Forum 02/2019 57


STIFTUNGEN UND PREISE

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis 2019

Prof. Dr. Reinhold Rudolf Hofmann (links) wurde

mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

ausgezeichnet. Foto: Milena Schlösser / DVG

Auf der Eröffnungsfeier des DVG-Vet-Congresses

am 15. November in Berlin verlieh

DVG-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer

(Gießen) den Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

an Prof. Dr. Reinhold Rudolf

Hofmann (Baruth/Mark). Er würdigte damit

das wissenschaftliche Lebenswerk Prof.

Hofmanns und sein herausragendes Engagement

auf dem Gebiet der Topographie

und Morphologie des Magens von Hausund

Wildwiederkäuerarten, mit dem er die

Grundlagen schuf für das bessere Verständnis

der evolutionären Anpassungsvorgänge

des Verdauungstraktes der Wiederkäuer

unter Beachtung der ökophysiologischen

Verhältnisse.

Prof. Hofmann wurde 1932 in Ilmenau/

Thüringen geboren. Nach dem Studium

der Veterinärmedizin in Gießen wurde er

1958 wissenschaftlicher Assistent am

dortigen Institut für Veterinär-Anatomie.

Nach der Promotion 1960 erfolgte 1966 die

Habilitation zu dem Thema: „Zur Topographie

und Morphologie des Wiederkäuermagens

im Hinblick auf seine Funktion bei

ostafrikanische Tierarten“. 1967 wurde er

Professor und Head of Department an der

University of Nairobi/Kenia. Nach seiner

Rückkehr nach Deutschland war er von

1972 bis 1992 Professor für Vergleichende

Anatomie der Haus- und Wildtiere am Institut

für Veterinär-Anatomie an der Justus-Liebig-Universität

(JLU) Gießen. 1974

gründete er mit weiteren Kollegen den interdisziplinären

Arbeitskreis „Wildtierbiologie“

an der JLU. Die Anerkennung als

Fachtierarzt für Wildtiere (Wildbiologie) erfolgte

1980. Von 1990 bis 1992 war er Prodekan

und Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin

der JLU Gießen. Im Anschluss

war er bis zum Jahr 2000 der erste Direktor

des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung

(IZW) in Berlin und hatte

gleichzeitig eine Stiftungsprofessur für

„Interdisziplinäre Zoo- und Wildtierkunde“

an der Freien Universität in Berlin inne.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 2000

übernahm Prof. Hofmann noch Gastprofessuren

in China und Thailand.

Seinem wissenschaftlichen Hauptarbeitsgebiet

über die „Topographie und

Morphologie des Magens von 25 Hausund

Wildwiederkäuerarten“ blieb er immer

treu. Seine grundlegenden Arbeiten resultierten

in einer fundamentalen Typisierung

der untersuchten Wiederkäuerarten

in Konzentrat-Selektierer, Gras- und Raufutter-Verzehrer

sowie Intermediärtypen.

Mit diesen überaus präzisen Untersuchungen

schuf er die Grundlagen dafür,

die evolutionären Anpassungsvorgänge

des Verdauungstraktes der Wiederkäuer

unter Beachtung der ökophysiologischen

Verhältnisse besser zu verstehen. Sein Verdienst

war es außerdem, dass sich das IZW

zu einem spezialisierten, globalen Forschungsinstitut

mit Felduntersuchungsstationen

weiterentwickeln konnte.

Seine von 1960 bis zum jetzigen Zeitpunkt

erschienenen über 170 wissenschaftlichen

Publikationen sowie 59 Promotionen

(Nairobi/Gießen/Berlin) beweisen sein

veterinärmedizinisches wissenschaftliches

Interesse, welches ihn seit fast 60

Jahren auszeichnet und nicht losgelassen

hat.

Der Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

geht auf Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Lerche

(1892–1980) zurück, Mitbegründer und

erster gewählter Vorsitzender der DVG, der

sich insbesondere mit der Problematik der

Zoonosen und ihren lebensmittelhygienischen

Aspekten beschäftigt hat und als

Begründer der Lebensmittelhygiene als

einer eigenständigen Wissenschaft gilt.

Förderpreis der DGK-DVG 2019

Der Förderpreis der Deutschen Gesellschaft

für Kleintiermedizin (DGK-DVG)

wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und an

qualitativ herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen

und Nachwuchswissenschaftler

vergeben. Anlässlich des 65.

Jahreskongresses der DGK-DVG verlieh

DGK-DVG-Präsident Prof. Dr. Andreas Moritz

den mit 5.000 Euro dotierten Preis am 15.

November an PD Dr. Nadine Paßlack.

Frau Dr. Paßlack ist am Institut für Tierernährung

der Freien Universität Berlin tätig

und hat sich im Bereich der Kleintiermedizin

intensiv mit ernährungsphysiologischen

und diätetischen Fragestellungen

befasst. Nach dem Studium der Veterinärmedizin

an der Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover, dem erfolgreichen

Abschluss ihrer Promotion 2010 und der

Fachtierarztanerkennung für Tierernährung

und Diätetik im Jahr 2016 erhielt sie

58

DVG-Forum 02/2019


STIFTUNGEN UND PREISE

Prof. Dr. Andreas Moritz zeichnete PD Dr. Nadine

Paßlack mit dem DGK-DVG-Förderpreis aus.

Foto: Milena Schlösser / DVG

2017 die Venia Legendi am Fachbereich Veterinärmedizin.

In der Forschung hat Frau Dr. Paßlack

ihren besonderen Schwerpunkt auf ernährungsphysiologische

Untersuchungen bei

Katzen und Hunden gelegt. Sie konnte dadurch

auch in enger Kooperation mit klinischen

Einrichtungen, u. a. der Kleintierklinik

der Freien Universität Berlin, diätetische,

metabolische und immunologische

Fragestellungen mit hochwertigen wissenschaftlichen

Methoden bearbeiten

und ihre Arbeiten in hochwertigen Zeitschriften

veröffentlichen.

Neben einer umfassenden Forschungsaktivität

ist Frau Dr. Paßlack auch intensiv

in die veterinärmedizinische Lehre eingebunden

und bietet seit vielen Jahren eigene

Wahlpflichtveranstaltungen an, die von

den Studierenden sehr geschätzt und hervorragend

bewertet werden.

Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung

ist Frau Dr. Paßlack regelmäßig als

Referentin u. a. auf den Veranstaltungen

der DVG und der European Society of Veterinary

and Comparative Nutrition präsent.

Neben diesen Aktivitäten war Frau

Dr. Paßlack von 2014 bis 2016 Mitglied im

ersten Future Board der DGK-DVG und hat

sich dort aktiv beteiligt. Seit 2018 ist sie

Leiterin der DVG-Fachgruppe „Tierernährung“.

DVG-Vet-Congress 2019 – Preise und Auszeichnungen

Im Rahmen des DVG-Vet-Congresses wurden

erneut Nachwuchswissenschaftler

mit Preisen für ihre Vorträge und Poster

ausgezeichnet.

Deutsche Gesellschaft für

Kleintiermedizin (DGK-DVG)

Die Jury zur Auswahl der besten Freien Vorträge

und Poster wird vom Future Board

der DGK-DVG gebildet. Folgende Nachwuchswissenschaftler

erhielten Preise:

Freie Vorträge

1. Preis (500,- Euro):

Dr. Karsten Kempker (Gießen)

„Coilembolisation des intrahepatischen

portosystemischen Shunts beim Hund mit

einem singulären Coil“

2. Preis (Buchpreis):

Lena Maria Holbein (Gießen)

„Vergleichende Untersuchung des Processus

coronoideus medialis ulnae des caninen

Ellbogengelenks: histologische und

computertomographische Befunde“

3. Preis (Buchpreis):

Andreas Hortmann (Gießen)

„Ballon-Sizing des persistierenden Ductus

arteriosus beim Hund“

Poster:

1. Preis (500,- Euro):

Julia Grassinger (Bad Kissingen)

„Die Korrelation der BRAF-Mutation, der

histologischen Befunde und der Cyclooxygenase-2

Expression im Harnblasenkarzinom

des Hundes“

2. Preis (Buchpreis):

Sarah Hauser (München)

„Vergleich verschiedener Lagerungen des

Beckens und der Femora und deren Einfluss

auf den Norbergwinkel“

3. Preis (Buchpreis):

Yu-Han Chung (Berlin)

„Zusammenhang zwischen parodontalen

Erkrankungen, Höhe des Serum-Vitamin

D3-Spiegels und Art der Fütterung beim

Hund?“

Die Preisträger der Freien Vorträge mit Future Board und Sponsoren(v.l.n.r.): Dr. Britta Kiefer-Hecker,

Dr. Elisabeth Müller, Eva-Maria Packeiser, Dr.Claudia Köhler, Dr. Arne Güssow, Prof. Dr. Andreas

Moritz, Miriam Keiner, Dr. Karsten Kempker, Andreas Hortmann, Lena-Maria Holbein, Ingo Schäfer,

Prof. Dr. Barbara Kohn, Jennifer Strangalies. Foto: DVG

DVG-Forum 02/2019 59


STIFTUNGEN UND PREISE

Laboklin-Preis

• Bester freier Vortrag im Bereich der Labordiagnostik

(700,- Euro):

Miriam Keiner (Gießen)

„RETIC-HGB (Reticulocyte haemoglobin

content) – A new diagnostic parameter

for the detection of iron-limited erythropoiesis

in cats“

• Bestes Poster im Bereich der Labordiagnostik

(700,- Euro):

Dr. Tanawan Soimala (Songkhla, THA)

„Prevalence of methicillin-susceptible

and methicillin-resistant Staphylococcus

pseudointermedius on ocular surfaces

of dogs and cats suffering from

ophthalmologic diseases“

Die Posterpreisträger mit Future Board und Sponsoren (v.l.n.r.): Sabine Poppe, Dr. Claudia Köhler,

Prof. Dr. Barbara Kohn, Ingo Schäfer, Dr. Arne Güssow, Julia Grassinger, Eva-Maria Packeiser,

Sarah Hauser, Prof. Dr. Andreas Moritz, Yu-Han Chung, Dr. Tanawan Soimala. Foto: DVG

Die Preise für die Freien Vorträge und die

Buchpreise für die Poster wurden von der

Schlüterschen Verlagsgesellschaft gestiftet.

Den Geldpreis für das beste Poster stiftete

die DGK-DVG und den Laboklin-Preis

die Firma Laboklin.

Fachgruppe „Chirurgie“

Auf der Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“

erhielten Preise für die besten Vorträge:

1. Preis (500,- Euro):

Pia Rebentrost (Leipzig)

„Fluoroskopisch-kinematografische Beurteilung

der kranio-kaudalen Kniegelenksstabilität

nach Tibial Plateau Leveling

Osteotomy (TPLO)”

2. Preis (Buchpreis):

Dr. Fenella Schmidli-Davies (Bern, CH)

„Fractures of the Second Cervical Vertebra

in Dogs and Cats“

3. Preis (Buchpreis):

Sophie Buchheim (Leipzig)

„Untersuchungen zur Präservation von kaninem

Amnion für die Anwendung bei Korneadefekten”

Die Preisträger der besten Chirurgie-Vorträge mit Jury und Sponsoren (v.l.n.r.): Dr. Christine Peppler,

Jennifer Strangalies, Pia Rebentrost, Dr. Fenella Schmidli-Davies, Sophie Buchheim,

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer, Dr. Kay Schmerbach, Dr. Mirja Nolff, Dr. Mathias Brunnberg. Foto: DVG

Die Preise wurden von der Schlüterschen

Verlagsgesellschaft gestiftet.

60

DVG-Forum 02/2019


STIFTUNGEN UND PREISE

Bruns-Preis 2019

Anlässlich des DVG-Vet-Congresses wurden

in diesem Jahr zwei Wissenschaftler

mit dem Bruns-Preis ausgezeichnet, wobei

beide die vollständige Preissumme von

3.000 Euro erhielten. Der Vorsitzende des

Stiftungsrates der Dres. Jutta und Georg

Bruns-Stiftung, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Prof.

Hartwig Bostedt (Gießen) verlieh den Preis

der Stiftung an PD Dr. Matthias Eddicks

(München) und Prof. Dr. Marion Schmicke

(Hannover).

PD Dr. Matthias Eddicks erhielt den

Preis in Würdigung seiner herausragenden

klinisch-veterinärmedizinischen Forschung

im Bereich der porzinen Circoviren

(PCV). Dabei hat seine mehrjährige Erfahrung

in der tierärztlichen Praxis seine

wissenschaftliche Tätigkeit maßgeblich

geprägt, was sich in der Umsetzbarkeit

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt, Dr. Georg Bruns, Prof. Dr. Marion Schmicke, PD Dr.

Matthias Eddicks, Dr. Jutta Bruns. Foto: Milena Schlösser / DVG

seiner Forschungsergebnisse in die tierärztliche

Praxis widerspiegelt.

Prof. Dr. Marion Schmicke wurde für

ihre hervorragenden wissenschaftlichen

Leistungen bezüglich der Bedeutung und

Funktion der somatotropen Achse bei

Milchkühen geehrt. Diese Erkenntnisse

leisten ihren Beitrag in der direkten Verbesserung

des Managementes bei Hochleistungskühen.

Eine ausführliche Würdigung der Leistungen

beider Preisträger ist im DVG-Forum

01/2019 zu finden.

Stipendium der Dres. Jutta & Georg Bruns Stiftung

für innovative Veterinärmedizin 2020

Die Dres. Jutta & Georg Bruns Stiftung für

innovative Veterinärmedizin, betreut von

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft, hat sich zur Aufgabe gestellt,

Arbeiten von Wissenschaftlerinnen und

Wissenschaftlern, die das 40. Lebensjahr

noch nicht überschritten haben, zu unterstützen.

Ziel der Stiftung ist es, eine stärkere

Verbindung zwischen klinischer Forschung

und Grundlagenwissenschaften

zu erreichen.

Die Stiftung vergibt jährlich ein Stipendium

mit der monatlichen Förderhöhe

von

€ 1.500,00

für einen zweijährigen Förderungszeitraum.

Das Forschungsprogramm soll innovative,

klinisch orientierte Fragestellungen

aus dem Bereich Nutztier-, Pferde- oder

Heimtierheilkunde sowie Regulationsmedizin

beinhalten, die in Kooperation mit

Grundlagenfächern bearbeitet werden

sollen.

Der Antrag soll die Seitenzahl von 8

(inkl. Publikations- und Literaturverzeichnis)

nicht wesentlich überschreiten und ist

mit einer detaillierten Beschreibung des

Forschungsvorhabens nach DFG-Vorgaben

bis zum

01.03.2020

einzusenden an (bitte bevorzugt als pdf-

Datei per E-Mail):

Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft DVG e.V.

Friedrichstraße 17

D-35392 Gießen

E-Mail: info@dvg.de

Sie erhalten zeitnah eine Bestätigung Ihrer

Bewerbung. Sollten Sie nichts von uns

hören, melden Sie sich bitte in der DVG-

Geschäftsstelle (Tel.: 0641 24466, E-Mail:

info@dvg.de).

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hartwig Bostedt

Vorsitzender des Stiftungsrates

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und

Andrologie der Groß- und Kleintiere mit

Tierärztlicher Ambulanz

Frankfurter Str. 106, D-35392 Gießen

E-Mail: hartwig.bostedt@vetmed.

uni-giessen.de

Hinweise zum Datenschutz finden Sie

unter www.dvg.de, Über uns, Stiftungen,

Bruns-Stiftung

DVG-Forum 02/2019 61


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Verstärkung in der DVG-Geschäftsstelle

Katharina Kleber

thrin Hund wird sie zukünftig für die

Erstellung der Tagungsbände und Flyer zuständig

sein und Ihnen für Fragen rund um

das Thema Buchbestellung zur Verfügung

stehen. Überdies wird sie das Team bei der

Durchführung von Kongressen und der Betreuung

des Messestandes unterstützen.

Frau Kleber hat von 2011 bis 2017 an der

Justus-Liebig-Universität in Gießen Tiermedizin

studiert und nach dem Studium

im Zentrallabor sowie der Klinik für Kleintiere

– Innere Medizin gearbeitet. Neben

ihrer Teilzeittätigkeit bei DVG fertigt Frau

Kleber aktuell ihre Dissertation an. Privat

findet man sie auf ausgedehnten Spaziergängen

mit ihren Hunden oder gemütlich

mit einem guten Buch auf der Couch.

Ab Februar 2020 wird zudem Dr. Maren

Bludau das DVG-Team in der Geschäftsstelle

insbesondere in den Bereichen

Öffentlichkeitsarbeit und Webseiten

Dr. Maren Bludau

Die DVG-Geschäftsstelle ist um eine weitere

Mitarbeiterin reicher geworden. Seit

dem 1. Oktober unterstützt Tierärztin Katharina

Kleber das Team der DVG-Geschäftsstelle.

In Zusammenarbeit mit Kaverstärken.

Frau Dr. Bludau ist Tierärztin

und Grafik-Designerin. Auf dem DVG-Vet-

Congress 2019 war sie bereits am Messestand

der DVG tätig.

Werde Schnuppermitglied!

Studierende und Doktoranden/innen können

für 25,00 € im Jahr Schnuppermitglied

in der DVG werden. Das hat viele Vorteile,

und einen Veti-Kalender gibt’s kostenlos

dazu!

Weitere Infos: www.dvg.de

Oder fragt uns:

Tel.: 0641 24466, info@dvg.de

Foto: Eugen Thome, stock.adobe.com

DVG-Mitglieder erhalten u. a.:

• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen

und Kongressen der DVG und ATF

• Preisnachlass bei Publikationen des DVG-

Verlags sowie bei weiteren Publikationen

• günstige Abos für die Zeitschriften „Kleintierpraxis“

und „Tierärztliche Praxis“

62

DVG-Forum 02/2019


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Was die DVG ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer DVG-Mitgliedschaft

• Ermäßigung bei Tagungen, Fortbildungen

und Kongressen der DVG und ATF

• Ermäßigung bei internationalen Kongressen

von Veranstaltern, bei denen

die DVG Mitglied ist

• NEU: Betriebshaftpflichtversicherung

über https://main-finanz.de/dvg/

• 20 Prozent Preisnachlass bei allen im

DVG-Verlag erschienenen Publikationen

(excl. Blauer Hund)

• Ein Jahr kostenfreier Bezug der „Kleintierpraxis“

für Neu-Mitglieder

• 30 Prozent Rabatt auf die „Tierärztliche

Praxis“ (offizielles Organ der DVG-Fachgruppen

InnLab, Pathologie, Anästhesie,

kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,

Bienen sowie Zier-, Zoo- und

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und

Fische, erscheint sechsmal jährlich)

• Preisnachlass für Publikationen des

Bundesverbandes für fachgerechten

Natur- und Artenschutz e.V. (BNA)

• Veti-Kalender für Neu-Schnuppermitglieder

• Zusendung der DVG-Mitgliederzeitschrift

„Forum“ zweimal jährlich

• Kostenlose Zusendung von Programmheften

Jährliche Mitgliedsbeiträge

• Regulärer Beitrag ab Januar 2020:

120 Euro (siehe auch Seite 3)

• Schnuppermitgliedschaft für Studierende

und Doktoranden: 25,00 Euro

• Ermäßigter Beitrag für Tierärzte/innen

in Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro

• Kollegen/innen in Rente oder Pension:

auf Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro

Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?

Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular

finden Sie unter.

www.dvg.de q Mitgliedschaft

In eigener Sache – Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

damit wir Ihnen per E-Mail schnell und

kostengünstig Infos, wie z. B. anstehende

Tagungen, günstige Frühbucherrabatte,

Deadlines für Abstract-Einreichungen oder

Bewerbungen für Preise, schicken können,

benötigen wir Ihre aktuelle E-Mail- Adresse.

Bitte teilen Sie uns Ihre E-Mail mit, falls

Sie noch keine DVG-Mails erhalten.

Wir schicken unsere Nachrichten fachgruppenspezifisch,

das heißt, Sie erhalten

nur Meldungen, welche die von Ihnen gewählten

Fachgruppen betreffen und die

daher für Sie auch relevant sind.

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen

Datenschutzbestimmungen ein

und geben die Adressen nicht an Dritte

weiter.

Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn sich

Ihre postalische Adresse ändert. Denn nur

dann können wir Ihnen komplikationslos

aktuelle Kongressprogramme und wichtige

Informationen schicken.

Wir freuen uns über Mitteilungen an:

E-Mail: info@dvg.de

Telefon: 0641 24466

Telefax: 0641 25375

Vielen Dank!

Ihr Team von der DVG-Geschäftsstelle

Foto: adiruch na chiangmai, stock.adobe.com

DVG-Forum 02/2019 63


PERSONEN

In memoriam Dr. med. vet. Dr. med. dent. Peter Fahrenkrug

Foto: privat

Plötzlich und unerwartet früh wurde Dr.

med. vet. Dr. med. dent. Peter Fahrenkrug

nach kurzer schwerer Krankheit am 30. August

dieses Jahres aus dem Leben gerissen.

Als Sohn eines praktischen Tierarztes

und einer Säuglingsschwester kam Peter

Fahrenkrug am 13.06.1952 im niedersächsischen

Buxtehude zur Welt. Im Kindesund

Jugendalter begleitete er seinen Vater

oft auf dessen Praxistouren in und um

Quickborn herum, wo der Vater, Dr. med.

vet. Peter Paul Fahrenkrug 1954, eine Großtierpraxis

übernommen hatte.

Nach Bestehen des Abiturs im Jahre

1971 immatrikulierte er sich zunächst an

der juristischen Fakultät in Hamburg, um

dann ab 1972 Veterinärmedizin an der Tierärztlichen

Hochschule in Hannover zu

studieren, wo er 1977 sein Examen ablegte

und die Approbation erhielt. 1978 folgte

die Promotion zum Dr. med. vet. im

Fach Tierseuchenlehre mit dem Thema:

„Die Tierseuchensituation des schleswig-holsteinischen

Landkreises Pinneberg

in den Jahren 1954 bis 1977“. Er entschied

sich, auch noch das Studium der

Zahnmedizin anzuschließen, erst in Marburg

und dann in Hamburg, welches er

1982 ebenfalls erfolgreich mit Examen und

Approbation abschloss.

Nach tierärztlicher und zahnärztlicher

Assistententätigkeit ließ sich Fahrenkrug

im Jahre 1985 zunächst als Zahnarzt in

Hasloh bei Pinneberg nieder. Obwohl die

Zahnarztpraxis prosperierte und ein gesichertes

Einkommen ermöglichte, galt

allerdings, schon seit 1978, seine große

berufliche Leidenschaft der Tierzahnheilkunde.

So ist es nicht verwunderlich, dass

er 1982 im Fach Zahnmedizin über ein tierzahnheilkundliches

Thema („Stand und

Möglichkeiten der Zahnheilkunde bei

Haustieren“) zum Dr. med. dent. promoviert

wurde.

In den folgenden zwei Jahrzehnten

qualifizierte er sich in der Tierzahnheilkunde

immer weiter, in den USA wurde

er nach erfolgreicher Prüfung 1988 Fellow

of the American Academy of Veterinary

Dentistry, in Europa 1998 Diplomate des

European Veterinary Dental College. In

Deutschland erwarb er 1991 zunächst die

Zusatzbezeichnung „Tierzahnheilkunde“,

2002 die Zusatzbezeichnung „Zahnheilkunde

– Pferd“ und schließlich im Jahr

2008 die Fachtierarztbezeichnung „Zahnheilkunde

– Kleintiere“.

Das Vakuum und den notwendigen

Fort- und Weiterbildungsbedarf auf dem

Gebiet der Tierzahnheilkunde erkennend

begann Fahrenkrug die Tierärzteschaft

nicht nur in Deutschland, sondern international

für dieses Spezialgebiet unermüdlich

und zielstrebig zu begeistern.

Seine Vorbilder waren vor allem die Wiener

Schule mit Professor Erich Eisenmenger

und dem zum guten Freund gewordenen

Professor Karl Zetner sowie die Berliner

Schule mit Professor Erwin Becker. Diese

Leidenschaft war so groß, dass er sich 1994

sogar entschloss, seine gutgehende Zahnarztpraxis

zu verkaufen, um sich beruflich

nur noch und systematisch der Tierzahnheilkunde

in Lehre, Forschung und Praxis

zu widmen. Dafür brachte er exzellente

Voraussetzungen mit, nämlich akademische,

handwerkliche, pädagogische, didaktische,

rhetorische und schriftstellerische

Fähigkeiten und Begabungen.

Der Enthusiasmus für sein Spezialgebiet

spiegelt sich in einer ungeheuren, breit

gefächerten Schaffenskraft wider: Zahlreiche

Publikationen in deutschen wie internationalen

Fachzeitschriften, 11 Lehrbuchbeiträge

und 2 eigene Lehrbücher, 11 wissenschaftliche

Videos, und über 900 Vorträge

und Seminare in mehr als 25 Ländern auf

dieser Erde geben Zeugnis darüber ab.

Ein besonders wichtiges Anliegen von

Fahrenkrug war es, Studierenden, Tierärzten

und Tierärztinnen nicht nur theoretisches

Wissen zu vermitteln. Aus einem

Praktikerhaushalt stammend und selbst

ein begnadeter, nicht nur zahnmedizinischer

Handwerker, war es ihm ein ganz

besonderes Anliegen, auch praktische Fähigkeiten

zu vermitteln. Hierfür hatte er

zusammen mit der zahnmedizinischen

Prophylaxeassistentin Elke Greiner, mit der

er seit 27 Jahren zusammenarbeitete, ein

geradezu einmaliges, exzellent konzipiertes

tierzahnheilkundliches Seminarsystem

aus Theorie und praktischen Übungen

aufgebaut. Mehr als 11.000 (!) teilnehmende

Tierärzte und Tierärztinnen zeugen von

der Beliebtheit dieser seit 1984 regelmäßig

im In- und Ausland angebotenen Seminare,

wobei oft genug erhebliche logistische

Schwierigkeiten überwunden werden

mussten.

Fahrenkrug schuf darüber hinaus die

Voraussetzungen für den Erwerb materieller

Praxisausstattungen für die angemessene

zahnmedizinische Versorgung vom

Meerschweinchen bis zum Pferd. So entwickelte

und importierte er Dentalinstrumente

und -geräte. Er baute zudem eine

eigenständige Sortimentsparte auf und

erstellte einen umfassenden Einkaufskatalog

zur Tierzahnheilkunde für das

64

DVG-Forum 02/2019


Dienstleistungsunternehmen Henry Schein

Vet GmbH , früher HEILAND.

Mit Vorlesungstätigkeiten an den tiermedizinischen

Bildungsstätten in Berlin,

Gießen und Hannover begeisterte Fahrenkrug

seit 1990 eine Vielzahl von Studierenden

für sein Lieblingsfach. Er war Lehrbeauftragter

von 1990 bis 1996 in Berlin

und seit dem Sommersemester 2019 in

Hannover. Sein wissenschaftlich-beruflicher

Traum, eine Honorarprofessur für

sein Spezialgebiet an der Tierärztlichen

Hochschule Hannover, konnte nicht mehr

in Erfüllung gehen.

Fahrenkrug verschrieb sich auch der

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

So war er Ideengeber und fachlicher

Betreuer einer Vielzahl von Dissertationsvorhaben,

von denen in Kooperation

mit Universitätsprofessoren zehn erfolgreich

abgeschlossen werden konnten.

Manche Doktoranden/innen kann er leider

nicht mehr selbst mit seiner Expertise

bis zur Fertigstellung der Arbeiten begleiten.

Für die Würdigung herausragender

wissenschaftlicher Publikationen auf dem

Gebiet der Tierzahnheilkunde war er Ideengeber

und Initiator verschiedener Wissenschaftspreise:

• auf europäischer Ebene dem erstmals

1993 ausgelobten European Award of

Veterinary Dentistry (zunächst: UP-

JOHN-Award), verliehen von der EVDS /

EVDC;

• in Deutschland dem 1998 geschaffenen

und später im Rahmen von DGK-DVG-

Kongressen verliehenen Becker-Preis

für die beste deutschsprachige Dissertation

zu den Arbeitsgebieten von Prof.

Dr. med. vet. habil. Erwin Becker (1898 –

1978) (Tierzahnheilkunde, Röntgenologie,

wissenschaftliche Aufbereitung von

Lehrstoff mittels audiovisueller Medien).

Tiermedizinischen Fachangestellten sollten

nach Auffassung von Fahrenkrug

ebenfalls ein Grundstock an zahnmedizinischem

Wissen und Fähigkeiten für eine

fachgerechte Versorgung von Tieren in der

tierärztlichen Praxis vermittelt werden. So

unterrichtete er sie drei Dekaden lang in

Berufsschulen Hamburgs und Schleswig-Holsteins

sowie auf Tagungen und in

Seminaren über ihre spezifischen Aufgaben.

Peter Fahrenkrug war auch berufspolitisch

sowohl auf nationaler wie auf internationaler

Bühne sehr aktiv. So setzte er

sich in Deutschland vehement für die Einführung

zunächst der Zusatzbezeichnung

Tierzahnheilkunde, später auch der Zusatzbezeichnungen

und Fachtierarztbezeichnungen

Tierzahnheilkunde Kleintiere

bzw. Pferde in die Weiterbildungsordnungen

der Bundes- und schließlich auch

der Landestierärztekammern in Deutschland

ein. Hierfür beriet er seit 1990 mit

seiner Kompetenz Fachausschüsse für

tierärztliche Weiterbildung zahlreicher

Landestierärztekammern und der Bundestierärztekammer

(BTK). Seit 2004 bereicherte

er als Mitglied den beratenden Ausschuss

für Fortbildung der Tierärztekammer

Schleswig-Holstein.

In der BTK beteiligte er sich als Mitglied

und stellvertretender Vorsitzender des

Ausschusses für Gebührenwesen (2000 bis

2003) an der Novellierung der Gebührenordnung

für Tierärzte und formulierte

maßgeblich die Abrechnungspositionen

im Abschnitt „Zähne, Mund- und Rachenhöhle“.

Von 2008 bis 2011 leitete er den BTK-

Ausschuss für Fort- und Weiterbildung.

Im Bundesverband praktizierender

Tierärzte (bpt) übernahm Fahrenkrug von

1999 bis 2011 den Vorsitz des Landesverbandes

Hamburg und war in dieser Zeit

auch Mitglied im Bundesvorstand.

Für die Deutsche Gesellschaft für

Kleintiermedizin (DGK-DVG) trug er u.a.

zum Erfolg des WSAVA-Kongresses in Berlin

1993 und des FECAVA-Kongresses 2001

in Berlin durch Gestaltung von Seminaren

bzw. Tagungssektionen bei. Im erweiterten

Vorstand der DGK-DVG vertrat er von

PERSONEN

2001 bis 2013 das Spezialgebiet Tierzahnheilkunde

und agierte als Verbindungsmann

zum European Veterinary Dental

College (EVDC). Von 2002 bis 2014 nahm er

die Aufgaben des Internationalen Repräsentanten

der DGK wahr.

Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

(DGT-DVG) verdankt ihre

Gründung als Fachgruppe im Arbeitsgebiet

„Klinische Veterinärmedizin“ in der

DVG im Jahre 2004 in Baden-Baden und

ihre nachfolgende positive Entwicklung

hauptsächlich der leidenschaftlichen und

visionären Initiative von Fahrenkrug, zu

deren Gründungspräsident (2004 bis 2007)

er gewählt worden war.

Auf internationaler Ebene beteiligte

sich Fahrenkrug maßgeblich an der Gründung

der European Veterinary Dental

Society (EVDS) im Jahr 1991 und wurde in

Nachfolge des Gründungspräsidenten

Prof. Dr. Karl Zetner aus Wien deren zweiter

Präsident (1993 bis 1995). Als Mitglied

im Gründungskomitee des European

Veterinary Dental College (EVDC) setzte er

entscheidende Impulse zu seiner Realisierung.

Auch als Mitbegründer musste er die

anspruchsvolle Prüfung zum Diplomate

des EVDC absolvieren. Im College nahm er

Aufgaben im Zulassungsausschuss zur

Collegeprüfung wahr (1998 bis 2014). Sein

selbstbewusstes und gleichzeitig sympathisches

Auftreten und seine außergewöhnlich

guten Fremdsprachenkenntnisse

waren Wegbereiter der großen internationalen

Wertschätzung, die ihm und auch

der deutschen Gruppe zuteil wurde.

Peter Fahrenkrug hat sich durch seinen

unermüdlichen persönlichen Einsatz in

vorbildlicher Weise für die Kleintiermedizin

und den tiermedizinischen Berufsstand

große Verdienste erworben. Deshalb

verlieh die DGK-DVG ihm im Jahre 2004 die

renommierte Richard-Völker-Medaille.

2010 wurde er vom Bundesverband praktizierender

Tierärzte (bpt) mit der Felix-

Train- Medaille geehrt. Leider ist es ihm

nicht mehr vergönnt, persönlich die Ver-

DVG-Forum 02/2019 65


PERSONEN

leihung der Ehrenpräsidentschaft der

Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

anlässlich ihrer 15. Jahrestagung

in Berlin in diesem November und die

Verdienstmedaille der Tierärztekammer

Schleswig-Holstein anlässlich der 6. Tagung

in Schleswig im Februar 2020 entgegenzunehmen.

Mit Peter Fahrenkrug ist ein unschätzbar

wertvoller, herzensguter Freund, eine

außergewöhnliche Persönlichkeit, ein herausragender

Zahn- und Tierarzt, ein fürsorglicher

Unternehmer und Arbeitgeber,

ein genialer, visionärer und leidenschaftlicher

Kämpfer für sein Lieblingsfach, die

Tierzahnheilkunde, ein brillanter Rhetoriker

und mitreißender Lehrender aus diesem

Leben geschieden. Er hat die Entwicklung

der Tierzahnmedizin wegweisend gestaltet,

vorangetrieben und geprägt. Er hat

uns sehr viel gegeben! Die Tierärzteschaft

hat ihm unendlich viel zu verdanken.

Er ist nun fern. Aber seine Visionen,

seine Fähigkeit zum vernetzten Denken,

seine launigen und von unglaublich großem

Fach- und Allgemeinwissen geprägten

Einlassungen bleiben in unserem Bewusstsein

und unseren Herzen. Wir werden

ihn sehr vermissen.

Ihm und seinem Lebenswerk bewahren

wir ein ehrendes Andenken.

Dr. Friedrich Röcken,

Ehrenpräsident der DGK-DVG

Prof. Dr. Andreas Moritz,

Präsident der DGK-DVG

Dr. Martina van Suntum,

Präsidentin der DGT

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,

Präsident der DVG

Nieberle-Plakette für Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer

Dr. Thomas Steidl (links) verliest die Laudatio auf

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer. Foto: LTK

Baden-Württemberg

Auf dem Baden-Württembergischen Tierärztetag

in Leinfelden-Echterdingen bei

Stuttgart wurde Prof. Dr. Dr. h.c. Martin

Kramer, Präsident der DVG und Dekan

des Fachbereichs Veterinärmedizin der

Justus-Liebig-Universität Gießen, am

28.06.2019 mit der Nieberle-Plakette der

Landestierärztekammer (LTK) Baden-Württemberg

geehrt.

LTK-Präsident Dr. Thomas Steidl verlieh

Prof. Dr. Dr. h.c. Kramer diese hohe Auszeichnung

in Anwesenheit von Friedlinde

Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium

für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

des Landes Baden-Württemberg.

Damit würdigte die Landestierärztekammer

die besonderen wissenschaftlichen

und berufspolitischen Verdienste

von Prof. Dr. Dr. h.c. Kramer, der die Bildgebung

und Kleintierchirurgie in den letzten

beiden Jahrzehnten in Deutschland signifikant

nach vorne gebracht und sich

mit großem Engagement für den Berufsstand

verdient gemacht hat.

Ehrenstatue für Prof. Dr. Dr. habil. Johann Schäffer

Prof. Dr. Dr. habil. Johann Schäffer, Leiter

der Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“

und Mitglied im Vorstand

der DVG, wurde am 26. Juni in Hannover

vom Präsidenten der Tierärztekammer

Niedersachsen, Dr. Uwe Tiedemann, mit

der Ehrenstatue der Tierärztekammer

ausgezeichnet. Dr. Tiedemann würdigte

damit das Engagement von Prof. Schäffer

bei der Einführung einer Vorlesung zur

Berufsorientierung für Studierende und

Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer. Foto: privat

der aktiven Begleitung dieser Veranstaltung

über 19 Jahre. Darüber hinaus verwies

Dr. Tiedemann auf die umfangreichen

beruflichen und ehrenamtlichen

Tätigkeiten von Prof. Schäffer für die Tiermedizin

in den vergangenen 28 Jahren

seiner Tätigkeit in Hannover. So war er

u. a. Leiter des Veterinär medizin historischen

Museums und des Archivs der

TiHo sowie langjähriges Mitglied des

Ausschusses „Berufs-und Standesrecht,

Geschichte und Ethik“ der BTK.

66

DVG-Forum 02/2019


PERSONEN

Goldener Hammer für Andrea Tipold

Dr. Thomas Flegel, der Präsident des ECVN,

übergibt den Malleus Aureus Award an

Professorin Dr. Andrea Tipold. Foto: Holger Volk

Professorin Dr. Andrea Tipold aus der Klinik

für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover (TiHo) erhielt im

September auf der Jahrestagung des European

College of Veterinary Neurology

(ECVN) und der European Society of Veterinary

Neurology (ESVN) den Malleus Aureus

Award. Das ECVN würdigt mit der

auch als „Goldener Hammer“ bezeichneten

Ehrung jährlich eine herausragende

Persönlichkeit, die außergewöhnliche Beiträge

auf dem Gebiet der Veterinärneurologie

geleistet hat.

In ihren Grußworten hoben Professorin

Dr. Andrea Fischer, Tierärztliche Fakultät

der Ludwig-Maximilians-Universität

München, und Dr. Konrad Jurina, Tierklinik

Haar, Tipolds wissenschaftliche Leistung

und ihr großes Engagement für die tierärztliche

Ausbildung hervor: „Neben einer

außerordentlichen Anzahl wissenschaftlicher

Veröffentlichungen sowie nationalen

und internationalen Präsentationen befasste

sich die Preisträgerin intensiv mit

der Ausbildung junger Neurologinnen und

Neurologen. Sie betreute an der TiHo über

15 Diplomate-Anwärterinnen und Anwärter

des ECVN und sieben an externen Institutionen.

Andrea Tipold bietet regelmäßig

postgraduale Lehrveranstaltung an

und betreute zahlreiche Promotionsstudierende.

Zudem unterrichtete sie tausende

deutsche Tiermedizinstudierende.“ Alle

Preisträgerinnen und Preisträger des Goldenen

Hammers eint, dass sie die veterinärmedizinische

Neurologie vorantreiben,

um die veterinärmedizinische Versorgung

zu verbessern.

Neue Fachgruppenleiter

Zahlreiche Fachgruppen haben auf ihren Tagungen in den vergangenen Wochen neue Leiter und Stellvertreter gewählt. Die DVG bedankt

sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die dieses Amt ausgeübt haben – häufig über viele Jahre – bzw. sich dafür zur Verfügung

stellen. Ohne Sie wäre die Durchführung der Tagungen und Kongresse nicht möglich!

Fachgruppe „Klinische Pharmakologie

und Toxikologie“

Auf der Fachgruppenversammlung am 15.

November im Rahmen des DVG-Vet-Congresses

in Berlin wurde Prof. Dr. Melanie Hamann

(Gießen) zur Leiterin gewählt. Die

Wahl eines Stellvertreters steht noch aus.

Fachgruppe „Epidemiologie und Dokumentation“

Auf der Tagung der Fachgruppe im Freising fand am 5. September auch die Jahresversammlung

der Fachgruppe statt, bei der PD Dr. Amely Campe (Hannover) als Fachgruppenleiterin

bestätigt wurde. Zu ihrer Stellvertreterin wurde PD Dr. Roswitha Merle (Berlin)

gewählt.

Prof. Dr. Melanie Hamann.

Foto: Milena Schlösser / DVG

PD Dr. Amely Campe. Foto: privat

PD Dr. Roswitha Merle. Foto: privat

DVG-Forum 02/2019 67


PERSONEN

Fachgruppe „Virologie und

Viruskrankheiten“

Am 15. November wählten die Mitglieder

der Fachgruppe „Virologie und Viruskrankheiten“

in Berlin Prof. Dr. Paul Becher (Hannover)

zum Leiter der Fachgruppe. Zu seinem

Stellvertreter wurde Prof. Dr. Martin

Groschup (Greifswald-Insel Riems) gewählt.

Fachgruppe „Chirurgie“

Im Rahmen der Tagung der Fachgruppe am 15. November in Berlin wurde Dr. Christine

Peppler (Gießen) zur Leiterin der Fachgruppe gewählt. In ihren Ämtern wurden Dr. Kay

Schmerbach (Berlin) als Stellvertreter und Dr. Cetina Thiel (Gießen) als 1. Beisitzerin bestätigt.

Dr. Mathias Brunnberg (Berlin) wurde zum neuen 2. Beisitzer gewählt.

V.l.n.r.: Dr. Mathias Brunnberg, Dr. Christine Peppler, Dr. Kay Schmerbach. Es fehlt Dr. Cetina Thiel.

Foto: DVG

Prof. Dr. Paul Becher (links) und Prof. Dr. Martin

Groschup. Foto: DVG

Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“

Auf dem 97. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten stand Prof. Dr. Hafez Mohamed Hafez

(Berlin), der die Fachgruppe seit 1998 geleitet hat, für die Wahl nicht mehr zur Verfügung.

Prof. Dr. Silke Rautenschlein (Hannover) wurde als neue Leiterin gewählt; Dr.

Manfred Pöppel (Delbrück) wurde als Stellvertreter bestätigt.

Fachgruppe AVID

Im Vorstand der Fachgruppe AVID gibt es

keine Veränderungen. Auf der Versammlung

der Fachgruppe am 12. September im

Kloster Banz wurden PD Dr. Christiane

Werckenthin (Oldenburg) und Dr. Peter

Kutzer (Frankfurt/Oder) im Amt bestätigt.

Prof. Dr. Hafez Mohamed Hafez war mehr als 20

Jahre Leiter der Fachgruppe. Foto: privat.

Prof. Dr. Silke Rautenschlein. Foto: privat

68

DVG-Forum 02/2019


PERSONEN

Fachgruppe „Wild-, Zoo- und Gehegetiere“

Auch die Fachgruppe „Wild-, Zoo- und Gehegetiere“ führte in Berlin eine Fachgruppenversammlung durch. Am 14. November

wurde Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert (Hannover/Büsum) zur Leiterin gewählt. Stellvertreter sind Prof. Dr. Dr. Kai Frölich (Warder),

Dr. Dr. Sabine Merz (Erfurt) und DVM Jens Thielebein (Halle/Saale).

Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert.

Foto: Pilar

Prof. Dr. Dr. Kai Frölich.

Foto: B. Stüven

Dr. Dr. Sabine Merz. Foto: DVG

DVM Jens Thielebein. Foto: privat

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT-DVG)

Nach der Wahl auf der 15. Tagung der DGT-DVG am 14. November in Berlin setzt sich der Vorstand zusammen wie folgt: Dr. Lorenz

Schmid, Präsident (Oberhaching), Dr. Florian Buck, Vizepräsident (Rottenburg), Dr. Martina van Suntum, Past President (Germersheim),

Dr. Michael Hartmann, Budgetverwalter (Rottenburg-Kiebingen), Dr. Katja Riedel, Sekretär (Augsburg).

Dr. Lorenz Schmid. Foto: privat

Dr. Florian Buck. Foto: privat

Dr. Martina van Suntum. Foto: privat Dr. Michael Hartmann. Foto: privat Dr. Katja Riedel. Foto: privat

DVG-Forum 02/2019 69


PERSONEN

Fachgruppe „Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin“

Erstmals seit einigen Jahren führte die

Fachgruppe am 16.11.2019 eine Tagung im

Rahmen des DVG-Vet-Congresses mit anschließender

Fachgruppenversammlung

durch. Zur Leiterin wurde Tierärztin Brigitta

Smit-Fornahl (Schalksmühle), zu ihrer

Stellvertreterin DVM Katrin Noack (Cottbus)

gewählt.

Fachgruppe „Verhaltensmedizin

und Bissprävention“

Auf der Mitgliederversammlung der Fachgruppe

am 15. November in Berlin wurden

die Leiterin Dr. Hildegard Jung und ihre

Stellvertreterin PD Dr. Dorothea Döring

(beide München) in ihren Ämtern bestätigt.

AG Lasermedizin der DGK-DVG

Auch bei der die AG Lasermedizin stand die

Wahl der AG-Leitung an. Am 16. November

wurde Dr. Jochen Krüger (Krefeld) zum Leiter

und Dr. Ursula Mayer (Augsburg) zur

Stellvertreterin gewählt. Dr. Gerhard Staudacher

(Aachen) gehört dem Vorstand als

ehemaliger Vorsitzender ebenfalls an.

AG Pferdeophthalmologie der

Fachgruppe „Pferdekrankheiten“

Zum Leiter der im Rahmen des DVG-Vet-

Congresses in Berlin am 16. November neu

gegründeten AG Pferdeophthalmologie

wurde Prof. Dr. Dr. József Tóth (Dülmen)

und zu seinem Stellvertreter Dr. Stefan Gesell-May

(München) gewählt.

Brigitta Smit-Fornahl. Foto: privat

Prof. Dr. Dr. József Tóth. Foto: privat

DVM Katrin Noack. Foto: privat

V.l.n.r.: Dr. Jochen Krüger, Dr. Ursula Mayer,

Dr. Gerhard Staudacher. Foto: DVG

Dr. Stefan Gesell-May. Foto: privat

Die DVG ist auf Facebook!

Auf der Facebook-Seite der DVG posten wir

z. B. Termine anstehender Fortbildungen

und Kongresse, Deadlines für Calls for

Papers, günstige Frühbuchertarife und

Ausschreibungen von Preisen.

Schauen Sie doch mal rein, wir freuen uns

über Ihr Feedback und natürlich auch,

wenn Sie „Fan“ werden, „liken“, teilen und

kommentieren. Ansehen kann man die

Seite übrigens auch ohne eigenen Facebook-Auftritt:

www.facebook.com/DVG.Deutsche.

Veterinaermedizinische.Gesellschaft

70

DVG-Forum 02/2019


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

Bundestierärztekammer bestätigt Führungsriege

Mit einer großen Mehrheit wurde Dr. Uwe

Tiedemann als Präsident der Bundestierärztekammer

(BTK) auf der Herbst-

Delegiertenversammlung im September

wiedergewählt. Tiedemann ist seit 2016

Präsident der BTK und schon seit 2006 Präsident

der Tierärztekammer Niedersachsen.

Dem BTK-Präsidenten weiterhin zur

Seite stehen werden Dr. Iris Fuchs als 1. Vizepräsidentin

und Dr. Martin Hartmann

als 2. Vizepräsident. Weitere Mitglieder

im Präsidium der BTK sind Dr. Siegfried

Moder (Ressort „Praktische Berufsausübung“),

Dr. Holger Vogel („Öffentliches

Veterinärwesen und gesundheitlicher Verbraucherschutz“)

sowie der DVG-Präsident

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer („Weiterbildung,

Forschung und Industrie“). Das

Ressort „Internationale Angelegenheiten“

wird weiterhin von Dr. Cornelia Rossi-Broy

verantwortet.

Vordere Reihe v.l.n.r.: Dr. Cornelia Rossi-Broy, Dr. Iris Fuchs. Hintere Reihe v.l.n.r.: Dr. Martin Hartmann,

Dr. Uwe Tiedemann, Dr. Holger Vogel, Dr. Siegfried Moder, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer. Foto: BTK

FAO Referenzzentrum für Antimikrobielle Resistenz

Am 11. November erhielt der Fachbereich

Veterinärmedizin der Freien Universität

Berlin seitens der FAO (Food and Agriculture

Organization of the United Nations)

die Anerkennung als Referenzzentrum für

Antimikrobielle Resistenz (FAO RC-AMR).

Die Zielsetzungen des FAO RC-AMR sind,

das Bewusstsein für die Problematik antimikrobieller

Resistenzen zu wecken, diesbezüglich

tragfähige Konzepte für den

Nachweis von Resistenzen und resistenten

Bakterien im Rahmen von Laboruntersuchungen

und Überwachungssystemen zu

entwickeln, sowie die Umsetzung dieser

Konzepte zu unterstützen und aktiv zu fördern.

Mitglieder dieses FAO RC-AMR sind:

• Univ.-Prof. Dr. Stefan Schwarz

(Sprecher des FAO RC-AMR); Institut

für Mikrobiologie und Tierseuchen

• Univ.-Prof. Dr. Uwe Rösler

(Stellvertretender Sprecher des FAO

RC-AMR); Institut für Tier- und

Umwelthygiene

• Univ.-Prof. Dr. Thomas Alter; Institut für

Lebensmittelsicherheit und -hygiene

• Univ.-Prof. Dr. Marcus Doherr; Institut

für Veterinär-Epidemiologie und

Biometrie

• Dr. Antina Lübke-Becker; Institut für

Mikrobiologie und Tierseuchen

• Dr. Anika Friese; Institut für Tier- und

Umwelthygiene

• PD Dr. Roswitha Merle; Institut für

Veterinär-Epidemiologie und Biometrie

Die Hauptbetätigungsfelder des FAO RC-

AMR an der Freien Universität Berlin umfassen

(1) die Entwicklung von Methoden

zur Empfindlichkeitsprüfung und entsprechenden

Bewertungskriterien, (2) phylogenetische

und epidemiologische AMR-Studien,

(3) Untersuchungen zu molekularen

Mechanismen der antimikrobiellen Resistenz

und resistenzvermittelnden mobilen

genetischen Elementen, (4) Co-Lokalisation

und Co-Selektion von Genen, die Resistenz

gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen,

Schwermetallen und Bioziden

vermitteln, und Virulenzgenen, sowie (5)

verantwortungsvoller Einsatz antimikrobieller

Wirkstoffe bei Tieren und „Antibiotic

Stewardship“.

Das FAO RC-AMR am Fachbereich Veterinärmedizin

der Freien Universität Berlin

ist das erste Referenzzentrum dieser Art in

Deutschland. Zurzeit ist es im Robert-von-

Ostertag-Haus mit dem Zentrum für Infektionsmedizin

des Fachbereichs Veterinärmedizin

der Freien Universität Berlin

untergebracht, wird aber mit der Eröffnung

des Tiermedizinischen Zentrums für

DVG-Forum 02/2019 71


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

Resistenzforschung (TZR) im kommenden

Jahr in das TZR umziehen.

Weitere Informationen zum neu etablierten

FAO RC-AMR finden sich auf der

Homepage des Fachbereichs Veterinärmedizin

der Freien Universität Berlin oder

sind bei den Mitgliedern gerne zu erfragen.

Univ.-Prof. Dr. Stefan Schwarz, Berlin

Univ.-Prof. Dr. Uwe Rösler, Berlin

Univ.-Prof. Dr. Stefan Schwarz, Sprecher des

FAO RC-AMR. Foto: Milena Schlösser / DVG

Univ.-Prof. Dr. Uwe Rösler, stellv. Sprecher des

FAO RC-AMR. Foto: privat

Studie Digitalisierte Veterinärmedizin

Die digitale Transformation macht auch

vor der Veterinärmedizin nicht Halt und

wird auch die zukünftige Rolle des Tierarztes

verändern. Aus diesem Grund hat sich

der Dessauer Zukunftskreis das Ziel gesetzt,

einen Diskurs rund um das Thema

Digitalisierung anzustoßen und ein einheitliches

Verständnis für Digitalisierung

in der Veterinärmedizin zu entwickeln. Zusätzlich

wird in einer Studie der Status quo

der Digitalisierung unter Tierärztinnen

und TFAs abgefragt und welchen Einfluss

diese auf den tierärztlichen Beruf im Jahr

2030 haben könnte.

Daher: Im Januar oder Februar 2020 an der

Studie Digitalisierte Veterinärmedizin teilnehmen

und die Zukunft mitgestalten!

www.dessauer-zukunftskreis.de/vet2030

Stellungnahmen und Leitlinien von DVG-Fachgruppen

Die folgenden Stellungnahmen und Leitlinien

können auf der DVG-Webseite abgerufen

werden (www.dvg.de, Fachgruppen):

• Stellungnahme zu Angriffen auf Schafe

und Ziegen durch Einzelwölfe und Wolfsrudel

der DVG- Fachgruppe „Krankheiten

kleiner Wiederkäuer“ vom 12.06.2019

• Stellungnahme der DVG-Arbeitsgruppe

„Eutergesundheit“ zur Zweiten Verordnung

zur Änderung der Verordnung

über tierärztliche Hausapotheken vom

03.09.2019

• Leitlinien zur Probengewinnung für die

bakteriologische Diagnostik bei Hund

und Katze des DVG-Arbeitskreises „Antibiotikaresistenz

vom Oktober 2019

• Leitlinien zur Probengewinnung für

die bakteriologische Diagnostik beim

Schwein, Rind, Geflügel und Fisch des

DVG-Arbeitskreises „Antibiotikaresistenz

vom Dezember 2018

72

DVG-Forum 02/2019


Aktuelle Publikationen im DVG-Verlag

PUBLIKATIONEN

Die folgenden aktuellen Tagungsbände und Publikationen sind beim Verlag der DVG Service GmbH (DVG-Geschäftsstelle) erhältlich:

Tagung der Fachgruppe „Parasitologie

und parasitäre Krankheiten“

Leipzig, 17. – 19.06.2019, 19,80 Euro

DGK-DVG: Erfurter Thementage –

Gynäkologie bei Hund und Katze

Erfurt, 17. – 19.05.2019, 14,80 Euro

Tagung der Fachgruppe „Krankheiten

kleiner Wiederkäuer“

Greifswald-Insel Riems, 04. – 06.09.2019,

14,80 Euro

97. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten

Hannover, 24. – 25.10.2019, 10,00 Euro

38. Tagung der Fachgruppe AVID –

Bakteriologie

Kloster Banz, 11. – 13.09.2019, 10,00 Euro

16. Gießener Wintersymposium –

Orthopädische Erkrankungen der Schulter

und des Ellbogens

Gießen, 07.12.2019, 10,00 Euro

60. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes

„Lebensmittelsicherheit und

Verbraucherschutz“

Garmisch-Partenkirchen, 24. – 27.09.2019,

29,80 Euro

Tod und Teufel – Vermenschlichung, Trauer

um Tiere und Bedeutung für die tierärztliche

Praxis

Marion Christine Schmitt, Hannover 2019,

Tierärztliche Hochschule, Diss., 19,80 Euro

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand

(bei Versand innerhalb Deutschlands: 1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).

DVG-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle Publikationen im DVG-Verlag (excl. Blauer Hund)!

Die Publikationen zum DVG-Vet-Congress 2019 finden Sie auf Seite 57.

Die Liste mit den Publikationen der DVG finden Sie aus Platzgründen online unter:

www.dvg.de q Verlag/Shop q Bücher-Bestell-Liste

DVG-Forum 02/2019 73


TAGUNGSKALENDER 2020

Tagungen 2020 (siehe auch: www.dvg.de q Termine)

Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort

28. Jahrestagung der FG InnLab FG InnLab 31.01. – 01.02.2020 Gießen

6. Tierärztetag der Tierärztekammer Schleswig-Holstein u. a. DGK-DVG 08.02.2020 Schleswig

53. Jahrestagung Physiologie und Pathologie

der Fort pflanzung, gleichzeitig 45. Vet.-Hum.med.

Gemeinschaftstagung

FG Reproduktionsmedizin 26. – 28.02.2020

Rostock-Warnemünde

63. Jahrestagung und 25. Schnittseminar

der FG Pathologie

FG Pathologie 06. – 08.03.2020 Fulda

Tagung der FG Physiologie und Biochemie

23. Workshop des Arbeitskreises

Respiratorisches System

Tierschutztagung 2020: 24/7 – zur Verantwortung

im Umgang mit Tieren

FG Physiologie und

Biochemie

AK Respiratorisches

System

18. – 20.03.2020 Leipzig

25.03.2020 Leipzig

FG Tierschutz 26. – 28.03.2020 München

Reitsportmesse Stuttgart mit Fortbildung FG Pferdekrankheiten 18.04.2020 Stuttgart

Ahlener Thementage „Jungtiererkrankungen“ DGK-DVG 24. – 25.04.2020 Ahlen

Augsburger Thementage „Kleinsäuger“:

Respirationstrakt und Otitis

AG Kleinsäuger der

DGK-DVG

01. – 03.05.2020 Augsburg

98. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 07. – 08.05.2020 Hannover

3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT) BTK, BbT, bpt, DVG, TVT 05. – 06.06.2020 Oesede (Lkr. Osnabrück)

Tagung der FG Bakteriologie und Mykologie

Tagung der FG Parasitologie und

parasitäre Krankheiten

FG Bakteriologie und

Mykologie

FG Parasitologie und

parasitäre Krankheiten

27. DACh-Epidemiologietagung 2020 FG Epidemiologie und

Dokumentation

Kölner Thementage „Patient Katze“: Notfallmedizin

AG Katzenmedizin der

DGK-DVG

15. – 17.06.2020 Gießen

22. – 24.06.2020 Herrsching a.

Ammersee

26. – 28.08.2020 Bern (CH)

12. – 13.09.2020 Köln

39. Jahrestagung der FG AVID: Virologie FG AVID 23. – 25.09.2020 Kloster Banz

61. Arbeitstagung des AG Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz

Tagung der FG Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,

Amphibien & Fische (ZZWRAF)

AG Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz

29.09. – 02.10.2020 Garmisch-Partenkirchen

FG ZZWRAF 08. – 10.10.2020 Oberschleißheim

DVG-Vet-Congress 2020 DVG und Fachgruppen 15. – 17.10.2020 Berlin

4. Int. Kongress zur Pferdemedizin FG Pferdekrankheiten 15. – 17.10.2020 Berlin

99. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 29. – 30.10.2020 Hannover

52. Internationale Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und

Tierhaltung

26. – 28.11.2020 Freiburg i. Br.

74 DVG-Forum 02/2019

Änderungen vorbehalten


Anmeldung

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten

Daten bin ich einverstanden.

Titel & Name …………..……………………..………………………………………………

Vorname ………………………………………………………………………………………

geb. am ……………………………………………………………………………………….

Straße …………………………………………………………………………………………

PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….

Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..

Anschrift:

Friedrichstraße 17

D-35392 Gießen

Kontakt:

Telefon: +49 (0) 6 41 / 2 44 66

Telefax: +49 (0) 6 41 / 2 53 75

E-Mail:info@dvg.de

Internet: www.dvg.de

Bankverbindung:

Volksbank Mittelhessen eG

IBAN:

DE 08 5139 0000 0006 9549 28

BIC:

VBMHDE5F

Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………

E-Mail ………………………………………………………………………………………….

Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:

€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder

€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)

erteile ich der DVG e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto

(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!

Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen

eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.

Kleintierpraxis – das Journal der DGK-DVG – möchte ich abonnieren.

Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern

bislang noch kein Abonnement bestanden hat. Danach wird der zu diesem

Zeitpunkt geltende Abopreis jährlich durch die Schlütersche Verlagsgesellschaft

(Hannover) erhoben. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck

an die Schlütersche Verlagsgesellschaft weitergegeben werden. Bei Austritt aus

der DVG endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei der

Schlüterschen Verlagsgesellschaft gekündigt werden.

Tierärztliche Praxis – das Journal der DVG-Fachgruppen InnLab, Pathologie,

Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als

DVG-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.

Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G

Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme

Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der DVG endet das

Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG

gekündigt werden.

DVG-Forum

Ich erhalte das DVG-Forum, die Mitgliederzeitschrift der DVG, 2x pro Jahr als digitale

Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.

Statt der digitalen Ausgabe möchte ich das DVG-Forum per Post erhalten.

Ort und Datum: ……………………………………………………………………………….

Rechtsverbindl. Unterschrift: ………………………………………………………….…….

Bitte senden/faxen: DVG e.V., Friedrichstr. 17, 35392 Gießen, Fax: 0641 25375 Seite 1


Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.

SEPA-Lastschriftmandat

Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der DVG widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden

Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei Fälligkeit

zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:

Name & Vorname des DVG-Mitglieds: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .


Anschrift:

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Friedrichstr. 17

35392 Gießen

Kontakt:

Telefon: +49 (0)641/2 44 66

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Rechtsverbindl. Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des

belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Bitte senden/faxen an: DVG e.V. · Friedrichstr. 17 · 35392 Gießen · +49 (0)641/2 53 75


4 th International

Equine Congress

im Rahmen des DVG-Vet-Congresses / ECC, Berlin

in the context of the DVG-Vet-Congress / ECC, Berlin

Freitag & Samstag, 16.-17. Oktober 2020

Friday & Saturday, October 16-17, 2020

THEMA TOPIC

Sportpferdemedizin Medicine of sports horses

Training & Muskulatur

Training & Musculature

Regenerative Therapie

Regenerative Therapy

Atemwegserkrankungen

Airway diseases

Orthopädie

Orthopedics

Herzerkrankungen

Cardiac diseases

Reproduktion & Sport

Reproduction & sports

In Kooperation mit In cooperation with

German Veterinary Medical

Society (GVMS-DVG)

German Equine Veterinary

Association (GEVA-GPM)

F A C H G R U P P E

PFERDEKRANKHEITEN


15.-17.10.2020

Vet-Congress

ECC, Berlin

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