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Jahrgang 22 - Dezember 20<strong>19</strong><br />
Kuyeya - Gedanken aus Monze<br />
WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE<br />
Leben in Deutschland<br />
Schulfee
Seite 2<br />
Editorial<br />
Inhaltsverzeichnis<br />
Liebe Leser*innen,<br />
unsere derzeitigen Freiwilligen haben inzwischen<br />
ihren Platz in ihren Gastfamilien gefunden und erste<br />
Herausforderungen bewältigt. Der <strong>ewe</strong> wünscht ihnen<br />
weiterhin Zuversicht und gutes Gelingen!<br />
Es freut auch<br />
zu sehen, dass<br />
das Projekt<br />
Schulfee<br />
kontinuierlich<br />
fortgeführt<br />
wird und<br />
k o n k r e t e<br />
Erfolge erzielt.<br />
Nachdem<br />
sich unser<br />
Vereinsvorsitzender<br />
Guido in<br />
der vergangenen Ausgabe Gedanken um den Co2-<br />
Fußabdruck des <strong>ewe</strong> machte, geht es diesmal im<br />
Beitrag unserer ehemaligen Freiwilligen Jolina um die<br />
Folgen des Klimawandels für die Länder des südlichen<br />
Afrikas. Extreme Wetterlagen und ihre Folgen bringen<br />
mittlerweile viele Menschen auf der ganzen Welt in<br />
schlimme, existenzbedrohende Notsituationen. Was<br />
würden – was könnten - wir an ihrer Stelle machen?<br />
Eine Frage, die angesichts der jüngsten Ereignisse in<br />
Frankreich und Italien gar nicht mehr so abstrakt ist,<br />
wie wir vielleicht hoffen oder glauben.<br />
Ohne Ihnen/Euch die Advents- und Weihnachtszeit<br />
„verhageln“ zu wollen, ist es mir ein Anliegen, jeden<br />
zu bitten, diese Zeit zu nutzen und noch einmal in<br />
sich zu gehen und zu überlegen, was er selbst künftig<br />
(noch) für den Klimaschutz und den Erhalt unserer<br />
Erde tun kann.<br />
2<br />
10<br />
18<br />
24<br />
Naomie<br />
Eugine<br />
Film Review<br />
Vermischtes<br />
Editorial<br />
Priscilla<br />
Ben Lukas<br />
„Der Junge, der den<br />
Wind einfing“<br />
Vermischtes<br />
Schulfee<br />
3<br />
13<br />
22<br />
26<br />
Allen eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes,<br />
gesundes Jahr 2020!<br />
Ihre/Eure Yoko Kuchiba
Seite 3<br />
Mein Alltag und mein Leben in<br />
Monze<br />
My everyday life in Monze<br />
Kuyeya<br />
Für mich sind nun schon die ersten Monate vergangen<br />
und zum ersten Mal kann ich für mich behaupten:<br />
Ich bin so langsam angekommen. Die ersten zwei<br />
Monate in der Familie waren Neuland, sowohl für<br />
mich als auch für meine Gastfamilie. Über Wochen<br />
tasteten wir uns aneinander an: kulturell, menschlich<br />
und emotional. Ich fühlte mich zwar von Anfang<br />
an sehr wohl in meiner Gastfamilie. Dennoch gab<br />
es einige Herausforderungen: kulturell, menschlich<br />
sowie emotional. Alles, was auf mich zu kam, war<br />
eine Reizüberflutung. Denn alles war neu, alles war<br />
anders und ungewohnt. Bis ich meinen Platz in<br />
Familie, Kirche und Arbeit fand, verging viel Zeit. Für<br />
mich war alles eine Herausforderung. Tag und Nacht<br />
dachte ich darüber nach, ob und wie ich meinen<br />
Platz hier finden kann, wie das Leben hier für mich<br />
einfacher wird. Ich trage bis heute innere Konflikte<br />
aus, aber ich habe auch gelernt, dass das normal ist.<br />
Ich befinde mich weit weg von allem Gewohnten und<br />
es verändert sich viel: in mir und um mich herum.<br />
Das zu akzeptieren und gleichzeitig den richtigen<br />
Umgang mit dieser Veränderung zu finden, führt<br />
eben manchmal zu Konflikten. Das Schöne ist, dass<br />
es für alles eine Lösung gibt, die gar nicht so weit von<br />
einem entfernt ist. Ich habe gelernt, mir Zeit zu geben,<br />
Situationen zu akzeptieren, aber auch meine eigenen<br />
Bedürfnisse und Gefühle nicht hintenan zu stellen.<br />
Jeden Tag stelle ich mich neuen Aufgaben und jeden<br />
Tag lerne ich mindestens eine neue Sache dazu: über<br />
mich, über die Menschen und über meine Umgebung.<br />
Kuyeya heißt auf Tonga Gedanken.<br />
Nkwachi<br />
Wie schon erzählt, habe ich mich mit meiner Familie<br />
sofort verstanden. Denn so viel anders als meine<br />
Gastgeschwister aufwachsen, bin ich auch nicht<br />
aufgewachsen. Meine Gasteltern sind beide berufstätig<br />
und den ganzen Tag unterwegs. Meine Geschwister<br />
und ich kümmern uns ums Kochen und den Haushalt.<br />
Die Kinder hier lernen früh, Arbeit zu übernehmen,<br />
zu kochen, ihre eigene Wäsche zu waschen, zu putzen<br />
und einkaufen zu gehen. So bin ich auch aufgewachsen.<br />
Das gab mir direkt ein Gefühl von Zuhause. Meine<br />
Nkwachi<br />
Kuyeya<br />
For me, the first few months have passed and for<br />
the first time I can say for myself, I arrived well. The<br />
first two months in the family were new territory,<br />
both for me and for my host family. Over weeks, we<br />
groped together: culturally, humanly and emotionally.<br />
Although I felt very comfortable in my host family right<br />
from the beginning, there were still some challenges:<br />
cultural, human and emotional ones. Everything came<br />
to me was a sensory overload because everything was<br />
new, everything was different and unusual. Until I<br />
found my place in family, church and work, a lot of<br />
time went by. Everything was a challenge for me. Day<br />
and night, I was thinking about if and how I can find<br />
my place here, how life becomes easier here for me. I<br />
still have internal conflicts, but I‘ve also learned that‘s<br />
normal. I am far away from everything familiar and<br />
that changes a lot - in me and around me. To accept<br />
this and at the same time to find the right way to deal
Seite 4<br />
Gasteltern sind verständnisvoll, kommunikativ und<br />
hilfsbereit. Dafür bin ich sehr dankbar. Sie geben mir<br />
die nötige Freiheit, die ich brauche, und das nötige<br />
Verständnis. Denn als 25-jährige Freiwillige brauche<br />
ich auch Zeit für mich und bin eben auch kein Kind<br />
mehr. Durch meine Schwestern lernte ich schnell die<br />
Umgebung kennen sowie das Kochen und Waschen<br />
meiner Wäsche. Mittlerweile ist es normal und Alltag<br />
geworden. Mein Platz als große Schwester habe ich<br />
nun eingenommen. Ich verbringe sehr gerne Zeit mit<br />
meinen Geschwistern und koche mit ihnen. Auch das<br />
erinnert mich an meine Familie in Deutschland. Wenn<br />
die Ferien hier um sind, werden die zwei ältesten<br />
Mädels auf eine Boarding School (eine Art Internat)<br />
gehen. Meine drei kleinen Geschwister bleiben mit<br />
mir in Monze. Ich tausche mich mit meiner Familie<br />
viel über Kultur aus. Sie zeigen mir ihre Kultur und ich<br />
zeige ihnen meine Kultur, meist durchs Kochen. Ich<br />
backe und koche sehr gerne und, da mir das deutsche<br />
Essen nun doch fehlt, werde ich hier mit den Zutaten,<br />
die ich finde, kreativ und koche für meine Familie.<br />
Ich habe bereits Pfannekuchen, Bratkartoffeln,<br />
Würstchen und Salat gemacht, Schokoladenkuchen<br />
gebacken und Rote Beete eingelegt. Ich muss ehrlich<br />
zugeben, dass es mir nach meinem Studium und nach<br />
fast 4 Jahren alleine wohnen, anfangs schwer viel,<br />
wieder so zu leben wie in meiner Jugend, da ich diese<br />
ja eigentlich schon hinter mich gebracht habe. Ich bin<br />
es eigentlich gewohnt, alles alleine zu entscheiden,<br />
meinen eigenen Haushalt zu führen und zu kommen<br />
und zu gehen, wann ich will. Aber man gewöhnt sich,<br />
Gott sei Dank, auch schnell an die Situation und für<br />
das Jahr ist es für mich auch vollkommen in Ordnung<br />
so zu leben. Ich genieße es auch, als große Schwester<br />
in der Familie zu leben und für meine Geschwister da<br />
zu sein. Mein kleiner Bruder Chile ist der mit Abstand<br />
lustigste kleine Junge auf dieser Welt. Er bringt mich<br />
immer zum Lachen, lernt unheimlich schnell und das<br />
Schönste: wir verstehen uns auch ohne viele Worte. Er<br />
versteht zwar etwas Englisch, aber er spricht es nicht.<br />
So haben wir beide aber die Chance voneinander zu<br />
lernen. Meine Gasteltern bemühen sich wirklich sehr<br />
und helfen mir viel. Ich kann aber auch mit beiden<br />
interessante Gespräche führen und wir tauschen uns<br />
oft über unsere Kulturen aus. Sie sind sehr interessiert<br />
an Deutschland und seiner Kultur. Tja, was soll ich<br />
with these changes sometimes leads to conflicts. The<br />
nice thing is that there is a solution for everything that<br />
is not that far from you. I have learned to give myself<br />
time to accept situations but also not to put my own<br />
needs and feelings behind. Every day I face new tasks<br />
and every day I learn at least one new thing about<br />
myself, about the people and about my surroundings.<br />
Kuyeya means Thoughts in Tonga.<br />
Nkwachi<br />
As already told, I got along with my family immediately.<br />
Because the way my host siblings grow up, I grew up<br />
myself. My host parents are both working the whole<br />
day. My siblings and I take care of the cooking and<br />
the household. The children learn to take over the<br />
household early: to cook, to do their own laundry, to<br />
clean and to go shopping. That‘s how I grew up too. That<br />
gave me a sense of home right away. My host parents<br />
are understanding, communicative and helpful. I am<br />
very grateful for that. They give me the necessary<br />
freedom I need and the necessary understanding.<br />
Because as a 25-year-old volunteer, I also need time<br />
for myself and I‘m no longer a child. Through my<br />
sisters I quickly learned the environment, the cooking<br />
and the washing of my laundry. Meanwhile, it has<br />
become normal and an everyday thing. I have now<br />
taken my place as a big sister. I love to spend time with<br />
my siblings and cook with them. That reminds me of<br />
my family in Germany. When the holidays are over,<br />
the two oldest girls will go to a boarding school. My<br />
two little sisters and my little brother stay with me in<br />
Monze. I talk a lot about culture with my family. They<br />
show me their culture and I show them my culture,<br />
mostly by cooking. I like to bake and cook and because<br />
I do not have German food here, I become creative<br />
and with the ingredients I get here I cook for my<br />
family. I have already made pancakes, fried potatoes,<br />
sausages and salad, baked chocolate cake and pickled<br />
beetroots. To be honest: after my studies and after<br />
almost 4 years that have been living on my own, in the<br />
beginning it was hard to live like I did in my youth,<br />
because I actually already had left that behind me. I<br />
am used to deciding everything on my own, to lead<br />
my own household and to come and go whenever I<br />
want. But, thank goodness, you get used to situations<br />
very quickly and for the year it‘s perfectly fine for me
Seite 5<br />
noch groß dazu sagen: Mir geht es hier in der Familie<br />
wirklich sehr gut und bisher lief auch alles gut. Ich<br />
verstehe mich gut mit meinen Geschwistern und ich<br />
muss mich nicht fremd oder komisch fühlen. Nkwachi<br />
heißt auf Tonga Familie.<br />
Manungu Pre-school<br />
Kubeleka<br />
Ich habe mich von Anfang an für die Arbeit mit<br />
Kindern interessiert und so kam es, dass ich in der<br />
Schule unserer Kirchengemeinde anfangen konnte.<br />
Seit September arbeite ich nun in der The Lady of<br />
Our Wayside Manungu Pre-School. Es gibt insgesamt<br />
zwei Klassen: die Babyklasse für die Kleinen und<br />
die Vorschulkinderklasse für die Großen, und<br />
j<strong>ewe</strong>ils zwei Klassenlehrerinnen. Am Anfang bin<br />
ich abwechselnd in die Klassen gegangen, um mir<br />
die Arbeit der Lehrerinnen anzuschauen und um<br />
die Kinder erst einmal kennenzulernen. Dabei habe<br />
ich den Kindern zu Beginn jeden Tag etwas an die<br />
Tafel gemalt, wie z.B. eine Blume, eine Sonne etc.<br />
Und die Kinder durften das dann selber an der Tafel<br />
anmalen und in ihren Heften ausmalen. Mit den<br />
Kindern habe ich mich sofort verstanden. Wenn<br />
auch manche von Ihnen am Anfang sehr schüchtern<br />
waren, so begannen sie, mich von Tag zu Tag mehr zu<br />
mögen und ich sie. Die Kinder sind sehr witzig und<br />
sie haben eine Menge zu erzählen. Bis heute fragen<br />
sie mich tausend Löcher in den Bauch. Bisher habe<br />
ich - zum Glück - auch immer eine Antwort gehabt.<br />
Die Lehrerinnen sind ganz okay. Am liebsten mag<br />
ich aber Sister Charleen. Sie ist für die Schule in der<br />
Gemeinde zuständig und macht Hausbesuche bei den<br />
alten Menschen der Kirchengemeinde. Sie steht mir<br />
bei Fragen immer zur Seite und hilft mir auch bei<br />
to live that way. I also enjoy living in the family as a big<br />
sister and being there for my siblings. My little brother<br />
Chile is by far the funniest little boy in this world. He<br />
always makes me laugh, learns incredibly fast and the<br />
most beautiful thing is, we also understand each other<br />
without many words. Although he understands some<br />
English he does not speak it. This way we both have<br />
the chance to learn from each other. My host parents<br />
really try hard and help me a lot. But I can also have<br />
interesting conversations with both of them and we<br />
often talk about our cultures. They are very interested<br />
in Germany and our culture. Well, what am I going<br />
to say is, I am doing really well here in the family and<br />
so far everything went well. I get along well with my<br />
siblings and I do not have feel odd or not as a part of<br />
the family. Nkwachi means family in Tonga.<br />
Kubeleka<br />
I was interested in working with children right from<br />
the start, so that I was able to start in the school of our<br />
church. Since September I am working at The Lady<br />
Kubeleka
Seite 6<br />
Manungu Pre-school<br />
Konflikten, die hier und da in der Schule auftauchen.<br />
Sie ist sehr verständnisvoll und lustig. Ich verbringe<br />
gerne Zeit mit ihr. Das Schulsystem hier – ich muss<br />
dazu sagen, dass ich nur auf das System dieser Schule<br />
eingehen kann - ist sehr anders als in Deutschland.<br />
Und ich muss zugeben, dass ich am Anfang schon<br />
sehr überrascht war, wie sie die Kinder erziehen und<br />
für die Schule vorbereiten. Aber man gewöhnt sich<br />
daran. Ich möchte damit nicht ansatzweise sagen,<br />
dass die Methoden schlecht sind. Sie sind einfach nur<br />
anders, als wie wir sie aus Deutschland kennen. Die<br />
Kinder hier lernen aber durch diese Methode etwas<br />
langsamer als in Deutschland. Deshalb gebe ich den<br />
Kindern sehr gerne in Mathematik Nachhilfe und<br />
gebe ihnen auch Einzelunterricht. Die Kinder haben<br />
immer die Möglichkeit, auf mich zurück zu greifen.<br />
Das Ganze mache ich zwar sehr intuitiv, aber ich<br />
habe schon einige Erfolge erzielen können. Kinder,<br />
die am Anfang sehr langsam waren, sind mittlerweile<br />
richtig gut in der Schule. Auch mag ich es, die Kinder<br />
zu motivieren und sie für ihre Arbeit zu loben.<br />
of Our Wayside Manungu Pre-School. There are two<br />
classes: the baby class for the little ones and the preschool<br />
class for the bigger ones, and two classroom<br />
teachers per each classroom. In the beginning, I went<br />
to the classes to look at the work of the teachers and<br />
to get to know the children for the first time. At the<br />
beginning of each day, I painted on the board for<br />
the children something such as a flower, a sun, etc.<br />
And the children were then allowed to paint them<br />
on the blackboard and color them in their books. I<br />
immediately got on with the children. Even though<br />
some of them were very shy in the beginning, day<br />
by day they began to like me more, and I started to<br />
like them more and more. The kids are very funny<br />
and they have a lot to talk about. From day one, they<br />
bombarded me with a thousand questions - so far, I<br />
have always found an answer. The teachers are quite<br />
okay. I really like Sister Charleen. She is responsible<br />
for the school in the church and makes home visits to<br />
the elder people of the church. She is always at my side<br />
when it comes to questions and she also helps me with<br />
conflicts that appear here and there at school. She is very<br />
understanding and funny. I like spending time with<br />
her. The school system here - I must say that I can only<br />
tell about the system of this school - is very different<br />
from the one in Germany. And I have to admit that in<br />
the beginning I was very surprised how they educate<br />
the children and prepare them for school. But you get<br />
used to it. I do not say that the methods are not good:<br />
they are just different from what we know in Germany.<br />
Because of the methods the children learn here a bit<br />
slower than in Germany. So, I like to give the children<br />
help in mathematics and give them individual lessons<br />
too. The children always have the possibility to come<br />
to me with their questions. Children who were very<br />
slow in the beginning are now really good at school. I<br />
also like to motivate the children and to praise them<br />
for their work. They get a high-five, a smile and a hug,<br />
plus a „you did it very well“. If the children are smiling<br />
and proud of themselves, I am very happy about it.<br />
The children learn counting, writing and mathematics<br />
at an early age.<br />
At the age when we go to kindergarten and paint, play<br />
and learn how to write our name, the children here are<br />
already very intensely prepared for school. Since the<br />
children are still very young, learning here just takes a
Seite 7<br />
Sie bekommen ein Highfive, ein Lächeln und eine<br />
Umarmung und dazu ein „Das hast du wirklich gut<br />
gemacht“. Wenn die Kinder dann lächeln und stolz<br />
sind, freue ich mich sehr darüber. Die Kinder lernen<br />
schon im frühen Alter das Zählen, Schreiben und<br />
Rechnen.<br />
In dem Alter, in dem wir in den Kindergarten gehen<br />
und malen, spielen und lernen, wie wir unseren<br />
Namen schreiben, werden die Kinder hier inhaltlich<br />
schon sehr stark auf die Schule vorbereitet. Da die<br />
Kinder noch sehr jung sind, dauert das Lernen hier<br />
dann einfach etwas länger. Die Vorschulkinder<br />
hingegen sind schon gut vorbereitet, auch wenn unter<br />
ihnen ein paar sind, die noch viel Hilfe brauchen.<br />
Aber da kann ich ihnen dann bis zur Einschulung<br />
zur Hilfe gehen. Am liebsten mache ich Mathematik<br />
und Kunst mit ihnen. Die Kinder sind alle sehr aktiv<br />
und laufen in der Pause viel herum und spielen - auch<br />
bei 40 Grad. Mittlerweile übernehme ich auch schon<br />
ganze Unterrichtsstunden und ich habe ebenfalls auch<br />
schon ganztägig die Klasse unterrichtet. Ein Konflikt<br />
dabei ist zum Beispiel manchmal, dass die Lehrerin<br />
mich ganz alleine mit den Kindern lässt und ich schnell<br />
mit der Situation überfordert bin. Da sind meine<br />
Kompetenzen doch sehr schnell überschritten und<br />
das finde ich dann nicht so gut. Trotz alledem, jeden<br />
Morgen, wenn ich das Kirchengelände betrete, laufen<br />
die Kinder auf mich zu und rufen: „Teacher Naomie!<br />
Teacher Naomie!“. Ihr könnt euch nicht vorstellen,<br />
was für ein schönes Gefühl das ist: Die Kinder geben<br />
einem sehr viel Liebe und wertschätzen deine Arbeit.<br />
Alles in allem, trotz der Konflikte, die die Arbeit und<br />
die Menschen auch mit sich bringen, macht es mir<br />
sehr viel Spaß und für die Kinder mache ich diesen<br />
Job sehr gerne. Ich denke, ich werde die Tätigkeit in<br />
der Schule bis zum Ende meines FSJ weiterführen.<br />
Kubeleka heißt auf Tonga Arbeit.<br />
Kucikombele<br />
Die Menschen in Sambia sind zum großen Teil sehr<br />
christlich geprägt und leben diesen Glauben auch sehr<br />
stark. Jeden Abend vor dem Schlafen und vor dem Essen<br />
wird gebetet. Jeden Samstag- und Sonntagmorgen<br />
gehen wir in die Kirche. Hier in Sambia gibt es<br />
unheimlich viele verschiedene Kirchen und christlich<br />
geprägte Ausrichtungen des Glaubens. Die Kirchen<br />
bit longer. The pre-school children, on the other hand,<br />
are already well prepare, even though there are a few<br />
among them who still need a lot of help. But I can help<br />
them till they graduate for grade one. I like to do math<br />
and art with them. The children are all very active and<br />
run around a lot during the break and play, even at<br />
40 degrees. I also take one lesson per day sometimes<br />
and I have been teaching the class all day as well. An<br />
example for a conflict is that sometimes the teacher<br />
leaves me alone with the children and then I am<br />
quickly overwhelmed with the situation. Since my<br />
skills are not good and I am not an educated teacher,<br />
I think that‘s not so good. Despite all this, every<br />
morning when I enter the church the children walk up<br />
to me and shout, „Teacher Naomie! Teacher Naomie!“.<br />
You cannot imagine what a nice feeling this is: the<br />
kids give a lot of love and appreciation for your work.<br />
All in all, despite the conflicts work and people bring<br />
with them, I enjoy work a lot and for the children I am<br />
happy to do this job. I think I will continue working<br />
in school until the end of my volunteer year. Kubeleka<br />
means work in Tonga.<br />
Kucikombele
Seite 8<br />
sehen dabei manchmal aus wie normale Häuser oder<br />
sind gerade erst im Aufbau. Die Menschen verbringen<br />
sehr viel Zeit in der Kirche und mit ihrem Glauben.<br />
Auch ihr Sozialleben findet dort statt. Freunde und<br />
Mitmenschen kennt man aus der Kirchengemeinde<br />
und trifft man in der Kirchengemeinde. Auch werden<br />
die Kirchenaktivitäten von den Mitgliedern geplant<br />
und umgesetzt. Es gibt verschiedene Gruppen, die<br />
den verschiedenen Compounds (Vierteln) zugeordnet<br />
sind, die wöchentlich die Kirche und das Gelände<br />
säubern und pflegen. Im und um das Gelände gibt es<br />
Arbeiter, die alles in Gang halten. Die Menschen in<br />
der Kirchengemeinde sind unterschiedlich, aber alle<br />
sehr nett. Am liebsten mag ich die alten Menschen<br />
dort und ich unterhalte mich auch sehr gerne mit<br />
ihnen. Sie lachen immer so herzlich und freuen<br />
sich, wenn ich sie auf Tonga begrüße. Genauso wie<br />
die Kinder sind die alten Menschen sehr herzlich.<br />
Die Menschen füllen ihren Glauben mit Singen und<br />
Tanzen, was ich sehr schön finde und was mich bis<br />
heute jedes Mal umhaut, wenn ich die Massen singen<br />
höre. Für mich ist die Welt des christlichen Glaubens<br />
zwar nicht fremd. Doch muss ich sagen, dass er nicht<br />
mein Glaube ist und dass ich mich am Anfang doch<br />
erst an die starke Präsenz des Glaubens im Leben der<br />
Menschen gewöhnen musste. Dennoch finde ich es<br />
super interessant und ich lerne viel dazu. Der Glaube<br />
gehört zur Kultur Sambias dazu und ist nun auch<br />
ein Jahr lang Teil meines Lebens und ich bekomme<br />
jeden Tag interessante Einblicke. Schon in jungen<br />
Jahren gehen die Kinder zum Bibelunterricht. Die<br />
Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen<br />
ihre eigenen Aufgaben und singen im Chor, machen<br />
Pilgerfahrt mit der Kirche / Pilgrimage with the church<br />
Kucikombele<br />
For the most part, the people of Zambia are very<br />
Christian and live their faith very strongly. Every<br />
evening before sleeping and before dinner they pray.<br />
Every Saturday and Sunday morning we go to church.<br />
Here in Zambia, there are a lot of different churches<br />
and Christian orientations of the faith. The churches<br />
sometimes look like normal houses or are just under<br />
construction. People spend a lot of time in the church<br />
and with their faith. Their social life also takes place<br />
there. Friends and fellow humans are known from the<br />
parish and are met in the parish. Church activities are<br />
also planned and organized by the parish members.<br />
There are several groups associated with the various<br />
compounds who clean and take care of the church and<br />
grounds. In and around the church there are workers<br />
who keep everything going. The people in the parish<br />
are all different but all very nice. I like the old people<br />
there and I like to chat with them. They always laughing<br />
so warmly and are happy when I greet them in Tonga.<br />
Just like the children, the elderly are very cordial and<br />
grateful. The people fill their faith with singing and<br />
dancing, which I find very nice and every now and<br />
then it blows my mind when I hear the people sing.<br />
Although Christian faith is not strange to me, I must<br />
say that it is not my faith. And in the beginning, I had<br />
to get used to the strong presence of faith in people‘s<br />
lives. Nevertheless, I find it super interesting and I<br />
learn a lot. Faith is part of the culture of Zambia and<br />
therefore it is now a part of my life for this year and<br />
I get interesting insights every day. Already at young<br />
age children go to the bible class. The youth and young<br />
adults, get their own tasks and sing in the choir, do<br />
poetry and theater and organize their own events. I<br />
think it‘s great to see how much freedom young people<br />
and young adults have in running church activities.<br />
From time to time, I sing in the choir with youth and<br />
young adults too. But it is often very difficult for me<br />
to sing along, because I do not know the lyrics nor the<br />
language and unfortunately often there are no lyrics<br />
at all. Sundays at lunchtime I meet the choir members<br />
in the church and spend time with them. The youth<br />
and young adults like to dance a lot and have a happy<br />
and very active nature. Kucikombele means in Tonga<br />
Church.
Seite 9<br />
Poetry und Theater und organisieren ihre eigenen<br />
Events. Ich finde es toll zu sehen, wie viel Freiheit die<br />
Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben, ihre<br />
Kirchenaktivitäten zu gestalten und mit zu formen.<br />
Ab und zu singe ich mit den Jugendlichen und jungen<br />
Erwachsenen im Chor mit. Jedoch ist es oft sehr<br />
schwer für mich mit zu singen, da ich die Texte oder<br />
die Sprache nicht beherrsche und es leider selten<br />
Liedertexte gibt. Sonntag mittags treffe ich mich mit<br />
den Chormitgliedern in der Kirche und verbringe Zeit<br />
mit Ihnen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen<br />
mögen es sehr zu tanzen und haben eine fröhliche<br />
und sehr aktive Natur. Kucikombele heißt auf Tonga<br />
Kirche.<br />
Mumwu<br />
Als ich hier ankam, war es noch recht kühl und in<br />
Sambia war gerade Winterzeit. Nach drei Monaten<br />
änderte sich das Wetter jedoch. Eine sehr heiße<br />
und trockene Jahreszeit begann: der Sommer. Der<br />
Sommer hier in Sambia ist heiß, sehr heiß! Ich glaube,<br />
ich habe in meinem Leben noch nie so viel geschwitzt.<br />
Manchmal hatte ich sogar körperliche Probleme<br />
wie starke Kopfschmerzen oder Nasenbluten. Ich<br />
empfand die Sommerzeit hier als sehr anstrengend<br />
und unangenehm, da es an sehr heißen Tagen bis<br />
zu 45-47 Grad waren und nachts 36 Grad. Nun ist<br />
die Sommerzeit aber vorbei und die Regenzeit hat<br />
begonnen. Juhu! Die Sonne versteckt sich nun hinter<br />
den Wolken und es hat hier schon richtig viel geregnet<br />
und die Umgebung verändert sich so langsam. Auch<br />
die Fauna verändert sich: Überall fliegen Insekten<br />
herum und die Menschen sammeln und essen sogar<br />
eine Sorte von Insekten. Ich werde eventuell auch<br />
mal eines davon probieren, aber nur eventuell. Die<br />
Temperaturen sind hier in Sambia mittlerweile wieder<br />
angenehm. Und ich hoffe, dass es dieses Jahr viel<br />
regnen wird, so dass die Bauer und Menschen genug<br />
Wasser haben, um Gemüse anzubauen, und genug<br />
Wasser für ihre Tiere haben. Wetter auf Tonga heißt<br />
Mumwu.<br />
So, das war‘s erst einmal von mir. Grüße aus dem<br />
schönen Monze, Naomie.<br />
Naomie Rothkamp<br />
Insekten der Regenzeit / Insects of the rainy season<br />
Mumwu<br />
When I arrived here it was still quite cool and in<br />
Zambia it was just winter. After three months,<br />
however, the weather changed into a very hot and dry<br />
season, called summer. Summer here in Zambia is<br />
hot, very hot! I think I‘ve never sweated so much in<br />
my life. Sometimes I even had bodily problems such<br />
as headaches or nosebleeds. I found summertime<br />
here to be very exhausting and unpleasant. It was<br />
up to 45-47 degrees on very hot days and 36 degrees<br />
at night. But now the hot time is over, and the rainy<br />
season has begun. Yippee! The sun is now hiding<br />
behind the clouds and it has already rained a lot here.<br />
And the environment is changing slowly. The fauna is<br />
also changing: insects are flying around everywhere<br />
and people are even collecting and eating a variety<br />
of insects. I may also try one of them, maybe. The<br />
temperatures are now going down here in Zambia and<br />
I hope it will rain a lot this year so that the farmers<br />
and people have enough water to grow vegetables and<br />
have enough water for their animals. Mumwu means<br />
in Tonga weather.<br />
That´s it for now from me, till the next time. Greetings<br />
from the beautiful Monze, Naomie.<br />
Naomie Rothkamp
Seite 10<br />
Herausforderungen begegnen und<br />
Erfahrungen wertschätzen<br />
Ich kann einfach nicht glauben, wie schnell die Zeit<br />
vergeht. Es fühlt sich an, als wäre ich erst vor einem<br />
Monat in Deutschland angekommen, dabei sind es<br />
jetzt schon drei Monate und zwei Wochen.<br />
Das Leben ist nicht immer einfach an einem neuen Ort,<br />
an dem man jeden Tag neue Menschen kennenlernt.<br />
Aber so ist das Leben und die Dinge geschehen, ob wir<br />
es wollen oder nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie es<br />
sich anfühlt zu arbeiten, weil ich nie zuvor einen Job<br />
hatte. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, und ich muss<br />
sagen, dass es wirklich schwer ist, jeden Morgen früh<br />
auf zu stehen und zur Arbeit zu gehen. Aber es lehrt<br />
mich das Leben und was es heißt, ein verantwortlicher<br />
Mensch zu sein.<br />
Meine ersten Tage bei der Arbeit im Krankenhaus<br />
waren nicht einfach und sehr aufregend. Ich musste<br />
zuerst einmal meinen Platz auf der Station finden<br />
und einige Dinge lernen, was mir anfangs schwerfiel.<br />
Viele Stunden am Stück zu arbeiten ist nicht leicht,<br />
manchmal ist es auch langweilig und ermüdend, so<br />
dass ich nach der Arbeit einfach in mein Bett hüpfen<br />
möchte und 15 Stunden schlafen könnte. Obwohl mir<br />
besonders die Frühschicht noch immer schwerfällt<br />
(ich muss um 5 Uhr morgens aufstehen), gewöhne ich<br />
mich an den Arbeitsalltag.<br />
Facing Challenges and Embracing<br />
the Experience<br />
Well, I definitely cannot believe how fast time is<br />
moving. I mean it kind of feels like I just came to<br />
Germany like a month ago, but it has actually already<br />
been three months and two weeks.<br />
Life hasn‘t been that easy in a new place with new<br />
people to meet almost every day, but what can I say,<br />
that‘s life and things are bound to happen whether we<br />
like it or not.<br />
I never really had the slightest idea how working feels<br />
like because I‘ve never done it before. Now I know and<br />
I have to point out that working is really hard, and it<br />
is not easy to have a job and have to wake up almost<br />
every day to go for work. But this is really teaching me<br />
the fact of life and I‘m learning how to be a responsible<br />
person.<br />
My first days of working at the hospital weren‘t that<br />
easy and exciting, as I had to find my place at the<br />
station and learn some things which wasn‘t that easy.<br />
Working for so many hours is hard, sometimes boring<br />
and exhausting such that after work all I want to do<br />
is jump on my bed and go to sleep for at least fifteen<br />
hours or so. However, I‘m somewhat getting used to<br />
it although it’s hard, especially when I have the early<br />
shift, because I then have to<br />
wake up at five o‘clock in the<br />
morning.<br />
Mit Gastmutter und -schwester / With hostmother and hostsister<br />
I like my host family a lot.<br />
They are really kind and<br />
caring. They have welcomed<br />
me with open arms and treat<br />
me like their own child. I<br />
am actually very glad to be<br />
living with them. I have to<br />
say my host mother is really<br />
cool and kind and always<br />
looks for fun things that we<br />
can do together, like us going<br />
to Cologne and Jena and she<br />
also took me to learn how to<br />
swim, which was really hard.<br />
The sad thing is that most of
Seite 11<br />
Meine Gastfamilie mag ich sehr gerne! Alle sind so<br />
nett und kümmern sich immer um mich. Ich wurde<br />
mit offenen Armen empfangen und meine Gasteltern<br />
behandeln mich wie ihr eigenes Kind. Ich bin sehr<br />
froh, mit meiner Familie zusammen zu leben.<br />
Meine Gastmutter ist super cool und bemüht sich<br />
immer, schöne Dinge mit mir zu unternehmen, zum<br />
Beispiel sind wir nach Köln und nach Jena gefahren.<br />
Sie hat mir auch beigebracht zu schwimmen, was<br />
wirklich nicht einfach war. Leider haben wir oft<br />
keine Zeit, zusammen Ausflüge zu machen, weil ich<br />
arbeiten muss. Aber wir geben unser Bestes, viel Zeit<br />
miteinander zu verbringen.<br />
Ich genieße auch die Treffen mit den anderen<br />
Freiwilligen und Ruth (sie ist verantwortlich für uns<br />
Freiwillige). Wir reden viel darüber, was wir erlebt<br />
haben und welche Herausforderungen uns an den<br />
Arbeitsplätzen oder in den Familien begegnen. Dann<br />
versuchen wir gemeinsam, Lösungen zu finden, was<br />
ich sehr gut und hilfreich finde.<br />
Inzwischen hatte ich auch mein<br />
erstes Seminar mit vielen anderen<br />
Freiwilligen in Deutschland, aber<br />
ich war die einzige internationale<br />
Freiwillige dort. Das Seminar<br />
war in Ordnung, abgesehen<br />
von der Sprachbarriere. Die<br />
Freiwilligen bemühten sich,<br />
für mich zu übersetzen, aber<br />
manchmal vergaßen sie, dass ich<br />
Unterstützung brauche. Wir haben<br />
viel über unsere Arbeitsplätze<br />
geredet und darüber, wie wir<br />
aufkommende Schwierigkeiten<br />
bewältigen können.<br />
Ich freue mich schon auf das nächste<br />
Seminar, bei dem ich Leute treffen<br />
kann, die ähnliche Erfahrungen<br />
gemacht haben wie ich. Ich bin mir<br />
sicher, dass wir wieder über die<br />
Arbeit und über unvorhergesehene<br />
Herausforderungen reden werden.<br />
Ich kann mich über das Leben<br />
hier nicht beschweren, obwohl ich<br />
In Jena / In the town of Jena<br />
the times it is not possible to do some of the things<br />
planned because of my work, but we definitely try to<br />
spend time together.<br />
I really enjoy the times when we as incoming<br />
volunteers get to meet with Ruth (the person in<br />
charge of incoming volunteers). Because everyone<br />
talks about what they have gone through in the past<br />
months and talk about any problems that they are<br />
facing with either their workplaces or in the families.<br />
We try to find solutions together, which is very good<br />
and helpful.<br />
I already had my first seminar where I met other<br />
German volunteers and I was the only one in my<br />
group doing an international voluntary service. The<br />
seminar was just OK, although sometimes hard with<br />
the language barrier and sometimes they would forget<br />
that I need some translations as I am not yet that<br />
familiar with the language. We also had the time to talk<br />
about our workplaces and how to handle challenges
Seite 12<br />
manchmal traurig bin, weil ich meine Familie und<br />
Freunde zu Hause vermisse. Es ist nicht leicht, hier<br />
Freunde zu finden. Ansonsten versuche ich, offen zu<br />
sein für neue Erfahrungen und das Beste aus meiner<br />
Zeit in Deutschland mit zu nehmen. Ich gebe mir<br />
Mühe, alles, was ich erlebe, wert zu schätzen und<br />
daraus die beste Erfahrung zu machen, die ich nur<br />
haben kann!<br />
Priscilla Daka<br />
that might arise from our work.<br />
I‘m looking forward to the next seminar as I‘m going<br />
to meet people who are having the same experience.<br />
I already know that we will all get to talk about our<br />
workplaces and what has happened in the past months<br />
that we did not see each other.<br />
When it comes to life in general, I cannot complain so<br />
much though it is sometimes sad as I miss my family<br />
and friends as it is not easy to make friends here. I<br />
am otherwise trying to be open minded and learn<br />
everything I can and to get the best out of my stay<br />
here in Germany. I also try to embrace everything that<br />
comes my way and have the best experience I can ever<br />
have.<br />
By Priscilla Daka<br />
Mit Gastschwester Samira / With hostsister Samira
Seite 13<br />
Das “glaubliche” Deutschland<br />
The believable Deutschland<br />
Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem<br />
ersten Schritt. Ich erinnere mich an meine ersten<br />
Wochen in Deutschland: wie alles unfassbar schwer<br />
zu glauben war. Darum hatte mein erster Bericht<br />
den Titel “Das unglaubliche Deutschland”. Nachdem<br />
ich jetzt einige Monate hier verbracht habe, fange<br />
ich an zu glauben. Deswegen diesmal der Titel “Das<br />
glaubliche Deutschland”.<br />
In Deutschland bin ich vielen neuen Dingen begegnet:<br />
Verkehrsmitteln, Essen, verschiedenen Leuten, dem<br />
Wetter und der Kultur selbst.<br />
Bezüglich der Verkehrsmittel: Um zur Arbeit oder<br />
Heim zu kommen, muss ich mit verschiedenen<br />
Buslinien und dem Zug fahren. Als ich an einem<br />
Arbeitstag früher Feierabend gemacht habe, hätte<br />
ich eine andere Verbindung nehmen müssen. Als ich<br />
in Talbahnhof einen falschen Zug nahm, fuhr ich in<br />
die entgegengesetzte Richtung und wunderte mich,<br />
dass ich nicht in Düren ankam. Also stieg ich aus und<br />
fragte, in welcher Richtung Düren lag. Obwohl ich<br />
mich überhaupt nicht auskannte, tat ich so, als wäre<br />
das nicht der Fall. Ich wartete einfach auf den Zug, der<br />
in die andere Richtung fuhr, und glücklicherweise war<br />
es der, der nach Langerwehe, Richtung Düren ging. So<br />
schaffte ich es dann nach Hause.<br />
Das System der Verkehrsmittel unterscheidet sich<br />
von dem in Sambia. Alles ist pünktlich und da der<br />
Ein deutsches Transportmittel / German transportation<br />
A journey with a thousand miles begins with the first<br />
step. I remember in my first weeks I had never believed,<br />
therefore my report was titled “The unbelievable<br />
Deutschland”. Being in Deutschland for months now<br />
I believe what I‘m seeing. Therefore, this time my<br />
report is titled “The believable Deutschland”.<br />
In Deutschland I have come across a lot of new things:<br />
transport system, food, different people, weather and<br />
culture itself. Concerning the transport system: for<br />
me to get home or to work I have to use the bus, train<br />
and even buses in different routes. So, what happened<br />
once was that I knocked off early from work, therefore<br />
my route changed. I went to Talbahnhof station, from<br />
there I got into a wrong train which was going in the<br />
opposite direction. I wondered why I wasn‘t reaching<br />
in Düren, so I decided to get out of the train. I asked<br />
in which direction Düren is, pretending not be lost,<br />
when I actually was completely lost. I wasn‘t scared,<br />
so I waited for the next train in the opposite direction.<br />
Luckily it was going to Langerwehe in the direction of<br />
Düren. That‘s how I found my way home.<br />
The transport system is different from the Zambian,<br />
everything is on time. Whereas in Zambia the trains<br />
don’t come frequently, so I have never used the train<br />
in Zambia.<br />
The German surrounding is friendly when you follow<br />
all rules, but there are a lot of them.<br />
When it comes to the people they seem not to be<br />
friendly, because they are always busy with their<br />
work. But when you ask for help they are willing. The<br />
only challenge is when you cannot use the German<br />
language, because some cannot speak English, which<br />
makes it challenging. For instance, at my work<br />
place most of my colleagues cannot use English and<br />
sometimes they want to explain a lot of things to me<br />
but they cannot. One of the weeks the person who<br />
helps me was not around, and I was left with someone<br />
who was not able to speak English. Because she had to<br />
work with me, she explained in German, so I had to<br />
make sure I understand everything by force - which I<br />
did and it was cool.<br />
Ummmmmm when it comes to food, always first, I<br />
even hope to attend an eating competition because the<br />
food is so nice. In Tonga I would say (tujaya kunoona)<br />
sweet food that kills. Some German foods are seasonal,<br />
they are eaten in a certain time: in winter for example
Seite 14<br />
Zug in Sambia nur sporadisch<br />
fährt, habe ich diesen noch nie<br />
genutzt.<br />
Das deutsche Umfeld ist sehr<br />
freundlich, wenn man sich an<br />
alle Regeln hält – aber es gibt<br />
viele davon.<br />
Die Leute scheinen etwas<br />
unfreundlich, weil sie immer<br />
mit ihrer Arbeit beschäftigt<br />
sind. Wenn man aber nach<br />
Hilfe fragt, sind alle bereit,<br />
einem zu helfen. Die einzige<br />
Schwierigkeit ist, wenn man<br />
kein Deutsch spricht. Denn es<br />
gibt einige, die kein Englisch<br />
können. Zum Beispiel an<br />
meinem Arbeitsplatz: Die<br />
meisten sprechen kein Englisch und können mir<br />
vieles von dem, was sie gerne erklären möchten, nicht<br />
erklären. In einer Woche war mein Ansprechpartner<br />
nicht da und ich war allein mit einer Kollegin, die kein<br />
Englisch sprechen konnte. Da wir aber miteinander<br />
arbeiten mussten, erklärte sie mir alles auf Deutsch<br />
und ich musste gezwungenermaßen alles verstehen:<br />
und es funktionierte. Und das war cool!<br />
Was das Essen angeht… mmmmmh ... bin ich<br />
immer mit dabei. Ich hoffe sogar, dass ich an einem<br />
Ess-Wettb<strong>ewe</strong>rb teilnehmen kann, weil das Essen so<br />
gut ist! Auf Tonga würde ich sagen “tujaya kunoona”<br />
(sweet food that kills). Manche deutschen Gerichte<br />
sind saisonal, das heißt, sie werden nur zu einer<br />
bestimmten Jahreszeit gegessen: im Winter isst man<br />
zum Beispiel spezielles Brot (Printen und Spekulatius).<br />
Das Fleisch schmeckt anders als das in Sambia, ich<br />
kann allerdings nicht genau sagen, warum. Beim<br />
Fisch finde ich es schwierig zu sagen, welche Art Fisch<br />
es ist, weil alle gleich schmecken, wenn auch gut.<br />
Es gibt viele verschiedene Arten von Brot: schwarz,<br />
braun und weiß und in verschiedenen Formen. Am<br />
Anfang war es etwas schwierig für mich, weil ich<br />
nicht daran gewöhnt war, so viel Brot zu essen, aber<br />
inzwischen mag ich es, am liebsten mit Sprite ohne<br />
Zucker (Blubberwasser).<br />
In Deutschland gibt es jede Menge Gerichte. Ich<br />
mochte zum Beispiel Mangold-Spaghetti, Schnitzel<br />
Essen mit Priscilla und Silja/Meal with Priscilla and Silja<br />
they eat a certain bread (Printen and Spekulatius).<br />
The meat tastes different from the Zambian one, but I<br />
don‘t know why. The fish is hard to identify, you can’t<br />
know the type of fish by tasting because it tastes the<br />
same – though very nice. They have a lot of bread:<br />
black, brown and white in different shapes. I had<br />
challenges in the beginning, because I was not used<br />
to bread, but currently I like it, especially with Sprite<br />
without sugar (bubble water).<br />
In Germany food is plenty. I liked the Mangold-<br />
Spaghetti, Schnitzel with Pommes and Kartoffelgratin.<br />
There is also food cooked from beer, the name is<br />
Gulasch. Imagine eating while getting drunk! (Editor´s<br />
note: No worry. The alcohol boils away.) I tried eating<br />
Döner Kebap. It’s very nice. Although I’m not sure if<br />
it’s German food, but I will have it in Zambia.<br />
Working in a German family is not so different from<br />
a Zambian family, because people come together<br />
to work, which is wonderful. The difference is that<br />
in Zambia homework is done every day, while in<br />
Germany it‘s done only on specific days.<br />
Working in the kindergarten is a good opportunity for<br />
me because I am learning the language quite fast from<br />
the children and my workmates without fear. The<br />
kindergarten is not so big, we have 3 groups namely<br />
moon, star and sun with about 20 to 22 children in each<br />
group. In my group we have 21 children. The children<br />
are so nice and funny. I was given the name “chocolate”,
Seite 15<br />
Holzhacken beim Opa / Wood chopping with Grandpa<br />
mit Pommes, Kartoffelgratin, und ein Gericht, das mit<br />
Bier gekocht wird: Gulasch. Stell dir vor, es zu essen<br />
und dabei betrunken zu werden. (Anmerkung der<br />
Redaktion: Keine Sorge, der Alkohol verdampft beim<br />
Kochen.) Ich habe auch Döner Kebap probiert. Es<br />
ist sehr gut! Ich bin mir nicht sicher, ob es deutsches<br />
Essen ist, aber ich werde versuchen, es auch in Sambia<br />
zu bekommen.<br />
Hausarbeit in deutschen Familien ist nicht viel anders<br />
als in sambischen Familien. Die Familienmitglieder<br />
kommen zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, was<br />
schön ist. Der Unterschied ist, dass in Sambia Dinge<br />
täglich erledigt werden, während sie in Deutschland<br />
nur an bestimmten Tagen getan werden.<br />
Im Kindergarten zu arbeiten ist für mich eine<br />
großartige Möglichkeit, um die Sprache zu lernen,<br />
da ich von meinen Kolleginnen und den Kindern<br />
ohne Angst lernen kann. Der Kindergarten ist nicht<br />
sehr groß. Wir haben drei Gruppen mit den Namen<br />
Mond, Stern und Sonne, mit j<strong>ewe</strong>ils 20-22 Kindern.<br />
In meiner Gruppe sind es 21. Die Kinder sind nett<br />
they say I am like chocolate which is cool. I call them<br />
“milk” and “white bread”. We have many activities<br />
with other kindergartens like dancing, reading, sports<br />
activities and block building. The kindergarten is so<br />
alive and not boring, despite being the only young<br />
man in the kindergarten – I’m okay with that. A good<br />
thing is that my workmates always support me, like<br />
in an incident that happened one of the days: A child<br />
told the parents that I slapped him, which I did not<br />
do. The reason why he said that is because he never<br />
wanted to come to the kindergarten that day, so he<br />
decided to lie. The father was very angry and upset.<br />
But I didn‘t talk to him, instead the person in charge<br />
of me did that. Everyone said that I could not do that<br />
to the child, I am not in the same group with the boy,<br />
and I had not interacted with the child for a week. The<br />
father was talked to and he understood, so the whole<br />
issue was resolved. I was happy that everyone was at<br />
my side and some even cried. The incident was not<br />
good, I had a lot of thoughts in my mind, but I was<br />
able to get them out of my mind and move on. The<br />
kindergarten is good place for me, I have a lot of fun<br />
with the children, I do art projects with them and<br />
teach them English.<br />
Life in Germany is favourable, sometimes good and<br />
sometimes not. It can be difficult because I have to get<br />
used to the environment, the culture and language,<br />
so that I can easily cooperate with the people and<br />
communicate. Otherwise Germany is a good country,<br />
people are friendly, I like the surrounding, the buildings<br />
and trees, and the weather - although it‘s cold for me.<br />
The leaves look so nice, they are changing colour and<br />
are turning to brown, it looks beautiful. One of my<br />
biggest hopes is seeing snow, because everyone back<br />
home is asking about snow.<br />
Greetings to Zambia, we are soon coming back! We<br />
are enjoying, though not fully, but as days go by the<br />
more we enjoy.<br />
Bye bye.<br />
Eugine Himunza
Seite 16<br />
und lustig. Sie haben mir den<br />
Namen “Schokolade“ gegeben,<br />
was ich cool finde. Ich nenne sie<br />
dafür “Milch” und “Weißbrot”.<br />
Wir haben mehrere Aktivitäten<br />
mit anderen Kindergärten,<br />
z.B. Tanzen, Lesen, Sport und<br />
Bauen mit Bauklötzchen. Im<br />
Kindergarten ist immer etwas<br />
los. Es wird nie langweilig und<br />
es macht mir nichts aus, der<br />
einzige junge Mann zu sein. Das<br />
Gute ist, dass meine Kolleginnen<br />
mich immer unterstützen. Wie<br />
bei dem Vorfall, als ein Kind<br />
seinen Eltern erzählte, dass ich<br />
es geschlagen hätte, was ich<br />
natürlich nicht habe. Der Grund<br />
war, dass der Junge nicht in den Malen/Painting<br />
Kindergarten kommen wollte,<br />
und deswegen log. Der Vater war sehr wütend und<br />
aufgebracht. Ich musste zum Glück nicht mit ihm<br />
sprechen, die für mich Verantwortliche tat das. Alle<br />
sagten ihm, dass ich so etwas nie tun würde. Ich bin<br />
nicht in der Gruppe des Jungen und hatte einige<br />
Wochen schon nichts mehr mit ihm zu tun gehabt.<br />
Das wurde dem Vater erklärt und er verstand es. Damit<br />
war das Thema dann glücklicherweise geklärt. Ich war<br />
glücklich, dass meine Kolleginnen mich so verteidigt<br />
hatten, manche von ihnen mussten deswegen sogar<br />
weinen. Es war keine gute Situation, ich hatte viele<br />
negative Gedanken danach, habe es aber geschafft,<br />
diese los zu werden und weiter zu machen.<br />
Der Kindergarten ist ein guter Ort für mich: Ich habe<br />
viel Spaß mit den Kindern, ich mache ein Kunstprojekt<br />
mit ihnen und unterrichte Englisch.<br />
Leben in Deutschland ist mal besser, mal schlechter,<br />
weil ich mich an die Umgebung gewöhnen muss,<br />
an die Kultur und an die Sprache, damit ich gut mit<br />
den Leuten kooperieren und kommunizieren kann.<br />
Abgesehen davon ist Deutschland ein gutes Land, die<br />
Menschen sind freundlich, ich mag die Umgebung<br />
(Häuser und Bäume) und das Wetter ist ok, auch<br />
wenn es etwas kalt für mich ist. Es schaut schön<br />
aus, wie die Blätter die Farbe wechseln. Eine meiner<br />
größten Hoffnungen ist, dass ich Schnee sehen werde,<br />
Malprojekt / Painting project
Seite 17<br />
weil mich jeder zu Hause danach fragt.<br />
Grüße nach Sambia, wir sind bald wieder<br />
zurück. Wir genießen es, wenn auch nicht<br />
gänzlich, aber je mehr Zeit vergeht, desto<br />
mehr Spaß haben wir.<br />
Bye bye<br />
Eugine Himunza<br />
Im Kindergarten / In the kindergarten<br />
Igel/Hedgehogs
Seite 18<br />
Mein vorerst letzter Bericht<br />
My last report for now<br />
Und schon ist mein Jahr in Sambia vorbei. So kam es<br />
mir zumindest vor, als ich vor drei Wochen wieder<br />
europäischen Boden unter den Füßen hatte. Bis dahin<br />
war aber wieder eine ganze Menge passiert.<br />
Bei meinem letzten Bericht hatte ich davon erzählt,<br />
dass ich nach den Ferien die Arbeit an der „Flamboyant<br />
Special School“ gerade wieder aufgenommen hatte.<br />
Ich habe mich sehr auf meine Arbeit gefreut: alle<br />
meine Kollegen und Freunde und auch die Kinder<br />
wieder zu sehen. Den Computerunterricht habe ich<br />
jedoch in den folgenden Tagen nicht weitergeführt, da<br />
die Lehrer meine Unterstützung in den Klassen eher<br />
brauchten. Die Prüfungen der Siebtklässler standen<br />
an und mussten vorbereitet und nachbereitet werden.<br />
Also habe ich bei den Übungen für die körperlich<br />
eingeschränkten Kinder mitgeholfen und viel mit<br />
einer Klasse gearbeitet, in der geistig eingeschränkte<br />
Kinder unterrichtet werden. Was mich sehr gefreut<br />
hat, ist, dass ich von den anderen Lehrern noch mehr<br />
als ein Kollege wahrgenommen wurde, so dass diese<br />
mich dann auch zu Unterrichtsbesprechungen und<br />
auch Ausflügen eingeladen haben. Ersteres war sehr<br />
spannend und interessant, da ich hier verschiedene<br />
Ideen, wie eine Unterrichtsstunde ablaufen sollte,<br />
Gottesdienst / Church service<br />
In the blink of an eye my year in Zambia was over. At<br />
least that‘s how it seemed to me when three weeks ago<br />
I arrived back in Germany. But until then a lot had<br />
happened again.<br />
In my last report I had told you, I had just resumed<br />
work at the „Flamboyant Special School“ after the<br />
holidays. I was really looking forward to my work, to<br />
seeing all my colleagues, friends and also to seeing<br />
the children again. However, I did not continue the<br />
computer lessons in the following days, because the<br />
teachers rather needed my support in the classes. The<br />
exams of the seventh graders were scheduled and had<br />
to be prepared and followed up. I helped with the<br />
exercises for the physically handicapped children and<br />
worked a lot with a class where mentally handicapped<br />
children are taught. What made me very happy was<br />
that the other teachers perceived me even more as a<br />
workmate, in the way that they invited me to lesson<br />
observations and excursions. It was very exciting and<br />
interesting because I got to know different ideas about<br />
how a lesson should be run. The excursion took place<br />
to a farm and I was there with the deaf children and<br />
three other teachers. The farm belongs to a woman<br />
and her husband who support the school financially<br />
and physically. To get<br />
there we had to take the<br />
school bus from the city.<br />
When we arrived after a<br />
long drive, we looked at<br />
ostriches, cows and many<br />
other animals. In addition,<br />
each child and us teachers,<br />
had the chance to ride two<br />
small rounds on a horse.<br />
At the end of the trip cake<br />
and drinks were served to<br />
everyone. It was a really<br />
great day.<br />
But in the parish as well<br />
I had some celebrations,<br />
for example a very big<br />
ordination, a nice barbecue<br />
with a lot of music and tasty<br />
food, where I got to know
Seite <strong>19</strong><br />
kennengelernt habe. Der<br />
Ausflug ging mit den<br />
gehörlosen Kindern und<br />
drei anderen Lehrern auf<br />
eine Farm. Diese Farm<br />
gehört einer Frau und<br />
ihrem Mann, welche die<br />
Schule finanziell und mit<br />
viel Einsatz unterstützen.<br />
Um dort hinzugelangen<br />
mussten wir ein ganzes<br />
Stück aus der Stadt mit<br />
dem Schulbus fahren. Als<br />
wir dann nach längerer<br />
Fahrt dort angekommen<br />
waren, haben wir uns<br />
Strauße, Kühe und viele<br />
andere Tiere angesehen.<br />
Außerdem hat jedes Kind,<br />
und auch wir als Lehrer, die<br />
Chance bekommen, zwei<br />
kleine Runden auf einem Pferd zu drehen. Zuletzt<br />
wurden jedem Kuchen und Getränke serviert. Es war<br />
ein wirklich toller Tag.<br />
Aber auch in der Gemeinde hatte ich einige Feste,<br />
wie zum Beispiel eine sehr große Priesterweihe, ein<br />
schönes Grillfest mit viel Musik und leckerem Essen,<br />
auf dem ich viele aus der Gemeinde nochmal ganz<br />
anders kennengelernt habe. Außerdem gab es einige<br />
Ausflüge mit Freunden aus der Youth-Group Richtung<br />
Lubombo und zu einer nahe gelegenen Kirche einer<br />
anderen Gemeinde.<br />
Einige Wochen später zog ich ein letztes Mal erneut<br />
um, da mir das „Eine-Welt-Engagement“ die<br />
Möglichkeit geben wollte, auch nochmal in einem<br />
Krankenhaus zu arbeiten.<br />
Dazu bin ich nach Monze gezogen, dem Zentrum der<br />
Diözese. Während dieser Zeit habe ich allein in einem<br />
Haus hinter dem neuen Office des Bischofs gelebt.<br />
Vorher habe ich meine erste Gastfamilie in Gwembe<br />
besucht, einerseits um nochmal einen netten Tag mit<br />
ihnen zu verbringen, andererseits um mich von ihnen<br />
vor meinem Rückflug zu verabschieden.<br />
Einige Tage später hatte ich dann auch schon meinen<br />
ersten Arbeitstag im Krankenhaus. Zunächst gab es<br />
hier eine Führung durch die große Krankenhausanlage<br />
Silja, Eugine, Priscilla und/and Ben<br />
many people of the parish in a completely different<br />
way. There were also some trips with friends from<br />
the youth group towards Lubombo and to a nearby<br />
church of another congregation.<br />
Some weeks later I moved again for the last time,<br />
because the „Eine-Welt-Engagement“ wanted to give<br />
me the possibility to work in a hospital again.<br />
Therefore, I moved to Monze, the centre of the diocese.<br />
During this time, I lived alone in a house behind the<br />
bishop‘s new office. But before that I visited my first<br />
host family in Gwembe: on the one hand to spend<br />
another nice day with them, on the other hand to say<br />
goodbye to them before my return to Germany.<br />
A few days later I already had my first working day in<br />
the hospital. First there was a guided tour through the<br />
large hospital complex with various stations: a dentist,<br />
a ward for tuberculosis and eye patients, an area for<br />
physiotherapy, a men‘s, women‘s and children‘s ward,<br />
a ward for long-term patients and a maternity ward.<br />
At first, I was back in the registration. Here I also met<br />
a very nice colleague who helped me to get the most<br />
important things for cooking, washing and cleaning.<br />
I had already learned many delicious dishes and<br />
washing from my host families. Later I could work<br />
in the hospital on the women‘s ward as well as on the
Seite 20<br />
mit verschiedenen Stationen: einem Zahnarzt, einer<br />
Station für Tuberkulose- und Augenpatienten, einem<br />
Bereich für Physiotherapie, einer Männer-, Frauenund<br />
Kinderstation, einer Station für Langzeitpatienten<br />
und einer Geburtsstation. In der ersten Zeit war ich<br />
wieder in der Anmeldung. Hier habe ich auch einen<br />
sehr netten Kollegen kennengelernt, der mir geholfen<br />
hat, die wichtigsten Dinge zum Kochen, Waschen und<br />
Putzen zu besorgen. Viele leckere Gerichte und das<br />
Waschen hatte ich ja schon in Mazabuka und Gwembe<br />
bei meinen Gastfamilien gelernt. Später durfte ich im<br />
Krankenhaus auch noch auf der Frauen- sowie der<br />
Männer- und Kinderstation arbeiten.<br />
Meine Wochenenden habe ich häufig dazu genutzt,<br />
um meine Gastfamilie in Mazabuka zu besuchen. An<br />
einem dieser Wochenenden hatte die Youth-Group<br />
nach einer großen Messe mit dem Bischof eine kleine<br />
Abschiedsfeier für mich geplant. Es war sehr nett, hier<br />
alle wieder zu treffen, um sich von ihnen vernünftig<br />
verabschieden zu können. Neben spontan gegrilltem<br />
Fleisch und einem Nudelsalat gab es viele Getränke.<br />
Durch nette Ansprachen an mich, kleine Spiele und<br />
Musik wurde es ein gelungener Abend. Es war sehr<br />
nett, wofür ich mich hier auch noch einmal bedanken<br />
möchte.<br />
An meinen Geburtstag, der kurz vor dem Ende meines<br />
Aufenthaltes in Sambia lag, habe ich mir mit ein paar<br />
Kollegen einen netten Abend gemacht.<br />
An die Feier knüpfte auch direkt das letzte Seminar<br />
mit Sister und Agnes in Livingstone an. Hier haben<br />
wir vor allem viel geredet und uns noch einmal<br />
abschließend über das Jahr in Sambia ausgetauscht,<br />
aber im Gegensatz zum Beginn des Jahres auf einer<br />
viel freundschaftlicheren Ebene.<br />
Und dann – schwupp-die-wupp - waren wir auch<br />
schon wieder mit den beiden neuen Freiwilligen<br />
aus Sambia am Düsseldorfer Flughafen. Inzwischen<br />
sind schon einige Wochen vergangen mit<br />
Studiumsangelegenheiten, Freunde treffen und sich<br />
langsam wieder einleben. Es ist gar nicht so leicht,<br />
sich wieder an Deutschland zu gewöhnen. Klar weiß<br />
man, wie alles wird, aber eine kulturelle Irritation<br />
kommt hier und da doch immer mal wieder auf.<br />
Vor allem beim Thema Vorurteile und Rassismus<br />
bemerke ich immer wieder schwierige Kommentare<br />
von einigen Mitmenschen, die kommen, wenn ich<br />
men‘s and children‘s ward. I often used my weekends<br />
to visit my host family in Mazabuka. On one of these<br />
weekends, after a big mass with the bishop, the Youth<br />
Group had planned a little far<strong>ewe</strong>ll party for me. It was<br />
very nice to meet everyone here again to say goodbye<br />
to them sensibly. Besides spontaneously grilled meat<br />
and a tasty salad, there were a lot of beverages. Some<br />
youth gave nice speeches on me, but there were also<br />
small games and music, so it became a successful<br />
evening. It was a very nice evening for which I would<br />
like to thank the youth once again.<br />
On my birthday, which was shortly before the end of<br />
my stay in Zambia, I had a nice evening with a few<br />
colleagues.<br />
The last seminar with Sister and Agnes in Livingstone<br />
followed the celebration. Here we talked a lot and<br />
concluded the year in Zambia, but in contrast to the<br />
beginning of the year on a much more personal level.<br />
And then together with the two new volunteers from<br />
Zambia we were again at Düsseldorf Airport. In the<br />
meantime, some weeks have passed with study matters,<br />
meeting friends and slowly settling in again. It is not<br />
so easy to get used to Germany again. Of course, you<br />
know how everything will turn out, but some cultural<br />
irritation comes up here and there. Especially when<br />
it comes to prejudices and racism, I always notice<br />
comments from some people when I report about<br />
my year in Zambia. I keep in touch with friends and<br />
family in Zambia via the internet, but sometimes I<br />
wish I could go back now and hold everyone in my<br />
arms again. I hope that in the foreseeable future I<br />
will be able to travel to this country again, which is<br />
now more familiar to me. No longer as a volunteer or<br />
tourist, but as a member of the parish and family.<br />
Overall, the year in Zambia was not the easiest year<br />
of my life. And some of the ambitions I may have had<br />
before the year I see much more critically now. But I<br />
have to say that the year has helped me a lot personally<br />
and I hope that I have been able to give back some<br />
of the gratitude I feel for it to the people which were<br />
going through this year with me.<br />
Ben Lukas Koch
Seite 21<br />
von meinem Jahr in Sambia berichte. Den Kontakt<br />
zu Freunden und Familie in Sambia halte ich noch<br />
über das Internet, aber ich wünsche mich jetzt schon<br />
manchmal wieder zurück, um alle nochmal in den<br />
Arm zu nehmen. Ich hoffe, dass ich in absehbarer Zeit<br />
in dieses mir inzwischen vertraute Land reisen kann.<br />
Nicht mehr als Freiwilliger oder Tourist, sondern als<br />
Gemeinde- und Familienmitglied.<br />
Insgesamt war das Jahr in Sambia für mich nicht<br />
das einfachste Jahr in meinem Leben. Und manche<br />
Ambitionen, die ich vielleicht vor dem Jahr hatte,<br />
sehe ich inzwischen als viel kritischer an. Ich muss<br />
aber sagen, dass mir das Jahr<br />
persönlich sehr weitergeholfen<br />
hat, und hoffe, dass ich manches<br />
von der Dankbarkeit, die ich dafür<br />
empfinde, zum Teil zurückgeben<br />
konnte.<br />
Ben Lukas Koch<br />
Landschaftimpression / Landscape impression
Seite 22<br />
Film Review: „Der Junge, der den<br />
Wind einfing“<br />
„Der Junge, der den Wind einfing“ (The boy, who<br />
harnessed the wind) ist ein Filmdrama von Chiwetel<br />
Ejiofor, das am 25. Januar 20<strong>19</strong> im Rahmen des<br />
Sundance Film Festivals seine Premiere feierte. Der<br />
Film basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von<br />
William Kamkwamba.<br />
Kurz nach den weitreichenden Überschwemmungen<br />
in Mozambique im Frühling 20<strong>19</strong> setzen im südlichen<br />
Afrika Dürreperioden ein, viele Länder leiden unter<br />
Hungersnöten. Auch der 13-jährige William, der in<br />
einem Dorf in Malawi aufwächst, spürt die Folgen<br />
der Naturkatastrophen: Seine Familie kann auf den<br />
ausgetrockneten Feldern nichts mehr ernten und somit<br />
weder Geld für Nahrung noch für die Schulbildung<br />
der Kinder aufbringen. Während die Atmosphäre<br />
zwischen Dorfbewohnern, Großplantagenbesitzern<br />
und der Regierung sich immer weiter aufheizt, bleibt<br />
William einer der wenigen, die nach vorn statt zurück<br />
blicken. Heimlich sucht er in der Schulbibliothek nach<br />
letzten Informationen, um seine Idee zu verwirklichen:<br />
Er möchte mit Hilfe eines alten Fahrrads und dessen<br />
Dynamo eine Windmühle bauen, die mit ihrer<br />
Elektrizität eine Wasserpumpe betätigt, und so die<br />
Ernten (und die Leben) seiner Familie retten. Doch<br />
er gerät immer wieder in Konflikt mit den strengen<br />
Vorschriften der Schule und der Autorität seines<br />
Vaters…<br />
Das Ende des Films verrate ich an dieser Stelle mal<br />
nicht. Denn es lohnt sich, den Film selbst anzuschauen<br />
(bei Netflix auf jeden Fall verfügbar). Auch wenn<br />
die Geschichte in Malawi spielt, werden sich alle<br />
Sambia-Fans wohl stark an das Nachbarland erinnert<br />
fühlen: Die Landschaft, die Kleidung, das Essen und<br />
sogar die Sprache, Chinyanja / Chichewa könnten<br />
genauso gut ein paar Kilometer weiter in Monze<br />
oder Mazabuka sein. Als ich anfangs ahnungslos den<br />
Film startete, war ich total überrascht und begeistert,<br />
einige Sprachfetzen aus den Dorfszenen auch ohne<br />
die Untertitel zu verstehen – das kann doch nicht sein,<br />
dass die Menschen im Film unter all den afrikanischen<br />
Sprachen genau die sprechen, die vor 2 Jahren noch in<br />
meinem neuen Zuhause gesprochen wurde!<br />
Neben meiner Anfangseuphorie und dem<br />
Heimatgefühl, das sich bei mir schnell eingestellt<br />
Film Review: „The boy, who<br />
harnessed the wind“<br />
„The boy, who harnessed the wind“ is a film by<br />
Chiwetel Ejiofor that has been released on January 25,<br />
20<strong>19</strong> during the Sundance Film Festival. The film is<br />
based on the autobiography of William Kamkwamba.<br />
Shortly after the major floods in Mozambique in spring<br />
20<strong>19</strong> a draught period starts in the southern countries<br />
of Africa and many people in these countries suffer<br />
from famine. Thirteen-year-old William from a village<br />
in Malawi is also confronted with the consequences<br />
of the natural disaster. The fields are dry and there is<br />
nothing his family can harvest. So, there is no money<br />
neither for food nor the children´s school fees.<br />
While the atmosphere between villagers, plantation<br />
owners and government is becoming heated, William<br />
is one of the few who move forward instead of looking<br />
back. He secretly searches for information in the<br />
school library to accomplish his plans: with an old<br />
bicycle and its dynamo he wants to build a windmill<br />
that will produce electricity and power a water pump.<br />
This way he wants to save his family´s crop and their<br />
lives. But again and again he is getting in conflicts with<br />
the school´s strict rules and his father´s authority …<br />
I won´t tell the end of the film because it is really<br />
worth watching it (available on Netflix).<br />
Although the plot is set in Malawi all fans of Zambia<br />
will be reminded of the neighbor country: the<br />
landscapes, the clothing, the food and even the<br />
language Chinyanja/Chichewa – all this could be a<br />
few kilometers away in Monze or in Mazabuka. When<br />
I first unknowingly started watching the film I have<br />
been completely surprised and enthusiastic that I was<br />
able to understand some scene in the village without<br />
looking at the subtitles. Could it be possible that<br />
amongst all the many African languages that exist the<br />
people in the film speak just the same language that<br />
was spoken in my new home two years ago?!<br />
Besides my euphoria at the beginning and the feeling of<br />
home I soon realized that the film did not only evoked<br />
joy but quite many troubling and sad and furious<br />
thoughts. That is because the people that enjoyably<br />
smack their Nshima in my memories actually don´t<br />
exist in the film. The Malawi that I watch in my screen<br />
do not have anything to eat, they have left no work<br />
and no school. And what is worst, no film director
Seite 23<br />
hatte, wurde mir aber auch schnell klar, dass der Film<br />
neben Freude auch ganz schön viele besorgte und<br />
traurig-wütende Gedanken bei mir hervorrief. Denn<br />
die Menschen, die in meinen Sambia-Erinnerungen<br />
gemütlich ihr Nshima schmatzen, gibt es in dem Film<br />
nicht. Die Malawis auf meinem Bildschirm haben<br />
nichts zu essen, keine Arbeit und keine Schule mehr.<br />
Und das Schlimmste ist, dass kein Regisseur sich die<br />
Handlung ausgedacht hat, sondern dass Mozambique<br />
tatsächlich überschwemmt wurde, dass Malawi<br />
tatsächlich unter Dürreperioden und Hungersnöten<br />
leidet, und dass es den Menschen in Sambia und den<br />
umliegenden Ländern oft genauso geht.<br />
Der Film zeigt einerseits tolle Bilder von Landschaft<br />
und Leuten und lässt mich voll warmer Erinnerungen<br />
auf meine eigene Zeit in Sambia zurückblicken. Auch<br />
meine Familie und Freunde, denen ich von meinem<br />
Jahr erzählt habe, berichten, dass sie sich durch den<br />
Film viel besser vorstellen können, wie ich wohl ein<br />
Jahr lang gelebt habe.<br />
Auf der anderen Seite wird deutlich, dass eben ganz<br />
und gar nicht klar ist, wie die Zukunft dieser Länder<br />
und auch die der ganzen Welt aussehen wird. Während<br />
ich gemütlich in mein Bett gekuschelt Netflix gucke,<br />
laufen irgendwo auf der Welt wegen Leuten wie<br />
mir Tausende von energiefressenden Servern, die<br />
wiederum die Umwelt belasten, weswegen es dann zu<br />
Überschwemmungen wie in Mozambique kommen<br />
kann.<br />
Abschließend kann ich nur sagen, dass „Der Junge,<br />
der den Wind einfing“ ein absolut sehenswerter Film<br />
ist, weil er erstens einfach schön ist, und zweitens die<br />
Augen öffnet! Von Williams Kreativität kann sich<br />
bestimmt jeder etwas abschauen, und sich fragen,<br />
was er oder sie eigentlich so im Alltag tun kann, um<br />
Hungersnöten und Umweltkatastrophen (die plötzlich<br />
gar nicht mehr so weit weg sind, wenn man an seine<br />
Lieben in Sambia denkt) entgegen zu wirken – denn<br />
hierzu kann wirklich jeder etwas beitragen!<br />
invented the story, but Mozambique has actually been<br />
flooded and Malawi actually is suffering because of<br />
draught and famine, and people in Zambia and the<br />
neighbor countries are often experiencing the same.<br />
On the one hand, the film shows wonderful pictures<br />
of landscapes and people, letting me look back to my<br />
time in Zambia filled with heartily felt memories. My<br />
family and friends whom I told of my year in Zambia,<br />
they as well told me that with the help of this film they<br />
are able imagine better how I have been living for that<br />
year.<br />
On the other hand, you realize that it is not clear<br />
at all how the future of these countries and of the<br />
whole is going to be. While I am cozily cuddled up<br />
watching Netflix somewhere in the world thousands<br />
of energy-consuming servers are running, burdening<br />
the environment negatively, and this way eventually<br />
major floods like in Mozambique happen.<br />
In conclusion, I can only say that „The boy, who<br />
harnessed the wind“ is absolutely worth looking<br />
because firstly it´s simply beautiful and secondly<br />
because it opens your eyes! I am sure that everyone<br />
can learn from William´s creativity and ask oneself<br />
what one could do in everyday life in order to avoid<br />
famines and environment disasters (that are suddenly<br />
not so far away any more when you think of your<br />
dear ones on Zambia) – because really everyone can<br />
contribute to this goal!<br />
Jolina Bilstein<br />
Jolina Bilstein
Seite 24<br />
Schulfee Jahresbericht 2018 Schulfee Yearly Report 2018<br />
Über das vergangene Jahr gibt es wieder Einiges zu<br />
berichten. Die Details dazu lieferte der Jahresbericht<br />
unserer sambischen Partner aus dem Development<br />
Office.<br />
Als positive politische Entwicklung halten wir fest,<br />
dass sich die „Free Education Policy“ für die Klassen<br />
1-7 auch in der Praxis derart etabliert hat, dass wir<br />
die Bemühungen unseres Projektes auf die höheren<br />
Klassen konzentrieren.<br />
So verzeichnen wir für 2018 folgende<br />
Unterstützungszahlen:<br />
Chirundu Secondary: 4x Klasse 9, 1x Klasse 10<br />
Nkandabbwe Secondary: 10x Klasse 10<br />
In jeder dieser Zahlen steckt Anlass zur<br />
Freude. Bruce aus Chirundu, bekannt aus den<br />
Vorjahresberichten, hat Ende 2018 erfolgreich<br />
die Stufe 11 erreicht. Zwei seiner Mitschüler aus<br />
der neunten Klasse sind nun in Klasse 10. An der<br />
Nkandabbwe Secondary wurden alle unterstützten<br />
Schüler in die nächste Stufe versetzt.<br />
“School authorities have continued to appreciate<br />
the support rendered to pupils who are vulnerable<br />
because it is also their wish that pupils should<br />
be given an<br />
opportunity to<br />
complete school<br />
in order for them<br />
to build a future<br />
for themselves.”<br />
About last year there has been again a lot to report<br />
about. Details have been provided to us in the yearly<br />
report of our Zambian partner at the Development<br />
Office in Monze.<br />
First of all, it can be stated that the „Free Education<br />
Policy“ is a positive development policy, because<br />
for grades 1 – 7 it has been established constantly.<br />
Therefore the project efforts can now be focused to<br />
upper grades.<br />
In 2018 the project could support:<br />
At Chirundu Secondary: 4x grade 9, 1x grade 10<br />
At Nkandabbwe Secondary: 10x grade 10<br />
Each data gives reason for hope. Bruce from<br />
Chirundu, already known from earlier reports,<br />
successfully attends grade 11 since the end of 2018.<br />
Two of his former classmates from grade 9 were able<br />
to move to grade 10. And at Nkandabbwe Secondary<br />
all supported students moved to the next grade.<br />
“School authorities have continued to appreciate<br />
the support rendered to pupils who are vulnerable<br />
because it is also their wish that pupils should be<br />
given an opportunity to complete school in order for<br />
them to build a future for themselves.”<br />
Agnes Simoloka,<br />
Development<br />
Office<br />
Agnes Simoloka,<br />
Development<br />
Office<br />
Unterstützte Schüler mit Lehrerin/Supported students and their teacher
Seite 25
Seite 26<br />
Vermischtes<br />
Miscellaneous<br />
Anfang September haben unsere beiden sambischen<br />
Freiwilligen Priscilla und Eugine gemeinsam mit<br />
ihren Gasteltern Dürens Bürgermeister Paul Larue<br />
einen Besuch abgestattet. Die Aachener Nachrichten<br />
haben am 10.September hierüber berichtet:<br />
In September our volunteers from Zambia Priscilla<br />
and Eugine visited the Mayor of Düren Paul Larue<br />
together with both their host families. The local<br />
newspaper „Aachener Nachrichten“ reported about<br />
their visit on September 10th, 20<strong>19</strong>:<br />
https://www.aachener-nachrichten.de/<br />
lokales/dueren/priscilla-und-euginehaben-viel-vor_aid-45704703<br />
Zwar bereits im März 2018 erschienen, aber erst<br />
kürzlich entdeckt:<br />
Der Ilona Hupe Verlag hat nun einen Reiseführer<br />
nur für Sambia herausgebracht. „Reisen in Zambia“<br />
richtet sich an Individual- und Gruppenreisende<br />
und bietet viele, farbig illustrierte Informationen<br />
zum Land, seinen Regionen, seiner Flora und Fauna.<br />
Vor allem aber enthält der Reiseführer praktische<br />
Routenbeschreibungen mit GPS-Daten. Er kostet €<br />
24,90 und ist über den Buchhandel oder den Online-<br />
Shop des Verlags bestellbar.<br />
Weitere Informationen gibt es unter:<br />
Already released in March 2018, but only recently<br />
discovered:<br />
The Ilona Hupe publishing company has released a<br />
guidebook especially for Zambia.<br />
Titled „Reisen in Zambia“ the guidebook addresses<br />
both independent travelers and group travelers. It<br />
provides a lot of information about the country, it´s<br />
different regions, flora and fauna and contains many<br />
color photos. Most of all, it provides practical route<br />
descriptions combined with GPS data. It costs € 24,90<br />
and can be purchased at bookstores or publisher´s the<br />
online shop.<br />
Get more information on:<br />
http://www.hupeverlag.de/html/zambia.html
Seite 27<br />
Bildnachweis/Proof of Images<br />
Die Fotos in dieser Ausgabe wurden uns freundlicherweise, wie folgt, zur Verfügung gestellt/ the photos have<br />
been kindly provided by:<br />
Seite/Page 1-3, S./P 5-9 Naomie Rothkamp,<br />
S./P 2, S./P 10-12 Priscilla Daka,<br />
S./P 1-2, S./P 13-17 Eugine Himunza,<br />
S./P 2, 18-<strong>19</strong>, S./P 21 Ben Lukas Koch,<br />
S./P 1-2, S./P 24 Agnes Simoloka,<br />
S./P 2 Yoko Kuchiba