ewe-aktuell 4-19

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement.de

Jahrgang 22 - Dezember 2019

Kuyeya - Gedanken aus Monze

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Leben in Deutschland

Schulfee


Seite 2

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leser*innen,

unsere derzeitigen Freiwilligen haben inzwischen

ihren Platz in ihren Gastfamilien gefunden und erste

Herausforderungen bewältigt. Der ewe wünscht ihnen

weiterhin Zuversicht und gutes Gelingen!

Es freut auch

zu sehen, dass

das Projekt

Schulfee

kontinuierlich

fortgeführt

wird und

k o n k r e t e

Erfolge erzielt.

Nachdem

sich unser

Vereinsvorsitzender

Guido in

der vergangenen Ausgabe Gedanken um den Co2-

Fußabdruck des ewe machte, geht es diesmal im

Beitrag unserer ehemaligen Freiwilligen Jolina um die

Folgen des Klimawandels für die Länder des südlichen

Afrikas. Extreme Wetterlagen und ihre Folgen bringen

mittlerweile viele Menschen auf der ganzen Welt in

schlimme, existenzbedrohende Notsituationen. Was

würden – was könnten - wir an ihrer Stelle machen?

Eine Frage, die angesichts der jüngsten Ereignisse in

Frankreich und Italien gar nicht mehr so abstrakt ist,

wie wir vielleicht hoffen oder glauben.

Ohne Ihnen/Euch die Advents- und Weihnachtszeit

„verhageln“ zu wollen, ist es mir ein Anliegen, jeden

zu bitten, diese Zeit zu nutzen und noch einmal in

sich zu gehen und zu überlegen, was er selbst künftig

(noch) für den Klimaschutz und den Erhalt unserer

Erde tun kann.

2

10

18

24

Naomie

Eugine

Film Review

Vermischtes

Editorial

Priscilla

Ben Lukas

„Der Junge, der den

Wind einfing“

Vermischtes

Schulfee

3

13

22

26

Allen eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes,

gesundes Jahr 2020!

Ihre/Eure Yoko Kuchiba


Seite 3

Mein Alltag und mein Leben in

Monze

My everyday life in Monze

Kuyeya

Für mich sind nun schon die ersten Monate vergangen

und zum ersten Mal kann ich für mich behaupten:

Ich bin so langsam angekommen. Die ersten zwei

Monate in der Familie waren Neuland, sowohl für

mich als auch für meine Gastfamilie. Über Wochen

tasteten wir uns aneinander an: kulturell, menschlich

und emotional. Ich fühlte mich zwar von Anfang

an sehr wohl in meiner Gastfamilie. Dennoch gab

es einige Herausforderungen: kulturell, menschlich

sowie emotional. Alles, was auf mich zu kam, war

eine Reizüberflutung. Denn alles war neu, alles war

anders und ungewohnt. Bis ich meinen Platz in

Familie, Kirche und Arbeit fand, verging viel Zeit. Für

mich war alles eine Herausforderung. Tag und Nacht

dachte ich darüber nach, ob und wie ich meinen

Platz hier finden kann, wie das Leben hier für mich

einfacher wird. Ich trage bis heute innere Konflikte

aus, aber ich habe auch gelernt, dass das normal ist.

Ich befinde mich weit weg von allem Gewohnten und

es verändert sich viel: in mir und um mich herum.

Das zu akzeptieren und gleichzeitig den richtigen

Umgang mit dieser Veränderung zu finden, führt

eben manchmal zu Konflikten. Das Schöne ist, dass

es für alles eine Lösung gibt, die gar nicht so weit von

einem entfernt ist. Ich habe gelernt, mir Zeit zu geben,

Situationen zu akzeptieren, aber auch meine eigenen

Bedürfnisse und Gefühle nicht hintenan zu stellen.

Jeden Tag stelle ich mich neuen Aufgaben und jeden

Tag lerne ich mindestens eine neue Sache dazu: über

mich, über die Menschen und über meine Umgebung.

Kuyeya heißt auf Tonga Gedanken.

Nkwachi

Wie schon erzählt, habe ich mich mit meiner Familie

sofort verstanden. Denn so viel anders als meine

Gastgeschwister aufwachsen, bin ich auch nicht

aufgewachsen. Meine Gasteltern sind beide berufstätig

und den ganzen Tag unterwegs. Meine Geschwister

und ich kümmern uns ums Kochen und den Haushalt.

Die Kinder hier lernen früh, Arbeit zu übernehmen,

zu kochen, ihre eigene Wäsche zu waschen, zu putzen

und einkaufen zu gehen. So bin ich auch aufgewachsen.

Das gab mir direkt ein Gefühl von Zuhause. Meine

Nkwachi

Kuyeya

For me, the first few months have passed and for

the first time I can say for myself, I arrived well. The

first two months in the family were new territory,

both for me and for my host family. Over weeks, we

groped together: culturally, humanly and emotionally.

Although I felt very comfortable in my host family right

from the beginning, there were still some challenges:

cultural, human and emotional ones. Everything came

to me was a sensory overload because everything was

new, everything was different and unusual. Until I

found my place in family, church and work, a lot of

time went by. Everything was a challenge for me. Day

and night, I was thinking about if and how I can find

my place here, how life becomes easier here for me. I

still have internal conflicts, but I‘ve also learned that‘s

normal. I am far away from everything familiar and

that changes a lot - in me and around me. To accept

this and at the same time to find the right way to deal


Seite 4

Gasteltern sind verständnisvoll, kommunikativ und

hilfsbereit. Dafür bin ich sehr dankbar. Sie geben mir

die nötige Freiheit, die ich brauche, und das nötige

Verständnis. Denn als 25-jährige Freiwillige brauche

ich auch Zeit für mich und bin eben auch kein Kind

mehr. Durch meine Schwestern lernte ich schnell die

Umgebung kennen sowie das Kochen und Waschen

meiner Wäsche. Mittlerweile ist es normal und Alltag

geworden. Mein Platz als große Schwester habe ich

nun eingenommen. Ich verbringe sehr gerne Zeit mit

meinen Geschwistern und koche mit ihnen. Auch das

erinnert mich an meine Familie in Deutschland. Wenn

die Ferien hier um sind, werden die zwei ältesten

Mädels auf eine Boarding School (eine Art Internat)

gehen. Meine drei kleinen Geschwister bleiben mit

mir in Monze. Ich tausche mich mit meiner Familie

viel über Kultur aus. Sie zeigen mir ihre Kultur und ich

zeige ihnen meine Kultur, meist durchs Kochen. Ich

backe und koche sehr gerne und, da mir das deutsche

Essen nun doch fehlt, werde ich hier mit den Zutaten,

die ich finde, kreativ und koche für meine Familie.

Ich habe bereits Pfannekuchen, Bratkartoffeln,

Würstchen und Salat gemacht, Schokoladenkuchen

gebacken und Rote Beete eingelegt. Ich muss ehrlich

zugeben, dass es mir nach meinem Studium und nach

fast 4 Jahren alleine wohnen, anfangs schwer viel,

wieder so zu leben wie in meiner Jugend, da ich diese

ja eigentlich schon hinter mich gebracht habe. Ich bin

es eigentlich gewohnt, alles alleine zu entscheiden,

meinen eigenen Haushalt zu führen und zu kommen

und zu gehen, wann ich will. Aber man gewöhnt sich,

Gott sei Dank, auch schnell an die Situation und für

das Jahr ist es für mich auch vollkommen in Ordnung

so zu leben. Ich genieße es auch, als große Schwester

in der Familie zu leben und für meine Geschwister da

zu sein. Mein kleiner Bruder Chile ist der mit Abstand

lustigste kleine Junge auf dieser Welt. Er bringt mich

immer zum Lachen, lernt unheimlich schnell und das

Schönste: wir verstehen uns auch ohne viele Worte. Er

versteht zwar etwas Englisch, aber er spricht es nicht.

So haben wir beide aber die Chance voneinander zu

lernen. Meine Gasteltern bemühen sich wirklich sehr

und helfen mir viel. Ich kann aber auch mit beiden

interessante Gespräche führen und wir tauschen uns

oft über unsere Kulturen aus. Sie sind sehr interessiert

an Deutschland und seiner Kultur. Tja, was soll ich

with these changes sometimes leads to conflicts. The

nice thing is that there is a solution for everything that

is not that far from you. I have learned to give myself

time to accept situations but also not to put my own

needs and feelings behind. Every day I face new tasks

and every day I learn at least one new thing about

myself, about the people and about my surroundings.

Kuyeya means Thoughts in Tonga.

Nkwachi

As already told, I got along with my family immediately.

Because the way my host siblings grow up, I grew up

myself. My host parents are both working the whole

day. My siblings and I take care of the cooking and

the household. The children learn to take over the

household early: to cook, to do their own laundry, to

clean and to go shopping. That‘s how I grew up too. That

gave me a sense of home right away. My host parents

are understanding, communicative and helpful. I am

very grateful for that. They give me the necessary

freedom I need and the necessary understanding.

Because as a 25-year-old volunteer, I also need time

for myself and I‘m no longer a child. Through my

sisters I quickly learned the environment, the cooking

and the washing of my laundry. Meanwhile, it has

become normal and an everyday thing. I have now

taken my place as a big sister. I love to spend time with

my siblings and cook with them. That reminds me of

my family in Germany. When the holidays are over,

the two oldest girls will go to a boarding school. My

two little sisters and my little brother stay with me in

Monze. I talk a lot about culture with my family. They

show me their culture and I show them my culture,

mostly by cooking. I like to bake and cook and because

I do not have German food here, I become creative

and with the ingredients I get here I cook for my

family. I have already made pancakes, fried potatoes,

sausages and salad, baked chocolate cake and pickled

beetroots. To be honest: after my studies and after

almost 4 years that have been living on my own, in the

beginning it was hard to live like I did in my youth,

because I actually already had left that behind me. I

am used to deciding everything on my own, to lead

my own household and to come and go whenever I

want. But, thank goodness, you get used to situations

very quickly and for the year it‘s perfectly fine for me


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noch groß dazu sagen: Mir geht es hier in der Familie

wirklich sehr gut und bisher lief auch alles gut. Ich

verstehe mich gut mit meinen Geschwistern und ich

muss mich nicht fremd oder komisch fühlen. Nkwachi

heißt auf Tonga Familie.

Manungu Pre-school

Kubeleka

Ich habe mich von Anfang an für die Arbeit mit

Kindern interessiert und so kam es, dass ich in der

Schule unserer Kirchengemeinde anfangen konnte.

Seit September arbeite ich nun in der The Lady of

Our Wayside Manungu Pre-School. Es gibt insgesamt

zwei Klassen: die Babyklasse für die Kleinen und

die Vorschulkinderklasse für die Großen, und

jeweils zwei Klassenlehrerinnen. Am Anfang bin

ich abwechselnd in die Klassen gegangen, um mir

die Arbeit der Lehrerinnen anzuschauen und um

die Kinder erst einmal kennenzulernen. Dabei habe

ich den Kindern zu Beginn jeden Tag etwas an die

Tafel gemalt, wie z.B. eine Blume, eine Sonne etc.

Und die Kinder durften das dann selber an der Tafel

anmalen und in ihren Heften ausmalen. Mit den

Kindern habe ich mich sofort verstanden. Wenn

auch manche von Ihnen am Anfang sehr schüchtern

waren, so begannen sie, mich von Tag zu Tag mehr zu

mögen und ich sie. Die Kinder sind sehr witzig und

sie haben eine Menge zu erzählen. Bis heute fragen

sie mich tausend Löcher in den Bauch. Bisher habe

ich - zum Glück - auch immer eine Antwort gehabt.

Die Lehrerinnen sind ganz okay. Am liebsten mag

ich aber Sister Charleen. Sie ist für die Schule in der

Gemeinde zuständig und macht Hausbesuche bei den

alten Menschen der Kirchengemeinde. Sie steht mir

bei Fragen immer zur Seite und hilft mir auch bei

to live that way. I also enjoy living in the family as a big

sister and being there for my siblings. My little brother

Chile is by far the funniest little boy in this world. He

always makes me laugh, learns incredibly fast and the

most beautiful thing is, we also understand each other

without many words. Although he understands some

English he does not speak it. This way we both have

the chance to learn from each other. My host parents

really try hard and help me a lot. But I can also have

interesting conversations with both of them and we

often talk about our cultures. They are very interested

in Germany and our culture. Well, what am I going

to say is, I am doing really well here in the family and

so far everything went well. I get along well with my

siblings and I do not have feel odd or not as a part of

the family. Nkwachi means family in Tonga.

Kubeleka

I was interested in working with children right from

the start, so that I was able to start in the school of our

church. Since September I am working at The Lady

Kubeleka


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Manungu Pre-school

Konflikten, die hier und da in der Schule auftauchen.

Sie ist sehr verständnisvoll und lustig. Ich verbringe

gerne Zeit mit ihr. Das Schulsystem hier – ich muss

dazu sagen, dass ich nur auf das System dieser Schule

eingehen kann - ist sehr anders als in Deutschland.

Und ich muss zugeben, dass ich am Anfang schon

sehr überrascht war, wie sie die Kinder erziehen und

für die Schule vorbereiten. Aber man gewöhnt sich

daran. Ich möchte damit nicht ansatzweise sagen,

dass die Methoden schlecht sind. Sie sind einfach nur

anders, als wie wir sie aus Deutschland kennen. Die

Kinder hier lernen aber durch diese Methode etwas

langsamer als in Deutschland. Deshalb gebe ich den

Kindern sehr gerne in Mathematik Nachhilfe und

gebe ihnen auch Einzelunterricht. Die Kinder haben

immer die Möglichkeit, auf mich zurück zu greifen.

Das Ganze mache ich zwar sehr intuitiv, aber ich

habe schon einige Erfolge erzielen können. Kinder,

die am Anfang sehr langsam waren, sind mittlerweile

richtig gut in der Schule. Auch mag ich es, die Kinder

zu motivieren und sie für ihre Arbeit zu loben.

of Our Wayside Manungu Pre-School. There are two

classes: the baby class for the little ones and the preschool

class for the bigger ones, and two classroom

teachers per each classroom. In the beginning, I went

to the classes to look at the work of the teachers and

to get to know the children for the first time. At the

beginning of each day, I painted on the board for

the children something such as a flower, a sun, etc.

And the children were then allowed to paint them

on the blackboard and color them in their books. I

immediately got on with the children. Even though

some of them were very shy in the beginning, day

by day they began to like me more, and I started to

like them more and more. The kids are very funny

and they have a lot to talk about. From day one, they

bombarded me with a thousand questions - so far, I

have always found an answer. The teachers are quite

okay. I really like Sister Charleen. She is responsible

for the school in the church and makes home visits to

the elder people of the church. She is always at my side

when it comes to questions and she also helps me with

conflicts that appear here and there at school. She is very

understanding and funny. I like spending time with

her. The school system here - I must say that I can only

tell about the system of this school - is very different

from the one in Germany. And I have to admit that in

the beginning I was very surprised how they educate

the children and prepare them for school. But you get

used to it. I do not say that the methods are not good:

they are just different from what we know in Germany.

Because of the methods the children learn here a bit

slower than in Germany. So, I like to give the children

help in mathematics and give them individual lessons

too. The children always have the possibility to come

to me with their questions. Children who were very

slow in the beginning are now really good at school. I

also like to motivate the children and to praise them

for their work. They get a high-five, a smile and a hug,

plus a „you did it very well“. If the children are smiling

and proud of themselves, I am very happy about it.

The children learn counting, writing and mathematics

at an early age.

At the age when we go to kindergarten and paint, play

and learn how to write our name, the children here are

already very intensely prepared for school. Since the

children are still very young, learning here just takes a


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Sie bekommen ein Highfive, ein Lächeln und eine

Umarmung und dazu ein „Das hast du wirklich gut

gemacht“. Wenn die Kinder dann lächeln und stolz

sind, freue ich mich sehr darüber. Die Kinder lernen

schon im frühen Alter das Zählen, Schreiben und

Rechnen.

In dem Alter, in dem wir in den Kindergarten gehen

und malen, spielen und lernen, wie wir unseren

Namen schreiben, werden die Kinder hier inhaltlich

schon sehr stark auf die Schule vorbereitet. Da die

Kinder noch sehr jung sind, dauert das Lernen hier

dann einfach etwas länger. Die Vorschulkinder

hingegen sind schon gut vorbereitet, auch wenn unter

ihnen ein paar sind, die noch viel Hilfe brauchen.

Aber da kann ich ihnen dann bis zur Einschulung

zur Hilfe gehen. Am liebsten mache ich Mathematik

und Kunst mit ihnen. Die Kinder sind alle sehr aktiv

und laufen in der Pause viel herum und spielen - auch

bei 40 Grad. Mittlerweile übernehme ich auch schon

ganze Unterrichtsstunden und ich habe ebenfalls auch

schon ganztägig die Klasse unterrichtet. Ein Konflikt

dabei ist zum Beispiel manchmal, dass die Lehrerin

mich ganz alleine mit den Kindern lässt und ich schnell

mit der Situation überfordert bin. Da sind meine

Kompetenzen doch sehr schnell überschritten und

das finde ich dann nicht so gut. Trotz alledem, jeden

Morgen, wenn ich das Kirchengelände betrete, laufen

die Kinder auf mich zu und rufen: „Teacher Naomie!

Teacher Naomie!“. Ihr könnt euch nicht vorstellen,

was für ein schönes Gefühl das ist: Die Kinder geben

einem sehr viel Liebe und wertschätzen deine Arbeit.

Alles in allem, trotz der Konflikte, die die Arbeit und

die Menschen auch mit sich bringen, macht es mir

sehr viel Spaß und für die Kinder mache ich diesen

Job sehr gerne. Ich denke, ich werde die Tätigkeit in

der Schule bis zum Ende meines FSJ weiterführen.

Kubeleka heißt auf Tonga Arbeit.

Kucikombele

Die Menschen in Sambia sind zum großen Teil sehr

christlich geprägt und leben diesen Glauben auch sehr

stark. Jeden Abend vor dem Schlafen und vor dem Essen

wird gebetet. Jeden Samstag- und Sonntagmorgen

gehen wir in die Kirche. Hier in Sambia gibt es

unheimlich viele verschiedene Kirchen und christlich

geprägte Ausrichtungen des Glaubens. Die Kirchen

bit longer. The pre-school children, on the other hand,

are already well prepare, even though there are a few

among them who still need a lot of help. But I can help

them till they graduate for grade one. I like to do math

and art with them. The children are all very active and

run around a lot during the break and play, even at

40 degrees. I also take one lesson per day sometimes

and I have been teaching the class all day as well. An

example for a conflict is that sometimes the teacher

leaves me alone with the children and then I am

quickly overwhelmed with the situation. Since my

skills are not good and I am not an educated teacher,

I think that‘s not so good. Despite all this, every

morning when I enter the church the children walk up

to me and shout, „Teacher Naomie! Teacher Naomie!“.

You cannot imagine what a nice feeling this is: the

kids give a lot of love and appreciation for your work.

All in all, despite the conflicts work and people bring

with them, I enjoy work a lot and for the children I am

happy to do this job. I think I will continue working

in school until the end of my volunteer year. Kubeleka

means work in Tonga.

Kucikombele


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sehen dabei manchmal aus wie normale Häuser oder

sind gerade erst im Aufbau. Die Menschen verbringen

sehr viel Zeit in der Kirche und mit ihrem Glauben.

Auch ihr Sozialleben findet dort statt. Freunde und

Mitmenschen kennt man aus der Kirchengemeinde

und trifft man in der Kirchengemeinde. Auch werden

die Kirchenaktivitäten von den Mitgliedern geplant

und umgesetzt. Es gibt verschiedene Gruppen, die

den verschiedenen Compounds (Vierteln) zugeordnet

sind, die wöchentlich die Kirche und das Gelände

säubern und pflegen. Im und um das Gelände gibt es

Arbeiter, die alles in Gang halten. Die Menschen in

der Kirchengemeinde sind unterschiedlich, aber alle

sehr nett. Am liebsten mag ich die alten Menschen

dort und ich unterhalte mich auch sehr gerne mit

ihnen. Sie lachen immer so herzlich und freuen

sich, wenn ich sie auf Tonga begrüße. Genauso wie

die Kinder sind die alten Menschen sehr herzlich.

Die Menschen füllen ihren Glauben mit Singen und

Tanzen, was ich sehr schön finde und was mich bis

heute jedes Mal umhaut, wenn ich die Massen singen

höre. Für mich ist die Welt des christlichen Glaubens

zwar nicht fremd. Doch muss ich sagen, dass er nicht

mein Glaube ist und dass ich mich am Anfang doch

erst an die starke Präsenz des Glaubens im Leben der

Menschen gewöhnen musste. Dennoch finde ich es

super interessant und ich lerne viel dazu. Der Glaube

gehört zur Kultur Sambias dazu und ist nun auch

ein Jahr lang Teil meines Lebens und ich bekomme

jeden Tag interessante Einblicke. Schon in jungen

Jahren gehen die Kinder zum Bibelunterricht. Die

Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen

ihre eigenen Aufgaben und singen im Chor, machen

Pilgerfahrt mit der Kirche / Pilgrimage with the church

Kucikombele

For the most part, the people of Zambia are very

Christian and live their faith very strongly. Every

evening before sleeping and before dinner they pray.

Every Saturday and Sunday morning we go to church.

Here in Zambia, there are a lot of different churches

and Christian orientations of the faith. The churches

sometimes look like normal houses or are just under

construction. People spend a lot of time in the church

and with their faith. Their social life also takes place

there. Friends and fellow humans are known from the

parish and are met in the parish. Church activities are

also planned and organized by the parish members.

There are several groups associated with the various

compounds who clean and take care of the church and

grounds. In and around the church there are workers

who keep everything going. The people in the parish

are all different but all very nice. I like the old people

there and I like to chat with them. They always laughing

so warmly and are happy when I greet them in Tonga.

Just like the children, the elderly are very cordial and

grateful. The people fill their faith with singing and

dancing, which I find very nice and every now and

then it blows my mind when I hear the people sing.

Although Christian faith is not strange to me, I must

say that it is not my faith. And in the beginning, I had

to get used to the strong presence of faith in people‘s

lives. Nevertheless, I find it super interesting and I

learn a lot. Faith is part of the culture of Zambia and

therefore it is now a part of my life for this year and

I get interesting insights every day. Already at young

age children go to the bible class. The youth and young

adults, get their own tasks and sing in the choir, do

poetry and theater and organize their own events. I

think it‘s great to see how much freedom young people

and young adults have in running church activities.

From time to time, I sing in the choir with youth and

young adults too. But it is often very difficult for me

to sing along, because I do not know the lyrics nor the

language and unfortunately often there are no lyrics

at all. Sundays at lunchtime I meet the choir members

in the church and spend time with them. The youth

and young adults like to dance a lot and have a happy

and very active nature. Kucikombele means in Tonga

Church.


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Poetry und Theater und organisieren ihre eigenen

Events. Ich finde es toll zu sehen, wie viel Freiheit die

Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben, ihre

Kirchenaktivitäten zu gestalten und mit zu formen.

Ab und zu singe ich mit den Jugendlichen und jungen

Erwachsenen im Chor mit. Jedoch ist es oft sehr

schwer für mich mit zu singen, da ich die Texte oder

die Sprache nicht beherrsche und es leider selten

Liedertexte gibt. Sonntag mittags treffe ich mich mit

den Chormitgliedern in der Kirche und verbringe Zeit

mit Ihnen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen

mögen es sehr zu tanzen und haben eine fröhliche

und sehr aktive Natur. Kucikombele heißt auf Tonga

Kirche.

Mumwu

Als ich hier ankam, war es noch recht kühl und in

Sambia war gerade Winterzeit. Nach drei Monaten

änderte sich das Wetter jedoch. Eine sehr heiße

und trockene Jahreszeit begann: der Sommer. Der

Sommer hier in Sambia ist heiß, sehr heiß! Ich glaube,

ich habe in meinem Leben noch nie so viel geschwitzt.

Manchmal hatte ich sogar körperliche Probleme

wie starke Kopfschmerzen oder Nasenbluten. Ich

empfand die Sommerzeit hier als sehr anstrengend

und unangenehm, da es an sehr heißen Tagen bis

zu 45-47 Grad waren und nachts 36 Grad. Nun ist

die Sommerzeit aber vorbei und die Regenzeit hat

begonnen. Juhu! Die Sonne versteckt sich nun hinter

den Wolken und es hat hier schon richtig viel geregnet

und die Umgebung verändert sich so langsam. Auch

die Fauna verändert sich: Überall fliegen Insekten

herum und die Menschen sammeln und essen sogar

eine Sorte von Insekten. Ich werde eventuell auch

mal eines davon probieren, aber nur eventuell. Die

Temperaturen sind hier in Sambia mittlerweile wieder

angenehm. Und ich hoffe, dass es dieses Jahr viel

regnen wird, so dass die Bauer und Menschen genug

Wasser haben, um Gemüse anzubauen, und genug

Wasser für ihre Tiere haben. Wetter auf Tonga heißt

Mumwu.

So, das war‘s erst einmal von mir. Grüße aus dem

schönen Monze, Naomie.

Naomie Rothkamp

Insekten der Regenzeit / Insects of the rainy season

Mumwu

When I arrived here it was still quite cool and in

Zambia it was just winter. After three months,

however, the weather changed into a very hot and dry

season, called summer. Summer here in Zambia is

hot, very hot! I think I‘ve never sweated so much in

my life. Sometimes I even had bodily problems such

as headaches or nosebleeds. I found summertime

here to be very exhausting and unpleasant. It was

up to 45-47 degrees on very hot days and 36 degrees

at night. But now the hot time is over, and the rainy

season has begun. Yippee! The sun is now hiding

behind the clouds and it has already rained a lot here.

And the environment is changing slowly. The fauna is

also changing: insects are flying around everywhere

and people are even collecting and eating a variety

of insects. I may also try one of them, maybe. The

temperatures are now going down here in Zambia and

I hope it will rain a lot this year so that the farmers

and people have enough water to grow vegetables and

have enough water for their animals. Mumwu means

in Tonga weather.

That´s it for now from me, till the next time. Greetings

from the beautiful Monze, Naomie.

Naomie Rothkamp


Seite 10

Herausforderungen begegnen und

Erfahrungen wertschätzen

Ich kann einfach nicht glauben, wie schnell die Zeit

vergeht. Es fühlt sich an, als wäre ich erst vor einem

Monat in Deutschland angekommen, dabei sind es

jetzt schon drei Monate und zwei Wochen.

Das Leben ist nicht immer einfach an einem neuen Ort,

an dem man jeden Tag neue Menschen kennenlernt.

Aber so ist das Leben und die Dinge geschehen, ob wir

es wollen oder nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie es

sich anfühlt zu arbeiten, weil ich nie zuvor einen Job

hatte. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, und ich muss

sagen, dass es wirklich schwer ist, jeden Morgen früh

auf zu stehen und zur Arbeit zu gehen. Aber es lehrt

mich das Leben und was es heißt, ein verantwortlicher

Mensch zu sein.

Meine ersten Tage bei der Arbeit im Krankenhaus

waren nicht einfach und sehr aufregend. Ich musste

zuerst einmal meinen Platz auf der Station finden

und einige Dinge lernen, was mir anfangs schwerfiel.

Viele Stunden am Stück zu arbeiten ist nicht leicht,

manchmal ist es auch langweilig und ermüdend, so

dass ich nach der Arbeit einfach in mein Bett hüpfen

möchte und 15 Stunden schlafen könnte. Obwohl mir

besonders die Frühschicht noch immer schwerfällt

(ich muss um 5 Uhr morgens aufstehen), gewöhne ich

mich an den Arbeitsalltag.

Facing Challenges and Embracing

the Experience

Well, I definitely cannot believe how fast time is

moving. I mean it kind of feels like I just came to

Germany like a month ago, but it has actually already

been three months and two weeks.

Life hasn‘t been that easy in a new place with new

people to meet almost every day, but what can I say,

that‘s life and things are bound to happen whether we

like it or not.

I never really had the slightest idea how working feels

like because I‘ve never done it before. Now I know and

I have to point out that working is really hard, and it

is not easy to have a job and have to wake up almost

every day to go for work. But this is really teaching me

the fact of life and I‘m learning how to be a responsible

person.

My first days of working at the hospital weren‘t that

easy and exciting, as I had to find my place at the

station and learn some things which wasn‘t that easy.

Working for so many hours is hard, sometimes boring

and exhausting such that after work all I want to do

is jump on my bed and go to sleep for at least fifteen

hours or so. However, I‘m somewhat getting used to

it although it’s hard, especially when I have the early

shift, because I then have to

wake up at five o‘clock in the

morning.

Mit Gastmutter und -schwester / With hostmother and hostsister

I like my host family a lot.

They are really kind and

caring. They have welcomed

me with open arms and treat

me like their own child. I

am actually very glad to be

living with them. I have to

say my host mother is really

cool and kind and always

looks for fun things that we

can do together, like us going

to Cologne and Jena and she

also took me to learn how to

swim, which was really hard.

The sad thing is that most of


Seite 11

Meine Gastfamilie mag ich sehr gerne! Alle sind so

nett und kümmern sich immer um mich. Ich wurde

mit offenen Armen empfangen und meine Gasteltern

behandeln mich wie ihr eigenes Kind. Ich bin sehr

froh, mit meiner Familie zusammen zu leben.

Meine Gastmutter ist super cool und bemüht sich

immer, schöne Dinge mit mir zu unternehmen, zum

Beispiel sind wir nach Köln und nach Jena gefahren.

Sie hat mir auch beigebracht zu schwimmen, was

wirklich nicht einfach war. Leider haben wir oft

keine Zeit, zusammen Ausflüge zu machen, weil ich

arbeiten muss. Aber wir geben unser Bestes, viel Zeit

miteinander zu verbringen.

Ich genieße auch die Treffen mit den anderen

Freiwilligen und Ruth (sie ist verantwortlich für uns

Freiwillige). Wir reden viel darüber, was wir erlebt

haben und welche Herausforderungen uns an den

Arbeitsplätzen oder in den Familien begegnen. Dann

versuchen wir gemeinsam, Lösungen zu finden, was

ich sehr gut und hilfreich finde.

Inzwischen hatte ich auch mein

erstes Seminar mit vielen anderen

Freiwilligen in Deutschland, aber

ich war die einzige internationale

Freiwillige dort. Das Seminar

war in Ordnung, abgesehen

von der Sprachbarriere. Die

Freiwilligen bemühten sich,

für mich zu übersetzen, aber

manchmal vergaßen sie, dass ich

Unterstützung brauche. Wir haben

viel über unsere Arbeitsplätze

geredet und darüber, wie wir

aufkommende Schwierigkeiten

bewältigen können.

Ich freue mich schon auf das nächste

Seminar, bei dem ich Leute treffen

kann, die ähnliche Erfahrungen

gemacht haben wie ich. Ich bin mir

sicher, dass wir wieder über die

Arbeit und über unvorhergesehene

Herausforderungen reden werden.

Ich kann mich über das Leben

hier nicht beschweren, obwohl ich

In Jena / In the town of Jena

the times it is not possible to do some of the things

planned because of my work, but we definitely try to

spend time together.

I really enjoy the times when we as incoming

volunteers get to meet with Ruth (the person in

charge of incoming volunteers). Because everyone

talks about what they have gone through in the past

months and talk about any problems that they are

facing with either their workplaces or in the families.

We try to find solutions together, which is very good

and helpful.

I already had my first seminar where I met other

German volunteers and I was the only one in my

group doing an international voluntary service. The

seminar was just OK, although sometimes hard with

the language barrier and sometimes they would forget

that I need some translations as I am not yet that

familiar with the language. We also had the time to talk

about our workplaces and how to handle challenges


Seite 12

manchmal traurig bin, weil ich meine Familie und

Freunde zu Hause vermisse. Es ist nicht leicht, hier

Freunde zu finden. Ansonsten versuche ich, offen zu

sein für neue Erfahrungen und das Beste aus meiner

Zeit in Deutschland mit zu nehmen. Ich gebe mir

Mühe, alles, was ich erlebe, wert zu schätzen und

daraus die beste Erfahrung zu machen, die ich nur

haben kann!

Priscilla Daka

that might arise from our work.

I‘m looking forward to the next seminar as I‘m going

to meet people who are having the same experience.

I already know that we will all get to talk about our

workplaces and what has happened in the past months

that we did not see each other.

When it comes to life in general, I cannot complain so

much though it is sometimes sad as I miss my family

and friends as it is not easy to make friends here. I

am otherwise trying to be open minded and learn

everything I can and to get the best out of my stay

here in Germany. I also try to embrace everything that

comes my way and have the best experience I can ever

have.

By Priscilla Daka

Mit Gastschwester Samira / With hostsister Samira


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Das “glaubliche” Deutschland

The believable Deutschland

Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem

ersten Schritt. Ich erinnere mich an meine ersten

Wochen in Deutschland: wie alles unfassbar schwer

zu glauben war. Darum hatte mein erster Bericht

den Titel “Das unglaubliche Deutschland”. Nachdem

ich jetzt einige Monate hier verbracht habe, fange

ich an zu glauben. Deswegen diesmal der Titel “Das

glaubliche Deutschland”.

In Deutschland bin ich vielen neuen Dingen begegnet:

Verkehrsmitteln, Essen, verschiedenen Leuten, dem

Wetter und der Kultur selbst.

Bezüglich der Verkehrsmittel: Um zur Arbeit oder

Heim zu kommen, muss ich mit verschiedenen

Buslinien und dem Zug fahren. Als ich an einem

Arbeitstag früher Feierabend gemacht habe, hätte

ich eine andere Verbindung nehmen müssen. Als ich

in Talbahnhof einen falschen Zug nahm, fuhr ich in

die entgegengesetzte Richtung und wunderte mich,

dass ich nicht in Düren ankam. Also stieg ich aus und

fragte, in welcher Richtung Düren lag. Obwohl ich

mich überhaupt nicht auskannte, tat ich so, als wäre

das nicht der Fall. Ich wartete einfach auf den Zug, der

in die andere Richtung fuhr, und glücklicherweise war

es der, der nach Langerwehe, Richtung Düren ging. So

schaffte ich es dann nach Hause.

Das System der Verkehrsmittel unterscheidet sich

von dem in Sambia. Alles ist pünktlich und da der

Ein deutsches Transportmittel / German transportation

A journey with a thousand miles begins with the first

step. I remember in my first weeks I had never believed,

therefore my report was titled “The unbelievable

Deutschland”. Being in Deutschland for months now

I believe what I‘m seeing. Therefore, this time my

report is titled “The believable Deutschland”.

In Deutschland I have come across a lot of new things:

transport system, food, different people, weather and

culture itself. Concerning the transport system: for

me to get home or to work I have to use the bus, train

and even buses in different routes. So, what happened

once was that I knocked off early from work, therefore

my route changed. I went to Talbahnhof station, from

there I got into a wrong train which was going in the

opposite direction. I wondered why I wasn‘t reaching

in Düren, so I decided to get out of the train. I asked

in which direction Düren is, pretending not be lost,

when I actually was completely lost. I wasn‘t scared,

so I waited for the next train in the opposite direction.

Luckily it was going to Langerwehe in the direction of

Düren. That‘s how I found my way home.

The transport system is different from the Zambian,

everything is on time. Whereas in Zambia the trains

don’t come frequently, so I have never used the train

in Zambia.

The German surrounding is friendly when you follow

all rules, but there are a lot of them.

When it comes to the people they seem not to be

friendly, because they are always busy with their

work. But when you ask for help they are willing. The

only challenge is when you cannot use the German

language, because some cannot speak English, which

makes it challenging. For instance, at my work

place most of my colleagues cannot use English and

sometimes they want to explain a lot of things to me

but they cannot. One of the weeks the person who

helps me was not around, and I was left with someone

who was not able to speak English. Because she had to

work with me, she explained in German, so I had to

make sure I understand everything by force - which I

did and it was cool.

Ummmmmm when it comes to food, always first, I

even hope to attend an eating competition because the

food is so nice. In Tonga I would say (tujaya kunoona)

sweet food that kills. Some German foods are seasonal,

they are eaten in a certain time: in winter for example


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Zug in Sambia nur sporadisch

fährt, habe ich diesen noch nie

genutzt.

Das deutsche Umfeld ist sehr

freundlich, wenn man sich an

alle Regeln hält – aber es gibt

viele davon.

Die Leute scheinen etwas

unfreundlich, weil sie immer

mit ihrer Arbeit beschäftigt

sind. Wenn man aber nach

Hilfe fragt, sind alle bereit,

einem zu helfen. Die einzige

Schwierigkeit ist, wenn man

kein Deutsch spricht. Denn es

gibt einige, die kein Englisch

können. Zum Beispiel an

meinem Arbeitsplatz: Die

meisten sprechen kein Englisch und können mir

vieles von dem, was sie gerne erklären möchten, nicht

erklären. In einer Woche war mein Ansprechpartner

nicht da und ich war allein mit einer Kollegin, die kein

Englisch sprechen konnte. Da wir aber miteinander

arbeiten mussten, erklärte sie mir alles auf Deutsch

und ich musste gezwungenermaßen alles verstehen:

und es funktionierte. Und das war cool!

Was das Essen angeht… mmmmmh ... bin ich

immer mit dabei. Ich hoffe sogar, dass ich an einem

Ess-Wettbewerb teilnehmen kann, weil das Essen so

gut ist! Auf Tonga würde ich sagen “tujaya kunoona”

(sweet food that kills). Manche deutschen Gerichte

sind saisonal, das heißt, sie werden nur zu einer

bestimmten Jahreszeit gegessen: im Winter isst man

zum Beispiel spezielles Brot (Printen und Spekulatius).

Das Fleisch schmeckt anders als das in Sambia, ich

kann allerdings nicht genau sagen, warum. Beim

Fisch finde ich es schwierig zu sagen, welche Art Fisch

es ist, weil alle gleich schmecken, wenn auch gut.

Es gibt viele verschiedene Arten von Brot: schwarz,

braun und weiß und in verschiedenen Formen. Am

Anfang war es etwas schwierig für mich, weil ich

nicht daran gewöhnt war, so viel Brot zu essen, aber

inzwischen mag ich es, am liebsten mit Sprite ohne

Zucker (Blubberwasser).

In Deutschland gibt es jede Menge Gerichte. Ich

mochte zum Beispiel Mangold-Spaghetti, Schnitzel

Essen mit Priscilla und Silja/Meal with Priscilla and Silja

they eat a certain bread (Printen and Spekulatius).

The meat tastes different from the Zambian one, but I

don‘t know why. The fish is hard to identify, you can’t

know the type of fish by tasting because it tastes the

same – though very nice. They have a lot of bread:

black, brown and white in different shapes. I had

challenges in the beginning, because I was not used

to bread, but currently I like it, especially with Sprite

without sugar (bubble water).

In Germany food is plenty. I liked the Mangold-

Spaghetti, Schnitzel with Pommes and Kartoffelgratin.

There is also food cooked from beer, the name is

Gulasch. Imagine eating while getting drunk! (Editor´s

note: No worry. The alcohol boils away.) I tried eating

Döner Kebap. It’s very nice. Although I’m not sure if

it’s German food, but I will have it in Zambia.

Working in a German family is not so different from

a Zambian family, because people come together

to work, which is wonderful. The difference is that

in Zambia homework is done every day, while in

Germany it‘s done only on specific days.

Working in the kindergarten is a good opportunity for

me because I am learning the language quite fast from

the children and my workmates without fear. The

kindergarten is not so big, we have 3 groups namely

moon, star and sun with about 20 to 22 children in each

group. In my group we have 21 children. The children

are so nice and funny. I was given the name “chocolate”,


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Holzhacken beim Opa / Wood chopping with Grandpa

mit Pommes, Kartoffelgratin, und ein Gericht, das mit

Bier gekocht wird: Gulasch. Stell dir vor, es zu essen

und dabei betrunken zu werden. (Anmerkung der

Redaktion: Keine Sorge, der Alkohol verdampft beim

Kochen.) Ich habe auch Döner Kebap probiert. Es

ist sehr gut! Ich bin mir nicht sicher, ob es deutsches

Essen ist, aber ich werde versuchen, es auch in Sambia

zu bekommen.

Hausarbeit in deutschen Familien ist nicht viel anders

als in sambischen Familien. Die Familienmitglieder

kommen zusammen, um gemeinsam zu arbeiten, was

schön ist. Der Unterschied ist, dass in Sambia Dinge

täglich erledigt werden, während sie in Deutschland

nur an bestimmten Tagen getan werden.

Im Kindergarten zu arbeiten ist für mich eine

großartige Möglichkeit, um die Sprache zu lernen,

da ich von meinen Kolleginnen und den Kindern

ohne Angst lernen kann. Der Kindergarten ist nicht

sehr groß. Wir haben drei Gruppen mit den Namen

Mond, Stern und Sonne, mit jeweils 20-22 Kindern.

In meiner Gruppe sind es 21. Die Kinder sind nett

they say I am like chocolate which is cool. I call them

“milk” and “white bread”. We have many activities

with other kindergartens like dancing, reading, sports

activities and block building. The kindergarten is so

alive and not boring, despite being the only young

man in the kindergarten – I’m okay with that. A good

thing is that my workmates always support me, like

in an incident that happened one of the days: A child

told the parents that I slapped him, which I did not

do. The reason why he said that is because he never

wanted to come to the kindergarten that day, so he

decided to lie. The father was very angry and upset.

But I didn‘t talk to him, instead the person in charge

of me did that. Everyone said that I could not do that

to the child, I am not in the same group with the boy,

and I had not interacted with the child for a week. The

father was talked to and he understood, so the whole

issue was resolved. I was happy that everyone was at

my side and some even cried. The incident was not

good, I had a lot of thoughts in my mind, but I was

able to get them out of my mind and move on. The

kindergarten is good place for me, I have a lot of fun

with the children, I do art projects with them and

teach them English.

Life in Germany is favourable, sometimes good and

sometimes not. It can be difficult because I have to get

used to the environment, the culture and language,

so that I can easily cooperate with the people and

communicate. Otherwise Germany is a good country,

people are friendly, I like the surrounding, the buildings

and trees, and the weather - although it‘s cold for me.

The leaves look so nice, they are changing colour and

are turning to brown, it looks beautiful. One of my

biggest hopes is seeing snow, because everyone back

home is asking about snow.

Greetings to Zambia, we are soon coming back! We

are enjoying, though not fully, but as days go by the

more we enjoy.

Bye bye.

Eugine Himunza


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und lustig. Sie haben mir den

Namen “Schokolade“ gegeben,

was ich cool finde. Ich nenne sie

dafür “Milch” und “Weißbrot”.

Wir haben mehrere Aktivitäten

mit anderen Kindergärten,

z.B. Tanzen, Lesen, Sport und

Bauen mit Bauklötzchen. Im

Kindergarten ist immer etwas

los. Es wird nie langweilig und

es macht mir nichts aus, der

einzige junge Mann zu sein. Das

Gute ist, dass meine Kolleginnen

mich immer unterstützen. Wie

bei dem Vorfall, als ein Kind

seinen Eltern erzählte, dass ich

es geschlagen hätte, was ich

natürlich nicht habe. Der Grund

war, dass der Junge nicht in den Malen/Painting

Kindergarten kommen wollte,

und deswegen log. Der Vater war sehr wütend und

aufgebracht. Ich musste zum Glück nicht mit ihm

sprechen, die für mich Verantwortliche tat das. Alle

sagten ihm, dass ich so etwas nie tun würde. Ich bin

nicht in der Gruppe des Jungen und hatte einige

Wochen schon nichts mehr mit ihm zu tun gehabt.

Das wurde dem Vater erklärt und er verstand es. Damit

war das Thema dann glücklicherweise geklärt. Ich war

glücklich, dass meine Kolleginnen mich so verteidigt

hatten, manche von ihnen mussten deswegen sogar

weinen. Es war keine gute Situation, ich hatte viele

negative Gedanken danach, habe es aber geschafft,

diese los zu werden und weiter zu machen.

Der Kindergarten ist ein guter Ort für mich: Ich habe

viel Spaß mit den Kindern, ich mache ein Kunstprojekt

mit ihnen und unterrichte Englisch.

Leben in Deutschland ist mal besser, mal schlechter,

weil ich mich an die Umgebung gewöhnen muss,

an die Kultur und an die Sprache, damit ich gut mit

den Leuten kooperieren und kommunizieren kann.

Abgesehen davon ist Deutschland ein gutes Land, die

Menschen sind freundlich, ich mag die Umgebung

(Häuser und Bäume) und das Wetter ist ok, auch

wenn es etwas kalt für mich ist. Es schaut schön

aus, wie die Blätter die Farbe wechseln. Eine meiner

größten Hoffnungen ist, dass ich Schnee sehen werde,

Malprojekt / Painting project


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weil mich jeder zu Hause danach fragt.

Grüße nach Sambia, wir sind bald wieder

zurück. Wir genießen es, wenn auch nicht

gänzlich, aber je mehr Zeit vergeht, desto

mehr Spaß haben wir.

Bye bye

Eugine Himunza

Im Kindergarten / In the kindergarten

Igel/Hedgehogs


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Mein vorerst letzter Bericht

My last report for now

Und schon ist mein Jahr in Sambia vorbei. So kam es

mir zumindest vor, als ich vor drei Wochen wieder

europäischen Boden unter den Füßen hatte. Bis dahin

war aber wieder eine ganze Menge passiert.

Bei meinem letzten Bericht hatte ich davon erzählt,

dass ich nach den Ferien die Arbeit an der „Flamboyant

Special School“ gerade wieder aufgenommen hatte.

Ich habe mich sehr auf meine Arbeit gefreut: alle

meine Kollegen und Freunde und auch die Kinder

wieder zu sehen. Den Computerunterricht habe ich

jedoch in den folgenden Tagen nicht weitergeführt, da

die Lehrer meine Unterstützung in den Klassen eher

brauchten. Die Prüfungen der Siebtklässler standen

an und mussten vorbereitet und nachbereitet werden.

Also habe ich bei den Übungen für die körperlich

eingeschränkten Kinder mitgeholfen und viel mit

einer Klasse gearbeitet, in der geistig eingeschränkte

Kinder unterrichtet werden. Was mich sehr gefreut

hat, ist, dass ich von den anderen Lehrern noch mehr

als ein Kollege wahrgenommen wurde, so dass diese

mich dann auch zu Unterrichtsbesprechungen und

auch Ausflügen eingeladen haben. Ersteres war sehr

spannend und interessant, da ich hier verschiedene

Ideen, wie eine Unterrichtsstunde ablaufen sollte,

Gottesdienst / Church service

In the blink of an eye my year in Zambia was over. At

least that‘s how it seemed to me when three weeks ago

I arrived back in Germany. But until then a lot had

happened again.

In my last report I had told you, I had just resumed

work at the „Flamboyant Special School“ after the

holidays. I was really looking forward to my work, to

seeing all my colleagues, friends and also to seeing

the children again. However, I did not continue the

computer lessons in the following days, because the

teachers rather needed my support in the classes. The

exams of the seventh graders were scheduled and had

to be prepared and followed up. I helped with the

exercises for the physically handicapped children and

worked a lot with a class where mentally handicapped

children are taught. What made me very happy was

that the other teachers perceived me even more as a

workmate, in the way that they invited me to lesson

observations and excursions. It was very exciting and

interesting because I got to know different ideas about

how a lesson should be run. The excursion took place

to a farm and I was there with the deaf children and

three other teachers. The farm belongs to a woman

and her husband who support the school financially

and physically. To get

there we had to take the

school bus from the city.

When we arrived after a

long drive, we looked at

ostriches, cows and many

other animals. In addition,

each child and us teachers,

had the chance to ride two

small rounds on a horse.

At the end of the trip cake

and drinks were served to

everyone. It was a really

great day.

But in the parish as well

I had some celebrations,

for example a very big

ordination, a nice barbecue

with a lot of music and tasty

food, where I got to know


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kennengelernt habe. Der

Ausflug ging mit den

gehörlosen Kindern und

drei anderen Lehrern auf

eine Farm. Diese Farm

gehört einer Frau und

ihrem Mann, welche die

Schule finanziell und mit

viel Einsatz unterstützen.

Um dort hinzugelangen

mussten wir ein ganzes

Stück aus der Stadt mit

dem Schulbus fahren. Als

wir dann nach längerer

Fahrt dort angekommen

waren, haben wir uns

Strauße, Kühe und viele

andere Tiere angesehen.

Außerdem hat jedes Kind,

und auch wir als Lehrer, die

Chance bekommen, zwei

kleine Runden auf einem Pferd zu drehen. Zuletzt

wurden jedem Kuchen und Getränke serviert. Es war

ein wirklich toller Tag.

Aber auch in der Gemeinde hatte ich einige Feste,

wie zum Beispiel eine sehr große Priesterweihe, ein

schönes Grillfest mit viel Musik und leckerem Essen,

auf dem ich viele aus der Gemeinde nochmal ganz

anders kennengelernt habe. Außerdem gab es einige

Ausflüge mit Freunden aus der Youth-Group Richtung

Lubombo und zu einer nahe gelegenen Kirche einer

anderen Gemeinde.

Einige Wochen später zog ich ein letztes Mal erneut

um, da mir das „Eine-Welt-Engagement“ die

Möglichkeit geben wollte, auch nochmal in einem

Krankenhaus zu arbeiten.

Dazu bin ich nach Monze gezogen, dem Zentrum der

Diözese. Während dieser Zeit habe ich allein in einem

Haus hinter dem neuen Office des Bischofs gelebt.

Vorher habe ich meine erste Gastfamilie in Gwembe

besucht, einerseits um nochmal einen netten Tag mit

ihnen zu verbringen, andererseits um mich von ihnen

vor meinem Rückflug zu verabschieden.

Einige Tage später hatte ich dann auch schon meinen

ersten Arbeitstag im Krankenhaus. Zunächst gab es

hier eine Führung durch die große Krankenhausanlage

Silja, Eugine, Priscilla und/and Ben

many people of the parish in a completely different

way. There were also some trips with friends from

the youth group towards Lubombo and to a nearby

church of another congregation.

Some weeks later I moved again for the last time,

because the „Eine-Welt-Engagement“ wanted to give

me the possibility to work in a hospital again.

Therefore, I moved to Monze, the centre of the diocese.

During this time, I lived alone in a house behind the

bishop‘s new office. But before that I visited my first

host family in Gwembe: on the one hand to spend

another nice day with them, on the other hand to say

goodbye to them before my return to Germany.

A few days later I already had my first working day in

the hospital. First there was a guided tour through the

large hospital complex with various stations: a dentist,

a ward for tuberculosis and eye patients, an area for

physiotherapy, a men‘s, women‘s and children‘s ward,

a ward for long-term patients and a maternity ward.

At first, I was back in the registration. Here I also met

a very nice colleague who helped me to get the most

important things for cooking, washing and cleaning.

I had already learned many delicious dishes and

washing from my host families. Later I could work

in the hospital on the women‘s ward as well as on the


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mit verschiedenen Stationen: einem Zahnarzt, einer

Station für Tuberkulose- und Augenpatienten, einem

Bereich für Physiotherapie, einer Männer-, Frauenund

Kinderstation, einer Station für Langzeitpatienten

und einer Geburtsstation. In der ersten Zeit war ich

wieder in der Anmeldung. Hier habe ich auch einen

sehr netten Kollegen kennengelernt, der mir geholfen

hat, die wichtigsten Dinge zum Kochen, Waschen und

Putzen zu besorgen. Viele leckere Gerichte und das

Waschen hatte ich ja schon in Mazabuka und Gwembe

bei meinen Gastfamilien gelernt. Später durfte ich im

Krankenhaus auch noch auf der Frauen- sowie der

Männer- und Kinderstation arbeiten.

Meine Wochenenden habe ich häufig dazu genutzt,

um meine Gastfamilie in Mazabuka zu besuchen. An

einem dieser Wochenenden hatte die Youth-Group

nach einer großen Messe mit dem Bischof eine kleine

Abschiedsfeier für mich geplant. Es war sehr nett, hier

alle wieder zu treffen, um sich von ihnen vernünftig

verabschieden zu können. Neben spontan gegrilltem

Fleisch und einem Nudelsalat gab es viele Getränke.

Durch nette Ansprachen an mich, kleine Spiele und

Musik wurde es ein gelungener Abend. Es war sehr

nett, wofür ich mich hier auch noch einmal bedanken

möchte.

An meinen Geburtstag, der kurz vor dem Ende meines

Aufenthaltes in Sambia lag, habe ich mir mit ein paar

Kollegen einen netten Abend gemacht.

An die Feier knüpfte auch direkt das letzte Seminar

mit Sister und Agnes in Livingstone an. Hier haben

wir vor allem viel geredet und uns noch einmal

abschließend über das Jahr in Sambia ausgetauscht,

aber im Gegensatz zum Beginn des Jahres auf einer

viel freundschaftlicheren Ebene.

Und dann – schwupp-die-wupp - waren wir auch

schon wieder mit den beiden neuen Freiwilligen

aus Sambia am Düsseldorfer Flughafen. Inzwischen

sind schon einige Wochen vergangen mit

Studiumsangelegenheiten, Freunde treffen und sich

langsam wieder einleben. Es ist gar nicht so leicht,

sich wieder an Deutschland zu gewöhnen. Klar weiß

man, wie alles wird, aber eine kulturelle Irritation

kommt hier und da doch immer mal wieder auf.

Vor allem beim Thema Vorurteile und Rassismus

bemerke ich immer wieder schwierige Kommentare

von einigen Mitmenschen, die kommen, wenn ich

men‘s and children‘s ward. I often used my weekends

to visit my host family in Mazabuka. On one of these

weekends, after a big mass with the bishop, the Youth

Group had planned a little farewell party for me. It was

very nice to meet everyone here again to say goodbye

to them sensibly. Besides spontaneously grilled meat

and a tasty salad, there were a lot of beverages. Some

youth gave nice speeches on me, but there were also

small games and music, so it became a successful

evening. It was a very nice evening for which I would

like to thank the youth once again.

On my birthday, which was shortly before the end of

my stay in Zambia, I had a nice evening with a few

colleagues.

The last seminar with Sister and Agnes in Livingstone

followed the celebration. Here we talked a lot and

concluded the year in Zambia, but in contrast to the

beginning of the year on a much more personal level.

And then together with the two new volunteers from

Zambia we were again at Düsseldorf Airport. In the

meantime, some weeks have passed with study matters,

meeting friends and slowly settling in again. It is not

so easy to get used to Germany again. Of course, you

know how everything will turn out, but some cultural

irritation comes up here and there. Especially when

it comes to prejudices and racism, I always notice

comments from some people when I report about

my year in Zambia. I keep in touch with friends and

family in Zambia via the internet, but sometimes I

wish I could go back now and hold everyone in my

arms again. I hope that in the foreseeable future I

will be able to travel to this country again, which is

now more familiar to me. No longer as a volunteer or

tourist, but as a member of the parish and family.

Overall, the year in Zambia was not the easiest year

of my life. And some of the ambitions I may have had

before the year I see much more critically now. But I

have to say that the year has helped me a lot personally

and I hope that I have been able to give back some

of the gratitude I feel for it to the people which were

going through this year with me.

Ben Lukas Koch


Seite 21

von meinem Jahr in Sambia berichte. Den Kontakt

zu Freunden und Familie in Sambia halte ich noch

über das Internet, aber ich wünsche mich jetzt schon

manchmal wieder zurück, um alle nochmal in den

Arm zu nehmen. Ich hoffe, dass ich in absehbarer Zeit

in dieses mir inzwischen vertraute Land reisen kann.

Nicht mehr als Freiwilliger oder Tourist, sondern als

Gemeinde- und Familienmitglied.

Insgesamt war das Jahr in Sambia für mich nicht

das einfachste Jahr in meinem Leben. Und manche

Ambitionen, die ich vielleicht vor dem Jahr hatte,

sehe ich inzwischen als viel kritischer an. Ich muss

aber sagen, dass mir das Jahr

persönlich sehr weitergeholfen

hat, und hoffe, dass ich manches

von der Dankbarkeit, die ich dafür

empfinde, zum Teil zurückgeben

konnte.

Ben Lukas Koch

Landschaftimpression / Landscape impression


Seite 22

Film Review: „Der Junge, der den

Wind einfing“

„Der Junge, der den Wind einfing“ (The boy, who

harnessed the wind) ist ein Filmdrama von Chiwetel

Ejiofor, das am 25. Januar 2019 im Rahmen des

Sundance Film Festivals seine Premiere feierte. Der

Film basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von

William Kamkwamba.

Kurz nach den weitreichenden Überschwemmungen

in Mozambique im Frühling 2019 setzen im südlichen

Afrika Dürreperioden ein, viele Länder leiden unter

Hungersnöten. Auch der 13-jährige William, der in

einem Dorf in Malawi aufwächst, spürt die Folgen

der Naturkatastrophen: Seine Familie kann auf den

ausgetrockneten Feldern nichts mehr ernten und somit

weder Geld für Nahrung noch für die Schulbildung

der Kinder aufbringen. Während die Atmosphäre

zwischen Dorfbewohnern, Großplantagenbesitzern

und der Regierung sich immer weiter aufheizt, bleibt

William einer der wenigen, die nach vorn statt zurück

blicken. Heimlich sucht er in der Schulbibliothek nach

letzten Informationen, um seine Idee zu verwirklichen:

Er möchte mit Hilfe eines alten Fahrrads und dessen

Dynamo eine Windmühle bauen, die mit ihrer

Elektrizität eine Wasserpumpe betätigt, und so die

Ernten (und die Leben) seiner Familie retten. Doch

er gerät immer wieder in Konflikt mit den strengen

Vorschriften der Schule und der Autorität seines

Vaters…

Das Ende des Films verrate ich an dieser Stelle mal

nicht. Denn es lohnt sich, den Film selbst anzuschauen

(bei Netflix auf jeden Fall verfügbar). Auch wenn

die Geschichte in Malawi spielt, werden sich alle

Sambia-Fans wohl stark an das Nachbarland erinnert

fühlen: Die Landschaft, die Kleidung, das Essen und

sogar die Sprache, Chinyanja / Chichewa könnten

genauso gut ein paar Kilometer weiter in Monze

oder Mazabuka sein. Als ich anfangs ahnungslos den

Film startete, war ich total überrascht und begeistert,

einige Sprachfetzen aus den Dorfszenen auch ohne

die Untertitel zu verstehen – das kann doch nicht sein,

dass die Menschen im Film unter all den afrikanischen

Sprachen genau die sprechen, die vor 2 Jahren noch in

meinem neuen Zuhause gesprochen wurde!

Neben meiner Anfangseuphorie und dem

Heimatgefühl, das sich bei mir schnell eingestellt

Film Review: „The boy, who

harnessed the wind“

„The boy, who harnessed the wind“ is a film by

Chiwetel Ejiofor that has been released on January 25,

2019 during the Sundance Film Festival. The film is

based on the autobiography of William Kamkwamba.

Shortly after the major floods in Mozambique in spring

2019 a draught period starts in the southern countries

of Africa and many people in these countries suffer

from famine. Thirteen-year-old William from a village

in Malawi is also confronted with the consequences

of the natural disaster. The fields are dry and there is

nothing his family can harvest. So, there is no money

neither for food nor the children´s school fees.

While the atmosphere between villagers, plantation

owners and government is becoming heated, William

is one of the few who move forward instead of looking

back. He secretly searches for information in the

school library to accomplish his plans: with an old

bicycle and its dynamo he wants to build a windmill

that will produce electricity and power a water pump.

This way he wants to save his family´s crop and their

lives. But again and again he is getting in conflicts with

the school´s strict rules and his father´s authority …

I won´t tell the end of the film because it is really

worth watching it (available on Netflix).

Although the plot is set in Malawi all fans of Zambia

will be reminded of the neighbor country: the

landscapes, the clothing, the food and even the

language Chinyanja/Chichewa – all this could be a

few kilometers away in Monze or in Mazabuka. When

I first unknowingly started watching the film I have

been completely surprised and enthusiastic that I was

able to understand some scene in the village without

looking at the subtitles. Could it be possible that

amongst all the many African languages that exist the

people in the film speak just the same language that

was spoken in my new home two years ago?!

Besides my euphoria at the beginning and the feeling of

home I soon realized that the film did not only evoked

joy but quite many troubling and sad and furious

thoughts. That is because the people that enjoyably

smack their Nshima in my memories actually don´t

exist in the film. The Malawi that I watch in my screen

do not have anything to eat, they have left no work

and no school. And what is worst, no film director


Seite 23

hatte, wurde mir aber auch schnell klar, dass der Film

neben Freude auch ganz schön viele besorgte und

traurig-wütende Gedanken bei mir hervorrief. Denn

die Menschen, die in meinen Sambia-Erinnerungen

gemütlich ihr Nshima schmatzen, gibt es in dem Film

nicht. Die Malawis auf meinem Bildschirm haben

nichts zu essen, keine Arbeit und keine Schule mehr.

Und das Schlimmste ist, dass kein Regisseur sich die

Handlung ausgedacht hat, sondern dass Mozambique

tatsächlich überschwemmt wurde, dass Malawi

tatsächlich unter Dürreperioden und Hungersnöten

leidet, und dass es den Menschen in Sambia und den

umliegenden Ländern oft genauso geht.

Der Film zeigt einerseits tolle Bilder von Landschaft

und Leuten und lässt mich voll warmer Erinnerungen

auf meine eigene Zeit in Sambia zurückblicken. Auch

meine Familie und Freunde, denen ich von meinem

Jahr erzählt habe, berichten, dass sie sich durch den

Film viel besser vorstellen können, wie ich wohl ein

Jahr lang gelebt habe.

Auf der anderen Seite wird deutlich, dass eben ganz

und gar nicht klar ist, wie die Zukunft dieser Länder

und auch die der ganzen Welt aussehen wird. Während

ich gemütlich in mein Bett gekuschelt Netflix gucke,

laufen irgendwo auf der Welt wegen Leuten wie

mir Tausende von energiefressenden Servern, die

wiederum die Umwelt belasten, weswegen es dann zu

Überschwemmungen wie in Mozambique kommen

kann.

Abschließend kann ich nur sagen, dass „Der Junge,

der den Wind einfing“ ein absolut sehenswerter Film

ist, weil er erstens einfach schön ist, und zweitens die

Augen öffnet! Von Williams Kreativität kann sich

bestimmt jeder etwas abschauen, und sich fragen,

was er oder sie eigentlich so im Alltag tun kann, um

Hungersnöten und Umweltkatastrophen (die plötzlich

gar nicht mehr so weit weg sind, wenn man an seine

Lieben in Sambia denkt) entgegen zu wirken – denn

hierzu kann wirklich jeder etwas beitragen!

invented the story, but Mozambique has actually been

flooded and Malawi actually is suffering because of

draught and famine, and people in Zambia and the

neighbor countries are often experiencing the same.

On the one hand, the film shows wonderful pictures

of landscapes and people, letting me look back to my

time in Zambia filled with heartily felt memories. My

family and friends whom I told of my year in Zambia,

they as well told me that with the help of this film they

are able imagine better how I have been living for that

year.

On the other hand, you realize that it is not clear

at all how the future of these countries and of the

whole is going to be. While I am cozily cuddled up

watching Netflix somewhere in the world thousands

of energy-consuming servers are running, burdening

the environment negatively, and this way eventually

major floods like in Mozambique happen.

In conclusion, I can only say that „The boy, who

harnessed the wind“ is absolutely worth looking

because firstly it´s simply beautiful and secondly

because it opens your eyes! I am sure that everyone

can learn from William´s creativity and ask oneself

what one could do in everyday life in order to avoid

famines and environment disasters (that are suddenly

not so far away any more when you think of your

dear ones on Zambia) – because really everyone can

contribute to this goal!

Jolina Bilstein

Jolina Bilstein


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Schulfee Jahresbericht 2018 Schulfee Yearly Report 2018

Über das vergangene Jahr gibt es wieder Einiges zu

berichten. Die Details dazu lieferte der Jahresbericht

unserer sambischen Partner aus dem Development

Office.

Als positive politische Entwicklung halten wir fest,

dass sich die „Free Education Policy“ für die Klassen

1-7 auch in der Praxis derart etabliert hat, dass wir

die Bemühungen unseres Projektes auf die höheren

Klassen konzentrieren.

So verzeichnen wir für 2018 folgende

Unterstützungszahlen:

Chirundu Secondary: 4x Klasse 9, 1x Klasse 10

Nkandabbwe Secondary: 10x Klasse 10

In jeder dieser Zahlen steckt Anlass zur

Freude. Bruce aus Chirundu, bekannt aus den

Vorjahresberichten, hat Ende 2018 erfolgreich

die Stufe 11 erreicht. Zwei seiner Mitschüler aus

der neunten Klasse sind nun in Klasse 10. An der

Nkandabbwe Secondary wurden alle unterstützten

Schüler in die nächste Stufe versetzt.

“School authorities have continued to appreciate

the support rendered to pupils who are vulnerable

because it is also their wish that pupils should

be given an

opportunity to

complete school

in order for them

to build a future

for themselves.”

About last year there has been again a lot to report

about. Details have been provided to us in the yearly

report of our Zambian partner at the Development

Office in Monze.

First of all, it can be stated that the „Free Education

Policy“ is a positive development policy, because

for grades 1 – 7 it has been established constantly.

Therefore the project efforts can now be focused to

upper grades.

In 2018 the project could support:

At Chirundu Secondary: 4x grade 9, 1x grade 10

At Nkandabbwe Secondary: 10x grade 10

Each data gives reason for hope. Bruce from

Chirundu, already known from earlier reports,

successfully attends grade 11 since the end of 2018.

Two of his former classmates from grade 9 were able

to move to grade 10. And at Nkandabbwe Secondary

all supported students moved to the next grade.

“School authorities have continued to appreciate

the support rendered to pupils who are vulnerable

because it is also their wish that pupils should be

given an opportunity to complete school in order for

them to build a future for themselves.”

Agnes Simoloka,

Development

Office

Agnes Simoloka,

Development

Office

Unterstützte Schüler mit Lehrerin/Supported students and their teacher


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Vermischtes

Miscellaneous

Anfang September haben unsere beiden sambischen

Freiwilligen Priscilla und Eugine gemeinsam mit

ihren Gasteltern Dürens Bürgermeister Paul Larue

einen Besuch abgestattet. Die Aachener Nachrichten

haben am 10.September hierüber berichtet:

In September our volunteers from Zambia Priscilla

and Eugine visited the Mayor of Düren Paul Larue

together with both their host families. The local

newspaper „Aachener Nachrichten“ reported about

their visit on September 10th, 2019:

https://www.aachener-nachrichten.de/

lokales/dueren/priscilla-und-euginehaben-viel-vor_aid-45704703

Zwar bereits im März 2018 erschienen, aber erst

kürzlich entdeckt:

Der Ilona Hupe Verlag hat nun einen Reiseführer

nur für Sambia herausgebracht. „Reisen in Zambia“

richtet sich an Individual- und Gruppenreisende

und bietet viele, farbig illustrierte Informationen

zum Land, seinen Regionen, seiner Flora und Fauna.

Vor allem aber enthält der Reiseführer praktische

Routenbeschreibungen mit GPS-Daten. Er kostet €

24,90 und ist über den Buchhandel oder den Online-

Shop des Verlags bestellbar.

Weitere Informationen gibt es unter:

Already released in March 2018, but only recently

discovered:

The Ilona Hupe publishing company has released a

guidebook especially for Zambia.

Titled „Reisen in Zambia“ the guidebook addresses

both independent travelers and group travelers. It

provides a lot of information about the country, it´s

different regions, flora and fauna and contains many

color photos. Most of all, it provides practical route

descriptions combined with GPS data. It costs € 24,90

and can be purchased at bookstores or publisher´s the

online shop.

Get more information on:

http://www.hupeverlag.de/html/zambia.html


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Bildnachweis/Proof of Images

Die Fotos in dieser Ausgabe wurden uns freundlicherweise, wie folgt, zur Verfügung gestellt/ the photos have

been kindly provided by:

Seite/Page 1-3, S./P 5-9 Naomie Rothkamp,

S./P 2, S./P 10-12 Priscilla Daka,

S./P 1-2, S./P 13-17 Eugine Himunza,

S./P 2, 18-19, S./P 21 Ben Lukas Koch,

S./P 1-2, S./P 24 Agnes Simoloka,

S./P 2 Yoko Kuchiba

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