Berliner Zeitung 11.12.2019

BerlinerVerlagGmbH

Wenig Konkretes: Das Klimapäckchen des Senats – Seiten 8und 15

Union und

Hertha –die

Kolumne

Seite 20

1°/4°

Es bleibt bedeckt

Wetter Seite 2

Schnellweg: Mit dem Rad

durchs Brandenburger Tor

Berlin Seite 14

www.berliner-zeitung.de

Ausgedient: Berliner

Atomreaktor abgeschaltet

Berlin Seite 9

Mittwoch, 11. Dezember 2019 Nr.288 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Maut-Affäre: Neuer

Vorwurf gegen Scheuer

Seite 3

Bayern München

Nach

oben

gearbeitet

VonMaik Rosner

Als sich Hasan Salihamidzic seiner

Beförderung zum Sportvorstand

recht sicher sein konnte, erlaubte

er sich einen Auftritt, der unfreiwillig

an seine Anfänge als Sportdirektor

des FC Bayern im Sommer

2017 erinnerte. Als „Top-Abend“

stufte er den 2:1-Pokalsieg Ende Oktober

in Bochum ironisch ein, man

habe den Zweitligisten„hergespielt“.

Nach ein paar

unvollständigen

Phrasen erklärte

er: „Ich bin da,

aber einfach nur,

um da zu sein.“

Am Montag

hat der Aufsichtsrat

festge-

Hasan Salihamidzic

rückt in den

Sportvorstand auf.

legt, Salihamidzic,

42, zum

1. Juli 2020 in

den Vorstand zu

berufen. Er sei „der richtige Mann,

um die sportliche Zukunft des FC

Bayern in den kommenden Jahren

zu gestalten und zu verantworten“,

befand der neue Präsident Herbert

Hainer. Für manche Fans und Beobachter

wirkt diese Entscheidung

wie eine nach dem Motto: im Zweifel

für den Sportvorstand.

In der Wahrnehmung hilft es Salihamidzic

kaum, dass er Weichen

stellt, die sie beim FC Bayern im Erfolg

lange vergessen hatten. Besseres

Scouting, Transfers junger Spieler,

die sehr viel Rendite bringen können,

eine nachhaltige Nachwuchsförderung

– diese Themen schiebt

Salihamidzic an. Bewertet wird er

aber nur nach seinen zuweilen wenig

souveränen Auftritten. Das

dürfte auch damit zu tun haben,

dass der Bosnier mit 15 Jahren als

Flüchtling nach Deutschland kam

und für viele jener Brazzo (Bürschchen)

geblieben ist, der als Kompromisslösung

das Amt des Sportdirektors

übernahm und von Hoeneß sowie

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge

öffentlich nicht selten wie

ein Halbstarker behandelt wurde.

Vieles an der Personalie Salihamidzic

wirkt nicht „Bayern-like“, wie

sie in München zu sagen pflegen. Ob

sich seine Wahrnehmung grundlegend

ändernwird, wenn Oliver Kahn

ab dem 1. Januar zu Rummenigges

Nachfolger aufgebaut werden soll?

Der neue starke Mann Kahn wurde

auf dem Mitgliederkonvent jüngst

ausgiebig bejubelt, bevor Salihamidzic

kritisiert wurde. Gemein hat das

Führungsduo nur die Erfolge als Kicker

des FC Bayern,wie den Gewinn

der Champions League 2001.

VonChristine Dankbar

Früher war auch nicht alles

besser. Die Grünen-Politikerin

Renate Künast ist seit

Jahrzehnten in der Politik

und hat von Anfang an mit Beleidigungen

und auch Drohungen leben

müssen. Aber damals waren es einzelne

Briefe,die ihr die Leute schrieben.

„Heute ist es so, dass die neuen

Kommunikationsformen in den sogenannten

sozialen Medien derartig

verroht sind, dass einem die Haare

zu Berge stehen.“ Das erklärte Künast

am Dienstagmorgen im Interview

mit dem Inforadio.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg

(RBB) hat in einer Umfrage ermittelt,

dass mehr als 90 Prozent der

Berliner Politiker schon mal beschimpft

wurden. Mehr als die Hälfte

erleben Beschimpfungen und Beleidigungen

täglich. Befragt wurden

Parlamentarier des Abgeordnetenhauses,die

Berliner Abgeordneten im

Bundestag, alle Bezirksbürgermeister

und die Mitglieder des Senats.

Renate Künast hat sich kürzlich

juristisch gegen Beleidigungen im

Internet gewehrt – und blitzte vor

Gericht ab. ImSeptember entschied

das Landgericht Berlin, dass Künast

Beschimpfungen wie „Drecks Fotze“

und Ähnliches hinnehmen müsse.

Die tägliche Verachtung

Beleidigungen und

Bedrohungen gehören zum

Alltag von Politikern. Sie fordern

jetzt einen besseren Schutz und

juristische Konsequenzen

Sieseien, so die Richter,noch an der

Grenze des Hinnehmbaren. Künast

hat gegen dieses Urteil Beschwerde

eingelegt.

Beleidigungen sind das eine, Bedrohungen

das andere. Künasts Parteikollegin

Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin

von Friedrichshain-Kreuzberg,

hatte zeitweilig Personenschutz,

musste sogar aus

Sicherheitsgründen eineWeile außerhalb

des Bezirkes wohnen. DieBeleidigungen

hätten sie am Anfang sehr

irritiertund auch angeekelt, sagte sie

dem RBB: „Aber man gewöhnt sich

tatsächlich daran, das muss ich zugeben.“

In jedem Fall versuche sie,sich

nicht einschüchternzulassen.

So geht es auch den Kolleginnen

und Kollegen der Berliner Bezirksbürgermeisterin

in anderen deutschen

Kommunen. Gerade auf dem

Land wird es mittlerweile immer

schwieriger, Menschen zu finden,

die bereit sind, oft ehrenamtlich und

mit hohem zeitlichen Aufwand in die

Lokalpolitik zu gehen.

Als 2015 der ehrenamtliche Bürgermeister

von Tröglitz zurücktrat,

„Es muss Strafverfolgung geben, bis hin zur

Konzentration und Spezialisierung von

Staatsanwälten, damit sie die Netzwerke

dahinter kennen.“

Renate Künast, Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete, fordert imInterview mit

dem RBB ein konsequenteres juristisches Vorgehen gegen Bedrohungen im Internet und

eine breite öffentliche Diskussion über dieses Phänomen.

weil er seiner Familie die Bedrohungen

vonRechtsextremen nicht länger

zumuten wollte,gab es viel Betroffenheit.

Gleichzeitig wurde darauf verwiesen,

dass es sich hier um einen

Einzelfall handele. Mittlerweile gibt

es viele Beispiele. Und den Schock

vomJuni dieses Jahres,als der Kasseler

Regierungspräsident Walter Lübcke

vor seinem Wohnhaus durch einen

Kopfschuss getötet wurde.

Der Städte- und Gemeindebund

hat erhoben, dass 40 Prozent aller

ISTOCKPHOTO

kommunalen Amtsträger schon einmal

bedroht wurden. Der Präsident

des Deutschen Städtetages und

Leipziger Oberbürgermeister BurkhardJung

(SPD) registriert, dass nun

endlich Bewegung in die Debatte

kommt. „Wir bemerken, dass Staatsanwaltschaften

und Polizeibehörden

sensibler damit umgehen, wenn

Amts- und Mandatsträger bedroht

und mit Hass überzogen werden“,

sagt er. „Und wir versprechen uns

Fortschritte von den strengeren Regeln

im Strafrecht zu Hetze und Beleidigungen,

die die Bundesregierung

auf den Weggebracht hat.“

Das ist dringend notwendig,

denn die Zahlen sind alarmierend.

Der Deutsche Städtetag berichtet

vonderzeit etwa drei politisch motivierten

Straftaten –pro Tag, verübt

insbesondere gegen kommunal Verantwortliche.

Die Zahlen aus den

Bundesländern zeigen für 2019 fast

überall einen Anstieg gegenüber den

Vorjahren.

In Berlin wurden Stand November

schon 159 Delikte gezählt, im

ganzen Jahr 2018 waren es 143. In der

Hauptstadt wird die Parteiangehörigkeit

der Opfer in die Statistik aufgenommen.

Zumindest für Berlin

zeigt sich, das sie aus allen politischen

Lagern stammen. (mit RND)

Tagesthema Seite 2

Berlkönig soll

durch ganz

Berlin fahren

BVG-Chefin Nikutta möchte

Fahrdienst ausweiten

VonPeter Neumann

Derzeit ist der Berlkönig nur in

der östlichen Innenstadt unterwegs.

Doch wenn es nach den Berliner

Verkehrsbetrieben (BVG) geht,

soll der Fahrdienst künftig im gesamten

Stadtgebiet verfügbar sein.

Das hat die Vorstandsvorsitzende

Sigrid Nikutta jetzt im Interview mit

der Berliner Zeitung gefordert.

„Wir diskutieren mit der Senatsverkehrsverwaltung

über die Ausweitung

des Pilotprojekts. Wir würden

mit dem Berlkönig gern inden

Westen bis zur Messe und im Osten

bis zum Tierpark fahren“, sagte Nikutta.

Thema sei aber auch, ob der

Berlkönig in den neuen Verkehrsvertrag

mit dem Land, der ab 2020 gilt,

übernommen und dauerhaft angeboten

wird. „Unser Ziel ist es,dass er

ein reguläres BVG-Angebot wird, das

sich als Teil der Daseinsvorsorge auf

das gesamte Berliner Stadtgebiet erstreckt“,

so die 50-Jährige, die im Januar

nach neun Jahren auf dem

Chefinnensitz zu DB Cargowechselt.

Derzeit decke der Partner ViaVan

das Betriebsdefizit. „In der Endausbaustufe,wenn

der Berlkönig imVerkehrsvertrag

verankert ist und elektrisch

in jedenWinkel der Stadt fährt,

wird erdas Land Berlin schon etwas

kosten“, so Nikutta. „Wir halten es

für sinnvoll, dass er Bestandteil des

öffentlichen Nahverkehrs wird, Nahverkehr

ist nicht kostendeckend.“

In derTaxibranche,die das Mittelding

aus Sammeltaxi und Rufbus als

Konkurrenz empfindet, stößt der

Subventionsplan auf heftige Kritik.

„Es ist nicht nur die BVG, die Nägel in

den Sarg des Taxigewerbes schlägt.

Am Ende ist es aber gleichgültig, welcher

Schuss das Schiffchen versenkt“,

sagte der Taxiunternehmer

RichardLeipold. Berlin Seite10

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499;

leser-blz@berlinerverlag.com

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

berlin.anzeigen@berlinerverlag.com

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

4

194050

501603

31050

Abenteuer-Träume

··· für draußen

Abenteuerträume für

draußen–jetzterfüllen!

(oder erfüllen lassen)

Gib dem Weihnachtsmann

einen Tipp oder

gönne dir jetzt, was

du dir schon immer

erträumt hast.

Die OutDOOr-insiDer

Karl-Marx-Allee 32

Berlin-Mitte

www.camp4.de


2 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Tagesthema

Es ist Lebkuchenzeit in

Deutschland, ein besserer

Zeitpunkt ist also kaum

denkbar für den ganz hohen

Besuch in der Pfefferkuchenstadt:

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier kommt an diesem

Mittwoch ins sächsische Städtchen

Pulsnitz, eine halbe Autostunde von

der Landeshauptstadt Dresden entfernt

und schon seit mehr als 460

Jahren urkundlich anerkannte

Hauptstadt der Weihnachtsbäckerei.

Auf ungeteilte Freude stößt der

Besuch Steinmeiers bei der Bürgermeisterin

Barbara Lüke nicht, eher

im Gegenteil: Sowohl im Stadtrat

und mehr noch in öffentlichen Äußerungen

der Bürger argwöhnt man

in Pulsnitz, der Gesprächstermin rücke

die Stadt in ein schlechtes Licht.

Immerhin ist als Gesprächsthema

nicht nur die„gesellschaftspolitische

Situation vorOrt“angekündigt, sondern

vor allem die „Bedrohungslage

vonKommunalpolitikern“.

Rathauschefin Lüke hat sich dazu

schon mehrfach geäußert, auch gegenüber

dem Bundespräsidenten;

im Sommer war sie unter den 14 Bürgermeistern

aus ganz Deutschland,

die im Berliner Amtssitz von Steinmeier

zu Gast waren, um ausführlich

von den ununterbrochenen Bedrohungen,

Beschimpfungen und Einschüchterungen

zu berichten.

Nichtoffen für Argumente

Sie habe sich schon daran gewöhnt,

auf der Straße, von Zwischenrufern

und in Briefen als die „Fotzeaus dem

Rathaus“ tituliert zu werden, erzählte

Lüke. Daheim kam das nicht

gut an, so wie wohl auch das Treffen

mit Steinmeier ihr mehr Kritik als

Unterstützung einbringen werde,

sagt sie. Aber zunächst muss sie das

Telefonat eine Weile unterbrechen:

DiePolizei steht vorder Tür,umihre

Anzeige aufzunehmen. In der Nacht

ist ihr Privathaus mal wieder mit Eiernbeworfen

worden.

„Die Anfeindungen kamen mit

dem Amt, einfach wegen des Alltagsgeschäftes“,

erzählt Lüke später weiter.

„Ein Bürgermeister muss auch

In den Kommunen sehen sich Volksvertreter immer öfter Angriffen

ausgesetzt. Unterstützung für sie gibt es kaum.

unpopuläreEntscheidungen treffen.

Aber bei vielen Menschen fehlt jede

Bereitschaft dafür, sich auf Sachargumente

einzulassen.“

So geht es nicht nur BarbaraLüke

in Sachsen, vielmehr ist inzwischen

bekannt, dass Lokalpolitiker von

Nord nach Süd, vonWest nach Ostregelmäßig

angefeindet und bedroht

werden. Mal treten sie mit den kleinen

Kindernander Hand in den heimischen

Vorgarten und finden dort

einen Galgen, der das eigene Foto

trägt. Mal bricht ihnen auf der Autobahn

der Wagen aus, weil Unbekannte

ihren DrohungenTaten folgen

ließen und einen Nagel in den Reifen

gesteckt hatten. Malist es KotinPäckchen,

im Briefkasten, im Dienstauto –

Gewalt gegen Politiker

Bedrohungslage

und immer wieder verbale Entgleisungen

auf Papier,per E-Mail, in den

Timelines im Internet. In der Gesprächsrunde

im Sommer hatten davon

Bürgermeister und Gemeinderäte

aus Bayern und Schleswig-Holstein

ebenso berichtet wie Kommunalpolitiker

aus Baden-Württemberg

und Mecklenburg-Vorpommern.

Bereits nach den lebensgefährlichen

Messerangriffen auf die Bürgermeister

von Köln und Altena,

Henriette Reker und Andreas Hollstein,

hatte Bundespräsident Steinmeier

eine Runde von Betroffenen

zu sich ins Schloss Bellevue geladen

–damals noch zu vertraulichen Gesprächen.

In Reden mahnte er danach

an, Kommunalpolitiker seien

VonSteven Geyer und JanSternberg

Am 17. Oktober 2015, einen Tagvor der Oberbürgermeisterwahl in Köln, wurde Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei einem Messerangriff schwer verletzt.

DPA

die Vertreterunserer Demokratie vor

Ort. „Sie dürfen nicht die Fußabtreter

für die Frustrierten in diesem

Lande sein“, sagte er.Die Lage wurde

trotzdem nicht besser, eher schlimmer.

Erst nach dem Mord an dem

Kasseler Behördenchef Walter Lübcke

kam auch bei den Sicherheitsbehörden

Bewegung in das Thema.

Steinmeier will die bundesweite Aufmerksamkeit

auf das Thema lenken.

„Die Debatte der vergangenen

Monate hat schon einiges bewegt“,

sagte der Präsident des Deutschen

Städtetages und Leipziger Oberbürgermeister

Burkhard Jung der Berliner

Zeitung (RND). „Wir bemerken,

dass Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden

sensibler damit umgehen,

wenn Amts- und Mandatsträger

bedroht und mit Hass überzogen

werden. Und wir versprechen uns

Fortschritte von den strengeren Regeln

im Strafrecht zu Hetze und Beleidigungen,

die die Bundesregierung

auf den Weggebracht hat.“

Für Sven Scheidemantel kommt

das zu spät. Der 48-Jährige hat sein

Mandat zurückgegeben und Arnsdorf

verlassen. Arnsdorf liegt nur 15

Kilometer von Pulsnitz entfernt und

bekam bundesweite Aufmerksamkeit,

weil die Bürgermeisterin Martina

Angermann (SPD) von Rechtsradikalen

in die Krankheit gemobbt

wurde und ihr Amt aufgab. Sven

Scheidemantel hat sie immer unterstützt,

ebenso wie sein Zwillingsbruder

Kay. Zusammen bildeten sie die

Fraktion „Buntes Arnsdorf“. Zusammen

ertrugen sie alle Anfeindungen.

Bisdie Angst siegte.

„Uns wurden im Gemeinderat

Handgreiflichkeiten angedroht“, berichtet

Scheidemantel. Über Jahre

wurde er beleidigt, bedroht, einmal

auf einem Supermarktparkplatz von

einer Gruppe junger Männer mit

Neonazi-Tattoos zusammengeschlagen.„Sind

Sieder Herr Scheidemantel?“,

fragten sie,dann schlugen

sie zu. Als er auf dem Boden lag, ließen

sie von ihm ab, mit den Worten:

„Das nächste Mal geht es nicht so

glimpflich aus.“ An seinem Auto

wurden die Radmutterngelockert, es

gab Dutzende Drohanrufe, eine abgefackelte

Datsche.

Die Polizei winkt ab

Und das, weil sich Scheidemantel

seit 2015 in Arnsdorf und im Landkreis

Bautzen für ein Miteinander

mit Flüchtlingen einsetzte. „Ich bin

einer dieser Lautsprecher“, sagt er

und meint die Engagierten, deren

Einsatz der Bundespräsident bei jeder

Gelegenheit lobt. Diejenigen, die

Gesicht zeigen –und dann nicht sicher

sein können, ob ihnen Schutz

zuteil wird.

Scheidemantel hat in den Jahren

der Bedrohungen seine Erfahrungen

mit der Polizei gemacht, und sie waren

selten gut. Einigermaßen ernstgenommen

fühlte er sich erst, als er

die Mobilnummer eines Beamten

beim Staatsschutz-Dezernat bekam.

Seine Erfahrungen mit den normalen

Polizeiwachen sind ernüchternd:

„Wir haben auch andere Sachen zu

tun“, musste er sich anhören. „Erwarten

Sienicht zu viel.“

Anstatt schnell online Spuren zu

verfolgen, baten ihn die Beamten,

Facebook-Einträge auszudrucken

und in die Wache zubringen. Das

Landeskriminalamt rät bedrohten

Kommunalpolitikern imländlichen

Sachsen, ihre Türen und Fenster zu

verstärken, um einen Rückzugsraum

zu haben. Sie sollten nicht darauf

vertrauen, dass bei einer Bedrohung

schnell ein Streifenwagen kommt.

Gerd Landsberg ist Hauptgeschäftsführer

des Deutschen

Städte- und Gemeindebundes. Er

fordertbesseren Schutz für die Kommunalpolitiker.

Herr Landsberg, wird bedrohten oder

angegriffenen Politikern geholfen?

Polizei, Staatsschutz und Verfassungsschutz

tun auf jeden Fall mehr.

Das Thema ist in den Behörden angekommen,

und es wird reagiert. In

fast allen Bundesländern gibt es inzwischen

eine zentrale Nummer, an

die sich Bedrohte wenden können.

Aber das reicht noch nicht aus.

Wasmuss noch getan werden?

Wir haben digitale Bedrohungen

und ein analoges Strafrecht. Das

muss in Teilen angepasst werden.

Wirbegrüßen die Initiativedes Bun-

„Wir brauchen die Wache vor Ort“

desrats, den Tatbestand der Verleumdung

vonAmtsträgernauch für

Kommunalpolitiker zu erweitern.

Wir wollen auch einen Straftatbestand

des„Politikerstalkings“ im entsprechenden

Nachstellungsparagrafen

des Strafgesetzbuchs einführen.

Die Polizei empfiehlt Bedrohten auf

dem Land, die Türen zu verstärken.

Istdas ein befriedigender Zustand?

Städte- und Gemeindebund

Auf keinen Fall. Die Polizei hat

sich bundesweit aus der Fläche zurückgezogen.

Den Dorfpolizisten,

der sich vorOrt die Lage einschätzen

kann, gibt es nicht mehr. Die Polizei

muss im ländlichen Raum wieder

Präsenz sicherstellen. Wir brauchen

in Fällen von fortgesetzten Bedrohungen

eine temporäre Wache. Das

ist ein wirksames Zeichen. Das ist

aufwendig, ja, aber es ist manchmal

nötig. Da muss dann auch vor Ort

das Signal kommen: Hier braut sich

etwas zusammen, bitte helft uns!

Findet man denn noch Kandidaten?

Es wird immer schwieriger, Menschen

für ein ehrenamtliches Engagement

in der Kommunalpolitik zu

begeistern. Dies liegt daran, dass die

Sitzungszeiten vielfach nicht mit Beruf

und Familie in Einklang zu bringen

sind, das hat aber auch mit einem

immer rauerenKlima der politischen

Auseinandersetzung zu tun.

Beschimpfungen, Bedrohungen und

teilweise tätliche Übergriffe sind in

der Kommunalpolitik leider nicht

selten. Menschen überlegen sich

zweimal, ob sie ihre Freizeit für ein

solches Amt zur Verfügung stellen.

DasGespräch führte JanSternberg.

ab

529€

NORWEGEN &WARNEMÜNDE BESTPREISEFÜR2020 COSTAINKLUSIVE:

Kreuzfahrt Preise p.P. in €bis 16.12.2020

08381 9234 0 KREUZFAHRTPIONIER

Costa Fascinosa

VieleTermine im Angebot z.B.

InnenGlück* 529€

BasicPreis mit

Spartermin 28.8. -4.9.2020* Vollpension,

Innen Classic* 559€

VieleRouten Varianten, WeitereTermine mitähnlicher Route. Trinkgelder, Hafen-

Innen Premium* 599€

diewir online

1Warnemünde 19:00 Gebühren,Großzügige

Außen Classic* 629€

darstellen.Gern 2Kopenhagen 8:30 17:30 Kabinen,Vollpension an Bord,

AußenPremium* 779€

beratenwir Sie

3Seetag

Deutschsprachige Betreuung,Show&

Balkon Classic* 899€

umfassend z.B. ab 12.6. 4Geiranger 11:00 18:00 Veranstaltungsprogramm, Attraktive Wellnessund

Sportangebote, Unterhaltung fürKinder & Balkon Premium* 1049€

Oldenstatt Geiranger oder 5Bergen 8:00 18:00

ab 26.06.Olden &Alesund

Jugend.,Kinderbetreuung im SquokClub. CostaFascinosa in s*

6Stavanger 7:30 16:30

statt Geiranger. Routing

7Göteborg 10:30 17:30 Nichtinklusive: Landausflüge, Getränke,

gemäßSonderprospekt

Saisonzuschläge.

8Warnemünde 8:00

Persönliche Ausgaben. Zubuchbar:

Innen b+50€ Ic+70€ d+120€. Außen b+70€ Ic+100€ I

oder InternetSeite.

Routenänderungen vorbehalten.

Getränkepakete ab 18,- p.P./Tag zubuchbar. d+150€. Balkon a+130Ic+300€ Id+350€.eauf Anfrage.

Markeder Holdenried Reisen GmbH ·Hans-Pfanner-Str. 11 ·88178 Heimenkirch. Reiseveranstalter: CostaCrociereS.p.A. PiazzaPiccapietra 48 ·16121 Genua·Italien

TermineabWarnemünde2020

12.-19.6. a

26.6.-3.7.b

10.-17.7. e

31.7.-7.8.d

14.-21.8. c

28.8.-4.9.s*

BeratungsbüroOstsee

Telefon 038202 43 46 94

Büro Allgäu 08381 9234 0

Mo-Fr09-12 u. 14-18hISa9-12h

Amselring27I18182Rövershagen

www.kreuzfahrtpionier.de

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute kommen die Temperaturen bis auf 4Grad voran. Dazu ist der Himmel

häufig bedeckt. Gebietsweise regnet es. Der Wind weht schwach bis

mäßig aus südlichen Richtungen. In der Nacht herrscht bei größtenteils

bedecktem Himmel Regenwetter. Dabei werden 3bis 1Grad erwartet.

Biowetter: Stoffwechsel und Durchblutung

laufen witterungsbedingt

verlangsamt ab. Dies führt zuniedrigem

Blutdruck, aber auch Kopfweh

und Migräne. Wetterfühlige 3°/4°

Wittenberge

Menschen klagen über Unwohlsein.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 61 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 86 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 20 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 76%

Gefühlte Temperatur: maximal 0Grad.

Wind: schwach aus Süd.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

2°/4° 1°/4°

Luckenwalde

0°/4°

Cottbus

-1°/4°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

bedeckt bedeckt Regen

2°/5° 0°/5° 3°/7°

Prenzlau

1°/3°

Frankfurt

(Oder)

0°/4°

Orkantief Siro über dem Nordmeer lenkt sein Regenband mit milder Luft über

Skandinavien, Mitteleuropa und Frankreich hinweg ostwärts. Damit wird Hoch

Tatjana ostwärts in Richtung Ukraine und Weißrussland abgedrängt, wo trockenes,

freundliches Wetter herrscht. Rund um die Ägäis kreisen viele Schauerwolken.

Köln

3°/6°

Sylt

3°/7°

Saarbrücken

1°/5°

Hannover

3°/5°

Konstanz

-1°/6°

Hamburg

4°/5°

Erfurt

0°/3°

Frankfurt/Main

1°/5°

Stuttgart

0°/6°

Rostock

3°/5°

Magdeburg

3°/5°

Nürnberg

-1°/4°

München

-3°/5°

Rügen

2°/4°

Dresden

1°/4°

Deutschland: Heute gibt es verbreitet

Regenfälle bei stark bewölktem

Himmel, und die Temperaturen klettern

amTage auf 3bis 7Grad.

Nachts sinken die Wertedann auf

4bis 0Grad. Der Wind weht schwach

bis mäßig aus südlichen Richtungen.

Morgen bringen viele Wolken sehr

vereinzelt auch Regen. Eswerden

3bis 6Grad erwartet, und der Wind

weht schwach bis mäßig aus Südwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 5°-7°

Nordsee: 7°-9°

Mittelmeer: 13°-23°

Ost-Atlantik: 10°-16°

Mondphasen: 12.12. 19.12. 26.12. 03.01.

Sonnenaufgang: 08:06 Uhr Sonnenuntergang: 15:52 Uhr Mondaufgang: 15:37 Uhr Monduntergang: 06:54 Uhr

Lissabon

16°

Las Palmas

20°

Madrid

12°

Reykjavik

-2°

Dublin


London


Paris


Bordeaux

13°

Palma

17°

Algier

20°

Nizza

14°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand


Tunis

16°

Rom

10°

Warschau


Wien

3° Budapest


Palermo

13°

Kiruna

-2°

Oulu


Dubrovnik

14°

Athen

17°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna

12°

Istanbul

15°

Iraklio

18°

Archangelsk

-4°

Moskau


Ankara


Antalya

12°

Acapulco 33° sonnig

Bali 27° Gewitter

Bangkok 29° heiter

Barbados 28° Gewitter

Buenos Aires 34° heiter

Casablanca 19° sonnig

Chicago -4° bewölkt

Dakar 29° wolkig

Dubai 26° Schauer

Hongkong 23° sonnig

Jerusalem 16° bewölkt

Johannesburg 26° bewölkt

Kairo 20° bewölkt

Kapstadt 27° heiter

Los Angeles 18° sonnig

Manila 30° bewölkt

Miami 29° Gewitter

Nairobi 26° Gewitter

Neu Delhi 24° wolkig

New York 5° Schnee

Peking 4° wolkig

Perth 37° sonnig

Phuket 32° heiter

Rio de Janeiro 28° Gewitter

San Francisco 15° bedeckt

Santo Domingo 28° wolkig

Seychellen 29° heiter

Singapur 31° Gewitter

Sydney 24° wolkig

Tokio 17° heiter

Toronto -1° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 3

·························································································································································································································································································

Seite 3

Als Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) Mitte Januar

2019 in die Kamera seiner Pressemitarbeiter

lächelt, hofft er wohl,

seine beiden größten Baustellen im Griff zu

haben: die Lkw-Maut und die Pkw-Maut.

Doch dann, nur wenige Monate später, kassiert

der Europäische Gerichtshof die Pkw-

Maut als rechtswidrig. Seitdem kommen immer

mehr Details einer Affäreans Licht.

Scheuer hatte es sich etwas kosten lassen,

den Mautvertrag Monate vor dem Urteil abzuschließen.

DasRisiko wurde in einer Schadensersatzklausel

eingepreist, weil sonst

kein Konzernmitgeboten hätte.Die Beteiligten

im Bundesverkehrsministerium (BMVI)

nahmen einen extrem nachteiligen Passus in

Kauf. Aber die Verträge waren ja „streng geheim“.

Die wunderbare Schadensersatzklausel

ermöglicht nun dem Pkw-Maut-Konsortium,

den vollen unternehmerischen Gewinn

über die gesamte Laufzeit von zwölf

Jahren einzufordern. Sie könnten also kassieren,

ohne je einen Pkw bemauten zu müssen.

Bis zu500 Millionen Euro könnten hier

verpulvertwerden.

Aber wieso ließ Minister Scheuer eine so

gefährliche Klausel einbauen, um den Vertrag

unbedingt zu einem so heiklen Zeitpunkt

zu unterschreiben –also vor dem Urteil,

statt es abzuwarten? Diese Frage beschäftigt

den Untersuchungsausschuss, zu

dem Grüne,FDP und Linke des Bundestages

an diesem Donnerstag die erste Sitzung einberufen

werden.

Einwichtige Rolle spielt nach Recherchen

vonBerliner Zeitung und Frontal 21 die mittlerweile

staatseigene Toll Collect. Die Firma

ist zuständig für die Erhebung der Lkw-

Maut. Hier passierte Merkwürdiges.

Als Scheuer nämlich im Januar in die Kameras

seiner Pressestelle lächelt, verkündet

er,dass Toll Collect nun vomStaat betrieben

werde. Eine Entscheidung, die sogar Kritiker

des Ministers aus der Opposition besänftigt.

Davor hatte der Bundesrechnungshof die

Vorbereitungen zur Privatisierung gerügt.

Die Prüfer hatten Scheuers „vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“

analysiertund

Rechentricks bemerkt.

Das internationale Beratungsunternehmen

KPMG hatte die fragwürdige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

erstellt. Unter

dem Strich kamen Scheuers Rechenkünstler

auf einen Vorteil von sechs Prozent, wenn

Toll Collect privatisiert werden würde. Eine

Stellschraube, umdieses Ergebnis zu erreichen;

sie kalkulierten ein, dass private Unternehmen

generell zehn Prozent effizienter

seien. Dafür gab es aber wohl keine Grundlage,

schreiben die Prüfer: „Die Annahmen

des Beratungsunternehmens zu den erwarteten

Effizienzvorteilen sind nicht belegt und

insofernspekulativ.“

Die späte Vollbremsung

Dabei war die Privatisierung vonToll Collect

eigentlich schon eine gemachte Sache.

Scheuer hatte die Firma sogut wie verkauft.

Sogar der Erlös –350 Millionen Euro –war

schon im Bundeshaushalt 2019 verbucht.

Doch dann geschieht etwas Außergewöhnliches:

CSU-Verkehrsminister Scheuer

verstaatlicht diese Firma, statt sie zu verkaufen.

Und als wäre der Minister nicht schon

gefordertgenug mit diesem politischen Spagat,

muss er für diese Entscheidung auch

noch in Kauf nehmen, einige der einflussreichsten

Konzerne vorden Kopf zu stoßen.

Denn seit zwei Jahren bereits läuft die europaweite

Ausschreibung von Toll Collect.

Wichtige Industrievertreter waren dabei,

ihre Angebote vorzubereiten. Doch Scheuer

leitet die Vollbremsung ein. Er hat eine noch

wichtigereGroßbaustelle: seine Pkw-Maut.

Im August 2018 rumpelt es hier im Vergabeverfahren.

Ein Konsortium nach dem anderen

steigt aus. Zum Schluss bleibt nur

noch ein einziger Bieter übrig: autoTicket, zu

dem sich die beiden Konzerne Kapsch AG

und CTSEventim zusammengetan hatten.

Als einziger Bieter haben sie eine perfekte

Verhandlungsposition. SieforderndreiMilliarden

Euro in ihrem finalen Angebot.

Das ist ein Megaproblem für Scheuer.

Denn das Parlament hat ihm nur zwei Milliarden

Euro genehmigt. Sein wohl wichtigstes

politisches Projekt –die „Ausländermaut“ –

kippelt. Würde es ihm gelingen, Ausländer

auf deutschen Autobahnen zur Kasse zu bitten,

wäre das für einen CSU-Minister politisches

Gold.

Es muss einfach gelingen. Will Scheuer

seine Pkw-Maut nicht gefährden, müsste der

Vertragbis Ende des Jahres 2018 unterzeichnet

sein. Es bleiben nur wenige Monate, um

den Preis des Riesenprojekts um ein Drittel

zu drücken.

Hier wohl entsteht die Idee, die Infrastruktur

von Toll Collect zu benutzen. Im

Aufsichtsrat von Toll Collect sitzt einer der

wichtigsten Mitarbeiter vonScheuer:Staatssekretär

GerhardSchulz. EinStrippenzieher,

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gerät immer mehr unter Druck.

Am Donnerstag tagt zum ersten Mal der Untersuchungsausschuss

zur Maut-Affäre. Ließ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den

Lkw-Maut-Betreiber Toll Collect verstaatlichen, weil das half,

die rechtswidrigen Verträge zur Pkw-Maut zu unterschreiben?

Eine gemeinsame Recherche von Berliner Zeitung und Frontal 21

der Lkw- und Pkw-Maut verhandelt. „Mr.

Maut“ nennen sie ihn.

Viel ließe sich einsparen, wenn das Pkw-

Maut-Konsortium die bestehende Infrastruktur

der Lkw-Maut von Toll Collect mitnutzen

dürfte; Hunderte Millionen Euro,

wenn die Firma ihre Dienstleistung zu

Schleuderpreisen anbietet. Doch das ließe

sich schwer umsetzen, wenn Toll Collect privatisiertwerden

würde.Wie sollte man privaten

Gesellschafternerklären, dass sie auf ihre

Rendite verzichten sollen? Unddies, umbei

der Konkurrenz die Kosten zu drücken?

Viel einfacher wäre es, wenn Toll Collect

dem Staat gehört. DasProblem ist allerdings

die Ausschreibung. Seit zwei Jahren arbeiten

vier Konsortien an ihren Angeboten. Einaufwendiger

Prozess, der schon Millionen Euro

verschlang. Doch es lohnt sich ja, denn der

Mission

Toll Collect

VonKai Schlieter und JoeSperling

erhoffte Staatsauftrag hat ein Milliardenvolumen.

Als die Bieter aber ihreAngebote abgeben

wollen, stottert die Ausschreibung wie ein

defekter Dieselmotor. AbAugust 2018 geht

das los.Der Monat, in dem bei der Pkw-Maut

die anderen verbliebenen Bieter ausgestiegen

sind. Bisauf einen.

Am 21. August 2018 schreibt das Verkehrsministerium

„an alle Bieter“ für Toll

Collect einem Brief und teilt mit, dass „eine

Anpassung weiterer in den Bewerbungsbedingungen

endgültige Angebote genannten

Fristen erfolgen wird“. Einen Monat später

heißt es,dass der„Zeitplan nicht eingehalten

werden kann“. Im Oktober verspricht das

Ministerium, dass die „neue Angebotsfrist

und die neuen Termine“ noch „mitgeteilt

werden“.

IMAGO IMAGES

Wurde das Verfahren verschleppt? Das

Bundesverkehrsministerium dementiert

und teilt mit, es habe „nichts verschleppt“.

Der Bund habe „Toll Collect übernommen,

weil es wirtschaftlicher war, als das Unternehmen

an Private zu vergeben“. Undwegen

der „reibungslosen Ausweitung der Mauterhebung

auf alle Bundesstraßen und die sog.

Interimsphase,inder der Bund alleiniger Eigentümer

der Toll Collect GmbH geworden

ist, war eine Überarbeitung der Vergabeunterlagen

erforderlich“.

Aber die Bieter werden nie auf solche Vergabeunterlagen

reagieren können. Denn Toll

Collect wirdvorher verstaatlicht.

Unddafür musste wieder gerechnet werden,

denn eigentlich sollte doch die Privatisierung

sechs Prozent günstiger sein als ein

Staatsbetrieb; das hatte KPMG ausgerechnet.

Im September 2018 bekommen die Berater

also einen neuen Job. Die Auftragsgutachter

ändern „wunschgemäß“ die „Rahmenbedingungen“

und fügen „neue Erkenntnisse

bzw. Einschätzungen“ im

Vergleich zur ersten Rechnung hinzu, wie es

in dem vertraulichen Brief an das Ministerium

heißt.

Das Ergebnis ist verblüffend. Statt sechs

Prozent Preisvorteil habe sich nun „eine

rechnerische Vorteilhaftigkeit einer Eigenrealisierung

gegenüber einer Fremdrealisierung

von 7,0 %ergeben“. Das Gegenteil ist

damit belegt: DerStaat macht es billiger.Das

reicht Andreas Scheuer. KPMG muss nicht

einmal mehr die vorgesehene „abschließende

Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“ erstellen.

Für die Entscheidung zur Verstaatlichung

von Toll Collect reicht eine „theoretische

Neuberechnung“.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP,

Oliver Luksic, wundert sich. „Herr Scheuer

hat dem Deutschen Bundestag eine fiktive

Neuberechnung vorgelegt, mit der er den

Stopp des Privatisierungsverfahren von Toll

Collect begründet hat. Eine äußerst dünne

Grundlage.“

Michael Bibaritsch berät Regierungen in

ganz Europa zu Mautsystemen. Berliner Zeitung

und Frontal 21 legten ihm die beiden

Berechnungen von KPMG vor. Er sagt: „Aus

meiner Sicht hat das BMVI den Berater gegen

Ende 2018 mit zusätzlichen Fakten vertraut

gemacht, mit dem Ziel, dass die Entscheidung

Privatisierung oder Nichtprivatisierung,

die das BMVI zu dem Zeitpunkt offensichtlich

schon gefällt hat, unterstützt wird.“

Es gibt weitere Schönheitsfehler. Denn

das „streng vertrauliche“ KPMG-Schreiben

mit der fertigen Berechnung datiert auf den

9. Januar 2019. Die Verträge zur Pkw-Maut

wurden aber schon am 30. Dezember 2018

unterzeichnet. Undfür diese war die Einbindung

vonToll Collect ja die Voraussetzung.

Ohne die Kosten bei Toll Collect zu verstecken,

hätten die Verträge nicht unterschrieben

werden können.

Die Verstaatlichung war also schon beschlossene

Sache, als das Ausschreibungsverfahren

zur Privatisierung noch lief.

Geheimvertrag mit Schleuderpreisen

Erst am 16. Januar 2019 bricht Scheuer die

Ausschreibung von Toll Collect ab. ImMärz

2019 wird Scheuers Staatssekretär Gerhard

Schulz Geschäftsführer bei Toll Collect. Er

verdoppelt sein Gehalt auf rund 400 000

Euro. Unter ihm unterschreibt Toll Collect –

Ende Mai2019 –einen Geheimvertrag. Darin

erklärtman sich bereit, als Subunternehmer

seine Infrastruktur dem Konsortium der

Pkw-Maut zur Verfügung zu stellen. Zu den

erwünschten Schleuderpreisen.

Im Geheimvertrag steht, Toll Collect erhält

vom Pkw-Konsortium „keine einem

Drittvergleich vollständig entsprechende

(marktübliche) und mit ihren potenziellen

Haftungsrisiken korrespondierende Vergütung“.

Die Firma schließt also einen sehr

sonderbaren Deal.

Andreas Scheuer habe„die FirmaToll Collect

verstaatlicht, um den Preis für das finale

Angebot bei der PKW Maut zu drücken. Das

ist ein absolutes Unding“, sagt FDP-Verkehrspolitiker

Luksic. Der haushaltspolitische

Sprecher der Grünen begrüßt zwar die

Verstaatlichung. Doch Sven-Christian Kindler

ärgert sich auch, „dass Scheuer Toll Collect

als staatseigene Firma gezielt benutzen

wollte, umdie Kosten bei der PKW-Maut zu

verstecken und es für die privaten Betreiber

attraktiver zu machen“.

Ein Insider, der die Ausschreibung von

Toll Collect miterlebte, berichtet: „Erstaunlich

ist, wie schnell die Entscheidung zur Aufhebung

des Verfahrens fiel. Aufhebung ist

immer die Ultima Ratio, wird mehrfach

überdacht und analysiert und dauert inder

Entscheidungsfindung normalerweise Monate“.

Scheuer verstieß nach Meinung der unabhängigen

und obersten Rechnungsprüfer

in Deutschland gegen das Haushaltsrecht

und gegen das Vergaberecht, um einen Vertrag

zu unterzeichnen, der rechtswidrig war.

Das stellten die Richter am Europäischen

Gerichtshof fest.

Wahrscheinlich wird Scheuer in letzter

Zeit immer mal wieder auf Willi Zylajew angesprochen.

DerRheinländer –ein Katholik,

CDU-Urgestein in NRW und langjähriger

Abgeordneter in Landtag und Bundestag –

hatte im Jahr 2012 nämlich selber die Idee,

eine Ausländermaut einzuführen. Er trug sie

in einem Brief an den damaligen Bundesverkehrsminister

Peter Ramsauer (CSU) vor.

Und der setzte einen Mitarbeiter an das

Thema. „Ramsauer hat seinen Staatssekretär

Scheuer beauftragt, mir zu antworten, und

der hat zurückgeschrieben: das ist mit europäischem

Recht derzeit nicht vereinbar.“

Weil Andreas Scheuer als Staatssekretär

das Gesetz achtete, war Willi Zylajews Vorschlag

vomTisch.


4* Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Koalition für weitere

Tabakwerbeverbote

ZumSchutz der Gesundheit will die

große Koalition die Reklame fürs Rauchen

deutlich eindämmen. DieUnionsfraktion

gab am Dienstag denWeg

dafür frei, Plakatwerbung ab 2022

schrittweise zu verbieten. Damit

zeichnet sich nun eine gemeinsame

Linie mit der SPD ab,umbesonders

junge Leute auch vorRisiken neuer

Angebote zu bewahren. (dpa)

Kein komplettes Fahrverbot

für FrankfurtamMain

Eine große Fahrverbotszone für Dieselfahrzeuge

in Frankfurtist vom

Tisch, geht aus einem Urteil des Hessischen

Verwaltungsgerichtshofs

vomDienstag hervor. Allerdings

müssen die Stadt und das für die

Luftreinhaltung zuständige Land

prüfen, welche Wirkung kleinere

Fahrverbotszonen oder die Sperrung

einzelner Strecken auf den Stickstoffdioxid-Ausstoß

hätten. (dpa)

Rechnungshof rügt

Bundesregierung

DerBundesrechnungshof sieht

Mängel in der Haushalts- und Wirtschaftsführung

des Bundes.Unter

anderem bei der Bundeswehr,der

Bekämpfung des Klimawandels und

bei der Deutschen Bahn sah die Behörde

Nachbesserungsbedarf, wie

aus dem am Dienstag veröffentlichten

Jahresbericht hervorging.

Myanmar des Völkermordes

an Rohingya beschuldigt

Verehrtund umstritten: MyanmarsDe-facto-Regierungschefin

Aung San Suu Kyi AFP

Friedensnobelpreisträgerin Aung San

SuuKyi ist in DenHaag, um Myanmar

an diesem Mittwoch vordem Internationalen

Gerichtshof gegenVölkermordvorwürfe

zu verteidigen. Gambia

beschuldigt das Land desVölkermordes

an der muslimischen Minderheit

der Rohingya. (dpa)

Ungarnschränkt Rechte

von Abgeordneten ein

DieRegierungskoalition im ungarischen

Parlament schränken die

Rechte und Freiheiten der Oppositionsabgeordneten

ein. DieBeschlüsse

vomDienstag heben praktisch das

Recht auf freie Fraktionsbildung auf

und stellen für störendesVerhalten in

Parlamentssitzungen drakonische

Strafen in Aussicht. (dpa)

Freihandelsabkommen eint

USA, Mexikound Kanada

Vertreter der Regierungen der USA,

Mexikos und Kanadas am Dienstag

in Mexiko-Stadt das neue Freihandelsabkommen

USMCA unterzeichnet.

DasAbkommen ist eine neugestaltete

Auflage des 25 Jahrealten

Nafta-Abkommens. (AFP)

Anschlag in St. Petersburg:

Elf Menschen verurteilt

Dreieinhalb Jahrenach dem Terroranschlag

auf die U-Bahn in St.Petersburgmit

15 Toten hat ein Gericht den

Drahtzieher zu lebenslanger Haft im

Straflager verurteilt. Auch zehn Helfer

müssen ins Straflager. (dpa)

Wolodymyr Selenskyj kam am Montag in Paris auf Vermittlung von Angela Merkelund Emmanuel Macron mit Wladimir Putin (v.l.) zusammen.

Friedenshoffnungen für den Donbass

Der Ukraine-Gipfel brachte kleine Fortschritte. Putin reagiert harsch auf die Ausweisung von Diplomaten

VonStefan Scholl, Moskau

Die Gespräche mit Putin

seien schwierig gewesen.

„Ich bin ein schneller

Mensch. Eins, zwei

und abgemacht. Er aber hat versucht,

bei allen Fragen, jede kleine

Einzelheit zu diskutieren“, sagte der

ukrainische Präsident Wolodymyr

Selenskyj nach dem Treffen über seinen

russischen Kollegen Wladimir

Putin. Am Montag endete kurz vor

Mitternacht der erste Normandie-

Gipfel seit 2016. Nach über achtstündigen

Verhandlungen im Pariser

Élysée-Palast traten Putin und Selenskyj

gemeinsam mit Gastgeber

Emmanuel Macron und Kanzlerin

Angela Merkel vordie Presse.Sie bestätigten

die Minsker Vereinbarungen

als Grundlage ihrer gemeinsamen

Arbeit und verkündete mehrere

Übereinkünfte zur Realisierung des

Friedensprozesses. Einen Durchbruch

gab es nicht. „Der Gipfel ist

vorbei, der Krieg geht weiter“, titelt

die Zeitung Kommersant.

Waffenstillstand bis Jahresende

Dievier Staatsführer wollen bis Ende

des Jahres einen umfassenden Waffenstillstand

und einen kompletten

Gefangenenaustausch durchsetzen

und bis März2020 eine Truppenentflechtung

in drei weiteren Frontabschnitten.

Die Ukraine soll das Gesetz

über den Sonderstatus des Donbass

verlängern und die sogenannte

Steinmeier-Formel gesetzlich verankern.

Und im März will man sich

wiedertreffen, vermutlich in Berlin.

Putin und Selenskyj verhandelten

80 Minuten separat, aber nur gut

zehn Minuten davon unter vier Augen.

Sie diskutierten auch einen

Der Osten der Ukraine

Entflechtungszonen

100 km

Kiew

UKRAINE

Stand Dezember 2019

im Minsker

Abkommen

vereinbarte

Sicherheitszone

neuen Vertrag über den Transport

russischen Gases durch die Ukraine,

konnten sich aber nicht einigen. Selenskyj

sprach danach von einem

„Unentschieden“, auch Putin äußerte

sich zufrieden. „Eine gewisse

Erwärmung gibt es“, sagte er.

In Moskau blieb man ungerührt.

„Der Gipfel war ein Sieg für Putin“,

sagte der kremlnahe Politologe Alexei

Muchin der Berliner Zeitung. Selenskyj

habe vergeblich versucht,

Macron und Merkel auf seine Seite

zu bringen, um das Minsker Vertragswerk

einer Revision zu unterziehen.

Er sei aber gescheitert. Muchins

Kiewer Kollege Vadim Karasjew

betrachtet schon die Abschlusserklärung

als Erfolg. „Das

Normandie-Format war drei Jahre

Slowjansk

Kramatorsk

Donezk

Petriwske

Mariupol

Debalzewe

Asowsches

Meer

Solote

Stanyzja

Luhanska

Luhansk

RUSSLAND

von pro-russ.

Separatisten

kontrolliert

BLZ/GALANTY; QUELLE: DPA, OSZE, ISW

praktisch tot, jetzt ist es aufgetaut

worden und hat wieder begonnen zu

arbeiten.“ UndimGegensatz zu seinem

Vorgänger habe Selenskyj nur

solche Punkte unterschrieben, die er

auch wirklich erfüllen könne.

Allerdings beschränken sich diese

Punkte auf humanitäre und militärische

Fragen. Ihre Verwirklichung

kann auch damit enden, dass der

Konflikt eingefroren, aber nicht gelöst

sein wird. Eine Einigung über die Umsetzung

der politischen Forderungen

des Minsker Abkommens bleibt weiter

außer Sichtweite. Selenskyjs Vorschlag,

die Kontrolle über der Grenze

zwischen Rebellengebieten und

Donbass schon vor den vorgesehenen

Regionalwahlen wieder der

Ukraine zu überlassen, lehnte Putin

Ein Green Deal gegen die Erderwärmung

ab.Zudem forderte er mit Verweisauf

denVertragstext, der Sonderstatus für

das Donbass müsse in der Kiewer

Verfassung festgeschrieben werden.

Davonwollte Selenskyj nichts wissen.

Putin äußerte sich am Rande des

Gipfels auch zum deutsch-russischen

Verhältnis nach dem mutmaßlichen

Auftragsmord an einem früheren

tschetschenischen Rebellen in Berlin.

Er warfden deutschenBehörden vor,

den „Verbrecher und Mörder“ trotz

entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert

zuhaben. „In Berlin wurde

ein Krieger getötet, der in Russland

gesucht wurde,ein blutrünstigerund

brutaler Mensch“, sagte Putin. Der

Mann habe auf der Seitevon Separatisten

im Kaukasus gekämpft und

dortbei einemAnschlag denTod von

98 Menschen verschuldet. Zudemsei

er an einem Anschlag auf die Moskauer

Metrobeteiligt gewesen.

Kein Auslieferungsantrag

Doch nach Angaben aus deutschen

Regierungskreisen hat Russland

Deutschland nicht um die Auslieferung

des späteren Mordopfers gebeten.

Derartige russische Ersuchen

seien der Bundesregierung nicht bekannt,

hieß es. Der Mann ist den

deutschen Behörden unter drei verschiedenen

Identitäten bekannt. Der

Georgier war im August im Kleinen

Tiergarten erschossen worden, der

inhaftierte Tatverdächtige mit russischem

Pass schweigt zu den Vorwürfen.

Deutschland verdächtigt Moskaus

Geheimdienste und hat zwei

russische Diplomaten ausgewiesen.

Putin drohte mit Vergeltung: „Es gibt

in solchen Fälle ungeschriebene Gesetze:

Ihr habt unsere Diplomaten

ausgewiesen, wir weisen eure aus.

Dasist alles.“ (mit dpa)

Die EU-Kommission legt einen Plan vor,wie Europa bis zum Jahr 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden kann

VonDamir Fras, Brüssel

Europa soll bis zum Jahr 2050 der

erste klimaneutrale Kontinent

werden. Erste Details des Green

Deals will die neue EU-Kommissionspräsidentin

Ursula vonder Leyen

an diesem Mittwoch in Brüssel verraten.

Ein Überblick über die wichtigsten

Fragen und Antworten:

Wasist Klimaneutralität?

Um Klimaneutralität zu erreichen,

darf ab einem bestimmten

Zeitpunkt nur noch so viel Treibhausgas

in die Atmosphäre geblasen

werden, wie an anderer Stelle

eingespart oder zum Beispiel in

Wäldern gespeichert wird. Voraussetzung

dafür ist ein Komplettumbau

bei der Produktion von Gütern

und bei der Energieversorgung.

Aber auch der Verkehr und die

Landwirtschaft werden einschneidende

Änderungen durchmachen

müssen. Damit soll vermieden werden,

dass sich die Temperatur auf

der Erde um mehr als zwei Grad im

Vergleich zum späten 18. Jahrhunderterhöht.

Wie schnell soll das Vorhaben umgesetzt

werden?

Als Endziel steht die Klimaneutralität

im Jahr 2050. Das will die EU-

Kommission bis Mitte März kommenden

Jahres in einem Gesetz festschreiben.

Damit soll der Plan „unumkehrbar

werden“, wie von der

Leyen sagt. In einem ersten Schritt

soll der Ausstoß vonKohlendioxid allerdings

schon bis zum Jahr 2030 um

mindestens 50 Prozent im Vergleich

zum Jahr 1990 sinken. Möglicherweise

wird die Reduktion auch 55

Prozent betragen. Festlegen will sich

von der Leyen dazu erst bis Herbst

2020.

Wasplant die Kommission genau?

Frans Timmermans,Vizepräsident

der EU-Kommission, muss den

„Green Deal“ ausgestalten. Dazu gehören

der Umbau des Nahverkehrs,

neue Hilfen zur Modernisierung von

Häusern und Heizungen sowie ein

Programm zur Aufforstung und zur

Begrünung vonStädten. Darüber hinaus

will der Sozialdemokrat aus den

Niederlanden eine neue Industriestrategie

für die EU vorlegen. Die Schifffahrtsollinden

europäischen Emissionshandel

einbezogen und Flügesollen

ebenso teurer werden wie klimaschädlicher

Straßenverkehr. Neben

den Effekten für ein besseres Klima

sollen diese Pläne auch EuropasWirtschaft

zukunftsfähig machen. Vonder

Leyen sieht die EU als Vorreiter. Andere

Regionen auf derWelt sollten sich

ein Beispiel an der EU nehmen, die

derzeit etwa 10 Prozent des weltweiten

AusstoßesanTreibhausgas verantwor-

AFP

tet. Dasheißt, ohne Mitwirkung Russlands,

Chinas und der USA wird der

europäische Beitrag allein nicht ausreichen,

um die Erhitzung der Erde zu

verhindern.

Wie hoch sind die Kosten?

Experten sagen, EU-weit müssten

proJahr bis 2050 etwa 500 Milliarden

Euro aufgebracht werden. Das Geld

soll aus der Privatwirtschaft, vonden

EU-Mitgliedsstaaten und aus dem

Budget der Kommission kommen.

Auch die Europäerinnen und Europäer

sollen über höhere Preise ihren

Beitrag leisten. Der Streit ums Geld

fürs Klima wird die Verhandlungen

über das nächste mehrjährige EU-

Budget von 2021 bis 2027 dominieren.

Vonder Leyen will Staaten wie

Polen, Tschechien und Ungarn, die

weiter auf fossile Brennstoffe wie

Kohle setzen, mit Milliardenkompensationen

auf ihreSeite ziehen.

Bescherung

für

Trump

US-Demokraten klagen ihn

wegen Machtmissbrauchs an

VonKarlDoemens, Washington

Die Gesichter waren ernst, als Parlamentssprecherin

Nancy Pelosi

mit sechs führenden Abgeordneten

am Dienstagmorgen im Kapitol ans

Mikrofon trat. „Wir haben einen Eid

geschworen, die Verfassung zu schützen“,

sagte die große alte Dame der

US-Demokraten. Dieser Eid zwinge

jetzt zum Handeln. „Die Beweise für

das Fehlverhalten des Präsidenten

sind überwältigend und unbestreitbar“,

ergänzte Adam Schiff, der Chef

des Geheimdienstausschusses.Wenn

man weiter abwarte, gebe man Donald

Trump die Chance, „noch eine

Wahl zu manipulieren“.

Also treiben die Demokraten zwei

Monate nach Eröffnung der Untersuchung

in der Ukraine-Affäre das

Amtsenthebungsverfahren gegen

Trump auf die Spitze. Sie wollen den

Präsidenten wegen Machtmissbrauchs

und Behinderung der Arbeit

des Kongresses anklagen. Wenn der

Justizausschuss die erforderlichen

Dokumente wie erwartet am Donnerstag

durchwinkt, soll es nächste

Woche –spätestens am 20. Dezember

–zur Abstimmung im Repräsentantenhaus

kommen. Die Mehrheit der

Demokraten steht. Zu Weihnachten

wäre Trumpdann nach Andrew Johnson

1868 und Bill Clinton 1998 der

dritte Präsident der Geschichte unter

einer Impeachment-Anklage.

Die Amtsenthebung spaltet das

Land. Nichtnur die Republikaner halten

massiv dagegen. Auch demokratische

Abgeordnete aus strukturkonservativen

Wahlkreisen stehen unter

Druck. Deshalbversucht Pelosi jeden

Eindruck der Parteitaktik zu vermeiden.

Und wohl auch deshalb wurde

US-Präsident Donald Trump hält das Verfahren

für eine „Hexenjagd“.

AP

die Anklage auf zwei Punkte begrenzt.

Weder die Behinderung der Justiz

durch Trumpbei den Mueller-Untersuchungen,

noch der Vorwurfder Bestechung

des ukrainischen Präsidenten

Wolodymyr Selenskyj wurden

aufgenommen.

DerKernder Affäre

Die beiden Anklagepunkte konzentrieren

sich auf den Kern der Ukraine-

Affäre, bei der Trump nach Aussagen

zahlreicher Zeugen versuchte, die

Ukraine zu einer Schmutzkampagne

gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber

JoeBiden zu erpressen.

Das wäre der Machtmissbrauch.

DieArbeit des Kongresses behinderthat

Trump nach Meinung der

Demokraten, weil er Regierungsmitarbeitern

die Aussagen vor den Untersuchungsausschüssen

verweigerte

und wichtige Dokumente zurückhielt.

Durcheine Begrenzung der

Anklage hofft Pelosi die Zahl der Abweichler

deutlich einstellig halten zu

können.

Im Senat freilich dominieren die

Republikaner. Und eben dort fällt

nach einem prozessähnlichen Verfahren,

das im Januar über die

Bühne gehen sollte, die endgültige

Entscheidung. Dazu müssten 20 Republikaner

gegen den Präsidenten

stimmen – was extrem unwahrscheinlich

ist. Es spricht daher vieles

dafür,dassTrumps Absetzung scheiternkönnte.


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 5 *

·························································································································································································································································································

Hauptstadt

EINER VON 709

EINE SERIE ÜBER ABGEORDNETE, DIE UNS AUFGEFALLEN SIND

MIERSCHEID

ÜBER SEINE PLÄNE

EIN WEGGEFÄHRTE

ÜBER MIERSCHEID

„Damit ihr das nicht

vergesst: Ichbin wieder

da, denn es hat

niemand gegen mich

gestimmt.

Ich mache weiter

wie bisher.

(...)

Für vier Jahre.

Traurig bin ich schon.

Aber mutlos nicht.

Und vogelfrei bin ich

auch nicht.

Aber flügelfrei.

Wir sollten kein

Geflügel sein.

Nicht durcheinanderlaufen

und nur

schnattern.“

Jakob Maria Mierscheid,

Bundestagsabgeordneter,

in der Nachricht, mit der er sich für die

19. Legislaturperiode zurückmeldete

Der Mahner von der letzten Bank

Seit 40 Jahren sitzt

Jakob Mierscheid im

Bundestag. Zu Gesicht

bekommen hat ihn

noch keiner.Aber was

beweist das schon?

VonTanja Brandes

Einmal, so schien es, reichte es ihm.

Im Jahr 2005 war das.Daging das Gerücht

um, Jakob Maria Mierscheid

sei aus der SPD ausgetreten. Er

strebe,sohieß es,eine zweite Karrierebei den

Linken an. War natürlich alles gelogen. Die

SPD-Fraktion dementierte auch prompt.

Eine SPD ohne Mierscheid? Das ist schon

lange nicht mehr denkbar. Dabei behaupten

böse und besonders hartnäckige Zungen immer

noch, Jakob Mierscheid sei nur ein Phantom.

Erfunden aus einer Laune heraus von

den drei SPD-Bundestagsabgeordneten Dietrich

Sperling, Karl Haehser und Peter Würtz.

Am Rande einer Haushaltssitzung hätten die

Abgeordneten den Kollegen am 11. März

1979 ersonnen, um den verstorbenen Genossen

Carlo Schmid zu ehren –und den Betrieb

gleichzeitig ein wenig aufzulockern, in einer

Zeit, in der es in der Bonner Republik wenig

zu lachen gab.

Es stimmt schon: Jakob Mierscheid macht

sich rar. So richtig gesehen hat ihn auch noch

niemand. Das liegt daran, dass Mierscheid

immer sehr beschäftigt ist. So beschäftigt,

dass er auch nicht anwesend war, als der damalige

Bundestagspräsident Norbert Lammert

ihn anlässlich seines 80. Geburtstages

am 1. März 2013 im Parlament öffentlich

würdigte. Einen „geschätzten und gelegentlich

verzweifelt gesuchten Kollegen“ nannte

Lammert den Sozialdemokraten. Und betonte

sogleich, Spekulationen, dass es Mierscheid

gar nicht gebe,seien durch zahlreiche

Fundstellen in der Literatur widerlegt.

Es muss zermürbend sein, ständig in seiner

Existenz angezweifelt zu werden. Gerne

möchte man Mierscheid persönlich danach

fragen. Doch trotz großer Bemühungen

kommt kein Treffen zustande.Das ist enttäuschend,

aber nicht wirklich überraschend.

Mierscheid ist keiner,der sich in den Vordergrund

drängt. Mankönnte ihn auch als scheu

bezeichnen. „Erist extrem uneitel, immer auf

die Sache konzentriert, sachlich, unbestechlich.“

So beschreibt ihn einer, der es wissen

muss. Friedhelm Wollner, ehemaliger Büroleiter

des Staatssekretärs Sperling im Bauministerium

und späterer Geschäftsführer der

SPD-Fraktion, ist immer schon Weggefährte

Mierscheids.Kaum einer kennt ihn so gut wie

Wollner. Immer wieder heißt es, Wollner sei

der eigentliche Erfinder der Figur Mierscheid.

Tatsächlich weiß Wollner verdächtig

gut über Jakob Mierscheid Bescheid. Auch

über dessen persönlichenWerdegang kann er

Auskunft geben.

Morbachs ganzer Stolz

Geboren wurde Jakob MariaMierscheid am 1.

März1933 in Morbach im Hunsrück in Rheinland-Pfalz.

Er ist, so weißWollner zu berichten,

ein Nachfahrevon Johannes Bückler,der Ende

des 18. Jahrhunderts als der Räuber Schinderhannes

berühmt und berüchtigt wurde. Und

in Morbach selbst ist man besonders stolz auf

den berühmten Sohn der Stadt. Seinen 80. Geburtstag

feierte der ganzeOrt.

In einemInterview mit der taz war zu lesen,

dass Mierscheid Vater von vier Kindern und

überdies leidenschaftlicher Taubenzüchter

sei. Darüber hinaus ist über sein Privatleben

nicht viel bekannt. Er macht lieber durch Tatenvon

sich reden. Es kümmertihn auch wenig,

wenn er als„Archetyp des Hinterbänklers“

bezeichnet wird.„Ohne Hinterbänkler gäbe es

keine erste Reihe“, hat er dem Behörden-Spiegel

gesagt.„Es müssen auch welche arbeiten.“

In die Tagespolitik mischt er sich natürlich

ein, wie etliche Statements beweisen, die er –

wohl auch aus Zeitgründen –inder Regel

schriftlich verbreiten lässt. Im Zusammenhang

mit der sogenannten Flüchtlingskrise

mahnte Mierscheid zur Besonnenheit –

schließlich seien Preußen und Berlin nur mit

der Hilfe von holländischen Handwerkern,

russischen Sängern, kroatischen Arbeitern

und Menschen aus vielen anderen Nationen

überhaupt entstanden. Sogar Sachsen habe

man erfolgreich integriert. Nur mit den

Schwaben hapereesbis heute.

Sollte JakobMierscheid wirklich erfunden

sein, dann wäreerein wunderbares Medium

der Ehrlichkeit. Oder, wie Friedhelm Wollner

es ausdrückt, „eine Möglichkeit, sanktionsfrei

Bosheiten zu verbreiten“. Seine absolute

Offenheit ist Mierscheid auch schon auf die

Füße gefallen. So soll er vom einstigen SPD-

Fraktionschef Franz Müntefering eine Abmahnung

kassiert haben, nachdem er „Ulla

Schmidt“ als Unwort des Jahres vorgeschlagen

hatte. Mierscheid wird seine Gründe gehabt

haben. „Erist ein Mahner“, sagt Wollner.

„Er spricht aus, was andere nicht zu sagen

wagen.“ Gleichzeitig sei er der Idealtyp eines

sachorientierten, zurückhaltenden Politikers.„Erst

nachdenken, dann reden –das ist

ein Motto, das Mierscheid immer beherzigt

hat“, sagt Wollner.

Es bleibt die ewige Frage, ob Jakob Mierscheid

auch in der nächsten Legislaturperiode

in den Bundestag einzieht. Gebraucht

wird erbei der SPD allemal. Vielleicht mehr

denn je. „Mir wird diese Frage oft gestellt“,

sagt Wollner. „Meine Antwort ist immer: ‚Jakob

Mierscheid kommt in den Bundestag,

weil er keine Gegenstimme erhält‘.“ Verewigt

ist Mierscheid ohnehin schon. Ein kleiner

Steg,der in luftiger Höhe das Paul-Löbe-Haus

mit dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus verbindet,

trägt seinen Namen. Anlässlich der

Einweihung twitterte Parteikollege Thomas

Oppermann über Jakob Mierscheid: „Wenn

es ihn nicht gäbe,müsste man ihn erfinden.“

Tanja Brandes könnte schwören, dass

sie Jakob Mierscheid erst neulich im

Bundestag gesehen hat.

ISABELLA GALANTY

„Mierscheid ist ein

Überlebender jener

Bonner Republik, die

Ende der 70er-Jahre

nach dem RAF-Terror

und der beginnenden

Nachrüstungsdebatte

ziemlich düstere Zeiten

erlebte, mit einem

wenig zuScherzen

aufgelegten

SPD-Kanzler Helmut

Schmidt an der

Spitze. Da empfanden

viele das Augenzwinkern,

das die

Auftritte Mierscheids

begleitete, als eine

seltene, willkommene

Leichtigkeit im

politischen Alltagsgeschäft.

Und das

funktioniert bis

heute.“

Holger Schmale, Journalist

PLATZ DER REPUBLIK

Diese jungen

Leute

Holger Schmale

freut sich über ein neues Europa.

Esgab einmal eine Zeit, da machten

sich mächtige Männer aus

den USA lustig über das „alte“ und

das „neue“ Europa. Ihr Wortführer

hieß Donald, jawohl, Donald Rumsfeld,

Verteidigungsminister in Washington

und einer der Strategen des

Angriffs der USA auf den Irak Saddam

Husseins.Als„altes“ Europa beschimpfte

er unwillige Länder wie

Deutschland und Frankreich, „jung“

waren in seinen Worten osteuropäische

Länder wie Polen, die sich gern

in die amerikanische Kriegskoalition

der Willigen einreihten. Rumsfeld

war 2003 übrigens 71 Jahre alt, und

der Irak, dem die USA Frieden, Freiheit

und Demokratie bringen wollten,

versinkt gerade in einer Welle

von Unterdrückung, Gewalt und

Chaos. Aber das ist ein anderes

Thema.

Interessanter ist ein Blick unter

dem Aspekt von jung und alt auf die

politische Welt von heute. Wir erleben

gerade eine Phase, inder junge

Menschen vor allem in Europa wohl

so wirkmächtig wie noch nie waren.

In Österreich steht der 33-jährige Sebastian

Kurz davor, erneut zum

Kanzler gewählt zu werden. In Finnland

übernimmt die 34-jährige

Sanna Marin das Amt der Ministerpräsidentin.

In Neuseeland regiert

seit 2017 die heute 38 Jahre alte Jacinda

Ardern, die nach dem Massaker

in zwei Moscheen von Christchurch

ihr Land entschlossen durch

eine Phase großer Angst und Verunsicherung

führte.

In Deutschland sind die Jungen

noch nicht ganz so weit, aber ihr Einfluss

ist unübersehbar. Man kann

sich über den erst 30 Jahre alten Kevin

Kühnert mokieren, doch dass er

derzeit der mächtigste Mann in der

SPD ist, war in den vergangenen Wochen

unübersehbar. Und nicht nur

das. Indirekt entscheidet er mit darüber,

obDeutschland weiter von einer

großen Koalition regiert wird

oder nicht. Da ist er womöglich sogar

einflussreicher als sein Duzkollege

Paul Ziemiak, der es immerhin mit

34 zum CDU-Generalsekretär gebracht

hat. Unddaist schließlich die

Protestgeneration „Fridays for Future“,

eine Jugendbewegung, die der

Politik den Kampf gegen die Klimakrise

auf die Tagesordnung diktiert

hat. Dasist mindestens vergleichbar

mit dem Einfluss der ruhmreichen

68er-Studentenbewegung.

Wenn wir nun aber in die USA

schauen, sehen wir ein ganz anderes

Bild. Präsident Donald Trump ist 73

Jahre alt, seine mächtigste Gegenspielerin

im Kongress, Nancy Pelosi,

wird im kommenden Jahr 80. Das

Rennen um die Nominierung zum

Präsidentschaftskandidaten der Demokraten

machen fast nur alte Männer

unter sich aus: JoeBiden, 77; Bernie

Sanders,78; MichaelBloomberg,

78. Da wirkt die gerade 30 gewordene

prominente Aktivistin und Kongressabgeordnete

der Demokraten

AlexandraOcasio-Corteztatsächlich

wie eine Besucherin aus einer ganz

anderen Welt. Nun sind bekanntlich

weder Alter noch Jugend ein Verdienst

und sagen allein auch nichts

über Eigenschaften von Personen.

Aber möglicherweise doch etwas

über die Qualität politischer Systeme,

die dem Machterhalt alter reicher

Männer (und sehr weniger

Frauen) dienen, oder sich jungen

Menschen öffnen. Freuen wir uns

also über ein neues Europa.


6 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

11.9.19

11.9.19

▼ 13061,36 (–0,34 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

11.9.19

Stand der Daten: 10.12.2019 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

10.12.19

▲ 64,36 (+0,50 %)

10.12.19

▲ 1,1077 (+0,02 %)

Quelle

10.12.19

aus DAXund MDAX vom10.12.zum Vortag

K+SNA 10,80 +4,10 WWWWWWWWWW

Dialog Semic.NA 44,87 +1,31 WWWW

Fresenius M. C. St. 65,88

+1,26 WWWW

Fuchs Petrolub Vz. 40,34 +1,26 WWWW

MorphoSys 123,80 +1,14 WWWW

Grand City Prop. 20,94 +1,06 WWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 10.12. zumVortag

Wirecard 108,85 WWWWWWWWWWW –4,56

Hella 47,32 WWWWWWWWW –3,55

Lufthansa vNA 16,40 WWWWWWW –2,67

Telefonica Deutschl. 2,70 WWWWWWW –2,63

United Internet NA 29,41 WWWWWW –2,32

1&1 Drillisch 22,28 WWWWWW –2,11

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 10.12. ±% z. 09.12.

Euro Stoxx 50(EU) –0,06

3733/2909 3669,88

CAC 40(FR) +0,12

5967/4556 5844,29

S&P UK(UK) –0,21

1562/1323 1456,29

RTS (RU) – 0,17

1488/1033 1454,28

IBEX (ES) –0,32

9588/8286 9324,20

Dow Jones (US) +0,03

28175/21713 27918,62

Bovespa (BR) –0,67

111453/83892110553,30

Nikkei (JP) – 0,09

23608/18949 23410,19

Hang Seng (HK) –0,14

30280/24897 26471,53

Stx Singap. 20 (SG) –0,54

1657/1395 1602,87

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

netbank

netbank.de 3,59 3,59 3,59

Commerzbank

commerzbank.de 3,25 3,25 3,25

Targobank

targobank.de 3,75 3,75 3,75

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,49 3,69

Pax-Bank

pax-bank.de 3,99 3,99 3,99

ABK Allgemeine Beamten Bank *

030/28535200 4,29 4,29 3,19

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 3,85 3,91 4,00

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Im Frankfurter Bankenviertel sind vieleAktienfonds beheimatet.

Von Jan Mies

Das US-Unternehmen Amazon

überträgt ab der Saison 2021/22

Spiele der Fußball-Champions-

League.DerStreamingdienstAmazon

Prime Video erhielt den Zuschlag für

das Rechtepaket A1, welches die Ausstrahlung

der Toppartien am Dienstagabend

beinhaltet. „Wir freuen uns

auf die UEFA Champions League,

einen der prestigeträchtigsten Club-

Wettbewerbe der Welt“, sagte Alex

Green, der Geschäftsführer vonPrime

Video SportEuropa.

Aktuell und seit der Spielzeit

2018/19 ist die Champions League in

Deutschland ausschließlich bei Sky

und beim Streamingdienst DAZN zu

sehen, für beide Anbieter müssen die

Nutzer bezahlen. Die Frist der Ausschreibung

durch die Europäische

Fußball-Union für die kommende

Staatliche Geldbeschaffung

Durch die Finanztransaktionssteuer dürften Spekulationen kaum unterbunden werden

Von Tim Szent-Ivanyi

Seit Jahren wird inDeutschland

über eine Finanztransaktionssteuer

debattiert.

Nun will Bundesfinanzminister

Olaf Scholz (SPD) Nägel mit

Köpfenmachen.ErhateinenkonkretenGesetzesvorschlagfürdieEinführung

im Jahr 2021 vorgelegt. Die

wichtigsten Details der geplanten

Steuer:

Waswird besteuert?

Die Steuer wird fällig beim Kauf

von Aktien börsennotierter Unternehmen,

die ihren Hauptsitz im Inland

haben und eine Marktkapitalisierung

von mehr als einer Milliarde

Euro aufweisen. Die Marktkapitalisierung

berechnet sich aus der Anzahl

der gehandelten Aktien mal dem

aktuellen Kurswert. In derBundesrepublik

Deutschland sind damit

145 Unternehmen erfasst, beispielsweise

die im Deutschen Aktienindex

(DAX) gelisteten Konzerne SAP,

Daimler oder Lufthansa.

Wie hoch ist die Steuer?

Der Satz beträgt 0,2 Prozent. Ein

Beispiel:WenneinAnlegerAktienzum

Kurswertvon 1000 Euro kauft, muss er

eine Steuer in Höhe von2,00 Euro zahlen.

ZumVergleich:InGroßbritannien

beträgt die Aktiensteuer („Stamp Duty

Reserve Tax“) sogar 0,5 Prozent des

Kurswertes der gekauften Aktien.

Zusammenarbeit: Vereinbartist,dass

die Finanztransaktionsteuer

im Rahmen

der „verstärkten Zusammenarbeit“

nicht nur in

Deutschland, sondernauch

in Österreich, Belgien, Griechenland,

Portugal, der Slowakei,

Slowenien und Spanien

eingeführtwird. In Italien

und Frankreich gibt es

bereits derartigeAbgaben,

die angepasst werden.

Wer muss die Transaktionsteuer zahlen?

Steuerschuldner ist der Käufer der

Aktien. Betroffen sind also nicht nur

Banken oder Versicherungen, sondern

auch Kleinanleger, wenn sie

selbst Aktien erwerben. Sie werden

aber auch dann belastet, wenn sie

zum Beispiel in Aktienfonds investierten.

Denn die Fondsgesellschaften

werden die Steuer aller Voraussicht

nach auf die Anleger abwälzen.

Wird es Ausnahmen geben?

Vorgesehen ist zum Beispiel, dass

die Erstausgabe von Aktien beim

WIEGEHT ES JETZT WEITER?

Richtlinie: Andere Staaten

der Europäischen Union

können, müssen aber nicht

mitmachen. Im Auftrag der

beteiligten Länder hat Bundesfinanzminister

Olaf

Scholz (SPD) nun einen Vorschlag

für eine europäische

Richtlinie vorgelegt. Stimmen

die Staaten zu, kann

die Steuer jeweils durch nationale

Gesetze eingeführt

werden.

Börsengang steuerfrei bleibt. Damit

soll die Kapitalbeschaffung deutscher

Unternehmen sichergestellt

werden.

Wie viel Geld soll mit der Transaktionsteuer

eingenommen werden?

Die Einnahmen werden auf

1,5 Milliarden Euro geschätzt. Vereinbart

ist in der großen Koalition,

dassmitdenErlösendieneueGrundrente

für bis zu 1,5 Millionen Rentner

finanziertwird.

Der Vorwurf lautet, die Steuer belaste

die private Altersvorsorge.

Amazon am Ball

Start: Offen ist aber weiterhin,

ob die Steuer in

Deutschland tatsächlich

rechtzeitig zum geplanten

Startder Grundrente im Jahr

2021 erhoben werden kann.

Denn in der Union gibt es

nach wie vorVorbehalte. Allerdings

ist die Einführung

der Steuer „im europäischen

Kontext“ im Koalitionsvertrag

vonUnion und SPD verankert.

Internetkonzern zeigt in der kommenden Saison einige Topspiele derChampionsLeague

Juve-StarCristianoRonaldo ist bald auch bei Amazonzusehen. FOTO: MARCO ALPOZZI/IMAGO IMAGES

Rechteperiode (2021/22 bis 2023/24)

war Anfang Dezember abgelaufen.

Einzige Ausnahme bei den laufenden

Verträgen wäre ein Endspiel mit

deutscher Beteiligung, das laut Rundfunkstaatsvertrag

zwingend im frei

empfangbaren Fernsehen zu sehen

sein muss. Das ZDF hatte bis 2018

sechs Jahrelang Champions-League-

Spiele gezeigt, ehe die Partien durch

FOTO: DANIEL REINHARDT/DPA

Bei Anlageprodukten beispielsweise

für die Riester-Rente handelt es

sich oft um Aktienfonds.Die betreuenden

Gesellschaften schichten die

Aktien immer wieder um. Da künftig

beijeder Transaktion die neue Steuer

fällig wird, sinkt die Rendite entsprechend.Im

Vergleichmitdenüblichen

Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaften

ist die Steuerbelastung

allerdings eher gering.

Anhänger einer Finanztransaktionssteuer

kritisieren, bei dem Scholz-Modell

handele es sich lediglich um eine

wirkungslose Ministeuer. Was ist damit

gemeint?

Die Idee einer Finanztransaktionssteuer

war ursprünglich, Spekulationen

an den Finanzmärkten einzudämmen,

indem sie unrentabel

gemacht werden. Dasgrundsätzliche

Konzept geht auf den US-amerikanischen

Wirtschaftswissenschaftler

James Tobin („Tobin-Tax“) zurück.

Um dasZiel zu erreichen, hätte man

aber vorallem komplexe Finanzprodukte

wie Derivate besteuern müssen.

Denn gerade mit ihnen wird

massiv spekuliert, weil die Gewinnspannen

hier durch eine HebelwirkungvielhöhersindalsbeireinenAktiengeschäften.

Durch die Beschränkung auf Aktien

dürften Spekulationen kaum

unterbunden werden. Die Steuer

dient damit im Wesentlichen zur

Geldbeschaffung des Staates.

den derzeit laufenden Vertrag hinter

der Bezahlschranke verschwanden.

Besonders groß war die Verärgerung

vieler Fußballanhänger im Mai 2019,

weil nicht einmal der Sieg vonJürgen

Klopps FC Liverpool im Finale gegen

Tottenham Hotspur im Free-TVzusehen

war.Das ZDF scheiterte mit dem

Versuch, zumindest für das Finale

eine Sub-Lizenz zu kaufen, am Veto

vonDAZN.

Im Gegensatz zur Champions

League gibt es derzeit bewegte Bilder

ausderEuropaLeagueimfreizuempfangendenFernsehen.DieRTL-Gruppe

überträgt jeden Spieltag eine Partie

–meistens bei Nitro. Der Streamingdienst

DAZN zeigt für seine Abonnenten

alle Partien des kleinen Europapokals.

Ab2021 kommt die erstmals

ausgespielte Europa Conference

League hinzu, für die ebenfalls die TV-

Rechte ausgeschrieben waren. (dpa)

5G erhöht deutlich

den Stromverbrauch

Dersuperschnelle Mobilfunkstandard5Gwirdden

Stromverbrauch

vonRechenzentren kräftig nach

oben treiben. Nach einer Studie für

den Stromversorger Eonwirdder

Energiebedarfder Rechenzentren

durch 5G um 3,8 Milliarden Kilowattstunden

steigen. Daswäregenug

Strom, um alle 2,5 Millionen

Einwohner der Städte Köln, Düsseldorfund

Dortmund ein Jahr lang zu

versorgen. Rechenzentren gehören

zu den großen Stromverbrauchern.

Derzeit werden dortvon mehr als

zwei Millionen Servernrund13Milliarden

Kilowattstunden Stromin

Wärme umgewandelt und weitgehend

ungenutzt in die Umwelt abgegeben,

heißt es in der Studie. (dpa)

Tarifgehälter steigen

schneller als Preise

Nach Tarifbezahlte Arbeitnehmer

haben im fast abgelaufenen Jahr

2019 höhereEinkommen erhalten

als im Jahr zuvor.Das Plus um

durchschnittlich 3Prozent liege erneut

deutlich über der allgemeinen

Preissteigerung, teilte das WSI-Tarifarchiv

der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung

in Düsseldorfmit. Im

gleichen Zeitraum seien die Verbraucherpreise

um voraussichtlich

1,4 Prozent gestiegen, sodass sich

ein Reallohnzuwachs von1,6 Prozent

ergebe.Dieser stärke den privaten

Konsum und sei damit ein wichtiger

Stabilitätsanker für die gesamtwirtschaftliche

Entwicklung. (dpa)

Schweinepest belastet

Chinas Konjunktur

China kauftjetzt viel Schweinefleisch in

Europa.

FOTO: JENS BÜTTNER/DPA

DieSchweinepest treibt die Inflation

in China in die Höhe.Die Verbraucherpreise

stiegen im November um

4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat,

wie das Statistikamt in

Peking berichtete.Allein die Nahrungsmittelpreise

kletterten um

19,1 Prozent –angetrieben durch

den drastischen Anstieg der Schweinefleischpreise

um 110,2 Prozent.

Seit mehr als einem Jahr grassiertdie

Schweinepest in China, dem weltweit

größten Produzenten und Verbraucher

vonSchweinefleisch. Die

Hälfte des chinesischen Schweinebestandes

vonschätzungsweise

mehr als 300 Millionen Tieren vor

einem Jahr ist der Krankheit bereits

zum Opfer gefallen. (dpa)

Weniger tödliche

Arbeitsunfälle

DieZahl tödlicher Unfälle am

Arbeitsplatz in Deutschland ist im

vergangenen Jahr um 48 auf 453

gesunken. Insgesamt gab es

949 309 meldepflichtige Arbeitsunfälle,0,6

Prozent weniger als im

Vorjahr,wie aus einem Bericht der

Bundesregierung über den Stand

vonSicherheit undGesundheit bei

der Arbeit hervorgeht. Zu Berufskrankheitenwurden

82 622 Verdachtsanzeigen

gestellt, 2848 mehr

als im Vorjahr.Den größten Anstieg

gab es bei der 2015 eingeführten

Berufskrankheit Hautkrebs

durch UV-Strahlung und bei

Schwerhörigkeit wegen Lärm.

21 794 Berufskrankheiten wurden

anerkannt. (dpa)


Leserreisen

LESErrEISEN

INFORMATIONEN UNTER

030 –232766 33

KENNWORT:

BERlINER ZEITUNG

Bulgariens Badeparadies

8Tage Sonne am Schwarzen Meer

Weltwunder Jordaniens

11-tägige facettenreise Erlebnisreise

Einzigartiges Südfrankreich

10-tägige Busreise indie Provence

*

Kinderermäßigung

auf

Anfrage

Besuchen Sie Bulgariens kostspieligstes Tourismusprojekt

aus sozialistischer Zeit. Fernab der langen Strände findet

man die einzigartige grüne Natur Albenas. Lernen Sie die

Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere kennen. Der kilometerlange

Strand lädt zu einem entspannten Tag ein oder

entdecken Sie das große Unterwasserreich.

18.05. –25.05.2020 * |19.09. –26.09.2020

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Linienflug Economy Class mit Austrian Airlines (oder

vergleichbar), Berlin-Tegel -Varna u.z.

•Transfer Flughafen Varna –Hotel u.z.

•7ÜN/HP im 4 * -Hotel Maritim Paradise Blue Albena

•1xBegrüßungscocktail

•Sonnenschirm &2Liegen am Strand/Pool

•Freie Nutzung von Schwimmbad &Fitnessraum

•5%Rabatt auf Behandlungen im „Senses Spa“

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: €210,-

•Meerblick-Zimmer: €30,-

•Ausflüge extra buchbar

©Maritim Hotel Paradise Blue Albena

ab €689,–

p. P. im DZ

Kommen Sie mit uns auf eine besonders spannende Reise:

in das königliche Jordanien. Entdecken Sie antike Stätten

in Amman und auf dem Berg Nebo. Sehen Sie eines der

sieben Weltwunder der Neuzeit in Form der Felsenstadt

Petra. Übernachten Sie in der Wüste Wadi Rum und freuen

Sie sich im Anschluss auf eine Auszeit am Roten Meer und

das Gefühl der Schwerelosigkeit im Toten Meer.

Termine März –November 2020 online

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Direktflug ab Berlin-Tegel mit Royal Jordanian

•10ÜN/F in 4*- und 5*-Hotels und Wüstencamp

•Premium-Ausflugsprogramm mit Felsenstadt Petra

•Jeepfahrt in Wüste Wadi Rum, 1001 Nacht-Barbecuebüfett

•Deutschsprachige Reiseleiterbetreuung

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: €530,-

•9xHP: €90,-

©Fotolia_125190518 Petra

ab €2.029,–

p. P. im DZ

Kommen Sie mit uns auf eine einzigartige Rundreise durch

das sonnige Südfrankreich. Mit dem Bus entdecken wir

historische Städte, wie Lyon, Montpellier und Avignon, mit

prächtigen Bauten aus der Römerzeit. Bestaunen Sie die

unberührte Natur des Languedoc-Roussillon, wie die Cevennen

und Camargue und in der Provence.

Termine April –Oktober 2020 online

Abfahrtstermine in Ihrer Nähe auf Anfrage

Im Preis enthaltene Leistungen:

•An-/Abreise 4-Sterne-Komfort-Reisebus ·

•9ÜN/F in 4 * -Hotels

•3xAbendessen

•Deutschsprachige Reiseleiterführungen

•Ausflugsprogramm mit Pferdeshow

•Dampfzugfahrt, Nugatverkostung, Weinprobe u.v.m.

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: €390,-

•Saisonzuschlag Mai-Oktober: €49,-

•Tourismussteuer: ca. €15,-

©iStock 871336332_Montpellier

ab €1.699,–

p. P. im DZ

Beratung und Buchung: 0345 –225 40 58

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Sachsen-Anhalt-Tours

GmbH, Daniel Vorländer-Str. 4, 06120 Halle (Saale)

Beratung und Buchung: 030 –544 459 62

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Humboldt ReiseWelt

GmbH, Bückebergstr. 26, 31710 Buchholz

Beratung und Buchung: 030 –544 459 62

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Humboldt ReiseWelt

GmbH, Bückebergstr. 26, 31710 Buchholz

St. Petersburg &Moskau

7Tage zu den Städten der Superlative

Rom –Die ewige Stadt

5-tägige Städtereise

Montenegro

8-tägige Standortreise

3%

ABOplus-

Rabatt

3%

ABOplus-

Rabatt

26.06. –02.07.2020 |17.07. –23.07.2020 |

14.08. –20.08.2020

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Flug ab/an Berlin bis St. Petersburg &abMoskau

•Transfers Flughafen -Hotel -Flughafen

•3ÜN/HP im Hotel Moskwa in St. Petersburg

•Zugfahrt von St. Petersburg nach Moskau (2. Klasse)

•3ÜN/HP im 4 * -Hotel im Moskau-Ismailova-Komplex

•Stadtrundfahrt in St. Petersburg und Moskau

•Viele weitere Ausflüge/Eintritte laut Programm

•kleiner St. Petersburg- &Moskau-Reiseführer

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: €300,-

•Touristen-Visum: €100,-

©Elena Belyaeva -Fotolia.com

Diesefaszinierende und erlebnisreiche Kultur-Reise hat geballte

Zeitgeschichte im Gepäck und lässt nichts aus, was

Rang und Namen hat! Freuen Sie sich auf 2Großstädte der

Superlative! Das weltoffene St. Petersburg mit weltbekannten

und prunkvollen Baudenkmälern, königlichen Residenzen

und Museen wird Sie in Ihren Bann ziehen.

ab €1.299,–

p. P. im DZ

14.03. –18.03.2020

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Flug von Berlin-Tegel –Rom u.z.

•Transfers Flughafen –Hotel –Flughafen

•4ÜN/F im genannten Hotel (o. ä.)

•Besuch der Papstaudienz (bei Anwesenheit des Papstes)

•Örtliche, Deutsch sprechende Reiseleitung

•Reiseinformationen (City Guide)

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: €245,-

•Ausflugspaket inkl. aller Eintrittsgelder: €175,-

•Panoramafahrt mit anschl.

Abendessen in einer Trattoria: €75,-

©Dani_pixelio.de

Rom ist eine Kulturstadt deren wundervolle Architektur –

von Päpsten und mächtigen Familien geprägt –anKunstschätzen

nicht zu überbieten ist. An der Stelle, wo der Apostel

Petrus seinen Märtyrertod erlitt, erhebt sich heute der

prachtvolle Petersdom. Jahrtausende römischen Lebens

liegen hier nur einen Steinwurf voneinander entfernt, Vergangenheit

und Gegenwart sind miteinander verwoben.

ab €729,–

Preis p. P. im DZ

Montenegro heißt Sie mit einer zauberhaften Landschaft

von Stränden, Seen, Gebirgen und einem Bilderbuch europäischer

Geschichte willkommen. Entdecken Sie die eindrucksvollen

Naturlandschaften des Skutari-Sees und den

südlichsten Fjord Europas, die Bucht von Kotor. Einsame

Bergdörfer erwarten Sie ebenso wie pulsierende Altstädte

mit mediterranem Flair.

10.05. –17.05.2020 |17.05. –24.05.2020

weitere Termine September, Oktober online

Im Preis enthaltene Leistungen:

•Flug mit Eurowings Berlin-Tegel nach Dubrovnik u.z.

•Transfer Flughafen –Hotel –Flughafen

•7ÜN/HP im 4 * -Hotel Tara (o. ä.)

•Willkommensgetränk, Kurtaxe

•Ausflüge wie beschrieben inkl. Eintrittsgelder

•Örtliche, Deutsch sprechende Reiseleitung

•Reiseunterlagen inklusive Reiseführer (Polyglott o. ä.)

Zusätzliche Kosten p. P.:

•EZ-Zuschlag: ab €175,-

•Zusatzausflug Albanien: €59,-

©MacSun Travel Skopje

ab €999,–

Preis p. P. im DZ

Beratung und Buchung: 0345 –225 40 58

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Sachsen-Anhalt-Tours

GmbH, Daniel Vorländer-Str. 4, 06120 Halle (Saale)

Beratung und Buchung: 030 –23276170

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): wtt Rhein-Kurier GmbH,

Pastor-Klein-Str. 17 a, 56073 Koblenz

Beratung und Buchung: 030 –23276170

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): wtt Rhein-Kurier GmbH,

Pastor-Klein-Str. 17 a, 56073 Koblenz

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.

Berliner Zeitung Leserreisen

LESERREISEN


8 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Meinung

Umweltsenatorin

ZITAT

Rüffel vom

Regierenden

Annika Leister

kritisiert, dass Regine Günther

gerade Symbolpolitik macht.

„Haben wir das Spiel

wirklich 3:1 gewonnen oder

kommt gleich noch der

nächste #VAR?“

Ein Alleingang folgt auf den nächsten:

Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine

Günther (Grüne) dreht kurz vor Jahresende

ganz im Sinne der grünen Basis

noch einmal richtig auf –und wirdjetzt in

zwei Fällen vom Regierenden Bürgermeister

Michael Müller (SPD) gerüffelt

und zurückgepfiffen.

Günthers Endjahresaktionismus fielen

erst mehr als 160 Parkplätze inder Karl-

Marx-Allee zum Opfer –und, viel schlimmer,

ein jahrzehntelanger Bürgerpartizipationsprozess.

Günthers Eingriff kontra

Parkraum und probegrüntem Mittelstreifen

könnte jetzt Folgen haben und die Bewerbung

des Landesdenkmalamts um

Aufnahme der Karl-Marx-Allee in die

Unesco-Welterbe-Liste torpedieren.

Doch Müller verhinderte das am Dienstag

mit einer klaren Ansage: Es gebe für Günthers

Vorgehen keine Rechtsgrundlage.

Sie müsse alle zuständigen Verwaltungen

einbeziehen.

Alleingang Nummer zwei: die Klimanotlage.

Günther zauberte die Vorlage

kurzfristig aus ihrem Haus, zusehen bekam

sie in der Verwaltung kaum einer.

Deswegen mochte der Senat schon vergangene

Woche nicht darüber abstimmen.

Alles Show, schimpften Müllers Senatskanzlei

und sogar einige bei den Grünen,

sinnlos, wenn nicht konkrete Maßnahmen

daran gebunden würden. Zwar

lenkte die Senatskanzlei am Dienstag ein,

zeichnete die Vorlage mit –drängte aber

auch darauf, dass Regine Günther bis Januar

konkrete Maßnahmen zur Behebung

der Notlage nachreicht.

Günther opfert Sach- für Symbolpolitik,

um bei den Grünen Bonuspunkte zu

sammeln. Müller dürfte die Senatorin der

Überflieger-Partei gerne rüffeln –tut es

zurzeit aber auch absolut zu Recht.

Afghanistan

Das Versagen

der USA

Damir Fras

meint, dass die Amerikaner gerade

ein zweites Vietnam erleben.

Wenn es einen Satz gibt, der das Versagen

der USA im Afghanistan-Konflikt

am besten beschreibt, dann ist es dieser:„Wirhatten

nicht die leiseste Ahnung

davon, worauf wir uns einließen.“ So wird

ein pensionierter US-General in Dokumenten

zitiert, die jetzt die Washington

Post veröffentlicht hat. Es ist das peinliche

Fazit aus den spektakulären Papieren, für

deren Herausgabe das Blatt drei Jahrelang

vor Gerichten streiten musste. Der Krieg

dauert nun schon mehr als 18 Jahre.

Zehntausende afghanische Zivilisten und

2400 US-Soldaten starben. DieKosten für

Amerikas längsten Krieg liegen bei mindestens

einer Billion US-Dollar.

Und mit welchem Ergebnis? Die Taliban

sind auf dem Vormarsch. DieKorruption

im Land grassiert. Siewurde zum Teil

erst durch das Vorgehen der US-Armee

geschaffen, wenn auch nicht mit Absicht.

Weder sind afghanische Polizei und Armee

mittlerweile in der Lage, für Sicherheit

im eigenen Land zu sorgen, noch hat

der Einsatz der ausländischen Soldaten

dem lukrativen Opium-Geschäft in Afghanistan

etwas anhaben können.

Was viele Kritiker des Afghanistan-

Krieges seit Langem geahnt haben, ist

nun schwarz auf weiß dokumentiert. Die

US-Präsidenten George W. Bush, Barack

Obama und Donald Trump haben als

Oberbefehlshaber offenbar sich selbst,

vorallem aber der Öffentlichkeit über fast

zwei Jahrzehnte Fortschritte vorgegaukelt,

die es nicht gegeben hat.

Auch im Vietnam-Krieg zog esder Regierungsapparat

in Washington vor, rosige

Beschönigungen zu veröffentlichen

und Misserfolge geheim zu halten. Bisdie

Wahrheit doch ans Licht kam. Dann war

es allerdings schon zu spät.

Schrecklich, dieser Verkehr! Seitdem

Berlin eine Großstadt ist, klagen die

Berliner und ihre Gäste über das

Durcheinander auf den Straßen.

Schon früh wunderten sich Auswärtige, wie

schnell die Einheimischen über die Trottoirs

hetzen. Später ärgerten sich Kutscher über

Radfahrer, weil sie ihnen die Pferde scheu

machten. Als Reaktion verbot die Polizei das

Velozipedfahren in Berlin und forderte ab

1893 vonjedem Radler eine Radfahrerkarte.

Radfahrer und Fußgänger wiederum störten

sich an den immer zahlreicheren Automobilen,

die von Anfang an eine Gefahr für

Leib und Leben darstellten. Allein 1928 starben

in Berlin über 400 Menschen durch den

motorisierten Straßenverkehr, obwohl hier

damals gerade mal 70 000 Kraftfahrzeuge zugelassen

waren. Zum Vergleich: In diesem

Jahr wurden bislang 35 Menschen im Berliner

Straßenverkehr getötet –bei mehr als 1,4

Millionen Kraftfahrzeugen, deren Kennzeichen

mit dem großen Bwie Berlin beginnt.

Technisch und medizinisch hat sich viel

verbessert. Für die psychologischen Aspekte

des Verkehrs gilt das allerdings nicht. Seit der

Frühzeit, als der Homo sapiens begann, gegenüber

anderen ZweibeinernAreale zu verteidigen,

hat sich wenig verändert. Fast jeder

Berliner kann Geschichten erzählen, die eine

gemeinsame Feststellung farbig illustrieren:

Das Klima auf den Straßen ist nicht besser

geworden. Längst nicht immer werden dabei

nur die Kraftfahrer ins Visier genommen, die

andere Verkehrsteilnehmer gefährlich dicht

schneiden, vor Grundschulen im Halteverbot

stoppen und mit laut röhrenden getunten

Boliden Anwohnerndie Ruhe rauben.

Nein, immer öfter werden auch jene kritisiert,

die sich im Zeichen der Erderhitzung

zu Recht auf der richtigen Seite wähnen –die

Schon kurz nach den Herbstferien beschloss

ich, mich dieses Jahr in der Adventszeit

endlich einmal nicht so hetzen zu

lassen. Niemals wieder ratlos in einem Laden

herumstehen und dann irgendetwas

Unverbindliches kaufen –nur um die gleichen

Weleda-Produkte in der Gegenlieferung

am Weihnachtsabend selbst unter dem

Tannenbaum zu finden! Zeitersparnis ist das

höchste Gutfür alle: Es soll wenigstens unter

Erwachsenen diesmal keine Geschenke geben

müssen!

Im Oktober wollte ich damit allerdings

noch nicht gleich hausieren gehen. Dashätte

ja gewirkt, als dächte ich, die anderen seien

ganzjährig mit dem Gedanken an Weihnachtsgeschenke

für mich befasst. Ichwürde

das Thema im November ansprechen. Und

vielleicht lieber nur gegenüber der Familie,

damit nicht der Eindruck entstehe, ich erwartete

Geschenke vonFreunden geradezu.

Meine Mutter fand den Vorschlag sehr

gut, als ich am Wochenende des ersten Advents

mit ihr telefonierte.Die veganen Kekse,

die sie gerade für mich backte,würde sie mir

dann eben sofortschicken, ich selber würde

ohnehin kaum zum Backen kommen, bei allem

den Stress,den ich wohl hätte.

Auch meine Schwester fand die Idee hervorragend,

obwohl wir uns doch am vierten

Advent alle auf halber Strecke treffen würden,

in Bamberg, und die Päckchen diesmal

leicht hätten austauschen können. Aber es

sei wirklich viel besser, wenn wir dann einfach

gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt

Mobilität

Täglicher

Zorn

Peter Neumann

fragt sich, wie sich das Klima

auf den Berliner Straßen bessernkönnte.

Radfahrer. Wobei diejenigen, die sich über

Rücksichtslosigkeit, halsbrecherische Fahrmanöver

oder die offenkundige Todessehnsucht

vonRadfahrernbeschweren, oft selbst

gern mit Pedalkraft unterwegs sind. Vorallem

aber sind es meist Fußgänger, die sich

von der auffallenden Regelindifferenz von

Radlernbelästigt oder gar gefährdet fühlen.

Es ist ja nicht so, dass ausnahmslos jeder

Berliner gleich laut wird, wenn ihm auf dem

Gehweg ein Zweirad entgegenkommt –zum

Beispiel, weil sich der Mann oder die Frau

auf dem Sattel kein Kopfsteinpflaster zumuten

will. Wenn das Rad aber unangemessen

schnell auf dem Bürgersteig an Senioren

oder Kindern vorbeisaust, dürfen sich die

Radler oder Radlerinnen über Kritik nicht

KOLUMNE

Einmal dem

Geschenkewahn

entkommen!

PetraKohse

Feuilleton-Redakteurin

gingen und uns dort etwas gönnten. Mit gemischten

Gefühlen strich ich meine Schwester

und meine Mutter samt den dazugehörigen

Männern von meiner Weihnachtsliste,

nahm mir aber vor, vielleicht eine selbst gemachte

Kleinigkeit mit nach Bamberg zu

nehmen, kein Weihnachtsgeschenk natürlich,

aber so etwas wie ein Mitbringsel.

Einige Tage nach dem Telefonat mit meiner

Mutter kam eine Mail von ihr. Welches

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

mokieren –auch wenn sie sich oft trotzdem

darüber zu wundern scheinen. Dass sie auf

Gehwegen nur zu Gast sind, scheint zu vielen

Radfahrernweiterhin nicht einzuleuchten.

So ist es nachvollziehbar, dass die Fußgängerlobby

Verkehrsplaner aufmerksam

beobachtet. Wo werden Gefahren in Kauf genommen

oder sogar neu geschaffen? Aktuell

wirdkritisiert, dass die geplante Radschnellverbindung

vomTiergarten zur Landsberger

Allee mitten durch das Gewusel am Brandenburger

Torund über den Pariser Platz

führen soll. Konflikte werden befürchtet.

Wobei dieser Bereich aber kein Beispiel

für eine besonders gefährliche Zone ist: Auch

wenn Touristen Schocks erleben, wenn wieder

mal ein Berliner Radfahrer dicht an ihnen

vorbeizischt –als Unfallschwerpunkt ist

dieser Teil von Mitte nicht bekannt. Außerdem

stellt sich die Frage,obeseine praktikable

Umleitung gäbe,die Radfahrer auch nutzenwürden.

Unddalautet die Antwortnein.

Ob sie im Parlament oder am Stammtisch

stattfindet: In jeder verkehrspolitischen Debatte

gibt es den Drang, die individuell bevorzugte

Art der Fortbewegung zu verabsolutieren.

Dabei profitieren auch Fußgänger

und Autofahrer davon, wenn sich mehr Verkehr

aufs Fahrrad verlagert. Im konkreten

Fall ist klar, dass die Radtrasse diese Route

nehmen muss. Schon heute ist Unter den

Linden velomäßig viel los.GuteInfrastruktur

kann Druck aus dem Kessel nehmen. Hier

sollten sich die Verantwortlichen profilieren,

hier sind die größten Defizite abzubauen.

Klar ist: Die Debatte bleibt unübersichtlich,

und sie wird weiterhin gegenseitiges

Verständnis fordern. Wasimtäglichen Umgang

ebenfalls unabdingbar ist: Bitte mal die

Luft anhalten und warten, bis der Zorn vorüber

gerauscht ist. Auch wenn es schwerfällt.

meine Lieblingsmarmelade sei. Und obich

immer noch Yoga mache. Sie habe in der

Stadt etwas gesehen und da sie ja jetzt sowieso

ein Päckchen schicke, könne ruhig

noch etwas mehr hinein. Aber nicht dass ich

das missverstehe: das sei nur ein adventlicher

Gruß.

Am gleichen Abend machte ich nach der

Arbeit einen Abstecher ins Reformhaus, um

Zutaten für eine Körpercreme zu kaufen, die

man sehr leicht selbst herstellen kann, wie

ich auf smarticular.net gelesen hatte, ein

Link, den ich –weniger Plastik im Badezimmer!

–von einer Freundin bekommen hatte.

Mit mehreren medizinisch aussehenden,

aber als Aufbewahrungsboxen sicher hübsch

zweitzuverwertenden Plastikbehältern kam

ich nach Hause und schickte, weil ich heute

keine Zeit zum Kochen habenwürde,meine

Tochterzum Chinesen.

Da ich mich bereits mit der doch gar nicht

so einfachen Cremezubereitung befasste und

sie nebenbei mit Bekannten aus der„Fridaysfor-Future“-Gruppe

chattete, vergaß sie leider,

eigene Behältnisse mitzunehmen,

brachte dafür aber außer der Essenstüte voller

Aluschalen auch zwei Päckchen und ein großes

Paket mit, die beim Nachbarnfür uns abgegeben

worden waren. Das Paket war von

meiner Mutter, die Päckchen von Freundinnen,

auf einem kleben goldene Sterne …

Die Creme ist okay geworden. Aber es ist

nicht genug. Ichmuss mehr Zutaten kaufen.

Vielleicht noch jeweils ein Buch dazu. Und

irgendetwas für die Männer.

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender

des VfB Stuttgart, auf Twitter nach dem Sieg seiner

Mannschaft gegen Nürnberg. Dem VfB wurden

innerhalb von acht Tagen fünf Tore durch den

Video Assistant Referee (VAR) aberkannt.

AUSLESE

Hintertürchen für

russische Athleten

Die Doping-Strafe gegen Russland beschäftigen

die Zeitungen.Vielen geht

sie nicht weit genug. So schreibt die Stuttgarter

Zeitung: „2018 durften im südkoreanischen

Pyeongchang immerhin 168

Russen unter der Bezeichnung ‚Olympic

Athletes from Russia‘ unter neutraler

Flagge starten, darunter auch der Curler

Alexander Kruschelnizki, der dann doch

als Doper überführt wurde.“ Nun drohe

dieses Szenario erneut. „Die massive Manipulation

vonLabordaten, die nun sanktioniert

wird, zielte ja genau darauf ab,

möglichst viele Betrüger reinzuwaschen.

Diese Dopingsünder, denen nun nichts

mehr nachzuweisen ist, mischen im Kreis

der vermeintlich sauberen Athleten weiter

munter mit –auch bei Olympischen

Spielen. ... Wasfür eine Farce!“

Ähnlich sieht es auch die Neue Zürcher

Zeitung.„Wasauf den ersten Blick wie ein

entschiedenes Durchgreifen der Sportwelt

gegen eines ihrer renitenten Mitglieder

klingt, ist bei genauerem Hinsehen

nicht viel mehr als ein Papiertiger“,

schreibt das Blatt. „Die russischen Athleten

werden in Tokio um Olympiamedaillen

kämpfen. Die russischen Fußballer

werden an der Euro im kommenden Sommer

teilnehmen. Die russische Stadt

Sankt Petersburg wird Schauplatz von

dreiVorrundenspielen und einemViertelfinale

sein. DieWada hat den Russen genügend

Hintertüren offengelassen, um

die Sanktion zu umgehen und das Gesicht

zu wahren.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

Chefredakteur: Jochen Arntz (ViSdP).

Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft):

Tobias Miller,Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report:Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: UweDulias, Marco Fenske.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen, Moskau: Stefan Scholl,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@berlinerverlag.com

Berliner Verlag GmbH, Geschäftsführer:Holger Friedrich, Dr.Michael Maier.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Anzeigen: BVZ Berliner Medien GmbH, Dr.Michael Maier.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,

Geschäftsführer Steffen Helmschrott

Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin,

Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt

monatlich 18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf

(Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und

Entschädigungsanspruch. Erfüllung und Gerichtsstand Berlin-Mitte.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keine Haftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2018 in Berlin und

Brandenburg täglich 274 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 – S eite 9

·························································································································································································································································································

Berlin

Auch das noch!

Im Umland steigen

die Mieten

Seite 12

Abschied: Sigrid Nikuttas letztes Interview als Chefin der BVG Seite 10

Ankunft: Nach Tesla will auch BASF in Brandenburg investieren Seite 17

Stadtbild

Ehrlich währt

am längsten

Torsten Landsberg

geht die Post ab.

Vor ein paar Tagen stand der Flur

voller Pakete.Waren alle für verschiedene

Nachbarn. Der Paketbote

hatte geklingelt und behauptet, von

den anderen sei keiner zu Hause.

Undweil das einmal so gut geklappt

hat, machte er es am nächsten Tag

einfach genau so. Nein zu sagen ist

blöd, das würde den Nachbarn den

Empfang ihrer Pakete erschweren –

und der Stress der Zusteller ist sowieso

allgemein bekannt, zur Weihnachtszeit

allemal.

Manchmal dauert esaber wirklich

lange, bis alle Pakete abgeholt

werden, einmal gar zwei Wochen.

Dieses Mal hingegen war erstaunlich,

dass manche Nachbarnsich mit

dem Boten fast die Klingel in die

Hand gaben und betonten, sie seien

doch selbst zu Hause gewesen, hätten

sogar dringend auf das jeweilige

Paket gewartet. Es schwingt ein vorwurfsvoller

Ton mit, der fast ein

Schuldgefühl für die Paketannahme

hervorruft, für die Komplizenschaft

mit dem Boten.

Tags darauf lässt sich ein Gang zur

Postfiliale trotz Weihnachtszeit nicht

vermeiden. DieSchlange ist nur halb

so lang wie erwartet und reicht nicht

mal bis nach draußen auf den Gehweg.

Einer jungen Frau wird die Tür

aufgehalten, als sie die Filiale verlassen

will. Sie muss wohl ein Expat

sein, denn sie sagt „Thank you“. In

einer internationalen Metropole erübrigt

sich das Erlernen selbst des

Grundvokabulars.

Kurz darauf sieht der Mann am

Ende der Schlange einen Paketboten

mit Fracht auf den Eingang zusteuern

und öffnet ihm die Tür. Der

geht stur vorbei und bedankt sich in

überhaupt keiner Sprache. Aneiner

Wand steht eine Kommode mit Zebramuster,

darauf eine Thermoskanne,

eine Packung H-Milch, Zucker

und Becher, darüber hängt ein

Spiegel, der den Inhalt, nun ja, anpreist:

„Mittelguter Kaffee“, daneben

ein Smiley.

Ehrlich währt amlängsten. Niemand

rührt den Kaffee an. Immerhin

ist er kostenlos,was für die wirklich

zeitfressenden Zusatzangebote

der Post nicht gilt. Bis heute ist unklar,warum

man mit Post und Paket

in einer Schlange warten muss,

während andere Leute Geld abheben.

Man gibt doch seine Pakete

auch nicht in einer x-beliebigen

Bankfiliale auf. Während dieser

Überlegung spielt eine Kundin

Lotto, was keine Metapher ist, sie

gibt gleich ihren Spielschein ab.Der

Preis für Einwurfeinschreiben ist

seit dem vergangenen Jahr übrigens

um 15 Cent gestiegen.

Pakete, Pakete, Pakete: Nie wurde so viel

bestellt wie heute.

IMAGO IMAGES

Blick in das Becken des Forschungsreaktors, der mit niedrig angereichertem Uran betrieben wurde. Mit dem blauen Leuchten ist es nun für immer vorbei.

Atomkraft adieu

Der Reaktor BER II wird am Mittwoch abgeschaltet. 46 Jahre lang wurde dort mit Neutronen geforscht

VonUta Deffke

Noch leuchtet das Wasser

im Reaktorbecken blau.

Es ist eine –ungefährliche

–Folge der Kernspaltung,

die im Reaktorkerneinige Meter

unterhalb der Wasseroberfläche abläuft.

Zugleich ist es ein faszinierender

Anblick, der sich Besuchern des

Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB)

für Materialien und Energie durch die

Glasscheiben der Leitwarte bietet.

Vondort haben die Techniker alle

Prozesse im Blick, die mit dem Betrieb

des Reaktors BER II zusammenhängen:

In 31 Brennstäben, zusammen

ein Würfel von nicht einmal einem

Meter Kantenlänge, wird

schwach angereichertes Uran 235 gespalten.

Das setzt unter anderem

Neutronen frei, die weitere Kerne

spalten. DieKettenreaktion wirdvom

umgebenden Wasser kontrolliert. Es

bremst die Neutronen ab und erwärmt

sich dabei auf etwa 40 Grad

Celsius.KeinVergleich also mit Atomkraftwerken,

die zur Energieerzeugung

heißen Dampf produzieren.

Die Messplätzewaren begehrt

So lief es in dem Reaktor in Wannsee

seit Jahrzehnten. Zuverlässig lieferte

er den ForschernNeutronen. Siesind

–neben den negativ geladenen Elektronen

und den positiv geladenen

Protonen – die Kitt-Teilchen des

Atomkerns.Und unter Physikernsehr

begehrt. Denn Neutronen können

zur Erforschung der Struktur und Eigenschaften

von Materie genutzt

werden. Dazu werden sie auf Proben

geschossen und anschließend in ihrer

räumlichen Verteilung oder Geschwindigkeit

analysiert.

DieNeutronen werden über spezielle

Spiegel aus dem Reaktor herausgeleitet

und über Rohreindie Experimentierhallen

geführt. Bis zur Stilllegung

wurde dort eifrig gemessen –

dieses Jahr kamen nochmal 600

Teams aus aller Welt. Sie buchten einen

Messplatz nach ihren Bedürfnissen:

mit besonderer Kühlung oder

Heizung, mit Magnetfeld oder speziellem

Detektor.

DerReaktor: Der ForschungsreaktorBER

II des

Helmholtz-Zentrums Berlin

(HZB) war 46 Jahre lang in

Betrieb.Erlieferte Neutronenstrahlung.Neutronen

sind

ungeladene Teilchen, mit denensich

Material untersuchen

lässt. Mankann sie wie

einen Lichtstrahlbündeln.

UNGELADENE TEILCHEN

Die Experimente: Chemiker,

Physiker,Biologen, Mediziner

und Archäologen haben

den BER II genutzt. Etwa um

neuartigeSolarzellen zu untersuchen,

Lupinenwurzeln

beim Trinken zu beobachten

oder um verborgene Farbschichten

in historischen Gemälden

sichtbar zu machen.

Die Alternative: Viele Experimente

werden nun an anderen

Neutronenquellen fortgeführt–künftig

auch im

schwedischen Lund, wo zurzeit

die großeneue Europäische

Spallationsquelle ESS

entsteht. Das HZB hat entsprechende

Kooperationsverträgegeschlossen.

Doch nun ist Schluss. Seit 2013

steht fest, dass der BER II im Jahr 2019

abgeschaltet wird. Immer wieder

hatte es,nicht zuletzt seit Fukushima,

Proteste der benachbarten Bevölkerung

gegeben und Ängste um die Sicherheit.

Weniger aufgrund des laufenden

Betriebs, sondern weil man

denReaktor als potenzielles Ziel eines

Anschlags sah, etwa mit einem gezielten

Flugzeugabsturz.

Dembegegneten dieVerantwortlichen

mit Informationskampagnen

und möglichst großer Transparenz.

Hauptgrund für den Beschluss zur

Abschaltung waren allerdings die hohen

Kosten, die mit dem Betrieb verbunden

sind, wie HZB-Sprecherin

Ina Helms erläutert: „Mit dem Synchrotron

Bessy II am Standort in Adlershof

und dem Reaktor in Wannsee

auf Dauer zwei Großanlagen zu betreiben,

ist für ein Forschungszentrum

nicht zu leisten.“ Künftig wird

man sich am HZB auf die Weiterentwicklung

von Bessy II und die Forschung

mit seinem speziellen Synchrotron-Licht

sowie auf die Erforschung

von Energiematerialien etwa

für Solar- oder Brennstoffzellen und

Batterien fokussieren.

Unterdessen plant Reaktorleiter

StephanWelzel mit seinem Team die

Stilllegung der Anlage und ihren

Rückbau –und das ist eine langwierige

Angelegenheit. DerGrundantrag

wurde 2017 gestellt. Weil Teile radioaktiv

belastet sind, müssen besondere

Genehmigungen beantragt, Sicherheitsvorkehrungen

getroffen

und spezielle technische Verfahren

eingesetzt werden.Und schließlich ist

für den hoch radioaktiven Abfall –

mangels Endlager –eineZwischenlagerung

in Lubmin bei Greifswald vorgesehen.

Schwach- und mittelradioaktiver

Abfall wirdimSchacht Konrad

bei Salzgitter endgelagert. „Dorthin

soll aber so wenig Volumen wie möglich

transportiert werden“, betont

Welzel.

Alle diese Vorbereitungen werden

von einer Dialoggruppe begleitet, in

der sich seit knapp zwei Jahren 15 bis

20 Bürgerinnen und Bürger einmal

pro Monat treffen. Alle zwei Monate

sind auch Experten des HZB dabei.

Man berät über Bedenken, Verfahrensschritte

und vertrauliche Dokumente.

Für die Umweltverträglichkeitsprüfung

muss zum Beispiel festgelegt

werden, was geprüft werden

soll:Wasser,Boden,Luft, sowie Lärmbelästigung,

Verkehrszuwachs und

Gefährdung von Tieren durch den

Abtransportvon Anlagen oder Abfall.

Bis die Genehmigung erteilt ist

und die Rückbauarbeiten beginnen

können, werden noch einige Jahre

vergehen. Welzel rechnet nicht vor

2023 damit. Dann wirdeswohlRaum

für Raum gehen. Zunächst sollen die

Einbauten der äußeren Hallen demontiert

werden, danach die in un-

HZB/BERNHARD LUDEWIG

mittelbarer Nähe zum Reaktor. Und

schließlich der Reaktor selbst.

Jedes abgebaute Teil muss vermessen

und strahlentechnisch bewertet

werden. Gegebenenfalls ist

eine Dekontamination hilfreich:

Hierfür reicht es manchmal, die

Oberfläche abzuwischen, ansonsten

kann sie abgeschliffen oder in unterschiedlich

belastete Fraktionen zerlegt

werden. Für solche Arbeiten werden

Spezialisten engagiert. Bevor ein

Teil das Gelände verlässt, muss es freigemessen

und –jenach Grenzwert

für die Weiternutzung oder Lagerung

–inden entsprechenden Stoffstrom

einsortiertwerden.

Deraufwendigste Teil wirddie Demontage

des Reaktorbeckens. Die

Brennelemente werden bereits nach

etwa einem Jahr Abklingzeit per Castor-Behälter

ins nordrhein-westfälische

Ahaus transportiert. Dieübrigen

Einbauten wie Halterungen, Rohre,

Stangen, die Neutronen-Spiegel werden

mit Fernhantierung ausgebaut,

zerlegt und in Kisten verpackt –unter

Wasser, das so weiterhin als Abschirmung

gegen Strahlung dient.

Stilllegung dauertJahre

Ganz zum Schluss soll die bis zu zwei

Meter dicke Betonwanne von oben

abgetragen werden. Auch hierbei gilt

es, die besonders kontaminierten

Teile möglichst genau zu identifizieren,

um dieAbfallmengen fürKonrad

so gering wie möglich zu halten. Für

all diese Rückbauarbeiten wird in den

kommenden mindestens zehn Jahren

auch weiterhin die Kompetenz

desTeams gebraucht, das bislang für

densicheren Betrieb derAnlagen verantwortlich

war.

Bei einigen Wissenschaftlern kam

dieser Tage Wehmut auf. „Bei mir

nicht“, sagt Welzel. „Der Rückbau gehört

genauso zu meiner Mission wie

der sichere Betrieb und die regelmäßige

Wartung.“ Dafür wurde der Reaktor

regelmäßig für eine Woche heruntergefahren.

Diesen Mittwoch um

14 Uhr wird die Kernspaltung in

Wannsee ein letztes Mal gestoppt.

Unddas blaue Leuchten im Reaktorbecken

für immer erlöschen.

NACHRICHTEN

Neukölln sichertzwei

Häuser über Vorkaufsrecht

DasBezirksamt Neukölln hat in zwei

Fällen das Vorkaufsrecht ausgeübt.

Nunseien die Entscheidungen

rechtssicher,teilte das Amt am

Dienstag mit. Diebeiden Häuser am

Kottbusser Damm 78/Pflügerstraße

82 und in der Sonnenallee 154 gehen

damit in den Besitz der städtischen

Wohnungsbaugesellschaft Stadt und

Land über.Bereits im März2018 bzw.

Januar 2019 hatte der Bezirkdas Vorkaufsrecht

gezogen. DieVerkäufer

hatten im Fall der Sonnenallee Widerspruch

eingelegt, in dem anderen

Klage vordem Verwaltungsgericht

Berlin eingelegt. Zu einem Gerichtsprozess

aber kam es nicht, weil die

Verkäuferin vondem alternativen

Kaufvertrag zwischen Privaten Abstand

nahm, teilte das Bezirksamt

der Berliner Zeitung mit. (ann.)

Neue Chance für das

Flussbad

Berlin ist der Idee eines Flussbads in

seiner historischen Mitte ein Stück

näher gerückt. DerSenat hat am

Dienstag eine Freitreppe beschlossen,

die vomSchlossplatz zum

Spreekanal hinunterführen soll. Die

Treppe am Südwestufer des Kanals,

die bei ausreichend sauberem Wasser

ein Baden ermöglichen könnte,

gehörtzur Festlegung des Stadtumbaugebiets

„Umfeld Spreekanal“,

teilte der Senat mit. DasGebiet erstreckt

sich vonder Fischerinsel bis

zur Monbijoubrücke.Für Planung

und Bauder Treppe„Schlossfreiheit“

am Humboldt Forumstehen Mittel

aus einem Bundesprogramm zur

Verfügung. Vorgesehen für die 38

Meter breite Treppe mit Sitzstufen

waren sechs Millionen Euro. (dpa)

Deutlich mehr Touristen

als im Vorjahr

DerTourismus in Berlin ist im ersten

Halbjahr dieses Jahres erneut gestiegen.

Rund 16,2 Millionen Gästeübernachtungen

zählte die Hauptstadt

zwischen Januar und Juni, wie aus

dem Konjunkturbericht der Senatsverwaltung

für Wirtschaft hervorgeht.

Daswaren rund 804 000 Übernachtungen

oder 5,3 Prozent mehr

als im selben Zeitraum desVorjahres.

Davonprofitierten vorallem Hotels

und Herbergen, die ihreUmsätzeum

3,6 Prozent steigernkonnten. In der

Gastronomielegten die Erlöse im

ersten Halbjahr um 2,4 Prozent zu.

Auch die meisten anderen Wirtschaftszweige

konnten zufrieden auf

die ersten sechs Monate zurückblicken.

Einzig im Baustagnierten die

UmsätzeimVergleich zum Vorjahreszeitraum.

DieAuftragseingänge

gingen bezogen auf Betriebe mit

mindestens 20 Beschäftigten um 8,5

Prozent zurück. (dpa)

Zwei von 16 Millionen: So viele Übernachtungen

zählte Berlin bis Ende Juli. IMAGO


10 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Noch erinnert das Chefinnenzimmer

bei den Berliner

Verkehrsbetrieben

(BVG) aneinen Kinderspielbereich.

Doch die Busmodelle,

die Playmobil-Gleisbauer und die

anderen Sammlerstücke werden

nicht mehr lange auf dem Sideboard

stehen. Die Frau, die das größte

kommunale Verkehrsunternehmen

Deutschlands mehr als neun Jahre

als Vorstandsvorsitzende geführt

hat, leitet von Januar an DB Cargo.

Siegehe mit Wehmut, sagt Sigrid Nikutta.

„Lange würde ich das Gefühl

des Abschieds nicht ertragen, weil

mich das schon emotional angreift.“

Ehrlich gesagt, ich kann nicht verstehen,

warum SiezuDBCargo gehen –

einem Unternehmen mit wachsendem

Defizit und großen Qualitätsproblemen,

sinkendem Marktanteil

und häufig wechselndem Chefpersonal.

Warum tun Siesich das an?

Das sind 1:1 dieselben Formulierungen,

die ich mir anhören musste,

kurz bevor ich 2010 zur BVG kam.

Chefin vonDBCargo zu sein, ist eine

der größten Herausforderungen, die

es in Deutschland gibt, und das reizt

mich. Außerdem kenne ich das Unternehmen

bereits. Ich war zehn

Jahre dort, bevor ich zur BVG kam

und hier weitere wichtige Erfahrungen

sammeln konnte.

Sie haben ja schon das eine oder andereMal

probiert, zur Bahn zu wechseln.

Ist Ihr jetziger Weggang nicht

auch eine Flucht vor Dingen, die Ihnen

in Berlin auf die Nerven gehen?

„Das eine oder andere Mal probiert“

stimmt so nicht. Ich habe

mich nicht beworben, ich bin gefragt

worden! Zu Ihrer Frage: Ich wäre

gern bei der BVG geblieben, weil die

Verkehrswende in Berlin gerade in

eine extrem spannende Phase

kommt. DieElektrifizierung des Busverkehrs

hat begonnen, das wirdunumkehrbar

sein. Im gesamten Unternehmen

haben wir die Grundlagen

dafür geschaffen, weiter zu

wachsen. Als ich bei der BVGanfing,

hatten wir im Konzern rund

12 000 Beschäftigte, heute sind es

15 000. WasunsereFlotte anbelangt,

haben wir umfangreiche Rahmenverträge

vorbereitet, die uns die

Möglichkeit geben, bei den Herstellernsoviele

neue Bahnen und Busse

abzurufen, wie wir brauchen. Diese

Strategie ist weltweit einmalig.

Der Zustand der U-Bahn ist bei Ihrem

Abschied nicht der beste. Die

Flotte ist zu klein und überaltert.

Es stimmt nicht, dass die BVG

nicht rechtzeitig reagiert hat. Noch

vor meiner Zeit wurde entschieden,

für das Großprofil, die Linien U5 bis

U9, keine neuen Züge zu kaufen,

sondern die alten zu sanieren. Damals

ging die U-Bahn-Mannschaft

noch davon aus,dass das bei allen älteren

Fahrzeugen möglich ist. Später

stellte sich aber heraus,dass das viel

anspruchsvoller war als erwartet –

und bei vielen Wagen nicht möglich.

Inzwischen haben wir viele neue

Züge angeschafft und den Kauf weiterer

Wagen vorbereitet. Die Werkstätten

wurden personell massiv aufgestockt.

DieSituation ist herausfordernd,

aber wir gehen gut damit um.

Es gibt aber auch Themen, die wir

nicht beeinflussen können. Das

Thema Graffiti ist echt ein Ärgernis.

2018 fielen 21 000 Kilometer aus, weil

U-Bahnen vonGraffiti befreit werden

mussten, in diesem Jahr waren es allein

bis Ende September rund 50 000.

Wiewollen Sieden Trend stoppen?

Wirrüsten jetzt massiv hoch, was

die Überwachung der Abstellanlagen

bei der U-Bahn angeht. Zum einen

hat die BVG damit begonnen,

auch dort die Videotechnik auszubauen.

Zum anderen haben wir dafür

gesorgt, dass bestimmte Abstellbereiche

dauerhaft von Sicherheitskräften

bewacht werden. Wirüberlegen

außerdem, ob wir in einer

weiteren U-Bahn-Werkstatt eine Anlage

einrichten, in der Schmierereien

beseitigt werden können –was übrigens

extrem umweltschädliche Chemikalien

erfordert. Eine solche Anlage

haben wir nur in Grunewald.

Wirplanen eine weitereinBritz.

„Meckern

gehört zum

Berliner

Charme“

Vorihrem Weggang spricht

BVG-Chefin Sigrid Nikutta über den

Zustand der U-Bahn, den künftig

möglichen 90-Sekunden-Takt

und warum der Berlkönig

in ganz Berlin fahren soll

„Urban Jungle“: So heißt das bunt gefleckte Muster,das viele Sitzbezüge von BVG-Fahrzeugen ziert. Sigrid Nikutta nutzt es auch als Halstuch-Design.

Schönlein-, Heinrich-Heine-, Bismarckstraße

und viele andere U-

Bahnhöfe sehen schrecklich aus.

Die U-Bahn ist in einem guten,

betriebssicheren Zustand. Die BVG

hat ihreInvestitionen in den vergangenen

Jahren verdoppelt, und wir

haben große Programme für unsere

Tunnelanlagen, für die in den kommenden

Jahren insgesamt rund anderthalb

Milliarden Euro vorgesehen

sind. Die U-Bahnhöfe, die Sie genannt

haben, stehen alle zur Modernisierung

an. Doch wir können sie

nur nacheinander modernisieren,

denn auch Baukapazitäten sind endlich.

Die Preise steigen, und die Anforderungen

werden immer höher.

Finden Sie, dass die Berliner zu viel

über die BVGmeckern?

Meckern gehört zum Berliner

Charme. Allerdings können die Berliner

auch vergleichen. Wermal woanders

gelebt hat oder im Urlaub

war, der sagt: Eigentlich ist unser

System doch schon sehr gut. In

China habe ich viele neue U-Bahnhöfe

und -Züge gesehen, doch meist

stellt die U-Bahn dort ihren Betrieb

gegen 22.30 Uhrein und beginnt erst

um 6Uhr. Den Anspruch, dass die

Fahrgäste rund um die Uhr überall

hinkommen, haben die meisten anderen

Städte nicht. Weltweit kann

sich die BVGinallem sehen lassen.

Neun Jahre Chefin: Seit Oktober

2010 ist Sigrid Nikutta

Vorstandsvorsitzende der

BVG. Bis vorkurzem war

sie auch Betriebsvorstand.

In der Firmengeschichte,

die 1929 begann, ist sie

die erste Frau an der Spitze.

Apropos andereStädte: Werden künftig

auch in Berlin U-Bahnen autonom,

ohne Fahrpersonal, verkehren?

Ein autonomer U-Bahn-Betrieb

kann sinnvoll sein, wenn man Neubaustrecken

von Anfang an darauf

auslegt. Bei bestehenden Strecken

wüsste ich dagegen nicht, was eine

Umstellung auf fahrerlosen Betrieb

bringen sollte. Die neue Sicherungstechnik

oder die Wände, die Bahnsteige

vom Gleisbereich trennen,

würden kostspielig. Warum sollte die

BVG soviel Geld ausgeben? Unsere

Fahrgäste wollen, dass es in jedem U-

Bahn-Zug Fachpersonal gibt, das sie

sicher durch die Stadt bringt und das

im Notfall richtig reagieren kann. Bei

der Berliner U-Bahn werden wir immer

Fahrerinnen und Fahrer haben.

Wird es stattdessen eine andere neue

Technik in der U-Bahn geben?

Voraussichtlich von 2025 an werden

wir die Linien U5 und U8 schrittweise

auf die automatische Sicherungstechnik

CBTC umbauen. Diese

Abkürzung steht für Communication-Based

Train Control. Diese

Technik sorgt dafür, dass auf beiden

Strecken künftig alle 90 Sekunden

eine U-Bahn fahren kann. Sie unterstützt

das Fahrpersonal, das es bei

der BVG weiterhin geben wird.

Heute sagen die Signalanlagen, was

zu tun ist, künftig kommunizieren

die U-Bahnen untereinander.

Schon für das, was jetzt zu tun ist,

fehlen Geld, Planungs- und Baukapazitäten.

Trotzdem setzen Sie sich

ERSTE FRAU AN DER SPITZE

Bessere Bilanz: 2010 stand

am Ende der BVG-Konzernbilanz

ein Minus von78Millionen

Euro, 2018 ein Plus

von13Millionen Euro. Die

Zahl der Fahrgäste pro Jahr

stieg von922 Millionen auf

mehr als eine Milliarde.

Lob und Kritik: Marketingaktionen

haben das Image

verbessert. Bemängelt wird,

dass der Betrieb nicht rund

läuft und dass die U-Bahn in

keinem guten Zustand ist.

Umstritten waren einige

Personalentscheidungen.

für den Bau neuer U-Bahn-Strecken

ein. Wo sollten sie entstehen?

Kleine Erweiterungen sind am

schnellsten zu realisieren und bringen

auch am schnellsten einen Nutzen.

Ins Märkische Viertel müssen

wir alle zwei Minuten mit dem Bus

fahren, da böte es sich schon an, ein

anderes Verkehrsmittel einzusetzen.

In Pankowist der Bereich am S- und

U-Bahnhof überlastet, dort wäre es

schon sinnvoll, die U2 bis Pankow

Kirche zu verlängern –zumal wir in

diesem Bereich wegen des steigenden

Fahrgastaufkommens ohnehin

eine Abstellanlage planen müssen.

Ichbin weiterhin auch der Meinung,

dass die U1 zum Ostkreuz fahren

muss. Der Knotenpunkt ist schon

jetzt einer der wichtigsten Bahnhöfe

im Schienennetz, und seine Bedeutung

wird weiter wachsen. Ein Zwischenhalt

an der Modersohnbrücke

würde ein großes Wohnviertel erschließen.

Ab Januar darfdie BVGFalschparker

von Busspuren abschleppen. Wo legen

sich IhreLeute auf die Lauer?

Unsere Leute kennen natürlich

BERLINER ZEITUNG/ MARKUS WÄCHTER

die Straßen, auf denen uns Falschparker

permanent Ärger bereiten –

zum Beispiel die Hauptstraße in

Schönebergoder die Schloßstraße in

Steglitz. Bei unserer Abschleppflotte

sind wir übrigens unkonventionelle

Wege gegangen und haben gebrauchte

Fahrzeuge gekauft. Insgesamt

fünf solcher Wagen haben wir

bereits, zwei kommen noch bis zum

Jahresende, ein weiterer zum Start

Anfang Januar. 80Mitarbeiter sind

bei uns für das Abschleppen zuständig.

Für die Umsetzung eines Fahrzeugs

unter 3,5 Tonnen berechnen

wir 208,33 Euro, womit wir aber keinen

Cent Gewinn machen. Die Kosten

für die Knöllchen der Polizei

kommen dann noch hinzu. Ich

hoffe, dass das eine maximal abschreckende

Wirkung hat.

Derzeit hat die BVG31Elektrobusse.

Wieviele Stunden sind sie im Durchschnitt

proTag im Betrieb?

Wie gefordert und von den Herstellern

versprochen, kommen sie

mit einer Batterieladung im Schnitt

rund 150 Kilometer weit. Dann fahrensie

wieder zum Betriebshof, zum

Aufladen. Unter besten Voraussetzungen

und mit diesen Zwischenladungen

sind die E-Busse bis zu

15 Stunden pro Tag im Linieneinsatz.

Muss die BVG bei einer so geringen

Reichweite nicht darüber nachdenken,

lange Linien zu kürzen? Fahrgäste

müssten dann öfter umsteigen.

Wir werden sehen, wie sich die

Technik entwickelt. Es gibt Forschungen

zu Feststoffbatterien, die

E-Bussen eine größere Reichweite

verschaffen könnten. Gleichzeitig

gibt es erste Experimente mit Wasserstoff-Range-Extendern,

die den-

selben Effekt hätten. Ich glaube, da

wirdsich eine Menge verändern.

Wieviele Elektrobusse werden nächstes

Jahr zur BVGkommen?

Wir haben 90 Fahrzeuge bestellt

und diskutieren jetzt gerade, obwir

90 weitere E-Busse ordern, die dann

zum Teil 2021 geliefert werden. Zusätzlich

zu diesen zwölf Meter langen

Eindeckern kommen ab dem nächsten

Jahr 17 Gelenkbusse des polnischen

Herstellers Solaris für die Linie

200. Ihre Besonderheit ist, dass die

Batterien unterwegs mit Hilfe von

Pantografen geladen werden. An den

Endhaltestellen Michelangelostraße

und Hertzallee fahren sie ihreStromabnehmer

aus,und dann geht es los.

Eine Rechnung ergibt, dass im Vergleich

zu Dieselbussen bis 2035 Mehrkosten

von 2,94 Milliarden Euro entstünden.

Kann die BVGeinen unwirtschaftlichen

Verkehr verantworten?

In der Tat, das ist die Gesamtrechnung.

Dabei geht es aber natürlich

um sehr viel mehr als die Busbeschaffung.

Sie müssen bedenken,

dass wir hier für künftige Generationen

eine komplett neue Infrastruktur

aufbauen. Ich gehe aber davon

aus,dass sich die Technik weiterentwickelt

und die Kosten sinken. Andererseits

kostet auch das bestehende

System viel Geld.

Ein Thema habe ich noch: den Berlkönig.

Derzeit ist dieses Mittelding

aus Sammeltaxi und Rufbus nur im

östlichen Stadtzentrum unterwegs.

Wann fährterauch woanders?

Wir diskutieren mit der Senatsverkehrsverwaltung

über die Ausweitung

des Pilotprojekts. Wir würden

mit dem Berlkönig gern inden

Westen bis zur Messe und im Osten

bis zum Tierpark fahren. Wir sprechen

auch darüber,obder Berlkönig

in den neuen Verkehrsvertrag mit

dem Land, der ab 2020 gilt, übernommen

wird. Unser Ziel ist es,dass

er ein reguläres BVG-Angebot wird,

das sich als Teil der Daseinsvorsorge

auf das gesamte Berliner Stadtgebiet

erstreckt, auch auf die Außenbezirke.

Wir wollen es ja nicht bei dem Pilotprojekt

belassen. Berlin wäre dann

die erste Stadt weltweit, die ein solches

Angebot in eigener Regie betreibt,

und für unsereFahrgäste wäre

es ein echter Mehrwert.Wenn es den

Berlkönig überall in Berlin gibt, welchen

Grund hätte man noch, ein

Auto zu haben?

Meine These ist: Egal, wie gut der

Nahverkehr wird – viele Menschen

werden weiterhin Auto fahren.

Wir sind schon dabei, in der Innenstadt

den Nahverkehr weiter

auszuweiten und die Zahl der Autos

zu verringern. Doch für viele Berliner

wird das Auto eine Option bleiben,

und das ist auch in Ordnung. Eine

unserer großen Errungenschaften in

Deutschland ist, dass die Menschen

ihre Art der Fortbewegung frei wählen

können. In Singapur zum Beispiel

ist das anders, dakönnen sich

Normalsterbliche kein Auto leisten.

DieGrünen wünschen sich eine autofreie

Berliner Innenstadt. Halten Sie

das für realistisch?

Das wird die Zeit zeigen. Noch

sind wir längst nicht so weit.

Siewünschen sich eine Nachfolgerin.

Sind Frauen in Ihrem Metier nicht

schwer zu finden?

Das glaube ich nicht, es gibt genug

gute Frauen in der Branche.Was

ich meiner Nachfolgerin wirklich

wünsche: Dass sie das System mit

den Verkehrspolitikernweiter entwickelt,

visionär arbeitet: Wie soll die

Stadt, soll der Verkehr in 20, 30 Jahrenaussehen?

Wirhaben eine Phase

brutalen Wachstums gehabt, in der

die Wirklichkeit frühere Prognosen

überholt hat. In diesem Jahr wirddie

Fahrgastzahl, die 2018 bei 1,102 Milliarden

lag, erneut steigen –wir rechnen

mit einem Zuwachs von 20bis

30 Millionen. Irgendwann wird die

BVG pro Jahr zwei Milliarden Fahrgäste

befördern. Weichen für die

weitere Entwicklung nach vorn sind

gestellt, und wir haben hier wirklich

ein tolles Team. Es macht richtig

Spaß, hier zu arbeiten.

DasGespräch führte Peter Neumann.


Advent, Advent, das Preisschild brennt!

SichernSie sichjetzt Vorführ-und Geschäftswagen mit Advents-Preisvorteilen vonbis zu 30 % 1 !

CLA180 Shooting Brake, EZ 01/2019,8.338 km, nachtschwarz,

Ledernachbildung ARTICOschwarz,UrbanStyle Edition, Business-Paket,

Night Edition, 18“AMG Leichtmetallräder,Totwinkel-Assistent, Garmin®

MAP PILOT,7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe automatisch, LED High

Performance-Scheinwerfer,EASY-PACK Heckklappe, Sitzheizung für Fahrer

und Beifahrer,KEYLESS-GO Start-Funktion, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21205851

Neuwagenpreis: 40.300,- € Aktionspreis: 24.900,- €1

A180 d, EZ 05/2019,9.437 km, nachtschwarz, Ledernachbildung

ARTICO/Stoff Bertrix, Business-Paket,Ausstattungslinie Style,

16“Leichtmetallräder,MBUX Multimediasystem,LED High Performance-

Scheinwerfer,Klimatisierungsautomatik THERMATIC, aktiver Park-Assistent

mit PARKTRONIC, aktiver Brems-Assistent, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21205393

Neuwagenpreis: 35.600,- € Aktionspreis: 25.600,- €1

GLA180, EZ 04/2019,4.330 km, mountaingraumetallic, Ledernachbildung

ARTICOschwarz,Ausstattungslinie Urban, Business-Paket,

Spiegel Paket, Rückfahrkamera, Totwinkel-Assistent, Garmin® MAP PILOT,

7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe automatisch, LED High Performance-

Scheinwerfer,EASY-PACK Heckklappe, KEYLESS-GO Start-Funktion, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21206121

Neuwagenpreis: 39.800,- € Aktionspreis: 26.900,- €1

C200 4MATIC Limousine, EZ 05/2019,8.804 km, brillantblau metallic,

Ledernachbildung ARTICOschwarz,Business-Paket Plus, Advanced

Infotainment Paket, Advanced Komfort-Paket,Advanced Park-Paket,

AMG Line Interieur &Exterieur,Spiegel-Paket,Panorama Schiebedach,

AMG Styling, Ambientebeleuchtung, 9G-TRONIC Automatikgetriebe, LED

High Performance-Scheinwerfer,18“ AMG Leichtmetallräder, volldigitales

Instrumenten-Display, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21204084

Neuwagenpreis: 57.500,- € Aktionspreis: 39.900,- €1

C300 Cabriolet, EZ 05/2019,7.602 km, obsidianschwarz metallic,

Ledernachbildung ARTICO/Microfaser DINAMICA, High-End Infotainment

Paket, High-End Licht-Paket,CabrioletKomfort-Paket, Advanced Assistenz-

Paket, Advanced Park-Paket, Rückfahrkamera, AMG Line Interieur &

Exterieur,AMG Styling, MULTIBEAM LED, 9G-TRONIC Automatikgetriebe,

COMAND Online, Klimatisierungsautomatik THERMATIC, 18“AMG

Leichtmetallräder,Totwinkel-Assistent, aktiver Park-Assistent mit

PARKTRONIC, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21209343

Neuwagenpreis: 68.200,- € Aktionspreis: 47.600,- €1

E200 dLimousine, EZ 02/2019,8.705 km, selenitgraumetallic,

Ledernachbildung ARTICO/Microfaser DINAMICA, Business-Paket,AMG

Line Interieur &Exterieur, Park-Paketmit Rückfahrkamera, Night-Paket,

19“AMG Leichtmetallräder, 9G-TRONIC Automatikgetriebe, COMAND

Online, Klimatisierungsautomatik THERMATIC, MULTIBEAM LED, AMG

Styling, Burmester® Surround-Soundsystem, wärmedämmend dunkel

getöntes Glas, Sitzkomfort-Paket, Widescreen Cockpit, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21204260

Neuwagenpreis: 64.400,- € Aktionspreis: 39.900,- €1

E200 4MATIC Limousine, EZ 03/2019, 9.504 km, obsidianschwarz

metallic, Ledernachbildung ARTICO/Stoff Grenoble, Business-Paket,

AVANTGARDE Interieur &Exterieur, Sitzkomfort-Paket,Park-Paketmit

Rückfahrkamera, 9G-TRONIC Automatikgetriebe, COMAND Online,

Klimatisierungsautomatik THERMATIC, LED Intelligent Light System,

18“Leichtmetallräder, Schiebedach elektrischinGlasausführung, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21207441

Neuwagenpreis: 65.900,- € Aktionspreis: 42.900,- €1

E300 eLimousine, EZ04/2019,6.581 km, obsidianschwarzmetallic,

Ledernachbildung ARTICO/Stoff Grenoble, Business-Paket,AVANTGARDE

Interieur &Exterieur, MULTIBEAM LED, Park-Paket mit Rückfahrkamera,

Spiegel-Paket, Sitzkomfort-Paket, Diebstahlschutz-Paket,Sitzheizung

für Fahrer und Beifahrer, COMAND Online, Klimatisierungsautomatik

THERMATIC, Head-up-Display, Widescreen Cockpit,18“Leichtmetallräder,

aktiver Park-Assistent mit PARKTRONIC, Panorama-Schiebedachelektrisch

in Glasausführung, wärmedämmend dunkel getöntes Glas, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21204668

Neuwagenpreis: 72.300,- € Aktionspreis: 53.900,- €1

CLS 350 Coupé, EZ 04/2019,8.007 km, obsidianschwarzmetallic, Leder

schwarz sonnenreflektierend, Business-Paket,KEYLESS-GO Komfort-Paket,

MULTIBEAM LED,18“Leichtmetallräder, Park-Paketmit 360° Kamera,

Totwinkel-Assistent, Schiebedach elektrischinGlasausführung, Widescreen

Cockpit, 9G-TRONIC Automatikgetriebe, Ambientebeleuchtung Premium,

Burmester® Surround-Soundsystem, wärmedämmend dunkel getöntes

Glas, Klimatisierungsautomatik THERMATIC, aktiver Park-Assistent,

Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21201317

Neuwagenpreis: 79.900,- € Aktionspreis: 57.300,- €1

Vom1.bis 24.Dezember täglich

neue Advents-Angebote

in allen Centernoder unter

www.mercedes.berlin

GLS350 d4MATIC, EZ 05/2019,11.353 km, iridiumsilber metallic,

Leder schwarz, AMG Line Exterieur,Spiegel-Paket,Park-Parket,Park-Pilot,

adaptiver Fernlicht-Assistent Plus, aktiver Totwinkel-Assistent, aktiver

Spurhalte-Assistent, 21“AMG Leichtmetallräder,wärmedämmend dunkel

getöntes Glas, Harman Kardon® Logic 7® Surround-Soundsystem,

LED Intelligent Light System,Sitzklimatisierung für Fahrer und Beifahr,

Anhängevorrichtung mit ESP® Anhängerstabilisierung, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21200699

Neuwagenpreis: 106.500,- € Aktionspreis: 73.900,- €1

GLE 500 4MATIC Coupé, EZ 02/2019,3.354 km, obsidianschwarz

metallic, Leder Nappa zweifarbig, AMG Line Interieur &Exterieur,

Spiegel-Paket,Park-Paket, Diebstahlschutz-Paket,aktiver Park-Assistent,

adaptiver Fernlicht-Assistent Plus, aktiver Totwinkel-Assistent, aktiver

Spurhalte-Assistent, Panorama Schiebedach, ACTIVE CURVE SYSTEM,

AIRMATIC Paket, Anhängevorrichtung mit ESP® Anhängerstabilisierung,

Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC, LED Intelligent Light System,

Standheizung, Harman Kardon® Logic 7® Surround-Soundsystem,AMG

Styling, 22“ AMG Leichtmetallräder,wärmedämmend dunkel getöntes Glas,

u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21205376

Neuwagenpreis: 122.600,- € Aktionspreis: 89.900,- €1

S500 lang, EZ 01/2019,15.890km, selenitgraumetallic, Leder schwarz

sonnenreflektierend, Remote Park-Parket, MULTIBEAM LED, Sitzkomfort-

PaketFond, Individual Entertainment im Fond, Diebstahlschutz-Paket,

Fondsitze elektrischeinstellbar mit MemoryFunktion, aktiver Abstands-

Assistent DISTRONIC, aktiver Park-Assistent mit PARKTRONIC, Beltbag,

Panorama Schiebedach, Aktiv-Multikontursitz-Paket,9G-TRONIC

Automatikgetriebe, 20“ AMG Leichtmetallräder,Burmester® Surround-

Soundsystem,wärmedämmend dunkel getöntes Glas, Ambientebeleuchtung,

COMAND Online,Sitzklimatisierung für Fahrer und Beifahrer,

Sitzklimatisierung im Fond, u.v.m.

Auftrags-Nr.: 0-21200022

Neuwagenpreis: 140.900,- € Aktionspreis: 87.900,- €1

¹Aktionsangebot gültig für Vorführ- und Geschäswagen (Laufleistung mind. 3.000 km) beiBestellung und Fahrzeugübernahme bis zum 31. Dezember 2019 und nur bei der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin. |Die Angebote sind nicht

kombinierbar mit anderen Aktionen oder Verwerterrabatten. |Das Angebot gilt nur solange der Vorrat reicht. |Abbildung zeigt Sonderausstattung. |Abbildung entspricht nicht den Angeboten. |Druckfehler und Irrtümer vorbehalten.

Anbieter: Mercedes-BenzAG, Mercedesstraße 120, 70372 Stuttgart

Mercedes-BenzAG, vertretendurchMercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH

Mercedes-Benz Niederlassung Berlin, 12xinund um Berlin

Telefon +493039012000, www.mercedes-benz-berlin.de

Salzufer 1, SeeburgerStraße 27,Rhinstraße 120, Holzhauser Straße 11,Daimlerstraße165, Prinzessinnenstraße21–24,Hans-Grade-Allee61–Schönefeld, Alt-Buch72, Körnerstraße 50–51, Berlepschstraße20–24, Blankenburger Straße 85–105


12 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

3700 Berliner

zählen

Obdachlose

Tausende Freiwillige für die

„Nacht der Solidarität“

Berlin zählt seine Obdachlosen:

Für die sogenannte „Nacht der

Solidarität“ am 29. Januar 2020 haben

sich nach Angaben der Senatsverwaltung

für Integration, Arbeit

und Soziales 3700 Freiwillige angemeldet.

In der „Nacht der Solidarität“

werden wohnungslose Menschen

in der Hauptstadt gezählt, es

ist die erste Aktion dieser Art

deutschlandweit.

Das Land erhofft sich von der

Zählung gesicherte Erkenntnisse

darüber,wie viele Personen in Berlin

auf der Straße leben. Laut Senatsverwaltung

„weiß das bisher niemand“,

seit Jahrzehnten gebe es lediglich

Schätzungen. Und die schwanken

gewaltig, zwischen 6000 und 10 000.

Sicher ist nur:Die Bundeshauptstadt

ist auch die Hauptstadt der Obdachlosen.

In der „Nacht der Solidarität“ sollen

die Freiwilligen 600 Zählteams

bilden, die sich zwischen 22 und 1

Uhr im Stadtgebiet verteilen. Obdachlose

sollen zahlenmäßig erfasst

und wenn möglich auch kurzbefragt

werden, zum Beispiel nach ihrer

Muttersprache.

Laut Senatsverwaltung sollen alle

Freiwilligen am Abend der Zählaktion

geschult und zum Beispiel angewiesen

werden, niemanden zu wecken

und nur diejenigen zu befragen,

die auch Auskunft geben wollen.

In jedem Team soll außerdem

mindestens eine Person mitlaufen,

die im sozialen Bereich arbeitet.

DieAnmeldephase für dieses Jahr

ist beendet, die Senatsverwaltung

verweist allerdings darauf, dass auch

im kommenden Jahr wieder Freiwillige

gesucht werden. (mrg.)

Mehr Infos im Internetunter

berlin.de/nacht-der-solidaritaet

Der Verband Berlin-Brandenburgischer

Wohnungsunternehmen

(BBU) erwartet, dass wegen

des vom Senat vorgesehenen

Mietendeckels bis Mitte 2024 rund

12 000 Wohnungen weniger gebaut

werden als zuvor geplant. Gleichzeitig

konstatiert der Verband, dass die

Mieten 2018 weiter gestiegen sind.

Verbandsvorstand MarenKernsagte

am Dienstag bei der Vorstellung des

BBU-Marktmonitors 2019, dass der

Deckel, der rückwirkend vom

18. Juni 2019 an für fünf Jahregelten

soll, rund 1,1 Milliarden Euro weniger

Einnahmen für die Mitgliedsunternehmen

bedeute. Erfahrungsgemäß

ziehe ein Euro eigener Einnahmen

vier Euro Fremdkapital nach

sich, so dass aus 1,1 Milliarden Euro

Mindereinnahmen 5,5 Milliarden

Euro weniger mögliche Ausgaben

nach sich zögen.

Wegen dieser Aussichten hätten

die privaten Mitgliedsunternehmen

des BBU ihre Pläne, 8 200 Wohnungen

zu errichten, auf nahezu Null reduziert.

Das habe eine Umfrage ergeben.

Die Genossenschaften wollten

nur 2 000 statt 6 000 Wohnungen

bauen. Die sechs landeseigenen

Wohnungsbaugesellschaften, die

auch vom BBU vertreten werden,

wollten wie geplant bauen, müssten

sich aber laut Kern einschränken.

Modernisierungen vonWohnungen,

die nach dem Auszug von langjährigen

Mieternfällig würden und bis zu

30 000 Euro kosten, könnten nicht

mehr im gewohnten Rahmen stattfinden

oder nur,wenn die Landeseigenen

sich stärker verschuldeten.

DieDaten des Marktmonitors belegen,

dass Wohnen in Berlin teurer

geworden ist. Danach lagen die Nettokaltmieten

2018 bei Neuvermietungen

bei 7,80 Euro pro Quadratmeter,

35Cent oder 4,7 Prozent höher

als 2017. Parallel stiegen die

Preise für Neubau undSanierung um

6,3 Prozent, was den Kostendruck

auf die Unternehmen verstärke, so

Kern. Dennoch lägen die BBU-Mitglieder

bei den Neuvermietungen

um 3,26 Euro oder knapp 29 Prozent

unterhalb des vomSenat ermittelten

Marktdurchschnitts. Amniedrigsten

waren die BBU-Neuvertragsmieten

Stadtflucht: Mieten

im Umland steigen

Der Verband der Wohnungsunternehmen

registriert einen Anstieg der Mietkosten um

5,5 Prozent –und damit mehr als in Berlin

Bestandsmieten 2018

der Mitgliedsunternehmen des BBU, nettokalt in Euro pro m 2 ,inKlammern 2017

Tempelhof- S-Bahn-Ring Berlin

Schöneberg

6,26 Neukölln Treptow-Köpenick

(6,06) 6,15

6,18 (5,99)

(5,95)

Berlin gesamt:

bis5,90

6,14 (5,98)

5,91 bis6,10

6,11 bis6,30

Reinickendorf Pankow

6,31 bis6,50

6,11 (5,97) 6,18

6,51 und mehr

(6,00)

Lichtenberg

6,05

Spandau

Mitte

(5,93)

6,15 (5,96)

6,38

Marzahn-Hellersdorf

(6,22)

5,49

Charlottenburg-

(5,34)

Friedrichshain-Kreuzb.

Wilmersdorf

6,20

(6,06)

6,66

(6,50)

Steglitz -Zehlendorf

6,81 (6,62)

Fertiggestellte Wohnungen in Berlin

Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden, einschließlich Baumaßnahmen

in bestehenden Gebäuden

4321 4491

VonGerhard Lehrke

5417 6641 8744

10 722

13 659

15 669

16 706

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

BLZ/GALANTY; QUELLE: BBU, AMT FÜR STATISTIK BERLIN-BRANDENBURG

Zwölf Messerstiche

für die „Familienehre“

Türke steht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht

„Der

Angeschuldigte

erkannte, dass

ein Mann in der

Wohnung war,

während seine

Schwester leicht

bekleidet war

und kein

Kopftuch trug.“

Aus der Anklageschrift

Weil er den heimlichen Freund

seiner älteren Schwester aus

Wut über die vermeintlich verletzte

Familienehre niedergestochen und

schwer verletzt haben soll, muss sich

seit Dienstag ein 20-Jähriger vordem

Landgericht verantworten. Die

Staatsanwaltschaft geht von einem

versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen

aus.Der Angeklagte mit

türkischer Staatsangehörigkeit

schwieg zu Prozessbeginn.

Der 20-Jährige habe den 29 Jahre

alten Geschädigten und seine

Schwester am frühen Abend des

8. Juli 2019 in der Familienwohnung

in Reinickendorfzufällig angetroffen

2018 in Marzahn-Hellersdorf

(6,72 Euro), am höchsten in Steglitz-

Zehlendorf(8,80 Euro).

Die Bestandsmieten, die alle unterschriebenen

Mietverträge umfassen,

seien in den BBU-Unternehmen

um 16 Cent oder 2,7 Prozent auf

6,14 Euro pro Quadratmeter gestiegen,

auch hier liege man weit unterhalb

des Berliner Durchschnitt von

7,40 Euro. Deutlich teurer sind erstmals

bezogene Wohnungen. Beiden

BBU-Unternehmen liegen sie bei

10,17 Euro. Angaben des Senats zufolge

liegt der Schnitt über alle Anbieter

bei 14 Euro proQuadratmeter.

Die durch die steigenden Preise

einsetzende Stadtflucht zeitigt inzwischen

Folgen fürs Umland: Die

Mieten bei Neuvermietungen dort

stiegen bei den BBU-Unternehmen

im Schnitt um 5,5 Prozent, also stärker

als in Berlin. Allerdings ist das

Plus von 35 Cent dem in Berlin

gleich, und am Ende kostet derQuadratmeter

mit 6,74 Euro weniger.Ein

Ausreißerist Wildau mit 8,80 Euro.

Jenseits des Speckgürtels wird es

deutlich günstiger, insbesondere

dort, wo es im sogenannten weiteren

Metropolenraum keine schnelle Eisenbahn-

oder Straßenverbindung

nach Berlin gibt. Im Schnitt werden

bei Neuvermietungen nur 5,34 Euro

fällig, am niedrigsten sind die Preise

in Vetschau (4,78 Euro). Auch Brandenburgs

Mieten hielten nicht mit

den Steigerungen der Baupreise mit.

Nur bei Neubauten (9,72 Euro, plus

6,5 Prozent) kam der Anstieg der

Baukosten –imGegensatz zu Berlin

–dem Mietenwachstum etwa gleich.

An diesem Mittwoch gibt es im

Stadtentwicklungsausschuss des

Abgeordnetenhauses eine Anhörung

mit zwölf Teilnehmern zum Thema

Mietendeckel. Maren Kern wird voraussichtlich

auch hier kritisieren,

dass die vorgesehenen Mietobergrenzen

sich auf den Mietspiegel von

2013 beziehen und die massiven

Teuerungen bei Bauleistungen seithernicht

berücksichtigen.

Der BBU vertritt in Berlin rund

150 Unternehmen mit 715 000 Mietwohnungen,

die 43 Prozent des Bestands

ausmachen. In Brandenburg

sind es 200 Unternehmen mit

340 000 Wohnungen (44 Prozent).

und spontan beschlossen, den

Mann zu töten, heißt es in der Anklage.Erhabe

durch die vonihm entdeckte

Liebesbeziehung die „Familienehre“

als verletzt angesehen. Mit

großer Wucht habe der 20-Jährige

zwölf Malinden Oberkörper des Opfers

gestochen. DerMann sei lebensbedrohlich

verletzt worden.

Der 29-Jährige erklärte als erster

Zeuge, er könne sich an Details des

Geschehens kaum erinnern. Beide

Familien hätten sich nach dem Vorfall

getroffen und sich„versöhnt“. Inzwischen

lebe er offen mit der 23-

Jährigen zusammen. Sie seien nach

islamischem Recht verheiratet. Er

selbst schäme sich, dass er sich damals

heimlich in der Wohnung aufgehalten

habe. Die Frau machte von

ihrem Schweigerecht Gebrauch.

Als der 20-Jährige an jenem Tag

überraschend nach Hause kam, soll

sich der 29-Jährige zunächst im

Schrank des Kinderzimmers versteckt

haben.„Der Angeschuldigte erkannte

jedoch, dass ein Mann in der

Wohnung war, während seine

Schwester leicht bekleidet war und

kein Kopftuch trug“, heißt es in der

Anklage. Als er die Schwester mit einem

Küchenmesser bedroht habe,

sei der Mann aus Sorge um seine

Freundin aus dem Schrank getreten.

In einemKampf habe der Angeklagte

immer wieder zugestochen.

Der Angeklagte ist bereits mehrfach

vorbestraft. Seine Schwester soll

ihn bei der Polizei als einen „wütenden

und aggressiven Menschen“ beschrieben

haben. Der Prozess wird

am 13. Dezember fortgesetzt. (dpa)

POLIZEIREPORT

Laterne umgerissen.

DerFahrer eines 7er BMW hat in der

Nacht zum Dienstag auf der StorkowerStraße

in Lichtenbergdie Kontrolle

über sein Auto verloren. In

Höhe der Thaerstraße kam das Auto

nach links vonder Fahrbahn ab und

prallte gegen einen Laternenmast.

DerMast löste sich komplett aus seiner

Verankerung und stürzte auf die

Fahrbahn. Durchdie Wuchtdes Aufpralls

schleuderte der BMW etwa 30

Meter weit auf die andereStraßenseite

und blieb an einem Stromkasten

stehen. Der28Jahrealte Fahrer

wurde verletzt. DieBesatzung eines

zufällig vorbeifahrenden Krankenwagens

kümmerte sich um den

Mann bis zum Eintreffen der Polizei

und der Feuerwehr,die den Mann in

ein Krankenhaus brachten. Der

Lichtmast wurde vonFeuerwehrleuten

beiseite geschafft.

Mordermittler suchen Zeugen.

Im Mordfall Fritz vonWeizsäcker

sucht die Mordkommission Zeugen

derTat. DerProfessor war am Abend

des 19. November dieses Jahres während

eines Vortrags erstochen worden.

Derpsychisch kranke Mörder

war unter den Teilnehmern. Er

wurde festgenommen und sitzt mittlerweile

in einer geschlossenen

psychiatrischen Klinik eines Krankenhauses.Dennoch

suchen die Ermittler

weitereTeilnehmer der Veranstaltung

in der Schlosspark-Klinik

in Charlottenburg. Nichtalle Zuhörerkonnten

nämlich befragt werden,

weil einige vonihnen denRaumbereits

verlassen hatten, bevor die Polizeieintraf.

Beidem Täter handelt es

sich um den 57-jährigen Gregor S.

aus Rheinland-Pfalz. Dienochnicht

befragten Zeugen desAttentats auf

den Chefarzt werden gebeten, sich

bei der Polizei zu melden. Hinweise

nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Unfall nach Messerbedrohung.

Weil eine Frau nach eigenen Angaben

im Auto vonihrem Ex-Partner

mit einem Messer bedroht wurde,

hat sie ihrenWagen in der Nachtzum

Dienstag bewusst gegen einen Baum

gesteuert. DerMann soll die 24-Jährige

zuvor in der Antonienstraße in

Wittenau in ihr Auto gedrängt haben.

AusVerzweiflung habe sie

schließlich den Unfall verursacht,

teilten die Polizei am Dienstag mit.

DieFrausagte auch, dass ihr 25-jähriger

Ex-Freundsie am Montagabend

dazu gezwungen habe,den

Wagen zu steuernund ihr während

der Fahrtimmer wieder das Messer

an denBauch gehalten habe.Nach

dem Unfall habe sie das Auto verlassen

und Hilfe holen können, der

Mann sei geflüchtet. Die24-Jährige

kam zur Kontrolle ins Krankenhaus,

blieb aber unverletzt.

Das Auto prallte gegen einen Baum. Nun

ist der Wagen nur noch Schrott. OBERST

Vietnamese bei Einreise verhaftet.

Bundespolizisten haben auf dem

FlughafenSchönefeld einen 53 Jahre

alten Vietnamesen verhaftet. Er war

ausMoskaugekommen und wollte

illegal nach Deutschland einreisen.

Beiseiner Kontrolle fanden die Beamten

heraus,dass nach dem Mann

seit 14 Jahren wegenversuchten

Mordes gefahndet wurde.Das Landgericht

Neubrandenburghatte den

Vietnamesen 1999 zu einer achtjährigen

Freiheitsstrafe wegen versuchten

Mordes verurteilt.Inseiner Haftzeit

wurde er in sein Heimatland abgeschoben

mit dem Verbot wieder

einzureisen. (ls.,pde.)


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 13 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Mehr Pleiten

in der Berliner

Wirtschaft

Auskunftei Creditreform

sieht Anstieg um 4,4 Prozent

In Berlin sind in diesem Jahr im

Bundesvergleich die meisten Firmen

in die Knie gegangen. Pro

10 000 Unternehmen meldeten 92

Insolvenz an, wie die Wirtschaftsauskunftei

Creditreform amDienstag

auf Grundlage einer Schätzung

mitteilte. Damit rutschten in der

Hauptstadt anteilig mehr Unternehmen

in die Pleite als in den übrigen

Bundesländern. Bekanntestes Beispiel

ist die Fluggesellschaft Germania,

die im Februar den Betrieb einstellte.

An zweiter Stelle liegt Hamburg

mit 86 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen,

Thüringen ist mit 33 am

wenigsten betroffen. Der Dienstleister

schätzt, dass in diesem Jahr in der

Hauptstadt 1420 Firmen den Gang

zum Insolvenzgericht antraten, also

4,4 Prozent mehr als imVorjahr,während

die bundesweite Zahl nach Jahrendes

Rückgangs stagnierte.

„Der seit Jahren andauernde

Rückgang der Insolvenzen in

Deutschland geht zu Ende“, erklärte

die Auskunftei. „Die konjunkturelle

Abschwächung in Deutschland

schlägt sich zunehmend in den Insolvenzzahlen

nieder.“ Auch die Zahl

der Verbraucherinsolvenzen stieg

demnach in Berlin: Sie erreichte 980

und stieg mit 4,3 Prozent gegenüber

dem Vorjahr deutlich stärker als die

Zahl der Einwohner. Etwa jeder

achte Berliner gilt als überschuldet.

Die offizielle Zahl der Unternehmensinsolvenzen

im Jahr 2019 wird

das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

erst im März kommenden

Jahres liefern. 2018 wurden dort für

Berlin 1364 Pleiten gezählt. Für das

laufende Jahr wurde allerdings bereits

ein Rückgang der Gewerbeanmeldungen

registriert. In den ersten

drei Quartalen wurden insgesamt

32 686 Gewerbe angemeldet. Das

waren etwa 1200 Anmeldungen

weniger als in den ersten neun Monaten

des Vorjahres. (dpa/BLZ)

TOM WLASCHIHA

ist einer guten Party nie abgeneigt

und gehörte deshalb am Dienstagabend

zu den idealen Gästen für das

Grand Opening im KaDeWe. Eine

halbe Stunde nach Schließung des

Hauses war der Schauspieler aus

„Game of Thrones“ und der Serie

„Das Boot“ wie zwei Dutzend prominenter

Gäste und etwa 2000

Freunde und Kunden in das 1907 eröffnete

Warenhaus am Tauentzien

eingeladen, um einen weiteren Zwischenschritt

bei der inzwischen

schon drei Jahre dauernden Umgestaltung

des Hauses zu feiern. Wer

dachte, „Grand Opening“ bedeutet,

das Haus sei fertig, der erfuhr bei dieser

Gelegenheit, dass bei vollem Betrieb

noch viel zu tun ist. Im Erdgeschoss

werden in den kommenden

zwei Jahren weitere Boutiquen von

Luxusmarken umgebaut. 2021 soll

dann auch die neue Rolltreppe fertig

sein, mit der sich der Eingangsbereich

des Hauses komplett verändernwird.

Wlaschiha liebt besonders die 6.

Etage:„Ich gebe gerngroße Essen bei

mir zu Hause. Und hier bekomme

ich alles dafür,auch besondereZutaten,

die es anderswo nicht gibt.“

ALICE DWYER &SABIN TAMBREA

verbinden mit dem KaDeWe Erinnerungen,

die unterschiedlich

lange zurückreichen. Für Alice gehört

es schon immer zum Leben:

„Als West-Berliner Kind war ich regelmäßig

hier, auch wenn das eigentlich

nicht unsere Preislage

war.“ Für ihren Mann Sabin, der aus

Rumänien stammt, war das berühmte

KaDeWe eine der ersten Anlaufstationen

in Berlin. Damals lag

das feine Kaufhaus deutlich über

den finanziellen Möglichkeiten des

Studenten. Der erfolgreiche Schauspieler

genießt inzwischen gernmal

bei einem Teller Austern, dass sich

das geänderthat.

Ebenfalls unter den Gästen der

Party: DerRegierende Bürgermeister

Michael Müller,die Schauspieler Iris

Berben, Alexandra Maria Lara, Sam

Riley und Bettina Zimmermann,

Fernsehkoch Johann Lafer und Digital-Staatsministerin

Dorothee Bär.

Umbauen und feiern

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Das KaDeWeist trotz des Grand

Openings längst nicht fertig.

Wohltätigkeits-Weihnachtskonzert

in Reinickendorf

Bekam einen Scheck und reichte ihn weiter:Till Brönner mit RobertHarting (r.).

Haben unterschiedliche Erinnerungen: Alice Dwyer und Sabin Tambrea. CHRISTIAN SCHULZ (2)

TILL BRÖNNER

ist dieses Jahr seiner Zeit voraus,was

an den Fans liegt. Die blieben nämlich

hartnäckig: „Seit inzwischen

zwölf Jahren gibt es mein Weihnachtsalbum,

2019 bin ich zum ersten

Mal auf weihnachtlicher Tournee.“

Sonst startete für ihn die Festsaison

immer erst mit dem traditionellen

Charity-Konzert der

Mercedes-Benz-Niederlassung, das

es am Dienstagabend (wegen Umbauarbeiten

am Salzufer) in der Niederlassung

des Autoherstellers in der

Holzhauser Straße in Reinickendorf

gab. Der Jazz-Trompeter: „Diesmal

bin ich schon auf weihnachtlicher

Betriebstemperatur, weil ich den

ersten Teil der Tour inzwischen hinter

mir habe. Morgen geht es nach

China. Und zurück komme ich erst

am 23. Dezember.“

Für die musikalische Unterhaltung

der Gäste war das Orchester der

Komischen Oper unter dem Dirigat

von Ivo Hentschel zuständig. Die

Einnahmen und Spenden –36000

Euro –gingen diesmal an das Familienzentrum

Manna des Malteser

Hilfsdienstes Berlin.

Der Malteser Hilfsdienst gehört

zu den großen Hilfsorganisationen

in Deutschland. Allein in Berlin

kümmernsich rund 550 hauptamtliche

und mehr als 1000 ehrenamtliche

Malteser mit Hilfe von über

50 000 Fördermitgliedernund Spendern

umbedürftige Kinder und Erwachsene.

Im Familienzentrum

Manna essen und spielen die Kinder

zusammen und werden nicht nur

versorgt, sondern auch gefördert

und individuell unterstützt.

ROBERT HARTING

erträgt die ziemlich unverschämte

Frage, oberals Mann des Sports mit

der klassischen Musik etwas anfangen

kann, mit Geduld und Freundlichkeit.

Er kann: „Meine Schwägerin

spielt Querflöte und versucht immer

wieder, mir ein Instrument beizubringen.

Zuletzt die Gitarre.“ Der Erfolg

dieser Bemühungen bewegt sich

in engen Grenzen. Und der Diskus-

Olympiasieger von 2012 hat auch

eine Ahnung, woran das liegen

könnte:„Meine Finger sind zu dick...“

Müller rügt

Senatorin

Günther

Streit um Pläne zur

Karl-Marx-Allee

VonMelanie Reinsch

Grünfläche oder gepflasterter Mittelweg?

Die Antwort auf diese

Frage hat am Dienstag auch den Senat

beschäftigt. Denn der Vorstoß der

Umweltsenatorin Regine Günther

(Grüne), den Mittelstreifen der Karl-

Marx-Allee mit einer Wiese bepflanzen

zulassen, hat zu einer hitzigen

Debatte geführt. Zwar ist seit Jahren

unumstritten, dass der Bereich umgestaltet

werden soll. Dazu gab es

eine Bürgerbeteiligung mit dem Ergebnis,

dass zwar am Seitenstreifen

Parkplätze wegfallen, die Anwohner

aber stattdessen auf dem Mittelstreifen

ihre Autos parken dürfen. Käme

eine Wiese, bedeutet dies: Parkplätze

würden wegfallen.

Der Regierende Bürgermeister Michael

Müller (SPD) sagte, dass es zu

vorschnell war,die bisherigen Planungen

einfach zurückzunehmen. Es

gebe dafür keine Rechtsgrundlage.

„Das kann die Verkehrs-und Umweltverwaltung

gar nicht allein entscheiden“,

so Müller.Sowohl die Kultur-als

auch die Stadtentwicklungsverwaltung

seien hier beteiligt. „Beide Verwaltungen

haben deutlich gemacht,

dass sie die bisherigen Planungen für

richtig halten. Im Übrigen spiegelt sie

das Ergebnis der Bürgerbeteiligung

wider. Wenn man etwas neu verhandeln

will, muss man erst mit den Bürgernreden“,

betonte der Senatschef.

Die Senatsverwaltung begründet

den Schritt damit, dass die Bürgerbeteiligung

vor sechs Jahren stattfand.

Inzwischen habe man eine „völlig

neue Lage in der Stadt“, so Günther.

Dies müsse man bei allen Planungen

berücksichtigen. Gemeint ist unter

anderem das Mobilitätsgesetz von

2018 sowie Maßnahmen zur Anpassung

an den Klimawandel. Manführe

Gespräche, umdie Differenzen auszuräumen.

Bürger würden hinsichtlich

der geplanten Veränderungen informiert.

automarkt

Verkäufe

schlemmen &Geniessen

GebrauchtwaGen

Lupo 3L Automatik, PDC hinten, sehr

Golf V R32, Automatik, Allradantrieb,

Standheizung, Klimaautomatik, Xenon,

Parktronic, Regen-/Lichtsensor, HU und

Inspektion neu, 1Jahr Garantie, günstige

Finanzierung möglich jetzt 14.650 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Astra, Klima, Radio, elektrische Fensterheber,

mit neuer Inspektion und HU, ein

Jahr Garantie, günstige Finanzierung

möglich jetzt nur 3.450 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

BMW 316i, ZV, elektr. Fensterheber,

Schalter, sehr zuverlässig, mit neuer

Inspektion und HU, ein Jahr Garantie,

günstige Finanzierung möglich

jetzt nur 3.450 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Golf IV, blau, Schalter, Klima, Alu-Felgen,

ABS, ESP, mit neuer Inspektion und

HU, ein Jahr Garantie, Alu-Felgen und

Allwetterreifen neuwertig, günstige Finanzierung

möglich jetzt nur 4.490 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Golf IV Variant, Klimaanlage, ABS, ESP,

Zentralverriegelung, Radio, Dachreling,

Alu-Felgen, Winterräder, mit neuer

Inspektion und HU, ein Jahr Garantie

jetzt nur 4.200 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Golf IV 1.6 Automatik, grün, Klimaanlage,

ABS, ESP, Zentralverriegelung, Radio,

sehr zuverlässig, Winterräder, mit neuer

Inspektion und HU, ein Jahr Garantie

jetzt nur 3.800 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Touran United, 7-Sitzer, Navi, Licht- und

Sicht-Paket, Sitzheizung, Tempomat, günstige

Finanzierung möglich, HU neu, Inspektion

neu, 1Jahr Garantie jetzt 5.990 €

Auto Eicke Handels u. Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Golf IV 1.9 TDI Comfortline, silber, 2-Zonen-Klimaanlage,

Allwetterreifen, Servolenkung,

Tempomat, Bordcomputer, Radio/CD,

sehr sparsam, mit neuer

Inspektion und HU, ein Jahr Garantie,

günstige Finanzierung möglich

jetzt nur 4.900 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Wichtige Information fürunsere Anzeigenkunden:

Vorgezogener

Anzeigenschluss

nach Weihnachten 2019

sparsam, mit neuer Inspektion und HU,

ein Jahr Garantie, günstige Finanzierung

möglich jetzt nur 3.900 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Touran United, 7-Sitzer, Automatik,

Klimaautomatik, Navi, Sitzheizung,

Xenon, Tempomat, Regensensor, Allwetterreifen,

mit neuer Inspektion und

HU, ein Jahr Garantie, günstige Finanzierung

möglich, jetzt nur 6.400 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

ErlebenSie authentische

neapolitanische PizzabäckerkunstmittenimPrenzlauerBerg!

Seit 2008 setzen Giuseppe &Luca Giugliano ihre

über 100-jährige Familientradition in Berlin fort.

Flink, routiniert und fröhlich kann man sie in der

offenen Küche ihres familiär gestalteten Lokals

mit großer Terrasse wirbeln sehen. Alle Speisen

sind hundertprozentig selbstgemacht und aus

besten Zutaten frisch zubereitet. Neben Pizzen

in allen erdenklichen Varianten –von der „klassischen“

mit frei wählbarem Belag über Rollo, Saltimbocca,

Calzone bis Focaccia –locken weitere

Speisenwie Lasagne,Salat oder SfogliatellezuEspresso.

Neuerdings stehen auch Pizzen mit hausgemachter

Pistaziencreme, Paprikacremeund cremigerBurrata

aufder Speisekarte,die sich ständig

um neue Spezialitäten aus alten Familienrezepten

erweitert. Lassen Sie sich durch die herzliche Atmosphäre

und die leckeren Speisen für Groß und

Kleinauf einenItalien-Kurzurlaubverführen!

Pizza Nostra ·Lychenerstraße2

10437Berlin·Telefon030 /417 17 000

E-Mail:pizzanostra@hotmail.de

Öffnungszeiten:täglichvon 12 –24Uhr

Lieferservice:030 /417 17 000 oder

online beiLieferando.de

Mehr Informationen unddie aktuelle

Speisekartefinden Sieauf

www.pizzanostra.de

pizzanostra_berlin

Pizza Nostra

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

berliner adressen

Für den Automarkt am Sonnabend, 28. Dezember 2019

Erscheinungstag

Sonnabend, 28.12.2019

Anzeigen- &Druckunterlagenschluss

Montag, 23.12.2019, 10 Uhr

A-170 CDI Spirit, ABS, ESP, Sitzheizung,

CD-Radio, sehr sparsam, mit neuer

Inspektion und HU, ein Jahr Garantie,

günstige Finanzierung möglich

jetzt nur 2.950 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Meriva 1.6 Essentia, Klimaanlage, ABS,

ESP, Zentralverriegelung, Radio, Servolenkung,

mit neuer Inspektion und HU,

ein Jahr Garantie, günstige Finanzierung

möglich jetzt nur 3.800 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Audi A3 Automatik, Schiebedach, ABS,

Radio, Alu-Sommerräder, Winterräder,

mit neuer Inspektion und HU, ein Jahr

Garantie jetzt nur 4.450 €

Auto Eicke Handels u.Service GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 2-4

Tel. 7705979-0

Jetzt Anzeige buchen!

Telefon: 030 2327-50, Fax: 030 2327-6697, E-Mail: anzeigen@berlinerverlag.com

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50


14 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Ein Radschnellweg durchs Brandenburger Tor

Senatsplaner stellen ihr Konzept für eine breite Velotrasse quer durch die Innenstadt vor.Unter den Linden soll der Platz für Autos halbiert werden

VonPeter Neumann

Von West nach Ost, bequem

und sicher auf breiten, geschützten

Wegen: Das ist

die Vision der Planer für

die Radschnellverbindung, die sich

quer durch Berlin vom S-Bahnhof

Tiergarten über die Straße des 17.

Juni, Unter den Linden und den Alexanderplatz

zur Landsberger Allee

ziehen soll. Doch bis sie Wirklichkeit

wird, müssen sie und der Senat wohl

noch einige Konflikte durchstehen.

Für die neue Radtrasse sollen Kraftfahrer

Unter den Linden 2020 Fahrstreifen

einbüßen, und am Brandenburger

Tordrohen den schwächsten

Verkehrsteilnehmern Gefahren, befürchtete

die Fußgängerlobby.

„Radverkehr im Sekundentakt

würde Berlins symbolisch wichtigsten

Stadtraum zerschneiden. Als Ort

für entspanntes Flanieren und Genießen,

zum Treffen und Feiernwäre

der Pariser Platz tot“, warnte Roland

Stimpel, Vorstand des Fachverbands

Fußverkehr (FUSS). Er warf den Planern

„Schnellweg-Technokratie

ohne Sinn für Stadtqualität“ vor. „Für

Durchgangsverkehr zentrale Stadträume

zu killen –das ist der alte Ungeist

der autogerechten Stadt. Vom

Autoverkehr wurde das Brandenburger

Torerst 2002 befreit. Jetzt muss es

auch frei von schnellem, starkem

Radverkehr bleiben“, so Stimpel, der

30 000 Radfahrer proTag erwartet.

Planung muss bald beginnen

„Angesichts des großen Andrangs

vonTouristen am Pariser Platz halte

ich den Plan für nicht praktisch umsetzbar

und auch für zu gefährlich

für den Fußverkehr dort“, pflichtete

der FDP-Verkehrspolitiker Henner

Schmidt bei. Einen anderen Teil des

Konzepts bezeichnete er dagegen als

„sinnvolle Lösung“ –obwohl er dazu

führt, dass sich Unter den Linden der

Platz auf Autos halbiert.„Der vonder

FDP abgelehnte Idee einer Fußgängerzone

in diesem Bereich wäre

dann vom Tisch“, hoffte Schmidt.

Montagabend hatte Torsten Perner

vomPlanungsbüroRamboll Bürgern

die Vorzugsvariante vorgestellt. Danach

sollen die zehn Meter breiten

Fahrbahnen Unter den Linden anders

aufgeteilt werden, um dem starken

Radverkehr den Raum zu geben,

den er verdient. „Daist Platz genug.“

Bislang gibt es für den Kraftfahrzeugverkehr

Unter den Linden in jeder

Richtung zwei Fahrstreifen, die

von einer Busspur flankiert werden.

Künftig soll Autos und Lkw jeweils

nur noch eine Fahrspur zur Verfügung

stehen, was angesichts des geringen

Aufkommens ausreicht. Die

Busspur wirddann in der FahrbahnweiRadfahrer

durchgqueren das Brandenburger Tor. Nicht immer sind an dem Berliner Wahrzeichen so wenige Fußgänger unterwegs.

Radschnellverbindung Ostroute

Altonaer Str.

Tiergarten

Hofjägerallee

Wittenbergplatz

Vorzugsvariante

Hauptbahnhof

Alt-Moabit

Str.des 17. Juni

Tiergarten

Potsdamer Str.

Invalidenstr.

Brandenburger Tor

Pariser

Platz

Potsdamer

Platz

Torstr.

Friedrichstr.

Unter d. Linden

Leipziger Str.

mögliche Fortführung

Hackescher

Markt

Spandauer

Str.

Alexanderplatz

Grunerstr.

Moritzplatz

BLZ/GALANTY

MARKUS WÄCHTER

mitte verlaufen, weil die Radfahrer

auf der rechten Seite einen eigenen

Fahrstreifen bekommen –was übrigens

den Busverkehr beschleunigen

würde.Schwellen sollen die mindestens

drei, maximal vier Meter breiten

Streifen schützen, damit dort kein

Auto hält oder parkt. Eine „Grüne

Welle“ für Radfahrer wäremöglich.

Für diesen Teil der neun Kilometer

langen Radschnellverbindung

möchte Ramboll schon Anfang 2020

mit der konkreten Planung beginnen,

denn die Zeit drängt. Alles

spricht dafür,dass der U-Bahn-Tunnel

Unter den Linden wie versprochen

Ende 2020 öffnet. 2021 soll die

U5-Baustelle verschwunden sein.

Darum ist zügig zu entscheiden, ob

der Boulevard wieder durchgehend

je zwei Fahrspuren für Autos erhält –

oder nicht. Der Senat will nun ein

Konzept ausarbeiten, hieß es.

Straße Am Friedrichshain autofrei?

Die anderen Abschnitte der geplanten

Radtrasse werden länger auf sich

warten lassen, hieß es bei Ramboll.

Weil viele Planungen, Abstimmungen

und Genehmigungen anstünden,

werde der erste Teil der Ost-

Route, die später durch die Hellersdorfer

Mitte nach Marzahn und Hönowverlängertwird,

erst 2023 fertig.

Offen ist derzeit noch, wohin die

Radfahrer ausweichen sollen, wenn

die Straße des 17. Juni wieder einmal

gesperrt ist. Die Tiergartenstraße

könnte als Umleitung dienen, regte

Perner an. Sie sei aber schmal. „Es

sollte geprüft werden, sie für Autos

zu sperren.“ Die Uferstraßen am

Landwehrkanal hätten genug Platz.

Henner Schmidt widersprach: „Im

Falle einer Sperrung der Straße des

17. Juni würde der Ost-West-Autoverkehr

zum Erliegen kommen.“

Noch ungeklärt ist auch, wo die

Radschnellverbindung östlich vom

Alexanderplatz verlaufen soll. Die

starkbelastete Landsberger Allee hat

am Klinikum Friedrichshain nur einen

Fahrstreifen pro Richtung. Eine

Alternative wäre die Straße Am

Friedrichshain, die dann aber für Autos

gesperrt werden müsste. Busse

könnten dortweiterhin verkehren.

Zur Streckenführung über den

Pariser Platz und durch das Brandenburger

Torsieht Perner dagegen

keine praktikable Alternative. In diesemTeil

vonMitte müssten sich Radfahrer

und Fußgänger heute schon

arrangieren. „Das funktioniert einigermaßen“,

sagte er.Falls nötig würden

viele Radfahrer absteigen und

schieben. Auch künftig sollte es dort

keine abgesteckten Fahrbahnen für

Radlergeben, derPariserPlatz sollte

so bleiben, wie er derzeit ist. Perner:

„Das wäre füralle akzeptabel.“

immobilienmarkt

Vorsicht bei Mietvertragsabschluß! Vorher zum Berliner Mieterverein e.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de

Vorsichtbei Mietvertragsabschluß! Vorherzum Berliner Mieterverein e.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de

3 65,5 216,50 zzgl. sofort

Doberlug-Kirchhain, nahe Ortskern

u. doch ruhig, WBS 70, zzgl. 173,50 €

BK/NK, Blk., nur 3,30 €/m² K-Miete,

frisch renov., Laminat, EAW: B, 97

kWh/m * a, Nachtstrom, Bj. 1981,

Kaut. 433,- €,auch 4-5-Zi.-WE imAngebot,

0163 8269766

Bauherrenbeispiel

mietangebote

lichtenberg

tempelhof/schöneberg

brandenburg

Zi m² MIETE IN EUR BK/NK FREI AB

brandenburg

Beratung: 033439 919-39

Beratung: 033439 919-39

Abkürzungen EnEV2014

Artdes Energieausweises

V ............... Verbrauchsausweis

B ............... Bedarfsausweis

kWh ........ Kilowattstunde

Energieträger

Ko ............ Koks,Braunkohle,Steinkohle

Öl ............ Heizöl

Gas .......... Erdgas, Flüssiggas

FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk

oder KWK

Hz ............ Brennholz, Holzpellets,

Holzhackschnitzel

E .............. Elektrische Energie

(auchWärmpumpe), Strommix

Baujahr des Wohngebäudes

Bj .............. Baujahr

Energieeffizienzklasse des

Wohngebäudes

A+ bis H, zum Beispiel B

kaufangebote

pankow

Oehmcke-

Immobilien

suchen Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen

in Berlin und im

Umland t 6779980

Weihnachtsangebote ...

beschenken Sie sich einfach selbst.

In derZeitvom:

16.-22.12.2019 –11-18 Uhr

erreichen Sieuns am Firmensitz.

Radebrück 13 ▪15345 Altlandsberg

immobiliengesuche

eigentumswohnungen

Wohnungen

zum Kauf

dringend

gesucht

zur Eigennutzung von solventen

Käufern, ob groß oder klein, bitte

allesanbieten. t (0 30)56545454

Bachmann Immobilien GmbH

Unser Geschenktipp. Liebe

Leser,wenn Sie Freunden nicht nur einmal,

sondern immer wieder eine Freude bereiten

wollen, dann schenken Sie Ihnen doch ein

Abonnement der Berliner Zeitung. Einfach

anrufen. Tel. 23 27 77

häuser

Immobilie

verkaufen?

OEHMCKE

I mm o b i l i e n

über 60 Jahre in Berlin

sucht Ein- und

Zweifamilienhäuser

&Grundstücke

Grünauer Str. 6,12557 Berlin-Köpenick

030-6 779980

www.Oehmcke-Immobilien.de

Unsere Erfahrung istIhreSicherheit

über 60 Jahre in Berlin

Immobilien

OEHMCKE

VerkaufIhrer Immobilie

mitRund-um-Beratung!

*KeineKosten für Verkäufer!

030/55 15 67 03

www.immozippel.de

5Sterne Bewertung von Verkäufern!

7

Bis 750.000€

Einfamilienhaus

dringend

gesucht

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

Wohn(t)raum

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50

EBERHARDT

IMMOBILIEN

Treskowallee 96 ·10318 Berlin

Tel. 030 61 28 44 64

Eberhardt-immobilien@online.de

Wasmacheich mit meiner

Immobilie im Alter?

Verkaufen?

oder

SichereZusatzrente

mitlebenslangemWohnrecht

durch Verkauf auf Rentenbasis?

x Wirermitteln den Verkaufswert

Ihres Hauses oder Wohnung

und die Höhe Ihrer monatl.Rente.

x Vertraulich und kostenfrei.

x DurchIHK-geprüftenGutachter.

www.Eberhardt-immobilien.de

Hohe Kaufpreise durch:

Fragen kostet nichts!

Sie denken darüber

nach, Ihre Immobilie

zu verkaufen? Dann

sollten Sie nichts dem Zufall überlassen.

Ich ermittle Ihnen den höchst zu

erzielenden Verkaufspreis. So kommen

Sie sicher und schnell zu Ihrem Geld.

Kostenlos und unverbindlich. Bernd

Hundt Immobilien –Ihr Partner in Berlin

und im Berliner Randgebiet.

t 03362 –883830

Bernd-Hundt-Immobilien.de

andere immobiliengesuche

Immobilie

verkaufen?

Nur mit DEM

Bachmann!

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

Ihre Immobilie in

sicheren Händen

Bis 400.000€

Grundstück

gesucht, auch mit Abrißhaus.

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

ErsteHilfe.

Selbsthilfe.

brot-fuer-die-welt.de/

selbsthilfe


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 15 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Das HeizkraftwerkMitte und seine rauchenden Schlote.

IMAGO

Klima in Not

Umweltsenatorin Günther muss bis Januar einen konkreten Zeit- und Maßnahmenkatalog vorlegen. Streit gab es über die Details

VonMelanie Reinsch

Der Berliner Senat hat am

Dienstag die Klimanotlage

anerkannt und will

zusätzliche Anstrengungen

zugunsten des Klimaschutzes

auf Landesebene unternehmen. Damit

hat sich Berlin als erstes Bundesland

den Initiativen vieler Städte angeschlossen,

die in den vergangenen

Monaten den Klimanotstand ausgerufen

haben. Damit bekennt sich

Berlin zugleich zum Internationalen

Klimaschutzabkommen von Paris

und dem dort definierten Ziel, die

globale Erderwärmung soweit es

geht auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius

zu begrenzen.

Eigentlich hatte sich der Senat

schon vergangenen Dienstag auf diesen

Beschluss einigen wollen –aber

es gab Streit um den Beschlusspunkt

3: Klima- und Umweltsenatorin Regine

Günther (Grüne) wollte in der

Vorlage verschriftlichen, dass Berlin

bis 2050 mindestens 95 Prozent der

klimaschädlichen CO 2 -Emissionen

gegenüber des Vergleichsjahres 1990

reduziert. Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) hielt

dagegen und wollte lediglich 85 Prozent

in die Beschlussvorlage mitaufnehmen,

so wie es auch schon im

Berliner Energiewendegesetz (EWG

Bln) verankert ist. Müller ist der Auffassung,

dass man lieber die schon

beschlossenen Maßnahmen vorantreiben

und hier „schneller und besser“

werden solle,als sich jetzt schon

wieder neue Ziele zu setzen. „Die

Ziele sind gut und richtig, aber die

Umsetzung dauertzulange“, betonte

Müller. Es sei aber klar, dass man

mehr Anstrengungen unternehmen

müsse.Geeinigt hat man sich jetzt im

Senat darauf, dass man in Berlin die

Emissionen bis 2050„um mindestens

85 Prozent senken“ will.

Müller fordertZeitplan

Zudem fehlten dem Senatschef konkrete

Maßnahmen, wie die Klimaund

Umweltsenatorin die Ziele für

die Stadt erreichen wolle. Günther

muss nun bis zur übernächsten Senatssitzung

im Januar einen Zeit- und

Ablaufplan vorlegen, „damit klar ist,

welche Verwaltung noch mehr tun

kann“, so Müller, „alle Verwaltungen

müssen unterstützen“, aber die Umweltverwaltung

sei federführend.

Müller nannte hier auch die Themen

Straßenbahn- und Radverkehrsausbau.

Die Situation erfordere Einschränkungen.

„Wir sind uns alle einig,

dass mindestens die direkten Citylagen

mit dem ÖPNV und dem Radverkehr

attraktiver gemacht werden

müssten. Es kann nicht so weitergehen,

dass der Individualverkehr ungebremst

und ungehindert die Innenstadtbereiche

nutzt“, kritisierte

der Regierungschef. Als Beispiel

nannte Müller Paris, wo schon Teile

der Innenstadt für den Verkehr gesperrtseien.

Günther erklärte, dass das Anerkennen

der Klimanotlage ein bedeutender

Schritt sei. „Es war mir immer

wichtig, dass schnell konkrete Maßnahmen

auf diese Anerkennung der

Klimanotlage folgen“, so die Senatorin.

Deshalb sei dies auch genauso in

der Vorlage des Senatsbeschlusses

festgehalten. Die Novelle des Energiewendegesetzes

müsse unverzüglich

vorbereitet werden. „Ab sofort

werden die Aktivitäten auf Landesebene

weiter verstärkt und das Berliner

Energie- und Klimaschutzprogramm

überarbeitet. Darüber hin-

aus sollen alle Entscheidungen des

Senats unter einem Klima-Vorbehalt

stehen“, betonte Günther. Gerne

hätte man die Emissionsminderungen

auf minus 95 Prozent gesetzt,

weil die Umsetzungen langeVorlaufphase

bräuchten. „Jefrüher wir starten,

desto besser.Dies war nicht konsensfähig.“

Beschluss sei „Symbolpolitik“

Die Umweltverwaltung prüft nun

unter anderem die Vorgaben für

energieeffiziente Sanierung und die

Solarpflicht für öffentliche Gebäude,

emissionsfreie öffentliche Flotten,

dasVerbot vonKohleöfen und Ölheizungen

oder das Installieren vonKlimaschutzbeauftragten

in allen Bezirken.

Kritik kam am Dienstag aus

der Opposition, die den Beschluss

der Koalition als „hilflose Symbolpolitik“

bezeichnete. Der Senat sollte

nicht nur prüfen, welche Klimaauswirkungen

seine Beschlüsse haben,

sondern vor allem, welche Auswirkungen

seine Untätigkeit habe, so

der Landesvorsitzend der CDU, Kai

Wegner.„Berlin könnte schon längst

Vorreiter im Klimaschutz sein, wenn

sich nicht insbesondere die Grünen

als Innovationsfeinde präsentieren

würden“, kritisierte er.

In die gleiche Kerbe schlägt auch

Henner Schmidt, umweltpolitischer

Sprecher der FDP-Fraktion, der monierte,dass

es Berlin vorallem an einer

„zielgerichteten Umsetzung und

an klugen, innovativen Ideen“ fehle.

„Dafür ist ein straffes Management

aller Klimaschutzaktivitäten des

Landes notwendig, das alle Maßnahmen

an einer Stelle zusammenführt“

schlug Schmidt vor. DerKlimaschutz

werde nicht durch immer drastischereBegriffe

gefördert.

Wollen sie nicht? Oder können sie

nicht? Beides ist richtig. Je nach

Akt, in dem die Akteure gerade agieren.

Unddas Stück, das sie aufführen,

heißt Bildungsföderalismus.Esist ein

Trauerspiel. Im ersten Akt wollten sie:

Der 2018 ausgehandelte Koalitionsvertrag

von CDU/CSU und SPD sah

die Gründung eines Nationalen Bildungsrates

vor. DieGroKo erhob den

hehren Anspruch, „die Bildungschancen

in Deutschland im gemeinsamen

Schulterschluss vonBund und

Ländern“ zu verbessern. Dafür soll

das neue Gremium „Vorschläge für

mehr Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit

im Bildungswesen vorlegen“.

Doch statt einen Schulterschluss

zu zeigen, wurden die Ellenbogen

ausgefahren.

Im nächsten Akt waren Bund und

Länder nicht in der Lage, sich über

die Stimmverteilung zu einigen. Als

die Bundesbildungsministerin Kompromissbereitschaft

signalisierte,

wollten sie wieder.Das Gerangel begann

von neuem, nachdem die Inhalte

in den Fokus gerückt waren.

Bayerns Ministerpräsident Markus

Söder warnte,der Bildungsrat werde

„ein bürokratisches Monstrum, das

am Ende aus Berlin in die kleinen

Schulstuben hineinregiert“. Der Rat

sei „überflüssig“, sekundierte Susanne

Eisenmann (CDU), Baden-

Württembergs Kultusministerin.

Ohne Pause folgte der letzte Akt:

Als erstes stieg Bayern aus. Dabei

hatte ausgerechnet Horst Seehofer

(CSU) sich bei den Verhandlungen

über die Neuauflage der GroKo für

einen Bildungsrat stark gemacht.

Bayern folgte Baden-Württemberg.

Winfried Kretschmann (Grüne)

würde bei der Ministerpräsidentenkonferenz

sein Veto einlegen. Daraufhin

erklärte der nordrhein-westfälische

Ministerpräsident Arnim

Laschet (CDU), der Nationale Bildungsrat

sei gescheitert.

Der Epilog war Deutschlands Bildungsschlusslicht

vorbehalten: Berlins

Regierender Bürgermeister Michael

Müller (SPD) kritisierte, es

könne nicht sein, „dass einige glauben,

Föderalismus ist einfach dazu

da, dass sie ihre eigenen Interessen

durchsetzen können, sondern esist

ein Geben und Nehmen“. Es geht jedoch

um mehr.Esgeht ums Prinzip:

Die Länder befürchten, der Bund

könnte ihnen am Ende die Bildungshoheit

streitig machen.

Wer jedoch die Forderung nach

Abschaffung des Bildungsföderalismus

erhebt, dem schallen parteiübergreifend

Rufe durchs Land, dass

die Autonomie der Bundesländer in

Gefahr sei und dass in Berlin ein bürokratisches

Zentralisierungsmonster

entstehen werde. Gerade die Südländer

befürchten einen Verfall der

Bildungsqualität, weil man sich dem

deutschlandweiten Durchschnitt

anpassen müsse. Bildungsexperten

sehen darüber hinaus die gewach-

Gastbeitrag

Bildungsföderalismus –ein Trauerspiel

Der mit dem Deutschen Lehrerpreis

ausgezeichnete Pädagoge Robert Rauh

über das Scheitern des Nationalen Bildungsrates

„Gäbe es Volksentscheide auf Bundesebene,

wäre der Bildungsföderalismus schon längst

Geschichte. Wenn eine Familie von einem

Bundesland in das andere umzieht,

gleicht das einem bürokratischen Hürdenlauf

wie im 19. Jahrhundert.“

S. V.

Robert Rauh, Lehrer und Ausbilder in Berlin

sene schulpolitische Vielfalt in Gefahr

und bezweifeln Kostenersparnisse.

Schließlich seien die größten

Posten im Bildungshaushalt die

Lehrergehälter und die würden sich

ja nicht verändern. Außerdem sei der

Föderalismus Teil der deutschen

Kultur. Zudem bedarf es einer

Grundgesetzänderung, für die eine

Zweidrittel-Mehrheit notwendig ist:

im Bundestag –und im Bundesrat.

Dabei gibt es in der Bevölkerung

längst eine Mehrheit für die Beseitigung

der schulpolitischen Kleinstaaterei,

wie Umfragen immer wieder

zeigen. Gäbe es Volksentscheide auf

Bundesebene, wäre der Bildungsföderalismus

schon längst Geschichte.

In unserer globalisierten Welt leistet

sich ein vergleichsweise „kleines“

Land wie Deutschland 16 verschiedene

Bildungssysteme. Esgibt unzählige

Schulformen, hunderte

Lehrpläne, kaum vergleichbare Prüfungen

und unterschiedliche Versetzungsordnungen.

Und wenn eine

Familie von einem Bundesland in

das andere umzieht, gleicht das einem

bürokratischen Hürdenlauf wie

im 19. Jahrhundert. Auch die Schulabschlüsse

sind nicht vergleichbar:

Jedes Jahr werden in 16 Bundesländern

16verschiedene Abiturprüfungen

geschrieben. Außerdem werden

die Prüfungsleistungen verschieden

gewichtet. Diese Ungerechtigkeit bekommen

die Abiturienten dann spätestens

bei der Bewerbung um einen

begehrten Studienplatz zu spüren.

MitGerechtigkeit hat das alles wenig

zu tun. In keinem anderen gesellschaftlichen

Bereich ist die föderale

Struktur so gescheitert wie im Bildungswesen.

Wasist jedoch die Alternative? Ein

Nationaler Bildungsrat wäre esgewesen.

Schließlich kann Deutschland

auf gute Erfahrungen mit einer

bundesweiten Bildungsplanung zurückgreifen.

Von1965 bis 1975 existierte

bereits ein „Deutscher Bildungsrat“,

der Empfehlungen für

langfristige Entwicklungen im Bildungswesen

aussprach. Fünfzig

Jahre und eine Wiedervereinigung

später kam ein solcher Rat gar nicht

erst zustande.Nun soll es die Kultusministerkonferenz

richten –mit einem

„Länderstaatsvertrag“. Ausgerechnet

das Gremium, das sich aus

den Bildungsministern der Länder

zusammensetzt, bei wichtigen Entscheidungen

Einstimmigkeit verlangt

und bisher keine konsequente

Vergleichbarkeit der Bildungsstandards

hinbekommen hat. Das Trauerspiel

geht also weiter. Eswird ausgetragen

auf dem Rücken von

Deutschlands Schülern, die einen

Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit,

aber keine Lobbyhaben.

Robert Rauh arbeitet als Lehrer und Ausbilderin

Berlin. 2013 erhielt er den Deutschen Lehrerpreis

und engagiertsich seitdem für Reformen im

Schulwesen.


Berlin im Herzen.

Und aufdem Handy

SO SCHREIBT MAN BERLIN.

app-berliner-zeitung.de


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 17

· ·

·······················································································································································································································································································

Brandenburg

NACHRICHTEN

Programm für syrische

Flüchtlinge verlängert

Brandenburgwill das Landesaufnahmeprogramm

für syrische

Flüchtlinge um ein Jahr verlängern.

Innenminister Michael Stübgen

(CDU) habe die Unterlagen beim

Bundesinnenministerium eingereicht,

sagte CDU-Fraktionschef Jan

Redmann. Mitdem seit drei Jahren

laufenden Programm seien im Rahmen

der Familienzusammenführung

etwa 300 Angehörige ersten

Grades vonsyrischen Flüchtlingen

gekommen. (dpa)

AfD will Parité-Gesetz

zu Fall bringen

DieAfD will das Parité-Gesetz nicht

nur vordem Landesverfassungsgericht,

sondernauch im Landtag zu

Fall bringen. Miteinem Gesetzentwurfzur

Aufhebung solle sich der

Landtag kommenden Mittwoch befassen,

sagte die Abgeordnete Birgit

Bessin. DasGesetz soll ab 2024 für

etwa gleich viele Männer und Frauen

als Abgeordnete im Landtag sorgen.

„Das Gesetz verstößt gegen das Verbot

der Ungleichbehandlung wegen

des Geschlechts sowie gegen die

Grundsätzeder Freiheit und Gleichheit

der Wahl und ist damit verfassungswidrig“,

sagte Bessin. (dpa)

Erste Maßnahmen gegen

Afrikanische Schweinepest

Brandenburgwill ab dieser Woche

die Maßnahmen gegen die Einschleppung

der Afrikanischen

Schweinepest aus Polen verschärfen.

Daskündigte Gesundheitsministerin

Ursula Nonnemacher

(Grüne) an. So sollen Wildschweine

in Ostbrandenburgstärker flächendeckend

bejagt werden. Außerdem

wirdauf einem 15-Kilometer-Streifen

neben der Grenzeverstärkt nach

toten Schweinen gesucht. (bla.)

Nach Tesla nun BASF

Der Chemiekonzern könnte 500 Millionen Euro in ein Werk für Batterieteile in Südbrandenburg investieren

VonJens Blankennagel, Potsdam

Im BASF-Werk imsüdbrandenburgischen

Schwarzheide arbeiten

derzeit 1973 Mitarbeiter.

Nun könnten noch einmal

einige hundert dazukommen –wie

viele genau ist unklar.Esist möglich,

dass BASF, einer der weltweit größten

Chemiekonzerne, inder Lausitz

eine Fabrik für Batterieteile baut. Die

Investition könnten sich 500 Millionen

Euro belaufen. DieIdeen hat am

Dienstag Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) allerdings

nur sehr indirekt bestätigt.

„Starker Impuls für die Lausitz“

Ein Mitarbeiter an einem Tanklager in Schwarzheide.

Jobs: Im Sommer sorgten

Pläne vonBASF für Schlagzeilen,

dass Jobs gestrichen

werden sollen. Der Konzern

beschäftigte Ende 2018

weltweit 122000 Mitarbeiter,etwa

39000 davonin

Ludwigshafen.

DER KONZERN

Streichung: Der Konzernwill

6000 Stellen wegfallen lassen.

Etwa die Hälfte davon

nach Konzernangaben in

Deutschland. Der größte Teil

der 3000 im Inland betroffenen

Jobs entfalle auf den

StandortLudwigshafen.

DPA/PATRICK PLEUL

Gewinn: BASF machte im

Vorjahr einen Umsatz von63

Milliarden Euro. Um profitabler

zu werden, soll ein Sparprogramm

ab Ende 2021

greifen und jährlich zwei Milliarden

Euro zum operativen

Gewinn beisteuern.

Es wäre der zweite große wirtschaftliche

Ansiedlungserfolg, der in der

Amtszeit der erst seit vierWochen regierenden

Kenia-Koalition aus SPD,

CDU und Grünen bekannt gegeben

wird. Kürzlich hatten die Pläne von

Tesla-Gründer Elon Musk für europaweite

Schlagzeilen gesorgt. Der

Elektroauto-Hersteller will ebenfalls

ganz großen Stil in Brandenburg investieren.

In Grünheide, amsüdöstlichen

Berliner Ring, soll die erste sogenannte

Giga-Factory in Europa

entstehen. Die Investitionssumme

soll angeblich bei vier Milliarden

Euro liegen. Bis zu 8000 Arbeitsplätze

könnten in der Batterie-Fabrik

in Ostbrandenburg entstehen.

DerBetrieb soll 2021 starten.

„Selbstverständlich ist Brandenburg

daran interessiert, dass der erfolgreiche

Standort BASF Schwarzheide

weiter ausgebaut wird und einen

Beitrag zur Elektromobilität leisten

kann“, sagte Woidke der Berliner

Zeitung. „Dies würde der Lausitz einen

weiteren starken Impuls geben.

Es gibt hierzu seitens BASF jedoch

noch keine Standortentscheidung.“

Bereits an Montagabend hatten

sich Brandenburgs CDU-Chef und

Innenminister Michael Stübgen gegenüber

der Zeitung BZ geäußert

und die Pläne des Konzerns bestätigt.

„Das ist auch ein Signal für die

Lausitz. Die Menschen sehen jetzt,

dass wir die angekündigten Struktur-

Entscheidungen auch umsetzen“,

wirderzitiert.

Doch Woidke wollte sich als Stübgens

Chef nicht so genau festlegen

und sprach von guten Gesprächen

mit BASF. Ersagte erst einmal nur:

„Wir werden erst feiern, wenn es

auch etwas zu feierngibt.“

Auch andere Mitglieder der Regierung

wollen sich noch nicht äußern.

Immer wieder heißt es: Die

Standortentscheidung sei ganz allein

Sache des BASF-Konzerns. Und

da sei offenbar noch nicht alles ganz

so klar,wie zu Beginn bekannt gegegeben

wurde. BASF vermeldete am

Dienstg, dass eine Standortentscheidung

nicht bestätigt werden könne.

„BASF will mit ihren Batteriematerialien

zum Aufbau einer nachhaltigen

Batterie-Wertschöpfungskette

für Elektrofahrzeuge in Europa beitragen“,

sagte Konzernsprecherin

Christine Haupt der Berliner Zeitung.

DerKonzernhabe bekannt gegeben,

dass eine Produktionsanlage

für Vorprodukte von Kathoden-Materialien

in Finnland geplant sei.

„Eine endgültige Entscheidung zu

einer weiteren Produktionsanlage,

die darauf aufbauend die Kathoden-

Materialien herstellen würde, ist

noch nicht gefallen“, sagte sie.

Förderung der EU beschlossen

Die BASF-Investition in der Lausitz

wird seit längerem diskutiert. Allerdings

hing und hängt sie nicht nur

von den Plänen des Konzerns ab,

sondern vor allem von den Förderbedingungen

der EU. Am Montag

hat die EU-Kommission beschlossen,

dass die Batteriezellenfertigung

in Europa künftig mit bis zu 3,2 Milliarden

Euro gefördert werden darf.

DerGrund: Derzeit werden mehr als

80 Prozent der Batterien weltweit in

Asien produziert, gerade einmal drei

Prozent in ganz Europa.

Prozess wegen

größtem

Heroin-Fund

Angeklagt ist der Fahrer

des Schmuggellasters

VonKatrin Bischoff, Frankfurt(Oder)

Mit Handschellen wird Süleyman

Ö. an diesem Dienstag in

den Saal 207 der Landgerichts in

Frankfurt(Oder) geführt. Der63-Jährige

soll Drogen „in nicht geringer

Menge“ nach Deutschland geschmuggelt

haben. Er schweigt zu

Prozessbeginn.

Im Lkw, den der in der Türkei lebende

Mann fuhr, machten Zollbeamte

im Frühjahr einen sensationellen

Fund. In den 532 Plastikschachteln

mit den Aufschriften Turkish

Delights und Helva steckte Heroin –

658 Kilogramm. Noch nie zuvor war

in Deutschland eine solche Menge

auf einem Schlag entdeckt worden.

Es war kein Zufallsfund. Fahnder

aus den Niederlanden hatten den

Brandenburger Kollegen Hinweise

auf eine international agierende

Drogenbande und den von Süleyman

Ö. gesteuerten Lkw mit georgischen

Kennzeichen geliefert. Am 31.

Maipassierte der Laster die deutschpolnische

Grenze. Gegen 10.40 Uhr

stoppte die Polizei das Fahrzeug bei

Fürstenwalde. Laut Anklage waren

die Schachteln in Kirgisistan präpariert

worden. Die „Leckereien“ mit

einem Verkaufswert von 50 Millionen

Euro sollten über die sogenannte

Nordroute über Weißrussland,

Polen und Deutschland nach

Holland transportiert und gewinnbringend

weiterverkauft werden.

In dem Prozess sollen auch Beamte

aus den Niederlanden, darunter

ein Staatsanwalt, sowie ein Fahnder

aus Belgien als Zeugen gehört

werden. Sieermitteln gegen die Drogenbande

–die Hintermänner von

Süleyman Ö. Ihm droht bei einer

Verurteilung eine Haftstrafe zwischen

zwei und 15 Jahren.

ReisemaRkt

ostsee

harz

polen

n

usedom

3Nächte am Alten Strom /Warnemünde

Ferienwohnungen teilweise mit Terrasse, teilweise mit

Stromblick. 3Nächte inklusive Frühstück (10-12) und

Abendessen im hauseigenen Restaurant sowie eine

Hafenrundfahrt für 2Personen ab 258,- €, jede weitere

mitreisende Person 86,- €.Wochenendzuschlag

30,00 €,Kinder bis 6Jahre frei. www.tweelinden.de

Tel. 0381-1273623, Christian Linkis, AmStrom 85,

18119 Rostock. Gültigkeit: Bis 20.12.19. u. 6.1.-20.2.20

Silvester ausgebucht

Ostseebad Zinnowitz

Winter Spezial

Gültig: bis 15.12.2019,

05.01.–26.01.2020

Nur bei Anreise Sonntag

5Übernachtungen inkl. vielfältigem Frühstücksbuffet und

reichhaltigem All-inclusive-Abendbuffet (mit Getränken zum

Abendessen), Nutzung des benachb. Meerwasserhallenbades.

Zusätzlich inklusive: Nutzung unserer Saunalandschaft

Leihbademantel, Saunalaken und Saunatuch.

Preis pro Erw. im DZ 220,- € •imEZ250,- €

Casa Familia GmbH

Dünenstraße 45 • 17454 Zinnowitz

Tel.: 038377-770 • info@casafamilia.de

www.casafamilia.de

sachsen

Wellness&Sporthotel

"Harzer Land Allrode"

Harzer -Hammer -Hit

Harzer -Hammer -Hit

Advent -Hammer -Hit

vom 13.12. -15.12.2019

2ÜN99,- €p.P. im DZ

inkl. HP+Wellness+Sport

Zimmer mit DU./WC, Tel. Sat-TV, W-LAN

4.500 qm Wellness Oase mit 2Schwimmb., Kegelbahn

Wandern, Reiten, Fitnessstudio, Friseur, 1€Gasthaus

mecklenburgische seenplatte

300m zum Ostseestrand, Weihnachtsangebot

Hotel „Karl’s Burg“ mit Restaurant „Weiße Düne“

3ÜNDoppelzi. inkl. Halbpension ab 170 €p.P.

5ÜNDoppelzi. inkl. Halbpension ab 270 €p.P.

1- bis 3-Raum-Ferienwohnungen,

Hund möglich

038375/2360 www.kölpinsee.com

Strandstraße 4, 17459 Kölpinsee

Geheimtipp inder Müritzregion

Radeln, Wandern und Wellness

Herbst-, Radler- u.Weihnachtsarrangements

NEU: Seeatelier mit Hauslift

Arrangements zu allen Jahreszeiten!

Wir holen auch ab!

Hotel Seeresidenz Gesundbrunn INH. Rauer

Hermann-Niemann-Str. 11·19395 Plau am See

Z 03 87 35-81 40/ -415 28 ·www.seeresidenzgesundbrunn.de

brandenburg

Winter

am Döllnsee

–BuchenSie unsere günstigen

Tagespreisefür einen erholsamen

Aufenthaltinder winterlichen Schorfheide

–LassenSie sichvon unserem

gastronomischen Team verwöhnen

–NutzenSie unserPanorama-Schwimmbad, dieSauna

im Haussowie dieSauna im Badehaus am See

Buchungszeitraum: Dezember 2019 –Februar 2020

Informationen erhalten Sievon unserem

Reservierungsteam unter Tel.: 039882/ 63 -0oder

www.doellnsee.de

HotelDöllnsee GmbH&Co. KG ·Döllnkrug 2·17268 Templin

Wichtige Information für unsere Anzeigenkunden:

Vorgezogener

Anzeigenschluss

nach Weihnachten 2019

Für den Reisemarkt am Sonnabend, 28. Dezember 2019

Erscheinungstag

Anzeigen- &Druckunterlagenschluss

Fernreise.

Anzeigenannahme: ( 030) 2327-50

sachsen-anhalt

Silvester in Naumburg BerghotelWilhelmsburg***S

ab 3× Ü/HP inkl.Silvester-Party mitMenüund Spät-Imbiss,

Sauna, Parkplatz, Kurtaxeab295,00 €/pro PersonimDZ

Bitterufen Sie an,wir freuenuns aufSie!

MichaelBecker·Eckartsbergaer Straße 20,06628 BadKösen

Tel. 034463/3670 ·info@berghotel-wilhelmsburg.de

www.berghotel-wilhelmsburg.de

Sonnabend, 28.12.2019

Montag, 23.12.2019, 12 Uhr

Jetzt Anzeige buchen!

Telefon: 030 2327-50, Fax: 030 2327-6697, E-Mail: anzeigen@berlinerverlag.com


18 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Sport

Clásico droht

erneut Chaos

NACHRICHTEN

FUSSBALL. Derauf den 18. Dezember

verlegte Clásico zwischen dem

FC Barcelona und Real Madrid

könnte auch am Ausweichtermin alles

andereals reibungslos ablaufen.

Diekatalanische Separatisten-InternetplattformDemocratic

Tsunami

rief für diesen Tagzueiner großen

Kundgebung in der Nähe des Stadions

Camp Nouauf. Derursprünglich

für den 26. Oktober geplante Clásico

war verschoben worden, nachdem

es wegen der Verurteilung katalanischer

Separatistenführer zu Demonstrationen

gekommen war.

Dresden holt Kauczinski als

neuen Cheftrainer

FUSSBALL. Markus Kauczinski soll

Zweitligist Dynamo Dresden vor

dem Absturzindie Dritte Liga bewahren.

Der49-Jährige erhält einen

Vertragbis zum 30. Juni 2021. Zuletzt

hatte Heiko Scholz die Mannschaft

interimsmäßig betreut, künftig wird

er als Co-Trainer tätig sein. „Markus

Kauczinski hat sofortseine Bereitschaft

signalisiert, uns als erfahrener

Trainer in dieser herausfordernden

Situation zu helfen. Er kennt die

Zweite Bundesliga, steckt absolut im

Thema und hat bereits mehrfach

nachgewiesen, dass er auch in

schwierigen Situationen etwas bewegen

kann“, sagte Dynamos Sportgeschäftsführer

Ralf Minge.

Frankreich verlängertmit

Nationaltrainer Deschamps

Der Weltmeistermacher:Frankreichs Nationalcoach

Deschamps.

AFP/FIFE

FUSSBALL. Frankreich will mit Trainer

Didier Deschamps seinen Titel

bei derWeltmeisterschaft 2022 in Katar

erfolgreich verteidigen. Wieder

nationale Verband FFF am Dienstag

mitteilte,wurde der Vertragmit dem

51 Jahrealten Coach vorzeitig um

zwei Jahrebis Dezember 2022 verlängert.

Deschamps,der 1998 im eigenen

Land die Equipe Tricoloreals

Kapitän zum WM-Titel geführthat,

löste 2012 Laurent Blanc als Nationaltrainer

ab.Bei der WM 2018 in

Russland führte er Frankreich durch

ein 4:2 im Endspiel gegen Kroatien

zum zweiten Titel.

Däbritz zieht sich

Kreuzbandverletzung zu

FUSSBALL. Nationalspielerin Sara

Däbritz hat sich eine Kreuzbandverletzung

zugezogen und wirdwohl für

längereZeit ausfallen. Die24Jahre

alte Mittelfeldspielerin, die im Sommer

vonBayernMünchen zu Paris

Saint-Germain gewechselt war,erlitt

die Verletzung am vergangenen

Sonnabend im Meisterschaftsspiel

gegen Montpellier und muss sich

wohl einer Operation unterziehen.

Formel 1verzichtet

auf neue Reifen

MOTORSPORT. DieFormel 1verzichtet

2020 auf neue Reifen und

setzt stattdessen auf die aus der abgelaufenen

Saison bekannten Pirelli-

Pneus.Neue Reifen an den Boliden

werden damit erst in der Saison 2021

zu sehen sein, wenn die Formel 1von

derzeit 13 auf 18-Zoll-Räder umstellt.

Monate voller Ungewissheit

Warum ein Ende der Russland-Affäre nach dem Urteil der Welt-Antidoping-Agentur noch lange nicht in Sicht ist

Schnelle Klarheit oder monatelange

Hängepartie? Nach

der von der Welt-Antidoping-Agentur

ausgesprochenen

Strafe gegen Russland wartet die

Sportwelt gebannt auf die Antwort

der Sport-Großmacht. Doch spätestens

seit den unmissverständlichen

Äußerungen von Staatspräsident

Wladimir Putin ist wohl klar:DieVierjahressperre

mit Auswirkungen auf

die Olympischen Spiele 2020 und

2022 sowie die Fußball-WM wird

Russland nicht auf sich sitzen lassen.

Der Gang vor den Internationalen

Sportgerichtshof (Cas) und ein langer

Rechtsstreit scheinen unausweichlich

zu sein –ein Ende der Russland-

Affäre ist auch nach dem Urteil von

Montag wohl nicht in Sicht.

Russland habe „alle Gründe, Einspruch

einzulegen“, betonte Putin

am Rande des Ukraine-Gipfels in Paris.

21 Tage Zeit haben die Russen

Zeit, um gegen die wegen manipulierter

Dopingdaten ausgesprochenen

Sanktionen vorzugehen. In diesem

Fall drohen weitereWochen und

Monate voller Ungewissheit. Laut

des Chefs der russischen Antidoping-Agentur

(Rusada), Juri Ganus,

soll eine Entscheidung am 19. Dezember

fallen.

Rusada-Chef ist zuversichtlich

„Es ist sicher für die Öffentlichkeit

und vor allem für die betroffenen

Athleten der denkbar schlechteste

Weg, es auf langwierige, komplexe

und undurchsichtige juristische Verfahren

ankommen zu lassen“, sagte

Nada-Vorstand Lars Mortsiefer am

Dienstag. Doch auch er rechnet mit

einem Nachspiel: „Ein Schlussstrich

wird weder juristisch noch politisch

schnell möglich sein.“ Selbst wenn

die Rusada nicht vor den Cas zieht,

haben noch weitere beteiligte Parteien

wie beispielsweise internationale

Verbände die Möglichkeit dazu.

Und wie stehen die russischen

Chancen vor dem Cas? Ganus rechnet

jedenfalls nicht mit einem Erfolg.

„Es gibt keine Möglichkeit, diesen

Fall vor Gericht zu gewinnen“, sagte

er. Auch Jonathan Taylor, Chef der

Wada-Prüfkommission CRC, betonte,

errechne nicht mit einer Niederlage

vorGericht.

Sportrechtler Michael Lehner

würde Russlands Gang vor den Cas

begrüßen, alleine schon um Rechtssicherheit

herzustellen. „Die kriegen

wir im Schiedsgerichtssystem der internationalen

Sportgerichtsbarkeit

nur über den Cas“, sagte er. Den

Wada-Entscheid sieht er jedenfalls

Und alles bleibt verworren ...

DPA/GOLOVKIN

„Es ist sicher für die Öffentlichkeit und vorallem

für die betroffenen Athleten der denkbar

schlechteste Weg, es auf langwierige, komplexe

und undurchsichtige juristische Verfahren

ankommen zu lassen.“

Nada-Vorstand Lars Mortsiefer befürchtet ein langes Nachspiel.

Showdown in Kumamoto

kritisch. „Ob das in der Abwägung

zwischen Individualschuld und Globalschuld

wirklich gerecht und angemessen

ist, wage ich zu bezweifeln“,

sagte der Jurist.

Bei einem Einspruch rechnet

auch Lehner mit einem langwierigen

Verfahren, das sich durchaus bis

Olympia 2020 in Tokio ziehen könne.

„Das ist eine verdammt kurze Zeit.

Ein halbes Jahr beim Cas ist gar

nichts“, sagte er.

Das Problem: Bis zueiner finalen

Entscheidung treten keine Sanktionen

in Kraft, jeder Einspruch hätte

aufschiebende Wirkung. Bereits am

Montag stellte die Wada klar, die

Strafen gelten wegen der kurzenVorlaufzeit

nicht für die im Januar stattfindenden

Olympischen Jugendspiele

in Lausanne. Die laufende

Handball-WM der Frauen ist ebenso

wenig betroffen –dort qualifizierte

sich das russische Team am Dienstag

für das Halbfinale. Die erste betroffene

Weltmeisterschaft wäre die Rodel-WM

auf der Olympiabahn von

Sotschi Mitte Februar.

Verweis auf das Kleingedruckte

Bereits vergebene Events müssen

Russland nur weggenommen werden,

„wenn es juristisch und praktisch“

möglich sei. Dasscheint bei einer

in zwei Monaten stattfindenden

WM unwahrscheinlich. Viele Verträge

sind schon unterschrieben.

Ohnehin scheinen viele Aspekte der

Umsetzung schwammig zu sein und

könnten von Sportart zu Sportart

durchaus unterschiedlich ausfallen.

Ausgeschlossen scheint dagegen

zumindest ein Olympia-Boykott von

russischen Seite.Trotz der Mischung

aus Enttäuschung, Resignation und

Wut.„Natürlich“ müsse Russland gegen

die Entscheidung der Wada vor

dem Cas„kämpfen“, sagteWassili Titow,

Präsident des Turnverbandes,

aber unabhängig vom Ergebnis

„müssen wir zu den Olympischen

Spielen fahren und daran teilnehmen“.

Ein Boykott sei „in keiner

Weise“ eine Option.

Manchen internationalen Medien

vorallem in den USA und Großbritannien

ging die Sanktion nicht

weit genug. „Die Wada hat nur die

Hymne und die Flagge verbannt“,

schrieb die Washington Post. Der

Londoner Guardian meinte: „Im

Kleingedruckten der Wada-Entscheidung

gibt esVorbehalte und Kompromisse,zusammen

mit hell erleuchteten

Wegen für russische Athleten, um

weiterhin auf der globalen Bühne

Wettkämpfe zu bestreiten.“

Im letzten WM-Hauptrundenspiel gegen Norwegen geht es für Deutschlands Handball-Frauen um alles oder viel

Es war nur ein kurzer Videoschnipsel,

doch die Wirkung war

gewaltig.„Es ist ganz verrückt, was so

eine kleine Sequenz auslöst. Das

pusht enorm“, sagte Handball-Nationalspielerin

Emily Bölk über ihre

ganz persönliche Einstimmung auf

den WM-Showdown gegen Rekordeuropameister

Norwegen .

Mannschaftsärztin Mara Friton

hatte der Rückraumschützin vor

dem Hauptrundenfinale eine kurze

Handyaufnahme vorgespielt. Zu sehen

war Bölks entscheidendes Tor

zum 33:32-Erfolg der DHB-Auswahl

im Dezember 2018 im EM-Auftaktspiel

gegen die Norwegerinnen. In

Japan wollen Bölk und Co. diesen

Coup nun wiederholen und sich damit

für eine bislang hervorragende

WM belohnen. Denn gewinnen die

DHB-Frauen das Duell am Mittwoch

(12.30 Uhr/sportdeutschland.tv),

wäre der erste WM-Halbfinaleinzug

seit dem Bronzegewinn 2007 perfekt.

„Das wäre riesig“, sagte Bölk, „das

Halbfinale ist jetzt unser Ziel –und

damit verbunden das Ticket für ein

Olympia-Qualifikationsturnier. Wir

haben alles in der eigenen Hand.“

Dem großen Coup ganz nah: Emily Bölk und Torhüterin Dinah Eckerle.

EinPlatz unter den besten Sieben

und die damit verbundene Teilnahme

am Qualifikationsturnier für

Tokio 2020, war vor der WM das erklärte

Ziel. Doch starke Auftritte mit

Siegen gegen Dänemark (26:25) und

die Niederlande (25:23) haben die eigenen

Ansprüche steigen lassen.

Nun lebt der Medaillentraum –

und längst fiebert auch 9000 Kilometer

entfernt „Ober-Fan“ Christian

DPA/WOLF

Prokop in der Heimat mit. DerMänner-Bundestrainer

schwärmt von

den DHB-Frauen, die„sich bei dieser

WM in ganz starker Form“präsentieren.

„Sie kämpfen füreinander und

spielen mit viel Freude und Energie!

Es macht Spaß ihnen zuzuschauen,

und wir drücken die Daumen, dass

es so weitergeht“, sagte Prokop.

Vordem letzten Spieltag der kniffligen

Hauptrundengruppe 1ist von

Platz eins bis vier noch alles möglich

–also auch „nur“ die Teilnahme am

Spiel um Platz sieben. Mittlerweile

wäre das „Worst-Case-Szenario“ angesichts

der großen Halbfinal-

Chance aber eine Enttäuschung.

Trainer Groener mahnt

„Wir haben in diesem Turnier gemerkt,

dass wir jeden schlagen, aber

auch gegen jeden verlieren können“,

sagte Trainer Henk Groener lobend

und mahnend zugleich. Gemeint

war damit auch die unnötige 28:29-

Pleite gegen Serbien nach 28:27-

Führung. Damit wurde die erste

große Chance auf den vorzeitigen

Halbfinal-Einzug vergeben.

Das ging freilich nicht spurlos an

der jungen Mannschaft vorbei. „Wir

brauchten schon eine Nacht, um

den Dämpfer zu verarbeiten. Die

Stimmung ist aber weiterhin positiv“,

versicherte Emily Bölk. Die 21-

Jährige nutzte wie viele ihrer Teamkolleginnen

den freien Dienstag für

einen Bummel über den Weihnachtsmarkt

nahe des Mannschaftshotels,

umden Kopf freizubekommen.

(sid)

Der

alle

besser macht

Dank Grankin spielen die

Volleys variabler denn je

VonAnnika Schultz

Esgeht auf die Endphase in diesem

ersten Satz des ersten Champions

League-Spiels der BR Volleys zu. Moritz

Reichert schiebt die Annahme

perfekt ans Netz, Zuspieler Sergej

Grankin hat alle Möglichkeiten. Der

Russe springt leichtfüßig ab,mit weichem

Handgelenk stellt er einen

schnellen Pass über Kopf. Diagonalangreifer

Benjamin Patch hat praktisch

freie Bahn, sein Schlag landet

kurzhinter der Drei-Meter-Linie.

Es sind Szenen wie diese, die

Grankins Mitspieler und die Verantwortlichen

der BR Volleys regelmäßig

ins Schwärmen geraten lassen, wenn

es um den russischen Volleyballer

geht. Die Position des Zuspielers ist

die Königsposition im Volleyball und

bei den Berlinernist sie so gut besetzt

wie wahrscheinlich noch nie. Grankin

weiß seine Mitspieler mit großer

Variabilität in Szene zu setzen –wovonimBesonderen

Patch profitiert.

Beschwerliche Anreise

Im zweiten Gruppenspiel der europäischen

Eliteliga am Mittwoch gegen

Fakl NowyUrengoi (MEZ/15 Uhr)

werden die Fähigkeiten des Regisseurs

einmal mehr von Bedeutung

sein: Miteinem Auswärtscoup könnten

die Berliner schon eine gute Basis

für die weitere Königsklassen-Saison

legen. Es ist bisher die wohl schwerste

Aufgabe der Saison. Dennoch gibt

Grankin sich zuversichtlich: „Ich

denke, dass wir bereit sind. Eine

Chance hat man immer, die wollen

wir nutzen.“

Dafür müssen die Volleyballer

aber eine beschwerliche Anreise verkraften:

DieReise ins nördliche Westsibirien

begann am Montagnachmittag

–und endete erst am Dienstagmorgen,

4000 Flugkilometer legte

das Team zurück. Dazu kommt die

Zeitverschiebung. Kurios: Auch die

Gastgeber mussten zu ihrem Heimspiel

anreisen. „Wir selbst trainieren

aktuell in Moskau und reisen nur für

die Heimspiele nach NowyUrengoi“,

berichtet Erik Shoji, der von 2014 bis

2016 das Trikot der Volleys trug und

nun im Dienst der Russen steht.„Dort

kann es im Winter sehr,sehr kalt werden,

weshalb der Verein das auf diese

Weise löst.“

Für Grankin ist das Duell mit

Nowy Urengoi ein besonderes: 14

Jahrewar er in seiner russischen Heimat

aktiv, feierte dort zwei Meisterschaften,

wurde einmal Pokalsieger.

Die BRVolleys sind eine erste Auslandsstation

–nun kehrt ererstmals

auf russisches Parkett zurück. Und

will sich beweisen. Eigentlich hatte

Grankin, Olympiasieger von 2012,

nach über 250 Länderspielen schon

mit der Nationalmannschaft abgeschlossen.

Dann wurde er überraschend

für den World Cup wieder in

den Kader berufen –seitdem hofft der

Routinier wieder auf eine Nominierung

für die Olympischen Spiele

2020, für die Russland bereits qualifiziertist.

Sein Trainer in Berlin, Cedric

Enard, ist sich deswegen sicher:„Sergej

wirdüberragend spielen, er ist unglaublich

motiviert. Er will zeigen, wie

gut er ist.“

Die hohe Kunst des Volleyballspiel: Zuspieler

Grankin.

IMAGO IMAGES/GRANKIN


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 19 *

·························································································································································································································································································

Sport

Zeit für

einen großen

Auftritt

Kai Havertz soll Leverkusen

zu Historischem verhelfen

Kai Havertzruht in sich. Am Mittwoch

werden Millionen von

Fußball-Fans und unzählige Scouts

auf ihn schauen. UndBayer Leverkusen

hofft im Kampf um ein kleines

Fußball-Wunder vor allem auf ihn.

Doch das von halb Europa umworbene

Ausnahmetalent wirkt unbeirrt.

Fragen nach seiner Zukunft

prallten von dem 20-Jährigen

ebenso ab wie die nach der Wichtigkeit

des Spiels. Doch klar ist: Das

letzte Gruppenspiel gegen Juventus

Turin (21.00 Uhr) wäre genau der

richtige Zeitpunkt für seinen ersten

großen Auftritt auf internationaler

Bühne. Und zwar völlig unabhängig

davon, ob das bereits als Gruppensieger

feststehende Juve mit der besten

Elf umStarspieler Cristiano Ronaldo

auflaufen wird.

„Alles ist möglich“, versicherte

der Nationalspieler trotz der schwierigen

Ausgangsposition. Er selbst

fühle sich nach seiner vierwöchigen

Verletzung wieder „voller Kraft. Ich

bin bereit, wieder Gaszugeben.“ Der

ersten Verletzungspause seiner Karriere

konnte er sogar etwas Positives

abgewinnen. „Ich hätte das nicht gebraucht“,

sagte er: „Aber vielleicht

hat sie mir schon geholfen, einen

freien Kopf zu bekommen.“

Vielseitiger Könner

Trainer Peter Bosz bemüht sich

ebenfalls, keinen zu großen Druck

auf das Talent aufkommen zu lassen.

Schließlich ist zwischen Heldenkult,

ständigen Gerüchten über einen

100-Millionen-Wechsel zu einem

Top-Verein und erster Kritik nach einer

kleinen Schwächephase zuletzt

viel auf ihn eingeprasselt. „Kai kann

das nicht alleine schaffen“, sagte der

Niederländer.

Will auch international seine Klasse

nachweisen: Kai Havertz. DPA/VENNENBERND

Die Voraussetzungen sind klar.

„Rechnen bringt nix“, sagte Bosz.

Sollte der Bayern-Bezwinger gewinnen

und Atlético Madrid zeitgleich

gegen das ausgeschiedene Lok Moskau

nicht, dann hätten die sicher für

die Europa League qualifizierten Leverkusener

nach Newcastle United

vor 17Jahren als zweites Team nach

drei Niederlagen zum Auftakt das

Achtelfinale erreicht.

Und dabei wird esvor allem auf

Havertz ankommen. Sogar Juve-

Trainer Maurizio Sarri bezeichnet

diesen als „kompletten Spieler“, der

„sicher einer der besten Spieler Europas

werden wird“. In der Bundesliga

hat der vielseitige Mittelfeldspieler

sein Können mehrfach unter Beweis

gestellt. International noch selten.

In der Champions League ist er

nach sieben Einsätzen noch ohne

Tor und Vorlage, in der Nationalmannschaft

kommt er nach ebenfalls

sieben Spielen auf ein Torund

zwei ordentliche Leistungen gegen

Russland und Argentinien.

Für Havertz spricht, dass er seine

erste Schwächephase unaufgeregt,

aber doch selbstkritisch aufgearbeitet

hat.„Es ist das erste Malinmeiner

Karriere, dass mich nicht alle loben

und in der ich nicht nur Positives

über mich lese“, sagte er in einem Interview

bei bundesliga.de: „Aber es

ist ganz normal, dass man eine

Phase erlebt, in der man auch mal einen

Dämpfer mitkriegt. Mich hält so

etwas aber nicht auf, sondern ich

versuche, esden Leuten zu beweisen.“

Am Mittwoch kommt die große

Chance dazu. (dpa)

Julian Brandt weiß, waspassiert: Er trifft zum 2:1 für Dortmund und schießt den BVB damit ins Achtelfinale

VonHendrik Buchheister,London

Ganz egal, wohin die Beziehung

zwischen José Mourinho und

Tottenham Hotspur führen wird –

der 15 Jahre alte Callum Hynes wird

immer diese besonderen Erinnerungen

an den Trainer aus Portugal haben.

Bei der Champions-League-

Partie gegen Olympiakos vor zwei

Wochen leitete der Balljunge mit seiner

Handlungsschnelligkeit das 2:2

durch Harry Kane ein und hatte damit

seinen Anteil daran, dass die

Nordlondoner 4:2 gewannen und

sich schon vor dem finalen Gruppenspiel

an diesem Mittwoch beim

FC Bayern wie auch die Münchner

den Achtelfinal-Einzug sicherten.

Mourinho erklärte den Balljungen

danach öffentlich zum Helden

und lud ihn vordem folgenden Spiel

in der Premier League gegen Bournemouth

(3:2) zum Mittagessen mit

Achterbahn im Tableau

Borussia Dortmund siegt mit hohem Aufwand gegen Prag und steht dank Schützenhilfe im CL-Achtelfinale

VonDaniel Theweleit, Dortmund

Das große Finale in Champions

League-Gruppe F

ist doch noch ein denkwürdiger

Europapokalkrimi

geworden, mit zwei ebenso

aufregenden wie knappen Partien in

Mailand sowie in Dortmund. Und

tatsächlich hat der BVB das Kunststück

vollbracht, das Achtelfinale der

Königsklasse zu erreichen Derziemlich

glückliche 2:1-Sieg gegen Slavia

Prag reichte,weil Inter Mailand zeitgleich

nur 1:2 gegen den FC Barcelona

verlor.Aber die Italiener und die

Dortmunder hatten sich immer wieder

abgewechselt auf dem begehrten

zweiten Rang im Tableau.

Sancho legt vor

Erstmals waren die Dortmunder in

der vorläufigen Tabelle nach zehn

Minuten auf dem angestrebten

zweiten Platz angekommen. Jadon

Sancho hatte einen schönen Angriff

nach einem klugen Ball in die Tiefe

vonJulian Brandt und einem sauberen

Querpass von Marco Reus zum

1:0 vollendet. DerBVB war zu Beginn

hoch überlegen, hatte früh in der

Partie beste Chancen auf weitere

Treffer durch Sancho (4.), Mats

Hummels (5.) und vor allem Reus

(15., 23.), der zwei mal frei vor dem

Der neue Mourinho

Der Portugiese fährt als Trainer von Tottenham Hotspur eine mysteriöse Charme-Offensive

der Mannschaft ein. Der Coach produzierte

damit eine Geschichte, die

das Herz erwärmt –und so gar nicht

zum Bild des arroganten und egozentrischen

Misanthropen passt,

das man in England spätestens seit

seinem Aus bei Manchester

United vor einem Jahr

vonMourinho hatte.

Der56Jahrealte Trainer

ist seit seinem Amtsantritt

bei Tottenham vor drei

Wochen in mehrfacher

Mission unterwegs. Ersoll

dem kriselnden Klub die

Qualifikation zur Champions

League bringen und

ihm Titel und Pokale bescheren.

Gleichzeitig geht es ihm

darum, seine eigene Reputation wiederherzustellen.

Zu diesem Zweck

fährtMourinho eine Charme-Offensive,

wie sie der englische Fußball

selten erlebt hat.

Mourinho herzt

DannyRose.

Torder Tschechen aufgetaucht war.

Wieschon gegen Fortuna Düsseldorfsah

das Offensivspiel des Teams

im neuen 3-4-4-System zu Beginn

sehr gut aus, obwohl Axel Witsel

nach seinem häuslichen Unfall ausfiel.

Für den Belgier, dem in diesem

Konstrukt als einzigem defensiven

Mittelfeldspieler eine wichtige Rolle

zugefallen war, spielte Julian Weigl.

Der„kennt das, erhat diese Position

insbesondere unter Thomas Tuchel

oft alleine gespielt“, sagte Sportdirektor

Michael Zorc vor der Partie.

Außerdem war der in der Bundesliga

zuletzt gesperrte Hummels ins Team

zurückgekehrt, Lukas Piszczek saß

dafür auf der Bank.

Allerdings waren die Dortmunder

defensiv längst nicht so stabil wie zuletzt.

Immer wieder hielt der hervorragend

aufgelegte Roman Bürki die

knappe Führung mit großartigen Aktionen

fest, nach einer halben

Stunde hätte es gut auch 3:3 stehen

können. DieTschechen, die weder in

Barcelona noch in Mailand verloren

haben, waren ein hoch gefährlicher

Gegner. „Die laufen 132 Kilomenter

pro Spiel, das ist Weltrekord“, hatte

BVB-Trainer Favrevor der Partie immer

wieder gewarnt, und die vielen

Möglichkeiten der Gäste beeindruckten

die Dortmunder dann

auch irgendwann. Zumal sie wirklich

etwas zu verlieren hatten, nachdem

der FC Barcelona in Mailand sogar

in Führung gegangen war.

Plötzlich sah also alles ganz gut

aus, doch statt sich von der günstigen

Lage beflügeln zu lassen, wurde

das Spiel der Gastgeber immer fehlerhafter.

Eswar kein Wunder, dass

eines der sich häufenden Missgeschicke

irgendwann bestraft wurde:

In der 43. Minute rutschte Hummels

bei einem Klärungsversuch im Mittelfeld

aus,der Weltmeister von2014

fehlte nun hinten in der Abwehr, so

dass Milan Skoda viel Platz hatte,

den Ball mit der Schulter auf Tomas

Soucek weiterzuleiten. Der Mittelfeldspieler

traf aus zehn Meternzum

mittlerweile verdienten 1:1.

Das war ein Schock und weil

ziemlich genau zur gleichen Zeit

auch in Mailand der Ausgleich fiel,

waren die Dortmunder doch wieder

nur Dritter. Das Spiel war nun deutlich

zäher,positiv formuliertgriff die

Mannschaft von Lucien Favre mit

Geduld und ohne zu viel Risiko an,

die Schattenseite dieser kontrollierten

Spielweise war aber ein deutlicher

Chancenschwund. Vorden Torenpassierte

nicht mehr viel, gefährlich

war noch ein Schuss vonBrandt

(52). Doch die ruhigereHerangehensweise

wurde belohnt. Nach einer

Stunde fand Sancho eine Lücke in

Derneue Mourinho gibt sich entspannt,

selbstkritisch und bescheiden,

preist seine Spieler, lobt sogar

seinen Vorgänger Mauricio Pochettino,

doch es drängt sich der Verdacht

auf, dass es sich letztlich bei

seiner Verwandlung um

eine riesige PR-Aktion in

eigener Sache handelt. Die

Anhänger der Spurs beobachten

den Neuankömmling

mit Vergangenheit

beim Stadtrivalen FC

Chelsea argwöhnisch, die

AFP

englische Presse verweist

darauf, dass er auch bei

vorherigen Stationen gut

gelaunt angefangen hatte,

bevor er am Ende atmosphärische

Trümmerfelder hinterließ. Ob er sich

geänderthat, wirdsich zeigen, wenn

ihm der notorisch sparsame Klubchef

Daniel Levy zum ersten Mal einen

Transfer-Wunsch veweigert.

Slavias Defensive, Brandt kam an

den Ball und traf aus spitzem Winkel

zum 2:1. Aber die Tschechen wehrten

sich, immer wieder musste der

herausragende Bürki gefährliche Abschlüsse

entschärfen, und als der

Torhüter doch einmal geschlagen

war, köpfte Ondrej Kudela aus zwei

Metern amleeren Torvorbei (74.).

Drei Minuten später flog dann auch

noch Weigl mit einer gelb-roten

Karte vom Platz (77.), doch irgendwie

retteten sie den Sieg über die

Zeit.

Optimistischer Blick

WITTERS

Diegute Phase mit zuletzt zwei wertvollen

Siegen in der Bundesliga setzt

sich damit also fortfür die Dortmunder,

die während vieler Herbstwochen

so sehr haderten. Daserste der

offiziellen Saisonziele hat die Mannschaft

trotz komplizierter Ausgangslage

tatsächlich noch erreicht, und

Lucien Favrewirkt plötzlich gar nicht

mehr so sehr wie ein Trainer,dem die

Arbeit an der Zukunft wichtiger zu

sein scheint als das Hier und Jetzt.

Mit Erfolgen in den bevorstehenden

Partien in Mainz, gegen Leipzig und

in Hoffenheim kann der Klub sich

nun doch eine Ausgangsposition

verschaffen, die als gute Grundlage

für einen optimistischen Blick aufs

kommende Jahr taugt.

Im Grunde folgt Mourinhos

Charme-Attacke konsequent seiner

Logik, dass er alles für den schnellen

Erfolg tut. In fünf Spielen unter seiner

Regie holten die Spurs vier Siege.

Neben den schon vorher gesetzten

Harry Kane und Heung-min Son

sprach Mourinho in der Offensive

Dele Alli und Lucas Moura das Vertrauen

aus.

Beim 5:0 am Wochenende gegen

Burnley, unter anderem durch ein

sensationelles Solo-Tor durch Son,

blieben die Spurs zum ersten Mal

unter dem als Defensiv-Fanatiker

bekannten Trainer ohne Gegentor.

Es war die ideale Vorbereitung auf

die Reise zum FC Bayern,gegen den

es im Hinspiel ein 2:7 gesetzt hatte.

Weil beide Mannschaften schon im

Achtelfinale stehen, wird Mourinho

eine stark verjüngte Elf aufbieten.

Der 15Jahre alte Balljunge Callum

Hynes ist allerdings nicht dabei.

ZAHLEN

Fußball

Champions League, 6. Spieltag

Gruppe E

RB Salzburg -FCLiverpool 0:2

SSC Neapel -KRC Genk 4:0

1. FC Liverpool 6 13: 8 13

2. SSC Neapel 6 11: 4 12

3. RB Salzburg 6 16:13 7

4. KRC Genk 6 5:20 1

Gruppe F

Inter Mailand -FCBarcelona 1:2

Borussia Dortmund -Slavia Prag 2:1

1. FC Barcelona 6 9: 4 14

2. Borussia Dortmund 6 8: 8 10

3. Inter Mailand 6 10:9 7

4. Slavia Prag 6 4:10 2

Gruppe G

Benfica Lissabon -Zenit St. Petersburg 3:0

Olympique Lyon -RBLeipzig 2:2

1. RB Leipzig 6 10: 8 11

2. Olympique Lyon 6 9: 8 8

3. Benfica Lissabon 6 10:11 7

4. Zenit St. Petersburg 6 7:9 7

Gruppe H

Ajax Amsterdam -FCValencia 0:1

FC Chelsea -OSC Lille 2:1

1. FC Valencia 6 9: 7 11

2. FC Chelsea 6 11: 9 11

3. Ajax Amsterdam 6 12: 6 10

4. OSC Lille 6 4:14 1

Gruppe A

FC Brügge-Real Madrid Mi., 21.00

Paris Saint-Germain -Galatasaray Mi., 21.00

1. Paris Saint-Germain 5 12: 2 13

2. Real Madrid 5 11: 7 8

3. FC Brügge 5 3: 9 3

4. GalatasarayIstanbul 5 1: 9 2

Gruppe B

Olympiakos Piräus -RSBelgrad Mi., 21.00

Bayern München -Tottenham Hotspur Mi., 21.00

1. Bayern München 5 21: 4 15

2. Tottenham Hotspur 5 17:11 10

3. Roter SternBelgrad 5 3:19 3

4. Olympiakos Piräus 5 7:14 1

Gruppe C

Schachtjor Donezk -Atalanta Bergamo Mi., 18.55

Dinamo Zagreb -Manchester City Mi., 18.55

1. Manchester City 5 12: 3 11

2. Schachtjor Donezk 5 8:10 6

3. Dinamo Zagreb 5 9: 9 5

4. Atalanta Bergamo 5 5:12 4

Gruppe D

Atlético Madrid -LokomotiveMoskau Mi., 21.00

BayerLeverkusen -Juventus Turin Mi., 21.00

1. Juventus Turin 5 10: 4 13

2. Atlético Madrid 5 6: 5 7

3. BayerLeverkusen 5 5: 7 6

4. LokomotiveMoskau 5 4: 9 3

Zweite Liga, 16. Spieltag

Hamburger SV -1.FCHeidenheim 0:1 (0:0)

Arminia Bielefeld -Karlsruher SC 2:2 (0:1)

Hannover96-ErzgebirgeAue 3:2 (1:1)

Holstein Kiel -VfL Osnabrück 2:4 (2:1)

SpVgg Fürth -VfL Bochum 3:1 (1:0)

Jahn Regensburg -FCSt. Pauli 1:0 (1:0)

Dynamo Dresden -SVSandhausen 1:1 (1:1)

SV Wehen Wiesbaden -Darmstadt 98 0:0

VfB Stuttgart-1.FCNürnberg 3:1 (0:1)

1. Arminia Bielefeld 16 35:18 33

2. Hamburger SV 16 33:16 29

3. VfB Stuttgart 16 27:21 29

4. 1. FC Heidenheim 16 24:17 26

5. VfL Osnabrück 16 21:16 23

6. Jahn Regensburg 16 29:25 23

7. ErzgebirgeAue 16 25:25 23

8. SV Sandhausen 16 18:17 22

9. SpVgg Fürth 16 19:20 22

10. Holstein Kiel 16 25:26 21

11. Karlsruher SC 16 28:30 20

12. Hannover96 16 19:26 20

13. Darmstadt 98 16 17:22 19

14. VfL Bochum 16 28:30 17

15. FC St. Pauli 16 18:22 15

16. 1. FC Nürnberg 16 22:32 15

17. SV Wehen Wiesbaden 16 19:32 14

18. Dynamo Dresden 16 17:29 13

Handball

WM der Frauen in Japan

Gruppe 1

Niederlande -Südkorea Mi., 7.00

Serbien -Dänemark Mi., 10.00

Norwegen -Deutschland Mi., 12.30

1. Norwegen 4 114: 99 6

2. Deutschland 4 106:104 5

3. Niederlande 4 113:103 4

4. Serbien 4 113:125 4

5. Dänemark 4 97: 98 3

6. Südkorea 4 111:125 2

Gruppe 2

Spanien -Russland Mi., 7.00

Rumänien -Japan Mi., 10.00

Montenegro -Schweden Mi., 12.30

1. RUSSLAND * 4 125: 91 8

2. Spanien 4 119:101 7

3. Schweden 4 118:106 5

4. Montenegro 4 111:114 4

5. Japan 4 106:130 0

6. Rumänien 4 82:119 0

*Die Mannschaften in Versalien stehen im Halbfinale


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 – S eite 20

·························································································································································································································································································

Sport

Die Kraft

des ruhenden

Balls

Klinsmann lässt Hertha in

der Not Standards trainieren

VonSebastian Schmitt

Auch zur Beginn der neuen Trainingswoche

war bei Hertha BSC

das Spiel in Frankfurt amvergangenen

Freitag noch immer ein Thema.

Besonders ein Punkt ärgerte Jürgen

Klinsmann, 55, nach dem 2:2 am

Main. „Wir müssen abstellen, dass

der Gegner kurzvor Schluss noch so

ein Geschenk bekommt. Das ist

nicht nötig“, sagte der Cheftrainer,

dessen Elf sich unter seiner bisher

zweiwöchigen Regie im Vergleich zu

Vorgänger Ante Covic in puncto

Laufbereitschaft und Zweikampfführung

deutlich verbessert zeigt.

Ein Problem, das sich wie ein roter

Faden durch Herthas Saison zieht,

bleibt dagegen: Standardgegentore.

Hertha kassierte gegen die Eintracht

die Gegentreffer zwölf und

dreizehn nach ruhenden Bällen –Ligahöchstwert.

„Frankfurt hatte 16

Ecken. Das heißt, wir haben zumindest

bei 14 gut gestanden“, kommentierte

Klinsmann direkt nach

Spielschluss noch mit einem Schuss

Humor.Doch um am Sonnabend gegen

den forsch aufspielenden SC

Freiburgendlich den ersten Sieg seit

dem 4. Oktober zu feiern, will er genau

dort den nächsten Hebel ansetzen.

„Wir werden da jetzt Hand anlegen“,

kündigte er an.

Freiburggibt Beispiel

Weil besonders das Defensivverhalten

bei Standardsituationen übungsund

damit auch zeitintensiv ist, ist

Klinsmann gezwungen, die von Covic

einstudierte Mann-Raum-Deckung

zunächst beizubehalten. „Ich

habe das erst mal so übernommen,

wie es die Jungs gewohnt waren“,

sagte Klinsmann. Er könne es zwar

an die Tafel malen und erklären, wie

er sich das zukünftig vorstellt, „aber

es muss in der Praxis geübt werden.“

Ein Schwerpunkt für die Wintervorbereitung,

die auf Wunsch vonKlinsmann

nicht erst am 2. Januar 2020,

sondern„vier oder fünf Tage früher“

beginnen soll, steht damit bereits

fest.

Dass Freiburg inder Tabelle mit

bereits 25 Punkten sogar vordem FC

Bayern rangiert, liegt auch daran,

dass sie im Breisgau, ähnlich wie

beim 1. FC Union in Köpenick, Standardsituationen

schon lange als ein

Schlüsselelement ausgemacht haben.

Freiburgs Trainer Christian

Streich, 54, wagte in Bezug auf sein

Team bereits die These: „Ohne Standards

gewinnen wir kein Spiel.“

Seine Co-Trainer Florian Bruns und

Lars Voßler bekommen daher unter

der Woche viel Zeit für das Einüben

vonStandardsituationen. MitErfolg.

DerSportclub kassierte in dieser Kategorie

bisher nur vier Gegentore.

Auf Voßlers Expertise griff bereits

Bundestrainer Joachim Löw vor der

Weltmeisterschaft 2014 zurück. Das

Ergebnis ist bekannt.

Hat allerlei tolle Ideen für Hertha:

Jürgen Klinsmann. IMAGO IMAGES/NORDPHOTO

VonMichael Jahn

Einen Präsidenten mit seinem

Spitznamen anzusprechen,

ist wahrscheinlich

nur im Fußball möglich.

„Kobi!“ rief ich also insTelefon, als der

Präsident des Georgischen Fußball-

Verbandes, Lewan Kobiaschwili, aus

dem fernen Tiflis am Handy war:„Ja,

hier Kobi, wie geht es Dir?“, antwortete

er. Nun muss man dazu sagen,

dass ich den Rekord-Internationalen

von Georgien (100 Länderspiele)

während seiner vier Jahreals Hertha-

Profi hautnah begleiten

konnte. Den Kontakt

ließ ich später nie

abreißen. Kobi, 42, ist

seit Oktober 2015 der

Fußball-Boss der

Georgier. Gleich mehrere

Gründe hatten

mich bewogen, ihn gerade

in dieser Woche

anzurufen.

Nachdem Hertha

das erste Spiel unter

Trainer Jürgen Klinsmann

mit 1:2 gegen

Liebesgrüße

aus Tiflis

„Kobi aber

möchte wie

immer für

Herthas Traditionself

auflaufen.

Das

nennt man

Vereinstreue.“

Borussia Dortmund

verloren hatte,war das

Team auf Relegationsplatz

16 abgerutscht

und befindet sich nach

dem 2:2 in Frankfurt

noch immer in der Abstiegszone.

Sofort erinnerte ich mich

an schlimme Szenen, in denen auch

Kobiaschwili eine Hauptrolle spielte.

Kobi musste mit Hertha BSC im Mai

2012 die Relegation gegen Fortuna

Düsseldorf spielen. Nach einem 1:2

im Olympiastadion und dem skandalösen

2:2 in Düsseldorf stieg Hertha

mit Getöse ab.ImTohuwabohu nach

dem Platzsturmder entfesselten Fortuna-Fans

war Kobiaschwili mit Referee

Wolfgang Stark aneinandergeraten.

Derbehauptete,geschlagen worden

zu sein. Kobi, als fairer Spieler bekannt,

bekam die längste Sperre, die

je im deutschen Profifußball ausgesprochen

wurde. Ermusste vom 4.

Juni bis 31. Dezember 2012 seinen

Teamkameraden tatenlos zusehen.

„Nein“, sagt Kobi jetzt am Telefon,

„die heutige Hertha-Mannschaft

muss 2020 sicherlich nicht in die Relegation.

Hertha wird bald aus dem

Tabellenkeller nach oben klettern.

Das Potenzial ist groß und Jürgen

Klinsmann wirdeswecken.“ Kobi hat

die beiden letzten Duelle gegenDortmund

und Frankfurt amFernseher

verfolgt.„Meine Eindrücke waren positiv,das

geht in die richtige Richtung.

DasTeamhat wieder Feuer.“

Nun kommt am Sonnabend ausgerechnet

der SC Freiburg ins Olympiastadion.

Hertha will mit einem

Sieg weiter der Abstiegszone entkommen.

Lewan Kobiaschwili aber erlebte

einst in Freiburg eine wunderbare

Zeit als Profi, ehe

er zu Schalke 04 und

später zu Hertha wechselte.

Beim SCwar er

Ende der Neunzigerjahre

zum Publikumsliebling

aufgestiegen

und gehörte zur berühmten

Fraktion der

„Breisgau-Wilis“.

Zusammen mit

Aleksandre Iaschwili,

Lewan Zkitischwili und

dem Deutschen Tobias

Willi (welch ein Zufall!)

verzauberten sie die

Liga. Die Freiburger

Fans hängten beim

Verlesen der Mannschaftsaufstellung

als

Zeichen der Wertschätzung

für die

Georgier auch bei den anderen SC-

Profis ein „Wili“ an, etwa: „Richard

Golz-Wili“ oder„Andreas Zeyer-Wili!“

Kobi lobt: „Die machen seit Jahren einen

unglaublich guten Jobmit geringen

finanziellen Mitteln. DerSCFreiburg

ist in Georgien seit meiner Zeit

viel populärer als der FC Bayern.“

Herthas Anhänger können Kobi

bald wiedersehen. Er wirdam11./12.

Januar 2020 beim Hallenmasters in

der Schmelinghalle auflaufen. 2016

wählten ihn die Fans gar zum Publikumsliebling

des Turniers. Erist dieses

Malfür das Team vonDinamo Tiflis

gemeldet, in dem sage und

schreibe sechs ehemalige Profis mit

„wili“ am Ende des Nachnamens stehen.

Kobi aber möchte wie immer für

Herthas Traditionelf auflaufen. „Tiflis“,

sagt er,„ist auch ohne mich sehr

stark.“ Dasnennt manVereinstreue.

Der Weisheit letzter Schuss

Spaß am

Absteiger-Quiz

VonAndreas Baingo

Neulinge leben gefährlich.

Mal mehr, mal weniger

und zumindest was die

Tabelle angeht. Weil der

1. FC Union tatsächlich auch einer ist,

ein Neuling also und keiner dieser

Wiederkehrer, die schon einmal in

der Bundesliga waren wie der 1. FC

Köln und der SC Paderborn, haben

sie an den Stammtischen in Köpenick

gut lachen, wenn es zu diesem Abstiegs-Quiz

kommt: Werist aus der

Bundesliga noch nie abgestiegen?

Biszum Saisonende

2017/18 kam zumindest

dieser Name wie

aus der Pistole geschossen:

der HSV! Das

aber ist seitdem Geschichte,

der Dino ist

erlegt. Na gut, auf die

Bayern aus München

kommen siealle,selbst

wenn der Rekordmeistererst

zwei Jahrenach

der Gründung, 1965

also, dazugekommen

ist. Gut dabei ist auch

Bayer Leverkusen, seit

1979 im Oberhaus.

Aber dann? Dann wird

es eng, weil die Historie

Vereine nach oben gespült

hat, an die die

Gründungsväter Anfang

der Sechzigerjahrenicht gedacht

haben und nicht denken konnten.

Um es kurz zumachen: Zu den

Bayern und zu Bayer gesellen sich

fünf weitere Vereine: der VfL Wolfsburg,

1997 aufgestiegen, die TSGHoffenheim,

seit 2008 dabei, der FC

Augsburg (2011), RB Leipzig (2016)

und, na logo,der 1. FC Union.

Ja,ja, ich weiß, diese Aussageist so

steil wie gewagt. Für den Moment

aber stimmt sie,sowie sie einst auch

für Ulm, Fürth, den VfB Leipzig, Fortuna

Köln, Blau-Weiß 90 und sogar

Tasmania Berlin gestimmt hat, und

ein paar Spitzfindigkeiten machen

ein unterhaltsames Quiz doch aus.

Ich komme nur deshalb darauf,

weil die Eisernen in ihren„Aufsteigerwochen“

stecken. Nach dem Heimspiel

gegen die Geißbock-Elf folgt am

Sonnabend der Trip nach Paderborn.

ZweiBerliner Teamsinder Bundesliga,

zwei Kennerdes BerlinerFußballs:

MichaelJahn undAndreas Baingogeben immer

mittwochs ihre Expertise ab.

Michael Jahn für HerthaBSC, seine Hertha, die

er seitmehr als zwei Jahrzehnten als Reporter

begleitet. UndAndreas Baingofür den 1. FC

Union, seineEisernen, für dieerselbst früher

am Ball war. Vordem fünfzehntenSpieltag

tauscht sich der eine aus gutem Grundmit dem

Bossdes georgischen Fußball-Verbandes aus,

währendder andere von einer erstaunlichen

Tradition zu berichten weiß.

„Zurzeit jedenfalls

sind

die Eisernen

es, die allen

beweisen, wie

Behauptungswille

geht.“

GETTY IMAGES

Dabei soll bloß kein„Zweite-Liga-Gefühl“

aufkommen. Zumindest nicht

bei den Eisernen, denn die haben gezeigt,

wie ein Polster auf die Abstiegsplätzegeschaffen

wird.

Zurzeit jedenfalls sind sie es, die

allen beweisen, wie Behauptungswille

geht, wieTeamworkfunktioniert

und wie selbst gegen die vermeintlich

Großen, was sie, soBorussia Dortmund

und Borussia Mönchengladbach,

ja auch sind, Dreier eingefahrenwerden.

Es muss und es wirdauch

nicht so enden wie 1998, als mit dem

1. FC Kaiserslauternerstmals ein Aufsteiger

den Titel gewann.

Es geht auch

und besser sogar mit

leichterem Gepäck.

Mit anderen Worten:

Derzeit halten die Eisernen

die besten Karten

dafür in der Hand,

eine erstaunliche Tradition

fortzuführen.

Die nämlich, dass zumindest

ein Aufsteiger

oben bleibt.

Die Tradition reicht

zurück bis ins Jahr

1994, als es für einen

Sieg nur zwei Zähler

gab und Dynamo

Dresden trotz eines

Vier-Punkte-Abzuges

die Klasse behauptete.

EinJahrvorher hatte es

mit Bayer Uerdingen und dem 1. FC

Saarbrücken beide Aufsteiger erwischt.

In all den Spieljahren danach

hat sich tatsächlich zumindest ein

Aufsteiger gerettet. Bochum, Freiburg,

auch Cottbus, Hannover und Eintracht

Frankfurt ist es mindestens

zweimal gelungen, ebenso Bielefeld,

Nürnberg, Mainz und –stimmt wirklich!

–Mönchengladbach. Die Kölner

haben ihren Geißbock sogar schon

dreimal bei den Hörnerngepackt und

als Aufsteiger gezeigt, wie es da oben

geht. Nur: Sie sind alle eben auch

schon abgestiegen, die meisten von

ihnen sogar mehrmals.

Am liebsten wäremir deshalb,wir

spielten das „Wer ist aus der Bundesliga

noch nie abgestiegen?“-Quiz in

zig Jahren erneut und das Ende der

Antwort würde weiterhin lauten: …

und, na logo,der 1. FC Union.

Gegen

jede

Wette

Unions Parensen ist auch in

Liga eins ein Erfolgsfaktor

VonMax Ohlert

Alle, die es mit dem 1. FC Union

halten, hatten sich im Sommer

mit Michael Parensen gefreut. Darüber,

dass der Zweitligarekordspieler

des Klubs nach zehn eisernen Jahren

in der Dritten und Zweiten Liga nun

auch noch das AbenteuerBundesliga

miterleben darf. Doch gab es wohl

kaum einen, der ernsthaft darauf gewettet

hätte, dass der „ewige Micha“

womöglich zu Startelf-Einsätzen im

Oberhaus kommen würde.

Der33-Jährige war ja schon in der

Aufstiegssaison vornehmlich Trainer

Urs Fischers Retter, wenn personell

dringend NotamMannwar.Die Fans

lieben ihren Treuesten heiß und innig,

doch die sportlichen Lorbeeren

heimsten die Abwehrkollegen Marvin

Friedrich und Florian Hübner ein.

Undobwohl Union in der Saisonvorbereitung

noch einmal nachlegte und

mit Keven Schlotterbeck und Neven

Subotic namhafte Konkurrenz auf Parensens

Position nachverpflichtete,

kam der „ewige Micha“ am Sonntag

gegen den 1. FC Köln, für dessen Reserve

er immerhin 50 Spiele absolvierte,

schon auf seinen zweiten

Startelfeinsatz in der Bundesliga −

und schlug sich wie bereits in den

Einsätzenzuvor souverän.

Mehr als ein Maskottchen

„Ich versuche einfach, auch in der

Bundesliga meine Spiele zu machen

und bislang hat das eigentlich ganz

gut geklappt“, zeigte sich der Routinier

auch nach dem Spiel ganz professionell,

musste dann aber,auf das

Wiedersehen mit seinem alten

Freund Simon Terodde angesprochen,

doch kurz schmunzeln: „Vor

sechs, sieben Jahren hätte wohl keiner

vonuns beiden gedacht, dass wir

irgendwann mal in der Bundesliga

gegeneinander spielen.“

Natürlich spielte die kurzfristige

Verletzung Subotics für die erneute

Chance des Routiniers, über die der

übrigens erst am Spieltag endgültige

Gewissheit hatte („Ich hatte mir das

aber schon ein wenig gedacht“),

keine unwesentliche Rolle. Doch

was viele Beobachter in Bezug auf

den Verteidiger unterschätzt haben,

ist die Tatsache, dass Parensen das

Team keinesfalls als Maskottchen

begleitet. Urs Fischer vertraut ihm

hundertprozentig, weiß, dass erihn

jederzeit einsetzen kann und einen

höchst engagierten, technisch versierten

Defensivspieler bekommt,

der für Union sein letztes Hemd geben

würde.

Undder darüber hinaus ganz genau

weiß, wie dieser Klub tickt und

das auch seinen Mitspielern stets

vermitteln kann. Dass die Eisernen

kurz vor der Winterpause in der Tabelle

so gut dastehen, haben sie

schlussendlich auch Michael Parensen

zu verdanken. Wer hätte das

nach dem Aufstieg gedacht …?

Auf Michael Parensen kann sich Union

auch in der Bundesliga verlassen. CITY PRESS


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 – S eite 21

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Torsten Wahl

über den Pro7-Thriller

„Schattenmoor“

Seite 26

„Die Fortsetzung des schwedischen Popmärchens nach Abba.“

Harry Nutt zum Todder Roxette-Sängerin Marie Fredriksson Seite 26

Literaturnobelpreis

Verbrechen

und Dichtung

PetraKohse

wundertsich über Erdogans

Vorwurf des „Rassismus“

Dpa meldet, dass der türkische

Präsident Erdogan den Schriftsteller

Handke am Dienstag als „rassistische

Person“ bezeichnet und die

Verleihung des Literaturnobelpreises

an ihn am gleichen Tag, dem Tag

der Menschenrechte,scharfkritisiert

hat. Jemanden auszuzeichnen, der

den „Genozid in Bosnien-Herzegowina

leugnet und Kriegsverbrecher

verteidigt“, hätte wohl „keine andere

Bedeutung, als Verstöße gegen Menschenrechte

auszuzeichnen“. Zuvor

hatte ein Sprecher Erdogans dem

Nobelpreiskomitee schon vorgeworfen,

damit „zu neuen Kriegsverbrechen

zu ermutigen“.

Das sind starke Worte. Starke

Worte einer Staatsmacht, die Literatur

und Literaten, das zeigen die Verstöße

gegen die Meinungsfreiheit

dort, sehr ernst nimmt. Nun werden

der Türkei von Amnesty International

aktuell ja selbst Kriegsverbrechen

und Menschenrechtsverletzungen

während ihrer Offensive in

Nordostsyrien vorgeworfen. Einen

alternativenVorschlag für einen Literaturnobelpreiskandidaten

machte

der Präsident indessen nicht.

Der Rassismusvorwurf gibt besonders

zu denken. Jemand, der

Kriegsverbrechen verteidigte, wäre

ein Kriegsverbrechenverteidiger

oder ein Verharmloser. Aber ein

„Rassist“? Selbst wer einen Genozid

nicht nur leugnete, sondern – der

Himmel bewahre! – veranlasste,

wäre zwar ein Verbrecher, müsste

aber nicht notwendig „Rassist“ sein.

Er könnte politische statt biologischkulturelle

Gründe haben.

„Rassist“ aber ist heutzutage das,

was gar nicht geht. Dieeine Position,

die wirklich nicht verhandelbar ist.

Mit einer solchen Zuweisung erledigt

man anderegewissermaßen mit

der linken Hand und im Zweifelsfall

auch unbesehen. DerRassismusvorwurf

ist das ultimative Schandmal

unserer Tage.Wie gut, dass es an Peter

Handke nicht haften bleiben

kann. Er ist ein für seine politischen

Positionen umstrittener Dichter.Das

ist in Europa nicht strafbar.

Auf Mänschisch

Brief an „Fuchs 8“, den Helden oder Co-Autor des neuesten Werks des Booker-Preisträgers George Saunders

Es sieht aus, als wäre esfür

Kinder geschrieben, denn

die Schrift ist größer gesetzt

als für belletristische Werke

üblich. Auch ziehen sich zarte Zeichnungen

durch das Buch. Sogar ist

vonKindernanfangs die Rede,denn

der Erzähler sucht ihre Nähe und

hört zu, wenn sie Gutenachtgeschichten

vorgelesen bekommen. Es

könnte auch im Regal für Geschenkbücher

einsortiert werden, so

hübsch wirkt der schmale Band äußerlich.

Doch George Saunders ist

kein Autor, der seine Leser mit netten

Geschichten einlullt. Seine Erzählbände

und sein Roman zeigten

ihn bisher als radikalen Erneuerer

der Literatur, der den Blick ins

Dunkle nicht scheut. Sein „Fuchs 8“

vermag auch kummergeprüfte Leser

aufzustören. Saunders hat sich dafür

in die Rolle eines anderen Wesens

begeben, er schreibt als der Fuchs

selbst. Ihmgilt die Antworthier.

Lieber Fuchs 8,

ich nehme an, Du wartest schon

eine Weile auf Antwort. Am Ende

Deines Briefs an uns Menschen

schreibst Du,die Antwortsolle unter

das „Fogelhoischen“ abgelegt werden.

Ichhabe es nicht gefunden.

Zugegeben, manchmal erschwert

Deine Rechtschreibung das Verständnis,

aber dass Du ein Vogelhäuschen

meinst, habe ich schon

verstanden. Ich verwende die Zeitung,

um Dich zu erreichen, so wie

Du ja offensichtlich auch nicht einfach

nur den Briefkasten benutzt

hast. Dein Brief erreichte mich als

Buch, angeblich von George Saunders,der

ein amerikanischer Schriftsteller

ist. Es heißt wie Du „Fuchs 8“.

Bei der Übersetzung ins Deutsche

hat sich Frank Heibertoffensichtlich

viel Mühe gegeben, Deine oft nach

den Lauten orientierte Schreibweise

und den füchsischen Sprachduktus

beizubehalten.

Erst dachte ich ja, das sei ein genialer

Trick von George Saunders,

dessen Erzählsammlung „I Can

Speak! TM“ hellsichtige Kunstwerke

enthält, dessen Stories unter dem Titel

„Zehnter Dezember“ den Menschen

am Rand zeigen und der mit

dem Buch „Lincoln im Bardo“ die

Möglichkeiten des Romans um einen

riesigenTotenchor erweiterthat.

Er könnte nun einem Fuchs seine

Das Tier schaut fragend. Wastun wir ihm an?

Stimme gegeben haben? Kann

George Saunders empfinden, was

Du durchgemacht hast?

Kann er sich hineinversetzen in

einen Fuchs, dessen Gemeinschaft

ihren Lebensraum durch eine Einkaufs-Mall

verliert, der Augenzeuge

einer brutalen Tatohne Sinn wird,

GETTY/OMAR JABRI EYEEM

der aber dennoch die Menschen verstehen

will?

Nature writing ist derzeit ein auffälliger

Trend in der Literatur, doch

gehen diese mal eher poetischen,

mal mehr klassifizierenden Naturbeschreibungen

immer vom Menschen

aus. Hier aber lesen wir Beobachtungen

konsequent aus der

Perspektive eines Fuchses. Ich weiß,

dass George Saunders in den Catskill

Mountains im US-Staat New York

lebt, einer Gegend, die zu der in Deinem

Brief passen könnte: Dort gibt

es Wälder, aber auch Straßen mit

Siedlungen dran. Aus meiner Stadt

weiß ich, wie anpassungsfähig

Füchse sein können, gerade sah ich

weder einen aus unserem Hinterhof

kommen. Ich bewundere Dich,

Fuchs 8, wie Du bei Menschen nicht

nur Futter suchtest, sondern, angelockt

vom Vorlesen für die Kinder,

abends an den Fenstern dermaßen

intensiv lauschtest, fasziniert von

den „Musikwörtern“ der Gutenachtgeschichten,

dass Du „Mänschisch“

sprechen und schreiben lerntest.

Durch Deinen Brief wissen wir,

was in Deiner alten, bedrohten Gemeinschaft

für ein rauer Ton

herrschte. Der „Krose Fürer“ bestimmt,

was die anderen denken sollen.

So etwas haben wir Menschen

leider auch schon durch. Manche

Wesenordnen sich offenbar gerneinem

Führer unter. Aber Du hast Dir

die eigene Meinung gebildet, Dich

selbst auf den Weggemacht, was für

Deinen besten Freund(„Froind“) allerdings,

Fuks 7,nicht gut ausging.

Deine Geschichte geht weiter,sie erreicht

mein Herz. Dir muss ich sie

nicht erzählen, und wer sie kennenlernen

will, kann sie selbst lesen. Es

stecken so viele lustige Wörter und

leider zugleich so viele traurige Tatsachen

darin. Siehat allerdings kein,

wie Du schreibst, „Heppi Ent“, weshalb

sie für kleine Kinder nicht zum

Vorlesen taugt. Ältere jedoch, also

jene,die auf die Straße gehen, um die

Wälder zu retten, die das Billigfleisch

aus den Malls ablehnen, die könnten

sich auf Deinen Brief einlassen.

Es liegt bei uns Menschen, dass

nicht nur Märchen, sondern auch

die realen Geschichten von heute

über Natur und Tiere gut ausgehen.

Auch an jedem einzelnen. Dein kurzerBrief,

der für ein Werk aus Fuchs-

Pfoten gewiss extrem lang ist, will

uns nicht in Ruhe träumen lassen.

Dafür bin ich Dir dankbar, lieber

Fuchs. Mach’s gut, ich wünsche Dir

Glück, Deine Cornelia Geißler

Georg Saunders: Fuchs8.

Deutsch vonFrank Heibert.

Luchterhand, München 2019. 56 S.,12Euro.

NACHRICHTEN

Neuer Banksy zeigt

Obdachlosen im Schlitten

EinObdachloser auf einer Bank oder

der Weihnachtsmann auf seinem

Schlitten? Einneues Kunstwerkdes

britischen Street-Art-Künstlers

Banksy in Birmingham zeigt auf einer

Backsteinmauer zwei fliegende

Rentiere, die eine davor stehende

Bank zu ziehen scheinen. Aufeinem

Video,das Banksy am Montag auf Instagram

postete,liegt ein offenbar

obdachloser Mann namens Ryan auf

der Bank. „Gott segne Birmingham“,

schrieb Banksy auf der Plattform. „In

den 20 Minuten, die wir Ryan auf

dieser Bank gefilmt haben, haben

Passanten ihm ein warmes Getränk,

zwei Schokoriegel und ein Feuerzeug

gegeben –ohne dass er überhaupt

danach gefragt hat.“ Seine Fans feierten

Banksy für das sozialkritische

Kunstwerk. DasVideo wurde millionenfach

abgerufen. (dpa)

Neuer Banksy in Birmingham: Unbekannte

malten die Rentiernasen rot. GETTY IMAGES

Das Goethe-Institut warnt

vor Abschottung

DerPräsident des Goethe-Instituts,

Klaus-Dieter Lehmann, hat eindringlich

vorAbschottung in Europa

gewarnt. „Die europäische Kultur ist

eine Migrationskultur“, sagte Lehmann

am Dienstag in Berlin unter

Hinweis auf den über Jahrhunderte

immer wieder deutlich sichtbaren

Austausch. „Es wärebitter,wenn

sich gegenseitige Abschottung,

Gegnerschaft gegen das Fremde,

Manipulation und nationalistische

Tendenzen fortsetzen würden“,

sagte Lehmann mit Blick auf entsprechende

Vorgänge in Deutschland.

„Das ist eine Entwicklung, der

das Goethe-Institut mit aller Macht

entgegentritt.“(dpa)

UNTERM

Strich

Krankenhaus

Man ist ja

nur Gast

VonAndreas Scheffler

Esgibt sie noch, die Krankenschwester,

die morgens in aller Frühe wie ein Rollkommando

mit ihremTross ins Krankenzimmer

marschiert, einen aus dem Schlaf poltert,

herumramentert und die Fenster aufreißt,

weil es „müffelt“, sodann träges Blut

aus der Armvene saugt, einen in helle Aufregung

versetzt, während sie den Blutdruck

misst und in routinierter Sachlichkeit fragt,

ob „wir“ denn wohl seit gestern Stuhlgang

gehabt hätten, wenn ja, welcher Konsistenz.

Dies alles geschieht mit einer Energie

und Geschäftigkeit, die keinen Zweifel

daran lässt, dass der Taghier und jetzt mit

allen seinen Konsequenzen begonnen hat.

Am Anfang wollte ich noch scherzhaft entgegnen,

das mit dem Stuhlgang müsse sie

doch schon wissen, wenn sie von „uns“

spreche. Ich habe es lieber gelassen, denn

es gibt sie noch, die Krankenschwester, die

alle anbrüllt, als wären sie stocktaub, die

einen in ihrem Heimatdialekt, den man

nur bruchstückhaft versteht, zusammenfaltet,

weil man nicht die Gemüsebeilage

aufgegessen, sich nicht rasiert oder heimlich

geraucht hat; die einen darauf hinweist,

dass die Sonne scheint und man

doch mal spazieren gehen soll, denn man

müsse schon auch selber mithelfen, wenn

man gesund werden wolle. Und im Übrigen

sei die Bockwurst vom Krankenhausimbiss

sehr zu empfehlen.

Ich sage lieber nicht, dass die Broschüre

zum Thema„Unterdrückung des Immunsystems“

vor Imbisskost warnt, denn diese

Krankenschwester, die es tatsächlich noch

gibt, ist keine Freundin des Widerspruchs.

Sie ist auch nicht erfreut, wenn man darum

ELISABETH BRINKMEIER

bittet, den Stationsarzt oder die Stationsärztin

sprechen zu dürfen, denn eigentlich

möchte sie sagen, dass sie ja aufgrund ihrer

Erfahrung viel mehr weiß als der jüngereStationsarzt,

der außerdem auch noch einen

Zopf hat und Ausländer ist. Siesagt das nicht,

denn bei mir ist Vorsicht geboten. Auf meinem

Nachttisch liegen Bücher von einem

Marcus Aurelius und vonStephen King. Und

das ist irgendwie komisch, womöglich sogar

links und intellektuell.

Der Herr im Nachbarbett kommt aus Syrien

und heißt Saad. Dasbedeute„der Glückliche“,

sagt er, und er sei sehr glücklich über

die neue Niere, die er geschenkt bekommen

habe. Aber manchmal, wenn er seine orientalische

Musik, die mir ziemlich auf die Nerven

geht, über Kopfhörer viel zu laut hört,

muss er weinen, weil er nie Besuch von seiner

Familie bekommt, die 400 Kilometer weit

weginWestfalen wohnt.

Die Krankenschwester sagt, sie habe

nichts dagegen, dass Saad und die anderen

Ausländer bei uns zu Gast seien, vorausgesetzt,

sie würden Deutsch lernen, denn das

könne man von einem Gast erwarten. Sie

sagt das inihrem Heimatdialekt, doch Saad

kapiert tatsächlich, was sie meint und zählt

ihr radebrechend, aber verständlich, alle

Deutschkurse auf, die er besucht hat. Ich

drehe mich um und schäme mich fremd, bis

sie endlich verschwunden ist.

Irgendwann, ich habe den Schichtwechsel

verschlafen, kommt die andereSchwester

an mein Bett und sagt ganz behutsam, sie

habe vorhin meinen Verband wechseln wollen,

aber ich hätte so fest geschlafen, da habe

sie nicht stören wollen. Ob es denn jetzt recht

sei. Undich sage, dass es natürlich rechtsei.

Undich lächele sie an, und sie lächelt zurück,

denn sie ist eine von den Guten, die es auch

noch gibt.


22 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Balladen

für die

Ewigkeit

Roxette-Sängerin Marie

Fredriksson gestorben

Politiker

beim

Zungenkuss

Ein Kalender von

und für Idealisten

VonHarry Nutt

Auch wenn sie Julia Roberts in

„Pretty Woman“ dem Gefühl

emotionaler Verletztheit mit dem

Song „It Must Have Been Love“ bloß

ihre Stimme verliehen hatte, war die

schwedische Sängerin Marie Fredriksson

bald selbst eine Stilikone.Mit

ihrer strubbeligen Kurzhaarfrisur

und einem weit ausgeschnittenen

Trägerkleid verkörperte

die

1958 im schwedischen

Össjö

geborene Sängerin

an der Seite

ihres musikalischen

Partners

Per Gessle die

Fortsetzung des

schwedischen

Popmärchens

Marie Fredriksson nach Abba.

(1958–2019) Als Roxette

avancierten die

beiden in den späten 80er-Jahren zu

einem der erfolgreichsten Duette der

Popgeschichte. Hits wie „Listen To

Your Heart“ und „The Look“ standen

für die verführerische Leichtigkeit einer

Epoche, der nach der Auflösung

der politischen Machtblöcke die

Welt in viele Richtungen offenzustehen

schien. Das Roxette-Prinzip basierte

dabei auf balladesker Beschwingtheit

und melancholischer

Tiefe. In hoher Schlagzahl lieferte

Roxette eingängige Melodien und

IMAGO

gehaltvolle Up-Tempo-Nummern,

die beim Wiederhören auch jenseits

der nervigen Formats der 80er-

Jahre-Shows ihren Reiz nicht verlorenhaben.

Ein jähes Ende des immer auch

etwas gesprenkelt wirkenden Gute-

Laune-Gefühls brachte 2002 die

Nachricht, dass Fredriksson an einem

Hirntumor erkrankt sei. Zwar

stand sie bald wieder auf der Bühne,

war in der Folgezeit aber deutlich gehandicapt.

Als Roxette 2015 aus Anlass

ihres 30-jährigen Bandjubiläums

auf Tournee gingen, absolvierte

Fredriksson die Konzerte im

Sitzen. Kurz danach rieten ihr die

Ärzte von Konzerten ab. AmMontag

ist Marie Fredriksson, Mutter zweier

Kinder, die auch als Malerin figürlicher

Zeichnungen in Erscheinung

getreten war, imAlter von 61Jahren

gestorben.

Blutiges Wasser im Waschbecken ist nur eines der verhängnisvollen Zeichen, mit denen sich Emma Müller (Caroline Hartig) konfrontiertsieht.

Doppelgängerin in der Schnipseljagd

VonTorsten Wahl

Pro Sieben hat seinen Teenie-Thriller „Schattenmoor“ im Netz zerstückelt

Ein Mädchen flüchtet panisch

mit einer Videokamera

durch einen Wald am

See, stürzt und wird von einem

schwarz gekleideten Verfolger

gestellt. EinMädchen, das neu ins noble

Schulinternat „Schattenmoor“

einzieht, wundert sich, dass alle sie

anstarren: Denn Emma sieht genau

so aus wie die seit Wochen verschwundene

Ann-Sophie, die Flüchtende

aus dem Wald. Caroline Hartig

spielt eine Doppelrolle. Der Schatten

der Doppelgängerin scheint Emma

zu verfolgen. Mit immer drastischeren

Zeichen wird ihr ein Countdown

angezählt: Mal ringelt sich eine

Schlange aus ihrem Schrank, mal

blutet sie unter der Dusche.

Die ersten Szenen mit der

Flucht und der Ankunft im Internat

waren als „Preview“ schon am

1. Dezember auf Pro Sieben zu sehen.

Heute läuft der Thriller komplett.

Bis zum Wochenende hatte

der Sender sieben weitere Häppchen

des Films ins Netz gestellt.

Die immer kürzeren Schnipsel ergaben

zusammen etwa 80 Minuten,

rund drei Viertel des Films.

Senderchef Daniel Rossmann verspricht

„neue Erzählformen“ und

ein „einzigartiges Seherlebnis“.

Starke Worte von einem Sender,

der sieben Jahre lang nicht einen

einzigen Spielfilm mehr produziert

hatte. Bis 2007 liefen noch regelmäßig

Filme unter dem Logo

„Made by Pro Sieben“, ein Neuanfang

2012 wurde rasch wieder beendet.

„Schattenmoor“ ist nun keine

eigene Erfindung, sondern basiert

auf dem neuseeländischen Format

„Reservoir Hill“, das 2010 einen

Emmy bekommen hatte, dank seiner

originellen Interaktivität. Zuschauer

konnten in Rollen schlüpfen

und Hinweise zur Fortführung

geben. Das Mitspielen hält sich bei

„Schattenmoor“ online in Grenzen:

Zuschauer können sich die Instagram-Profile

der Figuren angucken

und in jedem Schnipsel eine

extra Rückblende dazu wählen, in

der Emma sich in Ann-Sophie verwandelte.

Mit immer drastischeren Zeichen

wird Emma ihr Countdown angezählt:

Mal ringelt sich eine Schlange

aus ihrem Schrank,

mal blutet sie unter der Dusche.

Insgesamt bauten die Preview-

Häppchen nicht etwa mehr Spannung

auf, sondern nervten immer

mehr. Die Figuren, die die beiden

Autoren Marvin Machalett und

BenZwanzig hier aufbieten, scheinen

aus dem Baukasten amerikanischer

Teenie-Dramen zu stammen.

So tritt Ann-Sophie in den

Rückblenden stets als arrogante,

intrigante „Bitch“ auf, ein Mathe-

Genie mit großer Brille ist das

OBS

„Brain“. Ebenso störend ist die forcierte

Jugendsprache. Selbst die

natürliche Emma sondert ständig

Sätze abwie „Ich bin schon ganz

fucking unten!“ Recht penetrant

stellt die Jugendserie den Sex in

den Vordergrund: Mal zwischen

den Schülern, mal mit dem Kunstlehrer

(Max vonThun). DasThema

immerhin hat Tradition bei Pro

Sieben, frühere Filme hießen „Sex

Up – Jungen haben’s auch nicht

leicht“, „Geile Zeiten“ oder „Tote

Hose –Kann nicht, gibt’s nicht“.

Sowohl die jungen Darsteller wie

Caroline Harting, David Hugo

Schmitz oder Timur Bartels als auch

Regisseur Marc Schießer durften

schon stärkere Talentproben abliefern.

Marc Schießer war Autor und

Regisseur der Serie„Wishlist“, die bei

Funk zu sehen ist und den Grimme-

Preis gewann. Dort war das Smartphone

nicht nur, wie in „Schattenmoor“,

ein Mobbing-Mittel, sondern

stellte die moderne Existenz in

Frage: Wersich über die „Wishlist“-

Appetwas wünschte,der musste bezahlen

–jegrößer der Wunsch, desto

härter die Gegenleistung. Dassprach

nicht nur Jüngere an – „Schattenmoor“

aber lässt zumindest die älterenZuschauer

kalt.

VonSusanne Lenz

Untergangsszenarien sind derzeit

in aller Munde,dakommt dieser

Kalender gerade recht. Denn darin

geht es um nichts weniger als die Rettung

der Welt. Zwölf Zeichnerinnen

und Zeichner – der kleine Berliner

Jaja-Verlag nennt sie Idealisten –haben

sich Gedanken dazu gemacht,

wie alles besser werden kann. Los

geht es im Januar mit dem Thema

Mülltrennung auf einemWimmelbild

von Anne Wenkel. Hausmüll, Seife,

Gemüse,Wasser –zuallem fällt ihr etwas

ein. Sogar zum Brot, das man sich

nicht jedes Mal ineine neue Papiertüte

packen lassen müsste, wenn

man einen Leinenbeutel dabei hätte.

Aber es geht nicht nur um Mama

Erde, die Lea Wegner als muskelbepackte

Ringerin gemalt hat, sondern

auch darum, was die Menschen auf

diesem Planeten so treiben. Micetwa

hat eine Weltkarte der Pressefreiheit

gezeichnet. Ein säbelschwingender

Prinz Salman vonSaudi-Arabien sagt:

„Ich zerstückele euch Journalisten.“

Am unteren Seitenrand ein Zitat, das

das Herz der Autorin höher schlagen

lässt: „Freier Journalismus ist voll

wichtig! Kauft ein Online-Abo oder jeden

Tageine Zeitung!“ Yeah! Es wird

geradelt, Toleranz und Solidarität geübt.

Lieblingsbild: Politiker beim

Gruppensex im Februar, Donald

Trump und Kim Jong Un beim Zungenkuss.Herrlich!

Weltrettung Wandkalender für2020, Jaja Verlag

Berlin, 22 Euro

TOP 10

Montag,9.Dezember

1 Danowski ZDF 5,30 18 %

2 Tagesschau ARD 4,86 17 %

3 heute journal ZDF 3,67 14 %

4 heute ZDF 3,63 15 %

5 Wer weiß denn ... ARD 3,56 18 %

6 SokoMünchen ZDF 3,55 17 %

7 RTL Aktuell RTL 3,08 14 %

8 Rosenheim-Cops ZDF 2,95 23 %

9 Wilde Nächte ARD 2,91 10 %

10 WISO ZDF 2,88 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

an- und Verkäufe

Kaufgesuche

4€ Ansichtsk. vor45, 030 4443802

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

herzenswünsche

Wichtige Information für unsere Anzeigenkunden:

Vorgezogener

Anzeigenschluss

nachWeihnachten2019

Erscheinungstag Anzeigenschluss Rubrik

Partnerschaften

er sucht sie

70 Jahre, 170, NR und nicht genug

vom Leben, es gibt noch so

viel zu erkunden und zu erleben

(Reisen, Konzert, u.v.m.). Wer

mach mit? Freu mich auf jede

Antwort. o ZU4000384703

BLZ, PF, 11509 BLN

Vermischtes

dienstleistungen

Entrümp.,10%Rabatt f. Seniorenbei Leerwhg.

Sonnabend, 29.12.2019

Sonnabend, 29.12.2019

Sonnabend, 29.12.2019

Sonnabend, 29.12.2019

Montag, 23.12.2019, 10 Uhr

Montag, 23.12.2019, 12 Uhr

Montag, 23.12.2019, 15 Uhr

Freitag, 27.12.2019, 10 Uhr

Automarkt &Boote

Stellenmarkt

Reisemarkt

Bildungsmarkt

Immobilienmarkt

Bauen, Dienstleistung…

Veranstaltungen

Traueranzeigen

redaktionelle Anzeigen

Jetzt Anzeige buchen!

Telefon: 030 2327-50,Fax:030 2327-6697, E-Mail: Berlin.Anzeigen@dumont.de


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Feuilleton

Jetzt

seid Ihr

dran!

„Das Dschungelbuch“

in der Kudamm-Komödie

Einmal

Selbsthass

und zurück

Der (auto-)biografische

Dokumentarfilm „Madame“

VonChristian Rakow

Das Bühnenbild mit seinen Lianen

und Wasserlauf sieht wie

eine dieser Südseefantasien vonPaul

Gauguin aus und lässt sich auch genauso

schnell als aufgemalt entlarven.

„Wäre schöner, wenn es echt

wäre“, meint ein kleiner Junge hinter

mir und wirdinder Folge noch einiges

entdecken, was nicht „echt“ ist:

zum Beispiel Tiere, die von Menschen

gespielt werden; oder eine

Frau, die den Jungen Mogli verkörpert.

Das„Dschungelbuch“ an der Kudamm-Komödie

im Schillertheater

ist für Kinder ab 4Jahren empfohlen.

Und eskonkurriert, wie jede Adaption

des Stoffs von Rudyard Kipling,

mit Bilderbüchernund mit dem Disney-Filmklassiker

und seinem tanzenden

Bären Balou („Probier’s mal

mit Gemütlichkeit“). Weshalb Oliver

Morschel als Erzähler und Samuel

Schaarschmidt als Panther Baghira

in einem etwas spröden Intro auch

gleich mal betonen, dass jeder seine

eigene „wahreGeschichte“ erzählt.

Tatsächlich aber steht das Erzählen

in der hier gespielten Musicalversion

aus dem Jahr 2002 von Autor

Christian Berg mit der Musik von

Konstantin Wecker eher im Hintergrund.

Spannungsbögen sind Nebensache,

Figuren des „Dschungelbuchs“

werden als bekannt vorausgesetzt

und in kleinen Szenen eher

zitiertals eingehend gezeichnet. Dafür

hat die Musik vor allem im leitmotivisch

eingesetzten „Dschu-

Dschu-Song“ Hitpotenzial. Und die

Spieler und Spielerinnen um die

leichtfüßige Rubini Zöllner als Mogli

steuern dazu knackige Choreographien

bei. Michael Hasenfratz

schwenkt wonnig den dicken Bärenbauch

Balous unter einem Frack;

Ana Ramirez discotänzelt als

Schlange Kaa. Später lässt sie mit

„Such dein Licht“ etwas Disney-

Schmelz über die Stimme tropfen.

„Jetzt seid ihr dran!“, rufen die Akteurewie

Animateureregelmäßig ihrem

Publikum zu. Und tatsächlich

findet die Regie von Melanie Herzig

Eines von 120 Kindern, die in „Berlin ist cool“ in drei Besetzungen auftreten. Ihr Enthusiasmus ist grenzenlos.

Aufstand gegen die Königin der Müllhalde

„Berlin ist cool“: Das private Kinder-Musical-Theater Berlin zeigt seit 15 Jahren eigene Stücke

VonBirgit Walter

Der Premierenapplaus

kennt keine Grenzen,

aber Vorsicht, das Publikum

ist parteiisch. Es

hockt voller Eltern und Großeltern,

die ihrem Nachwuchs selbstverständlich

ungehemmt zujubeln. Beängstigend

eng geht es derweil auf

der Bühne zu, wo sich so viele Mitwirkende

drängeln, dass man fürchten

muss, einer könnte vorn runterkippen.

Solche Massen kennt man

sonst nur von der großen Oper mit

Chor und Ballett.

Warumesfunktioniert

Doch die Premiere von „Berlin ist

cool“ des Kinder-Musical-Theaters

läuft in der Urania. Und imHintergrund

steht auch nicht der Staat und

seine Millionensubventionen, die

ein Theaterbetrieb nun mal kostet

mit all den Bühnenarbeitern, Toningenieuren,

Masken-, und Kostümbildnern.

Sonderndie Urania ist nur

gemietet von einem Verein, der die

täglichen Vorstellungen bis Monatsende

privat finanziert. Eigentlich ein

Widerspruch in sich. Warum es

trotzdem funktioniert, dazu später.

Erstmal zum Stück, das mehr bietet,

als der abgenutzte Titel verspricht.

Es handelt vonden Wunden

der Wegwerfgesellschaft, in der sich

aussortiertes Spielzeug auf einer

Müllhalde wiederfindet und verbittertden

Abstieg aus dem Kinderzimmer

realisiert. Als eine zarte orientalische

Tänzerin in wehendem Gewand

heranschwebt, faucht es ihr

entgegen: Wann begreifst du endlich,

dass du keine Prinzessin mehr

bist, sondern weggeworfen! Du

wohnst nun wie wir in der Unterwelt

auf stinkenden Trümmern. Hier haben

sich die Indianer, Hunde, Cowboys,

Matrjoschkas, Ballerinen, Ratten,

Igel und Mäuse eingerichtet.

Doch auch im Elend der Spielzeug-Parallelwelt

entstehen zwei rivalisierende

Gangs, zudem konnte

sich Königin Aresina durch harte

Hand und Raubzüge ihrer Rattenarmee

ein schillerndes Leben einrichten

–mit Personal. Einig sind sich alle

nur in einem, sie wollen zurück in ihr

altes Leben. Nureiner kann es schaffen

am Dolly-Day, dem Höhepunkt

des Jahres. Macht, Unterdrückung,

Überfluss, Ausgrenzung und Gemeinsamkeit

im Aufruhr –alles drin

in dem Stück vonVolkmar Neumann

zu der griffigen Musik des Schlagerkomponisten

Michael Hansen.

Gewiss ist es etwas überladen,

lang und weniger stringent als es

sein könnte, aber darum geht es

nicht. Denn jedes Kind braucht auch

seinen Auftritt. Störend ist allein die

Tonanlage, die Playbackmusik und

Livegesang harmonisieren soll und

daran öfter scheitert. Und schon

sind wir wieder bei der Frage: Wer

bezahlt das alles? Der Chef Volkmar

Neumann: Na,die Eltern.Vonden 60

Euro Monatsbeitrag der 120 Kinder

bestreitet er die Gagen für seine Lehrer,

alle mit Hochschulabschluss.Sie

unterrichten Schauspiel, Musik,

Stimmbildung, Gesang und Ballett.

Natürlich geht das nur im Nebenoder

Rentnerjob. Irmhild Kaufer

etwa hat an der Palucca-Schule studiert

und unterrichtet, entwickelt

die Choreografien und geht mit 81

noch in den Spagat, erzählen Kinder

in der Pause.

Elternarbeiten mit

RONALD RAMLOW

Dereigentliche Elternbeitrag ist aber

die Theater-Mitarbeit backstage,

denn sie „fahren“ tatsächlich die gesamteVorstellung.Väter

nehmen Urlaub

für den Aufbau des Bühnenbildes,

Mütter halten in jeder Vorstellung

Masken und Kostüme bereit,

schminken die Kinder, helfen beim

Umziehen im Minutentakt. Und sie

richten die Kostüme wieder her,weil

die 120 Kinder zwischen 5und 17 in

drei Besetzungen auftreten, die Kostüme

aber nur einmal vorhanden

sind. Darunter übrigens extrem witzige

Müllhalden-Krinolinen aus

Plastiktüten mit CD-Verzierung. Allein

der Gedanke an die Logistik von

Proben und Vorstellungen ist

schweißtreibend.

Volkmar Neumann, 84, war lange

Regisseur und künstlerischer Leiter

am Friedrichstadt-Palast. Zu seinem

20. Jubiläum bekam er 1993 die Kündigung,

ausgesprochen von einem

bestürzend erfolglosen Intendanten.

Neumann arbeitete weiter als Regisseur,bis

er vor15Jahren diesenVerein

gründete, den er als Lebenswerk versteht,

als Sozialprojekt. Irgendwann

wird wohl seine Co-Regisseurin Iris

Radunz übernehmen. Aber noch

sorgt er selbst für den Erfolg, denn die

Miete für die Urania müssen die Tickets

bringen.Wehe,wenn nicht.

Sein Ensemble schult den Zuschauer

von morgen, manchmal

auch den künstlerischen Nachwuchs,

wie man an einigen herausragenden

Begabungen schon erkennt. 500 000

Zuschauer hatte das Theater bisher,

ohne jedes öffentliche Geld. Da

wünscht man ihm schon ein bisschen

öffentliche Aufmerksamkeit, womöglich

in Gestalt einer anständigen Tonanlage

aus dem Kulturetat.

Berlin ist cool bis29.12.Urania, Karten: 218 90

91, Stichwort„cool“. kindermusicaltheaterberlin.de,cool@kmtb.info

VonAlexandraSeitz

Stéphane Riethauser war der Lieblingsenkel

von Caroline Della

Beffa, der er mit dem (auto-)biografischen

Dokumentarfilm „Madame“

ein Denkmal setzt. Und sich selbst

sogar noch ein größeres.Tatsächlich

nimmt die Schilderung des Heranwachsen

des HerrnRiethauser mehr

Raum ein als die Lebensgeschichte

der Großmutter.Was wohl der Quellenlage

geschuldet ist, handelt es

sich bei Riethauser, Jahrgang 1972,

doch um einen passionierten Tagebuchschreiber,

Journalführer, Hobbyfilmer

und Allesknipser.

Jede Menge Material also, mit

dem sich der nahezu lückenlose

Nachweis verspielter Knabenjahre,

verfeierter Teenager-Zeit und einer

ereignisreichen Jungmann-Phase

mühelos führen lässt. Während Oma

Della Beffa –zum Zeitpunkt der letzten

Aufnahmen 94 Jahre alt und inzwischen

verstorben –noch in einer

Zeit groß wurde,inder jedes Foto als

quasi amtliches Dokument einer Familiengeschichte

galt. Spärlich sind

die Zeugnisse aus Kindheit und Jugend;

umso bestürzender dafür die

Erinnerung der Madame an ihre

Zwangsverheiratung mit 16 Jahren

und die anschließende Vergewaltigung.

Den ungeliebten Mann habe

sie dann verlassen und sich als Geschäftsfrau

selbstständig gemacht –

solcherart freilich „Schande“ über

die Familie bringend.

Diealte Lady hatte,das wirdrasch

klar, zeitlebens ihren eigenen Schädel

sowie die Kraft und den Mut, einen

unkonventionellen Weg zugehen.

Während es dem Enkel, und

diese Erkenntnis schleicht sich ganz

allmählich ein, ungeheuer schwer

fällt, seine Homosexualität anzuerkennen,

geschweige denn, sie gegen

die heteronormativen Erwartungen

seiner Familie –Genfer Bourgoisie –

zu verteidigen. Stéphane kanalisiert

seine Selbstverleugnung in Homophobie

und Misogynie. Den Nachweis,

dass er „ein echter Mann“ ist,

erbringt er, indem er sich abfällig

über „die Schwuchteln“ und „die

Schlampen“ äußert. Ein durchaus

symptomatischer Ausdruck männlicher

Identitätssuche im Patriarchat.

Im Fäkalienparadies

„Zu der Zeit der Königinmutter“ von Fiston Mwanza Mujila in der Box des DT

Leichtfüßig auch in knackigen Choreografien:

Rubini Zöllner als Mogli. LUX ARTIFEX

im Mitmacheffekt die genuine Theaterkraft,

die das Ereignis von den

Vorlagen emanzipiert. Immer wieder

dürfen Kinder den Fortgang der

Handlung kommentieren, Wissen

reinrufen, ein Kind betritt sogar die

Bühne und erläutert, was eine„Menschensiedlung“

ist.

Spätestens, wenn wir nach der

Pause dieses gut hundertminütigen

Nachmittags von den Sitzen aufstehen,

um den „Dschu-Dschu-Song“

mitzutanzen, löst sich das Versprechen

auf ein eigenständiges Kunsterlebnis

ein. Und man sieht förmlich

vor sich, wie Familien dieses Lied

und seine Tanzschritte zu Hause vor

dem Schlafengehen gemeinsam

wiederholen. Also Arme lockernund

hoch und „Jeee-der tanzt heute mit /

ein Schritt vor, zwei zurück / und

dann gibt’s immerzu / Dschu-

Dschu-Dschu-Dschu…“.

DasDschungelbuch viele Vorstellungen bis zum

28.12. in der Komödie am Kurfürstendamm im

Schillertheater,Tel.:88591188

VonDoris Meierhenrich

Franziska Machens und Niklas Wetzel auf dem Luxusklo.

ARNO DCLAIR

selten Angst- und Sehnsuchtsgeschichten

über tödlich rebellierende

Lehmfiguren und mordende Schlangenmenschen

beim Sprechen als

rein rhythmische Klangsentenzen

abheben. Die Welt ist ein Liebeslied

und eine menschliche Kloake zugleich,

das ist der Mujila-Sound. Genauer

wird’snicht.

Doch da setzt nun die findige Regisseurin

ein, die ohne mit der Wimper

zu zucken die im eigenen Sud

schlingernde Bar inein Luxusinterieur

namens Europa versetzt, in dem

Esist ja nie gerecht. Da ist man

eine begabte 29-jährige Regisseurin,

darf zum ersten Mal imgroßen

Deutschen Theater inszenieren,

wenn auch nur in der kleinen Box,

und dann bekommt man ein so

merkwürdiges Stück zur Bearbeitung

wie das von Fiston Mwanza

Mujila „Zu der Zeit der Königinmutter“.

Vielleicht ist es aber auch ein

großes Glück. Denn, so viel wurde

bei der Premiere klar, trafen mit

Charlotte Sprenger und Mujila zwei

junge, unerschrockene Talente aufeinander,

die dem Abend gut taten.

Genauer gesagt: dem Stück.

Denn auch wenn Fiston Mwanza

Mujila, der aus dem Kongo stammt

und seit 2009 in Graz lebt, mit seinem

viel gelobten Romandebüt

„Tram 83“ vor vier Jahren zu einem

Shooting Star im Literaturbetrieb

wurde, ist dieses Stück nun −sein

erstes auf deutsch geschriebenes –

zuerst einmal ein uferloser, rhetorischer

Cluster,der alles Mögliche und

nichts Konkretes in sich verschließt.

Ein großmäuliger Wörter-Brocken

ist es, eine eigene Spechwelt

aus märchenhaft symbolistischen

Motiven, natur-mystischer Sprachverdinglichung

und absurden bis

existenzialistischen Traumgeschichten,

die sich die gestrandeten Frauen

und Männer −mehr als ein Dutzend

annonciert das Verzeichnis –inder

abgehalfterten „New Jersey Bar“ erzählen.

Ein Irgendwo zwischen

Raum und Zeit, wo sich die Welt trifft

und woraus die Welt spricht: Kolonialisten

und Kolonisierte, Liebende,

Ehrgeizige, Säufer, die Immergleichen

und die Fremden.

Am wichtigsten aber scheint Mujila,

dass all ihre allegorisch verkaplauter

gelangweilte Zyniker ihr hedonistisch-rhetorisches

Unwesen treiben.

Zusammen mit der Bühnenbildnerin

Alexandra Pavlovic ist ihr

damit ein feiner Coup gelungen,

denn in der Boxentfaltet sich ein Luxusboudoir

mit Toilette im Zentrum,

dessen gold-silbrige Marmorierung

sich bald aber als Fäkalienmuster

aus dem Überlauf des Luxusklos

selbst entlarven. Ja, das Gold hier ist

verwandelte Fäkalie und die wird

nach allen Anstandsregeln europäischer

Kunst poliert, gewienert, gebohnert.

NiklasWetzel kümmertsich

zärtlich darum, wobei seine Klozuwendungen

zum Höhepunkt des

Abends in eine große, laute Kotz-

Schrei-Arie in eben dieses Porzellanovalhinein

münden.

In feinen roten Abendkleidern

versuchen Franziska Machens, Kara

Schröder, Caner Suner und Harald

Baumgartner so elegant wie möglich

ihre arroganten Machtperspektiven

beizusteuern. „Man versucht mit der

Realität zu jonglieren, man idealisiert

alles“, seufzt Machens, und

dann ist die Welt doch nur düster.

Manversteht hier,warum.

Zu derZeit der Königinmutter 15.,29.12.,

20Uhr,Deutsches Theater (Box), Tel: 28441221

Stéphane Riethauser und seine Großmutter

Caroline Della Beffa

SALZGEBER &CO

„Madame“ ist mithin nicht der

harmlose Erinnerungsfilm eines

dann doch noch schwul lebenden

Enkels an seine flotte Oma. „Madame“

präpariert, indem er die Lebensgeschichten

einer eigensinnigen

Selfmade-Frauund eines im Falschen

nach dem Richtigen suchenden

jungen Mannes erzählt, den

destruktiven Kern des herrschenden

Systems heraus.Ertut dies weder belehrend

noch auftrumpfend, er breitet

vielmehr das Material aus und

vertraut es dem Publikum an. Da

mag man zwar ein paar Analysewerkzeuge

und Handreichungen

vermissen, doch wie immer ist es

hilfreich, über den Stoff am eigenen

Unbehagen entlang nachzudenken.

Madame Schweiz 2019. Regie, Drehbuch:

Stéphane Riethauser, Kamera: Luc Riethauser,

Stephane Riethauser,Marcus Winterbauer,Musik:David

Perrenoud, 94 Minuten,FSK ab 12


24 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acud (✆ 44 35 94 97)

20.00: Buratino-Buff

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Die Dreigroschenoper

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Passagier 23

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Der Nussknacker (Staatsballett Berlin)

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00 Box: Hundeherz

ETI (✆ 278 53 01)

20.00: Der Heiratsantrag &Der Bär (StudentInnen

der ETI Schauspielschule)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen

Erneuerung der Welt

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Männerschlussverkauf

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

19.30: Linie 1

HAU2(✆25 90 04 27)

19.00: Celestial Sorrow (Meg Stuart&Jompet Kuswidananto

/Damaged Goods)

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

19.30: Die Mittelmeer-Monologe

Kleines Theater (✆ 821 20 21)

20.00: Eine blassblaue Frauenschrift

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: Die Zauberflöte

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Skylight

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: Hillbrowfication

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Rapunzel /Rotkäppchen (Hexenberg

Ensemble)

20.30 Glaspalast:Fischer un sin Fru/Gevatter Tod

(Hexenberg Ensemble)

RambaZamba Theater (✆ 44 04 90 44)

19.30: ... und sind wir selber Götter –Die Winterreise

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Studio: Der kaukasische Kreidekreis

20.00: status quo

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Monsieur Claude undseine Töchter

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.00: Samson et Dalila

TAK–Theater Aufbau Kreuzberg (✆ 50 56 70 00)

20.00: Dasnackte gute Leben(suite42)

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: Kleine Eheverbrechen

Theater Thikwa (✆ 61 20 26 20)

20.00: Aftershow(Juli Reinartz &Thikwa Ensemble)

UNI.T Theatersaal der UdK (✆ /3 18 50)

19.30: Der grüne Kakadu

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.30: legende

Volkswagenbibliothek der TU Berlin

(Fasanenstr.88) 22.30: Soda Works: The Twenty-Second

Seventh (Jason Corff)

KABARETT/VARIETÉ

AHA Berlin e. V. (✆ 89 62 79 48)

20.30: Go West ComedyShowcase (Simone Hudson

(Host), Starring Daniel Stern)

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: vivelavie –WinterEdition (Katharine Mehrling

&Band)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(✆ 017 95 34 66 96) 20.00: AusJux und Dollerei

(Genz &Hausmann)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Wenn Ediths Glockenläuten, Vol. 16 (Ades

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Fragen des Lebens (Tante EDMAs Impro-

Lounge)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Der Zweck heiligt den Abend

20.00: Skandal im Spreebezirk

Estrel Showtheater (✆ 68 31 68 31)

20.00: Stars in Concertmit Christmas-Special

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Der Un-Sinn des Lebens (SanjayShihora &

Gäste)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Jahresendzeitprogramm 2019 (Bjerg,Evers,

Heesch, Jungmann &Maurenbrecher)

Palazzo (✆ 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Masud, Torsten Schlosser,

Aurel Mertz, Thomas Nicolai, Mod.: Michael Genähr)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Das große 7(DieGorillas)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: Mamma Mia! –Das Musical mitden Hits

vonABBA

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00:So, alsobduschwebtest (Ursli &Toni Pfister

als Cindy &Bert)

UdK Konzertsaal Hardenbergstraße (✆ 31 85 23

74)

20.00: Endlich! (Dr.med. Eckartvon Hirschhausen)

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Zauber Zauber –Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Über die Verhältnisse (Frank Lüdecke)

KLASSIK

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

19.00: Weihnachtskonzertder Vokalsolisten, mit

Kammersensemble, Yuki Inagawa(Orgel), Werkevon

Monteverdi, Vivaldi, Saint-Saëns

Konzerthaus Berlin (✆ 203092101)

14.00: Espresso-Konzert

20.00 Gr.Saal: Klassische Philharmonie Bonn,

Solist*innen, Ltg.HeribertBeissel, WienerKlassik,

Werkevon Vivaldi, Bach, Händel u. a.

Musikinstrumenten-Museum (✆ 25 48 11 78)

15.30: Jour fixe –Musik am Nachmittag

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie

(✆ 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Vivaldi &Bach –Meisterwerkedes Barocks, mit Menü

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio:Die drei Räuber (ab 5J.)

10.30: Rico, Oskar und die Tieferschatten (ab 8J.)

BKA (✆ 202 20 07)

11.00: JustThirteen, PlatypusTheater,englisches

Jugendtheater(ab 11 bis 14 J.)

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

10.00: Rentier Rudis Weihnachtsabenteuer,Angelica

Bennert

Charlottchen (✆ 324 47 17)

10.30: Die drei Spatzen, Theater Lingulino, Handpuppen-

und Schauspiel (ab 3J.)

16.00: Fritz &Fridolin feiernGeburtstag,Kinderkonzertzum

Mitmachen (ab 3J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00 Raum 214: Der Froschkönig,The Grimm

Sisters, Puppentheater (ab 4bis 10 J.)

10.00: Vorfreude –Weihnachtslieder mit dem

Weihnachtsmann, Musiktheater Rumpelstil, (ab 4

Für Kinder

Wo ist der

neugeborene

König?

Als Jesus zur Zeit des Königs

Herodes in Betlehem in Judäa

geboren worden war, kamen

Sterndeuter aus dem Osten

nach Jerusalem und fragten:

Wo ist der neugeborene

König der Juden? Wir haben

seinen Stern aufgehen sehen

und sind gekommen, um ihm

zu huldigen. …Und der Stern,

den sie hatten aufgehen sehen,

zog vor ihnen her bis zu

dem Ort, wo das Kind war;

dort blieb er stehen.“ – So

steht es im Matthäusevangelium.

Seit Jahrhunderten gehen

Wissenschaftler der Frage

nach, was es mit dieser Himmelserscheinung

auf sich hat,

ob sie ein reales astronomisches

Ereignis beschreibt, einen

Kometen etwa. Am Mittwoch

beschäftigt sich das

Zeiss-Großplanetarium kindgerecht

mit diesem Stern –

unter dem Sternenhimmel,

begleitet von weihnachtlicher

Musik. Susanne Lenz

Der Sternvon Bethlehem 15.30 Uhr,

Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee

80, Tel. 42184510, ab 8Jahre

Ausgelöschte

Potenz

Europa war ein

unerschöpflicher Impulsgeber

musikalischer Ideen –bis die

Epoche der Nationalstaaten

tödlich wurde

Der in Berlin lebende Pianist

Kirill Gerstein, ein

Spezialist für richtig

sperrige Sachen –erhat

vor kurzem die seit mindestens 30

Jahren erste Einspielung des elefantösen

Klavierkonzerts mit Chor von

Ferruccio Busoni auf den Markt gebracht

– hat seinem Klavierabend

am Dienstag die Überschrift gegeben:

„Eine Reise durch Zentraleuropa“.

Nurunter den gegenwärtigen

Umständen der Nahezu-Gleichsetzung

von„Pianist“ und „Russe“ und

der Nahezu-Beschränkung von„russischen

Pianisten“ auf „russisches

Repertoire“ in deutschen Klavierprogrammen

ist der Titel „Reise

durch Zentraleuropa“ eine Information.

Ansonsten aber versteht sich

die zentraleuropäische Orientierung

in den meisten Konzertprogrammen

immer noch weitgehend von selbst,

vor allem, wenn man wie Gerstein

auch noch Thomas Adès aus England

und Belá Bartók aus Ungarn zu

Zentraleuropa schlägt: Dann ist

auch das Programm des Mahler

Chamber Orchestra, das der nicht

genug zu rühmende François-Xavier

Roth dirigiert, eine „Reise durch

Zentraleuropa“: Neben Haydns 22.

und 103. Symphonie –der vorletzten

„Londoner“ –steht das Konzert für

zwei Streichorchester des zur Zeit

aus unklaren Gründen viel gespielten

Tschechen Bohuslav Martin

und das Hornkonzert des in Ungarn

geborenen György Ligeti, sein letztes

Orchesterwerk, das viel von seinen

mittleren und späten Ideen über

natürlich steht dafür wohl niemand

symbolischer als der zur Zeit unvermeidliche

Beethoven, derWahl-Wiener

aus dem Rheinland, der zuweilen

mit der Emigration nach Frankreich

oder England liebäugelte. Das

Belcea Quartett beginnt in diesen

Tagen einen Streichquartett-Zyklus,

auch der Beethoven-Biograf Jan

Caeyers schaut mit seinem Orchester

Le Concert Olympique vorbei

und spielt erste Symphonie und erstes

Klavierkonzert mit Kristian Bezuidenhout,

und im Piano Salon

Christophori spielt Hinrich Alpers

die letzten drei Klaviersonaten.

Indes erwies sich die kreative

Zeit Zentraleuropas als begrenzt:

Spätestens seit Deutschland um

sich zu schlagen begann und auch

Künstler umbrachte, zehrt es von

seiner kulturellen Vergangenheit,

während die Impulse aus anderen

Gegenden kommen. Eines der begabtesten

Opfer der Nazis war der

tschechische Komponist Gideon

Klein, der vor hundert Jahren geborenund

mit nur 25 Jahren ermordet

wurde.Dieser vorder Zeit gewalttätig

ausgelöschten großen Potenz

widmet der Verein „musica reanimata“

ein zweitägiges Symposion

samt zwei Konzerten, in denen

Kammermusik und Vokalwerke erklingen.

Darunter das Streichtrio,

nach dessen Vollendung im KZ Theresienstadt

Klein nach Auschwitz

deportiert wurde. Im Mittelsatz

wird ein mährisches Volkslied variiert,

aber statt sich an den spielmusikalischen

Mustern seiner „sach-

Peter Uehling

glaubt nicht an Musik als universell verständliche

Weltsprache, erlebt aber die

europäische Kultur als einen geistigen

Raum, in dem gegenseitiger Austausch

und Entwicklung einer individuellen

Sprache nicht im Wege stehen –die Musik

war einmal das beste Beispiel.

Mikropolyphonie, Mikrotonalität,

Polyrhythmik und Volksmusik noch

einmal in sieben kurzen Sätzen brillant

zusammenfasst.

Zentraleuropa, vor allem Italien,

Frankreich und Deutschland, war

musikalisch über Jahrhunderte die

entscheidende treibende Kraft –und

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.30

Cinema Paris (✆ 881 3119) Alles außer gewöhnlich

15.00, 20.30; Alles außer gewöhnlich – Hors

normes (OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) ARainy Day In

NewYork 15.40, 18.00, 20.20

Delphi LUX (✆ 322 931040) ARainy Day In New

York (OF) 15.00, 17.15, 19.30, 21.45; Auerhaus

15.00, 15.30, 20.30; Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU)13.40,15.50,18.00; Parasite20.10;

Marianne &Leonard –Words of Love (OmU) 13.45;

Hustlers (OmU) 16.00, 21.00; Official Secrets

(OmU) 15.00; Bis dann, mein Sohn 17.30; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 18.30, 21.10;

Lara 15.20,17.40,20.00; Mein Ende. Dein Anfang.

14.30;Schönheit&Vergänglichkeit 17.00;Die Glitzernden

Garnelen –Les crevettes pailletees (OmU)

19.00; Parasite –Gisaengchung (OmU) 21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53)ArethaFranklin: Amazing

Grace 18.30; The Good Liar –Das alte Böse

20.15; Morgen sind wir frei 18.15; Die zwei Päpste

–The TwoPopes (OmU) 20.00

Kant Kino (✆ 319 98 66) Die Eiskönigin II 15.40,

18.10, 20.40; ARainy Day In New York 15.30,

17.45, 20.00; Official Secrets 14.40,20.30; Nurejew

–The White Crow 18.00; Das perfekte Geheimnis17.20,

20.00; Dieschönste Zeitunseres Lebens

15.15,17.50,20.30

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Die Eiskönigin

II 14.30; 3D, Atmos: Die Eiskönigin II 17.15;

Atmos: Das perfekte Geheimnis 20.00; Atmos:

Joker 22.55; 3D: Die Eiskönigin II15.00; Die Eiskönigin

II 17.40; 3D, Preview: Jumanji –The Next

Level 20.15; Das perfekte Geheimnis 23.00; Last

Christmas 14.30, 17.10; Hustlers 19.45; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 22.30; Die Addams

Family 15.00; Das perfekte Geheimnis 17.20; 3D:

Die Eiskönigin II 20.20, 23.00; Das perfekte Geheimnis

15.00; Joker 17.45; Le Mans 66: Gegen

jede Chance 20.45; Aretha Franklin:Amazing Grace

15.30; Die schönste Zeit unseres Lebens 17.45,

20.30; Hustlers 23.15; The Good Liar –Das alte

Böse 15.15,17.50; Joker 20.30

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88)MarriageStory

(OmU) 11.00; Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

–Gospod postoi, imeto i‘ ePetrunija (OmenglU)

13.30; M.C.Escher: Reise in die Unendlichkeit –

Escher: Het oneindige zoeken: Journey Into Infinity

(OmU) 15.00;

Aretha Franklin: Amazing Grace (OmU) 16.30;

Systemsprenger (DFmenglU) 18.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.00; Zombieland 2: Doppelt

hält besser –Zombieland 2: Double Trap (OF)

22.15;Mein Ende. Dein Anfang. (DFmenglU) 11.00;

Campo (OmU) 12.45; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU)14.30;Pferde stehlen–Utogstjaele

hester (OmU) 16.15; Ordinary Time –Tempo comum

(OmU) 18.15; Lara (DFmenglU) 19.30; The

Irishman (OmU) 21.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen 11.00; Bernadette –Where‘dYou Go, Bernadette

(OmU) 13.00; Morgen sind wir frei 15.00;

But Beautiful –Nichts existiert unabhängig (OmU)

16.45; Nome didonna (OmU) 18.45; Joker (OmU)

20.30;Mishima–Director‘s Cut –Mishima: ALife In

Four Chapters (OmU) 22.40

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Once Upon a

Time in...Hollywood (OmU) 14.00; Systemsprenger

17.00; The Irishman (OmU) 19.30; Joker (OmU)

23.15; Und der Zukunft zugewandt 14.00; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 16.00; Land des

Honigs –Medena Zemja: Honeyland (OmU) 18.00;

Midsommar (OmU) 19.45; Bitte nach Mitte! 22.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Shaun das Schaf:

Der Film: UFO-Alarm 13.45; 3D: Die Eiskönigin II

13.45,16.20,19.10;Last Christmas 14.00,17.45,

20.45; Die Eiskönigin II 14.00, 14.10, 15.15,

16.50, 17.00, 17.45, 18.00, 20.45; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.15, 19.30; IMAX 3D: Die

Eiskönigin II 14.40, 17.15; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.45; Joker 14.45, 17.50, 19.20; The

Good Liar –Das alte Böse 14.50; Rotschühchen

und die sieben Zwerge 15.00; Bernadette 15.00;

Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.00; Auerhaus

16.40, 20.30; Alles außer gewöhnlich 17.40,

20.30; Hustlers 17.45,21.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 19.20; LeMans 66: Gegen

jede Chance –Ford vFerrari (OF) 20.00; Preview,

IMAX 3D: Jumanji –The Next Level 20.00; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.20; Terminator

–Dark Fate 21.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Mein Ende. Dein

Anfang.(OmenglU)18.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.10; Joker (OmU) 22.40; Nevrland (OmU)

18.00; Die Glitzernden Garnelen –Les crevettes

pailletees (OmU) 19.45; Easy Love (OmenglU)

21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Ich war noch niemals

inNew York 13.20; Die Addams Family 13.30;

Rotschühchen und diesieben Zwerge 13.45, 16.40;

Die Eiskönigin II13.50, 16.50, 19.45; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 14.00;

Das perfekte Geheimnis 14.10, 16.30, 19.30; 3D:

Die Eiskönigin II14.20, 17.15, 20.15; Maleficent:

Mächte der Finsternis 16.20; Joker 17.00, 20.00;

Last Christmas 17.10, 20.10; Hustlers 19.40; 3D,

Preview: Jumanji –The Next Level 20.00

Kino Kiste (✆ 9987481) Parasite 13.50; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 16.15; Gerhard Richter

Painting (mit Gast) 18.00; Der Glanz der Unsichtbaren

20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Bayala –Das

magische Elfenabenteuer 14.00; Die Eiskönigin

II 14.20, 15.10, 16.00, 17.00, 19.40; Der König

der Löwen 14.20; Das perfekte Geheimnis 14.30,

17.20, 19.50; Die Addams Family 14.40; 3D: Die

Eiskönigin II14.50, 17.30, 20.00; Angry Birds 2:

Der Film 15.00; Rotschühchen und die siebenZwerge

15.15; Last Christmas 16.50,20.10;Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.10, 20.20; Ich war noch

niemals in NewYork 17.15; Hustlers 17.40, 20.10;

Der letzte Bulle 17.45; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 19.30; 3D,Preview: Jumanji –The

Next Level 20.00; Joker 20.15

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 16.40, 21.20; Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 19.10; B Official Secrets

(OmU) 16.10; Parasite – Gisaengchung (OmU)

18.40; Joker (OmU) 21.30

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Lara (OmenglU)17.45;Alles

was du willst –Tutto quello chevuoi

(OmU) 18.15; Mein Ende. Dein Anfang. (OmenglU)

19.45; Marriage Story (OmU) 20.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Pornfilmfestival: Las

hijas del fuego –Die feurigen Schwestern (OmenglU;

m. Gast) 18.00; Alles außer gewöhnlich –Hors

normes (OmU) 20.45, 23.15; Der große Gatsby

–The Great Gatsby (OF) 9.30; Der Leuchtturm –

The Lighthouse (OmU) 14.30, 22.00; Alles außer

gewöhnlich –Hors normes (OmU) 17.00; Auf der

Suche nach Paul (OmU) 19.30; Unsere Lehrerin,

die Weihnachtshexe 10.00; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 14.45; Der Leuchtturm – The

Lighthouse (OmU) 19.00; Yung (DFmenglU) 21.30;

Searching Eva (OmenglU) 23.45

Sputnik (✆ 694 11 47) SANTA &CO. –Wer rettet

Weihnachten? 10.30, 15.00; Booksmart (OmU)

16.45; Schönheit &Vergänglichkeit (OmU) 18.30;

Lara (OmenglU) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 22.00; Der Glanz der Unsichtbaren 16.00;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portraitdela

jeune fille en feu (OmU) 18.00;

Die Glitzernden Garnelen (OmU) 20.15; Aretha

Franklin:Amazing Grace (OmU) 22.00

Yorck (✆ 78 91 32 40) ARainy Day In New York

15.30,17.45,20.00; New Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) 15.10; Lara 17.15; Parasite 19.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Bayala – Das

magische Elfenabenteuer 14.00; Ich war noch niemals

in New York 14.30; Die Eiskönigin II 15.00,

16.00, 17.30; Rotschühchenund die siebenZwerge

15.30; 3D: Die Eiskönigin II15.30, 18.00, 20.30;

Das perfekte Geheimnis 17.15, 20.15; Hustlers

17.45, 20.15; Last Christmas 18.30, 20.45; 3D,

Preview: Jumanji –The Next Level 20.00

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Deutschstunde

10.00; Es hätte schlimmer kommen können –

Mario Adorf 10.15; Voice of Nature 10.30; Porträt

einer jungen Frau in Flammen 13.00; Bernadette

13.00, 17.45; 3D: Die Eiskönigin II13.15, 15.30,

17.45, 20.00; Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

15.30; Mary Christmas –Georg Preusse 15.30; Allesaußergewöhnlich

17.45, 20.15; Official Secrets

20.15

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.05, 17.05; 3D: Die

Eiskönigin II14.10, 16.50, 19.30; Dora und die

goldene Stadt 14.15; Rotschühchen und die sieben

Zwerge 14.30; Hustlers 14.30, 17.15, 19.55;

Die Eiskönigin II 14.30, 14.45, 17.15, 17.20; Stephen

Kings Doctor Sleeps Erwachen 16.45; Last

Christmas 17.15, 20.15; LeMans 66: Gegen jede

Chance 20.00; 3D,Preview: Jumanji –The Next Level20.00;Joker

20.00; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 20.20

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Checker Tobi und das Geheimnis

unseres Planeten 17.00; Porträt einer jungen

Frau in Flammen 18.45; Lara 21.00; Bamboo

Stories (OmU) 18.00; Ne stashno –It‘s Not Scary

(OmenglU) /Obrechionnye vyzhit‘ –Verdammt zu

überleben (OmenglU) 20.00; Das Kapital im 21.

Jahrhundert –Capital in the Twenty-First Century

(OmU) 21.30

Babylon (✆ 242 59 69) KinderWagenKino: Lara

11.00; Lara 17.30;Frau Stern 17.45; Xavier Dolan:

Mommy (OmenglU) 19.30; Xavier Dolan: Sag nicht,

werdubist! –Tom alaferme (OmenglU) 19.30;The

Irishman (OmU) 21.00; Harold und Maude (OmU)

21.30; Parasite –Gisaengchung (OmU) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Neues von uns Kindern aus Bullerbü 10.30; Yung

14.15; Joker (OmU) 16.15, 21.15; Yung (OmenglU)

19.00; Und dann der Regen –Tambien la lluvia

10.00; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 12.00,

15.45; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 13.45;

Der Leuchtturm (OmU) 17.30, 20.00, 22.30

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die Eiskönigin

II11.00, 14.00, 17.00, 19.15, 22.40; Das

perfekte Geheimnis 11.00, 13.45, 16.45, 19.50,

23.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

11.10; Die Addams Family 11.10; Rotschühchen

und die sieben Zwerge 11.15, 14.00; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 11.15; Dora und die goldene

Stadt 11.20; 3D: Die Eiskönigin II11.40, 13.40,

16.30,20.10; Unsere Lehrerin, dieWeihnachtshexe

12.10;Last Christmas13.30, 16.30,20.30, 23.15;

Ich war noch niemals in New York 13.30; Hustlers

14.00, 16.50, 19.50, 23.15; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.30, 17.30; Als ich mal groß war

14.30; LeMans 66: Gegen jede Chance 16.20;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 16.40, 20.10,

23.10; Joker 17.00, 19.30, 23.00; Stephen Kings

DoctorSleeps Erwachen 19.40, 22.50; 3D,Preview:

Jumanji –The Next Level 20.00; Midway –Für die

Freiheit 22.15; Terminator –Dark Fate 23.00

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Bis dann, mein

Sohn – Di jiu tian chang (OmU) 14.00; A Rainy

Day InNew York (OmU) 17.30, 19.30, 21.30;

Bernadette (OmU) 14.30, 21.00; Land des Honigs

–Medena Zemja: Honeyland (OmU) 17.00; Was

gewesen wäre 19.00; Systemsprenger 14.15; Alles

außer gewöhnlich –Hors normes (OmU) 16.45,

19.15; Parasite – Gisaengchung (OmU) 21.45;

Berlin Babylon (DFmenglU) 15.00; Marianne &Leonard

–Words of Love (OmU) 17.00; The Irishman

(OmU) 19.30; Pferde stehlen –Utogstjaele hester

(OmU) 14.30; Alsich malgroßwar 17.00; Lara (DFmenglU)

19.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille en feu (OmU) 21.15

International (✆ 24 75 60 11)ARainy Day In New

York 15.00,17.15;ARainy Day In NewYork (OmU)

19.30,21.45

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Die Besteigung

des Chimborazo 19.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Mucize Ask(OmU) 14.10, 16.50, 20.00; Recep Ivedik

VI (OmU) 14.15, 17.10, 20.15; DieEiskönigin II

14.15,14.20,14.30,14.40,16.45,17.15,19.50;

Die Addams Family 14.20; Rotschühchen und die

sieben Zwerge 14.30; Lara 15.00;

Das perfekte Geheimnis 16.40, 19.45; Hustlers

17.00, 20.00; 7.Kogustaki Mucize –Das Wunder

in Zelle Sieben (OmU) 17.15, 19.30; Last Christmas

17.25; Zombieland 2: Doppelt hält besser

19.30; Joker 19.50; Preview: Jumanji –The Next

Level 20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 10.00; Dicktatorship –Macho Made inItaly

(OmU) 12.20; Systemsprenger (DFmenglU) 14.00;

Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 16.10; Alles

was duwillst –Tutto quello che vuoi (OmU) 18.30;

Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang (OmenglU)

20.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) ARainy Day In New

York (OmU) 17.15, 19.30, 21.45

Passage (✆ 68 23 70 18) Auerhaus 15.30, 18.00,

20.30; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 16.50; Joker (OmU) 20.30; Alles außer gewöhnlich

15.00, 17.30, 20.00; Die schönste Zeit

unseres Lebens 15.40, 20.50; Systemsprenger

18.15

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00, 21.30; ARainy Day In

New York (OF) 18.00, 20.15, 22.30; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OF) 17.00, 19.30, 22.00;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille enfeu (OmenglU) 16.30; Booksmart

(OmU) 19.00; Hustlers (OmU) 17.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Die Eiskönigin II13.50, 14.40, 16.30, 17.20; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.40; 3D: Die

Eiskönigin II 14.10, 15.00, 17.00, 20.15; Dora

und die goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.10; Last Christmas 17.40; Joker

19.30; Zombieland 2: Doppelt hält besser 19.55;

3D, Preview: Jumanji –The Next Level 20.00; Hustlers

20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

12.10; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian chang

(OmU) 13.20; Ordinary Time – Tempo comum

(OmU) 14.30; Chihiros Reise ins Zauberland 16.00;

Campo (OmU) 16.50; Mishima: Ein Leben invier

Kapiteln –Mishima: ALife InFour Chapters (OmU)

18.40; Aquarela (OmU; m. Gast u. Gespräch)

19.30; Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 21.00;

Marriage Story (OmU) 21.30

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die Eiskönigin

II 15.45, 18.10, 20.20; Das perfekte Geheimnis

15.00, 17.40, 20.30


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

lich“ ausgerichteten Zeit zu orientieren,

greift Klein auf den expressiven

Ernst eines Alban Berg zurück

oder auf den komprimierten Ausdruck

seines Landsmanns Leoš Janácek.

Hat sich Osteuropa zunächst

dem zentraleuropäischen Formenkanon

unterworfen, um seine stilistischen

Positionen für die Kunstmusik

anschlussfähig zu machen, so

waren die USA das Land vollkommen

neuer Konzepte. Zufallmusik,

musikalische Graphik, Minimalismus

und noch einiges mehr gilt als

der eigene Beitrag der neuen Welt.

Elliott Carter dagegen, der 2012 mit

103 Jahren verstarb, war ein durch

und durch von der europäischen

Anzeige

Foto: Circus Roncalli

KLASSIK

Hinrich Alpers: 12. 12., 20 Uhr,Piano

Salon Christophori, Uferstr.8-11

Belcea Quartet: 13. 12., 19.30 Uhr,

Pierre-Boulez-Saal, Französ. Str.33d

Gideon Klein: 13.,14.12. Curt-Sachs-

Saal, Tiergartenstr.1

DSO &Ticciati: 15. 12., 20 Uhr,Philharmonie

Mahler Chamber Orchestra: 15. 12., 20

Uhr,LeConcertOlympique: 16. 12., 20

Uhr,Kirill Gerstein: 17. 12., 20 Uhr,alle

im Kammermusiksaal

Das Belcea

Quartet widmet

sich zum 250.

Geburtstag

Beethovens

dessen Streichquartetten.

MARCO BORGGREVE

Moderne geprägter Komponist, der

die ganze Last des Abendlandes in

seinen komplexen Partituren weitertrug.

Es ist eine geistreiche Pointe

des Deutschen Symphonie-Orchesters,

das Adagio tenebroso seiner

1996 entstandenden „Symphonia:

sum fluxae pretium spei“ der Achten

von Anton Bruckner voranzustellen,

die eine Summe der europäischen

Musik gegen Ende des 19.

Jahrhunderts zu ziehen versucht,

nicht nur durch symphonische Verdichtung

ihrer Techniken, sondern

auch durch katholischeVerdichtung

ihrer Gehalte. Robin Ticciati, der

sich mit Bruckner als neuer Chefdirigent

des DSO empfohlen hatte,

steht am Pult.

SILVESTER&NEUJAHR

Konzerte mit dem Circus Roncalli

CRISTIAN MĂCELARU

Karen Gomyo Violine

Artisten des Circus Roncalli

Werke von WILLIAMS, SCHOSTAKOWITSCH,

PIAZZOLLA, CHATSCHATURJAN, DVOŘÁK u.a.

Di 31.12.

15 &19Uhr |Tempodrom

Mi 01.01.

18 Uhr |Tempodrom

dso-berlin.de

Pop

In

den

Wörterseen

Der Popdiskurs galoppiert

immer wieder einmal voller

Inbrunst in die lyrische Prärie.

„Die Wortkrake Dylan“, so

formulierte der Literaturwissenschaftler

Klaus Theweleit

in einem Essay über Bob Dylan,

„hat ihrezehn Schreibmaschinenfinger

in allen Wörterseen

aller Nähen und Fernen,

im selben Wordpool, in dem

die Lyriker der klassischen

Moderne die Wässer aufleuchten

ließen oder auch

trübten; (...)“. Tja, so kann

man das sagen. Aber wohl

nicht nur deshalb haben Jens

Balzer und Tobi Müller, die

Gastgeber des Popsalons, den

Autor des 40 Jahrealten Klassikers„Männerfantasien“

in ihre

Runde geladen. Zum besseren

Verständnis zeitgenössischer

Entwicklungen kommt die

Berliner Sängerin Masha

Qrella hinzu, die mit den

Bands Contriva, Mina und NM

Farmer auf sich aufmerksam

gemacht hat. HarryNutt

Popsalon 20 Uhr, DT-Kammerspiele,

Schumannstraße8

Figurentheater Grashüpfer (✆ 53 69 51 50)

10.00: Winterzeitfür Hündchen undKätzchen,

Theater Rafael Zwischenraumund TineolaTheater,

Figurentheater

(ab2J.)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in derGemäldegalerie.Die

Werkstatt des Malers

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.00: Ausdie Maus(ab 8J.)

Jaro Theater (✆ 341 04 42)

9.30, 10.45: FrauSchaum undein Dinosaurier

untermWeihnachtsbaum, Puppen-und Schauspiel

(ab3bis9J.)

Klax-Kinderkunstgalerie (✆ 34 74 53 46)

14.00: Zeigt her eure Bilder#12, Berliner Kinder und

Jugendliche, Kinderkunst (ab3bis17J.)

Komische OperBerlin (✆ 47997400)

11.00: Jim Knopf undLukas derLokomotivführer

Kulturhaus Spandau (✆ 33 34 02 1/ 22)

9.30 Galerie: Frau Holle,Theater Lakritz, Erzähltheater

(ab3bis9J.)

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

:Natürlich heute!, Umweltausstellungfür Kinder

Planetarium am Insulaner (✆ 790 09 30)

9.30: Lars –der kleineEisbär

11.00: Mit Raketen zuPlaneten

PuppentheaterBerlin (✆ 342 19 50)

10.00: Weihnachten beiuns zu Haus (ab3J.)

PuppentheaterFelicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Ein räuberisches Weihnachtsfest

PuppentheaterPrenzlkasper (✆ 21 79 10 60)

10.00: FrauHolle,Ulrich Müller-Hönow

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00, 11.30: Weihnachten beim kleinen Hasen,

Theater Couturier,Theater mit Figuren (ab3bis6J.)

Schlossplatztheater (✆ 651 65 16)

10.00: Hänsel undGretel mit ohnePfefferkuchen

(ab8J.)

StaatsoperUnterden Linden (✆ 20 35 45 55)

11.00 alter Orchesterprobensaal: Schneewittchen

(ab6J.)

Theaterander Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Der Drache(ab8bis14J.)

11.00: Der Zinnsoldatund diePapiertänzerin,(ab

7J.)

Urania (✆ 218 90 91)

11.00, 16.30: Berlin ist cool, KinderMusicalTheater-

Berlin e.V., Musicalvon KindernfürKinder mit 120

Darsteller*innen aus10Nationen(ab 5J.)

LITERATUR/VORTRAG

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

19.30: „Zwischen KiefernundKasernen“–Autor*innen

zum 200.Fontane-Geburtstag, Lesungund

Gespräch mit ThomasBruhn,Rita König, Matthias

Körner,Erhard Weinholz undCarmen Winter

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Lästerschwestern:Lästernineiner Tour2019,

David Hain undRobin Blase, Podcast Live

Geistesblüten (✆ 49 96 17 92)

19.00: Betrachtungen zur Schwulenfrage,

Deutschlandpremiere, Didier EribonimGespräch mit

Carolin Emcke

Guardini Galerie (✆ 217 35 80)

19.00: TheodorFontane. Der RomancierPreußens,

HansDieter Zimmermann,Lesungund Buchvorstellung,

ModeriertvonAndreasÖhler

Haus für Poesie (✆ 48 52 45 -0)

19.30: Wissen der Dichtung: Nature Writing, Lesung

&Gespräch mit Gerhard Falkner,Alice Oswald,Sjón,

ModerationAsmusTrautsch

JüdischesMuseum (✆ 25 99 33 00)

19.00: Die letzten Berliner Veit Simons: Holocaust,

Geschlechtund das Endedes deutsch-jüdischen

á á

LiteraturforumimBrecht-Haus (✆ 282 20 03)

20.00: Andrej Platonow:Dshanoder Die erste

sozialistische Tragödie, Buchvorstellung,Lesung und

Gespräch mitUli Hufen undMichael Leetz

20.00: Andrej Platonow:„Dshanoder Die erste

sozialistischeTragödie“, Buchvorstellung, Lesungund

Gespräch mitUli Hufen undMichael Leetz

Periplaneta Kreativzentrum (✆ 44 67 34 33)

20.00: Rühmchen –Die offeneLesebühne

PfefferbergTheater (✆ 939 35 85 55)

20.00: LiteraturLive: Rauhnächte, Harald Krassnitzer,

Buchpremiereund Gespräch mit BettinaRust

KONZERT

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Hermanvan Veen, NeueSaiten Tour 2019

Badehaus (✆ 95592776)

20.30: Liun&TheSciFiBand,support:Sedric Perry,

Time Rewind

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

21.00: Brother Grimm &Band, On Flatland, On Sand

Café Lyrik (✆ 44317191)

19.30: KlezBandaQuartett

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Fibel, Klan

Columbiahalle (✆ 69 81 75 86)

20.00: Yung Hurn

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Oso Leone

HeimathafenNeukölln (✆ 56 82 13 33)

21.00: Tonbandgerät

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

18.30: Kataklysm, Whitechapel, FleshgodApocalypse,

Dyscarnate, MTV’s Headbangers Ball

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series:MarcSchmolling

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstreamSession–Rock &Pop

SchokoladenMitte (✆ 282 65 27)

19.00: WOW,FourtrackOnStage

SO36 (✆ 61 40 13 06)

19.30: Northlane, Polaris, SilentPlanet, VOV

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: GinaGrind, Wild Wednesday

Zig Zag Jazz Club (✆ 940491)

21.00:Super Funky Soul Wednesdays with Keith Tynes

CLUB

Ava (Warschauer Pl. 18)

23.00:Techno Mittwoch, Xminder aka Schminder,

Sam EY,Behrooz Moosavi

Begine (✆ 2151414)

19.00: Karaokeparty

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Herz&Leber,Anselmus, Tvisker

Eschschloraque Rümschrümp (RosenthalerStr.39)

22.00: HotTunes for Cold Days, Sanja vonTito &

MissVergnügen

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 443150)

22.00: Ping Pong Club

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89751327) 21.00: SingonStagewith

SuperNoa

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: Tresor NewFaces hostedbyEstherDuijn,

Lissa, XiK

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 2829295)

21.00:Clärchen swingt, Evan &Friends

Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19)

20.00: TangoVicioso

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726279333)

19.00: El Ocaso –Tango Argentino

Treptower Hafen

18.00Sternund Kreisschiffahrt: Weihnachtsdinner &

KINO

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Die Eiskönigin

II16.00, 18.30, 20.50; Schönheit &Vergänglichkeit

16.30; ARainy Day In NewYork 18.20,

20.30; Alles außer gewöhnlich 15.30, 20.40; Die

schönste Zeit unseres Lebens 18.00; Auerhaus

16.40, 19.00; Der Leuchtturm – The Lighthouse

(OmU)21.20; Lara 15.30; ArethaFranklin:Amazing

Grace (OmU) 17.50; Parasite 20.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Systemsprenger 13.30; The Good Liar –Das alte

Böse (OmU) 13.40; Official Secrets (OmU) 13.50,

22.45; Bernadette –Where‘d You Go, Bernadette

(OmU) 13.50; Die Eiskönigin II–Frozen 2(OmU)

14.00, 17.00, 19.15, 23.00; Auerhaus 14.15,

16.20, 19.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 14.20; Joker (OmU) 16.15; ARainy Day In

NewYork (OmU) 16.30, 19.00; Lara 16.30, 19.20;

Das perfekte Geheimnis 16.50, 19.45; Alles außer

gewöhnlich –Hors normes (OmU) 17.00, 19.00;

Der Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 20.00,

22.45; Aquarela 20.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 21.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance –

Ford vFerrari (OmU) 21.40; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 22.00; Joker (OF) 22.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Land des Honigs –Medena

Zemja: Honeyland (OmU) 17.30; Prenzlauer

Berg –Reigen (mit Gast) 19.00; Schönheit &Vergänglichkeit

21.30

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Lebe schon lange

hier 17.00; Schönheit &Vergänglichkeit 18.30;

Mietrebellen –Widerstand gegen den Ausverkauf

der Stadt (OmU) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 21.45

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Die

Eiskönigin II 14.15, 14.45, 17.00, 17.25; Das

perfekte Geheimnis 14.15, 17.00, 19.50, 22.45;

3D: Die Eiskönigin II 14.25, 17.10, 19.55, 22.45;

Rotschühchen und die sieben Zwerge 14.35;

Angry Birds 2: Der Film 14.35; Last Christmas

14.40, 17.20; Die Addams Family 14.40; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.45; Dora und

die goldene Stadt 14.45; Alles außer gewöhnlich

16.50, 19.45; LeMans 66: Gegen jede Chance

16.55, 20.05; Joker 16.55, 19.50, 22.45; Ich war

noch niemals in New York 16.55; Auerhaus 17.15,

19.50; Hustlers 19.50, 22.40; Preview, 3D: Jumanji

–The Next Level 20.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 20.10; Systemsprenger 20.15;

Zombieland 2: Doppelt hält besser 22.30; Terminator

–Dark Fate 22.35

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 0200) Last Christmas

13.40, 16.40, 19.40; Die Eiskönigin II13.45,

16.45, 19.45; Hustlers 13.50, 16.40, 19.30; Das

perfekte Geheimnis 13.50, 16.30, 20.10; Die Addams

Family 14.00;Angry Birds 2: Der Film 14.00;

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.05;Rotschühchen

und die sieben Zwerge 14.15,16.45; 3D: Die

Eiskönigin II 14.30, 17.15, 20.15; Joker 16.25,

19.55; Ich war noch niemals in New York 16.40;

Terminator –Dark Fate 17.00; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 19.30; 3D,Preview: Jumanji –The

Next Level 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält besser

20.15

SCHÖNEBERG

CinemaamWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Ich

war noch niemals in NewYork 14.30;The Good Liar

– Das alte Böse 17.30, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) Systemsprenger 18.00;

Joker 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) ARainy Day InNew York

(OmU) 15.50, 18.10, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Yung 18.00; Die Glitzernden

Garnelen – Les crevettes pailletees (OmU)

20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 10.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 10.00, 12.00; Rotschühchen

und die sieben Zwerge 10.00, 12.10,

14.15; Die Eiskönigin II 10.00, 12.25, 15.00,

16.40, 17.40; 3D: Die Eiskönigin II 12.00, 14.00,

17.15, 20.00; Die Addams Family 12.10, 14.20;

Lara 15.00; Last Christmas 16.45,19.45; Das perfekte

Geheimnis 16.45, 19.30; Joker 19.30; 3D,

Preview: Jumanji –The Next Level 20.15

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Systemsprenger 13.00; Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.30, 20.15; Ich war noch niemals in New

York 17.45

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11)Last Christmas 14.30,

20.15; Die schönste Zeit unseres Lebens 17.15

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Rotschühchen und die sieben Zwerge10.00,12.20,

14.40; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

10.00; Die Eiskönigin II 10.00, 11.45, 14.30,

16.45, 17.25, 23.00; Angry Birds 2: Der Film

10.00; 3D: Die Eiskönigin II11.00, 14.00, 17.00,

19.30; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 11.55; Unsere

Lehrerin, die Weihnachtshexe 12.10;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 12.10; Die

Addams Family 12.30, 14.25; Die Eiskönigin II

(OF) 14.15; Das perfekte Geheimnis 14.15, 17.45,

19.30, 23.00; Lara 15.00; Alles außer gewöhnlich

16.40, 20.00; Joker 17.00,20.35; Hustlers 17.10,

19.45, 23.00; 3D, Preview: Jumanji –The Next Level

20.00; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

20.15, 22.30; Zombieland 2: Doppelt hält besser

22.35

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Die Eiskönigin

II15.30, 18.00, 20.30; Shaun das Schaf: Der

Film:UFO-Alarm 15.45; 3D: Die Eiskönigin II 15.45,

18.00; Die Addams Family 15.45; Last Christmas

18.00; Mary Christmas –Georg Preusse 18.15; 3D,

Preview: Jumanji –The Next Level 20.30; Hustlers

20.30; Das perfekte Geheimnis 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Routine Pleasures:

Presentation Sisters (OV; m. Kurzfilm u. Gespräch)

19.00; Wanda (OV; m. Lesung) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

Die Eiskönigin II 12.30, 13.30, 16.00, 16.40,

18.00, 19.00, 19.30; 3D: Die Eiskönigin II 13.00,

14.30, 15.00, 17.30, 20.00, 23.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 13.20; Last Christmas

13.25, 13.50, 16.35, 20.00; Joker 13.30, 16.40,

19.40, 19.50, 23.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

13.40; Hustlers 13.45, 16.30, 19.30,22.50;

Die Addams Family 13.50; Rotschühchen und die

sieben Zwerge 14.00; Das perfekte Geheimnis

14.00, 17.00, 20.30, 22.40; Auerhaus 14.00,

16.45, 19.40; A Rainy Day In New York 14.00,

17.00, 19.50; Ich war noch niemals inNew York

14.30; Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

16.10, 20.30, 22.00; Downton Abbey 16.20; The

Good Liar –Das alte Böse 16.30; Alles außer gewöhnlich

16.30, 19.30; Official Secrets 16.40;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 16.50; Die

schönste Zeitunseres Lebens 17.00; Zombieland 2:

Doppelt hält besser 17.45, 20.50; Parasite 19.30,

22.45; 3D,Preview: Jumanji –The Next Level19.30,

19.45, 23.00; Der Leuchtturm 19.50, 22.50; Le

Mans 66: Gegen jede Chance 20.15; Once Upon

aTime in... Hollywood 22.30; Gemini Man 22.30;

Black and Blue 22.30; Terminator – Dark Fate

22.50; Midway –Für die Freiheit 22.50

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 0200)

Maleficent: Mächteder Finsternis –Maleficent: Mistress

ofEvil (OF) 13.30; Die Eiskönigin II–Frozen

2(OF) 13.30, 16.20, 20.15; Hustlers (OF) 13.40,

16.20, 19.15, 22.30;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm – Shaun the

Sheep Movie: Farmageddon (OF) 13.50; 3D: Die

Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 14.15, 17.00, 23.00;

Der Leuchtturm – The Lighthouse (OF) 14.30,

23.10; Le Mans 66: Gegen jede Chance –Ford v

Ferrari (OF)16.30, 19.30; Joker(OF)16.30, 20.10,

23.00; Last Christmas (OF)17.15,19.50; TheGood

Liar –Das alte Böse (OF) 17.20; Stephen Kings

Doctor Sleeps Erwachen (OF) 19.20; 3D, Preview:

Jumanji –The Next Level (OF) 20.00; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 22.40; Zombieland 2:Doppelt

hält besser –Zombieland 2: Double Trap (OF)

22.45;Terminator –Dark Fate (OF) 23.00

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D, IMAX:

Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 11.45, 14.30,

17.15; 3D, IMAX, Preview: Jumanji –The Next Level

(OF) 20.00; IMAX: LeMans 66: Gegen jede Chance

–Ford vFerrari (OF) 22.50

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) Die Kinder der

Toten (OmU) 18.15; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

20.00; Das Forum (OmU) 22.15

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe

10.00, 12.00, 14.00; Rotschühchen

und die sieben Zwerge 10.00, 12.00, 15.00; Die

Eiskönigin II 10.00, 12.30, 14.00, 14.30, 16.30,

17.00, 19.00; 3D: Die Eiskönigin II10.00, 12.30,

15.00,17.30,20.00, 22.30; Das perfekte Geheimnis

10.00, 17.15, 20.00, 22.30; Die Addams Family

16.00; Last Christmas 18.00; Zombieland 2:

Doppelt hält besser 19.15; 3D, Preview: Jumanji –

The Next Level 20.00, 22.30; Stephen Kings Doctor

Sleeps Erwachen 21.30; Joker 21.30

Casablanca (✆ 677 57 52) Bohemian Rhapsody

15.15; Ich war noch niemals in New York 18.00;

Das perfekte Geheimnis 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Dora und die goldene Stadt 14.00; Die Eiskönigin

II 14.00, 16.45, 19.30; Angry Birds 2: Der Film

14.00; Das perfekte Geheimnis 14.10, 16.40,

20.00; Last Christmas 14.20, 17.10, 20.15; Ich

war noch niemals in New York 14.20; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 14.30; 3D: Die Eiskönigin II

14.30, 17.20, 20.00; Rotschühchen und die sieben

Zwerge14.40;LeMans 66: Gegen jede Chance

16.25, 19.40; Joker 17.00, 20.00; Die Addams

Family 17.10; Maleficent: Mächte der Finsternis

17.20; Hustlers 17.20, 19.45; 3D,Preview: Jumanji

–The Next Level 20.00; Zombieland 2: Doppelt hält

besser 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Mucize

Ask (OmU) 14.10, 17.20, 20.15; Die Addams Family

14.10; Rotschühchen und die sieben Zwerge

14.15; 3D: Die Eiskönigin II 14.20, 16.30, 19.30;

Die Eiskönigin II 14.45, 15.00, 16.45, 17.30;

Lara 15.00; Hustlers 17.00, 20.00; Das perfekte

Geheimnis 17.00; Recep Ivedik VI (OmU) 17.50,

20.20; 7.Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle

Sieben (OmU) 19.30; 3D, Preview: Jumanji –The

Next Level 20.00; Joker 20.30

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 1976) Gegen

den Strom –Kona fer istrio (OmU) 19.00; Lara

21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Gorilla Bathes at

Noon (OmU) 18.00; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) 20.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die Eiskönigin

II 11.00, 14.15, 16.45, 19.15; Die Eiskönigin II

12.15; Alles außer gewöhnlich 14.45, 19.45; Das

perfekte Geheimnis 17.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Marianne &

Leonard –Words of Love (OmU) 16.00; Parasite

18.00; Lara 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Der alte deutsche

Film: Kornblumenblau 15.45; The Good Liar –Das

alte Böse 17.45; Parasite –Gisaengchung (OmU)

20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Über Grenzen –Der Film einer

langen Reise 18.00; Schönheit &Vergänglichkeit

20.30

Capitol (✆ 831 64 17) ARainy Day In New York

15.50, 18.10,20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) PJ

Harvey –ADog Called Money (OmU) 17.00; All I

NeverWanted (m.Gästenu.Buchvorstellung)19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Dasperfekte

Geheimnis 10.15, 14.00, 17.00; Alles außer gewöhnlich

13.30, 16.00, 21.00; Lara 14.15, 16.30;

Die Glitzernden Garnelen –Les crevettes pailletees

(OmU) 16.30; Die schönste Zeit unseres Lebens

18.30, 21.15; Preview: Aquarela (OmU) 18.45;

Was gewesen wäre 19.15; Der Leuchtturm 20.45;

Schönheit &Vergänglichkeit 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Die

Eiskönigin II 13.50, 14.10, 14.20, 17.00, 17.10;

Das perfekte Geheimnis 13.50, 16.50, 19.50;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 14.15;

Rotschühchen und die sieben Zwerge 14.15; Die

Addams Family 14.15; 3D: Die Eiskönigin II 14.20,

17.15, 20.10; Maleficent: Mächte der Finsternis

16.30; Last Christmas 17.00, 19.30; Hustlers

17.00, 20.00; Auerhaus 17.00, 20.10; Le Mans

66: Gegen jede Chance 19.45; Joker 19.55; Preview,

3D: Jumanji –The Next Level 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Lara

15.00; Die Eiskönigin II 17.15, 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Parasite 17.15; Dem Horizont so nah 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/7030200) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.15, 17.00; Die Eiskönigin

II 14.15, 14.45, 17.00, 17.30, 19.45, 20.15; Das

perfekte Geheimnis 14.15, 17.15, 20.10; Auerhaus

14.20, 20.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm14.30;

Everest:Ein Yeti will hoch hinaus 14.40; Last Christmas

14.45, 17.15, 20.00; Rotschühchen und die

sieben Zwerge 15.00, 17.00; Joker 16.50, 20.15;

Hustlers 17.15, 20.20; Die Addams Family 17.30;

Der letzte Bulle 17.30; Terminator – Dark Fate

19.50;3D, Preview:Jumanji–TheNextLevel20.00;

Zombieland 2:Doppelt hält besser 20.20

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 5454) 3D: Die

Eiskönigin II 15.00,17.45,20.30; Die Eiskönigin II

15.15, 18.00; DieAddams Family 15.30; Das perfekte

Geheimnis 17.45; 3D, Preview: Jumanji –The

Next Level 20.30; Last Christmas 20.30

FilmpalastOranienburg (✆ 033 01/70 48 28) Die

Eiskönigin II 14.45, 15.15, 17.00, 19.30; 3D: Die

Eiskönigin II15.00, 17.15; Maleficent: Mächte der

Finsternis 15.10; Last Christmas 17.30; Hustlers

17.40; Das perfekte Geheimnis 19.45; Zombieland

2: Doppelt hält besser 20.15; 3D,Preview: Jumanji

–The Next Level 20.15

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Die Eiskönigin II16.30; 3D: Die Eiskönigin II19.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Die Eiskönigin

II15.00, 17.30, 20.30; Unsere Lehrerin, die

Weihnachtshexe 15.45; Deutschstunde 18.00; Das

perfekte Geheimnis 20.00

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/847584)

DieAddams Family 16.00

Scala KulturpalastWerder (✆ 033 27/462 31 75)

DieAddams Family 14.00; Land des Honigs 16.00;

Systemsprenger 17.45; Das perfekte Geheimnis

20.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 1 1. Dezember 2019

·························································································································································································································································································

Netzwerk

STREAMING

Scheidung

statt

Liebe

VonJörg Hunke

Die Oscars werden zwar erst im

Februar des kommenden Jahres

verliehen, aber schon jetzt wird

über Favoriten diskutiert. Einer von

ihnen ist „Marriage Story“ vonNoah

Baumbach. Der Film bekam am

Montag auch sechs Golden-Globe-

Nominierungen, unter anderem für

den besten Film. Die Hauptdarsteller

Scarlett Johansson und Adam

Driver wurden zudem als beste

Schauspielerin beziehungsweise

bester Schauspieler vorgeschlagen.

Worum geht es in dem Film? Und

wo sind die beiden Schauspieler

noch zu sehen?

„Marriage Story“: Nicole (Scarlett Johansson)

und Charlie (Adam Driver)

scheinen für einander bestimmt zu

sein. Sie kümmern sich auch rührend

um den gemeinsamen Sohn.

Doch dann begeht der narzisstische

Charlie den größten Fehler, den ein

Mann machen kann: Er hört auf,

seine Frau zu verehren. Nicole ist

enttäuscht, verlässt NewYork, um in

Hollywood Kariere als Schauspielerin

zumachen. Die Liebe, soerzählt

es der Film, geht auf tragische Weise

verloren. Was bleibt, ist ein böser

Scheidungskrieg.

Zu sehen bei Netflix

Charlie (Adam Driver) kämpft um die Aufmerksamkeit

seines Sohnes.

NETFLIX

Matchpoint: Es gibt einen Moment in

dem Film, in dem der Tennisball auf

der Netzkante tanzt. Glück oder Pech,

Sieg oder Niederlage? Die Szene erzählt

davon, wie das ist mit den

schicksalhaften Momenten im Leben.

Die Menschen scheinen keinen

Einfluss zu haben in solchen Augenblicken.

Scarlett Johansson spielt in

dem Meisterwerk von Woody Allen

aus dem Jahr 2005 eine erfolglose

Schauspielerin, deren Liebesbeziehung

mit einem Mann aus der britischen

Oberklasse nicht gut ausgeht.

Zu sehen bei iTunes, Amazon und Maxdome

„Girls“: Neben Lena Dunham gehörte

Adam Driver zu den Stars der

HBO-Serie, Driver wurde damals

auch in der Rubrik„Bester Nebendarsteller“

für einen Emmy nominiert. In

der Serieg geht es vor allem um

Freundinnen, die noch nicht genau

wissen, was sie wollen –vom Leben,

vonden Männern, vonsich selbst.

Zu sehen bei Amazon, iTunes,Maxdome, Sky Ticket

und Google Play.

Jörg Hunke nutzt die dunkle

Winterzeit für anregende

Filmabende.

Es grünt so grün: Weresgemütlich angehen lässt mit seinem Mountainbike, kann beim Spielen auch die Natur genießen.

Freude am Fahrunfall

„Lonely Mountains: Downhill“, das Spiel aus Berlin, gilt als herausragend: Wird es auch ausgezeichnet?

VonJan Bojaryn

Großen Erfolg mag das

Spiel haben, aber es sieht

klein aus: Der Fahrradfahrer

erinnert an eine

Spielzeugfigur. Erhat kein Gesicht,

er ist auf dem Bildschirmnur aus der

Distanz zu sehen. Auch der Berg

wirkt nicht ganz echt, die satten

Grünflächen erinnern anFilz. Doch

sobald das Spiel losgeht, erwacht die

Simulation zum Leben: Wind

rauscht, Vögel zwitschern, Reifen

greifen in das Erdreich. Als der Fahrer

die erste Kurve nimmt, auf einen

Abgrund zurast, in letzter Sekunde

das Steuer herumreißt, geht ein Raunen

durch das Publikum. Niemand

denkt mehr an Spielzeug.

Ausgetüftelte Abfahrten

Dann ist eine Lenkbewegung des

Spielers zu halbherzig, der Fahrer

klatscht mit satterWucht gegen einen

Baum. Viereckiges Pixelblut mischt

sich mit dem dreckigen Gelächter der

Zuschauer. Jetzt sind alle froh, dass

der Fahrer nicht echter aussieht. Normalerweise

wird„Lonely Mountains:

Downhill“ ohne Publikum gespielt.

Beimehreren Messeveranstaltungen,

etwa während der Gamescom, hat es

sich aber als gutes Zuschauerspiel behauptet.

Dasfunktioniertähnlich wie

beim Vorbild. Wenn sich besonders

gute Mountainbiker todesmutig den

Berg hinunterstürzen, dann wollen

Menschen zuschauen. Und anders

als in der Wirklichkeit kann hier beim

Zuschauen jeder seiner Schadenfreude

freien Lauf lassen. Niemand

tut sich wirklich weh.

Das Computerspiel ist gerade auf

dem Markt erschienen und schon

jetzt ein voller Erfolg. Auf gute Kritiken

sind gleich fünf Nominierungen

für den renommierten Deutschen

Entwicklerpreis gefolgt, der am heutigen

Mittwoch in der Flora inKöln

Ein Jahr nach dem Startvon Apple

PayinDeutschland können deutlich

mehrVerbraucher den Mobil-Bezahldienst

des iPhone-Konzerns nutzen

als zuvor. AmDienstag starteten

371 von insgesamt 379 deutschen

Sparkassen den Service für ihre rund

50 Millionen Kunden. Als weitereKreditinstitute

kamen in einem Schwung

auch Commerzbank, Norisbank und

die LBBW hinzu. Alleine die Commerzbank

zählt rund elf Millionen

Privatkunden.

Zunächst können nur von den

Banken ausgegebene Kreditkarten

HAUPTSTADT IN NEUN KATEGORIEN VERTRETEN

Der Preis: Der Deutsche Entwicklerpreis

ist die älteste

Auszeichnung für die Entwicklung

herausragender

Computerspiele aus

deutschsprachigen Ländern.

Er wird seit 2004 vergeben,

in diesem Jahr gabes96

Einreichungen.

verliehen wird. Viele Kenner der

Szene wurden von dem Spiel überrascht.

Das Thema wirkt unscheinbar,

das Entwicklerteam ist klein.

Hinter „Lonely Mountains: Downhill“

steckt das Berliner Studio Megagon

Industries; über weite Strecken

waren das nur Jan Bubenik und Daniel

Helbig.

Helbig und Bubenik hatten vorher

bei Spieleentwicklern und in einer

Medienagentur gearbeitet. Megagon

haben sie gegründet, um gemeinsam

Spiele machen zu können.

Nach zwei Handyspielen war „Lonely

Mountains“ das erste größere

Projekt. Die Grundidee: mit einem

Mountainbike einen Berg herunterfahren.

Ein einfaches Spiel sollte es

werden, das mit präziser Steuerung

Tiefe gewinnt. Lange wurde an den

Grundlagen gefeilt, bis 2017 eine

erste Demo-Version der Öffentlichkeit

gezeigt wurde.„Wirwaren ziemlich

nervös“, erzählt Bubenik. Aber

Konzept und Spielmechanik funktionierten,

das Spiel zog beständig

Publikum an.

Die Motivation war dringend nötig,

denn das minimal besetzte Team

musste Jahre andiesem einen Projekt

arbeiten. Die physikalische Si-

Die Kandidaten: In neun Kategorien

sind Spiele, die in

Berlin entwickelt worden

sind, vertreten. Besonders

oft wurden die vomMedienboard

Berlin-Brandenburg

geförderten Games „Trüberbrook“

und „Lonely Mountains

Downhill“ nominiert.

Der Förderer: Das Medienboard

Berlin-BrandenburgfördertFilme,

Computerspiele

undVirtual-Reality-Projekte.

Das könnte einVorteil für die

Zukunft sein, denn immer häufiger

werden Innovationen aus

der Spielewelt bei der Filmproduktion

genutzt.

mulation, die ausschweifenden Strecken,

der gleichzeitige Start auf PC

und Spielkonsolen —das sind Aufgaben

für verschiedene Spezialisten.

Bei Indie-Studios wie Megagon sind

deshalb Multitalente gefragt. Das

Studio besteht nur aus ein paar

Schreibtischen in einem Kreuzberger

Coworking-Space, indem auch

die Entwickler des prämierten

Grafikadventures „Trüberbrook“ sitzen.

Finanziert wurde die jahrelange

Entwicklungsarbeit durch das Medienboard

Berlin-Brandenburg

und einer geglückten Kampagne

auf der Crowdfunding-Plattform

Kickstarter.Nach langer Arbeit und

einem stressigen Start scheint es

jetzt, als hätte sich die Mühe gelohnt.

Bubenik sagt, er sei „mehr

als glücklich“, dass sein Spiel in

gleich fünf Kategorien nominiert

ist. Der Deutsche Entwicklerpreis

ist nicht irgend eine Auszeichnung.

DieJurysetzt sich aus zahllosen Insidern

zusammen, da ist eine

mehrfache Nominierung wie ein

Ritterschlag der Branche.

Das Lob ist verdient. „Lonely

Mountains: Downhill“ zeigt beim

Spielen, warum eine so einfache Idee

Banken setzen auf Apple

Geldinstitute wie die Sparkassen vertrauen dem Bezahlsystem aus dem Silicon Valley

und Debitkarten eingebunden werden.

Eine Lösung für die in Deutschland

oft genutzte Girocard, die viele

Verbraucher noch unter dem alten

Markennamen EC-Karte kennen, ist

noch in Arbeit. Sie soll im kommenden

Jahr eingeführt werden, sagte

Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey.

Apple Paygilt als sicheres und datenschutzfreundliches

Zahlungsmittel,

obwohl viele Bankkunden noch

skeptisch sind. Bei der repräsentativen

Innofact-Umfrage des Vergleichsportals

Verivox sagten immerhin

gut ein Drittel der Befragten (35

Prozent): „Ich glaube, esist nicht sicher.“

Zur Sicherheit trägt auch die

Tatsache bei, dass die Informationen

über die Einkäufe nicht an Apple

übertragen werden.

Außerdem bleibt der Käufer gegenüber

dem Verkäufer anonym.

„Wenn Sie mit Apple Pay ineinem

Laden sechsmal hintereinander eine

Flasche Wein kaufen, erhält der Verkäufer

sechs unterschiedliche Nummern–und

keine davon ist die Nummer,

die auf Ihrer Karte steht“, sagte

MikkoHypponen vomfinnischen Sicherheitsunternehmen

F-Secure.

so viele Jahre inAnspruch nehmen

kann. Die Liebe zum Detail ist spürbar.Vier

Berge stecken in dem Spiel,

mit je vier Strecken. Jede von ihnen

hält Entdeckungen und Verstecke

bereit. Grundsätzlich können Spieler

überhaupt nur ein paar Knöpfe drücken,

neben dem Lenken gibt es nur

Bremsen und Beschleunigen in zwei

Geschwindigkeiten. Aber die Abfahrten

sind meisterhaft ausgetüftelt.

Wer dem gut sichtbaren Trampelpfad

folgt, der hat beste Chancen,

sturzfrei unten anzukommen. Wer

dabei aber auch schnell sein will, der

muss das Unterholz nach Abkürzungen

absuchen, in die Tiefe rasen,

vielleicht das Fahrradmodell wechseln,

damit es besser zu Strecke und

Strategie passt.

Erleichterung im Ziel

MEGAGON INDUSTRIES

Das Spiel folgt einem Rhythmus.

Jede Streckebeginnt mit einem wartenden

Fahrer in der Idylle. Auf der

ersten Fahrtgeht es nur um das Kennenlernen

und Staunen. Ab dann

aber werden Stürze gezählt und die

Zeit gestoppt. Mitjeder gemeisterten

Herausforderung kommen neue

Strecken undAufgaben dazu. Spieler

können nicht nur ein paar Trikotfarben

freischalten, sondern auch den

wesentlichen Inhalt, die Berge und

Räder.Wer vorsichtig fährt, erlebt die

Abfahrt als leisen Nervenkitzel. Wer

dagegen einen Geschwindigkeitsrekord

aufstellen will, der reiht irrsinnige

Amokfahrten aneinander,

stürzt aberhunderte Male, schwitzt

und glüht beim Spielen.

DasAnkommen im Basislageram

Fußdes Berges ist dann, als hätte jemand

endlich ein Fenster geöffnet –

eine Erleichterung. Fast will man in

das aufgestellte Zelt kriechen und

den zwitscherndenVögeln lauschen.

Aber stets locken neue Aufgaben;

und jeder Versuch braucht nur ein

paar Minuten.

Die Einführung von Apple Pay bei

den Sparkassen und weiteren Banken

steht im Schatten einer neuen

gesetzlichen Regelung, die nach Experteneinschätzungen

vor allem auf

Apple Paygemünzt ist. Ende November

wurde im Bundesrat eine Erweiterung

eines Gesetzes zur Bekämpfung

der Geldwäsche verabschiedet,

die Plattform-Betreibern vorschreibt,

Finanzdiensten Zugang zu

Infrastruktur wie NFC zu gewähren.

Apple kritisierte das Gesetz, sieht für

sich selbst aber keinen Handlungsbedarf.

(dpa)

Pete

Frates

gestorben

Er war ein Antreiber der

„Ice Bucket Challenge“

Die„Ice Bucket Challenge“ wurde

2014 als Internet-Phänomen

weltweit bekannt –nun ist einer ihrer

ersten Unterstützer tot. Der ehemalige

College-Baseballspieler Pete

Frates sei „nach einer heldenhaften

Schlacht“ gegen die ALS-Krankheit

gestorben, teilte seine Familie über

die Internetseite seines ehemaligen

Teams am Boston College mit. Er

wurde 34 Jahrealt.

Frates war einer derjenigen ALS-

Kranken, die die Idee der „Ice Bucket

Challenge“ (Mutprobe mit einem

Eiswasserkübel) früh aufgriffen, um

die Nervenkrankheit ins Bewusstsein

zu rücken und Spenden zu generieren.

Weltweit beteiligten sich

unzählige Menschen an der Aktion,

darunter auch Prominente.Sängerin

Helene Fischer ließ sich im BH eiskaltesWasser

über denKörper schütten,

Schauspieler Robert Downey Jr.

war im Whirlpool zu sehen und Microsoft-Gründer

Bill Gates trug dabei

ein blaues Hemd.

Es ging darum, die Videos ins Internet

zu stellen und Freunde zu nominieren,

die sich der Mutprobe

ebenfalls unterziehen sollten. Im

Kampf gegen ALS kamen so Millionen

zusammen. Amyotrophe Lateralsklerose

(ALS) führt zuzerstörten

Nerven und fortschreitender Muskellähmung.

Die Betroffenen können

sich im Verlauf der Erkrankung nicht

mehr bewegen. Siehaben Schwierigkeiten

beim Schlucken, Sprechen

und Atmen, bleiben in der Regel aber

geistig fit. Die Krankheit tritt häufig

um das 50. Lebensjahr auf, etwa die

Hälfte der Patienten stirbt innerhalb

der ersten drei Jahre. (dpa)

Der ehemalige College-Baseballspieler Pete

Frates wurde 34 Jahre alt. GETTY/M. LLOCCISANO

Unterstützung für

die Produktion

von Serien

Hamburg will zwei

Millionen Euro bereitstellen

I

n Hamburg sollen künftig mehr

hochwertige Serien zum Beispiel

für Streamingdienste gedreht werden.

Dafür will die Hansestadt die

Mittel für die Filmförderung Hamburg

Schleswig-Holstein (FFHSH)

um zwei Millionen Euro aufstocken.

Das sieht ein Antrag der rot-grünen

Regierungsfraktionen vor, über den

in der kommenden Woche in der

Bürgerschaft abgestimmt werden

soll. Wird er absegnet, könnte die

Filmförderung von 2020 an Filmemacher

bei der Serienproduktion

zusätzlich unterstützen. FFHSH-Geschäftsführer

Helge Albers zufolge

kann Hamburg damit nun auch vor

die Kamera von sogenannten High-

End-Serien geholt werden. „Künftig

können Serien auf Kinoniveau direkt

in unserer Region entwickelt und gedreht

werden. Das ist ein starkes Signal

für einen starken Filmstandort“,

sagte Albers laut Mitteilung. Noch im

Oktober hatten Hamburger Filmemacher,darunter

auch Starregisseur

Fatih Akin, mehr Geld für Serien aus

der Hansestadt gefordert. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Hubertohne Staller 19.45 (für

HG) Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Der König von Köln

Satire, D2019. Mit Rainer Bock. In

diesem Film wird ein Beamter des

Bauamts zum Spielball einiger

Superreicher,die bei einem Großbauprojekt

mächtig absahnen wollen.

21.45 (für HG) Der Milliarden-Maurer vom

Rhein

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Weltspiegel extra

Schicksalswahl in Großbritannien

23.00 (für HG) maischberger.die woche

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Mensch

Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz über Kopf.

Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell

–Das Wetter 19.05 (für HG) Alles was zählt

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Rütter reicht’s!

Martin Rütter und sein prominentes Team

nehmen den täglichen Bürokraten-Irrsinn

genauer unter die Lupe und widmen sich

Fällen, wo Recht auf gesunden

Menschenverstand trifft.

22.15 sternTV

U. a.: Nach Messerangriff auf Polizist: Wie

werden Beamte auf solche Attacken

vorbereitet?

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

0.30 (für HG) CSI: Vegas

Krimiserie. Geteiltes Leid

MDR

13.58 (für HG) MDR aktuell 14.00 (für HG) MDR

um 2 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für

HG) MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell

19.50 (für HG) Tierisch tierisch 20.15 (für HG)

Exakt 20.45 (für HG) Koko, Kunst und geheime

Kopien 21.15 Echt. Feuer in der Semperoper

21.45 (für HG) MDR aktuell 22.05 (für HG)

Tatort: Freischwimmer.Krimireihe, D2005 23.33

MDR aktuell 23.35 extra 3 0.20 unicato

Bayern

15.30 Schnittgut 15.58 Sternstunden 16.00 (für

HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.28 Sternstunden 18.30 (für HG) Rundschau

19.00 (für HG) Stationen 19.30 (für HG)

Dahoam is Dahoam 19.58 Sternstunden 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Münchner

Runde 21.00 (für HG) Kontrovers 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) DokThema

22.45 (für HG) Stille Nacht. Dokumentarfilm,

GB/A/D 2018. Ein Lied für die Welt 0.00

kinokino 0.15 Kurzfilmnacht: „Leben in Angst“

Vox

5.25 CSI: NY 6.55 CSI: Den Täternauf der Spur

8.45 Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 11.55 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 (für HG) Rampensau 22.05

(für HG) Law&Order:Special Victims Unit 23.55

VoxNachrichten 0.15 Medical Detectives

Super RTL

9.35 Weihnachtsmann Junior 10.10 Sammy

10.40 Grizzy &die Lemminge 11.10 Alvinnn!!!

11.40 Go Wild! 12.10 Friends 12.30 Trolls

12.50 Polly Pocket 13.15 Tomund Jerry 13.45

Weihnachtsmann &Co. KG 14.15 Angelo! 14.45

Dragons 15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10

Sally Bollywood 16.40 Barbie 17.10 Grizzy &die

Lemminge 17.40 Angelo! 18.10 Weihnachtsmann

&Co. KG 18.40 Woozle Goozle und die

Weltentdecker 19.10 Alvinnn!!! 19.40 Tomund

Jerry 20.15 (für HG) Dr.House 0.00 Comedy

total 0.35 Infomercials

Sport1

5.50 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30

StorageWars –Geschäfte in Kanada. Doku-Soap.

Alle guten Dinge 15.55 Fußball. UEFAYouth

League:FCBayernMünchen –Tottenham

Hotspur,6.Spieltag,live 18.00 Volleyball. DVV

Pokal der Frauen. Konferenz der Halbfinalpartien

Dresdner SC –VfB Suhl Lotto Thüringen /Allianz

MTV Stuttgart–SSC Palmberg Schwerin 20.30

Fantalk 23.15 Fußball. UEFAYouth League:

Highlights 6. Spieltag 0.00 SportClips 0.45

Teleshopping Nacht 1.00 SportClips

ZDF

5.00 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoWismar 18.54 Lotto am

Mittwoch 19.00 (für HG) heute 19.20 (für HG)

Wetter 19.25 (für HG) Heldt. Nicht pflegeleicht

20.15 (für HG) Aktenzeichen XY ... ungelöst

Fahndungsmagazin. Moderator Rudi

Cerne sucht Zeugen für diese realen

Verbrechen: Überfall im Getränkemarkt /

Fahndung nach zwei Räubern/Mord in

Modellwohnung.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Schöne Online-Bescherung

Schnäppchenfrust aus Fernost

23.15 (für HG) Markus Lanz

Talkshow

0.30 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring 17.00 Klinik am Südring –Die

Familienhelfer.Ein Mädchen wird bewusstlos und

verletzt an einem verlassenen Güterbahnhof

gefunden. Der Teenager gibt vor, sich an nichts

erinnernzukönnen. Wurde das Mädchen mit

K.o.-Tropfen betäubt? 17.30 Klinik am Südring /

oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00 AufStreife

–Die Spezialisten 19.00 Genial daneben –das

Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Santa Clause 2–

Eine noch schönere Bescherung

Komödie, USA 2002. Mit TimAllen,

Elizabeth Mitchell. Seit acht Jahren macht

Scott Calvin den Jobals Weihnachtsmann.

Doch dann gibt es Probleme.

22.25 Focus TV –Reportage

Ansturmauf die Outlet-Center!

23.30 Focus TV –Reportage

Shopping im Wohnzimmer!

0.35 (für HG) Santa Clause 2–

Eine noch schönere Bescherung

Komödie, USA 2002. Mit TimAllen

WDR

13.55 (für HG) Und es schmeckt doch!? 14.25

(für HG) Um Himmels Willen 16.00 (für HG) WDR

aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

WDR aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG)

Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Könnes

kämpft 21.45 (für HG) WDR aktuell 22.10

Ausgerechnet –Weihnachten 22.55 Kommissar

Wallander:Die Brandmauer.Krimireihe, S/GB/D/

USA 2008 0.25 (für HG) Kommissar Wallander

–Die fünfte Frau. Krimireihe, S/GB/D/USA 2010

NDR

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Wiegeht

das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG) Inas

Reisen 21.45 (für HG) NDR Info 22.00 (für HG)

Großstadtrevier 22.50 (für HG) extra 3 23.20 (für

HG) Zapp 23.50 (für HG) 7Tage... 0.20 Kümo

Henriette 0.45 (für HG) Visite

Kabel eins

5.05 (für HG) Castle 5.55 Blue Bloods 9.25 (für

HG) Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.10

Without aTrace–Spurlos verschwunden 12.05

Numb3rs –Die Logik des Verbrechens 13.05 (für

HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist 14.55

(für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins news

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns

drum 20.15 (für HG) Die letzte Festung.

Actionfilm, USA 2000 22.55 (für HG) Collateral.

Thriller,USA 2004 1.15 kabel eins late news

RTLZWEI

7.00 Die Straßencops West –Jugend im Visier

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Frauentausch 14.00 Daniela Katzenberger –Mit

Lucas im Hochzeitsfieber 15.00 Babys! Kleines

Wunder –Großes Glück 16.00 Babys! Kleines

Wunder –Großes Glück 17.00 News 17.04

Wetter 17.05 Krass Schule –Die jungen Lehrer

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Dr.Dago–Held der Kinderklinik 21.15

Wirwerden Hebamme! 22.15 Babys! Kleines

Wunder –Großes Glück 23.20 Armes Deutschland

–Deine Kinder 1.15 Crime Town USA

Eurosport 1

8.30 Snooker.Scottish Open in Glasgow.Tag 2

10.30 Ski Alpin. FIS Weltcup 2019/20 in Beaver

Creek. Super-G Männer 11.40 Golf. Hero World

ChallengeinAlbany. Highlights vomPGA-Tour-

Event 12.50 Leichtathletik. Marathon des Sables.

Highlights des Ultralaufs 13.05 Snooker.Scottish

Open in Glasgow.Tag 2 13.45 Snooker.Scottish

Open in Glasgow.Tag 3, live 18.00 Handball

19.40 Nachrichten 19.45 Snooker.Scottish

Open in Glasgow.Tag 3, live 0.00 Nachrichten

0.05 Skilanglauf

TV-Tipps

ARTE, 20.15 UHR DRAMA

Die Beichte

Eine im Sterben liegende ältereDame möchte auf ihrem Totenbett ihre

letzte Beichte ablegen und taucht dazu in die Vergangenheit ein, in ein

kleines französisches Dorf während der deutschen Besatzung. Diejunge

Postangestellte Barny ist atheistische Kommunistin und kümmertsich,

seitdem ihr Mann zwei Jahrezuvor in deutsche Kriegsgefangenschaft gekommen

war,alleine um ihrekleine Tochter.Als der neue Pater Léon Morin

(Romain Duris) in das kleine Dorf kommt, ist die junge Frau zunächst die

Einzige,die sich unbeeindruckt von diesem Ereignis zeigt. Doch schließlich

macht sie Bekanntschaft mit dem charmanten Pater.Nachdem Barny sich

eines der Evangelien von dem Geistlichen ausgeliehen hat, sehen sich die

beiden schon bald regelmäßig.

(F/2016)

Foto: ARTE

Anzeige

Bequem reisen

mit dem Bus

•Komfortreisebus

•umfangreiches Programm

•erfahrene Reiseleitung

•Reiseziele nah und fern

•u.v.m.

Berliner Zeitung Leserreisen

NORMALVARIANTE mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

9 7 1

6 4

3 5 6

8 4 6

5 8

9 1 7

9 3

2 8

2 7

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

7 9

2 9 8 3

1 2 3

SUDOKU

3 7 2

8 5

6

4

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

/leserreisen

LESERREISEN

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 10.12.2019

12. 2019

MITTEL mittel

4 3 5 6 7 2 1 8 9

6 8 7 9 4 1 3 2 5

1 2 9 5 3 8 7 4 6

3 5 8 4 1 9 2 6 7

7 1 4 2 5 6 8 9 3

2 9 6 3 8 7 4 5 1

9 7 3 8 6 4 5 1 2

8 6 1 7 2 5 9 3 4

5 4 2 1 9 3 6 7 8

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

10.12.2019

10. 12. 2019

SCHWER schwer

1 6 5 3 4 9 2 7 8

9 8 4 2 6 7 1 5 3

7 2 3 5 8 1 4 9 6

8 4 9 6 3 2 5 1 7

2 5 1 7 9 8 3 6 4

6 3 7 1 5 4 9 8 2

4 9 6 8 2 5 7 3 1

5 7 8 4 1 3 6 2 9

3 1 2 9 7 6 8 4 5

RBB

6.20 zibb 7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG)

Brandenburg aktuell 8.30 (für HG) Abendschau

9.00 (für HG) In aller Freundschaft 9.45 (für HG)

Unterwegs in der Lausitz 10.00 (für HG) Heute im

Parlament. Regierungserklärung vonMinisterpräsident

Dietmar Woidke 13.00 rbb24 13.10 (für

HG) Julia –Eine ungewöhnliche Frau 14.00 (für

HG) Weihnachten ... ohne mich, mein Schatz!

Komödie, D2011 15.30 (für HG) Tiere bis unters

Dach 16.00 (für HG) rbb24 16.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 17.00 (für HG) rbb24 17.05

(für HG) Panda, Gorilla &Co. 17.55 (für HG)

Sandmännchen 18.02 rbb UM6 19.30 (für HG)

Abendschau /Brandenburg aktuell 20.00 (für

HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Zauberhafte Weihnachten

Deutsche Schlagerstars stimmen auf die

schönste Zeit des Jahres ein. Aufder

Weihnachtsbühne sorgen Semino Rossi,

Helmut Lotti, Nicole, Ute Freudenberg und

The Dark Tenor für zauberhafte Momente.

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Das Beste zum Fest

Musikshow

23.30 (für HG) Der Kommissar und die

Alpen: Schnee am Dienstag

Krimireihe, I2016. Mit Marco Giallini

1.00 (für HG) Zauberhafte Weihnachten

ProSieben

5.00 2BrokeGirls. Sitcom 5.40 The Middle.

Comedyserie 6.20 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 7.40 (für HG) The Big Bang Theory.

Sitcom 8.55 (für HG) HowIMet Your Mother.

Sitcom 10.45 Fresh Off the Boat. Sitcom. Die

perfekte Niederlage 11.10 Mike&Molly.Sitcom.

Mikemag Lasagne 11.35 2BrokeGirls. Sitcom

12.30 Mom. Sitcom. Christy macht die Pferde

scheu /ImRausch der Kekse 13.25 (für HG) Two

and aHalf Men. Sitcom. Ein Opossum auf Chemo

/Der fleischliche Pausenfüller /Das böse

Lachen 14.40 The Middle 15.40 (für HG) The Big

Bang Theory. Sitcom 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 (für HG) Die Simpsons. Zeichentrickserie

19.05 Galileo. Magazin

20.15 (für HG) Schattenmoor

Mysterythriller,D2019. Mit Caroline

Hartig,David HugoSchmitz. Brutale

Vorfälle an ihrem Internat bringen Emma

Müller fast um den Verstand. Steht sie im

Zentrum einer tödlichen Verschwörung?

22.35 (für HG) Schattenmoor.Das

Experiment: Vom Film in die Realität.

23.35 Unfriend

Horrorfilm, D2016. Mit Alycia Debnam-

Carey, William Moseley

1.15 The Flash

2.10 The Flash

Arte

7.15 360° 8.00 Madagaskar 8.45 Stadt Land

Kunst 9.45 Flucht im Namen Gottes (1+2/2)

11.25 Kitz &Co. 12.15 (für HG) Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.55 Carol.

Liebesdrama, GB/USA/F 2015 15.50 (für HG)

Die Winzlingeinfreier Wildbahn 16.40 Xenius

17.10 Amerika mit David Yetman 17.40

Schamanen in der Mongolei 18.35 Atolle 19.20

Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für HG)Die Beichte.

Drama, F2016 22.05 Eine Nacht in Pompeji

23.00 (für HG) Clair Obscur.Drama, D/F 2016

0.40 Araf –ImNiemandsland. Drama, D/F 2012

3Sat

5.05 Wunderwelt Schweiz 6.05 Bahnhöfe dieser

Welt 6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Alpenpanorama

9.00 (für HG) ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45

nano 10.15 (für HG) Anne Will 11.15 Salzburg

11.30 Mysterien vonSt. Stephan 12.30 Credit

Suisse 13.00 (für HG) ZIB 13.25 Italien, meine

Liebe 17.00 Märchenhafter Oman 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 Tödliche Gier 21.00

Handelsware Schuppentier 21.45 (für HG)

Lionsrock 22.30 (für HG) Der Verlust. Drama, D

2014 0.00 Wegvon der Straße 0.30 10 vor10

Phoenix

11.15 Klima und Wohnen 11.45 Klima Global

12.00 phoenix vorort 12.30 Großbritannien vor

der Wahl 13.00 Bundestag live 14.00

Regierungserklärung vonMinisterpräsident

Dietmar Woidke 14.45 phoenix vorort 15.15

Bundestag: Aktuelle Stunde, live 17.30 phoenix

der tag 18.00 Zu fit für den Ruhestand 18.30

Das war dann mal weg 19.15 DDR-Witze und der

BND 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

Arbeitsplatz Antarktis 21.00 Wildes Wetter 21.45

(für HG) heute journal 22.15 Phoenix Runde

23.00 phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

14.10 (für HG) Schloss Einstein –Erfurt 15.00

(für HG) Tinkas Weihnachtsabenteuer 15.25 (für

HG) Schneewelt 15.50 (für HG) Mascha und der

Bär 16.05 (für HG) Lassie 16.50 (für HG) Peter

Pan–Neue Abenteuer 17.35 (für HG) Der kleine

Prinz 17.57 Packeis-TV 18.00 (für HG)

Beutolomäus und der wahre Weihnachtsmann

18.15 (für HG) Belle und Sebastian 18.40 Inui

18.47 Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen

19.00 SimsalaGrimm 19.25 (für HG) Anna und

die wilden Tiere 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für

HG) Kika Live 20.10 My Move 2

Dmax

5.40 Bad Buddies 6.00 Chris &Mäx: Die

Oldtimer-Spezialisten 6.50 Infomercial 8.55

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.55

Infomercial 10.15 ToyHunter 11.15 Die

Zwangsvollstrecker 12.15 Steel Buddies 13.15

Airplane Repo 14.15 Australian Gold 16.15

Outback Opal Hunters 17.15 Steel Buddies

18.15 Helden der Baustelle 19.15 Deutschland

24/7 20.15 Goldrausch in Australien 22.15

Outback Opal Hunters 23.10 DMAX News 23.15

Outback Opal Hunters 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 VomHartz 4-Kind zum Elite-Studenten

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 Können

Tiere Menschen heilen? 11.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 Markt 20.00

Tagesschau 20.15 ReportMünchen 20.45

Panorama 3 21.15 Tagesschau 21.17 Münchner

Runde 22.00 Markt 22.45 Tagesschau vor20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Weltspiegel

extra 23.45 Kontrovers –das Politikmagazin 0.30

TatortBeziehung –Wie können wir Gewalt im

eigenen Zuhause stoppen? 1.00 Nachtmagazin

ONE

6.40 Brisant 7.20 Vadder,Kutter,Sohn.

Komödie, D2017 8.50 Brisant 9.30 Meuchelbeck

10.20 Lindenstraße 11.00 Hubertund

Staller 11.50 Sturmder Liebe 12.35 Sturmder

Liebe 13.25 Um Himmels Willen 14.10

Bonusfamilie 15.40 Hubertund Staller 16.30

Meuchelbeck 17.20 Lindenstraße 17.50 Hart

aber herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25

Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies Marple:

Tödlicher Irrtum. Krimireihe, GB 2007 21.45

Bauerfeind –Die Showzur Frau 22.45 Agatha

Christies Poirot 0.25 Alfred Hitchcock präsentiert:

Vorteil Rückschläger 0.50 Agatha Christies

Marple: Tödlicher Irrtum. Krimireihe, GB 2007

ZDF NEO

7.20 (für HG) Die Nordpol-Verschwörung 8.00

Topfgeldjäger 8.55 Lafer!Lichter!Lecker! 9.40

(für HG) Bares für Rares 10.30 (für HG) Bares für

Rares 11.25 Du &Ich –Unverbesserlich!?

12.10 (für HG) Monk 12.50 (für HG) Monk

13.35 Psych 14.15 Psych 14.55 Monk 15.40

Monk 16.20 Psych 17.00 Psych 17.45 (für HG)

Bares für Rares 18.35 Du &Ich –Unverbesserlich!?

19.20 (für HG) Bares für Rares 20.15 (für

HG) Wilsberg: Das Geld der Anderen. Krimireihe,

D2014 21.45 Ein starkes Team: Die Frau des

Freundes. Krimireihe, D2013 23.15 (für HG)

Aktenzeichen XY ... ungelöst 0.40 Wilsberg: Das

Geld der Anderen. Krimireihe, D2014

ZDF INFO

5.30 Das unsichtbare Venedig –Hinter den

Fassaden 6.15 ZDF-History 7.00 Berlin Berlin

7.45 Mafia Neapel –Der langeArm der Camorra

8.43 heute Xpress 8.45 Mafia –Die Paten von

Chicago 12.45 ZDF-History 13.30 Das

unsichtbare Athen –Geheimnisvolle Unterwelt

14.15 Das unsichtbare Venedig –Hinter den

Fassaden 15.00 Berlin Berlin 15.45 Geheimes

Russland –Moskaus Unterwelten 16.30 Geheime

Unterwelten der Krim 17.15 Geheimes Paris

18.45 Panzer.Macht. Geschichte. –Ende einer

Jahrhundertwaffe? 20.15 Das Geheimnis der

verlorenen Atombomben 21.45 Vonder Keule zur

Rakete 0.45 (für HG) heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Gioacchino Rossini –LeSiègede

Corinthe (Die Belagerung vonKorinth). Mit

Matthias Käther,ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Festkonzertzur Verleihung des 5.

Internationalen Beethovenpreises für Menschenrechte,

ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Spezial „Conditor alme siderum“

–Adventliche Motetten der Renaissance. Mit

Bernhard Schrammek, ca. 56 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Alte Musik Die verkaufte Braut: Margarete von

Österreich als Förderin der Musik am Hof von

Mecheln. VonGeorg Beck, ca. 30 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles –

eine Ehe in Briefen (18/20). VonTheodor

Fontane, ca. 30 Min.

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Deniz Utlu liest aus seinem Roman

„Gegen Morgen“ (2/2), ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Hörspiel HEAT. VonHanna Hartman /Wie kocht

man einen Phönix? VonAllen S. Weiss. Ausdem

Französischen vonAnnika Erichsen, ca. 57 Min.

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Wasder Balkan-Krieg mit uns gemacht

hat: Eine Begegnung mit Schriftstellernaus

Serbien. VonShenja vonMannstein /Regie:

Thomas Wolfertz, ca. 56 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit Tiefseebergbau im Pazifik:Wettrennen

um die letzten Rohstoffe. Beitrag vonMarten

Hahn, ca. 30 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen Bauten für die Ewigkeit: Über die

Kunst, Kathedralen zu erhalten. VonMechthild

Klein, ca. 55 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielweisen Wortspiel –Das Musik-Gespräch.

Am Mikrofon: Christoph Schmitz, ca. 45 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die „größte Stimme Griechenlands“

Maria Farantouri. Am Mikrofon: Susanne

Papawassiliu, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Das Violoncello in der

neuen Musik. Mit Margarete Zander, ca. 56 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 288 · M ittwoch, 11. Dezember 2019 – S eite 28

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

David Datuna (45) hatte großen Hunger.Sobegründete

der Performance-

Künstler jedenfalls seine Aktion auf

einer Kunstmesse in den USA. Datuna

hatte amWochenende bei der

ArtBasel in Miami eine Banane aus

einem 120000 Dollar teuren Kunstwerk

des Italieners Maurizio Cattelan

herausgerissen und aufgegessen.„Es

war das erste Mal, dass ein Künstler

das Kunstwerkeines anderen Künstlers

gegessen hat“, rühmte sich Datuna.

Er habe seither über Instagram

bis zu 50000 Nachrichten erhalten,

die meisten davon Glückwünsche zu

seiner Aktion. Na,dann hoffen wir

mal, dass der Hunger nach Aufmerksamkeit

damit gestillt ist.

Cara Delevingne (27) hofft auf mehr

Verständnis in gesellschaftlichen

Diskussionen. Diebritische Schauspielerin,

die aktuell als FeeVignette

durch die Amazon-Fantasy-Serie

„Carnival Row“ flattert, sagte dem

Magazin Iconist: „Ich wünschte,es

gäbe keinen Hass,keinen Krieg,

mehr Verständnis und Kommunikation.“

IhrSerienpartner Orlando

Bloom ergänzte: „Es wäreschön,

wenn es mehr Empathie gäbe.“ Und

wo bitte ist nun die Fee, die diese

Wünsche erfüllen kann?

Ryan Reynolds (43) ist

seinen Fans im brasilianischen

SaoPaulo

sehr nah gekommen

–allerdings unabsichtlich.

Beieiner

Comicmesse

kippte eine Absperrung

in Richtung

des Schauspielers,

daraufhin fielen die

Besucher in den ersten

Reihen nach

vorneum–Reynolds

rettete sich

mit einem Satz

nach hinten. Anschließend

sagte er:„Es

sah schlimmer aus,als es

war.“ Er habe sich nur

Sorgen um die Fans gemacht.

Guter Mann. (avo.)

Am Ende sind alle mit dem

Schrecken davongekommen.

TIERE

GETTY IMAGES

11.

Dezember

Maria, Josef und das Jesuskind hatten

es nie leicht bei uns.Erbarmen

und Nächstenliebe waren Fremdwörter

für meine KatzeBonnie,die

zwar herzallerliebst dreinschauen

konnte,aber alljährlich die selbstgebaute

Krippe in Beschlag nahm. Mit

einem Tatzenhieb und einem konsequenten

Schwanzschlag wurde das

Jesuskind samt Hirten umgeschubst

und sich breit gemacht. Schaue ich

mir heute das Foto an –esist wohl

etwa 30 Jahrealt, man erkennt es am

Lametta, das heute wohl kaum einer

mehr ernsthaft verwendet –,

könnte man das Bild wohl inzwischen

auch gut zur Bebilderung eines

Gentrifizierungsartikels nutzen.

Bonnie,der kleine Miethai, oder so

ähnlich. Melanie Reinsch

Am Kai von Whakatane auf der Nordinsel Neuseelands legen Menschen im Gedenken an die Opfer des Vulkanausbruchs Blumen nieder. GETTY IMAGES (2)

„Das musste irgendwann passieren“

Nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland mit vermutlich 14 Toten hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet

VonSissi Stein-Abel,

Christchurch, Whakatane

Paula Summer lebt

seit mehr als zehn

Jahren in Whakatane,

aber auf White

Island, der Insel am Horizont,

war sie nie. Sie blickt auf die

weißen Dampfwolken, die

der 48 Kilometer entfernte

Vulkan ausspuckt, und erzählt

von den Folgen der Tragödie,

dieser fatalen Eruption am Montagnachmittag,

die nach derzeitigem

Stand mindestens sechs

Menschen das Leben kostete: „Die

Hubschrauber fliegen noch immer

pausenlos über die Stadt, am Montag

rasten Krankenwagen und Polizeifahrzeuge

mit Sirenengeheul

nonstop durch die Straßen.“

Vier Deutsche unter den Verletzten

DieHelikopter haben die Schwerverletzten,

die fürchterliche Verbrennungen

erlitten, als der höchst aktive

Meeresvulkan heiße Asche, Felsbrocken

und giftige Schwefelgase in die

Luft schleuderte, vom örtlichen

Krankenhaus in sieben Spezialkliniken

im ganzen Land transportiert.

Mit an Bord sind Blutkonserven,

Notärzte, Sanitäter, Rettungspersonal

und Pathologen, die die Aufgabe

haben, die Toten zu identifizieren.

Doch noch immer ist das Risiko

einer weiteren Eruption zu hoch und

die Situation auf der Insel zu gefährlich,

um Suchtrupps in den Hauptkrater

des grollenden Vulkans zu

schicken. Vermutet wird, dass in der

Premierministerin Jacinda Arderndankte den ErsthelferninWhakatane.

Nähe des Kraters noch die Leichen

von acht Vermissten liegen, die am

Montag von dem Ausbruch überrascht

wurden. Damit würde sich die

Zahl der Todesopfer auf 14 erhöhen.

Zu Berichten, wonach auch ein deutsches

Ehepaar noch

vermisst werde, hieß es

vom Auswärtigen Amt:

„Wir haben derzeit keine

Erkenntnisse, nach denen

Deutsche zu Tode

gekommen sind.“

Zum Zeitpunkt des

Ausbruchs befanden

sich jüngsten Angaben

zufolge 47 Personen in

zwei Tourgruppen auf

White Island –unter anderem aus

Australien, China, den USA und

Großbritannien. 33 Verletzte, einige

in akuter Lebensgefahr, wurden in

Krankenhäuser eingeliefert. DasAuswärtige

Amt geht davon aus,dass vier

Deutsche unter denVerletztensind.

Australiens Premierminister Scott

Morrison, der mit seiner neuseeländischen

Amtskollegin Jacinda Ardern

in Dauerkontakt steht, bestätigte,drei

Todesopfer seien Australier, 13

Landsleute lägen verletzt in Kliniken.

Viele seien Passagiere

des Kreuzfahrtschiffs

Ovation of the Seas gewesen,

das am 4. Dezember

in Sydney zu ei-

White Island vor dem

Vulkanausbruch

Offene Benachteiligung

ner Neuseeland-Rundreise

abgelegt hatte.

In einem Gespräch

mit dem New Zealand

Herald erzählte Geoff

Hopkins vom Horror,

dem auch die Helfer

nach dem Ausbruch ausgesetzt waren.

Der 50-Jährige befand sich auf

einem Ausflugsboot, das schon abfahrbereit

gewesen war, als sich die

Katastrophe ereignete. Schlauchboote

mit Überlebenden seien abgesetzt

worden, alle hätten entsetzliche

Brandwunden gehabt –imGesicht,

am ganzen Körper, unter der

Kleidung. EinPaar,umdas er sich als

Ersthelfer gekümmert hatte, habe

mehrfach das Bewusstsein verloren.

„Ich habe nie zuvor in meinem Leben

so große Brandblasen gesehen“,

erzählte Hopkins. Eswar das furchtbare

Ende eines Ausflugs, den ihm

seine Tochter, eine Geologiestudentin,

zum Geburtstag geschenkt hatte.

Unberechenbar und hyperaktiv

Premierministerin Ardern verlangte

am Dienstag im Parlament Antworten

auf ernste Fragen und meinte damit

die Entscheidung desUnternehmens

White Island Tours, trotz der

Warnung des nationalen Instituts für

Geologie- und Nuklearwissenschaften

vor erhöhter Aktivität Urlauber

durch den aktivsten Vulkan Neuseelands

zu führen. So bezeichnete der

Geowissenschaftler Ray Cas von der

Monash-Universität in Melbourne

solche Touren als äußerst fragwürdig:

„Dieser Vulkan ist völlig unberechenbar

und hyperaktiv. Ichwar zwei Mal

dort und dachte immer, dass eszu

gefährlich ist, dort täglich Gruppen

abzusetzen. Diese Katastrophe

musste irgendwann passieren.“

White Island Tours hatte nach

dem Ausbruch erklärt, Sicherheitsvorschriften

ernstgenommen zu haben.

Am Montag habe Warnstufe 2

gegolten, die vormäßiger bis erhöhter

Vulkanaktivität warne, so Firmenchef

Paul Quinn. Dieneuseeländische

Polizei hat am Dienstag Ermittlungen

zum Hergang der Katastrophe

eingeleitet. (mit dpa; AFP)

Er wollte eine Wohnung nur „an Deutsche“ vergeben. Nun muss ein Vermieter wegen Diskriminierung 1000 Euro zahlen

Wegen Diskriminierung eines

Mietinteressenten muss ein

Wohnungseigentümer 1000 Euro

Entschädigung an einen aus Afrika

stammenden Mann zahlen. Das

Amtsgericht Augsburgentschied am

Dienstag zudem, dass der Vermieter

nicht noch einmal ein Inserat mit einer

Formulierung aufgeben dürfe,

wonach er nur „an Deutsche“ vermiete.

Ansonsten droht dem Eigentümer

ein hohes Ordnungsgeld. Das

Gericht gab damit der Klage des aus

Burkina Faso stammenden Interessenten

vollständig statt. „Diese offene

Benachteiligung von Ausländernist

schlichtweg nicht hinnehmbar“,

sagte Richter Andreas Roth.

Der Mietinteressent hatte in dem

Prozess berichtet, dass bereits das

erste Telefonat von dem Vermieter

beendet wurde, als klar war, dass er

einen Migrationshintergrund habe.

DerWohnungseigentümer hatte eingeräumt,

dass er nur an deutsche

Staatsangehörige vermieten wolle.

SATELLITE IMAGE/AP/MAXAR

Der 81-Jährige begründete dies

damit, dass er in seinem Haus einmal

Ärger mit einem angeblich türkischen

Drogendealer gehabt habe.

„Verbrechen und Vergehen werden

von Menschen begangen, nicht von

Staatsangehörigen“, so der Richter.

In der Vergangenheit hatten

schon andere Gerichte Ausländern

Schadenersatz zugesprochen, wenn

sie bei Wohnungsvermietungen wegen

ihrer Herkunft abgewiesen worden

waren. Das Amtsgericht Hamburg-Barmbek

hatte 2017 eine Immobiliengesellschaft

verurteilt, weil

eine Interessentin mit türkisch klingendem

Namen keinen Termin für

eine Wohnungsbesichtigung erhielt.

Auch hier wurden rund 1000 Euro

Entschädigung für die Frau festgelegt.

Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle

des Bundes fühlen

sich etwa 70 Prozent der Menschen

mit Migrationshintergrund

bei der Wohnungssuche diskriminiert.

(dpa)

Sieben Tote nach Schüssen

in Uni-Klinik in Tschechien

Nach Schüssen in einem Krankenhaus

im tschechischen Ostrava(Ostrau)

hat es sieben Tote gegeben –

darunter der Angreifer.Das bestätigten

am Dienstag Ministerpräsident

Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen

Fernsehen CT und die Polizei.

DerRegierungschef sprach voneiner

„großen Tragödie“. DerSchütze

habe in einem Warteraum der Universitätsklinik

das Feuer auf Patienten

eröffnet und „aus nächster Nähe

auf den Kopf oder Hals“ seiner Opfer

gezielt. DerMann wurde vonder Polizei

nach einer Flucht in einem Auto

gestellt und nahm sich das Leben.

„Der 42 Jahrealte Mann schoss sich

vordem Zugriff der Polizei in den

Kopf, er ist tot“, teilte die tschechische

Polizei beim Kurznachrichtendienst

Twitter mit. (dpa)

Militärflugzeug auf Flug in

die Antarktis verschollen

Einchilenisches Militärflugzeug mit

38 Menschen an Bord ist auf dem Flug

in die Antarktis verschollen. DieC-

130 Hercules mit 17 Besatzungsmitgliedernund

21 Passagieren startete

am Montagnachmittag (Ortszeit) in

der im Süden gelegenen Stadt Punta

Arenas in der Region Patagonien.

Knapp zwei Stunden später brach der

Kontakt zu der Maschine ab,wie die

Luftwaffe am Montagabend mitteilte.

Ziel des Flugzeugs war der Antarktisstützpunkt

Presidente Frei. Um 0.40

UhrOrtszeit (4.40 UhrMEZ) müsse

der Maschine der Treibstoff ausgegangen

sein, wie ein Militärsprecher

dem Sender Radio Cooperativaerklärte.Die

Luftwaffe erklärte das

Flugzeug als verunglückt. (dpa)

Buschbrände in Australien

wüten weiter

Hier müsste die etwa200 Meter entfernte

SydneyHarbour Bridge zu sehen sein. AFP

Touristen mit Atemschutzmasken,

schrillende Rauchmelder und ein

kaum noch sichtbares Opernhaus:

Dieaustralische Millionenstadt Sydney

ist am Dienstag wegen der verheerenden

Buschbrände im Osten

Australiens in immer dichteren

Rauschschwaden versunken. Die

Behörden riefen die Bewohner angesichts

der gesundheitsgefährdenden

Luftverschmutzung erneut dazu auf,

sich in Innenräumen aufzuhalten.

Ab Dienstagnachmittag könne der

immer stärker werdende Wind die

Brände weiter anfachen und die

Lage verschärfen, teilte die Feuerwehr

mit. DieGlut könne dann bis in

die Vororteder Millionenmetropole

geweht werden. (AFP)

Weihnachtsfrieden bei den

sächsischen Finanzämtern

Diesächsischen Finanzämter werden

die Bürger zwischen Weihnachten

und Neujahr nur in Ausnahmefällen

behelligen. Außenprüfungen

und Vollstreckungsmaßnahmen

solle es nicht geben. Fällige Steuern

müssten die Bürger aber pünktlich

bezahlen, hieß es.Auch Steuerbescheide

würden ungeachtet des

Weihnachtsfriedens verschickt.(dpa)

Weitere Magazine dieses Users