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vdw Aktuell 2/2019

vdw Sachsen Verbandsmagazin Ausgabe 2 2019

vdw Sachsen Verbandsmagazin Ausgabe 2 2019

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2.2019

AM WENDEPUNKT

DIE WOHNUNGSWIRTSCHAFT ZWISCHEN MIETENDECKEL,

KLIMASCHUTZZIELEN UND KONJUNKTURABKÜHLUNG

UNESCO-TITEL

Wir sind Welterbe − und

machen etwas daraus

STREITFALL GRUNDSTEUER

Im Dialog: Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär

im Bundesfinanzministerium


Die Wahlen in Sachsen liegen nun hinter uns. Doch damit ist noch kein

Problem gelöst. Die Herausforderungen für uns und die Wohnungswirtschaft

sind die gleichen geblieben. Sie zu bewältigen, das liegt weiterhin vor uns

und wird schwieriger denn je. Natürlich wünschen wir uns hier Unterstützung

von der Politik und der neu gewählten Landesregierung. Doch wir wissen

auch, dass ein solcher Rückenwind nicht selbstverständlich ist, sondern es

eine starke und dauerhafte Stimme braucht, um ihn einzufordern.

Die Bedeutung des attraktiven und dennoch bezahlbaren Wohnens – und

genau dafür stehen die Mitgliedsunternehmen des vdw Sachsen – ist

immerhin mittlerweile unzweifelhaft allen Ebenen der Gesellschaft bewusst.

Kaum ein anderes Thema wurde und wird innenpolitisch so prominent,

aber auch kontrovers diskutiert. So gut, wichtig und richtig diese

Aufmerksamkeit ist, so fatal sind aber leider zum Teil auch die Auswüchse und Vorstellungen, in welche

Richtung gesteuert werden soll. Dass sich die Wohnungswirtschaft, genau 30 Jahre nach dem friedlichen

Umbruch und der Wiedervereinigung, tatsächlich wieder mit Themen wie Enteignung befassen muss, das ist

schon schwer zu begreifen. Schlimm daran ist nicht der Wunsch nach gutem und preiswertem Wohnraum,

sondern die oft im besten Fall naive Ideologie dahinter, die nicht nachrechnet, nicht weiterdenkt und für

keine vernünftigen Argumente zu erreichen ist. Zu welchen negativen, ja zerstörerischen und brutalen

Auswüchsen das zunehmend feindliche und aggressive Klima im Sektor der Immobilienwirtschaft führen

kann, das mussten wir jüngst in Leipzig erleben. Auch hier gilt es, klare Position zu beziehen.

Ein weiteres Thema, das uns auch 2020 nicht nur weiterhin, sondern verstärkt beschäftigen wird, ist der

Strukturwandel bzw. die Zukunft des ländlichen Raums. Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohle

ist in Sachsen in vielen Gebieten noch eine zusätzliche Brisanz hinzugekommen. Die ländlichen Regionen

aufzugeben, so wie hier und da durchaus schon gern empfohlen, kommt für uns aber nicht infrage. Im

Gegenteil, wir glauben weiterhin an eine positive Entwicklung auch außerhalb der Metropolen und sehen die

Rahmenbedingungen auch als Chance. Zuversichtlich machen uns hier vor allem die Menschen und die

Akteure vor Ort. Ihre Motivation, ihre Ideen, ihr Wille und ihr Engagement sind es, die uns darin bestärken.

Natürlich sind wir in diesem Fall erneut auf Unterstützung angewiesen und ein leichtes Unterfangen wird es

selbstverständlich nicht. Es ist ein Umdenken notwendig, neue Wege müssen beschritten, Althergebrachtes

und Liebgewonnenes aufgegeben werden.

Es gibt aber auch Dinge, die bleiben zum Glück wie eh und je. Das sind zum Beispiel die positiven Projekte und

Initiativen unserer Mitgliedsunternehmen. Neben den oben genannten eher schweren Themen finden Sie

auch diese hier in der neuen Ausgabe unseres Verbandsmagazins. Beim Lesen und Blättern darin wünsche

ich Ihnen viel Vergnügen.

Ihr Rainer Seifert

Verbandsdirektor


2 EDITORIAL

3 INHALT/IMPRESSUM

4 TITELTHEMA

Am Wendepunkt: Die Wohnungswirtschaft zwischen Mietendeckel,

Klimaschutzzielen und Konjunkturabkühlung

10 IM DIALOG

Dr. Rolf Bösinger (SPD), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium,

zum Kompromiss bei der Grundsteuer

12 SCHWERPUNKT

Wir sind Welterbe – und machen etwas daraus

14 SCHWERPUNKT

So wird der Strukturwandel zur Chance

16 VERBANDSGESCHEHEN

• Verbandstag 2019

• Neuer Vorsitzender des Verbandsrats: Tom-Hendrik Runge

• Geschäftsstelle passt ihre Strukturen an

• Die Kampagne geht weiter: Neues Wording, neuer Auftritt, neue Motive

• Verabschiedung von Ute Schleinitz: 20 Jahre Engagement für die

Wohnungswirtschaft

• Neu im Team: Susann Richter und Thilo Zachow

• Volles Haus beim Azubi-Tag

• GdW & vdw Sachsen auf Sommertour

29 ENGAGEMENT

• DESWOS: Plädoyer für das kleine Haus

• Coswig: Ein Stadtgestalter feiert Jubiläum

32 FÖORDERMITGLIED

• IPROconsult: „Wir gestalten Lebensräume, indem wir das Ganze sehen“

34 WELT UND WOHNEN

• Mietrecht: Erste Musterfeststellungsklage erfolgreich

• Rekord: Teuerster Stellplatz der Welt verkauft

• Urteil: Amt muss auch objektiv unangemessene Miete zahlen

• Skurril: Die Wohnungen des Grauens

38 TERMINE UND SEMINARE

• Homepagecheck

• SIC 2020

vdw AKTUELL

Das vdw Sachsen Magazin

Herausgeber:

vdw Sachsen

Verband der Wohnungs- und

Immobilienwirtschaft e. V.

Am Brauhaus 8, 01099 Dresden

Tel.: 0351 49177- 0

Fax: 0351 49177-11

E-Mail: info@vdw-sachsen.de

Web: www.vdw-sachsen.de

Verantwortlich für den Inhalt (i. S. d. P.):

Rainer Seifert, Verbandsdirektor

Ansprechpartner:

Alexander Müller, vdw Sachsen

Tel.: 0351 49177-21

Fax: 0351 49177-11

E-Mail: amueller@vdw-sachsen.de

Konzept, Texte und grafische Umsetzung:

my:uniquate GmbH

Arno-Loose-Villa

Horst-Menzel-Straße 12 – 09112 Chemnitz

unter redaktioneller Mitarbeit des

vdw Sachsen

Anzeigen:

scharfe media GmbH

Tharandter Straße 31-33 – 01159 Dresden

Tel.: 0351 42031660

E-Mail: info@scharfe-media.de

Druck:

Druckerei Willy Gröer GmbH & Co. KG – Chemnitz

Fotos und Illustrationen:

stanley45/iStock, SEEG Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft

Meißen mbH, Faber14/Shutterstock, ProStockStudio/Shutterstock,

Wohnungsbaugesellschaft Bergstadt Schneeberg mbH, Institut der deutschen

Wirtschaft Köln e.V., Bundesministerium der Finanzen/Thomas Koehler/photothek.

net, Marko Borrmann, Jens Kugler, Wohnwerke Olbernhau GmbH, aluxum/iStock,

Städtische Wohnungsgesellschaft Freiberg/Sa. Aktiengesellschaft, GraphicDealer/

Shutterstock, Pavel Abramov/Shutterstock, Fusionstudio/Shutterstock, DESWOS

Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e. V., gst/

Shutterstock, Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH Coswig, Gizele/Shutterstock,

hobbit/Shutterstock, Singhanart/Shutterstock, Pressmaster/Shutterstock,

www.terriblerealestateagentphotos.com, Artem Kovalenco/Shutterstock,

vdw Sachsen, my:uniquate GmbH

Produktionsjahr: 2019

Copyright by:

vdw Sachsen und my:uniquate GmbH

Nächster Redaktions- und Anzeigenschluss:

27.04.2020

Der vdw Sachsen ist Mitglied im GdW Bundesverband

deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.


VDW AKTUELL

Seite : 4

TITELTHEMA

AM WENDE

Zwischen Mietendeckel, Klimaschutzzielen, dunklen Wolken am Konjunkturhorizont

und einer drohenden neuen Leerstandswelle im ländlichen Raum wartet die Wohnungswirtschaft

in Sachsen auf belastbare Signale, wie die Rahmenbedingungen für

die Investitionen der Zukunft aussehen werden. Ein Blick auf die Gegenwart offenbart:

Es braucht dringend einen Neuanfang in der Förderpolitik. Sonst werden wichtige

Vorhaben der Stadtentwicklung in Zukunft nicht mehr umsetzbar sein.

Besser hätte das Wetter nicht sein können an

diesem Oktobertag in Meißen: Strahlender

Sonnenschein begleitete die Grundsteinlegung

für das neueste Bauprojekt der SEEG Stadtentwicklungs-

und Stadterneuerungsgesellschaft

Meißen mbH. Ein gutes Omen, denn die Sonne

wird für den Neubau, der hier entsteht, auch

künftig eine große Rolle spielen. Am Albert-

Mücke-Ring 14 baut die SEEG gerade ein hochmodernes,

klimafreundliches, nahezu energieautarkes

Wohnhaus. Es ist ein Pilotprojekt der

besonderen Art.

„Wir betreten mit dem Modellvorhaben bewusst

Neuland”, erklärt SEEG-Geschäftsführerin Birgit

Richter. „Mit zielgerichteten Maßnahmen, die

darauf abzielen, fossile Brennstoffe zu ersetzen,

möchten wir als kommunales Wohnungsunternehmen

einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten.” 100 Prozent

des Wärme- und Warmwasserbedarfs werden in dem

Haus künftig aus erneuerbaren Energien erzeugt, Gleiches

gilt für 75 Prozent des Mieterstroms. Neben Photovoltaik

werden auch Wärmepumpen genutzt, für die mehrere Erdwärmebohrungen

vorgenommen wurden. Moderne Akkus,

deren Reserven für jeweils rund 48 Stunden ausgelegt sind,

werden tagsüber mit überschüssigem Strom gefüllt, der

dann nachts und an Tagen mit schlechtem Wetter genutzt

werden kann. Das Mehrfamilienhaus entsteht in einem

Plattenbaugebiet und soll mit seinen großen Familienwohnungen,

nach denen in Meißen hohe Nachfrage herrscht,

für eine weiterhin gute soziale Durchmischung in dem

Quartier sorgen. Mit rund 7,50 Euro pro Quadratmeter

vergleichbarer Kaltmiete will das kommunale Unternehmen

trotz der hohen Investitionskosten Mietpreise anbieten,

die sich Familien auch gut leisten können.

VIEL INNOVATION, WENIG UNTERSTÜTZUNG

In Zeiten, in denen Klimaschutz, bezahlbare Mieten und

technologische Innovationen zu den wichtigsten Themen


TITELTHEMA

VDW AKTUELL

Seite : 5

PUNKT

auf der politischen Agenda zählen, müsste das, was in

Meißen gerade entsteht, eigentlich in höchstem Maße unterstützt

werden. Doch ist das der Fall? „Leider bekommen

wir extrem wenig Hilfestellung”, muss SEEG-Chefin Birgit

Richter konstatieren. „Im Gegenteil, das Mietrecht und vor

allem das Energierecht legen uns viele Steine in den Weg.”

So muss sich das Unternehmen auf dem Weg zum vorbildlichen

energieautarken Haus mit allerlei Absurditäten

herumschlagen, die den beabsichtigten Klimaschutz nicht

befördern, sondern sogar behindern. „Möglicherweise wird

für den selbstgenutzten Strom noch Stromsteuer anfallen.

Auf den selbstproduzierten Strom muss zudem EEG-Umlage

gezahlt werden, obwohl er ja aus regenerativen Energiequellen

gewonnen wird. Wer auf grünen Strom setzt,

zahlt also drauf. Und beim Mieterstrom werden wir in

Sachen Gewerbesteuer als kommunales Unternehmen

gegenüber Genossenschaften benachteiligt. Das sind

nur einige Beispiele.” Auch ein passgenaues Förderprogramm,

das die SEEG für den Neubau hätte in Anspruch

nehmen können, gibt es nicht. Die Unterstützung, die man

in Dresden oder Leipzig für den Mietwohnungsneubau erhält,

geht an Meißen vorbei, obwohl mit den hier entstehenden

großen Familienwohnungen neuer, bezahlbarer Wohnraum

in einem Segment geschaffen wird, in dem in Meißen

bezahlbare Angebote unter 8 Euro pro Quadratmeter

fehlen. Und auch für das besondere Engagement in Sachen

Klimaschutz ist keine passgenaue Förderung verfügbar.

Immerhin: Der Freistaat gewährte eine Pilotförderung von

200.000 Euro, für die das Unternehmen im Gegenzug der

Politik in einer Art Monitoring Erkenntnisse aus dem

Projekt liefert. „Wir stellen die Daten aus dem Monitoring

natürlich gern umfassend zur Verfügung und werden die

Summe so einsetzen, dass sie den künftigen Mietern zugutekommt”,

so Birgit Richter. Teile des Projekts werden

zudem über die KfW-Förderung „Effizienzhaus” und eine

Förderung des Freistaats für den Batteriespeicher etwas

unterstützt. „Unter dem Strich stemmen wir das Gesamtprojekt

aber in großen Teilen allein.”

In entscheidenden Punkten auf sich allein gestellt ist man

auch im erzgebirgischen Schneeberg. Hier schließt die Wohnungsbaugesellschaft

Bergstadt Schneeberg mbH (WBG

Schneeberg) gerade ein größeres

Bauprojekt ab, das einer

anderen Herausforderung

unserer Zeit Rechnung trägt:

dem demografischen Wandel

im ländlichen Raum. Das

Wohngebiet Keilbergring

„WIR BETRETEN MIT

DEM MODELLVORHABEN

BEWUSST NEULAND.“


VDW AKTUELL

Seite : 6

TITELTHEMA

hat gerade für rund 1,3 Millionen Euro acht neue

Aufzugsanlagen bekommen, damit die überwiegend

älteren Bewohner, aber auch Familien und Menschen

jeglichen Alters mit Mobilitätseinschränkungen ihre

Wohnungen künftig ohne Treppensteigen erreichen

können.

FÖRDERPOLITIK AN

DER REALITÄT VORBEI

Mit dem Anbau der

Aufzüge erfüllt das Unternehmen

eine gesamtgesellschaftliche

Aufgabe und stärkt den

ländlichen Raum, doch

bei der Bewältigung

fehlt es auch hier oft

an notwendiger Unterstützung.

„Mit der

Förderung in den Bereichen

Umbau allgemein

und städtebaulicher

Denkmalschutz bin ich zufrieden, aber die Themen

Quartiersentwicklung und Aufzugsanbau werden in der Förderpolitik

völlig falsch angepackt und gehen bei Objekten

aus dem Bestand an der Realität vorbei”, so WBG-Geschäftsführer

Peter Stimpel. „Statt zinsgünstiger Darlehen,

die angesichts des ohnehin niedrigen Zinsniveaus kaum

Vorteile, dafür aber ein großes Maß an Bürokratie bringen,

braucht es für den Aufzugsanbau endlich eine Zuschussförderung.”

Auch für die Altschulden, die vielen ostdeutschen

Wohnungsunternehmen nach wie vor wichtige Spielräume

für Investitionen nehmen, brauche es dringend eine Lösung.

„Ein Ausgleich in Form von Investitionszuschüssen,

wie zuletzt diskutiert, wäre schon eine große Hilfe.” Zu

kämpfen hat das Unternehmen darüber hinaus auch noch

mit einem ganz anderen Problem: Die extreme

Auslastung auf dem Bausektor, die durch die

dauerhafte Niedrigzinsphase angeheizt wird,

treibt die Kosten immer mehr in die Höhe und

verzögert auch immer wieder Fertigstellungen.

In Schneeberg betrifft das neben dem Aufzugsanbau

auf dem Keilbergring aktuell zum

Beispiel auch den Umbau der ehemaligen

Königlich Sächsischen Zeichen- und Klöppelschule

zu modernem, bedarfsgerechtem

Wohnraum. „Die steigenden Baukosten

und die ständigen Verzögerungen stellen

uns betriebswirtschaftlich und auch logistisch

vor immer größere Probleme”, so

WBG-Chef Peter Stimpel.

TRENDWENDE AUF DEN IMMOBILIEN-MÄRKTEN

Während die Wohnungsunternehmen an vielen Fronten

mit Schwierigkeiten kämpfen, die die Politik längst hätte

entschärfen können, und die neue Landesregierung in

Sachsen weiter in der Findungsphase ist, zeichnet sich am

Konjunkturhimmel eine spürbare Eintrübung ab, die auch

die Wohnungs- und Immobilienbranche allmählich erfasst.

„Der Anfang vom Ende des Immobilienbooms ist erreicht”,

sagt Dr. Ralph Henger, Senior

Economist für Wohnungspolitik

und Immobilienökonomik

am Institut der deutschen

Wirtschaft Köln. „Wir

beobachten flächendeckend

„DIE THEMEN QUARTIERS-

ENTWICKLUNG UND AUFZUGS-

ANBAU WERDEN IN DER

FÖRDERPOLITIK VÖLLIG

FALSCH ANGEPACKT.“


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VDW AKTUELL

Seite : 8

TITELTHEMA

eine Trendwende. Die Lage

wird von den Unternehmen

zwar weiter als gut eingeschätzt,

die Erwartungen sind

„DER ANFANG

VOM ENDE DES

IMMOBILIENBOOMS

IST ERREICHT.“

nun aber zum ersten Mal seit Jahren negativ. Wir gehen

daher von einem Abwärtstrend aus, der sich jedoch aufgrund

der immer noch guten Fundamentalwerte erst nach

und nach einstellen wird”, so der Forscher. „Die extrem

unterschiedliche Entwicklung von enormen Wachstumszentren

einerseits und strukturschwachen ländlichen Räumen

andererseits bleibt dabei bestehen – im Osten weiterhin

stärker ausgeprägt als im Westen.” Hat sich in den Hotspots

durch die lange Niedrigzinsphase inzwischen eine

bedrohliche Immobilienblase gebildet? „In Deutschland wird

in aller Regel solide und mit vergleichsweise viel Eigenkapital

finanziert”, schätzt Dr. Ralph Henger ein. „Das Risiko ist deshalb

hierzulande niedriger als anderswo in Europa.” Nebenwirkungen

zeigt die Zinspolitik trotzdem, warnen Kritiker:

Die Sparer zum Beispiel, zu denen auch viele Mieter zählen,

werden schleichend enteignet. Billiges Geld schürt die

ohnehin schon überhitzte Baubranche weiter an.

Und die Banken, die von der Wohnungsbranche

als verlässliche Partner gebraucht werden, geraten

immer mehr unter Druck.

KATASTROPHALE SIGNALWIRKUNG

Die Mitgliedsunternehmen des vdw Sachsen nehmen

die Herausforderungen an. Trotz schwieriger

Rahmenbedingungen haben sie ihre Investitionen

im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund

acht Prozent weiter gesteigert auf 390 Millionen

Euro. Für 2019 zeichnet sich nochmals eine klare Steigerung

ab. Doch das wird nicht auf Dauer so weitergehen können,

wenn sich an den investitionsfeindlichen Rahmenbedingungen,

die die Politik an vielen Stellen setzt, nichts ändert. „Der

Mietendeckel in Berlin hat eine katastrophale Signalwirkung”,

warnt der Ökonom Dr. Ralph Henger. „Und auch den

Klimaschutz wird man nicht voranbringen, wenn zum Beispiel

die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

einseitig auf Selbstnutzer fokussiert wird.” Rainer

Seifert, Verbandsdirektor des vdw Sachsen, fordert von der

Politik vor allem eines: ein ganzheitliches Konzept für die

Wohnungspolitik. „Das Denken in Ressortgrenzen, Quartiersgrenzen,

begrenzten Förderkulissen und permanenten

Grenzen bei der Entscheidungshoheit vor Ort muss aufhören.

Flexible Förderung, vereinfachte Richtlinien, gezielte

Zuschüsse statt nur zinsgünstige Darlehen, eine

flexible Lösung der Altschuldenfrage und die Berücksichtigung

aller Bevölkerungsschichten sind das Gebot der

Stunde.”

Die Mieter im nahezu energieautarken Haus, das die SEEG

Meißen gerade baut, werden künftig eine Art Pauschalmiete

zahlen. Die zur Verfügung gestellte Energie, konkret Wärme,

Betriebs- und Haushaltsstrom, ist dabei inklusive. Im Ergebnis

werden die Mieter die Gewissheit haben, dass sie

gemeinsam mit ihrem Vermieter jeden Tag einen nachprüfbaren

Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das ist nur

möglich, weil Wohnungsunternehmen wie die SEEG Meißen

auch beim Klimaschutz vorangehen und nicht auf die Politik

warten, die zwar publikumswirksam Ziele formuliert,

aber dann die nötigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung

nicht liefert – oder wie Verbandsdirektor Rainer

Seifert es in seinem Grußwort bei der Grundsteinlegung

formulierte: „Wir brauchen nicht mit einem Segelschiff nach

Amerika zu fahren, sondern konzentrieren

uns lieber auf kluge und praktische

Neuerungen, die uns in unserem

Umweltbewusstsein wirklich voranbringen

und nicht nur auf Aktionismus

setzen.”

„WIR BRAUCHEN NICHT

MIT EINEM SEGELSCHIFF

NACH AMERIKA ZU FAHREN,

SONDERN KONZENTRIEREN

UNS LIEBER AUF KLUGE UND

PRAKTISCHE NEUERUNGEN.“


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VDW AKTUELL

Seite : 10

IM DIALOG

DIE REFORM DER GRUNDSTEUER IST BESCHLOSSENE SACHE. DOCH BRINGT DER GEFUNDENE KOMPROMISS WIRKLICH

PLANUNGSSICHERHEIT FÜR DIE BRANCHE? „VDW AKTUELL“ HAT MIT DR. ROLF BÖSINGER, DEM ZUSTÄNDIGEN

STAATSSEKRETÄR IM BUNDESFINANZMINISTERIUM, ÜBER DIE NEUREGELUNG UND KRITIK DARAN GESPROCHEN.

Der nun vorliegenden Reform der Grundsteuer ging ein

langer Streit voraus. Wie zufrieden sind Sie mit dem

nun gefundenen Kompromiss?

Sehr zufrieden, wir haben es geschafft. Mit dem Reformvorschlag

von Bundesfinanzminister Scholz ist es uns gelungen,

ein wertabhängiges und damit faires und verfassungsfestes

Grundsteuermodell durchzusetzen. Dafür gab es viel Unterstützung

bei Städten und Gemeinden und breite Mehrheiten in Bundestag

und Bundesrat. Das ist ein großer Erfolg. Über Jahrzehnte

hat keiner das Grundsteuerrecht angepackt, bis das Verfassungsgericht

eingreifen musste. Mit unserer Reform haben wir rund

11.000 Städten und Gemeinden Milliardeneinnahmen gesichert,

die sonst ersatzlos weggefallen wären. Es geht ganz konkret um

Geld, das jetzt weiter für Schulen, Krankenhäuser und Straßen

zur Verfügung steht. Das sind gute Nachrichten.

D

ie

Öffnungsklausel für die Länder macht es möglich,

dass jedes Bundesland mit eigenen Regeln vom Bundesmodell

abweichen kann. Am Ende

macht also jeder, was er will. Kann ein

solcher Flickenteppich tatsächlich für

mehr Steuergerechtigkeit in Deutschland

und mehr bezahlbares Wohnen

sorgen?

Mit unserem Gesetz gibt es

mehr Steuergerechtigkeit. Die bisherige

verfassungswidrige Regelung, die zu willkürlichen

Ergebnisses geführt hat, wird

ersetzt. Das ist eine klare Verbesserung.

Wir werden sehen, wer am Ende tatsächlich

einen Sonderweg einschlägt. Zunächst

mal gibt es nur ein Modell, das im

Gesetzblatt steht, unser Bundesgesetz. In

jedem Fall haben wir sichergestellt, dass

nicht ein Land auf Kosten der anderen

auf Einnahmen aus der Grundsteuer verzichten

kann. Denn für die Berechnung des

Länderfinanzausgleichs wird die bundeseinheitliche

Regelung zugrunde gelegt.

Damit schützen wir die föderale Solidarität.

Das von Ihrem Haus entwickelte

Bundesmodell legt bei der Berechnung

im Ertragswertverfahren

die Durchschnittsmieten auf Basis

der Wohngeldstufen und Bodenrichtwerte zugrunde. Wer

jedoch niedrigere Mieten verlangt, sich also in besonderem

Maße als sozial verantwortlicher Vermieter verhält,

schaut in die Röhre, weil der Nachweis und Ansatz tat-


IM DIALOG

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sächlich niedrigerer Mieten nicht möglich ist. Warum

werden Wohnungsbestände, in denen niedrigere Mieten

als die Durchschnittsmiete verlangt werden, derart benachteiligt?

Wir hatten in unserem Vorschlag zunächst vorgesehen,

dass die tatsächliche Miete stärker berücksichtigt wird.

Pauschalierungen sind aber auch in anderen Gesetzen durchaus

üblich und anerkannt als ein vernünftiger Mittelweg.

Unser Ziel war, dass das in der Praxis gut umsetzbar ist und

der Aufwand für die rund 36 Millionen Grundstücke zu bewältigen

ist. Das ist gewährleistet. Künftig müssen nur noch

fünf Parameter angegeben werden: Grundstücksfläche, Wohnfläche,

Bodenrichtwert, Immobilienart, Baujahr des Gebäudes.

Die weiteren Größen – wie zum Beispiel die Mietniveaustufe

– ergeben sich aus dem Gesetz.

Alle sind sich einig, dass das Wohnen bezahlbar

bleiben muss. Wir brauchen dafür vor allem mehr Wohnungen.

Deshalb hat die Bundesregierung eine Wohnraumoffensive aufgelegt.

Unter anderem stellt der Bund bis 2021 fünf Milliarden

Euro für die soziale Wohnraumförderung bereit. Wir setzen

außerdem steuerliche Anreize für mehr Wohnungsbau. Der

Bund tut da richtig was.

Einzelne Eigentümergruppen werden durch eine verringerte

Grundsteuermesszahl bevorzugt. Profitieren

müssten davon, wenn man mehr bezahlbaren Wohnraum

haben möchte, eigentlich Vermieter, die sozial verantwortlich

agieren. Kann das mit den jetzt vorliegenden

Kriterien wirklich sichergestellt werden?

Kommunale und gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften

sowie Wohnungsgenossenschaften werden für

ihre Immobilien unter bestimmten Voraussetzungen weniger

Grundsteuer zahlen. Damit privilegieren wir Vermieter, die

sozial verantwortlich agieren. Hierfür gibt es gute Gründe: Die

genannten Gesellschaften verzichten ihrer Struktur nach auf

Gewinn, um erschwingliche Mieten anzubieten. Das unterstützen

wir.

Aus dem Land Berlin kommt nach dem umstrittenen

„Mietendeckel“ nun die Forderung, die Umlagefähigkeit

der Grundsteuer über die Betriebskosten komplett

abzuschaffen. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Um Kommunen die Einnahmen aus der Grundsteuer

zu sichern, war es zunächst einmal wichtig, dass wir die

Grundsteuerreform rechtzeitig vor Jahresende in trockene

Tücher bekommen. Deshalb haben wir uns entschieden, die

Frage der Umlagefähigkeit, die das Verhältnis von Mieter und

Vermieter betrifft, nicht gleichzeitig anzugehen. Im Übrigen

ist hier nicht das Bundesministerium der Finanzen, sondern

das Bundesministerium der Justiz zuständig.

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VDW AKTUELL

Seite : 12

SCHWERPUNKT

Wir sind Welterbe – und

machen etwas daraus

DER WELTERBE-TITEL IST EINE RIESIGE CHANCE FÜR DAS ERZGEBIRGE. DIE WOH-

NUNGSWIRTSCHAFT HAT DIE ERFOLGREICHE BEWERBUNG MIT VORANGETRIEBEN

UND ENTWICKELT NUN KONZEPTE, WIE SICH DIE NEUEN POTENTIALE BEST-

MÖGLICH NUTZEN LASSEN.

Für Tom-Hendrik Runge war die Nachricht vom Welterbe-Titel ein ganz besonderer

Grund zur Freude: Die Städtische Wohnungsgesellschaft Freiberg

Aktiengesellschaft (SWG Freiberg), deren Vorstand er ist, hatte den Prozess

der Bewerbung schließlich von Beginn an begleitet. „Wir gehörten

vor rund 15 Jahren zu den Mitgründern des Fördervereins und haben

von Anfang an daran geglaubt”, erinnert er sich. „Das jahrelange

Engagement hat sich gelohnt.” Dass mit der SWG Freiberg ein Wohnungsunternehmen zu den

Mitstreitern der ersten Stunde zählt, zeigt deutlich, welchen hohen Stellenwert regionales

Engagement für die kommunale Wohnungswirtschaft hat. „Uns war natürlich klar, dass wir mit

dem Welterbe-Titel zunächst keine neue Wohnung vermieten, aber darum ging es auch nicht”, so

SWG-Vorstand Tom-Hendrik Runge. „Viel wichtiger ist uns, die Stadt und die Region voranzubringen,

die regionale Identität zu stärken und unsere Heimatverbundenheit zu zeigen. Von den Standortvorteilen,

die der Titel mit sich bringt, werden dann perspektivisch alle profitieren – auch wir.”

Nun gilt es, den Welterbe-Titel mit Leben zu füllen und zu einem wirklichen Gewinn für die Region, ihre

Menschen und die regionale Wirtschaft zu machen. „Das wird aber kein Selbstläufer”, ist Arne von Sachsen,

Geschäftsführer der Olbernhauer Wohnwerke GmbH, überzeugt. „Im ersten Schritt sind nun die Kommunen und

Tourismusvereine gefragt. Es geht um die Vernetzung aller Orte und um Maßnahmen wie mehrsprachige

Beschilderungen, Parkplatzinfrastruktur und ähnliche Dinge. Im zweiten Schritt kommt dann die regionale

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SCHWERPUNKT

VDW AKTUELL

Seite : 13

Wirtschaft ins Spiel.” Und wie die Wohnungswirtschaft Synergien

nutzen und anbieten kann, darüber hat sich Arne von Sachsen schon

intensiv Gedanken gemacht.

Mit der Saigerhütte in Grünthal haben die Olbernhauer Wohnwerke eine

Welterbestätte direkt vor der Haustür. „Wir haben sogar ein Objekt direkt

auf dem Gelände, das auch sehr gut vermietet ist”, so Arne von Sachsen, „aber

in fußläufiger Nähe stehen weitere Häuser aus unserem Bestand, die zum Teil

leer stehen.” Es handelt sich dabei um ehemalige Arbeiterwohnungen für die

Saigerhütte, die um 1880 gebaut wurden. Wie wäre es, diese leerstehenden Wohnungen

perspektivisch zu Ferienwohnungen umzubauen? „Der Bedarf ist groß, der

Welterbe-Titel wird die Nachfrage touristisch weiter steigen lassen. Zudem können

wir so denkmalgeschützte Bausubstanz in eine neue, zukunftsträchtige Nutzung

bringen und auch den Leerstand senken.” Für die Vermarktung seien neue Kooperationsmodelle,

zum Beispiel mit einem ortsansässigen Hotelier, denkbar. Die Pläne

passen auch bestens in die Portfolio-Strategie des Unternehmens: „Es mag vielleicht

überraschen, aber der größte Leerstand findet sich bei uns nicht in den Plattenbaugebieten,

die durchaus gut vermietet sind, sondern vor allem in Altbauten.” Noch

sind es nur Ideen, aber Arne von Sachsen will daraus in enger Abstimmung

mit der Gemeinde Schritt für Schritt konkrete Konzepte erarbeiten.

Bei der SWG Freiberg ist gerade das erste Haus der „Mineralienhöfe” eröffnet

worden. Durch den Umbau von mehreren Blöcken in einem Plattenbaugebiet

wird dort gerade ein Quartier völlig neu gedacht und dabei auch die Tradition der

Montanregion Erzgebirge aufgegriffen. „Das lässt sich im Marketing gut mit dem

Welterbe verknüpfen”, so SWG-Vorstand Tom-Hendrik Runge. Die SWG Freiberg wird

auch weiterhin aktiv bleiben in Sachen Welterbe. „Wir prüfen zum Beispiel gerade, ob

wir mit einer geeigneten Immobilie unseren Teil beitragen können, dass ein geplantes

Welterbezentrum bestmöglich umgesetzt werden kann.” So bietet der international

renommierte UNESCO-Titel auch den Wohnungsunternehmen in der Region vielfältige

neue Potentiale, an die sie vielleicht noch gar nicht gedacht haben.

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VDW AKTUELL

Seite : 14

SCHWERPUNKT

SO WIRD DER STRUKTURWANDEL ZUR CHANCE

Wie lässt sich der ländliche Raum in Sachsen voranbringen?

Wie wird die Energieversorgung der Zukunft

aussehen? Und wie kann ein Strukturwandel gelingen,

der ähnlich tiefgreifende Veränderungen mit sich

bringen wird wie die Wendezeit? Diese Fragen stellen

sich derzeit vor allem in der Lausitz. Die Wohnungswirtschaft

wird in besonderem Maße betroffen sein,

kann aber zugleich auch aktiv als Gestalter in das

Geschehen eingreifen und all ihre Kompetenzen einbringen.

„Wer den Strukturwandel als Chance begreift,

wird gestärkt daraus hervorgehen”, ist Rainer Seifert,

Verbandsdirektor des vdw Sachsen, überzeugt. „Deshalb

werden wir als Verband im Frühjahr die

Sonderveranstaltung ‚Hotspot Land’ in der Lausitz

auflegen.” Ziel ist es, auch Akteure an den Tisch zu

bringen, die über die Wohnungswirtschaft hinausgehen.

So hat beispielsweise Torsten Pötzsch, der

Oberbürgermeister von Weißwasser, schon angekündigt,

sich aktiv einbringen zu wollen. Auch mit dem Unternehmen

Robotec Homes, das für innovative Technologien

im Bereich des Wohnungsneubaus steht und

sich in der Lausitz ansiedeln möchte, ist der Verband

bereits im Gespräch. „All dies sind Partner, die den

Strukturwandel gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft

zum Erfolg führen möchten”, so Rainer

Seifert. Die Veranstaltung „Hotspot Land”,

zu der natürlich auch Unternehmen

außerhalb der Lausitz herzlich eingeladen

sind, wird im April 2020 stattfinden.

Nähere Infos folgen in Kürze.

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VDW AKTUELL

Seite : 16

VERBANDSGESCHEHEN

VERBANDSTAG

Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Stadt und

Land hat sich die Politik auf die Fahnen geschrieben – doch was ist bereits

erreicht und welche Unterstützung braucht die Wohnungswirtschaft,

um in Zukunft sowohl auf dem Land als auch in den Städten dauerhaft

gutes, sicheres und bezahlbares Wohnen garantieren zu können? Darüber

tauschten sich Anfang Juli zahlreiche Geschäftsführer von überwiegend

kommunalen Wohnungsunternehmen aus Sachsen, Fördermitglieder

sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik zum 34. Verbandstag des

vdw Sachsen in Radebeul aus. Zudem wurden die vielfältigen Aktivitäten

des Verbands in den vorangegangenen 12 Monaten ausgewertet, die

Mitglieder des Verbandsrats neu gewählt und die neue Struktur des Verbands

vorgestellt. „Gut gerüstet und mit starker Stimme gehen wir das

neue Verbandsjahr an und freuen uns auf eine konstruktive und vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung”, so

Verbandsdirektor Rainer Seifert.


VERBANDSGESCHEHEN

VDW AKTUELL

Seite : 17

2019


VDW AKTUELL

Seite : 18

VERBANDSGESCHEHEN

NEUER VORSITZENDER DES VERBANDSRATS:

TOM-HENDRIK RUNGE

Seit Juli 2019 hat der Verbandsrat des vdw Sachsen eine neue

Führung: Tom-Hendrik Runge, Vorstand der Städtischen Wohnungsgesellschaft

Freiberg/Sa. Aktiengesellschaft (SWG Freiberg),

wurde beim Verbandstag zum neuen Vorsitzenden des Gremiums

gewählt. Zu den Themen, die er in den kommenden Jahren voranbringen

möchte, zählt neben einer zielgerichteteren Förderpolitik

vor allem das gute, sichere und bezahlbare Wohnen für Menschen,

die auf Hilfe angewiesen sind. „Ein wichtiges Anliegen ist mir,

dass wir bei den Kosten der Unterkunft für Bezieher von Transferleistungen

Verbesserungen erreichen. Während öffentlich fast nur

über den Neubau von Sozialwohnungen gesprochen wird, dürfen

die Probleme, die Mieter und Vermieter mit den teils ungerecht und

intransparent festgelegten KdU-Sätzen ihrer Landkreise haben,

nicht unter den Tisch fallen. Hier liegt der wichtigste Schlüssel für

das soziale Wohnen der Zukunft.” Auch der Entwicklung des ländlichen

Raums und dem Klimaschutz im Gebäudebereich will sich

Tom-Hendrik Runge weiter verstärkt widmen. „Statt einzelner

Maßnahmen braucht es ein ganzheitliches Konzept der Politik.

Dafür trete ich ein.”

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MIT VODAFONE IN

DIE ZUKUNFT DER

DIGITALISIERUNG

SEIT ENDE 2018 KONNTE VODAFONE INNERHALB WENIGER

MONATE MILLIONEN HAUSHALTE MIT DEM SCHNELLEN GIGA-

BIT- INTERNET AUS DER WAND VERSORGEN. DAS UNTERNEH-

MEN INVESTIERT WEITER IN DEN AUSBAU BESTEHENDER

NETZE NEUER TECHNOLOGIEN.

Die Mieter sächsischer Wohnungsunternehmen waren die

ersten, die von der Breitbandgeschwindigkeit von 1 Gigabit

pro Sekunde aus dem Vodafone-Kabel-Glasfasernetz profitierten.

Bis Ende 2018 konnten schon eine halbe Million

Haushalte in Sachsen darauf zurückgreifen. In ganz Deutschland

sind es aktuell knapp 13 Millionen.

Die Zukunft der Digitalisierung

Vodafone gestaltet mit seiner Multilayer-Technologie aus

Kabel-Glasfaser-Netz, LTE-Mobilfunknetz, IoT- und 5G-Technologie

die digitale Zukunft Deutschlands.

Dabei eröffnet 5G ganz neue Anwendungsmöglichkeiten,

die vor allem für Wohnungsunternehmen interessant sind,

deren Bewohner Anwendungen mit geringsten Latenzzeiten

benötigen, oder deren Bestände nicht mittels der

Kabel-Glasfaser-Infrastruktur versorgt werden können.

Die Nutzungspotenziale im Alltag sind vielversprechend:

intelligente Gebäudetechnik, wie in einer Heizungsanlagensteuerung

oder bei der Überwachung von Versorgungstechnik

für Wasser, Abwasser, Heizung und Lüftung hilft,

Kosten für Mieter und Vermieter zu senken. Vor allem ältere

Menschen profitieren von Smart-Home-Anwendungen,

vom Ausbau der Telemedizin oder von Alltagsrobotern im

Pflegebereich.

Die Entwicklung der Datenübertragung geht rasant weiter.

Vodafone ist der Gestalter der GigaBit-Gesellschaft in

Deutschland. Bis Ende 2021 werden 25 Millionen deutsche

Haushalte mit GigaBit-Geschwindigkeiten versorgt sein.

Darüber hinaus wird bis Ende 2019 für nahezu die ganze

deutsche Bevölkerung das Vodafone-4G|LTE-Netz verfügbar

sein.

„Internet der Dinge“ (IoT) lautet das aktuelle Thema.

Vodafone hat als erster Netzbetreiber ein Maschinennetz

(Narrowband IoT) großflächig über Deutschland zur kostenund

stromsparenden Vernetzung von Gegenständen gelegt,

die regelmäßig Daten übertragen und so auch Wohnungsunternehmen

zugutekommen können.


VDW AKTUELL

Seite : 20

VERBANDSGESCHEHEN

Geschäftsstelle passt ihre Strukturen an

Um das Team des vdw Sachsen schlagkräftig zu

halten, hat es einige Umstrukturierungen in der Geschäftsstelle

gegeben. „Sie sind Ergebnis intensiver

Beratungen im Verbandsvorstand. Ziel ist es, unseren

Mitgliedsunternehmen weiterhin einen bedarfsgerechten

Service zu bieten und deren Interessen

gegenüber Politik und Öffentlichkeit wirksam

zu vertreten”, so Büroleiter Alexander Müller.

Er verantwortet jetzt die Bereiche Kommunikation,

Finanzen und interne Verwaltung, ist Ausbildungsleiter

und fungiert zudem als besonderer Vertreter

des Verbands und Vertretung des Verbandsdirektors.

Referent Steffen Schneider wird neben seinen bisherigen

Bereichen Technik, Bauen und Statistik ab

sofort auch Ansprechpartner für Betriebswirtschaft

sowie für Fragen rund um die Förderung sein. Zudem

betreut er einen Großteil der Fachausschüsse.

Bei Referent Uwe Müller liegen die Zuständigkeitsbereiche

Veranstaltungen und Bildung. Er ist

Ansprechpartner für Aus- und Weiterbildung, Seminare

und Firmenschulungen sowie externe Veranstaltungen,

Messen und Tagungen. Für den Bereich

Recht ist wie gewohnt Tanja Rahn zuständig, die zudem

auch weiterhin die Arbeitsgemeinschaft Kleine

Wohnungsunternehmen betreut. Die Leitstelle Zuwanderung

bleibt als Projekt beim vdw Sachsen angesiedelt.

Ansprechpartnerin für interessierte Unternehmen

ist Patricia Sommer, die Projektleitung

liegt bei Alexander Müller. Die Auszubildende Angie

Budde sowie die neue Sachbearbeiterin Rechnungswesen

Susann Richter und der neue Datenschutzbeauftragte

Thilo Zachow, die auf Seite 26 vorgestellt

werden, komplettieren das Team.

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VDW AKTUELL

Seite : 21

VERBANDSDIREKTOR

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Besonderer Vertreter gem. § 30 BGB

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BETRIEBSWIRTSCHAFT

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Tanja Rahn Steffen Schneider

Alexander Müller Uwe Müller Thilo Zachow

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RECHNUNGSWESEN UND

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VDW AKTUELL

Seite : 22

Wer sorgt dafür, dass Kinder in einem

guten, sicheren Zuhause und Wohnumfeld

aufwachsen können? Wer ist

immer vor Ort für die Mieter da, weil Wohnen

Vertrauenssache ist? Wer unterstützt

Sport-, Kultur- und Sozialprojekte sowie

Vereine, um ein vielfältiges und lebendiges

Stadt- und Gemeindeleben zu fördern? Die

Antwort liefern drei neue Kampagnenmotive,

die in Torgau und Olbersdorf entstanden sind

und in Kürze von allen Mitgliedern genutzt werden

können, um zu zeigen, wofür ihre Unternehmen

stehen und was sie von anderen Vermietern

unterscheidet.

Auch über die neuen Motive hinaus gibt es viel

Neues zur Imagekampagne: Um auch die Wohnungsunternehmen

in kleinen Gemeinden noch besser einzubeziehen,

ist aus dem Leitspruch „Wir geben Städten

Gesicht und Seele” nun „Wir geben Sachsen Gesicht und

Seele” geworden. Bei der Buchung der Motive und Filme

ist zudem vieles einfacher geworden. Ein neues Portal, in

dem alle Inhalte auf neuartige Weise virtuell aufbereitet

wurden, ergänzt den Kampagnenwegweiser, macht alle

Mehrwerte für die Mitgliedsunternehmen deutlich und bietet

die Möglichkeit, einzelne Motive oder Filme unkompliziert

auf digitalem Weg anzufordern. Und wann zeigen Sie, dass

Ihr Wohnungsunternehmen Sachsen Gesicht

und Seele gibt?

DIE IMAGEKAMPAGNE GEHT WEITER

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VDW AKTUELL

Seite : 24

VERBANDSGESCHEHEN

20 JAHRE Engagement für die

Wohnungswirtschaft

Nach 20 Jahren im Dienste des

Verbands ist Ute Schleinitz im

September 2019 in den Ruhestand

verabschiedet worden. Als

Referentin für die Bereiche Finanzen,

Steuern, Verwaltung sowie

Wohnungs- und Städtebau

hat sie die Verbandsarbeit maßgeblich

mitgeprägt. So stand sie den

Mitgliedsunternehmen zum Beispiel

in der schwierigen Zeit des Stadtumbaus

der 2000er Jahre mit Rat und Tat

zur Seite und begleitete den Rückbau

von rund 69.000 Wohnungen im Freistaat

interessenpolitisch. Auch während

der drei (Jahrhundert-)Hochwasser,

die in ihre Zeit beim Verband fielen,

unterstützte sie die Mitglieder nach Kräften

dabei, die großen Herausforderungen

erfolgreich zu managen.

Neben ihrer Tätigkeit als Referentin fungierte Ute

Schleinitz unter anderem auch als Geschäftsstellenleiterin,

Ansprechpartnerin für Verbandsvorstand und

Verbandsausschuss, Bilanzbuchhalterin und ab 2006

auch als besondere Vertreterin des vdw Sachsen. Sie

betreute unterschiedlichste Fachausschüsse und Arbeitskreise

auf Regional- und Bundesebene, erstellte

insgesamt 21 Jahresabschlüsse und hält mit 21 Verbandstagen

den Teilnahmerekord unter allen Mitarbeitern,

die der Verband bisher hatte. Unterbrochen

wurde ihre Tätigkeit nur durch eine schwere Krankheit,

die sie im Jahr 2014 zu einer rund einjährigen Auszeit

zwang.

Mit Sachverstand und dem Herz am richtigen Fleck

sorgte die studierte Maschinenbau-Ingenieurin für

Dampfloks dafür, dass immer genug Dampf auf dem

Verbandskessel ist. Gefürchtet war dabei ihr genauer

Blick auf Dokumente jeder Art: Layout, Satzbau, Kommas

an der richtigen Stelle – Schriftgut musste immer

zu 100 Prozent korrekt aussehen, da kannte Ute

Schleinitz keine Kompromisse. Legendär sind bis

heute auch ihre alkoholfreien Gin-Tonic-Kreationen und

ihr Sondereinsatz bei einem Verbandstag in Radebeul,

als sie einer zu freizügigen männlichen Statue kurzerhand

ein fototaugliches Outfit verpasste.

„Im Namen des Verbandsvorstands, des Verbandsrats

und der Mitgliedsunternehmen möchte ich mich herzlich

bei Ute Schleinitz für die in 20 Jahren geleistete

Arbeit bedanken”, so Verbandsdirektor Rainer Seifert.

„Für den neuen Lebensabschnitt wünsche ich alles

Gute, vor allem Gesundheit und viele glückliche Stunden

mit den beiden Enkelkindern, die jetzt im Terminkalender

sicher ganz oben stehen werden.”


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VDW AKTUELL

Seite : 26

VERBANDSGESCHEHEN

Neu im Team

Mit Susann Richter und Thilo Zachow hat das Team des vdw Sachsen

weitere Verstärkung bekommen. Susann Richter ist ab sofort als Sachbearbeiterin

für die Bereiche Rechnungswesen und interne Verwaltung

tätig. Die Kauffrau für Büromanagement aus Tharandt kennt die Verbandsarbeit

schon gut: Ab Mai 2018 hatte sie bereits ein längeres Praktikum

beim vdw Sachsen absolviert. Zu erreichen ist Susann Richter unter

der Telefonnummer 0351 4917726 sowie unter srichter@vdw-sachsen.de

per Mail. Neuer Datenschutzbeauftragter für

die Mitgliedsunternehmen ist Thilo Zachow.

Der Rechtsanwalt, Fachanwalt für IT-Recht,

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

und zertifizierte Datenschutzbeauftragte

des TÜV Nord verfügt über umfangreiche Erfahrung: In der Vergangenheit

war er neben seiner Rechtsanwaltstätigkeit unter anderem als Datenschutzbeauftragter

für Unternehmen tätig und wurde zum behördlichen

Datenschutzbeauftragten in sieben Kommunen berufen. Den Mitgliedsunternehmen

des vdw Sachsen steht er ab sofort für alle Fragen rund um

den Datenschutz sowie als Datenschutzauditor zur Verfügung und ist unter

0351 4917722 bzw. tzachow@vdw-sachsen.de erreichbar.

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VERBANDSGESCHEHEN

VDW AKTUELL

Seite : 27

Volles Haus beim Azubi-Tag

Es war ein vollgepackter und spannender Tag, den

mehr als 70 Azubis und 15 Ausbilder der Wohnungswirtschaft

am 9. Oktober in Dresden erlebt haben.

Zum „Azubi-Tag” des vdw Sachsen, der alle zwei Jahre

stattfindet, besuchten sie das Stadtmuseum Dresden

und das Deutsche Hygienemuseum, erfuhren vom

Kommunikationstrainer Robert Körner aus Pirna,

welche Kommunikationstypen es gibt und wie man

am besten mit ihnen umgeht, und erhielten von

Hotelinhaberin Margaux Paulin Steiger wertvolle Impulse,

wie man Spitzenleistungen erfolgreich abruft

und seine Karriereziele bestmöglich erreicht. „Mit

dem Azubi-Tag möchten wir den Auszubildenden die

Verbandsarbeit vorstellen, ihnen in spannenden Vorträgen

Inspiration für die eigene Arbeit geben und die

Möglichkeit schaffen, sich untereinander zu vernetzen”,

so Pia Engel, Vorsitzende des Fachausschusses

Berufliche Bildung, der das Event federführend begleitet.

„Nach dem Erlebnistag steht nun für die Fachkräfte

von morgen noch die Auszeichnung der besten

Azubis des Jahres an.” Die Gewinner werden in Kürze

auf www.vdw-sachsen.de vorgestellt.

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VDW AKTUELL

Seite : 28

VERBANDSGESCHEHEN

GdW & vdw Sachsen auf Sommertour

Der Brühl in Chemnitz und der Boulevard in Weißwasser – bis

vor 30 Jahren waren beide beliebte Einkaufsmeilen. Doch

durch die Umbrüche der Nachwendezeit drohten sie später

zu verwaisen. Wie es den kommunalen Wohnungsunternehmen

GGG in Chemnitz und WBG in Weißwasser gelungen

ist, dies zu verhindern, davon konnten sich Axel Gedaschko,

Präsident des Bundesverbands GdW, und Rainer Seifert,

Direktor des vdw Sachsen, bei ihrer diesjährigen Sommertour

überzeugen. Auf dem Brühl in Chemnitz besichtigten sie unter anderem einen innovativen Neubau mit sogenannten

Variowohnungen für Studenten. Die Wohnungen wurden so gebaut, dass sie später bei Bedarf ohne

größere Baumaßnahmen zum Beispiel in seniorengerechte Wohneinheiten

mit neuen Grundrissen umgewandelt werden können.

Beim Besuch des Boulevards in Weißwasser wurden die Ergebnisse

der Umgestaltung, Aufwertung und erfolgreichen Ansiedlung

neuer Einzelhändler gezeigt. Weitere Stationen in

Weißwasser waren unter anderem das umgebaute und energetisch

modernisierte Wohngebiet Sonnenberg-Siedlung, die

Eisarena und der Sportpark.

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ENGAGEMENT

VDW AKTUELL

Seite : 29

Plädoyer für das

KLEINE HAUS

Minihäuser mit 30 bis 45 Quadratmetern, sogenannte „Tiny

Houses”, sind ein neuer Trend in deutschen Großstädten.

Besonders Singles und kinderlose Paare interessieren sich

dafür, sei es, um den steigenden Mieten zu entgehen oder

das eigene Leben auf das Wesentliche zu reduzieren. Was

hierzulande als neu erscheint, ist für die DESWOS jedoch

längst gelebte Praxis. In Afrika, Lateinamerika und Asien

baut die Hilfsorganisation seit Jahrzehnten kleine Häuser

mit und für ganze Familien, die in Armut leben.

FAMILIENWOHNEN AUF 30 QUADRATMETERN:

WIE GEHT DAS?

Doch wie kann es gelingen, ein MiniHaus so zu bauen,

dass eine vierköpfige Familie darin gut wohnen kann? Eine

Planung in Mittelamerika mit ca. 30 Quadratmetern Innenraum

zeigt es exemplarisch: Hinter

einem Allraum zum Wohnen

öffnet sich für den Aufenthalt tagsüber

auf der einen Seite eine überdachte

Veranda, in deren Dach ein

Rauchabzug für eine optimierte Kochstelle

integriert ist. Ein langgestreckter

Raum bildet die andere Seite des Hauses.

Er lässt sich durch leichte Wände

oder Kleiderschränke aufteilen in bis zu

drei intimere Abschnitte zum Schlafen für

Eltern und Kinder. Über vorgefertigte Wandausschnitte

ist der Zugang zu Veranda oder Wohnraum

möglich. Bad und Toilette sind am Ende der Veranda für

alle Familienmitglieder blickgeschützt zu nutzen. Gemäß

den Grundsätzen erdbebenresistenten Bauens ist das Dach

sturm- und regenfest auf einem Ringbalken verankert, der

das statisch aussteifende Mauerwerk über einem bewehrten

Fundament abschließt.

Das Tiny House – für den Architekten Winfried Clever ist es

weit mehr als nur ein Trend. „In unserer Kultur des Überflusses

fasziniert die Reduktion auf das Wesentliche”, sagt

ANDERE BAULICHE ANFORDERUNGEN

Die DESWOS und ihre Partner arbeiten vor allem in den

Tropen und Subtropen, wo sich ein Großteil des Lebens

draußen abspielt. „Eine Isolation vor Kälte ist meist nicht

notwendig”, erklärt DESWOS-Geschäftsführer Winfried

Clever. „Vielerorts stellt jedoch der Katastrophenschutz Anforderungen

an das Bauen: Widerstandsfähigkeit gegen

Erdbeben, vulkanischen Ascheregen, Starkregen und heftigen

Wind sowie Schutz vor Überschwemmung, Erdrutschen

und extremer Sonneneinstrahlung.” Wichtig ist der DESWOS:

Auch den Ärmsten muss ein Zuhause Sicherheit bieten.

„Dabei geht es um Sicherheit vor allen genannten natürlichen

Katastrophen und klimatischen Einflüssen, aber auch

vor Diebstahl und sexuellen

Übergriffen sowie

vor Tieren wie zum Beispiel

krankheitsübertragenden

Insekten”, so

Winfried Clever.

er. „Das Menschenrecht auf Wohnen, wie es Artikel 25 der

UN-Charta als existentielles Minimum an sicherem Raum

definiert, will die DESWOS in ihren Projekten gemeinsam

mit den Familien sicherstellen.” Dafür ist das Konzept der

„Mini-Houses” gut geeignet.


VDW AKTUELL

Seite : 30

ENGAGEMENT

EIN STADTGESTALTER

FEIERT JUBILÄUM

Wer in Coswig an der neuen Feuerwache, der liebevoll

restaurierten Villa Teresa aus dem 19. Jahrhundert und

beliebten Wohngebieten wie dem an der Dresdner Straße

vorbeikommt, der streift immer auch ein Stück WBV. Die

kommunale Wohnungsgesellschaft ist ein Stadtgestalter

der besonderen Art – seit nunmehr 25 Jahren.

Wie lange braucht ein Großvermieter,

um in 1.600 Wohnungen Elektrizität,

Wasser- und Abwasserleitungen,

Heizung und Gasversorgung

in bewohntem Zustand zu

sanieren? In Coswig dauerte

es gerade einmal dreieinhalb

Monate. Mehr als 20 Jahre ist das

nun her, aber viele Mieter erinnerten

sich noch lebhaft daran, als sie kürzlich

zur Jubiläumsveranstaltung der Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH

Coswig (WBV) eingeladen waren. „Die

Coswiger verbinden mit 25 Jahren WBV eine

ganze Reihe persönlicher Erinnerungen”,

so Geschäftsführerin Pia Engel. „Viele

der Gespräche an diesem Tag waren

auch für mich sehr bewegend,

weil ich sehr viel Dankbarkeit

gespürt habe.”

25 Jahre WBV – im Stadtbild

von Coswig ist das Engagement

der kommunalen Wohnungsgesellschaft

an

vielen Stellen sichtbar.

Vor allem die modern

und farbenfroh sanierten

Plattenbaugebiete

mit viel Grün, einer Top-

Infrastruktur und bezahlbaren

Mieten in unmittelbarer Nähe

zur Metropole Dresden sind untrennbar mit dem Unternehmen

verbunden. Daneben hat die WBV aber auch mit

weiteren Aktivitäten die Stadtentwicklung maßgeblich mitgestaltet.

„Das beinhaltete auch Teilrückbau und Abriss,

was nicht immer leicht, aber trotzdem notwendig war”,

erinnert sich Pia Engel. „Zugleich haben wir zum Beispiel

mit einem hochmodernen Mehrgenerationenhaus auch

neue Akzente gesetzt und neue Wohnwünsche erfüllt.”

Darüber hinaus widmete sich die WBV auch Aufgaben, die

jenseits des klassischen Wohnungsbaus für eine

lebendige und lebenswerte Stadt sorgen.

„Spannende Projekte waren zum Beispiel

die Sanierungen der historischen Villa

Teresa und des benachbarten Gebäudes

Casa Bohemica”, erinnert sich

Pia Engel. „Hier galt es auch, eine

gute Nachnutzung zu finden, was

uns mit beiden Gebäuden gelungen

ist.” Auch den Bau einer

neuen Feuerwache, die in diesem

Jahr eingeweiht wurde,

übernahm das Unternehmen,

zahlreiche Spielplätze tragen die

Handschrift der WBV und zudem

sorgte man über das Schwesterunternehmen

WVS auch für die Sanierung

aller Kitas und Schulen. Der

Landkreis Meißen würdigte die Verdienste

mit der Verleihung der Landkreismedaille zum

25-jährigen Jubiläum.

„Die Anerkennung hat mich sehr gefreut und ist zugleich

auch Ansporn für unsere neuesten Projekte”, so die WBV-

Chefin. Als Nächstes wird sich das Unternehmen dem Wohngebiet

Spitzgrund widmen. „Hier möchten wir unter anderem

eine ehemalige Poliklinik umbauen und aufstocken,

um ein modernes Dienstleistungszentrum daraus zu machen.

Auch die Weiterentwicklung des Wohnungsbestands

mit neuen Zuschnitten und nachhaltige Maßnahmen zur

Verbesserung der Parkplatzsituation gehören zu den Plänen,

die wir umsetzen möchten.” Ein Stadtgestalter der besonderen

Art – das wird die WBV auch in den nächsten 25 Jahren

bleiben.


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VDW AKTUELL

Seite : 32

„WIR GESTALTEN LEBENSRÄUME,

INDEM WIR DAS GANZE SEHEN”

FÖORDERMITGLIED

GENERALPLANER IPROCONSULT IST NEUES FÖRDERMITGLIED DES VDW SACHSEN

„Wohnungsbau ist ein gesellschaftlich brennendes Thema”,

erklärt IPROconsult-Geschäftsführer Lutz Junge. „Wohnungsbau

heißt für uns vor allem: Lebensraum gestalten.”

Aufgrund des demografischen Wandels entwickelt das Unternehmen

verstärkt Lösungen, die die

Anforderungen einer älter werdenden

Gesellschaft erfüllen und zugleich

wirtschaftlich sind. So übertragen die

Planer und Architekten gesellschaftliche

und politische Entwicklungen in

langlebige Wohnarchitektur mit integrierter

Freianlagenplanung – ob für

Familien, Singles oder Paare.

IPROconsult ist der interdisziplinäre

Partner für Neubau und Sanierung.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in

Dresden und zwölf weiteren Niederlassungen

bundesweit übernimmt die Generalplanung und

führt alle erforderlichen Spezialisten im Projekt zu einer

effizient funktionierenden Einheit zusammen.

KONZEPT FÜR BEZAHLBARES WOHNEN

„Das Konzept zu ‚Bezahlbar Wohnen‘ haben wir bereits vor

Jahren durchdacht”, sagt Junge. „Wir stellen jedoch immer

wieder Schwierigkeiten bei der Umsetzung fest, weshalb

wir uns entschlossen haben, als Fördermitglied im Verband

aktiv zu sein. So weihen wir Verbandsmitglieder künftig frühzeitig

in unsere Konzepte ein und entwickeln diese gemeinsam

weiter.” Eine so entwickelte Strategie beschäftigt sich

beispielsweise mit Systemlösungen

für bezahlbaren Neubau von Wohnungen.

Für Danyel Pfingsten, Mitglied

der Büroleitung Architektur und

Hochbau bei IPROconsult, ist klar:

„Mit unserer Expertise und unserer

Erfahrung aus dem Planungsalltag

wollen wir der Vielfalt im vdw einen

weiteren Baustein hinzufügen. Wir

bieten allen Mitgliedern den Dialog

an.”

Mit der Erfahrung aus mehr als 70

Jahren Generalplanung besitzt IPROconsult

das Wissen und die Kompetenz, komplexe Bauvorhaben

zu realisieren. Dabei bietet die Methode des Building

Information Modeling (BIM) neue Perspektiven und Entwicklungschancen,

die eine transparente Planung sichern

und es ermöglichen, Entscheidungen belastbar zu treffen.

Deshalb plant IPROconsult nach der BIM-Methodik und

berät Kunden bei der Umsetzung und Implementierung

von BIM.

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Digitale Mieterkommunikation

entlastet die Wohnungswirtschaft

Wartungstermine, Mieterveranstaltungen, Erreichbarkeit

von Hausmeister und Notdiensten: Für Wohnungsunternehmen

und Immobilienverwaltungen mit großem

Liegenschaftsbestand bedeutet die Aktualisierung der

traditionellen Hausaushänge erheblichen Aufwand. In

vielen Treppenhäusern ist das Schwarze Brett deshalb

bereits durch digital vernetzte Displays abgelöst worden.

PŸUR Business, die Geschäftskundensparte der Tele Columbus

AG, hat inzwischen mehr als 2000 Systeme des

„Smart Infoscreen“ installiert.

Smart Infoscreen ist ein Display-System für die Anzeige

von aktuellen, ortsbezogenen Informationen. Als „elektronisches

Schwarzes Brett“ ersetzt es den Hausaushangkasten

im Eingangsbereich größerer Wohngebäude durch

brandschutzgerechte Bildschirme, die bequem online aktualisiert

werden. Für die Hausverwaltung bedeutet der

Einsatz von Smart Infoscreens eine rasche und zuverlässige

Verbreitung der typischen Hausaushänge über

ein einfaches webgestütztes Redaktionssystem. Zudem

besteht die Option, den Mieterservice durch aktuelle Zusatzinformationen

zu erhöhen: Durch die Einspeisung von

„Smart City“- Informationen wie dem Echtzeit-Abfahrtsplan

nahegelegener Haltestellen, Verkehrshinweisen für

Autonutzer, lokale Wettervorhersagen oder örtliche Veranstaltungshinweise

wird der Smart Infoscreen zur Informationszentrale

für alle Bewohner.

Zusätzliches Potential des Informationssystems liegt im

weiteren Ausbau für den Abruf der angezeigten Informationen

per Internet oder Smartphone sowie für individuelle

Mieterkommunikation oder die Besucherinformation in

öffentlichen Gebäuden: Der Geschäftsbereich Unternehmenslösungen

von Tele Columbus passt das Konzept des

Smart Infoscreens individuell an den gewünschten Anwendungsumfang

an. Beibehalten wird dabei in allen Einsatzbereichen

die einfache Bereitstellung der Information:

Die Aktualisierung erfordert keine technischen Kenntnisse

und geschieht entweder automatisch oder fügt sich nahtlos

in die Standardabläufe von Hausverwaltungen ein.

Foto: Jenny Stadthaus

Smart Infoscreen von Tele Columbus: Digitale Displays sorgen für rasch

informierte Mieter und effiziente Abläufe in der Hausverwaltung.

Tele Columbus Gruppeand.

Wir sind die Experten.

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Zukunftssichere Versorgungslösungen mit Glasfasertechnologie

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Digitale Mieterkommunikation über Smart Infoscreens im Treppenhaus

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Anbieter: Die mit der Tele Columbus AG, Kaiserin-Augusta-Allee 108, 10553 Berlin iSd §§ 15 ff. AktG verbundenen

Unternehmen, die unter pyur.com/impressum aufgelistet sind.


VDW AKTUELL

Seite : 34

WELT UND WOHNEN

MIETRECHT: ERSTE MUSTER-

FESTSTELLUNGSKLAGE ERFOLGREICH

Erstmals hat in Deutschland ein Mieterverein mit

einer Musterfeststellungsklage Recht bekommen. Der

Verein hatte stellvertretend für rund 130 Mieter gegen

eine drastische Mieterhöhung geklagt, die der Vermieter

kurz vor Inkrafttreten des neuen Mietrechts verschickt hatte.

Als Begründung für die Mietsteigerung hatte das Immobilienunternehmen

auf eine in zwei Jahren anstehende Modernisierung verwiesen.

Das Oberlandesgericht München ließ das jedoch nicht gelten, weil

die Zeitspanne zwischen der Ankündigung und der tatsächlichen Durchführung

der Modernisierungsmaßnahmen zu lang sei. Sogenannte Musterfeststellungsklagen,

bei denen ein Verband stellvertretend für Verbraucher

vor Gericht geht, sind in Deutschland erst seit November 2018 möglich.

Im Mietrecht gab es bisher keinen vergleichbaren Fall. Das unterlegene

Immobilienunternehmen kann jedoch Revision einlegen – dann

würde die Sache ein Fall für den Bundesgerichtshof.

REKORD: TEUERSTER

STELLPLATZ DER WELT VERKAUFT

PKW-Stellplätze werden vor allem in Metropolen

immer mehr zur Mangelware. Das treibt die Preise

nach oben und hat jetzt zu einem skurrilen Rekord

geführt: In Hongkong wechselte nach einem Bericht

der „South China Morning Post” kürzlich ein einzelner

Stellplatz in einem Parkhaus für den stolzen Preis von umgerechnet

830.000 Euro den Besitzer. Da die Fläche nur 12,5 Quadratmeter

beträgt, ergibt sich ein Quadratmeterpreis von umgerechnet

66.400 Euro. Damit handelt es sich nach Angaben der Zeitung um

den teuersten Stellplatz der Welt. Das Parkhaus gehört zu einem

großen Luxus-Einkaufszentrum mit 73 Etagen, das in Hongkong

weithin bekannt ist. Der Verkauf sorgte vor Ort für viel Kritik, denn

während die Immobilienpreise in immer neue Höhen schnellen,

lebt fast ein Fünftel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Die soziale Ungleichheit wird von vielen Hongkongern als ein

Grund für die derzeitigen Proteste und Ausschreitungen

gesehen.


WELT UND WOHNEN

VDW AKTUELL

Seite : 35

URTEIL: AMT MUSS AUCH OBJEKTIV

UNANGEMESSENE MIETE ZAHLEN

Eine Kommune muss unter Umständen auch eine

objektiv unangemessen hohe Miete zahlen. Das geht

aus einem aktuellen Urteil des Sozialgerichts Mannheim

hervor. Im konkreten Fall wollte das Amt die Miete

für eine 75-jährige gehbehinderte Frau und ihren Mann

nicht mehr zahlen, die ergänzend zu ihrer Rente Grundsicherung

im Alter bezogen. Das Ehepaar wohnte in einer

62-Quadratmeter-Wohnung, für die eine Bruttomiete von 580 Euro zu

zahlen war. Angemessen seien nach statistischen Erhebungen in der Wohnlage

aber nur 461 Euro, so das Amt. Nachdem die Rentner aufgefordert

worden waren, eine günstigere Wohnung zu suchen, und das Amt die Miete

noch mehrere Jahre gezahlt hatte, wollte die Kommune schließlich nur noch

die als angemessen geltende Miete übernehmen. Das Sozialgericht

entschied jedoch, dass die höhere Miete weitergezahlt werden muss, weil

das Amt den Rentnern keinerlei Hilfe bei der Suche nach einer günstigeren

Wohnung angeboten hat. Zudem bezweifelte das Gericht, ob eine preiswertere

Wohnung, die den speziellen Anforderungen der behinderten

Frau genügt, in der Umgebung überhaupt verfügbar ist.

SKURRIL: DIE WOHNUNGEN

DES GRAUENS

Da lacht jedes Vermietungsteam: Ein Blogger,

der bereits seit einiger Zeit für Furore sorgt,

hat es sich offenbar zur Lebensaufgabe gemacht,

skurrile und abstruse Maklerfotos zu

sammeln. Die Bilderkollektion, die er Monat für

Monat fortführt, zeigt Wohnungen, die – nun ja –

das „gewisse Etwas” haben, das wohl eher niemand

freiwillig haben möchte. Dubiose Raumaufteilungen, seltsame Einrichtungsgegenstände,

wirre Farbkombinationen – es gibt nichts,

was es hier nicht gibt. Wussten Sie zum Beispiel, dass sich ein

geschlossener Toilettendeckel hervorragend als Nachttischschrank

neben dem Bett eignet? Diese und viele weitere Anregungen für

die etwas andere Wohnung, die jeden umhaut, finden sich auf

www.terriblerealestateagentphotos.com. Der Blog ist inzwischen

so erfolgreich, dass es die „Highlights” auch schon in Buchform

gibt. Welche der Wohnungen tatsächlich erfolgreich an den

Mann oder die Frau gebracht wurden, ist jedoch nicht überliefert.


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WBG Kontakt profitiert von professioneller Kommunikation

Für mehr Wertschätzung und

bessere Wahrnehmung

Demokratisch, sozial und sicher: Genossenschaften sind

zu gut für diese Welt, so scheint es. Ihre Vorzüge werden

von Politik und Öffentlichkeit aber oft nicht richtig

wahrgenommen oder ausreichend wertgeschätzt. Doch

anstatt zu klagen, kann man an dieser Situation aktiv

etwas verbessern. So wie die Wohnungsbau-Genossenschaft

Kontakt e.G. (WBG Kontakt) aus Leipzig es macht.

Die WBG Kontakt ist mit rund 15.600 Wohnungen in Leipzig,

Zwenkau, Böhlen und Hartha eine der größten Wohnungsbaugenossenschaften

der Region. Dadurch, dass sie bezahlbaren

Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung

anbietet, nimmt die WBG Kontakt der Stadt Leipzig diese

wichtige Aufgabe ab. In Zahlen ausgedrückt sieht das so

aus: Die durchschnittlichen Mieten der WBG Kontakt lagen

2018 bei 4,77 Euro, in ganz Leipzig betrug der Wert 5,88

Euro. Aus dem Differenzbetrag von 1,11 Euro ergeben sich

umgerechnet auf die gesamte Wohnfläche der Genossenschaft

etwa elf Millionen Euro, die sie als sozialen Beitrag

durch ihre substituierende Tätigkeit für die Stadt leistet.

Erfüllen im Stillen grundlegende und

wertvolle Aufgaben

Jedoch: „Die Politik nimmt das soziale und gesellschaftliche

Engagement von Wohnungsbaugenossenschaften leider

nur zum Teil wahr. Möglicherweise möchte sie es auch

nicht wahrnehmen, da wir entgegen der kommunalen Vorstellungen

anstelle von Neubauten und Nachverdichtung

in erster Linie für die Nutzung vorhandener Leerstandsressourcen

plädieren“, sagt Jörg Keim, Vorstandsvorsitzender

der WBG Kontakt. Trotz der kontinuierlichen Aufwertung

ihrer Bestände, die größtenteils aus den 50er, 60er oder

70er Jahren stammen, würden Wohnungsgenossenschaften

wie die WBG Kontakt mit sozialverträglichen Mieten

noch bezahlbares Wohnen ermöglichen und somit im Stillen

grundlegende und wertvolle gesellschaftliche Aufgaben

erfüllen. „In diesem Zusammenhang bedarf es jedoch

auch bei den Sätzen für die Kosten der Unterkunft dringend

einer bedarfsgerechten Anpassung an die Marktsituation“

– dies wiederum ist Aufgabe der Kommunen.

Die WBG Kontakt erhält zwar öffentliche Fördergelder vom

Land Sachsen, so zum Beispiel für den barrierefreien Umbau

ihres Bestandes, „aber das nicht genug“, so Keim. Er

wünscht sich von der Politik für die Schaffung von Sozialwohnungen

noch mehr finanzielle und unbürokratische

Förderung, eine bessere Wahrnehmung und eine höhere

Wertschätzung der genossenschaftlichen Leistungen.

Denn auch ökonomisch betrachtet ist die WBG Kontakt von

Bedeutung für die Stadt Leipzig und die Region. Dies hat

sie sogar wissenschaftlich quantifizieren lassen. Laut Wertschöpfungsbericht,

den das renommierte Pestel Institut

und die Marketinggesellschaft stolp+friends für die WBG

Kontakt erstellt haben, verbleiben von jedem Euro, den die

Genossenschaft für Güter und Dienstleistungen ausgibt, 77

Cent in Leipzig und 85 Cent in der Region – bei Gesamtausgabe

von gut 62 Millionen Euro (2015). Durch ihre Tätigkeit

löst die WBG Kontakt in Leipzig 41 Millionen Euro an direkter,

indirekter und induzierter Wertschöpfung aus, in der

Region sind es 44 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende der WBG Kontakt, Jörg Keim.

Foto: WBG Kontakt/stolp+friends

Kay P. Stolp, Chef der Marketingagentur stolp+friends.

Foto: stolp+friends


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Bei den Arbeitsplätzen sieht es ähnlich aus. 189 Mitarbeiter

waren 2015 bei der WBG Kontakt beschäftigt, die indirekten

und induzierten Beschäftigungseffekte sind noch

einmal deutlich höher, denn mit jedem Auftrag, den die

Leipziger Wohnungsbaugenossenschaft vergibt, mit ihren

Steuern und Abgaben erhält und schafft sie wiederum indirekt

Arbeitsplätze. Letztendlich löst die WBG Kontakt zusätzlich

297 Arbeitsplätze in Leipzig aus und nochmal 28 in

der Region.

Marketing: Indikator für höhere

Aufmerksamkeit und Wertschätzung

Die WGB Kontakt kommunizierte diese Zahlen in einer

groß angelegten Kampagne. In einer aktiveren Marketingund

Öffentlichkeitsarbeit sieht der Vorstand der WBG

Kontakt unter anderem einen wichtigen Indikator für eine

erhöhte Aufmerksamkeit und eine größere Wertschätzung

bei Politik und Öffentlichkeit sowie für eine stärkere

Position als Anbieter auf einem zunehmend dynamischen

Wohnungsmarkt. Der nächste Schritt bestand 2018 in

einem umfassenden, internen und externen Modernisierungsprozess.

Startschuss war die Einführung des neuen Logos mit dem

Slogan „Kontakt braucht jeder“. Darauf aufbauend folgte

unter anderem eine Plakatkampagne in ganz Leipzig,

mit der sich die WBG Kontakt als fairer und sozial verantwortungsbewusster

Vermieter präsentierte, für den der

Mensch im Mittelpunkt steht. Ziel der Kommunikationsoffensive

ist, das Profil der Wohnungsbaugenossenschaft

zu schärfen und ihre Bekanntheit vor allem bei jungen

Leuten zu steigern. Begleitet wird die externe Modernisierung

durch eine Reihe von Mitarbeiter-Workshops zu

unterschiedlichen Themenbereichen, mit denen die Mitarbeiter

am Modernisierungsprozess beteiligt werden.

Verantwortlich für den umfassenden Modernisierungsprozess

ist die Marketingagentur stolp+friends. Agentur-Chef

Kay P. Stolp weiß: „Bei Marketing für Genossenschaften

und anderen sozial orientierten Wohnungsgesellschaften

geht es zurzeit weniger um die Vermarktung von Wohnungen.

Es geht vielmehr um Kommunikation, um einen

modernen, professionellen Außenauftritt, der die Vorteile

und Leistungen betont.“

Die richtige Kommunikation kann

öffentlichen Druck erzeugen

Mit professioneller Kommunikation können Genossenschaften

in der Öffentlichkeit und bei politischen Instanzen

ein Bewusstsein für ihre Leistungen schaffen und gleichzeitig

öffentlichen Druck erzeugen, um auf Schwierigkeiten,

zum Beispiel bei der Grundstücksvergabe, hinzuweisen, so

Kay P. Stolp. „Nur wer sich konsequent positiv ins Gespräch

bringt, wird von der Öffentlichkeit und den Entscheidern

ernst- und wahrgenommen. Es ist eigentlich ganz einfach:

Tue Gutes und rede darüber.“

JEDER BRAUCHT KONTAKT!

WIR KOMMUNIZIEREN WERTE. SEIT 1989.

Marken- und Kommunikationskonzepte für sozial orientierte Wohnungsunternehmen

Lassen Sie uns gerne über Ihre Werte sprechen.

Tel. 0541- 800493-0 | info@stolpundfriends.de | www.stolpundfriends.de


VDW AKTUELL

Seite : 38

TERMINE UND SEMINARE

HOMEPAGE-

CHECK

Nach der großen Resonanz

zum 4. Homepagecheck der

Wohnungswirtschaft, an dem

sich mehr als 80 Unternehmen

aus Sachsen und ganz

Deutschland beteiligt haben,

geht das Format nun in eine neue

Runde. Sie möchten dabei sein?

Dann melden Sie sich jetzt an unter

homepagecheck@vdw-sachsen.de.

Sie erhalten automatisch alle Infos.

Ein Scan des QR-Codes bringt Sie

ebenfalls zur Anmeldung. Die Auswertungsveranstaltung

wird am

20. Juni 2020 stattfinden.

SIC 2020

Auch die „Software & Immobilien

Conference” (SIC) wirft bereits ihre

Schatten voraus. Ein Fokus wird diesmal

auf Energiethemen liegen, die

sich von Mieterstrom über Photovoltaik

und energieautarke Gebäude

bis hin zu neuen Möglichkeiten der

CO 2

-Reduktion erstrecken. Ein weiterer

Schwerpunkt werden neueste

Entwicklungen im Bereich der ERP-

Systeme mit Blick auf mobile Datenerfassung

und unter Einbeziehung

von Versicherungen, Instandhaltung

und Heizkosten sein. Die „SIC 2020”

findet Mitte September in Halle

(Saale) statt. Weitere Infos folgen in

Kürze.

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Pflegebad-Studie des ZVSHK:

Minimalforderung „ebenerdige Dusche“ mit

BADEZIMMER

BADEZIMMER Sanftläufer-System überall

BARRIEREFREI

BARRIEREFREI umsetzbar

UMBAUEN

UMBAUEN

Badezimmer als Mittelpunkt ambulanter Pflege sicherer gestalten – für Patient und Pfleger

Von 46 Millionen Bädern in Deutschland sind 9 Millionen kleiner als

sechs Quadratmeter, meist ungünstig geschnitten und oft nicht barrierefrei.

Werden die Nutzer dieser Bäder pflegebedürftig, müssen diese

Kleinstbäder meistens umgebaut werden, denn über 70 Prozent

aller Pflegefälle werden zuhause betreut. Diese Zahlen wurden zum

Jahreswechsel anlässlich der Vorstellung der ZVSHK-Pflegebad-Studie

veröffentlicht, die auch auf der ISH vorgestellt wird. In Bezug auf

die Gestaltung der Nasszelle als zentralem Ort für die körperliche

Pflege fordern die Autoren eine „ebenerdige Dusche“ als bauliche

Minimalanforderung. Als technische Lösung kommen Systeme wie

der „Sanftläufer“ der GANG-WAY GmbH in Frage: die bodengleiche

ALT

ALT

Nach der Renovierung: Das Sanftläufer-System von GANG-WAY wird hinter

einer Revisionsklappe in die Badezimmerwand eingebaut. Das führt zu niedrigen

Nach der Renovierung: Das Sanftläufer-System von GANG-WAY wird hinter

Bodenaufbauten bei barrierefreien Duschplätzen.

einer Revisionsklappe in die Badezimmerwand eingebaut. Das führt zu niedrigen

Bodenaufbauten bei barrierefreien Duschplätzen.

universell einsetzbare Systeme, die weitgehend unabhängig von baulichen

Gegebenheiten einfach und schnell installiert werden können.“

Jacobs weiß, wovon er spricht, denn der von seinem Unternehmen

vertriebene Sanftläufer wird seit mittlerweile 15 Jahren – meist in Altbauten

– erfolgreich installiert. Durch seine Ablaufpumpe kann der

Sanftläufer prinzipiell in allen Wohngebäuden installiert werden. Die

Pumpe entfernt das Duschwasser rasch und zuverlässig – ganz gleich,

auf welchem Höhenniveau sich der Wasserabfluss befindet. „Somit ist

die Installation in Gebäuden, in denen der Wasserabfluss höher liegt

als der Duschablauf, ebenfalls problemlos möglich. Damit gehören

NEU

die erwähnten baulich-technischen

NEU

Kompromisse beim Einbau bodengleicher

Duschen im Altbau der Vergangenheit

an“, so Christian Jacobs.

„Die Installation ist dabei ohne Deckendurchbruch

möglich, und das

System arbeitet vollkommen wartungsfrei.“

Forderung der Studie: Bodengleiche

Systeme als Standard

Solche bodengleichen Systeme

sollten zum technischen Standard

erhoben werden, so die Autoren

der Studie. Denn die Verletzungsgefahr

durch Barrieren im Bad

ist nachweislich sehr groß. Die

ZVSHK Studie ergab, dass „aufgrund

heute unzureichender Ausstattung

vieler Badezimmer fast

die Hälfte des heute in häuslicher Pflege engagierten Pflegepersonals

(47 Prozent) in der Ausübung ihres Berufes bereits leichte

Verletzungen davon getragen haben. Fast jede fünfte Pflegekraft

(19 Prozent) hat sogar schon ernsthafte Verletzungen erlitten.

Ähnlich verhält es sich bei den Folgen für die Pflegebedürftigen.

Durch situationsbedingte Unfälle im Badezimmer haben 15 Prozent

der Pflegedürftigen bei der Pflege gravierende Verletzungen

Dusche verfügt über ein vollständig

wartungsfreies, automatisches Ablaufpumpen-System,

welches das

Duschwasser rasch und effektiv abtransportiert.

„Unsere ebenerdigen

Lösungen sind in Bestandswohnungen

aller Art realisierbar und erfüllen

damit die Forderungen der

Studie nach schwellenlosen Nasszellen“,

erläutert Christian Jacobs, Geschäftführer

der Gang-Way GmbH.

Eine weitere zentrale Forderung der

ZVSHK-Studie ist, dass das Pflegebad

gleichermaßen auf die Bedürfnisse

des Pflegers ausgerichtet sein

muss. Hierbei geht es zum einen

um die Sicherheit durch bodengleiche

Systeme, zum anderen um den

Komfort. Wichtig ist deshalb etwa

ein adäquater Spritzschutz. „Auch

hierfür bieten wir praktikable Lösungen,

etwa unsere optional montierbaren halbhohen Duschtüren.

Diese sind mit unserem Sanftläufer-System kombinierbar“, sagt Pflegebad-Spezialist

Jacobs. Der Umbau bestehender Bäder zum barrierefreien

Pflegebad kann finanziell gefördert werden – mit maximal

4.000 Euro von der Pflegekasse. „Bei der Antragstellung ist allerdings

unbedingt darauf zu achten, dass sich die Umsetzung der Maßnahmen

an der DIN 18040 Teil 2 zu orientieren hat, um die finanzielle

Förderung sicherzustellen“, betont Christian Jacobs.

erlitten.“

Weitere Infos unter www.wir-pumpen-duschen.de

Im Detail: Sensoren im Wasserzulauf steuern die Pumpe. Die Membranpumpe

saugt das Abwasser am Ablauf der bodenebenen Dusche ab und befördert es

Im Detail: Sensoren im Wasserzulauf steuern Infokasten: die Pumpe. Die Das Membranpumpe Funktionsprinzip des Sanftläufers

Die Autoren der Pflegebad-Studie fordern in einen höher gelegenen Abfluss.

saugt das von Abwasser Fördermittelgebern

am Ablauf bodenebenen Dusche ab und befördert es

auch das notwendige Augenmaß bei Auswahl in einen höher von förderfähigen gelegenen Abfluss. technischen

Lösungen: „Bei Umbaumaßnahmen in Altbaubädern ist die Filterlose Sensoren erfassen den Volumenstrom, sobald der Was-

Das Prinzip der bodengleichen Dusche mit Ablaufpumpe ist einfach:

Gefahr groß, dass aus dem Bedarf eines barrierefreien und pflegegerechten

Bades eine ungewollte Totalsanierung resultiert. Uns erpumpe

automatisch, saugt das Wasser ab und befördert es in den

serhahn aufgedreht wird. Etwas zeitverzögert startet die Membranscheinen

daher Fördermaßnahmen sinnvoll, die die Entwicklung von (meist) höher gelegenen Ablauf. Nach Abdrehen des Wasserhahns

vorgefertigten Lösungen innerhalb einer verlässlichen Preisspanne pumpt der Sanftläufer den Ablauf leer und schaltet automatisch ab.

als Ergebnis haben.“ Praxiserfahrene Fachleute wie Christian Jacobs Nach www.sanftlaeufer.de

rund 15 Minuten wird das Restwasser abgesaugt.

können diese Forderung nur unterstreichen: „Am besten eignen sich www.wir-pumpen-duschen.de

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ÜBER GANG-WAY Das Unternehmen GANG-WAY vertreibt deutschlandweit

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und wird in zweiter Generation geleitet von Christian Jacobs.

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