GURU Januar 2020

gurumagazin

Auf die Zubereitung kommt es an

Smoothies - Vitaminkick oder Zuckerbombe?

GESUND UND LEBENSFROH

Schon seit Jahren gehören Smoothies zu

den beliebten Vitaminlieferanten. Der

pürierte Mix aus Früchten, Gemüsen oder

Kräutern ist scheinbar genau das Richtige

für alle Menschen, die aus Zeitnot ihren

täglichen Vitaminbedarf decken wollen.

Doch sind Smoothies wirklich so gesund?

Dr. Anja Luci, Ernährungsexpertin der KKH

Kaufmännische Krankenkasse, klärt im

Interview auf.

GURU: Können Smoothies grundsätzlich frisches

Obst oder Gemüse ersetzen?

Dr. Anja Luci: Ja und Nein! Als Ergänzung

für den täglichen Speisezettel oder auch

mal als Alternative, wenn kein frisches

Obst zur Hand ist: Ja. Aber als Ersatz auf

Dauer keinesfalls. Denn nichts geht über

die in Obst und Gemüse enthaltenen Ballaststoffe

und sekundären Pflanzenstoffe,

die zumindest in gekauften Smoothies in

der Regel fehlen.

GURU: Was unterscheidet fertige Smoothies

von selbstgemachten?

Luci: Bei einem Fertig-Smoothie wird die gesamte

Frucht püriert, allerdings ohne Schale

und Kerne. Um ihn trinkbarer und sämiger

zu machen, wird meist zuckerhaltiger

Fruchtsaft beigemischt. Außerdem gehen

beim industriellen Prozess Mineral- und Ballaststoffe

sowie Vitamine verloren. Der

selbstgemachte Smoothie dagegen enthält

meist Schalen und Kerngehäuse und wird

nicht erhitzt, sondern in der Regel sofort

frisch getrunken.

GURU: Wenn es denn schon ein gekaufter

Smoothie sein muss, worauf sollte man

achten?

Luci: Schauen Sie auf die Inhaltsangaben: Er

sollte mindestens zu 50 % aus der kompletten

Frucht bestehen. Zugesetzter Zucker hat

in einem Smoothie nichts zu suchen. Britische

Wissenschaftler haben vor einigen Jahren

in fertigen Smoothies mehr Zucker entdeckt

als in einer Cola: 26 Gramm in 200

Millilitern. Das entspricht in etwa acht Zuckerwürfeln.

GURU: Also Smoothies nach Möglichkeit

selber machen?

Luci: Unbedingt! Mit frischem Obst und Gemüse

- aber auch Kräutern - lassen sich leckere

und gesunde Mischungen herstellen,

die zudem frei von Zusatzstoffen oder zu

viel Zucker sind. Seien Sie mutig und kombinieren

Sie bewusst verschiedene Gemüse

mit Obstsorten, beispielsweise Rote Bete mit

Brombeeren und Heidelbeeren, etwas Zitrone

und Honig. Die Früchte dürfen auch tiefgekühlt

sein. Eine Knolle Rote Bete enthält

eine Menge Kalzium, Phosphor, Kalium,

Magnesium, Eisen Vitamin B und C sowie

Folsäure - ideal, um Erkältung und Grippe

keine Chance zu geben.

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