GURU Januar 2020

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Jahreswechsel

Neuerungen im Steuerrecht in 2020

WIRTSCHAFT UND NEWS

Das Jahr 2020 steht vor der Tür und diverse Dinge ändern sich:

Unternehmer

Ab 2020 wird die Umsatzgrenze für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer

angehoben auf 22.000 EUR. Dies bedeutet, dass der Umsatz

bei Kleinunternehmern im Jahr 2019 statt 17.500 EUR nun

22.000 EUR betragen darf.

nicht überschreiten. Die Bemessungsgrund-

lage der Abschreibung ist auf 2000 EUR je

Quadratmeter begrenzt. Diese Sonderabschreibung

kann letztmalig im Jahr 2026

geltend gemacht werden. Um also die volle

Sonderabschreibung auszuschöpfen, muss

der Bau im Jahr 2023 fertig gestellt sein.

Steuer-

Tipp

mer muss vor der Lieferung explizit seine Umsatzsteuer-ID-Nummer

mitteilen, unter der er die Leistung bezieht. Das Vorliegen dieser

Mitteilung ist ab 2020 materielle Voraussetzung für die Steuerfreiheit

der Lieferung. Die Steuerfreiheit wird außerdem versagt, wenn der

Unternehmer seiner Pflicht zur Abgabe der zusammenfassenden

Meldung der innergemeinschaftlichen Umsätze nicht nachkommt.

Ertragsteuerlich wird nun auch für Lieferfahrzeuge die Elektromobilität

gefördert: für Lieferfahrzeuge bis 7,5t mit reinem Elektroantrieb

kann eine Sonderabschreibung von 50% neben der normalen Abschreibung

vorgenommen werden.

Immobilienbesitzer

Zur Förderung des Mietwohnungsbaus wurde befristet eine Sonderabschreibung

für die Neuschaffung neuen Wohnraumes einführt. Es

können vier Jahre lang 5% Sonderabschreibung neben der regulären

Abschreibung für vermietete Wohnungen angesetzt werden. Um

keine Luxusbauten zu fördern, werden nur Bauten gefördert, deren

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 3000 EUR je Quadratmeter

Arbeitnehmer

War bisher der Wechsel der Steuerklasse auf einen Wechsel im

Jahr begrenzt, ab 2020 kann beliebig oft gewechselt werden. Die

Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen o.ä.

werden ab 2020 angehoben: Für Abwesenheiten zwischen 8 und

24 Stunden nun 14 statt 12 EUR und bei ganztägiger Abwesenheit

(24 Std) 28 statt 24 EUR. In diesem Rahmen kann der Arbeitgeber

auch steuerfrei erstatten. Interessant ist eine aktuelle Entscheidung

des Bundesfinanzhofes. Bisher gab es für bestimmte Leistungen

des Arbeitgebers wie z.B. Die Übernahme von Kita-Beiträgen nur

eine Begünstigung (hier die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit),

wenn zusätzlich zum aktuellen Gehalt gezahlt wurde. Der

BFH hat es nunmehr zugelassen, dass der „normale“ Arbeitslohn

zuvor gesenkt wurde.

Michael Déjosez

Steuerberater bei Déjosez & Partner / Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer • Steuerberater

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