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Lars Amenda<br />
Altonaer Bicycle-Club<br />
von 1869/80<br />
Ein Verein schreibt<br />
Fahrradgeschichte
Dieses Buch entstand mit freundlicher Unterstützung<br />
des Bezirksamts Altona und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.<br />
Titelbild: Die <strong>ABC</strong>-Jugendabteilung vor dem „Donner-Schloss“ im heutigen Donnerspark in den 1910er oder 1920er Jahren, fotografiert<br />
von Emil Puls (Quelle: Stiftung Historische Museen Hamburg, Altonaer Museum, Inv.-Nr. 2-5800-3). Koloriert von Gert Nissen, 2018.<br />
Herausgeber: Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 (www.altonaer-bicycle-club.de)<br />
Schriftenreihe: <strong>ABC</strong>-Forschungen zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 1<br />
Layout: Gert Nissen (www.grafik-nissen.de)<br />
Lektorat: Bert Drignat, Christina Grebe und Nina Mader<br />
ISBN 978-3-00-062242-7<br />
Druck: CPI Print, Leck/Nordfriesland, www.cpi-print.de<br />
April <strong>2019</strong>
Inhalt<br />
Einleitung – Laufmaschinen, Sport, Vereine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4<br />
Neuland – Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club (1869-1879) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12<br />
Aufschwung – Der <strong>ABC</strong> und das Zeitalter der Hochräder (1880-1889) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />
Blütezeit – Feste, Stolz und Spaltung (1890-1899) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62<br />
Fahrradboom – Radwandern und Wiedereintritt in den Bund (1900-1918) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88<br />
Neue Zeit – Frauen, Jugend, Radrennen (1919-1932) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104<br />
„Führer“-Prinzip – Radsport während der NS-Herrschaft (1933-1945) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132<br />
Wiederaufbau – Tourenfahren und Radball (1945-1969) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152<br />
Torejagd – Der <strong>ABC</strong> als Radballverein (1970-1989) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162<br />
Niedergang – Vom Schwinden eines Radsportvereins (1990-2012) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172<br />
Wiedergeburt – Der <strong>ABC</strong> wird neu gegründet (seit 2013) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176<br />
Schluss und Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187<br />
Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189<br />
Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199<br />
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201<br />
Bildnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207<br />
Danksagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209<br />
English Abstract . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211<br />
Index . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
Einleitung
Einleitung – Laufmaschinen, Sport, Vereine<br />
Am 17. April 1869 trafen sich mehrere Herren in einem Lokal<br />
in Eimsbüttel, damals noch vor den Toren Hamburgs gelegen,<br />
um etwas völlig Neuartiges zu machen. Sie wollten das aus<br />
Frankreich stammende vélocipède in Hamburg, Altona und<br />
Umgebung verbreiten und erhofften, dies mit einem neu zu<br />
gründenden Verein am Besten erreichen könnten. Trotz einer<br />
gewissen Skepsis gegenüber dem neuen Fortbewegungsmittel<br />
fanden sich Mitstreiter und riefen den „Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club“<br />
ins Leben. Der Club mit dem barocken Titel<br />
war zwar nicht der allererste Fahrradverein überhaupt, dazu<br />
später mehr, doch sollte er wie kaum ein anderer die weitere<br />
Entwicklung und Geschichte des Radfahrens und des Radsports<br />
begleiten und mitgestalten. Die Entwicklung des 1881<br />
in „Altonaer Bicycle-Club von 1869/80“ (<strong>ABC</strong>) umbenannten<br />
Vereins deckt damit bis auf die vorangegangene Zeit der Laufmaschine<br />
fast die komplette Fahrradgeschichte ab. Das vorliegende<br />
Buch erzählt diese Geschichte und will mehr als eine<br />
Vereinschronik sein, denn in der Perspektive eines Vereins<br />
und ihrer Protagonisten entfaltet sich die Sozial- und Kulturgeschichte<br />
und wird besonders greifbar.<br />
Karl Drais und die Laufmaschine<br />
Doch richten wir unseren Blick vorerst kurz ins frühe 19. Jahrhundert<br />
und auf die „Erfindung“ des Fahrrads. Am 12. Juni 1817<br />
unternahm Karl Drais die Jungfernfahrt mit seiner Laufmaschine<br />
von Karlsruhe ins nahe Schwetzingen und zurück. Dies<br />
gilt gemeinhin als die Geburtsstunde des Fahrrads und wurde<br />
anlässlich des 200-jährgen Jubiläums 2017 in verschiedenen<br />
Ausstellungen und Publikationen ausführlich gewürdigt. Drais<br />
ließ seine Laufmaschine patentieren und hoffte auf einen großen<br />
Erfolg. Die Laufmaschine wurde alsbald aber eifrig kopiert<br />
und nachgebaut und in Großstädten wie Wien, Paris und London<br />
in vermögenden Kreisen mit Begeisterung in der Öffentlichkeit<br />
bewegt. 1 Doch fand der „Urknall der Mobilitätsgeschichte“<br />
(Hans-Erhard Lessing) auch in Norddeutschland und<br />
Hamburg ein Echo? Über die Jungfernfahrt von Drais auf „mit<br />
der von ihm erfundenen Fahrmaschine ohne Pferd“ berichtete<br />
die Hamburger Presse, wenn auch mit etlichen Wochen Verspätung.<br />
2 Zwar mussten die Hamburger Leserinnen und Leser<br />
ohne Abbildung auskommen, das Grundprinzip der Laufmaschine<br />
wurde Ihnen aber wie folgt erklärt: „Die Haupt-Idee seiner<br />
Erfindung ist von dem Schlittschuhfahren genommen,<br />
und besteht in dem einfachen Gedanken, einen Sitz auf Rädern<br />
mit den Füßen auf dem Boden fortzustoßen.“ Der Verweis<br />
auf das Balancieren beim Schlittschuhlaufen, das in Hamburg<br />
und Altona vertraut und verbreitet war, ließ die vorgestellte<br />
Maschine etwas weniger fremd erscheinen. Aber nicht nur die<br />
Kunde von den „Draisinen“, wie die Laufmaschinen später<br />
nach ihrem Erfinder hießen, erreichte die Hansestadt, auch<br />
einige Exemplare tauchten hier auf. Allerdings dauerte es ein<br />
wenig und es waren weit weniger Laufmaschinen als in den<br />
großen Residenzstädten mit ihrem Adel – der in Hamburg völlig<br />
fehlte. So finden sich nur wenige zeitgenössische Notizen<br />
vom Laufrad in Hamburg. Im August 1818 konnten aufmerksame<br />
Zeitungsleser Folgendes erfahren: „Die Draisschen Laufmaschinen<br />
sind jetzt von einem hiesigen Künstler, dem Mechanikus<br />
Wollenschläger, der sie anfängt fabrikmäßig zu<br />
Zeichnung mit Karl Drais von Sauerbronn,<br />
der später seinen Adelstitel ablegte,<br />
und der von ihm 1817 erfundenen Laufmaschine.<br />
Vorherige Doppelseite:<br />
Englische Karikatur um 1820 mit „Hobby-Horse-Händlern“, die wie auf<br />
einem Pferdemarkt Laufmaschinen zum Begutachten und zum Verkauf<br />
anbieten.<br />
8
verfertigen, bedeutend verbessert worden.“ 3 Ein „jeder Ungeübte“<br />
könne darauf recht schnell „laufen“, da die Maschinen<br />
„gut ausbalanciert“ und vergleichsweise leicht, dabei doch<br />
stabil seien. Der Hersteller baue auch dreirädrige Laufmaschinen,<br />
bei denen die Balance erst recht kein Problem sei. Über<br />
den „Mechanikus Wollenschläger“ ist ansonsten leider nichts<br />
bekannt. Allzu erfolgreich kann seine Produktion von Laufmaschinen<br />
aber nicht gewesen sein, da fast keine Hinweise auf<br />
ihn in Hamburg und Altona zu dieser Zeit existieren. Was hingegen<br />
in der Presse erschien, war das Angebot einer gebrauchten<br />
Laufmaschine – eine „sehr schöne Draisine, oder<br />
Schnell-Fahr-Maschine“, die „sehr billig zu verkaufen“ sei. 4<br />
Dem vermutlichen Besitzer, Hoffmann aus dem Specksgang,<br />
sagte die Maschine wohl nicht mehr zu, vielleicht war es ihm<br />
auch unangenehm sich damit in der Hamburger Öffentlichkeit<br />
zu bewegen, da hier nur wenige Proto-Radfahrer unterwegs<br />
waren und diese folglich eine Kuriosität darstellten. Mittels<br />
der Presse blieben die Hamburger über neuere Entwicklungen<br />
informiert. So berichtete eine englische Zeitung, in Kopenhagen<br />
seien Laufmaschinen sehr verbreitet, was eine Kopenhagener<br />
Zeitung wiederum verneinte. 5 Im März 1819 war zu lesen,<br />
dass eine englische Zeitung „eine sehr elegante Abbildung einer<br />
verbesserten Draisine“ enthalte und in diesem Zusammenhang<br />
gab die Hamburger Zeitung „Börsen-Halle“ auch einige<br />
englische Begriffe für die Laufmaschine wieder: „the<br />
Pedestrian Carriage“, „Walking-Accelerator“ und „German Horse“.<br />
6 Die Laufmaschine konnte zwar das Gehen beschleunigen,<br />
als Rennmaschine konnte man sie jedoch wahrlich nicht bezeichnen.<br />
Dennoch fand am 20. April 1829 beim Schloss in<br />
Nymphenburg nahe München ein Wettfahren auf Laufmaschinen<br />
über eine Strecke von viereinhalb Kilometern statt. Die<br />
Geschwindigkeit des Siegers wurde mit 8,5 km/h von Wolf<br />
Gronen und Walter Lemke als „sehr beachtlich“ eingestuft. 7<br />
Das menschliche Bedürfnis nach Wettstreit und Unterhaltung<br />
sorgte für diesen ersten Moment des „Radsports“, dem lange<br />
Zeit nichts folgen sollte. Karl Drais, der 1849 seinen Adelstitel<br />
Freiherr von Sauerbronn ablegte und demzufolge mit seinem<br />
bürgerlichen Namen benannt werden sollte, musste miterleben,<br />
wie seine Laufmaschine in Vergessenheit geriet und wie<br />
seine Person und seine Erfindung lächerlich gemacht wurden.<br />
Die Vision mittels Technik verbesserter menschlicher Mobilität<br />
konnte sich vorerst nicht durchsetzen – doch die Idee war in<br />
der Welt und wurde Jahrzehnte später wiederaufgegriffen.<br />
Turnen, Sport, Vereine<br />
Sport ist heute allgegenwärtig und zentraler Bestandteil der<br />
Unterhaltungsindustrie mit ihren gewaltigen finanziellen Umsätzen<br />
wie beispielsweise im Profifußball. Der „Sport“ gelangte<br />
als Begriff und Verhalten von England auf den europäischen<br />
Kontinent und fand im anglophilen Bürgertum Hamburgs und<br />
Altonas viele Anhängerinnen und Anhänger. Die „english<br />
sports“ wie Rudern, Tennis und Fußball trafen in bürgerlichen<br />
Kreisen einen Nerv, weil sie identitätsstiftende Vorstellungen<br />
wie Leistung, Fairness und Männlichkeit transportierten und<br />
untermauerten. 8 So entstand bereits 1836 der Hamburger Ruder-Club,<br />
der sich 100 Jahre später mit dem 1853 gegründeten<br />
Germania-Ruder-Club zusammentat, und damit der älteste<br />
Verein außerhalb Großbritanniens in dieser Disziplin ist. 9 In<br />
Hamburg, die „allerenglischste Stadt des Kontinents“ 10 , beschäftigte<br />
Sport im Laufe des 19. Jahrhunderts insbesondere<br />
den männlichen Teil des Bürgertums und lieferte unendlichen<br />
Diskussionsstoff. „Treffen sich zwei ‚Kollegen‘“, so ein Kollektivportrait<br />
der bürgerlichen Hamburger um die Jahrhundertwende,<br />
„so werden sie mit unfehlbarer Sicherheit sofort ein Gespräch<br />
übers Geschäft oder über Sport beginnen. Und beide<br />
Themata sind dem ‚Jungen Mann‘ unerschöpflich.“ 11 Der Sport<br />
begeisterte um die Jahrhundertwende Massen und der rasante<br />
Radsport lag in der Gunst des Publikums seinerzeit vorn, ehe<br />
ihm der Fußball in den 1920er Jahren den Rang ablief.<br />
Trotz einer unübersehbaren Vorliebe in Hamburg für<br />
englische Manieren und Moden existierte mit dem Turnen<br />
noch eine andere, weit ältere Sporttradition. Seit dem frühen<br />
19. Jahrhundert verschmolzen im Turnen individuelle „Leibesertüchtigung“<br />
und Dienst am Vaterland, das seinerzeit noch<br />
in viele Staaten aufgeteilt war. Friedrich Ludwig Jahn (1778-<br />
1852), zum „Turnvater Jahn“ stilisiert, propagierte das Turnen<br />
im Sinne der Nation und fand viele Nachahmer – auch in<br />
Hamburg. 12 Hier gründete sich bereits 1816 die Hamburger Turnerschaft<br />
(HT16), der erste deutsche Turnverein überhaupt<br />
und der älteste bis heute bestehende Sportverein. 13 Turner<br />
schlossen sich auch in Hamburgs Schwesterstadt zusammen<br />
und gründeten den Altonaer Turnverein von 1845. 14 Die Turnvereine<br />
versammelten Gleichgesinnte und bildeten eine feste<br />
Gemeinschaft, die im Alltag durch gemeinsames Training und<br />
mittels Uniformierung weiter gefestigt wurde. Das Vereinswesen<br />
war in den deutschen Landen und auch in Hamburg weit<br />
verbreitet und akzeptiert und bot auch den Anhängern verschiedener<br />
Sportarten seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine erprobte<br />
Form der Vergesellschaftung. 15 9
Aufbau und Quellen dieses Buches<br />
Das vorliegende Buch erzählt die Geschichte des Altonaer Bicycle-Clubs<br />
von 1869/80 (<strong>ABC</strong>) und wird anhand dieses Beispiels<br />
aufzeigen, was einen Verein zusammenschweißte, aber<br />
auch auseinanderdriften ließ. 16 Der Aufbau gliedert sich nach<br />
den jeweiligen Perioden der Clubgeschichte, die in den ersten<br />
Jahrzehnten nahezu deckungsgleich mit den technischen<br />
Neuerungen des Fahrrads verliefen. Das erste Kapitel beleuchtet<br />
die Gründungsphase des Eimsbütteler Velocipeden-<br />
Reit-Clubs und die Pioniere auf ihren „Knochenschüttlern“.<br />
Dass nicht nur die hehre Idee der individuellen Mobilität, sondern<br />
auch kommerzielle Motive die Gründungsmitglieder antrieb,<br />
wird dabei deutlich werden. Aufgrund des neuen<br />
Schwungs durch das Hochrad orientierte sich der Club neu<br />
und benannte sich schließlich in „Altonaer Bicycle-Club von<br />
1869/80“ um. Die „Bicycles“, wie die Hochräder auch genannt<br />
wurden, erzeugten eine echte Aufbruchstimmung und beflügelten<br />
den <strong>ABC</strong> zu vielfältigen Aktivitäten, u. a. der Eröffnung<br />
der Grindelbergbahn 1885. Das folgende Kapitel untersucht<br />
die Blütezeit der 1890er Jahre, als der Club sich in seiner Pionierrolle<br />
sonnte und gut gefiel, bevor der Fahrradboom der<br />
Jahrhundertwende das Prestige des Fahrrads minderte. Das<br />
Kapitel darauf zeichnet nach, wie der Club nach 1900 in ruhigerem<br />
Fahrwasser navigierte bis der Erste Weltkrieg das Vereinsleben<br />
zum Erliegen brachte. Im nächsten Kapitel wird dargelegt,<br />
wie sich der <strong>ABC</strong> nach 1918 neu aufstellte, verjüngte<br />
und im Radsport mit Radball und Radrennen neue Akzente<br />
setzten konnte. Im Teil über die Zeit des „Dritten Reiches“<br />
stellt sich die Frage, wie sich der <strong>ABC</strong> und seine Mitglieder<br />
während der Diktatur verhielten. Anschließend beschreibt das<br />
folgende Kapitel den Wiederaufbau des Vereins bis zum Höhepunkt<br />
der 100-Jahr-Feier 1969. Die knappen anschließenden<br />
Kapitel zeichnen nach, wie der <strong>ABC</strong> als Radballverein zunehmend<br />
mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hatte bis 1996<br />
schließlich die offizielle Tilgung aus dem Vereinsregister erfolgte.<br />
Die Neugründung 2013 und die jüngsten Jahre bilden<br />
den wieder etwas positiver klingenden Schlussakkord des<br />
Buches.<br />
Als Quellen für die vorliegende historische Studie dienen unveröffentlichte<br />
Dokumente aus staatlichen Archiven wie dem<br />
Staatsarchiv Hamburg, Museen wie dem Altonaer Museum<br />
(Stiftung Historische Museen Hamburg) und insbesondere der<br />
Sammlung des Altonaer Bicycle-Clubs von 1869/80 mit einigen<br />
wichtigen Unterlagen des Vereins aus dem 20. Jahrhundert.<br />
Digitalisierte Zeitungsartikel erleichterten die Recherche<br />
erheblich und ermöglichten den Zugang zu manchem, bisher<br />
kaum bekannten Dokument. Von verschiedenen Stellen konnten<br />
Abbildungen aus der Vereinsgeschichte erschlossen werden,<br />
die sie nicht nur bebildern, sondern die als eigenständige<br />
Quellen für dieses Buch besonders wertvoll sind. Einige<br />
Interviewpartner, darunter auch frühere <strong>ABC</strong>-Mitglieder, teilten<br />
ihre Erinnerungen mit und ergänzten auf diese Weise die<br />
schriftliche Überlieferung.<br />
10
11
Neuland
Neuland – Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club<br />
(1869-1879)<br />
Das 19. Jahrhundert brachte grundlegende Veränderungen wie<br />
die Industrialisierung, die mit der Erfindung von Dampfmaschinen<br />
die menschliche Mobilität seit der Mitte des Jahrhunderts<br />
mittels Eisenbahnen und Schiffen immens beschleunigte.<br />
1884 wurde beispielsweise die Eisenbahnstrecke zwischen<br />
Altona und Kiel eröffnet und intensivierte anschließend den<br />
Austausch zwischen beiden Städten. Die Vision der individuellen<br />
Mobilität, abseits von Pferden und Kutschen, verfolgten<br />
einige Pioniere weiter. Zu Beginn der 1860er Jahre tüftelten<br />
technisch Versierte am Veloziped und erfanden die Tretkurbeln<br />
am Vorderrad. Die Franzosen Ernest und Pierre Michaux<br />
und der zeitweise bei Ihnen angestellte Arbeiter Pierre Lallement<br />
entwickelten separat voneinander solche Frontkurbel-<br />
Velozipede, die auf der Pariser Weltausstellung 1867 einer<br />
breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden. In Frankreich<br />
gründeten sich bereits 1868 einige Radvereine (véloce clubs);<br />
der allererste war der in Valence an der Rhone. 1 Im selben<br />
Jahr erzeugte das Veloziped in Paris eine regelrechte Modewelle,<br />
die durch erste Bahnrennen wie im Pariser Parc de Bologne<br />
befeuert wurde. Das Veloziped war jetzt la dernier crie,<br />
der letzte Schrei, und breitete sich anschließend in Frankreich<br />
und den europäischen Nachbarländern aus. 2 Auch in Großstädten<br />
wie Wien 3 , München, Mannheim 4 und Hamburg ließen<br />
sich ab 1868 die ersten Velozipede auf den Straßen blicken<br />
und sorgten für großes Aufsehen.<br />
„Die Velocipeden, welche sich bereits ziemlich häufig auf den<br />
Promenaden Hamburgs zeigen, lassen sich jetzt auch vereinzelt<br />
hier blicken“, notierten die Altonaer Nachrichten am<br />
14. Februar 1869. 5 Besagter Zeitungsartikel dokumentiert bereits<br />
einen gewissen Sportsgeist der Velozipedisten wie eines<br />
„Fabricant[en] Scharnweber“, denn dieser hielt „mit solchem<br />
Gefährt einen Wettlauf mit einem Einspänner auf der Chaussee<br />
nach Blankenese ab, woraus er als Sieger hervorging“.<br />
Französische Velozipede aus dem Hause Michaux gelangten<br />
in den Norden Deutschlands, schnell begannen auch einheimische<br />
Maschinenbauer damit, das Veloziped zu studieren<br />
und zu kopieren. 6 Darunter befand sich auch die Eisengießerei<br />
von Wilhelm Schlüter in Pinneberg, die 1862 gegründet worden<br />
war und mit Unterstützung der beiden Brüder August und<br />
Ernst betrieben wurde. 7 Wie die Schlüter-Brüder auf das Veloziped<br />
aufmerksam wurden und wie sie auf die Idee kamen,<br />
selber welche zu bauen, ist nicht bekannt. Jedenfalls glaubten<br />
sie an einen ökonomischen Erfolg ihrer Gefährte, die sie seit<br />
1868 bauten und die zur Jahreswende 1869 praxistauglich waren.<br />
Um die Velozipede aus ihrer Produktion öffentlich bekannt zu<br />
machen, orientieren sich die Schlüter-Brüder nach Hamburg<br />
mit seiner damals 225.000 Menschen umfassenden Bevölkerung.<br />
Im Januar 1869 fuhren die Schlüters von ihrer Heimatstadt<br />
in die rund 25 Kilometer entfernte Hansestadt, was ein<br />
gehöriges Echo in der Presse fand. „Die erste größere Tour mit<br />
Velocipeden ward von den Herren Gebrüdern Schlüter in<br />
Pinneberg, den Besitzern der Eisengießerei und Maschinenbauerei<br />
daselbst, ausgeführt. Die Tour von Pinneberg bis zum<br />
Gänsemarkt hatten sie in 1 1/4 Stunde zurückgelegt.“ 8 Die angegebene<br />
Geschwindigkeit wäre selbst mit modernen Fahr -<br />
rädern ganz ordentlich, mit den schwerfälligen Velozipeden<br />
im Winter konnte sie aber sicher nicht erreicht werden. Die<br />
Schlüters dürften in dieser Frage ein wenig geflunkert haben,<br />
damit ihre Maschinen in einem noch besseren Licht erschienen.<br />
In Hamburg sorgten die Schlüter-Brüder mit den der Allgemeinheit<br />
noch völlig unbekannten Fortbewegungsmitteln<br />
für größte Aufmerksamkeit bei ihrer Tour über den Gänsemarkt,<br />
nach Uhlenhorst, über St. Pauli und Altona zurück nach<br />
Pinneberg. „Ueberall versammelten diese hier noch neuen<br />
Beförderungsmittel Zuschauer in großen Massen um sich. Die<br />
Velocipeden sind sehr leicht und doch dauerhaft gebaut, und<br />
haben zwei hintereinander stehende Räder, zwischen denen<br />
man wie in einem Sattel sitzt.“ Sehr leicht gebaut mag im damaligen<br />
Vergleich mit Pferden zwar stimmen, gegenüber heu-<br />
Vorherige und nächste Doppelseite: Ein Schlüter-Veloziped, vermutlich aus dem Jahr 1869 (Fotograf: Gunther Steil).<br />
Das rund 25 Kilogramm schwere Gefährt ist recht klein, das Vorderrad hat einen Durchmesser von 72 und das Hinterrad von 62 cm.<br />
Ursprünglich war es mit einem Ledersattel ausgestattet. 1934 schenkte es Frau Keller aus Elmshorn der dortigen Museumssammlung.<br />
Heute ist das Veloziped in der Dauerausstellung des Industriemuseums Elmshorn zu sehen.<br />
14
Wilhelm, August und Ernst Schlüter<br />
Wilhelm Schlüter gründete 1860 seine „Eisen- und Metallgießerei, Maschinenbau und Kesselschmiede“<br />
in Pinneberg in der Schauenburgerstraße 12. Unter dem Namen „W. Schlüter und Co.“ schmiedete die<br />
Firma Kessel, Zahnräder und Nähmaschinen. 1868 entwickelten die Schlüters – August war ebenfalls<br />
Eisengießer und arbeitete eine Zeit lang in England – ein Veloziped, das Anfang 1869 praxistauglich<br />
war und im Geschäft von Harro Feddersen in Altona verkauft wurde. Zusammen mit ihrem Bruder<br />
Ernst, einem in Altona tätigen Kaufmann (Betten-Holm) gründeten die Schlüters mit Feddersen und<br />
einigen Altonaer und Hamburger Herren im April 1869 den Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club, um<br />
ihr Produkt zu bewerben und bekannt zu machen. Die „Pinneberg-Connection“, Feddersen stammte<br />
ebenfalls aus der Nähe der 15 Kilometer nordwestlich von Hamburg gelegenen Kleinstadt, hoffte auf<br />
einen kommerziellen Erfolg, der jedoch ausblieb. August Schlüter gewann das Veloziped-Rennen in<br />
Schleswig im Juni 1869 und konnte so Werbung für die Pinneberger Fabrik betreiben..<br />
Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 stellte die Fabrik aufgrund von Arbeitskräftemangel<br />
vorübergehend ihre Produktion ein. Wilhelm Schlüter ging später nach Berlin und arbeitete<br />
bei der Firma Schwarzkopf. Ein weiterer Bruder, Theodor, arbeitete als Fotograf und fertigte wiederholt<br />
Bilder für <strong>ABC</strong>-Mitglieder wie Harro Feddersen an.<br />
Die zehn Kinder von August Marcus Dietrich Schlüter um 1880, darunter<br />
die Mitbegründer des Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Clubs: Wilhelm<br />
Schlüter (obere Reihe links), Ernst (ober Reihe, zweiter von rechts) und<br />
August (untere Reihe ganz links). Die drei Schlüters wollten mithilfe<br />
des Clubs den Absatz ihrer Velozipeden steigern.<br />
15
Arbeiter vor der Maschinenfabrik von Schlüter in Pinneberg 1872.<br />
Die Produktion von Velozipeden war zu diesem Zeitpunkt<br />
bereits wieder eingestellt worden.<br />
tigen Fahrrädern waren die Velozipede mit rund 30 Kilogramm<br />
jedoch wahre Schwergewichte. Die Schlüter-Brüder hatten mit<br />
ihrer Werbefahrt großen Erfolg und mussten sich angesichts<br />
der großen Neugierde bestärkt fühlen, das Veloziped und<br />
nicht zuletzt ihre eigene Firma auch zukünftig der Öffentlichkeit<br />
bekannt zu machen. Ende März fuhren die Schlüters von<br />
Pinneberg nach Altona in die Palmaille, wo das Generalkommando<br />
der Armee residierte, was zum Anlass „militärischer<br />
Evolutionen“ genommen wurde. 9 „Es wurde in Sectionsfront<br />
aufmarschiert und dann ein Laufschritt angetreten, der allerdings<br />
bei mehreren in der Palmaille sich Ergehenden eine gewisse<br />
Aengstlichkeit erregte.“ Ein „Laufbursche“ ließ vor lauter<br />
18
Schreck mehrere Glasflaschen fallen und brachte sich mit einem<br />
„kräftigen Seitensprung“ vor der unbekannten Gefahr in<br />
Sicherheit. In der Palmaille, der damaligen Haupteinkaufsstraße<br />
Altonas, befand sich wohl nicht ganz zufällig auch das<br />
Eisenwarengeschäft von Harro Feddersen, der zu diesem Zeitpunkt<br />
dort bereits die Schlüter-Velozipeden verkaufte.<br />
Feddersen versuchte ebenfalls von der Werbefahrt der Schlüters<br />
in die Palmaille zu profitieren und schaltete nur einen Tag<br />
danach eine Werbeanzeige für die Velozipeden. 10 Um einen<br />
zusätzlichen Anreiz zu schaffen, bot er „Unterricht für Käufer<br />
gratis“ an und wollte damit potentiellen Novizen die Angst vor<br />
dem Velozipeden-Reiten nehmen.<br />
Wilhelm, August und Ernst Schlüter konnten mit der Öffentlichkeitswirkung<br />
ihrer Auftritte in Hamburg und Altona mehr<br />
als zufrieden sein, sie suchten aber nach weiteren Möglichkeiten,<br />
um für ihre Produkte zu werben. Wieso nicht einen Verein<br />
gründen, wie es in Frankreich bereits im Vorjahr einige Velozipeden-Reiter<br />
vorgemacht und wovon die vereinzelten<br />
Fahrradpioniere in und um Hamburg vielleicht Kenntnis erhalten<br />
hatten? Die Institution des Vereins war ihnen zumindest<br />
mehr als vertraut, schlossen sich in Deutschland doch<br />
besonders gerne und oft Gleichgesinnte mit einem gemeinsamen<br />
Anliegen zusammen, wie Turner, Sänger und andere.<br />
Die Idee eines Velozipeden-Clubs hatten vor den Schlüter-<br />
Brüdern bereits drei Herren aus Altona und Hamburg ersonnen:<br />
Harro Feddersen, der als Kaufmann und angehender<br />
Fahrradhändler ebenfalls ein handfestes kommerzielles Interesse<br />
an einem größtmöglichen Erfolg des Velozipeds hatte;<br />
der Rechtsanwalt Wilhelm Gelübcke, der über gute Kontakte<br />
zur lokalen Presse verfügte, und W. O. A. Gülich. Die drei Schlüter-Brüder<br />
stießen wie eine kleine Schar weiterer Velozipedisten<br />
zu den drei Genannten und liebäugelten mit der Vorstellung<br />
eines eigenen Clubs.<br />
Am 17. April 1869 versammelten sich die Genannten mit zusammen<br />
rund 20 Personen in Eimsbüttel, um den Verein offiziell<br />
zu gründen, worüber auch die Presse berichtete: „In<br />
Eimsbüttel ist ein sogen. Velocipeden-Club gegründet, welcher<br />
im Local des Hrn. Sottorf daselbst seine Zusammenkünfte,<br />
Uebungen und, wo die Nothwendigkeit vorliegt, seine Berathungen<br />
über Neuerungen bei Velocipeden halten wird.“ 11<br />
Der genaue Name des Vereins lautete „Eimsbütteler Velocipèden-Reit-Club“,<br />
schließlich existierte das Wort „Fahrrad“<br />
noch längst nicht und Velozipede wurden wie Pferde „geritten“.<br />
Doch wieso verortete sich der Club in Eimsbüttel, einer<br />
damals unbedeutenden Landgemeinde vor den Toren Hamburgs?<br />
12 „Da nun Altonaer und Hamburger Herren anwesend<br />
waren“, verrät dazu die offizielle Vereinsgeschichte von 1894,<br />
„so war die standesamtliche Einregistrierung (zwar gab es damals<br />
noch kein Standesamt) des Kindes eine schwierige Frage.“<br />
13 Angesichts der Rivalität zwischen Altona und Hamburg<br />
einigten sich beide Fraktionen im Club schließlich als Kom-<br />
19
Postkarte um 1900 mit dem Gebäude des früheren „Eimsbütteler Vereins-Locals“.<br />
1869 betrieb Claus Sottorf das Lokal auf Höhe der heutigen Fruchtallee 76.<br />
Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club gründete sich dort und nutzte es anschließend als Clublokal.<br />
promiss auf die „neutrale Zone“ Eimsbüttel, wo auch das Clublokal<br />
lag, was vermutlich der Anlass dafür war.<br />
Die Ausarbeitung der Statuten dauerte zwei Wochen und wurde,<br />
von lebendigen Diskussionen begleitet, von Wilhelm Gelübcke<br />
übernommen. 14 Der Paragraph 2 erläuterte die Ziele<br />
des Vereins: „Der Zweck des Clubs ist: Erlangung einer möglichst<br />
grossen Fertigkeit im Velocipèden-Reiten, daher gemeinsame<br />
Uebungen, gegenseitige Unterweisung, sowie für<br />
Anfänger Unterweisung durch einen angestellten Velocipèden-Rittmeister,<br />
gemeinsame Uebungs- und Lusttouren,<br />
Bekämpfung der Vorurteile gegen Velocipèden, daher Begünstigung<br />
der am besten konstruierten Sorten, möglichste Aufdeckung<br />
und Abstellung der bei den verschiedenen gangbaren<br />
Sorten sich vorfindenden Mängel und Annahme aller<br />
Verbesserungen“. Dass es die rund 20 Mitglieder überaus ernst<br />
meinten, beweist der erwähnte „Velocipèden-Rittmeister“, der<br />
die Ungeübten in die Kunst des Velozipeden-Reitens einführen<br />
sollte und allgemein auf die Sicherheit zu achten hatte.<br />
Die Satzung unterschied zwischen aktiven und „sozialen“ Mitgliedern,<br />
welche heute als passive bezeichnet werden. Dass<br />
Hersteller und Verkäufer maßgeblich an der Satzung mitwirkten,<br />
wird in Paragraph 14 deutlich, der von den aktiven Mitgliedern<br />
erwartete, innerhalb von acht Wochen nach Vereinseintritt<br />
ein eigenes Veloziped zu kaufen.<br />
Zusammen mit der Satzung erließ der Club ein „Reitreglement“,<br />
das genaue Vorschriften enthielt. Danach durften die<br />
„Reiter“ auf keinen Fall Unbeteiligte belästigen: „In der Nähe<br />
von Leuten darf daher nur langsam geritten werden, namentlich<br />
in der Nähe älterer Leute, Frauenzimmer und Kinder, und<br />
ist denselben stets so weit wie möglich auszuweichen.“<br />
Titelblatt der gedruckten Satzung des Eimsbütteler Velocipeden-<br />
Reit-Club aus dem Jahr 1869. Der französische Accent grave<br />
in „Velocipède“ verschwand im Sprachgebrauch recht bald.<br />
20
21
Harro Feddersen<br />
Harro Feddersen wurde 1835 in Etz bei<br />
Pinneberg geboren und arbeitete<br />
als Schafhirte. 1852 zog er für<br />
eine kaufmännische Lehre<br />
nach Altona und eröffnete<br />
1862 sein eigenes Eisenwarengeschäft<br />
in der<br />
Palmaille. Seit März<br />
1869 verkaufte er die<br />
Velozipede der Gebrüder<br />
Schlüter, mit<br />
denen er zusammen<br />
1869 den „Eimsbütteler<br />
Velocipeden-Reit-<br />
Club“ gründete. Feddersen<br />
war die zentrale<br />
Figur bei der Wiederbelebung<br />
des Clubs 1880 und<br />
sorgte in den 1880er Jahren<br />
maßgeblich für den Aufschwung<br />
des <strong>ABC</strong>. Harro Feddersen<br />
unterstützte 1882 die Gründung des<br />
„Deutschen und deutsch-österreichischen Velocipedisten-Bundes“<br />
und übernahm die Leitung<br />
des „Gau Holstein“, der lediglich aus dem <strong>ABC</strong> bestand.<br />
Ebenfalls 1882 ernannte ihn der britische<br />
Bicycle Touring Club zum „Konsul“, zum Repräsentanten<br />
und Ansprechpartner für Hamburg-Altona.<br />
Dem <strong>ABC</strong> blieb Feddersen eng verbunden und erhielt<br />
1894 im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums<br />
die Ehrenmitgliedschaft verliehen.<br />
In seinem Geschäft in der Palmaille<br />
verkaufte er Fahrräder deutscher<br />
und englischer Hersteller und<br />
ließ von der Quadrant Cycle<br />
Company um 1890 ein Modell<br />
namens „The Harro“<br />
herstellen. Bis ins hohe<br />
Alter führte er sein Geschäft<br />
und publizierte<br />
regelmäßig zu verschiedenen<br />
Themen<br />
in der Presse.<br />
Harro Feddersen<br />
starb am 15. Dezember<br />
1917 in Altona. Der<br />
<strong>ABC</strong> ehrte ihn und sein<br />
Wirken ab 1925 mit dem<br />
„Harro Feddersen-Erinnerungs-Rennen“.<br />
Harro Feddersen um 1885. Annoncen aus den<br />
Altonaer Nachrichten vom 9.6., 28.3. und 4.7.1869<br />
(von oben).<br />
22
Die Palmaille in Altona um 1900. Harro Feddersen betrieb in der Hausnummer 20 sein Eisenwarengeschäft<br />
und verkaufte dort ab März 1869 Velozipeden des Herstellers Wilhelm Schlüter aus Pinneberg.<br />
Die Eimsbütteler Velozipedisten sollten nicht nur äußerste<br />
Rücksicht auf Menschen, sondern auch auf Pferde nehmen,<br />
da diese auf die unbekannten und beweglichen Velozipeden<br />
seinerzeit häufig ängstlich reagierten. Der Velozipeden-Reiter<br />
solle deshalb laut Reitreglement wie folgt vorgehen: „Er muss<br />
dieselben daher schon aus möglichster Entfernung beobachten,<br />
ob dieselben zum Scheuwerden geneigt sind oder nicht.<br />
Er muss, sobald er Pferde, in deren Nähe er kommen wird, bemerkt,<br />
sofort langsam reiten; sieht er nun, dass ein Pferd die<br />
Ohren spitzt und unruhig wird, muss er so rasch wie möglich<br />
halten und absteigen, jedoch so, das er jedes Geräusch und<br />
jede heftige Bewegung, namentlich ein Umfallen des Velocipède<br />
vermeidet.“ Die in Auszügen vorgestellte Satzung und<br />
das Reitreglement wirken aus heutiger Sicht unterhaltsam;<br />
bereits ein Vierteljahrhundert nach ihrer Niederschrift erschienen<br />
die „humoristische[n] Vorschriften“ als wären sie in<br />
einer fernen Zeit formuliert worden. 15 Aus den Regelungen<br />
sprach aber eine unbedingte Rücksichtnahme, um den neuen<br />
Sport in der öffentlichen Meinung nicht in Misskredit zu bringen.<br />
Die Eimsbütteler waren mit ihrer Vereinsgründung in Hamburg<br />
und Umgebung keineswegs allein. Wohl noch vor dem Eimsbütteler<br />
Velocipeden-Reit-Club gründete sich im Frühjahr<br />
1869 der Verein „Quickrun“ in Hamburg. Die Altonaer Nachrichten<br />
schrieben am 21. April 1869, dass der Club „vor kurzer<br />
Zeit in’s Leben“ gerufen worden sei. 16 Ansonsten ist kaum etwas<br />
über diesen frühen Verein bekannt, bis auf die Tatsache,<br />
dass die Mitglieder der Namensgebung nach zu urteilen der<br />
erhöhten Geschwindigkeit der Velozipede huldigten und aus<br />
dem anglophilen Bürgertum der Hansestadt stammten. Zwischen<br />
Quickrun und den Eimsbüttelern existierten freundschaftliche<br />
Bande, wie „die erste gemeinschaftliche Morgenlusttour<br />
nach Blankenese“ Anfang Juni 1869 dokumentiert, bei<br />
der die Hamburger am Dammtorbahnhof starteten und die<br />
Eimsbütteler Mitglieder am Holstentor (am heutigen Holstenglacis)<br />
trafen, um dann zusammen weiter über Altona die Elbe<br />
stromabwärts entlang zu „reiten“. 17 Harro Feddersen schaltete<br />
sogleich eine Werbeanzeige für die in seinem Geschäft erhältlichen<br />
Schlüter-Velozipeden, die sich auf dieser Tour „als besonders<br />
vorzüglich bewährt“ hätten, „da sämmtliche Herren,<br />
23
Programm des Veloziped-„Wettreitens“ am 10. September 1869 in Altona<br />
im Rahmen der schleswig-holsteinischen Industrie- und Landesausstellung.<br />
Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club veranstaltete zusammen<br />
mit dem St. Georger Velocipeden-Club das neuartige Rennen,<br />
das eine große Zuschauermenge anzog.<br />
24
die am letzten Sonntag pr [per] Velocipede den Süllberg besuchten“<br />
das Ziel „ohne Anstrengungen erreichten“. 18 Aber eine<br />
Tour von mehreren Velozipeden-Reitern war nicht jedermanns<br />
Geschmack und so sandte ein Leser der Altonaer<br />
Nachrichten einen Leserbrief an die Redaktion mit folgender<br />
Beschwerde: „Das Befahren des Fußweges an der Elbchaussee<br />
von Velocipeden durch eine größere Anzahl junger Cavaliere<br />
erregte gestern Abend unter den Fußgängern viel Schrecken<br />
und Unwillen.“ 19<br />
Trotz solcher Unmutsbekundungen hatten die Velozipedisten<br />
Morgenluft gewittert und strebten nach mehr und nach Höherem.<br />
So schön „Lusttouren“ entlang der Elbe auch waren,<br />
die Eimsbütteler verfolgten durchaus schon in jenen Tagen<br />
sportliche Ambitionen. In Paris waren bereits am 31. Mai 1869<br />
im Parc de Saint-Cloud nahe Paris zwei Veloziped-Rennen<br />
ausgetragen worden, wobei Letzteres der Engländer James<br />
Moore (1849-1935) auf einem Michaux-Veloziped gewann. 20 Am<br />
7. November 1869 folgte sogar, was im Sommer jenes Jahres<br />
freilich noch niemand ahnen konnte, das erste Straßenradrennen<br />
überhaupt von Paris nach Rouen mit einer beacht -<br />
lichen Länge von 123 Kilometern, welches ebenfalls James<br />
Moore in 10 Stunden und 45 Minuten für sich entscheiden<br />
konnte. Die frühen Veloziped-Rennen in Frankreich demonstrierten<br />
eindrucksvoll die Praxistauglichkeit der Gefährte und<br />
erinnerten an Pferderennen, die auch in Deutschland in bürgerlichen<br />
Kreisen populär waren. Über die Presse waren die<br />
Hamburger über die Ereignisse in der Welt und auch bezüglich<br />
der vélocipèdie gut informiert. Im März 1869 berichteten die<br />
Hamburger Nachrichten beispielsweise über ein Velozipeden-<br />
Rennen in Liverpool, das über eine Streckenlänge von nicht<br />
ganz 13 Kilometern reichte. 21<br />
Die Mitglieder des Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Clubs werden<br />
die Nachrichten über die Veloziped-Rennen aufmerksam<br />
registriert haben und fühlten sich davon inspiriert, ein solches<br />
ebenfalls in eigener Regie durchzuführen. So lud der Club zu<br />
Pfingsten 1869, am 16. oder 17. Mai, zu einem „Wettfahren im<br />
Pinneberger Gehölz“, das „eine gewaltige Menschenmenge“<br />
ins beschauliche Städtchen lockte. 18 Velozipeden-Reiter<br />
machten sich von Altona auf den Weg dorthin, allerdings existierten<br />
nur zwölf Velozipede, weshalb sechs angehende Radsportler<br />
mit der Eisenbahn nach Pinneberg reisen mussten.<br />
Doch von einem Rennen konnte vor Ort nicht wirklich gesprochen<br />
werden und das „erwartungsvolle Publikum wurde bitter<br />
enttäuscht“, wie einige Protagonisten sich später erinnerten.<br />
„Zwar rasten die einzelnen Reiter in den Fusswegen wie besessen<br />
umher, gefährdeten das Leben von Gross und Klein,<br />
nicht minder ihr eigenes, doch von einem wirklichen Rennen<br />
keine Spur.“ 22 Dieser erste Testdurchlauf eines Rennens war<br />
grandios gescheitert, doch bald sollten sich weitere Möglichkeiten<br />
ergeben.<br />
Am 15. Juni fand in Hannover ein Veloziped-Rennen statt. 23 Ob<br />
auch Mitglieder aus Eimsbüttel darunter waren, ist unklar. Ende<br />
Juni richtete Schleswig ein Turnfest aus, das bisher in der<br />
Fahrradgeschichte gänzlich unberücksichtigt blieb, obwohl<br />
dort eines der frühesten Veloziped-Rennen in deutschen Landen<br />
ausgetragen wurde. Das Organisations-„Comité“ des Festes<br />
beschloss Ende April, „ein Wettfahren für Velocipeden zu<br />
veranstalten und dem Sieger einen Preis auszusetzen“. 24 Wie<br />
die Veranstalter auf die ungewöhnliche Idee kamen, wird in<br />
der Pressenotiz leider nicht erwähnt, es darf aber vermutet<br />
werden, dass der Eimsbütteler Club und die Schlüter-Brüder<br />
daran nicht unbeteiligt waren. Mit frischem Elan wollten sie<br />
nicht nur in Altona und Hamburg für ihre Velozipeden und<br />
den neuen Sport werben, sondern auch im nördlichen Schleswig-Holstein.<br />
Jedenfalls ging mit August Schlüter ein Mitglied<br />
des Clubs an den Start des Rennens, das am 28. Juni 1869 auf<br />
dem „Exercierplatze“ von Schleswig ausgetragen wurde. „Er<br />
legte die Bahnstrecke von 1/8 Meile [941,56 Meter] in weniger<br />
als 4 Minuten zurück, die anderen Velocipeden-Reiter um ca.<br />
120 Fuß schlagend“, wie die Hamburger Nachrichten berichteten.<br />
25 Die Geschwindigkeit des Siegers aus Eimsbüttel war<br />
mit 14,4 km/h aus heutiger Sicht eher beschaulich, für damalige<br />
Verhältnisse, im Vergleich zu Fußgängern, aber recht flott.<br />
Die Schleswiger Nachrichten erwähnten das Rennen ebenfalls<br />
kurz und lobten den Sieger August Schlüter, „welcher sich besonders<br />
auch durch elegantes Fahren auszeichnete“. 26 Das<br />
„Velocipeden-Wettfahren“ erregte in Schleswig große Aufmerksamkeit<br />
und wurde von den „zahlreich anwesenden Zuschauern“<br />
interessiert verfolgt, bot es ihnen doch die Möglichkeit,<br />
„sich mit diesem neuesten Beförderungsmittel näher<br />
bekannt zu machen“. 27 Beim Schleswiger Rennen handelte es<br />
sich wohl um den ersten Sieg des jungen Clubs aus Eimsbüttel,<br />
der die sportlichen Ambitionen, aber auch die kommerziellen<br />
Interessen einiger Mitglieder, namentlich der Brüder<br />
Schlüter, eindrucksvoll unterstrich. August Schlüter und die<br />
anderen Teilnehmer am Schleswiger Rennen übertrugen den<br />
Sportsgeist auf das Veloziped und imitierten Pferderennen,<br />
mit dem feinen Unterschied, dass die Fahrer sich mittels von<br />
Menschen erdachter und erbauter Technik fortbewegten. Der<br />
Erfolg in Schleswig fand in Altona schnell ein Echo von einem<br />
25
anderen Mitglied des Clubs: Harro Feddersen. Nur wenige Tage<br />
nach dem Rennen platzierte Feddersen eine Annonce in den<br />
Altonaer Nachrichten, in der er „Preisgekrönte Velocipeden“<br />
aus der Fabrik von Wilhelm Schlüter bewarb und auf den Vertrieb<br />
ebendieser in seinem Geschäft in der Palmaille 20 hinwies.<br />
28 Dort seien sie zu „Originalpreisen“ erhältlich, was wohl<br />
bedeutete, dass sie zu Fabrikpreisen verkauft wurden. Im Club<br />
versammelten sich damit Hersteller, Weiterverkäufer und<br />
nicht zuletzt Sportler, die in einem symbiotischen Verhältnis<br />
standen und die alle der Wunsch einte, Velozipeden allgemein<br />
bekannter zu machen.<br />
Zu einem wichtigen Forum für die Verbreitung von Velozipeden<br />
entwickelten sich Ausstellungen. Im 19. Jahrhundert und<br />
der rasanten Industrialisierung stellten die Weltausstellungen<br />
eine Art Leistungsschau der Hersteller dar und waren nicht<br />
frei von nationaler Motivation. Auf der Weltausstellung 1867<br />
in Paris waren auch Velozipede zu bestaunen, wovon deutsche<br />
Besucher und Zeitungen berichteten. 29 Auch auf Ausstellungen<br />
in Altona konnten Velozipeden im Jahr 1869 gesehen<br />
werden. „Ende des Sommers“ fand hier eine Blumen- und Maschinenausstellung<br />
statt, auf der „einige Velocipeden“ vertreten<br />
und zu begutachten waren. 30 Weitere Angaben über die<br />
Velozipeden-Aussteller liegen nicht vor, aber vermutlich waren<br />
die Schlüters und Harro Feddersen daran beteiligt.<br />
Der Eimsbütteler Club hatte in Pinneberg Schiffbruch erlitten,<br />
als man versuchte, ein eigenes „Wettreiten“ zu veranstalten.<br />
Die Idee und die Versuchung eines Veloziped-Rennens lag jedoch<br />
im Frühjahr und Sommer 1869 geradezu in der Luft. Im<br />
Juli des Jahres wandten sich die Veranstalter der großen preußischen<br />
Industrie- und Landwirtschaftsausstellung im folgenden<br />
Herbst in Altona an den Vorstand des Vereins. In der<br />
Club-Versammlung am 30. Juli 1869 wurde das Schreiben der<br />
„schleswig-holsteinischen Landes-Industrie-Ausstellung“ verlesen,<br />
die zu einem „in Aussicht genommenen Velocipedenrennen<br />
animiert“. 31 „Nach eingehender Discussion wurde beschlossen,<br />
daß der Club bedingungsweise an diesem Rennen<br />
sich betheiligen werde.“ Der Club wagte es damit abermals,<br />
ein Wettfahren als Veranstalter auszurichten und wollte mit<br />
einer möglichst großen Zahl an Mitgliedern an den Start gehen.<br />
Die Velozipedisten sahen sich im Übrigen in illustrer Gesellschaft,<br />
denn um die Schau „recht interessant zu machen<br />
und einen zahlreichen Besuch zu gewinnen, wurde ein Pferde-,<br />
Elephanten- und zuletzt ein Velocipeden-Rennen veranstaltet“.<br />
32 Die Frage ist durchaus berechtigt, was mehr Aufsehen<br />
erregte: das Elefanten- oder das Veloziped-Rennen.<br />
Vermutlich war es Letzteres, denn ein solches hatten Altona<br />
und Hamburg noch nicht gesehen.<br />
Die norddeutschen und Hamburger Velozipeden-Produzenten<br />
sahen jedenfalls die Ausstellung und das Rennen als willkommene<br />
Gelegenheit, um ihre neuartigen Gefährte zu präsentieren.<br />
33 „Die Velocipeden“, notierten die Altonaer Nachrichten,<br />
„diese Nebenbuhler des Rosses, welche in großer Anzahl in<br />
der Ausstellung erschienen, sind auch von französischen<br />
Fabrikanten geliefert, ob besser als die deutschen, möge dahingestellt<br />
bleiben.“ 34 Verschiedene Hamburger und norddeutsche<br />
Velozipeden-Hersteller stellten ihre Produkte auf<br />
der Altonaer Ausstellung vor. C. E. Samuelson aus Hamburg<br />
war mit seiner „Vélocipède eigenen Systems“ vertreten; Tewes<br />
& Co. („Kaufleute und Fabrikanten aus Hamburg“) stellten ein<br />
„dreiräderigeres Vélocipède“ aus, das „in ein zweiräderigeres<br />
zu verwandeln“ sei, zudem ein „Eis-Vélocipède und andere“.<br />
Das Eis-Veloziped verfügte über eiserne Zacken an den Reifen,<br />
um auf vereistem Untergrund sicheren Halt zu garantieren<br />
und sollte das Velozipeden-Reiten im nahenden Winter ermöglichen.<br />
Harro Feddersen war ebenfalls mit Velozipeden<br />
vertreten, sicherlich aus der Produktion von Schlüter. H. C.<br />
Hempel, Schmiedemeister aus Altona bewarb sein „vierrädereriges<br />
Vélocipède für 3 Personen“, über das leider keine näheren<br />
Informationen vorliegen. Schließlich hatte sich auch<br />
Heinrich Büssing, „Vélocipèdenfabrikant“ aus Braunschweig,<br />
mit zwei- und dreirädrigen Velozipeden nach Altona begeben.<br />
35 Die Velozipeden-Hersteller sahen die Altonaer Ausstellung<br />
als willkommene Gelegenheit, um für ihre Fahrzeuge zu<br />
werben und direkt vor Ort ein großstädtisches Publikum zu<br />
erreichen. Die gegenseitige Konkurrenz belebte zudem den<br />
zarten Velozipeden-Boom und führte zu technischen Verbesserungen<br />
innerhalb recht kurzer Zeit.<br />
Das Rennen während der Ausstellung sollte „die praktische<br />
Verwendbarkeit“ der Velozipede in der Öffentlichkeit demonstrieren<br />
und war damit ganz im Sinne der Hersteller. 36 Die beiden<br />
Veranstalter des Rennens, der Eimsbütteler und der St.<br />
Georger Velocipeden-Club, verfolgten das gleiche Ziel, zusätzlich<br />
zum erhofften Renommee für die beiden Hamburger Pioniervereine.<br />
Die Veranstalter bewarben im Vorfeld auch außerhalb<br />
Hamburgs das Rennen, „zu dem die Velocipedisten<br />
der verschiedenen Städte Deutschlands Einladungen erhalten<br />
haben“. Das hohe Prestige, der neuartige Charakter und nicht<br />
zuletzt die ausgelobten Geldpreise lockten schließlich Teilnehmer<br />
aus nah und fern, mit Meldungen aus Hamburg und<br />
Altona, Harburg, Lüneburg, Hadersleben, Berlin, Dresden,<br />
26
Stuttgart, und sogar Paris. Aus der<br />
fernen französischen Hauptstadt<br />
fand sich Joseph Brun ein,<br />
über den nur bekannt ist,<br />
dass er auf einem Michaux-Veloziped<br />
startete.<br />
Aus Berlin kam der<br />
Künstler Carl Begas<br />
nach Altona, um hier an<br />
den Start zu gehen – ihn<br />
hatte das Velozipeden-<br />
Fieber offensichtlich<br />
ebenfalls ergriffen. 37 Damit<br />
stand ein illustres Starterfeld<br />
bereit und ermöglichte ein fast<br />
schon „internationales“ Radrennen,<br />
das sowohl für die Veranstalter als<br />
auch die Kontrahenten absolutes Neuland<br />
darstellte.<br />
Am 10. September 1869 ab 15 Uhr war<br />
es dann endlich so weit und die mit<br />
Spannung erwarteten Rennen begannen.<br />
Drei Rennen waren angesetzt:<br />
1000, 750 und zuletzt<br />
1500 Meter. Da jeweils zwei<br />
„Abtheilungen“ nacheinander<br />
ins Rennen geschickt<br />
wurden, folgten<br />
drei „Entscheidungsrennen“<br />
zwischen den Erstplatzierten<br />
der drei Einzelrennen.<br />
Das hatte den<br />
erwünschten Effekt, das<br />
Rennen noch attraktiver zu<br />
gestalten und in die Länge zu<br />
ziehen. Das anwesende Publikum<br />
kam auf seine Kosten und beteiligte<br />
sich auf seine Art an dem bislang unbekannten<br />
Spektakel: „Eine dichtgedrängte<br />
Zuschauermenge folgte mit<br />
Spannung dem Verlauf des Rennens<br />
und begrüßte den Sieger jedesmal mit<br />
lautem Applaus“, konstatierten die Altonaer<br />
Nachrichten am Tag nach dem<br />
Rennen. 38<br />
Erinnerungsmedaille an die Ausstellung in Altona<br />
1869 mit Stadtansicht Altonas und der 1845 eröffneten<br />
Hafenbahn (oben) und einer Krähe, Kuh- und<br />
Pferdekopf und einem Veloziped (unten).<br />
Das erste Rennen gewann Otto Eckhardt<br />
aus Eimsbüttel, ein Mitglied<br />
des Clubs, auf einem Veloziped<br />
von Beinhauer aus<br />
Hamburg. Das zweite Rennen<br />
konnte Tornquist für<br />
sich entscheiden, ebenfalls<br />
ein Eimsbütteler<br />
und Sohn des Eimsbütteler<br />
Großgrundbesitzers<br />
Alexander Bentalon<br />
Tornquist (1813-1889). 39<br />
Tornquist junior sprang<br />
kurzfristig als Ersatz für einen<br />
anderen Fahrer ein und konnte<br />
dennoch fast den kompletten Vorstand<br />
seines Clubs (Gülich, Gelübcke<br />
und Wilhelm Schlüter), der ebenfalls<br />
im zweiten Rennen angetreten war, auf<br />
die hinteren Plätze verweisen. Das<br />
dritte Rennen, eine „Freie Concurrenz“,<br />
gewann schließlich Wenschenk<br />
aus Ribnitz vor Langer aus Berlin.<br />
Zwischen den Pausen erfolgte<br />
„Kürreiten“, bei dem<br />
Velozipedisten über hölzerne<br />
Rampen fuhren<br />
und dies mit „Gewandtheit<br />
und Eleganz“ lösten.<br />
Einige kamen aber auch<br />
zu Fall, was das Publikum<br />
mit schadenfrohem Gelächter<br />
quittierte. 40<br />
Die Rennen hatten ein großes<br />
Publikum angelockt und<br />
viel Werbung für das Velozipeden-Reiten<br />
gemacht. Doch nicht alle<br />
waren mit dem Verlauf zufrieden. Zwei<br />
Tage nach dem Rennen veröffentliche<br />
der Mitveranstalter C. E. Samuelson in<br />
der Presse eine „Rechtfertigung“ und<br />
zeigte sich tief enttäuscht vom Verlauf<br />
und insbesondere von den Bedingungen<br />
des Rennens. 41 Es sei das Ziel gewesen,<br />
einen neuen Sport zu präsen-<br />
27
Lage des „Eimsbütteler<br />
Vereins-Locals“ von Claus<br />
Sottorf, in dem sich der<br />
Eimsbütteler Velocipeden-Club<br />
im April 1869<br />
gründete und<br />
anschließend regelmäßig<br />
versammelte.<br />
28
„Plan von Hamburg,<br />
Altona und Umgegend“<br />
aus dem Verlag von<br />
B. S. Berendsohn von 1864.<br />
29
tieren, „der sich würdig anderen Arten des Sport als Wettrudern<br />
sc. zur Seite stellen könne“. Dafür sei jedoch ein „gutes<br />
Terrain“ unbedingt vonnöten und auch verlangt worden, was<br />
aber nicht verwirklicht worden sei, obwohl er ausdrücklich<br />
das Walzen des Parcours gefordert habe. Die Folge war, dass<br />
„das Publicum [...] eine Anzahl Velocipeden-Reiter unter Keuchen<br />
um die Bahn kriechen sehen“ sah, „während es beabsichtigt<br />
war, demselben zu zeigen, welche Gewandtheit und<br />
Schnelligkeit man auf der Velocipede entwickeln kann. Daß<br />
das Rennen überhaupt stattfand, geschah nur um des Friedens<br />
willen.“ Samuelson sprach im Nahmen der „Unternehmer“,<br />
die sich eine bessere Werbung für ihre Maschinen gewünscht<br />
und weniger Gaudi, dafür mehr Sport bevorzugt<br />
hätten.<br />
Waren die Hersteller wenig zufrieden mit den Rennen, so<br />
konnte der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club sehr glücklich<br />
sein, hatten doch seine Mitglieder zwei der drei Rennen für<br />
sich und damit auch für den Club entscheiden können. Die<br />
Preisgelder von umgerechnet 360 Mark flossen in die Clubkasse,<br />
„während die glücklichen Sieger ein kleines Geschenk<br />
als Andenken an den grossen Tag erhielten“. 42 Am Abend des<br />
Renntages wurde ein „großes Siegesfest“ im Clublokal von<br />
Sottorf in Eimsbüttel gefeiert. „Die Sieger wurden mit Lorbeeren<br />
geschmückt, allerlei gute Reden würzten das treffliche<br />
Festmahl, und damit auch die Damen zu ihrem Recht kamen,<br />
schloss ein grosser Ball den denkwürdigen Tag.“<br />
Die „günstigen Ergebnisse der Rennen und ihr klingender Erfolg“<br />
bewegten die Eimsbütteler Velozipedisten dazu, ihr Clublokal<br />
mit einer repräsentativen Trophäe zu schmücken und<br />
ein „grosses Bild“ anfertigen zu lassen. Da die Fotografie noch<br />
in den Kinderschuhen steckte und reichlich kostspielig war,<br />
gestaltete sich das Unterfangen aber schwierig. „So ging man<br />
denn nach Hamburg zu einem Photographen. Das erste Bild<br />
misslang völlig. Um dasselbe recht würdig auszustatten, wurde<br />
im Bazar für 3 Sonntage ein Atelier gemietet, dasselbe<br />
prachtvoll dekoriert, und dann erfolgte in drei Abteilungen die<br />
Aufnahme.“ Weder der beauftragte Fotograf A. Siegmund noch<br />
einer seiner Kollegen in Hamburg konnte ein so großes Bild,<br />
bestehend aus drei Teilen, anfertigen, weshalb die Platten<br />
nach Wien geschickt werden mussten, um dort zusammengesetzt<br />
zu werden. „Selbstverständlich wurde dadurch die Aufnahme<br />
sehr verteuert.“ 43 Insgesamt beliefen sich die Kosten<br />
für die aufwändige Fotografie auf damals immense 360 Mark,<br />
womit der Club die Siegesprämien wieder ausgegeben hatte<br />
und aufgrund anderweitiger Ausgaben auf einmal verschuldet<br />
war. Der Höhenflug des sportlichen Erfolgs führte direkt zum<br />
Übermut, glaubten die Mitglieder des Clubs doch, dass die<br />
weitere Entwicklung des Velozipeds für sie auch weiterhin<br />
günstig sein werde. Doch der kurze Sommer des Velozipeds<br />
blieb in Altona 1869 letztlich nur eine Momentaufnahme.<br />
Die Velozipeden-Reiter wollten nicht nur bei Rennen die Leistungsfähigkeit<br />
der pferdelosen „Rosse“, demonstrieren, sondern<br />
auch den Alltag erobern. Dies geschah allerdings nicht<br />
ohne Widerstände und gelegentliche Missgeschicke. Ein unbekannter<br />
Altonaer Velozipedist hatte beispielsweise im Juni<br />
1869 in der Mörkenstraße „das Unglück mit seinem improvisierten<br />
Pferde zu stürzen“, was prompt hämische Reaktionen<br />
provozierte. Nachdem sich der Gestürzte wieder aufgerichtet<br />
hatte, musste er „sein eisernes Rößlein“ nach Hause („in den<br />
Stall“) schieben, „um vor seinen jubelnden Begleitern Ruhe<br />
zu finden“. Das Unglück geschah „zur Belustigung der ihn begleitenden<br />
Jugend“, was die Schmach des Velozipedisten sicherlich<br />
noch um einiges erhöhte. 44 Die Velozipeden-Reiter<br />
mochten sich selbst als Avantgarde und ihrer Zeit voraus sehen,<br />
für weite Teil der städtischen und erst Recht der ländlichen<br />
Bevölkerung waren sie jedoch weltfremde „Spinner“, die<br />
sich in aller Öffentlichkeit lächerlich machten. Weil die Radfahrer<br />
im Jahr 1869 eine so kleine Schar bildeten, gerieten sie<br />
zur auffälligen Zielscheibe im städtischen Alltag, nicht nur,<br />
aber insbesondere für die Jugend.<br />
Die Velozipedisten hatten noch andere, weit mächtigere Widersacher.<br />
Die Altonaer Polizei beobachtete die neuen Verkehrsteilnehmer<br />
sehr genau und reagierte im Sommer 1869<br />
auf die neuen Fortbewegungsmittel. Das Königliche Polizei-<br />
Amt Altona verbot am 2. Juli 1869 das Fahren mit Velozipeden<br />
auf der Chaussee nach Blankenesse (heute Elbchaussee), die<br />
vom privaten Blankeneser Wegeverein unterhalten wurde. Die<br />
Chaussee werde von Velozipeden-Reitern „seit einiger Zeit so<br />
stark befahren“, dass diese „nicht ungestört, ja selbst auch<br />
nicht ungefährdet begangen werde könne“. 45 Bei diesem Verbot<br />
blieb es allerdings nicht, denn kurze Zeit später untersagte<br />
die Altonaer Polizei das „Fahren mit den unter dem Namen<br />
Velocipeden und Draisinen bekannten Maschinen“ auf allen<br />
„Trottoirs der Straßen“, auf den Alleen und den Bereichen für<br />
Fußgänger in der Palmaille und Teilen der Marktstraße. 46 Bei<br />
Nichtbefolgen drohte die Polizei mit Geldstrafen in Höhe von<br />
einem bis drei Talern und bei Wiederholungstätern auch mit<br />
der „Confiscation der Fuhrwerke“. Das polizeiliche Verbot vom<br />
13. Juli 1869 dokumentiert, dass die Velozipede in Altona im<br />
Laufe jenes Sommers immer häufiger in der Altonaer Öffent-<br />
30
lichkeit auftraten und dass sich ein Teil der Bevölkerung davon<br />
gestört fühlte. Dies betraf zum einen Fußgänger, die bislang<br />
die Bürgersteige für sich alleine hatten, aber wohl auch<br />
Droschkenfahrer, deren Pferde regelmäßig vor den pferdelosen<br />
Velozipeden-Reitern scheuten und danach beruhigt werden<br />
mussten. Das polizeiliche Verbot brandmarkte die Velozipeden<br />
und ihre vermögenden Besitzer als potentielle<br />
Störung der öffentlichen Ordnung. So sehr sich die Velozipedisten<br />
mit ihren neuartigen Gefährten von der Masse absetzten<br />
und „sozialen Distinktionsgewinn“ erlangten, so mussten<br />
sich doch die Gegner durch die polizeiliche Maßnahme bestärkt<br />
fühlen. Nicht nur Hohn und Spott prasselten – wie erwähnt<br />
– auf die Velozipedisten ein, teilweise sahen sie sich<br />
auch mit roher Gewalt konfrontiert. Harro Feddersen erinnerte<br />
sich ein Vierteljahrhundert später an die seinerzeit massive<br />
öffentliche Anfeindung der Velozipen-Reiter: „Nicht am ungefährlichsten<br />
war den kühnen Reitern die unbändige Lust der<br />
lieben Strassenjugend, diese neumodischen Rosse und Reiter<br />
mit Steinen, Knütteln oder gar noch unangenehmeren<br />
Schiessmaterial zu begrüssen, in den Dörfern die Hunde auf<br />
sie zu hetzen, u. s. w. und so dem unsicheren Reiter manchen<br />
Tropfen Angstschweiss auzupressen.“ 47 Teile der städtischen<br />
und der Landbevölkerung einte ihre Ablehnung der Velozipeden.<br />
Auf dem Land kam noch die Missgunst gegenüber „den<br />
Städtern“ hinzu, die auch manch heutiger urbaner Radfahrer<br />
auf Ausflügen in die Provinz mittels riskanter Überholmanöver<br />
der motorisierten Landjugend zu spüren bekommt. Allerdings<br />
hegten nicht alle Hamburgerinnen und Hamburger einen<br />
Groll gegenüber den Velozipeden-Reiter und einige übten sich<br />
im modischen Laissez-faire. Der französische Begriff vélocipède<br />
erlangte 1869 eine gewisse Verbreitung, sagte aber bei weitem<br />
nicht allen etwas. Das Fremdwort provozierte manch<br />
Wortspiel, wie einem späteren Zeitungsartikel zu entnehmen<br />
ist: „der Hamburger kam darüber hinweg, er sprach ‚Wi lot se<br />
pedden‘ (= wir lassen sie treten)“. 48<br />
Einige Velozipedisten begegneten dem schüchternen Boom<br />
wie auch der Ablehnung des Fahrrads ebenfalls mit Humor.<br />
1869 tummelten sich noch „wirkliche Originale unter den<br />
Sportjüngern“, wie Gregers Nissen sich zurückblickend erinnerte.<br />
49<br />
Einer dieser frühen Fahrradenthusiasten hieß Jakob Moses<br />
mit Vornamen und stammte vermutlich aus der bekannten<br />
jüdischen Bankiers- und Kaufmannsfamilie Warburg. Der<br />
Nachname der in Altona und Hamburg ansässigen Familie<br />
wird in zeitgenössischen Publikationen nicht ausgeschrieben<br />
und lediglich mit "W" abgekürzt, vermutlich um die Familie zu<br />
schützen. 50 Jakob Moses Warburg erklomm jedenfalls 1869, im<br />
nicht mehr ganz jungen Alter von 56 Jahren, das Veloziped: „Er<br />
war ganz begeistert für das Radreiten. In der Palmaille, an einem<br />
Baum, hatte er seinen Start, ein Schups und dann, wenn<br />
nicht gerade die Jungens ihm am grünen Frackzipfel festhielten,<br />
segelte der Alte vergnügt die Palmaille hinunter. Kein Fußweg<br />
war vor ihm sicher; ja, abends machte er sich das Vergnügen,<br />
im Englischen Garten plötzlich zu erscheinen, um<br />
zwischen den Tanzpaaren herumzugondeln, bis man ihn hinauskomplimentierte.“<br />
Wenig verwunderlich, stieß Warburg<br />
mit seiner humorvoll-impertinenten Art bei manchen auf wenig<br />
Gegenliebe, insbesondere bei der städtischen Polizei. Da<br />
er sich nicht um die Fahrverbote auf den Trottoirs kümmerte,<br />
„hagelte“ es Strafmandate, die ihn aufgrund seines Reichtums<br />
nicht weiter kümmerten. Lediglich den bürokratischen Aufwand<br />
für das jeweilige Begleichen seiner Strafzettel störte ihn<br />
und so schlug er dem Altonaer Polizeichef vor, ihm ein „Kontobuch“<br />
auszustellen, um damit das Prozedere zu vereinfachen<br />
und zu beschleunigen. Eines Tages wurde sein Veloziped<br />
gar konfisziert, was ihn zu folgender aufmüpfiger Aussage gegenüber<br />
der Polizei verleitete: „Und wenn Sie mir es nicht herausrücken,<br />
dann gehe ich zu dem Aas von Feddersen und<br />
kaufe mir ein neues.“ Er bekam es letztlich wieder und setzte<br />
sein „Unwesen“ fort. Zu Feddersen pflegte Jakob Moses<br />
Warburg im Übrigen trotz der überlieferten, harschen Wortwahl<br />
ein inniges Verhältnis. Dem Club wollte er einen Teil seiner<br />
Erbschaft überlassen, unter der Bedingung, dass alle Mitglieder<br />
bei seinem Begräbnis auf ihren Velozipeden folgten –<br />
„ohne umzufallen“. Anfang der 1880er Jahre trat er von der<br />
mündlichen Verabredung aber zurück, da die Hochräder im<br />
Vergleich zu den unhandlichen Velozipeden seiner Meinung<br />
zu einfach zu fahren und zu beherrschen seien. Er beauftragte<br />
Feddersen in einem weiteren, delikaten Detail seines Begräbnisses:<br />
der Inschrift. Feddersen sollte dafür sorgen, dass der<br />
Grabstein folgende Zeilen trägt: „Wanderer, stehe still und weine,<br />
Hier ruhen meine Gebeine, Ich wollt, es wären Deine!“ Aus<br />
verständlichen Gründen konnte Feddersen diesen letzten<br />
Wunsch gegenüber der Familie nicht durchsetzen; die versprochene<br />
goldene Schnupftabakdose durfte er aber dennoch<br />
behalten. Jakob Moses Warburg starb 1885 und wurde<br />
auf dem jüdischen Friedhof Ottensen beigesetzt.<br />
Doch zurück in die Jahre 1869/70. Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club<br />
hatte im Herbst 1869 einen triumphalen Sieg<br />
errungen und im Übermut die dreiteilige Fotografie anfertigen<br />
31
lassen. Doch alsbald verschlechterte sich das Wetter und es<br />
wurde Winter, was selbst die überzeugtesten Veloziped-Reiter<br />
in den warmen Stuben verharren ließ. Hatte das Veloziped einen<br />
leichten Boom erlebt, so war der Reiz des Neuen für nicht<br />
wenige wieder verflogen und manch Besitzer verkaufte sein<br />
Veloziped im Winter, wovon einige Verkaufsanzeigen zeugen. 51<br />
Doch mit dem nächsten Frühling ließen sich die Eimsbütteler<br />
Velozipedisten wieder vermehrt auf den Straßen Altonas und<br />
Hamburgs blicken und drehten dort ihre Runden. Laut Hans<br />
Erhard Lessing sei das Veloziped-Fahren 1870 wieder eingeschlafen,<br />
was für einige Orte sicherlich zutreffen mag. 52 Nicht<br />
aber für Altona und Hamburg, denn die Clubmitglieder hielten<br />
auch 1870 unbeirrt an ihrem neuen Hobby fest und unternahmen<br />
manchen Versuch, dafür in der Öffentlichkeit zu werben.<br />
Im Frühjahr 1870 führten Mitglieder das Fahren auf Velozipeden<br />
dem in der Stadt weilenden Prinzen Adalbert von Preußen<br />
(1811-1873), Admiral der deutschen Flotte, vor. 53 „Die stille<br />
Hoffnung einzelner Mitglieder“, wie die <strong>ABC</strong>-Chronik feststellte,<br />
„dass dieser Besuch einen vorteilhaften Einfluss auf die bessern<br />
Gesellschaftskreise ausüben und das bestehende Vorurteil<br />
mindern würde, ging nicht in Erfüllung.“ 54 Dass der leichte<br />
Velozipeden-Boom zumindest an der Alster nicht zum<br />
Erliegen kam, darauf weist auch der leichte Zuwachs der Mitgliederzahl<br />
von 22 im Gründungsjahr auf 25 Mitglieder im Jahr<br />
1870 hin. 55 Aber nicht nur die Club-Mitglieder hielten dem<br />
noch unausgereiften Fahrrad die Treue, auch einige Gasthöfe<br />
richteten sich darauf ein und eröffneten eigens eine „Velociped-Bahn“,<br />
auf der die Reiter ungestört ihre Runden drehen<br />
konnten. 56<br />
Am 19. Juli 1870 begann dann etwas, das für die deutsche Geschichte<br />
einschneidend werden sollte und auch für den Eimsbütteler<br />
Velocipeden-Reit-Club „eine Zäsur“ darstellte. 57 Der<br />
Deutsch-Französische Krieg bündelte unvermittelt alle Aufmerksamkeit<br />
der patriotisch gesinnten bürgerlichen Kreise<br />
und erfasste damit auch die Velozipedisten. „Während des<br />
Krieges waren die jüngeren Mitglieder im Felde, und die älteren<br />
hielten sich still, weil es in dieser ernsten Zeit als ein Verstoss<br />
gegen die gute Sitte betrachtet wurde, sich diesem Vergnügen<br />
zu widmen.“ 58 Unter diesen Umständen waren<br />
„Lusttouren“ nicht mehr opportun und die Velozipeden-Reiter<br />
ließen sich deutlich weniger in der Öffentlichkeit sehen.<br />
Doch selbst in jener Zeit wandten sich einige Mitglieder nicht<br />
komplett vom Veloziped ab. Dies traf vor allem auf Harro Feddersen<br />
zu, der als Mitbegründer den Club nicht sterben lassen<br />
wollte, der als Fahrradhändler aber auch ein ganz direktes<br />
Motiv hatte, weiterhin für das Veloziped zu werben.<br />
Feddersen hatte dabei ungewöhnliche Ideen und sträubte<br />
sich nicht, selbst in der Kriegszeit als Velozipedist aufzufallen.<br />
Feddersen besaß als Kaufmann ein feines Gespür für Marketing,<br />
ein Wort, das damals noch nicht existierte – man sprach<br />
von „Reklame“ und später „Propaganda“. Dies verband sich<br />
vortrefflich mit Feddersens Hang zu öffentlichkeitswirksamen<br />
Auftritten. Im Winter 1870/71 befuhr er beispielsweise die vereiste<br />
Elbe, worüber er 20 Jahre später berichtete. Damals benutze<br />
er ein „Velociped mit zwei Holzrädern, die ich mit eisernen<br />
Zacken versehen hatte. Ich kam aber damals nicht weit.<br />
Mit den Worten ‚Bahngeld, meine Herren!‘ warf mir ein sog.<br />
Bahnfeger seinen Besen vors Rad und ich kam schädlich zu<br />
Fall, daß ich völlig von dem Vergnügen genug hatte.“ 59<br />
Der Deutsch-Französische Krieg endete 1871 mit dem deutschen<br />
Sieg und ermöglichte die Gründung des Deutschen Reiches,<br />
des Kaiserreiches unter dem in Versailles gekrönten<br />
Oberhaupt Wilhelm I. Damit hatte die jahrhundertelange<br />
„Kleinstaaterei“ ein Ende und Deutschland verfügte fortan<br />
über ein zusammenhängendes Staatsterritorium. So sehr der<br />
Krieg Deutschland „einigte“, so sehr stellten seine Folgen eine<br />
Zerreißprobe für den Club dar. Einige Mitglieder wie August<br />
Schlüter, Sieger des Schleswiger Rennens 1869, erlitten schwere<br />
Verwundungen und konnten schon deshalb nicht mehr mit<br />
dem Veloziped fahren. Für August Schlüter bedeutete der<br />
Krieg gleichwohl eine nationale Pflicht, so hieß er in Pinneberg<br />
nur „teutscher August“, um seinen besonders stark ausgeprägten<br />
Patriotismus zu betonen und vielleicht auch ein<br />
wenig zu ironisieren. 60 Die Schlütersche Maschinenfabrik hatte<br />
während der Kriegszeit infolge Arbeitskräftemangels ihre Produktion<br />
einstellen müssen, weshalb die Schlüter-Brüder – bis<br />
auf den in Altona lebenden Ernst – schlagartig ihr Interesse<br />
am Veloziped verloren.<br />
Der Zuspruch für den Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club<br />
ebbte nach 1871 spürbar ab. Hatte der Verein in jenem Jahr<br />
noch 12 Mitglieder, so waren es 1872 noch acht und 1873/74<br />
nur jeweils sieben. 1875 übernahm Harro Feddersen den Vorsitz<br />
von Wilhelm Gelübcke, der in die Vereinigten Staaten von<br />
Amerika auswanderte, und konnte vermutlich aufgrund seines<br />
persönliches Elans und Charismas prompt einen Mitgliederzuwachs<br />
auf 10 Personen verbuchen. 61 Harro Feddersen wirkte<br />
in jenen Jahren als „Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer<br />
in einer Person“; viele Jahre später erinnerte er sich mit humorvollen<br />
Zeilen an den Leerlauf der 1870er Jahre. So hatte<br />
er „eigentlich einen ganz bequemen Posten“, trotz mehrfacher<br />
32
Funktionen im Club. „Zu schreiben<br />
gab es nichts, weil eben<br />
nichts passierte, und Beiträge<br />
wurden nicht eingefordert aus<br />
Furcht, dass der letzte Rest von<br />
Mitgliedern sich sonst auch<br />
noch verflüchtigen könnte.“ 62<br />
Mitte der 1870er Jahre lösten<br />
sich sowohl „Quickrun“ als<br />
auch der „Uhlenhorster Club“<br />
auf, wobei über Letzteren nahezu<br />
nichts bekannt ist. Auch<br />
davon ließen sich die Fahrrad-<br />
Enthusiasten um Harro Feddersen<br />
nicht beeindrucken, vielleicht<br />
bestärkte sie der<br />
allgemeine Niedergang des Velozipeds<br />
sogar darin, weiter daran<br />
festzuhalten. Dass sich unter<br />
diesen Vorzeichen die<br />
Freude in Grenzen hielt, machte<br />
Feddersen ebenfalls klar.<br />
„Wir Altonaer hielten uns mit<br />
einem kleinen Häuflein von 6-<br />
8 Mann krampfhaft zusammen<br />
und ritten, wie man dazumal<br />
sagte, des Sommers wacker<br />
drauf los, eigentlich weniger für<br />
Karikatur des Velozipeden-Booms und ihrer Reiter<br />
aus der illustrierten Zeitschrift „Über Land und Meer“ 1869.<br />
Gott und Plaisir, als zum Verdruss<br />
anderer Leute.“ 63 Die Existenz<br />
des Clubs war in dieser Situation alles andere als gesichert<br />
und die weiterhin vorhandene polizeiliche Ablehnung ins Leben gerufen wurden, wie 1876 der Velociped-Club Berncherlich<br />
aufmerksam, dass an anderen Orten neue Vereine<br />
der Velozipeden-Reiter kam noch hinzu. Um sich angesichts burg und 1878 der Velociped-Club Köln. 66 Das so unvollkommene<br />
Veloziped wurde in jenen Jahren zudem technisch wei-<br />
der vehementen Widerstände mit Gleichgesinnten auszutauschen<br />
und zu unterstützen, nahm der Club im November 1873 terentwickelt und sollte bald dem Fahrrad und Radfahren<br />
einen Briefwechsel mit dem Münchener Velociped-Club auf, neuen Schwung verleihen, auch in Altona und Hamburg.<br />
aus dem sich „ein freundschafliches Verhältnis der beiden<br />
Clubs“ entwickelte. 64<br />
Feddersen und Konsorten ließen sich jedenfalls trotz aller<br />
Missstände nicht beirren und glaubten auch weiterhin an eine<br />
Zukunft des Fahrrads, auch wenn ihnen die technischen Mängel<br />
des Velozipeds, des „Knochenschüttlers“, nur allzu bewusst<br />
waren. Harro Feddersen erinnerte sich später amüsiert bis erschaudert<br />
„der gummilosen, schrecklichen Zeit“ der 1870er<br />
Jahre. 65 Doch die Pioniere hielten durch und registrierten si-<br />
33
208
Altonaer Bicycle-Club<br />
von ( from) 1869/80<br />
On 17th April 1869 one of the first German cycling clubs was<br />
founded. 20 men gathered in premises outside the town of<br />
Hamburg in Northern Germany to initiate the Eimsbütteler<br />
Velocipeden-Reit-Club. Coming from both Hamburg and Altona,<br />
a town situated just west of the bigger Free and Hanseatic<br />
City of Hamburg with its 225,000 inhabitants, the founding<br />
members struggled to find a name for the club. In a<br />
compromise they chose to reflect their mutual link to rural<br />
Eimsbüttel, where the club’s pub and social venue was located.<br />
Commercial interests of its members played a crucial role<br />
in the establishment of the club. Wilhelm Schlüter and two<br />
of his brothers started to manufacture velocipedes in Pinne-<br />
The board of the Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 around 1890. In the center: Harro Feddersen, one the founder of the club in 1869.<br />
In the back, right: Gregers Nissen.<br />
209
erg in the northwest of Hamburg in late 1868. They cooperated<br />
with Harro Feddersen, a hardware dealer running a<br />
shop in the busy street Palmaille in Altona, who sold the<br />
Schlüter velocipedes from March 1869.<br />
After a first and naive attempt to hold a velocipede race in<br />
May 1869 in Pinneberg the club was asked by the organisers<br />
of a major industrial exhibition in September to stage a velocipede<br />
race again. Working with the St. Georg Velocipeden-<br />
Club from Hamburg the club attracted much interest in the<br />
race and in velocipeds in general. However, the short boom<br />
of summer 1869 soon came to an end, and the Eimsbütteler<br />
Velocipeden-Club managed no more than to stay merely alive<br />
during the 1870s.<br />
In 1880 the club was revived by Harro Feddersen and benefited<br />
from the importing of English steel bicycles (Penny Farthings)<br />
that were dubbed as Bicycles in German, too, given<br />
the dominance of English production. The club renamed itself<br />
as a Velocipeden-Club in 1880 and, in the following year,<br />
as the Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 (<strong>ABC</strong>). The club now<br />
expanded its activities, focusing on individual and group trick<br />
cycling and roundelay (Reigenfahren), hosting prestigious<br />
cycling festivals and social eventsand opening a velodrome<br />
(the Grindelbergbahn) in Hamburg in 1885. In 1889 the <strong>ABC</strong><br />
devised its new emblem of blue-white-red to demonstrate<br />
its bond with Schleswig-Holstein, Germany’s most northern<br />
province.<br />
In 1890 the 23-year old teacher Gregers Nissen moved to Altona<br />
and was became almost immediately the club’s chairman.<br />
Nissen became popular across the country for his promotion<br />
of bicycle touring and tourism, including some major<br />
events such as the ‘homage tour’ of 1200 cyclists honouring<br />
Bismarck, the Iron Chancellor, in 1892. In the early 1890s the<br />
<strong>ABC</strong> began to label itself as the “oldest bicycle club in the<br />
world“ (aeltester Bicycle-Club der Welt) and built strong pride<br />
in its long tradition. The <strong>ABC</strong> played a major role in the highly<br />
controversial debate regarding gentlemens’ sport (Herrenfahrertum)<br />
versus professionalism (Berufsfahrertum), strongly<br />
supporting amateurism. In 1893 the <strong>ABC</strong> left the association<br />
running the Hamburg velodrome, and in 1895 the club<br />
even quit the national cyclists’ union (Deutscher Radfahrer-<br />
Bund) because it could not accept the union’s neutral position<br />
concerning amateurism. The club members withdrew<br />
from the highly popular activities of cyclesport around 1900<br />
and toured the surroundings of Altona and Hamburg instead.<br />
In the years before the First World War the <strong>ABC</strong> started to play<br />
cycle ball and cycle polo. During the war the club’s activities<br />
were frozen as many members fought in the Great War.<br />
After the war a young generation renewed the <strong>ABC</strong> and started<br />
to race again on the roads and on tracks. In 1925 the club<br />
invented a team race in memory of its founding member Harro<br />
Feddersen who had died in late 1917. In 1925 the club revised<br />
it statues and explicitly expelled “non-aryan“ people,<br />
Jews in particular, from membership. Ignoring essential values<br />
in sport, the <strong>ABC</strong> augured the following Third Reich in<br />
its own microcosm. In the Nazi period the club adopted the<br />
Führer principles and concentrated on the touring and cycle<br />
ball activities that were promoted by the Nazis due to the<br />
German dominance in sport. The Gestapo requested that the<br />
club’s officials should change the name of the club in 1941<br />
because they disliked the English word „bicycle“. 1942 saw the<br />
death of Gregers Nissen, who had been very much “the face“<br />
of the club and its most prominent member.<br />
After the Second World War the <strong>ABC</strong> resumed touring and cycle<br />
ball. In the 1960s Erhard Stüber and Gerd Oberwemmer<br />
played in the Bundesliga (invented in 1964) and were members<br />
of the best team in cycle ball in the world. In 1969 the<br />
<strong>ABC</strong> celebrated its 100th jubilee with an international tournament<br />
including the Czech brothers and cycle ball geniuses<br />
Jan and Jindřich Pospíšil.<br />
After the 1970s the <strong>ABC</strong> declined due to its focus on cycle ball,<br />
a sport that is very difficult to play and hard to learn. In the<br />
late 1970s the club still played in the Bundesliga but struggled<br />
in the following decade with only 16 members remaining<br />
in 1986. Finally, in 1996 the <strong>ABC</strong> was discarded from the official<br />
register of sports associations and ceased to exist officially.<br />
Club cycle ballers continued to play in a gym in Eimsbüttel<br />
until late 2018, just around the corner from where the<br />
club was founded in 1869. In the meantime, however, history<br />
student Oliver Leibbrand wrote his masters’ thesis in 2007 on<br />
the story of the <strong>ABC</strong>. The question arose: ‘Why not re-establish<br />
the <strong>ABC</strong>?’ It took a few years to do so but in August 2013<br />
a little group of bicycle enthusiasts revived the club, believing<br />
that such an old institution should not simply disappear. Since<br />
then the <strong>ABC</strong> has developed as a cycling club and historical<br />
society, putting together exhibitions and collecting and<br />
preserving the material culture of old bicycles. The club will<br />
celebrate its 150th jubilee in April <strong>2019</strong> with a range of events<br />
and activities, including this current book. With its 70 members<br />
today, the new <strong>ABC</strong> is quite stable and we await to see<br />
what future years will bring.<br />
210
Index<br />
Begriffe in Bildunterschriften<br />
sind kursiv gesetzt.<br />
A<br />
Aachen 86<br />
<strong>ABC</strong> (Abkürzung) 56, 59<br />
Adalbert von Preußen 32<br />
Adel 8<br />
Adolf-Hitler-Platz 147<br />
Aeltester Bicycle-Club der Welt<br />
75, 77, 81 129<br />
Afrika 87<br />
Alkohol 39, 60, 71, 73, 75, 84<br />
All Heil 56, 58, 61, 126, 155, 157<br />
Allee (Max-Brauer-Allee) 101, 126<br />
Allgemeine Radfahrer-Union 40, 93, 107<br />
Alsenstraße 168<br />
Alstertal 86<br />
Alsterwoche 107<br />
Altengamme 126<br />
Altes Land 96<br />
Altonaer Bicycle Days 178, 184<br />
Altonaer-Blankeneser Woche 126, 126<br />
Altonaer Fußball-Club von 1893 107<br />
Altonaer Kinderhospital 60<br />
Altonaer Liedertafel 76<br />
Altonaer Museum 10, 92, 126, 170<br />
Altonaer Radfahrer-Verein von 1890 68<br />
Altonaer Rathaus 126<br />
Altonaer Schützenhof 38<br />
Altonaer Stadion 123, 130<br />
Altonaer Turnverein von 1845 9<br />
Altonaer Verkehrsamt 126<br />
Amateurismus 67, 129<br />
Anders, Christian 68<br />
Anfield Bicycle Club 64<br />
Antisemitismus 75, 123, 130<br />
Arbeiter 18, 67, 73, 87, 134<br />
Arbeiter-Radfahrer 67<br />
Arbeiter-Radfahrer-Bund „Solidarität“<br />
67, 134<br />
Arbeiter-Radfahrer-Verein von Hamburg<br />
und Umgebung<br />
Arend, Willy 41, 90, 97<br />
ARU (siehe Allgemeine Radfahrer-Union)<br />
Audax-Club Schleswig-Holstein 178<br />
August-Lütgens-Park 178<br />
Ausstellungen<br />
8, 14, 24, 26, 27, 150, 168, 178, 184<br />
Auswanderung 32, 115<br />
Autogerechte Stadt 160<br />
Automobile 59, 87, 126, 151, 155, 156, 160<br />
Autokorso 126<br />
B<br />
Bärer, Lars 178<br />
Ballotage 40<br />
Banner 52, 53, 54, 61, 67, 68, 77<br />
BDR (siehe Bund Deutscher Radfahrer)<br />
Berlin 15, 27, 36, 38, 39, 41, 44, 64, 71, 85,<br />
86, 100, 101, 150, 178, 184<br />
Berliner Fahrradschau 184<br />
Berliner- Radfahrer-Club Borussia<br />
von 1886 85<br />
Berliner Velociped-Club 38<br />
Berolina 100<br />
Begas, Carl 27<br />
Bertz, Eduard 87<br />
Betten-Holm 15<br />
Bicycle Club Germania Hannover 170<br />
Bicycles 36, 38, 151, 157, 187<br />
Bicycle Touring Club 22<br />
Bier 48, 84<br />
Bierbrauer 71<br />
Birmingham 36<br />
Bismarck 55, 66, 134<br />
Bille 168<br />
Blankenese<br />
14, 23, 30, 38, 61, 114, 126, 126, 154<br />
Blersch, Eugen 110, 147<br />
Böger, William 41, 55<br />
Böhkmann, Alfred 110, 114, 115, 154, 168<br />
Boizenburg 39<br />
Boneshaker 106<br />
Bordeaux-Paris 64<br />
Bourillon, Paul 41, 97<br />
Braunschweig 26<br />
Bredstedt 181<br />
Brennabor 68<br />
Brevets 174, 184<br />
Brun, Joseph 27<br />
Budzinski, Fredy 122, 126, 151, 156, 157<br />
Büchner, Bruno 97<br />
Bund Deutscher Radfahrer 69, 107, 107,<br />
109, 115, 119, 123, 126, 129, 138, 138, 145,<br />
145, 147, 156, 170<br />
Bundesfahrwart für das Wanderfahren<br />
69, 93<br />
Bundesstraße 164<br />
Bund Deutscher Radfahrer 69<br />
Bundestage (DRB, BDR)<br />
52, 60, 61, 67, 93, 93<br />
Bürgersteige 25, 30, 31<br />
Bürgertum 9, 38, 59, 175<br />
Büssing, Heinrich 26<br />
211
C<br />
Carstens, Karl 168<br />
China 70<br />
Choleraepidemie 73<br />
Clubmeisterschaft<br />
55, 114, 136, 138, 140, 149, 154<br />
Cognac 39, 184<br />
Commers 75, 81, 84, 194<br />
Courbe d'Outrelon, Gaston 41<br />
Coventry 36<br />
Curslacker Radfahrerverein 114, 126<br />
Cyclassics 174, 181<br />
Cyclisten-Club Hammonia 41, 60<br />
D<br />
Dänemark 138<br />
Daßler 68<br />
Deutsche Bicycle-Union 41, 42<br />
Deutsch-Französischer Krieg 15, 32, 67<br />
Deutsche Gesellschaft zur Rettung<br />
Schiffbrüchiger 73<br />
Deutscher Radfahrer-Bund: 41, 52, 60,<br />
65, 66, 67, 68, 69, 71, 81, 86, 90, 93, 96,<br />
101, 107, 109, 129<br />
Deutscher Radfahrer-Verband<br />
145, 147, 150<br />
Deutscher und deutschösterreichischer<br />
Velocipedisten-<br />
Bund 22, 41<br />
Deutscher Tourenclub Hamburg-<br />
Schleswig-Holstein 93<br />
Deutscher Velocipedisten-Bund 41<br />
Deutscher Wandertag (1933) 135, 138<br />
Dirt-Track-Bahn 130<br />
Drag 60<br />
DRB (Siehe Deutscher<br />
Radfahrer-Bund)<br />
Donnerspark 118<br />
Donner-Schloss 118<br />
Drais, Karl 8, 8, 75, 178<br />
Drais-Denkmal 55, 81<br />
Dreiräder 26, 40, 56, 66<br />
Dresden 26, 107, 108<br />
Drzewiecki, Theodor 155<br />
E<br />
Ebeling, August 55, 90, 92<br />
Eckernförde‘39, 56<br />
Eckhardt, Otto 27<br />
Eden-Theater 92<br />
Eggert, Franz 147<br />
Ehrenmitgliedschaft 22, 67, 68<br />
Eichner, Klaus 175<br />
Eidelstedt 68, 90<br />
Eifel-Rad 44<br />
Eimsbüttel 19, 20, 161<br />
Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club<br />
8, 15, 19, 20, 23, 25, 26, 28, 31, 32, 92<br />
Eimsbütteler Vereins-Local 20<br />
Einrad 36, 52<br />
Eisbahn 56<br />
Eisenbahn 14<br />
Eis-Vélocipède<br />
Elbchaussee 126, 149<br />
Elbe 25, 32, 122, 122, 126<br />
Elbe-Preis 149<br />
Elbschloss-Brauerei 93<br />
Elefanten 26<br />
Englischer Garten (Lokal) 31, 52, 73<br />
Erster Weltkrieg 100, 102<br />
ETV 164, 165<br />
Etz 22<br />
F<br />
Fahrradakrobatik 52, 92<br />
Fahrraddiebstahl 119<br />
Fahrradgeschäfte 44, 102<br />
Fahrradindustrie 87, 119<br />
Fahrradvereine 36, 40, 77, 150<br />
Fahrverbote 31, 118<br />
Faust, Dietrich 174, 175, 165<br />
Faust, Wolfgang 164, 165, 165, 168, 174<br />
Feddersen, Harro 15, 19, 22, 23, 23, 26,<br />
31, 32, 33, 36, 38, 39, 39, 40, 41, 45, 45,<br />
52, 52, 55, 56, 59, 60, 61, 64, 65, 75, 81,<br />
86, 90, 96, 102<br />
Feste 36, 38, 55, 59, 60, 61, 71, 72, 73, 75,<br />
80, 81, 84, 86, 93, 97, 101, 106, 110, 126,<br />
149, 160<br />
Fichtel & Sachs 110, 154<br />
Fischer, Josef 64<br />
Flackus, Wolfgang 164<br />
Flaig, Annemarie 160<br />
Flensburg 39, 101, 115<br />
Flora-Theater 61, 126<br />
Flotte 32<br />
Flugzeuge 87<br />
Fotografie 30, 59, 75, 97, 150<br />
Frankfurt am Main 40, 55<br />
Frankfurter Bicycle-Club 40<br />
Frankreich 25, 77<br />
Frauen 20, 30, 40, 55, 87, 122<br />
Freiwillige Radfahrer-Kompagnien 102<br />
Friedhof Norderreihe 102<br />
Friedrichsruh 68, 134<br />
Frontkurbel 14<br />
Fruchtallee 20<br />
Fußball 9, 97, 100, 107, 107, 134, 156<br />
G<br />
Gänsemarkt 14<br />
Gartenbauausstellung 101<br />
Gelübcke, Wilhelm 19, 27, 32<br />
Germania (Figur) 84<br />
Germania-Ruder-Club 9<br />
Gestapo 147, 148, 151<br />
Gjör, Chr. M. 45<br />
Glass, C. F. 56<br />
Glasscherbenplage 119<br />
Grindelbergbahn 45, 45, 46, 47, 48, 52,<br />
56, 82, 90, 92, 93, 97, 100<br />
Gronen, Wolfgang 9, 73, 170<br />
Groß-Hamburg-Gesetz 150<br />
Großbritannien 9, 15, 36, 81<br />
Große Freiheit 52, 73, 84, 149<br />
Großer Preis von Hamburg<br />
41, 42, 43, 90<br />
Groß-Lichterfelde 100, 101<br />
Gülich, W. O. A. 19, 27<br />
Gummireifen 36<br />
Gutschmidt, Willi 126<br />
212
H<br />
Haase, Hermann 39, 184<br />
Hadersleben 26, 64<br />
Hadersleben-Hamburg 64, 68, 90, 115<br />
Hafenbahn 27<br />
Hafenrundfahrt 178, 160<br />
Hakenkreuz 147<br />
Halle 86<br />
Hamburger Bicycle-Club von 1882<br />
36, 41, 44, 52, 55, 59, 60, 90, 101, 151<br />
Hamburger Radtouristen 107, 134<br />
Hamburger Ruder-Club 9<br />
Hamburger Senat 93, 138, 181<br />
Hamburger Turnerschaft (HT16) 9<br />
Hannover 25, 41<br />
Hansen, Peter 87<br />
Harburg 26, 101, 126<br />
Harro-Feddersen-Erinnerungsrennen<br />
114, 115, 118, 130, 149<br />
HausDrei 178, 184<br />
Heiligengeistfeld 56<br />
Hempel, H. C. 26<br />
Hensler, Fritz 45, 52, 84<br />
Hindenburg, Carl 41, 66<br />
Hitler, Adolf 145, 149<br />
Hochräder 10, 36, 39, 40, 44, 45, 56, 59,<br />
64, 66, 67, 90, 92<br />
Hoheluft 45, 107<br />
Hohenzollernring 156<br />
Holstenstraße 71, 84, 87, 154, 168<br />
Horst-Wessel-Lied 145<br />
Hotel Kaiserhof 84, 101<br />
HSV 126<br />
Huber, Anton 41<br />
Huldigungsfahrt (Bismarck) 55<br />
Hunde 31<br />
I<br />
Industrialisierung 14<br />
Industriemuseum Elmshorn 14<br />
Infanterieregiment Nr. 31 101<br />
Internationales Radsportarchiv<br />
Bad Münstereifel 170<br />
J<br />
Jahn, Friedrich Ludwig 9<br />
Japan 70<br />
Jubiläen (<strong>ABC</strong>) 75, 77, 81, 84, 85, 86, 106,<br />
118, 119, 126, 150, 154, 157, 160, 174, 184<br />
Jubiläums-Sportwoche 101<br />
Juden 31, 73, 75, 123, 134<br />
Jugendliche 30, 31, 55, 69,<br />
96, 97, 102, 123<br />
Jungfernstieg 90<br />
K<br />
Kamerun 87<br />
Karikatur 8, 33, 86, 87<br />
Karlsruhe 81<br />
Kartell deutscher Wanderfahrer 93<br />
Kast, Julius 90<br />
Kastmann, Richard 38, 45<br />
Kaufmann, Nicholas 97<br />
Kiel 14, 39, 68<br />
Kinder 20, 44, 97, 154<br />
Kistenmacher, Franz 90<br />
Kleidung 68, 73, 84<br />
Klopstock 126<br />
Knochenschüttler 157, 181, 187<br />
Koeping, Gustav „Guschi“<br />
110, 146, 147, 150<br />
Kolonialismus 76, 77, 87<br />
Kongresse 41, 55, 86<br />
Kopenhagen 9<br />
Korso 61, 68, 126<br />
Krickel, Georg 65<br />
Krogmann, Carl Vincent 138<br />
Kroll, Kurt 157, 160, 165<br />
Kronprinz 100<br />
Kristufek, Jan 160<br />
Krogmann, Carl Vincent 136<br />
Kunstradfahren 48, 52, 59, 60, 67, 71,<br />
123, 126<br />
L<br />
Land 31, 59<br />
Landesverband Hamburg 149, 150<br />
Langstreckenfahren 49, 56<br />
Laufmaschine 8, 8, 9, 75, 86<br />
Leck 69<br />
Lehr, August 41, 43, 75<br />
Leibbrand, Oliver 170, 174, 174, 175<br />
Leip, Hans 126<br />
Leipzig 67, 107<br />
Leonhart, Max 56<br />
Lessing, Hans-Erhard 8<br />
Liverpool 64<br />
Löwenbierbrauerei 48<br />
Lokstedt 130<br />
London 8<br />
Ludwigslust 178, 184<br />
Luftreifen 64<br />
Lunapark 100, 101<br />
Lüneburg 26<br />
Lüneburger Heide 149<br />
M<br />
Madler, Carl 55, 102<br />
Madler, Lizzie 55<br />
Männlichkeit 9, 40, 64<br />
Magdeburger Velociped-Club<br />
52, 55, 86, 126, 129<br />
Mannheim 14<br />
Maute, Manfred 160<br />
McAnney, Grant 97<br />
Meisterfahrer von Europa 67<br />
Messehallen 168<br />
Michaux, Ernest und Pierre 14<br />
Michaux-Velozipede 14, 25, 92<br />
Milch 115<br />
Militär 18, 38, 61, 101, 102, 151, 154, 190<br />
Mills, G. P. 64<br />
Milz, Walter 100, 102, 115, 140, 149, 154<br />
Milz, Witold 64, 192<br />
Mitgliederzahl (<strong>ABC</strong>)<br />
32, 55, 61, 71, 73, 86, 115, 129<br />
Mittelbach, Robert 65<br />
Moore, James 25<br />
Moorweide 147<br />
Mörkenstraße 30<br />
Motorisierung 90, 119, 126,<br />
213
151, 155, 156, 160<br />
Motorräder 87, 90, 87, 90<br />
Mudrik, Jan 160<br />
München 9, 14, 67<br />
Münchener Velociped-Club<br />
33, 41, 86, 126<br />
Musik 45, 69, 76, 84<br />
N<br />
Nationalismus 9, 26, 32, 66, 67, 86, 102<br />
Natur 96, 97, 122, 154<br />
Naucke, Emil 84, 87<br />
NDR 181<br />
Neuer Wall 118<br />
Neumann, Andreas<br />
164, 165, 165, 168, 174<br />
Neumünster 39<br />
Nissen, Fritz 106, 115, 122, 130, 147<br />
Nissen, Gert, 154, 181<br />
Nissen, Gregers 64, 64, 65, 66, 69, 71, 73,<br />
81, 84, 86, 90, 93, 96, 97, 100, 100, 102,<br />
106, 107, 110, 114, 115, 118, 119, 119, 122,<br />
122, 123, 126, 126, 129, 129, 130, 134, 135,<br />
136, 145, 145, 147, 147, 149, 150, 151, 154,<br />
155, 156, 157, 168, 170, 180, 181, 181, 187,<br />
193<br />
Nissen, Kurt<br />
106, 110, 114, 115, 122, 143, 147, 154<br />
Nissen, Werner 126, 127, 138, 154, 155,<br />
156, 157, 168, 170<br />
Norddeutscher Radfahrer-Bund 93, 96<br />
Norddeutscher Velocipedisten-Club 40<br />
Nordfriisk Instituut 181<br />
Nordfriesland 69, 181<br />
Nordlandfahrten 93, 96<br />
Nordmark-Prunksaalfest 110<br />
Nordmarkpreis 115<br />
Norwegen 93<br />
NS-Winterhilfswerk 149<br />
Nymphenburger Schloss 9<br />
Oberwemmer, Gerd 154, 155, 156, 157,<br />
160, 161, 162, 163, 164, 165, 166, 174, 187<br />
Ochsenzoll 71, 149<br />
Oldesloe 39<br />
Olympia-Schau 150<br />
Olympische Spiele 150<br />
Orthmann, Franz 147<br />
Osterloh, Hugo 115<br />
Ostpreußen 129, 138<br />
Ostsee 56<br />
Ott, Carl 64<br />
Ottensen 31, 52, 156<br />
P<br />
Palmaille 18, 19, 26, 30, 36 102, 118, 126<br />
Pantomime 38, 87<br />
Paris 8, 14<br />
Paris-Brest-Paris 64, 178<br />
Paris-Hamburg 178, 184<br />
Petersen, Carl 60<br />
Pferde 8, 14, 23, 27, 31, 84<br />
Pferderennen 25, 26, 48<br />
Pinneberg 14, 15, 18, 18, 22, 23, 25, 26,<br />
39, 106, 106, 115<br />
Pokale 93, 110, 170<br />
Polizei 30, 31, 33, 60, 147<br />
Pospíšil, Jan und Jindřich 161, 164,<br />
Post SV Hamburg 155, 156, 161<br />
Presse 8, 9, 14, 19, 22, 25, 126<br />
Profisport 67, 68<br />
Puls, Emil 123<br />
Q<br />
Quadrant Cycles/Tricycles 36, 39<br />
Quadrillen 36, 38<br />
Quenzer, Gerhard 155<br />
Quer durch Holstein 115<br />
Quickborn 149<br />
Quickrun 33<br />
R<br />
Raabe, Emil 68, 71<br />
Radball 97, 100, 101, 106, 107, 110,<br />
115, 123, 130, 134, 147, 149, 156<br />
161, 164, 165, 166<br />
Radpolo 96, 97, 100, 101, 106,<br />
107, 107, 123<br />
Radrennbahnen 38, 41, 45, 64, 100, 114<br />
Radrennbahn Schnelsen<br />
109, 114, 115, 130<br />
Radrennen 9, 115, 155<br />
Radsportverband Hamburg<br />
154, 168, 174, 187<br />
Radwandern 40, 65, 69, 90, 96, 97, 122,<br />
126, 136, 147, 149, 151, 155, 156, 168, 170<br />
Radwege 69, 110, 111, 118, 119, 122<br />
Rainvilleterrassen 44<br />
Rapp, Kai 174<br />
Rathausmarkt 147<br />
Rauch, Paul 36<br />
Reigenfahren 48, 52, 55, 59, 62,<br />
67, 71, 97, 101, 123, 126<br />
Rendsburg 38<br />
Rennverein Hamburg-Altonaer<br />
Radfahrer 41, 42, 71<br />
Revolution 106<br />
Rhein 145<br />
Ribnitz 27<br />
Richter, Oskar 110, 114, 115, 122, 126<br />
Rixe 154<br />
Robl, Thaddäus 90<br />
Rollschuhlaufen 36, 38<br />
Rothenburgsorter Radtouristen 126<br />
Rouen 25<br />
Rudern 9<br />
Runge, Friedrich 81, 86<br />
RSV Krofdorf 156<br />
RSV Lauterbach 156<br />
RV Endspurt Hamburg 110, 114, 118, 130<br />
RV Falke Stellingen 149, 150<br />
RV Flensburg von 1884 101<br />
RV Hansa 149<br />
RV Kirchwärder-Nord 149<br />
RV Naucke 87<br />
Rübke, Rudi 154, 154, 155, 156<br />
Rund um die Alster 115<br />
Runge, Fritz 64, 81<br />
S<br />
Sachsenwald 55, 66<br />
214
Sächsischer Radfahrer-Bund 93<br />
Sagebiels Etablissement 67<br />
Salvisberg, Paul von 87<br />
Samuelson, C. E. 26, 27, 30<br />
Satzungen 19, 20, 23, 40, 115, 123, 178<br />
Sauerland 145<br />
SC Victoria Hamburg 107<br />
Scharnweber 14<br />
Schleswig 15, 87<br />
Schleswig-Holstein<br />
24, 26, 41, 48, 59, 92, 93<br />
Schleswig-Holstein meerumschlungen<br />
61<br />
Schlittschulaufen 8<br />
Schlüter, August 14, 15, 19, 25, 27<br />
Schlüter, Ernst 14, 15, 19<br />
Schlüter, Theodor 15<br />
Schlüter, Wilhelm 14, 15, 19, 26, 27<br />
Schmidt, Carl 56<br />
Schmidt, Egon Arthur 147<br />
Schmidt-Arndt, Udo 170<br />
Schnackenburg, Bernhard 101<br />
Schnelsen 71, 110, 114, 115,<br />
126, 130, 143, 149<br />
Schnoor, Detlef 110, 115, 137, 149<br />
Schröder, Karl 150<br />
Schulau 96<br />
Schule 64<br />
Schulz, Richard 36, 44, 45, 52, 55, 60, 61,<br />
67, 68, 97, 123<br />
Schweden 93<br />
Schwenckestraße 174<br />
Sedantag 67<br />
Siegmund, A. 30<br />
Singer & Co. 52<br />
Sottorf, Claus 19, 20, 28, 30<br />
Sozialdemokratie 66, 67<br />
Spielbudenplatz 84, 87<br />
Sport 9, 30, 134<br />
Sportbeauftragter von Hamburg 147<br />
Sportplakette des Bundespräsidenten<br />
168, 169<br />
Sportplatz Allee 101<br />
St. Georger Velocipeden-Club 24, 26<br />
Stuttgart 27<br />
St. Pauli 14<br />
Stadtjubiläum 101<br />
Stadtteilarchiv Ottensen 170<br />
Stanley, James 36<br />
Stavenow, F. 56<br />
Stiegert, Harry 45<br />
Stüber, Erhard 155, 156, 157, 161, 164,<br />
165, 166, 167, 187<br />
Sturm, Ferdinand 45<br />
Suhr, Albert 68, 71<br />
Süllberg 25<br />
SV Polizei Hamburg 147<br />
T<br />
Tag der Radfahrer (1933) 138, 147<br />
Tandems 40, 66, 184<br />
Tennis 9<br />
Tewes & Co. 26<br />
Thadenstraße 154<br />
Theater 36, 61, 67, 92<br />
Tornquist, Alexander 27<br />
Torpedo-Preis 110<br />
Touren 14, 20, 23, 25, 32, 40, 73, 90, 96,<br />
122, 122, 149, 168, 178<br />
Trikots 155, 170, 170, 178, 181, 184<br />
Tschechoslowakei 157, 160<br />
Turnen 9, 101, 102<br />
Turnfest 25<br />
Turn- und Sportwoche 123<br />
Uhlenhorst 14, 33<br />
Underborg, Hugo und August 90<br />
Unfälle 40<br />
Universität Hamburg 174<br />
USA 32, 66, 115, 123, 126<br />
V<br />
Valence 14<br />
Valet, Carl 114<br />
Varieté 87<br />
Vegetarier 75<br />
Velo Classico Germany 178, 181<br />
Véloce-club bordelais 64<br />
Véloce-club Rouen 77<br />
Velociped-Club Bernburg 33<br />
Velociped-Club Frankfurt 170, 170<br />
Velociped-Club Köln 33<br />
Velocipèden-Rittmeister 20<br />
Velodrom (Holstenstraße) 87<br />
Velodrom (Rothenbaumchaussee)<br />
Velozipede 8, 14, 18, 20, 150, 170<br />
Velozipeden-Hersteller<br />
14, 15, 18, 19, 20, 23, 26, 30<br />
Velozipeden-Rennen<br />
15, 24, 25, 26, 27, 31<br />
Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs<br />
in Hamburg 99<br />
Vereine 8, 9, 10, 19<br />
Vereinsregister 10, 174<br />
Vereinswappen 48, 56, 59, 114<br />
Vier- und Marschlande 96, 126, 149, 175<br />
„Volksgemeinschaft“ 134, 138<br />
Volkspark 119, 123<br />
W<br />
Walker, T. H. S. 41<br />
Warburg, Jakob Moses 31<br />
Wedel 73, 115<br />
Weltausstellung 14, 26<br />
Weltwirtschaftskrise 129<br />
Wenzel/Bittendorf 157, 164<br />
Werbung 15, 19, 23, 32, 126<br />
Westdeutscher Radfahrer-Bund 93<br />
Wien 8, 14<br />
Wien-Berlin 64<br />
Wilhelm I. 32<br />
Wilhelm II. 93<br />
Wilhelm von Preußen 100<br />
Winter, Max 86, 97, 123<br />
Wittenberge 39<br />
Wohltätigkeit 36, 59, 73<br />
Wollenschläger 8, 9<br />
Wulf, Otto 64<br />
X<br />
Xtraordinary Challenge 52<br />
Z<br />
Zeitfahren Hamburg-Berlin 178<br />
Zeitschriften 178<br />
Zweiter Weltkrieg 151, 154, 155<br />
215
216